Sonntag, 22. November 1936 Nr. 272 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellei (elnichliefillch 5 Holler Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und verwaituno frag xii., tochova«. Telefon 5X77, HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, KARL KERN, FRAG. Spanten wird keine faschistische Kolonie! Scharfe Sprache der Regierung Caballero gegen Italien und Deutschland Valencia.(HavnS.) Die Regierung der spanischen Republik hat folgenden, Pom gesamten Kabinett unterzeichneten Aufruf erlassen: Die von den Faschisten den Aufständischen gewährt« Hilfe ist jetzt ganz essen. Der Aufständischen-General Franco kann jetzt ans daö offizielle Wohlwollen Berlins undRomS vertrauen. Das faschistische Italien ha« in Franc» den. Heiser gefunden, der ihm biS jetzt gefehlt hat, um den versuch machen zu können, Spanien in ein« verhüllte Kolonie umzngestalten, die zur abessinischen Krone auch daS Imperium der Balearen hinzufügen würde. Sein würdiger Mitarbeiter- ist das« azt» stischeDeutschland, das in Spanien ebenfalls unter Mithilfe der Aufständischen-Gene- rale die Produkte sucht, an denen«S Mangel leidet und di««s braucht, um seine gegen jene Böller, welche nicht Basallen Deutschlands sein wollen, gerichteten, kriegerischen Absichten erfolgreich durchführen zu können. - Nm aus Spanien eine blosse Kolonie zq machen, dazu werden jetzt Truppen verwendet, die der Souveränität deS Sultans von M a r» k k o, unterstehen und Böller,.die gemeinsam mit.,Spanien daS Protektorat über Marokko iMehabe«,-hüllen sich hierzu in ständiges Schweissen. DaS republikanische und proletarische Spanien ist jedoch bereits g« n u g st a r k, um ohne fr e in de Hilfe zu siegen. Ausserdem hat eS jedoch die internationale Volksfront zur Seite. ES kann auf die Unterstützung MexikoS, der Sowjetunion und der Mehrzahl der demo- kralischen Böller rechnen. DaS alles, verpflichtet daS republikanische und arbeitende Spanien, zu zeigen, dass eS daS ungeheuere Bertrauen verdient, daS das Gewissen der Welt zu ihm hegt. ES muss deshalb eine hundertfacheEnergie im Kampfe entfalten, eS muss alle seine Kräfte von einem Ende deS Landes zum andereü mobilisieren,«S mutz'dl« ganze Geduld wahren, welche«In lan» ger Feldzug von ihm verlangt. Möge jeder Spanier mit feiner ganzen Kraft dahin arbeiten, die Zukunft aller und die Zukunft des gesamten Landes zu sichern! Gemeinsamer Will» und gemeinsame Disziplin«Nd der Sieg ist unser! -» e• Das Rote Kreuz greift ein Neutralisierung eines Stadtviertels Genf. DaS internationale Komitee vom Roten Kreuz hat auf Grund der Anregung deS schweizerische» Bundesrates am SamStag Schritte bei-den spanischen Bürgerkriegsparteien unternommen, um mit aller Beschleunigung in Madrid hie Neutralisierung eines Stadt- v irrt e l S zu erreichen, daS der- nichtkämpfen- hen Zivilbevölkerung m»d den Ausländer« als Zuflucht dienen kann.- Die BurgoS-Regierung hat der britischen Regierung mitgeteilt, dass hie Aufständischen'im- Nordöstlichen Teil Madrids jene Zone, die vom Bombardement verschont bleiben- wird, so erweitert haben, daß' sie Nunmehr auch jenes Gelände umfaßt, in welchem sich die Botschaften Großbritanniens, der Bereinigten Staatdn non'Nordamerika und anderer Staaten befinden. Die für die,Ausländer und' Nichtkämpfenden errichtete Zone hat«In Ausmaß,Non einer Quadratmelle. Sie möchten das Gold haben... Paris. Blättermeldungen zufolge will die BurgoS-Regierung bei der Bank von Frankreich und den Emissionsbanken einiger. andersrStaa-, te«,.Beschwerde erheben,, weil, sie in den letzten WooM von der, Madrider.Regiernng Gold« v o r r ä t«übernahmen, welche ihnen die Bastk von Spanien,^ugehen- Iieß. Nach Frankreich, allein hohe, hse Bank von Spanien Gold im Werte von über Y Milliarden Franken geiandt. .Juristische Sachverständige> mächen. aber darauf, aufmerlsqtn,- daß, weder ,die Danl von Frankreich,, noch andere staatliche- Kreditinstitute die-Einlagen, welche die spanische Regierung bei ihnen machte, ablehnen konnten. Sie erinnern daran, daß General Franco und die BurgoSregie« rung nicht die anerkannte Regierung in Spanien waren und sind. Drelülg Milizkämpferinnen gefallen In den letzten Kämpfen um Madrid sind, im Laufe einer einzigen Woche, dreißig Milizkämpferinnen in den Reihen der heldenhaften Verteidiger der spanischen Hauptstadt gefallen. Minister Garcian Olivera wurde zum Ver» irctcr des Ministerpräsidenten und der Negierung bei der Beerdigung des katalanischen Gewerkschaftsführers Durruti bestimmt, der im Kampfe um Madrid gefallen ist.. Pietro Nennl an der spanischen Front Der Sekretär der italienischen sozialistischen Partei(die bekanntlich jetzt ihren Sitz in - Die bisherigen FliegertombardepientS und das Geschützfeuer haben in Madrid grosse Schäden verursacht. Im Stadtzentrum Madrids gibt es fast keine Straße, die nicht von der Wirkung dieser Angriffe betroffen wurde. Am Freitag war die Kampftätigkeit infolge deS schlechten WetterS ziemlich flau. Anweit deS MuftergefängniffeS kam eS zu kleineren Kämpfen, ohne datz sich jedoch di« Lag« irgendwie geändert hätte. Di« RegirrungStruppen haben' in den evakuierten Häusern Geschütze aufgestellt und auS unmittelbarer Nähe mehrere Salven auf di« Easa Belasque» abgrfenert, wo sich, wie es scheint, daS Hauptquartier der Aufständischen in diesem Abschnitt befindet. London. Die pplitifchen Stellen messen der Kundgebung. deS Außenministers Eden in Leaniiggtön große Bedeutung, bei. Sie bezeichne» die Red» als eiste, des klarsten Darlegungen der britische» Vekbindsichkelten in der Welt, die seit einer Reihe von Jahren erfolgt ist. ES wird daran erinnert, hass Är Edward G r e i), der von 1905 bis 1916 britischer Aussenminister war, sehr öft vorgeworfen wurde, daß er im Jahr» 1914 den Standpunkt, Großbritanniens, nicht öffentlich verkündet hat» EdenS Erklärung, dir' die Umstände,»mreisst, unter welchen Großbritannien sich zum Kampfe verpflichtet halte» würde, wird als eine entschied«,« Bemühung zur Präzisierung der britischen Verpflichtungen uNdindiesem Sinn« alS Beitrag zur Konsolidierung der Berhältnisse auf demeuropäischen Kontingente angesehen. Betont wird vor allem dte Ustterschetduns^ zwischen den a b s» l u t e n Berpfltchtuugen gegenüber Frankreich, Belgien, Aegstpten und dem -Irak nstd.den"'s as.ki«l-t'a,'tsl'V.-e'.n^.'.'oher^.-r'«>, lativest. Verpflichtungen, die sich miS dem Bölkerbund-Pakt ergeben'.' Paris hat), Pietro Nennt, hat sich dieser Tage neuerdings nach Spanien begeben, nachdem er von den Folgen eines Flugzeugunfalls, den er erlitt, wieder hergestcllt war. Pietro Nenni kämpft in Spanien in der L e g i o n G a r i b a l d i, dec mehr als hundert organisierte Mitglieder der italienischen sozialistischen Partei angehören. Neben der Legion»Giuseppe Garibaldi" bilden die italienischen Genossen in Spanien nun noch ein zweites Bataillon, das den Namen»Cesare Bat- tissi" führen wird. Oentscher General a. D. Geschäftsträger bei Franco Berlin. Zum Geschäftsträger bei der soeben anerkannten Negierung deS Generals Franc» in Salamanca ist der General a. D. Faupel bestimmt worden. General a. D. Faupel war zuletzt Präsident des Äbero-amerikanischen Instituts in Berlin. Während des Krieges war er GeneralstabSoffi» zier bei Hindenburg, nach dem Kriege weilte General Faupel einige Mal« im Ausland, so u. a. in Brasilien und in Peru. Fortschritte an der aragonlschen Front Barcelona. Nach den McldMgen des Militärkommandanten Sandino überfiele» die Re- gierungSabteilungen drei befestigte Positionen der Aufständischen an der aragonischen Nord- Front. Sie vernichteten die Eisenbahnverbindung »wischen HueSca«nd Saragossa sowie zwei Eisentahnzüge mit Truppenverstärkungen, die für HueSca bestimmt waren. An der mittleren Front überschritten RegierungSabteiluugen den Ebro und befestigten sich in den eroberten Positionen. Drei PauzerautoS der Aufständischen wurden vernichtet. Dak Reutersche Bureau meldet. auS Moskau:- In Kommentaren zu der. Meldung, daß General Fra n e o mit der Versenkung sowjetrussischer und französischer Schiffe, welche Waffen ngch ,Spanien transportieren, droht, erklärt der sowjetrussische Sprecher:»Der Bandit, der sich Nationalist nennt uyd seine eigene Hauptstadt mit i t a l i e n i s ch e r und d t u t s ch, e r Hülfe"vernichtet, ist zu allem fähig. Der Sprecher fügt hinzu,- daß die Drohung Francos eher ^a'n d i e A d r ess e F r a n k r e i ch s als a» die der- Sowjetunion gerichtet sei, weil sich lgeaenwärtig keist sowjetrussisches Schiff ist dem spastischen-.,', Gewässer»'- aufhalt.- Sowjetruisische politische Stellen glauben, dstß die Drohung FpästcoS e,i-stegU't-eL-ehr>fürFränk- .re^ich.dafür.fei,, daß es-die-'Sowjetunion im Mndöner MchtistterveNtionSauSschusi nicht unter« stütze Salut, Marokko! Am 19. Juli brach in Spanien die Revolte der eidbrüchigen Generale los. Ein Tcil.Spanicns siel ihnen in die Hände, in einem anderen Teil wurde die Verschwörung der Militärs von den Vollsmnssen niedergeschlagen, die sich schützend vor die legale, ihre Regierung, stellten. Die Rechnung der Rebellen stimmte nicht: sie batten nicht erwartet, daß ihrem.Vorhaben ernsthafter Widerstand entgegengesetzt würde. Die Flotte tat nicht mit, die Soldaten konnten nur zum Teil und nur durch drakonische Strenge zum Einsatz gegen die VolkSrcgierung gebracht werden. Gegen die Regierung, die weder bolschewistisch Ivar, noch heute bolschewistisch ist, sondern sich lediglich zur Aufgabe gestellt hatte, dem Fortschrittswillen des unter feudalistischen Zuständen ächzenden Volkes zu dienen. Mit bloßen Fäusten stürmten die Arbeiter gegen die Kanonen und Maschinengewehre dec Rebellen, sich die Waffen erst holend, die sie zur Verteidigung der Republik brauchten. Franco hatte genug Waffen, aber keine verläßlichen Soldaten. So begann er, die in ganz Spanien verachtete Fremdenlegion und die Marokkaner über die Meerenge zu bringen. Diese gehen in den Krieg, um sich an den Spaniern zu -rächen— sie werden, wenn die Umstände für sie günstig sind, morgen die Faschisten schlachten—, jene sind Söldner, die nichts zu verlieren haben. Und von der ersten Stunde des Kampfbeginns an' wäre» für die Nationalisten in aller Welt, fiir die-Faschistcn in Ualien und Deutschland, für die Stkibrnh-Leute bei uns und fiir die from- nien Katholiken die,V e r t e i d i g e r der spanischen Republik Gesindel, Verbrecher, rote Untermenschen, die Franco-Leute aber die Kul- turbringer, die Befreier Spaniens I ES kam zu dem Gemetzel von Badajoz, wo 1590 Menschen, Spanier, von Frcmdonlegionä- ren mit Maschinengewehren hingerichtct wurden: die Nationalisten und Christen aller Zunge» waren vor Freude außer sich, so wie sie sich im Oktober 1984 an dem Gemetzel erfreuten, das die damalige legale spanische Regierung» unter Gil Nobles unter den damaligen Rebellen, den Arbeitern, ungerichtet hatte. Es kam der Kampf um den Alcazar in Toledo. Die eingeschlossenen Kadetten hatten die Frauen und Kinder der Belagerer als Schutzschild mitgenommen und weil diese die Frauen und Kinder-schone» wollten, verloren sie schließlich den Kampf um die Festung. In der Nationalistenpresse aber wurde das»Heldentum" der Kadetten gepriesen und die »Grausamkeit" der Belagerer mit den grellsten Farben geschildert. Schließlich kämpften sich die Marokkaner und die Fremdenlegionäre Francos mit Hilfe der deutschen und italienischen Flugzeuge und Tanks bis an Madrid heran. Und nun