16. Jahrgang Dienstag, 17. November 1936 Nr. 267 Die Schlecht an der Franzosen-Brücke für die Marokkaner verlören Ungebrochene Front am Manzanares Nach kurzer Ruhepause haben die Rebellen Sonntag und Montag die Angriffe auf Madrid wieder ausgenommen. Sie habe» Sonntag vor allem die Franzosenbrücke angegriffen, an der sie sich auf» neue«ine schwere Niederlage holten. Monwg konzentrierten sich dir Angriffe der schweren Artillerie, der Tank-«nd der Flugzeuge vor allem auf das Universitätsviertel, doch scheinen auch hier nur vereinzelte Abteilungen in die Stadt gelangt zu sein, wo sie aufgerieben werden. Die Ueberlegenheit der Flugwaffe der Regierung macht sich immer deutlicher bemerkbar. Damit fällt für Franc» eines feiner wichtigsten bisher überlegenen Kampfmittel in Wegfall, Wenn er nicht neuen SukknrS aus Italien«nd Deutschland erhält, wird er Madrid durch Lustbombardement nicht so leicht„vernichten" können. Schwierig wird sich bei längerem Kämpf allerdings die Verpflegung der Stadt gestalten. Doch riskiert die auSgeblutet« Belagerungsarmee bei Fortsetzung ihrer bisherigen Taktik, daß sie durch einen Gegenangriff»der eine Offensive von Valencia her zersprengt wird. Obwohl die Aufständischen auch Montag Erfolge melde«, beweisen vor allem dir reichsdeutschen Berichte, daß nian im faschistischen Lager skeptisch.geworden ist. Madrid.(HavaS.) Der Ausschuß für die Berteidigung der Hauptstadt teilte Montag mittags mitr Rach einer Woche von Mißerfolgen versucht« der Gegner gestern den Fluß Manzanares auf der Brück« de los Francoses zu überschreiten, wobei 19 TankS eingesetzt wurdm. Rach «ine« vierstündigem Kampf, in dessen Berkaus die RegieningStruppm die Brück« in die Luft sprengten» zog sich der Gegner mit starke« Verlusten zurück. ,Die anfständische»Flt««rbffchoss«n«ineS der bevölkertsten Viertel Madrids, wobei zahlreiche Richtkomiattaiiten«in» Leben kämen. Weiter wird Mitgeteilt, daß sich an dem Bombardements der letzten Tage i t a l i e n i s ch e» n d deutsche Flieger beteiligt habe». Montag vormittag unternahm der Gegner im Rordwestabschnitt«inen neuen Angriff, der.jedoch abgeschlagen wurde. Den Aufständischen ist«S an keiner Stelle gelungen, den Manzanares zu überschreiten. Madrid. sHaväS.) Die Angriffe der Aufständischen auf dir Franzosenbrücke werden schon seit S'«tag dauernd zurückgewirsrn. Dir Marokkanischen. Aufständische», welche, von TankS unterstützt,«inen. Angriff untemahmen, erlitten große Verluste. Die.von den Aufständischen abgeschossenen Granate» und Schrapnells, welche in dem an diese Brücke angrenzende» Viertel von Madrid rinschlage«, habe» große materielle Schübe». verursacht«nd auch zahlreiche Opfer an Menschenleben,'s»»«-! unter den Soldaten, al» auch unter den Zivilisten, gefordert. Die Reglet rungStruppm habe» schließlich di« Brück«'in dir Luft gesprengt. Die'Flieger der Regierung befinde» sich schon feit einige» Tagen im Ueber» gewicht gegenüber, de» Flugzeugen der Aufständischen, welche bedeutende Brrluste erlitten. Dir gesamte verteidig««» Madrid» ist iN der Hand de»'General» Miaj«'konzentriert. Der Ausschuß für die Berteidigung. Madrid» versichert, daß sich die Lage der^veeteidiger rasch bessere: f Ernste Worte Uon Blüms Soisson». Ministerpräsident Blum, sprach Samstag in SoissonS aüfleinem großen Bankett der-Volksfront. An die vormittag» stattgefündtzne feierliche Enthüllung des Denkmal» des int Weltkriege ge« fallenen Sohnes.vyn Lean Lauris anknüpfend sprach Ministerpräsident Blum über da» Verhältnis de» Sozialismus und de» Proletariats-zu Krieg und Frieden und-entwickelte ausführlich den.'Gedanke«! Lauri»,:'wobei er df«. Krieg entschieden perurteflte-. Der Krieg— sagte Blum—.ist-fein Uebcl und kann. nichts Gutes hervorbringeN- K r i e g? Ni e mal» l, Es sei denn) daß es, sich Ki einen Verleid i- g u n g s k r i e g handelt. Krieg? Niemals l Es keidenn.dabjeS.sichum die.VestesdiguygdeS. na- tionalen Territoriums handelt. Krieg? Niemals! Esfei,d«nn,-daß es Ach ui», die B e r t e i d i- g u n g j e n e r handelt, deren E r ist e n z «ngmit»ns e r e r E x i st e n z d e r« k n Ü p f t ist, Ministerpräsident Lion Blum Hgtehinzü,. däß.eS nicht immer lescht sei, zwischen Wieder ein Junkersflugzeug abgeschossen London.(Reuter.) Der Madrider Korrespondent deS Reuterbüro» telephonietzte Montag um 17.39 Uhr: Bei dem Anflug der Flugzeuge der Aufständischen gegen Madrid, der heute nachmittags erfolgte, wurden von den Flugzeugen der Regierung ein dreimowrige» Lunkers- Fl« g z e« g a b g«s ch o s s r n..Hie Flugzeuge dir Regierung bombatdikrteik btt' in der Sasa d« Lamp» konzentrierten Aufständischen, Obwohl sich nach den deutschen Erklärungen an dem tatsächlichen Stand der Wußschiffahrt und de» Binnenhandels nach der Kündigung der Brr», träge wenig ändern dürst«, hat da» deutsche Borgehen doch in allen Anrainerstaaten deS betroffenen StromftzstemS die denkbar größt« Verstimmung ausgelöst. Man empfindet auf» .neue die Unsicherheit, die durch Berlin«nd da» Hitler-Regime in die ruropäifchr Politik getragen wird«nd betont die Vertrags-Unfähigkeit de» deutschen Systems. De Erregung gegen Drntschland istbemerkenswerterweise auch in Ungarn sehr groß, da» durch einen vertragslosen Zustand an der Dona« in fchwerftr Bedrängnis geraten könnt».'Auch in der Schweiz ist man nervö» geworden. Eden spräch sich im Unterhaus sehr scharf gegen da» deutsche Vorgehen auS. Paris. In Abwesenheit de» Außenministers D e l b o S, der in seinem Wahlkreis Dordogne den Vorsitz in einer Sitzung der Bezirksvertretung führte, hielt der Unterstaatssekretär im Außen- einem Verteidigungskrieg und: einem Angriffs- krteg zu unterscheiden. Seit der Zeit Laur«»' und den Verhältniffen zu Beginn de» Weltkrieges haben sich aber, die Dinge' durch die Schaffung der.internationalen Organisation der Böller,— des Völkerbundes,— geändert. Artikel 18 des Völkcrbundpaktes bedeutet eigentlich nichts andere» al»- den Beitritt-der Staaten zur Stuttgarter-Resolution- derentwegen Jean.Lauris als Vaterlandsverräter bezeichnet wurde. Ministerpräsident Blum schloß seine Rede Mit' der optimistischen Ueberzeugung,, daß. bei einem gemeitisämen güten Willen Per Völker in allen Staates der Frieden erhalte« werden-wird. Ich bin überzeugt, sagteer.daß d a s R e g i- m-e, da» E Uropa:g e g enwär tig auf« g Die kleine Schüssel stieg wie ein Geschenk des Himmel» aus unerreichbaren Höhen nieder, warmer Dunst lag um sie, sie roch wunderbar, daß Bimba seine Nase an ihr Ivetzte. Aber er lvär vorsichtig. El steckte erst di« Pfote in die Milch, um sestzustelltn, ob sie nicht zu heiß war; wenn nian sich di« Zunge verbrannte, war der, ganze Tag verpatzt. Er schleckte einen Tropfen Milch von der Pfote, dann ging er dreimal um die Schüssel und stellte sich neben den Flaschen auf, ohne die Augen von der Milch abzuwenden. Nach ein paar Minuten, wagte er einen zweiten Versuch; nun War alle» in Ordnung, und ehe Ludmilla sich ein Butterbrot gestrichen hatte, war die Schüssel leer. Bimba verlikß mit stolz erhobenem Schweif, die Küche, schritt behäbig durch das East und setzte sich vor die Türe, in die Sonne. Für da» Cafä Finsterbusch hatte der neue Tag begonnen,, Hugo klemmte die Morgenblätter ,in den Rahmen. Ab und zu überflog er, ein paar Zellest — es war Montag, die Zeitungen brachten seitenlange Sportbericht«. Er begriff nichts wie die Menschen sich darüber aufregen konnten, daß ein Fußballspieler eiste günstige Gelegenheit versäumt oder ein Rennpferd, aus da» größ« Hoffnungen und viel Geld gesetzt worden waren, versagt hatte. Ihm war e» vollkommen gleichgültig, ob dieser oder'jener Bereist gesiegt, diese» oder lene» Land die Weltmeisterschaft erkämpft, hatte. ES gab wichtigere Dinge, zum Beispiel den Bau einer Hängebrücke über einen kanadischen Kanon. El hätte sich genaue Pläne der Gegend verschafft und Berechnungen angestellt; vitle Blätter wärest Mit Zeichnungen, Formeln, schief geschriebenen Zeilen bedeckt. Aber der Entwurf war noch lang« nicht fertig, e» gab ein paar PrMeme zu'lösen, die er nicht zu meisterst vermochte; und es war niemand da, den er um Rat fragen, um Auskunft bitten könntk. Finstevbusch goß Wasser Wer seinen Kopf und fluchte, weil da» Handtuch nicht zur Stelle war. Er gurgelte, und daS Wasser spritzte Wer da» Becken auf den Boden. Au» dem Fenster gegenüber leuchtete Bettzeug, grellrot und seidig. Rouletten knatterten in die Höhe, ein Mädchentopf erschien, ein bunte» Tuch um die Haare ge- üunden. Der Bäcker kam,«r wollte Geld, die Frau führte im Nebenzimmer ein langer Gespräch mit ihm, vertröstete ihn auf morgen,, er würde das Geld bestimmt bekommen, e» handelte sich doch nur um einen Täg, um eisten einzigen Tag. Um halb acht Uhr ging die Tür auf, ein junges Mädchen kam, im dünnen, farbig bedruckten Sommerkleid, einen kleinen Kyffer in der Hand',. Ihr Haar schimmerte wie frtschgeputzte» Messing in der Sonne. Sie ging in. die Telephonzelle,..sie kannte den Weg genau, jeden Morgen kam sie, zur gleichen Stunde. Durch die Glasscheibe(beobachtet« Hugo sie genau; wenn sie sehr laut sprach, hörte er ein halbe» Wort, Ein Lachen um die Lippen;, da» Käfterchen in der" Hand schwenkend, ging da» Mädchen fort; unter ihrem durchsichtigen Kleid zeichstete sich der Umriß ihrer Bein« ab, lange sah Hugo ihr nach. Feiertag kam, setzte sich an stlst Fenster, versank in dest Zeitungen. Genno hockte am seinem Tisch, kramte ist seinen Taschen,'fragte; ob die Post schon da sei, er«rwartete, wie tnüner, wichtige Nachrichten, Zehn Minuten später'steckte der Briefträger den Kopf durch die Tür,.warf sechs, achtPoststücke'aufden Tisch,'Zwei.Briefe waren für Gensto bestimmt. Er öffnete sid, stopfte'die Umschläge in di« Tasche, la» mit gierigen Blicken. 's.„Die Esel", schalt er;„diese Esill Sie trat stest ein Brett vor dir Stirn. Aber e» wird ihnen einmal leid tun. Sie werden e»-büßen,"• Weder Hugo noch Pelikan Ivußte, wer die Esel waten, noch was ihnen leid tun und was sie büßen mühten; aber das war ja schließlich auch ganz gleichgültig. Hugo stellte die Kaffeetasse vor GenNo, der stch mit einer Zeitung tröstete. Bin paarmal lachte er grell auf. Das Lache» brach plötzlich ab, als hätte eine Schere e» entzwei- geschnitteN. Er nahm die Feder, krltzelfe eist paar Worte auf ein Blatt. Als Hugo die leere Tasse fortgetragen hatte, setzte GeNNö sich'.in Politur, holt« mit der Hand weit aus,'machte eine tjcf- ernste Miene, und begann zu schreiben; nun will ich ihnen zeigest,, wie. stum.'eS machen muß, , Den Montagnachmittaa hatte Hugo frei. Mer an den Wochentagen schien die Sonne glanzt loser, die Straßen, staubiger,, die Menschen verschlossener zu sein. Er wußte mit den freien Stunt den wenig anzstfastgen. Wen» num Sonntag Ausgang hatte, konnte, ista». sich dem Strom der Ausflügler anvertrauen,' er schivemmte einen'aus der Stadt hinaus, irgendwohin. Am Wochentag lief man ratlos durch die Straßen, die Lokale am 'Rand der Stadt waren leer, die Pulte der Musiker verwaist. Man konnte sich aus eine Wiese legen, in den Himmel schauen, oder die Augen schließen sind tief in den Kanon blicken, Wer den sich"die Traumbrücke schivang, ein gigantischer eiserner Weg. Doch nach einer Stunde wurde man des Himmel» müde, wenn Man/allein auf der Wiese lag, ustd die Brücke 1 hatte schwimmende Konturen,- zitterte, wie eine Wasserspiegelung, tlstd löste-stch im-grauen Nebel auf. Dünn lief nian zurück, und landete in eistem Kino, Der Film Mochte noch so dumm-seiu, sobald man wieder aus di« Straße trat! waren ztoei Stunden verstrichen, zwei endloses letre Stundest^' es war dunkel Und kühl, iststst machtd noch bissest ikleistest- Umweg> dsttch einest Park! iss dem di«, Liebespaare auf den Bämestsaßest-iissd die'Latirstdn wie- goldene Frücht« im Laub der Bäume/schiMUiertest, Einsam Und still wärest diese- Abende,-Einsamkeit und Stille waren die Geschenke,.! die-sie Hugo gebest lonsttin.