Erregung In Paris „Bache für Salengro"/ Blum übernimmt das Innenministerium Paris.(Havas.) Mittwoch abends bildeten sich beim Berkaus der Sonderausgaben der Blätter der' Volksfront in verschiedenen Teilen von Paris Umzüge, di« hauptsächlich auf den Boule» vards auSriefen„Es lebe Blum, wir werden Salengro rächen", Di« verschiedensten Faktoren der Volksfront in Paris sowie aus ganz Frankreich sprechen der sozialistischen Partei z>un Verlust des Innenministers das Beileid aus und ersuchen gleichzeitig die Volksfrontregicrung, alle Maßnahmen gegen die gewerbsmäßigen Hetzer zu ergreifen. Der Vorstand der sozialistischen Partei, die VertvaltungSkonunission, hat nach der Abendsit- zuiig folgende Erklärung veröffentlicht: Salengro verlibte Selbstmord am Ende seltner Kräfte und gemartert durch eine widerliche und unverschämte Kampagne. Sie haben ihn erschlagen, ebenso wie sie I a u r Ls erschlugen. Die sichergestellte Wahrheit hat die schrecklichen Ver. leumdungcn nicht zuin Schweigen gebracht. Die sozialistische Partei beweint einen Mann, der sich Niemals seiner Pflicht entzog und der einer ihrer besten Mitarbeiter war. Mögen sich alle Arbeiter vor Augen halten: Salengro muß das letzte Opfer das Faschismus sein.- Im Auftrag des Allgewerkschaftsverbandes her Arbeit haben.die Typographen die Arbeit im Wochenblatt„Gringotre", das die Haupt« kampagne gegen Minister Salengro geführt hat .und das Freitag früh erscheinen sollte, eingestellt. Der Sozialistische„Populaire" teilt mit, daß.der Vorstand, der sozialistischen Partei diesen Beschluß gebilligt und dem SyndikatsauSschuß der Typpgraphen seine Glückwünsche zu diesem Beschluß übermittelt hat, der die Abgabe des »Gringoire" unmöglich' machte. .vvÄ^Echo de Paris" macht darauf.- aufmerk- sam, daß die Kampagne wegen der.militä- ..rische^Vergangenheit• Salengros vor einigen JäWnxz« m e r st.« wmaliiN'.der^ko mmu- iytUt/i sch Ln.iZei.t u n g v o U", L t l l e '»P r o letä1t eduNord" erschienen ist und daß„Gringoire"'.ste von dort' übernahm, als .Salengro Innenminister' wurde, Ä»7.MlÜjfsMi^en«. mittags ab im Rathaus, aufgebahrt fein, Einzelpreis 70 Haller (einichliefilich 3 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKBCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII..FOCHOVA«. TELEFON 53077, HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, KARL KERN, PRAG. 16. Jahrgang Freitag, 20. November 1936 Nr. 270 Krisenfeld Mittelmeer Die Anerkennung Francos durch die römische und die Berliner Regierung hat im allgemeinen nirgends überrascht und wird insbesondere in England als ein unüberlegter und auf Effekt berechneter Schritt beurteilt, der nicht geeignet ist, Englands Haltung zu beelnfluffen. Di« Blätter erklären, Britannien werde an irgendeiner sogenannten„antikommunistischen", in Wahrheit egoistischen Zielen dienenden„Front" auf keinen Fall teilnehmen. England werde auch die Einhaltung deS ReuttalitätSabkommenS weiter überwachen(wenn daS allerdings wie bisher geschieht, haben Franco, Hitler und Mussolini nichts zu fürchten!). Man rechnet allgemein damit, daß die Waffenlieferungen und wahrscheinlich auch die Zuteilung von Offizieren und Spezialisten durch Deutschland«nd Italien in verstärktem Maße erfolgen werden. Besondere Beachtung finden aber dl« Drohungen FraneoS, Barcelona und Valencia blockieren zu wollen. Frankreich«nd England haben Marinekräfte an dir spanische Ostküste dirigiert«nd erhöhte Bereitschaft angeordnet. Man bezweifelt daß Franco auS eigenem eine Blockade durchführen könnte, vernmtet aber,'daß ihm por- t u g i e s j s ch e und italienische Schiffe zur Berfügung stehen. England scheint nicht gesonnen, ein« Blockade und ein Vorgehen gegen britische Schiffe ohne weiteres hinzunehmen.,.Die Möglichkeit, daß vor Bareelona Schiffe der faschistischen Mächte mit.französischen, russischen oder britischen zusammenstoßen, erhöht die Kriegsgefahr lm'Mittelmeer gewaltig. Diplomaten protestieren Segen Francos Massenmord Madrid.(Havas.) Donnerstag trat das Madrider diplomatische Korps zu einer Beratung zusammen. Es wurde konstatiert, daß der Bürgerkrieg in Spanien einen so tragischen Umfang angenommen hat, daß die Befürchtung besteht, daß alle menschlichen Gesetze in Vergessenheit geraten sind.. Die Diplomaten sind der Ansicht, daß es ihre Pflicht sei, gegen das Bombardement zu protestiere», welches so viele Opfer untrr der Zivilbevölkerung, namentlich unter den Frauen und Kindern, gefordert hat. Das diplomatische Korps spricht fein Bedauern aus, daß es kein anderes Mittel zur Hand hat,als ein Kommuniquö an die Presse, um die bedauernswerten Ereignisse zu verhindern. Bern.(SDA.) Unter dem tiefen Ein druck der KriegSereigniffc, die zur Zeit Madrid hckmsnchen, ersucht der Chef deS Politischen Departements, BundesratMotta, daS internationale Rote Kreuz-Komitee bei den KricgSparteien ohne Verzug die Schaffung einer neutralen Zone in Madrid vorznschlagen, in der die Zivilbevölkerung Zuflucht finden könnte. Vie Volksmiliz Im StraBenkampf erfolgreich Mörderische Luftangriffe/ Madrid soll vernichtet werden Nach dem Scheffern der UcberrumpelungS- verfuche der Stadt und den Mißersolge» der Ge- waltstöße, die zwar au einigen Stellen Einbrüche in die Borstädte bewttkt haben, aber für di« Truppen Francos mit ungeheuren Verlusten«nd An-, strengungen verbunden sind, verlegen die Rfbel- ken daS Schwergewicht deS Kampfes anf'ble Zerstörung der Stadt«nd di« Einschüchterung der ZWUtevölkerung durch rücksichtslose«nd mörderische Bombardements. Obwohl die Jagdflieger der Regierung sich im Kampfe bewähren und viele Angriffe aiwehren, gelingt es doch, vor allem in der Nacht, dm Marokkanern gelegentlich» die Stadt anzufliegen und eine größer»- Zahl-von Bombe» über den dichtestb,siedelten Vierteln ab- zuwevfen. Franco, der jetzt alles auf. eine Karte gesetzt hat, hofft Madrid«inäschern und di« Verteidiger ihrer Hilfsmittel berauben, sie aber auch durch den Massmmord an Frauen«nd Kindern entmutigen zu können. Madrid. lHavaS.) Der Rat für die Verteidigung der Stadt gab ,Donnerstag Mittag bekannt: Gestern entspannen sich heftige Kämpfe in der Umgebung des llnivcrsitätsvirrtcls, in das die Aufständische» teilweise eiugrdrungen warm. Der Gegenangriff der Negierungstruppen war jedoch von Erfolg begleitet, ebmso wie«in Angriff der RegierungStruppm bet Earabanchel. Um 3 Uhr morgens beschossen di« Aufständischen mehrere Stadtviertel, wobei zahlreiche Personen«mS Lebm kamen, und erhebliche Sachschäden ange- richtet wurden.■' * Der Hava sterichterstatter meldet: Donnerstag früh gegen halb 3 Uhr wurde Madrid neuerlich von aufständischen Flugzeugen bombardiert. Einzelne Bomben trafm auch die Kirche des Hl. Sebastian. Zn einem weite«« Anflug kam es gegen ntun Uhr, doch konnten die Flugzeuge der Aufständische» nur vier»der fünf Bomben abwersm, da sie von Jagdflugzeugen der Regierung vertrieben wurden. Bei diesen beiden Anflügen wurde« etwa 100 Personen getütet bzw. verwundet. Di« militärische Lage hat sich insgesamt nicht geändert, doch kann man gewisse Erfolge der RegierungSatteiluUgeu feftstelle», die in der Rächt di« Gegend der Casa BelaSgueg befreit habm. Mittwoch wurdm zwei Tanks der Aufftändischm zerstört«nd ihre Bemannung wurde gefangen genommen.; Prag. Rach der Mitteilung deS gegelmt- lichen Berichterstatters d«S TfchPV in Madrid war die Schlacht, die Mittwoch im Rordostm Madrids wütete,«ngrwöhnlich heftig. Artillerie und Fliegerangriffe richtetm sehr viele Schädm und Verluste an Menschenleben an. Biele Kunstwerke wurden beschädigt. Die Bewohner.suchen in de» TunnelS der Untergrundbahnen Deckung. Heber Madrid, fliegen ständig RegierungSflug- zeuge und Flugzeuge der Aufständischen. Die Zahl der Flüchtlinge in der' tschechoslowakischen Gesandtschaft ist.auf 4V gestiegen. , Li.ssgb on,(Reuter.) Der Berichterstatter des Blattes„Diorio de LiSboa" teilt mit, daß fy den letzten 4st Stunden mehr als 100 Tonnen Bomben«nh. Erplosivstoffe über Madrid ahgewprfen wurden. Die Aufständischen greisen bereit- seit zwei Tagen daS Muster,esänguiS«nd die Montana- Kaserne an, doch ist«Sihnen«ichtgelungen, sie zu erobern. Beide Gebäude stehen in Brand. Notleidende Industrien Unter den Forderungen, welche von den Spitzenkörperschaften der deutschen Arbeiterbewegung in der Vorwoche zusammengefaßt der Regierung übergeben wurden, befindet.sich auch jene nach„außerordentlichen Hilfsmaßnahmen für die- jenigen Exportindustrien, welche die verlorenen Märkte aus eigener Kraft nicht zurückgewinneu können", wobei zunächst besondere Vorkehrungen fiir die K e r a m-, Glas« und Textil» industrie zu treffen sind. Es gibt tatsächlich einige Industrien, die auf den Export angewiesen sind und deren Ausfuhr einen katastrophalen Rückgang erfahren hat, der geradezu beklemmend ist. Wir wählen die GlaS- und Keramindustrie als Beispiel, der inhaltreichc Bericht, der zum Verbandsiag dieser Arbeitergruppe herausgegeben wurde, bietet eine Fülle trauriger Beweise der Verwüstung, welch« die Weltwirtschaftskrise in zwei Industriezweigen, die für das Wohl und Wehe der sudetendeutschen Bevölkerung besonders bedeutsam sind, angerichtet hat. Die Ausfuhr von Glas- und GlaSwaren belief sich 1929 auf 1.878,600.000 KC, 1083 nur noch auf 579,747.000 K5, der Rückgang beträgt volle 58 Prozent. Bedenklich ist überdies, daß der Ausfuhrrückgang in GlaS noch 1985 angedauert hat, während die Gesamtausfuhr schon eine ansteigende Tendenz zeigte: 1934 betrug die Glasausfuhr 597 Millionen, 1935 nicht ganz 589 Millionen. Besonders kraß, ist der Rückgang bei einzelnen Glassorten: während Hohl- und Preßglas 1935«in« klein« Zunahme erfahren haben, weisen Tafelglas und Bijouterie einen stärkeren Rückgang auf, als es in den oberwähnten Zahlen zum Ausdruck kommt. Außerdem ist die Glasausfuhr nach manchen Ländern zwischen 1929 und 1935 gestiegen, so daß der Ausfuhrrückgang nach gewissen Ländern stärker ist als dem Durchschnittsrückgang entspricht. Man sehe sich nur die folgenden^ erschreckenden Ziffern an: ES sank die Ausfuhr von GlaSwaren von 1929 bis 1935 nach den Niederlanden von 39.7 Millionen auf 1.6 Millionen, nach Dänemark von 19.2 auf 5.3 Millionen, nach Großbritannien von 217 auf 106 Millionen, nach Griechenland von 8.4 auf 1.3 Millionen, nach Deutschland von 145.5 auf 45 Millionen, nach Polen von 27 auf 9.6 Millionen, nach Rumänien von 9.1 auf.1.3 Millionen, nach Jugoslawien von 84.4 auf 7.2 Millionen, nach Bulgarien von 8.9 auf 2.3 Millionen, nach Ungarn von 50.9 auf 4.8 Millionen, nach Oesterreich von 56.8 auf 1.6 Millionen, nach Britisch-Jndien von 76.5 auf 26.4 Millionen, nach USA von 240 auf 81 Millionen—«ine grauenhafte Statistik. So wie nach einer Schlacht die Leichen umherliegen, so nach der Krise die Trümnier einer Industrie! Daß diese Branche aber nicht vereinzelt ist, lehrt die Entwicklung der Porzellanindustrie, die 1929 noch für 305.8 Millionen, 1935 aber nur noch fiir 105 Millionen flö exportiert hat— der Rückgang beträgt 65.6 Prozent! Dabei ist gleichfalls der Exportrückgang nach einzelnen Ländern besonders drastisch.. So. nach Deutschland von 22.5 Millionen auf— eine Million, nach Polen von 12 auf 1.5 Millionen, nach Ungarn von 15 auf eine halbe Million, nach Rumänien von 10.4 auf 1.7 Millionen, nach Großbritannien von 25 auf 6 Millionen, nach Italien von 17.6 auf 6.6 Millionen, nach USA von 34.7 auf 10.3 Millionen,' nach Dänemark von 4.3. Millionen auf eine Million, nach Norwegen von 2 Millionen auf 800.000, nach Britisch-Jndien von' 17 Millionen'auf 800.000’K£, nach Kanada von 10.8 Millionen auf weniger-als eine, halbe Million, nach Britisch-Siidafrika von 3.6 Millionen auf— 9000 XL. Man steht,, die Ausfuhr nach manchen Ländern hat praktisch aufgehörtsund mit diesem AnSfuhrrückgang ist Elend, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit der tüchtigen und geschickten Por- zellanärbeiter NordböhmenS verbunden.'