Mittwoch. 25. November 1936 Nr. 274 16. Jahrgang ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAO TÄGLICH FRÜH, mdaktion und Verwaltung mao xtl.,rocHOVA u. tbieton am, HERAUSGEIER. SIEGFRIED TAU*. VnANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, FRAG. Einzelpreis 70 HeIIsi (elnichll.Bllch S Heller Porto) WfiWWM UNTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOnOWAKISCHEN REPUBLIK Franco geht der Atem aus! Ruhigere Tage— Evakuierung der Nichtkämpfer Erfolgreiche Vorstöße der Miliz Carl von Ossietzky Oslo. Der Robel-Kriedenshreis K» das Jahr 1935 wurde Carl vo« Ossi etzky verliehen. Den Friede«». Preis für das Jahr 1930 erhielt der argentinische Außenminister Lark»» Saavedra Lamas. Berlin, schwer verärgert Berlin. Obwohl die Verleihung des FriedenSnobelprriheS an Ossietzky an Eingeweihte« Stellen um di«' MUtagSstunde bekannt war, enthielte» di« MendblStter und auch die 8 Uhr- ExPreßanSgab«» der Morgenblätterk einerlei M i 11 e il u n g hierüber. Erst di««m 10 Uhr abendS erscheinenden.Blätter veröffentlichten di« offizielle Stellungnahme/ aus der daS hehr Matz den Verstimmung hervorgeht, die an den bfflziel- len Berliner Stellen herrscht. Me der Vertreter des EPV. erführt, befin- drt sich Ossietzky gegenwärtig■ im Städtischen Krankenhaus von Verlin-Westend, anscheinend tat Zustande der Rekonvaleszenz. Ob sein Gesundheitszustand«S allerdings gestatten werde, sich zur feierlichen Preisverteilung nach OSla zu begeb entlasse sich heute noch nicht sagen. Ossietzky erklärte einem seiner Besucher, nicht In der Lage zu sein, zu der Verleihung des Preises Stellung zu nehmen. Sie komme nicht vollkommen unerwartet, habe ihn aber dennoch s eh r e r f reu t Tn der offiziellen Stellungnahme durch das, DRV heißt es u. a.-. Mitllarl von Ossietzky ist der FriedenSnolel- pveis»nm erstenmal an einen von dem höchsten Gericht seiner Heimat verurteilten Landesverräter gefallen. Die Verleihung deS Ro- belpoeiseS an einens notorischen Landesverräter ist eine.derart unverschämte Herausforderung und Beleidigung des neuen Deutschland, daß darauf«ine entsprechend dentliche Antwort erfolgen wird.,.- Salengros Nachfolger.-/ Parts. Der Präsident' der Republik» unter« zei^aet« Dienstag das Dekret/ durch/das Max Dorm o y zum Innenminister ernannt'wlrd,. Die Stelle deS UnterstaatssekretärS im Minister- ratspcäsrdium. die.Dormoy bisher innehatte/ wird vorläufig unbesetzt bleiben. Unterstaatssekretär im Ministerrfltspräsipium ist noch der radikale Deputierte FrastcoiS d e T e s s a n. Madrid. sHavaS). Der BerlcidigungS- anSfchuß gibt Dienstag bekannt, dass an der ganzen Madrider Front absolute Ruhe herrscht. Regen und Schnee verhindtm jede militärisch« Tätigkeit. Sm Abschnitt deS UniversitätSvirrtrlS haben sich die Aufständischen vollständig festgerannt und können nicht weiter. Einige Gebäude In der Umgebung gingen ihnen durch Gegenangriffe der Negierungstruppen verloren. Die Verteidiger von Madrid haben beschlossen, den Soldaten einen Ruhetag zu gewähre» und mit der Evakuierung der Zivilbevölkerung zu beginnen. DaS Nachrichtenbüro Fabra meldet! Die RrgierungStrUppen haben an der Madrider Front einige Angriffe unternommen. Die Lage einiger Abteilungen der Aufständischen, di« noch dir Universitätsstadt besetzt halten, wird immer schwieriger..In den letzten Tagen ist der Feind sticht vorgerückt und seine Lage an den beiden Flügeln hat sich verschlechtert. Montag abend» versuchte er«ine Plötzliche Aktion mit Handgranaten» doch «mrdederAngriff abgeschlagen und der Feind -'W Demokratie, ,. nicht Bolschewismus!’ Eine Erklärung Caballeros Baleneia.(Satan) Der spanische Ministerpräsident Largo Caballero hat folgende Proklamation erlassen:• „Entgegen auldevSlautonden tat Ausland verbreiteten Behauptungen beabsichtigt die Regierung der Spanischen Republik nicht, ei» Sowjetregime in Spanten zu gründen. Ihr weskntlicheS Ziel ist, daS republikanische parlamentarische Regime zu wahren» wie eS durch di« Verfassung geschaffen wurde, di« sich das spanische Volk fvei gegeben hat. Di« Aufständischen dagegen strebe« nach dem Faschismus und dem Antiparlamenta- riSmus und haben, nachdem sie unter der faschistischen Fahne de» Bürgerkrieg entfesselt habe», sich mtzähliger Gransamkeitew gegen Intellektuelle, gegen Bürger sehr gemäßigter Gesinnung» gegen alle zuschttldrn komme» kaffen, di« der gesetzlichen Regierung ohne Vorurteile treu gebliebe» sind, und" gegen Arbeiter und Bauer»» dorr« Taus«» gemordet wurden. DaS Programm meiner Regier«»- beruht auf der Bereinigung aller demokratischen Kräfte» di« sich in di« Dienste, der Verteidigung der parlamentarischen Freiheiten gegenüber der faschistischen Diktatur stell«». Di« nächst« Sitztm» des Parlaments in Valencia wird daS Symbol dieser unbedingte» Etacheit»wischen, der Regierung und der übergroße« Mehrheit deS spaüifchen Volkes bilden. England warn» Franco London.(Reuter.) Die Regierung Großbritanniens' hat den General Franko ersucht, seine Kriegsschiffe auf die Erklärung des britischen Außenministers Eden tat Unterhaus auf» merksam zu machen, deren Text mit dem Antrag der geplanten gesetzgeberischen Maßnahme der BurgoS-Regierung eingeschickt wurde. Deobritische Botschafter in Hendayc erhielt den Auftrag,! in Angelegenheit einer neutralen Zone in Barcelona neuerdings-zu intervenieren, da die Ant-^ wort des Generäls Franco in-dieser Angelegenheit nichts Genaues anführt. Frankreich duldet die piratan-Blochade nicht Paris.(Tsch.P.B.) An französischen amtlichen Stellen heißt es, daß diei französische Regierung/da sie die Franco-Regierung nicht den Charakter einer kriegführenden Partei zuerkannt hat/eine Blockade Barcelonas durch /die-Flotte der spanischen-'Aufständischen! nicht gestatten würde. Außerdem istman der Ansicht, daß die Motte der spanischen Aufständischen zur Durchsührungeiner wirklich vollkommenen Blockade nicht ausreichend mußte sich mit Verlusten zurvckziehen. Bei dieser Operation hat sich di« internationale Brigade ausgezeichnet. Die Artillerie der Aufständischen beschießt heftig den Abschnitt bei der Französischen Brücke, wo die republikanischen Abteilungen mit bewundernswertem Mut Widerstand leisten. Bei Carabanchel sind Montag bei Morgengrauen wichtige Positionen kampflos besetzt worden. 20 Milizionäre, welch« die feindlichen Befestigungen unterminiert hatten, sprengten sie in die Luft. Die hiedurch demoralisierten feindlichen Soldaten ergriffen die Flucht. St. Jean de Lüz. Hier etatreffende. Nachrichten besagen, daß baskische Abteilungen die Offensive ergriffen haben. Die Miliz in Bilbao, die sich ebenfalls an dieser Offensive beteiligt, setzt sich aus einigen tausend Mann, die mit Maschinengewehren und Geschützen aller Kaliber ausgerüstet sind,- zusammen. Baskische Flieger bombardierten bereits einig« Eisenbahnverbindungen der Aufständischen., 0• ist. Der Kriegsmarineminister hat alle entspre» chenden Maßnahmen zum Schutze der sranzö- stschen Flagge in beit spanischen Getvässerst treffest lassen. Ein deutscher Torpedo? Valencia.(Reuter.) Dienstag wurde hier der Text eines umfangreichen RegierungSkommu- NiqueeS herausgegeben, in welchem deutsche und italienische Kriegsschiffe formal beschuldigt werden, daß sie den Aufständischen unausgesetzt See- informattanen liefern. Was den mutmaßlichen Angriff eines fremden Unterseebootes auf den spanischen RegierungSkreuzer„Miguel Servan- teS" bei Cartagena betrifft, betont das Kommu- siiquee, daß die Bruchstücke des Torpedos, die aufgefunden wurden, dafür zeugen, daß es sich um ein Torpedo weder spanischer, n och italienischer Provenienz handelt. Eine Bombe— eine Hekatombe Opfert Madrid.(Havas). Bei dem kürzlichen Bombardement Madrids ist eine Bombe auf eine Druckerei in"der Nähe per st. Bernhard-Straße gefallen. Die Druckerei wurde fast vollkommen zerstört. Bei' der Wegräumung der Trümmer wurden 70 Leichen geborgen. Etwa 20 Personen liegen noch unter pen Trümmern begraben. Weitere-Opfer befinden sich vielleicht noch in den Kellern deS Gebäudes. Vie ersten Resultate aus Ostrau .‘Kommunisten bUBen 50 Prozent ein Mähr.-svstrau. Bon den Betriebsratswahlen iin. Ostrau-Karwtaer Revier sind bisher inoffizielle Ergebnisse aus 26 Betrieben bekannt. ES fehlen noch die ErgebnissiKauS den 17 größten Unternehmungen. Bisher erreichte der sozialdemokratisch« verband 4710 Stimmen und 84 Mandat«(gegenüber 4330 Stimmen und 58 Mandaten im-Jahr« 1032),. der- kommunistische- Industrie-Verband 2226 Stimmen,, 24 Mandate-(4504, 47.),. die Nationale Bereinigung 8178 Stimm«n,-87 Mandate(2817, 8l)>, die natldncklsozialistische Jed» nota 954 Stimmen, 11 Mandate(702,^5),-die Christlichsozialen' 758 Stimmen, 9 Mandate (886, 8). Die Faschisten verloren ihr einziges Mandat.-. Per Friedenspreis für Ossietzky Ein Weltgewissen, eine Weltmoral,. die Stimme der Gerechtigkeit— gibt es das noch? Wir haben längst gelernt, es zu bezweifeln. Wir sahen den fast widerspruchslosen Sieg des Unrechts, der Brutalität, der Barbarei auf allen Gebieten des Lebens und erlebten die Unterwerfung so vieler,' die Bannerträger deS Geistes waren, unter die Herrschaft des Ungeistes. Wir erlebten es, daß der Initiator der deutschen Aufrüstung die Umwandlung Deutschlands in einen Staat der Kasernen und der Waffenlager mit Friedensgerede begleitete und die Staatsmänner sich gebärdeten, als schenkten sie seinen Worten Glauben. Und wir müßten es wehen Herzens miterleben, miterdulden, daß er die Männer, die ihre Stimme für den Frieden erhoben hatten, in Gefängnisse und Konzentrationslager Iverfen ließ. Wie schwach erschienen dagegen die Proteste derer, die dem Friedensgedanken und dem Geiste treugeblieben waren I Wie ohnmächtig! Proteste von Privaten und Organisationen, die nirgends Uber Macht verfügten. Daß Carl von Ossietzly für den Nobel-FriedenSpreiS vorgefchlagen war, mußte als kaum mehr erscheinen denn eine letzte Geste, durch die die mit dem Eingekerkerten sich selber bewiesen, daß sie wenigstens der Friedensi-dee noch treu geblieben waren.- Und nun hat Carl von Ossietzky doch den Friedenspreis für das Jahr 1985 bekommen! Und wkk erkennest, daß die Stimme der Wahrheit und der Gerechtigkeit doch sticht ganz ohne Kraft ist, daß es auch in dieser Zeit der Leisetreterei und des vorsicht'gen Schweigens und des klugen Sichanpassens und der Furcht vor det Gewalt doch auch noch die Macht eines Weltge» IvissenS gibt! Und daß diese Macht sogar zu siegen vermag I Denn der Mann, der den Friedenspreis bekam, ist ein von den Machthabern seines Landes Geächteter, ist ein Gefangener gewesen bis in die jüngsten Tage, ein Wehrloser, der seit der Ueberwältigung Deutschlands durch den Faschismus zum Schweigen gezwungen ist, und- es konnte kein Zweifel darüber bestehen, daß die Herrschenden Deutschlands die Zuerkennung des Preises an ihn, den verhaßten, als schweren moralischen Schlag empfinden müssen.