(Fortsetzung folgt.)'' ttr. 507 DicnStgg/,j,^.Reuemb«yilW0- Siitf 3 fudetendeutscfier Zciispie£el Staatliche Emährungtaktlon für Kinder Arbeitsloser auch Im Winter 1936-37 3m Rahmen des von der Regierung für diesen Zweck bewilligten Betrage» von fünf Millionen W wurde in der ersten Hälfte de» Jahre» 9115 an ihrer Gesundheit bedrohte Kinder von klebeUslosen sowie arbeitslose Jugendliche unter ärztlicher Aufsicht und mit ausreichender Kost in 58 verschiedenen ErholungShe nie» untcrgebracht. die sie nach sechswöchigem Aufenthalt durchwegs mit gekräftigter Gesundheit wieder verliehen, so daß dies» Aktion des Gesundheitsministerlums mit eintm vollen Erfolg absihintt. Da die Krise und LiaffenarbeitSlosigkeit in jenen Bezirken, denen'di. Kinder der Arbeitslosen seinerzeit entnommen worden waren,, auch weiter anhält, hat das G e s u n d h e i t S- Ministerium der Regierung den Antrag unterbreitet,, die Akt io«fort zusetzen und den Erfolg der ersten Etappe durch weitere erfolgreiche Ergebnisse zu krönen. In der Ätzung des Ministerrat.'s vom,28. Oktober d. I. wurde beschlossen, diese»!»Anträge de» Gesundheitsministerium» rnzustimmest. ES wird also in den Wintermonaten der Erho- lungSaltion für Kinder Arbeitsloser, fortgefahren werden, so dah die erste Gruppe von Kindern den Aufenthalt in den Erholungsheimen noch vor Weihnachten wjrd äntreten rönnen. Die Regierung hat für diesen Zweck einen Betrag von sechs Millionen Kl bewilligt. Was gilt bei den Chrlstllchsozlalen? In der»Deutschen Presse" war am SamS- tag ein Artikel von K. H.(Karl Hilgenreineri) enhaltcn, in dem die Haltung der gegen Kelsen demonstrierenden Studenten gerechtfertigt wird. Man lese die folgenden Sähe, die ebensogut ist der„Zeit" oder einem anderen nätional- sozialistischen Blatt stehen könnten: ;‘.. Weil er Kreis« zu geben scheint, welche ein Intereise daran haben, aus dieser Kelsen- Sach« eine politische Sache zu machen, antisemitische Kundgebungen in antistaatliche umzudeuten. Dar waren sie wahrhaftig nicht, da» weih man in diesen Kreisen auch. Aber ihnen ist eS.darum zu tun, ein Exetnpel zu statuieren, damit er ja niemandem'mehr einfalle, irgendlöle äufzü- . mucken, wenn den deutschen"DochschuleN wieder reichsdeuts ch« Sm i g r a nie naus», g edrängt werden, sollen,. Darum werden die Borgänge vom 22.. und 23. Oktober als ein^ hakcnkrcuzlerischc Verschwörung' gegen die Demokratie, als eine groß angelegt« Demonstration gegen die staatliche llnterrichtSverwaltung ausgebauscht. Er sollen dadurch die Schulbehörden zu den äussersten Maßregeln ermuntert werden, damit jeder Widerstand gegen die voranschreitende Ueberfremdunader deu t sch e n Hochschulen in der Republik gebrochen werdet.."' Diese» Lobhudeln de» SdP-Geiste». durch Hilgenreiner wurde desavouiert durch eiste Sostn- tagsrede Zajiieks, in der er nach dem»Montagsblatt? u. a. sagte, die Ausführungen. Rosches haben da» Mißtrauen de».tschechischen Bolle» gegenüber uns Sudetendeutschen ungeheuer verstärkt.'Klubobmann Kundt' habe auf die große staatsmännische Red« der Ministerpräsidenten Hodjä brüsk geantwortet. Die Tür, die Dr. Hodia geöffnet hätte, fei vom Klrchöbmänn Kundt Mil großem.Krach zugefchlagen worden.—■ Gegen die deutschen Minister habe Kundt aiis denn Arsenal der Flüsterpropaganda da» gefährliche Wort von den BolkSverrätern geschleudert,„Wir machen Kundt," sagte Minister Zajikek,»schon heute für alle Folgen dieser unter dem Schutz der Immunität erhobenen Boüvürfe verantwortlich. Diese Art von Politik hat mit Volksgemeinschaft gar nicht» mehr zu tun." Rach dieser Rede Kundt» wisie nun aber jeder, daß die SdP in diesem Staate isoliert sein Wolle. Man darf also frageni Ma» gilt in der Ehristlichsozialen deutschen Bollspartei? Der Geist der Demokratie, der von Zajiöek vertreten wird, oder der Geist des Nationalsozialismus, den Hilgenreiner predigt? Volksgemeinschaftliche Töne In der„Rumburger Zeitung" veröffentlich! Fr.i odrtch Brehm(einer der au» der SdP Ausgeschlossenen) eine Erklärung, der wir zur Charakterisierung der SdP durch, einen, der sie von innen kennt, folgende Stellen entnehmen: Ich bin vom positiven Werte einer großen politischen Partei für den Kampf um die LebenS- rcchte des Sudetendeutfchtumr ebenso überzeugt wie von der totale« politischen Unfähigkeit der Hauptleitung der SdP. Ich habe für die Volksgemeinschaft' zu einer - Zeit gekämpft, wo di« Huldigung»depesch«n und Lohaiitätstriechereien noch, nicht zu den unentbehrlichen Requisiten der sudetendeutschen Politik gehört haben und wo daher eine Reih e neuer p o l i t i s ch e r S t a r r es aus p e r f ö n- lichter 8eigheit vorgezogen hat,.in den bestehenden politischen Parteien zu intrigieren, aber die öftentliche Betätigung zu.scheuen... Die politischen Dilettanten, die sich heute al» Richter über mich auswerfen, wollen, haben noch den Nachweis zu bringen, daß sie in gewissen unangenehmen.Siwationen Haltung besitzen. Bislang haben sie lediglich nachgewtesen, daß sich durch Politik Geld verdienen und ein sorgenfreie» Leben führen läßt ,.. ES ist mein heißer Wunsch, daß für die Art, wie heute in der SdP für die BolkS- gemcinschaft gearbeitet wird, nicht' dereinst dal Sudetendeutschwm die Zeche bezahlen muß. Leider hat Herrn Brems Wunsch wenig Aussicht auf Erfüllung. Die leichte Belebung auf dem Arbeitsmarkte, die zum Sfcg jniLW NoÄantzö.aMiW-zvistTeil auf.ein«, Keine Besserung m der Industrie, zurückzuführen, ist, ist auch auS folgenden Ziffern de» Versichertenstandes der Bezirkskrankenversicherungsanstalt G r ä SI i h zu ersehen. Der durchschnittliche Mitgliederstqnd betrug in der Zeit von Jänner bis Oktober(ohne Heimarbeiter) im Jahre: 1982.'6.552 Personen 1988. 5.294 Personen 1984..5.048 Personen 1985. 5.149 Personen. 1988. 5.589 Personen Der Tiefstand in der Krise war also im Jahre 1Y84 erreicht seitdem ist die Zähl der Versicherten um 540 Personen gestiegen. Da» soll natürlich nicht heißen, daß jetzt>in dcc Fürsorge für die Arbeitslosen schon nachgelassen werden, könnte, im Gegenteil, jene, die noch nicht wieder in den ProduntiänSprozeß eingereiht werden konnten, sind heute viel hilfsbedürftiger, als dies etwa vor zwei Jahren, in: Jahre 1984 der Fall Die Zehn-K6-Treffer der„Arbeiterfürsorge 11 lieber Ersuchen de» LotterieauIschusieS veröffentlichen wir nachfolgend auch die List« der kleinsten Treffer, die Leben»mittelanwei« sungen im Werte von je Kfi 10.— bilden: Nr. 201 bi» 250, Nr. 551 bi» 000, Nr. 5551 bi» 5000, Nr. 5751 bis 5800, 5951 bi» 0000, Nr. 8701 bi» 8750, Nr. 10.251 bi»-10.800, Nr. 11.701 bi» 11.750, Nr. 14.251 bis 14.800, Nr. 20.451 bi» 20.500, Nr. 21.051 bi» 21.100, Nr 21.451 bi» 21.500, Nr. 85.851 bis 25.900,.Nr. 00.151 bi» 80.200, Nr. 80.401 bi» 80.450, Nr 81.051 bis 81.100, Nr. 82.501 bl» 82.550, Nr 82.551 bi» 82.000, Nr. 85,851 bi» 85.900, Nr. 87.751 bid 87.800,' Nr. 88.201 bi» 88.280, Nr. 88.501 bi» 88.650, Nr. 45.751 bis 45.800, Nr 48.201 bis 48.250, Nr. 51.501 bi» 51.550, Nr. 52.801 bi» 52.850, Nr 04.051 bi» 04.100, Nr. 05.901 bis 05.050, Nr. 00.051 bis 00.700, Nr. 70.001 bi» 70,050, Nr. 71.051 bis 71.700, Nr. 70.851 bi» 70.900, Nr. 77.901 bi» 77.950, Nr 80.001 bi» 80.050, Nr. 84.801 Si» 84.850, Nr. 88.251 bi» 80.800, Nr. 89.751 bi» 89.800, Nr. 92.801 bi» 92.850, Nr. 102.051 bi» 102.100, Nr. 108.251 bi» 108.800. Nr. 107.451 bi» 107.500, Nr. 109.551 bis 109.60-, Nr. 110.851 bi» 110.900,.Nr. 118.201 bi» 118.250, Nr. 110.051 bi» 110.100, Nr. 119.801 bi» 119.850, Nr. 120.851 bi» 120.400, Nr 122.051 hi» 122.100, Nr. 128.151 bi» 128.200, Nr. 125.551 bi» 125.800, Nr. 127.701 bi» 127.750, Nr. 129.201 bi« 129.280, Nr. 187.051 bi« 187.700, Nr. 189.401 bi» 139.450, Nr. 144.101 bi» 144.150, Nt. 145.851 bi» 145.400, Nr. 158.001 bis 158.050, Nr. 150.051 bi» 150.100, Nr. 150.751 bi» 150,800, Nr. 102.851 bi« 102.900, Nr. 104.501 bi« 184.550, Nr. 178.251 bi» 178.800, Nr. 179.951 bis 180.0.00, Nr. 181.701 bi» 181.750, Nr. 188.001 bi» 188.050, Nr. 185.001 bi« 185.050, Nr. 180.551 bi» 180.000, Nr. 187.201 bi» 187.250, Nr. 190.751 bis 190.800, Rc. 198.201 bi» 198.250, Nr.'194.051 bi» 194.700, Nr. 208.451 bi» 208.500, Ni. 214.051 bi» 214.100, Nr 214.551 VIS 214.000, Nr. 217:801 bi» 217.850, Nr. 225.001 bi» 225.050. Nr. 242.751 bi» 242.800, Nr. 248.401 bi» 248.450,-Nr 248.961 bi» 244.000, Nr. 240.151 bi» 240.200, Nr. 248.251 bi» 248.800,. Nr 249.201 bi» 249.250. Nr. 250.051 bi» 250.700, Nr 252.001 bi» 252.050, Nr 257.25 i bi» 957.800, Nr. 259.001 bi» 259.050.'Nr. 204.051 bis 204.700, Nr. 207.051 bi» 207.100, Nr 270.401 bi» 270.450, Nr. 278.801 bi» 278.850, Nr. 275.551 bi» 275:000, Nr. 278:001 bi» 278:0607Nr 270:051' bis 270.700, Nr. 279.151 bis 279.200, Nr. 280.951 bis 281.000,-Nr. 288.851 bi« 288.900. Nr. 286.851 bi» 285.900, Nr. 287,001 bi» 287.050. Nr. 289.801 bis 289.850, Nr. 206.501 bl» 295.560. Von einem Lastauto getötet. Zwischen K.ö- n i g s w a l d und Kleinkahn wurde ein Arbeiter von einem Lastkraftwagen, der In der Richtung Teplitz fuhr, erfaßt ünd zu Boden geriffelt. Die bei dem Unfall erlittenen Verletzungen wären tödlich..Ein Gefährte des Arbeiter» wurde vinst Lastauto ebenfalls erfaßt, aber nur leicht verletzt. Reue Postkarten der Deutschen Jugendfürsorge, lieber 800.000 Postkarten der Deutschen Jugendfürsorge such im vergangenen Jähre abgesetzt würden. Sie haben«inen Reingewinn von fast 100.000 Xi gebracht. Nün ist die alte Auflage fast vergriffe» und c» kommt die neue Postkattenteihe der Deutschen Jugendfürsorge mit neuen Bildern heräus. Auch für die Weihnachtszeit sind einig«.starten vorgesehen. Erhältlich sind die Karten bei der Deutschen. LandeS- konunission für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Reichenberg, Wäldzesie 14, bei allen Deutschen Be« zirksjugendfürsorgcn, bei allen Mütterberatungsstellen, bei den Musterschulungen der Deutschen Jugendfürsorge und' beim Berlag Karl Streers Dauba i. D. Arbeiter und Bauern In Schweden Bericht Ober die Leistungen der Regieruni Hansson ' In itiner Reihe sudeiendcutscher Städte spricht im Rahtnen von.Vortragsabenden der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in' diesen Tagen der schwedische sozialdemokratische Sozial- Politiker Gunnar Lundberg(für den früe her ängesägten und jetzt schwer erkrankten Rickärd Lindström), um die sudetcndeutsche Arbeiterbewegung mit den Leistungen und Ausgäben der schwedischen' Sozialdesnvlrätle vertraut zu Mächen. Der. erste' Borträg wär ästi Samstag ist R«i ch s n.