- i Diese außerordentlich katastrophale Lage der beiden Industrien, zu denen noch die Textilindustrie tritt, erfordert,.auch'außerordentliche Maßnahmen. Den drei Industrien muß geholfen werden. Wenn der Ministerpräsident in der„World Review" von einem Lndustrieplan für di« Notgebiete gesprochen hat, so muß ein Teil dieses Planes die systematische Hilfe für die drei typischen sudetendeutschen'Exportindustrien sein. Es Seite 3 Freitag, 30. November 1030 Nr. 270 gibt an 55.000 arbeitslose Textilarbeiter, an 16.000 arbeitslose. Glasarbeiter, an 12.000 arbeitslose Porzellannrbcitcr— mehr als 80.000 Menschen dieser drei Industrien tvarten auf Arbeit. Die deutsche Sozialdemokratie weist auf das Problem besonderer Maßnahmen für die au»ge« sproqenen Exportindustrien hin— an der Regierung liegt er, zu handeln und zu helfen. lieber Einladung der tschechischen Zeitschrift „Pkiiomnost" veröffentlichen in ihrer dieSwö- chentlichen Ausgabe die drei Wortführer der siin- geren aktivistischen Generation Aals ch, Schütz und Hacker einen gemeinsame» Appell die tschechische Politik, die nationale Verständigung endlich praktisch ins Werk zu setzen. Sie gehen, dabei au» von den verheißungsvollen Kundgebungen des Staatspräsidenten Dr. Benes und des MiisterpräsGenlen Dr. H o d j as welche in der deutschen Bevölkerung neue Hoffnungen gelveckt haben. Die bisherigen nnbefrie- digenden Ergebnisse der nationalen Zusammenarbeit werden in den« Aufsatz auf den taktischen Grundsatz der tschechischen Politik seit 1020 zu- riickgefühct, mit den deutschen Partnern nur über Teilfragen zu verhandeln. Vergeblich ist von deutscher Seite aus die grundsätzliche und gesamtstaatliche Bedeutung der nationalen Frage Vertviesen toorden. Anschließend an diese einleitenden Feststellungen wird in dem Artikel erklärt: „Ohne Rechthaberei und nur im Interesse der Sache wollen wir»ach all den bisherigen Erfahrungen unterstreichen, das» das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zum Staate einer »ehldurchdachtrn allgemeinen Regelung bedarf. E» liegt ja im Jntereffe aller Bürger des Staates, daß der kleinliche Streit um jeden Posten im öffentlichen Dienst, um jede Bauvecgabe und vielfach sogar um die Seele jedes Schulkindes vermieden wird. Nur, wenn über die zwischen uns strittigen Punkte eine ehrliche Einigung erzielt wird, werden wir unsere Kräfte den riesengroßen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufgaben dc» 20. Jahrhunderts zuwenden können. Wir dürfe» un» nicht länger den Luxus erlauben, über das zentrale Problem des Staates Monologe zu führen oder aneinander vorbeizureden. Die lernfenen Männer beider Böller müssen sich endlich an den Verhandlungstisch setzen mit dem festen Willen zur Einigung. Deshalb begrüben wir ausrichtig die Ausführungen des GenepalsekretärS der Republikanischen Parten Abg. Zilka, welcher In seiner Rede vor dem republikanischen Nachwuchs iabgedruckt im„Vtnkov" sein 4. Oktober d. I.) u. a. folgender erklärte: „Ich halte dafür, datz wir geradezu vorherbestimmt sind, mit unsere» deutschen Landsleuten im Jntereffe der Staates einen entsprechenden Modus vivendi zu schaffen." Es erscheint uns von autzerordentlicher Bedeutung, dab in dieser Form ein führender Politiker de» RrgierunarlagerS die Frage einer nationalpolitischen Modus vivendi in positivem Sinne beanttvor- tet hat. Diese Bereitschaft zu einer demokratischen Vereinbarung über die verfassungsmäßigen Bestrebungen der deutschen Bevölkerung kann zu einem Vie Vasallen kommen nach Rom. Die Agenzia Stefans berichtet aus Wiest: An politischen Stellen wird bestätigt, daß Oesterreich und Ungarn dem Beispiele Italiens und Deutschland» folgen und die Regietuüg de» General» Franco in Spanien ebenfalls anerkennen werden. glücklichen Wendepunkt im Zusammenleben der Deutschen und Tschechen werden. Deshalb richten wir die Frage an die tschechische ftaatserhaltende Politik, ob ffe ohne jedem Parteiunterschled bereit ist, den fortschrittliche» Standpunkt de» Herrn Generalsekretär» Abg. Zilka zu akzeptieren. Im Begriff eine» Modu» wivendk wird bereit» die Notwendigkeit einer demokratischen Vereinbarung Uber den ganzen Komplex der nationalen Streitfragen auSgedrückt. Daß e» vor allem um die Probleme de» öffentlichen Dienste», der Sprachenpraxis, der Schulverwaltung und der Donnerstag nachts wurde der Preffe die Antwort des Arbeitenministers Jng. D o st a l e k auf die von uns ausführlicher wiedergegebenen Angriffe des Generalberichterstatters Rem«» zugestellt. In der umfangreichen Kundgebung wird der Tatbestand, wie ihn RemeS schilderte, i m wesentlichen zugegeben, lediglich in Abrede gestellt, daß es sich um eine wissentliche Täuschung des Parlaments handle. ES habe sich dem Ministerium mn eine„gute" und„für de» Staat vorteilhafte" Sache gehandelt, die allerdings längere Zeit vertrau- l i ch behandelt werden mußte, damit sie nicht schon in den Anfängen aus Konkurrenzgründen von privaten(I) Firmen vereitelt werde. Früher hätte» da» Naphtha aus Gbell die Fanta-Werke in Pardubitz verarbeitet, doch hätten sich die Bahnen wie auch da» BerteidigungSmlniste- rium gegen die Abnahme dieser Produkte gewehrt, weil ihre Qualität sehr schlecht war. Ta» Verteidigungsministerium habe 198t erklärt, daß da» Oel nach dreijähriger Einlagerung einfach wertlos fei, und selbst voraeschlflnxn, daß da» Arbeitenministerinm eine eigene Raffinerie errichte weil einer Privatfirma, die zumeist mit ausländischem Naphtha arbeite, an der Verbeffenina der Gbeller Produkte nicht viel gelegen sein könne Dar Verteidigungsministerium habe in einer Zuschrift vom 24. Mai 1985 ausdrücklich bestätigt, daß der Bau der Raffinerie.und die Durchführung neuer Bohrungen auf likaphtha in der Umgebnng sehr wünschenswert sei. Zur selben Zeit gaben da» Finanzministerium, da» Verteidigungsministerium. dar Handelsministerium und da» Oberste Kontrollamt ihre Zustimmung zu der erforderlichen Kon- zeffion. Da im Budget(für 1985) für die Vorarbeiten, kein Betrag enthalten war, hat da» Ministerium um ein sogenannter Revirement") *) Bertoendung von Budgetgeldern für andere. In I dasselbe Dudgetkapitel fallende dringende Ausgaben. I staatlichen Invest itionSPolitik geht, ist bekannt. Die deutsche Grundforderüng nach einem gesicherten proportionalenAn- t eil an den wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leistungen der Staate» wird sich unschwer im Verlaufe näherer Verhandlungen, und zwar im Hinblick auf die speziellen Verhäliniffe in den einzelnen Ressorts konkretisieren lassen. Die deutsche Bevölkerung der Republik braucht die Gleichheit der staatspolitischen Voraussetzungen in dem wirtschaftlichen und kulturellen Wettbewerb mit dem tschechischen Nachbarvolk. Da» ist ihr gute» Recht und ihrekemen- tare» Bedürfnis. Nur auf dem Boden nicht nur einer theoretischen, sondern einer tatsächlichen Gleichberechtigung kann sie ihre reichen Fähigkeiten im Interesse des Staatsganzen entfalten. Wir wollen der tschechischen Politik keine besonderen Ratschläge geben, mit welchen Mitteln und Maßnahmen sie eine ihrer größten Aufgaben, die Eroberung der Herzen der deutschen Mitbürger für den gemeinsamen Staat erfüllen soll. Die Entscheidung im guten oder im bösen Sinne liegt heute mehr denn je bei ihrer Initiative und bei der staatsgestaltenden Fähigkeit der Tschechen und Slowaken! angesucht, da» vom Finanzministerium am 18. Juni und vom Obersten Kontrollamt am 20. September 1985 bewilligt wurde. In da» Budget für 1986 habe man eine solche Post deshalb nicht anfgenommen, weil man damals noch nicht gewußt habe, ob man zur Zeit da» NutznießungSrecht.an den Grundstücken werde erwerben können und ob der Ban dadurch nicht verzögert oder gar vereitelt werden würde. Da» Ministerium habe e» auch nach der Erledigung der Revirements für 1985 nicht für nötig gehalten, da» Budget für 1986 entsprechend zu ändern, weil er »ach dem Finanzgeseh die Möglichkeit hatte, ein neue» Revirement vorzunehmen. Die Budgetposten für andere Zwecke, die man dann verwendet hätte, seien ernst gemeint gewesen und hätten Projekte betroffen, die durch den Bau der Raffinerie dann hinfällig geworden seien. Auch diesem Revirement für 1986 hätten da» Finanzministerium und da» Kontrollamt anstandslos ihre Zustimmung gegeben. Man könne dem Ministerium„höchsten»" Vorhalten, dah es von dem Bau der Raffinerie nicht den Vorsitzenden der Sparkommlffion, bzw. de« General- bertchierftatter über da» Budget verständigt habe. Da». Ministerium habe diele Information aber nichtfür nötig(k) gehalten, da eine solche Verpflichtung im Gesetze keine Stütze Haie und auch I» der Praxi» niemals ähnliche„Detail"-Informationen gegeben worden seien. Ikeberdie» fei der Spar- kommlffion bereit» die entsprechende Aufklärung gegeben worden; Abg. Remet habe jedoch darauf keinen Bezug genommen. Da wundert einen bloß, daß die hohe Bürokratie eS wenigsten» schon jetzt' für angezeigt erachtet hat, den Bau der Raffinerie im Budget zuzugeben. Schließlich hätte e» ja auch noch bi» zur Fertigstellung des Baues weiter mit Revirements dieser Art arbeiten können. Angesichts dieser Auffassung wäre es Wohl angezeigt, daß das Abgeordnetenhaus sich den Artikel des Finanzgesetzes, der solche Revirement» ausnahmsweise gestattet, noch rechtzeitig näher anschaut und ihn so ändert,/ dah^nlichen selbstherrlichen Werken der Zusammenarbeit der hohen Bürokraten au» dem betreffenden Reffortministerium mit dem Finanzministerium und dem Kontrollamt künftig ein Riegel'vorgeschoben Wird. Sonst wäre die ganze Finanzhoheit de» Parlaments bald keinen Schuß Pulver mehr wertl llupoot» im ktuckKatuuRsestu»; Deutscher Sender bei MSInlk bis Ende 1937 Im Budge!au»schuß konstatierte Postmlnsster Tninh, daß da» finanzielle Ergebni» seine» Refforts im heurigen Jahre dem Voranschlag ziemlich nahe» komnwn dürfte. In Besprechung de» Rundfunks erinnerte der Minister daran, daß der Kurzwellensender in Podibrad, der hauptsächlich für Nordamerika in Anrsicht genommen ist, günstige Ergebniffe zeitigt, die mit der Einführung einer Richtantenne noch verbessert werden dürften. Die Rekonstruktion de» Liblitzer Sender» wurde bereit» durchgeführt, die Errichtung der neuen 280 Meter hohen Sendemaste» nähert sich der Vollendung. Für Nordböhmen wird et» neuer 100 Kilowatt-Sender bei M k l n t k errichtet werde«. E» wurde bereit» ein Grundstück angekaust, die innere technische Einrichtung bestellt und die Baupläne auS- gearbeftet, so dah man in nächster Zeit mit dem Bau de» Gebäude» beginnen könne« wird. Der Sender soll gegen Ende 1987 fertig werden; er wird zum grotzen Teil Programme in deutscher Sprache senden. Für Mähren«nd für Karpatho. ruhland wird je ein 100 Kilowatt-Sender vorbereitet. Die Ermtttlnng geeigneter Standplätze ist bereit» im Gange, In Prag soll eine Versuchsstation für Fernsehen errichtet werden, die Ende 1987 ihre Tätigkeit aufnehmen wird. Die Vorlage über die Bekämpfung von Rundsunkstörungen wird auf Grund der interministeriellen Verfahren» umgearbeitet und neu vorgelegt werden. Eisenbahnminister BechynS, der im übrigen auf sein Expos» im Eifenbahnbeirat verwies, konstatierte, daß e» den Bahnen jetzt besser gehe, aber noch immer sei da» Defizit der größte Herr auf den Bahnen. In der öffentlichen Meinung habe sich bereit» die Ansicht durchgesetzt, daß man die Bahnen nicht al» Erwerbsunternehmen. sondern al» gemeinnütziges Unternehmen betrachten müsse, und zwar im Hinblick auf die werwollen Dienste, die sie den anderen Rel- foctr erweisen und deren Effekt auf rund 700 Millionen geschätzt werden könne. Die Angestellten haben die schlimmste Zeit, in stark verminderter Zahl durchgehalten, letzt sei aber der Augenblick da, wo man Meder werde das Personal vermehren und auch än'Hse Aufbesserung seiner Bezüge werde denken müffen. Die Besserung der Einnahmen hält an, so dgß man die Einnahmen für 1987 ruhig mit 140 Millionen höher vrälimiuieren konnte; da» Defizit soll sich um 112 Millionefl vermindern. Ta» Ziel für 1987 sei, 80 Prozent der Einnahmen von 1929 zu erreichen<1988«ar ter Tiefpunkt mit 00 Prozent). Auch unter stabilisierten WirtschaftSverhältniffen werde man wahrscheinlich mtt einem Defizit von 290 Millionen ständig zu rechnen haben. Dazu kommt, daß die Vorschüsse an die Kaschau- Oderberger Bahn, die Heuer 189 Millionen beiragen, nicht im Budget der Eisenbahn, sondern in den außerordentlichen Zuweisungen der Kavltel» III i auSgewiesen sind. Ilm diese Summen würde sich bei Mn Ein Appell an die tschechische Politik Für ehrenvolle nationale Verständigung Die Antwort des Arbeitenmifiisteriums: Verständigung des Parlaments„nicht nötig“ — einen 50-MllllonenBau macht sich die hohe Bürokratie unter sich ausl Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 12 „Ich hab ihn in Kauf genonunrn", erklärte Vaal.