16. Jahrgang Dienstag, 10. November 1936 Nr. 261 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DERTSCHECHOSI0WAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiufochova«r. telefon m e HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN. FRAG. Einzelpreis 70 Hellei (einschließlich 5 Heller Porto) Widerstand der Verteidiger ungebrochen ein Be- daS den DaS Flieger-Bomliardemmt der letzten Tqge hat zwar,eine durchgreifende Aenderung im Leben der Einwohner der spanifchm Hauptstadt, wa dauernder Flieger-Alärtn herrscht, verursacht, trotzdem ist der Berkehrinden Hauptstraßen nur «wäS schwächer,, wenn auch MUitärantoS den Dtandart der Maschinengewehre„ach Bedarf irden Augenblick andern. Borerst traten Aende- rungen in den Madrider> Vorstüoiien ein» die geräumt wurden und deren Bewohner», die meistens der ärmsten Klaffe angehören, mit Decken und dem» notwendigsten Bedarf Im Zenttum der Stpdt Auslucht gesucht haben. D i e G e schäfte nt it Luxus waren b l i e b e n g e ö f f n e t. Rur die AuSlagescheihen.wurden mit Papierstrei- fen überklebt, um' denLnftdrück bei der Ervlosion welcher u. a. konstatiert wird, daß der Danziger Senat durch sein Vorgehen den nationalen Stolz RolenS beleidigt' und'die nationale Minderheit mit Hilfe der aus Deutschland eingctroffeuen nationalsozialistischen Agitatoren provoziert.. Die Resolution schließt mit dem dringenden Appell au die polnische Regierung, sie möge entschlos- s e n a u f tr e ten, um die vergewaltigten Rechte Polens auf dem Gebiete der Freien Stadt Danzig wieder heczustellen und den Senat zur Einhaltung der übernommenen Verpflichtungen und der unterfertigten Verträge zu verhalten. von Bomben zu paralpsieren. Der Mangel an LebenSbedürfniffen ist bereits längeres Zeit fühlbar, die Teuerung ist gestiegen und die Fronten vor den Lebensmittelgeschäften werden länger. ES berrscht, wie der gelegentliche Berichterstatter deS Tschechoslowakischen PreßbüroS mitteilt, hauptsächlich Mangel an Kohle, Kaffee, Zucker, Eiern„sw. DaS KriegSbild der belagerten Stadt wäre unvollständig, wenn nicht daS Detail angeführt würde, daß vor einigen Tagen in den Madrider Straßen große Herden von Schäfers und gieg e n.zu sehen waren, die in der Zahh -vrn-nHgefüßr^rvifMyiStKck^in'dtt^Haäptfkadt>gew trieben wurden» nm die Stadt in den. ärgsten Augenblicken der Belagerung. mil Fleisch zu versorgen. 6 Uhr abends: Neuer Angriff? Prag. Dem tschechoslowakischen Preßbüro in Prag ist eS gelungen, Montag um halb 8 tthr die telephonische Berbindung mit der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Madrid-erzustellen, von wo vor allem.bestätigt wurde, daß die IS tschechoslowakischen Staatsangehörigen, die von den am meisten bedrohten Stadtteilen auf der Gesandtschaft' Zuflucht gefunden Haien, sich in völliger Sicherheit befinden ünd unversehrt sind. Seit den Morgenstnnden wat heute heftiges Artilleriefen er zn Hörem Gleichzeitig kreuzten über Madrid Militärflugzeuge. Einige Artilleriegefch^fse schlugen auf dem Hauptplatz von Madrid Puerto del Sol ein und eine Granate traf auch das Gebäude der Tele» phongesellschaft. Arber die genaue Lage kann man sich von der Gesandtschaft auS kein richtiges R i l d machen, da die Fenster der Gebäude im GesandtfchastSgürtel mit Brettern verschlagen sind. Bemerkenswert ist jedoch, daß nach den von außen dringenden Geräuschen Montag abendS gegen S Uhr das Geschützfeuer aufgehört hat, wofür jedoch deutlich das Rattern der Maschinengewehre zu vernehmen ist, wo- ßWWWWiOWWWW MMüswns lm KompcngOtlsnswes ^injOdwMsOMlI^pradukie Wien. Neber die neuen österreichisch.deut schen'handeWolitischen.Berhandlungenberichtet dle„R,e-sch^pF,st"^da8diedeutsche.Dtlegation, die vom Geheimrat Dr. SlodiuS geführt wird, Borschläge-t>»rbereitethat,'denenzufolgedie'Ein- »suhp. österreichischer landwirtschaftlicher Produkte mach Deutschland erhöht werden soll.undzwar namentlich die Ejststchr von Milchprodukten, Bieh und Holz. ES handelt sich um eine mehrfache Er- Gegen den Terror In Danzig Warschau. In Gdingen fand Sonntag ein von über£0.000 Polen besuchtes Meeting statt, in.welchem'ein scharfer Protest gegen die anti- polnischen.Ausschreitungen der Nationalsozialisten in Danzig Geschloffen wurde.'Nach Ansprachen von. mehreren Rednern,< welche den hakenkreuz- lerischen Terror in' Danzig gegenüber der polnischen. Minderheit• aufs schärfsteverurteilten, nahmen die Versammelten eine Resolution an,.in darauf hindeuten würde, daß die Aufständischen tiefer in daS Stadtinnere eingedrungen sind und daß die Kämpfe über den ManzanareS- flv ß'vorgetrogen wurden. In Madrider diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Schicksal der Hauptstadt Spaniens sich in nächsten Stunden entscheiden wird. Die Regierung zum Ausharren entschlossen Valencia.(Haras.) Das Eintreffen der spanischen Regierung hat hier großes Interesse .geweckt. Rach einem Ministerrot wurde ein amtlicher Bericht auSgegeben, in dem es heißt, die Regierung sei schweren HerzeuS nach Valencia gegangen, wollte aber die besten Bedingungen für die Konzentrierung der Kräfte aller Gebiete schaffen, die entschlossen sind, zur Verteidigung Madrids beizutragen. Zum Berlas- feu der Hauptstadt sei die Regierung auch durch internationale Rücksichten veranlaßt worden. ES sei klar, daß die Aufständischen mit allen ihren Kräften bemüht sind, Madrid einznnehmen und die gesetzmäßige Regierung gefangen zu nehmen, um so die Anerkennung der Aufftändischen-Regie- rung zu erleichtern. Die Aenderung deS Regierungssitzes bedeute weder eine Flucht noch Rachgeben. Sie ist nur ein Beweis für das streben, den Endsieg»n erringen. »^MiiiMlRdlschen melden: Die Meldungen der Ausständischen besagen, haß die Positionen der Aufständischen-Abteilun» gen am rechten Ufer deS Madrider Flusses Manzanares durch die Eroberung des BähnhofeS, deS Gefängniskrankenhauses und der ganzen Zone Real 8asa del Campo ergänzt wurden, waS sechs Abteilungen der Aufständischen die Eröffnung des Angriffes auf daS Zentrum der Stadt ermöglichte. Die Eroberung Madrids fei eine Frage weniger Stunden. . /. Reuter meldet auS Lissabon, daß der nordwestliche Teil Madrids von marokkanischen Legionären nach schrecklichem Kampfe unter Einsetzung vieler Tanks besetzt worden ist. Ein Frauenbataillon der RegierungStruppen habe in de» Rächt ans Montag bei einem heftigen Kampfe in Cosa del Eamp» schwere Verluste erlitten. Nit und ohne Kttnlgskrone Die spanischen Gesandtschaften in Berlin .und Budapest sind- zu der Regierung in Burgos übergegangen und haben die rot-gold-rote Fahne — allerdings ohne Känigskrone— gehißt. Auch die spanische Botschaft beim Heiligen Stuhl wurde von Beamten der Burgos-Regierung übernommen. Hier wurde jedoch die gelb-rote Fahne mit der Königskrone gehißt. Mexiko. San Salvador hat die Regierung Franc» anerkannt. Oesterreichs? höhung der gegenwärtigen Kontingente«und die österreichische Lanhwirtsthaft wird im Falle der Verwirklichung, dieser Borfchläge der Sorge um den Abs ätz ihrer Produkte enthoben. Andererseits soll Orsterreichrine erhöhte Abnahme deutscher Kohle'garäntieren und Maßnahmen treffen, daß die ö st er r e ich is che A u f r ü ft u n g un ter M itw irku n g der d eu.t.schen Fjn' d u st r i e durch geführt werde, Die Brücken Uber den Mänzanares-FluB sehalten Madrid. Der Rat für die Verteidigung der Stadt Madrid veröffentz- lichte Montag mittags einen Bericht, in dem erklärt wird, daß alle Versuche der AufstLndischen,' in Madrid einzudringen, unmöglich gemacht wurde«. Die Positionen im Süden von Madrid, welche am Sonntag^aus Grund des starke« feindlichen Druckes geräumt werden mutzten, wurden wieder eingenommen. Heftige Angriffe im Abschnitt Posuelo werde« abgeschlagen. Die bi- Blattschlutz aus verschiedenen Quellen vorliegende« Meldungen laffen erkennen, datz die RegierungStruppen längs des AserS deS Flusses Manzanares, der de« südwestlichen Teil Madrids durchfließt, weiterhin erbitterte» Widerstand leisten und ihre Positionen hatte«. Allerdings habe« sie der Artillerie der Aufständischen fast keine Geschütze, sonder« meist nur Maschinengewehre entgegenzusetzen, die freilich gerade im Stratzenkampf ein« furchtbare Verteidigungswaffe sind. Erbittertes Binsen Der gelegentliche Berichterstatter deS tsche choslowakischen Pressebüros in Spanien sandte am Montag ein Telegramm, das um 18.80 Uhr expediert und nach 20 Uhr durch Vermittlung einer Schiffsrundfunkstation in Prag eintraf. In dem Telegramm heißt eS: Die. ganze Rächt hindurch, wütete eine furchtbare Schlacht. Der Horizont war durch die, ununterbrochenen Artilleriesalven ständig erleuch- tet. Neber der Stadt, die von den Aufständischen- FlMeägen bombardiert wurde»- fanden-befttgr Luftkämpfe statt. Montag früh herrschte vollkom mene Ruhe» die nur von vereinzelten Kanonen- fchüffen unterbrochen wurde. Die Granaten gehen hauptsächlich in den südlichen Stadtvierteln nieder. An der Madrider Front ist die Situation unverändert. Ein Madrider Havas-Berichierstatter sagt: An amtlichen Stellen ist das Bestreben offen bar, Ruhe zu bewahren und alle Kraft zur K o n- solidierun» der Positionen aufzu wenden, waS bereits in Caravanchel Alto ge lungen ist. Die RegierungStruppen warfen sich in sehr guter moderner Ausrüstung unter Absin- gung der Internationale auf die erste Linie der Aufständischen, die durch sechs Tanks verteidigt wurde. Ein junger Milizionär, heißt eS in der Madrider QÜelle«eiter, hat unter Einsetzung seines eigenen Lebens vier TankS durch Granaten beschädigt. Den RegierungStruppen gelang eS, bet Earabanchel Alt» vorzurücken und die Auf ständischen etwas zurückzüdrängen. Anderen Rachrichten über die blutige Schlacht vom Sonntag zufolge stehen vier Kolon nen der Aufständischen von Nordwesten nach Süd osten bis zur Toledo-Brücke. Die Aufständischen haben drei bis vier Divisionen mit dazu gehöriger Artillerie in den Kamps eingesetzt. Auf Seite der Regierung kämpfen 100.000 Mann, aber ohne Artillerie. Spät nächS haben sich die Auf ständischen am linken Nfer des ManzanareS- Flusscs rechts von der Toledo-Brücke eingegraben pud haben die unterminierte Toledo- und Ge- goviabrücke vermieden. Ähr Bormarsch wurde durch TankS. vorbereitet. Die Artillerie der Aus ständischen ist.»wischen den beiden genannten Brücken postiert und.bombardiert die Umgebung der Puerta del Totedv»' wo diele Häuser in Brand geraten sind.■, An Südwesten verwenden die Anfändischen ungefähr 1S.OOO Mauren zu den Kämpfe,«. Ms Helden van Madrid Es gibt Wohl keinen sozialistischen Arbeiter in der weiten Welt, dessen Herz in diesen Tagen nnd Stunden nicht schlüge für die Genossen auf dem verlorenen Posten von Madrid, der nicht voll Bangen und doch erhobenen Hauptes, voll Stolz über soviel Heldenmut der TodeSbatailloue von Spanien, vor den Lautfprccher träte, nicht fiebernd nach der Zeitung griffe, die Nachricht gibt von den Ereignissen in dem fernen, uns innerlich so nahen Spanien. Samstag abends hat General Franco die Besetzung der Stadt gemeldet. Sofort haben einige Pressekulis der Reaktion auch hierzulande sich bemüßigt gefühlt, ihre schmierigen Pfoten an den Toten und den lieberlebenden der Kämpfe um die Hauptstadt Spaniens abziüvischen. Aber der Triumph der Hinterlandshelden und feigen Leichenfledderer war immerhin, verfrüht. Gewiß, Madrid ist verloren, aber so rasch und glorreich, wie es sich Franco mrd Valera und ihre Freunde in den Stkibrnh-, Henlein- und Hitler-Redakiio- ncn vorstellten, geht der Einzig in die Metropole Kastiliens doch nicht vonstatten. Während Samstag schon die Ucberwindung der letzten Widerstände ansposaunt wurde, muß man Montag zugeben, daß in den Vorstädten, an den Brücken, in den Häuserblocks noch immer gekämpft, daß die Millionenstadt Schritt für Schritt erstürmt werden muß. Während die feigen Schmieranten in Berlin und Prag nur noch von Auflösung und Flucht redeten und sich der Bcharlptung erdreisteten, es stünden nur noch die roten(natürlich »russischen") Tanks ün Kampf, während die Milizionäre geflohen seien, müssen dieselben Lügenwische Montag zugeben, daß die Marollaner und Fremdenlegionäre einen schweren, blutgezcichneteu Weg nach Madrid haben und daß der»Befreier" und Nationalheros Franco wieder zu F l i e g e r- angriffen auf das Stadtzentrum, auf Frauen und Kinder, übergehen mußte» um die Milizen moralisch mürbe zu machen. Was die Tanks und die Milizionäre betrifft, so liegen die Verhältnisse leider anders, als die bürgerliche Presse sie schildert. Gerade die Tanks der Republikaner sind im Kampfe nicht eigentlich zum Zug gekommen. Die Handhabung der modernen technischen Waffen, das Fahren mit Panzer- tvagen, das Manövrieren von Tankgeschwadern (und im freien Felde hat nur der Masseneinsatz einen Sinn), das Feuern aus dem fahrenden, in rasender Geschwindigkeit über die Geläudehinder- nisse gleitenden Panzerwagen, wollen gelernt und lange geübt sein. Nicht umsonst fordern die Militärs aller Staaten heute die längere Dienstzeit, die Ausbildung von Spezialisten und Anwerbung von Berufssoldaten. Franco hat diese Berufssoldaten, abgesehen von den italienischen und deutschen„Freiwilligen", die unter seinen Fahnen fechten, in den gut ausgebildeten Kolo- nlaltruppcn. Die Miliz hat, nachdem sie sich endlich in ihren Arsenalen zur Not mit einigen Panzerwagen versorgt hat, keine zulänglich geschulte Bedienung. So ist der Gegenangriff der Milizen, den sie zunächst in todesverachtcndem Ansturm weit vorgetragen hatten, am Ende gerade deshalb gescheitert, weil> die modernen Angrlsfswasfen, mit denen allein eine, mit- Maschinengewehren besetzte,-Feldstellung überwunden werden kann, versagt haben. Die Berichte der Rebellen selbst gaben zu, daß die Tanks der Miliz gar-nicht bis an die Feuerlinien der Marokkaner und Frem« denlcgionäre herankamen. Der unter schweren Verlusten erfolgte Zusammenbruch der Gegenoffensive hatte natürlich, da die Verbände dezimiert und aufgelöst waren, dann ein rasches Vordringen der-Feinde bis an die Tore Madrids zur Folge und Franco mochte, geglaubt habend daß er die Stadt nun einfach besehen könne.