-. berg/ daran schloffen sich Sonntag lsinkträge ist Trautesta'ü und B raunast, am Montag in L ä n d»k r ö».Schon der Empfängi der Gunnar Lüstdberg tzost den VortragSteilnehmern bereitet wurde, war ein Beweis für daS Gefühl herzlicher Berbündenheit zwischen der sudiieitdcutschen.ststd der-schwedischen Arbeiterbewegung. Dieses Gefühl' hat sich durch die Vorträge nur noch erhitht.'lMr erinnerst siiG noch mit i großer Freude'des Besuch», schtvedischer^^üsihsäziallstenbei, unserem ReichSsugendtag.' Dieser'BcsUch war der Anläß zur Organisierung einer Studienreise,- dlo- zwei junge Sozialisten aus d'etz.Tschechoslowakii.'^im Deutscher und«in Tscheche, nach Schweden unternahmen.! Um daß,MstmideWme'n. dieser Studienreise hat sich die Tschechoslowal.i'ch- sch Ivbd i's'm ä G L'sd'll schLs/t)sn.Mä'g,''''bötz allem aber,t der...schwedische Gesandte L a g er'- ' b e r g, verdient gemacht.) Gunnar Lundberg führte in seinen Bor» trägen u. a. au»: .Witz ln Schweden Häven zwar nicht mit«Mer Niederlage gerechnet, keineswegs aber mit einem so grandiosen Sieg. ES hat sich ergeben, daß der ganztjch w e.b,ischeWählernach wuchs im Lager der SiMloeMbkräki« steht. Wir Häven. den Sieg nicht nur.gegen das Bürgertum, sondern a»ch Weif die'Heemigte kommunistische Bewegung erfochten.^ detiNatIonäls«ziali»inu»'elN Nordische» Gewächs ist, hatten wir gleich drei nqstonälsoziallsti« sche Parteien:; Sie', hadeNj^ während,. Wir allein 30O.OOO,Stimmenhinzu gewannen,- im ganzen' 15.000 Stimmen bekommen. E» gibt zwei Methoden, di« Krise durchzukämpfen: man kann sie durchhungern oder durcharbeiten. Wir haben'un» für die zweite Methode entschieden, lins hielt man entgegen, daß wir sparsam sein müßten. Aber wir begreifen nicht eine Sparsamkeit,' die bedeutet, daß Man die Arbeitskraft Nicht verwenden katm. Da die.kapitalistischen Unternehmungen keine Verwendung für die Arbeitskraft hatten, haben wir diese Kraft ein- gesetzt. Di« ArvhitSkraft Wurde sozialen Zwecken dienstbar gemacht.' Wir halfen so den Arbeitern und den Ba'NfrN. In Schwebest ist astch der Bauet eist Arbeiter! es handelt" sich'dott meisten» uw Kleinbäuern. Die Preise für Milch, Butter und.Schweinefleisch sind im großen.und ganzen Arbeitslöhne.'Sä haben wit'dafür gesorgt,.dah die Bauern nicht zum Ruin gebrächt werdest,.indem wir-ihn«n hei der Sicherung de».Ertrag» ihrtr.Arbeit halfen. Sie haben hingegen«tngesehin, daß sie nur. banst leben könnest, wehst, die Arbeiter Ihre, Produkte zu kaufen vetz- mögen. Auf dieser Grundlage erfolgte di« Zumm- mestarbeitzwtschen'Arbeitern und Bauern in.Schwebest.""Zugleich Mit der Lage der Bauern haben wir jene- der L an d a r b e f t e r verbessert. . Wir di«'Belebung der Wirtschaft im Industriesektor nahmen wir'da» Geld^n. Anspruch, da» die Kapjtälistek. in die Reichsbank eingelegt hattest,, obzwar si« dort. kein«.Zinsen bekamen.- Mit- diesem Geld, da» wir zu 0.80 bi» 0.50 Prozent,verzinit(n, bähest wir i» den letzten drei Jahren u. a.-. fünfzig Niue Brücken gebaut'und lv.000 Kilometer E t s-e n h ä h.'n.« l e k t r. i.f i z s.e r.t'. In'drei JWM'haLtn'"'WIk'für"47.000'sta1stilIe.N.NeUö. oder verbesserte W o h nun g.e n geschaffen. 8000 Familien haben H LuMx, m I t.« i g.e.n« M Gründ bekommen.-Die Häuser wettest• gegen einen Ärmsten Zin» sväter Eigentum- der-Fä'milieN. Ist den nächste- zehst-JghitzuMrdest wir.-Mtz AQ.opo. ggyiilien solche Häuser bauen. Außerdem gründeten Wit P ä ch- i ter-Eigenheime. Dazu stellt der Stckät Verdammter Wigger, was Boll äüs unserer nationalen Kultur werden, wenn du Madrid nlcbt erstürmst I Julius Deutsch In Spanien .... Der«hem. Vorsitzende des Republ. Schutzbundes Genosse I. Deutsch ist laut einer United Preß-Meldung aus der Tschechoslowakei kommend, in Aalkucin eingetrofsen und wird am Dienstag, nach Madrid gehest, mn sich an die Kampffront zu begeben. In einer Presseerklärung äußerte Doktor Deutsch: „Ich bin nach Spanien gekommen, um mein militärische» Wissen und meine militärischen Erfahrungen der spanischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Nach-meiner Ansicht wird hier das Schicksal Europas entschieden. Der Krieg begann in Spanien als Klaffen- lampf und' kann sich leicht zu einem europäischen Konflikt entwickeln. Wenn die Kräfte der Freiheit, der Demokratie und des Sozialismus siege», iväre es niöglich, den Frieden zu erhalten. Wenn der Faschismus gewinnt, dann wird ein europäischer Krieg unvermeidlich sein. Weil ich für den Sozialismus kämpfe, bin ich nach Spanien gekommen."»- Ramadan-Fest In Syrien Beirut.(HäbaS.) Fn der Basta-Moschee wurden bei der Eröffnung des'Ramadan-Festes einige' gegen den libanonisch-frastzösischen Vertrag gerichtet« schärft Reden gehalten, Montag früh plünderten demonstrierende Araber in den christlichen Vierteln der Stadt einige Lüdest, wobei sic auch Schüsse gegen.die Polizei abgaben. E» mußt« Militär herbeigerufen werden. Die christliche Bevölkerung schickte sich an, die moslcmitischen Viertel zu plündern. Wie mitgeieilt.wird, wurde» bei den Unruhen drei Personen'getötet, und 28 verletzt.' Eine"Anzahl von Straßenbahnwagen und 50 Automobile wurdest' zerstört bzw. in Brand gesteckt. Antonescu nach Warschau Warschau.(Pnt,).. Die. Warschauer Preffe bristgt die Nachricht, daß der rumänische Außenminister AntoneScu um den 26. November nach Warschau kommt, um der polnischen Regierung einen offiziell^! Besuch, zu den ihn Minister Beck während der Beratungen des Völkerbundes ist Genf eingcläden hatte, abzusidtten.- Staats» öder Kirchenboden zur Verfügung. Er baut Wohnhaus und Stallungen und siedelt tüchtige junge- Landarbeiter an. Wir u n t« r st ü t- zest--bt'nd«rr'eich«.F a-mi l t'e n. Für ein« Familie mit fünf Kindern zahlt der.Staat die Hälfte de» Mietzinse», Familien bi» zu drei Kindern erhalten. ebestsall» eine Subvention. Wir hätten Gelegenheit gehabt, nach den letzten Wahleu.dl« Macht a l lei»zu übernehmen, aber wir ,haben vost dieser Möglichteit keinen Gebrauch gemacht.. Wir sind nicht bereit, uniere Macht zu überschätzen. Wir' wollten. auch auf die anderen Gruppen de» Volke» Rücksicht nehmen. Die außen» politische Lage ist«tust.. Um so notwendiger ist es, ein«. Regirrung zu haben, deren Basis ko breit.chie möglich ist. Deshalb, geben wir. mit. den Bagern zusammen, di« ustftrem Programm zugestimmt haben. - Die a n t i k a p i talistisch e S t j ist.» mu.n g.unter den schwedischen Bauern wird immer stärker. In der gemeinsamen Arbeit für eiste sinn« volle gesellschäftlilhe Ordstunst wächst be! uns eine V 0 lk 8 gemei n s ch a f t herab, die denk freien Willen des Volke» entspringt'. Witz sind.ein friedljeheyde.s.Volk, aber ganz Schweden hat he» Rejchsf.agshssschlüssen Über die Aufrüstung zugestimmt. Wir sagen: L e b e,n d gehen wir nicht unser eine. Despotie, dazu lieben wir die Freiheit zu sehr. Da» SelvstbewüßiseiN der Demokraten und der Wille, die Demokratie zu verteidigest, muß zur Friedensliebe kommen. Ist. diesir Bejsidhüstg,fühlen wir UNS ist Schlotten e stg v e r.iv a ndt mit der Tschecho« s l o w a k''e,)./ Ihr habt hier größere Schmierst,- leitest älL.'wir,.aber st'neS verbindet.Uns: Das Vtlvufttseist, daß öaS.Libdn nicht wett ist, gelebt Kü werden ohne Humanität, ohne Gercchtigftit, ahnd'FWihöit."' Sette Ä Dien-ta-,17.-kovemberlstllst Nr. 26? 3ggmeui^fceitw Ideologie und Quecksilber In der Munitionsindustrie ist Quecksilber ei» außerordentlich tvichtigcr Rohstoff. Um-unsere schwerer entzündbaren Sprengstoffe zur Explosion zu bringen,»ins; ein hochexplosibler Sprengstoff ni den Zündhütchen und,- Sprengkapseln als Initial Zündung Wirken. Diese wichtige Aufgabe^erfüllt das Knallqüecksilber. Menn deshalb eine Mächtegruppe der Welt' bic Pro. duktion von Quecksilber in ihrer Hand der- einigen könnte, so würde sic damit auf dem Gebiet der MunitionScrzeugunggegenüber den anderen Mächtegruppen ein großes kriegswirtschaftliches Uebcrgewicht erhalten. Es darf nicht übersehen lyerdcn, dast der Sieg der italienischen Tanks in Spanien, die E r r i ch t u n g e i n e ö Wcltinonopol4 für Quecksilber in der Hand faschistischer Mächte bedeuten w ü r de. Vor dem Weltkrieg beherrschte Spanien, 31 Prozent und Italien 25 Prozent der Oueck- silbcr-Produktloii.- Seitdem ist in den Bereinigte» Staaten bon Nordamerika und in Mexiko die Ouecksilberfördcrung schroff zurückgegangen und in den anderen Ländern konnte sie nur die Sowjetunion entscheidend steigern.... Unterdessen hat aber Italien durch Enwer» lcibung österreichisch-ungarischer Gebiete seine Oueckstlberförderung verdoppelt. Nur dadurch, dast i» der gleichen Zeit" Spanien-die"Produktionsleistung- seiner Gruben ebenfalls verdoppeln konnte, blieb es an der Spitze der Quecksilber produzierenden Länder. Spanien und Italien zusammen' beherrschten nun aber fünfundsicbzig Prozent der Ouecksilbdr-Weltproduktion. Sie hatten also Praktisch gcnoiiimen das Welt» monopol. Da sich bei steigender, Gesamtproduktion-inzwischen trotzdem der Quecksilberpreis vcrdrcisacht hatte, war cs ein sehr fette?, einträgliches Monopol. Für den gierigen Faschismus Italiens war cs nicht sehr angenehm, diesen fetten Bissen mit dem kleinen spanischen Partner teilen zu müsse». Aber da dieser kleine Partner zweiundvierzig Prozent der Wcltproduktion besäst, war cs wohl oder übel genötigt, mit ihm halbpart zu machen, Nach verschiedenen Manövorn war im Feber 1934 Italien noch einmal ge- zwuttgen, zähneknirschend das ablaufendc Oueck- silbcrkartcll gemeinsam nut Spanien auf weitere drei Jahre zu verlängern. Im Feber 1937 hofft Italien, mit dec mörderischen Hilfe seiner Tanks, so weit zu sein, dast eS die Bedingungen im Ouccksilbcr-Monopol diktieren kann. Ganz gleich, ob bei einem Sieg der spanischen Generäle auch Deutschland— dessen Luccksilbcrbcdarf hoch ist— am Oueck- silber-Geschäft beteiligt wird oder nicht, Faschisten würden jedenfalls von da ab den Welt- bedarf an einem wichtigen Kricgsrohstosf kontrollieren. Jng. K. Dobcrer. El» Rechtsanwalt wegen GcrichtSbcleidi» gung verurteilt. Bor dem Bezirtogcricht in Neu« titschest: hatte.sich Samstag der Troppauer Rechtsanwalt Dr. Reinhard M I i ch wegen Beleidigung des Gc>chteS zu verantworten, deren er sich als Verteidiger Wittels im Pat- scheidcrprozest schuldig gem.uht haben soll. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 290 Xe bedingt auf ei» Jahr, welches Urteil der Beklagte akzeptierte, während der Staatsanwalt Berufung einlegte.(DND) Ein FallschirmsprnNgsterm in Prag. Im nächste» Jahre wird in Prag ein Aerosalon veranstaltet. der vom 12. bis 20. Juni am alten Messcgelände sein lvird. Bis dahin soll auf dem Messegelände auch ein Fallschir m s p r u n g- t.u r m errichtet iverdcn, der dann ständig in Betrieb bleiben würde.(DND) Wütende Amazone. Sonntag Mittag ereignete sich ans dem Platze vor dem Nationaltheater in Belgrad-in blutiges Schauspiel. Der ehemalige kroatische Gras Artur OrLii-wurde von der 58jährigen Marie Nab, einer Oesterreicherin, mit der Orbit 20 Jähre lang gelebt und die er vor kurzem verlassen hatte, da er ihre finanziellen Ansprüche nicht befriedigen louute, überfalle». Die Nab versetzte O rsic nut einem scharfen Stein einige Hiebe gegen den Kopf und den Hals und verletzte ihn so schwer, daß er binnen kurzem ver- schied. Die verhaftete Nab erklärte beim Verhör, dast sic an Orbit Rache genommen habe, weil er ihr die Ehe versprochen,' sie aber nicht zum Weibe genommen und schließlich verlassen habe, Vanditen. Die Berliner Polizei-hat eine Belohnung von 2000 Mark ausgesetzt zur Ermittlung z w e i.e r B a n d i t e n, die in der. südöstlichen Umgebung von Berlin bei- dem Vororte Erkner einen frechen Naubüütrfäll auf AutoMo- bilisteN, tlnfernömmen haben. Die'.maskiertest Näuber legten'einen starken Baumstamm- quer über die Straße und zwangen die Insassen eines Personenautos und,eines Lastautos ntit vorgehal- Oio Nobelpreisträger für Physik, Chemie und Literatur- Die Schwedische Akademie der Wissenschaften hat die Verteilung per diesjährigen Nobelpreise für Chemie und Literatur vorgenommen. Rechts: der schwedisch- amerikanische Professor A n d e r s o n, der den Nobelpreis für Physik erhielt; Mitte: der Berliner Universitätspro» fcffor Dr. Peter D e by e,-der den Nobelpreis für Chemie,"und'links: der, ämerikaUische Drqinatikor EugeNc G. O'N'ei l.l/dtr den Nobelpreis für^LItcräkur bekanO?' pulverfsdrlk In die Luft geflogen..... Marseille.(Havas) Montag gegen alendS kurz vor 17 Uhr Pariser Zeit erfolgte In der Pulverfabrik in Saint EhamaS, unweit Marseille,'eine Explosion, bei welcher gemäß den letz- ten Meldungen gegen 8V Personen getütet und. etwa-200 Personen verletzt wurden. Die Explo- stonSnrsache bildet ein Brand, der in einem des in der Röhe dcS Pulvermagazins liegenden Pavillons auSbrach. Bon Marseille sind an-di« Ust- glückstelle unverzüglich zahlreiche Aerzte, Pfleger und. Pflegerinnen, des. Roten. UreuzeS abgegangen. Zahlreiche Personen«nd Lastautomotil» wurden zur Beförderung der Verletzten-in di« Krankenhäuser requiriert. Die Bergung der Ber- nngliickten 7 geht. aber ziemlich langsam- vor sich, da, infolge der Explosion, die elektrische Strom- leitung unterbrochen«nd die Unglückstelle sehe schlecht erleuchtet ist.... versandt zu werden, damit dieser Webet auch dort gesprochen werde» kau». Zur Zeit bearbeitet man ein besonderes kleiner theologisches Wörterbuch, um diese. Aufgabe durchführen zu können. tonen Revolvern zur Herausgabe ihres Geldes und ihrer Schmuckgegenständel Als einer der Automobilisten aus. dein" Wägen auszusteigen versuchte,.wurde er von dcnStraßenräuücrn durch Revolverschüffe nsedertzcstreckt.— Die S t a d tb c h ö rd e n v.o» L e i p z i g haben das im Jähre 1802 errichtete Denkmal für den- berühmten Komponisten Felix. Mendelssohn-Bartholdy vom Sockel heben lassen. Das Denkmal, das vor- dem Gewandhans, dem bekannten-Kon- zcrtgebäude Leipzig steht, ist zerstört worden.' Uneinigkeit des Standgerichtes. Montag, tagte in Wien nach einer fast einjährigen Pause wieder das Standgericht, und zwar in der Angelegenheit des 24jährigen-Gendarmen Alois E d er, der am 80. Oktober die Postbcamtin Anna Freitag aus Groß-Törtholz ermordet hat. Er wollt- die Schlüssel zum Postamt und zur Postamtskaffe an sich bringen. Da jedoch im Senat des Standgerichtes keine Einmütigkeit erzielt iverdcn konnte, wurde die Sache Eder an das ordentliche Gericht abgetreten. Ende eines Hungermarsches. Montag haben 2000 Teilnehmer eines Hungermarsches mittels Eisenbahn London verlassen, die dorthin gekommen waren, um bei der Regierung gegen die Neuregelung der Arbeitslosenversicherung zu protestieren. Unruhen in Bombay. Im Nordteil der Stadt Bombay-sind wiederum-religiöse Unruhen auS- gebrochen. Die Polizei hat 80 Exzedenten verhaftet. Zwölf Personen, würden durch Steiinpüffe verletzt. Auto, gegen Eisenbahn. Bei einem Zusam- mcnstost zwischen Eisenbahn und Automobil bei Fje Ncölev auf der dänischen Insel Seeland wurden fünf Insassen des Kraftwagen? getötet. , Reue„Weihnachten" in Rußland, Die Sitte der Weihnachtsbefcherüng war bisher'in der Sowjetunion rigoros uNterdri'lckt:- Bei der jetzigen Revolutionsfcier? der neunzehnten,, jedoch schritt eine große. Gruppe von-Jungkommunisten- über den Roten Platz, Weihnachtsbäume- tragend,-und zwar auf Gründ einer Verfügung der Partei,- nach der zwar- das alte christliche Weihnachtsfest nicht mehr-im Dezember gefeiert werden soll, sondern, sozusagen der Beginn des Winters, der mit dem Jahrestag der Resolution zusammenfällt. Von jetzt ab sollen an diesem Tage Kipder beschenkl gruppen" mit"'den' WeihnächtSbällMen an der Tribüne' bor" dem"Lcnm-Mäüsolrum" vor* beikämen,-wo die NegicrüngSiüItglicdcr standen,' beügte'fich'Stälist vor Lüd grüßte lächelnd. Die WcihnachtSbäumc haben also vor allerhöchst- demselbcn Gnade gesunden:------- Stabt ohne Schulen.-(mb.)- In Springfield(Ohio), einer Stadt Po».70,000 Einwohnern, würde durch.eine Abstimmung per. Bevölkerung ein, Antrag, iiuf neue. Stuer.en abgelehnt, die.Mittel für. die.städtischen Schule» liefern foll- ten. Daraufhin wurden die Schule» von der Stadt auf. unbestimmte Zeit, geschlossen. Zlpölstäustnd Lehrer, und. Schüler.haben Ferien..Von den' 881 Lehrern, haben, viele Bankschulden undsuchen deshalb verzweifelt, in. irgendeinem anderen Beruf unterzukommen...Die städtische Schulkommiffion sicht keine Möglichkeit, vor Feber Geld aufzubringen und erklärt, dast auch dann,nicht genug, zur Verfügung stehe» werde,.um.den.Schulbetrieb-bis zum Schluß des Schuljahres durchzusühren. Krönünassorgen der Theologen l Aus Anlaß'der Kränuiigsfeierlichkeiten für König Eduard VIII. wird im Mai nächsten Jahres in London ein'Kongreß aller Religionen stattsind'en, die ihre Bekenner im englischen Jmperiüm'häb'en. Die 405 Millionen, die in diesem Weltreich leben,.verteilen sich auf 200 Millionen, die den verschiedenen indischen Bekenntnissen angehören, 100 Millionen Moslem,-80 Millionen- Christen,' 12 Millionen Buddhisten, rund eine 'Million.Juden und etwa 80-Millionen verschiedener üsrikanischer Kulte.-ES- gibt außerdem-noch immer, namentlich-in Polynesien- 10 Bis'lS Millionen Heiden. Außer den großen Weltreligionen werden auf dem-Kongreß-inSocsamt mindestens 100 verschiedene Bekenntnisse und Sekten vertreteiv sein. Die Haupt» lchwicrigke"., vor der der Kongreß steht, ist die, daß er ja selbstverständlich mit einem gemeinsame»' Gebet für den König eröffnet werden muß. lieber die Sprache, in der dieses Gebet von- den rund 5000 Delegierten, die ma» zu dem Kongreß erwartet, gesprochen werden soll,t ist man sich sehr schnell einiggeworden: er wird selbstverständlich englisch sein. Aber Über den In h a l t grübeln bereits heute-Sachverständige und Gelehrte der verschiedenen Bekenntnisse..Man hofft, einen Wortlaut zu finden, der-von allen Religionen vertretbar ist.- UebrigenS wird der Texr des Gebets in allen Sprachen und Dialekten .............., der am Kongreß teilnehmenden Bekenntnisse nieder werden, und man darf auch einen, Weihnachts- gelegt werden,'.«'m'.an die Gläubigen in den-Kolo» bäum.anzünden.'.Als die kommunistischen Jugend- i ulen und, Dominions rechtzeitig zum Krönungstage, Der„medizinische Küß'"(j) Die mittelalterliche» Mönche haben alle» klassifiziert. Auch-der Kuß entging- ihrer KlässifikatioNsleidenschaft nicht. Sie stellten damals 15 verschiedene Kubarten fest: den akademischen,' den ehrbaren, den diplomatischen, den schnüffelnden(mit dem festgestellt werden soll, ob die Dame Alkohol-genossen hat), den sklavischen, den' schimpflichen(der damals eine Kirchenstrafe bildete)., den feudalen, den gerichtlichen, den«ligiö- sen, den Hand-, den Fuß-, den Judas-, den Eitel- keits-, den LiebeS-und, den medizinischen Kuß, mit dem die Aerzte eine Krankheit„fortküßten". Geblieben. davon dürfte vor allem die Krankheit sein, die sich„fortküffen" läßt.- Unbeständiges Wetter. Die Zone von Dauerregen über Sitdosteuropa beginnt zurückzuweichen. Im Zusammenhang damit hat es sich Montag im Mittleren Teile der Republik auSgeheitert und auch in Karpäthorußland regnet cs nur noch schwach. In Böhmen macht sich jedoch der Einfluß neuer Störungen, welche vom Atlantischen Ozean Vordringen.durch stärkere Bewölkungmnd Südweststurm'auf den Berggipfeln geltend. Auch der Luftdruck ist stark im Rückgang begriffen. Für die nächsten Tage muß mit sehr unbeständigem Wetter gerechnet werden, trotzdem es sich infolge de» Zuflusses ozeanischer Lust Vom-SUd- westen her noch erwärmen dürft«,— Wahrscheinliches Wetter Dienstag: Unbeständig und vorwiegend bewöllt, zeiüveise Regen, milde, verringerte Temperaturschwankung-»wischen Tag und Nacht. Auf den Bergen heftiger Südwestwind. . Vom Rundfunk iMaWilMUwwtu aus Man SresraaMMi Mittwoch: Prag, Sender ir 7: Morgenmusik, 10:05: Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schuten, niedere Stufen, 12.10: Schallplattenkonzert, 13.lv: Deutscher Arbeitsmarkt, 18.10: Deutsche Sendling: Dr.- Moucha: Neue Bucher vom Entdeckergeist der Menschen, 18.gü: Arbciterfunk: Wol- fensteln: Dir Taten der Dichter, Funkdiakeg? 18.40: Sozialinformatione«, 18.45: Deutsche Presse, 1V.2Ü: Militärkonzert, 22.18: Populäres Konzert auf Schallplatte«. Sender Ur. 7.30: Salonorchester, 14.15: Deutsche Sendung:.Kinderstunde, 14.50: Deutsche Presse. 18.15: Blechmusik.— Brünn 15: Rlindflinkorchefterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Hückcl: Erinuerungen än» Rußland,— Konzertstunde.— Preßburg 11.05: Konzert.—• Raschau 12.05; Schallplattenkonzert, 16.10: Rundfunkorchc- sterkonzert.— Mährisch-Ostrau 12.85: Rundfunk- orchesterkonzerti „Alle Kinder Gottes haben Flügel“ Von Eugene Weill.- - Dem amerikanischen.Dramatiker Eugene - O'Neill wurde vor wenigen Tagen derdieS- jährigc Nobel-Preis für Literatur verliehen. Diesmal wurde ein wirklich Würdiger ausgezeichnet.— Wir bringens um wenigstens auf O'NcilkS Art hinzuweisen, hier die Schlußszene deö ersten Teils seines(den Räffenhochinut bekämpfenden). Dramas»Alle Kinder GottqS haben Flügel" in der Uebcrtragünft von-Al-, fred Wolf en stein. . Eine Straße am Rande eines,NsgerviertM!, Vor einer alten Kirche aus Ziegelsteinen. Eie liegt etwas zurück,.an.einem Platz, den eiilrosti-. ges Gitter-nut einem Tor- jn-.der- Mitte umschließt. Auf beiden Seiten dieses Vorhofs-stehen Miothäuser, von.