906 Nr. 140. Abonnements- Bedingungen: W Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungs Preisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder beren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: ,, Borialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Auch ein Stück deutscher Kolonialpolitik. Unsere Kolonialpolitik treibt immer schönere Blüten. Bei Gelegenheit der Etatsberatung für die Kolonialgebiete in der laufenden Session des Reichstags wurde von unseren Ver tretern der famose Vertrag zur Sprache gebracht, auf Grund dessen Dienstmädchen für Südwestafrika gesucht und verschickt worden. Diesem Eingreifen unserer Vertreter war es zu danken, daß der Reichstag die für diese Zwecke geforderte Position von 25 000 m. ablehnte. wurden. Sonntag, den 18. Juni 1899. # Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Bestimmungen in den§§ 3 und 5 sind einfach worden. Um infolge schlechter Kost den Hunger aus eigener Tasche standalös. Was die den Arbeitern zugesagte freie Unterkunft zu stillen, reicht unser Lohn nicht aus. Zum Beispiel kostet nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse" bedeutet, geht aus Pfund Butter 5 M., 1/2 Pfund Wurst 2 M. 50 Pf., dem Schreiben eines der engagierten Arbeiter hervor, das 1 Flasche Bier, 34 Liter, 1 M. 50 Pf. eine der untenfolgend abgedruckt ist. Die Vorenthaltung eines vollen 1 Gi 40 Bf., ein fleines Glas Schnaps, welches billigsten Cigarren 20 1, 1 Salzhering 40 f., Drittels des Arbeitsverdienstes, das erst nach Rückkehr des in Deutschland 5 Pf. toftet, toftet hier 0 Pf. Arbeiters nach Deutschland bezw. nach Ablauf seines Ver- Ginige Tage wir aus dem Proviantraum ves trages zur Auszahlung kommen soll, ist eine grobe Un- Hafen Bauamts Waren zu kaufen, dieses wurde aber gej etlichkeit, worüber die Gewerbe- Ordnung Auf- bald wieder eingestellt. Wir erhielten ferner eine Ausrüstung, schluß giebt. bestehend aus drei Anzügen. Wir alle glaubten, daß wenn Heute sind wir in der Lage, einen Arbeitsvertrag zu beröffentlichen, der zwischen der Kolonialverwaltung bez. ihrem Ordnung enthält die im§ 5 im Eingang erwähnte Beſtim- nehmen, wir bekämen alles geliefert. Doch sind nach 3 Monaten die Einen anderen groben Verstoß gegen die Reichs- Gewerbe- diese schlecht werden, die Sachen erneuert würden, denn es wurde uns beim Auswärtigen Amte gesagt, wir sollten keine Sachen mitVertreter in Deutsch- Südwest- Afrika und den Arbeitern abge- mung, wonach der Arbeitgeber einseitig den Vertrag nach Stiefel und auch schon Kleidungsstücke schlecht geworden und glaubten schlossen wurde, die nach Swakopmund zu den dort in der monatlicher Kündigung lösen kann. Die Gewerbe Ordnung wir, daß selbige seitens des Hafen- Bauamtes repariert würden, aber Ausführung begriffenen Wasser- und Landbauten engagiert schreibt für beide Teile gleiche Kündigungsfristen vor. auch da müssen wir die Erfahrung machen, daß der Herr Baumeister Ungeselich, weil im Widerspruch stehend mit der Reichs- spricht: das müßt Ihr selbst machen lassen; was soll man da mit Auch dieser Vertrag zeichnet sich dadurch aus, das es ein Gewerbe-Ordnung, sind ferner die Vorschriften über Straf- 50 Mart anfangen? In die neue Wohnung, die wir seit dem fogenannter Löwenvertrag ist, in dem alle Rechte auf feiten abzüge vom Lohn, an denen das Reich sich bereichert, da die- 17. Februar bewohnen, versprach der Herr Baumeister im höchsten der Kolonialverwaltung, alle Pflichten auf seiten der Arbeiter selben in die Reichskasse fließen. Und wie diese ungesetzlichen Fall 4-5 Mam auf eine Stube zu legen; doch sind wir 6-7 Mann sind. Er zeichnet sich weiter dadurch aus, daß alle in der Abmachungen in Swakopmund gehandhabt werden, geht eben auf einer 21 Quadratmeter großen Stube, worin die Betten deutschen Gewerbe- Ordnung zu Gunsten der Arbeiter vor falls aus dem unten abgedruckten Schreiben eines dortigen boch nicht zulässig ist. Außerdem find die Stuben von innen übereinander stehen müssen, was für die Trope it gesehenen Schutzbestimmungen mit souveräner Nicht- Arbeiters hervor. achtung behandelt worden, was um so schärfer zu ber an drei Seiten mit rohen Brettern vernagelt. Dagegen bewohnt Die sonstigen Bestimmungen im§5 sind im höchsten Grade aus der Herr Baumeister eine feine Villa, die Herren Beamten ein urteilen ist, als das uns vorliegende Exemplar des Vertrages legungsfähig und geben den Arbeiter gänzlich in die Hand feines Beamtenhaus und der Herr Hafenmeister hat für eine hier in Berlin mit der Kolonialverwaltung seines Arbeitgebers. 4 töpfige Familie eine 6 Zimmer große Wohnung inne. Im abgeschlossen wurde, also Reichsrecht für diesen Gegensatz dazu find wir wie Vieh untergebracht. Ferner Vertrag maßgebend ist. wäre die Pflicht unserer Vorgesetzten, sich in etwas gebildeteren Weise in und außer dem Dienst uns zu zeigen. außerdem gestattet sich unser Herr Baumeister, über geringe Vergehen Strafen von 5 bis 30 M. zu verhängen, die der Reichstafie zufallen. Man vergleiche einen Soldaten der Schuytruppe und einen Arbeiter. Der Soldat befommt 1000 W. voll ausgezahlt, freie Kleidung, anständige Wohnung und ein gutes kräftiges Essen, wir hingegen bekommen auch 1000 m., aber die Kleidung wird nicht erneuert und die Wohnung wäre eher für Schafe paffend, und dabei ist das Essen kaum zu genießen. So wird ein Arbeiter in der deutschen Kolonie behandelt, der schon feine Militärzeit längst zurückgelegt hat und sich etwas verdienen möchte. Man muß aber noch seine Gesundheit dazugeben, ohne sich etwas zu sparen. Ein Arbeiter wurde wegen Simulierens(?) entlassen; mun muß er für sein Essen bei der Schuztruppe arbeiten. Dieser famose Vertrag lautet: Vertrag Mannschaften. Daß ein solcher Vertrag mit ungefeßlichen Bestimmungen von einem Vertreter der Kolanialabteilung im Auswärtigen Amte genehmigt und unterzeichnet werden konnte, ist das stärkste in dieser Sache. Ein schönes Beispiel, das hier die für die zum Hafenbau in Swakopmund anzuwerbenden Reichsregierung den Privatunternehmern giebt. Wenn solch ungesegliche Verträge die Reichsregierung abschließt, wie Zwischen dem Regierungsbaumeister Ortloff, vorbehaltlich der mag es dann mit den Arbeitsverträgen der PrivatunterGenehmigung des Auswärtigen Amts( Kolonial- Abteilung) als Arbeitnehmer für die Kolonie aussehen? geber und dem als Arbeitnehmer Eine andere sehr anzugreifende Bestimmung des Verist heute folgende Vereinbarung geschlossen worden: trages ist die über den gezahlten Lohn. Eine Löhnung von § 1. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, mit dem am 25. Ot1000 m. per Jahr ist bei der enormen Teuerung im südwest tober d. J. von Hamburg abgehenden Dampfer der Wörmann- Linie afrikanischen Schutzgebiet eine schlechte Bezahlung, dafür sich nach Swakopmund zu begeben und am Tage seines Eintreffens bringt der unten folgende Brief ebenfalls Belege. Und daß dortfelbst gerechnet für die Dauer von drei Jahren diejenigen die allmähliche Erhöhung dieses Lohnes auf 1200 M. per Arbeiten auszuführen, welche ihm beim Hafenbau oder bei anderen Jahr ganz in das Belieben des Arbeitgebers gestellt ist, macht Unternehmungen übertragen werden. den Vertrag nicht annehmbarer. § 2. Der Arbeinehmer erhäl: 1. Freie Eisenbahnfahrt 3. Klasse von seinem Wohnorte nach Bebel aus Swakopmund über die dort herrschenden Zustände Wir lassen nunmehr den Brief folgen, den der Genosse Berlin und Hamburg. unter den Arbeitern erhielt: 2. Freie vollständige Ausrüstung; 3. Freie Ueberfahrt von Hamburg nach Swakopmund einschließlich freie Verpflegung ohne Getränke. An " es einer Folgen noch weitere Beschwerden gegen die Beamten, die wir aus preßgefeßlichen Gründen unterdrücken. In einer Nachschrift heißt es: Werter Herr Bebet! Es darf Ihnen nicht auffallen, wenn Sie zwei von uns Arbeitern an Sie gerichtete Schreiben erhalten. Wir haben eines der Schreiben am 3. März in Swakopmund einschreiben den Herrn Reichstags- Abgeordneten Bebel. lassen und erfuhren durch eine Person, daß der Herr Baumeister 4. Für jeden Reisetag von seiner Heimat nach Swakopmund Wir Arbeiter vom Hafenbau in Swakopmund erlauben uns von unserm an Sie gerichteten Schreiben bereits in Kenntnis gesetzt 1 Mark baar. höflichst, Ihnen folgendes über unsere drückenden Verhältnisse zu worden ist, deshalb befürchten wir, daß unser Schreiben vielleicht § 3. Der Arbeitnehmer erhält: während der Dauer seiner unterbreiten: Wir Arbeiter schlossen mit der Regierung den bei nicht in Ihre Hände gelangen könnte. Da nun gerade an demselben Arbeitszeit in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete- außer freier gefügten Kontratt ab. Am 24. Oftober 1898 traten wir unsere Reise Tage der Herr Baumeister einen Arbeiter Namens Otto Witt, Verpflegung, freier Unterkunft nach Maßgabe der örtlichen von Berlin nach Hamburg an Bord der Gertrud Wörmann" an, welcher aus gewissen Gründen zwei Tage nicht arbeitete, die EntVerhältnisse; freier ärztlichen Behandlung; freier Medizin in mit der wir am 26. früh in See gingen nach Deutsch- Südwest- Afrika. Taffung gab, und genannter Witt nach Kapstadt fährt, um dort sein nicht selbst verschuldeten Erkrankungsfällen, Auf der Reise an Bord der„ Gertrud" war unsere Behandlung schr Glück zu versuchen, so zogen wir es vor, durch diesen Witt ein zweites foivie, falls erforderlich, unentgeltliche Aufnahme ins Lazaret, eine mangelhaft. Nach Vereinbarung mit uns sollten wir alle 10 Tage an Sie gerichtetes Schreiben von Kapstadt aus zu senden, damit wir Löhnung nach dem Jahressage von 1000 m., bei zufriedenstellenden unsere Reisespesen ausgezahlt bekommen, doch wurde selbiges sehr unserer Sache gewiß sind. Auch teilen wir Ihnen mit, daß der Leistungen steigend bis 1200 M., zahlbar nach Ablauf eines jeden nachlässig innegehalten, aber wir ließen unsern Mut nicht sinken in Arbeiter Witt, welcher entlassen wurde, sämtliche Sachen abgeben Monats durch die Stationskasse in Swakopmund. Dieser Lohn wird der Hoffnung, in Südwest- Afrika unsere Wünsche und Ansprüche in mußte, so daß er in Unterhosen und entblößtem aber nur zu zwei Drittel bar ausbezahlt, während Erfüllung gehen zu sehen. Am 27. November langten wir nach Oberkörper vom Hafenbauamt entlassen wurde, das andere Drittel dem Arbeiter gut geschrieben 33 tägiger Fahrt hier in Swakopmund an, wir wurden ans Land auch, erhielt er seinen einbehaltenen Lohn wird und erst bei der Rückkehr in Deutschland be gesezt und vorläufig in ein von der Schuztruppe nichtbenutztes Ge- 1/3 monatlich nicht ausgezahlt. Einer von unseren Kollegen ziehungsweise nach Ablauf seines Vertrages zur bäude untergebracht, wozu wir, um wohnen zu können, die aller- schenkte ihm einen Anzug, damit er von hier fortmachen konnte. Auszahlung gelangt. Anötigsten Gegenstände geliefert bekamen. Dieselben bestanden nur Swakopmund, den 4. März 1899. § 4. Der Arbeitnehmer erhält: aus Bettstelle und Matraze. Tisch und Stuhl müssen wir bis jetzt nach dreijähriger Arbeitszeit im südwest- afrika- entbehren, ebenfalls die Bettwäsche, deshalb behielten wir Die beiden an Bebel abgesandten Schreiben, das eine nischen Schutzgebiete frei Nückreise bis nach seinem aber den Kopf noch oben. Auch mit dem Essen, das sehr schlecht aus Swakopmund, das andere aus Kapstadt, sind in die Heimatsorte unter den für die Hinreise gestellten Bedingungen, war, wurden wir getröstet, daß dasselbe besser werden sollte. Unsere Hände des Adressaten gelangt; ihr Inhalt ist ein nahezu desgleichen bei ärztlicherseits bescheinigter leidender Ge- Nahrungsmittel sind folgende: Erbsen, Bohnen, Linsen, Reis, gleichlautender. Wäre die Möglichkeit vorhanden gewesen, sundheit. Graupen, Eago und Maccaroni mit Buthaten von Speck, Büchsenfleisch bei der Beratung des Nachtragsetats die Sache im Reichs. § 5. Dem Arbeitgeber beziehungsweise bessen und Rindfleisch, jedoch bildet ersteres unfer Hauptnahrungsmittel. tag zur Sprache zu bringen- derselbe enthielt aber keinen Vertreter steht das Recht zu, diese Vereinbarung jederzeit Weiter bemerke ich, daß die angeführten Speisen von des Kochens Posten, der sich auf Südwestafrika bezog so wäre es ge nach einmonatlicher Kündigung zu lösen. gänzlich unkundigen Leuten zubereitet werden und meistens Verläßt der Arbeitnehmer vor Ablauf eines nicht zu genießen sind, so daß wir gezwungen werden, schehen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mittlerweile Jahres gegen den Willen des Arbeitgebers die unsern Hunger mit einem Stüd Brot und Schmalz, lezteres von hat das Kolonialamt Zeit, die Bestimmungen der deutschen GeArbeit, so ist der Arbeitgeber berechtigt, von sehr zweifelhafter Güte, zu stillen... Die Herren Vorgesetzten werbe- Ordnung zu studieren und sich klar zu werden, wie Arbeitsdem gutgeschriebenen Teile des Lohnes die speisen uns, wenn wir eine Beschwerde über Essen oder sonstige Vor- Verträge abgeschlossen werden müssen. Vielleicht zieht es auch für die Hinreise, des Betreffenden verausfommnisse haben, immer mit den Worten ab: es wird schon besser aus den obigen Angaben die Lehre, daß die Bezahlung der Iagte Summe einzubehalten, die alsdann werden; wir machen aber im Gegenteil die Erfahrung, daß es immer Arbeiter eine schlechte und ihre Wohnweise eine unwürdige der Reichstasse zufällt. Bei ungebührlichem Be- schlechter wird. Infolge dessen ist es nicht zu verwundern, daß ist, doppelt unwürdig, wenn man bedenkt, daß in jener nehmen, Ungehorsam und Trunkenheit können vom Arbeitgeber schon einige von unsern Kollegen bei Nacht und Geldstrafen verhängt werden, deren Betrag vom bar auszuzahlenden Rebel verschwunden sind. Im Durchschnitt fühlen sich Gegend fein Baum, kein Strauch zu sehen und die Landschaft Lohne einbehalten wird und der Reichskasse zufällt. Andauernde sämtliche Arbeiter schlaff und, infolge der schlechten Kost, matt. wir nichts als eine öde Sandfläche ist, ein trostloses Einerlei, so Trägheit oder Verbrechen, welche nach den Gejezzen mit Gefängnis wünschen eine träftige Unterstützung von seiten unserer Mit- daß der Aufenthalt mehr einem Gefängnis als einem Wohnoder Zuchthaus bestraft werden, haben sofortige Entlassung menschen in Deutschland. Dieses hier angeführte Schreiben würde plag für freie Menschen ähnelt. zur Folge; in diesem Falle verfällt der einbehaltene etwas anders aussehen, wenn sich unser Herr Baumeister mehr Es ist eine gesegnete Kolonie, die das Deutsche Reich Zeil des verdienten 2ohnes der Reichstasse. um uns Arbeiter timmern wollte, doch läßt sich derselbe von seinen dort besigt, wir haben wohl nicht nötig, den deutschen ArAls Vertreter des Arbeitgebers gilt der Regierungsbereifter Unterbeamten zu viel beeinflussen. Auch möchten wir einen Vergleich beitern zuzurufen: Ortloff. zwischen den Vorarbeitern und den Arbeitern anstellen. Der Vor3uzug ist fernzuhalten! Politische Neberlicht. Berlin, den 17. Juni. Reinen Tisch! § 6. Der Arbeitnehmer hat sich bebufs Empfanges feiner sarbeiter bekommt jährlich) 3600 m. bar ausgezahlt, der Arbeiter darüftung am 24. Oktober d. J., vormittags 9 Uhr, um faswartijen gegen erhält 1000 W., vo von ihm noch ein Drittel ein Amte, Wilhelmstr. 76 in Berlin, zu melden. behalten wird. Ein Gehalt, wie es die Vorarbeiter beziehen, Falls er dies nicht thut, oder falls er die eisung n, die er wäre den afrikanischen Bethält: iffen gemäß für den Arbeiter gerechthierbei bezüglich seines Verhaltens in Berlin, seer Beförderung nach fertigt, zumal der Gehaltsunterschied in Deutschland zwischen VorHamburg und seiner Einschiffung dortselbst, erhalten wird, nicht bearbeitern und Arbeitern ein geringer ist. Außerdem befindet sich folgt, so geht er aller Rechte aus dieser Vereinbarung verlustig und unter den Borarbeitern ein junger Mann im Alter von 18 Jahren, der bleibt zugleich zum Erfaze aller Aufwendungen, die der Arbeitgeber als Vorarbeiter nicht angesehen werden kann, nicht etwa, daß er Am Montag erscheint im Reichstag das Zuchthaus Gespenst. etiva für ihn bereits gemacht haben wird, verpflichtet. eine hohe Schule besucht und bessere Kenntnisse hätte. Im Die Regierung wird die Unterdrückten als Ausüber unerträglicher Berlin, den 14. Oftober 1898. Gegenteil, es könnten ihn von den Arbeitern viele in feinen Schreckensherrschaft" brandmarken und im Namen der Freiheit wird Leistungen weit übertreffen. Aber es ist der Sohn des Herrn Hafen- fie für die Auslöschung des Koalitionsrechts plaidieren. meisters. Dieser junge Mann ist über alte Soldaten und erfahrene Leute gestellt. Feiner ist noch ein Sohn des Hafenmeisters im Alter Bor furzem wehte ein Hauch socialpolitischer Schaffensluft durch von 15 Jahren hier und dieser erhält ebenfalls 1000 M. Vom Aus- den Reichstag; die Führer bürgerlicher Parteien forderten, die wärtigen Amt ist uns auch durchaus nichts von den afrikanischen sociale Reform solle nicht völlig aufgegeben bleiben. Jetzt bietet die Verhältnissen( Lebensmittelpreise, Vegetation 2c.) bekannt gemacht Regierung ein Gesetz dar, geboren aus dem Geist der Unkultur, Für das Auswärtige Amt( Kolonial- Abteilung) als Arbeitgeber Der Arbeitnehmer Ortloff Name Genehmigt Berlin, den 13. Oktober 1898. Auswärtiges Amt, Stolonial- Abteilung. Jim Auftrage: Hellwig. Jeeignet, fede sociale Entwicklungsmöglichkeit zu nichte zu machen. Bor kurzem noch der Oberherr des Scharfmachertums verschüttet in Schimpf und Lächerlichkeit; jest Freiherr von Stumm Triumphator. Seiner Einflüsterungen Produkt ist die Zuchthausvorlage. -neben Durch diese Aeußerung fühlten sich die Richter des friti- werden, hat schon oft Stopfschütteln erregt. Ohne Zweifel fierten Gerichtshofes beleidigt und der sächsische Justiz giebt es Erklärungsgründe dafür und vor allem muß zuin in i ster stellte Strafantrag. Uns nahm diese Anklage ein gegeben werden, daß sehr viele der Petitionen von Dingen wenig wunder, denn ivir hatten vom sächsischen Oberland- handeln, die im gewöhnlichen Instanzenweg bereits In des Deutschen Reiches Herrlichkeit erlebten wir fanm je ein gericht etwas behauptet, worüber dieses Gericht, wie wir entschieden sind, und denen gegenüber der Reichstag Jahr, in dem nicht das Unternehmen versucht wurde, durch Polizei- glaubten, stolze Befriedigung empfinden müßte. Wir hatten ganz ohnmächtig ist. Allein es sollte doch auf die zwangs- und drakonische Strafgesetze die friedliche und freiheitliche von ihm gesagt, was den Herrschenden in Sachsen oft als Petitionen etwas mehr Zeit als jezt verwandt werden. Entfaltung der Volfskräfte zu hindern. Kaum war der Frevel des Ideal eines guten Staatsbürgers und eines pflicht- Namentlich auch in der Petitionskommission, dann würde es Ausnahmegesezes niedergezwungen, da kam das Umsturzgesetz, dann treuen Richters verkündet worden ist. Die dort Mächtigen nicht vorkommen, daß, wie es gestern in zwei Fällen geschah, die lex Recke, dazu in den Einzelstaaten allerlei Einschnürungen des bezeugen alltäglich heißes Sehnen nach einem neuen Petitionen in die Kommission zurückverwiesen, oder, entgegen Vereins- und Versammlungsrechts. Und jetzt das Zuchthausgefez. Jahr Ausnahmegesetz gegen die Socialdemokratie und in den dem Beschluß der Kommission, der Regierung zur Berückaus Jahr ein wird die Voltsvertretung genötigt, kostbarste Beit an die Organen der sächsischen Regierung, der„ Leipziger Beitung" fichtigung empfohlen werden müssen. Auf eine der Petitionen Beseitigung dieser Ausgeburten reaktionärster Volksfeindlichkeit zu und dem„ Dresdener Journal" wurde mit unermüdlicher Aus- ausgehend von der Zunft oder Innung der Baugewerksfeten. Statt daß wir schaffensfroh fortschreiten in den Werken der dauer die Aufforderung an die Gerichte wiederholt, sie mögen, meister die für die Bestrafung für Verunglückungen infolge focialen Emanzipation, werden wir von einer mißberatenen und so lange es noch kein solches Ausnahmegesetz gebe, durch be- von Fahrlässigkeit bei Bauten Festungsstrafe einsichtslosen Regierung immer von neuem abgedrängt vom rechten sondere Auslegung und besonders scharfe Anwendung der der Gefängnisstrafe fordert, warf das Zuchthaus Gesetz schon Wege und bleiben steden im Morast socialpolitischer Fäulnis. bestehenden Gesetze die Bestrebungen der Socialdemokratie seinen Schatten. Auf unseren Antrag wurde Uebergang zur Was wird der Reichstag mit diesem neuesten Erzeugnis einer hindern. Tagesordnung beschlossen, während die Kommission sich für Heillosen Regierungsunfähigkeit beginnen? Die Mittelparteien, Dennoch ist es den Richtern des Dresdener Ober- Ueberweisung als Material" entschieden hatte. Centrum und die Mehrheit der Nationalliberalen be- Landgerichts peinlich geworden, daß wir diese Spruchpraris Centrum und die Mehrheit der ma Zu einer eigentlichen Debatte führte nur der erste Punkt absichtigen, so verlautet, eine Kommissionsberatung ab- beim rechten Namen nannten, daß wir sagten, was ist. der Tagesordnung: das englische Handelsabkommen, das in zulehnen. Das würde aber immerhin eine Fortführung der Das Landgericht hat keine Beleidigung in unserem Artikel zweiter Lesung beraten ward; die Herren Agrarier Zuchthaus- Aktion der Regierung bis in den nächsten Herbst und gefunden und unseren verantwortlichen Redacteur frei fonnten ihre Natur nicht verleugnen. Durch einen Antrag, den Winter hinein ermöglichen. Offenbar ist es auch der Plan gesprochen trotz eifriger Gegenbemühungen des Staats- der allfeits geachtete Führer der konservativen Reichstagsfraktion, dieser Parteien, zwar die Vorlage in ihrer jetzigen Gestalt anwalts, der den Vorwurf absichtlicher Parteilichkeit und Herr v. Levegow, mit seinem Namen zu decken hatte, verzu verwerfen, aber einen Teil ihrer Bestimmungen in der Rechtsbeugung aus unseren Zeilen zu destillieren suchte langten sie Beschränkung des Abkommens auf ein Jahr; und Herbsttagung zur gesetzgeberischen Durchführung zu bringen. und das schwere Vergehen mit nicht weniger als ein zweiter Antrag, dem Herr v. Wangenheim seinen Namen Ins könnte, wollten wir nur agitatorische Gesichtspunkte gelten sechs Monaten Gefängnis gesühnt wissen wollte. gab, suchte dem Gesezentwurf betr. das Abkommen eine gegen lassen, dieser Plan gefallen. Wir würden während weiterer( Siehe weiter unten den Bericht über die Gerichtsverhandlung.) England sich kehrende Spize anzufügen. Die Absicht wird zwar Monate die Gelegenheit ausnügen müssen, dem arbeitenden Volke Der Angeklagte hatte nur nötig, eine Anzahl von Urteilen geleugnet, damit jedoch niemand getäuscht, und Herr v. Wangendie seiner wartenden Gefahren vorzuführen. Denn bleibt auch des flagenden Oberlandgerichts gegen socialdemokratische heim hielt es, nachdem auch Herr Lieber ihm mit dem Zaunnur ein Stumpf von der Vorlage am Leben, so bleibt die Gefahr, Personen herbeizuschaffen und die den sächsischen Verhältnissen pfahl gewinkt hatte, für besser, seinen Antrag zurückzuziehen, daß dieser Stumpf nachwächst, so daß im Herbst das scheinbar be- mit ruhiger Objektivität gegenüberstehenden Berliner Richter ein Beispiel, dem auch in Bezug auf den Levezowschen zwungene Ungeheuer von neuem seine Fänge nach den Grundrechten konnten nicht verkennen, daß eine lebhafte Abneigung Antrag gefolgt ward. Später will Herr v. Wangenheim des deutschen Volkes ausstreckt. und selbst ein kurzer gegen socialdemokratische Bestrebungen darin zu Lage seinen Antrag jedoch wieder einbringen. Stumpf der Vorlagegenügt vollauf, um das Koalitions- trat, daß die Eigenschaft, Socialdemokrat zu sein, Der Gefeßentwurf ward dann in zweiter Lesung ohne recht niederzuschlagen; ist dies doch schon jetzt gebrechlich genug, zu als Verurteilungsgrund galt, daß die Arbeiterpartei weiteren Widerstand angenommen. gebrechlich, um nun noch irgendwelche neue Schädigung er- zweifelsohne wiederholt als minderen Rechtes Atemlose Spannung herrschte, als der Präsident die Tagestragen zu können. erklärt wurde. Jeder übrigens, der die sächsischen Verhält- ordnung für die nächste Sigung am Montag verkündete: nisse näher kennt, weiß, in wie außerordentlich 1. Dritte Lesung des englischen Handelsabkommens, 2. Zuchthohem Maße thatsächlich infolge der Spruchpraris des hausgeset( der Präsident nannte es anders), und 3. AbOberlandgerichts die Arbeiterschaft in ihrer Bewegungsfreiheit ſtimmung über den Antrag auf Errichtung eines Denkmals gehemmt ist, wie vielerlei Einschränkungen selbst die aus- für Goethe in Straßburg. drücklich durch Reichsgesetze gewährten Rechte in der Vor- Die Zuchthausvorlage wird mindestens zwei Sigungen in bereitung der öffentlichen Wahlen erfahren haben. Anspruch nehmen. Und wenn bis Montag der KarolinenKauf von den spanischen Cortes ratifiziert ist, wird auch noch diese Materie vor der Vertagung auf die Tagesordnung gejetzt werden. Es gilt, das Koalitionsrecht nicht zu schwächen, sondern zu träftigen, feinen Ausbau, seine Festigung, seinen Schutz gegen Unternehmerwilltür und Polizeistreiche zu schaffen. Das mindeste aber was nicht der kämpfende Arbeiter, der mehr Recht braucht, sondern jeder nicht dem kapitalistischen Dienst verdungene Politiker vom deutschen Reichstag fordern muß, ist: vollständige und entgültige Beseitigung dieser ungeheuerlichen Regierungsvorlage! Es gilt, der Regierung zu sagen, daß dem Reichstag solche " Denkschriften" verächtlich sind, schimpfliche Machwerke von Spizeln und Verleumdern, deren Ammenmärchen und verlogenen Unsinn sich die Behörden aufschwagen ließen. Es gilt, die traurige Vorlage in tausend Fezzen zerrissen dem Herrn v. Posadowsky vor die Füße zu werfen. Es gilt, der finstersten Rückwärtserei gebieterisches Halt entgegenzurufen und einem leichtfertigen Spiel mit des Volkes Wohlfahrt ein schleuniges Ende zu bereiten! Ein gerechtes Urteil. Und wohlbekannt ist die Spruchpraris des höchsten sächsischen Gerichtshofes, der oft ohne Umschweife die Angehörigen der Arbeiterpartei als minderen Rechtes erklärt hat denn andere Staatsbürger." Es ist erfreulich, daß der Berliner Gerichtshof der Wahrheit von der sächsischen Verfolgungssucht eine Stätte gewahrt hat. Das Urteil ist umso bedeutsamer, als die Richter über ihresgleichen zu urteilen hatten und einer unberechtigten Herabsetzung des Rechtsinstituts, dem sie selbst dienen, mit peinlichster Gewissenhaftigkeit entgegengetreten wären. Die Richter haben aber andererseits auch hohe Gewissenhaftigkeit bewiesen, indem sie, obwohl Glieder der selben Körperschaft in Frage standen, sich nicht in ihrem Urteile beirren ließen. Dies alles zeigt, daß die sächsische Staatsweisheit, welcher der laute Jubel der Scharfmacherparteien gilt, denn doch nicht allgemeine Anerkennung findet. Vielmehr sind dieser Staatsweisheit der rücksichtslosen Arbeiter- Bedrückungspolitik einige Lehren erteilt worden, aus denen sie lernen würde, wenn sie zu lernen befähigt wäre. Der Reichstag Deutsches Reich. Hungerzoll. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Braunschweiger„ Neuesten Nachrichten" veröffentlichen ein angebliches Interview mit dem Herrn Vicepräsidenten des Staatsministeriums. Der widerspruchsvolle Inhalt dieser Mitteilung trägt den Stempel der Unrichtigkeit an der Stirn. Ein solches Interview hat überhaupt nicht stattgefunden. Es kann sich nur um gelegentliche Aeußerungen handeln, die vollkommen falsch aufgefaßt, aus dem Zusammenhange gerissen und unrichtig wiedergegeben sind." Kein Schandgeset? In einer Protest Versammlung in Dresden sprach der Referent, Genosse Eichhorn, auch vom feligen, aber in der Zuchthausvorlage wieder auferstandenen Socialistengeseze und nannte es ein Schandgesez. Die Das Urteil wird aber, ohne Willen der Richter, die es Dresdener Polizei fühlt sich durch diesen Ausdruck beunruhigt und deshalb fanden, auch politische Bedeutung gewinnen. Die soll dadurch groberunfug begangen worden sein. Genosse Eichhorn große Mehrheit des Reichstags hat ihre Mißbilligung des wurde durch Strafmandat zu 7 Tagen Haft verurteilt. Daß Dresdener Schwurgerichts- Urteils gegen die Löbtauer Bau- fachen Erwägung, daß die Versammlung zum Proteft gegen die nur die Polizei„ beunruhigt" worden ist, ergiebt sich aus der einAls Anfang Februar dieses Jahres das weithin erarbeiter befundet und dem sächsischen Generalstaatsanwalt Buchthausvorlage veranstaltet war; die Leute, die zu einem öffent regende Dresdener Zuchthaus- Urteil gesprochen Dr. Rüger eine böse Niederlage bereitet. Die Kassierung der lichen Protest gegen die Zuchthausvorlage schreiten, sind aber auch wurde, beleuchtete unser Blatt die sächsische Rechtsprechung in Wahl des Abg. Loze war eine weitere deutliche Antwort auf einig in der Verurteilung des Socialistengesezes und fühlen fich ihrem Zusammenhange mit den allgemeinen politischen und unberechtigte Polizeimaßnahmen sächsischer Art. Und jetzt nicht im geringsten beunruhigt, wenn dieses als Schandgesetz besocialen Zuständen Sachfens. Das Urteil erschien unverständ- mißbilligen offen preußische Richter die Spruchpraris des zeichnet wird. lich, wenn nicht die Atmosphäre, in welche die sächsische Justiz obersten sächsischen Gerichtshofes. P gestellt ist, Berücksichtigung fand; jener reaktionär- stickige Dunstkreis des Landes, wo unvermittelt die Gegenfäße zwischen der Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse flaffen, wo das konser vative Regiment in heillosestem Uebermut schaltet, wo das Wahlrecht des Volkes zerschlagen wurde, wo man sich über das ganze Reich hin den ruhmreichen Ruf errang, an der Spize aller Rückständigkeiten und Kulturwidrigkeiten zu schreiten. In diesem Lande kann die Justiz, die unabhängige, vorurteilslose, Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hütet sich zu demen deren Träger aber doch Menschen sind, nicht unbeeinflußt tieren, daß Herr v. Miquel beabsichtige, den Agrariern einen fünf bleiben. So erklärte sich uns jener Wahrspruch der Dresdener hatte am Sonnabend eine endlos lange Tagesordnung zu er- beziehungsweise sechs Mart- Getreidezoll zu gewähren. Diese That Geschworenen. Und zu der Darlegung jener sächsischen Zu- ledigen 39 Punkte, darunter allerdings 28 Berichte der fache und damit die Aussicht des Hungerzolles bleibe stände schrieben wir als Charakteristik der Rechtsprechung des Petitions- und 6 der Wahlprüfungs- Kommission. Aber multa undementiert. höchsten sächsischen Gerichtshofes den Satz: non multum vielerlei, nicht viel. Das heißt: nicht viel nach Unerforschlich find die Gedankengänge deutscher Justiz. der im Reichstag herrschenden Wertschägung der Petitionen, In Hamburg wurde der Redacteur des Bedrufs" der Eisendie zum Teil Fragen von einschneidendster Wichtigkeit enthalten, bahner, Genosse Bürgers, von der Straffammer wegen Beleidigung aber den Reichstag nur selten ernstlich beschäftigen. Die der Polizei zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung Art und Weise, wie die Petitionen im Reichstag behandelt wurde darin gefunden, daß Bürgers in einer Versammlung behauptet Becher aus Stuttgart. Die Regentschaft erließ eine Brotta von einem Bürgerwehr- Offizier gefragt worden, ob er wünsche, daß Der letzte Tag des deutschen Parlaments. mation an das deutsche Volk, worin sie es amvies, nur von ihr die Bürgerwehr zum Schuße der Nationalversammlung mit und ihren Bevollmächtigten Befehle anzunehmen. Sie verlangte von Waffen erscheinen jolle. Löwe antwortete: Allerdings. Sagen der württembergischen Regierung die Stellung von 5000 Mann zur Sie der Bürgerwehr, ich erwarte es sogar." Aber siehe da: es Seitdem der preußische König die von der Paulskirche Bildung eines Reichsheeres. Ebenso fandte sie Reichskommissare tam niemand. beschlossene Reichsverfassung und die deutsche Kaiserkrone abgelehnt nach Baden und der Pfalz und befahl, alle Feindseligkeiten gegen Die zersprengte Nationalversammlung tam noch einmal im Hotel hatte, war es mit der deutschen Nationalversammlung immer schneller die dortigen Erhebungen einzustellen. Endlich forderte sie einen Marquardt zusammen und beschloß, die Sizungen außerhalb Württembergab gegangen. Von der preußischen Regierung wurden die aus Kredit von 5 Millionen Thalern. bergs, im Badischen fortzusetzen. Allein die Ereignisse auf dem badischen Preußen stammenden Abgeordneten abberufen, wie schon vorher Innötig zu sagen, daß alle diese Anordnungen unausgeführt auf Kriegsschauplaze machten dies unmöglich. die Oestreicher abgerufen waren. Das Parlament brachte nichts dem Papier stehen blieben. Der württembergische Ministerpräsident mehr zu stande. Am 20. Mai verließen 65 Mitglieder der Römer, der nicht nur ein liberaler März minister, sondern Wir haben oben bereits erwähnt, daß sich die deutschen VolksKaiserpartei, Gagern, der kürzlich verstorbene Simson, und auch, seiner eigenen Versicherung nach, ein waschechter„ Republikaner" vertreter in Stuttgart einer übertriebenen Gastfreundschaft nicht zu E. M. Arndt der Spize, die Paulskirche mit einer war, hatte als Mitglied der National Versammlung noch den ersten erfreuten hatten, und wir wollen hierüber noch einige Épisoden anErklärung, worin fie aussprachen: Sie hätten die leber: Digungen des Rupiparlaments beigewohnt. Aber bald fand er, schließen. Während sich in Frankfurt jeber eine Ehre paraus gemacht zeugung gewonnen, daß die Nationalversammlung in ihrer gegen- daß dessen Vorgehen gefahrdrohend für die innere Ruhe Württem- hatte, einen Abgeordneten unter seinem Dache zu haben, mußten wärtigen Zusammensetzung, wobei ganze Landschaften nicht mehr bergs" sei. Auch die württembergische Kammer erflärte, fie müsse bei den Schwaben viele Abgeordnete in Wirtshaus wohnen, weil vertreten wären, dem Volke keine ersprießlichen Dienste mehr leisten sich vorbehalten, bei jeder einzelnen von der Reichsregentschaft an die Bürger den anrüchigen Volksvertretern keine Privatwohnungen tönne. Sie übergäben das Verfassungswert für jetzt den gesetzlichen geordneten Maßregel zu prüfen, ob Württemberg in der Lage sei, geben wollten. Organen der Einzelstaaten und der selbstthätigen Fortbildung der solche durchzuführen. Sie entzog dem Rumpfparlament den Stände- Selbst das Mieten eines Haufes für die Reichsregentschaft" faal, worin es bisher getagt hatte, sodaß es genötigt war, sich in machte Schwierigkeiten. Als man endlich etwas Paffendes gefunden Jezt, nachdem die Nationalversammlung den Karren so gründlich Privatlokalen zu versammeln. hatte, mußten sich die Herren zu einem Vertrage bequemen, verfahren hatte, waren die Herren so freundlich, an die selbstthätige Die deutsche Nationalversammlung mußte sich alles dieses bieten laut dessen sie auf eigene Kosten den Ausbau des Hauses zu Fortbildung der Nation" zu denken. Sie überließen tapfer, nachdem lassen und entging auch nicht der letzten Demütigung. Am 13. Juni besorgen hatten; fie durften nur einen Stock benutzen, fie nicht mehr ein noch aus wußten, das deutsche Volt und die forderte Römer die Reichsregentschaft auf, ihren Siz außerhalb mußten aber auch für die übrigen Räume die Miete bezahlen; Nationalversammlung ihrem Schicksal. In der Versammlung wurde Württembergs zu nehmen. Am 17. wurde dem Präsidenten der Ver- endlich mußten sich die Herren verpflichten, für alle Fährlichkeiten, durch den Austritt dieser Elemente die Linke zur Majoritäts- fammlung, Löwe von Calbe, mitgeteilt, das Ministerium könne das die dem Hause widerfahren könnten, dem Hauswirte persönlich aus partei. Tagen der Bersammlung im Lande nicht länger dulden und werde eigenen Mitteln einzustehen. Der Eigentümer aber war- einer der Am 30. Mai beschloß man, das Parlament von Frankfurt nach dem Verlangen der Entfernung nötigenfalls durch Anwendung ge- bekanntesten Stuttgarter Demokraten! Stuttgart zu verlegen. Vielfach wurde hiervon abgeraten. So eigneter Mittel" Geltung verschaffen. führte Uhland aus, das Parlament müsse durch Verlassen seines Zum 18. Juni, nachmittags 3 Uhr, war eine Sihung des ursprünglichen Bodens an Ansehen, durch Verlegung tief in den Parlaments angesetzt. Die noch vorhandenen Mitglieder der deutschen Süden hinab an Einfluß in Norddeutschland verlieren. Aber die Nationalversammlung zogen unter Führung von Löwe, Uhland und Furcht der einen vor reaktionären Gewaltmaßregeln, die Hoffnung Schott, dem greisen Schwiegervater Römers, nach dem Sigungsfaal. der andern, von Süddeutschland aus mit Hilfe der dortigen, teil- Sie fanden ihn durch Militär versperrt. Man fündigte ihnen das weise schon im Aufstande begriffenen Bevölkerung die Revolution Verbot der Sizungen an. Löwe begann, mit lauter Stimme eine auch nach Norden tragen zu können, siegten. Die Verlegung ward feierliche Rechtsverwahrung abzugeben. Aber Trommelwirbel übermit 71 gegen 64 Stimmen beschloffent. Nation. Zum 18. Juni 1849. + Auch die württembergischen Offiziere befleißigten sich eines sehr anständigen Benehmens. Viele Abgeordnete waren nach dem Stuttgart dicht benachbarten Cannstatt ins Hotel gezogen, um den Unannehmlichkeiten der schwäbischen Gastfreundschaft zu entgehen. Wir logierten fo berichtet Herr aveaug, einer der fünf Reichsregenten sämtlich in dem großen bekannten Gasthofe Hotel Herrmann", dessen Gartenanlage fast jeden Tag von den Stutt gartern zum ländlichen Ausfluge benutzt wird. In diesem Gasthofe waren auch viele Offiziere, welche damals in Cannstatt Die Wirksamkeit des Stumpfparlaments in Stuttgart garnisonierten, einquartiert. Da diese Offiziere mit ihnen an war nur sehr furz, auch war die Aufnahme der Herren durch das gemeinschaftlicher Tafel speisten, so hatten unsere Abgeordneten, um dortige Bürgertum feineswegs sehr freundlich. Nur mit Mühe jeden Konflikt zu vermeiden, das entgegengesetzte Ende des Tisches konnten Wohnungen in Stuttgart und dem benachbarten Cannstadt Die Vertreter des deutschen Volkes mußten wohl der Gewalt eingenommen, an welchem die Offiziere saßen, wodurch die Mittelbeschafft werden. weichen, denn sie standen wehrlos dem militärischen Aufgebot gegen pläge des langen Tisches entweder leer gelassen oder von sonstigen Buerst wurde an stelle des abgesetzten Erzherzogs Johann eine über. Die tapfere Stuttgarter Bürgerwehr ließ sich bei der Badegästen besetzt wurden. Eines Abends nach aufgehobener Tafel, Reichsregentschaft" eingesetzt, bestehend aus Heinrich Simon, Affaire nicht bliden. Der Präsident der Versammlung, Löwe, war als unsere Abgeordneten mit ihren Frauen in freundschaftlichem GeKarl Vogt, Franz Rabeaug, Schüler aus Zweibrücken und zwar kurz vorher, als man die militärischen Vorbereitungen sah, spräche noch beisammen blieben, bemerkte man, daß die Offiziere, tönten seine Worte. Günther von Sachsen entblößte seine Brust und streckte sie den Bajonetten entgegen. Aber man schob ihn nur zur Seite, und die Voltsvertreter wurden durch Kavallerie mit geschwungenen Säbeln davongetrieben. HtatteT die Pottzeiiehörde habe einen VSSermeister durch Entziehung l gedungen verschiedener Generale und Regimentskommandeure hin und der Brottieferung boykottiert, weil rungen der Gehilfen bewilligte. heitzt es: «Darin liege eine objektive „Boykott" liege d e r B e< Häßliches. Jede Bei er beim Bäckerstreik die'Forde In den Gründen deS Urteils Beleidigung. In dem Worte ir'iff der Verfolgung, also etwas )örde habe sich nach Anficht des Gerichts aber von Verfolgungssucht freizuhalten Wenn von ihr unwahrerweise eine solche aber doch behauptet werde, so liege darin eine Herabsetzung der öffentlichen Meinung. So die erste Strafkammer, die mit dieser Begründung den Genossen Bürgers verurteilen konnte. Militärbehörden, von denen feststeht, daß sie boykottieren, mögen sich mit dem hamburgischen Gericht über diese Charakterisierung deS Boykotts abfinden, Anders denkt die IV. Strafkammer desselben Gerichts in lieber einstimmung mit dem hanseatischen OberlandeSgericht. Sie hatte vor längerer Zeit, wie das„Hamburger Echo' erwähnt, über eine Be leidigung der Militärbehörde zu entscheiden, der gleichfalls der Vorwurf gemacht worden war, sie boykottiere. Die thatsächliche Richtigkeit dieser Behauptung ließ sich nicht bestreiten, und es mußte Freisprechung erfolgen. Aus der Begründung ergab sich dann auch die Engelsreinheit der Militärbehörde. Darin hieß es „Zwar ist es richtig, daß das Wort Boykott ursprünglich eine rechtswidrige Aussperrung durch unerlaubte Gewaltmaßregeln be deutete, doch hat sich der Sinn des Wortes im Laufe der Zeit ab geschwächt und man versteht unter Boykott jetzt nur noch eine nicht rechtswidrige, erlaubte Absperrung. Eine Beleidigung im Sinne des§ 186 Str.-G,-B. liegt nach Ansicht des Gerichls(in der Beschuldigung des BohkottierenS gegenüber der Militärbehörde) nicht vor." Die„FricdenS"-Konferenz. Die türkischen Blätter„Servet" und„Maliumat" veröffentlichen. augenscheinlich in höhcrem Austrage, sehr gereizte Be sprechungen über den Gang der Haager Konferenz, deren bisheriges Ergebniß in gar keinem Verhälwiß zu den angekündigten Zwecken der Zusammenkunst stehe. Die Hohe Pforte'habe dem Sultan die Beschickung der Konferenz in der Erwartung empfohlen. daß dieselbe zum Mindesten einen mäßigenden Einfluß auf die sriedenstörendeu Elemente ausüben würde. Davon sei jedoch nicht das Geringste zu spüren; im Gegentheil zeigten sich die im Haag versnmmellen Vertreter mancher Mächte nicht einmal entschlossen. berufsmäßigen Unruhestiftern, welche die Konferenz mit allerlei ousteizcndcn Schriften zu behelligen versuchten, die Thüre zu weisen, Die Verhandlungen selbst aber würden als schließliches Ergebniß nichts weiter zu Tage fördern als beleidigende Zumuthungen an diejenigen Staaten, die mit Rücksicht auf die Leistun'gs fähigkeit ihrer Unterthanen ihre Ausgaben für Heer» und Kriegsflotte auf einem niederen Fuße halten, während diejenigen Staaten, welche die höchsten Aufwendungen für KriegSrüsttingen machen, von vorn herein jeden Rat betreffend Verminderung ihrer KriegSrüftung zurück gewiesen hätten. Dem„Berliner Tageblatt' wird aus dem Haag telegraphiert: Wieshier verlautet, erhielt der erste türkische Delegierte Turkhan Pascha mehrere dringende Depeschen, worin er beauftragt wurde, alle Agitationen der Armenier und Jungtürken auf hollän dischem Boden während der Friedenskonferenz zu' verhindern. Sollte die hiesige Regierung auch nur einen Vortrag der erwähnten Agitatoren noch gestatten, werden die türkischen Delegietten fofort abreisen, wodurch die Friedenskonferenz gesprengt wäre. ES wird wirklich immer friedlicher. Was die Veröffenl lichung der Protokolle betrifft, so meldet die„Polit. Korr,' aus dem Haag: In den Kreisen der Mitglieder der Konferenz wird geglaubt, der Anttag deS Grafen Münster, betteffend unverkürzte Beröffent lichung der SitzungSprotokolle der Konferenz, welcher morgen zur Erörterung gelangen dürste, werde die Zustimmung der Mehrheit erhalten. Es heißt, die Delegietten Rußlands seien angewiesen, den Antrag anzunehmen. Köln, 17. Juni. Der.Köln. Ztg.' zufolge ist die Ab rüstungSkommission der Friedenskonferenz in ihren Arbeiten vollständig gescheitert. Die amtlichen Mitteilungen an die Presse über die Arbeiten der Unterkommission sprechen zwar von Annahme einiger Anträge durch Stimmenmehrheit, aber durch diese Mehrheits beschlüsse ist nichts erreicht, da in den Vollversammlungen die An- träge einstimmig angenommen werden müssen. Das Blatt ver- sichert, diese Einstimmigkeit werde für keine einzige dieser Fragen erreicht werden. Ausland. Die Regierungskrise in Frankreich ist noch gänzlich ungeklärt. Am Sonnabendvormittag hatte Präsident L o u b e t Besprechungen mit dem Senatspräsidcnten Falliöres und dem Kammerpräsidenten Deschanel. Nachmittags wollte er die Ansichten Brissons, MelineS, Ribots und Rouviers hören. Die.gemäßigten' republikanischen Blätter bedauern lebhast daS Scheitern der Kombination Poincare, schreiben den Mißerfolg den übertriebenen Forderungen der Radikalen zu und erklären die Schwierigkeit der Lage als durch die Verlängerung der Krise bedenk- lich vermehrt. Die radikalen Blätter weisen auf die unstatthaften Kund welche weit entfernt von den Abgeordneten am entgegengesetzten Ende der Tafel faßen, sich erheben, ihre Säbel umschnallen und sich teilweise hinter die Stühle der Abgeordneten aufstellen. Der Prinz S..... beugt sich über einen leeren Stuhl, welcher zwischen den Frauen der Abgeordneten Klaussen und Spatz stand, und bläst abwechselnd diesen beiden Frauen den Dampf seiner Cigarre ins Gesicht, Die Abgeordneten sahen wohl, daß es darauf abgesehen war, einen Konflikt zu suchen, und da sie bemerkten, daß nicht nur die umstehenden bewaffneten Offiziere auf die Gelegenheit lauerten, von ihrer Tapferkeit Gebrauch zu machen, sondern' daß auch der Hansgnng und der Vorsaal sich immer dichter mit bewaffneten Unteroffizieren und Soldaten füllte, schwiegen sie still. Endlich nimmt ein Offizier sein Glas und setzt sich zwischen die beiden oben- genannten Frauen. Auf den Wink eines Abgeordneten erheben sich diese beiden Frauen und gehen auf ihre Zimmer; das schien aber dem tapferen Helden noch nicht genug. Als sein Hund in die Nähe eines Abgeordneten kam, rief er dem Hunde mit den Motten: „Wenn du ein Stück Brot von diesen Kerlen nimmst, so schlag ich dich tot!' Dieses und eine Menge ähnlicher Aeußerungen mußten die Abgeordneten stillschweigend hinnehmen, bis sie sich endlich gc- nöttgt sahen, aufzustehen und den Speisesaal zu verlassen, Auch noch nachträglich gab die Soldateska ihrem Utteil über deutsche Einheit und Freiheit einen sehr deutlichen Ausdruck. Das Rumpfparlament batte de» Ständesaal des württembergischen Land- tags räumen müssen und in der sogenannten„Reitbahn" ein vor- läufiges Unterkommen gefunden. Der Saal war von Stuttgarrer Damen mit Blumeudekorationen und deutschen Fahnen reichlich ge- schmückt worden. Nachdem dann das Parlament vertrieben war, hatten die Soldaten die ganze Einrichtung des Sitzungssaales kurz und klein geschlagen; die Fahnen aber prangten als Trophäen einige Tage später an den Wänden eines Saales, in dem der General Miller den Soldaten ein Festessen zu Ehren ihrer Heldenthaten gab. Danach aber fanden die erbeuteten Fahnen noch eine prosaischere Verwendung, Die württembergischen Ouarticrgeber der Soldaten bettchteten nämlich, daß viele Soldaten noch wochenlang schwarz-rot-goldne Fußlappen gehabt haben. 8io transib Zloris, mundi! So endete das erste deutsche Parlament. An seiner Wiege und an seinem Grabe hatte die Revolution gestanden. Nur war eS im Frühlifig 1818 die siegende Revolutton gewesen, die daS deutsche Parlament geschaffen hatte. Die Revolution des Sommers von 1849 aber war die unterliegende, weil es die mit so großen Hoffnungen begttißte Nationalversammlung nicht verstanden hatte, die sich reckenden Volkskräste zur völligen Niederzwinguna' der reaktionären Mächte zu benutzen. Al, Pf. erklären, eS sei die höchst» Zeit, daß ein entschieden republi- kanisches Ministerium ans Ruder komme. Der Pattser Korrespondent der„Voss. Ztg." urteill wie folgt über die Lage: Es war hier vom ersten Augenblick an bestimmt gesagt worden, daß Poincars nicht ernstlich zum Ziele gelangen wolle, sondern einzig in der Absicht arbeite, den Anschein zu erwecken, daß der gute Wille der wackeren Republikaner an der.Bosheit der Radikalen" zu Schanden werde. Die Ränke wurzeln aber noch tiefer und greifen weiter aus. Poincarös Maul« Wurfsgänge sollten nicht nur die Außenstehenden irreführen, sondern auch in der Kammer selbst die unmittelbare Wirkung haben, den durch die Ereignisse fast ohne Hinzuthun der Polittker ge- knüpften Bund zwischen den republikanischen Gruppen zu zerreißen, indem man den Batthou Poincaröffchen Flügel der Melinisten mit den Radikalen, denen er sich genähett hatte, verfeindet. Die verkappten Nationalisten hoffen, auf diese Weise wieder eine Mehrheit nach Melinescher Formel herzustellen. Es wird sich im weiteren Verfolg der Krise zeigen müssen, ob diese Absicht durch den Zwischenfall der Poincareschen Ministersuchkomödie erreicht ist oder nicht. Heute ist man beiWaldeck-Rousseau an- gelangt, der vom ersten Augenblick an für jeden Utteilsfähigen der Mann der Lage war. Wenn er den Kabinettsbildungsauftrag annimmt, so wird er es bestimmt nur mit einer Kammerauflösungsvollmacht in der Tasche thun. Die von mehreren Blättern verbreitete Nachricht, Waldeck-Rousseau würde Casimir Perier bitten, das Kriegs- Portefeuille zu übernehmen, ist eigentlich selbst für eine Widerlegung zu unsinnig. PariS, 17. Juni. Dem„Echo de Paris' zufolge verlautet, der DreyfuS-Prozeß in RenneS werde am 17. Juli beginnen. Die Mitglieder des KttegSgettchtS seien bereits sämtlich ernannt; Vorsitzender sei der Genieoffizier Jouaust. Die Beisitzer seien ausschließlich Artillerie-Offi ziere. Das Gesuch der Familie Dreyfus, diesen bei seiner Landung in Brest sehen zu dürfen, wurde von Dupuy verweigert. Italien. Rom, 17. Juni. In der Deputiertenkammer legt Cambrah Digny den Kommissionsbericht über das Reglement der Kammer, der Obstruktion Zügel anzulegen vor. Ministerpräsident Pelloux beantragt, daß der Bericht morgen beraten werde. Pantano (Radikal) will, daß die Beratung erst Dienstag stattfinde. Nachdem der Antrag Pantano durch Aufstehen und Sitzenbleiben der Ab- geordneten abgelehnt war, wird der Antrag Pelloux angenonimen und alsdann die Beratung der Vorlage betr. die politischen Maß- nahmen wieder aufgenommen. Ministerpräsident Pelloux stellt hinsichtlich des Wortlautes des Artikels 1 die Vertrauensfrage. Artikel 1 bestimmt, daß die öffentliche Sicherheitsbehörde mit Rücksicht auf die öffentliche Ordnung Zusammenrottungen sowie öffentliche Ver- sammlungen verbieten kann. Zuwiderhandelnde sollen nach Artikel 434 des Strafgesetzbuchs bestrast werden. Die äußerste Linke verlangt namentliche Abstimmung; bei derselben wird ArttkelJI mit 180 gegen 113 Stimmen angenommen. Bei der Abstimmung über ein Amendement der äußersten Linken stellt sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus. Die Sitzung wird aufgehoben. Spanien. Silvela über die Folterungen anf Montjuich. Man schreibt uns aus Madrid: Die Presse-Kommission, die mit großer Energie die Revision deS Montjuich- Prozesses betteibt, wurde dieser Tage von dem Ministerpräsidenten Silvela empfangen, der sie selbst zu sich geladen hatte, um über den gegenwärttgen Stand der Angelegenheit Auf chluß zu geben. Ministerpräsident Silvela verlas zunächst ein Telegramm bei Generalkapitäns von Catalonien, in welchem über den Gang der eingeleiteten Untersuchung bettchtet wird. General Despujols, so sagte der Minister, hege selbst den lebhasten Wunsch. die Angelegenheit so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen. aber einen bestimmten Zeitpunkt für die Beendigung des Unter uchungs- Verfahrens könne er noch nicht festsetzen. Als Sprecher der Kommission nahm darauf I u n o y das Wort. der die Erregung zum Ausdruck brachte, die in Catalonien in allen Kreisen der Bevölkerung wegen der Ver chleppung der Affaire herrscht. Man könne aus dem schleichenden Gang der Untersuchung auf das Resultat der Revisions bewegung Schlüste ziehen. Das Telegramm des Generalkapitäns müsse den denkbar scklechtesten Eindruck machen. Es handle sich hier weniger um eine politische Frage, als um eine Frage der Gesell- 'chastsordnung, die wahrscheinlich das Samenkorn unabsehbarer wistigleitcn und selbst ernsterer.Vcrdtteßlichkciten" bilden werde. n Catalonien wünsche man vorläufig nicht so sehr die Züchtigung der Folterknechte wie die Freilassung der im Znchthanse 'ch machtenden unschuldige» Opfer einer grausame» Justiz und Genugthuung für dieselben; wenn man dazu nicht ohne Re Vision gelangen könne, müsse die Revision sofort eingeleitet werden. Der oberste Kttegs- und Marinerat als höchste Instanz müsse im Voraus erklären, daß die Folterungen ein Re visionsgrund seien, und wenn das Gesetz solche Gewaltthaten noch nicht als Revisionsgrund ansehe, so müsse eben das Gesetz geändett werden. Wenn man sich in Catalonien nicht in kurzer Zeit von der Wirksamkeit der über Gebühr ausgedehnten Unteyuchung überzeugt haben werde, würden dort in allen Städten und selbstindenDörfernRiesenmeetings veranstaltet werden, um Recht und Gerechtigkeit zum Siege zu ühren. Ironisch lächelnd erwidette Silvela, daß die Regierung gegen diese Meetings, so zahlreich sie auch sein mögen, nichts ein- zuwenden habe, wenn man in denselben von den Behörden nur gerechte Vergeltung verlangen werde. Wenn man aber versuchen sollte, die Thätigkeit der Justiz zu forcieren und die Regierung gewisser- maßen zu vergewaltigen, werde er mit unerbittlicher Strenge vorgehen. Er halte die Berichte über die Folterungen ür s e h r übertrieben. Wenn aber durch die Untersuchung er- wiesen werden sollte, daß Folterungen vorgekommen seien, würden die Gefolterten vor allem begnadigt werden; dann erst, also nachdem sie sich bereits der Freiheit erfreuen würden, solle die Re Vision des ganzen Prozesses beschlossen werden. Er könne zwar nicht dafür bürgen, daß das oberste Kriegsgericht diesen bestimmten Fall und das Gesetz ebenso auslegen»verde wie er. aber er glaube, daß diese Interpretation sich als logisch aller Welt aufdränge.' Die Kom- Mission drückte zum Schluß noch den Wunsch aus, daß die Be« gnadigung und die Revision so schnell wie möglich kommen mögen. Im Allgemeinen haben die Erklärungen des Ministerpräsidenten hier nicht den erhofften guten Eindruck gemacht, da man seinen spitz- findigen und beschwichtigenden Worten, die den schlauen Advokaten von vorgestern erkennen lassen, nicht traut.— Türkei. Die orientalischen Lockspitzel arbeiten offenbar noch plumper und weniger geschickt, als die abendländischen. Wir hatten dieser Tage gemeldet, daß in Konstantinapel agitatottsche armenische Maueranschläge gefunden wurden. Nun wird telegraphiert: Konstantinopel, 17. Juni. Als Urheber der Mauer- anschlüge in Psamatta wurden drei angeblich als Vertrauens- leute im Dien st e der türkischen Polizei stehende Ar- menier verhastet.