- Jn derBe rteidigungaber erwies sich, wie.schon. 1984 in Asturien, wie. Heuer in Kr u-n, so nun auch in Madrid die spanische Volksarmee als ein hartnäckiger nnb an Mut und Todesverachtung nicht zu ü b e r biet e n d e r Gegner. Was sich gegenwärtig in Madrid- ahspielt, diese Verteidigung der proletarischen Wohnviertel, der öffentlichen Gebäude der Straßen und Brücken,-erinnert in' jeder Einzelheit ein den Heldenkampf der Pariser Eommunarden von 1871, die auch erst in i h r c n„Quartieren" dem Feind zeigten, C.itc 2 DicnStag, 10. November 1036 Nr' 201 wie sie zu kämpfen wußten, das erinnert an die Verteidigung des Ottakringer Arbeiterheims und des Karl-Marx-HofeS in Wien, die anno 34 auch zuletzt von einer Handvoll Schutzbündlern gehalten, wiedererobert, und dem Feinde immer wieder streitig geniacht wurden. Trohdein wird Madrid— das läßt sich heute als ziemlich sicher hinstellen— in kurzem gefallen sein. Aber ebenso sicher ist eS, daß der Kampf damit. nicht zu Ende ist. Bon Valencia und Barcelona aus wird er weiterge« führt werden. Die Truppen Francos tverden in Kürze auf eine neue Front, auf denselben hart- näckigen Widerstand stoßen wie in der Guadar- rama, wie in Jrun und nun in Madrid, Und je länger sie in Madrid aufgehalten werden, je höher der Blutzoll ist, den sie für jeden Quadratmeter Madrider Bodens bezahlen müsset», desto lichter werden ihre Reihen, desto erschöpfter werden sie, desto aussichtsreicher wird der erneute Widerstand der Volksfront in den Küstcnprovin- zen sein. Die Helden von Madrid sterben nicht umsonst und nicht nur dem Ruhm und der Ehre zuliebe. Ihr Opferhateinenmilitäri- s ch e n S i n n. Für die spanische Republik ist Mein der Zeitgewinn heute von größter Bedeutung. Rächst dem'Zeitgewinn ist die Schwächung und Erschütterung des Gegners, dessen Reserven sich ja auch einmal erschöpfen, eine- der Chancen der Volksarmee. Aber auch wenn der Heldenkampf, den das Volk von Madrid heute führt, die Hekatombenopfer, die es auf dem Altar des wahren Vaterlandes darbringt, keinen anderen Sinn hätten als den eines erhabenen und unauslöschlichen Beispiels, so hätte er eben doch seinen gewaltigen Sinn über die Zeiten hinaus. Mit Blut ist die Geschichte der menschlichen Freiheit geschrieben Ivorden, Opfer und Heldentaten wie die von Madrid sind seit den ältesten Tagen die Vermächtnisse gewesen, die im Olympialauf der Freiheit ein sterbendes Geschlecht dem nächsten reichte, damit die Botschaft weitergetragen werde, bis die Fackel der Freiheit einmal an ihr Ziel gelangtl Vertrauensvotum für Blum auf der, Pariser Parteitagung. <' Paris. Der erweiterte Vorstand der soziäli-, stischen Partei hat Sonntag abends einstimmig die Politik der Regierung gebilligt, die Ministerpräsident Blum dargelegt hatte, und sprach der Regierung mit 2800 gegen 361 Stimmen(de» äußersten Flügels MarceauPiverts) das Vertrauen aus. Gegen die kürzlichen Kritiken des kommunistischen Deputierten Thorez stellte der MInisterpräswent das positive Werk, das die Regierung der Volksfront geleistet habe. Er erklärte, daß die Sozialisten niemals einseitig die Volksfront aufheben werden. Was Spanien anlangt, hat der Kongreß durch Handerheben einer Resolution zugestimmt, die Lbon Blum das Vertrauen ausspricht. Lion Blum betonte in seiner Rede die Bedeuiung der Neutralität Spanien gegenüber und erklärtet, Wenn der Nichteiiunischungspakt nicht vorgeschlagen ivorden wäre,' hätte Europa die Gefahr eines großen Krieges unter schrecklichen Bedingungen kennen lernen können. Besonders war zu befürchten, daß.Italien oder Deutschland militärisch eingreisen. Lbon Blum sprach weiters seine Befriedigung über die freundschaftlichen Beziehungen Frankreichs zu England aus und erklärte: Wir werden ständig eine Besserung der Beziehungen mit Deutschland anstreben und das Interesse an Mittel- und Ostpreußen nicht verlieren. Der französisch-soivjetrussische Vertrag hot für uns seinen vollen Wert. Arbeitsminister L«b a S erklärte, die Zahl der organisierten Mitglieder der sozialistischen Partei sei in der letzten Zeit bedeutend gestiegen und betrage zur Zett mehr als 260.000. Kühle Aufnahme eines kommunistischen Verschmelzunssversuches Die kommunistische Partei Frankreichs hat an den Nationalrat der sozialistischen Partei ein Schreiben gerichtet, in dem die Mitglieder sür den „Ausschuß des Einvernehmens" nominiert werden, dessen Bildung das sozialistische Berwal- tuugskoniitc« beantragt hatte. Das Schreiben verlangt die schnelle Verwirklichung der organisatorischen Einheit und schlägt vor, daß eine nationale Einheitskonferenz zwecks Vorbereitung eines Kongresses einberufcn werde, der die Verschmelzung der beiden Parteien vollziehen soll. WeiterS wird verlangt, daß die Regierung Blum die Initiative zur Aushebung des NichtejNmi- schungSvertrageS ergreife. DaS Schreiben hat in der Sitzung des er- .ivciicrtcn Vorstandes der sozialistischen Partei, die am'Sonntag'stäitfänd, eine kühl« Aufnahme gefunden; lediglich die Anhänger des linken Flügels sprachen sich dafür aus. Seck In London London. Der polnische Außenminister Oberst Beck hatte Montag vormittag» im Fpreign Office eine Unterredung mit dem Außenminister Eden. König Eduard wird am Dienstag Mittag zu Ehren des polnischen Außenministers im Buckingham-Palast ein Essen veranstalten. DI« Wiener Konferenz Viel Geschrei und wenig Wolle? Montag nachmittags begannen in Wien die politischen Beratungen, die der italienische Außenminister C i a n o mit den Vertretern der beiden Tributärstaaten des„Römischen Blockes" unter dem Titel der„Wiener Koufereuz" führen loird. lieber die Konserenz ist seit langem und besonders lebhaft in der jüngsten Zeit diskutiert Ivorden. Es gehört zu der Technik Mussolinis, derartige Beratungen mit großem Lärm anzukündigeu, allerhand Gerüchte auSzustreucn, die außenstehenden Mächte unsicher und verwirrt zu machen, um daun ein meist mageres Ergebnis wieder als einen großartigen„Beitrag zum europäischen Frieden" herauSzustcllc». Die wirNich verhängnisvollen Entscheidungen werde»— siehe 11. Julil— nicht in den großen Beratungen, sonder» bei den kleinen Privatkonserenzen in Rocco di Laminate auf dem Landsitz des Duce gefällt. Auch die Wiener Konferenz dürfte, tvie in letzter Stunde die römischen Korrespondenten der Weltpresse berichten, kein«große nUeber- raschungen bringen. Es ist möglich, daß in der Richtung der Befriedigung ungarischer Wünsche ein Schritt getan wird, daß man sich etwa grutidsätzlich dasür ausspricht, daß Ungarns Ausrüstung eine„innere Angelegenheit" sei, vielleicht geht man soweit darüber hinaus, auch die Frage derStaatsform im Sinn« der kürzlichen Erklärung Schuschniggs feierlich als interne» Problem zu bezeichnen, um für die Zukunft allen Eventualitäten gegenüber gerüstet zu sein. Dagegen scheinen hi« Pariser Blätter, die Sonntag die Restauration der Habsburger als unmittelbar bevorstehend bezeichneten, einen blinden Alarm geschlagen zu haben, wenn sie nicht italienischen oder reichsdentschen Falschmeldungen aufgefessen sind. So gewiß es ist, daß Mussolini die Restauration als die letzte Reserve für den Fall parat hält, daß Hitler Oesterreich einstecken will, so wenig wahrscheinlich ist e», daß Hitlers Stellung zur Restauration in Oesterreich sich geändert haben sollte. Die Angriffe der nationalsozialistischen Blätter auf die Habsburger haben an Heftigkeit und Zahl nicht nachgelassen und eben jetzt wird hon den Nazis mit Hochdruck eine antihabsburgisch« Propagandaschrist„Verbündet>— verraten" in ganz Mitteleuropa verbrei tet. Die Gefahr einer Ileberrumpelung Mitteleuropas durch die Restauration ist also im Augenblick kauni zu befürchten, weil Hitler und Mussolini in dieser Frage sicher nicht einig und weil sie auch nicht gesonnen sind, in der gegenwärtigen Lage ihre Einigkeit stören zu lasse». Die Prognosen für die Konferenz von Wien lauten also auf ein mageres Ergebnis, einen mindestens im Verhältnis zu dem vorangegangenen Larin bescheidenes Resultat. Papen mit beim Frühstück Montags vormittags erschien der italienische Außenminister am Ballhauöplatz und besuchte den Staatssekretär fiir AeußereS Dr. Schmidt und den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und wurde hierauf vom Bundespräsidenten Millas empfangen. Der italienische Gesandte gab zu Ehren Cianos rin Frühstück, an dem anher dem Änndcs- kanzler Dr. Schuschnigg und dem Staatssekretär des Aeusjeren Dr. Schmidt mehrer« andere Minister und Staatssekretäre, der Bürgermeister der Stadt Wien und schließlich auch der deutsche Botschafter von Papen und der ungarische Gesandte R u d n a u teilnahmen. Papen Ist«den erst ans Deutschland znrückgekehrt, wo er am Samstag tn Berlin eine Unterredung mit Reichsaußenminister Neurath und am Sonntag in Berchtesgaden'eine Nirterrcdmist''init Reichskanzler Hitler hätte. Locarno aut diplomatischem Wege? London,(Reuter) Wie verlautet, schlägt die neue britische Note über die Locarno-Beratungen vor, jede Macht solle dec britischen Regierung mitteilen, ob sie den Wunsch hege, daß die Locarno-Konferenz binnen kurzem zusammentrete, oder ob die Vorbereitungen auf diplomatischem Wege fortgesetzt werden sollen. Allgemein hält man dafür, daß Italien und Deutschland den zweiten Modus vorziehen. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Carola warf kleine Steine ins Wasser, sie zielte auf abgebrochene Zweige, die der Strom ans Ufer gespült hatte; wie ein Kind, hinter dessen Stirn sich noch nie«in dunkler Gedanke geregt hat, dem Berg, Himmel, Wald, Schisse, Steine und Fluß, die Katze im Hau» und der Hund im Hof, die Menschen, die vorübergehen und die Geschwister, nach denen es hascht, noch Spielzeug sind, saß sie da. Wie lange ist es her, dachte Billy, da habe ich mir«inen Menschen gewünscht, bei dem ich mich ausschiveigen kann, nichts andres als ausschweigen; so tief und so heilsam schweigen, daß die ganze Welt, das Heft mit den Formeln, das Klavier im Cast Finsterbusch mit seinen Noten, die Gesichter des Alltags uiu> diese brennende, flackernde, steinerne Men« fchenwüste, in der man erstickt, spurlos und wie für immer versinken. Nun sitzt diese Frau neben mir, stuimn, wie ein, spielendes Kind, und horcht tn sich hinein. Es muß sehr schön sein,«ine Frau Ivie diese immer an seiner Seite zu haben, dachte Billy, eine Frau, die die heilige Kunst des beseel- ien Schweigens zu üben vermag. Da sag Carola zu ihm herüber, und es war, als wüßte sie genau, woran er dachte. Sie stand auf, spannte die Arme aus, mit verbauten Fäuste», als erwachte sie aus einem langen Schlaf. „Zurück?" sagt, sie. „Zurück, Ich ntpß um halb neun it» Eaft sein." „Im Cast? Bei diesem Wetter?" „Ich bin nicht Gast, Carola. Ich bin Kla vierspieler. Cafö Finsterbusch, Liliengaffe. Run wissen Sie alles." Er senkte den Kopf, als hätte er ein Geständnis abgelegt, das ihn ganz tn ihre Hand gab. Er hatte ihr ein Geheimnis ausgeliefert, aber er wußte nichts von ihr. „Cast Finsterbusch, Liliengasse?" wiederholte sie.