gestaltet sich das grauenvollste Bild dieses grauenvollsten Bürgerkrieges, das nationale Wahrzeichen eines großen europäischen Landes, die H a u p t st a d t, wird von Farbigen und von dem in der Fremdenlegion zusammengesaßten Abschaum der europäischen Völker in Trümmer und Asche gelegt, Marokkaner töten Frauen und Kinder, schlachten Spanier jeden Alters und' beider Geschlechter. Und siehe! Die spanischen Männer, welche die Stadt und ihr. Leben, gegen die Schwarzen und' die Fremdenlegionäre verteidigen, werden von den Nationalisten aller Völler als B a n d i t e n beschimpft, die M a r o k k a n e r aber als Befreier bejubeü. Man erinnere- sich der moralischen Entrüstung, die in deutschen Landen herrschte, als die Franzosen Schwarze in das besetzte Rheingebiet brachten I Heute noch' wird Schlageter als das Symbol des„Heldenkampfes" gegest die„schwärze Schmach,am Rhein" gefeiert. Uno nun-sind die gleichen Schwarzen,-die in Spanien-sengen und morden in deir. Spalten der nationalistischen und der katholischen Blätter zu Kulturbringern avanciert und jedes Hektoliter Blut, das sie den spanischen Europäern abzapfen, erhöht.Ihr Ansehen In den Augen der Kulturbestien unserer Tage, mkt jeder Leiche, die sie den„Antibolschewiken", den Hütern der nationalen Kulturen zu Füßen legen, steigt deren Respekt gegenüber den schwarzen Heroen,des völkischen und katholischen Foit- schritts. Äesn,-,sie verhüllen nicht in Scham und Entsetzen ihr.Haupt, sondern Preisen Mohammed Der eherfie Mlall Nach einer Kampfpause neue vergebliche Angriffe Francos Madrid.var in j e d e in Jahre mehr ass ein Jahrweiser für Arbeiter, mehr als einer der üblichen Kalender, die sich geistiger Bedürfnislosigkeit breiter Bolksmassen anpassen und seichter Unterhaltung dienen. Der Kampf des Arbeiter-Jahrbuchs gegen diese geistige Bedürfnislosigkeit ist schon traditionell: jede seiner Nummer ist Wegweiser zu Höherem, Besseren. Wegweiser zur nationalen und zur Menschheitökultur. Und so sind die bisher erschienenen Jahrbücher der deutschen sozialistischen Betvegung unseres Landes nicht nur eine Bereicherung der sozialistischen Literatur unserer Tage, sondern eine gesamtnatiqnale Leistung ersten Range»— eine Leistung jeiter deutschen Kulturgesinnung, die in Deutschland und im Le- bensl«reiche der SdP verpönt ist. Seit Jahr und Tag predigen die Völkischen, sie hätten die deutsche Kultur gepachtet, ja,' sie wollten sie sogar erneuern. Und was anderer Meinung ist als sie, das wird des nationalen Verrats geziehen und der„marxistischen Verseuchung", de»„Untermenschentums".' Während sie selber auf geistig-kulturellem Gebiet nur negative Leistungen aufzuiveisen haben—'siehe den Kämpf gegen da» Reichenberger Theater, gegen die Deutsche Sendung, das Eintreten für den Rassen- Autisemitismus und für die Tötung des deutschen Geistes und des freien deutschen Wortes in Kerkern und Konzentrationslagern!—, hütet hie sozialistische Arbeiterbewegung das Erbe'der wahrhaft deutschen Kultur, führt sie die Aermsten deS Volkes auf die Höhen deutschen Geistes,' setzt sie die große Tradition jenes sozialistischen Kampfes der„Hintersassen der Nation" um die Teilnahme an den geistigen Gütern de» Volkes fort, der in den Reunzigerjahren durch die Arbeiter-Bil- dungSvereine und die ermm Arbeiterbüchereien begründet und durch den Achtstundentag gesteigert wurde. Mitten in den Tagen, da unter dem Beifall der„Nationalen" aller Welt da» nationale Wahr- zeiche» Spaniens, die Hauptstadt des Landes, von Marokkanern und Fremdenlegionären in Schutt und Trümmer gelegt wird und die Verteidiger der legalen Regierung und deren Frauen und Kinder ihr Leben unter dem Kugel- und Bombenregen einer bestialischen Soldateska verhauchen— Taten der Barbarei, die auch vom sudetendeutschen Bürgertum und seiner Journaille mit der Gwriole nationalen Ruhmes umgeben werden! —, wird das„Arbeiter-Jahrbuch 1087"*) vorgelegt, ein Dokument der Menschlichkeit, des Frie- dens und de» Fortschritts, da» mitreißt und befeuert und dem Kampfe um«ine neu«, gerecht« W^t neu« sittliche und geistige Impuls« zu geben vermag. „Volks und Dichtung" ist da» Leitmotiv dieser Publikation, deren Redaktion wiederum Dr. Emil F r a n z e l und Ernst Paul besorgten. Volk und Dichtung— ist da» Thema zeit- gemäßl, X Ja, tausendmal jäl Denn wir brauchen gerade jetzt Besinnlichkeit und Bestnnüng, brauchen das Schöpfen au» dem tiefen, pelchen,Brune! neu der 5tünst, di« Erinnerung' daran«.daß all unser Kämpfen und Ringen getragen'ist vön der Bejahung.de» sittlichen Prinzips, das In dem Schaffen der Dichter lebt, brauchen den Appell, *) Arbeiter-Jahrbuch 1087. Verlag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag XII, Slezfkü 18. positive Arbeit im Dienste des Grubenproletariats j oder ob di« verheerende, zersetzende Tätigkeit der Kommunisten und die Handlangerdienste der für di« Grubenbesitzer stehenden Deutschvöllischen Arbeitergewerkschaft und des christlichen Berg« arbeiterverbande» fortdauern sollen. Jede Stär» kll'ng dieser Richtungen bedeutet die Verminderung des Einflusses der Bergarbeiter im Betriebe und ihrer in zäher, jahrelangen Arbeit erkämpften Rechte. Diesen Umstand müssen vor allem di« d e u t- schen Bergarbeiter diese» Reviere» genau erwägen. Doll die bisherige Arbeit der Union der Bergarbeiter fortgesetzt werden, ihre Positionen auf den Betrieben gefesttgt und dir Sozialpolitik weiter bettieben werden, dann dürfen die Bergarbeiter ihr« Kraft, die sie durch den Stimm», zettel bei der BetrlebSrätewahl zum Ausdruck bringen, nicht vergeuden, sondern müssen einheitlich und geschloffen für die Stärkung der Union derB er gart eiter eintreten. SdP-Provokatlonen führen zu einer Saalschlacht Karlsbad,(Eigenbericht.) Für SamS- tag abend» hatte dir BezirkSlettung.Marlenbad der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu einer äfsentlichen Versammlung im Saal der Gastwirtschaft Keil in A u s ch o w i tz bei Ma- rienbad ausgerufen, in der Abgeordneter I a k s ch sprechen sollte. Nach Oeffnung deS Versammlungslokales wurde eS rasch von Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei und der DdP, die den Abgeordneten K S l l n e r mitgebracht hatte, je zur Hälfte besetzt. AlS Abgeordneter Jaksch und der Regierungsvertreter erschienen, setzten Pfui- und Hell- Rufe«in. DieS führte zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf«S zu einer regelrechten Saals ch l acht kam, wobei viele Fenster und ein Teil deS GasthauSmobiliarS, sowie viele Biergläser zertrümmert wurden. 15 blutig Berletzttn wurde HIlse geleistet. Roch bevor die Bersamm- luug eröffnet werden konnte, sah sich der Regie- ruugSvertreter durch diese Vorgänge genötigt, sie zu verbieten. Di« Gendarmerie ränmte sodann den Saal. Di» Arbeiter-Wintersportler und-Touristen in der Tschechoslowakei haben«inen Zweckvecband, den Verband für Arbeiter-Wiutertouristik, geschaffen, welchem nur besonder« Aufgaben für alle BerbandS- vereiue und die engere Zusammenarbeit der Arbeiter- Touristenvereine zufallen. Am 1». November fand in Prag die 4. Hauptversammlung diese» Verbände», 'statt.''Wir entnehmen dem Berichte: Die dem Bitt'«! band« ängehörenden Naturfreunde und Svaz ist. dklnickych turistü weisen in öS Sektionen 2680 Skifahrer und etwa 1000 Schlittschuhläufer und Rodler auS. In den drei Berichtsjahren wurden 8000 Ausfahrten mit SO.voo Teilnehmern registriert, 210 Ausbildungskurse veranstaltet, vorttäge technischer und landschaftlicher Art, Filmabende, herbstliche Trai- ningSläufe abgehalten. Die Turnerverbände weisen aus: der Atu» in 204 Sektionen 7864 Sktfahrer und 8484 Kinder, die Wintersport beweiben, die D2J in 60 Sektionen 600 Skifahrer und 460 Sportler, außerdem 20 Hockeymannschaften. Sie verfügen über Sprungschanzen und Eislaufplätze.— Bei den Touristenverbänden sind schwer« Läufe verboten, bei! den Naturfreunden außerdem auch das Springen.— Die Naturfreunde verfügen über di« meisten eigenen Gebirgrbauden, doch besitzen der Atu» und die tschechischen A. T ebenfalls je eine Baude.— Alle Beran Herz und Gemüt, die durch di« Kunst getröstet und gestärkt werden. Die Völkischen, die Faschisten— s i e können sich begnügen mit den Haßgesängen, die von den Prostituierten deS Geistes geschrieben werden und Mithilfen, da» Volk in den moralischen Abgrund zu führen, in dem die Mörder von Potemba und ihre Freunde, di« ReichStagSbrandstifter, die Kameradenmörder und die Sadisten in der SA, SS und der Gestapo als nattonale Heroen erscheinen. Wir aber; die wir für Menschlichkeit und Freiheit kämpfen, wir können und woflen nicht verzichten auf daS Bekenntnis zum Sittlichen, zum Geist und zu jenen nationalen Gütern, die von den„Nationalen" mit Blut fortgeschwemmt und mit Schmutz verdeckt werden. Wann wäre also die Bejahung der Kunst und der Dichtung, die Bejahung des Sittlichen, di« Hinwendung zu den geistigen Schätzen de» Volke» zeitgemäßer al» jetzt?, „Wer vom Ziel nichts weiß, kann den Weg nicht haben, muß im engen Kreis all sein Leben traben, kommt am Ende hin, wo er her- gerücket, hat der Menge Sinn nur noch mehr zdr- stücket." Diese Vers« Ehrlsilan Morgenstern» leiten da» Arbeiter-Jahrbuch ein al» programmatisch« Inschrift. Da» Kalendarium' gruppiert sich um Volkslieder, deren Text und Noten in edler Anordnung zu einer ästhetischen typographischen Einbeitverschmelzen. Ein; Lifderzhklu» Josef Hofbauer»„Sudetendeutsch", in dem di« Eigenart und die kulturelle Aufgabe unserer VoW« gruppe besungen wird/ leitetsüber zu einer Reihe von Kunstbläfterni deren erste» den Staatspräsidenten in der meisterhaften Darstellung Emil Stumpp» wledergibti Hier sind noch-vertreten: Dürer, Feuerbach, Munch,,Krommer— wunderbare Bilder auSdepHeimatl—.Daümier, Menzel, Rethel, Ensör,,. Dörö, KliNgeründ Georg Trapp, unser heimischer' Arbeiter-Künstler mit der Zeichnung„Tömtraire", die ihn al» ganz \ bandsverelne veranstalten alljährlich eigene größer« Wintersportspiele, die Touristenvereine bereits dal 4. internationale Treffen.— Der Film tritt bei der Propaganda und auch für da» Festhalten von Sportspielen in Tätigkeit.— Bei allen Vereinen ist die »dligat« und zusätzliche Wintersportversicherung ein« geführt.'— Allgemein wurde jedoch festgefttllt, daß die geringen Einkommen di« Ursache der verhältnismäßig kleinen Anzahl.von Wintersportlern ist.— Die Beiträge für die Wintersektionen betragen bei den Touristen höchsten» ikk 2.— pro Saison.