„Jungmann war zweitausend schuldig und konnte nicht zahlen. Er wollie den Wagen verkaufen. Ich nahm ihn, für zwölfhundert. Für die achthundert gab er mir Wechsel. Ich tverde das niit meiner Firma ordnen, ich zahl die zwölfhundert» vom Gehalt ab." „Ein schöner Wagen", wiederholte Finsterbusch. Zu seiner Frau, die aus ihrem Verschlag gekrochen Ivar, sagte er:„Herr Vaal hat seit heut««inen eigenen Wagen." Es war eine bedeutungsvolle Stunde in der Geschichte des(Safi Finsterbusch: Es geschah das erstemal, daß ein Stammgast in einem eignen Auto vorgesahren war— wenngleich unter ungewöhnlichen Umständen. „Daß mir diese» Unglück passieren mußte t.." sagte Vaal. „Vergessen Sie«S", sagte Frau Merten». „ES ist ja nichts geschehen". „Der Wagen muß begossen werdeni" sagte Herr Finsterbusch.„Hugo, hol Wein au» dem Keller".. Frau Finsterbusch winkte Hugo, aber er war schon untertvegS. Wenn Finsterbusch Wein au» dem Keller holen ließ, von der besseren Sorte, die er selbst trank, hielt er di« Gäste frei. Da» kostete mehr, als man in einem Monat an den Gästen verdient«. Schweigend ging Frau Finsterbusch an ihren Schreibtisch zurück. E» war ja wohl da» letztemal. Viele Flaschen lagen nicht mehr im Keller, Sie saßen um einen Tisch, Baal, Mittelmeier, Burger, Professor Gerleiiner, Frau Mertens, Finstcrbusch; nur Feiertag blieb abseits und ivieS das Glas, das ihm«»geboten wurde, zurück. Er trank nicht von dem Wein, mit dem Baals Auto gefeiert wurde; er trank nicht auf das Wohl eine» Mannes, der als Feind in sein Leben einbrach, ihm den Schachpartner raubte und, wie sickj heute hcrauSgestellt hatte, beinahe ein Mörder war. Die Zeitung, die Feiertag las, ivurde heute zur Barrikade. Er verbarg sich hinter ihr, sie schloß ihn ab in seiner stolzen, schmerz- voll-erhabenen Einsamkeit. „Da wird Ihnen ja noch allerhand passieren", sagte Professor Gerleitner.„Ich habe schon so manchen wieder flicken müssen, der im Auto gesund davongefahren war. So eine kleine Hautabschürfung, Ivie sie der Junge davontrug, ist noch.das Ungefährlichste. Wenn einmal die Schutzscheibe zersplittert, und Sie die Glasscherben ins Auge bekommen, ist das schon schlimmer. Oder so ein kleiner Knochenbruch, ein zerspaltenes Schienbein zum Beispiel! Bon einem Schädelbruch ganz zu schweigen." Mit Behagen trank Gerleitner seinen Wein, Die Menschen, die. um den Tisch hockten,, lebten ja nur, um eines schönen Tages auf der Bahre in den Operationssaal getragen und unter sein Messer geschoben zu werden. Er sah durch ihre Kleider hindurch die Haut und das Fleisch und die Knochen und das Blut, das in ihnen pulste. Ein Muskel trieb das Blut an, sie nannten ihn Herz und schrieben ihm Zauberkräfte zu. In der Knochenschale des Hirn» lag eine breiige Masse, die, wie sie wähnten, die Welt enträtseln könnte. Wenn sie sich einmal gesehen hätten, wie sie ivaren, blutgetränkter Staub, nicht» bessere» als die Tierkadaver, die auf dem.Abfallhaufen verwesten, würden sie diesen Wahn wohl fahren lassen. Da» Messer hatte die Menschen entzaubert, der grelle Schein der Lampe über dem Operationstisch ihnen jede» Geheimnis genonunen. Noch hatten, sie die seltsame Kraft, sich bewegen und aus ihrer Kehle Worte hervorbringen zu können— aber wie lange währte das, und sie waren stumm und starr und zerfielen. Die Teile ihres Körpers unterschieden sich für. Gerleitner nur durch ihre verschiedene Verletzbarkeit: ein Motorradfahrer, der stürzte, brach das Bein anders al» ein Skiläufer, und nur dadurch unterschieden sich für ihn die Menschen. Geriet eine Hand in die Sägemühle, wurde sie zersetzt, geriet sie unter die Walze, zermalmt nur dadurch unterschieden sich für ihn die Berufe. Sie trugen von ihrer Jugend an da» Skelett fertig mit sich herum, das man einmal au» ihrem Leib präparieren könnte; sie waren nur ein Vorstadium des stummen Daseins als Knochengerippe in der Requisitenkammer eine» Schule, in der Abnormitätensammlung eines Gelehrten. Solange sie lebten, sollte Man sie achten, ihnen helfen, sie vielleicht gar lieben? Welcher Widersinn! Es war ja nur Zufall, dah ihr Herz noch schlug, ihre Lungen noch atmeten, in einer halben Stunde konnte alles vorüber und der Mensch nur noch ein Hau- fen toteS Fleisch sein! Gerleitner mnspannte das Weinglas mit der Hand, hob es hoch, es Ivar bis an den Rand boll, und der Wein spritzte über den Tasch: „Wenn Ihnen was passiert, ich flicke Sie wieder zusammen", schrie er.„Nur ein Schädelbruch darss nicht sein. Dann ist es au»". Er goß den Wein durch die Kehle, einen Augenblick war eS still, man hört« Genno» Feder auf dem Papier kratzen. Finsterbusch gab Billy einen Wink. Billy, drosch auf da» Klavier los. Ein alter Gaffenhauer rauschte auf, Billy wußte nicht, wie er gerade auf diese Melodie verfallen war. Seine Hände hatten sich selbständig gemacht, über den Noten lag das Heft mit den. Formeln. Fünf Seiten muhte er heut« noch lernen, fünf. Seiten mit Formeln standen vor seinem Hirn und pochten und forderten Einlaß, aber da» Hirn war satt und träg und wie» die Zahlen, die Zeichen zurück. V?.-- !Baal kam in Stimmung, die Angst, di« ihn nach dem'Unfall gepackt hielt, gab ihn frei. Er hatte sich schon vor Gericht gesehen, einer weinenden Mutter gegenüber, die Schmerzensgeld für ihre Kinder forderte; was immer, ihm za- stieß, der Niederschlag war eine Summe, ein« Ziffer, Geld, da» er zu bekommen oder zu bezahlen'hatte. Nun war er der Held der Tischrunde, verriet, wann und wo er chauffieren gelernt, wielange er von einem Auto geträumt hatte; al» die Gelegenheit sich endlich bot,- griff er mit' männlicher Entschlossenheit sogleich zu. Der Wein machte ihn schwärmerisch; die Grenzen der Stadt würden für ihn nun. fallen, die Enge wandelte, sich in unendliche Weit«. Es gab keine Sonntage mehr in leeren Cafbs und überfüllten Straßen« bahnivagen, er konnte dem Kerker,'den Manern entfliehen und sich die Welt erobern: Herr über die Straßen, am Bolant seines kleinen Wagen» Gestalter des Schicksals. Die Damen würde er natürlich einladen— eine Sonntaffrfahrt ins Freie, ein Abend zwischen den Hstgeln, weit vor der Stadt, Millionen Sterne am dunklen Himmel, Mysik aus den Gärten. Die Augen der Frau Mertens glänzten; nur an sie konnte er denken. Er war stattlicher als Mittelmeier, jünger, strammer. Das Auto gab ihm Glanz und Größe, Er forderte Frau Mertens zum Tanz auf; Billy mußte eiyen Walzer spielen, Tische wurden beiseite geschoben. Finsterbusch rief seine Frau, legte den Arni um sie, zog sie in den freien Kreis, drehte sich mit ihr, schwunglo», mit plum» per, erzwungener Grazie. Frau Mertens flüsterte Baal in» Ohr, daß sie Jsabelwheiße;. sie war auf. diesen Bornamen nicht wtnig'.stolz, er war selten in'den Schichten, aus denen die Gäste' des Eafä Finsterbulu) stammten, er klang.adelig, man kann« sich«ine Isabella vielleicht hoch zu' Roß, viellebyt al» Aehtjssin«ine» Damenstiftes, viclleich^MS Gräfin hbrstellen, niemals aber ab» Köchin, al» Arbeiterin in einer Fabrik, als- Bäuerin, am Rande eines Flüsse»-über'die Wäsche gebeugt.-(Fortsetzung folgt.),' Nr. 270 yretta», 20. November 1838 Sette 3 fudetendeutscfiet Xeifepiegcf I 220 Selten Text Preis 10 KC Absicht, zu meiner etwa fünf Minuten entfernt gelegenen Wohnung zu gelangen, wurde aber auf dem Wege, etwa SO Schritt« vom Gastbause, in der FIn- ftemi» von zwei Männern überfallen, gewaltsam auf den Bode» niedergeschlagen und indielinkeHandgestochen. Während ich auf dem Boden lag, erkannt« ich die oben genannten Franz Rauscher»nd Johann Weiß, welche mich mit Schlägen«nd Fußtritten traktierten. Ich wehrte mich mtt den Händen»nd rief um Hilfe. Die Täter ließen aber nicht.ab und eg kam niemand. In meiner Verzweiflung und aub reiner Notwehr um mein Leben, griff Ich schließlich nach meinem Taschenmesser»nd wehrte mich damit, so gut Ich konnte. Während der nun weiter folgenden Rauferei wurden di« beiden jedenfalls verletzt»nd flüch- Prag. Der Präsident der Retzublik Dr. Edvard Beneä empfing Donnerstag eine von Gen. K i r v a l geführte Deputation des Reichsverbandes der deutschen sozialdemokratischen Lehrer(Aussig) und hielt an sie eine Ansprache, in der er u. a. sagte: „Ihr Hinweis auf den Vortrag, welchen ich vor ztvei Jahren als Minister des Aeußern in Teplitz in Ihrer Bereinigung gehalten habe, hat mich gefreut. Er bestärkt mich in der Ueberzeugung, daß Sie meinen festen Glauben an die Erhaltung des Weltfriedens verstanden haben, mein'Streben nach Milderung der Gegensätze zwischen den einzelnen Nationen»ach außen hin, insbesondere jedoch auch bei unS daheim, wo wir auf dar gemeinschaftliche Zusammenleben angewiesen sind, und nach Herbeiführung eines Zustandes, weicher die für dieser Zusammenleben er- farderlichcn Bedingungen der Ruhe und Zufriedenheit schafft. Sie bekenne» sich zu diese,» Programm und sind bereit, bei seiner Verwirklichung auf dem Gebiete, IvelcheS Ihnen am nächsten liegt— in der Schule— mitzuarbeiten, tvenngleich Sie sich dessen bewußt sind, daß diese Arbeit nicht leicht ist und der Hindernisse nicht entbehrt. In dem Memorandum, welcher Sie Tötung In Notwehr Die„Zeit" brachte gestern folgende Meldung: „In Ehristianrberg bei Kalsching(Böhmerwald) wurde das SdPeMitglied Franz Rauscher erstochen, ein zweiter Mitglied der SdP Johann Weiß durch Messerstiche schwer verletzt. Der Täter Johann Gruber,«in sozialdemokratischer Vertrauensmann, wurde zwar verhaftet, nach den ersten Verhören aber wieder auf freien Fuß gesetzt." An diese Meldung knüpfte die„Zeit" noch etliche andere Behauptungen, denen wir am Besten die Aussage Grubers entgegenhalten, wie sie uns von B.-Krumau mitgeteilt wurde. Gruber gibt folgendes zu Protokoll: „Am Dienstag, den 10. November, fand im Gasthaus Czech in Christiansberg bei Kalsching eine Hochzeit statt. Wie dies dort üblich ist, kommen am Abend bei so einer Hochzeit die Bewohner deS Orts zusammen und so kam auch ich gegen 6 Uhr abends dorthin. Während dicker HochzeitSunterhaltung in, Gasthaus Czech gab er überhaupt keinen Streit. Gegen 8 Uhr abends kamen in das Gasthaus auch Franz Rauscher und Johann Weiß. Nit Rauscher habe ich nie etwas zu tun gehabt. Mit Weiß hatte ich im Sommer dieser Jahres einen Streit wegen politischer Angelegen- beite,,, sonst hatte ich aber mit.ihm nichts zu tu», Gegen..10 Uhr abends wollte ich nach Hause, um eine Saite für meine Gitarre gehen, wurde aber von zwei Mädchen gewarnt und'aufmerksam gemacht, daß ich vorsichtig sein soll, da man mir etwas antun will. Ich ging trotzdem, in der tete« schließlich. Als ich wieder zu mir kam, ging ich in das Gasthaus Czech zurück und ersuchte einen Kollegen, damit er mit mir zur Gendarmerie nach Christiansberg gehe. Dies geschah. Ich erstatte,- von dem Vorfall die Anzeige bei der Gendarmerie st> Christiansberg, welche sich an den Tatort begab. Hierauf wurde ich verhaftet und mit der Ge- richtSkommisston in das Bezirksgericht Kalsching ein- geliefert. Im Kalschingcr Bezirksgericht verlangte ich nach einem Arzt, der dann wegen meiner schweren Stichverlehung die sofortige Ueberführung in das Krankenhaus nach Böhm.-Ärmnan anordnete. Der Untersuchungsrichter telephonierte zur Staatsanwaltschaft nach Budwci». Ich wurde über Verfügung der Staatsanwaltschaft aut freien Fuß gesetzt. Seit Donnerstag, den 12. November, befinde Ich mich im Krankenhaus in Böhm.