„kenne ich nicht. Vielleicht besuche ich Sie einmal. Spiele» Sie gut?" Er nwchte es nicht, daß man nach seiner Meinung über die eigenen Leistungen fragte. Er wollte nicht eiugesteheu, daß er wußte, wie wenig sein Klav.ierspiel taugte. Er hätte nie eingestanden, daß'er die Formeln in dem Heft, das Gewirr von Zahlen und Buchstaben, haßte. Er wich aus: '„Ich betreibe es nur nebenbei. Ich studiere Chemie." «Chemie ist langlveilig," sagte Carola mit einer Hgndbewegung, die eine Wissenschaft als überflüssig und häßlich aus der Welt zu tilgen schien. Sie sah Billy wieder an, mit ihren blanken, dunklen Augen, ihr Blick war fest, auf seinem Grund brannte Neugier. Braucht sie, ein neues Spielzeug? dachte Billy, Dazu bin ich Mir zu gut, Ist sie eines von den Sporkgirls, die Herzen mit, Tennisbällen verwechseln? „Los," sagte Carola. Sie sprangen im gleichen Augenblick ins Wasser, sie schwämme», ohne Wettstreit, nebeneinander. Das Dorf versank, die Angelrute, hie Fähre. Weit und offen lag, der Strom vor ihnen. Schweige», dachte Billy. Es gibt viele Arten, zu schweigen, ES gibt das Schweigen des Trotzes, des VerwnndetseinS, das heimlichen Grolls. Es gibt das Schweigen der Leepe, die stumpfe Stille ausgebrannter Herze». Es gibt' das Schweigen perstehender Güte und verhaltener Zärtlichkeit/ SS gibt das lauernde, wägende Schweigen de» Tieres vor dem Sprung, Es gibt..: Hatte es cir.cn Sinn, ein irtchde» Schweigen zu erforschen? Ist'fünf Mlnyten gingen ihre Wege auseinander, sie steuert« links; in ihren Klub, er rechts, zu seiner Kabine. Durch verschiedene Tore traten sie in die Welt hinaus, nicht einmal dieser Abend gehörte ihnen gemeinsam. Es würde nicht schwer sein, sie wiederzufinden, wenn er den Vornamen wußte und den Klub, dessen Mitglied sie war. Aber konnte er diesem Mädchen wieder unter die Augen treten, wie ein Schuljunge, den man weggeschickt hat und der zurückläuft, der sich breit hinstellt, die Hände in den Hosentaschen: Da bin ich wieder? Wie oft hatte Billy Menschen- die der Zufall über seinen Weg führte, mit Geheimnisse» erfüllt, die sie nicht in sich trugen, mit einem Zauber umgeben, der nicht von ihnen ausging. Dann kam der Absturz in die Wirklichkeit, eiu« Stunde verbissenen Schmerzes über den ewiggleichen Irrtum. „Auf Wiedersehen, Billy I" schrie Carola über das Wasser. Er stand am Ufer, triefend, wie aus einem Traum an festes Land gestiegen. „Auf Wiedersehen, Carola!" rief er hinüber.-' II. Ein großer Käfer mit grellen« stechenden Scheinwerseraugen, kroch der gelbrote Autobus durch die Dämmerung in die Stadt zurück. An den Straßenrändem schob sich schläfrig ein langer, grauer Zug von Menschen dem steinernen Ungeheuer, entgegen, über dem eine bleierne, fahk- graüe Wolke von Dünst hing. Elektrische Wagen, zu. Schlangen gereiht,.kreischten aus, toen». hie Hand de» Lenkers sie in blinkend« Kurven zwang, lieber di« Dächer tanzt« Licht; Figuren flammten auf, Wort« loderten empor und trloschen; lautloses Echo der millionenfaltigen, Sehnsucht, die ein unerschöpflicher Strom wimmelnder winziger Menschenwesen vom Anbruch de» Tage- bi» zur erlöschenden Nacht durch die brüllenden Schlucht«» trug, mit bebend«» Hände», mit brennenden Her- zen, ejn kosthäre», zerbrechliche» Gut. Ein Kind weinte, blich stehe», blickte ifift großen, feuchte» Augen auf hie Puppe», di« ein Straßenhändler fejlhielt; die Eltern zerrte»' es Der Sieg der Demokratie auf den Eisenbahnen Wiewohl di« Endziffern der Eisenbahnerwahlen noch nicht bekannt sind, so steht doch, schon fest, daß die„Demokratische Arbeitsgemeinschaft", deren Kern die den sozialistischen Parteien nahestehenden Organisationen bilden, eigen ganz bedeutenden Sieg erfochten haben. Auf ihre Liste entfielen, so weit bisher bekannt ist, 86.702 Stimmen und 1478 Mandate, auf die im „Block" vereinigten Rationaldemokraten, Agrarier, Klerikale, Slolvakische Volksparteiler und SdP 22.262 Stimmen und 822 Mandate. Die demokratischen Organisationen haben gegen 80 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt und die bürgerlichen Parteien, insbesondere die Agrarier, deren Blätter in den letzten Tagen so geschrieben haben, al» ob sie den Sieg schon in der Tasche gehabt hätten, werden sehr enttäuscht sein. Die bürgerlichen Blätter find ob des Wahlergebnisse» geradezu konsterniert. Ein Teil, insbesondere die deutschbürgerliche Presse schiveigt, ein anderer sucht sich mit örtlichen Ergebnisse», die für die bürgerlichen Organisationen günstiger al» das Gesamtresultat sind, zu trösten. Da» ändert aber nicht» daran, dqtz sich vier Fünftel der Eisenbahner einer Demokratie ohne Vorbehalte bekannt haben. Minister ZajISek Uber sudetendeutsdte Politik Am 8. November sprachen Minister Z a j i- Lek und Abg. Dr. L o k s ch a im. Zwittauer katholischen VereinSheim in einer öffentlichen Versammlung. Der Minister führt« u. a. au»: Wir deutschen Christlichsozialen werden gemeinsam mit den Übrigen deutschen Regierungsparteien geschmäht, da ist eS doch selbstverständlich, daß wir unS gemeinsam wehren. Darüber hinaus sollen die drei deutschen Regierungsparteien— ohne die Selbständigkeit der Parteien auch nur im Entferntesten aufzugeben— gemeinsam fiir Volk und Staat arbeiten. Wer diese, durch die gemeinsame Regierungsteilnahme bedingte Zusammenarbeit bekämpft, beweist, daß ihm an der'Volksgemeinschaft wenig liegt. Wer«Ine objektiv« Kritik Übt, hat da» Recht, vo» den Tschechen unerbittlich zu verlangen, daß da» Reichenberger Programm des Präsidenten der Republik raschest und lückenlos durchgeführt werde. Wir verlangen dies nicht nur dem Aktivismus, sondern auch dem Staate zuliebe. Die Liquidierung der Aspiranten-Jnstitution. Mit Rücksicht auf den Beschluß der Regierung vom 3. November wird das Schulministerium in den nächste» Tagen Maßnahmen treffen, uw jene AspItÄntS» des Lehräintcs an Mittelschulen, die Nach dem Erlaß au» dem Jahre 1084 bestellt würden, insofern sie bi».81. August 1086 nicht die vorgeschriebene Minimaldienstzeit.tot Aspirantendienstverhältnis zurückgelegt haben, mit Gültigkeit vom 1. September 1086 zu provi« syrische»Professoren mit dem entsprechenden Anfangsdienstgehalt zu bestellen. lin- geprüfte Aspiranten werden mit 1. September zu süpplierenden Professoren unter denselben Modalitäten bestellt werde». Da» Finanzministerium hat z» diesen Maßnahmen bereit» feilte Zustimmung gegeben und der Erlaß wird in der Rovem« bcrnummer de» Amtsblattes deS Schulministe« rlUm» veröffentlicht werden. weiter, das Weinen Hub wieder an. Zwei Frauen zankten» ein Betrunkener stieß sie gegen die Mauer, gröhlte auf, winkte ihnen nach, torkelte" in ein HauStor. Ein. Mädchen lachte, ein Mann sprach leise in da» Ohr des Mädchens, aber die Stimme eines Zeitungsverkäufers zerschnitt seine Worte, sie flatterten zu Boden, weiß« Fetzen eine» ungelesenen Briefes. In den Automatenbüfetts standen die Menschen in schwarzem Knäuel, mit malmendem Münd, schweigsam; aus silbtrnen Röhren rann rot. und grün Limonade iü Papier«»« Becher. Die Läden lockten mit Riefenlettern aus Metall und glühendem. Glas; Licht floß tim Kleider, Ledertaschen, Diamanten;«in zerschlissener Huf lag, wie«In ins Dunkel gestürzter, erloschener Stern, Vor den Füße» eines blin« den Bettlers. .. Der Autobus glitt, weiter, durch Straßen, deren Häuser niedriger waren; da» Pflaster würde holpriger, die Lichtschriften spärlicher. Die! Schilder der Läden wären, nut.noch äu» Holz»nd. verblaßter Farbe, die Hupe der AutoS klang schriller üph einsamer. Eine alte Frau hockt« hin« ter einem klein«».Stand, Würste in einem Kessel, Aepfel in einem Korb, Gurke» in einem blinden Glas. Ein Junge holte ein«,^zerrissene Zeitung aus der Wfallliste, glättete sie, lehnte sich an einen Lichtmgst, INS mit gierigen. Auge». Ein Polizist ging vorüber, di« Hände auf dem. Rüchen verschränkt,, de» Blich auf die Fensterreihen gerichtet, die glaNzlo» üNdv verschtviegen wie die Augen von Blinden auf die Straße herabsahen. An der Eche, an der Billy ausstieg, begann die Still«, Bon dem leuchtenden Meer, da» di« Hauptstraßen, überschwemmte, drang in diese» grauen Engpaß, der sich wand und krümmt« wie' ei» zu Boden geworfener leeres Sack; kaum«in versprengter Txops-n; von den Million»» Stimmen, die,gegen" die Häuser brandet«! in d«n tau- «in zu Bpdeft geworfener heLer Sack, kaum ein matter Widerhall...■>: (Fortsetzung folgt.) Nr. 201 DIenStaä, 18. November 1036 MWWGnWWtWser Xeitepiegef ■■■■■■■■■nSWnUHHBHHHHBHMMl jBHHBHHHMHaMHHBMpaMaMHMMMI Der große Tas der Glas- ur 'War schon der erste Tag des VerbaWStageS der Glas« und Keramarbeiter ein Ereignis in der Geschichte der GewerlschaftSbeivegung, so hielt sich das Niveau dieser Tagung auch tun zweiten Tag auf der gleichen Höhe. Vom ersten VcrhandlungStag ist noch nach« 'zutragen, das; der Verbandstag ein BegrüßungS» telegramm a» den Staatspräsidenten entsandte, welches folgenden Wortlaut hat: Erfüllt von unerschütterlicher Treue für unser« demokratische Republik, entbieten die versammelten Vertreter des am 7., November in Tnrn-Teplih tagenden BerbandStageS der Glas» u»d lkeramarbeitrr unfereck hochverdienten.Herrn Staatspräsidenten die herzlichsten GrüA« und Glückwünsche. Wir verehren Sie, Herr Staatspräsident," als aufrichtigen Freund der Gerechtigkeit, des Frieden» und der Freiheit. Wir danken Ihnen für di« Anerkennung und LebenSrecht« der Bevölkerung im deutsch« Grenzgebiete unserer Republik. Wir steh« In treuer Ergebenheit zu Ihn«, Herr Staatspräsident, und zu dem Staat. Die Leitung des Verbandtstages bestand wieder aus dem Verbandsobmann Gustav N e u« m a n n, seinem Stellvertreter Ernst Roll und dem Redakteur Richard Reckziegel. Die Verhandlungen begannen mit der Auuprad» Uber die Geschäfts berichte und die Anträge Seitens des Vorstandes und der Gruppen waren Uber hundert Anträge gestellt, woraus schon hervorgeht, daß alle Mitglieder der Organisation an der Entwicklung derselben mit lebhaftem Interesse teilnehmen. Die Gebatte war auch für die berufsfremden Zuhörer eine aufschlußreiche Verhandlung über eine der lebenswichtigsten Industrien im deutschen Sprachgebiete. Hier sprachen Arbeiter, der« berufliche Qualitäten seit Generationen erhalten blieben und die zu den leistungsfähigsten Facharbeitern Europas' gehören. Wenn sie mit ihren schwie» ' ligen und ausgearbeiteten Händen daS Rednerpult umklammerten und ihre Interessen mit Fachkunde vertraten, dann war mm» Zeuge eines.lebhaften Appells.«» die Oeffentlichkeit und die massgebenden Instanzen dieses Staates, die hier vertretenen Industrie« nicht verfallen zu lassen. Die arbeitslosen Mitglieder verlängen mit Recht, dass sie alS die Opfer einer krisenbeschwer» ten Industrie in der Zukunft den gleich« Schutz des BerbandeS geniesse», wie ste den erfreulicherweise bisher genossen. ES sprachen die Genossen Otta-Schivarz, Beck-Hostomitz, Otto-Probstau,, Kasper-Steinschö- nau, Fischer-Granesau, Jerie-Josefsthal, Bien- AlbrechtSdorf, Richter-Arnsdorf, Reckziegel-Zentrale. Klement-Ballwitz, FuchS-Granesau, Fleck- Fischern, Hüttl-Fischern, Ritter-Sodau, Jung- bauer-Teplitz. Genosse Reckziegel macht auf die notwendige Werbung unter den Jugendlichen und Frauen aufmerksam. Genosse Neumann erklärt in seinem Schlusswort, dass eö ei» neues Ruhmesblatt für die Organisation ist, wenn inmitten der Kris« der Verband eine zweit« Herabsetzung der Beiträge und eine Verkürzung der Karenzzeit Vorschlag«» kann. Der Vorstand hat all« Vorschläge genau durchkalkuliert und ist nach gründlicher Untersuchung zu diesen Vorschlägen gelangt. Die Leistung eines Wochenbeitrages von 13 Kronen in den letzten Jahren kann mlS«ine Grosstat in der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung und«in hervorragender Akt der Solidarität betrachtet werden. Wenn wir dies« Etappe in der Geschichte unseres Verbandes abfchliessen, dann mit der Parole: Klaren Blick für die Aufgaben der Zukunft. Genosse H ü t t l behandelt« die einzelnen Anträge als Berichterstatter der AntragSprü- sungslonunission. Die wichtigsten Resolutionen über sozialpolitisch* und arbeitsreditllche Forderungen enthalten in ihrem Kern: Die hohe Arbeitslosigkeit ist der GlaS- und Keramindustrie erfordert die Verkürzung der Arbeitszeit, Herabsetzung der Altersgrenze beim Bezug der Altersrente,. Erhöhung der S o z i alber stchernngsrente, bessere Entschädigung bei Berufskrankheiten, bezahlte Arbeiterurlaube, g e s e tz« licherSchuhderKollektivver träge, für die rwrdböhmische Glasheimindustrie ein e 1g ene S Gew« r b ein f p e k t orat, Schutz der Heimarbeiter und deren Aufnahme in die Krankenversicherung. Der Höhepunkt des Verbandstages war das großzügige Referat des Verbandsobmanües Gustav Neumann Wer das Thema «der Kampf um den Arbeitsplatz** Wir werden hierüber einen Sonderbericht bringen,' und verweisen darauf, daß der Versammlung