— Der Berbandstag faßte folgende Beschlüsse: Die Teilnahme an der Olympiade zu propagieren und einig« Läufe zu besetzen; Winterurlaube in den eigenen Bauten zu propagieren; eine deutsch-ffchechisih« Ur« laubiwochc und«ine Winterfahrt in die Karpathenberge Vorzubereilen, die im März von Prag au» durchgeführt werden soll. Da» 6. internationale Treffen der Winter- Touristen und der Verbandsmitglieder findet im Jahr« 1988 im Erzgebirge mit dem Standort Ladung statt. In die Leitung wurden u. a. gewählt: Ernst Sttnad-Prag(Naturfreunde) al» Vorsitzender und Geschäftsführer und Antonin Hrbek-Prag al» Stellvertreter. Atu», Ar'uk und DTJ besetzten je ei» Mandat im Ausschuß. Hinsichtlich der Begünstigungen für Eisenbahn und Autobu» sei bemerkt: Der Inhaber der Mitgliedskarte de» Verbandel für WM kann als Ein- zelfechrer in der Wintersaison bestimmt« ermäßigte Fahrkarten in» Wintersportgebiet kaufen, welche«ine Gültigkeitsdauer von 18 Tagen haben. Außerdem gelten für diese Mitglieder die sonstigen touristischen Begünstigungen. An den Pranger. Dem„GraSlitzer Volksblatt" blieb e» Vorbehalten, den Tod de» von Schuften zur Strecke gebrachten französischen Innenminister» Salengro mit folgendem Kommentar zu berichten: „Der freiwillige Tod läßt darauf schließen) daß die verschiedenen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen nicht grundlos waren." Die sozialistischen Arbeiter werden sich den Namen diese» Blatte» merken. Der Fortschritt der Konwtaner Konsnm- geniffenschaft„Selbsthilfe" wird au» den Abschlußziffern de» Monatt» Oktober erkenntlich. Mit einem Umsatz von 2,092.719 XL wurde- gegenüber dem gleichen Monat de» Vorjahres eine Umsatzsteigerung von 168.828 XL erzielt. Audi Paris befriedigt Paris. Die französischen amtlichen Stellen und auch die politische Meinung sowie die Presse sprechen ihre lebhafte Befriedigung über, den 'überzeugenden und entschiedenen- Ton der-Rebe Anthony Eden» in Lcamington und über die Bestätigung sowohl der englischen Hilfe für Frankreich und Belgien im Falle eines unprobozitrten Angriffe» al» auch über die Neutralität und Nichteinmischung Englands in die spanische Angelegenheit au». Zuwachs für den Völkerbund Kairo. Nach dem RegierungSprogiämm, dös bei der Eröffnung de» Parlamente» angekündigt wurde, wird Aegypten in naher Zeit um die Aus« nähme in den Völkerbund änsuchen und. eine Aün- ferenz der an den Kapitulationen interessieren Mächte mit dem Ziele einberufen,.daß diese Kapitulationen schnell außer Kraft gesetzt werden. Mtt der Türkei wird in der nächsten Zeit ein Freundschafisvertrag abgeschlossen werden. großen Meister zeigt. Den Hauptanteil an dem Buchschmuck hat G. H. Trapp, daneben finden wir graphische Arbeiten E. Arnold» nnb anderer. „Volk und Dichtung" ist da» Thema de» Leitauffatze» von Ernst Paul, Ludwig Kohler führt un» in die„Dudetendeutsche Dichtung in älterer und jüngerer Zeit" ein, Erik F a l k« n« r steuert„Musik der Kindheit".bei,' eine tiefe und sprachschöne Betrachtung über di« Gestaltung der menschlichen Seele durch Dichtung undPlusik. Johannes GaidieS schreibt ii&et das Volkslied, Josef Hofbauer über„DieAnfänge sudetendeutscher Arbeiterdichtung", Otto F ri e d, r i ch über das Thema»Der Roman schafft Menschen". Von besonderem Pelz ist die Betrachtung Fraim Sch a f s a r sch»über„Bergbau-Poesie Und Wirklichkeit"; Kärl Heinz stellt„Zwei Jahrzehnte russischer Revolution" dar. Biele Dichter und Schriftsteller,Deutsche und fremdsprachige und heimische, werden dem Leser in-eigenen Werken in bunter Reche nahegebracht: Theodor Storm, Selmä Lagerlöf, Balz«/ Hebel, Daudet, Hofbauer, Ätienervn, Doberer. Schmiedinger Jtl», Schlamm, Kleist, Gottfried Keller, Jutta Fraftk, Ziikmermann, Dostojewski, Johanne» von Saaz, Mörike, der Tscheche Durhch und Matthias Claudiu» in einem seiner innigsten Gedicht«, Stumpp plaudert über Malerkolleaen, von dem sudetendeutschen Komponisten Bermtiserlftsi» den wir die vertonung eineS Preczang.Gedichtcs. Der Reichtum und du Schönheit diese» Arbetter^JähPbuch» können hier nur angedeutet, die technische Leistung, di« er darstiNt. lann nür flüchtig gewürdigt werden. E» hat Mae Empfehlungen auch nicht nötig, denn e» wird seinen Weg selber machen: den Weg zu den Köpfen und Hirzen der Besten ustsere» Volke», zu den Kämpfern und Kündern einer. neuen Zeit. die heute in den Werten der Dichter lebt und morgen, trohalle- dem, Wirklichkeit sein wirdl K. K>< 972 Sonntag, 22. November 1986 Seite 5 bevö!lcerunssde«esun8 in Europa 1913 und 1924—1935 ES mutet vielleicht etwas sonderbar an, daß wir auf diesen Spalten, die der Entwicklung der Weltwirtschaft gewidmet sind, auch einnial die Fragen der Bevölkerungsbewegung behandeln. In Wirklichkeit hängt jedoch die Bevölkerungsbewegung aufs engste mit der Entwicklung der Wirtschaft zusammen, denn die Wirtschaft, auch die kapitalistische Wirtschaft, mutz letzten Endes doch der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse dienen. Die Zelten sind längst vorbei, als man von bürgerlicher Seite die Behauptung aufstcllen konnte, daß die Entwicklung der Produktivkräfte bedeutend hinter der Vermehrung der Bevölkerung zurückbleibe. Heute kann man nicht mehr darüber streiten, datz das gewaltige Wachstum der Produktion die BevölkerungSvermehrung weit hinter sich gekästen hat. In den letzten Jahrzehn ten konzentriert sich das Interesse der Wissenschaft und der Sozialpolitik auf eine ganz andere Frag«, nämlich die Frage deS ständigen Rückganges der Geburtenhäufigkeit. Man kann, mit einigen Einschränkungen, behaupten, datz die Geburtenhäufigkeit auf dem ganzen Erdball sich Im Rückgang befindet. Diese Erscheinung hängt wahrscheinlich mit der fortschreitenden Hebung deS Kulturniveaus und besonders der Veränderung in der sozialen Stellung der Frau zusammen. In Europa hat der Rückgang der Geburtenhäufigkeit jedoch«inen Umfang erreicht, der, besonders in einigen Ländern, die Bevölkerungsvermehrung und sogar die Erhaltung des gegenwärtigen Stande» der Bevölkerung in Frag« stellt. In der folgenden Tabelle haben wir di« Entwicklung der Geburtenhäufigkeit in den wichtigsten europäischen Ländern zusammengestellt. Geburtenhäufigkeit In Europa 1913_und 192435 auf 1000 Einwohner-Lebendgeborene 1918 1924/29 1982 1988 1984 1985 Tschechoslowakei, ...— 19.8 15.1 14.7 18.0 18.9 Deutschland.. ... 26.9 19.8 15.1 14.7 18.0 17.9 Oesterreich.. ... 24.1 18.9 15.2 14.8 18.5 18.2 Ungarn... ... 83.8 26.8 23.4 22.0 21.9 20.9 Frankreich.. ... 19.0 18.4 17.3 16.2 16.1 15.2 Schweiz.., ... 23.1 17.9 16.7 16.4 16.2 16.0 Betgien.., ... 22.4 18.9 17.6 16.5 16.0 15.4 Großbritannien. ... 24.2») 17.9 15.8 14.9 15.3 15.2 Schweden., ... 28.2 16.7 14.5 13.7 18.7 18.8 Litauen.,, ...— 28.7 27.3 25.7 24.8 23.8 Polen.,, ...—- 83.6 28.7 26.5 26.5 26.1 Rumänien.. ... 42.1 35.5 85.9 82.0 82.4 80.7 Italien... ... 31.7 26.9 23.8 28.7 28.4 28.3 Spanien... ... 80.4 29.4 28.2 27.8 26.3 25.7 Niederlande.» ... 28.2 22.7 22.0 20.8 20.7 20.2 *) Im Jahre. 1918 einschließlich de» Irischen Freistaates. . Eins kann man aus dieser Tabelle schlietzen: die Geburtenhäufigkeit geht in Europa ständig zurück. Die Ibnahm« der Geburtenhäufigkeit im -Vergleich zün Vorkriegszeit ist, besonder» aussal- lend.-Wer wenn man auch die Geburtenhäusig- kelt, de» Jahre» 1038 mit dem Durchschnitt 1924/29 vergleicht, kann man ohneweikeres eine -bedeutende Wnahme feststellen. Wenn man überhappt von allgemeinen Tendenzen der gesellschaftlichen Entwicklung sprechen darf, so kann man hier vost einer solchen reden. In einigen Ländern lätzt sich allerdings im Jahre 1984 eine Zunahme der Geburten, feststellen, die aber sehr gering ist. Diese geringe Zunahme der Geburten in einigen Ländern ist nichts anderes als«ine Folge de» Anstiegs der Heiratshäufigkeit in den Jqhren 1988/84. In einigen anderen Ländern hat- die Anhäufung von Eheschließungen wenigsten» dazu geführt,, datz der ständige Rückgang der Geburtenhäufigkeit in seiner Auswirkung etwas abgeschwächt wurde. Der Geburtenrückgang schien daher iw Jahre 1984 in dem grötzten Teil Europas"so gut wie zum Stillstand gekommen zu setn. Diese günstige Entwicklung war jedoch, tro^em di« Häufung von Eheschlietzungen sich in große» Teilen Europas auch im Jahre 1935 fortseht«, im allgemeinen nur von kurzer Dauer. Im Jahre 1985 wiesen, abgesehen von der noch verhältnismäßig starken Zunahme in Deutschland, nur. noch Italien, Schweden sowie einig« anderem in unserer'Tabelle nicht'verzeichnete Länder, wie Lettland und Dänemark, ein« geringe Zunahme der Geburtenzahl auf. In GroMritannien hielt sich die Zahl der Lebeiwgeborenen, nach einem starken Rückgang in den Jahren 1984/85 annähernd auf gleicher Höh«. In allen anderen Ländern trat jedoch im Jahr« 1935 die Tendenz des Geburtenrückganges wieder in mehr oder weniger starkem Ausmah zutage. Unter den west- und mitteleuropäischen Ländern wurden'am stärksten wieder Frankreich, Belgien, Ungarn, die Tsche- choslowockei und Oesterreich von dem Geburtenrückgang betroffen. Di« natürliche Bevölkerung S« Vermehrung, d. h. di« BevölkerungSver- Mihrung unter Ausschaltung der Ein- und AuS- I Wanderung, ergibt sich sehr einfach aus der Geburtenhäufigkeit und der Sterblichkeit... In der folgenden Tabelle haben wir die natürliche Be- völkerungszunahin« in den wichtigsten europäischen Ländern zusammengestellt. Natürliche Bevölkerungsvermehrung In Europa 1913 und 192435 auf 1000 Einwlchner *) Im Jahr« 1913 einschließlich de» Irischen Freistaat«»., 0 1918 1924/29 1932 1988 1984 1935 Tschechoslowakei. —- 8.6 5.5 5.5 5.5 4.4 Deutschland.. 12.1 7.8 4.3 ' 8.5 7.1 7.0 Oesterreich.. 5.7 4.2 1.8 1.1 0.8 —0.4 Ungarn.... 11.5 8.8 5.5 7.8 7.4 5.7 Frankreich.. 1.5 1.8 1.4 0.4 1.0 —0.5 Schweiz... 8.8 5.7 4.6 5.0 4.9 8.9 Belgien.'i. 7.8 5.5 4.4 8.4 8.8 2.6 Großbritannien. 9.9») 5.4 8.5 2.4 8.3 8.2 Schweden.., 9,5 4.6 2.9 2.5 2.5 2.1 Litauen..'«> 12.8 12.0 12.2 10.2 9.4 Poleir... — 16.2 18.7 12.8 12.1 12.1 Rumänien.. 16.0 18.8 14.2 18.8 11.7 9.5 Italien.... 18.0 10.5 9.2 10.0 10.1 9.4 Spanten.... 8.8 10.4- 11.8 11.4 10.8 10.1 Niederlande.. 15.9 18.7 18.0 12.0 12.8 11.5 , Auch die natürliche Bevölkerung-Vermehrung weist'in Europa im allgemeinen eine a b n e hme n de T e n d e n z auf. Da» gilt nicht nur Vst Vergleich zur Vorkriegszeit, sondern auch im Lpiufe' det.letzten. ÄähtzehntS. Piep ist. eine direkte Folge der Abnahme der Geburtenhäufigkeit'.'Allerdings hat auch die Sterblichkeit tn die« str Periode beträchtlich äbgenonmwn, aber diese letztere Wnahme ist nicht so stark gewesen al» jene der Gebürten. Roch ein» fällt bei'der Betrachtung der Entwicklung, der Geburtenhäufigkeit und, der natürlichen BevölkerungSvermehrung in'Europa auf: im allgemeinen ist sowohl Vie Gebürtönhäu- figkeit als auch die natürlicheBevölkenlngSPer« Mehrung in'jenen Ländern gröber, die, weniger industrialisiert sind. Man kann etwa«in hochindustrialisiertes Lantz wie Belgien mit einer Geburtenhäufigkeit von 15.4 Und einer natürlichen Bevölkerung-Vermehrung von 2.6, auf 1000 Ein- wohner einem vorwiegend agrarischen Lande, wie Polen, mit einer Geburtenhäufigkeit von 28.1 und tiner natürlichen Bevölkerungsvermehrung von 12.1 gegenübersteskst. Dazwischen liegen solche Läüder, wie die Tschechoslowakei.»»!! einer Geburtenhäufigkeit von 17.9 und einer natürlichen BevölkemngSvcrmehrung von 4.4 auf 1000 Einwohner. Fraiikreich, und Oesterreich weisen je« doch einen völligen Stillstand, ja einen istückgang der Bevölkerung auf. Pfund— Dollar— Franc französischen zur englischen Nach der Wwertung ist«S zu keiner Stabilisierung der drei Valuten gekommen, die an dem Abkommen vom 28. September beteiligt waren. Es hat sich allerdings vorläufig ein gewisses mehr oder minder festes Verhältnis zwischen diesen Währungen herauSgcbildet. Wer eS Ist sehr fraglich, ob dieses Verhältnis füc die Dauer aufrecht erhalten werden kann. Bor allem entsteht die Frage über das Verhältnis der beiden angelsächsischen Valuten zueinander. Bor der französischen Abivertung hat man für ein englisches Pfund 5.10 mnerikanischc Dollar gezahlt. In London hat man dieses Verhältnis für eine„Ueberwertung" der englischen Währung gehalten. Rach der französischen Abivertung hat bereits in den ersten Wochen eine Abwertungsbewegung auch der englischen Währung eingesetzt, und gegenwärtig zahlt man für ein englische» Pfund nur 4.88 amerikanische Dollar, was der alten Borkriegsparität entspricht. In der allerletzten Zeit jedoch kann man eine Tendenz zu einer weiteren Abwertung des Pfunde» gegenüber dem Dollar feststellen. Diese Tendenz entspringt au» einer„Flucht" von europäischem Kapital nach den Bereinigten Staaten, die man in den letzten Wochen beobachten kann. Diese europäische Kapitalflucht nach Ame rika ist ihrerseits die Folge einer entschiedenen Besserung der amerikanischen Konjunktur und der damit in Zusammenhang stehenden ununterbrochenen Kurserhöhungen der amerikanischen Wertpapiere: die europäischen Kapitalisten möchten an der, nach ihrer Ansicht bevorstehenden grotzcn Börsen- konjunktur, die übrigens auch als eine Folge der Wiederwahl von Roosevelt erwartet wird, in irgendeiner Form teilnehmen.