- abstoßendem, drohendem- Aussehen. Alle Fensterläden sind zu,' sie gleuhen'Härten Augen?, die.-'unempfindlich für Mcnschenwesen nach Mclischenbeüte ansspähe». Auch die zwei hohe» engen Kirchenfestster auf..jeder, Seite- d'ks Torbogens Md durch, dumpfe',grüße Vorhänge wie auög'elöscht. Es ist ein reiner, sonniger i Mdlge». Der ganze Bezirk scheint ungewöhiilich. ruhig zy sein, als halte er erwartungsvoll deu AteM>?aist- Rechts von der Straße der Schlvarzen her>fingt ein Iiegertdnor tnit.reich schattierter.StimmeM l!" ,- Pie-^M-^tr.Whp.mit.'bisDWM'kfndWo'p Sckstvetinut:../'..\5'jS?S .' Mänchinal,.hjn ich wie ieine.Turteltaube,. ' Mänchnsyl,binIch wie.«ine■ Türtengube, -Ich'bin wie eine Turteltaube. .- Die zweite Strophe mitsttäumerischun^kna-' bctlhafiem- llcberschwang:' Manchmal bin ich wie ein Adler.in. der Lust,,- Manchmal hin ich wie ein Adler in der Lust,' " Ich bin-wie ein Adler-in der Lüft...'- . Die dritte mit brütendem' erdgebundenem Kuminer: Manchmal wünschte ich, ich'wäre nie geboren, Manchmal wünschte ich, ich wäre nie geboren, Ich. wünschte, ich wäre nie geboren. Nach dem Ende des Gesanges konunt eine ab- Ipartendo' Stille,. plötzlich.unterbrochen vom erschreckenden Metallton der fiirchenglocke. Wie aus jein Zeichen-strömen jetzt die Leute aus den Türen: Männer, Frauen, Kinder, die weißen aus der 11»» ckest,' die schlvarzen aus der. rechten-tzäuserwand. Hastig; stellen, sie sich zu-beiden Seiten des Aus- gangs in zwei' Rässeil-Reihen..auf und starren einander'steif und schamlos an, bittere,.Feindschaft in de» Augen.- Die Flügel des-großen Kirchentores öffnen sich, und I i m und E ll a treten aus dem Dünkel ins Sonnenlicht.- Wie die-hölzernen Lippen eines Gottes, der,-sie. ausspie, schlagen hinter-ihnen die HÄsten des Tores zusammen. Jim ist schwarz gekleidet, Ella weiß, beide-äyßerst einfach.' Sie stehen!M Morgenglanz verwirrt und zaghaft., Die fcindseljge^Äugen-sind jetzt alle auf sic gcrichiet. Sie sdhen'-die beiden Reihen, die sie durchschreiten^mnffen>,''!;Ünd'-stehen zifternd, regungslos wie die. Menge. Der Drehorgelyinnn. ikoMmr-von- röW,- ,-or- spielt?. etwas-ätiS-' uAlter ischjvaxzer Joe-'.' Weny.-.etz apfhört, t'us^ die Kir- ichenglocke NMstöch'etiseN'.einj>iheNj.Schlftg» dtck-M»' f t WM,.(Äs.'ernfecke'^EdmrN^häiszau^z estzstt Betäubung, hebt die Hand und nimmt die Hand Ellas)!?'Komm,,: Ist. Zeit,? daß- wir,'zum!Schiff gehen. Win wollen übers Meer.- Komm, Liebel '"-"Ellal(4vill-äiitw2rt'eü,'ihxe-L^iMlieLDeNi^sie kann die Äugen nicht vop den Äugen'der Menge lösen, sie kann sich nicht rühren)—-——- Jim.(merkt es, und mit der gleichen. gytcn Zärtlichkeit dcutet' er zum Himineil und'lenkt allmählich ihre Augen hinauf)?. Sieh darf, Li-be, sieh die Sonnei Fühle ihr warmes Auge her- niederstrahlen. Fühle,, wie gut ihr Blick ist, ihre segnende Tiefe- spüre in- deinem Herzen,'-in dei». ncm Mark. Schau auf,- Liebe!- Ellas Augen sind jetzt zum Himmel gerichtet, mit. tapferem Gesicht versucht sie zur-Sonne zurückzulächeln.* Dann faßt er sie-bei-der Hand,> zieht sie sanft mit sich hinab, über den Platz, durch das Gittertor, durch die Reihen der Menge.- Er halt sich, während dieser Marter durch eine schreckliche Anstrengung aufrecht, die jetzt im ekstatisch zerriffenen Klang seiner Stimme hervortritt:- ' Jimt Und sieh den Himmel? ist er-nicht-blau und gut? Wie die Hoffnung? sagt man. Hoffnung, das Ist fiir-unSl- Wieviele Segen find im Himmel! Sie-fallen auf Gerechte' und! Ungerechte, sagt die Bibel.—— Was rede ich nur — ia- Alles vermengt—— Es gibt kein. Anrecht.- Wir.alle, find-die Selben..Sind" gleicht Unter kier Sonne.!'..Ünlex^Gött.-'Fahren ühe'rs Meer——Mach der änderen Seite'der Wtlt,''— — Dorthin,^wq'JesiiS gcbvren'-ist?——-Zpr giitest'. Seite'der.'Wol'tj sdle, noch-auf'.die Seele achtet.'—— iUeberS/Meer?' dasist'hläu—^- Wir-dürfen'uns" nicht perspäten'?'- Daß ckvir nur das Schiffs erreichen 1.7, Sie find' durch.die Pethen-hindurch-bis-züm Rand deS Pflasters gekommen. Die.Frau^sleht Mit'', verzstckt- srijidlichem Ausdruck, hinauf,- der Mann, bricht von der furchtbaren Spannung-säst zusammen,Mit Müem-.'Vlick.'-unh-ßltckendeinWt- sichf. Er schreik h'eiscr.- Jim:"Äutos Wo ist eip Aüto?-- Auto!- Jlr.'2O7, Stile 5 Dienstag, 17. November 1036 WksEtsckaft wU Del 1 Streik In Grünwald vor der Beilesung Wie„Der Textilarbeiter" meldet, ist cs den Bemühungen der freien Gewerkschaften und der verständnisvollen Unterstützung der Zentralbe- Hörden, insbesondere des. Fürsorgeministeriums, gelungen, den Mautner-Koiizern zu weiteren Verhandlungen in dem Grünwalder itonflikt zu bewegen. Diese Verhandlungen fanden am 12. Noveinber unter dem Vorsitz des Bezirkshaupt- inannü Dr."Schorf in Gablonz bei der Bezirksbehörde statt.. Nachdem bereits früher ein Einvernehmen über eine Reihe strittiger Fragen hatte erzielt werden können, war es i,t der letzten Sitzung möglich, auch die letzten Differenzen bei- zülegcn. Es gelang-den Gewerkschaften, den von der Firma geforderten Abbau der Tariflöhne um zehn Prozent a b z u wehren und der Belegschaft einen Urlaubsanspruch für 1036/87 zu sicher n. Die Wiederaufnahme des Betriebs in Grünwald hängt nur noch von der Erledigung einer Eingabe der Firma beim Eisenbahnministerium ab. Da die Erledigung in den nächsten Tagen erfolgen dürfte, kann mit der Wiederaufnahme der Arbeit nach nunmehr 22 Woche» gerechnet werden, tvcnn die Arbeiterschaft in der für Samstag einberusencn Tagung dem Ber- handlungscrgebnis zustimnit. Vor der Entscheidung über die Margarine In den nächsten Tagen werden Verhandlungen über die Margarine-Versorgung stattsinden, welche die Entscheidung über diese wichtigen Fragen zu bringen haben. Wir haben über den von der sozialdemokratischen Partei vertretenenStand- punkt zu toicdcrhotzcnmale» berichtet und andererseits vermerkt, welche Forderungen von agrarischer Seite erhoben werden. lieber die bevor- stthende Regelung kursieren verschiedene Gerüchte, darunter das Sonntag von- den.SL. 31." registrierte, wonach die Einigung in der Form zu- standegekommen sein soll, daß das Zusatzkontin- gcnt bestimmt, der Anteil der billigeren Sorten auf 60 Prozent gesteigert, gleichzeitig aber der Preis um 60 bis 66 Heller per Kilogramm je nach der Qualität erhöht worden wäre. Die Agrarier hätten ihre Zustimmung dazu von der Erfüllung gewisser Forderungen des Viehshndikats und von der Verpflichtung der Margarineproduzenten abhängig gemacht, ein größeres Quantum einheimischer Llhglsig^'Kgtvcu.W her, Erzeugung zu vertuenden. Diese Meldungen stutze» sich nicht aus Tatsachen, denn Beschlüsse wurden über die strittigen Fragen bisher nicht gefaßt. Zu dem vor einigen Tagen vom Mbg. Brdltk vorgebrachtcn„Plan" schreibt die„Konsum- genpssenschaft" u. a«:. Hat sich der Herr Professor auch Gedanken darüber gemacht,. was die Durchführung seines Wunsches für die Verbrauchet bedeutet und welche Verbraucherschichten davon bettoffen würden? Sollte der Herr Professor nicht wissen, wer in unserem Laitde Margarine" und Kunstfett konsumiert? Es sind dies die ärmsten Schichten der Bevölkerung, die kleinen Bauern und die Häusler, zu einem Teil auch die Mittelschichten. Margarine konsumieren aber nicht die vermögenden Klassen, mit- Ausnahme der Herren Großgrundbesitzer, die wohl nicht für den eigenen" Tisch", aber für die Küche ihrer Arbeiterschaft ganz gelviß lieber die billigere Margarine anstatt Hutter verwenden. Die Margarinesteuer würde also ausschließlich und in einein ganz unerhörten Ausmaße die ärmsten Menschen treffen. Und wer verbraucht den Zucker? Die kaufkräftigen, Klasse», die Mittel« schichten und nur zu einem verhältnismäßig geringen Teile die breite«» Verbrauchermassen uird die Arbeitslosen, die" auch nach einer Preisermäßigung von 1 KL nicht imstande sein werden, den Zlickerkonsuin in erwähnenswertem Ausmaße dann nicht zu steigern, wenn sie für den vielfach größeren Margarinebedarf um 6 Kö per Kilogramm mehr auSgeben müssen, Auch wir fordern, i und schon lange vor dein Herrn Prof, Brdltk— Dnh es ist uns sehr ernst um dies« Forderung— eine Zuckerpreisermäßigung um 1 UL, aber in erster Linie aus den großen Profiten der Zucker- industric, die heute zum größten Teil in-großagrarischen Händel« ist, " Wir schätzen den Mnrgarineverbrauch, der durch.unsere Ronsumgenossenschgften versorgten Verbraucherfmntlsen auf 700 Waggons im Jahre. Ginge es nach den Wünschen Dr, BrdlikS, dann sollten diese Familien für die Margarine insge- samt 86 Millionen" UL mehr bezahlen.-. Den Zuckerverbrauch unserer'Konsumgenossenschaften schätzen wir mit 1360'bis 1400 Waggons. Bei Herabsetzung! des Zuckerpreises um 1 Ui ergäbe sich eine Ersparnis von 18% bis 14 Millionen UL(Immer nur die Mitglieder unserer Konsum« genosscnschasten berücksichtigt.) Die Durchführung des„Vorschlages" des Herrn Professors Brdltk würde unseren Mttgllederfatntlien weit über SO Millionen UL kosten. Aber!, die wohlhabendere» Schichten, die nicht auf die Margarine angewiesen sind,' wohl aber viel Zucker verbrauchen könsicn, würden Hunderte von Millionen UL ersparen. Die arbeitende Verbraucherschaft lehnt den wahnwitzigen Vorschlag, dieses neue" Attentat der großagrarischen Großkapitalisten, mit. aller Deutlichkeit und. mit aller Entschiedenheit ab. Dieser„Vorschlag" darf nicht einmal Gegenstand einer ernstlichen Diskussion sein. Die Verbraucher fordern, daß endlich einmal Verbraucherpolitik gemacht wird. In einem ausführlichen Artikel befassen sich die„L. N." mit der Margarineversorgung und schreiben dabei über das Interesse, welches die Bevölkerung in den deutschen Notstandsgebieten an der Kunstfettvcrsorgung hat:" Die" Kunstsette sind zwar das Fett der Armen im ganzen Staate — und es kaufen sie auch die Kleinlandwirte, welche ihre Butter zu verkaufen trachten und sich mit einem mindcrivertigeren Fettstoff begnügen — aber am meisten bedürfen Ihrer die Notstandsgebiete, die von der Krise am stärksten betroffenen, und das sind gerade die deutschen Industriebezirke. Die deutschen Konsumgenosienschaften sind schon heute ohne Vorräte oder am Rand ihrer Vorräte.