der Antrag gestellt wurde, den Vortrag als Bro» d Keramarbeiter schüre erscheinen zu lassen. Die Resolution im Sinne des Vortrages wurde a n g e n o m- m e n. Bet den Wahlen In den Vorstand wurden unter großem Beifall einstimmig die bisherigen Hauptvorstandsmitglieder wiedergewählt, an erster Steile BerbandSobmannNeu- m a n n, Stellvertreter E r n st Roll, Kassier Karl Tauer, Redakteur Richard Reckziegel. Die Schlußrede des Verbandstages hielt E rn st Roll. Die Mitglieder, die auf diesen Verbandstag große Erwartungen gesetzt Konkurrenz für den Staatspreis Fünf Kulturverbandspreise für„volkseigene“ Künstler und Wissenschaftler Samstag und Sonntag veranstaltete der Deutsche Kulturverband Tagungen in Freudental und Jägerndorf, bei denen Verbandöobmann Prof. Dr. Jng. Getzner daS Wort ergriff. In Jägemdorf machte Prof. Gessner folgende Mit- teilungen: . In Anbetracht deS Umstandes, dass di« unseren kulturell schaffend« Kräften voir feiten deS Staates zuteil werdende Unterstützung und Hilfe bei weitem nicht hinlangt, haben wir beschlossen, neben dem einen voin Staate»ur Verteilung kommenden Preise für Leistungen auf dem Gebiete kulturellen Wirkens auch ein« unmittelbare Förderung von feiten des Volkes tret« zn lassen und f ü n f P r e i s e»u je 5000 KL für Lei- stungen auf dem Gebiet» deS Schrifttum-, der Musik, der darstellenden Kunst, der Volkskunde und der Volkstums» arbeit auSznsetzen» die alljährlich an volkseigene sudetendeutsche Künstler und Wissenschaftler zur Verteilung komnien und anlässlich der Hauptversammlung deS Deutschen Kulturverbandes öffentich verliehen werden. Schon bei der nächsten Hauptversammlung, die in Schlesien ftattfknden wird, werd« diese Preise erstmalig zur Berteilimg kommen.' Wirtschaftsbelebung In Halda Man schreibt uns aus Haida: ES gibt wohl noch Immer eine beträchtliche Anzahl Arbeitsloser,.aber ganz bedeutend anders ist eS schon in den letzten Wochen geworden. In manchem GlaSgeschäft« ist regeS Leben; Arbeiterfrauen-ringe» wieder Körbe voll GlaS auf ihren schwachen Rücken und Kist«, mit GlaS gefüllt, gehen wieder in merklicher Zahl in die Welt. ES ist zuweilen auffallend, den» diese Erscheinungen waren mehrere Jahre spärlich wahrzunehmrn. Vielleicht ist es nur ein Aufflackem unserer schönen Industrie, vielleicht ist«S der Beginn längerer wirtschaftlicher Belebung. Die Anzeichm sprechen für daS Letztere. Wen» wir nicht in der Tschechoslowakei wären, würde dieser wirtschaftliche Aufschwung alS«in Verdienst der' Hitlerei gedeutet werden, obwohl gerade nach Deutschland daS wenigste GlaS geliefert wird, weil von drüben kein Geld zu Halen ist. Ebenso haben die Henlein trotz 07 Parlamentariern nichts dazugetan, um di« Wirtschaft zu beleben, wohl aber die Initiativ« der mit der Lage vertrauten Staatsmänner. O Die Lage auf dem Arbeitsmarkt Auf der Angestelltenkundgcbung, die«n . Sonntag In Teplitz-Schönau durchgeführt wurde,, beschäftigte sich der Sekretär des Allgemeinen Angestellten-Verbande», Grünzner, u. a. , auch mit der allgemeinen Lage auf dem Arbeits-. markt; er macht« dabei folgende-Feststellungen: Die Ueberprüfung der Berichte von 47 Be- zirkSarbeitsvermittlungSanstalten in Nordböhmen ergibt, daß sich in den deutschen Gebieten unseres Staates die Lage auf dem NrbeitSmarkte in dreifacher Richtung gestaltet: 1. Die Metall- und Textilindustrie haben größere Teile der arbeitslosen, aber branchekundigen Arbeiter ausgesaugt, 2. DemgegenWer ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Berg«, Holz«, BekleidungS- und Hilfsarbeitern, bei den Taglöhnern und beim Haushaltungspersonal nur g er i n g füg i g. ' 8. Einen Synderfall stellen die Handels- und Jndüstrieangestellten, Lehrlinge und Lehrmädchen dar, bet denen die Arbeitslosigkeit g l e ich geb lieben ist. Relativ gesehen liegen die Verhältnisse auf dem tschechoslowakischen Arbeitsmärkte augenblicklich so; daß sich der perzentüelle Anteil der Tsche- haben, sind nicht enttäuscht worden und sie haben, Ivie wohl auf keiner Tagung früher, Anregungen empfangen und können sie in der Agitation und In ihrem Zirkel gut verwenden. Di« Delegierten kehrten nicht mit leeren Händen nach Hause. Sie bringen eine Beitragsermäßigung mit und«ine Verkürzung der K a r e n z z e i t. Genosse Roll dankte den Delegierten für die geleistete Arbeit, dann namentlich dem Verbandsobmann Gustav Neumann, der durch seine Referate dem BerbandStag ein großes Format gegeben hat. Er dankte ferner der P a r t e i für ihr Interesse, welches sie stets den GlaS- und Keramarbeitern gewidmet hat. Die ausländische» Freunde können die Gewißheit mit nach Hause nehmen, daß die GlaS« und Keramarbeiter in der Tschechoslowakei ihre Schuldigkeit bis zum letzten Atemzug erfüllen werden. Mit einem kräftigen Appell schloß Roll diese prächtige Gewerkschaftstagung. chen an der Gesamtarbeitslosigkeit der RepMik verringert und der der Deutschen vergrößert hat. Sund der deutschen Landlugend „unpolitisch** Der DND schreibt: Sonntag fand in Auscha eine außerordentliche Reichsjugendtagung des Bundes der deutschen Landjugend statt, bei der Reinhold Riedel, Karlsbad, zum Reichsjugendführer gewählt wurde. Al- Stellvertreter wurden Franz Miethig, Dörfel bei Reichenberg, und Adolf Winkler, Oberplan, bestimmt. Ein von der Opposition eingebrachter Antrag blieb in der Minderheit. DaS Wahlergebnis stellt ein Kompromiß zwischen den»unpolitischen" und der BdL bzw. Hacker treuen Kreisen des Landjugend dar, durch welche eine Spaltung des Bundes verhindert werden konnte. Die grundsätzliche Erklärung des neuen Reichsjugendführers, in der der Wunsch zum Ausdruck gebracht wurde, parteipolitische Einflüsse auszuscheiden, fand die einmütige Billigung der Tagung. Die Meldung, wonach der gewählte Reichsjugendführer Stellvertreter Franz Miethig mit dem früheren jetzt der SdP angehörigen Sekretär Minister Dr. Spinas Dr. F. Mittig, Rechtsanwalt in Aussig, identisch ist, entspricht nicht den Tatsachen. Franz Miethig ist Jungbauer in Dörfel bei Reichenberg. Oer Streik del der Firma Rudolf Neubauer dauert an Wie uns mitgeteilt wird, ist in der Streiklage bei der Firma Neubauer in Warnsdorf keine Veränderung eingetrctea. Die Arbeiterschaft steht geschloffen im Kampfe. Im Auftrag« der Belegschaft— die am Freitag wieder zur Arbeitsstätte erschienen war, von der Firma iedoch ausgesperrt wurde— informierte vergangenen Freitag eine Abordnung, bestehend aus dem B.-A. und den Vertretern der Gewerkschaften, den Bezirkshauptmann Herrn Rat Dr. C z i j e k Wer die Ursachen des Konfliktes. Die um Beseitigung einer Reihe von unerträglichen Zuständen im Betriebe im gerechten Kampfe stehende Arbeiterschaft sieht in voller Ruhe und Einheitlichkeit dem Verlauf ihres KanipfeS entgegen. Sie ist gewillt, bis zum vollen Erfolg auSzuharrtn. Winterhilfsaktion In Aussig Aus Aussig wird dem Tschechoslowakischen Preßbüro geschrieben: Im Einvernehmen mit dem Bezirksamt« wird die Stadt eine einheitlich« Win- terhilsS-Aktion für Arbeitslose durchführen, die bis Ende März nächsten Jahres befristet ist. Jeder beschäftigten Person deS Bezirkes wird ein regelmäßiger Beitrag von KL 2.50 wöchentlich oder K£ 10.— monatlich als Mindestgebühr zur Up- terstühung dieser Aktion auferlegt werden, wobei der Wohltätigkeit keine Grenzen gesetzt sind. Die Stadt und der Bezirk versprechen sich von dieser planmäßige;; Durchführung der Winterunterstüt- zungs-Aktion gemeinsam mit den übrigen Mitteln, daß es möglich sein wird, den Winter über die notwendigste aber ständige Unterstützung der Arbeitslosen durchzuführen. Senat-Präsident Dr. Soukup Gast de- AtuS und der DTJ. in Karlsbad. Samstag fand in Karlsbad im SchühenhauSsaal« ein« große turnerisch« Aufführung de» AtuS Altrohlau gemeinsam mit der DTJ statt. Die Veranstaltung fand unter dem Protektorate des Senatspräsidenten -Dr. Soukup statt, der auch persönlich an der Veranstaltung'teilnahm. In einer Ansprache richtete er an die Anwesenden den Appell: Blei» ben wir weiter in dieser Brüderschaft. Vorwärts mit den Fahnen der demokratischen Republik, hinter den roten ZukuttftSfahnen des arbeitenden Proletariates in ein neues Leben, wo Arbeit und Freiheit für alle istl— Der Veranstaltung wohnten die Spitzen der Behörden und viele Vertreter von Aemtern und Körperschaften bei. Gemeindewahlen in Westböhmen. Für bi« Gemeinden Maierhöfen und Putschtrn bei Karlsbad wurden von der politischen Bezirksbehörde die Gemeindewahlen für den 0. Dezember ausgeschrieben. Ludwig Glaser(Lltschkau) gestorben Unsere Partei Im Komotau-Saazcr Ge biet, hat Samstag, den 7. November, einen ihrer ältesten Vertrauensmänner verloren. An diesem Tage ist in Litschlau plötzlich Genosse Ludwig Glaser gestorben. Der Verstorbene, der am 28. März 1850 geboren war— er hat also erst unlängst seinen 80. Geburtstag gefeiert, aus welchem Anlaß wir seiner gedahien — ist nach 1870 als Schustcclchrling au! die Wanderschaft nach Deutschland gegangen, w' er sich der Sozialdemokratie anschloß. Er war a'lo sicherlich einer der ältesten lebenden Sozialdemokraten. Glaser hatte alle die bedeutenden Begründer der Sozialdemokratie, auch Bebel und Liebknecht, persönlich gekannt. In den achtziger Jahren war Glaser in seine Heimat zuriickgekoni« men und nahm sofort die Tätigkeit in der Partei auf, trotzdem damals das Belenntnis zur So« zialdemolratie mit großen Ovfern verbunden war. Seither stand er ununterbrochen in der Partei, er hat die ganze wechselvolle Geschichte der deutschböhmischen Sozialdemokratie tätig miterlcbt. Er hat Vertrauensstellen in seinem Heimatort bekleidet und war als Delegierter auf unzähligen Parteikonferenzen. Auch Josef Seliger hat ihn gekannt und geschäht, ebenso wie alle Genossen, die je mit ihm in Berührung gekom- men sind. Noch in den letzten Jahren hat sich „der alte Glaser a;lS Litschlau", wie>nan ihn nannte, tapfer mit Gegnern herumgeschlagen und ist mit einem Temperament, das in Verwunderung setzte, für die ihm heiligen Ideale der Arbeiterbewegung eingetreten. Die sozialistischen Arbeiter des Wirkungsgcbietes des Verstorbenen, dessen Begräbnis heute um 2 Uhr in Litschlau stattfiudet, werden ihm, der sich stets ohne Rücksicht auf seine Existcnzinteressen für den Sozialismus eingesetzt hat, eine dankbare Erinnerung bewahren. Eine Kundgebung der Angestellten Die Kreisleitung Teplitz-Schönau deS Allgemeinen Angestelltenvcichandes veranstaltete an; Sonntag in den Neptun-Sälen in Teplitz- Schönau eine große Angestelltenkund« g e b u n g, an der viele hunderte Angestellte teil« nahmen. Dieser Kundgeb;mg wurde auch von der übrigen Oeffentlichkeit große Aufmerksamkeit ent» stegengebracht. Die Deutsche" sozialdemokratische Arbeiterpartei war durch Senator Dr. Heller und Lorenz vertreten. Die Referate erstatteten der Zentralsekretär des Allgemeinen Angestelltenverbandes in Rei- chenherg, Grünzner, und biy: Kreissekretär PlohS. Sie wiesen auf die schwierige Lage der Angestellten hin, die durch die Krise herbeigefübrt wurde und sich noch nicht im geringsten gebessert 'hat. Unter großem Beifall der Erschienenen legten sie die Forderungen der Angestelltenschaft dar, die in einer einstimmig und mit Begeisterung angenommenen Entschließung zusammengesaßt wurden. Die Teplitzer Kundgebung des Allgemci- nen Angestelltenverbandes war ein lebendiges Zeugnis der Kraft und Kampfentschlossenheit unserer Angestclltenbewegung. Der Ehrendoktor Hitlers Bei der Promotion des Konrad Henlein zum Ehrendoktor der Breslauer Universität hielt der nationalsozialistische Gauleiter Wagner eine Rede, in der er u. a. sagte, ... sie(die Breslauer Universität. D. Red.) dürfe nicht nur Universität der deutschen Studenten m;s dem Reich sein, sondern sie müsse die Möglichkeit, bekommen, sowohl die Hochschule des Reicher, als mich der deutschen Menschen aus dem gesamten Ost- und Südostraum zu sein. Das heißt, die Breslauer Universität soll eine Pslegestätte des nationalsozialistische» Ungeists auch für den sudetendcutschcu Lebensbcreich sein. Es verlautet, daß der neue Ehrendoktor der Hitler-Universität, Konrad Henlein, dieser Kundgebung des Gauleiter» Wagner Beifall geklatscht hat.. Bestrafte Unternehmer. Die Textilfirmen' Fiedler in Deutsch-Prausnitz und Strecker in Petersdorf wurden zu je 800 Kt Gelöst r a s e und im Nichteinbringungsfalle zu j e fünf Saßen st r e n g e m Arre st bestraft, weil ste bisher die Verordnung des Fürsorgeministeriums Wer die BerbindlichleitSerklä- rung der KoUektivverträge nicht anerkannt und durchgeführt haben. Das Budget der Stadt Aussig. Die Stadtvertretung Aussig verhandelte das Budget für das Jahr 1987. Der ordeutliche Teil weist'eineu Abgang von 11.5 Millionen KL bei einen« Aufwand von 42.5 Millionen und einer Bedeckung von 81 Millionen KL auf, der durch einen 125prozontlgen Zuschlag zur Hauszinssteuer und durch einen 850prozentigen Zuschlag zu den übrigen Gemeindesteuern gedeckt werden wird, außer' der Bedeckung in der Höhe von zwei Millionen KL aus dem'Landesfonds. Das außerordentliche Budget weist einen Abgang von 20.5 Millionen KL auf, der durch Anleihen bedeckt werden wird. «eite 4 Dienstag,-10. November 1938 Nr. 261 NAesnemMelkm 85. iZ 59.137, l! 96.506,100.125,100.164, 101.761. 