- Andererseits wird die europäische Kapitalflucht auch durch die gegenwärtige Unsicherheit der interimtionalen Lage und die Furcht vor dem Krieg begünstigt. Di« englische Wirtschaftspolitik steht nun vor der Frage, ob man die weitere Abwertung deS Pfundkurses gegenüber dem Dollar, die sich auL der beträchtlichen Wlvanderung des europäischen und auch deS englischen Kapitals nach Amerika ergibt,' hinnehmen oder aber den Pfundkurs mit allen Mitteln verteidigen soll. In diesem letzteren Fall würde aber die englische Regierung früher M>er später gezwungen sein, den Weg der Krediteinschränkungen zu betreten. Diesen Weg möchte man aber in London keinesfalls betreten, denn die Politik des.billigen Geldes" ist ja die Grundlage des heutigen englischen Konjunlturauf- schwungS. Unter diesen' Umständen ist man in Londoner finanziellen Kreisen geneigt, die weitere Abwertung der englischen Währung nicht zu verhindern und«S den Amerikanern zu überlassen, durch Goldverläufe und ander« Mittel den Pfuud- kurS auf einem entsprechenden Niveau zu halten. Denn schlietzlich sind ja die Amerikaner daran interessiert, datz die englische Währung nicht unter einen bestimmten Stand sinkt. Das Sinken der englischen Währung bedeutet nämlich die Verschärfung der Konkurrenz seitens der englischen Warenausfuhr gegenüber Amerika. Aber auch die Stellung der Washingtoner Regierung ist nicht leicht. Einerseits ist man in Washington Mer den ununterbrochenen Zuflutz des europäischen Kapitals, vor allem In Goldform, höchst ungehalten. Dieses europäische Kapital sucht nämlich keineswegs eine produktive An- lagc, sondern wird vor allem in amerikanischen Wertpapieren angelegt. Dadurch wird die Gefahr einer Börsenkatastrophe erhöht, die fiir die ganze amerikanische Wirtschaft verhängnisvolle Folgen haben könnte. Das europäische Kapital, da» heute nach Amerika auswandert, wird ferner erfah- rungSgemätz nach einer bestimmten Periode wieder zurückwandern, was wiederum für di« amerikanische Konjunktur verhängnisvoll werden kann. Aus allen diesen Gründen sicht man in Washington die Einwanderung des europäischen Kapitals mit scheelen Augen an, und möchte gern diese Einwanderung hemmen. Wer das ist nicht so leicht gemacht, wie man seinerzeit die Einwan- tzerung der europäischen Proletarier und Bauern nach Amerika gedrosselt hat. Denn in New York und Washington hat man sich, ebenso wie in London, auf! di« Politik deS.willigen Geldes" verlegt, und irgendwelche Mahnahmen krediteinschränkenden Charakters, durch die man den Zufluh des europäischen Kapitals hemmen könnte, würden dieser konjunktursöcdernden Kreditpolitik «inen schweren Schlag versehen. Unter diesen Umständen ist eS sehr wahrscheinlich, datz die Wa- shingtoner Regierung, di« durch tzen Sieg Roosevelts sehr gestärkt ist,Mit irgendwelchen konkreten Borschlägen an Loflvon Hcrangeht, um einerseits den„Bälutakrieg^ zwischen dem Dollar untz dem Pfund zu vermeiden, und, andererseits, di« Wanderungen des europamUden Kapitals in irgendwelche geregelten Bahnen zu lenken. Eine weitere Wwertung des Pfpndkurses würde natürlich auf das B e r h ä l t n i S der Wahrung nicht ohne Einflutz bleiben. Vorläufig kann man ja sagen, datz die französische Währungspolitik zu einem bedeutenden Erfolge geführt hat. Die privaten Notenhorte im Inland sind sehr stark in Bcivcgnng ge- konnne». Man kann geradezu in Frankreich von einer Flucht in die Sachwerte sprechen. Sie drückt sich in einem erheblichen AiUvachscn der Warennachfrage soivie i» der Anlage in Wertpapieren ans. Der französische Sparer erkennt mehr und mehr, datz bei steigenden Preisen und Aktienkursen daL Einlagern von Banknoten verlustbringend ist. Sowohl Käuferschaft als Handel suchen sich in Erivartung weiter ansteigender Preise mit Waren einzudeckcn. In zahlreichen großen Zweigen der Industrie herrscht AufiragS- andrang, der oft kaum zu befriedigen ist, und vielfach tatsächlich nur teilweise befriedigt wird. Dies hängt übrigens auch mit der unsicheren Preislage zusammen. Die französische Autoindustrie z. B. hat bedeutende LlcfernngSrück- stände und stellt die RücktrittSklausel im Falle von mehr als 18 Prozent Preissteigerung. Auch die eisenverarbeitende, chemische und Textilindustrie nrüssen sich und ihren Kunden Beschränkungen auferlegen, tveil sie nicht auf lange Sicht kalkulieren können. DI« aus den Horten herauSkom- menden Sparkapitalien haben zum Teil auch den Weg an die Börse gefunden. Wer man mutz doch fcststellen, datz heute noch Auslandswerte vor den einheimischen StaatSpapierqn den Vorzug haben. Man kann also Im allgemeinen die heutige französische Börsenkoujunktur noch keineswegs als gesund betrachten. Argentiniens Baumwoll- Industrie im Ausbau Eins der in die Augen fallenden Kennzeichen der weltivirtschaftlichen Entwicklung unserer Zeit ist die noch immer fortschreitende Industrialisierung der Agrarländer, vor allem der grohen überseeischen Rohstosfgebiete. Diese Industrialisierung wirkt sich einerseits direkt in der Erhöhung der industriellen Tätigkeit aus. Andererseits versuchen die überseeischen Rohstoffgebiete, die den Weg der industriellen Ent- wicklung beschritten haben, sich eine eigene Roh- stofsbasis zu schassen, sotveit sie nicht existiert hat, oder eine bestehende Rohstofserzcugung entspre- chend zu erweitern. Eine in dieser Hinsicht typische Entwicklung macht gegenivärtig Argentinien durch, daS in der Vorkriegszeit bloß als Lieferant von Getreide und Fleisch in Europa bekannt Ivar. Nun ist Argentinien dazu übergcgan- gcn, sich vor allem eine eigene Baumwollindustrie zu schaffen, um den steigenden Verbrauch der Bevölkerung nicht mehr durch Einfuhr, sondern durch eigene Erzeugung zu besriedigen. Die Entwicklung der jungen argentinischen Baumlvojl- industrie hat aber zugleich zu einer Erhöhung der eigenen Erzeugung von Rohbaumwolle geführt. Mitt« 1988 arbeiteten in Argentinien 251.058 Spindeln, gegenMec 60.000 Spindeln im Jahre 1080. Tn- ist mehr als Vervierfachung im Lause von sechs Jähren. Die jungen Industrieländer versuchen eben durch da» rasende Tempo ihrer Industrialisierung die alten Industrieländer einzuholen. Im Laufe dieses Jahres sind zu achtzehn vorhandenen Spinnereien drei neue hinzugetreten.Die Mehrzahl der Spinnereien arbeitete 1088 in zwei, einige sogar in drei Schichten. Das Verhältnis von Spindeln zur Bevölkerungszahl beträgt 1:50, das heißt, auf fünfzig Einwohner kommt eine Spindel. Das ist allerdings im Vergleich zn den alten Baum- wollveravbeitungSländern ein noch niedriger Stand: in England kommt eine Spindel auf einen Einwohner, in USA und Frankreich ist das Verhältnis 1:4, in Deutschland 1:6 und sogar in Brasilien 1:18. Aber die Ausdehnung der Baumwollspinnerei in der verhältnismäßig kurzen Zeit ist bemerkenswert. Die argentinischen Baumwollspinnereien verbrauchten 1085 rund 10.000 Tonnen argentinischer Baumwolle sowie etwa 6000 Tonnen Importierter Baumwolle, insgesamt also rund 25.000 Tonnen. Die eigene Baum- Wollerzeugung hat im Jahre 1030 rund 82.000 Tonnen, betragen, im Jahre 1085 rund 84.000 Tonnen. Das ist ein« Verdoppelung in fünf Jahren. Obgleich Argentinien mehr als die Hafte seiner Baumwollerzeugung auSfiihrt(im Jahre 1985 rund 36.000 Tonnen), muh es doch rund 6000 Tonnen Baumwolle- mit langer Faser einführen, da die inländische Erzeugung diesen Bedarf noch nicht decken kann. Denn die gesamte in Argentinien gewonnene Faser hat eine Länge von höchstens 28 Millimeter, für Garne über 40 Millimeter braucht man dagegen eine Faserlänge von mehr als 30 Millimeter. Die lange Faser kann aber/mir dort mit Aussicht auf Erfolg gezogen werden, wo man mit genügender Bewässerung rechnen kann. - Seilt 0 Ar. 272 Sonntag, 22. November 1980 Die erste große Probe Gutes Ergebnis der Prager Flugabwehrübung Prag. In der Nacht aus Samstag wurde die Luftschnhübung durchgeführt, welche in erster Linie den Beweis erbringen sollte, daß sich das gesamte Gebiet von Groß-Prag verdunkeln lätzt. In der Zeit zwischen 22 und 28 Uhr erloschen nach und nach die Lichter in den Prager Straßen, so daß zu Beginn der Uebung um 28.89 Uhr bereits eine vollständige Becdunkelung Prags erreicht Ivorden war. Es erloschen die Lichter der Straßenlaternen und auf den Privathösen; in allen öffentlichen und privaten Gebäuden wurde die Beleuchtung der Räume nach außen hin abgedichtet. Auch die Lichtreklamen und die Schaufenster-Beleuchtung waren ausgeschaltet und ebenso sah man auf den Friedhöfen keine Lichter brentien. Auf den Straßen herrschte fast normaler Verkehr. Tie Wagen der elektrischen Straßenbahn und alle übrigen Fahrzeuge waren mit gedämpften dunkelblauen Lichtern versehen und durchführen Prag mit miniinaler Geschwindigkeit, um Verlehrsunfälle zu vermeiden. Patrouillen der zivilen Lüftabwehr-Organisation(CPO) sowie der Sicherheitswache versahen in ganz Prag den Kvntrolldienst und beseitigten durch entsprechende Weisniigen alles, wa? einem einwandfreien Ergebnis der Luftschutzübung hinderlich sein konnte. Bio auf ivenige Ausnahmen, welche die kompetenten AnssichtSorgane' in genauer Evidenz führen, haben die Bewohner von Groß-Prag überall ge- wissenbast ihre Pflicht erfüllt und so zu dem glänzenden Ergebnis der Nachtübung beigetragen. Bon Beginn des Flieger-Alarm» bis zu seiner Beendigung wurden in einer Höhe von 140 bis 100 Meter über Prag insgesamt vier Flüge mit Zwischenlandungen auf dem Flugplatz aus- gefiihrt. Hiebei bot sich dem Beschauer ettva folgendes Bild: Die Verdunkelung von Groß-Prag tvucde erreicht. Die Einwohnerschaft verhielt sich diszipliniert und die Strahen sowie die Wohnungen Ivaren in vollständiges Dunkel gehüllt. Ausnahmen wie die unvollständige Abdichtung der Wohnungsfenster oder Lichter in den rückwärtigen Stiegengängen gab es nur vereinzelt. Allmählich verringerte sich auch die Zahl dieser Ausnahms- fälle und gegen Ende der Berdunkelungsübung Ivar sie nur ganz gering. Diese ertvähnten AuS- nnhmSfälle boten jedoch leine Anhaltspunkte bei der Orientierung, welche zur Erreichung irgendeines der festgesetzten Ziele notwendig war. Neuerlich muh hiebei betont werden» daß es sich bei dieser Uebung nicht darum handelte, daß es dem Flieger gelang, Prag leicht aufzufinden, sondern dassim, daß er bei einer Verdunkelung der Stadt beststymte Objekte äüffinben kann, auf die er seine Angriffe richten soll. Das Ergeb- n i s der Uebnng ist nach Ansicht von Fachleuten! «icht die Erreichbarkeit dieser Objekte praktisch unmöglich zu sein scheint. Bei der heutigen Uebung Ivurde nämlich die Verdunkelung nicht im vollen Kriegsmaß st a b durchgefiihrt, da aus Gründen der Sicherheit nur eine notdürftige Verhüllung der Kraftlvagenlichter erfolgte und auch auf den Bahnhöfen und Straßenkreuzungen für den Notfall Orientierungslichter brannten. Diese Notbe- lenchtung hinderte selbstverständlich eine vollstän- Vom Rundfunk Empfehlenowerte» an» den Programmen« Dienstag: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 19.05: Deutsche Presse, 19.