-Daß Ossietzky trotzdem und gerade deshalb den Friedenspreis bekam, das offenbart die Kraft der Idee, die Sieghaftigkeit der Wahrheit auch gegenüber dem Faschismus,— Ossietzly wurde Träger des Friedenspreises, weil die WeMes wollte! . Ossietzky erfuhr im Berliner Städtischen Krankenhause durch-einen"Vertreter /der United Preß, daß er den Preis bekommen hat. Er Ist krank. Dreieinhalbjährige Gefangenschaft hat ihn niedergeworfen. Ossietzky leidet ernstlich an Tuberkulose. Daß er kürzlich aus der Haft entlassen und in ein öffentliches Krankenhaus- gebracht wurde, ist gewiß nicht menschlichem Empfinden der deutschen Machthaber zu danken, sondern der Erwägung, daß es für sie ziemlich-peinlich gewesen wäre, wäre der Friedenspreis dem Gefangenen verliehen worden. Die deutsche Regierung hat offenbar erfahren, daß die Möglichkeit der Preiszuerkennung an Ossietzky bestand. Ossietzky ist unter allen bekannten Persönlichkeiten die des Friedenspreises würdigste. Er hat für den Frieden nicht stur durch sein Wort gewirkt, er hat für seine Ueberzeugung auch schwer gelitten. Die Faschisten sieben cs, Friedensliebe gleichzusetzen-mit Feigheit./ Aber Ossietzky war allzeit ein tapfere« Mann.' Den Weltkrieg hat er vom blutigen Beginn.bis zum grausigen Ende als F ro h t s o ldat mitgemacht. Für das, was er schrieb, stand er mutig ein. Er floh, trotz Anraten seiner Freunde, nicht ins Ausland, als-er 1928 wegen einiger in der „Weltbühne" erschienener Aufsätze angeklagt und verurteilt worden war. Er ging-ins Gefängnis. Er floh auch, obwohl er gewarnt worden war, im Jahre 1088 nicht. Er lvürde am 28. Feber verhaftet und'saß seither in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Er ist ein ritterlicher Mensch, der zu seinen Worten und Taten-steht— anders Seite 2 Mittwoch, 28. November 1826 Rr. 274 al» jener»Führer", der sein Ehrenwort gegeben hatte, nicht zu putschen— und dann putschte. Seiner Gesinnung wegen wurde Ossietzky so Xaiuu in Saft gehalten. Da er nun dieser Gesinnung wegen und teS Wirkens für sie den Friedenspreis bekam, so i(t diese Preiskrönung zugleich schwerste moralische Verurteilung jener, die ihn gefangen hielten, schwerste moralische Verurteilung deS Systems, das die menschlichste aller Gesinnungen, di« Friedensgesinnung, mit dem Kerker bestraft. Der Häftling hat über sein« Kerkermeister gesiegt, der Verfolgte über seine Verfolger, die Ddee über di« Gewalt. Scharfe Kontroverse wegen der Splrltusbewlrtschaftung Prag. Dienstag abends beendete der Bud- getausschutz di« Kapitel Finanzen und Oberstes Rechnungstontrollamt, so daß für di« letzte Sitzung am Mittwoch noch die Aussprache über das Finanzgesetz und die Mstimmung erübrigt. ' In der Debatte gab eS wieder einen scharfen Angriff gegen das Mdnopol der Spiritusverwertungsgesellschaft, diesmal von dem tschechischen Sozialdemokraten R e m e 6. Meniet erklärte, er stehe sonst den Staatsbetrieben nicht sehr günstig gegenüber, aber hier könne man den Gedanken deS staatlichen BerkauftinonöpolS ohnö weiteres verwirklichens Der Export fei gleich'Null und so brauche- man gar keine beonderen Kenntnisse dazu, um di« Distribution des Spiritus zu besorgen, den wir selbst benötigen. Entweder ein staatliches Monopol oder freier Handel; etwas Drittes sollte ei nicht geben. Weyn er nicht zu einer Neuregelung kommt, so werde niemand glauben, daß es da kein« Hintergedanken und keine moralisch nicht ganz einwandfreien Maßnahmen gebe. Er sei bedauerlich, daß sich dar Finanzministerium nicht binden wolle und di« Sache als eine politische Frage ansohe. Die SpirituSbewirt- fchastung sei nicht eine politische, sondern«ine eminent wirtschaftliche Angelegenheit, di« jedem politischen Einfluß entzogen werden müsse. Der tschechische Agrarier Kiemen reagierte auf diese Vorbehaltungen und die gestrige Rede Alle Friedensfreunde in aller Welt, alle Aufrechten, alle menschlich Gebliebenen werden sich dessen freuen. Solche"Siege-sind ja so selten, geworden I Wer daß diesmal Wahrheit und Gerechtigkeit triumphierten, daß die Stimme des Weltgewiffcns alle. Einwände übertönte," daß Ossietzky den Friedenspreis bekam, das gibt allen Kämpfern für die Wahrheit neuen Mut, neue Zuversicht. Wir überschätzen die Bedeutung dieser. Preiszuerkennung nicht. Wir wisien, daß die politische Macht deS Faschismus dadurch noch keineswegs«beeinträchtigt ist. Und doch: diese PreiSzu- crkcnnung ist eine gewonnene Schlacht, ein« gewonnene Schlacht im Kampfe für dieGcrechtigkeitunddieFreiheitl ThalupaS in einem auffallend gereiztem und ausfälligem Tone, sprach von einer„Kampagne aufgelegter Phantastereien und Mer Nachreden", die ihren Wog auch in die Debatte gefunden habe, und die sich gegen die Landwirtschaft, beziehungsweise ihre industriellen Betriebe in den gebirgigen Gegenden richte. Wenn man von Schleichwegen sprech«, so passe da» besser aufdieBenzintndnstrie; hier könnte man Einnahmen für den Staat suchen. Ein« Broschüre über die Verhältnisse in der Spiritu»- gesellschast bezeichnete er als„anonymen Tratsch". Die jetzige Gesellschaft wirtschafte für den Staat nm jährlich 8l>0 Millionen günstiger; ihre Gebarung sei unter ständiger Aufsicht. Außerdem hätten sich di« Monopole in fremden Ländern'st'-icht'bewahrt,' Warum wehre sich di« ganze'Ärige Industrie gegen die dirigierte Wirtschaft, wie sie die Spiritusindustrie zuerst praktisch verwirklicht habe? Wahrscheinlich, weil sie sich nicht mit einer so geringen.(?) Entlohnung für ihre Arbeit begnügen würde. Die Regierung sollte daher die Spiritusbewirtschaftung für«in« weitere vierjährige Periode dem bisher da- mit betrauten'Organ überantworten. Ehalupa(Soz.-Dem.) verwahrte sich in einer Persönlichen Bemerkung dagegen, mit jenen in einen Topf geworfen zu werden, die die Benzinindustrie auf Kosten der SpirituSwirtschaft unterstützen wollen. Der Auwr der von Kiemen zitierten Broschüre, Kubata, sei eine bekannte Persönlichkeit und büannt sei auch der Versuch von gewisser Seite, i h n zu gewinnen; nur seiner Charakterfestigkeit sei ei zuzuschreiben-daß er sich nicht verlocken ließ. Ihm, Thalupa, sei e» um die Festsetzung eine» angemessenen SpirituSvresse» gegangen, und in dieser Richtung. seien seine Ausführungen nur noch bek tä.f» tigt worden. Wenn Kiemen erklärt daß der lkebernahmSpreiS nicht 4, sonder« nur 8.7V und 8,8V Xi betrage, so vergröbere sich dadurch nur der Gewinn au» dem Spiritushandel, den Redner mit 128 Millionen ausgerechnet Hobe. Dies« Gewinste schreien nach einer gchörigen Versteuerung. Vorher gab eS in der Debatte noch eirktn Vorstoß des AewerbeparteilerS Ostrh gegen di« vermeintlichen Steuerbegünstigungen, die die Genossenschaften genießen und gegen da» Genossenschaftswesen überhaupt..Der Borstoß war mehr an di« Adresse der Agrarier gerichtet, die ihr Genossenschaftswesen stark anSbauen. Dadurch werde da» private UMernehmertum erschlagen. Ein Koenmunist antwortete ihm mit dem einfachen Hinweis, daß davon wohl nicht die Rede sein könne, wenn der An- teil der Genossenschaften an d«m Warenumsatz nur «und zwei Prozent beträgt. Der SparausschuB steht hinter RemeS Untersuchung Im Arbeitenministerium , zugesagt Der Parlamentarisch« Spat» und Kontrollausschuß nahm in seinrr gestrigen Sitzung einmütig und mit Zustimmung di« Erklärung zur Kenntnis, di« in seinem Auftrage Abgeordneter R« m e i im BudgetauSschuß bei der Debatte über da» Budget de» Ministerium» für öffentliche Arbeiten abgegeben hat. Hierbei konstatiert der»parlamentarische Spar- und Kontrollausschuß mit Befriedigung, daß der Minister für öffentlich« Arbeiten bei näherer Behandlung der Angelegenheit nicht gezögert bat anzuerkennen, daß während seiner ernsten Erkrankung die diesbezügliche Sektion des Ministerium» für öffentliche Arbeiten durch einketneSwegSrichtige» Vorgehen die VerfaffungSrechte de» Parlament» antastete und daß infolge dessen eilte amtliche Untersuchung zur Sicherstellung alber Inkorrektheiten«ingeleitet wurde, auf die«r durch den parlamentarischen Spar- und KontroNauSschuß aufmerksam gemacht worden ist. Di« sichergestellten Verfehlungen werden nach den gül« Ligen Vorschriften verfolgt werden.- Strenoste Untersudtuns der Eisenbahnkatastrophen Eisenbahnminister Bechynk gedachte im BerkehrSauSschuß des Senat» der Opfer der beiden Eisenbahnkatastrophen vom Montag und Ion« statierte, daß seit dem Unglück von Neratowih die Eisenbahnunfälle und ihre Ursachen auf das strengste untersucht werden, um auch feftzusteNen, ob.nicht auße rh a lbd e»Eisenb abnbetriebe S lttä e'H'b d Ursa äj*e ti Bot» Händen sind. Was in den Kräften der' Eisenbahnverwaltung liege, werd« getan werden, um den Ruf unserer Bahnen al» der sichersten in. Europa beizubehalten. SektionSchef H a n i s ch gab dann einen Bericht über das Unglück in Letovice, au» dem hervorgeht, daß bei der Freigabe de» Signal» für den Schnellzug der Lastzug in der Station ungefähr 2V Meter v o r der zulässigen Grenze stand. Erst nach Freigabe de» Signal» setzte sich der Lastzug aus bisher unbekannter Ursache in Bewegung und fuhr über den Grenzpfosten hinaus. Im Stellhaus wurde dies sofort bemerkt und dem Schnellzug das Haltesignal gegeben, doch hatte der Schnellzug in diesem Moment bereits das Signal Günstige Entwicklung derStaatseimähmen Seit Jahresbeginn um 844 Millionen!! d.l. um 13,6 Prozent hoher * Der Präsident deS Obersten RechnungSkeu-' ttollamte» Dr. H o r a k erklärte Im VudgetauS- schuss u. a„ eine Ueberstcht über die Staatseinnahmen im heurigen Jahr ergebe ein günstige» Bild. Sie betrugen Heuer in den ersten zehn Monaten 7.044,6 Millionen gegenüber 6.200,1 Millionen in derselben Zeit de» Borjahre». Für den Monat Oktober 1836 allein ergeben sich folgende Detailziffern(in Klammer di« Ziffer für 183b) r Direkte Stenern 174,8(172,6), Umsatzsteuer 17b,1(157,0), Zölle 73,5(68,8), Verbrauchssteuern 185,7(161,6), Gebühren 138,2(140,5), Monopole 4,7(2,5), Gesamtsumme 752,3(704,2) Millionen UL Selbstverwaltunssschulden: 12.590 Millionen lieber die Gebarung der Selbstverwaltungskörper führte Präsident Dr. Horak gleichfalls interessante Ziffern an.. Da» Ausgabenbudget aller vier Länder betrug 1835 1242 Millionen, die präliminierten(Annahmen 1271 Millionen,, der Stand de» unbeweglichen Vermögen» 1705, des beweglichen 1310 Millionen, die Landeranleihen 1281 Millionen. Die Verschuldung der Bezirke erweichte Ende 1885 1725 Millionen, di« Schulden der Gemeinden gar 8.516 Millionen. Insgesamt betrug die Verschuldung der Selbstverwaltung Ende 1985 in Böhmen 8.283, in Mähren-Schlesien 8.287, in der Slowakei 1.881 und in Karpathorußland 88 Millionen, wa» zusammen 12.598 Millionen ergibt. Der Bermögensstand der 88 staatlichen Fonds, die n i ch t im Staatsrechnungsabschluß enthalten sind, betrug 1.494 Millionen, die Reserven 786 Millionen. An Stiftungen verwaltet der Staat rund 2588 mit einem Gesamwermögen von etwa 258 Millionen. Dazu kommen weite« 88 Millionen, die nach dem Friedensvertrag von Oester» reich übernommen wurden. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Ritz Rosenfeld 16 Er mußte sie sehr geliebt haben, denn als sie verlangt«, daß er. sich scheiden lasse und sie heirate, teilte er dies Isabella mit, in einer fast kindlichen Zaghaftigkeit, wie ein Schulbub der Mutter eine schlechte Note eingesteht. Er wollte für Isabella sorgen,, aber sie sollte ihm das Kind lassen. Sie erwiderte nicht auf feinen Vorschlag. Sie hätte ihn'"jederzeit freigegeben— aber von ihrem Kind wollte sie sich nicht trennen. Ein zlveiteS Mal unterbreitete er ihr seinen Plan, dann sandte er den Rechtsanwalt. Sie willigte in die Scheidung ein, doch Iveigerte sie sich, auf da» Kind zu verzichten. Otto liebte das Kind, sie sollte doch nicht die beste Regung, deren er fähig war, ertöten.„Sie müssen ihn ja kennen", sagte sie zu dem Anwalt. Ec blickte in leine Aktenmapve. schwieg. Sie lehnte weuere Unterredung über diesen Punkt ab. Wochen vergingen. Die Anwälte verhandelten, sie waren in allen Fragen«injg, nur wenn die Rede, auf das Kind kam, brach da» Gespräch ab. DaS erklärte Otto» Rechtsanwalt eines Tages dem Anwalt Isabellas: Die Frau solle doch nicht so starrköpfig sein, er hätte ein Mittel, das Kind in die Hand zu bekommen, und er wollte es miwenden, wenn«in gutwilliger Verzicht nicht zu erzielen war. Er nannte den Namen Ga- samas. Der Anwalt berichtete Isabella. Sie starrte ihn an,, sie wich zurück, bis an die Mauer, spreizte die Arme, als suchte sie an der glätten, kalten Wand einen Hält Schmutz ziehen". paar Jahre späterertrug sie sie nur noch unter ter gesgmmeU; nun warf sie sie nach wenigen „Sagen Sie mir die Wahrheit," bat. der Anwalt. ,„Die Wahrheit?" schrie Isabella.„Die Wahrheit ist, daß der Lump«in« Mätresse hat, die sein Geld auffrißt, daß er mich mit Gasamas verkuppeln wollt«, weil er neues Geld für seine Mätresse brauchte, und daß er das Kind bei sich behalten will, weil ihm vor der alternden Frau, die ihn gefangen hält, graut. Aber er bekommt das Kind nicht, niemals, nie, nie!" Der Anwalt war fortgegangen. Isabella lag auf dem Sofa, das Mädchen hatte kalte Kom pressen gebracht, mit geschloffenen Augen lag sie da, am ganzen Körper zitternd. Otto kam, spielte den besorgten Gatten. Da sprang sie auf, brüllte ihn an, er solle sich fortscheren, er sylle zu seiner Mätresse gehen, er solle ihr nicht mehr unter die Augen kommen; sie ergriff einen Briefbeschwerer, der auf dem Schreibtisch lag, schleuderte ihn gegen Otto, der im letzten Augenblick auiwlch; sie stürzte SJÄL. Wer.