— Der Artikel lammt zu dem Schluß, daß die beste Lösung die Aufhebung der Margarinekontingentierung Iväre. Der Index der Großhandelspreise ist von 704 Punklen im Oktober auf 716 im November gestiegen(1.6%). Der Gruppeninder der Nahrung»- und Aenußmiticl stieg von 700 im September auf 706 im Oktober, gleichfalls stieg der Gcsamtinder der NahrungS«, Genuß- und Futtermittel von 270 aui 280, so daß sich der Gesanitindex der NahrungS-, Genuß- und Futtermittel um 1%, d. i. von 676 im Okt. auf 688 im Nov. erhöhte. Ter Index der In« dustriestosse und-Erzeugnisse stieg im Novembe» tlusiancl Zur Wiener Konferenz des römischen Blocks (Nu.) Die Wiener Konferenz stellt eine weitere Etappe jener„neuen" italienischen Politik dar, die mit dem deutsch-italienischen Abkommen vom Oktober ihren Ausgang nahin und in der Mailänder Rede des Duce ihre Fortsetzung gefunden hat. Rian kann heute bereits mit einiger Sicherheit die G rundlinien des Berliner-Berchtesgadener Abkommens zwischen Hitler und Ciano feststellen. Hitler soll sich,»lach glaubwürdigen italienischen Jn- formatioiicn, verpflichtet haben« sich von jeder Cin- "mischvng in die österreichische Innenpolitik zü-enthalten. Ferner hat Berlin Italien«inen überragenden wirtschaftlichen Einfluß in Oesterreich und Ungarn eingeräumt und auch die Stärkung des politischen Einflusses Italiens in Budapest anerkannt. Dagegen hat Rom sich verpflichtet, nichts gegen die Erweiterung des deutschen wirr- schastlichen Einflußes auf dem Balkan zu unternehmen. Aus dieser Darlegung kann man bereits ersehen, daß das Abkommen Hitler—Ciano eigentlich nichts Positives enthält; cs ist auch in Wirklichkeit nichts anderes als ein Versuch, die beiderseitigen Interessen vorläufig abzugrenzen, ohne irgendeiner grundsätzlichen Lösung vorzugreifen. Tatsache ist, daß Mussolini die Berliner Außenpolitik mit dtm allergrößten Mißtrauen betrachtet. In Rom möchte man Deutschland zum Druck mif die Westmächte und insbesondere ü»f England auSnuhen, gleichzeitig wünscht Mussolini einen Block der zentraleuropäischen und der balkanischen Mächte zu schassen, der der Berliner Expansion in Mitteleuropa und auf dem Balkan eißcn Riege» borschieben könnte. ES ivird nun hartnäckig behauptet, daß noch vor einigen Monaten Mussolini geneigt tvar, die Tschechoslowakei mit Oesterreich zu einem Block zusammenzuschweißen, der mehr oder minder eine Spitze gegen Berlin haben gegenüber Oktober um 2%, von 734 Punkten aus 740 Punkten. Die Gruppe der. p-f lanz- tichen ist ahrun-gS mittel weift ein unbedeutendes Steigen bei Gerste, Hafer, Graupen, Erbsen und Mais auS; eine bedeutende Verteuerung zeigt sich bei Kartoffeln um 23.6% und bei Reis (8X), In der Gruppe dertierischen Nahrungsmittel verbilligt« sich Rindfleisch um 5%. insbesondere Schöpsenfleisch um 20 X, geräucherter Schinken um 6.7 X, inländische» Schweinefett um 2.1% und Butler um 0X. Demgegenüber verteuerte sich Schweinefleisch um 1.1 X, Kalbfleisch 6,6%, ausländische Schweinefette um 8.6X und Eier um 18.8 X. Von den übrigen Nahrung»» und Gcnußmitteln stiegen um 8 bi» 6% die Preise von Kaffee, Kakao, Tee.und Malz. In der Gruppe de» Metalle verbilligten sich die Halbsertig- und Fertigwaren au» Eisen, weiter» Zinn. Bedeutend verteuerte sich Kupfer und etwa» stiegen auch di- Preise von Blei und Zink. In der Gruppe der Textilien verzeichnen wir gleichfalls ein merkliche» Steigen der Preise von 12 bi» 20 X. n. zw. namentlich bei den eingesührten Rohstoffen(Baumwolle, Lberseeische Schafwolle, Seide und Jute); Baumwollgarn verteuerte sich um 11.6%. Wa» d«e sonstigen Industriestoffe uns -Erzeugnisse anbelangt, verteuerten: Rohleder und gegerbtes Leder, Petroleum, Leinöl und besonder» Holz, namentlich Weichholz; doch auch hartes Rundholz verzeichnet einen Preisaufstieg. Vlerzig*Stunden-Wocfie in der franziislschen Textilindustrie und im Baugewerbe Lille. Der französische Arbeitsminister erklärte auf einer sozialistischen Versammlung in Lille, daß er in der Sitzung de» Ministcrratcs einen Gesetzentivurf Uber die Einführung der 40- stündigen Arbeitswoche im Baugewerbe und in der Textilindustrie vorlegen werde. sollte. Seit dem Berliner Besuch des Grafen Ciano haben sich jedoch die Pläne des Duce gründlich gewandelt. Vielleicht handelt eö sich hier »im einen Einfluß von Berlin. Tatsache aber ist, daß Mussolini gegenwärtig statt auf die tschechoslowakische, auf die ungarische Karte setzt. Maa möchte jedoch in Rom Ungarn vor allem endgültig aus dem Berliner Machtbereich ziehen uitd man glaubt dort, daß der Abgang von Gömbös in dieses Hinsicht in Budapest eine günstig.' Atmosphäre geschaffen habe. Andererseits hat man in Rom auch das Verhältnis zu Jugoslawien einer grundlegenden Revision unterzogen. Mussolini versteht jedoch, daß eine Entente zwischen Rom und Belgrad erst dann Wirklichkei» werden könnte, ivenn Jugoslawien sich auf irgendwelcher Grundlage mit Ungarn eiiiigen könnte-. Man versucht nun In Rom alles iN"ögllchc',"üm einer solchen Einigung den Weg zu bahnen. In Wien wurde nun zweifellos über alle diese feingesponnenen Pläne des Duce verhandelt. Es ist aber sehr fraglich, ob diese Pläne je verwirklicht werden. Denn solange die Kleine Entenie besteht, ist eine Annäherung zivischen Belgrad und Budapest unmöglich.'Ohne diese Annäherung bleibt jedoch die neue"erweiterte Blockbildung unter römischer Führung bloß auf dem Papier Ein Kaiser.„Dreh". Der„Matin" bringt einen Bericht seines römischen Sonderberichterstatters, der nach als ganz verläßlich bezeichneten Informationen erklärt, daß die italienische Regierung für die KrönUiig Viktor Emanuels III. zum Kaiser eine sehr Interessante Entscheidung vorbereite. Viktor Emanuel III. werde nur zum Kaiser von Italien und nicht zum Kaiser von Italien und Abessinien gekrönt werden. Dieser Beschluß soll sämtliche diplomatische Schwie- rigkeitcn beseitigen, auf die die Anerkennung der italienischen Entwicklung, in Abessinien.stößt,, insbesondere, wie bekannt, die Besetzung de» Postens des französischen Botschafters beim OuiriNal. Für diesen Beschluß müßte eine Verfassungsänderung vorgenommen lverden. Dem genannten Bericht zufolge werde sich der Große Faschistenrat bereits in seiner nächsten Sitzung mit den entsprechenden Maßnahmen befassen. MX Zz/äscfit auch in'lcältem Wasser Y„Ein Rucksack Ist mein ganzes Gepäck 1" Aber In diesem Rucksack Ist Lux und mit Lux Ist eile*' rasch wieder sauber, sodab Ich nicht viel fische mitnehmen muh. Lux sdilumt Ja auch in kaltem Wasser und kaltes Wasser gibt es überall— darum Ist Lux so wunderbar auf Reisen und Touren. Rauchen und doch blendend weiße Zähne! Der mißfarbige Zahnbelag, der bei starkem Rauchen leicht entsteht und nach und nach den Zahnschmelz angreist, kann aus die einsachste Art entfernt werden. Margtiu eit i.rstet dir Zähne gründlich mit Chlorodont pichen. Lhlorodont, die herrlich erfrischende Pfefferminz-Zahnpaste, macht durch ihre starke Reinigungskraft selbst gelb« Raucherzähne blendend weiß und entfernt den häßlichen, schädlichen Zahnbelag. AAuAe»U Mim vor dem Schlafengehen unbedingt die Speisereste aus den Zahnzwischenräumen durch nochmalige gründliche Reinigung mit Chlorodont-Zahnpaste entsernen. Chlorodont, schäumend oder nichtschäumend, beide Qualitäten sind gleich gut. t tprttnr Cblorodonl-Hanttweuer U dtt MaaAspU- gilt erbaten Alt erlHuiuAe ttlrkunq Ate regel mA Aign tabu- uA Uunüpllege ult Cblotodont. Etwas für Raucher Raucher sind selten zufrieden(natürlich besonders daun nicht, wenn sie nicht» zu rauchen haben). Die Tabakregie gehört wohl mit zu jenen Unternch- mungen, die die meisten Beschwerden erhalten) Es darf aber wohl festgestellt werden, daß die General« direttion der Tschechosloivakischen Tabakregie in der letzten Zeit alles mögliche versucht, um die Raucher mehr als bisher zufriedcuzustellen. Und auf einen Erfolg kann sie jedenfalls schon himveisen: der T a b a I k o n s u m ist seit dem Vorjahr wieder i. i »teigen begriffen; das Jahr 1086 dürfte nach den bisher vorliegenden Ziffern um mindestens zlvan- zig Millionen Xi mehr Einnahmen ergeben als das Jahr 1086— eine Erscheinung, die gewiß auch auf die allgemeine leichte wirtschaftliche Besserung zurückzuführen ist. Aber die Tschechoslowakische Tabakregie ist auch daran, sich iminer mehr zu modernisieren. Schon sind etliche Zigarren- und Zigarettensorten im Umlauf, die dem Raucher in schmucker Verpackung dargeboten werden. In diesem Punkte stand die Tschechosiowakei lange genug anderen Ländern mit Tabakmonopol nach. Nun aber regen auch bei uns saubere, einfach«, farbenfroh bebilderte, gefällige, wenn auch schlichte Schächtelchen zum Kaufe an. Zu Weihnachten lverden ein paar besonder» hübsche Packungen aufgelegt werden. Uebri- gen» wird demnächst auch die„Aegyptische" eine neue, sehr nette und feste Kartonverpackung erhalten. Bergleichsziffern etwa aus Frankreich oder aus Oesterreich zeigen, daß die Tschechoslowakische Tabakregie durchaus auf der Höhe ist. Ihre etwa 7000 Arbeiterinnen und 2000 Arbeitet- haben, im Jahre 1086 die Kleinigkeit von fast elf Milliarde» Zigaretten, an 160 Millionen Zigarren, mehr al» 600.000 Kilogramm Zigarettentabak, sieben Mil. lioncn Kilogramm Pfeifentabak und 44.400 Kilogramm Schnupftabak hergestellt. Da» heurige Jahr lehrt, daß die Zahl der Zigarettenrauchen zuungunsten der Zigarre noch immer im Steigen begriffen ist. Sehr bedeutend ist auch der Anteil heimischer Tabakpflanzen, der sloivakischen und kapathorussi- schen, die allerdings hauptsächlich nur für die Pfeifentabake verwendet werden. Was die Zigaretten anlangt, so werden einheimische Tabake nur für die billigsten Zigaretten verwendet, vor allem für die „Zora", zum geringen Teile auch für die„Vlasta" und„Dagmar". Alle übrigen tschechosloivakischen Zigaretten und sämtlich« tschechoslowakischen Zigarren werden ausschließlich au» ausländischen Tabaken hergestellt.