-Krumau. Ich bin bisher u n b e f ch o.l t e n, habe mich nie an einer Rauferei beteiligt. Ich habe Zeugen dafür, daß Weiß mir mit dem . Urberfall mehrmals gedroht hat, daß er mit mir abrechnen werde. Ich bin als Hilfsarbeiter der Glasfabrik Ernstbrunn beim GlaSarbeiterverband Teplitz-Schönan gewerkschaftlich organisiert. Ich bin nicht Mitglied der sozialdemokratischen Partei, auch bin Ich kein Vertrauensmann dieser Partei. Aus Krumau wird uns weiter zu dem Fell gemeldet:'/ Ter verletzte Weist Ist als gewalttätiger Mensch bekannt. Er hat bereits«inen Menschen bei einer Hochzeit in Markus niedergeschlagen. Auch Rauscher hat In» Gasthaus Rosenauer früher einmal einen gewissen Häpfel g e st o ch e n. Bei dem verstorbenen Rauscher wurde nach der Tat«I» RevolvermttvierSchnßMnni- tion gefunden. Verstaatlichung dieser Dahn dar Gesamtdefizit de» Ressorts noch vergrößern, Landwlrtschaftsmlnlster Dr, Zadlna legt größtes Gewicht darauf, daß durch geeignete Mittel die Stabilisierung angemessener Preise für die Landwirtschaft erreicht werde. Wenn heuer mit Rücksicht auf die großen alten Vorräte sich die R e- gelung der Anbauflächen und gewisse PreiSabstriche sich als notwendig erweisen, so könne man erwarten, daß die geänderte Situation bald die völlige oder zumindest teilweise Liquidierung dieser„unpopulären" Maßnahmen ermöglichen werde. Die vom Minister geplante Regulierung der tierischen Produktion laufe darauf hinaus, bei Erhaltung der Freizügigkeit auf dem heimischen Markt eine ungesunde Spekulation unmöglich zu machen und die regelmäßige Belieferung der Märkte sowie eine gewiss« Stabilisierung der Preise zu sichern. In seinen Antworten auf die in der Debatte vorgetragenen Anregungen stellte sich Dr. Zadina gegen jede Aufhebung der Diargarinekoniingent»; die Reglementierung müsse eher noch verstärkt werden, vor allem nach der Richtung, daß die Fabriken auch heimische Oelsamen abnehmen. Bezüglich der Spiritusbewirtschaftung beharre er auf seiner Kundgebung in Teltsch. Er habe als Mitglied der landwirtschaftlichen Ausschüsse» auch von. anderen Parteien viel Anerkennung darüber gehört, daß die jetzige Regelung der SpIrituSwirtschaft m u st e r h a f t sei; auch einige Finanzminister seien dieser Ansicht gewesen. Handelsminister Najman erklärte ziemlich drastisch, daß nur ein Zauberer bei einem Budget von 42 Millionen die gestellten Aufgaben erfüllen könnte. Wie könne man wirksame FremdenPerkehrSpropaganda betreiben, wenn für diesen Zweck nur drei Millionen zu: Verfügung stehen; wie könne man mit sünf Millionen Exportförderung betreiben? Wenn man mit dem Budget der HandelSmiiiifterium» ander» umginge, brauchten wir nicht so viel« Absatzniärkte zu verlieren. Man müßte tüchtige Leute in» Ausland schicken, die unseren kleinen Exporteuren gute Dienste leisten könnten. Seit der Regierungsverordnung über das Verbot neuer Filialen- seien mindestens 80.000 neue Gewerbe angemeldet worden, da» sei besser, als 1000 neue-Filialen. Der Minister ist auch„nicht grundsätzlich für die Aufhebung der Konsumvereine"(wie gnädig!), aber er wünscht, daß sie mit den Gewerbe« und Handelsbetrieben auf«ine Stufe gestellt werden. (Auch darüber haben unsere Genossenschaften ichon wiederholt ausführlich die Oeffentlichkett informiert, so daß man eigentlich auch im Handelsministerium diese» alte»„Schlager" gegen die Konsumvereine schon endlich ad acta legen könntel) Dar Margarinekontingent sei um 1020 Waggon» erhöht worden; auf deutsche Produzenten entfallen in Böhmen 2200, in Nähren 000 Waggon».. Bei Uniformlieferungen für da» Militär seien 18 deutsch« Schneidergenoffenschasten beteiligt, an Schuhen seien 27.000 Paar von deutschen Meistern geliefert worden. Daraus gehe hervor, daß da» Ministerium nicht die Absicht habe, die deutschen Mitbürger zu schädigen. Mit Recht haben Sie auf die Forderung hinge- wlesen, daß die deutsche Schule«ine Trägerin der Ideale des Humanismus sein möge, war bedeutet, vor allem den Menschen ohne Unterschied von Raffe, Nation und Religion zu schätzen, daß die Schule das Vermächtnis der großen europäischen Humanisten, Herder, Goethe und Masartzk hüten möge. Ich ergänze Ihre Worte:„Nicht nur die deutsche, sondern jede Schule in der Republik". Wo anders sollte edler Menschlichkeit der Boden bereitet 'werden, wenn nicht in der Schule? Gedenken wir nur der erhabenen Grundsätze des Lehrers der Völker Jan Amos Komenskh, für welchen die Schule eine Werkstätte der Menschlichkeit Ivar, und welcher bei allen seinen Schul- und pansophischen Bestrebungen stets die Losungsworte vor Augen hatte: Der Mensch. Verständigung, Friede unter den Völkern. Wenn ich an seine Lehre und an feinen Lebensweg denke, verstehe ich sehr wohl Ihren Hinweis auf daS'E u r o- pä er tu ni, welches Ihnen als da» höchste Ziel einer wahrhaft freien, von allem provinzialen Selbstbewusstsein und Denken losgelösten Geiste» erscheint. Das läßt sich stehr gut mit wahrem Nationalbewußtsein in Einklang bringen, ebenso tvic sich ein auf wahre Menschlichkeit gegründetes National- bewußtsein sehr gut mit richtigem tschechoslowakischen Staatsbewusstsein vereinbaren läßt. ES genügt allerdings nicht, baß di« Schule demokratisch ist, wenn nicht auch die Lehrer echt« und lewnßte Demokraten sind. ES scheint mir, daß sie in Ihrem Schulprogramm dieser Forderung.besonderes Gelvicht beilegen und daß Sie sich dessen wohl bewußt find, daß die deutjcheSchule gerade'in dieser Hinsicht einer gründlichen Erneuer u n g bedarf, wenn sie ihre Senoung im demokratischen Staate erfüllen soll. E» wird Ihre Aufgabe sein, nicht nur nach demokratischem Geiste In allen Schulen, aus welchen deutsch« Lehrer hervorgehen, zu rufen, sondern auch unter Ihren Kollegen planmäßig und mit Ver« nunstgründen dahin zu wirken, daß Ihrer Ueber- zcügung und Ihrem Programm, welches der deutschen Schule die erwünschte Erneuerung, dem Staate nur Vorteil und innere Kräftigung bringen kann, der Wdg geebnet werde, In diesem Sinne fasse ich Ihren Ausspruch auf,(daß di« Demokratie kämpferisch s e'i n. m ü s s e. u n d ich zweifle nicht, daß Ihre' Bemühungen allenthalben und bei allen Schulorganen Verständnis und Förderung finden werden. Auch ich selbst werde Ihnen,. soweit mir dar mein Amt gestattet, bei' Ihrem e d l e n S t r e b e n Beistand reisten," SW*- * ♦ Demokratische Schule, demokratische Lehrer! Der Präsident spricht zu den sozialistischen deutschen Lehrern Bluttat der„Volksgemeinschaftier“ Ein mährischer Sozialdemokrat von Henlelnleuten ermordet Schlesischer SdP-Krelslelter zu sechs Wochen Arrest verurteilt Der Jägerndorfer Kreidleiter der Sudetendeutschen Partei, I o s e f B a r w i g, hielt im Jänner, Feber und März dieses Jahres in einer Reihe von Orten Versainmlnngen ab, in denen er nach den gleichlautenden Berichten der Regie- rungSvertreter zu„Haß und Mißachtung gegen den Staat" aneiferte. Selbstverständlich betonte Herr Barwig vor Gericht seine Loyalität gegenüber der Republik, selbstverständlich sei cs ihm nie eingefallen, den demokratischen Staat zu schmähen und seine Einrichtungen herabzusetzen. Das Gericht aber tonnte seine und des Verteidigers Dr. König gemachten Darlegungen nicht überzeugen. Es erkannte Bärwig der Uebertretung de» Schutzge- fctzes schuldig und verurteilte ihn z u s c ch s W o- chen Arvest unbedingt und zu 400 Ie Staatsform der deutschen Schule Erg-bni», daß die Zusammenfassung all dieser ungestörte Enttvicklung garantiert und Ne vor Kompetenzen in einem ei n h«ttlich«nF tu g-, Strömungen schützt, welche ihre lvahre Sendung be- ministerium doch werde kommen müssen. l einträchtigen und sie einer fremden politischen Jdeo- Donnerstag früh,erstatteten B e ann unterstellen. Hf 1-- Je vi-"-'ijjjr 1-• t- L- Die deutsche Schule in unsere« Staate kann nicht ein« Kopie der deutschen Schulen im Ausland«, sondern sie mutz«in demokratische» Gebilde sein, welche» an» der gemeinsamen Interessensphäre aller aus dem Boden der Republik lebenden Ra», tionalitäten hcrvorwächst. Sie haben auch recht, wenn Sie sagen, daß wir einander noch nicht gut kennen. Und für diese» Kennenlernen, für die Herbeiführung diese», gegensei« tigcn Verständnisse» ist die Schul« der geeignetste Ort. In ihr wird di« junge Generation herängezogen. Werden den Kindern di« Grundlagen der Kultur de» eigenen Volle» eingepslanzt, lernen'.sie. da» andere nMaaaonaaw»--• Avll und die Kultur der Gesamtmenschheit kenne», t m i n e n t e m. Staat» intt r's's e und auch, An»'wahrer, keineswegs einseitiger Erkenntnis, ent- die Politik der Kleinen Entente hätte einen Por- Ispringt gegenseitige Ächtung, da» Gefühl, der Ver- teil davon.' träglichkeit und geistige Gemeinschaft. '"Teile"4". ZumtragischenTodeSalengros Die wahren Frontkämpfer stehen in der Volksfront (Kriegsteilnehmer bei der Demonstration am Waffenstillstandstag)' 1020 Waggons Margarine- Mehrkontingent Die langwierigen Verhandlungen über-da» Ritiisffett-Sonderkontingent fiir den Rest der Heuritzen JahreS wurden nunmehr mit der Pewilfi- gung von 1020 Waggons abgeschlossen. Gleichzeitig würde das Verhältnis der Sorten so fest- gesetzt, das; von dem Gesamtquantnm 40 Prozent aus die billigen mid je 80 Prozent auf die teueren nüd mittleren Sorten entfallen. Die'von den Margarineproduzenten geforderte Preiserhöhung wurde nicht bewilligt, doch kann diese Angelegenheit noch nicht als bereinigt angesehen werden, da. die Industrie ihre Forderungen aufrechterhält und weitere Verhandlungen laufen. ' Die Aufteilung deS. Kontingents.erfolgt entsprechend dein bisherigen"Schlüssel, so daß"der Anteil der deutschen Arbeiter in der, Kunstfett- indüstrie unverändert bleibt. Es ist,erfreulich, daß im Verläufe der auch diesmal sehr schwierigen und harten Verhandlungen über da» Margarine- Kontingent wenigstens der frühere Versuch sticht wiederholt wurde,, an dem Aufteilungsschlüffel Aenderungen zuungunsten der deutschen Arbeiter herbelzuführen„ Mit der Bewilligung deS genannten Quantums für das heurig« Jahr ist. allerdings die Frage der Margarine-Versorgung nicht von dir Tagesordnung, verschwunden. Da inan. sich trotz aller bisherigen Erfahrungen in gewissen Kreisen noch nicht zu der Ueberzeugung durchgearbeitet hat, daß die Schwierigkeiten auf diesem Gebiet, auf keine andere Art zu beseitigen sein werden, als durch die.Beseitigung der Kontingentierung, ist eS hoch an der Zeit, Vorsorge für das kommende.Jahr zu treffen und das nächstjährige Kontingent, welches neun bis zehntausend Waggons erfordern wird, zu bestimmen. Diese Entscheidung hätte schon am 1. November getroffen werden sollen. Veränderungen im„Prager Tagbtott". Meh- rere Blätter"melden, daß im„Prager Tagblatt" grähere Personalveränderungen bevorstehen, die auch nicht ohne Einfluh auf die politische Haltung des Blattes iein dürsten. Danach sollen der Her» auSgcber Rudolf Keller, der Chefredakteur Dr. Blau und ein politischer Redakteur.zurücktreten und an, deren Stelle neue Leute kommen, die der nationalsozialistischen Partei im Reich wie der SdP näherstehen werden. Das sei der Wunsch der Besitzer Nostitziund Benies, welchen die demo- kcatische Einstellung des Blattes nicht paffe. Vom „Prager,Tagblatt",wird demgegenüber mitgeteilt, daß essichum nichts anderes handle als um die Pensionierung des bisherigen Chefredakteurs Dr. Blau,.dah aber, sonst, keiner der bisherigen Funktionäre-, insbesondere, nicht, der. Herausgeber Keller, gehen, werde. Auch an der politischen Haltung. de»'Blattes werde sich nichts ändern.. Schmidt beim „Führer"-Rapport ■ B erlitt. Reichskanzler Hitler empfing Donnerstag.den österreichischen Staatssekretär Dr. Schmid» zu einer, etwa zweistündigen Aussprache über schwelende politisch« Fragen. An der vespsechMig Ntthmey Reichsminister. Freiherr van Neurath, der österreichische Gesandte in Berlin Dr. In». Tpuschitzi Botschafter v o n P a p e,n und Staatssekretär Dr. Meißner teill Im. Anschluff« hieran stellte Staatssekretär Dr. Schmidt dem Reichskanzler'seine Mitarbeiter vor. Pap6e— Gesandter In Prag Warschau. 