-in bißchen Französisch hatte sie ja im Iw Verdachtes zu erwessen, in dem sie erklär-: ,,Er möbel. Manchmal kam der G-ldbriefträger; di« ,st um zlvanzig Jahr- jünger. Ich könnte sein«. Beträge, di« er brachte! waten nicht hoch. Sie Mutter sein. Nur die Phantasie einer maßlos I Mh», pj, Miete Pünktlich, sie trug teure Kleider, .Eifersüchtigen könnte diese Freundschaft in den.pj,. grellfarbig waren und für ihre Erscheinung Schmutz ziehen.■: um ein paar Nuancen,zu jugendlich. Sie ent« Da» Kind wurde Otto zugesprochen. Isa« färbte ihr Haar, das warme Blond wich einem bella verzichtete. auf die Unterstützung, di« Otto knalligen, weißlich schimmernden Gelb. Rach dem ihr niit einer«dien Gest« anbot, obgleich die Ehe Zusammenbruch tat die Einsamkeit ihr wohl;, ein au» ihrem alleinigen Verschulden geschieden wurde. Otto reiste mit dem Kind ab, bei Nächt Qualen. Anfang« hatte sie die Brief« ihrer Toch, .und Nebel; einmal im Jahr sollte sie ihre Toch ter sehen dürfen, Otto hatte sich verpflichtet, ihr den Aufenthaltsort des Kindes jeweils bekannt zu.geben., .Isabella fuhr zu ihrer Mutter, die alte Frau weinte, sie begriff nicht, wa» geschehen war, ihre Tochter war geschieden, eine Ehe war in Brüche gegangen, die Zeit war aus den Fugen. Isabella lebte bei der Mutter, begrub.sie, verkaufte di« letzten Reste de» Familienerbcs und nahm sich eine kleine Wohnung, zwei Zimmer, eine dunkle, enge Küche. Sie legte den Namen ihres Mannes ab, sie nannte sich wieder Mertens; sie wollte jede Verbindung mit dem Menschen zerstören, der ihr Kim>'gestohlen hatte. : Otto ließ st« suchen und bot ihr mehrmals Geld an; einmal, als sie in Not war, nahm sie e» an, aber das Brot, das sie dafür kaufte, blieb in ihrer Kehle stecken und sie weinte, nächtelang: Sie suchte«inen Posten, als Erzieherin, als Klavierspielerin, als U«b«rseherin; ein bißchen Klavier» ilspiel, ein bißchen Französisch hatte st« ja im Sn« Wochen und Monate lag ste in dieser Dunkel- 8elernt.@ie versucht« zu spät, waS sie. al» heft. Sie wich nicht, al» der Prozeß begann. Der Leben begann, nicht hatte versuchen dürfen. ?^ann von Welt, der Mann mit Schliff, der Gentz- wurde überall weggeschickt. Sie war mehr» l-man Gasamas sagt« vor Gericht aus, was Otto malS nah« daran, Schluß zu machen; aber der von ihm verlangte. Die Beweisführung ihres Gedanke daran, daß ihr Kind sie vielleicht einmal AmvaltS Wer den Ehebruch Ottos versagte;.er^brauchen würde, hielt st« zurück. Wovon sie lebte, stellt« die Beziehungen zu seiner Mätresse«As mußt« niemand; sie bekam Briefe von verschiede« reine Äeistesfreundschast dar, und di« Frau«r-^en Firmen, Prospekt« lagen, in ihrem Zimmer, wies ihm d?n großen Dienst, aller Eitelkeit ent-^ine neue Wandverkleidung, für Badezimmer, sagend, vor den Richtern die Haltlosigkeit d-S neues Material für Gartenzäun«, billig« Stahl- Verdachtes zu erw-ssen, in dem sie erklär„Er möbel. Manchmal kam der G-ldbriefträger; di« ,st um zlvanzig Jahr- jünger. Ich könnte sein«. Beträge, di« er brachte! waten nicht hoch. Sie Mutter sein. Nur die Phantasie einer maßlos I Mh», pj, Miete pünktlich, sie trug teure Kleider, „Wenn cs schon kein« Ehra unter Dieben gibt, dann wenigstens gegen* seltlge Bewunderung.“(„Times”) passiert. Er verlangsamte auf die Haltesignale der Lastzug»begleiter zwar sofort die Fahrt, doch konnte der Zusammenswß nicht mehr verhindert werden. Da» ZugSunglück bei Galant« wird auf den Rebel gurückgesührt. Der Chauffeur de» Motorzuge» behauptet, der BerkehrSbeamte habe ihm die Zustimmung gegeben, auf dem von dem Arbeitszug besetzten Geleise zu fahren; der Verkehrsbeamte bestreitet die«. Der Weichensteller ließ jedenfalls den Mowrzug passieren. In dem Rebel bemerkten die Führer der beiden Züge einander zu spät. « Raummangelshalber müssen wir einen Auszug au» dem Exposee de» Minister» über die In« vestitionSpolitik der Staatsbahnen auf unsere nächste Folge verschieben. StaaUbeamtmSrzte für den GesundheitS- Minister. GamStag, den 21. November, trafen die Delegierten de» Vereine» der Staatsbeamtenärzte in Brünn zusammen. ES wurde der Antrag angenommen, daß dir LandeSsanitätSreferenten mindesten» einmal im Jahre zusammenkommen, um über sanitäre Fragen in den einzelnen Ländern zu beraten. E» wurde'darauf aufmerksam gemacht, daß die Sanitätsagenda bei den Landesämtern bisher nicht in den Händen de» Sanitätsreferenten konzentriert ist. wie die» der Minister für öffentliche» Gesundheitswesen verlangt hat. Ministerialrat Dr. D l o u h h referierte über da» Programm der Kurse für Amtsärzte, die Ende Feber in Briinn abgehalten werden. Den Jnhaü dieser Vorträge und Demonstrationen wird di« Hygiene. In. der.Industrie, i bilden., Mit Beftie-,' digung wurde zur'Kenntnis genommen, haß der. Minister für öffentliche» Gesundheitswesen in seinem Expose der Errichtung einer Schule für di« Erziehung von Amtsärzten beim Staatlichen Gesundheitsinstitut in Prag Erwähnung getan hat. Horthy In Rom Rom.(Ag. Stef.) Der ungarische Lande»« verweser Horthy traf mit Gemahlin und seiner. Begleitung Dienstag mit einem Sonderzuge um. 15.45 Uhr in Rom ein. Rom ist mit Fahnen in. den italienischen'und ungarischen Farben festlich geschmückt. Horthy. wurde mit den höchsten mili- I täriichen Ehren empfangen. Tagen fort. Sie liebte ihr Kind, aber sie löste sich' langsam von dem Gedanken los, nur für das Kind zu leben. Das Kind wuchs, das Alter kam näher. Nun begann Isabella ihre Mutter zu verstehen: ES war gut, versorgt zu sein, einen Mann, zu haben, der Geld ins Haus bracht«, nicht allein zu sein an den Abenden, an denen das Wetter so schlecht war, daß man auch den kurzen Weg in« Cafi Finsterbusch gern vermied. Noch hing sie an ihren alten Kreisen, aber sie war, sich darüberklar, daß di« Aussichten für eine zweite Ehe dort gering waren; ein« Frau wie sie, nicht mehr jung, geschieden, arm— was konnte sie fordern? Mittelmeier hätte zu ihr gepaßt, oder Gerleltner, oder Baal; ein Mann, der seine Träume. ausgeträumt! hat» der seine zerbrochenen Illusionen nicht mehr beweint, der weiß: das wichtigste ist, daß am ersten des Monats ein paar Banknoten auf dem Tisch liegen,.die Stube im Winter gut geheizt ist, die Kleider in Ordnung gehalten werden, die Küche sich seinem Geschmack anpaßt und ti noch für die kleinen Ausgaben reicht,«in paar Kinokarten, ein, paar ZeUschriften,«in« Flasche Wei» zum Geburtstag. Vielleicht liebte man M auch ein wenig, und holte nach, wa» inan versäumt hatte: die Welt mit zwei Herzen zu erleben, einen Kameraden an der Seite zu hoben; dann konnte man vielleicht doch noch mit einem Lächeln in die Jahr« des Alter» hinübergehen. Doch all die» lag in Dämmerung, wie die, Vergangenheit, und da» Haus, in dem'sie neben einem Diann lebt«, grauhaarig, gütig, besonnens war ebensoweit entfernt wie das Haus, in dem Urgroßmütter di« Deckchen gehäkelt und der Onkel General seine Memoiren geschrieben hatte,- mit regelmäßigen Zügen auf dickem Papier, da» nie vergilbte. An den Tagen konnte man sich Trost' zusprechen, die Gedanken ließen sich lenken; in den Rächten aber sang«» im Blut, bohrte e» im Hirn, kroch bleierne Schwere in die Glieder. (Fortsetzung folgt.)" «r. 374 Mittwoch, 35. November 1938 Sei,» 3 fudetendeulscficr Zeitspieget Im Zeichen des Kreuzes Aussig, 24. November. Ein Presseskandal, der seinesgleichen sucht, Weil er nur ter Ausfluß eines, die öffentliche Meinung bewußt vergiftenden Systems ist, rüttelt seit einigen Lagen in Stadt und Bezirk Aussig die Gemüter aller anständigen Menschen zur Abwehr auf. DI« christlichsoziale«Aussi- ger Deutsche Presse" brachte am Freitag, den 20. November l. I., In entsprechend großer Aufmachung einen Artikel mit dem schreienden Titel: . 808k 8» geht um Kinderseelenl Furchtbarer moralischer Zustand von BUrgersdiUlerlnnen. In diesem Artikel wurde mitgeteilt, daß .der Zufall dar Blatt in Kenntnis von Briefen gebracht hat, die Schülerinnen der 1. Klaffe einer Ausslger Bürgerschule an Schüler geschrieben haben und diese Briefe enthüllen einen solchen moralischen Tiefstand der betreffenden Schülerinnen, daß«in Vertuschen falsch wäre." Dann wird verlangt, daß „nachdem Eltern und Schule nicht mehr imstande find, die Kinder vor derartiger Verseuchung zu schützen, die Religion zu Hilfe gerufen wird. „DaSKreuzmußwiederhinein in die Schul st üben, weil es allein dieSeelenderKinHerreinzu- halten vermag!" .Und dieser Ausruf soll wahrscheinlich den Beginn eines kleinen Kulturkampfes in den Aussiger Bolls- und Bürgerschulen'ankündigen. ' Selbstverständlich wurde von den zuständigen Stellen der Gemeinde und des Ortsschul- rateS sofort eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis eine einzige Anklage gegen«ine I o u r n a l i st i k ist, die «inen schon im disziplinären Wege von der Direktion im Einvernehmen mit den Eltern geahndeten Vorfall, wie er sich bei Kindern in diesem Alter öfter ereignet, in so schamloser Weis« aus schrotete, die Schul« in unerhörter Weise diffamierte und die gute Zusammenarbeit von Schul« und Eltern in der unverantwortlichsten Weis« zu untergraben versuchte. Noch dazu handelt es sich offensichtlich um das persönliche Rachebediirfnis eines den Behörden bekannten Menschen,'der für die„Aufsitzer; Deutsche Preise" arbeitet, Mitglied des Eltern-. raieS dieser Schule ist und Drohungen äußerte, weil die Leiterin der Schule im Elternrat keine Unordnung in der Gebarung mit Spesen duldete. Das„furchtbare, unmoralische Ereignis" bestand darin, daß in der Religionsstunde zwei Schülerinnen sich gegenseitig einfache kleine, von ihnen beschriebene Zettel zuschickten. Bon einem Brieswechsel zwischen Schülerinnen und Schülern war überhaupt keine Rede. Das genügte dem Berichterstatter zu dem niederträchtigen Angriff und die Redaktion des EhristenblatteS hat davon Gebrauch gemachi?» hnesichauchn.ur im geringsien zu kümmern, ob die Sach« wahr ist ade« nicht. Aber es handelt sich hier nicht um einen einzelnen Fall, der auch einem anständigen Blatt einmal, passieren kann, sondern, wie gesagt, u m «in System..Die unwahre Berichterstattung der„Aiüstger Deutschen Preffe" war schon wiederholt Gegenstand von Beschwerden im Stadtrat, von Richtigstellungen und Berichtigungen. Erst vor «in paar Wochen war dar der Fall und die beiden christlichsoziale» Stadträte«rkmrten, sie könnten keine Verantwortung Übernehmen, weil eS sich um kein Parteiblatt handle, obwohl sie ein« solche Schreibweise nicht decken. Zwei Tage später konnte man in demselben Blatte einen Bericht Über ein« Versammlung lesen, in der sich die beide» Stadträte wieder vollständig mit der unwahren Bericht», «rstattung solidarisch erklärten. Mit einer derartigen Regierungspartei ist also die Arbeit kein Vergnügen'und di- Christlichsozialen in Aussig brauchen.stch nicht zu wundern, wenn die wiederholt so ungerecht Angegriffenen endlich die Geduld verlieren. Derartige Auswüchse können nicht mehr mit Richtigstellungen allein gut gemacht worden. Marokkaner-Bajonette tUr Julius Deutsch! Eine Forderung der deutschblirgerllchen Provinzpresse ?