—_ Die Spruchpraxis des sächsischen Oberlandesgerichts wurde gestern in einer Verhandlung gegen unseren Redacteur August Jacobeh eingehend eröttett, welche unter dem Vorsitz des LandgerichtSdirettorS D e n s o vor der zweiten Sttafkammer des Landgerichts I stattfand. Die Anklagebehörde vettrat Staats- anivalt Pl aschke, unserem Kollegen stand Rechtsanwalt Wolfgang Heine als Vetteidiger zur Seite. Beranlaffung zur Anklage hatte' ein Lettarttkel des.BorwSttS' mit der Ueberschnst:.SS Jahr» Zuchthaus' gegeben, der am S. Februar dieses Jahres erschienen ist und psychologisch die Ursachen zu erklären suchte, welche bei dem Spruch der Geschworenen im Löbtauer Zuchthaus- Prozeß mitbestimmend gewesen sind. Es heißt in dem Artikel: .Sachsen ist der klassische Boden des Kampfes zwischen Proletariat und Reaktion. Kein Hauch eines freigesiunten Bürger- tums ist dorten zu spüren, in allen Fragen des Rechts und der Freiheit steht die Arbeiterschaft völlig allein, die herrschende Klasse führt ein Regiment, in dem Brutalität und Tücke gekleidet in Formen der Verbindlichkeit und Höflichkeit mit einander wetteifern. Nirgends wurde unter dem Socialistengesetz niederträchtiger gekämpft usw." Dann weiter: «Die preußischen Konservativen, die Stumm und v. Klinckow« ström schauen voll Neid auf die Politik, die in Dresden gemacht wird, auf jene Politik, die den Massen deS Volkes daS Landtags- Wahlrecht zerstörte. Und wohlbekannt ist die SpruchpraxiS des höchsten sächsischen Gerichtshofes, der oft ohne Um- schweife die Angehörigen der Arbeiterpartei alS mindere» Rechtes erklärt hat, denn andere Staatsbürger. Unter Anklage gestellt war der ganze Artikel, besonders m- kriminiett der letzte hier fettgedruckte Satz, in welchem eine Be- leidignng der Richter des Oberlandesgerichts Dresden ent- halten sein soll. Den Strafantrog hatte der sächsische Justizminister gestellt. Schon vor einigen Wochen sand der erste Termin im Prozeß statt. Auf die Behauptung des Staatsanwalts, daß den Richtern des Oberlandesgerichts Dresden in dem Artikel vorgeworfen worden fei, sie hätten absichtlich und wider besseres Wissen das Recht zu Ungunsten der Angehörigen der Arbeiterpattei gebeugt, hatte die Verteidigung einen umfangreichen Beweis an- geboten dahingehend, daß zahlreiche Urteile des sächsischen Ober- landesgerichts die Wirkung gehabt haben, daß Socialdemokraten Dinge nicht thun dürfen, welche Angehöttgen anderer politischer Parteien erlaubt sind. Dieses und nichts anderes sei in dem w- kriminierten Satze ausgesprochen. Die Verteidigung wollte den Beweis ans den gedruckt vorliegenden gesammelten Entscheidungen des sächsischen OberlandeSgerichtS führen. Der Gettchtshof beschloß aber, die Originalakten auS den von der Vetteidigung angegebenen Prozessen herbeizuschaffen und vettagte deshalb die Verhandlung. Im heutigen Termine waren diese Akten zur Stelle. Staats- anwalt Plaschke wiederholte zunächst, daß seiner Ansicht nach in dem inkttminierten Satze den Richtern der Vorwurf der absichtlichen Rechtsbeugung gemacht sei. Ein Beweis für diese Behauptung könne durch die Verlesung von Utteilen nicht erbracht werden, sondern höchstens! durch die persönliche Vernehmung der Richter. Er lvidersprach deshalbdemAntrag derVerteidigung auf Verlesung der Urteile. Außerdem machte der Staats- anwalt darauf aufmerksam, daß der ganze Artikel unter Anklage gestellt sei und er besonder? den Satz:„Sachsen ist der klassische Boden des Kampfes zwischen Proletattat und Reaktion' als in Verbindung mit dem letzten Satze stehend er- achte. Seiner Auffaffung nach sei der Sinn des Artikels der, daß sich auch das sachsische OberlandeSgericht in den Dien st der Reaktion gegen daS Proletariat gestellt habe. Rechtsanwalt Heine erklärte diese letzte Deduktion für völlig irrig, denn der übttge Teil bei Artikels befasse sich mit den politischen Zuständen und habe mit dem Satze über das sächsische Oberlandesgettcht gar keinen Zusammenhang. Es sei den Richtern keineswegs' nachgesagt, daß sie wider besseres Wiffen das Recht gebeugt hätten, sondern es stehe in dem Artikel nur: Die Spruch- Praxis— das ist etwas ganz unpersönliches— habe die An- gehörigen der Arbeiterpartei für minderen Rechtes erklärt und diese vorsichtige Behauptung ist thatsächlich durch eine Anzahl von Urteilen, welche sich mit dem Recht der socialdemokrattschen Agitation zu Wahlen der gesetzgebenden Körperschaften und mit Kollekten zu socialdemokrattschen Zwecken be- schäftigen, zu beweisen. Wenn man diese Urteile l i e st, hat man das Gefühl, nicht ein Ge- richt, sondern einen Parteimann sprechen zu hören, der seine politische Meinung ungeschminkt und in recht derber' Form zum Ausdruck bttngt. Die Urteile können trotzdem oxtim«, fide, aus ehrlichster lieber- zeugung heraus gefällt sein, mW'es wäre ganz falsch, die Richter felber über ihre inneren Beweggründe als Zeugen zu befragen. Der Gerichtshof beschließt nach kurzer Beratung, den von der Verteidigung angebotenen Beweis zuzulassen. Zunächst iverden zwei Urteile verlesen kontra Naumann und kontra Messing und Genossen, die sich mit Anklagen wegen der unbefugten Veranstaltung vonKollekten beschäftigen. In dem Urteil kontta Naumann heißt es: „Die Polizeigewalt umfaßt sowohl die WohlfahttS- als die Sicherheitspolizei. Ihre Aufgabe besteht nach beiden Richtungen hauptsächlich in einer vorbeugenden Thätigkeit, welche darauf aus- geht, unerlaubte und ungesetzliche Handlungen zu verhüten. Der Begriff der öffentlichen Ordnung kann daher nicht auf die Ab- wehr äußerer Ungebührnisse beschränkt werden. Jedenfalls umfaßt derselbe den Bestand der im 8 3 der Ver- fassungS- Urkunde für daS Königreich Sachsen gewähr- leisteten, monarchischen Regicrungsform, auf deren Unter- grabung, wie notorisch, die Bestrebungen der Socialdemokratie gerichtet sind. Auch im vor- liegenden Falle handelte eS sich, wie ausdrücklich festgestellt worden, um eine Geldsammlung, welche zur Verfolgung von socialdemokratischen Parteizwecken veranstaltet wurde. ES ist daher auf den unbefugten Veranstalter derselben die Eingangs erwähnte Polizeiverordnung mit Recht angewendet worden." In dem Urteil kontta Messing und Genossen heißt eS: „Es kann auch nicht behauptet werden, daß nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie vom 21. Oktober 1878 so- genannte Tellersammlungen oder in anderer Form veranstaltete öffentliche Geldsammlungen zu Gunsten der socialdemokrattschen Pattei nunmehr erlaubt seien. Durch den Ablauf des Socialisten- gesetzes ist nur jene bindende Anweisung weggefallen. Dagegen ist die Polizeibehörde auch jetzt noch berechtigt, aus eigener Entschließung Geldsammlungen zu socialdemokratischen Zwecken zu verhindern, zu dem Ende aber das Erfordernis polizeilicher Genehmigung zur Ver« anstaltung öffentlicher Geldsammlungen aufzustellen und unter Um- ständen, welche darauf hinweisen, daß die Sammlung nur zur Förderung socialdemokratis ch er Zwecke dienen folle, die Genehmigung zur Vornahme derSammlungen zu versagen. Deshalb kann auch ein durch die TageSpreffe verbreiteter öffentlicher, wenn auch nur an die Genossen gerichteter Aufruf, für sottaldemokrattfche Zwecke Geld beizusteuern, nicht als eine harmlose Hand- l u n g angesehen werden, welche den Bestand der öffentlichen Ordnung nicht gefährde, denn es fällt doch bei Beurteilung der Statthaftigkeit der gemeingefährliche Zweck der Sammlung in die Wagschale." Rechtsanwalt Heine äußett sich hierzu wie folgt: Ich will hier nicht die Frage eröttern, ob diese Utteile falsch oder ttchtig Aber eS geht aus der Verlesung ganz deutlich hervor, gar ind. ..... i» daß das Urteil eS geflissentlich vermeidet, ausdrücklich zu sägen, daß deutlich . BBBL- h zu sag..�_ e gliche derartige Sammlungen die behördliche Genehmigung' nicht inden sollen, sondern eS ist die Absicht des Verfaffers dieser Utteile. zu sagen, nur weil die Veranstalter der Gamm- lungen Socialdemokraten waren, sind sie strafbar; gehörten sie zu anderen polittschen Parteien, wären sie straflos ge» blieben. Die Polizei müsse ihre vorbeugende Thätigkeit gegen focial- demokratische Bestrebungen entfalten, auch wenn dies#' nicht in äußeren Ungebührnissen bestehen, d. h. in wirklich fttaf- baren Handlungen. Noch deutlich kommt diese Abficht zum Aus- druck dadurch, daß die socialdemokratischen Bestrebungen als g e- meingefährlich bezeichnet werden. Das und nichts anderes ist der tiefere Sinn der Urteilsbegründung. Staatsanwalt Plaschke: Der tiefere Sinn, den der«er» 8 werden. telbiger eruiert hat, liegt für mich so tief, daß ich ihn nicht finden gestellt und wären bewußt zu einer den Angeklagten ungünstigen dieselben während der Dauer des Ausstandes Baumaterialien weder fann. Das Gericht spricht sich doch wahrlich deutlich aus und nimmt Auffassung lediglich deshalb gekommen, weil die Angeklagten ansolche Bauunternehmer liefern, welche sich denaArbeitgeberbunde nicht in Bezug auf die Socialdemokratie tein Blatt vor den Mund, wozu der Arbeiterpartei angehörten. Die Beweisaufnahme habe das von angefchloffen haben, noch auch an diejenigen Mitglieder desselben, also etwas herauslesen, was nicht ausdrücklich gesagt ist. Die Ur- ihm erwartete Resultat gehabt, die Vorwürfe des Angeklagten seien welche dem gefaßten Beschlusse nachzukommen sich thatsächlich teile prüfen zunächst, ob die Sammlungen überhaupt der Ge- nach teiner Richtung hin bewiesen, die Urteile seien mito weigern, indem sie auf ihren Bauten weiterarbeiten lassen, noch nehmigung unterliegen und zweitens ob socialdemokratische Samm- außerordentlicher Sachkenntnis und großem juristischen Scharfsinn auch an Bauherren in Berlin und Umgegend unmittelbar. lungen verboten werden müssen, und kommt zu dem Schlusse, ver- ausgearbeitet. Was das Strafmaß anlange, so wisse der Anboten können sie unter allen Umständen werden, verboten mußten geklagte, daß er gegen ihn stets Freiheitsstrafen beantrage. Nur vollkommene Solidarität zwischen den Unternehmern von sie aus den besonderen konkreten Umständen der einzelnen Fälle Bei der Schwere der Beleidigung halte er sechs Monate Gefängnis Bauten und den Baulieferanten kann zu dem Erfolge führen, die für eine angemessene Sühne. stets wiederkehrenden ungerechtfertigten Ausschreitungen der Arbeiter Rechtsanwalt eine; Was der Staatsanwalt sagt, fommt Rechtsanwalt eine beantragt Freisprechung. In dem schaft wirksam zu bekämpfen und wieder die früheren Zustände im Baudurchaus nicht durch die Urteile zum Ausdruck, das Urteil stellt nicht ganzen Artikel habe man es mit einer ganz objektiven Sachdarstellung geschäft zu sichern, welche gleichmäßig für die Bauunternehmer und alle Sammlungen zu politischen Zweden gleich. Ich verweise noch zu thun. Der Artikel beleuchte das Verhalten der politischen Par die Baulieferanten erforderlich sind, um eine zutreffende Kaltuauf die Stelle, wo von der Socialdemokratie gesagt ist, fie unterteien und wirtschaftlichen Klassen im Königreich Sachsen. Es werde grabe die monarchische Staatsform. Jede politische Partei will doch versucht, für den Spruch der Geschworenen im Löbtauer Prozeß eine lation ihrer Arbeit und waren, sowie einen richtigen Ueberblick Die bestehenden Zustände nach irgend einer Richtung ändern, unter- Erklärung zu suchen, und zur Unterstügung werde auch die Spruch über ihre Geschäftslage zu ermöglichen. Daß durch das gemeingräbt" alfo nach irgend einer Richtung die bestehende Staatsform. praris des Dresdener Oberlandesgerichts herangezogen. Was von fame Busammenhalten dieser günstige Erfolg gesichert wird, beweist Durch die einseitige Hervorhebung, daß die Socialdemokratie unter dem Dresdener Oberlandesgericht und seiner Spruchpraris behauptet der Ausgang des Streits der Hafenarbeiter zu Hamburg auf das anderem auch antimonarchischen Tendenzen huldigt, stellt das Urteil sei, sei wahr, dafür sei der Beweis der Wahrheit er schlagendste. Und deshalb giebt sich der Arbeitgeberbund der die eine politische Partei schlechter als die anderen Parteien. bracht. Er könne nur sagen, das Gericht sei in diesen Urteilen von festen Hoffnung hin, auf Unterstützung der Herren Baulieferanten in Es wird sodann ein Urteil verlesen, durch welches ein An- dem furulischen Sessel in den Kampf der Parteien hinab- diesem Kampfe rechnen zu dürfen." geklagter Thieme wegen groben Unfugs verurteilt wird, gestiegen. In einem Urteil würden die Nicht- Socialdemokraten als wie diplomatisch die Unternehmer über die Thatsache hinwegweil er in einer Stöderversammlung laut ſein Mißfallen bezeugt hat die„ Gutgesinnten“ bezeichnet, das involviere, daß die anderen die täuschen wollen, daß sie sämtliche Maurer ausgesperrt haben, weil und dadurch die Anhänger der Gegenpartei belästigt haben soll. Schlechtgesinnten seien. Wenn solches ein Redacteur oder ein Ver- täuschen um einen Stundenlohn von 65 Pf. Auf seinen Einwand, daß da, wo Beifalls bezeugungen erlaubt feien, fammlungsredner fage, jo lächele man über die Geschmadlofigkeit, auf einigen Bauten auch Mißfallsäußerungen statthaft sein müssen, sagt das Gericht: in so einseitiger Weise seinen politischen Standpunkt zu martieren, gestreift wurde, obwohl nicht nur eine ganze Anzahl Maurer Daraus, daß auch die Gegner der Socialdemokraten ihren Beifall in dem Urteile eines Gerichtshofes sei eine solche Aeußerung gänzlich diese Forderung nicht erhoben, sondern auch zirka tausend laut und in geräuschvoller Weise fundgegeben haben, folgt nicht unverständlich. Arbeitern dieser Lohn schon gezahlt wurde.„ Aufgezwungene BeStraflosigkeit des Angeklagten, sondern nur, daß unter Umständen Sollte aber der Gerichtshof mit dem Staatsanwalt der Meinung strebungen" also die Aussperrung, die den Zweck hat, die Maurer vielleicht eine Strafverfolgung der Gegenpartei hätte in Frage sein, daß der Beweis der Wahrheit nicht gelungen sei, so rechtfertige auszuhungern! Sehr schwach sind die Gründe, mit denen sie die gelangen können. fich doch keineswegs das beantragte Strafmaß. Tadelnde Urteile Lieferanten gewinnen wollen, ihnen zu Helfen, dic= über wissenschaftliche und künstlerische Leistungen seien auf Grund des§ 193 straffrei, hier sei es auch nicht notwendig, daß individuelle jenigen Unternehmer firre zu machen, die anständiger sind, persönliche Interessen vorliegen. Daß Gerichtsurteile, wenigstens Urteile eines Ober Landesgerichts, wissenschaftliche Leistungen sein sollen, unterliege wohl keinem Zweifel. Er wiederhole deshalb seinen Antrag auf Freisprechung. der Wahrheit gelungen sei. Soviel Urteile hier verlesen feien, soviel Angell. Jacobey hebt nochmals hervor, daß ihm der Beweis Beweise habe er für die Behauptung erbracht, daß die Ansicht des Dresdener Ober- Landesgerichts dahin ging:„ bie SocialdemoZu dem Plane der Unternehmer, die Aussperrung auf ganz fraten müssen anders behandelt werden, anderen politischen Parteien". Nach etiva ziveistündiger Beratung verkündet der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Denso folgendes Urteil: In diesen Worten: unter Umständen vielleicht" steht der Verteidiger eine auch in diesem Urteil eine differentielle Behandlung zwischen Angehörigen der Socialdemokratie und denen anderer politischer Parteien. Es werden weiter berlesen Urteile gegen Flath und Genossen und Kittel und Genossen, Urteile, in denen es sich um die Be: gründung von Strafen wegen groben Unfugs für die Verteilung socialdemokratischen Flugblättern handelt. In dem Urteil kontra Flath heißt es: bon Indem die Angeklagten eine große Anzahl von Flugblättern offen, sichtbar auf dem Arme tragend, so daß die Thätigkeit des Verbreitens auch auf öffentlicher Straße wahrnehmbar wurde, zum Zweck der Verteilung unberufen in die Häufer und Wohnungen der Bewohner Ober- Frohnas ohne Rücksicht auf die politische Gesinnungsart des einzelnen eindrangen und die Flugblätter, unbekümmert, ob der einzelne danach Verlangen trug oder nicht, in die Wohnungen einlegten, störten sie den öffentlichen und häuslichen Frieden und belästigten die Bewohner einer ganzen Ortschaft durch aufdringliches Darlegen des Partei= standpunttes der Socialdemokratie und ihrer politischen, auf Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichteten Ziele und gefährdeten zugleich die Freiheit der politischen Ueberzeugung anders Denkender." N wie der Bund. Weiter nichts als die Sicherheit der altulation und einen richtigen Ueberblick über die Geschäftslage wollen sie sich erhalten. Als ob die Kalkulation etwa weniger höher wäre, wenn die Löhne per Stunde um 5 Pf. höher sind! Spielen geringste Rolle. Die Lieferanten dürften sich durch solche faule doch überdies die Arbeitslöhne bei den Kosten eines Baues die Gründe schwerlich ein Geschäft entgehen lassen. Deutschland auszudehnen, schreibt das„ Berl. Tageblatt": " Wir stehen nicht einen Augenblick an, zu erklären, daß wir in dieser geplanten Ausdehnung des Kampfplages ein wahrhaft nationales Unglück erblicken würden. Der Gerichtshof hat nach dem Antrage des Staatsanwalts auch den Say" Sachsen ist der klassische Boden für den Kampf zwischen Eine derartige Kraftprobe seitens des Arbeitgeberbundes müßte Proletariat und Reaktion" in den Bereich seiner Erwägungen ge- eine Erbitterung unter der gesamten deutschen Arbeiters zogen. Es hat aber einen Zusammenhang zwischen diesem und dem schaft erzeugen, die auf die Entwickelung unserer gesamten inneren besonders inkriminierten Sage nicht finden können, vor allem nicht Zustände nur vom übelsten Einflusse sein würde. Gerade im in der Richtung, daß ebenda behauptet sein soll, das Dresdener Oberlandesgericht habe sich in den Dienst der Reaktion im Kampfe facialen Kampfe, in welchem sich ohnehin schon genug schroffe Gegensätze herausbilden, sollte alles vermieden werden, was die gegen das Proletariat gestellt. Der Angeklagte hat für seine Behauptung, daß die Spruchpraris des sächsischen GerichtsLeidenschaften zu einer wahren Siedehize zu steigern geeignet hofes die Angehörigen der Arbeiter Kategorie für minderen Rechtes erklärt habe denn andere Staatsbürger, den Be= sein könnte. Welche Maßregel müßte aber die Gemüther der Arbeiter mehr und nachhaltiger erregen, als solch eine allgemeine weis der Wahrheit angetreten. Der Beweis iſt in ſehr un Sperrverordnung?" fangreicher Weise erhoben worden und der Gerichtshof ist zu der Die Arbeitseinstellungen sind im Laufe des gestrigen Tages, eberzeugung gekommen, daß dem Angeklagten in drei infolge des Versammlungsbeschlusses der lokalen Maurer vom erfolgt. Die Arbeit wurde überall Fällen der Beweis der Wahrheit gelungen ist. Zunächst mit infolge des Versammlungsbeschlusses der lokalen Maurer vom dem Urteil in dem Flugblatt- Prozeß fontra Flath, worin entgegen Freitag sehr zahlreich Auf mehreren Bauten wurden die den Bestimmungen des§ 43 lediglich der Umstand zur Strafbarteit einmütig niedergelegt. geführt hat, daß die Angeklagten Socialdemokraten Forderungen, ohne daß es zur Arbeitsniederlegung tam, sofort bewaren, zum zweiten in dem Urteil wegen des Boykotts gegen Baum- willigt. Verschiedene größere Firmen haben auf ihren sämtlichen garten und zum dritten in dem Urteil gegen Naumann. In legterem Bauten nicht nur keine Aussperrungen vorgenommen, sondern auch Urteil wird eine Sammlung zu socialdemokratischen Zweden als gegen den Stundenlohn von 65 Pf. bewilligt. Aussperrungen find die öffentliche Ordnung angesehen, lediglich wegen der social- gestern nur noch von zwei Firmen auf mehreren Bauten, Es heißt in dem inkriminierten darunter am Bau des Gewerkschaftshauses, vorgenommen Saze, der höchste Gerichtshof Sachfens habe oft ohne umworden. Wie uns zuverlässig berichtet wird, sind gestern bereits schweife die Angehörigen der Arbeiterklasse für minderen Rechts, erklärt. Oft, d. h. mehr als zweimal, und ohne Umschweife, d. 5. einige Bauten, wo die Arbeiter ausgesperrt bezw. die Forderungen klar und deutlich. Beides trifft zu. Das Gericht hat deshalb zu nicht bewilligt waren, in andere Hände übergegangen, damit einem Schuldigspruch nicht kommen können. Der Angeklagte die Arbeit wieder aufgenommen werden soll. Vielfach ist den Ars der Staatstafie auferlegt. ist freigesprochen worden und die Kosten des Verfahrens werden beitern die Bewilligung des Stundenlohnes von 65 Pf. zum Montag versprochen worden. In dem Urteile contra Rittel wird zur Begründung der Strafbarkeit darauf Wert gelegt, daß die Angeklagten, um ihre Flugblätter an den Mann zu bringen, mit Kenntnis von dessen Inhalt und 8wed, welcher in der Berbreitung socialdemokratischer Lehren und Anschauungen bestand, unberufen in die Häuser eindrangen, ja es wird in diesem Urteil selbst in der Verbreitung solcher Blätter auf der Straße eine Rechtswidrigkeit erblidt. Es wird weiter ein Urteil des Oberlandesgerichts verlesen, das fich auch in einer Wahlflugblatt- Verbreitungs- Sache gegen ein freifich auch in einer Wahlflugblatt- Verbreitungs- Sache gegen ein frei sprechendes Erkenntnis des Landgerichts Bauzen richtet und in dem Inhalt der socialdemokratischen Flugblätter den Inhalt der socialdemokratischen Flugblätter den Thatbestand des groben Unfugs erblickt und auch das hoch auf die Socialdemokratie, mit welchem der Juhalt des Flug- de motratischen 3 wede. blatts schloß, als strafbar bezeichnet. Rechtsanwalt eine macht darauf aufmerksam, daß die Flugblatt- Verbreitung auf der Straße und in den Häusern die einzig mögliche und übliche Vertretung sei, daß nicht nur die Socialdemokratie, sondern auch jede andere Partei sich selbst in ihren Flug baren Charalter des Hochs auf die Socialdemokratie beweist, daß blättern berherrlicht und daß gerade dieser Hinweis auf den straf hier etwas für strafwürdig erklärt wird, was bei anderen Parteien : straffrei bleibt: Praktisch sei durch dieses Erkenntnis den Socialdemokraten in Sachsen die Agitation für ihre Bestrebungen durch Flugblätter unmöglich gemacht, obwohl gerade§ 43 der GewerbeOrdnung die Agitation durch Flugblätter für die Wahlen zu gesetzgebenden Körperschaften sicher stellen will. Staatsanwalt Blaschte hält das Urteil für durchaus torrett und lobenswert. Er sagt: Das Haus ist geschlossen und die Berteilung von politischen Flugblättern tann im höchsten Grade geeignet sein, die einzelnen Hausbewohner zu emuyieren und zu belästigen. Es wird weiter ein Urteil verlesen, das die Bestrafung wegen groben Unfug& ausspricht, weil bei einem Begräbnis in Stötterig von mehreren Personen weiße Schleifen mit roter Aufschrift getragen worden sind. Rechtsanwalt eine sieht auch in diesem Urteil einen Beweis dafür, daß, was allen Parteien erlaubt ist, nämlich die Embleme und Farben ihrer Gesinnung zu tragen, im Königreich Sachsen den Angehörigen der Arbeiterpartei verboten ist. Staatsanwalt Blaschte hält auch dieses Urteil für durchaus forrekt, da es nur prüft, ob eine aus dem Jahre 1849 stammende Polizeiverordnung rechtsgültig sei, und diese Frage bejaht habe. In 1. folge dieser Polizeiverordnung ist es den Socialdemokraten nicht möglich, ihre Farben bei Begräbnissen zu entfalten, aber nicht infolge der Spruchpragis des Oberlandesgerichts Dresden. Ein weiteres Urteil, das verlesen wird, erörtert einen Fall, in welchem die Socialdemokraten einem Gastwirt Baumgarten, Protestversammlungen gegen die Zuchthausvorlage. Die Zahl der unverheirateten Maurer, die Berlin verlassen haben, ist gestern erheblich gestiegen und beträgt ca. 1000. In den meisten Fällen tonnte den Abreisenden sichere Arbeitsgelegenheit nachgewiesen werden. In der bürgerlichen Bresse wird berichtet, daß die Zahl der AusDie Protestbewegung gegen die Zuchthausvorlage erfaßt die ständigen bereits 10 000 beträgt und daß neben 8000 Maurern Buzzer usw. die Arbeit Arbeiter des ganzen Reiches und Berichte über Versammlungen, in die gimmerer, Glaser, Dachdecker, denen die Empörung in hellen Flammen auflodert, laufen einstellen mußten. Diese Angaben sind unzutreffend.( Bisher find fortwährend ein. liegen uns wieder Berichte vor mir die eigentlichen Hilfsarbeiter der Maurer( Steine-, Mörtelaus Nowawes, Torgelow, Forst i. L.( 2 Versammlungen) träger 2c.) etwa 1000 Mann durch den Ausstand in MitleidenKönigsberg, Gaarden, letersen, Dessau( Gewerkschaft gezogen, während die übrigen Branchen wenigstens bis dem Kampfe beteiligt sind. vereinler) und Eisenach. Ueber eine ganze Anzahl Verſamm- jetzt noch nicht direkt an lungen in kleineren Orten Bayerns berichtet die bayrische Preſſe. Ein genaues Bild über die Situation ergiebt das Resultat der von In Breslau wird ein Flugblatt verbreitet und für Schlesien, speciell der Lohnkommission gestern vorgenommenen Baukontrolle. Danach Breslauer Bezirk, werden 16 Versammlungen für die nächste Tagen angekündigt. In Dresden fand eine Protestversammlung der Stein- wurden von den 649 in Betracht kommenden Bauten( die Vororte, vorgenommen wurden, sind hierarbeiter für Dresden und Umgegend statt, zu der allein aus Birna wo keine Aussperrungen bei nicht nicht einbegriffen) 2483 Maurer auf 214 Bauten 350 Steinarbeiter per Bahn antamen. ausgesperrt. Auf 154 Auf 154 Bauten mit 1132 Maurern ist der Stundenlohn von 65 Pf. bewilligt und wird gearbeitet. Auf 281 Bauten haben 3062 Maurer bis gestern mittag die Arbeit eingestellt, während vorläufig noch 1106 Maurer auf diesen Bauten zu den alten Bedingungen arbeiten, von denen aber ein Teil die Bewilligung der Forderung zugesagt erhalten hat. Der Centralvorstand des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter hat an jämtliche Reichstags- Abgeordnete, mit Ausnahme der social demokratischen, einen Protest versandt, worin er verlangte, jede der artige Vorlage von vornhereiu" abzuweisen. C welcher ihnen sein Lokal zu Bersammlungen nicht hergeben wollte, zur Massen aussperrung der Berliner in einem Flugblatt damit geantwortet hatten, daß sie ihre Genossen aufforderten, das Lokal zu meiden. Es wird da grober Unfug angenommen, weil durch das betreffende Flugblatt das Publikum aufgefordert wird, die Freiheit seines Thuns und Lassens zu Gunsten Manrer. Der Bund der Unternehmer hat an die Vorstände der dem Sociale Rechtspflege. der Strebziele einer auf den Umsturz der bestehenden Staats- Innungsverbande deutscher Baugewerksmeister angehörigen Jnnungen Gewerbegericht nach einer Entscheidung der Kammer III un und Gesellschaftsordnung ausgehenden politischen Partei zu beschräuten. Rechtsanwalt eine hebt hervor, daß nach diesem Urteil jeder strafbar ist, der einen noch nicht zur Socialdemokratie gehörigen Mitmenschen auffordert, etwas zu thun, was der Socialdemokratie angenehm oder förderlich ist. Das letzte Urteil, welches verlesen wird, erörtert einen Fall, : in welchem ein Mann wegen ruheftörenden Lärms bestraft worden ist, den er bei der Einholung eines aus dem Gefängnis zurückkehrenden Redacteurs verübt haben soll. In dem Urteil wird darauf hingewiesen, daß der Redacteur zwar nicht Socialdemokrat sei, sondern freifinnig, aber der Socialdemokratie besonders nahe stehe. 之 Rechtsanwalt eine bemerkt dazu, daß diese Hervorhebung der politischen Gesinnung, die mit der Strafthat an sich gar nichts zu thun habe, nur geschehen sei, weil das Gericht in der Ovation für den einer mißliebigen Partei angehörenden Redacteur ein verschärfendes Moment für die Strafthat erblickt hat. Jacobey bestreitet irgend einen Zusammenhang der einzelnen Säße des unter Anklage gestellten Artikels mit der besonders intriminierten Stelle. Er sei sich der Verantwortung voll bewußt : gewesen, habe aber von Anfang an die Ueberzeugung gehabt, daß Die inkriminierte Aeußerung beweisbar sei, da ihm alle die hier verlesenen Urteile bekannt gewesen und die meisten von ihnen ja auch schon im Vorwärts" veröffentlicht worden seien. und an die Unternehmer- Verbände für das Baugewerbe ein Rund schreiben erlassen, in dem es heißt: „ Nachdem die Bewegung zur Erlangung des Stundenlohnes von 60 Pf. taum beendet und dieser den Maurern allgemein zu gestanden ist, erweist sich die jetzt gestellte neue Forderung geradezu als eine Herausforderung der Arbeitgeber und als eine Machtprobe der socialdemokratischen Führer, die mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden muß. Der hiesige Arbeitgeberbund richtet deshalb an alle Kollegen im Deutschen Reiche die dringende Bitte um Unterstützung in dem schweren Kampfe, dessen Ausgang sicherlich für das ganze Baugewerbe von entscheidender Bedeutung sein wird. Für die Rückforderung zuviel gezahlten Lohnes ist das zuständig. Indessen können die zuviel gezahlten Beträge vor dem Gewerbegericht gegen Forderungen des Arbeiters, die aus dem Arbeitsverhältnis hergeleitet werden, zur Aufrechnung gelangen. Lehte Nachrichten und Depelthen. Stettin, 17. Juni. Im Laufe des Nachmittags wurden in der Oder noch 4 Kinderleichen aufgefunden; ein zwölfjähriger Knabe wird noch vermißt; mit demselben hat die Schiffstatastrophe vor Züllichow 14 Opfer gefordert. Der gesunkene Dampfer Blücher" wurde im Laufe des Nachmittags, nachdem er mit Brahmen gehoben worden war, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft nach dem Regierungsbauhof verholt. " Da die Arbeitnehmer in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen haben, daß alle unverheirateten Maurer sofort Berlin und dessen Vororte zu verlassen und den verheirateten Genossen ihre ebeiitl. Baris, 17. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird bestätigt, daß der Arbeitsstätten zu überlassen haben, so richten wir an alle Herren Präsident 2o ubet Walded Rousseau zu 9 Uhr abends zu Kollegen die dringende Bitte, gemäß dem Beschluß des Innungs- fich ins Elysee berief. Letzterer wird der Einladung Folge leisten. Verbandes Deutscher Baugewerksmeister, dem sich auch der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe angeschlossen hat, bis zur Beendigung der Arbeitseinstellung keinen aus Berlin und dessen Umgebung fommenden Maurer zu beschäftigen." Auch das an die Lieferanten von Baumaterial gerichtete Schreiben liegt uns vor. In diesem heißt es: Konstantinopel, 17. Juni.( Meldung des Wiener Telegr.- Korr.Bur.") An der serbischen Grenze ist bei Jabloniza die Ordning wiederhergestellt. Der Sultan ordnete die Bestrafung etwaiger schuldtragender Türken an. Johannesburg, 17. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) In Pardekraal hat die angekündigte Versammlung der Burghers unter Beteiligung von 4000 Personen stattgefunden und ist in voller Ordnung verlaufen. Alle Redner sprachen zu Gunsten der Borschläge des Präsidenten Krüger. Die Versammlung war ein hellig dafür, daß keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden dürfen. Auf weitere Beweisaufnahme wird hierauf allseitig verzichtet. Angesichts dieser Sachlage nimmt der Arbeitergeberbund VerStaatsanwalt Blaschte hält in seinem Plaidoyer an der Aufanlassung, sich mit den Herren Lieferanten von Baumaterialien in fassung fest, daß in dem inkriminierten Artikel den Richtern des OberBerbindung zu setzen und dieselben zu ersuchen, seine ihm auf landesgerichts Dresden vorgeworfen sei, fie hätten sich in den Dienst der mit Brutalität und Tüde kämpfenden herrschenden Klassen gezwungenen Bestrebungen dahin zu unterstützen, daß Verantwortlicher Redacteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltungsblatt... Nr. 140. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 18. Juni 1899. Reichstag. 95. Sigung. Sonnabend, 17. Juni 1899. 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf v. Posadowsky, v. Bülow. Zunächst steht auf der Tagesordnung die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Handelsbeziehungen zum britischen Reich. Dazu liegen folgende Anträge vor: 1. v. Levehow und Gen.( t): Der Reichstag wolle beschließen, in den Tert des Gesezentwurfs die Worte bis auf weiteres" zu streichen und dafür die Worte zu sehen bis zum 30. Juli 1900". 2. Frhr. v. Waugenheim, Dr. Röside, Dr. Hahn und Gen. ( B. d. L.): Der Reichstag wolle beschließen, dem Gesezentwurf die folgenden beiden Säge anzufügen: Die dem Bundesrat zu erteilende Ermächtigung gilt nur für den Fall, daß im britischen Reiche oder in Teilen desselben die Meistbegünstigungsverhältnisse eine Verschiebung zu Ungunsten der Angehörigen oder Erzeugnisse des Deutschen Reichs nicht erfahren und daß namentlich in den britischen Kolonien und auswärtigen Besizungen eine ungünstigere Behandlung der Angehörigen oder Erzeugnisse des Deutschen Reichs als der Angehörigen oder Erzeugnisse des britannischen Mutterlandes nicht eintritt. Diese Ermächtigung gilt ferner nur unter der Voraussetzung, daß nicht die Zölle britischer Gebietsteile in einer die deutsche Ausfuhr benachteiligenden Art verändert werden. Ferner beantragen die Abg. v. Levehow und Genossen folgende Resolutionen. 1) Die verbündeten Regierungen zu ersuchen: a) die Aufstellung eines neuen Generaltarifs zu beschleunigen, b) soweit es durch die Entwickelung der zollpolitischen Verhältnisse zu anderen Staaten geboten ist, die Beibringung zweckentsprechender Ursprungszeugnisse vorzuschreiben. Abg. Dr. Lieber( C.): Abg. Münch- Ferber( natl.) gebung beschreiten wird, als wenn hier über die Petition zur Tagess ordnung übergegangen wird. berliest eine Eingabe einer Handelskammer, die bittere Klage über die amerikanischen Zollbehörden führt. Er empfiehlt, diese Eingabe Dazu kommt noch ein Gesichtspunkt: eine Petition, welche gegenüber dem Warnungssignal von einem Zollkrieg, das der Abg. ein fo bedeutungsvolles Thema behandelt, kann hier unmöglich Bromel gegeben, mit zu berücksichtigen. Es sei notwendig, daß man durch Uebergang zur Tagesordnung abgethan werden. Die Motidie amerikanischen Waren bei uns genau so streng kontrolliert, wie vierung, die Sie diesem Beschlusse geben, wird in den weiten Boltsdie deutschen in Amerika. treisen nicht bekannt, wohl aber der Beschluß selbst. Und niemand im Volte wird es verstehen können, wie man über einen solchen Gegenstand zur Tagesordnung übergehen konnte. Ich bitte Sie, hoffe, daß dadurch die Abhilfe der in der Kommission gerügten Uebelstände beschleunigt werden wird.( Bravo! bei den Social demokraten. Abg. Brömel( frs. Wg.). bezweifelt, daß die Mehrheit der deutschen Industrie auf dem Stand- meinen Antrag auf Ueberweisung als Material anzunehmen, und punkt jener Handelskammer stehe. Damit schließt die Debatte. Die Vorlage wird mit dem Amendement, das die Frist bis zum 30. Juli 1900 feſtſeßt, angenommen. Die Uebereinkunft zwischen Deutschland und Uruguay über das Wiederinkrafttreten des Handels- und Schiffahrtsvertrages vom 20. Juni 1892 wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Ebenso der Konsularvertrag zwischen Deutschland und Brafilien, ferner die Novelle zum Gesez, über die Rechtsverhältnisse in den Kolonien. Es folgen Wahlprüfungen. An erster Stelle steht die Wahl des Abg. von Roebell( 8. Potsdam, kons.). Die Kommission hat die Wahl beanstandet. Die Konservativen hatten beantragt, über die im Gegenprotest angeführten Thatsachen Beweis erheben zu lassen. Dieser Antrag wird dem Kommissionsantrage entsprechend, abgelehnt; der Kommissionsantrag wird angenommen. Für gültig erklärt wird die Wahl der Abgg. Gamp( 8. Marienwerder, Rp.). Die Wahl des Abg. Böde I( 5. Kaffel, Antis.) hat die Kommission be an standet. Abg. Böckel( wild- Antis.) Abg. Gröber( C.): von Reichs wegen in Sachen der Zwangserziehung regeln läßt, iſt Dem Antrage Singer fann ich mich nicht anschließen. Was sich im Bürgerlichen Gesetzbuche bereits geschehen. Die Frage der Durch führung der Zwangserziehung muß sich aber ganz nach den Ver hältnissen in den einzelnen Bundesstaaten richten. Es ist Sache der Einzelstaaten, die Ausführungsbestimmungen zu erlassen. Damit schließt die Diskussion. Material an den Reichskanzler wird gegen die Stimmen des Centrums Der Antrag Singer auf Ueberweisung der Petition als und einiger Konservativer angenommen. Eine Petition des Junungsverbandes deutscher Bangewerksmeister wegen wahlweiser Zulassung von Festungshaft neben Gefängnisstrafe in den Fällen der S 222 und 230 des Strafe gesetzbuches, welche die fahrlässige Körperderlegung und fahrlässige Tötung betreffen, beantragt die Kommission, dem Reichskanzler als Material zur Abänderung des Strafgesetzbuches zu überweisen. Abg. Bebel( Soc.): ergreift dazu selbst das Wort. Es handle sich hier um einen prinEine weitere Resolution fordert Einführung von Wertzöllen an cipiellen Fall: kann eine Wahl kassiert werden, weil Beeinflussungen Ich bitte den Kommissionsantrag abzulehnen und über die stelle der tarifmäßigen Eingangsabgaben den Staaten gegenüber, zu Gunsten des unterlegenen Gegenkandidaten( des Nationalsocialen) Petition zur Tagesordnung überzugehen. In der Petition welche solche Wertzölle haben, sowie Zulassung von Zuschlägen zu vorgekommen sind, der deshalb nicht an stelle des Konservativen in ist auch nicht ein durchschlagender Grund angeführt. Die Betenten den Tarifsätzen und den Wertzöllen. die Stichwahl gekommen zu sein behauptet? Wollte man sich zu machen geltend, daß in einer Reihe von Fällen, wo gegen diesem Grundfaße bekennen, so wäre einfach jedes Mandat in Baumeister wegen fahrlässiger Körperverlegung oder Tötung auf Meine politischen Freunde find bereit, die verlangte Ermäch- Gefahr. Gefängnis erkannt worden sei, diese Strafe im Gnadenwege tigung dem Bundesrat weiter zn erteilen, wir schließen uns aber dem Abg. Arendt( Np.): in Festungshaft verwandelt worden sei. Aus welchem Grunde die Antrag v. Levezow und Genossen an, die Befristung ganz bestimmt bestreitet die principielle Bedeutung dieser Beanstandung, da auch Begnadigungen erfolgen, entzieht sich unserer Kritik, schon weil wir zu bezeichnen. Was die Sache selbst angeht, so bedauern wir, daß eine amtliche Wahlbeeinflussung zu Gunsten Böckels im Protest be- die einzelnen Fälle nicht kennen. Jedenfalls ist das Begnadigungses zu einer endgiltigen Regelung unserer Handelsbeziehungen zum hauptet worden ist. Zudem sei eine Beanstandung noch keine Annullierung vertreter in der Kommission darauf hingewiesen worden, daß die recht sehr subjektiv. Ganz mit Recht ist schon vom Regierungsbritischen Reiche noch nicht gekommen ist. Wir sind durchaus bereit, Im übrigen bin ich allerdings der Meinung, daß die Wahlprüfungs- Betenten eins ganz übersehen: im§ 222, der von der fahrlässigen die deutsche Produktion aller Welt gegenüber mit allem Nachdruck Kommission in letzter Zeit viel zu sehr dem Verlangen nach Beweis- Körperverletzung handelt, ist in erster Linie die Geldstrafe vorgesehen. zu schüßen.( Bravo! rechts.) Auf der anderen Seite sind wir aber erhebungen nachgiebt. Der Auficht, daß es vielleicht schädlich sein könnte, für die Erreichung Schon jetzt hat also das Gericht es in der Hand, in milde liegenden dieses Zieles im Augenblick allzu scharfe Töne anzuschlagen. Daher Fällen auf Geldstrafe zu erkennen. will ich auf die gestrigen Ausführungen nicht weiter eingehen. Noch ein Wort zu den Resolutionen. Abg. Aner( Soc.): will ich bemerken, daß die Wahlprüfungs Kommission, wenn sie Gegenüber der letzten Aeußerung meines Herrn Vorredners glaubt, daß in dem Protest Angaben enthalten sind, die die Wahl in Zweifel zu stellen geeignet sind, einfach die Pflicht hat, Beweiserhebungen zu veranlassen. Und weiter hat sie auch in diesem Falle nichts gethan. Hätte sie das unterlassen, so hätte sie einfach ihrer Aufgabe nicht genügt. Jm vorigen Jahre hat Graf Posadowsky dem damaligen Abgeord Mit den Betenten hat der Reichstag fich schon mehrfach beschäftigt. neten meiner Partei, dem Genossen Legien gegenüber anerkannt, daß Wenn ich auch mit der Tendenz der Refolutionen einverstanden gerade im Baugewerbe auch nach seinen Studien weitere Schutz bin, so halte ich es doch für zweckmäßiger, fie vollständig losgelöst maßregeln notwendig find. In der Anerkennung dieser Notwendigkeit von dem britischen Handelsprovisorium zu behandeln. Wir haben liegt das Zugeständnis, daß im Baugewerbe eine ganze Reihe von es ja nicht allein mit England zu thun, auch nicht einmal vor wiegend. Ich habe die Empfindung, als sollten die Resolutionen Unternehmern vorhanden sind, die nicht die nötige Fürsorge für Nun noch ein paar Worte zu dem, was Herr Böckel hier vor- Leben und Gesundheit der Arbeiter treffen. Was soll dann den eine Ohrfeige austeilen, eine Ohrfeige, die aber England nicht an getragen. Herr Böckel meinte, wenn Wahlbeeinflussungen zu Reichstag veranlassen, durch die Annahme des Kommissionsantrages uns verdient hat, wenigstens nicht in dem Augenblick. Ich bitte Sie, Gunsten des unterlegenen Kandidaten vorkommen, so spreche zuzugeben, daß eine Aenderung des Strafgesetzbuches, eine besonders den Entwurf anzunehmen, mit alleiniger Aenderung der Frist von einer das doch nicht gegen den Sieger. Herr Böckel hat vergessen, milde Behandlung der Baumeister notwendig sei. Der Verband unbestimmten in eine bestimmte. daß hier nicht bloß zwei Standidaten, sondern drei vorhanden deutscher Baugewerksmeister hat in früheren Jahren auf Abänderung Abg. Hahn( Bd. d. Landw.): waren. Und gerade der dritte hat fich beschwert, geftützt auf die der Gewerbe- Ordnung dahin petitioniert, daß für das Baugewerbe die Wir wollen in unsern Anträgen sachliche Entschiedenheit in der Amahme, daß, wenn diese Wahlbeeinflussung nicht vorgekommen Zwangsprüfung eingeführt werde. Der Reichstag hat diesen Wunsch Wahrnehmung unserer Interessen England gegenüber zum Ausdruck wäre, nicht der konservative Kandidat, sondern er in die Stichwahl regelmäßig abgelehnt, unter den Motiven der Betenten aber befand bringen. Unser Grundgedanke ist aber: Abwehr und Verteidigung; nicht seinerseits an der Feststellung dieser Wahlbeeinflussung vor, und Personals auf diesen notwendig sei, daß geprüfte Baumeister mit gekommen wäre. Es liegt also ein ganz wesentliches Interesse sich stets der Grund, daß es für die Sicherheit der Bauten und des etwa: Angriff! Wir befinden uns in einer unhaltbaren Situation; deshalb mußte seine Beschwerde auch berücksichtigt werden. Daß der Leitung der Bauten betraut würden, weil den nicht geprüften unsere Produktion wird in ihrer Ausfuhr von anderen Staaten un- unter Umständen gerade derjenige, zu günstiger behandelt, als die anderer von uns. Es handelt sich hier zu deffen Ungunsten die Meistern zu viel Unglüdsfälle passierten. In dieser Petition aber vorwiegend um ein industrielles Interesse; ein landwirtschaftliches ist Beeinflussung stattgefunden hat, noch darunter leiden muß, geben die Imnungsmeister selber zu, daß auch den geprüften Bautaum zu entdecken. Wir wollen unserer Regierung Waffen in die das kann, wie in diesem Fall, passieren. Der Fall ist übrigens meistern das Malheur eines Unfalls passieren kann, daß auch sie Hand geben, die der vollständigen Wehrlosigkeit Deutschlands ein keineswegs so gänzlich neu. In der vorigen Legislaturperiode haben aus Leichtsinnigkeit und Fahrlässigkeit die Gesundheit der Arbeiter Ende machen. Wir haben die Resolutionen eingereicht, um die Verantwortlichkeit für die gegenwärtige Unhaltbarkeit von uns ab- und der Regierung zuzuwälzen. Abg. Graf Kanik( f.) behält sich vor, einen Antrag auf Abänderung des Bolltarifs in der nächsten Tagung dem Hause vorzulegen. Abg. v. Levehow( f.) zieht nunmehr seine Resolution zurück, um sie bei dem Antrage Kanig in der nächsten Tagung wieder einbringen zu können. Staatssekretär Graf Posadowsky hält es für bedenklich, wenn man bei einem solchen Specialgesetz, das die Beziehungen zu einer befreundeten Macht behandelt, einen Bufag, wie den vom Abg. Hahn beantragten, einfüge, der als eine Drohung aufgefaßt werden muß. wir ihn schon bei der Wahl des freisinnigen Abg. Mayer erlebt. Damals hatte der Landrat für den konservativen Gegenkandidaten agitiert; trotzdem beschloß die große Mehrheit des Hauses, daß die Wahl kassiert werde; was vorläufig in diesem Falle ja noch nicht geschehen ist. Wie gesagt, wir können gar nicht anders, als die Wahl zu beanstanden. Der Protest lautet dahin: daß, wenn jene Wahlbeeinflussung nicht stattgefunden hätte, ein anderes Wahlresultat erzielt worden wäre, dadurch, daß ein anderer Kandidat in die Stichwahl gekommen wäre. Der Beschluß der Kommission war daher in jeder Beziehung torreft. Die Wahl wird, dem Kommissionsbeschluß entsprechend, beanstandet. Für giltig erklärt werden die Wahlen der Abgg. v. Massow ( 2. Stönigsberg, t.) und Frbr. v. Richthofen( 9. Breslau, f.). Beanstandet wird die Wahl des Abg. Müller( Schwarzburg Rudolstadt, natl.). Es folgen Petitionen. Apotheken wird der Regierung als Material überwiesen. Eine Petition betreffend die Verstaatlichung der stoffe wird nach furzer Debatte die Abstimmung ausgefegt, bis Ueber eine Betition betreffend den Zoll auf ausländische Gerb der Bericht der Kommission über eine im entgegengesezten Sinne abgefaßte Petition vorliegt. schädigen, denn wäre das nicht der Fall, so hätten sie auch keinen Grund, eine Aenderung des Strafgesetzbuches zu verlangen. Gewiß ist eine Revision des Strafgesetzbuches im allgemeinen notwendig. wenn hier bei Körperverlegungen und fahrlässiger Tötung eventuell Festungshaft verlangt wird, warum soll da nicht z. B. ebenso in den Beleidigungsparagraphen 185, 186 und 187 die Festungshaft bor gesehen werden. In dem Augenblick, wo fortgesetzt Vorlagen auf Berschärfung des Strafgesetzbuches erscheinen, würde es bei den Bauarbeitern einen Sturm der Entrüstung erregen, wenn wir eine Milderung der Strafgefeße für Innungsmeister verlangen wollten, ( Beifall bei den Socialdemokraten.) nal and Abg. Gröber( C.): Die Frage, ob und wo neben Gefängnisstrafe die Festungsstrafe im Strafgesetzbuche vorzusehen ist, wird ganz allgemein bei der Nevision des Strafgesetzbuchs, auf die, wir hoffentlich nicht mehr lange zu warten haben werden, ins Auge gefaßt werden müssen. Im übrigen schließe ich mich der Ansicht des Herrn Bebel an. In der Mehrzahl der Fälle des§ 222 wird schon jetzt auf Geldstrafe erkannt. Bei der Abstrafung bloßer Fahrlässigkeit erkennt man ja nur Menschenleben die Folge der Fahrlässigkeit war, mit Bagen auf Gefängnisstrafe. Wenn aber die Vernichtung von Gefängnisstrafe dann ist und nicht Festungshaft am Plaze. Wir dürfen nicht den Eindruck erweden, als wünschten wir, daß die Verfehlungen gewiffer Berufszweige besonders milde behandelt werden sollen!( Sehr richtig!) Abg. Graf Oriola( natt.) Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim( natl.) erklärt sich im großen Ganzen mit den Darlegungen des Abg. Lieber einverstanden. Wir dürfen in einen heftigen Kampf mit den englis schen Kolonien einstweileu noch nicht eintreten, weil wir noch in Beziehungen zu dem englischen Wutterlande stehen, die wir nicht stören dürfen. An fich freilich sind uns energische Maßregeln sehr ihm pathisch; aber sie müssen eben unserer heimischen Industrie Rugen bringen. Und das ist hier bei diesen Resolutionen nicht der Fall. Es ist daher sehr gut, daß fie zurückgezogen sind. Bei einer Petition, betreffend die Kinderschuß- Gesez Dagegen bin ich mit dem Grafen Posadowsky nicht einer Meinung gebung, die eine Erweiterung der Zwangserziehung für die in Bezug auf die Ursprungszeugnisse. Ich halte folche unter Um- Rinder notorischer Trinker wünscht, beantragt die Stommission mit ständen für sehr nützlich und auch leicht einzuführen. Vor allem Rücksicht auf das Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs und wünschte ich, daß wir ste schon in der nächsten Zeit von Kanada auf die Zusicherung der Regierung, daß in einer Reihe von ist gleichfalls der Meinung, daß über die Petition zur Tagesordnung beanspruchten. Einzelstaaten, insbesondere auch in Preußen, eine Erweiterung geschritten werden muß. Es sei ganz unverständlich, wie die und Ergänzung der Bestimmungen über die Zwangserziehung in Betitionskommission überhaupt zu ihrem Antrage auf Ueberweisung Es muß betont werden: nicht der Handel ist die Hauptsache, als Material gekommen sei. Aussicht genommen sei, zur Tagesordnung überzugehen. sondern die Produktion. Daher muß der Handel all' die Un Abg. Graf Roon( f.) Abg. Fischbeck( frf. Vp.): bequemlichkeiten, die die Ursprungszeugnisse mit sich bringen, rubig fucht die Teilnahme des Hauses für diese Sache zu erweden. Es der Kommission zuzustimmen. Auch uns erscheint es außerordentlich gefährlich, dem Antrage auf sich nehmen, der Produktion zuliebe. Redner zieht sodann handelt sich da um Bestrebungen eines Verbandes, der eine ähnlich den Antrag v. Wangenheim und Genossen bis zur dritten Lesung segensreiche Thätigkeit anstrebt wie die Tierschutzvereine. Er verzurück. zichtet aber auf einen besonderen Antrag, da nach den in der KomAbg. Dr. Brömel( frs. Bg.): mission abgegebenen Erklärungen auch so eine Besserung des bisherigen Zustandes zu erhoffen sei. Tad Abg. Fritzen( C.) Abg. Röficke( Bund der Landwirte): Die zurüdgezogenen Resolutionen bezwecken nichts, anderes als Sie wichtigsten Grundlagen unseres jezigen Bollsystems plöglich vollständig zu ändern. Damit tönnen wir uns schließt sich seinem Vorredner an und tritt für den Kommissions natürlich nicht einverstanden erklären. In den Reden der Herren antrag ein, da die Angelegenheit vor die Einzel- Landtage gehöre. vom Bunde der Landwirte war sehr viel von Waffen und Abwehr die Nede. Ich hoffe indes, daß sich für die Vorschläge der Herren, Abg. Singer( Soc.): Abg. v. Levehow( t.): Auch meine Freunde wünschen nicht, daß dem Antrage der Betitionstommission entsprochen wird, und werden für den Antrag Bebel stimmen.( Heiterkeit.) erklärt als Referent der Petitionskommission: Wir von der KomAbg. Dr. Müller Meiningen( frs. p.): mission stehen mun als arme Sünder da.( Große Heiterfeit.) Es bleibt uns nichts übrig als pater peccavi zu fagen. Ich kam mur versichern, daß wir mit unserem Antrage an eine Sympathie- Kunddie den 8olltrieg bedeuten, keine Mehrheit im Hauje warmen Worte der Herren Vorredner auch bei uns einen Widerhall gebung für die Baugewerksmeister nicht gedacht haben. Wir haben finden wird. Abg. Möller- Duisburg( natl.): Gewiß dfirfen wir der Regierung in dem wirtschaftlichen Kampfe der Nation die nötigen Mittel nicht vorenthalten, doch muß seitens Deutschlands mit der größten Vorsicht vorgegangen werden. Abg. Oertel( f.): Wir sind mit dem Ausgang unserer Aftion sehr zufrieden. Wir Haben unsere Resolution nur zurückgezogen, weil sich inzwischen der Antrag Kanig als möglich erwiesen hat. Der Bollfrieg ist feineswegs unser Ziel. Wir vermeiden aber ihn am besten, indem wir dem Ausland die Zähne zeigen. Uebrigens befinden wir uns in der Defensive, da Amerita durch Bruch des Saratoga- Bertrags den goll frieg begonnen hat. Es kann der beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Wir wollen der Regie rung nur die Waffen liefern; das wollten die Resolutionen, und das wird der Antrag Kanig Hoffentlich bewirken. Ich brauche wohl darüber kein Wort zu verlieren, daß die finden. Ich vermisse aber nur die Konsequenz in den Ausführungen. Sie leberweisung nur vorgeschlagen, weil wir eine Stevision des Wenn die Herren wünschen, daß die Sache vor die Einzellandtage Strafgesetzbuches überhaupt für notwendig erachteten und meinten, gebracht wird, so geschicht das doch viel eher, wenn die Petition der dabei könne auch die in der Petition angeregte Frage behandeli Regierung zur Berüdsichtigung überwiesen wird, als wenn man werden. darüber zur Tagesordnung übergeht. Ganz abgesehen davon, Ganz abgesehen davon, Der Antrag Bebe I auf Uebergang zur Tagesordnung über daß die Hoffnung auf die Gesetzgebung der Einzelstaaten stets die Petition wird hierauf einstimmig angenommen. eine sehr trügerische ist. Wir sind der Ansicht, daß dieses Gebiet Die übrigen Petitionen haben kein allgemeines Interesse. Sie nur reichsgefeßlich geregelt werden kann, und wir würden es für werden nach den Kommissionsanträgen debattelos erledigt. fehr wünschenswert gehalten haben, wenn die Petitionskommission Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sigung Montag den Beschluß gefaßt hätte, daß mit Stücksicht auf diese Petition die Uhr. Regierung aufgefordert werde, dem Reichstage einen Gesezentwurf Dritte Lesung des Handelsprovisoriums mit England. Erste vorzulegen, der die Zwangserziehung anordnet. Beratung der Zuchthausvorlage( Gesez zum Schutz des gewerbs lichen Arbeitsverhältnisses). Abstimmung über den Antrag des Abg. Prinz Schönaich- Carolath auf Bewilligung einer Subvention für das Goethe Dentmal in Straßburg i. E. Ich beantrage daher, nicht den Kommissionsbeschluß anzunehmen, sondern die Petition dem Neichskanzler als Material für die dem nächstige Geseggebung zu überweisen. Wir glauben, daß die Ne aierung bei Unterbreitung der Petition schneller den Weg der Gefez- Schluß 5½ Uhr. Kommunales. " Im Tiergarten vergiftet hat sich in der Nacht zum Sonnabend der Arzt Dr. med. Tille. Dr. Tille, ein Mann von 42 Jahren, wohnte bei Lebzeiten seines Vaters, eines Oberpost- und Telegraphen Assistenten, in Berlin und soll hier auch eine kleine Pragis gehabt freudigen Ueberraschung seiner Kollegen wieder im Reichstag er- Gleditschstraße 30 starb, zog er mit seiner Schwester nach Eberswalde. Genoffe Antrick, der, wie wir gestern mitteilen konnten, zur haben. Nach dem Tode des Vaters, der im Jahre 1896 in der scheinen konnte, ist zwar vollständig außer Gefahr, allein der Dr. Tille führte schon früher ein leichtsinniges Leben. Nach der Heilungsprozeß ist noch lange nicht beendigt und wird noch Monate Verheiratung seiner Schwester scheint er ganz den halt verloren zu in Anspruch nehmen. Die Operation war eine so schwere, daß nur haben. Im Jahre 1897 hielt er sich wieder einige Zeit in Berlin ein Mann mit so ungewöhnlich kräftiger Konstitution sie überstehen auf, angeblich um das Physikatsegamen zu machen. Auch im aber das vollkommenste ist das Achtklassen- System,] Auf betrügerischer Grundlage beruhte ein Tuch- Engros dessen Einführung daher schon jest zu fordern ist. Geschäft, das vor einigen Wochen unter der Firma Internationaler Wegen Einrichtung einer allgemeinen städtischen Betriebs- Soll nicht die Neu- Organisation ihren 3wed verfehlen, so ist als Schneiderverband Union" in dem Kaufhause in der Rosenstraße Krankenkasse für die in Kommunalbetrieben und im Kommunals notwendige Konsequenz der äußeren Klasseneinteilung zu fordern: begründet wurde. Hauptarrangeur war der 27 jährige Kaufmann dienste der Stadt Berlin beschäftigten frankenversicherungspflichtigen eine Herabsetzung der Klassenfrequenz, eine Verminderung der Emil Mond aus Aachen. Es wurden große Posten Tuche bezogen, Personen hat nunmehr der Magistrat bei der Stadtverordneten- Ver- Unterrichtsstunden der einzelnen Klassen, eine solche Auswahl und die Zahlungen erfolgten jedoch nicht in Bar", vielmehr in sammlung deren Genehmigung unter der Einschränkung nach Verteilung des Lehrstoffs, daß der Lehrplan ein organisches Ganze Wechseln, während M. die Zahlungen als„ bar erfolgt" buchte. gesucht, daß die Betriebs- Krankenkasse der städtischen Straßen bildet( teine Stoffvermehrung, sondern Verteilung etwa des In welchem Umfange das Geschäft" betrieben werden sollte, reinigung und die Betriebs- Krankenkasse für die Arbeiter der bisher in der Gemeindeschule behandelten Stoffes nach päda- bezeugt die Thatsache, daß m. versuchte, sich bei hiesigen städtischen Park- Deputation bestehen bleiben. Nach einer vorläufigen gogischen Grundsäßen und nach der durchschnittlichen Begabung Genossenschaftsbanken Kredite bis zu 100000 m. zu verschaffen. Zusammenstellung, welche der Magistrat der Versammlung zugestellt der Kinder, unter Ausscheidung des über das kindliche Fassungs- Am Sonnabend vor acht Tagen war ein größerer Wechsel fällig für hat, wird diese Kasse rund 9000 Mitglieder zählen. Bei dieser vermögen Hinausgehenden und des für das Leben Wertlosen, auf die einen Betrag, der von M. als bar bezahlt gebucht war, und der inMitgliederzahl und bei den guten Versicherungsrifiken, welche die im acht Klassen), die Aufhebung der Dispensationen vor zwischen engagierte Buchhalter Frizz machte seinen Chef auf diesen städtischen Dienst beschäftigten Versicherungspflichtigen im allgemeinen Ablauf der Schulpflicht. Der Lehrplan ist nicht ohne auffälligen Umstand aufmerksam und die Folge des Eifers des bieten sollen, erwartet der Magistrat bei mäßigen Beiträgen und die Lehrerschaft festzuseßen, sondern von einer Kom Buchhalters war, daß M. ihn sofort entließ. Frizz meldete den weitgehenden Leistungen eine günstige und gleichmäßige Entwickelung mission aus selbstgewählten Vertretern der Lehrerschaft, sowie aus Fall der Kriminalpolizei; inzwischen war jedoch Mond in Begleitung der Kasse. Vertretern der Behörden zu beraten.( Der Lehrplan für Refeiner Geliebten, einer Kunstreiterin, entwischt. Der Magiftrat als Gutsherr von Blankenfelde. Als Graf erst im vierten, Geometrie erst im fünften Schuljahre beginnen.) schen Eiſengießerei und Maschinenfabrik zu Reinickendorf der 30 Jahre ligion ist neu zu bearbeiten, die realistischen Fächer sollen Einen Arm verloren hat gestern nachmittag in der Schöning Alindowström am 9. Juni im Reichstage die Behauptung eines hieſigen Antisemitenblattes wiederholte, daß in Blankenfelde in einem Die allgemeine Bolksschule" ist nur dann verwirklicht, alte Arbeiter Holz aus der Liebenwalderstr. 5. Der Arbeiter geriet Schlafsaale eine Anzahl von Schnitterleuten in je einem Bette unter- wenn der Volksschüler von bestimmter Stufe ab das Recht, mit der rechten Hand zwischen zwei Räder einer Druckereimaschine, gebracht sei, schrieb Herr Stadtrat Struve, der Decernent für die ohne Prüfung in höhere Schulen überzugehen, die ihm den ganzen Unterarm zermalmten. Schlosser befreiten den Bewirtschaftung der Rieselgüter, an den Reichstags- Präsidenten einen erwirbt und die Vorschulen aufgehoben werden. entrüsteten Brief, worin er den Reichstag einlud, sich durch den entrüsteten Brief, worin er den Reichstag einlud, sich durch den In einer besonderen Resolution sprach der Verein seine Befriedigung Unglücklichen aus seiner entſeßlichen Lage und der Fabrikbesizer ließ Augenschein von den vorzüglichen Zuständen der Blankenfelder darüber aus, daß nach der Absicht der Bertramschen Denkschrift die ihn mit einem Koppschen Rettungswagen in ein Krankenhaus Arbeiterwohnungen zu überzeugen. Graf Ballestrem hat sich darauf erfegungsprüfungen in den Gemeindeschulen bringen. Hier mußte ihm der Unterarm abgenommen werden. bis auf weiteres wegfallen sollen,- ein Plan, dem beschränkt, diesen Brief dem Grafen Klindowström zuzustellen. Dieser hat in einem Antwortschreiben erklärt, daß er keine Veran- von anderer Seite, z. B. von einigen Schulinspektoren entgegenlassung habe, auf den Brief des Herrn Struve näher einzugehen, da gearbeitet wird. die von ihm aufgestellte Behauptung nicht bestritten werde und eine nachträgliche Besichtigung über frühere Zustände keine Klarheit schaffe. Wir müssen hierin, so schreibt die„ Berl. Ztg.", dem Grafen Klindowström vollkommen Recht geben, weil die Erklärung völlig unzureichend ist. Eine thatsächliche Berichtigung wäre bringend wünschenswert, denn ein Zustand, wie ihn Graf Slindowström geschildert hat, erinnert in der That an Schweineställe und würde, wenn er wirklich bestanden hätte, die städtische Rieselgut- Verwaltung in das schlechteste Licht sehen. Inzwischen wird von der Antisemitenpresse ein neuer Vorwurf erhoben. Es wird behauptet, daß in der Blankenfelder Gutsschule die von den Agrariern so sehnlichst erstrebte Halbtagsschule bereits eingeführt sei. Es wird folgendes be- Regenvorrichtung gegen Theaterbrand. Die polizeiliche hauptet: Die Schule beginnt um 7 1hr und dauert bis 11 Uhr be- Abnahme einer Regenvorrichtung, die es ermöglicht, daß im Falle ziehungsweise 12 Uhr mittags. Die Kinder essen in aller Eile und eines plößlich ausbrechenden Feuers die gesammte Bühne sofort eilen dann, bis zum zarten Alter von 10, sogar 9 Jahren, hinaus unter Wasser gesezt werden kann, fand gestern Nachmittag im Neuen zur Feldarbeit und kehren erst abends spät zurück. Von der An- Königlichen Opernhause( Kroll) statt. Die Vorrichtung ist, wie sie fertigung häuslicher Schularbeiten ist natürlich keine Rede. Am ein Lokalblatt beschreibt, folgende: Durch hydraulischen Druck wird andern Morgen find sie müde und vermögen dem Unterricht nicht Waffer in eigens zu diesem Zwed aufgestellten Röhren auf den mit der Kraft zu folgen, die notwendig ist. Was sagt Herr Stadt- Schnürboden der brennenden Bühne geleitet. Von hier rat Struve hierzu? aus wird das Wasser in kleine unmittelbar unterhalb des Schnürbobens in wagerechter Lage mit einer Neigung von nur wenigen Graden angebrachte Kupferröhren geleitet, die auf beiden Seiten in Schellhaſe, Ahornstraße, die Generalversammlung des ArbeiterSteglitz- Friedenau. Am Dienstag, abends 81/2 Uhr, findet bei furzen Abständen Löcher aufweisen. Aus diesen Löchern dringt das Bildungsvereins statt, in welcher außer dem Rechenschaftsbericht ein Wasser hervor und ergießt sich über die ganze brennende Bühne und ist der heutigen Nummer unseres Blattes beigefügt. Sie möge jedem befeuchtet dadurch, daß es nicht senkrecht, sondern seitwärts fällt, Vortrag und die Diskussion über die Bernsteinsche Schrift auf der Tagesordnung steht. Gäste sind willkommen. Arbeiter zur Nichtschnur dienen, wenn er von den Laſten des Daseins. Demuth vorgeführte Vorrichtung hat acht Verteilungs auch sämtliche Seitenwände. Die gestern bei Kroll von Herrn eine kurze Erholung sucht. Es herrscht unter dem Klassenbewußten röhren auf dem Schnürboden und zwei unter den Balfons findet am Montag, abends 8 Uhr, bei Obst statt. Vortrag: NachSchöneberg. Die Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins Proletariat nur eine Meinung darüber, daß Arbeiter nur dort zu der Hinterbühne. Die ganze Vorrichtung ist mittels eines flänge vom Gewerkschaftstongreß. verkehren haben, wo ihnen der Wirt gestattet, auch ihre ernst en einzigen Hahnes in Thätigkeit zu setzen. Das Resultat, das Interessen zu beraten. der Apparat, der aus der Theatermaschinen- Fabrik von C. Stortum stammt, gestern erzielte, war überraschend. Die Bühne war, um zu vermeiden, daß das Wasser in die Versenkungen strömt, mit Theerpappen belegt, und acht Sefunden nach Aufdrehen des Hahnes stand hundert Quadratmeter große Bühne unter Wasser. In einer Minute schon die Hinterbühne, nach vierzig Sekunden die gesamte, fünfhatten die tupfernen Verteilungsröhren 13 Kubikmeter Wasser versprengt. Tokales. Die Lokalliste Um den Ausflüglern genügend Gelegenheit zur Erholung zu geben, ist die Anordnung getroffen, daß in denjenigen Orten, welche für Versammlungen nicht in Betracht kommen, sämtliche Lokale für den persönlichen Verkehr frei sind; es dürfen jedoch Vereinsvergnügungen und dergleichen in diesen Lokalen nicht stattfinden. Ebenso verhält es sich mit den Orten, in denen trotz aller Mühe ein Lokal zur Verfammlungen nicht zu haben ist; in ihnen sind alle Lokale bis auf eins oder zwei freigegeben worden, um möglichst dadurch zu bewirken, auch dort Säle für Versammlungen frei zu bekommen. Parteigenossen! Euren Brüdern in der Umgegend Berlins wird es durch die bekannten„ ordnungsstüßenden" Maßnahmen immer noch schwer genug gemacht, Säle für Versammlungen zu bekommen; darum ist es Pflicht der Berliner Arbeiterschaft, dahin zu wirken, daß die Wirte, welche trotz aller Scherereien den Mut haben, ihre Säle zu Versammlungen herzugeben, auch thatträftig unterstügt werden. Namentlich die Arbeiter- Gesangvereine, Vergnügungsvereine usw., aber auch die Gewerkschaftsorganisationen mögen besonders darauf bedacht sein, daß die einzelnen Mitglieder als auch die Vereinigung selbst streng diese Liste beachtet; nur dadurch kann das Princip, das uns bei unserer Aktion in der Lokalfrage leiten muß, hoch gehalten werden. Auskünfte sowie Lokallisten sind bei sämtlichen LokalfommissionsMitgliedern zu haben. Die Lokalkommission. Wahlverein des dritten Kreises. Heute ist ein FamilienAusflug nach Grünau, Lokal des Herrn Lindenhahn, Friedrich- und Wilhelmstraße. Regem Besuch sieht entgegen Der Vorstand. namentlich von jeder Agitation fernzuhalten haben- die Genossen fonnte. Für einige Monate wird Antrick sich zu schonen, und folgenden Jahre sah man ihn hier noch hin und wieder. werden dies berücksichtigen, und nicht mit Anforderungen kommen, deren Erfüllung gefährlich, deren Abweisung peinlich wäre. burg str. 57 lagernde Hölzer in einer Gießerei. Wattstr. 21 Feuerbericht. Freitagabend gegen 10 Uhr brannten Branden brannte das hölzerne Schutzdach über einer an dem Gerüst des Neubaues angebrachten Laterne. Blättgestelle standen dann noch Kaiser Wilhelmstr. 17 in Flammen. Aus den Nachbarorten. Pankow- Niederschönhausen. Bei Klingenberg, Kaiser Friedrichstraße 12, spricht Dienstagabend 81/2 Uhr im socialdemokratischen Verein Genosse Th. Megner über das Thema: Gleiches Recht für alle. straße, eine Versammlung des socialdemokratischen Arbeitervereins Köpenick. Dienstagabend 8 Uhr findet im Kaiserhof, Grünstatt, in welcher Paul Jahn einen Vortrag über das bürgerliche Recht statt, in welcher Paul Jahn einen Vortrag über das bürgerliche Recht und die besiglosen Klassen halten wird. und die besiglosen Klassen halten wird. abends 8 Uhr, Heinersdorferstr. 4 eine Wolksversammlung Weißensce. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am Montag, stattfindet, in der Genosse A. Hoffmann einen Vortrag über Himmel, Hölle und ihre Bewohner halten wird. Recht verständige Vorschriften sind für die Militär- Rad- Die Regelung gewerblicher Beschäftigungen schulpflichtiger fahrer erlassen worden. So heißt es von der Behandlung des Kinder betrifft eine Interpellation, welche die Stadtverordneten Rades: Das Fahrrad ist eine empfindliche, leicht verlegbare Ma- Otto und Genossen an den Charlottenburger Magistrat gerichtet schine und muß besonders sorgfältig und sachgemäß behandelt werden, haben. Die Anfrage lautet: Beabsichtigt der Magistrat, mit der weil hiervon seine Leistungsfähigkeit abhängt. Mit Strenge ist hiesigen föniglichen Polizeidirektion in Verhandlungen zu treten, um darauf zu halten, daß beim Bergabfahren die Füße niemals von eine Verordnung zu veranlassen, die bestimmte gewerbliche Beden Pedalen genommen werden. Bei starkem Gefälle muß bergab schäftigungen schulpflichtiger Kinder von abends 7 Uhr bis morgens stets abgestiegen werden. Die Fußrasten, soweit sie noch vorhanden 7 Uhr verbietet? Für den Fall, daß Verhandlungen bereits gefind, dürfen auf Straßen mit Gefälle bei einer Fahrt bergab nicht pflogen sind: Welches ist ihr Ergebnis?" Die Interpellation ist von benutzt werden. Der Versuch, die einmal losgelassenen Pedale in den freisinnigen Stadtverordneten Gemeindeschullehrer Otto, solchem Falle wieder zu fassen, führt in der Regel zu schweren Ver- Privatdozent Dr. Jastrow, Rentner Carl Braune, Kaufmann legungen. Ferner find folgende Vorschriften allgemein zu empfehlen: Otto Eismann und Bankier Theodor Markus unterzeichnet und Rechts fahren, rechts ausweichen, beim Ueberholen links vorbeifahren. wird in der nächsten Sigung der Stadtverordneten- Versammlung zur Lautes Glockenzeichen ist rechtzeitig zu geben: beim Ueberholen eines Besprechung kommen. Vorfahrenden, um in der Fahrtrichtung Gehende oder Stehende aufmerksam zu machen, vor Straßenkreuzungen und engen Verkehrswegen. Ünniges Glodenläuten ist zu vermeiden. schluß korrigiert. zustände. Schuldirektor Uhle, der die Schulen in Weißensee Ein königlicher Schuldirektor über Weißenseer Schulrevidierte, hat an den Landrat des Kreises Niederbarnim berichtet, „ daß der Bau von Schulhäusern für Weißensee eine unbedingte daß der Bau von Schulhäusern für Weißensee eine unbedingte Notwendigkeit geworden sei. Die vorhandenen Schulräume seien vollständig unzureichend und der Aufenthalt in den Räumen des Schulhauses im westlichen Teil sei für die Kinder geradezu lebensgefährlich!" Sobald von unserer Seite auf diese bekannten Mißin ihrer legten Sizung mit der Erhöhung des Schulgeldes für Die Gemeindevertretung von Neu- Weißenfce befaßte sich auswärtige Kinder. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde Sieben verschwundene Mädchen. Die Polizei recherchiert der Beschluß gefaßt, vom 1. Juli d. J. ab das Schulgeld pro Monat gegenwärtig nach dem Verbleib von nicht weniger als sieben jungen und Kind von 50 Pf. auf 2,50 M. zu erhöhen. Die beantragte Mädchen im Alter von 13 bis 22 Jahren. Der traurigste Fall ist Abänderung des Vertrages mit der Gasanstalt, nach welcher wohl das Verschwinden der 22jährigen Kunstschülerin Gertrud Beiler, die Brennzeit der Laternen auch auf den Sommer ausgedehnt werden von der noch jede Spur fehlt, obgleich die von ihren Angehörigen soll, wurde abgelehnt. Der Gemeindevorsteher verstieg sich ausgesetzte Belohnung von 300 auf 500 m. erhöht worden ist. Die hierbei zu dem tiefsinnigen Ausspruch:" Die Arbeiter, welche nach Angehörigen sind davon überzeugt, daß an der jungen Dame ein 10 Uhr die Straße zu passieren haben, kommen nicht von der Achtung, Mitglieder der Freien Volksbühne. Für die Verbrechen verübt wurde, während die Polizei an einen Selbst- Arbeit, sondern aus den Kneipen!" Unter Anwendung derartiger 6. Abteilung wird heute nachmittag 23/4 Uhr im Friedrich Wilhelm- mord glaubt. Zwei Dienstmädchen werden ebenfalls vermißt, Argumente wurde dieser schon bei der Etatsberatung gefaßte Bestädtischen Theater Hauptmanns„ Einsame Menschen" als legte Vor- und zwar die 18jährige Meta Mundt, welche bei dem Kauf stellung dieser Saison gegeben. Die Mitglieder haben freien Eintritt in mann Kampfentel in der Kaiserstraße diente, seit Pfingsten, und die den Theatergarten. Die Mitglieder werden gebeten, in ihren Bahl- 17jährige, bei dem Schankwirt Schröder am Grünen Weg bedienstete stellen die alten Mitgliedskarten mit einer Erklärung der weiteren Klara Gutschmidt. Beide Mädchen sind anscheinend in schlechte GeMitgliedschaft nach Schluß der Vorstellungen möglichst bis 20. Juni fellschaft geraten und werden von dieser an der Rückkehr gehindert. abzugeben. Die Beiträge müssen bis Juut entrichtet werden. Des- Die 17jährige Erna Strauch aus der Schwerinstr. 12 ist seit dem Die 17jährige Erna Strauch aus der Schwerinstr. 12 ist seit dem gleichen sind Umschreibungen in andere Zahlstellen bis zum 15. Juli 1. April verschwunden. Da das Mädchen Spuren von Geistes spätestens zu bewirken. störung zeigte, befürchtet man einen Unfall. Die 18 Jahre alte Marie Buschowski, Jeruſamerstraße 62, entlief ant 4. dieses Monats, als ihre Stiefmutter ihr Vorwürfe machte. Seit dem 13. April ist die 22jährige Schneiderin stände hingewiesen wurde, glaubte man diese Klagen dadurch abthun Zur Neuorganisation der Berliner Gemeindeschule Helene Bergmann aus der Brunnenstraße verschwunden. Das zu können, daß man alles im rosigsten Lichte darstellte und die Uebelstände als nicht vorhanden bezeichnete. Der Bericht des SchulBerliner Lehrerverein" nach einem junge Mädchen unterhielt ohne Wissen ihrer Eltern ein Verhältnis direktors hat wenigstens das Gute gezeigt, daß alle bürgerlichen Vortrage des Rettors Reinte Stellung genommen. Herr mit einem Tischlergesellen. Als dies an den Tag kam, würde Gemeindevertreter wie auf Kommando auf einmal für den Bau Reinte kritisierte die darauf bezügliche Dentschrift des Stadt Helene B. der Verkehr mit dem jungen Mann untersagt. Darauf verschulrats Bertram und den in der Hauptsache aus dieser schwand sie. Es unterliegt keinem Zweifel. daß das Pärchen hervorgegangenen Beschluß der städtischen Schulgemeinsam das Weite gesucht hat. Die 13jährige Tochter Helene deputation. Der Vortrag und die sehr ausgedehnte Be- des Arheiters Rokesch aus der Frankfurter Allee 177a verließ vor sprechung, die sich daran knüpfte, ließen erkennen, daß auch in der einigen Tagen heimlich die elterliche Wohnung und kehrte nicht Lehrerschaft die Meinungen über die Absicht der Vorschläge des wieder zurück. Das Kind hat zu Spielgefährten geäußert, für sein Stadtschulrats beztv. der Schuldeputation, sowie über die Wirkungen Leben gern Sängerin werden zu wollen. Da Helene R. schon mehreiner Durchführung dieser Vorschläge noch geteilt sind. leber- mals entlaufen ist, so ist es wahrscheinlich, daß sie einen abenteuereinstimmung herrschte jedoch darüber, daß das jetzige lichen Plan im Kopfe hat. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. Mißständen der Berliner Gemeindeschule( Ueberfüllung, viel eines neuen Schulhauses stimmten. In der Gemeinde Friedenau ergab der Jahresabschluß des Etatsjahres 1898/99 den kaum gehofften leberschuß von 55 803,18 m. Von den Mehreinnahmen, die dieses günstige Ergebnis herbeigeführt haben, entfallen u. a. auf die Friedhofs- Verwaltung 6004,50 M., Umsatzsteuer 11 783,13 M., Hundesteuer 188 M., Gemeinde- Einfommensteuer 13 513,95 M., Gewerbesteuer 2075,50 M., LustbarkeitsSteuer 443,50 M., Marktstandsgelder 1030,40 M., Kanalisationsabgaben 5459 M., Strafgelder 1093,35 M., einmalige Zahlung der westlichen Vorortbahn für Pflasterung der Kaiser- Allee 6000 m. 2c. Beim Bäumefällen in Nieder Schönhausen ist Freitagabend abermals ein Mann verunglückt, ein etwa 55 Jahre alter Arbeiter Roß aus der Blankenburgerstraße zu Nieder- Schönhausen. Der Mann erlitt einen schweren Schädelbruch und wurde bewußtlos einem Berliner Krankenhause zugeführt. Erst türzlich hatten wir auf die Leichtfertigkeit, mit der jegliche Schußvorrichtungen außer Acht ge= lassen wurden, hingewiesen. 0 Sechstlassen- System, dem die Hauptschuld an zahlreichen Seltsamer Transport eines kranken Rindes. Nicht gefaches Sizenbleiben, zahlreiche Gesuche um vorzeitige Disringes Aufsehen erregte, wie die Boff. 8tg." schreibt, Freitagabend pensation vom Schulbesuch) beigemessen werden müsse, zu be- am Anhalter Bahnhof auf dem Askanischen Plaz ein etwa zwölffeitigen ist, daß der Beschluß der Schuldeputation im Grunde lähriger Knabe mit einem großen Plakat auf der Brust, aus dem zu ersehen war, daß der Knabe aus Bayern fam, dort von einem nur eine fiebenklaffige Schule schaffen will und wohl auch nicht mehr tollen Hunde gebissen worden ist und sich auf dem Wege nach der schaffen wird, daß aber nach wie vor, entsprechend der schon 1893 schaffen wird, daß aber nach wie vor, entsprechend der schon 1893 Tollwutstation in Berlin befand. Ein Schußmann nahm sich des bom Lehrerverein gefaßten Resolution, das anderwärts bereits vielfach eingeführte Achtklassen- System zu fordern ist und daß dabei der naben an, gab ihm zunächst 50 Pf., damit er sich erquicken konnte, Lehrstoff der Gemeindeschule nicht vermehrt, sondern vermindert und und führte ihn, nachdem auch noch andere Personen dem Knaben Geld gegeben hatten, der Tollwutstation in der Charité zu. auf die als organisches Ganze zu behandelnden acht Klassen verteilt werden muß. Die Versammlung gab ihren Ansichten und Beim Spielen auf der Straße schwer verunglückt ist gestern, Wünschen Ausdruck in einer vom Referenten vorgelegten, Sonnabendnachmittag, der 9 Jahre alte Sohn Johannes des Arbeiters nach eingehender Besprechung vielfach geänderten und geänderten und er- Darbe aus der Neuen Friedrichstr. 8. Der Kutscher eines Rollwagens gänzten Refolution, deren Inhalt furz folgender ist. Die rief den Kindern rechtzeitig zu und suchte auch die Pferde anzuhalten. Ju Darmstadt begann am Freitag die Verhandlung gegen den von der Schuldeputation beschlossene Neu- Organisation der Berliner Der Knabe schien jedoch in Berwirrung zu geraten, wurde umgerissen Kortstopfen- Fabrikanten Heinrich Peter Rapp, dessen Geldgeschäfte Gemeindeschule, wonach die Gemeindeschule in eine fiebenklassige An- und vom rechten Borderrad über beide Oberschenkel gefahren, von mit dem vorläufig von der Ausübung seines Amtes zurückgetretenen ftalt umgewandelt werden und unter günstigen Verhältnissen die denen das Fleisch abgequetscht wurde, so daß die Knochen bloß lagen. Landgerichts- Direktor Stühler vor kurzem ein erklärliches Aufsehen Aufsehung einer Oberklasse gestattet sein soll, Mit einem Lückschen Rettungswagen wurde der Verunglückte in ein erregt haben. Nach dem Eröffnungsbeschluß wird Rapp beschuldigt, ist ein Fortschritt gegen das jetzt bestehende Sechstlaffen- System, I Krantenhaus gebracht. 1. der Urkunden-( Wechsel-) Fälschung und des Betruges in mehGerichts- Beitung. " reren Fällen, 2. des einfachen Bankrotts, 3. daß er gepfändete zu beteiligen und erwarten, daß der Beschluß streng beachtet| Die Reformbedürftigkeit der chriftlichen Kindererziehung. Auf eine sonderbare Art und Weise werden, so wird von dem Allg. Sachen bei feite geschafft habe, und 4. daß er nach Eröffnung des wird. Kontursverfahrens einen Gläubiger, den Landgerichtsdirektor Küchler, Die Maurer der centralen Richtung werden zu der Wahl Anz. für Langensalza" aus Friedrichswert mitgeteilt, im begünstigt habe. Rapp hatte an Küchler zuletzt noch 8000 M. zu in der am Montag stattfindenden Versammlung, die Zimmerer in dortigen Waisenhause die Kinder, welche Bettnässer sind, zahlen und cedirte ihm in auffälliger Form verschiedene Waren der heute stattfindenden Versammlung Stellung nehmen. bestraft. Jüngst wurden zwei dieser Kinder mit dem umvon Bettuch fowie Bankeinzahlungen; schließlich hat der Angeklagte dem Direktor je zwei anderen ausgegeben von der hiesigen Die Sammellifte Nr. 23, ausgegeben von der hiesigen gehängten benäßten noch fein Mobiliarvermögen in Höhe von 5000 W. sowie eine in Gewerkschaftskommission( für die Steinsetzer und dänischen Arbeiter) Waiſentindern durch das Dorf geführt, was selbstverständlich Aussicht stehende Feuerassekuranz- Forderung zugeeignet. Die Ver- ist verloren gegangen. Es wird gebeten, dieselbe eventuell angroßes Aufsehen erregte. handlung scheint bis jetzt zu ergeben, daß die Anleitung zu diesen zuhalten und im Gewerkschaftsbureau abzugeben. Geschäftsverträgen immer von Küchler ausgegangen ist. Wie die Frantf. 8tg." aus Darmstadt meldet, ist LandgerichtsDeutsches Reich. Die Erlasse des Kultusministeriums gegen die Auswüchse der Brügelpädagogik sind von allen gesitteten Staatsbürgern als notwendig und anerkennenswert bezeichnet worden. Manche Anzeichen fprechen dafür, daß es für den Staat die höchste Zeit iſt, ſich auch einmal die in den Waisenhäusern übliche Erziehungsmethode" bei Licht zu betrachten. schwer. " birettor& ich ler heute um die Pensionierung eingekommen. Die Former in Leipzig bereiten sich auf einen großen Kampf im Interesse der Solidarität vor. Bekanntlich hat der Verband der Warum in Preußen Versammlungen aufgelöst werden. Metallindustriellen beschlossen, die 186 Arbeiter der Eisengießerei von Eine öffentliche Versammlung, die eines Sonntags in Lichten Becker u. Co. in Leutsch bei Leipzig auf zwei Jahre aus den Verberg stattfand, wurde nachmittags 2 Uhr von dem Gendarm Wolf bandswerkstätten auszuschließen. Eisenbahn- Zusammenstoß. Aus Turin wird vom SonnEine von etwa 1000 Formern abend berichtet: In einem Tunnel bei Alice Bel Colle der Strecke aufgelöst. Beschwerden bei dem Polizeiverwalter und den besuchte Versammlung hat nun beschlossen, Montag in allen in Frage Verwaltungsbehörden höherer Inſtanz blieben erfolglos. Man fommenden Fabriken die Arbeit nieberzulegen, falls der Beschluß des Acqui- Asti stieß heute ein Personenzug mit einem Güterzug zu berief sich auf die Verordnung des Oberpräsidenten vom 4. Juli 1898. Unternehmerverbandes bis dahin nicht zurückgenommen wird. sammen. Zwölf Personen wurden verletzt, unter ihnen zwei Danach hätte die Versammlung um 2 Uhr aufgelöst werden fönnen, weil von 2 bis 3 Uhr Gottesdienst gewesen sei. Die Tischler in Gießen erlangten im Verhandlungswege die Der Einberufer jener Versammlung, der Tischler Laws, flagte dann Herabſegung der Arbeitszeit von 11 auf 102 Stunden und für beim Ober- Verwaltungsgericht auf Aufhebung der Verfügung, durch Ueberstunden einen Zuschlag von 331/3 Proz. Die Glaser sind Rothes Berliner A B C Kursbuch für Eisenbahn: und Dampfs welche die Auflösung für berechtigt erklärt worden ist. Laws machte gleichfalls in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen zehn- schiffahrten. Preis 50 Pf. Herausgegeben von R. Rothe, Berlin in seiner Klage geltend, daß die Oberpräsidial- Ordnung vom stündige Arbeitszeit und 15prozentige Lohnerhöhung. Mit den Dorotheenstr. 72-74. 4. Juli 1898 rechtsungültig sei. Das Ober- Verwaltungsgericht wies Forderungen haben die gut organisierten Gesellen gleichzeitig die jedoch die Klage als unbegründet zurüd. Eine Begründung des Kündigung eingereicht. Urteils publizierte der Vorsitzende, Präsident Perfius, nicht. Eingegangene Druckschriften. = nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. mi i sliv marktpreise von Berlin am 16. Juni 1899 : 902196 6S Vermischkes.gen Roggen An die Gewerbegerichte Deutschlands! unglück bei Züchow berichtet die„ Nene Stettiner 3tg." folgende tereffe Die Stettiner Schiffskatastrophe. Ueber das Dampfer* Futter- Gerste Hafer gut " D.- Ctr. 16,45 15,20 Schweinefleisch 1 kg 1,60 1,10 " 15,10 13,90 Kalbfleisch " 1,80 1, " 13,50 12,80 Hammelfleisch " 1,60 1" 15,60 15,10 Butter " 2,40 1,80 mittel 15,14,50 Gier 60 Stück 3,60 2,20 gering " 14,40 14, Rarpfen 1 kg 1,80 1,20 " 3,82 3,32 Aale 2,80 1,20 " 6,60 4, Zander 2,60 1,20 " " 40, 25, Hechte 2,40 1,20 " 50, 25, Barsche 1,60 0,80 " " 70, " 30, Schleie 2,50 1,20' " 6, 4, Bleie 1,40 0,80 " Richtstroh Heu Kartoffelu, neue do. " Der Ausschuß des Gewerbegerichts zu Berlin für Gut- Einzelheiten: Der zur Feuerlohschen Reederei gehörige Dampfer achten und Anträge bezüglich gewerblicher Fragen hat in, seiner Blücher" war Freitagnachmittag um 1/2 Uhr von Stettin nach Sigung vom 17. Juni cr. einstimmig- Arbeitgeber und Gozlow abgefahren. In Grabow und Züllchow waren noch eine AnArbeitnehmer- beschlossen, eine Petition an den Bundesrat und zahl Erwachsener und zahlreiche Schulkinder aufgestiegen, die größten- Erbsen Reichstag zu richten, in welcher um Ablehnung des Gesetzentwurfs waren. Als der„ Blücher" von der Züllchower Brücke abfuhr, wollte je teils in Gozlow, Stolzenhagen, Glienten und Umgegend zu Hause Speiſebohnen. zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses mit folgender Be- Gerade der Dampfer" Goethe" am Staden der Züllchower Mühle Rindfleisch, Keule 1kg gründung gebeten wird: anlegen, während der von Pölig kommende Dampfer" Pöliz", 1. Die Bestimmungen des Entwurfes liegen weder im Interesse Kapitän Ehrte, am Freistaden landen wollte. Der Blücher" verder Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer. suchte dem Pölig", der wohl durch den„ Goethe" gehindert, zu spät 2. Die durch den Gesezentwurf angestrebte Beschränkung des den" Blücher" bemerkt hatte, Raum zu geben und schräg in den zur Zeit gefeßlich gewährleisteten Koalitionsrechts kann für die ge- Strom zu gehen. Der Dampfer Pölig" aber traf den" Blücher" funde Entwickelung der gewerblichen Verhältnisse im Deutschen Reiche Schiffe und den zahlreichen Zuschauern am Ufer erscholl, beide Schiffe am Backbord mitschiffs. Ein Entsegensschrei von den Insassen beider blieben einen Augenblick zusammen und die meisten Passagiere des Blücher" benutzten ihn, um an Bord des„ Pölik" zu springen oder Kinder auf ihn hinüberzureichen oder zu werfen. nur verderblich sein. 3. Die zur Zeit bestehenden gesetzlichen Bestimmungen bieten Arbeitswilligen ausreichenden Schutz. Im Interesse einer wirksamen Agitation gegen den Gefeßentwurf ersuchen wir die Ausschüsse, Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Vereinigungen der Gewerbegerichte Deutschlands in gleicher Weise zu der Vorlage Stellung zu nehmen. Berlin, den 17. Juni 1897. Verein der Arbeitgeber Beisiger des Gewerbegerichts zu Berlin. gez. O. Weigert. gez. Dr. Hugo Gerschel. Für die Arbeitnehmer- Beisiger des Gewerbegerichts zu Berlin. D. mer. 18 gez. Rudolf Millarg. gez. Alwin Koersten. Wir ersuchen vorstehenden Aufruf in der gesamten Parteiund Gewerkschaftspresse unverzüglich abzudruden. J. A.: Rudolf Millarg, Berlin S., Annenstr. 16, L. " Der Blücher" 1,60 1,20 Krebse per Schock 14, 2,50 Bauch 1,20 1, *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirt: schaftskammer Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centuer. f) Kleinhandelspreise. Produktenmarkt vom 17. Juni. Brotfrüchte zogen um 12 bis W. an. Safer zeigte fich wenig verändert, Mais nachgebend. Rüböl verkehrt fester. Die Zufuhr am Spiritusmarkt blieb auch heute gering. Angeboten waren 25 000 Liter Locoware, die mit 40,60 m.(-0,10 r.) gehandelt wurden. Der Terminmarkt lag fest, gab aber im Anschluß an fant in taum zwei bis drei Minuten, gleich darauf jah man zahl- ofalnotiz um 10 Bfg. nach. Kartoffelfabrikate. Berlin, 17. Juni. Prima Kartoffelmehl reiche Erwachsene und Kinder auf dem Wasser treiben, die herz- per 100 g. 20,10 M. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 g. 20,10 m., -— zerreißend um Hilfe schrien. Es war ein furchtbarer Augenblick. Geuchte Startoffelitärte per 100 kg.-, M. Zum Glück tauchten im Nu Boote auf, die viele retteten, während Berlins Getreide und Mehlzufuhren zu Wasser vom einzelne Verunglückte durch Schwimmen sich zu retten vermochten. 16. Juni mittags bis 17. Juni mittags betrugen 98 To. Weizen, 646 To. Wie immer bei solchen plöglichen Katastrophen waren viele Roggen, 195 To. Hafer, 75 To. Gerste, 15 To: Mais, 2775 D.- Ctr. Weizengänzlich erstarrt und besinnungslos; andere bewiesen in mehl. Städtischer Schlachtviehmarkt. Zum Verkauf standen Sonn der Rettung der Kinder, die sie an Bord des Pöliz" abend: 3946 Rinder, 1604 stälber, 14 699 Schafe, 9113 Schweine. Bezahlt hinüberwarfen, große Geistesgegenwart, namentlich zeichnete für 100 Pfund Schlachtgewicht Rinder 48-65 Pf., Bullen 50-61 Pf., Färsen sich ein junger Mann hierbei aus, der mehrere Kinder auf und ühe 46-57 Pf., Kälber 45-70 Pf., Schafe 51-62 Pf., Schweine diese Weise rettete. Die Mannschaft gelangte ebenfalls auf den 39-46 Pf. Das Rindergeschäft wickelte sich im ganzen glatt ab; mittelPöliz"; Kapitän Winter blieb bis zuletzt auf dem Schiff und rettete schwere und leichte Stiere waren recht reichlich vertreten; es wird wohl aus fich im letzten Augenblick mit einem Passagier, der sich am Schornstein des„ Blücher" angeklammert hatte. Im Moment des Unglücks war die Kajüte start von Kindern und Frauen besetzt; man muß an nehmen, daß sie fast sämtlich ertrunken sind. Ueber die Zahl find vorläufig Angaben nicht zu machen man hofft, daß sie nicht zehn bis zwanzig überschreiten wird. Gewerkschaftliches. Zu der Schiffstatastrophe wird weiter berichtet, daß die HebungsBerlin und Umgegend. verkauft werden. Der Kälberhandel gestaltete sich schleppend: es wird schwerlich ausverkauft werden. Bei den Schafen war der Geschäftsgang langsam; es bleibt Ueberstand. Der Schweinemarkt verlief schleppend, ir fetter Ware gedrückt; es wird faum ganz geräumt werden. Witterungsübersicht vom 17. Juni 1899, morgens 8 Uhr.+ Stationen Barometer stand mm richtung Wind arbeiten bei dem gesunkenen Dampfer Blücher" gestern früh in Angriff genommen wurden. Um 11 Uhr vormittags wurden die ersten Leichen gefunden. Bis 1 Uhr, zu welcher Zeit auf Ordre die Arbeiten eingestellt wurden, waren im ganzen 9 Leichen geborgen, wovon 5 unter dem Zelidach, 4 in der Kajüte gefunden wurden, Bei der Landung der Leichen spielten sich herzzerreißende Swinemde. 763 NO 763 Still Scenen ab. Die Hebungsarbeiten werden fortgesetzt. Kapitän Ehrte Hamburg 7620 vom Dampfer" Pölik", dem man die Schuld an der Katastrophe Berlin Wiesbaden 761 NO beimißt, wurde gestern vormittag verhaftet. München 76123 Wien 760 Still Zur Lohnbewegung der Steinseher. Die Arbeitgeber sollen sich neuerdings wieder mit Eingaben an die städtischen Behörden gewandt haben. Sollten diese verlangen, daß den Unternehmern die Ausführungsfristen verlängert werden, so ist wohl nach dem Verhalten der Unternehmer vor dem Einigungsamt zu erwarten, daß die Behörden diesem Wunsch nicht willfahren. Auch die Ausständigen haben sofort nach der Verkündung des Schiedsspruchs wieder eine Deputation zu dem Bürgermeister Kirschner und zu In einem Anfall von Geistesstörung machte gestern der dem Stadtbaurat Krause geschickt, un darauf hinzuwirken, daß Eisenbahn- Betriebssekretär D. in Magdeburg den Versuch, seine einem diesbezüglichen Wunsche der Unternehmer nicht Rechnung Frau und seine 23 Jahre alte Tochter durch Beilhiebe zu töten und getragen wird. Wie die Deputation in einer gestern brachte ihnen schwere Verlegungen bei. Hierauf erhängte er sich auf stattgefundenen Versammlung berichtete, haben dieselben aus den dem Hausboden. Ausführungen des genannten Herrn entnommen, daß das Verhalten der Unternehmer auch vom Magistrat nicht gebilligt werde. Nach den Aeußerungen verschiedener Steinsegmeister einzelnen Ausständigen gegenüber scheint es auch, als wenn die Zahl der Meister, die nachgeben wollen, sich mehr und mehr steigert, so daß der Kampf vielleicht bald sein Ende erreicht. Natürlich sind aber derartige Aeußerungen nur mit der größten Vorsicht aufzunehmen, vor allen Dingen aber wird durch dieselben an der nach wie vor tampfesfrohen Stimmung der Ausständigen nichts geändert. Schauspielh. Die Zahl der Ausständigen ist seit einigen Tagen unverändert geblieben; sie beträgt noch immer ca. 340 Mann. Repertoire. Königl. Opernhaus 1. Abend: Das Rheingold. Kaufmann von Venedig. Shylock Rich. Tauber. Dienstag 20. 2. Abend: Die Walküre. Sonntag 18. Montag 19. Ring des Nibel. Der Prophet. Auf Strafurlaub. ( Herr Böttcher.) Deutsches Theater Jüdin v. Toled. Prinz Friedrich Neu einstudiert: von Homburg. Die Räuber. Liebesträume. Königl. Auf der Sonnenseite. S Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen Barometer= stand mm Winds richtung Windstärke 2woltig 13 paparanda 764 N hlb. bed. 17 Petersburg 764 1 bedeckt 16 Cort 3wolfenl 15 Aberdeen 2wolfig 12 Paris -hlb.bed. 13 764 N 763 SO 763 N Wetter Temp. n. 6. to Do 17623 2516.bed. 14 1heiter 3 wolkig 3hlb. bed. 12 2wolfen! 13 Wetter Prognose für Sonntag, den 18. Juni 1899. Ziemlich warm bei veränderlicher Bewölkung, etwas Regen und schwachen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Mittwoch 21. Der Barbier von Sevilla. ( S. Arnoldson.) Auf Strafurlaub. Donnerstag 22. Ring des Nibel. Siegfried. Fauft. Hamlet. Die drei Reiher federn. Satisfattion. Schäferstd. Die Liebesträume 2c. Liebesträume 2c. Liebesträume 2c. Verlobung. Civil. Bauberflöte. Schiller. Theater Theater des Margarethe. Westens( Th. Bertram.) Margarethe. ( Th. Bertram.) Bauberflöte. Lustige Weiber von Windsor. Cavaller.rustic. Freitag 23. Figaros Hochzeit Sonnabend 24. Ring des Nibel. Götter: dämmerung. Auf Strafurlaub. Emilia Galotti. Die Gefährtin. Grüner Kafadu. Paracelsus. Sonntag 25. Mignon. ( S. Arnoldson.) Auf der Sonnenseite. Romeo und Don Carlos. Julia. Nachm.: Die Frau vom Riebesträume 2c. Meere. Zauberflöte. Volkstümliche Opernvorstellung. Versunt. Glocke Viel Lärm um Nichts. Die Junung: Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister zu Berlin hat soeben die Neuwahl des Gesellen- Ausschusses ausgeschrieben. Die Stimmzettel sollen bereits Dienstag, den 20. d., für fünf ordentliche Mitglieder und fünf Ersaßmänner im Geschäfts amt der Innung, Kochstr. 5, abgegeben werden. Wahlberechtigt sind alle volljährigen oder für volljährig erklärten Gesellen, welche bei der Aufstellung der Urliste Mifte Mai bei Mitgliedern der Jnnung in Arbeit gestanden haben. Die Immung selbst hat nicht vergessen, Ständiges Repertoire. Neues Königl. Opern Theater: Alle Abende außer Montag, Mittwoch und Freitag: Die Fledermaus. Neues Theater: Wahrsagerin. Residenz Theater: Der Schlafwagen- Controleur und Zum Einsiedler. Urania: der Wahleinladung eine Kandidatenliste der ihr gewiß angenehmen Theater, Taubenstraße 48/49. Das Land der Fjorde. Metropol: Theater: Berlin lacht.- Central Theater: WaldGesellen für den Ausschuß beizugeben. meister. Belle Alliance Theater. Dörchläuchting. Jochen Päsel. Ostend Carl Weiß Theater: Die Memoiren des Die Maurer der lokalen Richtung haben beschlossen, sich aus Satans. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Der Nachtomnibus- Controleur. Alexanderplat: Theater: Nana. mannigfachen Gründen an der Wahl des Gesellenausschusses nicht Nachmittags- Vorstellung. Sonntag, 18. Juni. Deutsches Theater: Die Weber. GEGEN RHEUMA GICHT TISMUS Arkonabad Lohtannin34, Anflamerstr.34( Schrägüber der Bäder Bionskirchstraße) Wannen- u. medizinische Bäder sowie russisch römisch u. vorzügliche Kastendampfbäder( Kohlensäure) mit Ein padung, Massage 2c. Annahme ärztlicher Verordnungen für Bäder der Orts, Innungs, Fabrit und freien Hilfs Krankenkassen Berlins und Umgegend. 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In Sachen des Streits der Berliner Steinfeger giebt das Ginigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin in der Sizung vom 14. Juni 1899, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter von Schulz als Vorsitzender, 2. Brunnenbaumeister Bitterhoff,} Arbeitgeber 3. Zimmermeister Baschke, 4. Bildhauer Winkler, 5. Töpfer Hagen, Arbeitnehmer } als Beisitzer, 6. Klempnermeister Ludwigs als Vertrauensmann der Arbeitgeber, 7. Steinfeger A. Knoll als Vertrauensmann der Arbeitnehmer, folgenden Schiedsspruch ab: I. Die tägliche Arbeitszeit im Steinfeger- Gewerbe hat 9( neun) Stunden zu währen. Sie beginnt morgens 7( sieben) Uhr und endigt abends 6( sechs) Uhr. Tageszeit Hiernach wird gearbeitet: Arbeits Arbeits: stunden Tageszeit Arbeitss Arbeits: Bon 7 bis 8 1 8 " " 81/2 pausen Frühstück. stunden pausen Von 2 " bis 214 21" 3 3/4 Ruhe. 81 " " 912 1 3 " " 314 Ruhe. 91 " 17 934 Ruhe. 31/ " " 3/4 93 103 1 4 " 41/2 Vesper. " " 103 11 Ruhe. 412 " 51 3/4 " " 11 12 1 " # " 514 " 51/2 Ruhe. 12 1 " " Mittag. 〃 " 51/2 6 1/2 1 2 1 " Wochentags bis 10 Uhr Abends geöffnet. Mk., bisheriger Preis 8 10.75-13 Mk. 10 MK., bisheriger Preis 14-18 Mk. Bei einem Einkauf Reiseflasche mit Likör gratis. von Mk. 3 an Jacques Raphaëli Inh. Th. Büsing BERLIN C., An der Spandauer Brücke No. 2. Angebote Herren- Anzüge d für die Reise, Herren- Havelocks u. 10,-, 14,-, 19, 24,-, Regenröcke 10,-, 13,50, 16,50 etc. Herren- Leinen-, Lüstre-, Knaben- Schul- u Lodenjoppen. 1,-, 1,75, 2,20 2,80, 3,75, 4,50 etc. DamenWaschanzüge 1,50, 2,75, 3,25, 4,- etc. HerrenSegeltuchschnürschuh 2,60. Segeltuchschnürschuh 3,10. Ziegenleder- Schnür. Knopfschuhe, braun, 4,25. schuhe, braun, Zug, Schnür- oder 5,75. Zug-, Schnür- oder Zugstiefel aus einem Knopfstiefel, braun, 6,75. Stück 6,70, 5,-. 756 Sonnabend hat die Arbeit um 5( fünf) Uhr, an den Vortagen vor Ostern, Pfingsten und Weihnachten um 3( brei) Uhr zu enden. An den Sonnabenden fällt die Vesperpause für die Arbeitnehmer fort. An den Vortagen vor Ostern, Pfingsten und Weihnachten beträgt die Mittagspause nur 1/2 Stunde. Soweit hiernach die Arbeitszeit gekürzt wird, find Lohnabzüge für die ausfallende Arbeitszeit nicht zu machen. II. Die Arbeitgeber werden für verpflichtet erachtet, für die Zeit von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends pro Stunde folgenden Lohn zu zahlen: a) für Gesellen: Marimallohn 65 Pf.( fünfundsechzig Pfennige); Minimallohn 60 Pf.( fechzig Pfennige); b) für Junggesellen: 55 Pf.( fünfund fünfzig Pfennige). Die Frühstücks, Mittags- und Vesperpausen werden nicht bezahlt. III. Für die ieberstunden, und zwar für die Zeit von 6( sechs) bis 9( neun) Uhr abends, find pro Stunde einschließlich der Ruhepausen 75 Pf. ( fünfundsiebzig Pfennige) Lohn zu entrichten. Die Ruhepausen finden statt: von 6 Uhr bis 61% Uhr, von 7 Uhr bis 7 Uhr, von 8 Uhr bis 84 Uhr. Die Nachtstunden rechnen von 9( neun) Uhr abends bis 7( fieben) Uhr morgens und sind zu löhnen mit je 90 Pf.( ie neunzig Pfennigen) ein schließlich der Ruhepausen. Für Sonntagsarbeit ist ebenfalls ein Betrag von 90 Pf.( neunzig Pfennigen) pro Stunde einschließlich der Ruhepausen zu entrichten. Die Nuhepausen bei Nachtarbeit bleiben unverändert; die Pausen bei der Sonntagsarbeit haben denen der Werktagsarbeit zu entsprechen. gez. v. Schulz. Pafchte. C. Bitterhoff.&. Ludwigs. G. Winkler. Richard Hagen. A. Knoll * * * Borstehender Schiedsspruch wird mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht, daß die Arbeitnehmer sich demselben sofort unterworfen, die Arbeit: geber jedoch die Unterwerfung unter denselben abgelehnt haben. Berlin, den 17. Juni 1899. Der Gerichtsschreiber: Krah L Gesundheit ist Reichtum! Für Knaben u.Mädchen echt Ziegenleder braune Knopf- u. Schnürstiefel Mk.3,75,4,75,5,50 etc. Cigarren, Billigste reellste Bezugsquelle für 1. Wiederverkäufer, Restaurateure und Cigaretten. 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Sonntag, 18. Juni 1899. Das Ende einer Großmacht. " nur verkehrt. zweimal mit einem einjährigen Ausgleichsprovisorium begnügen, Handelspolitik der Monarchie ist nun vollkommen in die Bot das ist mit einer bloßen Erstreckung der geltenden Geseze immer mäßigkeit der ungarischen Interessen gestellt, und Ungarn hat alle für ein Jahr. Die materiellen Schwierigkeiten des Ausgleiches sind, Vorteile der Selbständigkeit, ohne jene Nachteile, die ein verhältnis-st- Wien, 16. Juni. angesichts der Fülle der dabei auftauchenden Fragen, einleuchtender- mäßig fleines Gebiet für den Staat erzeugt, auf sich nehmen zu Der Bestand der Gesamt- Monarchie bedeutet nun die Vorgestern ist im ungarischen Abgeordnetenhause der Schleier weise sehr groß; die fortdauernde Lähmung des östreichischen müſſent. von dem Kompromiß gehoben worden, der bis jetzt die Abmachungen Reichsrates hat sie aber noch außerordentlich gesteigert. Tributpflichtigkeit der östreichischen Wölfer an Ingarn, oder richtiger, hat nämlich in seiner Verfassung eine zwischen Thun und Szell gedeckt hatte, und man kann das Ende des Ungarn Be- an die herrschenden Klassen in Ungarn, die Bourgeoisie und den vierjährigen Ausgleichskampfes nun genau übersehen. Er ist für ſtimmung, daß es mit der konstitutionellen Adel. Ein solcher Zustand ist unerträglich, und seine Unerträglichkeit Lestreich traurig über alle Maßen. Die Ungarn verfahren heute mit Vertretung der östreichischen Länder bezüglich Destreich wie Sieger mit einem eroberten Lande. Nicht nur daß sie welcher gemeinsamen Verhältnisse immer in Be- beginnt nun auch den schwarzgelben Destreichern, denen das gesamtdie ganze Beute des Badeni- Banffyschen Backs in Sicher- rührung treten tann"; mit einem infonstitutionell regierten staatliche Gefühl" fast angeboren ist, bewußt zu werden. So groß der heit bringen: sie den Ausgleich mit Oestreich also keine Verträge schließen wird. Dieses intonstitutionelle Vorteil des ungarischen Marktes für die östreichische Industrie auch ist, einem nicht verfassungsmäßigen Oestreich schließen, hat ihnen Oestreich ist nun eine traurige Thatsache geworden, denn Oestreich so wächst die Strömung selbst unter den Industriellen, die auf eine geile gebracht. Mit welcher Berechtigung wird ſeit zwei Jahren nicht mit dem Parlamente, sondern mit dem Loßreißung von Ungarn drängt. Die Aufrechterhaltung der Botte fonnte Herr v. Szell in der Rede, mit der er im Abgeordnetenhause§ 14 regiert. Die Konsequenz dieses traurigen Zustandes ist nun, einheit und die damit verknüpfte Großmachtsstellung ist heute das Gesetz über die Zoll- und Handels- Angelegenheiten einbegleitete, baß Ungarn keinen Vertrag mit Oestreich schließt, daß formell das ein wesentlich dynastisches Interesse; der alte Monarch würde darauf hinweisen, daß das Wesen seiner berühmten Formel durch dualistische Verhältnis zu bestehen aufhört. An Stelle der Verträge, zur Aufrichtung der Zollschranken seine Einwilligung niemals geben. das Kompromiß nicht erschüttert, sondern in den neuen Pakt unver- die beide Staaten binden, tritt das selbständige Verfügungsrecht Aber die Unnatur dieses Verhältnisses zwischen Oestreich und Ungarn, zweier Staaten, die nichts verbindet: weder ein nationales Gefühl, sehrt übertragen worden sei. Von allem Formelkram entkleidet, jedes Staates. steht die Sache so, daß Ungarn heute ein freier, unabhängiger, durch Aus diesem Selbstverfügungsrechte heraus- das freilich be- noch eine geschichtliche Tradition, nicht einmal der gemeinsame äußere keine Rücksicht auf Oestreich in seinen Entschlüssen beschränkter schränkt ist durch die Voraussetzung der Reciprocität aller Verfügungen Feind, die ist auf die Dauer unhaltbar. Bis jetzt waren es die Staat ist, und diese seine Unabhängigkeit in jedem Augenblicke auf der anderen Seite hat Herr v. Szell Mittwoch dem ungari ökonomischen Momente, die diese von einander wegstrebenden so gebrauchen kann, als immer es nur will. Wohl erklärt heute Ungarn, schen Reichstage das erste Gesez, das über die Ordnung der Boll- Staaten banden, aber die industriellen Tendenzen des modernen seine Freiheit bis zum Jahre 1907 nicht gebrauchen, sondern die und Handelsangelegenheiten, vorgelegt. Danach wird wohl die Ungarn haben auch diese Elemente ins Gegenteil eine Ungarn Exportpolitik, Zollgemeinsamkeit mit Oestreich bis dahin aufrechthalten zu Bollgemeinsamkeit bis Ende 1907 aufrecht erhalten zum Unter- Destreich braucht heute da ist ein Ausgleich" schwer! Von allen wollen, aber es kann diese sich selbst auferlegte Verpflichtung jeden ichiede von der Szellschen Formel, die ihr als längsten Termin Ende Schußzzollpolitik: da ist Augenblick widerrufen und das Kompromiß bietet ihm zum Widerruf 1904 geben wollte, aber sie wird an die wichtige Bedingung ge- Gesichtspunkten betrachtet, erweist sich die Eristenz des dualistischen taufend Vorwände. Oestreich- Ungarn wird so lange bestehen als fnüpft, daß die 1903 ablaufenden internationalen Handelsverträge Staates als unmöglich, und wenn auch die staatlichen Formen langUngarn wollen wird, und die Ungarn werden, nicht nicht über das Jahr 1907 hinaus erneuert werden dürfen, der Termin sam welten, blühen werden sie nimmer. Zudem vollzieht sich dieser Pseudo- Ausgleich unter Umständen, länger wollen, als sie wollen müssen. Die Liquidierung des der Handelsverträge also mit dem Termin der Zollgemeinſamkeit Dualismus het begonnen, und ehe ein Menschenalter vergehen wird, zusammenfallen müsse. Da es durch die Meistbegünstigungsklausel die für Oestreich einfach demütigend und entwürdigend find. Der wird das uralte Reich der Habsburger in seiner heutigen Form zu ausgeschlossen ist, daß ein Staat auf diese Bedingung eingehen wird, Ausgleich wird nicht im Parlament beschlossen, gleichsam als Opfer, bestehen aufgehört haben. so ist einleuchtenderweise das Jahr 1907 nur eine Fittion; die Zoll- das die eine Reichshälfte für den Bestand der Monarchie bringt, Da wir jetzt von dem Ausgleich Abschied nehmen und da die gemeinsamkeit wird trotz der Erstrechung auf acht Jahre im Jahre sondern er wird Oestreich aufgedrängt, er tritt als Ordonnanz in Frage, wie das wirtschaftliche Verhältnis zwischen Oestreich und 1903 zu Ende sein. Ungarn wird also in jenem fritischen Jahre den Kraft, der sich ein gewissenloses Ministerium vermißt! Scheinbar steht Ungarn geregelt wird, auch die internationalen Handelsverträge be- entscheidenden Einfluß haben, und was das bei dem Gegensatz der der Inhalt des Ausgleichs mit der Depossedierung der Voltsvertretung einflußt, so ist es vielleicht gestattet, das Interesse der nicht- wirtschaftlichen Interessen des Agrikulturstaates Ungarn und des in keiner Wechselwirkung, denn er war vereinbart, bevor die Erstarrung Aber er ist doch die öftreichischen Leser noch einmal mit einer Darlegung der wichtigsten Industriestaates Oestreich bedeuten wird, läßt sich schon heute klar des östreichischen Parlaments eingetreten war. Punkte dieser Ausgleichstragödie zu belasten. Oestreich und Ungarn ermessen. Umsomehr, als die Ungarn es auch durchgesetzt unmittelbare Frucht der Schwäche und Ohnmacht der östreichischen find staatlich keine wirtschaftliche Einheit; ihre Zollgemeinsamkeit haben, daß ein neuer autonomer Tarif, derjenige, auf Grund Volksvertretung; ihre Eroberungen konnten die Ungarn nur machen, dem Auslande weil sie niemals, seitdem die östreichische Verfassung in Geltung ist, beruht vielmehr auf Verträgen, die auf bestimmte Zeiten ge- dessen dann die Vertragsverhandlungen mit schlossen und von Zeit zu Zeit also erneuert werden müssen. beginnen, ausgearbeitet werden muß, wogegen bis jetzt die Be- mit einem starken und entschlossenen Parlament in Destreich zu Das ist das, was man hier Ausgleich nennt; es sind jene Gefeße, wo- ftimmung galt, daß der autonome Tarif so lange gelte, als ein rechnen hatten, sondern immer nur eine schwache und höfische Redurch die Gemeinsamkeit des Zollgebietes, der Notenbank, der Währung neuer nicht vereinbart worden sei. Dazu kommt, daß die Ungarn die gierung vor sich erblickten. Die Schwäche Oestreichs war Ungarns und der indirekten Steuergesetzgebung festgelegt wird. Der erste Gemeinsamkeit der Bank bis 1907 verbürgt haben, die Kapitals- Stärke, und weil Oestreich noch nie so schwach war wie jetzt, so hat Ausgleich, der, durch den der Dualismus begründet wurde, ge- kraft Oestreichs also zur Förderung ihrer Industrie nach freier Ungarn diesmal die größte Beute gemacht. Aber zu sehr gespannt schah im Jahre 1867, und jede zehn Jahre seither wurde er erneuert. Willfür ausnüßen können. Ungarn wird also fünftig den Schlüssel bricht der Bogen, und so wird das dualistische Band zusammenbrechen Im Jahre 1897 mißlang er bekanntlich; man mußte sich bereits zur wirtschaftlichen Position der Gesamtmonarchie befizen; die unter der Last, die Ungarn darauf gewälzt hat. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thrater. Sonntag, den 18. Juni. Freie Volksbühne. Friedrich Wilhelmstädt. Theater: Schiller Theater Urania ( Wallner Theater)." Sonntag, abends 8 Uhr: Satisfaktion. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Schauspiel in 4 Aufzügen v. Alexander Das Land der Fjorde. Baron von Roberts. Montag, abends 8 Uhr: Bum erstenmale: Liebesträume. Ein Schäferstündchen. Montag: Dasselbe. Invalidenstr. 57/62: Prater Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Dorus Resi. Volts: stück mit Gesang u. Tanz von Hugo Schulz, Musik von A. Kersten. Kostüm: eine Freie Volksbühne Heute, nachmittags 234 Uhr: soubrette Frl. Vierrath. Gebr. Milardo, 6. Abteilung: Friedrich Wilhelmstädtisch. Theater: Grot. Duett. Tauma- Quartett, Gesang und Tanz. Aboue u. Campton, Red turner. Br. Picardy, Hand: und Kopf: Equilibrist. Ballettgesellschaft Döring. Mr. Bartling, lebende Photographien. Konzert und Ball. fame Menschen. Anfang 2%, ur. Die schnelle Verlobung. Tägl. Sternwarte. Gintritt wochentags und Sonntags Uhr. Opernhaus. Der Prophet. Anfang 7 Uhr. Montag: Das Rheingold. Schauspielhaus. Auf Strafurlaub. Anfang 7 Uhr. Montag: Venedig. Neues Overn Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 7%, Uhr. Deutsches. Die Jüdin von Toledo. Anfang 72 Uhr. Der Kaufmann von Nachmi. 22 Uhr: Die Weber. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Residenz. Der Schlafwagen Controleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues. Die Wahrsagerin. Vorher: Pietro Caruso. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Weften. Margarethe( Faust). An: fang 7 Uhr. Montag: Die Zauberflöte. Central. Waldmeister. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller. Satisfattion. Anf. 8 Uhr. Montag: Liebesträume. Ein In Civil. Dienstag, abends 8 Uhr: Liebesträume. EinSchäferstündchen. Die schnelle Verlobung. In Civil. Central Theater Direttion: José Ferenczy. Lehtes Werk von Johann Strauß. Bum 141. Male: Waldmeister. Operette in drei Aften von G. Davis. Mufit von Johann Strauß. Morgen und folgende Tage: Waldmeister. Apollo- Theater. !! Stürmischer Erfolg!! Abends 9 Uhr: Frau Luna mit dem Luftballett Grigolatis. Schäferstündchen. Die schnelle Ferner: 12 Specialitäten Verlobung. In Civil. allerersten Ranges. Belle Alliance. Dörchläuchting. Kasseneröffnung 6 Uhr. Hierauf: Jochen Päfel. Anfang Anfang des Konzerts 6½ Uhr. 8 11hr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Nachtomnibus Controleur. Anfang 8 Uhr. = Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz. Nana. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend. Die Memoiren des Satans. Anfang 1/28 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Berlin lacht! Anfang 1/28 1hr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten-Borstellung. Anfang 8 Uhr. " der Vorstellung 8 Uhr. Montag, den 19. Juni 1899: 50. Aufführung der Frau Luna. Billet- Vorverkauf täglich im Theater und beim ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. Metropol- Theater Jeden Abend sensationeller Erfolg! Reichshallen. Stettiner Sänger. Stettiner Sänger. Berlin lacht! Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali: Berliner Revue in drei Abteilungen. % täten Vorstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. TägHierzu: Das Press- Ballett lich geöffnet von 10 Uhr vor und das phänomenale mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 11hr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Die Memoiren des Satans. Lustspiel in 3 Aften v. L. Schneider. Anfang 71/2 Uhr. Worgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Specialitäten- Programm. Miss Dejo, die 6 Bonhairs, Frid- Frid, Paul Jülich. Reizender Sommergarten. Rauchen in allen Räumen gestattet. Wochentags Anfang 8 Uhr, Sonn- und Feiertags 18 Uhr. Ostbahn- Park Liane, die zweite Frau. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Bf. Im Konzert- Garten: Konzert, Specialitäten und Theater: Vorstellung. 27 Nummern. Nur Kräfte ersten Ranges. Anfang 4 Uhr. Mittwoch: 1. Kinder- Freudenfeft. Stasperle Theater. Kinderbelustigungen. Hermann Imbs 71 Rüdersdorfer Straße 71, am Rüstriner Plaz. Täglich: Konzert, Theaterund Specialitäten- Vorstellung. Nur erstklassige Nummern. Kinder 10 Pf. Sperrsiz Nachzahl. 20 Pf. Anfang: Wochent. 5 Uhr. Entree 10 Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsit Nachzahl. 10 Pf. Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Hermann Imbs, Direktor. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Berliner Aquarium Unter den Linden 68 a, Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. Passage- Panopticum 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 612 Uhr ab: Specialitäten. Um 8 Uhr: ! Sensationell! Die Athleten im Caféhaus. Die Kunstschützen Valmor. CASTANS PANOPTICUM Die sensationellen lebenden Photographien! mit Figuren in Lebensgrösse. Die russische Damenkapelle, Mignon" in moskowitischen Kostümen. ,, Dreifuss" mit 3 Beinen gebor. leb. Kosakenpferd. Victoria- Brauerei Lükowftraße 111/112. Im Naturgarten oder Saal: Täglich Humoristische Soiree der Norddeutschen Sänger ( Führmann, Horst, Walde). P Anf. Sonntags präc. 7, wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borvert. 40 Pf. Familienbillets 3= 1M. Sonntag und Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. 196 Sommer- Theater Alter Deffauer" Artillerieſtr. 32. Juhaber: A. Ladewig. Schattigster Garten Berlins. Täglich: Theater und Svecialitäten Vorstellung. 30 Pf., num. Platz 50 Pf. Puhlmanns ,, Einsame Menschen". Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie verpflichtet sind, ihre Beiträge bis Jani zu entrichten. Die Mitglieder werden gebeten, bis 20. Juni ihre Mitgliedskarten in Zahlstellen Kalbo. gliedschaft. müssen bis 15. Juli bewirkt werden, wozu die Abmeldung in der bisherigen Zahlstelle erforderlich ist. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. den Zahlstellen abzugeben mit der Erklärung der weiteren Mit Vaudeville- Theater 230/9 Inhaber F. Lehmann, Täglich: Schönh. Allee 148, Kaftan. Allee 97/99. Konzert, Theater Max Kliems Sommer- Theater Hasenhaide 14-15. Artistische Leitung: Paul Milbik. Täglich: Großes Garten- Konzert. u. Specialitäten- Vorstellung. Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Reichshallen. Im herrlichen Konzert- Garten resp. im großen Theater Saal täglich: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Kirchmayer, Schneider und Schrader). Zum Schluß: Cavalleria schufticana. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf.( für die Wochentage im Vorverkauf 40 Pf.) Numerierte Estrade 1 M., unnumeriert 75 Pf. R. Ballschmieders Kastanienwäldchen" Sonzertgarten u. Prachtsäle Badstr. 16. Gesundbrunnen. Badstr. 16. Täglich: Gr. Promenaden Konzert. Jeden Donnerstag: Elite- Streich- Konzert. Sonntags: Großer Ball im neuerbauten Saal. Empfehle meine Säle zu allen Fest: lichkeiten. R. Ballschmieder. Sommertheater Marienbad Badstraße 35/36. Regie: Willy Reusche. Direktion: Max Mekelburg. Heute sowie täglich: Konzert-, Theater- und Specialitäten Vorstellung. Berlin wie's näht und trennt. Boffe mit Gesang und Tanz in 2 Aften von L. Ely. Nach der Vorstellung: Ba 11. In Vorbereitung: Rosen aus dem Süden. Auftreten des gesamten Schauspiel: n. Specialitäten Personals. Nur erstklassige Kräfte. Georg Fischer( Liederfänger), Karl Gursch( Tanz Parodist), Kati Stöger ( Kostüm- Soubrette), Quita Blanchetty( Parforce- Equilibristin), Plötz Larella Troupe( Excentriques) usw. Nenes gediegenes Familien- Programm. Entree: Wochentags 20 Pf. Numerierter Platz 40 Pf. Anfang des Konzerts täglich 4 Uhr. In den Feftsälen: Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree: Sonntags 25 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Anfang der Vorstellung 6 Uhr. Großzer Ball. Max Kliem. Ernst Höflichs Schwarzer Adler". Konzert- Garten und Specialitäten- Theater. Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee 120. Jm herrlichen Lindenpart, gänzlich neu renoviert: Sonntag, den 18. Juni 1899: Großes Konzert ( Dirigent: W. Paul.) Der Pferdezug oder: Menschenkraft geht über Pferdekraft. Große Specialitäten- Vorstellung. Direktion: Tiecke u. Röhr. Jm Königssaal: Gr. Frühlingsball. Entree 20 Pf. Anfang 4 Uhr. Jeden Mittwoch: Soiree der Steinmek Sänger- Gesellschaft. Ernst Höflich. Achtungsvoll Schweizer- Garten Am Königsthor( Ringbahn) Am Friedrichshain. Täglich: Theater- und SpecialitätenVorstellung. Volksbelustigungen aller Art. Freier Damentanz und Ball. Anfang 42 Uhr. Entree 30 Pf. An Wochentagen ist das Etablissement an Vereine zu vergeben Actien- Brauerei Friedrichshain T früher Lipps. Am Königsthor. Größter Konzertgarten und größter Konzertsaal Berlins. Heute( u. nur noch auf turze Zeit) FRIEDRICHSHAL boll 2083L* Konzert Eduard Strauss, taiserl. und königl. öftreich. Hofball- Musikdirektor mit seiner vollständigen Kapelle aus Wien. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., reserv. Platz 1 M. Bei ungünstiger Witterung im großen Konzertsaal bei erhöhtem Entree Brauerei Friedrichshain. Täglich Hagenbecks 7 u. 9 Uhr: PolarShow. 12 Eisbären, vorgeführt von Hendrick Olafson. Elefant, Pferd und Hund, vorgeführt von Herckenrath. Entree 30 Pf., Kinder 15 Pi. Annoncen- Expedition F. v. Schirp, Berlin. Jägerhaus Schönhauser Allee No. 103. Neu renov. Garten( 6000 Personen fassend) mit neugebauter Bühne für Vereine. Großer Tanzsaal. 2011 Grösste Volksbelustigungen in ganz Berlin. Jeden Dienstag: Grosses Kinderfest. Raffeeküche von 2 Uhr an geöffnet. Safenheide. Neue Welt. Safenheide. Täglich: Konzert u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag: Im Bal champêtre: Grosser Festball. Anfang 4 Uhr, Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfest mit Gratisverlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Feuerwerk. Kaffeeküche, Karouffels, Marionettentheater zc. täglich geöffnet. Alles Nähere durch die Tagesanschläge an den Säulen.[ 20520 A. Fröhlich. Schnegelsbergs Festsäle Hasenheide No. 21 Jahnstrasse No. 8. Jnh. Max Schindler. Telephon: Amt IV 1132. Empfehle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabrifen zc. meine Säle, 800 u. 1200 Personen faffend( mit Bühne), zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabend, 30. September, noch frei. Mittwoch und Sonntag: Grosser Ball." 20842* Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Grosse Achtung, Maurer! Montag, den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr: Versammlung der Ausgesperrten und Streikenden, und Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und der Umgegend. 133/8] ( Hierzu sind die arbeitenden Kollegen besonders eingeladen.) Beide Versammlungen in ,, Kellers Festfälen", Koppenstraße Nr. 29. Tagesordnung in beiden Versammlungen:" Der Stand der Aussperrung und des Streite". Die Verbandsleitung. 3. A.: Carl Panser. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost) Dienstag, den 20. Juni 1899, abends 8 Uhr, Versammlung im Lokale des Herrn Brüder, Waldemarstr. 75. Tages Ordnung: 1. Die Invaliditäts Novelle. Referent: Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Verband deutscher Schneider u. Schneiderinnen ( Filiale Berlin). Dienstag, den 20. Juni 1899, abends 82 Uhr, in den Armin: hallen, Kommandantenstr. 20: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Ergebnisse des letzten Gewerkschafts- Kongresses in Frankfurt a. M. Referent: Kollege Ritter. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 1. Quartal. 162/9 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Dienstag, den 20. Juni 1899, abends 6 Uhr, bei Buske, Grenadierstraße Nr. 33: Donnerstag, den 22. Juni cr., abends 8% br, in„ Alten General- Versammlung. Schützenhause", Linienftr. 5: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste sehr erwünscht. [ 245/ 7* Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein Wedding- Park für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Müllerstrasse 178. Am Wedding- Platz, Jeden Sonntag und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert, ausgeführt von der uniformierten Hausfapelle unter Leitung des Musikdirigenten Herrn Koch. 19242* Jm Saale: Grosser Ball. 7 berdeckte Sommer- Kegelbahnen, von denent noch einige zu vergebett find. Volksbeluftigungen aller Art.- Kaffeeküche täglich nachmittags von 3-6 Uhr geöffnet. Vom 30. Mai ab jeden Dienstag: Auftreten der Original- Norddeutschen Sänger. W. Trapp. Victoria- Brauerei- Ausschank Stralau. Jeden Sonntag: Großes Gartenkonzert, Theater u. Specialitätenvorstellung. Jm Saale: Grosser Ball. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Um recht regen Zuspruch bittet 19479] Hochachtungsvoll Karl Mittag, Defonom. ,, Neues Klubhaus" Sanssouci" 72 Kommandantenstr. 72. Schmargendorf. Jeden Sonntag: Gr. Ball. Jeden Sonntag: Gr. Ball. Empfehle meine großen und fleinen Empfehle mein herrlich mitten im Festfäle( 150-800 Personen fassend)| Grunewald gelegenes Restaurant. zu Bersammlungen und Festlich Staffeekitche, 2 Kegelbahnen, große feiten. Habe noch einige Sonn- Spielplätze. Ausschaut von Bots abende und Sonntage fret. damer Stangenbier, Weiß- und 19072* H. Ebert. Bayrisch- Bier. H. Ebert. Vereinsbrauerei- Ausschank Rixdorf Herrlicher Garten und große Säle. Mittwochs und Sonntags, Gr. Frei- Konzert. Deconomie: Martin Berndt 17219*] Borzügliche Küche, Wurstpavillon, Schießstand, Kegelbahnen u sonstige diverse Belustigungen. Raffectüche von 2 Uhr ab geöffnet. Pferdebahn vom Morigplatz für 10 Pf. bis zur Brauerei Rad- Rennbahn Treptow ( am Bahnhof Treptow.) Sonntag, den 18. Juni cr., nachmittags 3 Uhr: 5 Große Rennen, wozu 100 Fahrer gemeldet haben. Wien, Amsterdam, Kopenhagen, Dortmund, Bielefeld, Frankfurt a. M. usw. Preis- Corso- Fahren. Anfang 3 Uhr. Militär- Konzert. W. Noacks Theater, Brunnenstraße 16. Täglich: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. Novität! Nen! Die Regimentsnummer. Poffe mit Gesang in einem Aft von M. Reichardt. vität! Der treneste Mann. Operette in I Aft von Carlos Duchow. Mufit von H. Bendir. Jm Saale: Tanzkränzchen. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80-81. Täglich: KONZERT und Specialitäten-Vorstellung. Kaffeeküche geöffnet. Entree: Sonntags 20 Pf., wochent. frei. Die Direktion. Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 42. Täglich im Garten: Theater Vorstellung. = Die Direktion. Backhaus' Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr, s im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 42: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung befannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. 247/ 5* Der Vorstand. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Kongreß. 2. Ergänzungswahl des Central vorstands. 3. Gewerkschaftliches. Der Vorstand. 195/8 Verband der Graveure, Ciseleure n. verw. Berufsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin. Dienstag, den 20. d. Mts., abends 8% Uhr, im Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Versammlung. 74/15 Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht des Kollegen Brückner über den Gewerkschaftskongreß und die Erfolge seiner Agitation. 3. Distussion über die Anträge zur Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Zimmerer Berlinsu.der Vororte. Mittwoch, den 21. Juni, abends 8 Uhr: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Gr. Versammlung Heute, Sonntag, den 18. Juni 1899, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Bürsten- und Pinselmacher, sowie Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen im Lokal des Herrn Schiller, Rosenthalerstraße 57, Hof part. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen S. Diet über das Koalitionsrecht. 2. Dis: fuffton. 3. Fragefaften und Verschiedenes. Die Verbandskollegen werden ersucht, in den Werkstätten für zahl: reichen Besuch und pünktliches Erscheinen zu agitleren. Aufnahme neuer Mitglieder. 106/15 NB. Die Adreffe des Obmannes ist: Paul Flegel, Aderstr, 10, Quergeb. part. Achtung! Achtung! Putzer. Montag, den 19. Juni 1899, vormittags 10 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 28: Große öffentliche Versammlung der Puzzer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: Die Anssperrung der Maurer und unsere Stellung zu der selben. 133/9 Stollegen, da die Sache ernst ist, so enwarten wir, daß fein Kollege in der Versammlung fehlt. Die Lohnkommission. in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Die Aussperrung der Maurer Berlins und der Vororte durch den Unternehmerbund." 2. Verschiedentes. Kameraden! Die außerordentlich kritische Situation im Baus gewerbe erfordert die Anwesenheit eines jeden Berufsgenossen. Es ergeht daher an alle Kameraden die Aufforderung, diese Versammlung zu besuchen und für die Verbreitung dieser Einlarung zu sorgen. Die Vertrauensleute. J. A.: Theodor Fischer. Achtung! Achtung! Cementierer und Berufsgenossen Centralverband der Maurer Deutschlands u. Berufsg. Mittwoch, den 21. Juni, abds. 8 Uhr, bei Buske, Grenadierftr. 33: Zahlstelle IV. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung wird bekannt gemacht. 57/5 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer. Achtung! Lichtenberg- Friedrichsberg. Dienstag, den 20. Juni, abends 9 Uhr, im Lotale von Panten, Frankfurter Allee 174: Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins. Tages Ordnung: 1. Vortrag. Referent: Genosse G. Wagner über: Waifenfinder, Verein deutscher Schuhmacher Brügel, fatholiche Betschwester und mediziniſche Gutachten. 2. Disfuffion. Montag, den 19. Juni, abends 8½½ Uhr: 2 Mitglieder- Versammlungen. Bezirk Westen bei Cohn, Beuthstr. 20-21. Bortrag des Fräulein Fanny Imle über: Unternehmer und Arbeiterorganisationen. 169/16 In Rigdorf bei Pressler, 3iethenstr. 69. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Achtung! Kürschner. Achtung! Montag, den 19. Juni, abends 8 Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20-22: Große öffentliche Versammlung aller in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages: Ordnung: 1. Die Aufhebung des Koalitionsrechtes für die Industriearbeiter. Dänemark. 4. Verschiedenes. Volks- Theater Referent Genoffe Faber. 2. Distuſſion. 3. Die Waffenaussperrung in 93/7 3. Verschiedenes. [ 14/9] Der Vorstand. Ballschmieders Salon Badstrasse 16. Sonnabend, den 24. Juni 1899: Grosses Sommerfest berbunden mit Bannerweihe arrangiert vom Arbeiter- Gesangverein Oranienburger Vorstadt ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Festrede, gehalten vom Genossen Max Kiesel. Programme an der Kontrolle gratis. Billets für Freunde und Gönner des Vereins sind bei den Mitgliedern a 20 Pf. zu haben. Nach der Bannerweihe: Tanz. Der hochwichtigen Tagesordnung halber ist das Erscheinen der gesamten Reichstags- Abgeordneten Karl Grillenberger in Nürnberg für Berlin lieferte. NB. Das Banner ist das erste, welches die Witwe des verstorbenen Das Komitee. Die Vertrauenspersonen. Neu- Weissensee Kollegenschaft dringend erforderlich. Prenzlauer Chaussee. Jeden Sonntag: [* 670b Achtung! Banarbeiter. Central-Verband der Stuccateure Norddeutsche Sänger Achtung! Bauarbeiter. Gäme, Cahnbley, Stangenberg usw. Anfang 25 Uhr. Entree 10 Pf. Bei ungünstigem Wetter im Theatersaal. Nächsten Mittwoch: Grosse Extra- Soiree. AX Johannisthal! Park- Restaurant! Jeden Sonntag: Gr. Ball unter Leitung des Tanzlehrers Herrn Otto Wildauer. Tanz- Abonnement 75 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Bwel Regelbahnen, Vereine erhalten Ertra- Preise. Bestellungen für Sommierber gnügen nehme schon jetzt entgegen. Wwe. Elise Rau, früher Skalitzerstr. 126. Moabiter Klubhaus Beusselstr. 9. Saal für 800 Personen auch Empfehle meinen großen Saal, Vereinszimmer f. 20-80 Personen, Sonntag frei. 18279* Restauration. Mittags: u. Abendtisch. Pallisaden: Jeden Sonntag: Grosser Ball. 6716 1717L* Carl Fischer. Kinderwagenräber ftraße 101. Montag, 19. Juni, vormittags 10 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstr. 19: Seffentliche Versammlung der bei dem Streik der Maurer in Mitleidenschaft gezogenen Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Lage und Stand der Aussperrung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 30/3 Die Lohnkommission. Verein der Tischler Berlins und Umgegend. Vertrauensmänner- Centralisation. Mittwoch, den 21. d. Mets.. abends 8 1hr, in Thiels geftfälen, Fruchtstraße Nr. 36 a: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl: Was lehrt uns der Tuberkulose: Kongreß?" 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. 6846 Der Vorstand. ( Filiale Berlin). Stiftungsfest am 24. Juni in der Viktoria- Brauerei, Lühowstr. 111/112. Theater. Ja Vorträge. Nachher: Tanz. Programme bei allen Hilfskaffterern und im Arbeitsnachweis zu haben. Ges. geschützt. Um zahlreichen Besuch bittet argarine Back ushall Wahnschaffe& Co Blatterta Fabriken in Cleve, Rotterdam. Brüssel, York, 173/14 Das Komitee. Margarine! Wahnschaffe& Co. Filiale: [ 20669* Berlin C., Neue Friedrichstr. 50. Marke: Meierei, das Beste, was existiert. Total- Ausverkauf! Die Warenbestände der Firma Max Friedlaender jr. Molkenmarkt 12/13, 219 bestehend aus nur besseren Herren- Anzug-, Paletot- und Hosenstoffen etc. etc. sollen, um schleunigst damit zu räumen, werktäglich von vormittags 9-1 und nachmittags 3-7 zu enorm billigen Preisen ausverkauft werden. So z. B.: no sig per Meter von 3,00 Mk. an. Schwarze und blaue Cheviots per Meter von 1,50 Mk. an. Sommer- Paletotstoffe " Sommer- Anzugstoffe Schwarze hochf. Kammgarne, دو 99 2,00" 3,00 17 Covert- Coating. " Winter- Paletotstoffe, Eskimo, Krimmer etc., Einen Posten Damentuche per Meter von 1,25 Mk. an. 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Der wesentliche Grund dieser Erfolge, bie in ihrer ganz außergewöhnlichen und oftmals völlig über: raschenden Form Infereffe in allen Streisen zu erregen beginner, wurzelt in der vorzüglichen und in ihrer Art geradezu hervorragenden Sorgfalt in der Bereitung der Bäder und Behandlung der Patienten! Mir zur Seite steht ein praktischer Arzt. Aus meiner Praris mögen hiermit einige besonders eklatante Fälle hervorgehoben sein; die Namen und Adressen der betreffenden Battenten befinden sich ausführlich im Prospekt. Herr St., Direktor der Lichtheilanstalt, Berlin, litt mehrere Monate an gichtischer Gelent- Entzündung, so daß er längere Zeit im Bett zubringen mußte. Er ließ sich in meiner Anstalt in Pension aufnehmen und mußte von zwei Wärtern getragen werden. Nach fieben Tagen konnte Herr St. meine Anstalt verlassen und seinem Beruf wieder nachgehen. Herr H. M. aus Berlin, Kaufmann, 50 Jahre alt, war seit sechs Wochen bettlägerig an einem schweren Magen-, Darm- und Leberleiben. Allmählich so schwach geworden, daß er nur noch aus Haut und Knochen bestand, unfähig Nahrung aufzunehmen, von feinen Aerzten aufgegeben, ließ er sich durch Herrn Münsel be handeln, der ihn in sechs Wochen vollständig von diesem Leiden herstellte. Der Mann, den mehrere seiner Aerzte, da fie Strebs annahmen, den Tod vorhergesagt hatten, war gerettet und geht seitdem seinen Geschäften wieder munter nach. Frau Kaufmann W. in B. litt an Knochenfraß im rechten Obertiefer. Nachdem bereits acht Zähne gezogen waren, wollten die Aerzte auch noch den erkrankten Teil des Kieferknochens durch Operation entfernen. Sie vertraute sich jedoch im letzten Moment der Behandlung des Herrn Münsel an, der sie in vier Wochen vollständig ohne Operation herstellte. Herr W. M. litt an Brightscher Nieren- Krankheit und war von zwei der bedeutendsten Berliner Professoren als unheilbar bezeichnet worden. Herr Münsel hat ihn völlig hergestellt. Ein Rückfall ist nicht wieder eingetreten. Herr V., 34 Jahre alt, Landwirt, litt dermaßen an Ischias ( Hüftweh), daß er seit zwei Monaten die heftigsten Schmerzen ausgehalten hatte und unbeweglich im Bette zubringen mußte. Durch Herrn Münsel wurde er in vier Wochen so gründlich hergestellt, daß er im stande war, längere Fußtouren zu unternehmen. Er hatte 10 Pfund zugenommen, war blühend geworden und auch von feiner chronischen Verstopfung geheilt. Frau Kaufmann F., 35 Jahre alt, aus Berlin, litt an einer Bauchfistel, die die bedentendsten Klinifer in Berlin in 112 jähriger operativer Behandlung nicht beseitigen konnten. Durch Herrn M's Behandlung wurde die Dame in fünf Wochen gänzlich von ihrem Leiden befreit und wieder zu einem lebensfrohen Menschen gemacht. Herr F. in M. litt an einer Lähmung der rechten GesichtsHälfte( Facialis- Lähmung), welche von einem Berliner Professor Monate lang vergeblich mit Elettricität behandelt wurde. Jetzt nach fünfwöchentlicher Kur bei Herrn Münsel ist er schon soweit hergestellt, daß der Uneingeweihte von der vorher sehr auffälligen Lähmung nichts mehr bemerken tann. Herr Kaufmann E. aus B. litt an Leistenbrüsenanschwellung infolge einer früheren Infektion. Da er ein Jahr vorher bei einer gleichen Krantheit operativ behandelt und dabei drei Monate lang aufs Krantenbett geworfen war, zog er es diesmal vor, Herrn Münsel zu Rate zu ziehen, welcher ihn in sieben Wochen ohne Operation und ohne Berufsstörung vollständig herstellte. Frl. M. aus Ch. litt seit vielen Jahren an Bleichsucht und sehr heftigen Menstruationsstörungen, verbunden mit heftigen Krampferscheinungen, die feinem Mittel trop langjähriger Behand lung weichen wollten. Bei Anwendung der Münselschen Heils reform find fie in vier Monaten ganz beseitigt worden. Der beschränkte Raum verbietet ein weiteres Gingehen auf Einzelheiten, doch sei betont, daß gerade bei den schwersten Formen chronischer Leiden oft noch glänzende Erfolge beobachtet werden fonnten. Bei Neuralgien, bet Neurasthenie( Nervenerschöpfung), verbunden mit Verdauungsbeschwerden, Stuhlverstopfung, Migräne und Schlaflosigkeit, bei hysterischen Beschwerden, bei Frauen und Unterleibsleiden, ebenso bei asthmatischen Erscheinungen, fowie bei Lähmungen, auch bei Medizinstechtum, bei Nieren-, Blafen, Ohren, Nasen- und Augenleiden, bei Bleichsucht, Blutarimut, Strophuloje, Flechten, Katarrhen, Hämorrhoiden und Folgen von Quecksilber behandlung hat sich das Münselsche Heilsystem als durchgreifend und hilfreich erwiesen. Reelle 3jährige schriftliche Garantie für guten Feste Preise. Garg. Silberne Herren-|| Uhren v. 9 Mk. bis 30 Mk. Gold. Damen- Uhren v. 16 M. bis 300. Frage, die oft an uns gestellt wird. 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Jackett von schwarz Cachemire mit Futter Jackett von feinem schwarzem Lustre mit Futter Jackett von feinem schwarzem Cachemire mit Futter Jackett von prima Cachemire Joppe von Loden, grau oder mode Joppe von Loden, etwas träftiger Joppe von feinem Loden Joppe von bayrisch. Loden, sehr elegant. usw. usw. C. Hosen. Hose von Zwirnstoff Hofe von Moleskin, waschecht Hofe von Zwirnstoff, sehr haltbar Hose von Molestin, in schönen Mustern Hofe von Sommerstoff Hose von leichtem Buckskin 169 " 1,75 Mr. 2, 2,75" 3,50 " 4,50 " Hofe von Zwirnbuckskin, sehr haltbar 3,50 5, " " Hoje von gestreiftem Cheviot, schöne Muster Hofe von leichtem Velour, schmal gestreift Hofe von leichtem Cheviot, elegant und sehr dauerhaft 10,50 hose in allen übrigen Qualitäten von 5,50 9,-" " " 4,50-16,50" D. Staubmäntel oder Havelocks. Staubmantel in Drell 4,50 Mr. Staubmantel in Lustre 8, " Staubmantel in feinen gestreiften u. melierten Mustern 12, Havelock in Loden, imprägniert " 9, " Havelock in Diagonal- Loden, imprägniert 12, " Havelock in Strich- Loden 15, " Havelock in reinwollenen Boden 20 " Savelock in feinen melierten Boden 27,-, 25,- und 22,50 Havelock in ff. Kameelhaarloden " • 36, E. Knaben- Anzüge. Joppen Anzug für Knaben von 7 Jahren an • 2,60 Mr. Joppen- Anzug in Waschstoff 3,50" Joppen Anzug in feinerem Waschstoff 8,50-5,50 " Joppen- Anzug von Turntuch Joppen Anzug von vorschriftsmäßigem Turntuch Joppen- Anzug von ff. Wollturntuch 4,50 8,50 9,50 " " " Wegen vorgerückter Saison habe ich einen größeren Posten guter Jackett- Anzüge in verschiedenen modernen Farben ausfortiert und für a 20 Mark zum Verkauf gestellt. Dieselben find fämtlich aus soliden und dauerhaften Stoffen hergestellt und tosteten bisher bis zu 36 Mark. 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Motion Gegen die Gobert alles aufgeboten würde, um dem Arbeiter auch wirkliche Vorteile von vertrage vorgesehen Bern, 15. Juni. Rekurs an die Bundesversammlung gegen die Ausweisung wandten sich mit aller Entschiedenheit Regierungsrat der socialpolitischen Gesetzgebung zu verschaffen, wie das jetzt wieder der italienischen Socialisten. Die Italienerfrage im National Curti St. Gallen und unser Genosse Wullschleger aus den Verhandlungen über das Invalidenversicherungs- Gesetz erEine neue Ausweisungs- Affaire. Bafel. Erfterer hob auch die guten Seiten der Italiener hervor, sichtlich fei. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Bundesversammlung wird sich in den nächsten Tagen mit während er ihre bösen Eigenschaften als Folgen der Armut erklärte. In Verbandsangelegenheiten wurde Ehlert als Beitragssammler der im März d. J. erfolgten Ausweisung der drei italienischen Die Motion erreiche ihren Zwed nicht, da man Attentäter gewählt. Genossen Jotti, Speroni und Curcebi, die in Zürich mit den Leumundszeugnissen werden allerlei Chikanen getrieben nicht aus den Leumundszeugnissen ersehen könne. In einer Versammlung der Möbelpolierer vom 12. b. M. resp. Derlikon bei Zürich wohnten, zu befassen haben, da sie durch werden, worunter gerade die anständigen Leute zu leiden haben, die sprach Herr Dr. Wollheim über das Arbeitsmaterial in der den Züricher Universitäts- Professor Dr. Zürcher einen Rekurs gegen den unteren Leute, die viel weniger forrupt find als die oberen Schichten, Möbelpoliererei und dessen schädliche Wirkungen. Zum Schluß des beschluß bundesrätlichen Ausweisungs- die nichts thun, um die Anarchistengefahr zu beschränken, sondern sehr lehrreichen Vortrages forderte der Referent die Anwesenden auf, an die Wolfsvertretung richten ließen. In der Einleitend fagte Curti, daß er sich sich recht zahlreich zu dem für die Untersuchung bestimmten Arzt hin umfangreichen Rekursschrift wird zunächst dargethan, daß moralisch verpflichtet fühle, der Motion entgegenzutreten, wenn zu bemühen, damit die veranstaltete Statistik auch ihre Wirkung Bundesversammlung formell und materiell berechtigt ſei, fich mit der Ausweisungsangelegenheit zu beschäftigen und es auch nicht populär sei, und man sehr rasch in der nicht verfehle. Diskussion wurde nicht beliebt. Dann wurde Bericht natürlich auch den bezüglichen. Beschluß eventuell aufzuheben. Es öffentlichen Meinung zum Anarchisten avanciert über die Generalversammlung gegeben. Die Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins werden sodann die ganzen Vorgänge, welche zu der Ausweisung den Genosse Wullschleger führte u. a. aus, daß nach dem Attentate äußeren Anlaß gaben, also das Manifest, seine Entstehung, Veröffent- Lucchenis seitens der Schweiz zu viel geschehen sei, was den Anschein und Umgegend hielt am Dienstag, den 13. d. M. eine Generalerweden fonnte, als fühlten wir uns moralisch mitschuldig. Wenn lichung und Berbreitung, sowie die Einberufung von Versammlungen iemand schuldig, dann war's die italienische Re- versammlung ab. Beſchloſſen wurde die Aenderung des§ 18 deg zu dem Zwecke, gegen die reaktionären Gesetzesvorlagen der Statuts. Eine längere Diskussion über Dilettantenvereine und italienischen Regierung zu protestieren, eingehend beleuchtet und gierung, nicht die Schweiz. Die Leumundszeugnisse sind das hierbei nachgewiesen, daß die Uebersetzung des Manifestes, auf Grund allerbebentlichste und geben zu Chikanen Anlaß. Italien bietet nicht beren Unwesen zog die Wahl einer Kommission( bestehend aus hoch, deren die Ausweisung erfolgte, eine mangelhafte war und mit Garantie genug, daß zwischen politischen und gemeinen Bergehen ein Pachholl, Bräutigam, Scholz, Behnfeld) nach sich. Steptisch stellte sich auch Unterschied gemacht werden würde. " Handeln wir" erklärte, was regen wir uns und agitieren wir" Bundesrat Brenner der Motion gegenüber. Er wünschte Arbeiterinnen hielt am Donnerstag, den 15. Juni, seine MitgliederDer Verband der Fabrik, Land, Silfsarbeiter und beißen mußte. Der Zweck dieses Vorgehens war nicht die Organisation eines neuen Italienerzuges", sondern die Stellung nur einen Zusatz zu dem Niederlassungsvertrag zur näheren Brä- versammlung ab, in welcher Herr Hupfert einen Vortrag über die Organisation eines neuen Italienerzuges", sondern die Stellung- cisierung der Ausweisschriften, als welche jetzt alle möglichen Sternwarte in Treptow hielt. Zu Verbandsangelegenheiten regt nahme zu den erwähnten Gesegesvorlagen und die Beschließung nahme zu den erwähnten Gesetzesvorlagen und die Beschließung und unmöglichen Papiere von den Italienern abgegeben werden. Schumann die Frage m, wie Mißstände in den Fabriken zu be bon Protesten zu Händen des italienischen Parlaments. Das ist ein überall, auch in Italien gestattetes Handeln", wie denn auch die Forrer verglich die Italienerplage in der Schweiz mit feitigen feien, denn der Aufsichtsbeamte unterließ es, dagegen einüberall, auch in Italien gestattetes Handeln", wie denn auch die der Chinesenplage in Amerika. Die Einwanderung hat folosiale zuschreiten. Er schlägt vor, eine Centralstelle zu errichten, welcher Oppositionsparteien in Italien selbst von diesem Rechte ausgiebigen Dimensionen angenommen. Die Italiener sondern sich von der das Material unterbreitet wird und die dann dem Reichstag dasselbe Gebrauch gemacht haben. Das Manifest forderte weder zum Sturze übrigen Bevölkerung ab, vermeiden den Verkehr mit derselben und zuschickt, damit Gesetze geschaffen werden, die den Uebelſtänden abhelfen. von Thron und Altar" auf, noch zur gewaltsamen Veränderung der Verfassung oder zum Ungehorsam gegen bestehende Geseze", noch ziehen sich dadurch die tiefste Abneigung derselben zu. Die Krimina Da sich aber niemand dazu aussprach, so konnte keine Stellung dazu lität hat zugenommen auf den Gebieten der Verbrechen gegen Leib genommen werden. Sodann teilte Schumann mit, daß Klee. endlich beschimpfte es die italienische Regierung. Wenn sich aber und Leben, Eigentum und Sittlichkeit. Mehr als die Hälfte der mann von der Firma Riedel entlassen ist, was natürlich einen Bri. bes hat, our in ihre Excellenzen beschimpft glaubten, so stand ihnen der Strafantrag des Art. 42 des Bundes- Strafgesetzbuches ja offen". Die Refurs Verbrecher in Zürich find Italiener. Ihm scheint die Feststellung der Unschuldigen betroffen hat. Dann soll es in letzter Zeit vora Identität durch die Ausweisvorschriften wichtiger zu fein als ein gefommen sein, daß Be amte der Fabrik in den Wohnungen schrift weist ferner nach, daß die Ausgewiesenen weder die innere noch die Leumundszeugnis. Es wurde dann mit 73 gegen 43 Stimmen ein der Arbeiter gehaussucht haben, was sich ein Arbeiter nicht von den äußere Sicherheit der Schweiz gefährden wollten und daß gegenüber vom Bundesrat acceptierter Antrag im Sinne der Ausführungen des selben gefallen zu lassen braucht. Der Vorsitzende teilte noch mit; der offenbaren Einwirkung von amtlicher italienischer Seite auf den Bundesrats Brenner angenommen. Bundesrat derselbe dagegen Stellung nehmen und durch den Hindaß der Oberamtsanwalt gegen das freisprechende Urteil des Gau weis auf die Mittel des Strafgesetzes das Verlangen abweisen Ehe noch die Zürchersche Rekursschrift in der Bundesversammlung vorstandes Berufung eingelegt hat. Schumann brachte noch die konnte. Zum Schluß wird die Ausweisung des mit ordentlichen zur Behandlung gelangt, haben wir bereits eine neue Aus Lohnverhältnisse der Doblerschen Fabrik zur Sprache. Es sind Arbeiter, weisungs- Affaire. Im„ Volfsrecht" veröffentlicht Genosse die 12-18 m. verdienen, denen stehen aber wieder welche mit 30 m. Schriften versehenen Speroni als eine Verlegung des schweizerisch- Greulich mit seiner Namensunterschrift Enthüllungen über die gegenüber, es soll vorkommen, daß Arbeiterinnen nur 5-6 M. die italienischen Niederlassungs- Vertrages erklärt und die Ausweisung Ausweisung dreier Italiener, des Anarchisten 8a vattore, des Woche verdienen. Diesen Ausführungen trat Boigt entgegen, ins der beiden anderen als ein Bruch völkerrechtlicher Gepflogenheit und angeblichen Anarchisten Spreofico und des Invernizzi, der dem er die Fabrik in Schutz nahm, und so kam es denn zu scharfen ein Preisgeben des schweizerischen Asylrechts."" Wir rufen Sie an ebenfalls Anarchist sein soll, es jedoch bestreitet. Diese Auseinandersetzungen. als oberste Hüter dieser Gepflogenheiten und Rechte. Wir bitten drei wurden zwangsweise an die italienische Sie um Ihr Wohlwollen und wir hoffen, daß Sie einen Entscheid Grenze gebracht und zwar gefesselt. In Pankow. Am Dienstag, den 13. cr., fand hier eine gut bes treffen werden, der den schönen Traditionen der Schweiz und der Chiasso wurden sie von Menschlichkeit entspricht, der, über augenblickliches Mißbehagen eines der Tessiner Polizei in Empfang suchte Voltsversammlung statt, in der Frl. Altmann ephemeren Ministeriums hinaus, geeignet ist, der Schweiz die genommen, wo bei zwei italienische Geheimpolizisten über Christentum, Kirchentum und Menschentum zugegen waren, offenbar, sagt Greulich, infolge ihnen gewor- referierte. bleibenden Sympathien der Völker zu sichern." Der mit Beifall aufgenommene Vortrag zeitigte eine bener Information, denn sie faßten die Arrestanten scharf ins Auge. rege Diskussion, in der sich auch zwei Gegner zum Worte meldeten. Sodann wurden die drei Ausgewiesenen, nachdem ihnen die Fesseln Die Ausführungen beider Herren wurden von der Referentin jowie abgenommen worden waren, von zwei Bolizisten an die Grenze ge- von mehreren Genossen widerlegt. Die Pastoren unseres Ortes führt und laufen gelassen, um aber schon nach 50 Schritten waren brieflich zu dieser Versammlung eingeladen, jedoch waren dieins 8ollhaus geführt und daselbst festgehalten selben nicht erschienen. Zum Schluß forderten die Referentin sowie zu werden. Invernizzi sei in Como freigelassen worden, die der Vorsitzende die Anwesenden auf, der Kirche den Rücken zu kehren und auszutreten, was mehrere von den Anwesenden befolgten. weiteren Vorgänge entzögen sich der Kenntnis Greulichs. Das ist in der That eine neue Affaire. Bisher war stets den Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen und wohin sie gehen wollten. Mit dieser Praxis ist im vorliegenden Ausgewiesenen freigestellt worden, wo sie die Grenze überschreiten alle gebrochen worden und kann man auch nicht von einer direkten Auslieferung an die Heimatsbehörden reden, so unzweifelhaft von einer indirekten. Dieses Vorgehen ist sehr bedenklich und der schweizerischen Demokratie nicht würdig. Weitere Aufklärung des Falles muß man allerdings noch abwarten. # Mit affenartiger Geschwindigkeit beeilte fich der freiwillige Offiziöse Dr. Langhardt in Bern, der gleichzeitig der„ Neuen Züricher Zeitung" reaftionäre und der Frankfurter Zeitung"" demofratische Korrespondenzen sendet, in ersterem Blatte über die Zürchersche Relursschrift herzufallen und sie als ebenso unberechtigt wie aussichtslos zu behandeln. Daß sich diese offiziösen und reaktionären Preßhandlanger doch überall gleich bleiben! Ob ein Schweinburg in Berlin oder ein Langhardt in Bern gleiche offiziöse Geschäftigkeit, alle Maßnahmen der Regierungen und immer auch die gleiche handwerksmäßige Vielseitigkeit als Journalist, der ein Schmod schreiben kann links und schreiben kann rechts! immer die Den = Die Mitglieder der Kolonne Brunnenstr. 