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 10.80: Opernvorspiele, 11.05: Rund- kunk für de«tsck>e Schulen, 12.10: Liederkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Mozart-Feierstunde, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Deutscher Kulturbericht vom Tage, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert. Sender II: 7.80: Populäres Konzert, 14.15: Deutsche Sendung: Forman: Zeitgemäße Probleme im Filmschaffen, 14,50: Deutsche Presse, 18: Schrammelkouzert.— Brünn 15: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiter, sank: Sozialinformationen,— Schmerdar Tschechische soziale Poesie.— Preßburg 17.40: Geigenkonzert, 22.80: Aus Tonfilmen.— Kaschau 11.05: Populäres Konzert, 18.10: Rimdfuukorchesterkon- zert.— Mährisch-Ostrau 17.40: Schallplattenkonzert. Montag: Prager Sender I: 7: Morgenmusik, 12.10: Opernarien, 12.85: Orchesterkonzert, FOK, 13,80: Arbeiismarkl, 15.85: Populäres Konzert, 17.85: Klavierkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. John: Konzentration im sudetendentschen Voltsgeldwesen, 18.20:,Arie von Äusser, 18.30: Prof. Schneeweiß: Adventzeit im Volksglauben, 18.45: Deutsche Presse, 20.55: Liebeslieder, 22.40: Deutsche Presse. Sender II: 7.80: Salonorchesierlonzert, 14.20: Deutsche Sendung: Bunte Schallplattenhörfolge, 14.50: Deutsche Presse, 18.10: Blechmusik, 10.85: Mozart: Kleine Nachtmusik.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Rochowaniki: Kolumbus in der Slowakei, 20: Philharmonisches Konzert.— Prestburg: 16.10: Nachmittagstonzert, 17.25: Klavierkonzert. 22.80: Tanzmusik.— Kascha«: 12.05: Opernfantasien, 10.25: Leichte Musik.—. Mähr..Ostrau: 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiters unk, Kolbe: F a ch o r g a n i s a t i o n e n i m Kampf um d i e Sozialpolitik,— Liederkonzert, 20.10: Tschechische Opernstunde.' dige Verdunkelung und alle diese Lichter blieben sichtbar. Im Interesse der Disziplin, muß darauf hingewiesen werden, daß auch bei den blau verhüllten'Reflektoren durch das Einschalten der Fernlichter die ganze Straßenfläche und die Häuserwände beleuchtet werden. Die blauen Lichter der Motorfahrzeuge waren in der Luft am geringsten wahrnehmbar. Im Ernstfälle müßte jedoch auch diese Beleuchtung bei den Automobilen verschwinden und die Kraftwägen müßten mit Speziallichtern versehen' sein. Stehende Fahrzeuge dürften überhaupt keine Beleuchtung füh- Todesurteil Im Grünauer Mordprczefl Deutsches U*Boot gesunken Berlin. Das U-Boot„U18" von der Unterseeboot-Flottille„Weddingen"-ist Freitag vormittags während einer Torpedo-Schießübung in der Lübecker Bucht infolge eines Zusammenstoßes gesunken. Von der 29 Mann starken Besatzung konnten zwölf Mann gerettet werden. Vermißt werden noch acht Mann. Mit ihrer Rettung ist nicht mehr zu rechnen. ren. Auch die Orientierungslichter auf den Stra- ßen mühten so beschaffen sein, ,dah sie von der Lust aus nicht zu- sehen wären. Schließlich müßten auch die Bahnhöfe..eine.Spezialbeleuchtung erhalten. Mit allen diesen. Umständen.hat man von vornherein gerechnet und sie kommen für kriegerische Verhältnisse überhaupt nicht in Betracht. Nach einer Aeuherung von Fachleuten hat die Uebung folgenden Gesamteindruck hinterlassen: Die Verdunkelung hätte so, wie sie durchgeführt wurde, auch bei allen Ausnahmen vollständig genügt. ES war nicht möglich, wichtige Objekte aufzufinden. Die Ergebnisse der Uebung können als gut bezeichnet werden, die Bevölkerung hat sich diszipliniert verhalten und daS Ziel der Uebung ist erreicht worden. gründe gingen, entstand ein Brand, der auch den Hangar erfaßte. Dabei verbrannten im Hangar drei Flugzeuge und ein weiteres, das in der -Nähe stand. Hawai von Hungersnot bedroht. Der See- mannsstreik an der amerikanischen Pazifikküste nimmt immer ernstere Formen für die Bersor- guug von Hawai an, wo bereits eine starke LebeilSsNittelknappheitaherrscht. Das Washingtoner Innenministerium hat daS Kriegsministerium um Einsetzung von Marine-TranSportschiffen zwecks Beförderung von Lebensmitteln nach tzawai gebeten. Valutenschmuggler. Die Wiener.Polizei kam zwei Schmugglergruppen auf die Spur, welche bereits seit langem zwischen Wien und einigen mittel- und osteuropäischen Staaten große Schmuggelgeschäfte in Valuten betreiben. Es wurden zwölf Personen verhaftet. Erpreß Warschau—Krakau entgleist. Auf der-Bahnstation Zabierzow,,einige Kilometer vor Krakau, entgleiste in der Nacht auf Samstag der Expreßzug Warschau—Krakau., Die Lokomotive, der Postwagen und drei Personenwagen stürzten den Bahndamm hinab. Ein Eisenbahner wurde getötet, drei andere Eisenbahner und zwei Pasta» giere erlitten schwere Verletzungen. Tragisch« Arbeitsantritt. Von den sieben Verleger, der einige 190.009 Dollar, einsteckte, denn "! nunmehr ist jedermann neugiftig',- wenn auch ohne In einem'de, größttn Kaufhäuser von Angers(Frankreich) brach Samstag mittags ein Brand aus, der mit ungeheurer Schnelligkeit um sich griff. Das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder.' Der Ungerichtete Schaden geht in die Millionen. Ob Opfer an Menschenleben I Häuser beschädigt. Auch-auf die Kathedrale, ein prächtiges, historisches Baudenkmal aus dem 12. und 18. Jahrhundert, griff das Feuer über/ doch konnte.sie zum Glück nach langen Anstrengungen der. Feuerwehr schließlich gerettet werden 25.999 Dollar für einen Druckfehler. Ein amerikanischer Verleger, dem es nicht zum besten ging, hatte einen guten Einfall. Er gab ein neues Buch heraus und gleichzeitig Zeitungdinserate, in denen es hieß, im Text dieses Buches'finde sich ein Druckfehler, und derjenige Leser, der ihn. finde, erhielte 25,909 Dollar.. Der erstte Erfolg dieses Preisausschreibens i war, daß das Buch, daS anderthalb Dollar kostete, in ' noch nicht einer Woche eine Aufnahme von 75.000 Exemplaren hatte, Dann entdeckte In der Tat ein New starker Liftboy den Druckfehler, bekam seine führet Josef Sliva, ist aus seiner Ohnmacht noch nicht erwacht; er wurde künstlich ernährt, bekam jedoch hohes Fieber und ist SamStäg mittags ge storben. DaS Tragische dabei ist, daß der junge Mann er st drei Tage in dem Schacht beschäftigt war, in dem sich daS Niiglück abspielte. Er freute sich darüber, daß n nunmehr in der Lage sein werde, für seine.Mutter, welche Witwe nach eiiient Bergmann ist, zu sorgen. Die Ursache des. Unglückes wird von seiner Fachkommission gründlich untersucht. Eine Rekordlizitation. In einer Londoner Auktion wurde für. fünf Pfund ein kleines Bild eines uilbekannten Autors, das den Hl. Hieronymus im Gsbet in der Wüste, darstellt, angeboten. I Es wurde festgesteNt, daß das Bild ein Werk eines i Meisters der Schule von Padua, wahrscheinlich 1 MLÄJÄ ÄÄÄ Andreas Mantegni ist. An Nicht ganz 29 Minuten j Erleger, der einige 190.000 Dollar.«Insteckte, denn ******• Antiquitätenhändler bezahlte..|»«■>,■• nm' Thomas Edisons, Charles Franklin Sti.lwell,. engsten Mitarbeiter de». Erfinder», der ?00 Tote und 118 Verletzte gebotgen^wqrden.^ erste.elektrische Glühbirne., konstruiert hat, ist samtschaden wird auf 10 Millionen Von geschaht..' NEUkränkheit völlig erhkitidef/1 Diese AügentriNk- Hangarlraud. Bei der Flugzeug-Katastrophe Mt zog' erlich vor 45'Iahten zu, als eine der ersten in StanleydPark, bei' der zwei Personen zu- Glühbirnen,, an deren Verbesserung er arbeitete).in Bergarbeitern der Grube Jan Maria in Schle« 4» beklagen sind, steht noch nicht fest. Nach den sisch-Ostrau, welche am Donnerstag von Gasen letzten Meldungen hat der Brand großen Umfang vergiftet wurden, kamen sechs mit dem Leben! angenommen.. Das malerisch« alte Stadwiertel davon und befinden sich bisher noch in Kranken- fiel den. Flammen zum Opfer. Etwa 15 Häuser hauspslege. Der siebente, der 15jährige Hunde- 1 wurden vom Feuer völlig. vernichtet und viele das Urteil gefällt und, der 87jährige Landstreicher und ehemalige. Handschuhmacher Jan T w a- rusch ek zum Tode verurteilt. Der Angeklagte hat nach einer Beratung mit seinem Verteidiger von seinem Rechte Gebrauch gemacht und um eine dreitägige Bedenkfrist ersucht. ' In dem Grünauer Mördpcozetz vök dett Brünner Geschworenen wurde Samstag das Urteil gefällt? Die Verhandlung dauerte im ganzen in dieser Hinsicht ein sehrgutes und hat zu' eineinhalb Tage. Die Geschworenen beantworte- der Erkenntnis geführt, daß im Kriegsfälle die> ten die erste Hauptfrage, lautend auf v o r fätz- Auffindung wichtiger Objekte für.den feindlichen licheuRaubmord, mit zwölf Ja-Stimmen. Flieger nicht möglich wäre und daß selbst im 1 Auf Grund des Spruches der Geschworenen wurde äußersten Falle einer außerordentlich günstigen das Urteil gefällt und, der 87jährige Landstrei- Madrid Im Feuer der maurischen Bomber seinem Laboratorium explodierte. Er konte zwar Wei«, terarbeiten und hat mit Edison zusammen eine Reihe .weiterer wichtigster Erfindungen gemacht. Er wurde auch Direktor der General Cleetrie Light Company in New gort, mußte aber diesen Posten, schon vor vielen Jahren aufgeben, weil sein Augenleiden im» mer schlimmer wurde. Jetzt ist er völlig erblindet, und die Tochter Edison» hät ihn eingeladen, den Rest seine» Leben» in einem kleinen Häuschen in der Nähe von Menlo-Park zu verbringen, lenem' Ort, wo Edison und er zusammen vor 40 Jahren ihr erste» Laboratorium batten. ' Ledigensteuer in Holland? Der holländische Finanzminister befaßt sich mit dem' Gedanken, die ledige» Bürger in Holland mit einer Sonder'-' steuer zu belasten.; Der erschwiegene Mann. Der erschwiegene Mann ist kein Druckfehler und soll nicht,„verschwiegener Dtann" bedeuten. Es handelt sih uni einen armen Burschen namens Dandukov, in den sich Bosiljka Pancev, die Tochter eines reichen Industriellen, ver» lrebt hatte. Der Vater war sehr gegen, die Verbindung und wollte Bosiljka zur Heirat ärit einem anderen zwingen. Darauf erklärte da» Mädchen, e» werde den Mund nicht eher auftun, als bis der Vater seine Einwilligung zur Heirat mit Dandukov gäbe. Der Vater ließ cs darauf ankommen— a6et Bosiljka hielt ihr Wort(und ihren Mund) genau sechs Monate lang. Dann wurde der Vater mürbe und gab die Heiratserlaubnis. Der erschwiegene Mann wird sich jedenfalls davon Überzeugen können, daß er eine außergewöhnlich energische und konsequente Frau bekommen hat. Die älteste Fra» Frankreich». Ganz Reims feierte a:i 20..November den 107. Geburtstag der ältesten Einwohnerin von Frankreich, Mme. Bom- barmi, die auch von keinem Mann an Alter übertroffen wird. Zn ihrem vorjährigen Geburtstag wurde der alten Dame das Kreuz der Ehrenlegion verliehen. Diese» Jahr begnügte man sich damit, daß der Bürgermeister ihr 1« Namen der gm^en Bevölkerung von Reims.einen.herrlichen Blumenstrauß überreichte. Außerdem erhielt sie ein Handschreiben des Bischofs von Reim». Ten ganzen Tag defilierte die Bevölkerung von Reim», an ihrer Wohnung vorbei. Atme. Bombaron ist trotz ihres hohen Alter» noch durchaus rüstig..