1 Auhennsitiistcr Beck empfing gestern vormittngö den tschechoslowakischen Gesandte». in Watschau Dr: Juraj S l ä v i'k.; Nach einer Mitteilung von. zuständiger Stelle hat die polnische Regierung um das Agrtment für den bisherigen Generalkvnunissär in Danzig. Ministeb Papke angesücht,-der-demnächst von"seinem Posten scheiden.und zum pvlnischen Gesändien in Prag ernannt werde» soll. loujours en retard „i m m e r v e r s p ä t e t" zu sein, war ein Ruhmestitel, den sich daS alte Oesterreich im Lause der Jahrhunderte erworben hatte und den auch die Bahnen im. alten Oesterreich teilten. Eine der erfreulicheren Erscheinungen der„Ent- österreicherung" in" der Republik war es, dah mit der Zeit die Bahnen Pünktlicher wurden. In der jüngsten Zeit aber hat das stark nachgelassen. Schnellzüge und Pcrsonenzüge Verkehren mit kleinen und größeren Verspätungen. Zehn und 16 Minuten Verspätung sind, keine Seltenheit, sondern auf stianchen Strecken— z. B. Aussig— Teplitz—Komotau— beinahe die Regel. Dabei hat. man ost dm Eindruck, daß es die reine Schlamperei ist. welche.die Verspätung verschuldet. Wenn in Aussig-Stadt der sür"Teplitz bestimmte Zug nicht in den Bahnhof geschoben wird, obwohl während der Wartezeit kein, anderer Zug einläust oder aussährt und wenn dann nach verspäteter Heranführung der Garniturerst mst dem Verladest-der. Postpakets begonnen wird, die man.ebenso gut früher hätte vornehmen können, ist eS verständlich, wenn das Publikum schinipst und murrt. Eine Schlamperei' ist es auch, daß kleinere Verspätungen- meist gar nicht erst ausgeschrieben werden, dah die Tafeln, auf denen die Abfahrts- zeit und das Geleise angczeigt werde», immer die normale, meist also lang überholte Abfahrts- zeit angeben und daß sehr ost,in letzter Zeit die falschen Tafeln auSgehängt werden.- Wir gehören sicher nicht zu den Raunzern, die in der Pünktlichkeit der Bahnen daS einzige Kennzeichen eines guten Staatswesens erblicken und ebendarum für die faschistischen Staaten und Zuchthäuser schwärmen, aber in einer Zeit, in der man auf, wehrpölstische Bereitschaft not- gedrungen so großen Wert legt, wäre eS immer- hin nützlich, den Bahnverkehr in peinlicher Ordnung zu halten! Wettbewerb'für den Frieden. Die Gesellschaft für Neue"Geschichte(New History Society New Aork) veranstaltet einen öffentlichen Wettbewerb. Drei Preise von 1000 Dollars, 000 und 400 Dollars und sechs andere Preise von je 200 Dollars sollen denjenigen gewährt iverden, die im Umfang«' von höchstens 2000 Worten am besten die Frage beantworten: Wie können die Völler die allgemeine Abrüstung am besten durchführen? Ausstellung. für den Frieden. Nach der Schweizerischen, Lehrerzeitung vom September dieses Jahres hat die Berner Gesellschaft für den Völkerbund beschlossen,«ine allgemeine Ausstellung für den. Völkerbund und für. die Propa- ganda de» Friedens in den schweizer Schulen zu organisieren. Reue Stllrme im Atlantik. Die Ost- und Südküste Englands wurden Mittwoch von schweren Stürmen heimgesucht. DerSchouer„Oliver Brauch/' ging auf der Höhe von Suffolk mit der gesamten steunköpfigen'Besatzung unter. Mehrere größere Schiffe wurden ans Land getrieben.'' Verminderte Selbstverwaltung in drn rus- sischen Schule«. Im- Zuge.der Revidierung der Selbstverwaltung jn oen russischen Schule^ find nunmehr auch did Schülerkomitees durch Dekret abgeschafft worden. Diese SchülerfomitecS sollten eine Forderung der radikalen Schulreform auf Kontrolle des llstterrichtS dprch die Schüler.er», füllest.',Sie ,werddn in-Zukunft durch Schüleraus- fchüffe.ersetzt iverden, die im wesentlichen nur Hilfsorgane der.Schuldisziplin sein sollen. Sie sollen den Schüler-bestimmen,. der den Ordnungsdienst zu leisten- hat, sollen Wei-der Leistungssteigerung'der Schüler helfen und die Propaganda für die'Landesverteidigung'machen,(Za. KommunistitcheSkoe ProSwetscheniei.Okt: 1230) Deutscher Rekord,(mb) Nach dem Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich 1280, Rubrik Sterbefälle, find im Jahr"1284 durch Hinrichtung 162 Personen umgekommen, darunter drei Frauen.(Begnadigt wurden,, was im Jahrbuch nicht vermerkt ist, neudeutscher Sitte gemäß, einige Fraucnmörder.) Von den 162 wurden 77, darunter eine Frau, auf Grund des Gesetzes der Staatsnotwehr hingerichtet.— 75 Kriminelle und 77 Politische— Adolfs„Strecke" tonn sich sehen lassen! Ein sonderbares Unglück ereignete fich Donnerstag auf. der Grube„Jan Mari" in Schlestsch- Ostrau. Obertags fing eine Holzbaracke, die unweit des Wetterschachte» stand, durch den frische-Luft in die Grube gesaugt wird, Feuer. Mit der Frischlust wurde auch der Rauch eingezogen, der bis zum fünften Horizont hinabdrang, wo zu dieser Zeit«ine Gruppe von Bergarbeitern beschäftigt war. Diese wurden zunächst von Husten befallen und verloren später da» Bewußtsein. Einigen von ihnen gelang eS, von dem Unfall die Rettungsmannschaft zu verständigen, die einfuhr und sechs Bergarbeiter, welche Symptome schtverer Vergiftung zeigten, an die Oberfläche brachte. Sie wurden nach erster ärztlicher Hilfeleistung in das Bergarbeiterkrankenhau» in Pctrvkovice gebracht, wo drei von ihnen noch in bewußtlosem Zustande liegen. An die Unglücksstelle wurde eine UntersuchungSkommiffion d«S Revierberg- amter entsendet.... Eine Rekordhochzeit fand, wie die jugoflawischen Blätter berichten, in Ada bei Senta statt, wo Karol Doja seine einzige Tochter verheiratete. Bei' der Hochzeit wurden für Kuchen 100 Kilogramm Mehl verbraucht, 100 Kilogramm belegte Brötchen und etwa 1000 Kipfel verzehrt. Die-Suppe wurde au» dem Fleisch eine» gemästeten Ochsen gekocht. Ferner wurden zwei Kälber, Mei gemästete Schweine, zehn am Spieß gebratene Ferkel,. 200 Hühner und 80 Truthennen verzehrt. Bon der Menge der verbrauchen Getränke wird-gär nicht gesprochen. Mysteriöse Waffenfchlebnng. Im Lager einer TranSportfirmä in Bordeaux wurden 20 Kisten mit 40.000 Flugzeugbcstandteilen entdeckt. ES handelt sich um eine« Flugzeugtyp, der im französischen, Militärflugwesen in Verwendung-steht, nur daß er etwas abgeändert ist. Die Flugzeugbestandteile wurden in Pari» aus die Bestellung Lucien Bourdale» hergestellt, der sich al» Ingenieur ausgibt und bei dem kompromittierende Dokumente gefunden wurde», die ihn überführen, daß er vom Konsul einer ausländischen Macht in Bordeaux«inen Betrag"von 60,000 Francs empfangen hat. Wie"erklärt wird, hat die Untersuchung ergeben,, daß sich an der Erledigung der Bestellung drei Firmen beteiligten. Bourdale tvurde verhaftet mnd ins Gefängnis eingeliefert. Belle» verboten,(mb) John Scef in Port Huron(Michigan) flog für eine Woche in» Loch, well er gebellt hat.' Seine Frau, die nicht mehr mit ihm zusammenlebt, hatte vor kurzem eine richterliche Verfügung erwirkt,»ach der. ihr ehemaliger John sie- weiterhin nicht mehr belästtgen dürfe. Da John also nicht mehr mit ihr sprechen, ja nicht einmal eiy kleines Schimpfwort hinter ihr herrufen durfte, bellte er wie esst Hund, als er sie auf. der Straße traf(um doch wenigstens- auf irgendeine Weise seinen Gefühlen Ausdruck, zu geben)- Er würde verhaftet und wegen Mißachtung de». Gerichtes(d. h. der gerichtlichen Verfügung)- zu acht Tagen. Haft verurteilt. Und das- Schlimmste, ist: Pellen darf er auch im Gefängnis-nicht. Er will nicht sterben:-(mb) George Räft, Filinschauspieler in Hollywood" will, nicht sterbest. Er war neben Gary Cooper al» Stär-für den Film „Souls at Sea" vcrpslichtct.der zur Zeit gedreht wird. Cwp.er sollte überleben ustd-.da» Mädchen-bekomme», Paft sollte eine»'heldenhaften Tode» sterben.- Aber diese unsympathische' Rolle' mißfiel ihm. Als die Szene gedreht.-werden sollte/stellte-sich heraus, daß Raft,, der von Anfang an gegen seinen Tod proiesüert: hatte, nicht erschiesten War. Am nächsten Tag gab er bekannt, daß« mit der Para« »iount fertig sei.--. Lincoln al» Erfinder. Daß Abraham Lincoln einer der größten Mämwr Amerika»- war, dürste allzemein bekannt sein. Aber nichteinmälin Amerika wußte man bisher, daß er auch eine Erfindung gemacht die allein genügt hätte, ihn berühmt zu machen.. Daß er aber überhastpt diese Erfindüstg ge« macht hat, wurde er-jetzt-durch«inen"Zufall end« deckt, nämlich bei. der.Hebustg eine» In der MH« von" San Franei»co auf Grüstd gelaufenen- Schiffer. Bef dieseriHblegenheit'stellte, ein iSchiffshilliherMst, daßsichinsetNem Besitz die Abschrift eines Patentes befand^das vöii< keinem, geringeren. al». AhrHmst Linxoln„allerdings-zn>elner Seit,- ath'«p,,nÄH-sincht Präsident wär,' augcmeldet wurde. Diese»^Pa^nt bestand darin, alle Schiffe' äst' dest-'SeMÄWWn mit abgedichteten Kanuuern auszustatten, die^.West» da» Schiff"gesunken.' ist)-durch ein'.-bcsondere-i'BFr« fahren mit Luft-gestillt tvekden, so daß sich da»,Schiff vou selbst hebt..Diese Prozedur-wird seit fast!,-hundert Jahren. in'Amerika angewandt,.mtv.wubi"i-bwh«r nieniand,- daß-sie- auf Lincoln zurültoing. i'060 Kilometer ist 5 Stünden 48 Minuten,,Der Erprcßzug zwischen London' und Glasgow', in'Schottland.hat dieser Tage einen Eisenbahftfbeltrekvrd, geschaffen,-indem er ihm gelang,-die.ründi06ü,-Kilometer, lange Strecke in 6 Stünde» 48 Minuten zu« ri'ickzulegcn., Die Strecke London^GläSgöw.stsh die längste.-Distanz in Europa, die- von den Zügen ohne Aufenthalt durchfahren"wird. Sie wurde 1hl>6 ,«r- öffnet.,. Das Sonderbare ist, daß, der erste Zug im Jahre, 1888,. der allerdings, nur dje Streck«:.-hon Edinburgh nach London durchfuhre»i find dieS'.rund 600 Kilometeb— etwas iKer-8 Stüstden brauchte, ejn Rekord, der erst- jetzt, nach: 41; Jahren, unterboten werden konnte. Es ist intereffastt,'däß'der Heizer auf der Rckordfahrt- während dir 6' Stunden 48 Minuten nicht weniger alSacht'TonnenIWlt in den.Keffel schaufeln mußte, eirw- Arbeit.dft-eine fast übermenschliche Anstrengung Verlangt, . Tie entthronte Mttcky-Mouse, Walt Disney,' der Erfinder der Micky-Mouse, hat jetzt einen Teil sii- ner neuen Spielfilmserie fertiggestellt,'in der nicht mehr Micky-Mouse die Hauptrolle"spielt,sondernsdi« sieben Zwerge. Der erste Film der Serie- heißt „Schneewittchen uniudie.sieben Zwerge",-sollckÜnst« Irrisch besonder- gelungen fein und hab über 200.000 Pfund gekostet. Disney:erklärt, daß«'.für. I,diese Serie ganz neue Effekte verwandte habe,die-geradezu sensationcl- wirken'würden.'. Endlich Schn« statt stiegen? In Ost- und Nordeuropa herrscht nunmehr winterlich«: Witterung..Die kalte Lust breitet sich von-dort' allmählich-.gegen unsere Gebiet« au». In Deutschland- wurden^Don» nerstag nachmittag» meist nur- null'bi»-'plus--zwei Grad Celsius verzeichnet und an viele», Orten schneite er, Im Gebiete der Republik wurden- jedoch gleichzeitig noch plus 6 bis: plus 10 Grad LelsiüSge- meffen.und nur.im Gebiete de» Erzgebirges betzinnt die Abkühlung auch nach Böhmen einzudringe».'— Wahrscheinliches Wetter Freitag: Antzäuern- dt» ziemlich bewölkten Wetter», ohne. erhebliche'Niederschläge. Allmähliche Abkühlung.—WetteräuLsichten kür. Samötag: Weiterer- Temperaturrückgang. Stellenweise Niederschlag, auch.indensfieferenLagen zum Teil-in"Schneeform. Vom Rundfunk; IlWilennHrtM atis Men»mrMMMei Samstag Prag, Sender lr 10.16:'Deutsche.Senduüg: für die Frau, 10.80: Schallplatten, 1"2il0:.CHüü- sons, 16: Unterhaltungsmusik,'10146: Theater für. die'Jugend,- 17.86: Deutsche Sendung: Sborwor» schau,' 18: Kleist:- Fragment- aus Robert.Güirkchcd, 18.45: Deutsche Preffe.-22.16: Tanzmusik.—sSyi. der II: 7.8ü: PopuläreS-Schallplattenkönztrt^ 14!10: Deutsche. Sendung: Janctschck: Musikalische-ZeiMe- schichtc, 14.60: Deutsche Prelle,-18.15: Tanzmusik. —i Brünn: 11.05: Mundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche- Sendung: Konzertstunde. PrehbvÄ; 12:86: Mitiagskoüzert."— Kaschau: 12.06: Tanzmusik, 22.80: Unterhaltungskonzert. 1—’ Mährisch. Ostrau: 10.80: Schallplatte»..''.-..'-st ..' Wird sie Sonjas Nachfolgerin?' Die- pnnljsche'EIskunstlänkerin-Megan T ch».-lor wird, vielfach äls-.estie ter'Nachfolgerinnen. ,der'.