1-">.124,105.756. f 7 r « e'che Familien mutz««schau: 18.47, Flötensolo.— MS einem Bericht aus| Ballcttmüsik. 18.00 Liederkonzert. Redwood glauben darf, der behauptet, das Komitee für Kinder ohne Heim könne nicht soviele Kinder liefern, wie zwecks Adoption verlangt würden.. Auf einer Liste der Komitees stehen angeblich 1500 Voranmeldungen von Eltern, die darauf warten, daß jemand Kinder auf die Welt bringt, die sie adoptieren können. Die in zurückgebliebenen Ländern noch weit verbreitet« altmodische Methode, zu Kindern zu komnren, scheint man im modernen Kalifornien glücklich überwunden zu haben. Oder hat man sie einfach verlernt? Wahrscheinlicher Wetter von heute: Wechselnd bewölkt, nur ganz vereinzelt Regenschauer, namentlich in Gebirg-nähe, Temperatur wenig verändert oder etwas kühler. Westlicher Wind.— Wetteraussichten für Mitttvoch: Noch keine bedeutende Aende- rung. Fortschritt „DaS Symbol des Mittelalters war die Kathedrale. Das Symbol der Neuzeit ist der Turnplatz. Wenigstens auf der ganzen zivilisierte» Welt." Dm beste BUd eines amerikanischen Photowettbewerbes sn Washington ist nach dem Urteil der Jury das hier.gezeigt? von Noivcll Ward aus. Chicago:, Ein träüinender Knabe Z ither seinen" Bachern) Unter"87-2 in die, Envaüsscheidiüigi gelängten Bilderst«rhiolk es den ersten Preis von i,1590 Dvllar.""" f* Eine schwere Geburt Ist die Beglaubigung eines für das Ausland bestimmten Dokumentes! Aus einem ernst gemeinten Aufsatz eines kommunistischen Abendblattes. „Die Erziehung der jungen Mannschaft zu einem stahlharten deutschen Männergeschlecht geht auf Turnplatz und in Turnhalle vor sich,.. War das Symbol der klassischen Kultur des hellenischen AlterStumS das sokratische Gymnasium, ist das Symbol unserer Zeit und echter Volks- lultur Turnplatz und Turnhalle."- Ans einer Henleinzeitung am gleichen Tage. Vom Rundfunk gamtsMsnswirtif ans«a Pro«ri '' Mittwoch',' Prag I: 7.00 Morgenmusik. 10.05 Deutsche Presse. 11.80 Smetana: Sinfonischer Gedicht .Sarka".'18.40 Deutscher ArbeitSmarkt. 17.15 VoSkovee und Werich: Von der Premier« bis zur 100. Wiederholung oder wie macht man Theater. 18.10 Deutsche Sendung: Dr. Maras: FriedenS- stosfe im tschechoslowakischen Schrifttum. 18.20 Ar» teiwrfunkr Abg. Franz Krejötr Arbeitersport im RIesengebirgr. 18.40 Sozialinformationen..18.45 Deutsche Presse. 20.05 Au- dem Smetanasaal: III. Sinfonisches Rundfunkorchesterkonzert. 22.15 Operettenmusik. 22.40 Uebertragung einer Konzert? aus Strassburg.— Prag II: 7.80 Salonorchesterkonzert. 14.00 Schallplatten. 14.15 Deutsche Sendung: Kinderstunde: Multerer liest für Kinder. 14.85 Schallplatten. 14.50 Deutsche Presse.— Brünn: 15.00 Konzert der Mährischen Quartetts. 17.40 Deutsch« Sendung: Requiem von Hochmann.— Preßburg: 19.20 Slowakische Lieder. 22.80 Tanzmusik.— “"•" Mähr.-Oftra«: 18.10 Ziehung der Klassenlotterie ll n v« r kindlich. Prag. Bei der Montag- Ziehung der tschechostowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 1,000.000 K5 gewinnt Los Nr. 70.887, 20.000 K6 dte Lose Nr. 27.923, 57.061, 10.000 K5 die Lose Nr. 11.829, 51.197, Gegen die Blutrache. Aus Sofia ivird uns geschrieben: Die türkische Regierung hat ein neues Gesetz erlassen, durch das im ganzen Lande die Blutrache verboten wird. In dem Gesetz heisst es u. a.< dass Personen, welche sich die Blutrache zu- schulden kommen lassen, mindestens 500 Kilometer von der Geineinde, in der sie ihre Tat ausführten, iiilcrnicrt werden. Diese Internierung wird mindestetis drei Jahre dauern. Auto-Opfer. Das Automobil einer Zahnarztes aus Kiefersfeldern in Bayern ist Sonntag bei Innsbruck an einen Baum gefahren und wurde zertrümmert, als es von Kufstein zur reichsdeutschcn Grenze suhr. Die Frau deS Besitzers blieb mit zertrümmertem Schädel tot-auf der Stelle, zwei weitere Insassen und der Lenker des Wagens tvurdcn schwer verletzt. ZugSzusammenstosi. Bei P r e d e a l in. Rumänien'ist ein Schnellzug mit einer Garnitur von fünf Lokomotiven ziisammengestohen. Acht Personen würden verletzt, davon zwei schwer. Die Schlververletzten wurden mit einer Lokomotive ins Krankenhaus gebracht. Zwei Hilfszüge wurden an die Unfallstelle abgefertigt.^.- Untergang eines deutschen Schiffes? Die „Queen Mary" hat Sonntag SOS-Rufe des deutschen Dampfers„Isis" aufgefangcn, der sich im Sturm unweit der Südküste Englands"auf seiner Reise nach New Fori in Seenot befinden' soll. Der englische Dmnpfcr hat jedoch bisher keine Meldungen gegeben, dass er den deutschen Dampfer gefunden hätte. Gleichzeitig ist auch der deutsche Dampfer„Westerland" zu Hilfe gekommen, der jedoch an der angegebenen Position keine Spur von dem deutschen Dampfer-„Isis" finden konnte. Man fürchtet daher für das Schicksal des Schiffes. Braud auf einem Kriegsschiff. Samstag brach an Bord des Kriegsschiffes„Jakumo", dem Admiralitäisfchiff der japanischen UebungSflotte, ein Brand aus. Das Schiff befand sich eben 150 Meilen südlich der Insel Sajpan in der Mandatszone. Bei der Bekämpfung des Brandes wurden zahlreiche Mitglieder der Besatzung verwun- • Hofrat Georg Stern gestorben. In Wien ist Sonntag Hofrat Georg Stern, ein bekannter Bankfachmann, gestorben. Stern war der Vertreter der Gemeinde Wien, als diese noch sozialdemokratisch war, In vielen finanziellen Körperschaften, n. a. auch in der österreichischen Nationalbank. Er hat da die Interessen der werktätigen Schichten vertreten. Jubiläumsausstellung der Arbeitcrakademie. Am Sonntag um 10 Uhr vormittags eröffnete der Vorsitzende der Arbeiter-Akademie Mgcordneicr Dr. Josef Macek anlässlich des 40jährigen GriindungSjubiläumS der Arbeiter-Akademie die Ausstellung„Prag in Bildern" und die in deren: Rahmen stattfindcnde Kulturwoche. Nach der Er» öfsnuugSrede ergriff der Festredner, Minister für soziale Fürsorge Jng. Jar. N e i a S das Wort und führte u. a. ans:„Unser Ziel ist der ständige kulturelle Ausstieg des gesamten arbeitenden Volkes, der ganzen Nation und aller Einwohner deS Staates." Er befasste sich dann mit den Anfängen der republikanischen Schulen, deren Grundlage der erste tschechoslowakische Unterrichtsminister Gustav H a b r m a n n gelegt habe. Die beiden, grossen Gesetzentwürfe Dürers, von denen der' eine eine Regelung der Schulverwaltung und der zweite die Errichtung und Verwaltung der Volksschulen betrifft, müssen Gegenstand ständiger Aufmerksamkeit sein.'Der Minister hebt'in seinen weiteren Auskühlungen dann die Arbeit der ideellen Gründer der Arbeiter-Akademie, Josef Steiner und T. G. Masaryk, hervor, aus deren gegenseitiger Zusammenarbeit auch die Ziele der Arbeiter-Akademie hervorgingen. Ausführlich befasste sich der Minister mit den Fragen der Arbeitslosigkeit, denen grosse Aufmerksamkeit gewidmet Ivcrden müsse. Hiebei vertoieS der Minister darauf, dass die Zahl der Arbeitslosen im Sep-- tember und im Oktober— das erstemal seit dem Jahre 1982— unter eine halbe Million gesunken sei. Trotzdem aber bleibe noch viel zu tun, damit die ArbeitSlosigleit aus das niedrigst mögliche Blass hcrabgcdrückt werde und cS müsse mit allen Kräften darauf hingcarbeitet werden, dass die Arbeilsiosen ans das Bestmögliche geschützt werden, eine Pklicht, die keineswegs eine politische Pflicht, sondern eine menschliche und staatliche Unerlässlichkeit sei. Antonnfall eines Abgeordneten. Sonntag vormittags ereignete sich auf der Landstrasse un- tvcit Michalovcc bei der Gemeinde Horovce(Slowakei l ein Automobilunglück. Ein Auto, in dem der Abgeordnete der Republikanischen Partei Stund» mit dem Sekretär Baiinslh fassen, kam bei der Gemeinde Hlohovce ins Schlendern, suhr gegen einen Kilometerstein und wurde dann gegen einen Baum geschlendert, der gebrochen tvurde. Der Vorderteil des Autos wurde Hiebes vollkommen zertrümmert. Der Abgeordnete blieb unverletzt, doch erlitt Sekretär Batinskh, der neben dem Ehaufseur fass, ernste Verletzungen. Sehr schwer lvurde der Chauffeur verletzt, dem beide Beine gebrochen und der Brustkorb eingedrtickt wurde; er wurde In betvuhtlosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist kritisch.'' Ein Deserteur. Samstag, den 7. d. M„ wurde sestgestellt, dass ein Weekendhaus an der Elbe I» der Nähe von Pardubitz ausgeraubt worden ist. Man sand dort einen Militärmantel und militärische AuSrUstungSgegenstände. Sie stammen von dem Soldaten Georg Horäk, der am 8. d. M. vom 8. Dragonerregimente In Pardubitz desertiert ist. Horäk, der Rekrut ist, befand sich vor seiner Einrückung in der Zwangsarbeitsanstalt in Pardubitz. Belgische Bergarbeiter bei König Leopold. Der belgische König Leopold II. empfing-die Ret- tnngSmannfchasten und die" von diesen geretteten Bergarbeiter der Grubenkatastrophe in La Bou- vcrie. Neber fünfzig Bergarbeiter und Aufsichtsorgane nähmen mit dem König an der Tafel teil. Vorhex hatte der König die. tapferen Retter dekoriert. Gegen Ende des Mahles forderte der König die Anwesenden auf, sich zu erheben.und durch eine Minute Stille das Andenken der Opfer der Katastrophe zu ehren., Die grüne Inquisition Unter diesem Titel berichtet„Vcc. T. Sl." über eine Aktion der agrarifchen Sekretariate, die jetzt eine„Erforschung" des flachen Landes durchführen. Sie- versenden Fragebögen über däs Privatleben verschiedener Personen und füllen, soweit es sich um Lehrer und Geistliche haddest, folgende Fragen: - Per führt ihm den Haushalt? v Aue versieht er sein Amt? Ächt er in? Gasthaus und mit wem? welch« gut« und schlechte Gelvohnhettcn hat er? .1.Wie verträgt er sick) mit den Mitbürgern? katholischen Geistlichen kommen noch di^Fragen hinzu: Hat er Kinder?''-,> Bekennt er sich dazu oder verheimlicht er eS? Wenn die. Mitteilungen des Blattes, dem wir die Verantwortung für die Richtigkeit über, lassen müssen, ans Tatsachen beruhen, haben die Agrarier unser polstischcs Leben wieder— ganz in ihrer Art— bereichert. det,,Das. Schiff wird nach der Insel Sajpan,gebracht, wo es ausgebessert werden wird. Anläßlich-der Wiederwahl Franklin D. Roosevelts dürfte die.Tatsache interessieren, dass Roosevelt erst der dritte demokratische Präsident ist, den- die Vereinigten- Staaten.seit Slbrahaist Lincoln,- also.seit 76 Jahren, gehabt haben. Die beiden anderen Demokrateiwvor ihm waren Grober- C l e v e l a n d und Woodrow W i l s o n. Diese Jahre amerikanischer Geschichte waren ein stäiidiger Kampf zwischen den beiden .einzigen. grossen Parteien des Landes, den Republikanern. und den Demokraten, und von den 76 Jahren konnten die Republikaner 56 Lahre für sich buchen. 1884 wurde der Demokrat Cleveland gewählt, wurde aber.1888.von dem Republikaner Harrison geschlagen^ der-sich aber nur vier Jähre lang halten konnte und dann' wiederum 1892 von Cleveländ abgelöst wurde. Dann folgten drei republikanische Präsidenten, unter-ihnen Theodore Roosevelt, bis im Jahre 1912 Wilson an die Reihe kam. Acht. Jahre lang blieb Wilson im Amt, bis Franklin D. Roosevelt im Jahre 1H82die Erfolgskette, der Republikaner, unterbrach und mit öin'ermach nicht dagcivesenenMajorität in das Weisse Haus einzog. Auf der Straße Mailand-Bergamo- fuhr beim Ueberholen ein Kraftwagen mit hoher Geschwindigkeit gegen einen anderen Wagen, der durch Bruch eines Benzinrohres sn Brand geriet. Die sechs Insassen verbrannten. Der Führer des Wagens kam mit blossen Verletzungen davon. Dreck verjährt zu geordneten Verhältnissen. „In der langjährigen ungeminderten Mietzahlung liegt ein Verzicht auf die wegen- Verwan- zung begründete Minderung."