„Duxer Zeitung" spottet darüber, daß Suliu» Deutsch«ach Spanien gegangen ist uni> sagt ihm nach, daß die österreichisch« Armee seinerzeit, als er.Staatssekretär für Heerwesen war, j,Ein«'Spezialtruppe für Plünderungen" gewesen'sei.'Außerdem bedauert sje, daß erM den Feberkämpfen in Wien nicht gefallen ist und schreibt dann:„Welch profan» Gedanke, die Brjlst eiste» aüstromarxlstischen Intellektuellen dem Bajonett eines MaroNanerl preiszugeben l* '■ NU», di« österreichisch- Armee ustter dem Kommando det Sozialdemqkratsn.hat!Oesterdeich das Burg« Ulan d und Kärnte nerlänipft. Die österreichischen Arbeiter haben die bedrohte Heimat damals mit ihrem Blute verteidigt. Heute werden sie dafür von den Völkischen als P l ü n- derer beschimpft! Marokkanerbajonette dünken den Völkischen gut für Sozialisten, das wißen wir schon lange. Aber dieses zynische Geständnis wurde wohl noch nie so offen gemacht wie von der „Duxer Zeitung", die eS selbstverständlich für erfreulich hält, daß der Fettwanst Göring seinen geheiligten Leib aus dem Münchener Putsch gerettet hat, um jetzt den deutschen Arbeitern das Hungern empfehlen und Friedensfreunde in Konzentrationslagern zu Tode quälen zu können. Und daß vor allem Henlein und Hitler nicht im Kriege geblieben sind... AIS verantwortlich für die„Duxer Zeitung" zeichnet ein gewisser R u d o l f H o w a n e h, der seinerzeit sein Brot als Soldschreiber der liberalen„Tepliher Zeitung" verdiente. Für di« Schriftleitung zeichnet C. W e t g e n d, Dux. Man wird sich die Herren merken. Lohnbewegung der Handschuh arbeiter des Erzgebirges Vor kurzem berichteten wir in einer längeren Abhandlung über die Arbeit»- und Lohn» Verhältnisse in der Handschuhindustrie des oberen Erzgebirges, in der zur Zeit eine seit Jahren nicht verzeichnete Hochkonjunktnr herrscht, während die Arbeits- und Lohnverhältnisse geradezu skandalös sind. Die Arbeiterschaft dieser Branche hatte die Forderung nach einer TeuerungSauShilfe in der Höhe von 59 bis 890 Kt gestellt.-Taraufhin antworteten die Unternehmer„endgültig", daß fie ein« einmalige, für die Zukunft unverbindliche Aushilfe von 59 bis 199 Kö je nach der Art und Dauer der Beschäftigung auszahlen wollen. Die Arbeiterinnen sollten von dieser Aushilfe überhaupt von vornherein ausgeschlossen sein. In der Zwischenzeit hatten aber die P rage r Handschuhfabrikanten. mit den Vertretern der Arbeiterschaft eine Verabredung abgeschloffen, wornach sie Teuerung»- und Weihnachtsaushilfen von 99 bis 225 K£ auszahlen; diese Beträge Wurden auch für die Fil.ialbetriebe im Erzgebirge bewilligt Die TeuerungSauShilfe von 75 bis 159 XL wurde in Prag bereits am letzten Samstag zur Auszahlung gebracht. Als diese Tatsache bekannt wurde, hemäch- tigte sich der Arbeiterschaft des Erzgebirges mit vollem. Recht eine ungeheuere Erregung. Montag !fdnd' in Ab e r t h a m pme Mllsstnverfäinmlüykl der Handschuharbeiter statt.;, beide zur Verfügung, stehenden Säle waren überfüllt, Hunderte Arbeiter fanden keinen Platz mehr. Die Genossen Hofmann und S ch i l l eG nahmen in kurzen, trefflichen Ausführungen zu dem«Angebot" der Unternehmer Stellung. In der Aussprache kam di« feste Entschlossenheit der ErzgebirgSarbeller zum Ausdruck, für iHv« gerechten Forderungen den Kampf aufzunehmen, wenn die Unternehmer ihren Standpunkt nicht ändern. Die Arbeiterschaft lehnt«S einmütig ab, sich mit einer niedrigeren Aushilfe'zufrieden zu geben, alS in Prag zur Auszahlung gelangte. Hllgenrelners Handlanger rühmen sich ihrer Schergendienste Dir Brünner„Arbeiter-Zeitung", das Organ des Auslandsbüros de? Revolutionären Sozialisten Oesterreichs, hat ihr Erscheinen eingestellt. In der letzten Nummer wird mitgeteilt, daß außenpolitische Rücksichten, welche die Tschechoslowakei nehmen zu müssen gmuüt, die Einstellung der Zeitung bedingen(sie wird natürlich illegal in Oesterreich auch weiter hergestellt werden). Die christlichsoziale, bzw. hil- gcnreinerschc«Deutsche Presse" bemerkt zu der Einstellung deS sozialistischen Blattes: Wie wir dazu erfahren, haben sich auch die maßgebend,«» Vertreter der Deutsch e n ch r i st lichsozialen Volkspartei immer bemüht, die führenden Staatsstellen zu überzeugen, daß eine Emigrantenpolitik auf dem Boden unseres Staates-in Hindernis für den friedlichen Aufbau in Mitteleuropa ist. Man erwartet, daß ' nunmehr, di« Reste Lieser Lmigrantenpolitik liquidiert werden. . Zunächst sei gesagt, daß die Herrschaften sich zu ilnrecht/ des Ersatzes ihrer schäbigen Hetze rühmen.»Sie haben keinerlei Verdienst an dc» Einstellung. ES handelt sich hier um ein« außenpolitisch begründete Maßnahme, die wir, nebenbei bemerkt, nicht für glücklich und für einen Ausfluß derselben. illusionären Verständigungsbereitschaft halten. die etwa im Abkommen vom 11. Juli dauernd-inen Gewinn für den europäischen Frieden erblickt und von den sozialdemokratischen Rednern In der außenpolitischen Debatte des SencktS, vom Genossen Dr. Heller und Genossen Jng. Winter lischst. Soz.-D-m.) ent- s p r e ch.« n d k r i t i s i e r t wurde. Di« Christlichsozialen sind' aber auf keinen Fall ge« fragt wmchen und«4 ist niemandem eingefallen, Seine Magnifizenz und Wichtigkeit, Herrn Senator Professor Dr. Hitzenreiner;' in, eine außenpolitische Entscheidung dreinreden zu lassen. . Trdhd'em bleibt die Hetze, der Hllgenreinc- tianer;'bleibt der traurige Mut, sich dieser Hetze zu rühmen, eine Schande fürdie Christ- lichsozialen. Sie haben selbst eine katholisch« Emigration hier im Lande(die tzilgenreiner vielleicht auch ins KZ zu liefern bereit ist?) und sie können nicht wissen, ob nicht' auch andere Katholiken einmal als Emigranten ein Asyl suchen. Man ivivd ihnen dann die Hetzblätter des Herrn Hilgenreiner vor die Nase halten und sie können sich bei diesem christlichen Hirten für seine, gewiß nicht der Nächstenliebe entspringenden Attacken gegen die Emigration bedanken! Die Jugend«111 leben 1 Gemeinsame Kundgebungen der gewerkschaftlichen Jugend und des Sozialistischen Jugendverbandes Am 18. Dezember werden in Karlsbad, Ko- motau, Teplitz, Bodenbach, Rmnburg, Reichenberg, Mähr.-Schönberg und Jägerndorf großgemeinsame Jugendkundgebungcn stattfinden, die von den fteien Gewerkschaften und dem Sozialistischen Jugendverband einberufen tverden. Dor Kampf um Arbeit und Hilfe für die arbeitende und arbeitslose Jugend wird in den nachstehenden Forderungen zum Ausdruck gebracht werden. 1. Eingliederung der arbeitslosen Jugendliche» in der» Arbeitsprozeß. 2. Heranziehung Jugendlicher zu Notstands- und Jnvestitionsarbeiten zu mindesten» 29 Prozent. 3. Bedingungslose Einordnung aller jugendlichen. Erwerbslosen in alle öffentliche Hilfsaktionen. 4. Durchführung von AuSspeise- und Be< NeidungSaktionen für jugendliche Erwerbslos« in den Notstandsgebieten. 5. Erhöhte Vorsorge für die Jugend, vor allem Einschulung erwerbsloser Jugendlicher in industrielle und gewerbliche Betriebe. 6. Einhaltung und Ueberwachung aller gesetzlichen Äugendschutzbestimmungen in den Betrieben. Die Aufrufe zu diesen Kundgebungen sind von der Zentralgewerkschaftskommission und dem Sozialistischen Jugendverband gezeichnet. Sozialdemokratische Gemeindearbeit im KreiS Txautenau. Im Organisationsgebict unserer Kreisorganisation Trautenau fanden am letzten SqyiStag und Sonntqg drei sehr gut besuchte Konferenzen der sozialdcmokratischenGemeindevertre- tec der Bezirke Ä rau n a u. Trauten au und Arnau-Hohenelbe statt, in welchen Genosse Bürgermeister P ö l z l über„Die Gegenwartsprobleme der Gemeinden u:ü> Bezirke" und Gemäß den Statuten de» Norwegischen Nobel- Komitee» müssen die Vorschläge für die Verleihung de» Friedens-Nobelpreises spatesten» bi» zum 89. Jänner eine» jeden Jahre»«ingebracht werden. Borschlagberechtigt sind die Mitglieder und ehemaligen Mitglieder de» Nobel-Komitee» und di« dem Norwegischen Nobel-Institut beigegebenen Berater, die Mitglieder gesetzgebender Versammlungen und der Regierung der verschiedenen Staaten sowie auch die Mitglieder der Interparlamentarischen. Unwn, die Mitglieder de» Ständigen Schiedsgerichtshose» im Haag, die Mitglieder der Internationalen Friedensbüro» In Genf, die Mitglieder und Gesellschaften des Institut» für internationaler Recht, die Ilniversi- tätSprosessorcn de» Rechts, der" politischen Wissenschaft, der Geschichte und Philosophie an den Uni- versttaten und schließlich die Personen, die bereits den Friedens-Nobelpreis erhalten haben. Den Vorschlag den JriedenS-NobelprelS Os- sietzki zu verleihen, haben eingebracht: Aus Amerika 25 Professoren, eine Reihe von Senatoren und die bereits im Jahre 1985 mit dem Nobelpreise ausgezeichnete Jane AddamS, welche später gestorben, ist; aus England sieben Mitglieder deS Hauses der Lord», 86 Mitglieder des Unterhauses und viels Professoren. Au» Frankreich Henry G u e r n u t, welcher zur Zeit. der Einbringung de» Vorschläge» Unterrichtsminister wgr, ferner 119. Mitglieder der Kammer und de» Senate» und 29. Professoren; aus Belgien die Minister V.andervelde und Henrik de Man, der Vorsitzende der Zweiten International« de Broucksre sowie zahlreiche Mitglieder de» Parlamente» und Professoren; au» der Schweiz 125 Mitglieder der beiden Parlamente und zehn Professoren; au» der Tschechoslowalei 54 Senatoren und Abgeordnete, darunter der Präsident de» Senate» Dr.I.SoukuP und der Vizepräsident,der Abgeordnetenhauses Taub sowie sechs' Professoren; "aus Holland zahlreiche Professoren und Abgeordnete; aus Norwegen 69 Mitglieder de» Parlamente» und viel« Professoren; au» Schweden 59 Mitglieder de»' Parlamente»; au» der Türkei Professoren der Universität Istanbul. Außerdem haben auch zehn Mitglieder der Internationalen JriedenSburoS und der ehemalige Friedens-Nobel-Preisträger Ludwig Ouidde Ossietzki für den Friedenspreis vorgeschlagen.> . Der deutsche Pazifist Carl von Ossietzki wurde am 8. Oktober 1889 geboren. Er hat sich zum Gedanken des Friedens bereits vor dem Kriege bekannt.' Nach dem Kriege iit er in der Hamburger Friedensbewegung hervorgetreten und wurde Generalsekretär der Deutschen Friedensgesellschaft. Hierauf ging er zur' Publizistik«über., In der Berliner„Volkszeitung", im„Tagebuch" und. in der„Weltbühne" führte er einen hefiigen Kampf gegen d>« Rüstungen und' für die Propagierung de» JriedenSgedanlenS,' Line gute Absage Frankreichs Jungsozialisten an die Kommunisten. Im„Populaire" beschäftigte sich Bcrnard Chochoy, einer der Führer der EI in Frankreich, mit den verschiedenen Angeboten der Kommunistischen Jugend des Landes, Einheitsfronten (unter den verschiedensten Schlagworten) herzustellen. Die sozialistische Jugend Frankreich» hat alle diese Anbote abgclchnt. Entgegen der kommunistischen Parole, eine„Front der Jungen Generation" zu bilden, erklärte die sozialistische Jugend in Frankreich, daß der Kampf für die Befreiung der Arbeiterstbait nicht unter dem Gesichtspunkt deS Generationenproblems, sondern nur al» Klassenkampf geführt werden könne, den dis SJ Frankreichs als ein untrennbarer Teil der Sozialistischen Partei ihres Lande» mit dieser zusammen führe; eine Aktion unter im Zeichen der„Generation" wäre Augcnauswischerci. Ebenso aber lebne die SJ Frankreichs den kommunistischen Vorschlag auf Bildung einer Vereinigung der französischen Jugend, da» heißt einer Versöhnung der Jugend aller möglichen Richtungen ab. eine» Zusammengehens der sozialistischen Jugend mit den katholischen, nationalen, agrarischen Jugendbewegungen. Auch hier handle c» stch um eine kommunistische Illusion, um nicht zu sagen: um einen Betrug. Die Natur de» Kapitalismus schaffe auch innerhalb der Jugend eine Rechte und eine Linke, die nicht geeinigt werden könn- t e n, selbst wenn man e» wollte. Die sozialistische Jugend fühle sich al» integraler Bestandieil der Partei, ohne selber eine politische Partei darzu- stellen. Und eine Einigung zwischen SJ und KI könnte erst erfolgen, wenn eine Verschmelzung der beiden Parteien stattgefunden hätte. Daher halte» die sozialistischen Jugendlichen auch die ständigen Manöver der Kommunistischen Jugend, an einzelne Gruppen der SJ mit ihren Einheitsfrontvorschlägen heranzutreten, für Akte, die dem Geist und Pakt der Volksfront widersprechen. Abg. G-nosse K r e j L i über Parteifragen sprachen. An die Referate schlossen sich in allen drei Konferenzen, die in H a l b st a d t, T r a u t c n a u und A r n a u stattfanden, rege Aussprachen an, die zeigten, daß unsere Bezirks» und Gemeindevertreter überall ihre Pflicht zu erfüllen trachten und eine Auseinandersetzung mit unseren politischen Gegnern bei den kommenden Gemcindewah- len nicht zu scheuen brauchen.. Die von einzelnen Genossen gestMcn Anfragen wurden von den Referenten im' Schlußwort' bcanilvortet. Einige Mitteilungen über ausgezeichnete Erfolge der Gc» meindearbcit und bei der Werbeaktion zeigten, daß es überall vorlvärts geht und auch die Stimmung her,Konferenzteilnehmer,.von, denen einige einen stundenlangen