‘ Ta« Wetter in der Republik steht' nunmehr unter dem Einfluß eines Druckhochs,- dessen Kern Samstag nachmittags über- Sachsen lag. In den Niederungen der Republik— Karpathornßland und die Siidslowakei ausgenommen—bewegen sich die Temperaturen, um den Gefrlerpmckt und die Niederschläge hörten bereit» auf. Auf den Bergen nimmt jedoch der Frost allmählich ab. Auch in Skandinavien, wohin sich ozeanische Lust ausbreitet, trat eine Er» tvärmung ein. An einigen Orten in SLdflandinavien wurden um 14 Uhr 8 bis 10 Grad Wärme gemessen. Bei un» kann sich zwar der Frost in den.Niederun, gy» noch'vorübergehend verstärken, besonders wen» es'sich in der Nacht aushyitern sollte, eine weitere wesentliche Abkühlung wird jedoch nicht mehr ein» treten..— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Andauern der ruhigen, winterlichen Witterung.., In der Nacht im Fälle der Aurheiterung in den Niederungen Verstärkung des.Frostes, untertags warpier. -7-.Wetteraussichten für Montag: Ohne wesentliche Aenderung, im ganzen jedoch weitete Ertvär- Was es geben sollte Einen Film, der ohne Bär, Hotel,. Bahnhof, Dahnabteil und Zirkus, vor allem-aber ohne schmetternden Tenor auskonimt. Einen sudetendentschen Antimarxlsteni der Marx gelesen hat. . Eisenbahnabteile, die'weder kalt noch Überheizt sind. Ein Loblied, aus Stalin, da» wenigstens im Versmaß stimmt: Einen Hakenkreuzstudenten, der sich zum Stunk, den er macht, auch bekennt. Schlechtes Wetter bei- Hltlerkundgebungen. Donner und Blitz immer dann, wenn ein kom« munistischer Parteiliterat von der Unteilbarkeit, der Freiheit zu sprechen wagt.& K. R. Der Riesengenerator für Amerika Die AEG baut gegenwärtig einen gewaltigen Gduerator zuv.Stromerzeugüng.. für. Südamerika.. Hier' sicht sman das Gehäuse, dessen äußerer ' Duvchntesser' 8.84' Meter' beträgt.''' »*. 272 Sonntag, 22. November 1836 Seite 7 ^lMsMrtsckaft und 8oÄakpoiM Drang nach SUdosten Auf der Linie des geringsten Widerstandes dringt di« deutsche wirtschaftliche und politische Expansion nach Südosten vor— Immer weiter. Die Bearbeitung dieser Gebiete hat ReichSbanl- Präsident Dr. Schacht persönlich auf sich genommen.„Bemühen Sie sich nicht uni Kombinationen, meine Herren, meine Reise hat keinerlei besondere wirtschaftlich« oder gar politische Bedeutung. Sie ist bloß die Eavtderung des Besuches Ihres Nationalbankpräsidenten." So lautet die stereotype" Antwort, die Herr S ch a ch t den ihn befragenden Journalisten des Gastlandes. erteilt. Eigenartig ist nut, das; diesen Reisen Schacht» immer wirtschaftliche Ereignisse und Umschichtungen von großer Tragweite folgen: .Deutschland kauft große Mengen von Rohstoff fcn und Nahrung-Mitteln auf, bezahlt nicht und zwingt dann sesn« Gläubiger, deutsche Fer» ■ Ugwaren abzunehmen. Diese Methode haben wir erst kürzlich auf der Balkanhalbinsel zum Schaden unserer eigenen Exportindustrie erlebt. Wir haben diese Gefahr spät, aber doch erkannt. Heute ist Deutschlands. Einfluß wieder imAvbröckeIn— vielleicht nur bis zur nächsten Aktion Schachts, die dieser unzweifelhaft unternehmen wird, sobald er seine Konkurrenten in Sicherheit gewiegt zu haben glaubt. Inzwischen sieht sich Schacht bereits nach neuen Gebieten für seine wirtschaftlichen und zu- gletchpolitischenExpansionSbestrebungenum. Denn daß dem wirtschaftlichen Einfluß der politische folgt, däS haben nicht erst die jüngsten Erfahrungen gelehrt. Schacht befindet sich derzeit in Teheran, wohin er sich von Ankara begeben hat. In der Türkei hat Deutschland gegcn- Ivärtlg trotz der scharfen Konkurrenz Englands ein« glänzende wirtschaftliche Stellung. Nicht so in Iran(Persien). Hier sind ihm einige Staaten voraus, vor allem Rußland und Großbritannien. Gtoßbritannien ist der weitaus größte Abnehmer persischen Oel»(Anglo-Jcanian Oil Company), Rußland dominiert im Baumwollbezug. Iran ist das alte Kampsgebiet zwischen russischen und britischen Interessen. Nun stößt Deutschland über seist« alte Bagdadlinie hinaus vor..^kombina» tionSlüsternc" Köpfe sehen bereits etne neue, große Borstoßlinte, in der auch der Irak— wie manch« aus'der jüngsten, gewaltsamen Beseitigung der«nglandfteundlichen Regierung ersehen' wollen— mit seinen Petroleum- und Baumjoollmöglichkeiien.«ine große. Rolle" spielt. Eine Bestätigung hicfiir wäre jedenfalls- der kürzlich abgeschlossene Baumwolllieferungsvertrag zwischen Deutschland und dem Irak. Jin Iran trifft Deutschlaud, wie erwähnt, aus britische und rusiifch«, aber,«uh aus— tschechoslowakisch« Interessen, an denen wir nicht achtlos vorübergehen dürfen. Jin. iranischen Wirtschaftsjahr 1818(14(1884 bis 1886, neuere Ziffern wurden noch nicht veröffentlicht) siand die Tschechoslowakei in der Ein fuhr von Jndustriomaschinen(hauptsächlich für Zuckerfabriken, Skoda) mit 14.6 Millionen Rials») weitaus an der Spitze. Es folgten Deutschland mit 8.6 Millionen Rials, England mit 4 Millionen. Die übrigen Staaten sind in diesem Einfuhrartikel verhältnismäßig bedeutungslos. Unsere Gesamteinfuhr nach dem Iran betrug rund 22.6 Millionen Rials, unsere Einfuhr(Teppiche) etwas über 8 Millionen Rials, also nicht einmal ein Siebentel der Ausfuhr. Die Folge davon ist, daß unsere Exporteure meist eineinhalb Jahre auf ihr Geld warten müssen und wir daher unsere Ausfuhr nach Persien abbauen. Schon gegenüber dem vergangenen Wirtschaftsjahr haben die oben angeführten Ausfuhrziffern nach Persien eine Senkung um fast 10 Millivnen Rials erfahren, was für unsere Exportindustrie gewiß nicht belebend wirkt. Interessant ist in diesem Zusammenhang/ daß wir in Aegypten mit eüva 68 Millionen XL aus dem Baumwollbezug passiv sind, während wir aus Persien Baumwolle nennenswert überhaupt nicht beziehen. Wir haben in Iran also auch etwas zu verlieren. Der Aauptkampf wird sich allerdings zwischen Rußland, Grohbrftannien und Deutschland abspiclen.. England dürfte auS seiner Erdölpositüm, gestützt auf die Anglo-Jranische Oclgefellschaft, schwer zu verdrängen sein. Ob c» Deutschland gelingt, Rußland auS seiner überragenden Stellung auf dem iranischen Bauinwollnlarkt zu"verdrängend wird nicht zuletzt auch von de» russischen Gegenmaßnahmen abhängen. In Iran geht es schließlich nicht nur um Baum- woll- oder Erdölpositionen. In diesen Produkten ist Iran trotz gewisser AuLbaumäglichkeiten im Vergleich g. B. zu den Bereinigten Staaten verhältnismäßig unbedeutend.(MineralölauSfuhr 1884(86 1488 Millionen Rials, Baumwollausfuhr 86 Millionen Rials, davon drei Biertel nach der Sowjetunion). Nicht Iran allein wird die deutsche Rohstoffversorgung sicherstellen, Wohl aber könnte dies«ine Rohstoffbasis von der. Donau bis zum Hochland von Iran. Ob nun Deutschland Petroleum oder Baumwolle zu gewinnen trachtet, oder ganz neue Wege beschreiten will— das zu untersuchen wäre sehr interessant und gewiß auch tvichtig— wesentlich ist, daß Deutschland es überhaupt unternehmen kann, einen derartigen Keil seiner wirtschaftlichen und politischen Expansion vorzutreiben. Diese Bedeutung werden auch die üblichen nichtSsagen- den^KpmmuniqueeS nicht aüschwächen. soweit sic überhaupt nach Beendigung der Besprechungen Schachts auSgegeben werden sollten. Zwei Ziele will Deutschland gleichzeitig oder alternativ erreichen: 1. Aufstapelung von Rohstoffen für den Kriegsfall— wobei die oberwähnte Rohstoffbasis nur«ine zusätzlich« wäre *) DurchschnittSkurse in den Monaten Septem-, her 1886 bi» Feber 1886 zwischen 71.88 bi» 81.88 Rial» für 166 KJ. — und Sicherung Verbündeter oder zumindest neutraler Staaten im Südosten. 2. Wirtschaftliche Durchdringung de» SiidostenS" auf lange Sicht, Aufschwung des deutschen Außenhandels, der deutschen Industrie, Wohlstand der Massen. Der Zweifler werden aber imincr mehr, die das erste Ziel für wahrscheinlicher halten. Die eben erfolgte Einladung Schachts nach Tokio spricht ebenfalls eine beredte Sprache. Eine Einzwängung Rußlands und Britisch-Jndiens zwischen die oberwähnte Osfensivfront Deutschland» und die Osfensivstellung Japans in Mandschukuo und China ist einer Zangenstellung nicht unähnlich, deren beide Greifer einander sich zu nähern bestrebt sind. Diese Tatsache, die Einmischung in Kvanien, die dunkle Roll« Deutschlands und Italien- in Palästina und im Irak sowie die riesige Ayftüstung Hitler-Deutschlands deuten nicht auf friedliche Ziele hin. Jstg. Ed. Stürmer. Ou&htii 2.8 Milliarden FraneS-Anleihe für Polen. Einem Bericht des„Benkov" zufolge wird die französische Anleihe für Polen insgesamt 2.8 Milliarden Francs, d. f. ettva 788 Millionen Zloty, betragen. Hievon entfällt eine Milliarde Francs auf Kredite zum Wareneinkauf Polens in Frankreich, 788 Millionen Francs in bar werden für den Ausbau der Kohlenbahn Oberschlesicn—Gdingen und 266 Millionen für den Ausbau des übrigen Eisenbahnnetze», 188 Missionen Francs für den Ausbau des KommiinIkatlonSwcsen» und 888 Millionen Francs für die Errichtung neuer Fabriken und für andere JndststrialisieruygSzwecke zur Verfügung gestellt. Was wird Roosevelt tun?(AP.) Der große Machtzuwach», der dem amerikanischen Präsidenten zuteil geworden ist, ändert nicht» an der Tatsache, daß das Oberst« Bundesgericht uiw die Verfassung ihm bisher im Wege gestanden haben« und daß die oberste Behörde de» Lande» durch ihre Urteile die Riesenorganisation der Nira, die HUssorganisation des Staate» für die Farmer und viele andere Schöpfungen de» Roosevelt- Kurse» lahmlegw, bestimmte Steuern zur Rückzahlung bringen ließ und bereit» eine Entscheidung ähnlicher Art gegen da» für kollektive Lohnregelung zuständige Amt für Arbeitsverhältnisse vorbereitet. Hinter dem Obersten Bundcsgerilbt haben sich alle diejenigen verschanzt, die sich als „Opfer" der Gesetzgebung Roosevelts betrachten und ihre eigenen Interessen geschickt hinter der weltanschaulichen Fassade der in Amerika einst so populären Individualismus verstecken. Was toird nun Roosevelt tun? Soll er die Verfassung ändern, die Zentralisierung der BundeSregie- rung gegenüber den-Rechten der-Einzelstaaten durchführen und das EingriffScecht des Staates gegenüber dem Individuum sichern? Der Kongreß hat die nötige demokratische Mehrheit. Zu Verfassungsänderungen bedarf es einer Zweidrittelmehrheit in Senat und Repräsentantenhaus. Sie ist vorhanden. Aber es bedarf auch der Zustimmung aller 48 StaatSvarlamente in beiden Häusern. Hier wird eine Dreiviertelmehrheit gefordert. Sie besteht in vielen Staaten, bi» Hin seltener Fang, ein gewaltiger Grundhai von fast acht Meter Länge und 68 Zentner Gewicht wurde von dem Cuxhavener Fischdampfer„Magdeburg" gemacht. Vielleicht versucht man es in Görings Reich daraufhin mal mit Haifischfleisch? Roosevelt aber dort die Verfassungsänderung durchsetzen könnte, würden viele Jahre vergehen. 'Roosevelt hat aher nur vier Jahre Zeit. Bleibt freilich noch der andere Weg, auf juristischem Wege unter Aufbietung höchster Geschicklichkeit es so einzurichtcn, daß Reibungen mit dem Obersten Biurdesgericht vermieden werden. Dieser Weg ist der«insachcre, durch die Zeitumstände gebotene, aber er würde zunächst ohne Folgen sein, denn wenn e» zu keiner Verfassungsänderung kommt, konnte schon der Nachfolger das Geleistete wieder „Ehrengerichts"-Affäre in Brüssel?