(Hüchstrlchterliche Entscheidung in Deutschland). Moral: Wer nicht meckert, hat für die Wanzen optiert und begeht Felonie gegen sie, sobald er aufhört, ihnen zuzu- jauchzen. Börsenbericht: Kinder stark gefragt,(mb) Ein wahres Paradies für kinderreiche Familien muss Kalifornien sein, wenn man'< -rb- Ein Mann, der vor vielen Jahren aus un serem deutschen Grenzgebiet mit seiner ganzen Fa milie als Junge nach Südamerika ausgewandert war, sollt« in. seiner Kuen Heimat die Erbschaft nach einer dort verstorbenen Verwandten seiner Mutter antretcn. Die argentinischen Gerichte ver langten, die Vorlage.des von der zuständigen Kon» sularbehürde beglaubigten T ra us ch e i n S sei ner Eltern und der Betreffende wandte sich an «Inen Verwandten in-der alten Heimat mit dem Ersuchen, ihm unverzüglich per Luftpost dieses be glaubigte. Dokument einzusenden. Das Duplikat, war-vom-zuständigen Pfarramt bald ausgestellt.und der treue Verwandte-fuhr-per sönlich nach Prag, um.den. Trauschein bei der Kon» sularbehörde beglaubigen zu lassen. Dort eröffnet« man ihm indessen^ dass dar Konsulat, nur mit dem A u tz e n m i n i st e r i u m vetfehren dürfe und das zu begläubigende Dokument auf dem Dienstweg alle Zwischensnstänzen passieren Müsse. In de« Pra xis steht das so äuS:-- ---Die Richtigkeit der' AmtSstampiglie des aus stellenden Pfarrämter-bescheinigt auf- der-Rückseite der Dokumentes-die zuständig« B« z i r k S b e» Hörde.. Neben der BeglaublgungSstämpiglie Neben zwei Stempel(zusammen 10 Aö). Beglaubigung Nr. 2 vollzieht die L a-n d erbe h. ö r d e, deren Referent mit. liebenswürdigem Lächeln die Stam piglie aufdrückt, welche, besagt,, dass die Stampiglie der Bezirksbehörde richtig.sei.(Weitere 10 Kji St«n- Hel): Nun gehts zum I n,n.« nm i n- i.st.e.r tum ylgliecdje. Echtheit wer'lanheSbchürdlichen? Beglau» nötigt,' aber keine gefälligen- und: zahIungSkrästlgeil bignng bestätigt, nachdem die Rückseite-des Doku-1 Verwandten in der alten Heimat hat? „Volksgemeinschaft“ In Spanien Spanische Kinder, die bei-ben Fliegerangriffen- deS„nationalen" Generals Franco, des . Ideals unserer Henleinleute, ermordet würden. Selbst'die konservative Regierung. deS Königs von England hat gegen diesen Kind«mord Protestiert menter mit weiteren Stempelmarken' von insgesamt 15 Aö versehen wurde. Die vierte Beglaubigung obliegt dem Aussenministerium (AmtSstelle in Dejwitz, Podbabskä). Hier ist der Vorgang komplizierter, denn diese Behörde gibt sich nicht mit Stempeln ab. Die„Amtshandlung»« gebühr"(Ai 50) muh mit Erlagschein b e i m n ä ch st c n Po st amt eingezahlt werden I und erst nach Vorlage de- Postabschnittes wird di« Rückseite mit der vierten Beglaubi- gungsformel versehen,, die bescheinigt, dass I die Stampiglie deS Innenministeriums jn Ordnung ist. Nun ist dar Dokument erst reif für die B e« glaub i g u n g d u r ch d a S K o n s u l a L wobei ez freilich vorkommt, dass auf der mit rotlM, schwarzen, grünen und violetten Stampiglien uno->, Stempelmarken übersäten Rückseite. kaum mehr Platz ist für die wichtigste,-nämlich die konsular« Beglaubigung. Schliesslich crhÄt dar Dokument doch die letzte Weihe in Gestalt etlicher argentinischer Stempelmarken und der. spanischen' Beglaubigungsformel. Diese letzte Beglaubigung kostet 90 Ai. Zum Schluss bleibt noch die Schtvlerigkeit zu überwinden, dar mit Stempel gepanzerte Dokument so zusam» menzulegen, dass es in den dünnen Umschlägen der Luftpost Platz findet, Stacht dann der aufopfernde Berwmidt« Bilanz, so wird er finden, dass die ganze Prozedur/ ausschliesslich der Reiseauslagen und.des LuftpoftportoS (rund 40 Aö) etwa 180 Aö apSmacht, Unwillkürlich drängt sich die Frage auf: War macht rin- armer Teufel tm Ausland, der dringend ein Dokument.be- 88.341, 105.721, 5000 »5 die Lose Nr. 8.084, 17.817, 19.140, 44.874, 55.474, 62.999, 64.834, 76.000, 79.586, 88.022, 98.579, 2000 «5 d! Lose N r. 14.461, 16.838, 19.374, 20.446, 27.781, 28.497. 32.568, 33.762, 35.588, 38.424, 39.279, 44.674, 44.841, 57.210, 57.493, 60.730, 65.512, 66.726, 68.279, 72.075, 72.379, 73.469, 75.331, 76.530. 84.028, 87.452, 87:682, 2t't Dienstaz, 10. November 1936 S:tc."> Spanische Stunden Von unserem spanischen Berichterstatter Als ich das letzte Mal von Madrid nach Toledo fuhr, blühten die Mandelbäume und zar- teS Grün umsäumte den Straßenrand.„Hier bin ich Herr", schien die Natur, Spaniens Urkraft, zu verkünden. Als ich das letzte Mal von Madrid nach Toledo fuhr, glimmte schon Heller unter der friedlichen Hülle des Landes, das immer stärker auf» gewühlt wurde vom Kampf um die Macht. Wer wird hier herrschen, fragte ich mich: die alten Gewalten, geführt vom KlerikaliSmu», die urwüch- sige Kraft der Boltes oder die motorisiert« neue Seit? Und als ich dann wieder, nicht lange danach, die Straße befuhr, bin ich gar nicht mehr nach Toledo gekommen, da es schon von den weihen Truppen eingenommen war. Rechts und links vom Straßenrand arbeiteten die Madrider an Befestigungsanlagen, und-um die Frage, wem die Macht zufallen soll, rang man nicht mehr mit Shmbolen, wie dem zarten Düst der Mandelblüten und dem jungen Grün der Felder und det Olivenpflqnzungen. Die alten Machthaber hatten die modernste Technik in ihre Dienste gestellt: dxelmotoriae istiescnflugzeuge, flinke,- wendige Tanks und großkalibrige Riesengeschütze wurden gegen die verzweifelt sich wehrende Volksmacht angefahren. Täglich mehr verkürzte sich die freie Straße, auf der man noch sinnen konnte über Problemstellungen und Lösung-Möglichkeiten, Bald, schien es, ist alles entschieden. „NMdite In Madrid“ Ende August begannen die ersten feindlichen Fluggeschwader über Madrid zu lreisen. Ich erinnere mich einer solchen Nacht und auch der in Dunkel getauchten Stadt, die, wild zertliistet, wie «in unheimliches schwarzes Gebirge vor meinen Fenstern sich auftürmt. Unter den Portalen, wo Milizen Wache halten, glimmt da und dort das Rot einer Zigarette auf; vom Turm der nahen Kaserne kreisen die Scheinwerfer suchend über den Himmel und kreuzen sich mit den Strahlenbündeln der Reflektoren ringsumher. Niemand schlief in dieser Nacht. Schattenhafte Gestalten auf den Ballonen lugen zwischen den freundlichen Sternbildern des Südens nach den schreckhaften Silhouetten der feindlichen Maschinen aus, und schon glauben sie die die nächtliche Stille durch unheimliches Propellergesurr unterbrochen. Aber plötzlich durchreiht wirklich - ein Schrei das Schweigen Und heranrattern, stahlhelmbewehrt, die Motorradfahrer, die ihre Sirenen den Fliegeralarm brüllen lasten. Und Fenster Und Balkon« entvölkern sich; im Luftschutzkeller heißt es, die Gpfahr abzuwarten. So brach der 1. September an, und als es wieder Nacht wurde über Madrid, dadurchström- ten ungeheure Menschenmengen die Straßen der Stadt: Die Milizen waren auSgerückt, dem Volke ihre Kraft zu zeigen. Es war die eindrucksvollste Demonstration seit dem 19. Juli, Kein Volk in Waffen mehr, sondern ein richtiges, wohl organisiertes H«er hatte die völlig entblößte Republik auf die Beine gebracht. Boll und Technik hatten sich gefunden. Nacht In Barcelona Antifaschistische Schriftsteller sprechen zum Barcelonaer Volk. Kopf an Kopf gedrängt füll! es das weite Rund des rot ousgeschlqgenen Rie- sensaals und hängt gespannt an ihren Lippen. „Ahr werdet siegen", verkündet Andri! Vildrac, Frankreichs großer. Dramatiker:„denn Abr seid das Licht, und das Licht-triumphiert über dl« Finsternis. Ahr seid das Licht und nichts vermögen gegen Euch die schwärzen Schatten der Vergangenheit."—„Es gibt ein Volk", rief Ilja Ehrenburg, der russische Romancier,„dem nahte sich dex Tod, aber furchtlos sprach«S zu ihm: No pasaras— Du wirst nicht einbrechen in unseren eisernen Reihey!"- Seltsam beklemmend die Stimmung im Saal, und auf der nächtlichen Straß« dann, die leer und verlassen lag; ganz anders als sonst um diese Stünde in Barcelona. Milizposten, schwer bewaffnet, in ihre weiten vermummenden Mäntel gehüllt, bewachen an allen Ecken Ui>d Enden die Stadt, upd über die große Nordavenue rollt ein Lastkraftwagen nach dem andern mit Militär und Schanzarbeitern zur Küste oben: wo zu Mittag ein Rebellenschiff versucht hatte, Truppen zu landen. Es war eine gespenstische Nacht in dieser Sjadt so weit vom Schuß, die sich jetzt plötzlich in» Kriegsgebiet gerückt sah, X. Sollten die Bl Kanonenschüsse, di« der Piratenkreuzer„EanarlaS" auf da» Dörfchen ' Rosas abgab, Prolog seist einer neuen saschistifchen Offensive, die vom östlichsten Besitz Spaniens, der Insel Mallorca, ausgehend, gegen Barcelona, die zweite Hauptstadt de» Landes, Vorstößen will? Gencralmobilisation in Barcelona, Levke en massc in allen Dörfern der MittelMeerkuste Katalonien» antworteten den Salven mit dem Schdei de» revolutionären Volk»: -Hier herrschen wir und unser Wallistun- übersteigbar. ISIS: Moskau und Petrograd In Spanien ivitd jetzt ungeheuer viel ge» lest». Auf Wn Ssxahen trifft mqn. menschen- umstanden,•' die kleinen Karren: der WgtNden Buchhändler, die voll, beladen sind tust rcvolütio- närer, Literatur.„Welche Bücher gehen■ am besten?" fragte ich den Verkäufer.„Russische", ein bißchen eingelaufen! Ja, wenn man Wolle mit Lux und— in kaltem Wasser wäscht, dann läuft sie nicht ein, verzieht sich nicht, bleibt weidt und schmiegsam und behält die leuchtende Frische der Farben, kommt viel auf das kalte Wasser an und es ist der besondere Vorzug von Lux, daf> es auch in kaltem Wasser reichlich schäumt. Die Arbeiter müssen bezahlen! „An den 4282 Dienststellen der DAF und der NS-Gemeinschast„Krnft durch Freude" find 467.990 Angestellte tätig."— Aus dem SdP-Ruf vom 7, November 1936. Im Dritten Reiche müssen die Arbeiter gemeinsam mit den Unternehinern in der„Deutschen Arbeitsfront" organisiert sein. Dieser Maniniutvcrband des Herrn Ley hat natürlich lediglich eine Funktion: Bewährten Hakenkreuzkern Pöstchen zu sichern I Denn niemand denkt daran, diese sogenannte„Organisation" auch nur einmal einzusetzen, ivenn«S um Arbeiterinteressen gehtl Die gibt es ja nicht mehri Der Prolet darf nicht fordern, nicht streiken, keine Beschwerden führen und nicht protestieren! Er uiuß schtveigen, aber er darf zahlen, mutz viel zahlen, damit die Herren des Dritten Reiches gut leben können. Bekommen kann er au» dieser Organisation nichts! Dafür gibt es allein in der„Arbeitsfront" 467.099„Bonzen", die den schlagenden Beweis liefern, daß Hitlerdeutschland keine Versorgungsanstalt für hunderttausende Ober- und Unjerfiihrer ist... Europa— währungspolitisch Diese den Berichten der Nationalbank entnommene Karte zeigt die Zerrissenheit Europas mich auf dem währungspolitischen Gebiet, und sie ist doch noch recht wohlwollend. Denn wenn man die unzähligen Arten von Devisen» und Handelskontingentvorschriften darstellen ivollte, die in den letzten Jahren den Wirtschaftsbeziehungen das Gepräge geben, ergäbe sich ein noch iveit tristeres Bild. VSnder mit Goldwährung Clerlina'Dlock Länder mit Goldparität u. gebundener Devlsenbewtrt- schoftuna Länder mit ae« bundener Levi« senbewirtstbafo tun«(vielfach mit berschte- denen Arten von Valuta« Prämien) sagt er, und wahllos greife Ich eines aus dem Stoß, auf den er hinweist..'Und dann versank die fonnendurchflutete Straße mit ihrer südlich hastenden Menge, und es entstand die Vision des regnerisch-trüben kampsumschlossenen Petrograd» des Jahres 1019. Mit Tanks und Artillerie^ die ihm das Ausland geliefert hatte, öffnete General Judenitsch eine Bresche in der roten Verteidigungslinie um Petrograd, das eben erst feine besten Soldaten und das beste Material an die von Denikin bedrohte Moskauer Front gesandt hatte. Am 10. Oktober begann Judenitsch' Vorstoß. Am 16. Oktober war er schon im Weichbild Petrograds. Im Innern der Stadt zog sich eine gegenrevolutionäre Verschwörung zusammen. Die Rote Armee war durch und durch von weißen Spionen zersetzt. Alle Versuche der Milizen, zu einem Gegenangriff vorzustoßen, scheiterten.. Sie waren entmutigt, demoralisiert und fast in Auflösung. Schon hatten die ausländifchen Radiostationen den Fall der Stadt gemeldet. Am 16. Oktober beschloß das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, Petrograd unter alle» Umständen zu halten. Lenin selbst wandte sich air die Arbeiter und Soldaten der Stadt:„Der Feind ist stark, weil er schnell und beweglich ist, Offiziere hat und eine, ausgebildete Technik, gut organisierten Waffen- und Verpflegungsnachschub. .Aber svir. sind weit stärker al» er... Kameraden:, Kämpft bis zum letzten Blutstropfen. Widersteht auf jedem Fußbreit Erde. Seid stark bis zum Schluß! Der Sieg ist nicht weit. Der Sieg ist unser." Befestigungsanlagen wuchsen aus dem Boden. Die Kaders der Roten Armee erhielten Massen« zustroM aus allen Arbeiterbezitken. Die Barrikaden an den Toren der Stadt wurden zu un« überstcigbaren Mauern. Und auch das weite Land geriet in Aufruhr: es sandte eine Sturmtrupp« nach der andern an die Flanke der weißen Truppen. Am 21. Oktober erging der Befehl zur Gegenoffensive. Aber Judenitsch tvehrte sich verzweifelt, und mehr als einmal brach sie an feinen Attacken zusammen. Erst am 3. November konnten die Vororte befreit werden, und dann noch dauerte eS eine, gute Weile, ehe der entscheidende Stoß gegen die Flanke sich führen ließ. Judenitsch