Fußmarsch'zurücklegen inußtcn, um an der Konferenz teilnchmcn zu können, war au»- gezeichnet. Allgemein wurde die Mitteilung begrüßt, daß nunmehr diese Aussprachen regelmäßiger einberufen werden. Unter dem Kabinette Brüning wurde er wegen «ine» in der„Weltbühne" erschienenen Artikel» vor Gericht gestellt und wegen Landesverräte» zu einer Gefängnisstrafe in der Dauer von eineinhalb Jahren verurteilt. Nachdem er sieben Monate dieser Strafe verbüßt hatte, wurde er anläßlich der bei der zweiten Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten erlassenen Amnestie in Freiheit gesetzt. Al» Adolf Hitlernmd die nationalsozialistische Partei im Deutschen Reiche zur Macht gelangten, wurde Ossietzki al» eine staatsgefährlichc Person in die sogenannte Schutzhaft genonunen, au» welcher er erst vor einigen Tagen entlassen wurde. Der FriodenSpreiSträger für das Jahr 1986, der argentinische Außenminister Carlos Saa- vedra Lamas wurde im Jahre 1889 geboren. Er stammt aus einer Familie, die sich um Argentinien verdient gemacht hat. Sein Urgroßvater war der General Cornelius Saavedra, der erste Präsident der argentinischen Republik, der an der Spitze de» Befreiungskampfes gegen Spanien stand. Carlo» Saavedra Lamas war Profcffor der Soziologie an der Universität in Buenos Aires, wo er über Verfassung»- und öffentliche» Recht, über Finanzwirtschaft und Nationalökonomie vortrug, lieber diese Gebiete verfaßte er viel« wissenschaftliche Abhandlungen, die zum Teil In fremde Sprache» übersetzt wurden. Seit dem Jahre 1919 war er Abgeordneter und im Jahre 1917 wurde er zum ersten Mal Minister, und zwar für Justiz und Unterricht. Carlos Saavedra Lamas ist ein begeisterter Anhänger des Völkerbundes. Bekanntlich war Saavedra. Lamas.Vorsitzender der heurigen Septembertagung der Völkcrbundsversammlung. In Gens bekämpfte Saavedra Lamas stet» aufs Entschiedenste die Idee, daß die lateinamerikanischen Staaten den Völkerbund verlassen und einen;clb- ständigen Bund der amerikanischen Staaten gründen sollen. Al» ständige» Mitglied der Panamerikanischen Konferenz erwarb Saavedra Lama» ein Verdienst, al» Autor de» Vertrages vom 19. Oktober 1988. d. i. de» sogenannten Antikriegspakte». Die- scr Vertrag weist zum erstenmal^den Grundsatz auf, daß über«in mit Gewalt erworbene» Gebiet die Staatssouveränität nicht anerkannt werden kann. Saavedra Lama» setzt sich dafür ein, daß diese» Prinzip in den Bölkerbundpakt ausgenommen werde. Der sogenannte AutikriegSpakt voni Jahre 1988, der von der Panamerikanischen Konfcrekiz angenommen wurde, ist auck> allen übrigen Staaten zugänglich. E» ist zu erwähnen, daß diesem Pakt u. a. auch die Staaten der Kleinen Entente beigetreten sind. Argentinischer Außenminister ist Saavedra Lama» seit dem Jahre 1982. Verdienst« um den Frieden erwarb sich Saavedra Lama» auch al» Vorsitzender der Friedenskonferenz, mit der der Krieg um das Gran-Chaco-Gebiet beendet wurde. Zur Verleihung der Friedenspreise Seite 4 Mittwoch, 25. November 1086' TlAesnemAkelten Ein Sieger und ein Besiegter Daß Ossietzky den Nobel-Friedenspress bekam, daS ist auch eine schwere moralische Nie. derlage eines anderen Nobelpreisträgers und ist der Sieg eines zum Schweigen Gezwungenen libex einen, der über die Freiheit des Wortes verfügt: Niederlage, schwele moralische Nieder, läge KnutHamsunS. Der norwegische Dichter Knut Hamsun, dessen Wort frei ist, weil er Bürger eines demokratischen Staates ist, hat vor nicht allzu langer Zeit sich mit häßlichen Worten gegen Ossietzky gewandt. Mit feigen Worten: denn Ossietzky konnte nicht antworten Hamsun fand es ganz in Ordnung, daß Ossictzkv eingekerkert war. Ein Mann des Wortes, ein Dichter, billigte es, daß ein Mann des Wortes deswegen, weil er Worte der Wahrheit gespro. chen, verfolgt wurde I Knut Hamsun erwarb sich zwar damit die laute Zustimmung derer, dto allein im Dritten Reich sprechen dürfen und eS auftragsgemäß tun, aber er riß zugleich auch eine Kluft auf zwischen sich und der geisttgen Welt, zwischen sich und seinem Volk. Ganz Norwegen wandte sich gegen ihn. Schon das war eine moralische Niederlage Knut Hamsuns, das; bei den norwegischen Wahlen die Faschisten der- nichtcnd geschlagen wurden,— die Partei, das Parteichen Knut HamsunS.'Und nur die zweite, noch schlimmere, die schwerste moralische Nieder» läge: Ossietzky bekam den Friedenspreis. Auch Uber den irrenden verirrten Dichter schreitet dis Geschichte hinweg. Mutz daS fein? Au» Anlaß de» zweifellos durch Fahrlässigkeit verschuldeten Eisenbahnunglücks bei Letovie schreibt uns ein Leser, dah eS nicht zu verwundern sei, wenn solche Unglücksfälle Vorkommen. Man»könne nur zu ost beobachten, datz auf gewissen Bahnhöfen— er nennt vor allem A u s s i g, das ja eine besonders unzulängliche Konstruktion für einen großen Bahnknotenpunkt hat— kurz vor der Passage der Schnellzüge noch Berschublokomotiven scheinbar sinnlos umhersahren und Lastzüge verschoben werden. Gewiß kann der Laie nicht-immer beurteilen, was nötig ist amd was nicht, aber auffallend und gefährlich ist eS schon, wenn man die Berschubmanöver gerade in den paar Minuten vor Einfahrt und Abfertigung eines D-ZugeS vörnimmt. Oft sieht man im letzten Augenblick einen Beamten aus der Kanzlei stürzen und auf-' geregt gestikulierend dem Lokomotiv-Führer begreiflich machen, daß er rasch zu verschwinden habe. Bruchteile von Minuten später läuft' auf dem gleichen Geleise dann ein Schnellzug mit bedrohlicher Geschwindigkeit«in. Dazu die kürzlich von uns gerügten dauernden Verspätungen und Unachtsamkeiten— man darf sich dann nicht wundern, wenn schwere Unfälle geschehen! Ein Hund bringt«in Militärauto zum Sturz. Dienstag um 7 Uhr früh fuhren in zwei Militär- lastautos 40 Soldgten vom Fahrradbataillon 1 aus Joscfstadt nach Pardubitz, um eine psycho- technifche Prüfung abzulegen. Bor der Elbe- Brücke beim Heiligen Josef lief ein Hund vor daS zweite Auto. Er wurde von dem einen Vorder, rad erfaßt, das Lastauto kam ins Schleudern und stieß feiüvärts auf einen Baum auf, wobei der Soldat Josef Novotnh aus DobruSka getötet wurde, der mit zertrümmertem Schädel aus dem Auto fiel. FiPner wurden sieben Soldaten verletzt, von denen vier im Pardubitzer«BezirkSlran« kenhaus belassen wurden. Zum Glück hat nur einer der Berletzten eine ernstere innere Berlet- zugg erlitten, die jedoch nicht lebensgefährlich ist. Dw übrigen drei Soldaten wurden nach ihrer Pflege aus dem Krankenhaus entlassen. . Nebel. Der Schiffs- und der Flugzcugver- kehr in Rotterdam ist wegen dichten Nebels vollkommen- lahmgelegt. Im Hafen und in dessen Umgebung ereignete sich eine Reih?, von Zusammenstößen, die aber nur Materialschäden verursachten.—71 Meilen südwestlich von Kap Lizard ereignete sich, in dichtem Nebel ein Zusammenstoß zivischcn dem norwegischen Dampfer„Marina" aus Borgen und dem englischen Küstendampser „Colmith Force", der stark beschädigt und von seiner Mannschaft-verlassen würde, Die„Marina" konnte die Schiffbrüchigen aufnehmen. FabrikSbrand in Pest. In der Nacht zum Dienstag brach in den Anlagen-der Hanf-, Jute- und Textilwaren-Industrie A.-G. in Budapest ein Rieseitseuer aus, das erst nach neunstündiger Arbeit der Feuerwehr lokalisiert werden konnte. Bei den Löscharbeiten gerie^auch eine'Abteilung. der Feuerwehr in eine, bedrängte Lage. Trotz der sofort eingeleiteton Rettungsarbeiten büßte eia Feuerwehrmann das Leben ein, während zwölf weitere Feuerwehrleute, ein Feuerwehr-Kommandant und ein RettungSarzt,' erhebliche Brandwun- den erlitten. Trotz den vereinten Bemühungen der Feuerwehren, mehrerer Bezirke gelang es in den Mittagsstunden noch ijnmcr nicht, da» Feuer vollständig zu löschen. Dreizehneinhalbtausend neuer Rundfunkhörer. Im-Oktober wurden wiederum 18.558 neue Rundsunkkonzessionen ausgestellt, so dah sich . di« Gesamtzahl der Hörer in'der Tschechoslowakischen Republik aus-.«twa.8öS.Ü»a-«phöht.hat..Den Nr. 274 Warum Elsenbahnunfälle? Nebel und andere Ursachen Pretzburg. Die Staatsbahndirektion Preßburg gab zu dem- Unglück aus der Bahnstrecke Sala' nach Bähom-Galänta folgendes' amtliche Kommunique« heraus: Zwischen Sala und Galanta wird der Bahnoberbau ausgewechselt.. Infolge dieser Arbeiten war das erste Geleise aus dem'Berkehr auSge« schaltet und eS arbeiteten auf demselben Arbeiter mit einem Arbeitszuge. Am 28..November-vor 11 Uhr ging von Sala auf diesem ziuSrangierten Geleise ein MoiorarbeitSzug mit drei mit Schwellen beladenen Anhängewägen ab. Acht Arbeiter sahen im Motorwagen. Zur selben Zeit beendete seine Arbeit der Arbeitszug in Kilometer 104 und fuhr von diesemKilometer nach der Station Sala zurück. Die Angestellten, des Ackeifszuges sahen nicht, daß ihnen der Motorzug entgegenfuhr. lieber der Gegend lag dichter Rebel. Die Sicht war schwach, höchstens bis 188 Meter. Jin Kilometer 111 stieß der Motorzug mit dem zurückfahrenden Arbeitszug zusammen. Der Ar- beitSzug und der. Motorzug-bewegten sich mit einer Schnelligkeit von rund 20 Kilometer in der Stunde. Die Angestellten des Arbeitszuges und der Ehauffeur des Motorzuges bemerkten, obzwar sie sich auf einer ebenen Strecke befanden, wegen des dichten Nebels die gefährliche Situation erst im letzten Augenblick. Der Chauffeur, bremste heftig, doch war das Geleise feucht, weshalb es ihm nicht gelang, den Motorwagen zum Stehen zu bringen. Er stieß rasant auf den letzten Wagen des Arbeitszuges. Durch den Anprall fiel die Ladung der drei Anhängewagen aus denselben heraus, verschüttete die im Motorwagen sitzenden Arbeiter und beschädigt«.außerdem auch den Arbeitswagen. Durch den heftigen Zusammenstoß wurden sieben Arbeiter- des Arbeitszuges leichter verletzt. Di« übrigen Arbeiter des Arbeitszuges verständigten sofort die Station und begannen die verletzten Ackeiter zu bergen. Aus den Trümmern der Schwellen und der Wagen wurden Jan Mörva aus Diakovce und Mikuläs Horväth aus Pered bereits tot herborgezogen. Die Schwerverletzten Alexander Mkszäros und Franz Petro stacken unterwegs nach Sala. Jgnäc Papp und Alexander Bu» stacken auf dem Weg ins Krankenhaus von Novt Zämly. Der-Chauffeur Miku» läö Berenyi und der neben ihm sitzende Jan Jring sprangen im letzten Augenblick vom Motorwagen ab und retteten sich so. Der Chauffeur behauptet«, daß, als er sah, daß der Zusammenstoß unabwendbar, sei, er den übrigen Arbeitern zuschrie, abzuspringen, diese hätten jedoch offenbar sein Rufen' nicht'gehört. Der.- ZüsaMmenstöß Frstljjst. zirka drei Kilometer vor der Station. Es wurde sofort ärztliche Hilfe alarmiert, jedoch- aüch da» rasche Einschreiten, half nicht, dä der größte Teil der Arbeiter.tödliche Verletzungen erlitten' hatte. Der Vorfall wird weiter untersucht. * Der Nebel erklärt gewiß die, tragische Tatsache, daß die Beteiligten die Gefahr erstim letzten AugeMick-erkannten. Er ist aber- ketpe Erklärung-oder Entschuldigung für' den merkwürdigen Umstand, daß-sich auf-ein» und- demselben' Geleise-zu gleicher Zeit zwei-Züge-einander«nt- gegen-in Bewegung sehen können. Hier muß doch im Signaldienst,«in schweres Versäumnis, oder Versagen'vorliegen. Ein Eisenbahngeleise-ist doch keine Landstraße,-auf-der mqn einfach,losfährt. Wußte man in-dpr Station nicht, däß-der Arbeitszug auf der Streck!-und--unterwegs war? Wußten die Leute vom-Arbeitszug nicht, wann sie freie Fahrt hatten? Die Untersuchung wird hier noch einige Fragen zu klären haben, ebenso, wie in oem-Letovjcer.Fall.-Die Häufung der Unfälle in den^letzten Monaten gibt allen' Anläße ganz allgemein nach den Ursachen des fo ost'versagenden Sicherheitsdienstes auf den--Bahnen zu fragen:, - In einer Provinzzeitung war kürzlich eine Einschaltung einer St.-B.-Direktion zu lesens worin die dauernden Verspätungen' damit begründet werden, daß man.seinerzeit auf Wünsch und Drängen de» reisenden Publikums. die F a h r z e i t e n v e r kürzt habe und nun diese Zeiten n icht einhalten könn«. Daran' ist aber wahrhaftig nicht das Publikum schuld. Daß die Reisenden ein beschleunigtes Tempo uno ähnliche Schnelligkeit und Präzision' des Bahnverkehrs verlangen- wie. in- anderen-Ländern, ist doch begreiflich. Wenn unsere Bahnen nicht In der Lage sind, diesen Wünschen nachzukommen, muß es osten-erklärt werden.