(Kä.) Die katholische belgische Zeitung„XXe Liicle" („Das XX, Jahrhundert") glaubt zu wissen, daß an die Spitze der Rexistenpartei ein dreigliedriges Direktorium, bestehend auS einem flämischen, einem wallonischen und einem brüsseler Parteiangehörigen, treten werde. Diesem Direktorium würde vor allem die Aufgabe gestellt sein, de» Exzessen des Führers Degrelle zu steuern und seinen Bestrebungen nach einer persönlichen Diktatur hinderlich zu sein. Die Totalität"ohne, staatlichen Machtapparat ist«ine sehr Problemnische Sache und da innttzhälll der Bewegung des belgischen Führers nicht nur soziale, sondern auch nationale Koufliktsstoffe vorhanden sind, scheint«S dort noch früher zur ersten großen Krise zu lommcn, als es bei H e n l e i n der Fall war. Die demokratischen Parteien, in denen Krisen viel seltener sind, scheinen den Führerbewegungen doch ettvas mehr als ihr Alter voraus zu haben. Der Dichter der heimatlosen Herzen Zorn zwanzigsten Todestag Jack Londons am 22. November 1936 In einer Zeit der tiefsten Dunkelheit, mitten im Weltkrieg, am 22. November 1816, schlossen sich in San Francisco zwei Augen, die alle Wunder der Erde geschaut hatten und all ihr Grauen, hörte ein Herz zu schlagen auf, das wie kein anderes im damaligen Amerika einer Zukunft der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der Friedens eittgegenpochte. Im Alter von vierzig' Jahren, aus dem Gipfel seines Ruhms, starb I a ck L o n- d o n, erschöpft von einer Krankheit, deren Wurzeln. In. seine früheste Kindheit.zurückreichten, verbraucht von einem, unsteten: ruhelosem Leben, das ihst.kteuz.und quer, über den Erdball von Abenteuer zu Abenteuer getrieben, von Enttäuschung zu Enttäuschung gehetzt hatte. Er gehörte nicht zu denen, die das Kapital ast Kraft und Gesundheit,, das: die Natur dem Menschen gibt/behaglich kn einem geregelten Dasein auszehren;, er stürzte sich tollkühn und unersättlich in die. wirbelnden. Wirksale des Lebens, und a(S es ihn.an dst Küste warf, war. sein. Herz wund, seine Ekele ausgebrannt.«. „! Er wurde, als Sohn eines armen, dem Äl- kohol verfallenen Farmers in San FrantiSco geboren. Dem Fünfjährigen drückte der Later bereits die Flasche in die Hand. Und es geschah mehr als einmal in den vier Jährzehnten" Fiste». Da- seins, daß der Alkohol Jack London" an den Rand des Abgrunds drängte.- Aber.hie. gesunde Natur fiqgiz immer wieder" über da» Gift-Per klare Perstand. über"Pen Rausch.-.Der.. Proletarierjunge auS San Francisco lernt kein Handwexk'/ er der. kauft Zeitungen,.ärhcitet morgen in einer FiBrik. ist übrrmorgen Kohlrnschipper im Hasen, streicht monatelang,arbeitslos durch die Prärie, zicht mst den Pelzjägern nach Alaska, beaufsichtigt eine Fischerflotille an. der pazifischen Küste, liest und leryt, debattiert und schreibt, wird fast über Nacht durch ein paar der Wirklichkeit nacherzählt« Geschichten zu einem gesuchten Mitarbeiter weitverbreiteter Wochenblätter, verdient Geld, benutzt(»,- um ein paar Jahre an der Universität zu studieren, hängt das Studium wieder an den Nagel, da e» ihn nicht befriedigt, geht al» Kriegsberichterstatter einer amerikanischen Zeitung im Jahre 1886 auf den russisch-japanischen Kriegsschauplatz, kreuzt jahrelang mit einer kleinen. Pacht in der Südsee, kehrt immer wieder nach Amerika zurück, um«S immer wieder zu verlassen und bringt von seinen ungezählten Fahrten nicht nur Stoff für fünfzig Bände farbiger Romane und lebenS- gesättigter Novellen mit, sondern auch.di« Erkenntnis, daß di« heutige Ordnung der Welt faul ist, daß die Gesellschaft umgebaut werden, daß ein neue» Zeitalter anbrechen mnß, Über dem ein neuer Stern, die Idee de» Sozialismus, leuchten soll. In den großen Städten predigt Jack London als einer der ersten in Amerika den Sozialismus, an den Straßenecken auf einer umgestürzten Tonne und auch auf den Kathedern der Universitäten. Aber sein heißes Herz treibt ihn aus der Steiywüste der Städte immer tvieder aufs Neer hinaus, zu", neuen Abenteuern; hinter jeder Erkenntnis richtet sich riesengroß ein Unbekanntes auf, da» erforscht werden will, noch gibt eS hundert Inseln in der Südsee, di« er nicht kennt, tausend Städte im Fernen Osten, deren Glanz er nicht erschaut hat— und so rüstet er immer wieder zur Reise, ein ewiger Vagabund,^der erst Im Tod- Frieden, ein Heimatloser, der erst in" der Stunde de-.Sterben» ein Zuhause findet.' Sein Werk ist sein.Lebest; der Held fast aller feister Bücher ist ep selbst. Die Geschichten, die ihn berühmt und reich gemacht haben, waren nur Berichte uher seine frühesten Wanderschaften: die »Abenteuer de» Schien.enstxang-", die.Erzählungen au»"dem Leben der»Tramp»", der Gelegenheit-äiibeiter ustp Landsttticher, die im ewigen Kampf mit den Bahnheamtqn in leeren Güterzügen über die endlosen Ebeyen de» ämeri« känischen. Westen» fahren, heute arbeiten, morgen betteln, sich heute betrinken, morgen hungern, aper in dem ungeheuerlichen Freiheitsdrang"Ihrer Herzen dieses Leben niemals gegen die Behaglichkeit und Wärme eine- Heim», gegen die Geborgenheit einer sicheren Existenz eintauschen würden; dir rauh sind, aber gute Kameraden, gewalttätig und zugleich kindlich, abgerissen und doch stolz, erfüllt von dem eisernen Optimismus der crsten amerikanischen. Pioniere, die ihre Vorfahren gewesen sind. Wenn der.Lockruf des Goldes" erklingt, ziehen sie alle nach Klondyke hinauf und versuchen ihr Glück; sie werden«ich, oder sie kommen als Bettler zurück. Dann ziehen sie eben weiter hinauf, in die EiStvüsten des Nordens, sagen Pelztiere in Alaska, schleppen die Schlitten bis zu den Dörfern der Eskimo»; oder sie verdingen sich al» Matrosen auf Schiffen, die in die Südsee gehen und an die asiatische Küste. Die einen machen in der Stadt als Btzxcr Karriere, die andren versuchen es doch mit der Scholle, erarbeiten sich eine Keine Farm; aber mit der Seßhaftigkeit ist e» nicht», und was in vielen Jahren. mühsam aufgebaut wurde, wird in einer Nach! I verspielt und vertrunken. In»AlaSka-Kid", in»Kid u. Cö." erzählen sie ihre Erlebnisse, di« manchmal bis an die Grenze der MUnchhausiaden gehen, und doch zumeist nur nackte Wahrheit sind; denn Jack London ist einer der Dichter, die erkannt haben, daß die Wirklichkelt tausendfach romantischer, bewegter, unglaublicher ist als die tollste Phantasie eine» Geschichtenerzähler- sein kann. Die SüdseeliebeSgcschichte »Insel Berande" ist solch ein zauberhaftes Märchen der Wirklichkeit, auch die Hundcgeschichten auS der Südsee.»Jerry, der Insulaner" und »Michael, der Bruder Jerry»";"»WolfSblut" und »Ruf der Wildni-",„Seewolf" und»Da» Mondtal" sind solch romantische Romane: wie sie bisher" stür Schreibtischvoeten für jugendliche Leser erfunden hatten, und wie Jack London sie nun noich der Wirklichkeit formt. Seine»Meuterei auf der Elsinore" kann«» an Wildheit der Handlung mit jedem Seeräuberroman" äufnehmen, sein »Wolf von Wallstreet". nist jedem Kriminalschmöker, und doch steckt auch, in diesen seinen tollsten.Büchern immer' noch lebendige», liehen— und schapfe^ sozial« Kritif an der"wirklichen HM Soziale Kritik wär sein« Autöplogravtzie „Märtin Eden",.wär sein»König Alkohol", war die erschütternde Schilderung der Slum» von London,»M e n s ch e n d e r TI e f«", ein« der frtihisten und stärksten sozialen-Reportagen, und Aufschrei eine» mitleidigen Herzen» ist l sisiste'Höllenvision aus dem amerikanischen Zv.chthauS„Die Zwangsjacke"."Dazwischen liegen schwächer« Bücher,"schnell geschrieben oder au» Kurzgeschichten zstsammengestellt, die nur für den Bedarf der Zeitungen bestimmt waren. Aber auch in seinen schwächsten Novellen Pulst bet Herzschlag des Lebens, weil er leine einzige Geschichte erdacht, weil er sie alle selbst erlitten hat. Nur einmal verließ er den festen Boden, der Wirklichkeit, in seiner Utopie"»Die eiserne Ferse"; aber auch hier erzählt er keinen Traum, seht er nur die Gegcnwatt fort bis in eine Zukunft, die zwangsläufig aus den sozialen.Verhältnissen seiner Zeit wachsen, muhte. E» ist die flammende, blutige Schon deS letzten, unvermeidliche» Zusammenstoßes zwischen Arbeit und Kapi- . tal, die Entscheidungsstunde des Menschheitsschick- I sals; es ist die ahnungsvolle Voraussage der Epoche, in der die Priester des Gottes Mammon gedungene Mördcrgarden gegen die zur Erkenntnis ihres Geschicks und ihrer Aufgaben erwachten Arbeiter heben. Die Zeit hat Jack Londons Angswisson in Wirklichkeit gewandelt, die„Eiserne Ferse" des Faschismus auf den Nacken der Arbeiter, gesetzt. Der Dichter mit dem heimatlosen Herzen hat daS Leben der Tramps und Pelzjäger, der Perlenfischer und Hafenkulis, der Farmer, Boxer, Indianer und Eskimo» mit, derselben Entdeckerlust ausgezeichnet, die ihn immer wieder in Uriväl- der und über die Ozeane, auf einsame Inseln und in vergessene Schneegefilde jagte., Die Wildheit der Welt, dse er schilderte, die WirklichkeltStreür und der Optimismus, mit dem er sie schildert«, warb seinen Büchern Tauftnde von Lesern" in allen Ländern der Erde. Erst ein Jahrzehnt nach feinem Tod wurde sein Werk aych in«stier würdigen deutschen Ausgabe gesammelt, die der Uni- versitaS-Verlag gemeinsam tnit der Büchergilde Gutenberg begann. Das Dritte Reich hat die Bücher. Jack Londons auf den Jgd«? gefitzt". wi.'. die" aller Dichter," ist deren Hetzen, die heilige Flämme dzr Freiheit, in. dtzren Augen, der Glanz des Glauben» an"eine sozialjftische Zükstnft strahlen."Aber di« Morte eine» Künder» reiävn Wetter als die Hand eiste» Henker», und Jack London, dex Zeit seine» Lehm» nirgends zu Hanse war, hat längst in jenem üstvergänglichen Reich des Geistes eine Heimat gefunden, vor dem d'i-Mäch- tigest dieser Erde""machtlos und die Diktatoren ärmer als Bettler sind. Fritz Rosenfeld. Seite 8 „Sozialdemokrat* Sonntag, 22. November 1886. Nr. 272 Verems-raeilkLMeN' ld. Oualisikation zum Stamme»- Der Dim mdliche Erklänma des Führers(des Vor- drelst-nebenswür-iger Neporter eine Bombenrolle, der weibliche Hauptrolle spielt auch hier Francoise Nofay. Gaffenmädel"(Tsch.).— Belvedere: ,.D;r arohe sitzenden)--- Tatbestände, deren Kläruna dem er eme^nae humorvoller Töne(uns sogar auch^er Temperament und bezaubernder Weiblichkeit. Ziegfeld".— Beseda:»Unsre Elf"(Tsch.).— Carl' senreichistein glaubwürdiger Wiener Operet- deuten bei diesem Film, der zweifellos zu den besten tenfmaro. Dudek ein urkomischer Vol:zeirickter. Mimen der.letzten Zeit gehört. Eine sichere Probe:' An unsere Abonnenten und Genossen! JCimst und Ms^en Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs-Enthebunsen Öle Verwaltung :" Ich' bestelle hiemit unter dem Namen Beruf: Unterschrift: Leserlich Mitteilungen der»Urania« stellerisch Interessantes,' i.... Sieg der GesangSkunst und ohne Tertverständlich» leit im Lied, vollauf befriedigt ist. Schmer- — die Verbundenheit mit dem Deutschen Reiches wegen seines Regimes. Wochcnendort in der Umgebung in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kö 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. Brigitte Home» und Gustav Fröhlich In dem Turjansky-FIlm„Stadt Anatol". eine-Neujahrsenthebung zürn Betrage von; KB 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. pierteljätzriich iii 48.‘; halbjährig.Aö 98.- ganzjährig XL 192—.—- Aaserare werden-lam' Die ZeitungSsrankätur.würde von der Post-' und. Tete» „Tie hölzern« Truppe", heute 4 und 8 Mr. Montag 8 Uhr. Karten: TageSkaffa. „Unvergeßliche Filme", Großmutter» Kino. Montag 149 Uhr. „Die Großglocknerstraße." Hofrat Wallack. DienStag 8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andrö. „Aeghpten von heute." Unw.-Prof. Dr. Groh- m a n n. Donnerstag 8 Uhr. „Wiener Sängerknaben." Freitag 8 Mr. Karten: Urania, Wehler, Andrö. Llrairia-Kino «Die stindige» Frauen von Boom", deutsche Premiere des französischen Meisterfilms mit Hartmann, Marlen und'Rofay. Heute 2.4, 6, 149 Uhr. Sonst 14 6. 