floh nach Estland, wo die wenigen Truppen, die ihm noch geblieben waren, entwaffnet wurden- Die Rote Armee aber wandte sich gegen Denikin, befreite Moskau und erlöste das Reich von der blutigen Drohung der Prätorianer. „Ola Entscheidungsstunde ist gekommen" Die spanischen Prätorianer sind Schritt für Schritt vor die Hauptstadt gekommen. Alle Versuche einer Gegenoffensive scheiterten. Ausländische Radiostationen geben Madrid bereits auf» Der Feind ist stärk und er setzt alles, alle» daran, nm jeden Preis in di« Hauptstadt einzudringen. Seine besten Kräfte, seine besten Waffen, hat er vor ihr konzentriert. Auf Frauen und Kinder läßt er sein« Flugzeuge schießen, die Panik zu säen. Gegen die katalanische Küste schickt er Piratenkreuzer au», um Barcelona zu hindern, Verstärkungen nach Madrid zu senden. . Die Frage, wer herrschen wird in Spanien, steht, vor der Lösung. Das einige, entschlossene Volk, das sein« ganzen Kräfte zusammengenommen bat» kreuzt die Massen mit den Prätorianergarden der Barbarei. Das Licht ist gegen die Finsternis angetreten, das Lüben gegen den Tod. Die Sonntagsruhe Die Verwirklichung der einheitlichen Regelung der Sonntagsruhe hat einen weiteren Schritt nach vorwärts gemacht. Die Gremien in Mähren und in Südböhmen sind bereits säst ausnahmslos für eine solche Regelung. In Mittelböhmen erobert sich der Gedanke einheitlicher Regelung der Sonntagsruhe immer mehr auch die Kreise der Ladeninhaber. Die Inhaber von Geschäftsläden in der Provinz sind übrigens immer mehr gegen die Wiedereinführung des„Silbernen Sonntags". In diesem Sinne äußerte sich auch die jüngst in Troppau abgehaltene Konferenz von Gremien und Gchilfenausschüffen. Man befürchtet besonder» in der näheren und weiteren Umgebung Prags, daß an einem crneuerten„Silbernen Sonntag" die Käufer aus den ländlichen Orten nach der Hauptstadt und' nach anderen großen Städten strömen werd«». Es besteht aber überall der Wunsch, daß das in den einzelnen Bezirken verdiente Geld auch in diesen Gebieten bleibe. Erfolg der Geschäftsreisenden. Bekanntlich sind Geschäftsreisende und Vertreter, die pcn- fionSversichert sind oder deren jährliches Roheinkommen 49.960 KC nicht übersteigt, von der Erwerbsteuer befreit. Nunmehr wird prakiifch auch unter die ganzen Evwerbsteuerrückstände von Geschäftsreisenden und Vertretern ein Strich gemacht. Dex Finanzminister hat den wiederholten Beschwerden der Union der Geschäftsreisenden Rechnung getragen und am 29, Oktober verfiigt, daß alle au» der Zeit bi» einschließlich 1988 stam menden Erlverbsteuerrückstände von Geschäftsreisende», VcrfichcrungSakquijiteuren und Vertretern in das gemäß dcni Erlaß des Finanzministcrs vom 14. Feber 1986 bestehende Bereinigungsverfahren einzubeziehcn sind. Die einzelnen Verfahren sollen mit Wohlwollen durchgcführt werden. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Witkowitzer Möhrenkieferungen für Palä- stina. Gegenwärtig wird über eine Lieferung von Eisenrohren für fast 19 Millionen anS Witkowitz für Palästina verhandelt. Auch über die Lieferung pon Zucker, Papier, Jute und Glas wird verhandelt. Gute Beschöftlgnng der Korbwareuindustrie. Infolge großer Amerika-Bestellungen ist die Mor- kowitzer Korbwarenindustrie voll beschäftigt. Einschränkung der Tabakanbaufläche. Die heurige Tnbakanbanfläche in Äarpathorußland beträgt 9509 Hektar, d. i. nm 159 Hektar weniger als im Vorjahre. Die Tabakproduktion Kär- pathornßlands genügt, um den gesamten Bedarf der Tabakregie an billigen Tabaken zu decken. Mangel an Rundholz. Die staatliche Säge in Altstadt bei Friedel wird den Betrieb am 1. Dezember völlig aufnehmen. Die Säge ist zwar mit Bestellungen gut versehen, doch besteht einpfindlicher Mangel an Rohmaterial, der erst bei Eintritt von Schnee in Karpathorußland behoben werden kann, weil bis dahin der Transport von frischem Rundholz unmöglich ist. Um di« Münchengrätzrr Schuhfabrik. Die Stadt Münchengrätz führt mit der mährischen Schuhfabrik„Standard" Verhandlungen wegen .der Uebernahme der Münchengrätzer Schuhfabrik. Bei einem erfolgreichen Verlau'f der Verhandlungen würde die„Standard"- die Erzeugung in der Münchengrätzer Fabrik bald aufnehmen.■ Die tschechoslowakische Fournieraußfuhr, deren Hauptabsatzgebiet England ist, stieg im ersten Halbjahr von 130 Tonnen im Werte von 959.000 auf 187 Sonnen und 1.1 Millionen K£. Wesentlich kräftiger stieg jedoch im gleichen Zeitabschnitte die Einfuhr von Fournier«». Die heurigen Ergebnisse liegen mit 87 Tonnen und 1.8 MilloNen KL auf doppelter Höhe wie die Bor- jahrSziffern(40 Tdnnen— 986.000 KL). Seite 6 „Sozialdemokrat DimStag, 10. November 101)8. Nr. 2K1 DFC 8porL-8pLet XoGerpsiege llus. äer lartei IümsL und Wissen KeneKtssaak tute ocfcdcfckn Ltercckir I Bäh. Karli« um ihr, hinter ihrem Rücken weggescheiikte» Eigen» tnm zurückzufordern. ' Die Verhandlung wurde vertagt. Dar Obervormundschafi-gericht hat bis zur Austragung der Strittes dar Kind der Obhut der Mutter anvertraut und den klägerischcn Vater verpflichtet, monatlich 140 KL Alimente au zahlen. bekannt, da« seine erste Ehe deshalb geschieden wurde, weil er seine Fran mehrfach schwer bedroht hatte. Nach seiner Ehescheidung begann er ein Verhältnis mit einer gewissen Anna Rai», mit der er drei Monate zusammenlebte. Dann hielt er die Gefährtin mit ihm nicht mehr ans und ging davon. Run setzte sich Slalielh in den Kopf, da» Zn» 'Malzzucker, reiner Rösi« Malz-Zucker ist der teösiliche Inhalt Jedes Körnchens Versöhnung mit Revolver Prag,(rb.) Der 84jährige Anton Skalier h war einmal Gendarmerielvachtmeister. Heute ist er in Pension, darf sich aber nicht mit seiner früheren Diem'tcharge betiteln, sondern nur mit der Bezeichnung„Gendarmeriepensionist". Seine vor- Richtigstellung. Genosse Wiener teilt uns aufzutreten hatie^ Jhre^AiiSsagen lauten restlos mit: ,Meine Ausführungen in der Generalver« fannnltmg der Freien Vereinigung sozialistischer Akademiker wurden sinnwidrig wiedergegeben. Ich habe nicht behauptet, das; der Faschismus. leine Ideologie sei, da er der wissenschaftlichen Kon trolle nicht standhält. Vielmehr habe ich gesagt, Bezirksorganisation Prag. Dienstag, den 10. November, abends 8 Uhr, Sitzung der Bezirk-Vertretung im Parteiheim, Prag II., Smeökh. kkwte Bereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag, den 10. November, 20 Uhr, im sozialdemokratischen Partelheim, Smeökh 22, Vortrag Les Genoffen K. W. D e u t s ch über die Sowjetunion. Die Teplltzer spielten unverdrossen und verteidigten sehr gut. ohne aber Ileberragende» zu zeigen.— DSB Saaz schlug daheim die SPortbrüder S ch re ck en st e i n' 7:0(4:0).— In Karlsbad gewann der KFK sehr leicht über den DFK Komotan mit 8:1(4:0).— DSKGablonz verlor in Teplitz gegen den TFK 0:4(0:1) und BSK Äablonz besiegte daheim die SpBg Bodenbach 4:2(2:2).— Eine ausgiebige Niederlage holte sich der R e i ch e n b e r g e r F K in Warnsdorf mit 8:1(4:1) vom WFK.— In der mährischen Gruppe schlug der S K M.- S ch ä u b e r g In 2 g l a u den dortigen 4:0(2:0). Merkwürdige Indizien In einem Scheidungsprozeß Prag,-rb- Beim 8 ivilkreiS gericht wurde über eine Ehescheidungsklage verhandelt, die "ein Monteur gegen seine Gattin angestrengt hatte und in welcher er sich u. a. darauf"berief, daß sie Ihn„wahrscheinlich" mit einem Herrn Brabee betrogen habe. Jeddnfall» habe sie mindestens einmal eine Nacht In der Wohnung des Herrn verbracht, was ihre zehnjährige Tochter bezeugen könne. Ferner führte der Kläger an. dast feine Frau bei solchen. Gelegenheiten verschiedene Kleidungsstücke bei ihrem Liebhaber vergessen habe, die nachweisbar noch in dessen Besitz seien. Die Gattin bestritt nachdrücklichst die klägeri» schcn Behauptungen und erklärte, im Gegenteil, sie habe ihren Mann in seiner jahrelangen Krankheit aufopfernd gepflegt und den ganzen Haushalt bestreiten müffen, da ihr Gatte auch nach seiner Gene- fung kein Geld für diesen hergab und allerlei Ver- htzltniffe unterhielt. Auch sie berief sich auf die Zen- genschaft ihrer kleinen Tochter, die, was da» Hätz- lichste an dieser Sache ist, al» Kronzeugin in den höchst intimen Auseinandersetzungen ihrer Eltern Moral und Liebe. Dieser Film stammt au» der Zeit vor Hitler. Man kann ihm nicht nächrühmen, daff da» Drehbuch einfallsreich wäre. Die Frau, die sich für den arbeitslosen Mann und das Rind ausopfert, deren schmerzvollen Abweg der Mann nicht überwinden kann und der Kampf der Frau um ihr Kind— da» ist ost verfilmt worden und es ist hier unter der Regie Georg Jacobys nicht sonderlich eigenartig gemacht worden. Aber man steht in dem Film alte Bekannte wieder und e» ist ein erfreu liche» Wiedersehen. Man fühlt, daff man sie ver- Mifft hat. Oskar Homolka spielt den arbeitslosen K.ö~ Ingenieur, eine starke soziale Studie, die an die be-1 8egen Ostrauer Slavia 8.2. ften Leistungen diese» Schauspieler» de» einstigen.'■ Ä------ Berliner Reinhardt-Ensemble» erinnert. In der ser^gegen SK^Smichov^2:2(1:0)^.— Bili^n: weiblichen Hauptrolle Grete Mosheim, von fast reiz loser Einfachheit im Aeusserm, aber voll wärmster Fraulichkeit, in ihrer Lebensangst von eindringlichster Wirkung. Die beiden Hauptdarsteller verhelfen der abgeleierten Geschichte zn-wirklichem Leben. An schlechten Sujets fehlt e» auch jetzt nicht im deutschen Film. Woran e» fehlt, da» gerade unterscheidet bei allen seinen Schwächen diesen Film vorteilhaft vom Durchschnitt der heutigen. jl ten durchführten. Polizei und der politische Bezirks« Drechens der sch w Verwalter intervenierten ebenfalls. Verletzt wurde letznng, de» Verl —<*—*- iMvsilttMi» Mttn n»r 11__ Waffen patente» angeklagt. Der Sträfftitat der GR Dr. Reureiter verstrttiltd dd« Angeklagten zu fünf Monaten Kerker unbedingt, lehnte dessen Ansuchen um Strafaufschub ab und verfügte den sofortigen Sttafanttitt, «reiner/ Alibi durch Selbstbezichtigung (Bezirksgericht.) . Prag,-rb- Der ehemalige Branntweinbrenner Franz M i s l i k ist ein alter, vielfach rückfälliger Dieb. Das letztemal bekam er beim Kreisgtricht zehn MonaieKerker wegen Diebstahl» werwoller Tauben im Prager Aussenbezirk C h o» d o v. Au» der Strafhaft liess er sich dem Untersuchungsrichter vorführen und erklärte, er habe sich dieses Delikte» schon deshalb nicht schuldig machen können, weil er am selben Tag und zur gleichen Spinde in Straschnitz einen ganz kleinen Diebstahl begangen habe, indem er aus einem Hof einen zum Trocknen aufgestellten Wäschebottich fortgetragen habe. Er. erstatte hiemit die Selbstanzeige, um durch den Nachweis dieser kleinen Dieberei ein Alibi für jene schwerere Straftat zu erbringen. Vor dem BezirkSrichter Dr. U d r ii a l suchte er denn auch auf teniperamentvolle Art seine Schuld zu beweisen. Da aber seine Argumente nicht zu dem angestrebten Schuldspruch ausreichten, wurde die Verhandlung zur Ladung dec Zeugen vertag t. Werke klaffischer Meister für Violine, Gesang und Klavier.« Lumpaei-Bagabundu» al» Arbeitorvorstellung am Sonntag, den 22. November, um halb 8 Uhr. Karten täglich von. 8 bi» 2 und 4 bi» 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Dienstag halb 8 Uhr: Bort» Godunow, A 2.— Mittwoch halb 8: Fröhlich dreh e.n w i r iin» im.Kr e t s e, B1.— Donnerstag,%8: Schneider im S ch l o ff, C 1.— Freitag 7 Uhr: D i e Z a u b e r f l ö t e, D.— Sam»tag halb 8: F r ö h l i ch drehen wir uns im Kreise, A 2.— Sonntag 8 Uhr: Die Hofloge, halb 8:Die lustigen Weiber von Windsor. C 2, neuinszeniert. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Dienstag 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8: Gefallene E nge l, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8 Uhr: G e- fallene Engel.— Freitag 8: Salzburg ausverkauft, volkstümliche Vorstellung.— Samstag 8: Gefallene Engel.— Sonntag 8: DasHerz, 8: Schneider im Schloff. Deutsche Bolksstnggemeinde Prag. Dienstag, um 7 Uhr abends Probe für F r a u e n, und um halb 81 Uhr abend» Probe für Männer.' Erscheinen aller erwünscht l Die Atu»- Nikolofeier, welche am Samstag, den 6. Dezember, um 8 Uhr abends irn. Bühnensaal der Ura nia, Prag II., Klimentskä, stattfindet, wird jedem etwa» bringen. Die PRAG Karten werden bereit» anSgegebm, kauft diese im Vorverkauf. Die zweite Arbeitervorftellung in dieser Spielzeit brachte am Sonntag im Neuen Deutschen Theater die„R e i t e r p a t r o u r l I e" von Frqn» tiöek Langer, da» sibirische LegionärS-Stück, dessen menschlicher, geschichtzdramattscher und dichterischer Wert auch auf unser Arbeiterpublikum tiefen EIn- I druck machte. Dass der Besuch nicht ganz, so stark war, wie man es gewünscht hätte, mag darauf zu» rückzuführen sein, daff durch die zahlreichen tschechischen Aufführungen und die Verfilmung da» Drama vielen schon bekannt gewesen ist. Da» Darsteller- Ensemble wirkte in der Zusammensetzung der Premiere und wies in Volker, Klippel und Volk die drei Gestalten auf, die den Erfolg entschieden, der nach jedem Aktschluss in nachhaltigem Beifall zum Ausdruck kam.