-g"eo-, -- Hen Meisterifts.Svtisa'.'HeNie-änqesehen»-:>!, Nr. 270 Freitag, 20. November 1036 Seite.V Die Fertigwarenausfuhr, Die tschechoslowakische Ausfuhr In /Fertigwaren hat In den ersten zehn Monaten 1986 eine Entwicklung zum Besseren genommen. Wurden in der gleichen Zeit 1936 für 4817.9 Millionen K6 Fertigwaren exportiert, so im Jahre 1986 für 4024.9 Millionen XL. Die Zunahme beträgt demnach 307 Millionen XL. Im Oktober ist die Ausfuhr um etwa 8 Millionen XL hinter dem September zurückgeblieben. Am stärksten zu der Erhöhung de» Fertigwarenexportes hat die Lederwarenindustrie beigetrügen. Bon 802.4 Millionen XL in den ersten zehn Monaten 1936 konnte sie 1986 ihren Export steigern auf 875.4 Millionen Xh> Der Glaswarenexport erhöhte sich in der gleichen Zeit von 456.6 Millionen nur auf 476.5 Million«» Xi. Die Ausfuhr von Baumwolle, Garnen und Waren daraus stieg von 589.6 Millionen'auf 578 Millionen XL. Die Konfektion»« warcninduftrie konnte ihr« Ausfuhr steigern von 266.8 Millionen auf 292.2 Millionen XL. Auch für Seidcnwaren ist die Steigerung ganz erheb- llchi von 223.6 Millionen auf 274.1 Millionen Xi. Die Päpiertvarenindüstrie erreichte«ine Steigerung um nahezu 80 Millionen Xi, nämlich Von 168.6 Millionen auf 197.4 Millionen XL. Dagegen ist in dem Export von Tonwaren«in Rückgang zu verzeichnen. In den ersten zehn Monaten 1985 wurden für 144.8 Millionen"Kt auSgeführt, in der gleichen Periode 1986 jedoch nur für 187.2 Millionen XL.- Tschechoslowakische . Wirtschaftsnachrichten '■ Set Zustrom zu Mn freien Gewerben. Die neun Handelskammerbezirke melden für das dritte Vierteljahr 1986 einen Zuwachs von 5562 Gewerben, Davon entfallen 2877 auf frei«, 1749 auf handwerksmäßige und 936 auf konzessionierte Gewerbe. Erhöhte Schweine- und Fetteinfuhr. Seit Jahresbeginn sind 235.851 Schweine«ingeführt worden. Im Vorjahr waren es nur 151.981 Schweine. Di« Fetteinfuhr Ist von 61.505 Meterzentner im Vorjahre auf 181.469 Meterzentner in diesem Jahre gestiegen. Die Tabakregie als Arbeitgeber. Die Tabakregie beschäftigt zur Zeit 9000 Arbeiter, von denen 6000.Frauen und 8000 Männer sind. Zu ihnen kommen noch 696 Angestellte und Beamte. -■ Riesenaufträge der Staatsbahnen. Di« Staatsbahnen führen mit dem Eisenkartell Verhandlungen wegeiviLieferung'von 100.000 Tonnen Eisenbahmnaiertal,-von'dem"depgtößte Teil auf Schienen entfällt. Kohlenvertragmit Deutschland erneuert! Der zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei bestehende Kohlenvertrag, der den gegenseitigen Kohlenbezug regelt, ist in soeben beendeten Verhandlungen um 21 Monate verlängert worden. Er läuft nunmehr bis 81. Dezember 1988. Der Profit blüht wieder I . Die Kapitalisten aller Länder haben lein Jnjoresse daran, der Oeffentlichkeit die wirkliche Höh«.de» erzielten Profit» aukzuweisen. Wo sich dir, Unternehmungen im der Hand eine» einzelne»'Besitzer» befinden, ist der erzielte Gewinn überhaupt sehr schwer zu ermitteln, da ja dex Inhaber auch der Steuerbehörde gegenüber sehr weit- gchende Möglichkeiten der Verschleierung.hat. Wo durch.Me.For/wder Unternehmung,, wie z. B. bet Aktiengesellschaften und bet Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die Oeffentlichteit durch die Geschäftsberichte Angaben über di«.Entwicklung' des ÄsiiernehmeNS erhält,' sind zwar gewisse An- Halthwtntte7'fiir'di«'tatsächliche Höhe de» epziel- ten»Gewinn» gegeben,-' aber die ausgewiesenen Ziffer», werden in der.Regel nur einen Teil der Wirklicher Gewinne widerspiegeln. Da»'»! ist jedem Land so. Wenn wir nach- steheud'aus einigt» Ländern die Gcwinnentwick- luug bou Aktiengesellschaften wiedergeben,'so sollen die angeführten Ziffern vor allem, die für', die kapjtaljstlschen'Unternehmer günstige Tendtnz aufzelgtn. Beweisest sie' doch,' daß seit 1988 überall: eine ganz bedeutende' Erhöhung der Gewinne' zu verzeichnen ist.-Beginnen wir mit D e u t s"ch l'a std.^ Im Jahr 1988 wird als Ab-' schlußergcbniS von 2000 deutschen- Afttengesell« schaftenweder öi» Gewinn noch ein-Verlust au»-! gewiesen!- Jist nächsten Jahr« erscheint ein Gewinn von 700 Millionen RM, dec sich im.'Jahre 1985 aüf 1,8' Milliarden RM'erhöht hat. Bon 1984 zll l935 äisö nahczu eine Verdoppelung de» Reingewinns,trotzdem die Aktiengesellschaften um»! sangr«iche! Abschreibungen- und Höh« Ueberweisun- gen q» Rerservcfond» borgenommen haben.. Di« in-den B er« i n ist t e n Staaten, von Nord a m er I ka.berücksichtigten. Unternehme» der Industrie u»d de» Bergbaues gäbest für 19.88 noch einen Verlust von neüii Millionen Dollar an. Der rasche Konjünkturaufitjeg ließ sie 1981'bereit»«in«n GewinnwoN195i Millionen Dollar mnd im Jahre- 1985«inen solchen von 250st.Millionen Dollar ausweisen. Die gezahlt« Divibrndestsuinme-ist von. 1400 Millionen Dollar im Jahre 1984 auf 1900 Millioneü Dollar im JWt!<1985 steftiegen. 2000 e n gl i sche Akkiestgesellschaften-weisen ihren Gewinn für das Jahr 1982 mit 148.3 » 9 iS 1» Millionen Pfund Sterling au». Im Jahre 1984 beträgt er 168.8 Millionen Pfund und im Jahr« 1985 198.9 Millionen Pfund Sterling. In Belgien erzielten 7000 Aktiengesellschaften im Jahre 1988 Gewinnüberschüsse von insgesamt 789 Millionen Franc.. Sie erhöhten sich im nächsten Jahre auf 1884 Millionen und im nächsten Jahre auf 1655 Millionen Franc. Ganz außerordentlich günstig entwickelte sich der kapitalistische Profit in I a p a n. Die fortschreitende Industrialisierung,. der Mangel einer umfastenden Arbeiterschutzgcsctzgebung und dar Fehlen gewerkschaftlicher und politischer Arbeiterorganisationen gestatten den japanischen Kapitalisten eine viel intensivere Ausbeutung der Arbeiter als in vielen anderen Ländern. Tausend japanische Jndustrie-Untemehmungen gaben ihre Nettogewinne fiir da» Jahr 1982 mit insgesamt 860 Millionen N«n an. Im Jahre 1984 werden sie mit 760 Millionen fien auSgetviesen. Da» angelegte Aktienkapital verzinste.sich 1982 mit 6.7 Prozent, 1985 mit 11.5 Prozent. Da» Weltbild des Prosit» ist für die Kapitalisten günstig. E» ist an der Zeit, daß der wirtschaftliche Aufschwung es auch für die Arbeiterklasse günstiger gestaltet. Griechenland plant weitere Einfuhrdrosse- lung. Die griechischen Handelskammern Ivurden vom Wirtschaftsministerium verständigt, daß für 1987 mit einer weiteren Beschränkung der Ein- fuhrlontingente zu rechnen ist. Die neuerliche Kontingentkürzung soll gegen Länder, in die mit freien Devisen zu zahlen ist und gegen die lllearlngländer mit ständigem Pastivsaldo gerichtet sein. Bau von 50 Militärflugplätzen..vorgesehen..Hje- von sind 89 Flugplätze bereits etrichiet, und zwar größtenteils in Süd-England.' E» wird-behaupte!, daß große Hoffnungen auf die Durchführung des Projekte» gesetzt Iverdeu, das die Ausspannung eines großen. an Ballonen befestigte» Netze» ring».um London zum Schutze der Hauptstadt vor Fliegerangriffen Vorsicht. E» wird damit gerechnet, daß sich der Vorteil dieser Ballonsperre besonders bei nebligem Wetter erweisen wird, bei welchem die. Jagdflugzeuge die Bombenflugzeuge schwer aussor- schen können. Stockholm. Dio unter den Mitgliedern der schwedischen Gewerkschaftsorganisationen zugunsten der Opfer der spanischen Aufständischen eingcleitete Sammlung ergab 127.00 schwedische Kronen(dal sind ungefähr 900.000 Kü), Englands Interesse • am Fernen Osten London.„Times" veröffentlichen eine Meldung ihres Korrespondenten au» Shanghai, in der e» heißt, daß nach Informationen au» Tokio Italien wahrscheinlich dem deutsch-japanischen Abkommen gegen den Kommunismus beitreten tverde. Italien werde Mandschukuo anerkennen und als Gegenleistung hiefür anerlenne Japan die italienische Expansion in Abessinien. In einem Kommentar zu dem Abkommen sagen die„Times": Wenn der Text des Vertrages veröffentlicht werden wird, dann wird sicherlich behauptet werden, daß es sich um ein V e r t e i d i g u n g S« abkommen handele. Niemand hat, wie es scheint, das Bedürfnis, ein solches Abkommen einer Prüfung zu unterziehen. Andererseits besteht kein Grund, an den friedliebenden Absichten Rußlands weder in der Gegenwart noch in nächster Zukunft zu zweifeln. Schließlich müssen alle Behauptungen Japans über den Dcsensivcharakter seiner Politik mit Reserve aufgenommen werden. Die Tanks und di« Flugzeuge der Ktoantungarmee, die zur Zeit an der mongolischen Grenze operieren, können kaum als„B e r te i d igun g s- mittel" Japans gegen einen sowjetrussischen Angriff bezeichnet tverden. London. Berichte aus Singapur bestätigen, daß während des holländischen Flottenbesuches in Singapur ein eingehender Meinungsaustausch über-«ine, e n g l i s ch- ch'ol.lä.n-disch« Flottenzusammenarbeit in den ost- indischen Gewässern im Kriegsfall« stattfand. Der Oberbefehlshaber der niederländisch-ostindischen Flotte, Commodore Helfrich, erklärte vor seiner Abfahrt, daß Singapur« in Kriegszeiten für Holland nützlich sein könne. Andererseits könne der holländische Flottenstützpunkt in S uratz aha-für England von Nutzen sein. Helfrich teilte auch mit,-ah die Oellager in Hol- ländisch-Borneo stark befestigt worden seien, um ihre Eroberung im Kriegsfälle zu verhindern. neuer Hirtenbrief der deutschen Bischöfe Berlin.(HavaS.) Der Kardinal und Erzbischof von Köln, Schulte und der Bischof von Paderborn, Berning, ließen in den Kirchen ihres Sprengels einen Hirtenbrief zur Verlesung bringen, der die Befürchtungen der beiden Seelen»'< Hirten über die Erziehung der Jugend zum Au»- drucke bringt. Der Hirtenbrief führt Klage über den Druck, der auf das Gewiffen der Gläubigen auSgeübt wird, daß die Kinder gegen ihre Eltern aufgereizt sind und daß auch viele Erwachsene gezwungen sind, unter dem materiellen Drucke gegen ihre'Ueberzeugung zu handcln.Jn dem Hirtenbriefe heißt eS schließlich: Auch wei- ierhin werden wir das katholische Evangelium verkündigen und die Gläubigen an die Grundsätze ihres Glaubens erinnern. Nichts auf der Welt kann uns dazu zwingen, daß wir von unseren heiligen Pflichten ablassen. Wir sind davon überzeugt, daß die Katholiken ihrem Glauben treu bleiben werden und die» auch unter der stärksten Bedrängnis und daß sie für die größten Opfer vorbereitet sein werden. Folgen deS 11. Juli. In Ried a. Jser tagte eine Sitzung der Bürgermeister der dortigen Gegend, in der einige Redner Beschwerde führten, daß sich die Nationalsozialisten nach dem 11. Juli ungewöhnlich aggressiv verhalten und überall die Arbeit in den Rathäusern erschweren. Die Bürgermeister forderten energische Maßnahmen der Regierung gegen die beunruhigende Tätigkeit der Nationalsozialisten. In der letzten Zeit kam es in oberösterreichischen Gemeinden zu zahlreichen Provokationen der Nationalsozialisten. Jntereffant« HandelSstatistlk. lKa.) Jugoslawische Zeitungen bringen einen intereffanten Vergleich der jugoflawisch-ffchechostowakischen und der jugoslowakisch-deutschen Handelsbeziehungen. Da» AußenhandelSpassivum Jugoslawiens gegenüber der TSR. beträgt in den Jahren 1081—86 175,9 Mplstmeif,.HitIP, wählend sein Pasiivum gcgeiiüb«r Deutschland,.in-W. gleichen Zcitrmime.841,1 Millionen Dinar erreicht. Unter Berücksichtigung, der Einwohnerzahlen aller drei Staaten, hat der jugo- slawische Statistiker folgende» errechnet: In fünf Jahren kaufte jeder Deutsche für 47.70 Dinar jugoslawische Produlte, während jeder Jugoslawe für 244.70 Dinar deutsche Waren bezog. 241.27 Dinar gab jeder Jugosiawe im gleichen Zeitraum für csl. Waren au», während auf dem einzelnen Tschechoslowaken für-192.40 Dinar jugoslawische Erzeugnisse entfallen.— Man sieht, die Handelsbeziehungen mit Deutschland sind sehr vorteilhaft— für Deutschland, Di« britischen Luftrüstungen. Seit dem Monat Mai des.Jahres 1985 wurde die britische Luftwaffe um mehr al» 50 Prozent verstärkt. Zur angeführten Zeit bestand die britische Luftwaffe aus 58 Eskadre» mit 580 Maschinen. Heute verfügt sie über 80 ESkadre» mit 992 Maschinen. Im Gesamtplan der britischen Luftrüswngen Wird mit 129 Eskadre» mit 1750 Kampfmaschinen gerechnet. Im : Projekt des Ministerium» für Flugwesen ist der 5 Jahre schweren Kerkers für den gewesenen Stadt- sekretör von Böhm.