(Da» gilt auch für die neue„Letka", die ganz zu Unrecht im„Gerüche" steht, au» slolvaki» schein Tabak hergestellt zu sein.) Bemerkenswert ist, daß die Generaldirektion der Tabakregie in jüngster Zeit erhöhtes Augenmerk auch der Art der Verkaufes ihrer Erzeugnisse widmet, den sie modernisieren und mehr al» bisher nach allgemein kaufmännischen Gesichtspunkten organisieren will. Die Tabakregie verkennt nicht die soziale Bedeutung der Trafikvergaben an Kriegsinvalide, Kriegswitwen und an deren höchftbedürf- tige Menschen. Die sind wahrhaftig nicht daran schuld, wenn ihrer— zu viele sind. In der Tschechoslowakei gibt es ungefähr 86.000 Trafikanten— eine stattliche Zahl, besonders wenn nian sie mit Ziffern de» Ausland» vergleicht, etiva mit dem großen Frankreich, da» nicht mehr als rund 48.000 Trafiken besitzt. Die Modernisierungsbestrebungen der Tschechoslowakischen Tabakregie erstrecken sich nicht nur auch auf Reklame, Propaganda, auf Kauf neuer Maschinen sowohl für di« Tabak-Erzeugung selber al» auch kür Verpackung, Bebilderung und Ausdruck, sonder»» auch sozusagen ans die bessere Erfassung upd Ausnützung der Rauchgelegenheiten. Da» Rauchverbot beispielsweise auf der Prager Straßenbahn ist der Tabakregie ein Dom tm Auge, den sie wenigsten» zum Teil beseitigen möchte. Wa» insbesondere die Richtmucher al» hygienischen Fortschritt ansehen, ist In den Augen der Tabak-Geschäftsleute eine Schädigung und sie sucht da nach einem Kompromiß; daneben zeigt fit verständliches Interesse für die Einrichtung von Raucherräumen in Theater» und Kino». So lange die Zigarette von einem Teil der Menschheit geliebt wird, wird ihm der andere Teil, der zweifellos da» Interesse der Volksgesundheit, mehr im Auge hat, Zugeständnisse machen mUsst». Stile 0 „Sozialdemokrat*. Statttag, 17. Rodelnder 1030. Ar. 267 Der Eisenbahnbetrieb bei der Fliegerabwehr. Übung am Freitag wird normal fungieren. Die Rci- senden werden aber darauf ausmerksmn gemacht, sich rechtzeitig auf dem Bahnhof einzufinden, bzw. die Abfahrt von drangen nach Prag entsprechend ein« znrichtcn, das, sie nicht in die kritische Zeit der Vcr« kehrssperre auf den Prager.Strafen hineingera« tcn. Die Bahnhöfe sollen nicht alb Zufluchtsstätte ausgesucht werden, ebenso nicht Eiscnbahnviadukte etc. Soweit es der Betrieb znlntzt, werden die Aahnbofsaplagcn verdunkelt sei». DaS Publikum tvird daher beim AuS« und Einsteigen, bzw. beim Ucberschreitett der Geleise änderst vorsichtig sein. In den Zügen ist cS auch verboten, tvährend der Aerdunkelnng die Borhänge hinanfzulasse», die Stärke des Lichtes in den Waggons zu ändern oder eigene BcleuchtungSmittel zu verwenden: Letzteres Bcrbot gilt natürlich apch für den Aufenthalt in den Stationen. A^titalirnische Geige gestohlen. Sonntag nachmittags drang ein unbekannter Täter in die Wohnung des Banlbeamtc» Hans Lichtwib, Prag XII, Kronenftratze 78, ein und entlvcndete eine alte italienische Gragnani-Acige in schwarzem Futteral im Werte von 10.000 Kc. einen schwarzen Damen- und kurzen, schwarzen Herrenpelz, einen braunen Damenmäntel, zwöls Silberbestcckc mit dem'Monogramm M. L., sechs weitere grotze Silberbestecke mit dem gleichen Aionogramm, zwölf silberne Kaffeelöffel mit dem Monogramm A. H. K., sechs kleine goldene Löffel, zwei silberne Salzfätzchen, ferner Boubonkörb- chen, Zuckerzangen, Silberteller, eine eiserne Kassette mit vier vinkulicrten Einlagsbücher» und 1000 Xi in bar, eine kleine Perlenschnur, einen SafeSschlüssel mit Legitimation, einen Damenregenschirm und eine» protzen, hellbraunen Vulkanlosfer im AuSmatze von 80 mal 00 Zentimeter. Der Gcsaintschaden beträgt 88.000 Xi. Bor Ankauf der Gegenstände wird ge- tvarnt, nach dem Täter wird geforscht. Matter»nd Pflegetochter gaSvergiftet. Gestern nachmittag bemerkte die Besitzerin des Hauses Nr. 218 in Smicholv, datz aus der im ersten Stock gelegenen Wohnung, die die 80jährige Witwe Elisabeth Rameö und deren 11jährige Pflegetochter Olga Vrba bewohnt, Gas ausströmte und verständigte deshalb die Feuertvehr. Diese fand, zusammen mit der gleichzeitig eingetroffenen RettungSgesellschaft, die beiden betvutziloS auf ihren Betten. Eie wurden ins allgemeine Krankenhaus gebracht. Das GaS Ivar infolge mangelhafter LeitungSröhren ans dec benachbarten Gietzcrei in die Wohnung gedrungen. Zusammenftofi. In der Podkbrader Etratze in Klpubitin lief gestern vormittags deut 80jährigen Chauffeur Karl Ktijsek aus Whsotschan die 28jährige Frau Emilie des Postbeamten Sixt in den Weg. wurde zu Boden geworfen und erlitt einen Bruch des linken Beins sowie innere Verletzungen. Der Chauffeur, der aber noch im letzten Augenblick versucht hatte, auSzuweichen. stieb hiebei überdies noch itiit dem Lastauto P—10.299-des 88jährigen Kar! Petr aus Zijfkov zusammen, das er zertrümmerte. Sein eigenes Auto wurde ebenfalls stark bcschödtgt. Die Sixt wurde ins Krankenhaus auf der Bulovla gebracht, dem Kkifsck der Führerschein entzogen. Lehrling überfahren. Der 17jährige Fleischerlehrling Josef Koimid aus Smicholv wurde gestern früh In der Bahnhofstratze in Smichow, da er kein Zeichen gegeben hatte, vom Personenauto P—20.722 des 80jährigen Chauffeurs Jan HavliLek aus Radotin vom Rade geworfen und erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung des Rückgrates. Er wurde auf die Klinik Jirüsck gebracht. Richt ab-«nd aufspringeu! Sonntag sprang das 22jährige Dienstmädchen Anna Biäha in Dejwib von einem fahrenden Etratzenbahnwagen der 11er Linie ab, stürzte und mutzte mit einer Gehirnerschütterung und einer Ritztvunde auf die Klinik Schlosser gebracht werde».— Gestern früh wollte die 28jährige Krankenschwester Marie Vondräkck aus Prag-Wein- berge in der Fochstratze auf einen fahrenden Iler- Wagen ausspringe», glitt ab und brach vier Rückenwirbel. Sie wurde von ihrem Mann int Auto ins Smichower Sanatorium gebracht, doch scheinen ihre Verletzungen tödlich zu sein. Prager Rekordzahl an lokalen Telephongcsprä- chen. In diesen Tagen wird in Prag die Zahl von 80.000 Tclcphonstationcn erreicht, die zum aller- grötztcn Teil an die autonmtische Zentrale ange- schlossen sind. Ende des Jahres dürften, da jetzt täglich 80 bis 40 neue Stationen aus der Propa- gandaaktion fcrtiggestellt werden, die ansehnliche Zahl von 10.000 Telephonen erreicht sein. Auch die Zahl der Gespräche nimmt erheblich zu. Heuer wurden in Prag im Oktober 8,170.787 Lokal- Gespräche gezählt, eine Zahl, die überhaupt noch niemals erreicht wurde und die um 11 Prozent höher liegt als im Oktober des Vorjahres. Terroranklage gegen Aerzteverbands-Funkllon&re Prag.—rb— Unter der tschechischen Aerzte- schäft kam eS vor einiger Zeit zu scharsen Meinungsverschiedenheiten. Nach einem Abkommen der tschechischen Berufsorganisation„Jednota Lsl. lö- k a b il" mit den verschiedenen Krankenversicherungsanstalten können in deren Dienste» nur Mitglieder der.„Jednota" beschäftigt sein. Ein ähnliches Abkommen besteht auch mit dem deutschen Verband der Aerztcveremc. In der„Jednota" entstand nun eine Opposition, die damit unzufrieden war, datz der Vorstand dieser Organisation Superrevisionen der schon von de» KrankcnversicherungSanstalten revidierten Honorarrechnungen. ihrer Mitglieder einführte, wo-, bei angeblich Abstriche an den Honoraren vorgenom- men und drei bis fünf Prozent des revidierten Honorarbetrages zugunsten dir OrganisatjonSkasse in Abzug gebracht wurden. Diese Opposition organisierte sich in dem ,jBerein zu.r Vertretung derRechteundJnteressenderAerzte" lSpolek pro häjcni Prä» a zajmü likakü), der sich zunächst im Rahmen der„Jednota" betätigte, später aber zur Wahl in die Aerztekammer eine selbständige Kandidatenliste aufstellte. Die„Jednota" antwortete mit einem Bcschlutz, nach welchem die Mitgliedschaft in dem oppositionellen Verein für unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der„Jednota" erklärt wurde. Durch Rundschreiben wurden die Mitglieder des Vereines aufgefordcrt. ans diesem auS- zutrcten und die von dieser Opposition auf ihre Wahlliste Gesetzten dazu, verhalten, ihre Kandidaturen niederzulegen. Ein Teil kam dieser Aufforderung nach, ein anderer Teil entschlotz sich zu schar- scm Vorgehen und erstattete gegen die Funktionäre der„Jednota" Dr. Malik und Dr. Z ä h o r die Anklage wegen dcrllerbertretunanachdem T er.ro rg e s etz, mit der Begründung, datz durch den AnSschlutz aus der„Jednota" jede Krankenkas» seupraxir der Betroffenen unmöglich gemacht sei, waS heute eine existenzielle Bedrohung bedeute. Ein solches Vorgehen gegen die Mitglieder eines Vereines, dessen Statuten behördlich genehmigt wurden, erfülle den Tatbestand der eingeklagten Uevertrctung. Bor etwa einem Monat verhandelte dar Bezirksgericht diesen Fall, sprach indessen die angcklagten Funktionäre frei, da sie lediglich einen Auftrag ihrer Organisation auSgeführt hätten. Auf Berufung des staatsanwaltschaftlichen Funktionärs be- fatzte sich gestern der Berufungssenat des KrcisgerichteS mit dieser Angelegenheit und bestätigte nach dnrchgcfvhrtcr Verhandlung vollinhaltlich daS erstinstanzliche Urteil. „Die lustigen Weiber von Windsor 11 Otto Nicolais letzte Opernschöpfung, gelangten am Sonntag im Deutschen Theater neuinszeniert und neueinstudiert zur Auf, führung. Diese Oper gilt als eine der besten komischen Opern der neueren Operngeschichte. Wäre nicht Giuseppe Verdis genialer„Falstaff" gekommen, der wie Nicolais„Luftige Weiber" das gleiche Shakespearsche Lustspiel als textliche Grundlage be, nützt, so wäre die Oper Nicolais heute noch weit mehr begehrt. Wer cs ist gerade interessant, sie als richtige ältere Nummernoper neben dem durchkom- ponicrtcn, im glänzendsten musikalischen Lustspielton gehaltenen Verdischcn„Falstaff" zu hören. Inter, cssant ist diese Oper Nicolais aber auch deswegen, weil sie ihres Meisters erstes und einziges deutsches Opernwert ist, während alle seine früheren Opern italienische Werke sind, so italienisch geartete, däh die Italiener ihren Schöpfer für ihren Landsmann hielten. Jtalienffch geartet ist auch manches in den „Lustigen Weibern", die Flüstigkeit der melodischen Führung der Singstimmen vor allem und die Anmut und Leichtigkeit der musikalischen Konzeption. Durchaus deutsch dagegen ist diese Oper in ihren starken romantischen Elementen, in der Gefühlsstärke und Wärme ihres musikalischen Ausdruckes und in ihrer volkstümlichen melodischen Gestaltung. Datz sie eines wirklichen Meisters Hand schuf, beweisen ihre grobartig geführten und aufgebauten, nie die Handlung hemmenden Ensembles und ihre geistreiche, an köstlichen Einfälle reiche Instrumentation. Und trotz allem, trotz aller Einzelschönheiten konnte man der sonntägigen Neuaufführung'der Oper nicht ganz froh werden. ES fohlte an reichlichem Humor und an der richtigen heiteren und leichten Stimmung. Ob uns das Werk selbst nicht mehr so viel zu sagen hat wie einst und nicht mehr so stimmungskräftig ist? Oder ob auch seine Wiedergabe mitschuldig war an seiner geringeren Wirkung? Kapellmeister Fritz Zweig hatte die Oper mit viel Liebe cinstndiert, so datz man einer recht ordentlichen Aufführung des Werkes zuteil wurde. Wer die Dynamik hätte seiner, die Rhythmik noch straffer sein können. Renato M o r d o s Regie hatte insbesondere für Lebendigkeit der Szene und entsprechendes Spicltempo gesorgt. Zwcckmätzig, wenn auch nicht immer illusionsvollkommen waren die neuen Bühnenbilder von Frank Schultes; ein unnatür» Prager Konzertsaal Die Hochkonjunktur in den Prager Konzertsä- lcn dauert weiter an. Schon wiederholen stch die Fälle von zwei oder gar mchrxrcn gleichzeitigen K'onzcrtveranstaltungen an einem Wend. DaS interessanteste Konzert der Berichtszeit war eine musikalische T o t e» f e i e r für die gefallenen t s ch e- ch o s l o w akischen Flieger am Allerseelentage. Das Programm, dem man das Motto„Ein musikalisches Denkmal unseren Fliegern" vorange- stcllt hatte, enthielt in'der Hauptsache Kompositionen, die auf das Fliegeklcben oder auf das Reich der Flieger, den Aether, Bezug haben, wie etwa Camille Saint-SacnS symphonische Dichtung„Phaeton", Jaroslav Kkiökas Marsch für Kinderorchester und Chor„Euch, Flieger, euchl", Henri DuparcS stnnphonisches Gedicht„Zu den Sternen" und Bo- leslav Vomäikas Männerchor„Aeroplan". Am die künstlerische Durchführung des Programmes der Feier machten sich vor allem das O r ch e st e r des Tschechischen S t a a t S k o n s e r v a t o r i u m S unter der straffen Leitung Professor Paul D i b e« Leks, der tschechische Mannerchor„Smetana" unter der Führung seines genialen Dirigenten Professor Franz S p i l k aund ein Kinde r ch o r tschechischer Mittelschüler(Chormeister P l a v e c) verdient. Der besonder« Chgrakter dieser Flieger-Feiex. hätte allerdings eine gröbere Anteilnahme dks Publikums verdient als ihr zuteil wurde. Die künstlerischen Mittler der Vortragsfolge der sechsten Ausführung des Deutschen Kammer- licher Mond im letzten Bilde, stört« ebenso wie die Dürftigkeit der Wohnhäuser der reichen Bürger Fluth und Reich. Die gesanasolistischen Leistungen deS Opernabends Waren ungleichmätzig. Herrn Gutmanns Falstaff imponierte stimmlich, war aber in der Darstellung doch etwas gar zu viel aufgetragen. Auch Frau Book als Frau Fluch befriedigte gesanglich mehr als schauspielerisch. Eine gesanglich ungemein kultivierte Jungfer Anna dankte man FrI. H e n d e r S, einen stimmlich und darstellerisch sehr sympathischen Fenton Herrn P r e g e r. Gesanglich und darstellerisch ausgezeichnet tvarcn auch Fr. K i n d e r m a n n als Frau Reich und Hagen als Herr Fluth. In kleineren Rollen wirkte» noch die Herren Andersen, Göllnitz und Hey verdienstlich mit. Das Theater war gut besucht, der Beifall sehr freundlich. E. I. Spirlplan des Reiten Deutschen Theaters. Dienstag 7%: S ch n e i d e r i m Schloh, A1. — Mittwoch 7% rDielu st igen Weiber von Windsor, B2.