—ei»—. Ehe auf Kredit ist ein tschechischer. Film, der leider nicht auf der Linie liegt, die mit der wertvollen Verfilmung der„Reiterpatrouille" borge- zeichnet wurde, und nicht einmal auf dem noch annehmbaren Niveau des„Gässchen im Paradies". ES ist statt deffen wieder ein primitive», einfallslose» Prodickt, misilmtsch von Grund au», und" wenn sich zu seinen Gunsten. anführen lässt, dass Wr nicht alberne Operetten-Scherze,-sondern reale AlltagS- schicksale behandelt werden sollten, so muss nian doch feststellen, dass dieser Klein-Leute-Roman von dem Studenten, den eine Fra» ernährt, die ihn heiraten ivill, den aber die junge Schwester dieser Frau für sich einnimmt, hie Liebe so backfischmässig und die Ehe so unproblematisch fleht, daff er jeden tieferen Sinn verliert. Die Regie Oldkich K m i n« k» ist hilflos, und die Darsteller, unter denen der sympathische S m o l i k, die muntere Vera F e rbas o b ä und die strebsame Zita Kabätovä sind, bleiben ziemlich eindruckslos. Man muh. der Hoffnung Ausdruck geben, dass die tschechischen Filmhersteller die Anteilnahme de» Staate» am heimischen Film, die sich in erhöhten. Subventionen- und Staatspreisen ausdrückt, durch erhöhten Ehrgeiz beantworten werden, von dem in diesem Film nicht» zu spüren ist. —eis» Rafael»„Madonna mit dem Kinde" ist vom Sonntag, d?n 8. November bi» Sonntag, den 22. November im Myslbek-Pavillon In Prag, Pklkopp, anlässlich der Mitglieder- Ausstellung de» Vereine» au»gestellt. Der Eintritt-Preis bleibt unverändert liö 8.—. Die Ausstellung ist täglich tzon 0 bis 18' Uhr ununterbrochen geöffnet. Dentsche Musik-Akademie. Oeffentlicher Abend Montag, den 16. Novenwer, 20 Uhr, LhzeM< I günstig flir die Mutter. Wa» aber die al» corpora ' delicti in» Treffen geführten Rleldungrstücke der Geklagten betrifft, die sie angeblich bei Ihrem Geliebten vergessen hatte, so erklärte di« Frau die Sache gaiiz ander». Jener Herr Brabec ist nämlich gleichfalls verheiratet'und eben mit der Frau ihre» angeblichen Liebhabers habe der Kläger ein Sie« slellung zu übergeben.„ wegen eine» Delikte», und zwar der üebertre- Messerstecherei. In einer Noibaracke in Zilkov tungdes Diebstahl». Ferner ist von ihm kam es in der Nacht auf gestern zu einem Streit"“ zwischen dem 80jährigen arbeitslosen Dominik Prücha au» Zizkov und dem arbeits- und wohniingSlosen Emil Pochhla, in dessen Verlauf Pochyle den Prücha mit eineni Taschenmesser ins rechte Handgelenk stach und ihm die Pulsader' aufschmtt. Er ergriff die Flucht; Prücha wurde stark blutend und in bewusst« f, w_„....„„„„ losem Zustand von der RettungSgescllschaft auf di, sannnenleben mit seiner geschiedenen Fr-m wieder zllinil Jiräsek gebracht. Nach dem Tater wird ge- anfznnehmen und ging mit gewohnter„Energie" zu forscht.'■"*1-,”7“".. 28 Diebstähle konnten zwei gestern verhafteten Lufjnä lebte, auf und förderte sie auf, mit ihm einen arbeitrlosen Schneidergehjlsen, dem 20jährigen woh- nungSlosen Franz Pospiöil und dem 27jährigen Anton LIska au» Beleslavin, sowie dessen Geliebter M. T. nachgewiesen werden. Sie hatten zwar hauptsächlich Schneiderläden Besuche abgestaitet, jedoch auch in Gasthäusern. Autor, Automaten, Dachböden, Woh nungen und Fleischerläden Diebstähle verübt, die- wohl nicht alle aufgeklärt sind. Die meisten gestoh- j sich zufrieden entfernte. Seine nicht minder erschrök- lenen Gegenstände wurden aufgesunden und den' kene Schwiegermutter, die der Szene beigewöhnt Eigentümern zurückgestellt. Vier andere Personen hatte, rief er zu:„Untersteh' dich nicht, den Gmdar- wurden als Hehler verhaftet. i men etwa» zu sagen, sonst werde ich dirs einttänken." Mouereinflnrz am Obstmarkt. Gestern mittaa» Kaum war der Gelvalttäter verschwunden, eilten die um 2 Uhr stürzte aus unbekannter Ursache da» Ge. Frauen doch zur Gendarmerie, die ihren ehemaligen wölbe über dem Eingang des Hause» Rr. 6 auf dem Kollegen verhaftete und die Untersuchung wegen Obstmarkt ein. Da die Gefahr weiterer Einstürze Mordversuches einleitete. Da chm mdessen eine bestand, wurde eine Abteilung Feuerwehr an Ort und TStungsabslcht nicht nachzuweisen war. wurde der Stelle entsandt, die die notwendigen Stützungrarbei- Ex-Wachtmeister wegen de» nicht vollendeten B er- ten durchführten. Polizei und der politische Bezirk»« frechen» der schweren Körverver- verwalter intervenierten ebenfalls. Verletzt wurde letzung, de» Verbrechens derEr» niemand. r ff u n g und der U«,b« r t r^e t un g der Da» Au« au»,esihlagen. Der 80jährige Maschinenschlosser Anion Hoznourek au» Unier-Poischer- nitz wurde gestern in einem Sanitätswagen der böhmisch-mährischen Kolben-Danik-A.«G. in» Krankenhau» auf der Bulovka gebracht, da bei der Arbeit ein Hammer abgesprungen und ihm ein Auge ausgeschla- gen hatte. „Gut Holz“ in der Liga Die am Sonntag stattgefundenen Ligaspiele waren in ihrer Mehrzahl sehr stürmisch. Je weiter diese Konkurrenz fortschreitet, desto mehr nehmen flch einige Klub» die Freiheit/ das Gesetz de» Handeln» zu bestimmen und geben die Punkte nur unter Bedingungen ab. Welche allen guten Sitten Hohn sprechen. ES wird Wohl nun der Verband seine Strafmaschinerie in Gang bringen, doch ein Exempel zu statuieren, damit den RowdieS der Fußballplätze ein für allemal da» Handwerk gelegt werde, dazu dürfte es nicht"langen und das Höchste in dieser Sache wird eine Sperre sein, die durch ihre Umwandlungsmöglichkeit in eine Geldsttafe wiederum wertlos erscheint. Dass auf solche Art im bürgerlichen Sportbetrieb nie die sogenannte Ordnung und Ruhe eintreten wird, ist mehr als selbswerstäMich. Gegen Halb- oder wirkliche Amateure ist man, wie die jeweiligen Strafmeldungen beweisen, viel energischer al» gegen die Profi», die anscheinend im Verband eine Monopolstellung einnehmend Auf dem Prager Slaviaplahe gab e» eine Doppelveranstaltung, die krasse Beispiele des sittlichen und moralischen Verfalls der bürgerlichen Sportbewegung offenbarte. Die Begegnung S l a v i a— Zidenice fiel für die Brünner katastrophal aus, denn mit 7:1(2:1) verloren sie das Spiel. Die erste Halbzeit bot beiden Teamr gleichviel Chancen, doch war das der Slavia glücklicher. Nach der Pause fielen langsam die Brünner ihrem Tempo zum Opfer, so dass gegen Schluss die Slavia mühelos ihr hohes Torskore erzielen konnte. Dieses Match wurde mitunter recht ha« durchgeführt und e» kam sogar vor den Augen des Schiedsrichters zu einer Ohrfeigenszene. Aber die Krönung aller Unfairni» bildete da» nachfolgende Spiel Sparta gegen Viktoria 8 t z k» v. Dieser Kampf um die Punkte wurde zu einer wahren. Schlacht; erst den Mann, dann den Ball— ein Lehrbeispiel bürgerlicher Sporterziehung I AIS diese»„Spiel" beendet war, befanden flch zwei Spieler der Vorstädter lind ein Spartaner(Äräine l) schon hinter den Barrieren und von den Übrigen humpelten die meisten voni Platz. Sparta„gewann" 8:1(1:1). Mehr über diese»„Liga"-Match zu berichten, ist nicht notwendig— auch nicht darüber, w e r an dieser Schlacht die Hauptschuld ttägt... "In Pilsen siegte Viktoria über dm SK Die Spiele der tschechischen Divisionen. men-Mitte: Bohemian» gegen Cechle...... 8:1, Libeü gegen Union Zijkov 1:2, Sparta Koiiik gegen AFK Kokin 8:2. Meteor VIII gegen Alibunz- kan 1:4, Nuselsky SK gegen SK Nusle 8:8(1:2), Sparta Kladno gegen Slavoi VIII 2:2. Ravid gegen Viktoria Nusle 1:2.— Böhmen-Land: SK Pardubitz gegen Slavia Karlsbad 0:0, CSK B.-Budwei» gegen Explosta Semtin 4:1, Königinhof gegen Rakonitz 2:0, Kopisty gegen Petkin 8:0, Königgrätz gegen Hokovice 6:1, Jungbunzlauer SK gegen Polaban Nimbura 8:1.— Mähren- Schlesien: Baka Zlin gegen Polonia Äarwin 7:0, Slovan M.-Ostrau gegen Prerau 8:0, Moravia Brünn gegen Kral. Pole 1:2. Schles.-Ostrau gegen Huffowitz 1:0, Han. Slavia gegen Zabovkesky 2:0, I Olmütz gegen Osttauer Slavia 8:2. I. Sonstige Fiihbaliergebniffc. P r a g: Sportbrü- DFK gegen DSK Dux 18:1.— Aussig: DFK I gegen SK Rosenthal 4:0.— Nikolsburg: AFK gegen Sportbrüder Brünn 8:2,— Komorn: KFC gegen CSK Preßbnrg 1:4.— Budapest: Hungaria gegen FerencvaroS 8:0, Ujpest gegen So» rokfar 8:0, Szeged gegen Phöbu» 1:0.— Wien: Liberias gegen Sportklub 4:0, Postsport gegen Ha- koah 1:0.— Graz: Steiermark gegen Obecöster- reich 7:1.— Innsbruck: Obersteiermark gegen Tirol 2:0.— Basel: FC gegen Gradjanski Agram 8:2.— Zürich: Oesterreich gegen Schwiiz 8:1 (1:1), Europa-Pokal.— Luxemburg: Luxemburg gegen Schweiz B 8:1. Den Prager Baumgarten-Lanf gewann bei den Männern Huöek(Sokol Smichob), der die 8600« Meier-Strecke in 11:22.6 Min. zurücklegte; bei den Frauen(1800 Meter) blieb Grund(Prag) in | 6:86.2 Min. erfolgreich. dass der Faschismus eine Scheinideologie fei, die. be-verhältpi» unterhalten und ihr Kleider und alle Wörte in ihr Gegenteil verkehrt. Ich ver-1 Schuhe zum Geschenk gemacht, die er der Geklagten kenne nicht die Bedeutung irrationaler Elemente' ohne deren Vorwissen wegnahm. Wenn sie die Wohin der. Ideologie, aber gerade die Studenten als nnng jenes Brabec betreten habe, so nur deshalb, wissenschaftliche Arbeiter hätten die Berpflich-""*“**“ lr‘“ mnj—"•*“- tung, zur Aufdeckung des Widerspruche» zwischen faschistischer Mystifikation und der Realität bei zutragen. Gegen Schwindler! Das Bauamt der Hauptstadt Prag, Sektion 10, gibt belangt, dass heuer abermals eine ganze Reihe von Beschwerden über die Aschemänner einlangten, welche von den Parteien" NeujahrSgelder. zu: erlangen suchen. Da die obgenannte Behörde glaubt, dass die Einkassierung von Neujahrsgeldern durch fremde Personen aus Rechnung der Aeineindeangestellten erfolgt, wie dies lie- rcits polizeilich festgestellt wurde, wird die Bevöl kerung höflichst ersucht, jeden der durch ähnliche An- such-n belästigt wird, der Polizeiwache zur. Sicher- i-ettige Versetzung in den Ruhestand erfolgte nämlich slellung zu übergeben. MM•........—— Sprachkurse für Tschechen. Im OrbiS-Berkaa sind dieser Tage die ersten zwei Bände der Reihe. „Bräna jazhkü" erschienen. ES handelt sich um schmucke, in Leinen gebunden«, handliche Büchlein, durch die Tschechischsprechende auf leichtfassliche Arj in die serbokroatische und russische Sprache eingeführt ««.■E TLiJi.';. werden. Die ganze Ausgabe wird von dem iekann- Kladno mit 2.1(1.1) nach gleichwertigem Spiel.■ f en Sprachenlehrer Dr. Hugo Siebenschein veranstal- Eine Ueverraschung ist die Niederlage der! iet. deffen Tschechifchlehrgang für Deutsche zu..ddn Mor. Slavia auf eigenem Platze mit 1:8(0:1) ,besten Lehrmethoden zählt. In der Reihe„Bräna durch Rusj Uzhorvd. Die Brünner, welche in jaztzkü" werden in kurzer Zeit weitere Bändchen er- allen Belangen den Siegem unterlegen warm, ver- scheinen. Jedes Buch enthält soviel geschickt geordnetsuchten durch Roheiim das verlorene Terrain auf- Anleitungen, dass man sich nach dem Studium in der zuholen.• l betreffenden Sprache sicherlich ganz gut verständigen * SK Prossnitz festigte seine Positton durch kann. Jeder Band wird 20 Kl kosten.—n. einen 2:0(2:0)-Sieg über SK Nachod. Diel L:: Nachoder„verloren" einen Spieler durch Ausschluß, MiMMMMMMMMMMMaMMMa* während die Heimischen drei Verletzte anfzuweism... m...,■•~. Wten, von denen einer ohnmächtig zusammenbrach. DFV-Dlvlilon! der Arbeiterfürsorgr finden jede« S a mH- Der Prager DFC gewann auf eigenem Platz tag von 7.Uhr im Verein dentschrr Ärbel- gmm den Bf B T eplttz,mit 4:0(2;0). qbne. tu, Smekkagaffe Rr. 8«, fia^ jedoch zu überzeugen. Der schwächste Test war.der' Sturm, ttotzdem Kanhäuser mit von der Partie war. aaaaaaaaaaaaaaaa« Bezna» bedingung<. n: Bei Zustellung in» Hau» oder be,-Bezug durch die Poft monatlich Kt 16o—, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig flsö 86.—. gapzlährtg Ai 1Ü2.—.—-JnsetateitiMKMm!: Tarif billiast berechnet. Be, öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die ZeittingSfrankawr wurde von der Post- und Tele«: - graphendircktion.Mit Erlaß-Nr.-18:800/VIl/lSS0 bewilligt;— Druckerei:.MbiSt, Druck-, Verlag»«:-und 8eimng»-A.-G. Prag.: \ Werke. Er suchte seine Frau, die bei ihrer Mutter in Spaziergang zu machen, denn er habe ihr„etwas sehr Schöne» zu sagen". Seine Frau sagte ihm, sie habe gerade Wäsche und könne nicht abkommen. Darauf zog Skalickh einen. Revolver, zielte auf ihre Bnist und drückte ab. Die Waffe versagte aber. Zitternd erklärt« sich die Frau nun bereit, zu"ihm zurückzukehren, worauf er den Revolver einsteckte und