-Alcha Unerhörter AmtsmIBbrauch Jnngbunzlau. lrb.) Nach dreitägiger Berhand« lung fällten Mittwoch die Jungbunzlauer Geschworenen da» Urteil über den gewesenen Gemeindesekrc- tär von Böhm.-Alcha, F r a n z H ä j e k, der des schwersten Amtsmissbrauches angcklagt' Ivar. Mit ihm zugleich saß auf der Anklagebank der Kassier de» städtischen Elektrizitätswerke» dieser'Ge-' meinde Franz Kuiera, doch ist'dessen Angelegenheit verhältniSinäßig einfach. Während Kuiera geständig war, sich in seiner AmtScigenschast Vcr-: untreuungen in der Höhe von 26.000, Xi schuldig gemacht zu haben, leugnete der Hauptangeklagte aufs hartnäckigste die Mehrzahl der ihm zur Last gelegten Defraudationsposten, die zusammen den ansehnlichen' Betrag von über 8 0 0.0 0 0 Xi auSmachen. Ohne auf Einzelheiten eingehen zu können— die Anklage umfaßte über sechzig, der RcvisionSbericht der Lan- dcsbehörde gar über 700 Seiten— genügt e», wenn wir die Situation, wie sie sich nach der Anklage ergibt, kurz dadurch kennzeichnen, daß dieser Funk-' tionär unterschlug, wa» sich nur unterschlagen-ließ und seine Malversationen durch fingierte Dokumente- gefälschte Unterschriften u. dgl. zu maskieren wusste. E» scheint, daß der seither verstorbene Bürger- meisterMlejnek zumindest von einem Teil-der Malversationen Kenntnis habe» mußte und die Verteidigung Hajeks suchte denn auch die Schuld soweit al» möglich auf den Toten abzulvälzen. Gegenstand der Unterschlammgen waren so ziemlich alle Kate, gorien der städtischen Einkünfte. Häjek nahm Falschbuchungen bei Verrechnungen der städtischen Abgabe» aller-Art vor und unterschlug alle möglichen Zahlungen, die der Gemeindckassa zügehcn'sollten. Ta». Kvrungg-eld-.sür--en.jtlidlsschen-GrnwinschuIlen wer-', schwand in seinen Taschen nscht niindeo gl» alle»iög<- lichen Zahlungen der Steuerträger und Subventionen, die der Gemeinde zugewendet wurden. Bon empörender, Skrupellosigkeit-zeugt''die Defraudation der zu Zwecken der Arbeitslosenhilfe angewiesenen staatlichen- Subventionen. Stadtsekcetär Häjek l i e ß s i ch v o n d«n Arbeitslosen Bi a^ncouuterschri s« t e n geben, die er als Beleg für die angeblich ausgezahlten Unterstützungen verwendete. Wie. bei der Verhandlung zutage kam, zwang ec einen Gemeindepolizisten, ihm diese Unterschriften, di« sein Verbre». chen maskieren sollten, zu beschaffen. Heber sechzig Arbeitslose wurden auf diese Weise um ihre Unterstützung geprellt und als Häjek verhaftet wurde, zeigt« es sich, daß er, auf diese Art förtzufahren gedachte, denn man fand«ine neue, noch nicht zu Ende- geführte DuSzahlungSliste auf:. Au» diesem Titelallein rechnet die Anklage dem Angeklagten, eine' Defraudation von vielen Tgüsenden nach. Die Geschworenen hcjähten einstinimla' die Schuldfrage hinsichtlich beider Angeklagter, Franz Kuiera wurde zu einem Jahr, der Hau—- angellagte.Fran z Häjek abet'zu fün f I ah- r e n schweren und verschärften Kerkers verurteilt. In Ihren König verliebt Ein junger Franzose, der aus England zu- rückkehrt, beklagt sich darüber, daß die Frauen in diesem Lande unerträglich geworden sind. Man kei eigentlich nie mehr, so sagt er, mit einer Engländerin allein. Beim töte ä töte beginnt sie unweigerlich und schon in den ersten Minuten von „ihm" zu sprechen. Er, daS ist in diesem Falle Eduard VIII. von England. Die wenn auch nur gedachte Gegenwart eines so von den äußeren Umständen begünstigen Rivalen Ist natürlich nicht jedermann» Sache. E» sei auch nicht möglich, fährt der junge Franzose fort, durch geschickte Diplomatie das Interesse der Dame von diesem Gegenstand« abzulenken. Wenn man ihr etwa sagt:'„da» Griin Ihres Kleides Ist ein besonders hübscher Farbton" so wird sie antworten:„Ja, diese Farbe bevorzugt der König." Und wenn man sie in einem neuen Anzug zum Spazierengehen abholt, wird sie einen anschauen und meinen':„Net, sehr nettl Aber warum haben Sie Streifen gewählt? Der König trägt.:." Man Nsird zum The««ingeladen und auf den. The«« taffen findet man da» Bild des Monarchen. DI« Dame hat große Knöpfe an ihrem Kleide,'darauf steht man da» Bild Eudards VIII. unter Glas. Seidenstoffe'mit dem' gleichen Bild« bedrückt gibt e»' noch nicht, aber die KrönüngSfeierlichkeiten find«» erst Anfang 1987 statt; bis dahin kann noch viel paffiexen. Man wird untev-solche» Umständen verstehen, welches Aufheben diejenigen Frauen, die im irgendeines: Weis.« zur^Gesellschaft" gehören, von den Klejdcrn machen, die sie. am Tag der Krönung tragen, werden. Die meisten besitzen diese Kleider schon jetzt. Ein Parfüm„Krönung" ist auf den Markt geworfen wovden,«ine neue Mode wird von diesem Tage datieren, usw. usw. Das sind die— nichtigen— Sorgen eines Volkes, dem eS wirtschaftlich gut geht, mindestens bester'als den Ländern des Kontinents. Ist über einen solchen Betrieb nur zu lächeln? AnderÄvo, in wirklich demokratischen Republiken etwa, läßt sich für die Phantasie der Frauen daS Wunschbild des idealen Liebhabers ebensogut durch einen Filmtenor, einen Cellospieler oder einen.populären Boxer darstellen.. Der wirklich erwachsene Mensch aber hat, wenn man es sich recht überlegt, gar nicht so sehr da» Bedürfnis zu vergöttern. Und fiir ihn, für den ertvachsenen Menschen, ist die Republik gemacht. Allerdings ergibt sich für jede Republik da eine Schwierigkeit. DaS Bedürfnis, jemanden zu bewundern,-er kräftiger ist, als wir sind, besser, gekleidet,' reicher, mächtiger, ja Wohl auch sittlich wertvoller, stammt' aus den Kindertagen der Menschheit. Und eS hat sich noch keineswegs völlig verloren. Besonder» die Frauen möchten in ihren Herzen Märe errichte». DaS ist'so. Darüber soll man sich nicht täuschen. Manch eine aber, die in privaten Beziehungen, wählerisch ist, gibt ihre. Liebe.und Treue in Sachen des StaaieS zu billig her. In,einem große» Nachbarlande haben die Frauen, das ist zahlenmäßig erwiesen,' die Wahlsiege der faschistischen Partei entschieden, da».heißt, st« eigentlich^haben ein faschistisches Regime erst möglich gemacht. DaS ist eine Tatsache, über die man sich al» Frau mit gutem Recht grämen kann. Man wird also wünschen müssen, daß die Frauen ein wenig erwachsener werden.. Betrachten wir e» genauer. Was geht in ehiem Menschen vor, der einen anderen anbetet? Nehmen wir den Fall eine» 18jährigen Mädel». chenS, das für Marlene Dietrich„schwärmt". Was denkt sich solch ein Kind?' Wenn cs sagenkönnte, was es„fühlt",— es wird das ja meist nicht sagen können— dann mühte es uns erkiä- >rcn: Ich gebe Marlene Dietrich den Auftrag, so- schön zu sein, wie ich nicht bin, schwindelerregend schön, übermenschlich schön. Mag. sie..sich, damit, abplageni Sie tut es gleichsam stöllvcrtretend für mich. Wir schon, hier steckt in der Anbetung -zugleich ein Verzicht. Und der steckt in jeder fin- -betung. , Wir könnten unserer kleinen Fremidin sagen: willst du nicht.lieber schwimmen gehen, wandern, wenn es deine Freizeit erlaubt,.-dein Haar pflegen, deine Augen blank waschen und .auf eigene:Faust so hübsch sein,-wie du nur kannst? Vielleicht gefällstt du dir dann-hesscr, als dir Marlene Dietrich auf die. Dauer gefallen 'würde. Und, um darauf zurückzukommen,'. in der Dat, die Leute, denen eS so außerordentlich wohl tüt, znbewundern» die verzichten auf etwas, ja -sie drücken sich um etwas.„Um polit: sch zu uc» jteilem dafür sind wir nicht reif." Das kann man hören.„Aber der Führer,- oder der Diktator, der weiß Bescheid I"'.'Dem.-älsö.,überläßt man daS Nachdenken.-. Genau. so,.?wih man. wunderliche dicke Leute isnterden SchäubegeisterteN'per großen SporWerMstoltün'genFindet. Damit, daß sie dpn flinken Burschen züjübcln, die hinter dem Ball herlaufen, kauften sie sich davon: frei,/selbst leidliche Fußgänger zu sein.- ES ist aber viel gesünder, wenn man alles dies— reich sein, kräftig sein, einsichtig sein, am liebsten selbst besorgen möchte. Denn das ungefähr ist der Sinn von„Demokratie"» A. Sch, «Seite 6 »Sozialdemokrat Freitag, 20. November 1036. Nr. 270 AagerAMmg Ltllleben sus drei Jahrhunderten Er sind samt und sonders Perlen, die Dr. Hugo Feig! aus Prager Privatbesitz in seiner Galerie zusammengetrage» hat. Auch die Staatsgalerie und das Kloster Strahod haben einige Bilder hergelieben. Die Ausstellung bietet Kunstfreunden eine nicht wie- derkehrende Gelegenheit, einige fütsszig erlesene Stilleben ans dem 17., 18. und in, Jahrhundert, sonst in Privatsammlungen verborgene Schätze, beisammen zu sehen. Man wird nicht miide, Bild für Bild die Meisterschaft zu bewimdern, mit der diese Arrangements gemalt i sind- Gemalt von Künstlern, die ebenso tüchtige Meister des Handwerks wie der künstlerischen Bewältigung ihrer Aufgabe tvare». Reize, die erst die moderne Photographie wiederentdeckt bat. die Schönheit des Materials, der weiche Glanz des Zinnes, die Reflex« auf kostbarem Silber, das Durchsichtige. Spiegelnde geschliffener Gläser, der Farbenschmelz einer Blume, die PerlenhNut einer Eidechse sind mit hingebcnder Andacht studiert und gemalt. Dabei ist eS erstaunlich, daß die bis inS kleinste Detail durchgefiihrte Realistik der Darstellung niemals kleinlich wirkt, sondern immer zu großer Gesamtwirknng zusainmcngehalten wird. ES war ein Spezialistentum, das besonders bei den Niederländern in hoher Blüte stand. Vollendeter wie auf den"Bildern von CIacsz, Garbon, Hamilton, R n Y f ch, S t e e n w>> k läßt sich diese Art Malerei schlechterdings nicht denken. Mit ihnen wetteifern der in Olnlütz geborene Georg Flegel, der in Frankfurt am Main gelebt hat. und Abraham Mignon, eb.ensallr ein Frankfurter, der eine wimmelnde Vielheit kleiner Dinge mit unübertrefflicher Naturtreue malt und dar Vielerlei erstaunlich geschickt zum Bilde zusammenznfasse» weist. Ein Meisterwerk ganz hohen RangeS ist daS Stilleben von Willem Kalf. Wie ist das glasige, durchscheinende Fleisch einer angeschnittenen Zitrone gemalt! Wie sitzt dar Gelb und Grau im Helldunkel der Bildes, und welche Grütze der Wirkung liegt in der Komposition, die das Bild einem Rembrandt nähert. Eine Malerei wie daS Stilleben von Vergcret aber hält den Vergleich mit den Meistern des Realismus au», die um eine Generation später kamen. Aber auch die einheimischen Maler bestehen in so erlesener Nachbarschaft durchaus, vor allem der Prager Meister Joseph Navrätil, dessen»Melonenschnitte" Naturnähe geradezu atmet Eigenartig ist der Prager Johannes Seitz. Seine Bilder, sonderbar unbeholfen in Einzelheiten, er» inner» im Eindruck an altdeutsche Maler und in der farbigen Stimmung liegt ein Anklang an die Cranach-Schule. Ein ganz impressionistisch gemaltes Stilleben von Anton S la v i i ck leitet schon zue modernen Malerei über; er könnt« auch neben dem schönen Stilleben von Jan Slavikek, dem Sohn dieses Malers, in der gegenwärtigen Ausstellung im „MäneS" hängen. Id. Verhungert. Borgestern abend- wurde inr Hofe des Hauses Nr. 13 in der WenzelSgaff« in Prag II, dar zur Demolierung bestimmt ist, ter 48jährige wohnungslose Landstreicher Iwan Vinickh in völlig entkräftetem Zustand"auf dem Boden liegend gefunden. Er wurde i»S Allgemeine Krankenhaus gebracht, starb jedoch kurz nach seiner Einlieferung an Erschöpfung. Sechsjährige» Kind, überfahren. Der Chauffeur Wenzel Fottl aus Micholup fuhr gestern vormittags mit seinem Auto P 11.105 durch die Podibrader Straste in Zijkov, al» der sechsjährige Georg JanuS über die Fahrbahn laufen wollte, auf halbem Wege aber umkchrte und so geradezu unter das Auto geriet. Er erlitt einen Bruch de» linken Schenkels sowie verschiedene Rißivunden und wurde vom selben Auto in? tschechische Kiudcrspital gebracht. Zusammenstoß!