-Im Fahrplan Rekorde, zu brechen und fabelhafte Fahrzeiten mit kürzen Aufenthalten zu haben, ist kein« Annst und^völlig überflüssig, wenn man in Wahrheit die Zei- ten nicht einhalten kann. Für den Mai hat die .,Pr. Presse" kürzlich neu« Fab'rtbe- s ch l e u n i g u n g e n in Aussicht gestellt. ES wäre angesichts der vielen Unfälle wohl gescheiter, in dringenden Fällen di« F a'h r z«i t e n w i e der auf daS unserem Material und unseren Strecken entsprechende Maß zurückzu- schrassbenl mehr, zum Schutze de» Gedenktages für die(von wem?) Ermordeten der Bewegung am 9. üiovemher ein« Verordnung erlassen, durch die. in,Räumen mit' Schänkbetricb'musikalische Darbietungen--'jeder Art mit Ausnahme der Darbietungen.der. deutschen Ründsiinksender und ferner alle'äild'efen der Unter- Haltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen verboten.werden,, sofern, bei ihnen tcht der diestck Tagt' «ntspriichende ernste' Charakter-- gewahrt- ist.-Für jeden Fall der Nichtbefolgung dieser-Verordnung sind Polizeistrafen angedroht." Denn dieser Tag ist, läut DNB,-so sehr»ein Tag der Einkehr und des nationalen Erinnerüs"-(■—.an bessere. ,Syftim"< Zelten?—),' daß dem'Erziehungsobjekt der: s,Ätif- nordung" schon'von selbst-da». Lachen vergehst. Ein Heller Meteor am Abendhimmel:. Die lstefänik-Volk-sternwarte in Prag, Pettln, erhielt, Nachrichten von- der Beobachtung«ine» großen, Meteors, der am, 28. Novencher, d. I. etwa-um l,8.hg Uhr in grünem,, blendendem Licht aufleuchtete, und eine, stufige, Spur au» roten Funken hinterließ.-, In Brünn wurde der. Meteor' am'-'IvestlicheN-HiMMih, unterhalb- de»' Fixsterne» Wegm-in Holou.hkpvbci Mokycanh im» östlichen Himmel, in derMichtung gegen Pkibram beobachtet. Der Meteor ist demnach wahrscheinlich über Ostböhmen hsnweggegängen. Er war so hell, daß: er die, LIchsstärke des Monde» ,übertraf und, die Gegenstände' dunkle' Schatten wärst». Csie Stefänik-Sternwaite-bittet züMige-Beobachter: die die Läge-und. die-wahrscheinliche Bahn de» Meteor» zwischen den-Sternen oder.mst Rücksicht auf den Horizont, den Zenits die Himm'elsrichtüngeni- den Mond u. ä. angeben können, um Bericht, uNdum' die Beschreibung- der- Erscheinung.. Motorrad, sackt dem Fahrer in-Brand geraten. Gestern nachmittag» spritzte in' der Bilehrüdskä-tn Prag Xll. etwa». Benzin au» dem Behälterbe» Motorrad», auf dem-der-24jährige-Lackierer Bohumil Bykopal au» Prag Xll saß,-auf dessen Atkzua, der hiebei in' Brand geriet. ÄPopat sprang ab.und versuchte durch Wälzen, auf dem Boden,»ergedlsch da» Feuer zu löschen, da» nun auch auf da»-Motorrad. Übergriff. Einem' in der Nähe befindliche« Polizisten gelang e» da» Feuer mit einem, Mantel. zu loschen,-den-er-sich von einem vorübergehenden Briefträger auSgeborat hatte: trotzdem- erlitt Bhko« pal Brandwunden ersten bi» dritten Grade» an'den Beinen und mußte durch ein vorbeifahttnde» Auw ins Allgemeine Krankenhaus gebracht werden. Zum Löschen de»-brennenden Motorrad» mußte jedoch die Feuerwehr mit drei Wagen geholt werden; der Verkehr i blieb hiedurch zwanzig Minuten laug unterbrochen.- Der Vorfall hatte«inen großen Menschen« auflauf zur-Folge. Di« ruhige winterliche Witterungwirdbei un» voraussichtlich noch in den nächsten Tagen andauern. Erst später.könnt« sich in Böhmen der Einfluß.einer Störung,, die sich über dem Ozean westlich von Irland bildet, geltend machen.— Wahrscheinliches größten Anteil an dem Zuwäch» hüt wiederum Prag mit 8886 neuen Hörern. In Brünn beträgt' der Zuwachs 2758, in Pardubitz und Troppäu zweieinhalbtausend. Die Post- und Telegraphendirektion Prag hat jetzt 480.478, jene in Pardubitz 86.019, in Brünn 182.886, in Troppau 69.087. in Kaschau 24.281 und in Ujjhorod 8882 Hörer. Ein grauenvoller Berns. In Japan gibt eS einen neuen Beruf, den de»— Gasmaskenprüfer»! Er wird von den GaSmaSkenfabrk- kanten eigen» dazu angestellt, sich eine GarmaSkc vorzubinden,-sich in«inen mit Giftgas gefüllten Raum sperren zu lassen und als Versuchsobjekt zu dienen. Kommt er lebend Wicker zum Vorschein —, bann, ja dann ist die Mask« gut! Findet dagegen nach einigen Tagen seine Beerdigung statt, dann ist die Serie, der die Gasmaske entnommen war, noch einmal zu überprüfen. Man berichtet, daß in einer GasmaSIenfabrik innerhalb kurzer Zeit sieben Menschen aus diese Weise umkamenl Der Tageslohn für diese Beschäftigung entsprich» — einem englischen Schilling. So feiert die Kriegsbarbarei schon vor Kriegsbeginn Triumphe, und sie scheint förmlich mit der Jahreszahl anzusteigen.' Erst Schuldenzahlimg— dann KönigSkrö» nung! In London herrscht steigende Erregung über die Tatsache, daß man in Amerika die kommende Königskcönung und vor allem die Kosten dieser Krönung immer heftiger kritisiert. Man ist hauptsächlich verstimmt über eine Rede des demokratisches Mitgliedes des Repräsentantenhauses Oannon, in der eS heißt, daß die Krönung die Engländer rund 40 Millionen Dollar koste. E» wäre besser, sie würden dieses Geld dazu verwenden, ihre Kriegsschulden abzuzahlen.' Die amerikanischen Steuerzahler verstehen jedenfalls nicht,' daß England sich einen solchen Luxus auf'ihre Kosten leisten könne. In einer Resolution, die, Cannor dem Staatsdepartement eingereicht hat, heißt es:„Es darf nicht erlaubt sein,' daß ein Schuldner riesige Geldsummen für unnötige Vergnügungen und verletzende Propaganda herauswirst, ohne auch nur den Versuch zu machen, seine Schulden zu bezahlen." » Jesse Owen» al» Politiker, Der amerikanische Negerläuser Jesse Owen», Champion der lessten Olympiade, wurde selbstverständlich auch wegen feiner großen Popularität während der Prästdent- schastrwahlkampägne von den beiden großen Parteien heftig umworben. Im Gegensatz zu Dempsey und anderen, Sportgrößen entschied er sich zugunsten Landons und trat mehrmals in Versammlungen der. Republikaner auf. Mit dieser Wahl hatte er bei stillen eigenen schwarzen- Freunden kein Glück, besonder» nachdem Roosevelt erklärte, daß er keine Rassenfrage in Amerika kenne. Als einer seiner-Bekannten dieser Tage Jesse Owen» ans der Straße traf, sagte er ihm':,„Du läufst gut,, aber leider- denkst du auch nist den FüßeUj"'.'' i - Statt zur Wahl in den Tod. Sonntag fuhren 17 Personen äüf einem'Lastauto au» Dubrovnik in die benachbarten Gemeinden, um an den Wählen teilzunehme'n. Unweit, der Gemeinde Smokovljani geriet der Kraftwagen» auf der abschüssigen-Straße infolge eine» Motordestktes ins Schleudern, und obwohl er nur einen Meter-tief von-der-Straß« abstürzte, wurden zwei Personen getötet- undvier verletzt. Schwimmend« Hotel». 28 Schiffsgesellschaften haben die Direktion de» Londoner Hafen» ersucht, bei der Krönung de» König» im Mai nächsten Jahre» in der Themse Schiffe ankern lassen zu. dürfen, die. al» schwimmende Hotel» verwendet werden würden. Institut für K«stg»chirM«e. Dienstag vormittag» wurde, da» auf Anregung^e» Ministerium» für Nationalverteidigung uvd unter Mitarbeit des Pro- fessorenkollegium»' der medizinischen-Fakultät der KarlS-UniversitA gegründete Institut• für Kriegschirurgie im Hörsaal k der chirurgisch!!» Klinik- im Allgemeinen Krankenhaus, in Prag-' in- feierlicher Weist eröfwet. 0. November— unter Polizeischutz. Daß ein .revolutionärer" Feiertag vor der Begeisterung de» Volke» mitunter in Polizeiaufsicht flüchten' muß, haben wir noch nicht gewußt, und.erfahren«» jetzt amtlich durch ein« Verordnung de» Herrn Minister» Frick, die laut ,DAZ" besagt:'.Der Reich».'unv preußische Minister deS'Jnneren Dr. Frick hat nun« ,Wester Mittwoch:, Andauern der-winterlichen Witterung^' mit' lokalen Bcwölkungrunterschleden, Frost, auf den Bergen heiter"ünd wakiN.' Jn Par- pathorutzland Schneefälle möglich.-7- WetterauSsich- ten für.D o n n e r»t a g: Ohne wesentlich« Aende- rung.'', VomRuiidfünk Sckpsthlenowerte, au» den Programme»» . Donnerstag: Prag, Sender I: 7:. Morgenmusik, 10.05:. Deutsche Presse, 10.15: Neulich«. Sendung:- Bor» lesuckß aus dem Buch ,',Mutter" von' Magert, 12 10:' Opernszencn, 16.55: Konzert für Geige. uü)> iflä- vier, 17.45: Deutsche Sendung: Frohe' Mu u'für' die Jugend, 18 05: Prof. Birk: Soll ich züns Thea« -ter gehen? 18.45: Deutsche Presse, 18.55:. Deutscher Kultnrbcricht vom Tagkj 20.20: Werfel:Jua- rez und Maximilian,dramatische.Historie, über-> setzt von Otokar Fischer, 22.15: Schallplasten. Sender II:. 7.80: Populäre»- Konzert,, ,14.15: Deutsche Sendung: Präsident Eckert^Internationale Zusammenarbeit der Handwerks, 18: Tschechische Volkslieder,' 10.10:'.Solo, auf Harmonika. —Brünn 12.85: Rundfunkorchesterkonzert, 17 40: Deutsche Sendung: Ar.be i t e r f un k: Ürbanekr Die Arietstrbewegung in den deutschen Städten Mähren», j— Prehburg 11.05: Salynorchrfterkon- zert. Italienische Arien.— Kascha» 16.10. Rußd- funkorchesterkonzert.-— Mährisch. Ostrau 15: Rund- funkorchesterkonzert.'..'<' Sdiwm ftDubitzün In^«uvMIliinPvorIVlDöplill- 13-Zentüneter-Haubitzen der Marokkaner ist Feuerftellung bei Legans im Süden Madrid«, .. Mittwoch, 25. November 1933 Seite 8 Nr. 274 der mit von Gesetz£17/26 um 165.171. (PensionSver- hvrige Palast„Palacio de Liria" wurde während eines Fliegerangriffes von 14 Brandbomben getroffen und fast vollkommen vernichtet. Bei dem Brande war die Miliz mit allen Kräften und unter Hintansetzung des Lebens bemüht,. einige Kunstschätze auS dem Palais zu retten, doch kann vorläufig nicht gesagt werden, was zu retten tatsächlich gelungen ist. Man nimmt an, daß der größere Teil der Werke Tizians, Rembrandts und Goyas gerettet wurde. Der Korrespondent sah mit eigenen Augen, daß einige Werke Goyas in Waggons verladen wurden und daß die Sendung nach Balencia dirigiert wurde. Was jedoch mit den Fresken Goyas in der Erimitage San Antonia dela Florida, einer Kapelle in der Nähe des Nordbahnhofes, die während der letzten vier Tag« heftig bombardiert wurde, geschehen ist, kann nicht gesagt werden. Der Bankrat der Nationalbank hielt am 24. d. M. seine ordentliche MonatSsitzung unter dem Vorsitze des Gouverneurs JUDr. Karel Eng- liS ab. Dem vorgebrachten' Geschäftsbericht entnehmen wir: Nach der durch die Währungsereignisse in Europa im Vormonat entstandenen Unruh« trat in der internationalen Wirtschaftslage ein« verhältnismäßige Ruhe ein; es kam jedoch nicht za der vorausgesetzten größeren Beseitigung der Hiflderntsse des gegenseitigen^ Warenaustausches. Die Entwicklung bessert sich weiter in zahlreichen Staaten, einer grösseren Entfaltung der WlrtschaftSaktivltät steht jedoch bisher die nicht erloschen« politische Unruhe, namentlich in Europa, im Wege. In der Tschechoslowakei hält die mäßig« Belebung in der Erzeugung an, welche sich gegenüber dem Vormonate steUenweis« noch verstärkte; die Bausaison dauert länger als in den vorangegangenen Jahren und besitzt ein größeres Ausmaß. Der Absatz der Güter des allgemeinenBedarfeS hebt sich. Auf dem Geldmarkt herrschte Ruhe. Die Kreditansprvche traten auS den mäßigen Grenzen nicht heraus, da die Unternehmungen bisher ihren Finanzbedarf aus den eigenen liquiden Quellen bestritten. Dies geht auch aus dem Umstand hervor, daß bei dem ungefähr stetigen höchster Gefahr schwebender Genossen besorgte Vertrauensmann fand eine Lösung, und zwar eine geradezu genial zu nennende«• Folgenden Tag? erschienen in einigen Blättern Inserate mit diesem• Wortlaut: Der Brüsseler„Peuple" veröffentlichte am letzten Sonntag auS der Feder de BrouckSrc» einen Leitartikel, der uns wichtig und interessant genug erscheint^ um hier wenigsten- auszugsweise witdergegeben zu werden. De Brouckäre leitet seine Ausführungen mit der Frage ein» wie lange noch di« abendländischen Rationen ihre falsche„Neutralität" gegenüber Spanien wer■ den aufrecht erhalten können. Das Argument der Nichtinierventionisten, di» spanische Regierung möge oder könne ihren Widerstand gegen die Rebellen aufgeben, sei falsch, denn Spanien werde sich auf keinen Fall den marokkanischen Barbaren unterwerfen, di« für acht Pesetas im Tag und gegen das Versprechen, plündern zu dürfen, kämpfen. Es sei aber auch ganz irrig zu glauben, man könne durch die Nichtintervention sich selber aus dem Konflikt und seinen Verwicklungen anSschalten. .Man möge sich nicht einbilden, dasi man selber in diesem Europa in Sicherheit leben könne, wenn an seinen vier Enden Feuer gelegt ist. Weil man Franco gestattet hat, genügens Kräfte zu sammeln, um Madrid zu bedrohen, und weil man den faschistischen Mächten den Eindruck vermittelte, sie könnten sich ungestraft alles erlauben, haben Italien und Deutschland die Burgos-Rcgierung anerkannt, Oesterreich und Ungarn folgen. Werden die änderen Mächte diese Rcaicrnng auch anerkennen? Wird man entgegennehmen, daß jemand legitime Autorität dadurch erwirbt, daß er einen Teil eineS Landes mit ftrmden Truppen er- I obert? Die Regierung Franco anerkennen, bedeutete, di- Situation hinzunehmen, die durch ihn auf den Balearen, in Marokko, auf den Kana- risch enInseln geschaffen wurde. DaS aber bedeutete für Frankreich eine Gefährdung seiner Beziehungen mit Nordafrika, für Großbritannien Niveau der Gesamtspareinlagen eher größere Einlagen bei den Geldanstalten behoben werden, während die Anzahl der kleinen Sparer mit der fortschreitenden Zunahme des Nationaleinkommens wächst. DaS leichte AnschwellendeSPreiS- Niveaus dauert— parallel mit der Preisentwicklung im AuSlande— sowohl laut dem Index der empfindlichen Preise als auch dem Großhandelsindex bis zum 1. November l. I. Der Index des Lebensstandards und der Kleinhandelsindex der Nahrungsmittel befestigte sich etwas zur Oktobermitte. In d-" Industrie beschäftigung hat die Aktivität gegenüber dem Vormonat stellenweise eine wettere Besserung erfahren. Der inländische Warenabsatz belebt sich, waS den Export anbelangt, so wächst namontlich in den letzten Wochen daS Interesse an neuen Bestellungen auS der Tschechoslowakei. DaS Ar- beitSlosijnniveau ist beträchtlich niedriger alS zur selben Zeit deS Vorjahres, besonders in» folg« der heurigen langen und regen Bansaifon. Im Oktober-Außenhandel kommt neben der bisherigen ständig zunehmenden Ausfuhr nach den freien Märkten auch eine merkliche Ein- f u h r st e i g e r u n g auf Grund der Bestellungen aus der V o r devalvationszeit zum Ausdruck. Die Monatsbilanz wies daher im Oktober ein kleinere» Passivum auf. Ein Genosse erhielt von einem Vertrauensmann drei Pakete Flugschriften, mit dem Auftrag, si. drei Leuten zu übergeben, die ihn Montag um acht Uhr morgens im Hausflur L-Straße Nummer soundsoviel erwarten und sich durch«in Losungswort zu erkennen geben würden. Tag, Stunde und Treffpunkt waren auf einem Zettel vermerkt, den der Genosse zu sich nahm. Das war an einem Freitag-Nachmittag. Samstag früh erreichte nun den Vertrauensmann die Nachricht, daß man den Genossen, d.em er. die drei Pakete 'und den AdresPettel übergeben hatte, noch am .Vortag— in dem Augenblick, als er mit den Paketen die Wohnung betrat— verhaftet hatte. Der Vertrauensmann war verzweifelte Sicher hatte man bet dem Genossen- auch jenen Zettel gefunden und würd^ nun versuchen, Montag füth die drei Leute im Hausfl.ur L-Straße Nummer soundsoviel abzufangen. Die Leute mutzten auf jeden Fall gewarnt werden— aber wie?. Er kannte weder ihre Namen,moch Ihre Adressen, und es gab auch keine Möglichkeit, rechtzeitig jene(ihm gleichfalls unbekannten) Genossen auf.Umwegen benachrichtigen. zu lassen, besten die. Namen der 'hrei Gefährdeten bekannt^ waren. Also: WaS machen? Der illegale Kampf ist«in ungemein aufreibender Kampf.'doch er stählt den Willen und— schärft den Geist.— Der um daS Schicksal in eine Bedrohung seines Imperiums in Port Mahon und in Ceuta. Die Rebellen kündigen die Blockade vor Barcelona an und damit ivllrdcn gefährliche internationale Fragen aufgeworfen. Die Schiffe der BurgoS-Rcgieruug sind nichts anderes als P i r a t e n f ch i f f c. Wird man ihnen gestatten, fremde Fahrzeuge zu überfallen? Tatsächlich würden sich im westlichen Teil des MittelmeereS italienisch-deutsche Kräfte mit einer fest organisierten Basis auf den Balearen bilden. W erd e n Grotzbrit.ann i en un d Frankreich dies dulden können? Weiter wird erklärt, daß man den russischenSchif- fen den Zutritt zu Spanien versperren wird. Man rechnet damit, daß das noch isolierte Sowjetrußland«S nicht wägen würde, solcher Gewalt mit. Gewalt zu begegnen. Kein Zweifel, daß man mit der Feigheit in der Welt rechnet. Aber wer sähe nicht, daß man so, weit davon entfernt, de» Krieg zu vermeiden, ihn erst recht herbeiführt? Rußland würde sich auf seine Weise rächen: die Krieg-Handlungen würden sich vervielfachen und würden ständige Zwischenfälle nach sich führen, bis man, um nicht in gänzlichen BarbarismnS zu verfallen, eingrcisen müßte, um die Sicherheit Meere wieder herzustellen. Und daS liesse sich dann nicht mehr allein friedlichen Mitteln bewerkstelligen. ?ll» ich— so schließt de Brouckäre— Madrid zurückkehrte, noch unter dem ganz frischen Eindruck dessen, waS ich dort sah, schrieb ich: Der spanischen Regierung ihr Natürliches Recht nch-. men, Waffen kaufen zu dürfen, hieße geradezu, der. Verallgemeinerung des Kriegs in Europa ent- gegenzugehen. Jeder Tag, der vorübergcht,. beweist deutlicher, wie sehr leider diese Voraussage gerechtfertigt war. Vielleicht ist es heute noch nicht allzu spät, um den Frieden zu retten. Aber man möge doch begreifen, daß eS höchste Zeit.ist. Die Lage In Oviedo Valencia. Das Spanische Pressebüro FABRA berichtet: In Gijon sind drei Zivilpersonen eingetroffen, welche aus Oviedo geflüchtet waren. Sie erklärten, daß in Oviedo der Terror herrsche, und daß durch ihn vor allem das Proletariat be- troffen werde. ZchoyMsieinfache Avgihörru zur' Linken, bedeute.10'viel wie. ein TodeSüikeil Mer sich selbst. Die^ Bevölkerung, ist ausgehungert uüd der Hunger fordert zahlreiche Opfer, besonders aber unter den Kindern. In Oviedo ist eine Ty- .phusepidemie ausgebrochen. Die Aufständischen Mn rettender streich ,. In einem benachbarten Staat. Die Sozialdemokratische-Partei ist dort-verboten, aber4i«hat natürlich nicht äufgehört zu bestehen.-. Im Gegen» tefl:.sie kämpft«,überlegter, zähes und zielbewuß-'- t«r denn je, und dieser illegale Kampf, dieser Kampf runter der Erde"-erfordert mehr Idealismus, mehr, Kraft,, mehr-Selbstlosigkeit und mehr TodeSmüt, al» der öffefle Kampf von ehedem. Es gilt dabei, tausenderlei Gefahren geschickt aus dem Wege zu geheflfl ufld vor aslem: geeignete-Maßnahmen zu treffen gegen das Nadctertum.' Wieviel brayp Genossen sind auch schon die Opfer von ISpiheln geworden, die es verstanden chattens ihr Vertrauen zu erschleichen und sich in ihre Reihen einzuschmuggeln, um sie sodann,gegen Judaslohn dest-'Häscherü und'Bluthundefl',auszuliefern I., , llm nun den GcfähW'dcS.Beüatts und der Denunziation flach- Möglichkeit vorzubougen, .wurde(insbesondere bei. der'Organisierung der Verbreitung- illegaler Zeitungen und Flugschrif- ten) ein System csngefUhrt, das darauf- beruht, daß die h«n.Perkshr.,tzon>astflten Zeiträume war^esser al» in derf selben Peii de» VoWhreri Namentlich der Absatz an Zements ergibt eine Steigerung,um ungefähr 24%', so daß man mit einer-mäßig gebefferten-Dividenoe. rcchflen''kann, die zum Unterschiede von den letztest- zwei'. Jahxcn, au».--den-'-Erträgnissen, de» laufendem Geschäftsjahre» äuSgezahlt, werden, wird.' Der-Verwaltungstat hat ferner mit-Befriedi gung zur Kenntnis gdstonttfltin, daß es gelllngen'ist, zwischen- her KönigShofer CeMent-Fabtik, Actiest- gestllschäffl' und her Prager Eisen-Jjfdustriefßiesell- schaft esn Ueb'creinkommen'zu- vereinogreK.-mit-wel- hältni- der Heiden Gesellschaften sMöhl WaS dii Abgrenzung de» EtzeugungSprogrämm», al» auch dih gegenseitige.Sicherstellung- der. Interessen al» Liefe» I flstd da- ereigneie sich-nun vor einiger Zeit fol- rant und Kunden betrifft, geregelt'wird.- Nachdem I gende Geschichte:!-*.< Beseitigung der Handelshindernisse ausgeblichen Feststellungen des Bankrates— Günstige Bausaison— Inlandsbelebung Versichertenbewegung Im tschechischen Gebiet Der Oltoberbericht des Zentralverbandes der Krankenkassen in Prag weist ein« weiter« Besserung der Beschäftigung im Industriegebiet au», stellt aber gleichzeitig fest: daß Heuer kein weiteres Ansteigen zu erwarten ist- da neue Impulse für ein« Vermehrung. der Arbeitsgelegenheiten nicht vorhanden sind. Die Zunahme der Versichertenzahl ist vor allem auf die Zuckerkampagne zurückzuführen. Verhältnismäßig günstig ist die Beschäftigung in der Textil-, Wirktvaren- und Bekleidungsindustrie, ebenso.!» der Metallindustrie und vereitelt im Baugewerbe.Dagegen sinkt, wie schon im"September zu sehe» war, die Beschäftigung in der Landwirtschaft. Di« öffentlichen Arbeiten(Straßen ufto.) gehen zurück. Bon den 84 dem Verband angehörenden An», stalten melden 50 einen Versichertenzuwachs von 21,50.0, 84 eine Abnahme von 4485, so daß der rein« Zuwachs 17.123 gegenüber dem September 1935 beträgt. 'Insgesamt waren im Oktober bei den 84 ?lnstalten 852.897'Personen versichert, gegenüber 845.7.74 im September 1985 und.792.120 rm Oktober 1985. Der Zuwach» gegenüber.dem Vorjahr beträgt demnach 7Y.777 oder fast 9 Prozent. . 124.509 54.88Q ,178,889— mehr um „Wohin hat uns die Nicht-Intervention geführt?“ Eine Meinungsäußerung* Louis de Brouckires, des Vorsitzenden der Sozialistischen Arbeiter-Internationale Infolge der langfristigen Regelung dieser Fragen du Grukid weggefallen ist, au» welchem die KönigShofer Cement-Fabrik, Actiengesellfchaft, vor Jahren einen 25tziigen Anteil an dem Aktienkapital der Pragei* Eisen-Jndustrie-Gesellschaft erworben hat, hat dec Verwaltungirat einstimmig das mit der Zivnostenskä banka in Prag getroffene Ucbcreinkommen genehmigt, wonach diese» Institut die gesamte Beteiligung der KönigShofer Cement-Fabrik, Aktiengesellschaft, an der Prager Eisen-Jndustrie-Gesellschaft übernimmt.. Infolge dieser Transaktion werden für die Kö- nig»hofer Cement-Fabrlk, Actiengesellfchaft, beträchtliche Mittel zur Verwendung in ihrem eigenen Mr- kungSkrei» fteigemacht, die bisher in der Beteiligung' an einer Ihrem eigenen FabrikationSprogramm fremden Manche^ftstgelegt wareu^z ia tiaiö ' Sodann hab der Verwaltung»!«! gleichfalls einstimmig- den Anlauf sämtlicher Aktien der Firma „Union" Portland-ZementfabrikS A. G., Bratiflava, genehmigt, die eine modern eingerichtete Portland» zementsabril in Stupava bei Bratiflava besitzt. A 24 2053, 7314. haben die Zwangsarbeit bei den Befestigungen eingeführt. Dieser Pflicht kann sich jener entziehen, welcher pro Arbeitstag 15 Peseten entrichtet. Damit in den Reihen der Aufständischen die- Stimmung gehoben werde, wurden- Nachrichten in Umlauf gebracht, daß Madrid gefallen sei.- Der Bevölkerung bemächtigte sich jedoch Nicder- ^wschlflgenheit,-alS^ihni-'dii!'währ«-- SMd' der'* Dinge bekannk^wuvde.- Italienische Schwierigkeiten.(mH) Der„Man-' chcster Guardian" läßt sich über die Auswirkungen der von Mussolini unlängst vorgenommenen Zwangsanleihe berichten. Sein italienischer Sonderkorres- spondent schreibt: ,,Wa» die Landeigentümer Italiens (von denen es 8 Millionen gibt), am meisten in Unruhe versetzt, ist die Zwangsanleihe ans- alle ihre Immobilien in Höhe eine» Fünftel» de» Wert». Die meisten Landbesitzer haben kein Kapital. Womit sollen sie die Anleihe bezahlen?— Die Hausbesitzer sind in einer verzwickten Lage. Seit Jahren stick! die Mieten weit niedriger gewesen als die Jnstandhal- tungskosten; alle sind verschuldet; jetzt sollen sie ein Fünftel des theoretischen Werts ihrer Häuser aufbringen— und ein neues Gesetz verbietet die Erhöhung der Mieten vor dem Jahre 1989.-„Wie naiv", sagen die Leute,„war Lenin, daß er da» Privateigentum gewaltsam unterdrückte. Hier wird es In aller Ruhe von Leuten unterdrückt, die sich als seine Verteidiger au-geben".— Hunderte von Verhaftungen sind in den letzten Tagen in Mailand, Turin, Genua und Triest vorgenomnien worden. Erstaunlich ist vor allem die lnoch geheim gehaltene) Verhaftung des betagten Professor» Mario Car-. rara von der Turiner Universität, eine» Schwiegersohns des berühmten Kriminologen Lombroso. Carrara liebt den Faschismus zwar nicht, aber er hat.