149 Uhr. Um die Verständigung sowohl innerhalb der Volksgemeinschaft als auch mit dem tschechischen Volk von Volk zu Volk nicht an der Sprachenfrage scheitern zu lassen, soll der Vorsitzende der Stammes die Pressebriefe autorisiert haben, folgendes verbind» liche» Wörterbuch zu veröffentlichen: Analphabetismus— die Weltanschauung. Achillesferse— dar Programm. Abtreten und antreten— Tätigkeit der Gefolgschaft. Bolschewismus— dem russischen Judentum art- ", eigene Abart des Marxismus.. Siehe diesen! Boykott— Gemeinheit, wenn es die anderen tun Dietwärt— GeisteStürner. Chrentürnwart—: führer.. Kulturgemeinschaft Volkstum des gegenwärtigen London— beliebter von Asch. Mannschaft— demokratische Lebensform. Mannschaftliche Erziehung— Aneiserung der Äugend zur Bekämpfung der marxistischen Terrors. Marxismus— westlerisch jüdische Abart der Bo'« schewiSmuS. Siehe diesen! Tarnung— Loyalttäisecklärung. Tatsachen— solle» Anklagen. Man stellt sie dazu auf ' den Kovk. Theater— siehe Boykott. Turnwart--.geistige Oualisikation zum höheren AmtSwaljpr.,....... Beier— unser. tschechische» Parteiblatt, Venkov— RebenauSgabe dcS Beier. Verbindliche Erklänmg des Führer» lder Vor- ^eujshks-kntkebung kür„SKlaldemokrar Montag halb 8: Eine Nachtin Venedig, Theatergemeinde der Jugend 1. Serie und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8 Uhr: Gespenst er, Gastspiel Tilla Du» rieux— Ernst Deutsch mit Ensemble, A 2,— Mittwoch halb 8: Axel an der HimmelStür, BI.— Donnerstag halb 8: H o f l o g e, C 1.— Freitag halb 8: I a k o b S f a h r t, D.— Landtag, halb 8: 6 t i m m e n i n u n d u m u n S. Abonnement aufgehoben,— Uraufführung.— Sonntag 2: Schneider imSchloh, 7: Faust 1. und 2. L- i l,« 2.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Menschen»uf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. 8 Uhr: Salzburg ausverkauft, volkstümliche Vorstellung.— Montag 8: Die Freier, Bankbeamte 1 und freier Verkauf,— Dienstag 8: Hoflo g«.— Mittwoä, 8 Uhr: Der Illusionist, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8: M e n s ch e n a u fder Eisscholle, volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8: Der Illusionist, Thea« tergemeinde der Kulturverbandez und freier Verkauf.— Samstag 8: Unentschuldigte Stunde, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8 Mr: Gefallen-Engel, halb 8 Uhr: D er I l l u s'i o n i st. Architektur unci Plastik Im ,Nanes* . Während in der modernen Malerei die Rich- jungen durchcinanderstreben, hat sich in der Architektur schon ein Aeitstil durchgesctzt, an dessen Her- auLbjlduiig die modernen Baumaterialien, Beton, Stahl, GlaS, ihren nicht geringen Anteil haben. Sic haben neue statische Möglichkeiten mit sich gebracht. die auch in den Bauformen zum Ausdruck kommen. Gleichzeitig hat sich immer entschiedener der Grundsatz durchgesctzt. ein Bauwerk vom Raume und seiner Bestimmung aus zu entwickeln und nicht, wie es jahrzehntelang geschah, die architektonische Gestaltung formal-dekorativen Aeußerlichkeiten uNterzuordnen. Die Ergebnisse dieser Entwicklung kommen in den ausgestellten Plänen. Modellen und Photographien architektonischer Arbeiten zu anschaulicher Geltung, und man kann sagen, daß die Architektur in dieser Ausstellung recht gute Figur macht. Da ist vor allem Josef G o I ä r zu nennen, der sich .von. den schweren Formen seiner Legiobank am Pokik längst freigemaLt hat und zur Wirkung durch klargegliederte Baümasscn mit großen glatten Flächen gelangt ist. Das zeichnet besonders seine Monumentalbauten in Königgrätz aus. Zwei dieser Königgrätzcr Großbauten, das Gebäude der Eiscn- bahnberwaltung und das Kreis- und Finanzamt, bezeugen die Meisterschaft, mit der Gokär große architektonische Aufgaben von städtebaulicher Bedeutung löst. Aber auch Kleinbauten, schnittige Einfamilienhäuser und selbst Tankstellen wie die qn> Klärov und an anderen Stellen Prag» weiß er zweckdienlich und dabei.interessant in der formalen Kon- struktipn zu gestalten. Mit dem ihm anveütrauien Bau. der neuen Staatsgalerie darf. Prag eine Bereicherung seine» StadibildeS von ihm erwarten. Adolf Ben» ist der Schöpfer• de» Verwaltungsgebäudes der- städtischen Elektrizitäts-Unternehmen in HollcschowiK in dessen Innengestaltung die ausgestellten Photographien Einblick gewähren. Frän- tlöek Cerny stellt seine Entwürfe für projektierte Großbauten,, für die weitausgedehnte Krankenhausplanung in Motol, für die Prager Großmärkthalle Axel an der HlmmelstUr Endlich ein reizende» Kind der lclchigeschürzten, heiteren Musel Diesmal stimmte also, wa» man in den Wiener Blättern la»: diese» musikalische Lustspiel ist wirklich ein'liebenswürdiger, und mnüsant durchgeführter Einfall, für den Wohl vor allem dem Librettisten Paul Morgan zu danken ist, was immer die anderen angeführten Autoren beigesteüert haben Mögen lobwohl Ralph B e n a tz k i» Musik auch durchaus gefällig ist,..sogar ein paar sehr hübsche Inventionen aufweist und übrigens ehrlich genug ist, dort, wo sic nicht weiter kann, mit einem altbekannten Marsch aufzuwarten). In dieser„amerikanischen" Handlung fehlt nicht» von den Requisiten de» DutzendfilmS: die große Diva, der Reparier, die Verkleidung, ein lwenn auch unsichtbarer) Prinz und Hochstapler, GerichtSsaal und glückliche» Ende— und dennoch ist diesmal die Mischung gelungen; sogar das jetzt so beliebte Rezept, die unvermeidliche Blaue Donau rauschen zu lassen, indem man sich scheinbar über die verlogenen Ausbeuter angeblich ewiger Wiener Duliöh-Stimmung lustig macht— sogar der kleine Schwindel glückt. Zu dem ist das Pikant« noch dezent gebracht und sogar ein kleiner Schuß Satire dabei. Also alle» da für einen Erfolg auch- de» Prager Deutschen. Theater», in dem üiass übrigen» schon länge nicht so bielund herzlich lachen hörte wie gestern. Max Schipper hat al» dreist-liebenswürdiger Reporter eine Bombenrolle, der Ehrengericht Vorbehalten ist Völkischer Beobachter—. Sprachrohr unserer Loyalität. . Di« Schriftleituna der„Bohemia" soll über Initiative ibrcr kommunistischen Mitglieder beschloß seit haben., einmal wöchentlich auch einen objektiven Spanienbericht zu bringen. Die Verantwortung für diese unbestätigte und reichlich unwahrscheinliche Meldung müllen wir dem Chronisten überlasten. K. R. Ole sündigen Frauen von Boom Der prächvolle Film Feyder» wird nun in her Urania auch in der deutschen Fästung gezeigt. Die linge). Alma in der deutschen Version neu besetzt, aber nicht zum tcska:„Küß nicht im Kino" lÄ.).— Olpmpic:..Der Schaden de» Gesamteindrucks. Und da» will viel be- geheimnisvolle Mr. O'Hara"^Lrcknur'^pei'Einlendstua. der Retoynnarken'.— Die LeitungSfrankatur. graphendirektion mit Erlaß Nr. lS.8MVttl1939 bewilligt.— Druckerei: ,FrbiS", Druck-, Verlag»- und ZeitungS-A.-G. Prag. Moliire al» Prüfstein. Das Weinberger Stadl- I theaier hat in den letzten Wochen eine Aera beendct. ' die immerhin einen Aufschwung und ein Suchen in dem oft verlegenen künstlerischen Tasten dieser Bühne bedeutete. Nach einer Auseinandersetzung mit der Direktion und dem Ensemble schied der bisherige Spielleiter Bor aus und an seine Stelle trat I B. Stejskal mit einer Gruppe von Mitarbeitern. Die' Erstaufführung der neueinstudierten„Schule der Frauen" von Molitzre in der Regie Bohu» Stejskals war gleichzeitig ein Auftakt zu dieser neuen Aera. E» war die» eine Einstudierung, die immerhin neu und' bemerkenswert war, wenn sie. auch etwa» vermissen ließ. Bon der sehr, allzusehr sparsamen BühnenauS-• stattung(die aus nichts anderem bestand al» aus einer Doppeldrehbühne, deren äußerer Teil ein' trottoir roulant, der. innere Teil eine gemalt« Stadt-. ansicht und ein Gartentor waren) hob sich die etwas zu reiche und originelle Kostümierung nicht stilgemäß ab. Den vörsoralichen und doch betrogenen Bräutigam spielt Herr. Repa.mit einer noblen 8u« rückhaltuNg, die diese an sich unangenehme Figur der bürgerlichen Emporkömmling»' beinahe sympathisch erscheinen ließ. Frau BroZopä war eine süße Unschuld, ein bi» inSDetäil auigearbeitetes Pastellbildchen. Alain und Georgette,' wirkten wie zwei Marionetten in Tiroler Bua- und Madl-Tracht. der: Lhryfald des Herrn Hilmar war' gut trotz der.unbegreiflichen Steppdeckenkostiimierung. Die Ueber- setzung Zd. Gintl ließ die bitteren Wahrheiten de» alten Molitzre in neuer Frische leuchten. m. i. Heute IhS Uhr:.„LumPacivagabunduS" als Arbeitervorstellung. Karten an der Theaterkasta.-- Nächste Ar b e ite r v o r st e llung„D: e l u.st i a e n W«'i'b e-r: v o n W i n dis o r", am Sonntag den S. Dezember, um ii,g Uhr. Karten 1 ab DienStaa, täglich von 8—2 und. 4—8 Uhr bei J Optiker Deutsch. Kontnm- Wochenspleplan deS Neuen Deutsche« Thea- i ter». Heute, Sonntag, nachmittag» halb 8 Uhr: > LumpaeivagabunduS, Arbeitervorstellung, B l.—,' i halb 8; D erR»senk a v a.l ir r.B 1..— 1 gesanglich nette) abgcwinnt, Käthe W a l t e r so lebendige tote Bürgermeister ist Willi Dohm ton:„Luiserl" lTsch.).— Illusion:„Maria Balev- Hcnbct burd) Schönheit und El-ganz. bietct auch dar-\ unb p„ spanische Oberst. Soldat und Charmeur.! ska"(D.).— Lid» 2:„Du bist mein Glück"(Jtal. stellerisch Interessante»,' so daß man, mich ohne Paul Hartmann. Auch zahlreiche kleinere Rollen sind— B. Gigli).— Louvre:„Luiserl"(Tsch).— Ma- ta der lnelannSkiintt unb obne Tertveritandlim-.......:j.. r.„.. n.::r.....« ,nr.. Hm uiiitian C|a crhnn 9 I und den Neubau de» Technischen Museum» au». WUDten Sie serton(| tft städtebauliche Fukunftrmnsik groben Stil»,, für Am 28. Oktober soll der Führerrat der SdP deren Verwirklichung auch Richard Podzemnn getagt haben. Zur Ehre de» tschsl. Staätsfeiertage» intercffante Pläne und Modelle vorlegt. Frantiick ivurde die durch den rcichsdcutschen Rundfunk ver-. Marek zeiot den von ihm gestalteten Bankraum breitete'Rede de» Ministerpräsidenten, General der!„Na Florcnci" in Weinberge, LadiSslav Machoü Flieger, Reichsminister Generaloberst Göring von Innenansichten der Technischen Bücherei im Klemen» der Bkannschaft und dem Führer deS Führerrates| tinnm. Jaroslav FiSer mit gutgestalteten Fa< stehend angehört. Im Sinne der Kulturgemeinschaft milienhäusern, Jaroslav Fragner mit seinem -- 1 Modell eines GnmnasinmS für Kolin, Franttsek Gahura mit Bauten in Flin und andre ergänzen da» interessante Bild, da» die ausgestellte Architektur bietet Die Plastik, von einer reicheren Mitwirkung bei architektonischen Aufgaben noch ausgeschlossen, sieht sich auf Klcinplastik. Bildniobüsten und Gartenplastik angewiesen. Bketislab Benda stellt ansprechende Kleinplastik und eine Büste de» Außenminister» Krofta aus. Karel Dvotak ist mit einem vorzüglichen...stovf eine» Slowaken" vertreten. Mit feinem Gefühl für plastische Wirkung sind die Kindcrbüsten von Marie Kulbänkovä.geschaffen. Jan Landa strebt in seinen Tierplastiken den besten Vorbildern nach; der lebensgroße Seclöwe in' Bronze ist vollkommen. Ferner sind eine Bildnisbüste de» Maler» Ferdi» Dnöa von Josef IIkikovskü. eine„Eva" in Sandstein von Jan K a v a n. eine lebensvolle Brnnzebüste de» Präsidenten Mglaruk von Bincence M a k o v s k ü. die In Holz geschnitzte„Kniende" von Dacläv Markup, zwei Bronzen von stdenka Schwarzerovt und eine Kleinplastik„Mädchenakt", in Bronze von Bedkich S t e f a n zu erwähnen. ld. Taub ein viel belachter Anwalt,'. Franzi G erlaub eine sehr überzeugende Regresse. Die Regie (Costa) sorgte für klaglor-flotten Szenen-Ablauf; der drollige Gerichtsakt allerdings vertrüge ein lebhaftere» Tempo. Da» Publikum unterhielt, sich ausgezeichnet, verlangte öfters Wiederholungen und spendet« den Aktschlüssen viel Beifall. L. G.