«In Schwerverletzter. Gestern um 8 Uhr früh stieb auf der Liebener Brücke daS Auto P 14.286 des Kaufmanns Robert Fifchel aus Bubcnci mit dem Auto P 484 des Beamten Adolk Stein aus Liebe» zusammen. Das Auto Fifchel» stiest gegen die Seitenwand de» andern Wagen» und stürzte ihn um, so daß er seinen Lenker unter sich begrub. Stein wurde mit einer Gehirnerschütterung und einem Schädelbruch ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Beide Auto» wurden stark beschädigt. DaS Verfahren wurde eingeleitet. Museumsbesuch am Abend. Da» erste Prager Museum, da» auch am Abend besucht werden kann, ist da» Smetana-Museum. Rach Beendigung de» einleitenden Vortrages des ersten Zyklus von Smetana- Abenden, der am Samstag, den 21. d. M., um 18 Uhr stattfindet, iverden die Sanmilungen im Museum von 20 hjz Li Uhr für die Teilnehmer an dem Zyklus gratis zugänglich sein. Andere Besucher 1 Uk. 2« Mm Ole Versuchung Der amerikanische Film, der hier unter diesem Namen erscheint, obwohl er eigentlich„Desire", also „Begierde" heisst, ist nicht seiner Handlung wegen bemeckciiStvert, wohl aber wegen de» ungewöhnlichen Niveaus seiner Darstellung. Wenn man bedenkt, wie plunip und albern die abenteuerliche Liebesgeschichte einer Hochstaplerin, die ein Millionen-HalSband gestohlen hat, mit einem redlichen amerikanischen Ingenieur, der sie auf einem, Europa-AuSflug kennenlernt, in den Händen«ine» Dutzend-Regisseurs. und der gewohnten Siar-LiebeSpaare hätte werden können, dann ist man bereit, sich vor der Kunst der Leute zu verneigen, di« aüSeiyer solchen Magazinsgeschichte ein elegant«», witziges, oft. interessantes und niemals aufdringliche» Spiel gemacht haben. Allerdings: es ist nur ein Spiel, eine unproblematische, ironische Komödie von Gaunern, Zufällen, Mondschein-Glück und moralischer Hochzeitsreise,. und da die heiter-romantischen Szenen" diese» Film» in Spanien spielen, wird man sich doppelt der Tatsache bewusst, toi« fern dem Zeitgeschehen solche Filmspiele sind. Obgleich Ernst L u b i t s ch nur die Oberleitung de» Films innehat lund die Detail» dem Regisseur Frank B o r z a g e überliest), atmen die Einfälle seinen Geist: wie«ine reparaturbedürftige Autohupe das Liebespaar zusaiinnenführt, wie der ahnungslose junge Mann da» verhängnisvolle Perlenhalsband in der Manteltasche über die Grenze pascht, während ihm die Zollbeamten die Zigaretten aui den Socken ziehen, oder wie eine hochdramatische Auseinandersetzung mit den pseudo-aristokratischen Gaunern in vornehmen KonversationSstil geführt wird(bis der Kellner den Revolver abserviert)< Um die Darstellung in diesem Film zu halten, bedurfte eS hervorragender«Schauspieler, lind hier waren sie: Marlene Dietrich(die hier zum letzten Riale in Hollywood filnste). hält die Rolle der verliebten Hochstaplerin in der Mitte zwischen raffinierter Eleganz und schmachtendem Verlangen, und Gray Cooper spielt den redlichen Amerikaner, schlechthin vollendet: ein wenig frech und ein wenig schüchtern, schwäme- risch und tüchtig,— eine sehenswerte, schauspielerische Leistung."— ciS— Kinder einer großen Liebe Au» der Reihe der heimischen Filme hebt.sich dieser hervor, weil er den Willen seiner Hersteller erkennen lästt, auf üblichen Kitsch zu verzichten und eine Episode echten bäuerlichen Leben» in natiirlicher Umwelt zu verfilmen. Aber der Film hätte eine» besseren Manuskript» bedurft. Di« Geschichte von dem Bauern, der versehentlich sein Kind tötet und anr Ende durch die Geburt eine» zweiten Kinde» wieder glücklich tvird, reicht für einen Film nicht au», und datz ein Holzfäller(der den Beinamen-Dabräk" führt, aber richtiger„DeuS ex machina" hieste) der Frmi de» Unglücklichen hilft und ihm seine Schulden bezahlt, macht die Sache nicht lebendiger, zumal die Verfasser den möglichen Konflikten ängstlich auSae- wichen sind. Hinzu kommt, daß die Darsteller weder wirkliche Bauern noch wirkliche Schauspieler i«nd (dafür ist einer von ihnen, Herr Klapnch, Träger einer Berliner Olympia-Medaille für Schwerathletik). Aber e» gibt sehr schöne Naturaufnahmen au» den slowakischen Bergen und Wäldern, eine stimmungsvolle(wenn auch nicht originelle) Musil von Josef Dobe»— und eine Sparsamkeit an(nicht siowakischen, sondern tschechischen) Dialogen, die über nmnche Mängel der Regie Väclav Kubäsek» hinwegtäusche» kann.—ei»— Kanal and Mssen Der Her, Präsident der Republik wird der heutigen Vorstellung„Reiterpatrouille" beiwohnen. DienStag einmalige» Gastspiel Till« Dnrirur und Ernst Deutsch mit Ensemble in„G esp enster" von Ibsen. Im Abonnement(A2). Trotz de» Gastsviels gewöhnliche Preise. Vorverkauf täglich, Gerhart Hauptmann»„Fuhrmann Henschel" geht al» eine der nächsten Neueinstudierungen in Szene. Spielpla« de» Neun» Deutschen Theater». Freitag 7 ib: DieReiterpatrouille. D.— Samstag 7%: Arrian der Kimme I s t ü r, Erstaufführung, Al.— Sonntag 2%: LumparwagabunduS, Arbritcavorstellung, 7%: DerRosenkavalier, B 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Gefallene Engel, Dheatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verlauf.— Samstag 8: Der Illusionist.•— Sonntag 8: Menschen auf der Eisscholle, volkr- tiimliche Vorstellung, 8: Salzburg a«sverkauft. (Ute der Partei Wochenendschule am Samstag, den 21. November, um 18 Uhr und Sonntag, den 22. November, halb 10 Uhr vormittag» im Parteiheime:. „Die grossen Imperien und der Kampf um Rohstoffquellen und Absatzmärkte" Referent: Genosse Bi en stock. Wir«mpfehlen allen Teilnehmern, nach Möglichkeit Atlanten mitzubringen. BildungiauSschnst der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei. VereürsnaLimMen Rote Falken, Prag. Morgen, SamStag, nachmittags 4 Uhr Falken heim, Liederbücher" und Photos mitbringen. Lkryku* FnntlHc HlavUSek: Dr. Edvard BeneS a Italic za evfitov» välky(Dr. E. B."und Italiens während des Weltkrieges), 1886, Eigenverläg.— Der Vertreter des während de» Weltkrieges bestandenen Pariser tschechoslowakischen Ikationalmte» in Rom, FrantiSek Hlaväkek, gibt in" dem Büchlein'«ine Uebersicht über die Arbeit der tschechoslowakischen! Clark Gable, trotz Roosevelt dar Ideal der amerikanische» Frauen, . mit Myrna Loy. Ausland-revolutionäre, insbesondere de» jetzigen Präsidenten Dr. BeneS, in Italien. Mit Klarheit und Eindringlichkeit legt der Verfasser di« Schwierigkeiten dar, welche die italienischen mntlichen Stellen, insbesondere der'Austenminister Sonnino der Bildung eigener militärischer Abteilungen der Tschc- chossowaken machte. Sonnino wollte Oesterreich schwächen, nicht c» zerstören. Al» man ihm die Zustimmung der Bildung militärischer Abteilungen abrang, wollte er deren Angehörige rechtlich weiter al» Gefangene behandelt wissen I Noch in der gro- sten Rede vor der Kammer, am 28. Oktober 1817, erklärte ter Minister, dast die Aufteilung der gegen Italien kämpfenden Staaten nicht zu den Kriegszielen Italien» gehöre. So bedurfte es groster propagandistischer und politischer Arbeit, bevor e» gelang, auch die italienischen offiziellen Kreise für die Errichtung eine» selbständigen tschechosiowakischen Staates zu gewinnen. Diese Arbeit hat Bene» in der umsichtigen und systenmtische» Weise durchgeführt, die wir an ihm gewohnt stnd. E. St. Eingesendet. Die Rordböhmische Kohlenwerks.Gesellschaft in Brüx hielt am 18. d.'M. in Brüx ihre 46. ordentliche Gencrälversammlung(Vorsitz Direktor Langer) ab. Die Reassumierung der Bilanz per 81. Dezember 1884 wurde genehmigend zur Kenntni» genommen. Aus dem hiezu vom Berwaltungsrate erstatteten Berichte ergibt sich, datz sich die in der im Vorjahre genehmigten Bilanz per 81. Dezember 1884 aur- gewiesenen Stände nicht geändert haben. Die zum 1. Jänner 1888 ausgestellte Restabllisierungibilanz samt Bericht der VerwaltungSrate» wurde genehmigt und«S wurde beschlossen, die durch Herabsetzung der Bilanzwerte entstandene Differenz in der Höhe von KC 46,688.667.88 durch Entnahme auS dem Stabilisierungsfonds zu decken. Der Geschäftsbericht und der Rechnungsabschluss de» Jahre» 1888 sowie der Antrag auf Verwendung de» Reinerträgnisse» wurden genehmigt. Die Bilanz wesst für da» Geschäftsjahr 1885 einen Reingewinn von K£ 2,826.848.28 au». Die Dividende wurde unter Heranziehung eines Teiler de» Gewinnvortrages,plit lkä 86.— pro Aktie(im Vorjahre XL 28.—- festgesetzt und gelangt"ab 20. November 1886 zur Auszahlung. Der nach dem Gesetze vom 28. Feber 1828, Slg. Nr. 148, den Arbeitnehmern zufallende Anteil am Reingewinn beträgt K£ 800.000.—. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir insbesondere: Der Geschäftsgang des Jahre» 1888 zeigt leider noch immer keine Besserung gegenüber den Vorjahren;' die in einigen Industriezweigen zu verzeichnende Ge- schäftSbelebung hat im Berichtsjahre keine Vorteile gebracht. Die Förderung verlieferbarer Kohle wurde zwar, um bessere Arbeitsmöglichkeit zu schaffen, gegen die Vorjahrszifser von 1,816.878 Tonnen um 8.45% auf 1.888.841 Tonnen gesteigert, doch konnte für diese Mehrmengen kein voller Absatz geschaffen werden. Gegenüber dem Geschäftsjahre 1828 mit 2,278.782 beträgt der Ausfall 886.811 Tonnen, d. f. rund 40%. Die ausscheidenden Verwaltungsratsmitglieder wurden wiedergewählt und Herr Dr. Zdenkk Miku- lejskt)(Prag)■ wurde in-den VerwaltungSrat neugewählt.. Die Britxer«ohlen-Bergb-u-Gesellsch-ft hielt am 18. d. M. in Brüx(Vorsitz Direktor Langer! ihre 61., ordentliche Generalyersammlung ab- Vor Eingehen in die Tagesordnung wurde d«S verstorbenen' Verwalt«ngsratSmitgltcdcs. Zentraldirektor Karl- Müller,.sowie. des verstorbenen- technischen Direktors Jng, Josef Toepfer in ehrender Weise ge« dacht. Die Reassumierung der Bilanz per 81. Dezember 1884 würde, genehmigend zür-Kenntnis genommen. Aus dem hiezu vom VerwaltungSrgte erstatteten Berichte" ergibt sich) datzlsich die rn der im Vorfahre genehmigten Bilanz her 81. Dezember 1884 ausgewiesenen"Stände, nicht- geändert haben. Die zum 1. Jänner 1888 ausgestellte ReshchilisierungS- bilanz samt Bericht" des VerwaltungSrate» wurde genehmigt und e» wurde beschlossen,- die durch Herabsetzung der- Bilanzwerte«ntfktnden« Differenz in der Höhe von Xi 44,861.822.68 durch Entnahme au» dem Stabilisierungsfond» zu de^en. Ferner wurden der'Geschäftsbericht und der Rechnungsabschluß des Jahre» 1888 sowie der Antrag auf Auszahlung 'einer Dividende von Ki 24.—(im Vorjahre KJ 20.—) genehmigt; soweit der Gewinn deS'Jah- re» 1888 per Kf 1,887.881.6^ zur Deckung de» DivideüdcnanfwändeS nicht miSreichie, wurde der autzeroideiitllche Reservefonds II herangezogen. Di« Dividende gelangt ab 20. November 1886 zur Auszahlung. Al» Zuweisung an die Angestellten' und Arbeiter wurde zu Lasten de» Gewinn» und Verlust- Konto» der. Betrag von UL 480.000.— verbucht. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir folgende»: Die Gesamtfördenmg der Schächte betrug 1,688.688 metrische Tonnen sortierter Kohle und unterschritt da» BorjahrSquantum mit 624 Tonnen.' Gegenüber der Förderung de» Jahre» 1820 per 2,718.860 Tonnen beträgt der Ausfall 1,080.271 Tonnen:- Die seit dem Jahre 1880 zu verzeichnende ungünstige Situation hat auch im Berichtsjahre angedauert und es haben weder der Absatz noch da» Niveau der Verkaufspreise eine Erholung erfahren, woran auch die Besserung, die in einzelnen Zweigen der industriellen Produktion zu beobachten ist, nicht» zu ändern vermochte. Die Sanierung der Bruderladenbeisicherung hat ihre gesetzliche Regelung gefunden und wird di« Gesellschaft mit rund Ilb Millionen Uk jährlich belasten. Die Arbeiten zweck» Bewältigung der Nelson- Schachtes und die behördlichen Erhebungen über die Ursachen de» ExplosionSungwcke» werden fortgesetzt. ' Die anSscheidenden VerwaltungSratsmitglieder wurden wiedergewählt und Herr Dr. Karl Musil (Prag) wnrdc in den Verwaltungsrat neugewählt. Mitteilungen aus dem Publikum. Rheuma? Nehmen Sie den guten Alpa-Franz» branntwein. Durch Massagen mit dem Alpa erzielen Sie-große Linderung. Die schmerzenden Körperstellen brauchen natürliche Erwärmung; diese wird Ihnen durch den erreichten besseren Blutkreislauf zuteil. Das sagt auch der Arztl 8 Urania-Kino, Kllmentskä 4. Fernsprecher S1Ü28. Die sündigen Frauen Kundmachung Zufolge Beschlusses" der am T8". November 1886 abgehaltenen 46. ordentlichen General» Versammlung der Aktionäre der Nordböhmischen KohlenwerkS-Gesellschast in Brüx wird die Dividende für da» Geschäftsjahr 1888 vom 20. November 1886