— Donnerstag 7%: Fröhlichdrehen w i r uns im Kreise, C 2.— Freitag 7sh: D i e R e i t e r p a t r o u i I l e. D.— Samstag 7U:AxeIanderHimmelr- tü r, Erstaufführung, AI.— Sonntag 2 sh: Lum. pacivagabuuduS, Arbeitervorstellung, 7%: Der Roseukavalier, B 1. Spirlplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: G e- falle neEngel, Bankbeamte l u. freier Verlauf. — Mittwoch 8: DasHerz, BankbeamteIIu.freier Verkauf.— Donnerstag 74b: Der Jllufio- nist, neuinszeniert.— Freitag 8: Gefallene Engel, Theatergemeinde der Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Der Illusionist.— Sonntag 8: Menschenaufder Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. 8: Salz- burg ausverkauft. Sport• Spiel■ JCorpirp|fege- Die Liga-Meisterschaft brachte als Aeberraschung das Unentschieden, das Sparta auf eigenem Platze gegen SK Pilsen mit 2:2(1:2) erzielte. Die Pilsener toaren diesmal den Platzbesitzern nicht nur ein gleichwerftger, sondern in vielen Momenten auch ein überlegener Gegner und nur das Schutzpcch ihrer Stürmer— ein Glück für Sparta— versagte den erreichbaren Sieg. Slavia hatte in Pilsen mit der Viktoria nur eine Halbzeit schwere Arbeit, um dann 6:1(1:1) zu siege». Bei Slavia war der Sturm in gnter Verfassung, während er bei Viktoria ein Versager war. In Kladno schlug der SK mit 6:0(4:0) Rusj Ujshorod. Bei den Gästen versagte der Tormann. SK Nachod konnte daheim-Viktoria ZiZkov mit 8:0(1:0) verdient schlagen. Eine weitere empfindliche Niederlage holt« sich Zidenice. noch dazu auf Brünner Boden; es verhör gegen SK Protznitz 0:6(0:8). Die Protz- nitzer waren in allen Belangen überlegen und siegten verdient, während die Brünner zur Gänze versagten. Nach Seitenwechsel wurde das Spiel hart; es'gab einige Verletzte und den Ausfchlutz eines Protznihers. In P r e b b u r g wurde auch der zweite Brünner Klub— Mor. Slavia— vom dortigen CSK mit 1:3(0:0) besiegt. WskwsA'ErruÄrer. reiner Wsk» 'Mals-Zuctat ist der Köstliche Inhalfi jedes Körnchens' Keiner/ NUS neun Spielen kam derDFK Komata«, dec daheim die Prager Sportbrüder mit 6:8 (8:1) schlug. Sonstige Fuhbnllergebnissc. B.-BudweiS: DFC gegen AC Stadion 1:2.— Brüx: Sportbrüder gegen DFK Aussig 8:2.— Saaz: DSV gegen DSV Postelbcrg 4:1.— M.- Sch o«berg: SK gegen AFK M.-Sternberg 18:1.— Tro.ppau: Jagerndorfcr SV gegen DSB 8:2.— Budapest: PhübuS gegen KiSpest 8:2, 8. Bezirk gegen Sorok» sar 2:0.— Wien: Austria gegen Fav. AC 7:1, Rapid gegen Liberias 6:8, Admira gegen Wacker 8:8 (8:1), Vienna gegen Flor. AC 2:2(2:1), FC Wien gegen Hakoah 1:0. Sportklub gegen Postsport 8:1. — Paris: Budapest gegen Paris 1:2(0:1).— Lille: Stadttcam gegen Sunderland(England) 6:1(2:0)1— Marseille: Belgrad gegen Südfrankreich 6:4(8:8).— Berlin: Italien gegen Deutschland 2:2(1:2). Dir tschechischen Divisionsmeisterschaften. Mittelböhmen: Ccchie Karlin geaenMeteor VIII 6:0. Sparta Koötk gegen Libeü 4:3(1:8), Union ZiZkov gegen ÄohcmianS 1:1(1:0), Viktoria Nusle gegen Nuselsky SK 8:0,' SK Nuffe gegen AFK Kalin 2:6, Slavoj VIII gegen Rapid 3:1, Altbunzlau gegen Sparia Kladno 2:2(1:0).— Böhmen- Land: Königinhof gegen Polaöan Nimburg 1:0, Petkin gegen Jungbunzlauer SK 6:8, Slavia Karlsbad gegen Kopisty"2:2(1:0), Königgräh gegen Ex- plosia Semtin 1:0. CSK. B.-BudwciS kam durch Absage von Rakonitz zu einem billigen Erfolg. R a- konitz befindet sich in sehr schlechten ftnan« ziellen Verhältnissen und will'in der Division nicht mehr weiterspielen.— Mähren- Schlesien: Morabia Brünn gegen Han.' Slavia 1:2, Huffowitz gegen Bata Zlin 1:2, Königsfeld geg. Polonia Karwin 2:2, Zabovkesky gegen Olmütz 1:0, Slovan M.-Ostrau gegen Schles.-Ostrau 4:0. Die tschechoslowakische Waldlaufmeisterschaft wurde bei Prag nur zum Teil ausgetragcn. Der Männcrbewerb wurde nämlich Infolge Zusammenstützen zwischen Registrierten und Nichtregistrtertett annulliert und soll wiederholt werden. Bei den Frauen siegte über die 3500 Meter lange Strecke Herzanovä in 20:12.6 Min. Neuer tschechoslowakischer Schwimmrekord. Bei einem Meeting in Schreckenstein stellte die Hellas- Staffel(Bodenbach) bei den Männern über 8X60 Meter Lagen mit 1:84.1 Min. einen neuen tschechoslowakischen Rekord auf. Für Sport«nd Turnen im sranzöfischen Staatsvoranschlag für 1987 würden 26.6 Millionen Francs, das find über 86 Millionen XL, eingesetzt. Bon dieser Summe werden für Sport und Spiel 16 Millionen, sür Leibesübungen sieben Millionen, für Jugend-Sommerfürsorge zwei Millionen und 0.8 Millionen für Turninspektoren an Schulen auSgc- wiesen.- Die Spiele der DFV-Division Der Prager DFC gewann auf eigenem Platze gegen DSK Gablonz zwar mit 6:0(8:0), aber eö zeigte sich auch schon, datz die Mannschaft der Prager in ihrer Spielweise nachläht. Datz die Gablonzer, die mitunter ganz annehmbar spielten, so hoch verloren, war mehr darauf zurückzuführen, datz sie die taktische Seite dieser Spiele noch nicht beherrschen.— Der Teplitzer FK konnte in Reichenberg gegen den RFK nur ein knappes 4:8(2:2) buchen.— In Bodenbach wurde der Karlsbader FK von der SpVg mit 0:6(0:2) geschlagen.— Aber lleberraschungen sind auch die Ergehnisse der nachfolgenden Spiele: ÄSKGab- l o n z war in T e p l i tz dem VfB doch nicht so überlegen und mutzte sich niit einem 8:8(2:2) zufrieden geben, das er außerdem nur seinem Tormann zu danken, hatte. In Schrecken st ein endete die Begegnung Sportbrüder gegen W a r n s d o r f.er FK cbcnsalls 8:8(1:2). Zu seinem ersten Sieg BezirkSvercin„Arbeiterfürforgc", Prag. Genossen, tvelche bereit sind, bei den Vorbereitungen zur Weihnachts-Hilfsaktion zu helfen, werden ersucht, Mittwoch um halb 6 Uhr inS Parteiheim, Prag 11.,'Smeäka 22, zu kommen. JCindecs freunde, Ortsgruppe Prag: Freitag, den 20. No-, vember, im Partetheim(Handwerkerverein), SmeLka> 22, um halb 7 Uhr abends wichtige Ausschubsitzung.! musikvereinS waren die Künstler deS Pra- gerQuartettesder Herren Schweyda, Berger, Cerny und Beitomov, denen sich als Helfer und zweiter Bratschist Karl K a-l l i< Wada zugesellt hatte. Sie spielten drei Streich- Quintette; das von Anton Bruckner, das einzige Kanunermusikwerk des arotzen Symphonikers, das von lauterster Schönheit erfüllte C-Dur-Streich- quintett von W. R. Mozart und«in rhythmisch lebendiges erstndungsstarkes Quintett von dem Tschechen Bohuslav Marttnu. Dem Vortrag dieses Pra- ger Kammermusikensembles war insbesondere Klarheit des Klangbildes,' unbedingte Sauberkeit im spieltechnischen Sinn, verständnisvolles Zusammenspiel und hohe Musikalität nachzurühmen. Es war ein Äammermusikabend von ungetrübter Schönheit des Genusses, des auch bei der zMreichen erschienenen Zuhörerschaft entsprechenden Widerhall fand.— Einen Abend erlesener kammermusikaltscher Genüsse dankte man auch dem ausgezeichneten P rager Bläser g u i n t e t t der Herren H e r t l, Dr. SmetäLek, Riha, Prochäz k aund Bidlo, die unter ter künstlerischen Mithilfe des Pianisten Dr. Stäpan und der Herren P i v o« k a, H o- tovt) und D ole Z ä l nämttttlich moderne und modernste Werke hören ließen:' Ein Sextett von Marti nu,. eine Sonatine für Klarinette und Fagott von' Poulene und- ein heiteres Scherzo für vier Fagotte von Prokofiesf. Dieser Kammernmsikabend war übrigens di« erste Konzertveranstaltung in dem stimmungsvollen«nd> intim akustischen Saale des neuen Smetana-MlseümS.— Ein programmlich bedeutendes S y m p h o n i e k o n z e r t war je nes des Prager Deutschen Theaters r» chesters unter dem Gastdirigenten Josef G o l d- st e i n von der Warschauer Oper, eines ebenso technisch gewandten wie liebevoll seiner Aufgabe dienenden Musikers, Drei grotze Werke standen auf dem Programm: Brahmsens Vierte, Smetaüas symphonische Dichtung„Moldau" und Robert Schu». manns lebensvolles und rhythmisch blendendes A» Moll-Klavierkonzert, das die hervorragende Prager P i anist i»Alice Herz-S o mm e r mif. souveräner Technik, wundervoller Anschlagskultur und hingehendster Musikalität spielte.— Einen Sänger und Künstler von hervorragenden Qualitäten lernte man in dem Bariton i-st e n Gerhard H ü s ch von' der Berliner Staatsoper kennen, der ZUM ersten Male einen eigenen Liederabend in Prag veranstaltet hatte. Zwar ist die Stimme dies« Sängers eher spröd als wohllautend und man mutz stch erst an ihre Klangfarbe gewöhnen, aber sie'wird mit vollendeter Kunst'behandeü und ist dem Sänger in Wahrheit«in immer und unbedingt gesügigeS Instrument. Auch im vortragSästhtetischen Sinne offenbarte sich Hüsch als ein wirklich berufener Llederfänger, der den Licdinhalt restlos auszuschöpfen versteht. Mustergültig war auch daS Programm des Künstlers, das einen ZylluS' Schubertscher Lieder, eine Reihe Hugo Wolf-Lieder'(darunter-auch einige hochinteressante neuentdeckte) und-stimmungsstark« Lieder bei Finnen Äilpinen enthielt. Pro» fessor Franz L tut r, der Klaviermeisterlehrer der Deutschen Musikakademie, war dem.Sänger ein idealer, allen' seinen Vortragsabsichten Nachkommen» der Begleiter am Flügel.' 6.- I.- B e z n g S b e d i n gu n g«n: Bei Zustellung inS HauS oder bet Bezug durch die Post monatlich XL 6.—, vierteljährlich XL 48.—, halbjährig XL 96.— ganzjährig XL 192.—,— Inserate werden laut' Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen PreiSnachlatz.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur ,bei Einsendung der Rctourmarkcn.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Lele» graphendirektion mit Ermtz.Nr. 18.S00/VII/1980 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag;