ifeettut lür Zdt>ngslone lag, in Galizien oder Italien. Aber dieser da kam zurück, vollgefressen und aufgedunsen vor Wohlbehagen, Geld im Sack und große Worte auf der Zunge, und kaufte das Caft und wurde bewundert, die Riädchen liefen ihm nach und die Väter schmeichelten ihm, um ihn für ihre Töchter einzusangen. Nimm ihn, oder sieh zu,>vo du dein Brot findest, hieß es danmlS. Er liebt dich, er will dich heiraten, wann findest du wieder dieses Glück— kannst nicht dein ganzes Leben vertrauen um einen, der nicht wiederkomnrt. Da hatte sie ja gesagt, und dann war sie eines Tages in-diesem Zimmer gesessen, vor diesem Schreibtisch, hatte Ziffern auf das Papier gemalt und Zahlen addiert, die Rechnungen des Bäckers geprüft und das Geld für den elektrischen Strom zum Postamt getragen, und war berdorrt und vereinsamt und vergessen, und bekam Falten unter den Augen und Falten am Hal», die Augen verloren den' Glanz und die Haut der Hände wurde wie Leder. Der Vater war gestorben, mit ruhigem Gewissen, er hatte stin Kind gut versorgt; niemand konnte einen Vorwurf gegen ihn erheben, Sie ivollte ein Kind, ihr Herz brannte»ach einem Kind— der dicke, saule Mann neben ihr trank und spielte und prahlte mit seinen Kriegrerinne- rungen und hat keinen Blick dafür, daß sie an seiner Seite einschrumpft« Md verging und'sich zu.Tode sehnt«, ohne Kraft, sich zu befreien. Sie durste nicht klagen: sie wär" die Gattin de» angesehenen CafKicrs Finsterbusch, im ganzen Viertel schätzte man. ihn, obgleich niemand in sein Kafseehau» kam. Ich hab«»'so'lange' getragen, ich muh eß weiter tragen, sagte sie sich. Da blieben die Gäste au», der eine nach dem andren. Ein Wesen mit tausend dürren" Knochenfingern fiel Wer di« Stadt her, Wer das Land, Wer die Welt,.und würgte alle»-Leben ab. Sie sagten: die Krise, wenn sie nicht mehr bezahlten. Sie sagten: die Krise, wenn man sie auf der Straße traf und stagte, warum sie nicht mehr in daS Taft kamen. Sie sagten: die Krise, wenn die Fabrikschornsteine zu schweigen begannen, die Rollbalken auch an den Wochentagen vor den Schaufenstern Herabgelaffen waren, die Arbeiter auf den Straßen herumlungerten und ihre Kleider in Fetzen hingen. Di« Krise: man hatte dagegen angekämpft, aber es nützte nichts; eine» Tages packte sie jeden mit ihrem Todesgriff und warf ihn auf den Schindanger Abfall, der verfault. Die noch ein paar Groschen auf der Bank hatten, weigerten sich, zu borgen; wer konnte wiffen, ob der Schuldner da» Geld jemals wieder zurückzahlen konnte? Die Frau legt« die Hand auf die Rechnungen, das Papier knisterte im Halbdunkel. Finsterbusch fuhr auf, seine Augen fielen auf di« Formular«. Er kannte sie genau. DaS Blatt, Wer daS groh und blau in regelmäßigen Letter» ein Name lief, stammte vom Bäcker; jenes, das einen Kopf au»-verschnörkelter" Schrift trug, von der Teehandlung. Geld, Geld. Sie wollen alle Geld. »Ich hab kein, Geld", sagte er. Und als - wollte er seine Worte bekräftigen; wiederholte er: „Ich HW kein Geld." Er stand auf,, ging, zum Schrank, holte di« Kognakflasch«.„Ich hab kein Geld". Er trank ein Glas, dann griff ,er in die Taschen, dreht« da» Futter nach außen.„Ich hab kein Geü>". Er goß das Glas wieder voll, stürzt« den Kognak, hin- unter.„Ich hab kein Geld'.Fiel in den Sessel, lallte:„Ich hab sein Geld". Er trömmelte auf der Armlehne den'Rhythmus:„Ich. hab kein Geld". Er sang e», erst leise; dann laut," mit seinem tiefen, brummenden Baß:--„Ich hab kein Geld, ich hab kein Geld". Er wiederholt« die Worte,«r berauscht« sich an ihnen," bi» sie int Gehege seiner. Zähn« hängen blieben, dir Kiefer auseinanderklappten, er Mit offenem MuNd einschlief.„Ich hab kein. Geld", träumte er» Es ist so still, so weich, so uferlos weit: Ich hab kein Geld. Die Frau schob die Rechnungen in die Kade, drehte den Schlüssel um. Dann ging sie in das Schlafzimmer HInWer. Sie zog die Vorhänge zu, dreht« das Licht neben dem Spiegel an. Sie legte das Kleid ab, ihre mageren Arme leuchtet«» bleich. Sie kreuzte die Arme vor der Brust, sie legte die Hände auf die Schultern. Die.Schultern waren mager, sie fühlte die Knochen unter der kühlen Haut, spitze, dünne Knochen, Sie setzte sich vor den Spiegel, näherte da» Gesicht dem kalten GlaS, sah starr in ihre eignen Augen. Großö, dunkelbraune Augen, nun waren sie ohne" da» Leuchten, das er so geliebt hatte— er, der nicht zurückkäm. An den Schläfen Mar ein graues Haart «in silberweißer hauchfeiner Strich zwischen" den dunklen, weichen; seidnen Haarest, die er so geliebt hatte, kn die er seine Hände vergrW-— er, den der Krieg fraß. Warum war nicht Finsterbusch draußen geblieben? Warum hatte e» nicht ihn getrosten? War er denn je im Schützengraben gewesen", vom dem er erzählte? Hatte er je die Leichenberge gesehen, die er den Gästen vor die Augen zauberte? Warum lag er nicht unter der Erde, fett und aufgequollen undfaul, warum schlief er nicht da unten, wie er'oben-schlief; Tag um Tag? Sie haßte sein. Gesicht, sie haßte sein« Stimme, Wer es war«in. ohnmächtiger Hass,«in Haß mit schlaffen Händen und flackernden Bltk- len, die" nicht tresten, nicht zünden, nicht stechen. Ein Wort stand plötzlich.. hinter ihr,. wie..ein Mensch, eß hatte eine Gestalt, sie konnte«S seh^g, si« konnte seine" Stimm« hören,, e» war nur-«in kurzer Laut, schärf, dunkel, ohne Barmherzigkeit: Aus. ES ist-aus. Es hat kxinep Sinn mehr, darüber zu klagen. Westn elner^in» Theater kommt, um«ff Uht nacht», Und" hintingehrn'witl, sägt der Portier: ES ist aus, wäre» Sie früher gekommen. Ast». Nichts mehr zu ändern. Au», au», aus. .(Fortsetzung folgt.)». Nr. 306 Sonntag, 15. November 1036 gelte 3 fa^tenpeufediet Zcitepie^el Ascher Wirklichkeiten MS! t»I L p Blick auf Asch der den der aus- dle Lohnverhällntffe an der Grenze noch besser als im Innern des Dritten Reiches. Der Rcallohn unserer Arbeiter ist angesichts dieser Zustände zweifellos höher als jener der Arbeiter im Dritten Reich. Die geschickte Propaganda der Nazis, die durch unsere Henloinleute untetstützt wird, will diese Tatsache vergessen oder übersehen lassen, auf jeden Fall will sie das Gefühl haben, daß die jetzigen Zustände nur ein„Provisorium" sind. Das politische Paradoxon An der Neukonjunktur im Ascher Bezirk haben die Devalvation großen Anteil, aber auch die Bemühungen unserer Auslands» und Jn- landsbehörden um die Hebung des Exporis, und der Boykott gegen Deutschland. Die gute Beschäftigung ist also auch hier vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dast die Firmen auf tche- choslowakischem Boden sind. Die Bevöl kerung aber, die auS dieser Tatsache Nutzen zieht, hat ihre Sache mit Henlein auf Hitler gestellt: ihre Neigung gilt, statt der Slepublik, in der sie sich ernährt, dem Dritten Reich, das ihr durch die Beschränkung der Einfuhr und durch Dumpingmaßnahmen den Arbeitsplatz streitig macht. Nirgends Ist dieses politische Paradoxon so stark aus-, geprägt wie kü*Afch^Hi«r,:wo die'Hknktknpartci^ dominiert, wo sie also mehr als in einem anderen Gebiet Gelegenheit gehabt hätte, sich als Heilbringer zu betätigen, hat sie auch keinen einzigen Arbeiter in den Betrieb zerückgebracht— es sei denn, daß sie andersdenkende Arbeiter dadurch brotlos machte—, hingegen haben sich ihre Anhänger als Lohndrücker^tätigt. Henleins Verdienste An dem Anfschwung in Asch hat also Henlein kein Verdienst. Trotzdem ist sein Verdienst sehr groß: früher wohnte er in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung in der unteren Turnhalle, jetzt hat er das HauS des Industriellen Häring zur Verfügung, und zwar viel mehr Räume als dieser in Anspruch genonunen hatte. Außerdem verfügt der Führer über ein großes Auto mit Chauffeur. Für ihn ist die politische Haltung der Sudetendeutschen also weit ertragreicher ata z. B. für die Ascher Arbeiterschaft. Andererseits ist die Zersplitterung dieser Arbeiterschaft wieder eine Erklärung für den Triumph, den Henlein hier am 10. Mai 1035 feierte.. Eine sich ihrer Kraft nnd Aufgabe zyni größten Teil nicht bewußte Arbeiterschaft: das ist das, was Henlein zusagt, ihn. groß macht und was seine Fabrikanten freut. Aber es sind auch in Asch Kräfte am Werke, die das politische Denken der Arbeiter mit deren wirklichen Interessen in Einklang bringen wollen und werden.»» K. K. Die Staatspolizei int Grenzgebiet. Wie aus Karlsbad, gemeldet wird, werden ab 15. November die Orte Plrkenhammer und Espenthor in den>,Amtsbereich der Karlsbader' Staatspolizei ühernoinWN werden. Auch di« Exposituren in Neudek, Joachimsihal und Gottesgab werden mit diesem Tage eröffnet werd en, Radikalismus Hai schließlich nur die faschistische Bewegung gestärkt und die kommunistischen Experimente auf gewerkschaftlichem Gebiete haben die Gewerkschaften geschädigt und seinerzeit auch zur Lösung des Vertragsverhältniffcs geführt. Nun gesellt sich dem Drucke der Unternehmer auch noch die Unentschlossenheit und Gleichgültigkeit: br«ter"AibtiierschichteNj d'in W?rt diiS g.e«> wcrkschaftlichen Zusammenschlusses nicht erkennen. Auch in den Reihen der Arbeiterschaft ist Lohndrückerei zu bemerken. ES kommen Wanderarbeiter aus der Tachau-Planer Gegend her, vornehmlich junge Mädchen, die um einen Spottlohn arbeiten. Des Sanrsiags fahren sie nach Hause, kommen Montag mit Nahrungsmitteln wieder, geben wohl 20 bis 30 KL für ihre primitive Beherbergung, sind aber im übrigen damit zufrieden, daß ihnen noch die paar Kronen aus Kleider bleiben, die sie zu Hause unter keinen Uinständen verdienen.könnten. Neuerdings werden auch von Ascher Unternehmern Strick- und Nähmaschinen nach Schönbach und in die Dachauer Gegend verborgt. Die Leute dort liefern ihre Erzeugnisse zu wahren Hungerlöhnen. - Bemerkenswert ist, daß sich in Roßbach, das unter der Spaltung fast überhaupt nicht gelitten hat, die Gewerkschaften und die Partei glänzend behaupteten, oibivohl hier die Arbeitslosigkeit am größten war. In der kleinen Stadt mit 4500 Einwohnern hat die Union der Textilarbeiter 1100 Mitglieder, davon waren bis vor kurzem 000 arbeitslos., Zwar zählt auch die Ascher Ortsgruppe der. Union 4000 Mitglieder, aber diese Kraft kann infolge der Gleichgültigkeit der übrigen Arbeiter— es fehlt fast überall ein Betriebsausschuß— nicht entsprechend eingesetzt werden.(Ein Beispiel für das Verhalten der Arbeiter: in einem Betriebe mit 000 Arbeitern, der einem Henleinunternehmer gehört, wurden die Löhne abgebaut. Zum Danke dafür wählte acht Tage später die Belegschaft, einen Betriebsausschuß, der in der Mehrheit aus Henleinleuten besteht.)> . Heuer.star in Asch auch die Bautäiig- k e i t ziemlich lebhaft. Im Baugewerbe sind Kollektivverträge. Die potemkinschen Dörfer Es ist selbstverständlich, dah sich in Heimat Henleins.die Flüsterpropaganda sehr auswirkt. In Roßbach gibt es einige Leute,.die jenseits der Grenze arbeiten, ihren Lohn in Mark bekommen und hier als„Großverdiener" gelten. Das unterstützt die Meinung, daß es de» Arbeitern, drüben besser gehe als hier.. In Wirklichkeit aber ist. das Leben■■ selbst in den Potemkinschen! Dörfern, die.von den Braunen entlang! der Grenzen errichtet wurden, mehr als unerfreulich. Denn man muß die Arbeiterlöhno in Beziehung setzen zu den Preisen"der.Lebensmittel." Verdient!! eine Näherin-drüven> 20 Mark und bei"uns vielleicht nur 70 KL, so ist,-um einen-wirklichen Vergleich zu. ermöglichen, folgendes zu berücksichtigen: Drüben sind die Wohnungen', teuer, die Lebensmittel kosten durchschnittlich doppelt," di^ Kleider aus Er- saßstofsen dreimal soviel, di«' Lohnabzüge sind horrend. Dabei,-'find in. der Regel Lebensmittel nicht in genügender Menge zu haben, so daß noch Schleichhandelspreise gezahlt wenden. Dabei jjnd Akkordsätze verabsäumt wurde, haben sich die Unternehmer an den Akkor dsähen schadlos gehalten. Die Handschnhindustrie steht jetzt allerdings ! vor dem Mschluß eines KollcktivvcrirageS: es stellt sich immer mehr heraus, daß ein solcher Der- - trag auch der Industrie zum Vorteil gereicht: fehlt er, so unterbieten einander die Umerncb- mer vor allem auf Kosten der Arbeitslöhne und i diese Schmutzkonkurrenz"schädigt auch die Qua- lität der Produktion. I Atomisierte Arbeiterschaft Dieser Zustand ist allerdings auch durch die Arbeiter verschuldet. In Asch selbst, aber auch .. im Bezirk— mit Ausnahme Roßbachs— hat die ’ Spaltung verheerend gewirkt. Der kommunistische Wiedereröffnung der Juristischen Fakultät Prag.(Tsch. P.-B.) Der Minister sürSchul- wesen und Volksaufkkäruim Dr. Emil Franke ließ die akademischen Behörden der Deutschen Universität wissen, daß er mit den bei den betreffenden Verhandlungen gemachten Vorbehalten keine Einwendungen gegen die Wiederaufnahme der Vorlesungen an der juridischen Fakultät erhebt. Er betonte hiebei, daß der normale Gang der Vorlesungen von. der Erfüllung dieser und eventuell w,e i t e r e r V o r b e h al t e, welche der Deutschen Universität noch werden mitgeteilt werden, abhängen wird.. Uyter den. Vorbehalten, die der Minister meint, ist die- wichtigste die W e i.t e r f ü h r u n g d e s D is-zsi p l i n ar ö e r.f.ach r e n s und die Bestrafung aller schuldigen Hörer. Das Ascher Industriegebiet ragt weit hinein in die Gefilde des Dritten Reichs. Von drei Seiten ist es von reichsdeutschem Gebiete eingeschlossen, und zum überwiegenden Teile hängt es der Hitlerei an. In Asch wohnt Konrad Henlein: es hat einen tieferen Sinn, daß der ehemalige Turnlehrer"und jetzige Volks-„Führer" seinen Wohnort nicht weiter ins Land herein verlegt hat— in Als> fühlt er sich am wohlsten und geborgensten. Und von hier aus hat er es vor allem nicht weit in den Herrschaftsbereich jener braunen Barbaren, von denen er sich zum Ehrendoktor machen lieh. Wirtschaftsaufstieg Anderswo war die wirtschaftliche' Lage die HauptiriebSkraft der HciUeinbcwcgung. In Asch liegen die Ursachen vor allem in der starken Wirkung der nationalsozialisttschen Propaganda, die das ganze Gebiet durchdringt. Man kommt in wenigen Stunden in der Richtung Ost- West von einer Greife zur anderen. Besonders an diesem Grenzstreifen wird der Propaganda auf reichsdeutscher Seite großes Augenmerk zugewendet.— Die wirtschaftliche Lage in Stadt und Bezirk Asch läßt zwar manches zu wünschen übrig, im allgemeinen aber, hat die- Arbeitskosig- , kett hier nicht so verheerend gewirkt wie in anderen Industriegebieten. Auch hier ist zu beobachten, daß sich die Industrie umgestellt hat: von der groben Ware, die"vor dem Krieg erzeugt wurde, ging man zur feineren über, die von der Mode verlangt wird. Es gibt in Asch einen ehemals großen Betrieb, der diese Umstellung nicht mitmachte und aus diesem Grunde heute schlecht beschäftigt ist. Die Handschuh mach erei hat sich in Asch besonders nach dem Kriege gut ent- ' wickelt. Diese Aufwärtsentwicklung wurde auch in der Krisenzeit kaum unterbrochen. Und jetzt entstehen viele neue Betriebe, die allerdings klei- ncr.en Umfang haben. Mer auch die übrigen "Zweige der Texiilinduswie haben in den letzten Monaten gut aufgeholt, so daß eüie spürbare Senkung der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. ES handelt sich vor allem um Exportware, von der ziemlich viel nach Amerika geht. Die höchste Arbeitslosenzisser des Bezirkes war 7738 im Jähre 1032, Im vorigen.Jahr.gab es noch 3500 Arbeitslos^,,, letzt. 2638, Die Jugendlichen sinh fast alle beschäftigt, aber bei elenden Löhnen nnd schlechten Bedingungen. Konkurrent Deutschland Die Tcppichtveberei im Rohbacher Gebiet, durch die sich in normalen Zeiten viele Hunderte Menschen ernähren, liegt allerdings sehr darnieder, erst in den letzten Wochen ist es gelungen, , einen größeren amerikanischen Austrag zu bekommen. Amerika hat hohe Zollsätze auf Teppiche und Deutschland ist ein Konkurrent, der immer unterbietet, Eine große Teppichweberei in Roßbach, die in den letzten Monaten kaum noch vierzig Arbei- ter beschäftigte, hat vorübergehend 250 Menschen neu eingestellt. Allerdings mußten die Arbeiter, um das Produkt konkurrenzfähig zu machen, einen- neuen Lohnabbau über sich ergehen kaffen. Dies ist nun schon der sechste.' In der Fabrik jenseits der Grenze gibt es viel zu tun, hier wird mit riesigen Exportprämien gearbeitet. Henlein heißt Lohnabbau! In Asch gibt es leinen Großbetrieb von der Art des Kunertschen in Warnsdorf. Hier herrschen die Mittelbetriebe vor.„Die Unternehmer sind dem Staate gegenüber sehr loyal", so sagen unsere Vertrauensmänner,„wenn sie nach P r a g k o m m e n." In der Heimat nämlich sind sie die eifrigsten Förderer derHenlein- Partei. Sie duldeten und dulden den Terror, den vor allein Angestellte gegen politisch mißliebige Arbeiter ausüben und wollen von den Gewerkschaften nichts wissen. Vor allem aber hat sie ihre Volksgemeinschaftsgesinnung nicht davor bewahrt, die Löhne immer mehr zu kürzen. Zwar sind seit der Verordnung über die Verbindlichkeit der Kollektivverträge die Stunde»löhne nicht mehr gesenkt worden, da Äber infolge Lässigkeit der Arbeiter und ihrer Furcht vor Unternehmern. seinerzeit"die Fixierung Ansprache Dr. Czechs bei der DrelBIgjahr-Feler der Prager Bezirksorganisation Bei der gestern im Radiosaal in Prag ab- gchaltencn Feier aus Anlaß des dreißigjährigen Bestandes der Prager Bezirksorganisation unserer Partei— an dem Abend nahmen unter anderem die Vizepräsidenten Genossen S t i v i n und Taub teil— hielt unser Parteivorsitzondcr Minister Gcnoffe Dri C z e ch, stürmisch begrüßt und tviedcrholt von Beifall unterbrochen, an die Versammelten eine Ansprache, die mit den herzlichsten Glückwünschen des Parteivorstands und aller Glieder unserer deutschen Arbeiterbewegung an die jubilierende Organisatiou begann. Vielleicht, so sagte dann Dr. Czcch, wird dieser Festabend— einer mehr in der großen Reihe sozialdemokratischer Gedenkfeiern— für manche der Anlaß sein, unserer Bewegung wiederum den Vorwurf des„Aitcrs" zu machen. Nun, wir sind stolz darauf, daß wir in' Jahrzehnten eine solche Bewegung ansgebant, erhalten und anSgebant haben, und überlassen cS Anderen, ihre Wünsche bei jenen zu befriedigen, die vo m Tra pez über Nacht in'die politische Arena gesprungen sind! Unser großer Jugeirdtag in Bodenbach, unser herrliches Atus-Fest in K'omotau haben zur.Genüge bewiesen, daß hinter uns, die wir die sozialistische Tradition verkörpern, die Jugend steht, die sich außerordentlich befähigt zeigt, dasWerk sortzu setzen, das wir began- n e n.(Großer Beifall.) Es ist aber schon sehr gut, einmal die Gelegenheit wahrznnehmcn, um denen öffentlich zu danken, die vor dreißig Jahren, auch auf diesen: Boden, unter schwierigsten Verhältniffen das Fähnlein sammelten, das heute zur stattlichen Truppe gclvorden ist. Dr. Czech erinnerte dann an die vielen ideologischen AuS- cinnndorsohungen, die seinerzeit die Prager lvruppe schwächten, heute aber restlos überwunden sind, so daß die. Prager Organisation eine der prachtvollsten Kolonnen unserer Betvegung gclvorden ist. Zielklarheit int heute mehr not denn je. Wir wissen an keinem T a g e, w a s der Morgen bringt. Umsomehr ist es notwendig, daß keiner von uns sich aus dem Geleise werfen, daß kein Teil unserer Beivegung sich je in Verwirrung bringen lasse. Keiner von uns kann sagen, wann und Ivie cs etlva zu einer Wendung kommen könnte. Eines aber ist sicher: Jede Wendung in den wirtschaftlichen Verhältniffen in der Welt und hierzulande wird einen U m sch w u n g vor a l l.e m zugun st enderArbeiter schäft oedeuienl U n s er e Sach e steh t gut. Witz.halwn. unverbrüchlich:md miß tiefster Neber« Zeugung fest an allen Gedanken-dor^D e.m o- I r a t i e und an der Z u s a m m e n a r b e t 1 mit den tschechischen Genossen, das wir mit jedem Tage nur noch inniger zu gestalten bestrebt sind.(Großer Beifall.) Denn nur in diesem Zeichen werden wir auf diesem Boden siegen. Nach dem nützlichen Rückblick auf Vergangenes wenden wir uirs nun wieder dem Morgen mit all seinen schweren Aufgaben zu, die uns vollkommen gerüstet finden Iverden.(Neuerlich großer Beifall.) Die welflen Flecken der ,,Europa*Stunde'* Reichsdeutsche Rundfunkzeitschriften sind in der Tschechoslowakischen Republik verboten. Die meisten jedenfalls. Und es erscheinen- bei uns deshalb drei„eigene" deutsche Rundfunkzeit- schrisien. Die„Mirag", die„Selidung" und die "„Europa-Stunde". Sie werden alle— nachweislich in der Tschechoslowakischen Republik gedruckt, und eine von ihnen,-- die„Europa-Stunde", nennt sich sogar stolz„OfsizielleS deutsches Organ des tschechoslowakischen Rundfunks(Radiojournal)". Aber alle drei Zeitschriften sind,sogenannte Materuabzüge. In.ihrem Progrätümieil wenigstens sind sie nichts weiter als der'Abklätsch von Matern, die in Deutschland, i m D fit- ten Reich hergestellt sind. Schauen Sie sich doch einmal so eine „Europa-Stunde" ani Sie werden plötzkich aus eine Reihe von weißen Fleckchen stoßen. AuSmer- zuuge». Sie lenken den Blick auf sich. UMvill- kürlich. Sie springen ins Auge, Was ist denn das? fragt man sich. Was Ivurde da ausradiert? Ein paar Beispiele: Einmal kam vom Deutsch- landsendcr die Sendung„Ling mit Kamerad". Jemand singt aus dem Liederbuch der Deutschen Polens. Mer? das ist ausgemerzt. Ein ander Mal gibt es aus Breslau einen Marsch:„linter .... Fahnen". Dort, wo hier die Punkte stehen, ist im Programmheft ein weißer Fleck. Wahrscheinlich hieß es im Ursprung:„Unter Halenkreuzsahnen". Die„Hakenkreuzes sind von d:r Zensur gestrichen. Man hätte aber genau so viel erreicht, wenn man dieses Woöt gesperrt gedruckt hätte. Denn der weiße Fleck Unterst r e i ch t, der weiße Fleck lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich, läßt ihn raten und a b h ö r.e». Wieder ein ander Mal hörte man nus Breslau um 20.Uhr 10 eine Sendung„Es dröhnt der Marsch der Kolonne. Der gemeinsame Weg..." Und wieder ein.weißer Fleck.„Ahal" sagte sich der Henleinmann und der unloyale Bürger, der Republik,,„hier will man mir-etwas verheimlichen. Es wird wohl vom gemeinsamen Weg aller Deutschen die Rehe sein- oder sonst etwas Bedeutsames. Da höre ich. natürlich zul" Und er dankt heimlich der„Offiziellen Zeitschrift des Radiojournal", die ibn so ungemein geschickt pnd„getarnt" aus die der Republik vielleicht eilte 4 Sonntag, 15. November 1036 Nr. 266 Skandalöse Zustande im Tetschner Krankenhause Leichen werden verwechselt Angehörige wissen nicht, wen sie begraben feindliche Sendung ausmcrlsqm gemacht hat.' Kürzlich wurde das neue deutsche Buch besprochen. An der Reihe war das neue Buch von Hans, Friedrich Blunk. Der Titel des Büches war\ auSgeincrzt. Der weihe Fleck aber rief!„Schalt einl Hör zu! Latz Dich nicht bevormunden!" Und sicher haben Hunderte von Hörern, die daö Pech haben, keine bessere Funlzelischrist zu besitzen, eingeschaltet, mn zu erfahren, auf welches Buch sie die»Europa-Stunde" da so nachdrücklich! aufmerksam machte. Darunter waren bestimmt viele, denen es sonst nie eingefallen wäre, sich zu einer Buchbesprechung einzuschalten. Die Beispiele lassen sich von Tag zu Tag vermehren. Dw Zeitschrift wimmelt von solcher\ — unfreiwilliger, wie man wohl annehmen darf. — Propaganda. Und der Leidtragende ist: Der tschechoslotvakische Staat I Wäre«S nicht gescheiter, die drei teueren Zeitschriften„Mirag",„Sendung" und„Europa- Stunde", die alle drei durch Ausmerzen unfreiwillige Propaganda gegen die Tschechoslowakische Republik treiben, einfach, funkisch gesprochen, auszuschalten und eine eigene wirklich tschechoslowakische, hier redigierte, hier gedruckte und hier gesetzte, den Absichten der Behörden und der loyalen Staatsbürger angepahte Rundfunkzeitschrift in deutscher Sprache herausgegeben? Arbelterfürsorse-Sammlunsen bewilligt Der Verband„Arbeiterfürsorge" bringt den Organisationen zur Kenntnis, dah die öffentlichen Sammlungen vom Innenministerium grundsätzlich bewilligt sind. Der diesbezügliche Erlah geht in den nächsten Tagen den Bczicksvcreinen„Arbci- tcrfürsorge" zu. Tragischer Todesfall Samstag, den 14. d. M., um%7 Uhr vormittags wurde unser Genosse Friedrich Hanke aus KönigSIvald auf dem Wege zur Bahnstation Kleinkahn, auf freier Strecke hinter KönigSwald, von einem Lastauto so wuchtig zu Boden geschleudert, dah er mit zerschmettertem Kopse den sofortigen Tod fand. Die Nachricht löste in Partei- und Freidenkerlreiseu deshalb eine so tiefe Er- schütterunz aus, weil Genosse Hanke in den letzten Jahren einer fast ununterbrochenen Arbeitslosigkeit ausgesetzt war, mit seiner Familie oft unsagbare Entbehrungen ertragen muhte und es ihm eben erst in letzter Zeit gegönnt war, seine wirtschaftliche Lage mäßig zu bessern. In all den schweren Zeiten der Vergangenheit half ihm sein, treue Lebensgefährtin, mit der er ein selten harmonisches Leben führte, die schwersten Stunden leichter ertragen. Genosse Hauke war überall, Ivo er verlangt wurde, bei allen Kundgebungen der Partei, ebenso auch mif allen Veranstaltungen der proletarifchen Freidenker, stets war er dabei. Sv kann unser toter Freund nicht vergessen werden, so lebt er ÄS ein ewig leuchtendes Vorbild weiter, er der unermüdliche, selbstlose, von tiefster Not gepeinigte Arbeiter, ein Sozialist. Der Heger Schöppe freigelassen. Der aus Kavbih stammende Heger Schöppe, der am 18. Oktober den Arbeitslosen Erwin Dankovsky durch einen Schrotschuh tötete und seinen Bruder verletzte, wurde vor kurzem aus freien Fuh gesetzt. Schöppe verteidigte sich bekanntlich damit, er sei der Meinung gewesen, wilde Kaninchen vor sich zu haben. Ec wurde wegen Mordverdacht ver- hastet. Das Verfahren gegen Schöppe läuft trotz seiner Freilassung weiter. Straßenmusikanten Es hat noch keine Zeit gegeben, die so„musikalisch" war wie die heutige. Zu allen Tageszeiten und allerorts kann man den Scharen der Strahenmusiker begegnen, die, aus den Elendsgebieten des Grenzlandes kommend, Dorf um Dorf durchwandern, um durch ihre Borträge wenigstens soviel zu erzielen, dah cs zur Bestreitung der primitivsten Lebensbedürfnisse zureicht. Hier handelt es sich nicht um Menschen, die aus reiner Lust am Vagabundieren tagelang vom Hause wegbleiben, Straße um Straße durchziehen, In den Notstandsquartieren übernachten, sondern um schwer bedrängte Opfer unseres gesellschaftlichen Systems, die, um dem Hunger und der namenlosen Qual zu entgehen, oft wi- dcrstrebend nur, Straßenmusik machen. Da gibt es BlaS-, Streich- und auch Jazzorchester nach dem modernsten Muster. Die Musik, die da geboten wird, ist unterschiedlich, doch gibt es unter den Ausübenden mitunter außerordentlich talentierte sunge Leute, die unter fachmännischer, umsichtiger Anleitung befähigt wären, ganz andere Leistungen zu vollbringen. Durchfchnittlich überraschen" die Darbietungen. Da gibt es Musik von einer Klangfülle und Reinheit, von Schwung und Exaktheit, daß sich manche stabile Kapelle daran ein Beispiel nehmen könnte. Wenn diese Leut« auch, nur von Not und verzweifeltem Elend getrieben, mitunter ganz verschämt"und zurückhaltend auf di« Straße gehen, viele von ihnen lieben die Musik/ die ihnen in Fleisch und Blut überging, sind mit Leib und Seele dabei und vergessen Über ihrem Spiel die Mitwelt, die Umgebung. Neben den genannten-Gruppen, gibt es solche, die nur Zupfinstrumente spielen und' sich sonst auf Gesang verlegen. Man muß schon sagen, neben Nieten, gibt cs auch hier Leute, die eh auf diefem Gebiet schon sehr weit gebracht haben. Im Tetschner Krankenhaus, dessen Geschichte an und' für sich ein besonderes Kapitel der Stadtgemeinde Tetschen bildet, hat sich neuerdings ein geradezu unerhörter Fall ereignet. Am Montag dieser Woche wurde in die chirRgische Abteilung des Tetschner Krankenhauses, die unter der Leitung des Herrn Primarius Dr. Pils steht, eine Frau namens Marie Bendel aus Krochwitz zur Entbindung eingeliefert. Die Entbindung vollzog sich, wie uns berichtet wurde, normal, doch stellten sich bei der Entfernung der Nachgeburt Komplikationen ein, so daß die Frau am Dienstag während der Nar- kose an Verblutung starb. Die Beerdingung war für Freitag, den 18. d. M., auf dem Tetschner Friedhof angeseht. Die Angehörigen hatten mit der Leichenbestattung vereinbart, vor der Beisetzung den Sarg zu öffnen, weil sie die Verstorbene noch einmal sehen wollten. Groh war ihr entsetztes Erstaunen, als sie nach Oeffiinng des Sarges darin eine fremde Fran mit Goldzähnen liegen sahen. Es gab natürlich große Aufregung und die Leiche wurde in das Krankenhaus zurückgeschafft. Noch größer aber war das Entsetzen der Angehörigen, als auch im Krankenhaus dir Leiche der Verstorbenen nicht zn finden lvar und ihnen mitgeteilt wurde, daß Frau Marie Bendel dann wahrscheinlich schon beerdigt sei. Schließlich wurde man daraus aufmerksam— besonders als die Angehörigen verlangten, daß die Exhumierung in diesem Falle unbedingt erfolgen müsse,— daß auch inBöfe- grün d l eine Beerdigung sei und m ö g« Tödlicher Anfall in der Schleusenmühle in Theresienstadt.- Gestern nachts hatte der 28jäh« rige Müllergehilfe um halb 12 Uhr während seiner Arbeit in der Nachtschicht den letzten Müllzang in Betrieb gesetzt. Er kam dabei zu nahe der Transmission, wobei das Schwungrad der Tran»- missionSaulagc das Halstuch des Arbeiters erfaßte und ehe noch der Mahlgang abgestellt werden konnte, der Arbeiter durch das Eindrehen des Halstuches erwürgt wurde... Teilweise aufgehobene- Urteil im Landdienst» Prozeß. Vom Obersten Gerichtshof in Brünn wurde nunmehr der von der Leitmeriher Staatsanwaltschaft gegen da» freisprechende Urteil im, Leitmeriher Landdienstprozeß erhobenen Nichtig-' kcltSbeschwerde teilweise stattgegeben. Der im Feber 1S3S gefällte Freispruch wurde.nur. gegen jene Angeklagten bestätigt, die seinerzeit nicht persönlich nach Deutschland gegangen und dort.im Landdienste tätig waren. Alle in Deutschland gewesenen Beschuldigten aus dem Landdienstprozeß werden sich deshalb, da der Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich ihrer Person stattgegeben worden ist, nochmals vor einem Strafsenat.des Leitmeriher KreiSgerichteS zu verantworten haben, und zwar wie aus der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes hervorgeht, wegen des Vergehens nach 8 17 des SchutzgeseheS wegen ihrer Verbindung mit staatsfeindlichen Vereinigungen im Ausland«. Ermäßigte Fahrkarten für Winterfportler. Da» Eisenbahnministerium bewilligte den zuständigen Wintersportverbänden, so auch dem Verband für Die Stimmgruppierungen sind gut auSgewählt, neben schmissigen Wanderliedern klingen aus den Kehlen junger netter Leute, die alle sauber und adrett angezogen sind, moderne Schlager mit allen möglichen Melodievarianten verziert auf. So wird in weit ausreichenderem Maße als dies je vorher der Fall war, der Bevölkerung ein großes Stück Musikleben erschlossen, lernen die Alten/ welche sonst nirgends Gelegenheit hätten, die kitschig. sentimentalen Schlager der Moderne hören zu können, auch diese— mitunter schönen — neuen Melodien kennen, hören sie Lieder aus vergangenen Tagen, die irgendwo aus vergilbten Bestandteilen alten Notenmaterials zusammengeklaubt wurden. Im böhmischen Grenzland sind die Straßensänger und wandernden Musiker längst zur alltäglichen Getvohnheit geworden und es ist fast, als hätte einen ein lieber Freund verlassen, wenn sie ein Weilchen ausbleiben. Die Bevölkerung betrachtet sie nicht als Bettler, sondern als arme, von der Not gezeichnete Menschen,- die einen neuen Erwerbzweig gegründet haben. DaS mag Wohl daher rühren, daß sie für die kargen Groschen, die-ihnen allerorts freimütig gegeben werden, auch eine Leistung vollbringen, die Herz und Gemüt erfreut. Man kann beobachten, daß sogar Leute, die selbst arg in Bedrängnis leben nnd kaum über das Notwendigste verfügen, gern noch ihren bescheidenen Tribut entrichten, weil sie daS Opfer an diese Leute als Selbstverständ- lichkelt betrachten. Trotz der Gebefreudigkeit der Bevölkerung und trotz aller Sympathien, die man diesen Leuten entgegenbringt,— die Erträgnisse sind gering, denn es ist ja so, daß nur die ebenfalls armen Schichten opfern, während In die Billen der Reichen die Klänge-dieses Gesanges, dieser Musik nicht dringen. Selbst wenn es der Fäll wäre, öS erschiene diesen Leuten wie eine Belä» stigung.’ l i cherweise dort die vermißte Tot« gefunden werden könne l Der Leichenbestatter und Angehörige»der Bendel begaben sich daraufhin nach Bösegründl. Dort stand ein reich mit Blumen geschmückter Eichensarg, nach dessen Oesfnung tatsächlich sestgestellt werden konnte, daß darinnen die Leiche der Frau Bendel l a g. ES mußte nun der Austausch der Leichen vorgenommen werden Da aber di- beidenLeichen in anderen, als den zur Beerdigung beigestellten Kleid er n bekleidet waren, mußten auch diese umgewechselt weichen. And nun fragen wir, ob in einem ordentlich geleiteten Krankenhause so etwas geschehen darf! Ob eS den maßgebenden Organen nicht bewußt ist, daß durch. solche Borkommnifse da» Ansehen deSKrankenhauseS ungeheuer leiden muß!' Und man stelle.sich vor, welche Gefühle e» bei den Hinterbliebenen nach im Krankenhaus geswrbenen Personen auslösen muß, wenn sie nicht die Gewißheit haben, wen sie beerdigen und an wessen Grab sie trauern. ES wird notwendig seln, daß die Oberverwaltung des Krankenhauses, das ist die Stad t v crtretung von Tetschen diesen unerhörten, skandalösen Fall auf da» peinlichste untersucht, den oder die Schuldigen ermittelt und zur rücksichtslosen Brrantwor- tung zieht., Arbelter-Wintertouristik lMitglied„Die Natur- freunde") für dl« heurig« Saison folgende Winterbegünstigungen: Die Inhaber der ordnungsgemäß ausgestatteten Mitgliedskarten erhalten für bestimmte Strecken in» Wintersportgebiet die ermäßigte Rela- tionSkarte, welche sechzehn Tage Gültigkeit hak. Ferner haben diese Mitglieder dieselben Gruppcnbegün- stigungen für Eisenbahn und Autobus wie bei der Sommerwurlstil: mindestens sechs Personen 88 Prozent, mindestens drei Personen bei Fahrten über 100 Kilometer 88 Prozent, mindestens fünf Personen bei Fahrten über 860 Kilometer 60 Prozent und am Wochenend als Einzelfahrer die Möglichke.t deö Antritte» der Rückreise von einer anderen. Station als es die' Zielstation war.— Näherer bei den Ortsgruppen"der„Naturfreunde". Ole Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag:, 18. November, 14.80 bi» 14 48: Warum ist der Norden demokratisch?(Paul Malles), Mittwoch, 18. November, 18.20 bis 18.40: Taten der Dichter lEin Funkdialog von Alfred Wolfenstein)» Freitag, 20. November, 18.88 bis 18.48: Aktuelle zehn Minuten, Sonntag, 22. November, 18.80 bis 18.48: Kollektwvertrög«(Dr. Paul Ehrlich). So beweist sich auch hier die Solidarität der Armen untereinander. Nnr wer am eigenen Leibe das Leid der gequälten und bedrückten Menschheit erfahren hat und weiß, was Hunger und Entbehrung heißt, wird auch Empfinden und Herz haben, Verpflichtung zur Hilfe und Unterstützung zu Wien. Wir sind eine große Schicksalssamilie, die gleiche Not zu"ertragen hat und auch nur gemeinsam eine Lösung finden kann. Wohl hat sich diese Auffassung verstandesmäßig noch nicht durchgesetzt, aber der Instinkt der Menschen drängt dazu. Wann wird es im Interesse her gesamten Menschheit dazu kommen? Wann wird man aufhören, auf Lockungen politischer Demagogen zp hören? Solidarität Ist aber auch bei den Straßensängern untereinander kein leerer Begriff. Die kassierten Gelder werden feinsäuberlich aufgeteilt und es gibt keine Uebervorteilungen. Jeder be- kommt den Teil, der ihm gebührt und auf den er Anspruch hat. ES ist auch gegenseitiges Ber« trauen vorhanden. Einer von ihnen ist immer Kassier. Bon den eingenommenen Geldern werden all« Auslagen, Fahrt, Uebernachtung, Verpflegung bezahlt, denn nur in den seltensten Fällen werden" sie irgendwo zum Mittagstisch geladen. Der restliche Teil gelangt dann zur Vorsorgung der Familien-zur Verteilung. Biel bleibt ja gewöhnlich nicht, aber«S schützt Frauen und Kinder vor Hunger und größter Entbehrung: Wenn da-'Lied klingt: „Wir sind di« armen, schlichten Straßensänger, und suchen irgendwo,«in Stückchen Glück..." dann weiß man, daß notleidend« Proleten, die boin Hunger auf die Straße gejagt wurden, ihre Lieder singen, die Herzen rühren und Hände öffnen sollen-. Es sind arme Proleten, Menschen wie wir, Klaffengenossen, die, vom Schicksal ausgestoßen, das Leben von Baganten führen.. FranzKern. kür die Hebung des Braunkohlenabsatzes Intervention der Bergarbeiter beim Eisenbahn- u. Arbeitenministerium Der Absatz an Braunkohle ist in den ersten acht Monaten diese» Jahres hinter dem an Steinkohle bedeutend zurückgeblieben. Daß die Steinkohle von der Steigerung des Inländischen industriellen Kohlenkonsums in erster Reihe und auch mehr profitiert als die Braunkohle, ist rein natürlich, weil die Wirtschaftsbelebung hauptsächlich bei jenen Industriezweigen eingesetzt hat, die Steinkohle abnehmen. Da infolge des zurückgebliebenen In- und Auslandsabsatzes der Beschäftigungsgrad der bei der Braunkohlengewinnung beschäftigten Arbeiter nach wie vor unbefriedigend ist, sind die Genossen Zinner und Haase für die Union der Bergarbeiter, Genosse S o u L e k für den Svaz hor- ntkü, ferner die Genossen Demel und Tichy für den Brüxer und Genosse Blob für den Fal<- fenauer Revierrat am 12. November 1036 beim Eisenbahnministerium und beim Ministerium für öffentliche Arbeiten vorsteNig geworden. In der Aussprache mit dem zuständigen Referenten des Eisenbahnministeriums wurde die trostlose Lage der nordwestböhmtschcn Bergarbeiter eingehend geschildert und der Wunsch geäußert, daß bei Vergabe der Kohlenlieferungen"an die Staatsbahnen, deren Bedarf 1037 infolge Belebung des Bahnverkehrs höher sein wird, auf die Braunkohle entsprechend Bedacht genommen werden soll. Beim Arbeitenministerium wiederum wurde auf das Zurückbleiben der Braunkohlenausfuhr hingewiesen und Unterstützung aller Bestrebungen gefordert, die eine Steigerung des Braunkohlenexportes zum Ziele haben. Bei Abschluß von Handelsverträgen ist der sogenannte Kompensationsverkehr ins Auge zu fassen und zu unterstützen, damit nicht, wie" im Falle Ungarn, AuSlaudS- kohlenmärkte verloren gehen.(Bekanntlich Hal unsere heimische Steinkohle den Absatz nach Ungarn verloren, weil unsere Agrarier die Einfuhr ungarischer agrarischer Kompensationsartikel nicht zugelaffcn haben.) AnbeidenStellenwurdevonden Intervenierenden ausdrücklich betont, daß es sich ihnen absol-ut nicht darum handelt, die Steinkohle auSihren Positionen verdrängen zu wollen oder deren Benachteiligung beimAuslandS- geschäft zu fordern. Beiden Ministerien wurden Denkschriften überreicht, in denen unter Zuhilfenahme reichen ZisfernmäterialS die Cnttvickküng der"böhmischen Braunkohlenrevier« in den ersten acht Monaten dieses Jahres geschildert und die sozialen Folgen auf die seit Jahren unter Kurzarbeit leidenden Bergarbeiter wahrheitsgetreu aufgezeigt werden. Urteil segen Ule kroatischen Bauern-Terrorlsten Belgrad.(Tsch. P.-B.) Das Agramer Gericht fällte gestern daS Urteil in dem Prozesse über die Ermordung von sieben jungen Männern, die von einem Haufen kroatischer Bauern am 14. April d. I. getötet worden waren, da sie für Mitglieder der nationalistischen Organisation„Eet- niki" angesehen wurden. Zwei Angeklagte wurden zu sechs Jahren Kerker, drei andere zu drei Jahren Kerker verurteilt, während 24 Angeklagte freigesprochen wurden. Vom Rundfunk leititilT~Tmrt" Hi Sm PraerMMMi Montag Prag I: 7.00 Salonorchester." 10.08 Deutsch« Presse. 11.88 Opernarien. 12.10 Schallplattenkonzert. 17.10 Für die Kinder. 18.10 Deutsche Sendung: Dr. Elöncr: Heimat in zwei Schrifttümerit. 18.48 Deutsche Presse. 19.28 Kinderlieder, 20.80 Sinfonisches Rundfunkorchesterkonzert. 22.18 Tanzmusik.— Prag II: 7.80 Salonorchesterkonzert. 14.20 Deutsche Sendung: Dr. Hahn: Galilei entdeckt" ein Fallgesetz. 14.88 Schallplatten. 14,80 Deutsche Presse. 18.10 Blechmusik.— Brünn; 17.40 Deutsche Sendung: Dr. Iltis: Mendelismu» und Rassenproblem. 19.10 Franzöjifch-KurS. 22.18 Klavierkonzert. — Preßöurg: 12.88 Mittagskonzert. 22.80 Salön- guartett.— Kafchan: 12.08 Tanzmusik. 18.10 Rund« funkorchesterkonzert.— Mühr.-Oftrau: 16.00 Orchesterkonzert. 18.10 Deutsche Arbeitersendung: Vesely, Gewerkschaften; Liederkonzert. Dienstag Prag I: 7.00 Morgenkonzert. 10.16 Deutsche Sendung: Für die Frau. 10.80 Schallplatten. 11.08 ! Rundfunk für deutsche Schulen: Au» dem tschechischen : Kulturleben. 12.10" Tanzmusik." 16.00 Orgelkonzert. ! 17.80 Konzert der„Typografia". 18.10 Deutsche j Sendung: Albrecht: Wirtschaftliches Relief. 18.20 Au» Bella» Leben. 18.46 Deutsche Presse.-18.66 Deutscher Kulturbericht-vom Tage. 22.16 Messier« guartett.— Prag II:" 7.80 Populäre» Konzert. 14.18 Deutsche Sendung:.Urzidil; Kleist in Böhmen. 14.28 Lieder, von" BrahmS, Schubert» Wolf. 18.00 Schrammelkonzert.— Briten: 12,86 Rund« funkorchesterkonzert. 17.40 Deutsche Sendung:«r- belkerfNnk, Sozialinformationen, Dchramek: Franz Karl Müller-Lyer- 18.35«rbeitsmarkt.— Preßburg: 22.30 Unterhaltungskonzert.— Ka schau: 11.08 Populärer Konzert auf Schallplatten. 12.05 .Tanzmusik. Mühr.-Oftrau: 16.10 Tschechische Operetten,nusik, 17.80 Brahm«: Sonate für Klari- 1 nette und Klavier. 18.10 Deutsche Sendung: Land- 1 wirtschaft......",; Nr. 260 Soiuttnn. 18. November 1036 Teile 5 Staatliche und private Konjunktur Amerikas GroObritannien In der Hochkonjunktur Nolle. Sogar in P o l e n. Ivo bis jetzt die Wirt« schaftslage als ziemlich hoffnungslos angesehen Melden mußte, hat sich die Loge der Landwirtschaft infolge des leichten Preisanstieges und der ver» hältnismäßig günstigen diesjährigen Ernte ebcn- salls gebessert. Die Belebung der Jndustriowirt- schast in Polen ist freilich bisher noch gering. In Die amerilanische Wirtschaft bot auch in den letzten Monaten weiter daS Bild eines sich immer stärker entfaltenden konjunkturellen Aufschwunges. Während sonst die Wirtschaftstätigkeit von Anfang Mai bis Anfang September gewöhnlich nachläßt, war diesmal von einer solchen Entwicklung in den meisten Wirtschaftszweigen kaum etwas zu spüren. Die Industrieproduktion ist von März bis September um mehr als 15% gestiegen und hat damit den Durchschnittsstand von 1020 bis auf ein knappes Zehntel wieder erreicht. Minimallöhnc und Arbeitsdauer find im Durchschnitt weiter langsam gestiegen, so daß sich der durchschnittliche Wochenverdienst der Jndu« hat im Anschluß an die Entwertung des französischen Franken sein« Währung an das Pfund angehängt und damit seine Ausfuhr bedeutend erleichtert. den Rom dsta a t« n„ ist die, Ernte, zwar gerin.!.dcc N-pgründung von Familien, entstehende Woh- ger als im Borjahr, aber die höheren Preise bie-| nungSbedarf, der im nächsten Jahrzehnt im wach, ten in der Regel ausreichenden Ersatz. Lettland Anteil Maß durch die große Geburtenwelle der «m OflllXTllCl AH StA IlHAvIl IH A SaA I A- Die britische Hochkonjunktur kann dadurch gekennzeichnet;werden, daß sie einereseitS eine „S t ü ä t s k o it funk tur", andererseits rin« ausgesprochene B i n n e nk o n j u n k t u r ist. Das letztere, nämlich die Tatsache, daß die britische Industrie gegenwärtig vor allem für die inlän dischen Märkte arbeitet, während die Ausfuhr ein» verhältnismäßig unbedeutende Rolle spielt, ist etwas für Englaick ganz Neues. Denn bis jetzt hat sich jede englische Hochkonjunktur gerade in der gewaltigen Steigerung der industriellen Ausfuhr sckwung im Wohnungsbau entgegengehen, als sie ausgewirkt. Aber der englische Aufschwung ist nicht allein Nach der Abwertung Grundtatsachen der gegenwärtigen ph ase d er Weltkonjunktur *) Nach Maßgabe der für angeheuerte Arbeitskräfte geltenden Barlöhne. Diese Tabelle kann zugleich als«in SchlüsselzudenErfolgenvonRoo« s e v e l t gelten. Man sieht, daß der Farmer heute eigentlich sogar Vesser steht als 1929, und zwar ist diese Besserung nicht durch die Steigerung der Bruttoeinnahmen, sondern durch die bedeutende Verminderung der Ausgaben erfolgt. Wenn man aber di« Lage des Farmers im Jahre des Krisentie^(1982) unmittelbar vor dem Re« gierungSantrnt von Roosevelt, mit der gegenwärtigen Situation vergleicht, so kann man ohne weiteres die großen Erfolge der Rooscveltschen Politik gerade auf dem Gebiete der Landwirtschaft feststellcn. Im Jahre 1932 haben die Farmer als Klasse mehr als eine Milliarde Dollar verloren, während sie im Jahre 1935 mehr als 1% Milliarden Reingewinn hatten. ülber auch abgesehen von der Besserung der Lage der Farmer, beruht die amerikanische Konjunktur auf einer raschen Einkommenszunahme derbreitenVerbraucher- schichten. Eine nicht unwesentliche Bedeutung hat hier zunächst die allmähliche Wiederaufnahme und Erhöhung der Dividendenzahlung, deren Empfänger auch heute noch über einen sozial ziemlich weit gespannten Kreis verteilt sind. Nach der Statistik der New Aork Times betrugen di« Dividendenausschüttungen im zweiten Vierteljahr 1936 ungefähr 886 Millionen Dollar gegen 674 Millionen DoNar ün Vorjahr und 561 Millionen Dollar im Jahre 1988. Ausschlaggebend ist jedoch die Entwicklung des Ar- beitseinlommenS. Das Arbeitseinkommen ist seit etwa einem Jähre fast ständig, und zwar stärker als im Vorjahre, gestiegen; im dritten Vierteljahr 1936 lag cs um rund 16.Prozent über der entsprechenden Zett von 1035, Die Zunahme geht dabei weniger aus höhere Lohnsätze als auf die starke Erhöhung des Beschäftigungsgrades zurück. Ueberall hat es den Anschein, als steige die Beschäftigung im Verhältnis zur Gesamtproduktion neuerdings rascher als in früheren Phasen deS Aufschwunges. Je mehr nämlich die Ausnutzung der Industrie wächst, in um so stärkerem Maße muß, auf minder moderne Anlagen zurückgegriffen werden, die mehr Arbeitskräfte je Produkteinheit erfordern als die zunächst in Betrieb genommenen Anlagen. Aber man soll bet der Beurteilung der amerikanischen Konjunktur nicht vergessen, daß sie vor allem«ine JnvestitionSkonjunktur ist, wie übrigens jede kapitalistische Hochkonjunktur. Vom Juli 1985 bis Juli 1986 ist die Zahl der Beschäftigten in jenen Industrien, die Kapitalgüter, d. h, Produktionsmittel aller Art, produzieren, um 15 Prozent gestiegen, in den Verbrauchsgüter« industrien nur um 4 Prozent. Ebenso ist die Lohnsumm« in dem genannten Zeitraum bei den reichen wird, nahe an den Stand von 1980 her- Kapitalgüterindustrien um 82 v. H„ bei den Ver« ankommem Die Preise der landwirtschaftlichen brauchSgüterinhustrien jedoch nur um 10 v. H. -*“"* gewachsen. Die amerikanische Hochkonjunktur Brutto- und Nettoeinkommen der Landwirtschaft tu NSA(in Millionen Dollar). Landwirtschaft durch umfangreiche industrielle In vestitionen und den regen Wohnungsbau kräftig unterstützt. In beiden Läickern gibt es kaum mehr Arbeitslosigkeit. Aehnlich verläuft auch die Ent wicklung in K a n a d a und Südafrika. Auch in Südamerika hat sich die Konjunktur mit wenigen Ausnahmen gut gehalten. Besonders interessant ist die Entwicklung inBrafi« l i e n, wo man mit großer Energie die Ergänzung der ehemaligen„Einkultur'(Monokultur), nämlich des Kaffeeanbaues, durch verschiedene neue Kulturen betreibt. Zu den von der Belebung... erfaßten Rohstoff, und Agrargebieten ist seit lur-1 str'ieäckeiier trotz der Steigerung der LebenShal- zem auch China zu rechnen, das sich mit der tungSkosten nicht nur dem Geldwert, sondern auch Aufgabe der Silberwährung im November 10851 der Kaufkraft nach erneut erhöht hat. Selbst die Produkte sind im' Vergleich zu den Preisen der I «•*«“■ tauschrelation nahezu wieder hergestellt ist. Da- kraft der breiten Schichten der arbeitenden Be. mit ist eines der Hauptziele, di« sich die Wirt- völkerung. ihn in den Nachlriegsjahren erlebten. _,. Man ist sonst in Amerika zu der Ansicht ge« auf die'stäÄsichen Äufträge^ürüÄufllhren. Dad n«U'.,tmß-in Wahljahr ein schlechtes Ge- Besonder« des gegeMvärtigen Aufschwungs besteht-----‘"dr" r*~‘ I vielmehr darin, daß eine bereits bestehende pri- vatwirtschaftliche Hochkonjunktur von«ine: „Staatskonjunktur" überlagert wird. Diese letztere gewinnt dabei allerdings durch die weitere Entwicklung eine immer ausschlaggebendere Bedeutung. Dabei handelt es sich keineswegs allein um die Steigerung der RüstungSauS- gaben, sondern auch um solche produktive Aufwendungen, wie den Ausbau des Verkehrs, Aufträge für zusätzliche Berkehrsinvestitionen aus den beiden staatSgarantierten Anleihen vom Just 1085 und Jänner 1036 im Gesamtbeträge von 59 Millionen Pfuick, das sind über' 8 Milliarden Kö, haben zu einer Hochkonjunktur im Waggon- und Lokomotivenbau, sowie in der Elektroindustrie geführt. Andererseits sind nun endlich die zahl reichen Pläne zur Slum-> Bereinigung, einem Rückgang der' landwirtschaftlichen Erläse entgegen. Denn di« Agrarpreise, di« in den ersten Monaten des Jahres, leicht gesunken waren, schnellten sofort auf die Nachricht von der katastrophalen Dürre erneut nach oben, so daß sie im August 1986 mit 124 v. H. des Vorkriegsstandes einen neuen Höhepunkt erreichten. Für die Landwirtschaft als Ganzes wird das Jahr 1986 also zweifellos wieher ein Lahr großer Gewinne sein; Ihr Bareinkommen wird nach den Schätzungen der Bureau of Agricultural Ecconomic» um etwa 760 Millionen Dollar über dem, des Vorjahre» liegen und mit 7850 Millionen Dollar, die es voraussichtlich er- ^eilt NiL-ißung der alten f« Elendsviertel und Aufbau von neuen Arbeitersiedlungen an ihrer Stelle, in das Stadium der Ausführung. getreten. Die britische Konjunktur ist keine Scheinkonjunktur, wie wir sie etwa in Deutschland erleben, der Aufschwung der britischen Wirtschaft wirkt sich vor allem in der S t e i g e r u n g der realen Volkseinkommens au». Folgend« Tabelle stellt die Enttvicklung des realen Volkseinkommens in Großbritannien dar: u„„ v« ii** i zur Zen»eqe». maa) einer tsa;ayung ver flawien. In Jugoslawien spielen dabei American Federation of Labor, di-durch partielle öffentliche Investitionen, namentlich aus dem Ge- Erhebung de» Arbeitsministeriums im allgemei- bi-te des VerkchrwesenS, nach wie vor«in- großes bestätigt wird, besteht infolge der Unterpro- """" 1 H!- übergehen können soll! Monteur Svec In Freiheit?. „Polcdni list" meidet aus Paris, daß der vor. einigen Tagen von der Gestapo verhaftet« Moiüeur der Döhnsisch.». Mährischen- Kolben« Tanek, Svec, wieder auf freien Fuß gesetzt war« den. und bereits in Paris bei der Lustfahrtaus« ^kellung beschäftigt' sei. Svec erzählt, daß, er in Marktredwitz 48 Stunden in einer Zelle mit bereits verurteilten Sträflingen saß, ohne daß man Ihm die Gründe für feine Verhaftung mitgeteill hätte. Seine Entlassung sei erst nach dem Eintreffen eines Detektivs aus Berlin erfolgt, der festgestellt habe, daß Svec nicht mtt einem in den Weinbergen wohnhaften Svec identisch: sei, der von der deutschen Polizei in Steuersachen gesucht werde." konnte. Denkbar wäre ja ein weiblicher Parstfal, der vorurteilslos„Warum nicht? fragen m u ß, weil er nicht rechtzeitig„Warum?" fragte; aber ein solcher Parstfal schreibt nicht einen derartigen Pferdehandel auf und am allerwenigsten trägt er ihn zum moralischsten Drucksortenverleger von ganz Prag. Soweit ist der Fall eindeutig. Daß aber dieses KrisenversicherungSgesuch eines Herrn, der sichs richten will, ausaerechnet in der„Z e i t" erscheint, das ist das Eindeutigste. ES. gibt Dinge zwischen Himmler und Höller, von denen sich unsere Schulweisheit nicht? träumen läßt. Bom Schlachtfeld des MagenS..(Aus dem Getümmel der NS-„Kohlschlacht".)„Eine große Verantwortung liegt auf euren Schultern." Mit diesen Worten leitete Ministerpräsident Generaloberst Göring während seiner großen Rede. im Sportpalast seinen. Appell an die Hausfrauen ein...„Deswegen bringt.sie in diesen Wochen... lieber ein Kohlgcrichtzuvi eI als z u wenig."(DAZ.) Kinderleichen geschändet. Aus Montenegro werden Fälle von Grabschändungen gemeldet. Ein Bauer in Skutari hat auf dem-Friedhof einige Kinderleichen auSgegraben, die Knochen verbrannt und die Äsche dem. Vieh ins Futter geschüttet, um .es, wie der Aberglaube besagt— vor Erkrankungen zu bewahren.• Bom elektrischen Strom getötet. Jn Tolna (Ungarn) kam während einer Exerzierübuyg von Zöglingen der Militärschule die Telephonleitung mit der Hochspannleitung in Berührung. Drei Artilleristen wurden von dem Strom ersaßt, zwei von ihnen waren auf der Stelle tot, der Zustand de? dritten Soldaten ist bedenklich. Außerdem entstand auch ein Brand, wobei einige weiter« Personen Verletzungen, davontrugen. Zähneknirschen— ScheidungSgrund! Vor dem Budapester Scheidungsgericht stand dieser Tage eine junge-Frau' und. unterbreitete«iml Klage gegen ihren Mann, der sie verlassen^habel"Jv Mann wurde, vor das Gericht zittert und erklärte, er habe seine Frau verlassen-müssen, da sie an einer schrecklichen und unheilbaren Krankheit leide. Der Richter wunderte sich, denn die Frau sah jung und blühend a«S. Aber der Ehemann erklärte, seine Frau müsse nervenkrank sein, denn sie pflege de» Nacht» so furchtbar mit den Zähnen zu knirschen, daß er entweder erst gar nicht einschläfen könne, oder aber fortwährend au» dein Schlaf gerissen werde. Er.sei Maler und von den schrecklichen Rächten so mitgenommen, daß er am Tage unfähig sei, seinem Berus nachzugehen. Uebrigen». hätten die. Eltern seiner Frau von der.Krankheit" gewußt, ihr-aber nicht» davon gesagt. Vor der Ehe" hätten die Eltern dpr Tochter auf Anraten der Aerzte einen besonder» präparierten.Kaütschukring-an den Zähnen befestigt, um da» häßliche Geräusch abzumildern. Erseilei- der finanziell nicht in.der,Lage, zwei Schlafzimmer zu besitzen. Da» Gericht gab dem Ehemann Recht und schied die Ehe zu-seinen Gunsten. Strichweise Regen. Wahrscheinliche» Wetter heu te: Unbeständig^ wechselnd bi» vorwiegend be» wölkt, nacht» kühler,, untertags Temperatur ohne erhebliche AenderuNg. Strichweise Regen. Wetteraü»« sichten für Montag: Westwind, veränderlich, auf den Bergen Frost.. - Roosevelt an der Wahlurne- Präsident Roosevelt, der bet, der amerikanischen Präsidenteiswahl einen überwältigendenSieg Über seinen'republikanischen Gegner dävonttagen ■ konnte: an- der Wahlurne im' Htzdepärk:"'. Nr. 206 Sonntag, 1b. November 1030 Seife 7 D&ffcauHdacfeaft und äosiahwLM Jragcr jdtung er- ttänzlich und log al 1035 1034 1033 1038 Oltober 1080 789,662.000 768,222.000 Oktober 1985 660,921.000 771,921.000 die der in« 1986 +128,741.000 — 8,690.000 1036 + 882,112.000 + 344,448.000 I.—X. 1986 6.017,577.000 6.242,878.000 einer Zeit, da Deutschland der geistigen Unterdrückung unterlegen sei, eine besondere Sendung zu erfüllen hätten. Alle, die von dieser Sendung der Sudeteudeuischen überzeugt sind, sind Willens, mit den freiheitsliebenden Tschechen gemeinsam zu kämpfen und sich um die Burg zu scharen, die zum Sinnbild freien Geistes, zur Zitadelle abendländischer Kultur geworden ist, FranzelS Referat wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. An der Debatte sprach auch Genosse Ernst Paul, der im Staaten unserer Partei und des Arbeiterbildungsvereins dem Kampfe der Veranstalter Unterstützung zusicherte. Stacken Beifall fanden auch Boskovee und W e r i ch, die satirisch gegen die Engstirnigkeit der Theater- und Rundsuntzensur zu Felde zogen. Nachdem Walter T a u.b in seinem Schlußwort noch einmal auf die terroristischen Methoden derer, die gegen den„KuIturbolschewisinuS" Hetzen, auf- mertsam gemacht hatte, wurde eine Entschlie- ßung verlesen und angenommen, die gegen die Bedrohung der geistigen Freiheit protestiert und u. a. eine Erneuerung des veralteten Theatergesetzes, die Ausübung der Zensur durch demokratische Künstler und die UeberfÜhrung des Films ans der Kontpetenz des Handelsministeriums in die Kompetenz des Schulministeriums fordert. Vereinigten Staaten angenommen, die auf amerikanische Anregung geplante Konferenz zur Prüfung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Washington abzuhalten. Der dänische Vertreter Oerstedt erklärte, er lege besonderen Wert darauf, daß die der Internationalen Arbeitsorganisation nicht angeschlossenen Länder zu dieser Konferenz, eingeladen würden. Der englische RegierungSvertreter bezeichnete die Einladung nach Washington als ein historisches Ereignis. hilft rasch bei Schmerzen IN den □denken und Gliedern« Kopf* schmerzen und bei ErkMItun- gen. Haben Sie Vertrauen ru Togal Gin Versuch überzeugt Viele Arzte gutachten. In allen Apoth. Kd ta , Aiigestelltenkundgebung in Prag. Sine?int Steiner-Saal desPrager Volkshauses abgehäi- jem, gMe. Versammlung des Elnhettsberbapd.es jiahm eilte Entschließüng-an, in welcher du aktvellen Forderungen der Privatangestellten bec» einigt sind: Die wirtschaftliche Sitüatlon der An- gestellten' sei vor allem gekennzeichnet durch di> PreiSveränderungen, die durch. die Abwertung chereits eingetreten seien. und Wester, drohen. Darum znsttzttn in der ersten Linie die Gehällei und sonstigen Dienstbezüge hen pekänderten Preiöverhältnissen angepaßt tverden. Das müßte um so mehr-geschehen, al» in Zahlreichen Unternehmungen nicht einmal die, in den/ bestehendem Koklektivverträgen festgesetzten Mindestgehälter bezahlt würden. Ferner wäre die in vielen Unttk- nehmungen bereits' bestehende Einrichtung, d-i SluSzahlung einer ReMÜnepatiöst. än die Astgestell, ien zu einer allgemeinen zu machen, so daß jede» Angestellte schon in diesem Jahr die Remuneration nm 20.795 weniger um 21.520 weniger um 23,586 weniger um 30.024 weniger waren. Die öffentlichen ihnen 21.685 freie Arbeitsplätze. Sowohl Zahl dieser Meldungen als auch die Zahl erzielten Vermittlungen ist gewachsen, eben folge der Verordnung über die Arbeitsvermittlung. Doch müffen die Anstalten feststellen, daß die Pslichtmeldung der Stellen noch keinesfalls allgemein eingehalten, wird. Bei den erzielten Vermittlungen stehen an deü'ersten'Stelleu Baüatbeiler(2984'),' Tagar- beiter(2970), Zuckerfabrikarbeiter(2829), Hilfsarbeiter(2488),Textilarbeiter(1976) und landwirtschaftliche Arbeiter(1672). Die Ber- mittlüngSanstalten vermerken ein saisonmätziges Nachlassen der Beschäftigung in der Landwirtschaft(mit Ausnahme der Rübengegenden), tn den Ziegeleien, teilweise In Steinbrüchen, in den Brettsägen und bet den öffentlichen- und den Bauarbeiten, hingegen eine Belebung im Bergbau, teilweise in der Glasindustrie und in den Gürtlereie», in einigen Zweigen der Metall-, Holz- und Lederindustrie, im Bekleidungsgewerbe, vereinzelt in den graphischen Gewerben uni^im Transportgewerbe. In der Metall- und in der Textilindustrie hielt im allgemeinen die gebesserte Situation der Vormonate an, vereinzelten Abschwächungen können auch noch weitere Besserungen gegeniibergestellt werden. Die Entwicklung in den HauptberusSzweigen in den letz- erhielte. Das System der kollektiven ArbeltSber- träge verlange, raschestenS durch Erlaß einer Rahmengesetzes ausgebaut zu werden. Das Gesetz Müsse alle Betriebe ohne Ausnahme erfassen., Die kollektiven Arbeitsverträge hätten sich nicht nur für die Arbeitnehmer als segensreich erwiesen, vielmehr wären sie auch für die Arbeitgeber von grohem Wert gewesen, weil durch die Kollektivverträge die aus dauerndem Lohndruck gespeist? Schmuhkonkurrenz beseitigt würde. Weiter verlangte die-Versammlung die rascheste Erledigung des Entwurfes zu elftem Geschästsreisenden- Geseh, den schleunigen Erlaß deS vom Parlament verlangten allgemeinen Gesetzes über den kaufmännischen Nachwuchs und den Ausbau verschie. dener sozialpolitischer Einrichtungen.- Die ArkeiiSbedingmigen in der Textil- industtie. Der VerwaltimgSrat des Jnternaiio- nalen Arbeitsamtes hat eine Einladung der werden ließ, in denen ste sich zu ihrer heutigen stattlichen Grüße und Bedeutung entwickelte., ' Dann überbrachte, besonders herzlich begrüßt, Vizepräsident Genosse Josef S t i v i n die Wünsche des tschechischen Parteivorstandz und der anderen Organisationen unserer tschechischen Freunde und erinnerte in anschaulicher Weis« an die großen Momente gemeinsamer Geschichte tschechischer und deutscher Sozialdemokraten im alten Oesterreich, an die unvergeßlichen Wahlrechtskämpfe, in denen auch die Prager'deutsche Partei entstand, und schloß mit dem Himveis auf die Notwendigkeit immer festerer Zusammenarbeit der beiden Parteien. Dann sprach Genosse Dr. C z e ch(aus dessen Rede wir im politischen Teil dieser Blatt-Ausgabe das Wesentliche zitieren). Nach seiner mit großem Beifall ausgenommenen Ansprache richtete Genosse Schön selber ehrende Worte des Dankes und der Anerkennung an jene noch unter uns weilenden Genossen, die vor dreißig Jahren die ersten Spatenstiche taten: Josef Rargl, Hugo Gehorsam, Moritz Deutsch, Maria Deutsch, Robert Kolinsky, Kinski), Füchsel, Dr. Artur Bloch, Dr. Ernst Engel, Karl Groß und Josef Paniratz (Steuern). Ein Bläserchor bildete den Uebergang zur Schlußkundgebung. Turnerinnen des Atus führte» zu den Klängen der Marseillaise einen Bewegungschor auf. Während ihres Tanzes stillen Turner und Turnerinnen, Sozialistische Jugend und Republikanische Wehr den Hintergrund der Bühne. Dann spricht vor der FahUe der RW-Genosse Pauer den Fahnenschwur, Mit machtvoller Einheit antworten die anderen: »Wir schwören!" und die Hunderte vereinen sich im Gesang der«.Internationale"'.""'Damit war die überaus eindrucksvolle Feier geschlossen, die unserer Prager Organisation zweifellos allen wünschenswerten Auftrieb bei der Eroberung des zweiten Mitgliedertausend geben wird. kjE.-.’.Die Gewerkschaftsunterstützung mit dem Staatszüschutz erhielten 22.621 s,ä„,l!ch“" u 10.418 zeitweise' Arbeitslose. Im Oktober wären noch 281 öffentliche Arbeiten im Gang, bei , Welchen 6000 Persänen beschäftigt waren. Uebergangsmonat Oktober Gestlegere Einfuhr, gesunkener Export/ Exportförderung die drlngenste Aufgabe Das Statistische Staatsamt veröffentlicht folgende Daten über unseren Außenhandel im . Oliober dieses JahreS:'. Reiner Warenverkehr Einfuhr, .Ausfuhr Altivum(+) bzw. Paffivum(—)—21,440.000+111,000.000 - Für die ersten zehn Monate des Jahres ergeben sich folgende Ziffern: . Reiner Warenverkehr Einfuhr ; Ausfuhr_ Altivum~' 225,296.000 Die Oktoberbilanz nimmt unter den heurigen Ausweisen eine Sonderstellung ein, da sich in ihr die ersten Auswirkungen der Devalvatwn spiegeln. Zum Ausdruck kommt vorerst die starke Aufwärts bewegung des E i n f u h r w e r t e S, aus welcher ein Pastivnm der Monaisbilanz,von 21 Millionen Kronen resultiert, da die Ausfuhr im Gegensatz zum Vorjahr(welches im Oktober ein außer gewöhnlich günstiges Bild zeigte) nicht weiter ge stiegen ist. Während die Einfuhr gegenüber Ok tober 1985 ein Plus von rund 129 Millionen zeigt, wovon 68 Millionen auf größere Rohstoff importe und 66 Millionen auf größere' Fertig- wärenimporte entfallen, ist die Gesamtwaren ausfuhr um fast vier Millionen kleiner geivesen. Innerhalb der Gesamtwarenausfuhr ist der Rückgang der Fertigwaren exparte von 565.8 Millionen i'm Oktober 1985 auf 534 Millionen im heurigen Oktober der bedauerlichste, obwohl die Ausfuhr der Fertig- Dreiniglahr-Feler der Prager Bezirksorganlsation ’ Festabend Im Radlosaal Im vollen Radiosaal in den Weinbergen feierte gestern die Bezirksorganisation Prag der DSAP den dreißigsten Jahrestag ihres Bestandes. linier den kraftvollen Klängen eines Bläser- ch o r s vom Prager Deutschen Theater, in feier licher Stimmung, gab der Einzug einer Abteilung R W mit der Staatsfahne und den roten Flag gen, der A t u s- I u g e n d und der S I auf die rot-silbern-grün geschmückte Bühne eindrucksvol len Auftakt. Die Bläser intonierten das»Kde domov m u j", die Fahnen senkten sich, alles erhob sich. Unsere Volkssinggemeinde unter der Leitung deS Genossen Janetschek trug das»Lied der Arbeit" vor. Dann eröffnete der Obmann der Prager Bezirksorganisation, Genosse Richard Schön selber, den Abend, begrüßte vor allem und unter großem Beifall unseren Parteivorsitzen den Minister Dr. E z e ch, unfern Generalsekretär Vizepräsidenten Genoßen Taub und als Vertre ter der tschechischen Bruderorganisationen die Ge noffen S t i v i n, G ö r n e r, S i m e k, weiter die Abgesandten der S o p a d e mit Genoffen Wels, unter anderem hatte die Auslandsorganisation der österreichischen Sozialdemokratie ein fehl herzliches Glückwunschschreiben geschickt. Genosse Schönfelder gedachte dann aller Opfer des Faschis mus, insbesondere der gefallenen Helden des spa nischen Volkes, mit dessen grandiosem Freiheits kampf wir uns auf das Tiefste verbunden fühlen, gelobend, unserer eigenen Bewegung als treuester Hüterin der Freiheit in Mitteleuropa unverbrüch lich zu dienen. Ewald Schindler rezitierte dann, voll endet in Vortrag und Sprache, Georg Herweghs »Partti" und Heinrich Heines»HymnuS". AIS erster Redner kam als einer der Grün der der Prager Organisation Genoffe Moritz D e u t s ch zu Wort, der die schwierigen Anfänge der Bewegung und die heißen Kämpfe lebendig I.—X. 1985 5.185,465.000 5.898,430.000 712,965.000 waren über den Ergebniffen In den Jahren vor 1985 liegt.. ES ist nicht zu übersehen, daß hier der wunde Punkt unseres Außenhandels ist. Es ist zweifellos richtig, daß die WährungSmaß- nahmen im Oktober zunächst ein Element der Unsicherheit bildeten und daß ihre positiven Auswirkungen sich einstellen werden. Nicht weniger zwingen aber die Berichte aus den verschiedenen Industriezweigen die Ueberzengung auf, daß es weiterer Impulse bedarf, um den Export zu fördern. Von der Belebung des JnlandSmarkteS haben große Industriezweige bisher wenig profitiert und auf die Dauer kann die tschechoslowakische Gesamtwirtschaft ebensowenig ohne eine starke Steigerung des Exportes auSkommen wie die alten Exportindustrien selbst und die Gebiete, in welchen sie zu Hause sind. Von diesem Gesichtspunkte aus muß die Steigerung unserer Ausfuhr, die in den ersten zehn Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr 844 Millionen Kundgebung ffllr die Freiheit des Geistes Freitag nachts veranstaltete der Klub der deutschen und tschechischen Bühnenangehörigen im„Befreiten Theater" eine trotz der späten Stunde gut besuchte Versammlung, in der Vertreter des Schrifttums und der Theaterkunst gegen die in letzter Zeit auch in der Tschechoflowakei sich häufenden Angriffe auf die Freiheit geistigen Schaffens Stellung nahmen. Nach Eröfs- nungsworten der Klubobmänner Vaclav V y d r a und Fritz V a 1 k ergriff Dr. Edmond K o n- r ä d das Wort. Er wieS aus die Zusammenhänge zwischen der Kriegsdrohung und der Bedrohung der geistigen Freiheit hin und er brandmarkte das Treiben jener tschechischen Kreise, die erst. den Schauspielchef deS Nationaltheaters Hilar als Kulturbolschewisten angegriffen haben und heute schon die Aufführung des Gogolschen „Revisor" als umstürzlerisch bezeichnen. Dieselben Kreise sind es, die gegen VoSkovec und We- rich hetzen und an der Verteilung des StaatS- preises in unsachlicher Weise Kritik üben. AIS nächster Redner sprach Dr. Frantiöek Langer, der erklärte, der Kampf gegen die freie Kunst, sei sinnlos und richte sich selbst, denn der Künstler.sei nur der Interpret der Gedanken und-Gefühle, seiner Mitmenschen, die man nicht dadurch unterdrücken könne, daß man den Künstler bedroht. Zu allen Zeiten habe eS Kritik gegeben und solle eS Kritik geben. Aber man dürfe nicht. an die Stelle der Kritil den Terror, die Drohung mit! dem Konzentrationslager fetzen. Mit. großem Beifall begrüßt, sprach sodann Äe« nöffe Dr. F r a n z e I, der in ernsten Worten auf .die Gefahr hinwieS, die heute nicht einer Form des Geistes, sondern dem Geiste überhaupt droht. .Mit den verschiedensten., Schlagworten greife man in allen Ländern die Grundlagen der abendländischen Kultur an, indem man die schöpferische Persönlichkett angreift, das geistige Esche der europäischen Menschheit, durch den barbarischen BlutnrythoS in Vergessenheit bringen" will, durch Gleichschaltung die VoräuSsetzungen jeder geisttäen Freiheit vernichten nnb mit den Grundlagen geistiger Verständigung auch die Möglichkeit vernichten will, daß sich die Völker verstehen.- Wie ernst die Bedrohung geistiger Freiheit auch In unserem Lande schon geworden sei, zeige.der Fall Barnay in Reichenbevg und der Fall Kelsen in Prag. Dr. Franze! wies darauf hin, daß gerade die Sudetendeutschen int Der Arbeitsmarkt in Nordböhmen Günstigster Stand seit 1931— Zum erstenmal weniger als hunderttausend Arbeitslose— Um 21.000 weniger als 1935 Bei den 47 Bezirksanstalten für Arbeits vermittlung, welche der Landeszentrale in Rei chenberg unterstehen(aber nicht das ganze deutschböhmische Gebiet umfaffen), waren ' Ende Oktober 1986 98.462 Ende September 1936 160.682 Arbeitslose gemeldet, so daß der Rückgang im Laufe des, vergangenen Monats 2220 beträgt: Seit deÄÄov'einbet'1'931 wurde zum" erstenmal die": Zahl vom hunderttausend Arbeitslosen un- terschritttn. Dazu mutz bemerkt werden, datz sich diesmal zum erstenmal die Auswirkungen, der Regierungsverordnung über die Pfsichtmeldung aller Stellen und auch aller Stellensu che»den auswirken konnte, so datz angenom men werden muh, datz dieser letzte Ausweis we niger als frühere dadurch beeinträchtigt würde, daß Arbeitsuchende der Evidenz der ösfentsichen DermittlungSanstasien entgingen. Der Vergleich mit den-Monaten OUbber der letzten Jahre gibt, datz. gegenüber gegenüber gegenüber ... gegenüber Arbeitslose gemeldet VermiitlungSänstatten brachten im Vormonat Töbsiiher Unfall. Vergangenen Donnerstag wurde Fran Mariä Mägdaiena Schmidt, Schul- tiispekwrSgattin in Prag; in ihrer Wohnung das Opfer eines GaSunfalles beim Mgeln. Zu fpüt» Reue. Gestern nachts sprang ein unbekannter junger Mann in felllltmörderischer Absicht von der ManeSbrllcke in die. Moldau und begann sofort laut um Hilfe zu rufen. Die diensttuende. Polizeiwache kam ihm sofort mit einem Kahn zu Hilf-:, doch wär der Unbekännte schon unter der Waffel« fläche verschwunden und konnte bisher auch nicht mehr gefunden werden. Nach Aussage eines Sol- daien, der zufällig' vorübergegängen war. war er etwa$6 Jahre alt, hellblond und mittlerer Statur miß"hatte einen dumlen'.Katkoänzua getragen... Auf dem BdückenaelätW'Hme"er" fleben österreichische Schillinge hiilterläffen. Fünfzehn Diebstähle in verschiedenen Mäher Gasthäusern konnten bl-hell dem. gestern verhafteten 80jährigen arbeitslosen Kellner Josef Svoboda aus Zißkov nachgewiesen werden. 3b:boda"ahl in sämtlichen Fällen bleierne Bierrohre im Gesamtwert'von 20.000 Kd,' ie er in Prag einer Hehlerin verkaufte; es gelang auch, diese festzusteffen, sie hatte jedoch die Bierrohre schon ihrerseits wieder weiterverlauft. Svoboda wurde nach Pankratz eingesiesert.- 18,838 Arbeitsuchende unter; gemeldet wurden ten Jahren zeigt die nachstehende Tabelle: ■ 1988: 1984: 1985: 1086: Landivirtschaft....... 8,198 8.082 8.284 8.071 Bergbau. 8,446 8.847 8.608 8.103 .Glasindustrie ’ 18.776 16.169 12.878 10.658 Metallindustrie. 8.873 8.485 8.805 6.852 Maschinenindustrie 2.429 2.276 2.481 2.072 Holzbearbeitungsindustrie... 4.696 4.700 5.272 4.540 - Textilindustrie;...... 24.567 22.492 21.580 14.162 Bekleidungsindustrie..... o"•• 8.158 8.087 8.598 8.891 ri Bauarbeiter,.»«...--. 10.088 12.243 12.125 10.999 / fi Hilfsarbeiter.... 18.345 17.914 19,087 14.784 j. Handels« lind Jndustrieangestellte' 8.848 4.069 4.600 4.427 Tagallbeiter,'.•.. ,.«■. 9/806 9.742 8.608 7.909 !: i HaushnltungSpersonal..... 8.199 8.228 8.889 8.202 Lehrlinge und Lehrmädchen.... 872 688 968 1.802 „Sozialdemokrat" Seite 8 Sonntag, 16. November 1936. Nr. 266 Schwachsinniger bezichtigt sich vierfachen Morde». Gestern nachmiitag» gegen 8 Uhr erschien der •loinln'iflc Arbeiter Gustav Kalonch aus Koschirsch aus dem Polizeikonmiiffariat- und gab an, seine Fran und feilte drei Kinder ermordet zu baden. EL wurde fest- gestellt, daß die Anaabc erfunden sei und alle Genannten" no chlebcn. Kalonch wurde daraufhin vom Polizeiarzt untersucht, der feststellte, dast der Mann geistesgestört sei und ibn in die Landesirrenanstalt In Bohnitz überführen liest. Deutsch-tschechische RonversationSkurse der UranIa-BolkShochschule. Die Leitung der Masaryk- VolkShochschule in dec Prager Urania wird in nächster sscit KonvcrfationSkurse der deutschen Sprache für Tschechen und der tschechisch('n Sprache für Deutsche durchführen. Diese Sprachkurse.werden gleichzeitig, zu groben Bildungskursen erweitert und vertieft, welche zu einer gesellschaftlichen und blldungSmäßi- gen Grundlage der von vielen deutschen und tschechischen Kreisen angcstrebten Verständigung werden sollen.— Dieses Bestreben wird durch den Rundfunk sowohl von deutscher wie auch von tschechischer Seite gefördert. Var ungetreue Weibchen und die„häusliche Zucht“ (Zivilbezirksgcricht.) —rb— Prag, Herr Peter N. war ein höchst langmütiger Ehegatte. Seine Frau, die er nach siebenjähriger Bekanntschaft hcimgeführt hatte, nahm es mit der ehelichen Treue keineswegs genau und lief ihrem Gatten insgesamt vierzehnmal davon Sobald ihr ein Mann über den Weg lief, an dem sie Gefallen fand, liest sie alles liege» und stehen und ging mit dem Gala» ihres Weges. Tas sonderbarste daS Verlangen der Klägerin im Widerspruch zum Begriff der„häuslichen Zucht" stehe und fiir den Geklagten keine Veranlasiung gegeben sei, einen solchen Verlangen nachzukömmen. Verlanget überall Volkszünder Wochrnspielplim des Neuen Deutschen Theater». Sonntagö: Di«Hofloge,'7(h:Dielustigen Weiber von Windsor, ueuinszeniert, ES.— Montag 7(4: Die Freie r, Theatcrgcineinde der Äugend und freier Verkauf, Abonn. aufgehoben.— Dienstag 7(4: Schneider im Schlost, AI. — Mittwoch 7(4: D i e l u st i g e n W e i v e r von Windsor, B S.— Donnerstag 7%: Fröhlich drehen w i r uns im Kreise, CS.— Freitag 7(4:DieRei ter Patrouille. D.— Samstag 7(4:AxelanderHimmels- tü r, Erstaufführung, A 1.— Sonntag 2(4: Lum. paelvagabundii», Arbeitervorstellung, 7J4: Der Rosenkavalier, B 1. Wochensplelplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Das Herz, 8: Schneider im Schlost.— Montag 8:UnentschuldigteStunde. volkstümliche Vorstellung.— Dienstag 8: Ges alle u c E n n c l, Bankbeamte l und freier Verkauf— Mittwoch 8: DaSHerz, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 7(4: Der Jllusio- n i st, ueuinszeniert..— Freitag 8: Gefallene Engel, Theatergcmcinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Der Illusionist.— Sonntag 8: Menschenaufder Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. 8: Salzburgausverkauft. Max Barth über die'Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung und ihre jetzige Lage. Beginn: 19.80 Uhr pünktlich I Da Genosse Barth ein hervorragender Kenner Spanien» ist, laden wir zu die-, sein Vortrag nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch alle Freunde der FVSA ein! Die Atu»- Nikolofeier, welche am Samstag, den 8. Dezember,. um 8 Uhr abend» im Bühnensaal der Urania, Prag II., Klimentskä, slattfin» "bet, wlrd jedem ettvas bringen. Die PRAG Karten werden bereit» ausgegeben, kauft diese im Vorverkauf. Spart• Spiel• JCorpicpffcgc Leichtathletik im Anstieg Durch die rege Aktivität der Leichtathletikspart« des 1. Bezirkes im 8. Ains-Kreis ist in der Saison 1980 in einigen Disziplinen, besonder» bei den Sportlerinnen und der Jugend, ein Leist u n g» a n f s ch w n n g zu verzeichnen, welcher sich auch in mehreren ncucii Bezirksbost lei st u n» gen besonder» ausdrückt. Im folgende» die besten Ergebnisse der abgelaufenen Saison: Sportler: 100 Meter: Goldbach sAussig) 11.9 Sek.; 200 Meter: Goldbach