150. Vortrag über: Berlegungen( Wundbehandlung, Bluts Montag, abends 9 Uhr: Uebungsstube in ber Siltale, bet steumann, ſtillung usw.). Nachher: Berbandübungen. müssen vollzählig erscheinen zwecks Verteilung zu dem am 25. d. M. in Weißensee stattfindenden Volksfest. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29) Fil. Berlin I. Heute, vorm. 10% Uhr, in Habels Brauerei, Berg mannstraße 5-7: Versammlung. Neuwahl der Ortsverwaltung. Filiale Berlin 8. Heute, vormittags 92 Uhr, im Marienbad, Badstr. 35-36 ( oberer Saal): Generalversammlung. Neuwahl der Ortsverwaltung. Nabikputer und Plattensetzer. Mittwoch, den 21. Juni, abends Deutscher Holzarbeiter Verband. In der Bezirksversammlung 8 Uhr, Lindenstr. 106: Mitgliederversammlung. Üm zahlreiches Erscheinen Der Bevollmächtigte. Inzwischen hat bereits im Rationalrat ein Gepläntel über die Italienerfrage in der Schweiz stattgefunden. Anlaß dazu gab der Berner Abgeordnete Regierungsrat Gobert mit einer Motion betreffend die Kündigung des schweizerisch italienischen Niederlassungsber trages gweds Einführung von Leumundszeugnissen als Vorbedingung der Aufenthaltsbewilligung Südost am 12 Juni referierte Reichstags- Abgeordneter Baudert ersucht Versammlungen. Schloss Weissensee. Sonntag, den 25. Juni 1899: Großes Volks- Fest arrangiert von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Osten) unter Mitwirkung des Arbeiter- Sängerbundes. Gentral- Kranken- u. Sterbe-| Gentralverein der Bildhauer mann und Bater nach schweren Leiden. kasse der Tischler u. auderer gewerblicher Arbeiter. Verwaltung Berlin E. Montag, 19. Juni 1899, abends 8 Uhr, bei Bergmann, Basewalterstr. 3: Mitglieder Versammlung. P Tages- Ordnung: 1. Wahl der Ortsverwaltung und der Beitrags- Sammler. 2. Innere Kassenangelegenheiten. Sprechstunde findet an diesem Abend nicht statt. Mitgliedsbuch legitimiert. 6116 Die Ortsverwaltung. Volksbelustigungen aller Art. Turnerische Aufführungen. Schwimmklub. See- Sentral- Kranten- u. SterbeKunst- Feuerwerker Herrn Alberss. In beiden Sälen TANZ. Die Kaffeeküche ist bis 6 Uhr fasse der Tischler 2c. End Kasperle- Theater. Grosses römisches Pracht- Feuerwerk, ausgeführt von dem 215/9 geöffnet. Anfang morgens 8 Uhr. Das Komitee. Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 3( Ham burg) Berlin G. Deutschlands. Am Freitag, den 16. Juni 1899, abends 1/26 Uhr, verstarb nach langem Krantenlager im 59. Lebensjahre unser langjähriges, bewährtes Mitglied, der Steinbildhaner Wilhelm Hülsbeek. Ein dauerndes Andenken bewahrt Am 13. d. Mts. starb mein lieber Die Beerdigung findet Sonntagnachs mittag 3 Uhr von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. Die trauernde Witwe Emilie Weigt nebit Rindern, Pallisadenstr. 59.[ 6836 Deutscher ihm die Verwaltungsstelle Berlin. Metallarbeiter- Verband Die Beerdigung findet am Montag, 19. Juni 1899, nachmittags 1/25 Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorfer Gemeindekirchhofes, Rudowerstr., Ecke Jahnstr.( Brit) aus statt.( Vom Ringbahnhof leicht zu erreichen.) Um zahl reiche Beteiligung bittet 20/16 Der Vorstand. Sentralverband der Maurer Deutschlands 2c. Zahlstelle Berlin II. Am 16. verstarb nach 17wöchent lichem schweren unser Mitglied Centralverband der Maurer Deutschlands.( Zahlstelle Mitglieder- Berjammlung figueren deiben sonico conte Verwaltungsstelle Berlin. Am Donnerstag, den 15. Juni, vors mittags 11% Uhr, verstarb an der Lungenschwindsucht unser Mitglied, der Gürtler Hermann George. Sonntagnachmittag 4 Uhr, von der Die Beerdigung findet Heute, Ehre seinem Andenken! Leichenhalle des Bartholomäus- Kirch. hofes in Weißensee aus, statt. 112/15 Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Berlin II.) Montag, b. 19. Juni, abends Suhr Hermann Reichelt. Arbeiterverein f. Weissensee Sonnabend, den 24. Juni, in der Neuen Welt", Hasenheide 107-110 " ( Straßenbahn- Verbindung nach allen Stadtteilen): FIX. Stiftungsfest der Zahlstelle Berlin des Maurerverbandes. in Thiels Salon, Fruchtstraße 36 a. Tagesordnung: Die Beerdigung findet am Montag, 1. Wahl der Ortsverwaltung, der den 19. Juni, nachmittags 4 Uhr von Beitragssammler und des Vertrauens: der Leichenhalle des Emmaus- Kirch arztes. 2. Verschiedene Kaffen: hofes in der Hermannstraße, Rirdorf, angelegenheiten. Mitgliedsbuch legi aus statt. timiert. Die Sprechstunden fallen an Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert. Grosser Kinder- Fackelzng, wozu diesem Abend aus. Beiträge werden jebes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Großes Feuerwerk und Specialitäten- Vorstellung. Für die Damen ist die Kaffeeküche von 3 Uhr nach mittags an geöffnet. Anfang nachu. 4 Uhr. Billet 20 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Bf. nach. 136/18 Das Festkomitee. Deutscher Senefelder- Bund( Mitgliedſchaft Berlin). Dienstag, den 20. d., abends 8 Uhr, fm Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57: Mitglieder- Versammlung. Rechenschafts- Bericht per 1. Quartal. Urabstimmungsanträge von Beipzig und Brandenburg a. H. Paul Möhring, Bors. [ 267/13] Uranial Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag:[ 1716* Grosser Ball. Auf. 4 Uhr. Siche Anschlagsäulen. Brunnenbad, Brunnenstr. 16.feble mein Solal zu Feſt Loh- Tannins, Dampf, Heißluft- und Sandbäder, sowte afte Bäder einzelner Rörperteile( Arme, Beine). Kohlenjaure Bäder mit Nauheimer Dutterlauge, Massage- Anstalt mit neuen mech. Apparaten( 1 Tr.) Maffeur seit 1884. Rein geprüfter Kursusmaffeur. Seit 10 Jahren für sämtliche Krantentaffen. [ 1708L* Massage Filiale: Thurmstr. 46, von 4-6 Uhr. H. Mania und Frau. und Polsterwaren. 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Goldstein, Urchristentum und Socialdemokratie." die heutigen Socialdemokraten auch, überzeugende Beweise für die Dekonomische Betrachtungen bieten sie wenig oder gar nicht; Verlag von Cäsar Schmidt, Zürich 1899. 191 Seiten. Identität des Urchristentums mit der heutigen Socialdemokratie zu ent- ihr eigentlicher 8wed ist die moralphilosophische Kriktik der socialen Dr. Andrée Lichtenberger, Le Socialisme utopique." Études deden. Daß mit der Aufstellung solcher allgemeinen Aehnlichkeiten noch damaligen Zustände Frankreichs. Meist Taufen sur quelques précurseurs inconnus du.socialisme".( Der gar nichts gewonnen ist, daß zunächst untersucht werden müßte, was die sie auf die Forderung einer Rückkehr zur Natur hinaus. Das gilt utopische Socialismus. Studien über einige unbekannte Borrchristen wie die Socialdemokraten unter den vorgenannten besonders von dem zweiten Roman, dessen Verfasser Nicolas läufer des Socialismus.) Félig Alcan, Paris 1898. 276 Seiten. Forderungen verstehen, scheint ganz außerhalb des Bereiches der Gueudeville deshalb auch nicht mit Unrecht als Vorläufer Rousseaus Dr. André Lichtenberger, La Socialisme et la Révolution geistigen Fassungskraft des verehrten Herrn Autors zu liegen. Nur bezeichnet wird. isme et la française." Étude sur les idées socialistes en France de 1789 10ft Les denn auch zu begreifen, daß ihm die Grund- Der erste der von Lichtenberger ausgegrabenen Nomane, eine à 1796,( Der Socialismus und die französische Revolution. Socialismus ganz verborgen bleiben fonnte, nämlich daß der ur los. Die Kritik staatlicher Einrichtungen tritt hier ganz gegen die verschiedenheit des urchristlichen gegenüber gegenüber dem modernen Oroonoko" betitelte Erzählung der Mrs. Aphra Behn, ist belangStudie über die socialistischen Ideen in Frankreich von 1789 christliche Socialismus einen Genußtonmunismus, der moderne Schilderung eines romantischen Liebesverhältnisses zurüd. Interessanter bis 1796.) Félig Alcan, Paris 1899. 316 Seiten. Socialismus dagegen einen Produktions- Kommunismus erstrebt. sind Gueudevilles zuerst 1704 beröffentlichte Dialoge oder UnterJeder, dem bas Bolts wohl höher ſteht, als bas Dogma der katholischen Kirche, als das Phrasengeraffel und Gepraffel der mögen, um davon allen Gemeindemitgliedern zum Genuß zuzu Berfasser schildert darin Gespräche, die der Baron mit einem Huronen Socialdemokraten in Parlamenten und Voltsversammlungen, wird teilen; von einer Regelung der Produktion ist nirgends die Rede. führt, der Europa besucht und sich hier die Kenntnis der europäischen zugeben, daß Socialdemokratie eine mit dem Urdhristentum nicht Der heutige Socialismus hingegen fordert die Vergesellschaftung der Civilisation angeeignet hat. Obgleich auch der politische verwandte, sondern identische Partei ist, und daß wir demnach mit Produktionsmittel, nicht um fie in Genußmittel umzusetzen und diese Despotismus, die Herrschsucht des Adels und der Priesterschaft, die vollen Segeln einem neuen Mittelalter zufteuern. Es kann garnichts zum allgemeinen Konsum auszuteilen, sondern um mit ihnen die socia- Berkommenheit der französischen Justiz fritisiert werden, läßt doch Demütigenderes geben als die Erkenntnis, daß so unendlich viel listische Produktion durchzuführen. Der Unterschied ist so fundamental, die eigentliche Tendenz der Schrift sich in die Worte des Huronen Schweiß, so viel Blut, so viel Thränen geflossen sind, um schließlich daß dadurch jede Gleichstellung des urchriftlichen mit dem heutigen zusammenfassen: Das was Ihr Geld nennt, ist der Dämon der das Menschengeschlecht auf den Punkt zurückzuführen, auf dem es Socialismus ausgeschlossen wird. Konsequent durchgeführt lief der Dämonen, der Tyrann der Franzosen, die Quelle des Bösen, der heit der bereits vor 1800 Jahren gestanden hat. Dieser brutalen Thatsache urchristliche Kommunismus einfach auf die Aufzehrung aller vor- Verderb der Seelen und das Grab der Lebendigen." Der dritte gegenüber bleiben alle patriotischen Fanfaronnaden, alle frommen handenen Lebens- und Produktionsmittel hinaus. Selbst wenn die der Romane, die 1765 erschienene Geschichte der Galligenen" Ermahnungen, alle Gefühlsduselei machtlos, die heutigen Zeitfragen spätere Herrschsucht der Bischöfe, die Bereicherung der Kirchenältesten 2c.( Histoire des Galligènes) des Tiphaigne de la Roche, lehnt sich in find noch nicht andere als die zur Zeit Domitians und, was biel nicht gewesen wären, mußte er zu Grunde gehen. der Form an Vairasjes vorhin genanntes Werk an, ist aber start von leicht noch schlimmer ist, sie scheinen auch auf dieselbe Art und Indes es lohnt sich nicht, mit Herrn Goldstein über solche Ver- Platons Politeia" beeinflußt; während die 1763 erschienene ErWeise gelöst werden zu sollen." schiedenheiten zu streiten. Sein ganzer historischer Streifzug hat, zählung Der Schüler der Natur"( L'Elève de la Nature) die voit Mit diesen pathetischen geschmackvollen Worten, mit denen Herr wie der hämische dritte Abschnitt zur Genüge beweist, doch nur den Rousseau in feinem Emile" dargelegten Erziehungsgrundsätze an Goldstein den dritten Abschnitt feines Buches einleitet, hat er zu Zweck, der Socialdemokratie eine auszuwischen. Für die Art und einem Beiſpiel zu erläutern sucht. gleich dessen Tendenz charakterisiert. Was ihn zu seinem Erfurs Weise, wie er über Dinge aburteilt, zu deren Beurteilung ihm alle Bedentender als die Staatsromane find einige ältere theoretische auf das historische Gebiet getrieben hat, ist nicht das historische nötigen Vorkenntnisse fehlen, nachstehend nur zwei Beispiele: Schriften, auf die Lichtenberger die Aufmerksamkeit zu lenten sucht. Interesse. Er will nicht zeigen, inwieweit im untergehenden römi Mit einer in ihrer Art belustigend wirkenden Wichtigthuerei legt Linguet, den Lichtenberger zu den Socialisten zählt, kann zivar nur schen Weltreich der wirtschaftliche Verfall und die Zuspigung der Herr Goldstein sein Veto dagegen ein, daß die Socialdemokratie als rousseauiftischer Naturrechtler gelten; dagegen kann man Charles Klaffengegenfäße zu ähnlichen proletarisch socialistischen Be- inimer von Klaffenbewußtsein spreche. Klassenbewußtsein," Robert Gosselin sehr wohl als Vorläufer von Henry George und der wegungen geführt hat, wie in der Jektzeit; rat fein flar erflärt er, mit dem der Socialdemokrat bei jeder Gelegenheit heutigen Bodenbefizreformer betrachten. In feinen Betrachtungen erfichtlicher, von vornherein gewollter Bwved ist vielmehr das paradiert, und dessen Bewahrung seine Sorgfalt in fo unglaublich eines Bürgers" fommt er zur Forderung der Nationalisierung bes Urchristentum als eine mit der heutigen Socialdemokratie identische tomischer Weise in Anspruch nimmt, ist eine Schöpfung des modernen gesamten Grundeigentums und seiner Barzellierung in gleichgroße Partei" nachzuweisen, um dann auf Grund seines Gesezes der Ge- Meffias Karl Mary. Mary hatte durch Lektüre moderner Geschichts- tieine Landgüter, die gegen Abgaben den Bauernfamilien zu überschichte die Folgerung zu ziehen, daß die heutige socialistische Bewerte herausgefunden, daß das klassenbewußtsein eine ganz enorme laffen feien. Um eine Wiederherstellung großer Güter zu verhindern, unchriftliche, und daß ihr Kraft befize und beschloß daher, den Armen, denen es bisher fremd soll eine Familie immer nur eine Barzelle bewirtschaften dürfen ganzer Erfolg nur darin bestehen könne, wieder von neuem die firch- geblieben war, Klassenbewußtsein einzuprägen. Das widerspricht und außerdem der Inhaber nur ein beschränktes Verfügungsliche Hierarchie des Mittelalters heraufzubeschwören. zunächst der materialistischen Geschichtsauffassung, denn der angebliche recht über sein Landstück erhalten, so daß er es weder Neu find derartige Versuche, die heutigen socialistischen Be Entbeder derselben hatte erklärt, daß die wirtschaftlichen Berhältnisse bertaufen, noch aufteilen, noch nach seinem Willen vererben fam. strebungen durch geschichtliche Beispiele" als unausführbar zu er alle politischen Veränderungen in der Welt hervorbringen."( G. 170.) m weitesten von den Utopisten, deren Lehren Lichtenberger uns weisen, ja teineswegs. Die einfache Behauptung, der Socialismus Danach zu urteilen, muß Herr Goldstein niemals etwas von schildert, geht jedoch Jean Claude Chappuis, der Vorläufer Fouriers. widerstrebe der fittlichen Natur des Menschen, will heute nicht recht Mary gelejen haben, denn sonst müßte er wissen, daß nach Marr die Er verwirft in seinem 1788 geschriebenen„ Socialen Plan" jede Aufmehr ziehen, und so haben sich denn die Verteidiger der heutigen Wirkung der wirtschaftlichen Verhältnisse sich gerade vermittelst der teihung des Bodens an Ginzelne oder Familien; alles joll gemeinsam Wirtschaftsordnung gezwungen gesehen, fich fich nach anderen Einwirkung auf das gesellschaftliche Bewußtsein durchsetzt, weshalb sein. Das gesamte Land müßte, meint er, in große Teile abgeteilt Beweisen" umzubliden: einer Umschaut, bei welcher ein Teil von legterer dann auch immer wieder von den Bewußtseinsformen" redet, und dann jeder Teil einer großen, 1050 Personen umfassenden, ihnen, wie es scheint, auf die Verwertung der sogenannten Lehren die den Produktionsverhältnissen entsprechen, oder von den ideologischen Wirtschaftskommune zugewiesen werden, und zwar so, daß jede der Geschichte" verfallen ist, wenigstens haben ini lezten Jahrzehnt Formen", worin sich die Menschen der wirtschaftlichen Konflifte bewußt Bald Gartenland, Wiefen usw. erhalte. Inmitten eines jeden die Versuche, aus dem Untergang des Wiedertänfer- Reichs, der werden. Was ist das Klaffenbewußtsein anders, als die Einsicht in die solchen Kommunebezirks wäre dann ein großes Gebäude zu errichten, Erfolglosigkeit socialistischer Restitutionsversuche im alten China oder Klassenlage und das durch sie bedingte Gefühl einer gewissen Zu in dem die ganze Gemeinde beisammen wohne. Die innere Eingar der politischen Schwäche des Intaſtaats, die Unmöglichkeit der gehörigkeit zu den übrigen Angehörigen der gleichen klaffe. Nach richtung dieser Gemeindehäuſer iſt ähnlich gedacht, wie jene der Berwirklichung des heutigen Socialismus zu erweisen, wieder breiteren der wissenschaftlichen Interpretation des Herrn Dr. Goldstein aller Fourierschen Phalansteren. Boden gewonnen. dings ist es eine Naturtraft wie jede andere, und daher ebenso In feinem zweiten Wert untersucht Sichtenberger, wieweit Bur Gattung dieser die Lehren der Geschichte zu Nutz und wenig für den Menschen erzeugbar, wie die Schwertraft ohne in der franzöfifchen Revolution focialistische Anschaumgen hervor Frommen bestimmter politischer Absichten praktisch verwertenden Materie oder die belebende Kraft der Sonne ohne getreten find. Wie im vorgenannten, faßt auch in diesem der BerLitteratur gehört tros aller wissenschaftlichen Verbrämung auch Sonne"! fasser den Begriff des Socialismus sehr weit und zählt manche AnGoldsteins Schrift. Hält er etwas wissenschaftliche Berzierung auch Noch erheiternder wirkt Herr Goldstein, wenn er den Socialisten schauungen zu den socialistischen, die man weit besser als radikalnicht für übel, so arbeitet er doch in der Hauptsache ganz nach dem empfiehlt, die Gefegmacherei aufzugeben und lieber eine neue Gefell- rousseauiftische bezeichnet. Es ist schwer", fagt er 3. 8. Seite 17, B. gewöhnlichen Rezept: die Verschiedenheit des Früheren und Jezigen schaft aufzubauen. Man will eben die parlamentarische Schwazmajorität verschiedenartigere Menschen zu finden, als den Pfarrer Meslier, zu übersehen, charakteristische Besonderheiten zu verwischen und halbe erringen, dann werden die Gejeze geändert und dann kommt der den Marquis d'Argenson, den Financier Necker und Jean Jacques Aehnlichleiten so lange durcheinander zu schütteln, bis in dem großen Gegen. Man wird mit dem Bau des neuen Weltgebäudes be- Rouffeau, und doch sind sie allesamt in gewiffer Hinsicht Socialisten." Brei die einzelnen Bestandteile gar nicht mehr zu erkennen find.ginnen, nur vergessen die Weisen ihren Grundsay, daß die Gesell- Lichtenberger mitersucht zunächst den Einfluß der socialistischen So beginnt Herr Goldstein denn auch weder mit einer Unter- schaft nicht durch Geseze, sondern Geseze durch die Gesellschaft ge- Anschauungen auf die Broschüren und Bamphlet Litteratur während suchung der Ursachen des entstehenden Christentums, noch schildert schaffen werden, und daß, wer den ersteren Weg einschlägt, den Bau der franzöfifchen Revolution und giebt dann einen Ueberblid über er die Bedingungen, die es für seine Entfaltung im östlichen Teil mit dem Dache beginnt."( S. 171.) Auch hier fehlt alio alle Ein- die focialpolitischen Ansichten des radikaleren Teils der Girondisten des absterbenden Römerreichs vorfand, noch inwieweit ihm sicht, daß die Gefeye mur Reglementationen der gesellschaftlichen Bit( Briffot, Condorcet, Rabaut) und der Jakobiner. Interessant ist die bereits vorhandene proletarische und philofophisch tommunistische. stände, die juristische Regelung des Gesellschaftslebens sind, und daß furze Gegenüberstelling der socialen Anschauungen Marats, Strömungen, z. B. im Essenismus, entgegentamen. Mit breiter Be- daher, soll die Gesellschaft geändert werden, dieses nur durch Auf- Robespierres und Saint Justs. Als verhältnismäßig am haglichkeit erörtert er 40 Seiten Tang die Entstehung der römischen hebung der die sociale Entwicklung hemmenden Rechtsbestimmungen meisten socialistisch beeinflußt gilt dem Berfaffer Saint- Just, Bourgeoisie, die Nivellierung der nationalen Unterschiede im römischen resp. durch rechtliche Reglementierung der im socialen Leben neu- wenn auch selbst diefer keineswegs als Kommunist gelten könne. Reiche und die Verschärfung der Klassengegensäge und versichert entstandenen gesellschaftlichen Beziehungen geschehen kann. Robespierre sei der radikal- rousseauistische Kleinbürger, und Marat dann einfach, jedesmal wenn der Staat in seiner Entwicklung auf Allerdings darüber vermag jelbst unser wissenschaftlicher Denter fei unfähig geweien, sich zu einer allgemein theoretischen Auffassung einen toten Bunft gelange, d. H. sein Reichtum abnehme, müßten fich nicht zu täuschen, daß die heutigen wirtschaftlichen Zustände auf zu erheben". Das Gesamtergebnis, zu welchem Lichtenberger be proletarische Bewegungen hervortreten. Daran reiht sich dann ohne die Dauer unhaltbar sind, und so ruft er denn in einem Schhißwort züglich der Jakobiner gelangt, giebt er in der Auslaffung wieder: irgendwelche historische Bermittelung ohne weiteres sofort eine den Leser auf zum Handanlegen" an den Neubau der Gesellschaft, wenn man unter diesem Ausdruck( d. H. dem Wort Socialismus") Schilderung der hauptsächlichsten Forderungen des christlichen der nach seiner scharfsinnigen Bemerkung der„ Kern der socialen nur allein den Stollettivismus versteht, d. H. die Vergesellschaftung Parteiprogramms", nämlich: Aufhebung des Privateigentums" Frage" ist. Leider tur bergißt er zu sagen, was er unter diesem der Produktions- und Cirkulationsmittel, daim giebt es unter den ban der positiven Religion", des Militarismus"," Casarismus" und Neubau versteht und wie er fich das Handanlegen denkt wahr Jakobinern feinen eigentlichen Socialisten." der Klaffenjuftig", dagegen Einführung der" Gerechtigkeit"," Gleichscheinlich weil er erst noch gelegentlich etwas näher nachdenken muß. Die Thatsache, daß offiziell in der jakobinischen Partei teinerlei heit", Brüderlichkeit und der Frauen Emancipation". Dabei er Dennoch, obgleich die Goldsteinsche Schrift ausläuft, wie das Horn focialistische Tendenzen hervorgetreten find, schließt natürlich nich mangelt Herr Goldstein nicht, seine Ausführungen forgiam durch berger Schießent, hat er nach seiner Meinung eine geistige aus, daß in der breiten Masse vereinzelt focialistische Ideen Antlang die Christ meinung eine geftige aus, daß in der breiten Waſſe vereinzelt jocialfide peer g Citate aus den vier Evangelien, den paulinischen Briefen, der Apostel Riesenarbeit geleistet und in stolzem Selbstbewußtsein meint er, daß fanden. Lichtenberger zählt verschiedene Petitionen und Heine geschichte usw. zu belegen und zugleich, wo es ihm angebracht dünkt, der nächste Effett" feines Buches nicht gephyrfäufeln, Schriften auf, in denen schon vor der Entstehung des Bundes der allerlei fleine boshafte Bergleiche zu anscheinend ähnlichen Bestrebungen ondern ein Sturm sein wird, aber doch wohl nur Gleichen" die Verstaatlichung von Grund und Boden gefordert der Socialdemokratie zu ziehen. der Sturm, den uns die Frühjahre bringen, auf wurde. In einer an das Agrifultur- Komitee des Konvent gerichteten Das nennt Herr Goldstein in seiner Bescheidenheit Wissen ben, er mag noch so sehr wüten und stellenweise Adresse vom 11. Brumaire des Jahres IV wird joga: ansbrücklich auch schaft und entrüstet sich noch obendrein, daß die Arbeiter lieber fogar verheeren, die warme Jahreszeit tommen die Communauté" der Industrie and die Einrichtung kommunistischer die schlechten socialistischen Beitungen und Bücher lesen, statt muß!" Produktionsgemeinschaften verlangt. Später fanden diese verschiedens gute bürgerliche. Es mag ihm hingehen, daß er seine Mangeludes Urteilsvermögen infolge maßlofer Selbstüber- artigen Bestrebungen teilweise einen Centralpunkt im Babouvismis, Darstellung der urchristlichen Anschauungen überall tendenziös schätzung! dessen Tendenzen und Verfall Lichtenberger eingehend schildert. zufpigt, es mag auch hingehen, daß er die Aussprüche Christi im Für eine fritische Geschichte des Socialismus werden sich wohl Matthäus- Evangelium für echt hält und anscheinend gar nicht weiß, Von anderem Charakter find die beiden obengenannten Bücher bei näherer Prüfung verschiedene Studien des Verfassers als daß der zweite Tessalonicher sowie die Thimotheus und Titusbriefe Lichtenbergers. Sie bieten einige, wemt auch gerade nicht hervor ziemlich wertlos eriveisen, immerhin liefern die beiden nicht von Paulus geschrieben sind; was er aber, wenn feine Arbeitragend wertvolle, so doch durchaus sachliche und in mancher Hinsicht Schriften manche guten Vorarbeiten. Anguerfenten ist die einen wissenschaftlichen Wert haben sollte, nicht unterlassen durfte, fulturhistorisch interefiante Beiträge zur Geschichte des Socialismus. ruhige, objektive Darstellung. Wo es irgend angebracht das war, genau zu untersuchen, welche Bedeutung die vorhin ge- Das erfte der beiden Werte enthält, wie fchon der Titel sagt, ist, beschränkt sich der Verfasser auf ein einfaches Resumee der Annannten urchriftlichen Forderungen hatten, worauf fie abzielten und Studien über einige unbekannte Vorläufer des Socialismus." Zum fchauungen seiner Vorläufer", ant liebsten unter Anführung von inwieweit in den damaligen socialen Verhältnissen die Vorbedingungen Teil gehören diese zu den Verfassern ähnlicher Staatsromane, wie deren eigenen Worten. Allerdings hat diese Art der Darstellung für ihre Verwirklichung gegeben war. Statt defien begnügt sich der Bairaffes„ Geschichte der Sevaramben" und Fénélons Telemach." auch ihre entschiedenen Nachteile. Der Zusammenhang der darHerr Verfasser damit, schon in derartigen Aehnlichkeiten, daß die Als eigentlich socialistisch tönnen ihre Erzählungen faum gelten, gelegten Theorien mit der gleichzeitigen socialen Entwicklung ist Ürchriften von Gleichheit sprechen, die Socialdemokraten auch, daß vorausgesezt, daß man nicht den Begriff des Wortes Socialismus gänzlich unberücksichtigt geblieben. ib netusi eta iplinelos " 151 " " H " OZDO Carl Zobel, Berlin SO., Köpnickerstrasse 121, m bula Ecke Michaelkirch- Strasse. H. C. 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