• nie am politischen Leben aktw teilgenommen." Um 170.000 mehr Beschäftigte Im Oktober 1986 waren bei den 295 Krankenversicherungsanstalten, welche der Aufsicht der Zentral-SozialversicherungSanstalt unterstehen, gegen Krankheit versichert:- a) nach dem Gesetz 221/24(Arbeiter) Männer...... 1,385.994 Frauen.,■,.. 848.190 2,234.184 Gegenüber September 1936 mehr um, 10.701, gegenüber Oktober 1935 mehr b) nach dem C' sicherung) Männer.,,,, Frauen..,. Gegenüber September 1936 gegenüber Oktober 1935 mehr um 1MfcsuMytedtafi und Somlpelitifc „Nationale“ zerstören ihre Hauptstadt Die„Kommunisten 1 retten die Kullursdiätze Der Korrespondent der europäischen Aus gabe der„New Nqrk Herald Tribüne", der den Prado im Osten von Madrid besucht hat, wo sich di« größte spanische Gemäldegalerie befipdet, meldet: Fast alle Fenster dieses spanischen Nationalmuseums wurden bhi den letzten Beschie ßungen zertrümmert. Arbeiter sind fieherhaft mit dem Fortschaffen der Bilder beschäftigt, die in großen Kisten fortgetragen und mit der Eisenbahn nach Balencia und nach Alicante abtransportiert werden. Die Büsten wurden von den Sockeln ge nommen. Auch aus dem Escorial-Palast wurden die wertvollen Gemälde von BelaSquez und Tin- toreto nach Madrid in Sicherheit gebracht und in den Keflern der spanischen Nationalbank deponiert. In Madrid wurden durch die Beschießung und durch Artilleriefeuer große Schäden verursacht. Der ehemals dem Herzog von Alba ge- Seite 6 „Sozialdemokrat* Mittwoch, 25. November 1938. Nr. 974.. gereizten Ausfall gegen Pastor ManderS; späterhin bleibt vornehmlich die Sprcchmeisterschaft Deutschen», und ein Ueberlagern dcS Paralytischen mit Hysterischem und Murasthenischen. Mehr ein Verbrennender als ein don Tod Gezeichneter, besten Kollaps denn auch für die Mutter allzu überraschend zu kommen scheint. Um die graste Durieux und den respektablen Deutsch mehr oder minder gutes Theater: einen etwas ungleichmäßig angelegten Manders(Sigurd Lohde), einen stellenweise ausgezeichnet chargieren« den Engstrand(Theo Götz) und eine durchschntttS- mastige Mgine. Ein wenig befreiudlich, dast fast allen der glüh der Rede Nicht immer gerade glatt don statten geht. Ausgezeichnete Aufnahme durch ein von der Macht der Dichtung und dem Können der Hauptdarsteller gepackter, vielleicht aber, ohne eigene Schuld, zu"wenig im Innern ergriffenes Publikum. Zum Schlust mag die Feststellung nicht unterdrückt werden, dast diese Aufführung nicht eine einzige der Erinnerungen an Kainz oder Baffermann, ja auch nicht an Moisti, Verblasten machen kann. I-. 8. Spielplan des Rouen Deutschen Theater». Mittwoch halb 8:AxelanderHimmel»tür, BI.— Donnerstag halb 8: H o f l o g c,C 1.— Freitag halb 8:Jakob»fahrt. D.— Samstag, halb 8: StimmeninundumunS. Abonnement aufgehoben,— Uraufführung.— Sonntag 2: Schneider imSchlotz, 7: Faust 1. und.2. T e l l,« 2.— Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr: Der Illusionist, Bankbeamte 2 und freier Berkaus.— Donnerstag 8: M e n s ch e n auf der Eisscholle, volkstümliche Borstellung.— Freitag 8: Der I llu s.i o n i st, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Berkaus.— SamStag 8: Uu entschuldigte Stunde, volkstümliche Borstellung.—Sonntag 8 Uhr: GefalleneEngel, halb 8 Uhr: Der Illusionist. Aus der Arbeitersportbewegung Westböhmens Vorwärts in allen Bezirken Mit dieser Parole wurde der viertägige Lehrgang des Verbandes am Sonntag in Falkenau beendet. 80 Bezirks« und KreiSturnwarte waren mit großem Eifer als Schüler tätig, um in nächster Feit dasselbe Material als Lehrer in 20 Gruppenkursen an 400 Vereinstechniker abzugeben. Ein grundlegender sportpolitischer Vortrag de» Bun- deSerzieherS Genoffen Storch leitete am 13. November die immerhin nicht leichte Arbeit ein. Bun- deSturnwart Genoffe Grasse verstand eS, auf gymnastischem, methodischem und stofflichem Gebiet viel Neue» zu bringen. ÄundeSmännerwrnwart Genoffe M y k u r a bearbeitete in acht Stunden das Ge- räieturnen In erschöpfender Form,'^kine Btspft« Luna der Bezirköturntvgrte setzte die WiederholunaS- kurse für die Bezirke fest, die im Jänner und März 1087 stattfinden werden. In diesen Kursen wird dar UebungSmaterigl schriftlich und teilweise in Buchform an die BereinStechniker übermittelt. Besonder» hervorzuhehen wäre die restlose Beteiligung. Noch am Schlusttag, Sonntag, den 22. November, waren alle Funktionäre bis zur letzten Stunde eifrig bei der Sache. Auch an echter Kameradschaft und an frohen Stunden fehlte e» nicht. Mit dieser gro. sten Schulungsaktion-legte der 6. Kreisverband da» Fundament für das»Kahr der Vereine" und für die ÄtuS-Jugendaktion. Run kommen die Geräte-Hallenwettkämpfe Der 6. AtuS-Bezirk beginnt mit feinem Au»> fcheidungSturnen für die Geräie-Meisterschaft streit» am Sonntag, den 29. November. In Zwo- dau werden je 20 Turner und Turnerinnen au» jenen Vereinen de» Bezirke», welche da» Gerätetjir- nen pflegen, nachmittag» ab 2 Uhr AuSscheidung»- kämpse auStragen.'Die besten acht Männer'und Frauen werden dann die Bezirksriege stellen, welche im Kreis gegen die anderen Bezirke den Kampf ijm die KreiSmeisterschnft bestreiten wird. KehrauS im Fußball mit Niederlage Sonntag gab es eine besondere Ueberraschung, denn der KreiSmeister ASK GraSlitz bezog auf eigenem Matz in feinem letzten Serienspiel von dem Drittletzten der Tabelle eine Niederlage von 1:2 (1:1) und gab damit zwei Punkte ab. Drado- w i tz kann diese sehr gut gebrauchen und steigt um zwei Stellen höher. An der Spitzenführung ändert da» Pech der GraSlitzer aber nicht», doch bleiben vier Vereine mit nur einem Punkt weniger knapp hinter ihnen.— Bon den am Sonntag auSgetra- genen Freundschaftsspielen wären besonder» die Niederlagen von zwei Erstklassigen zu erwähnen: Atu» Soda« schlug ASB Schankau mit,8:2 und Rote Elf'Chodau verlor gegen Sportbrüder Eibenberg. 8:4. Ein Gast auS dem 8. Kreis,.Freundschaft" Weipert, mutzte mit 0:6 die Ueberlegenheit ASB Altrohsau» anerkennen. ütts- der Saftet Unsere Blldungsarbelt Freitag, den 27. November, um 20 Uhr im Parteiheim „Die französische Volksfront u. der Sozialismus". Referent: Genosse T e s e f s y. Bratislava. Wir laden alle Parteimitglieder und Jugendgenoffen zur Teilnahme an diesem aktuellen Dortrag ein. Bildungsausschuß der Sozial-." demokratischen Arbeiterpartei.'‘ Heute um 20 Uhr Gruppenabende: Zentrum(Ligahelm):.Deutschland in der Satire." Holleschowitz (BolkrhauS VII):.„Justrationen zu den Kämpfen der Arbeiterbewegung." Weinberge(Parteiheim): .HeitereS Allerlei."— Freitag um 10 Uhr Prag-Il-Gruppe(Liga).:»Fragen der BolkSwirtschaft."— Sonntag, den 28. November. Sammelaktion der„Arbeiterfürforge". Sonntag um 18 Uhr im.Monopol" unser zweiter roter Klubabend.— SarnStag, Sonntag und Montag von 18 bi» 20 Uhr im. kleinen Urania-Saal, Kli- mentfkä, A u s st e l l u n g der Bildstatistik des Prager Kreises:»TSR richtißge'f. Allgemeiner Angeftellten-Berband Reichenterg, Ortsgruppe Prag. A m t s st u n d e ü Mittwoch, 6—8 Uhr abends, im Handwerkerheim, Smeiky 22. N i t t w o ch, 25. November, 8 Uhr abends. Versammlung der Jung-Angestellten im Heim. Vortrag de» Jugendleiters Müller und Borführung von Schmalfilmen aus der Angeftellten-Bewegung.— Sportfilm Königshöhe.— Nächste W o ch e Mittwoch: öffentlicher B oxtriagr E. Plohs-Teplitz Über„Die Mängel der Pensionsversicherung." 0 Jlmrst und Msseo An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die' Neujahrs-Enthebungen Die Verwaltung. ZeterUoli ausfüUen! Ich bestelle hiemit unter dem Namen: » Ort’, Beruf;. Unterschrift: war Karl Hromädka der leichten angeklagt. Gleichzeitig in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den-Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kö 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. eine Neujahrsenthebung zum Betrage von W10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Muskelkraft gegen Pressekritik Der Reltstock des Herrn Unterleutnants HodaC Prag.—rb— Die Teilnahme an der vorjährigen nazistischen„Wintersport-Olympiade" in Garmisch-Partenkirchen brachte der tschechoslowakischen Delegation keine Lorbeeren, dafür aber eine sehr schlechte Zensur in der gesamten Presse, die den nach„Aa-Pa" entsandten„Amateuren" vorwarf, sie hätten dieses„sportliche" Unternehmen hauptsächlich zum Anlab sehr unsportlicher Saufereien gemacht, üble Diätenschinderei und andere versieht, die man als neu empsindet. Die Frau Alving der Durieux ist eine verhärtete alt« Frau, eine Kammerherrin mit einem Schub revolutlonär-prole. torischen Blut», weitauSholend in der Mimik, in de» Gestik und im Tonfall, restlos hingebungsvoll mütterlich, wenn auch nicht ganz überzeugend durch über- wältigende Güte. Alle» in allem:«ine bärenhak! starke Frau, eine in jeder Einzelheit interessante schauspielerische Leistung. Bon ungewöhnlicher Vitalität auch Oswald in der Darstellung von E r ns! Deutsch; charakteristisch das, dast dieser Oswald seinen zwingendsten Augenblick im ersten Akt hat, beim; leidenschaftlich-unbeherrschten, krankhaft» . Ibsens„Gespenster“ mit Tllla Durieux und Ernst Deutsch Ein eindrucksvoller, starker Abend im Deutschen Theater. Vor allem kraft des genialsten aller, Tragödiendichter der Jahrhundertwende und durch die Vor dem Bezirksgericht der Uebertretung Körperverletzung_ hatte der Richter(GR. Dr. B lk) über die private EhrenbeleidigungSklag« des Mißhandelten zu verhandeln. WaS Herrn Hodai jun. betrifft, so wurde gegen diesen als derzeitiger Militärperson, di« Anzeige" beim Bri- gadegcricht Wegen Mittäterschaft an diesen Ueber- tretungen erstattet, da der Verdacht bestehe, daß er zum mindesten seinen Reitstock zu dem Attentat zur Beifügung gestellt, wenn nicht dieses angestiftet hah«. Herr Hromädka brachte«ine überaus bezeichnende Verteidigung. Er habe als aktiver SportSmann m i t Muskelkraft auf di« Angriffe der Feder geantwortet. Der Richter wie» solche primitive Faustrechtaraumeni« zurück und die Verhandlung endete damit, das der angeklagte, SportSmann zu zwei Tagen Arrest verurteilt wurde, allerdings bedingt. Fügen wir zur Abrundung des BildeS hinzu, dast dieser Fall sowohl für Herrn Hromädka. als auch für Herrn Ivan Hodak nicht die erste skandalöse Affäre ist, die ihre Namen in di« Oeffentlichkeit bringt. Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat“ Inspektor S'ma kontra KommlssSr Sima Prag(—rb—). Als eines Tages der Geheimpolizist Inspektor S i m a m>f Grund einer Anzeige bei einem hiesigen Altwarenhändler, der als Hehler polizeibekannt ist, erschien, um Nachschau zu halien, fand er dort zwei Herren vor, die im Begriff waren,«in umfangreiches Protokoll aufzunehmen. Inspektor Sima war mit Recht erstaunt, als ihn einer, der ältere, dieser Herren anschnauzte:„Ich bin KommissärSima, schauen Sie, dast Sie verschwinden." Inspektor Sima sah sich seinen rangshöheren„Namensvetter" an, nahm ihn sodann beim Kragen und führte ihn nebst seinem Gehilfen ab. Durch diesen Zufall kam die Polizei auf die Spur einer Beirügerbande, die mit einem originellen Einfall arbeitete. Einer der Koinplieen erschien bei verschiedenen Hehler» und bot ihnen gestohlene Ware an. Kurz darauf erschienen zwei andere Mitglieder der Bande, die sich als Polizeiorgane ausgaben. Der eine mimte einen unier Vorlage gefälschter AuSweiSpapiere„Kommissär", der andere den Protokollführer. Diese kuriosen„Sicherheitsorgane" wußten die aufgekaufte Diebsbeute auf» Haar genau zu beschreiben und setzten dem Hehler hhrt ju." Schließlich ließtU fit sich äbik tktvtichtü, tpenn der geängstigte Hehler'sich bereit zeigte,' eine entsprechend«„Geldsttäfe" zu et« legen. Der Trick schlug niemals fehl und wenn nicht der Zufall zu der Entdeckung de»„K o m m i s sä r s" Sima geführt hätte, wäre die Bande nicht so bald erwischt worden. Die Kavitäne der Platte. Alois TomäSek und Anton Lippert, vielfach vorbestrafte Gauner, wurden gestern vor dem Straf«, senat Tro st zu je zwei Jahren schweren Kerkers und nachfolgender Anhaltung in der ZwangSarbeitSanftalt verurteilt. Ihre Komplicen Hilken, Moli narb und Blach erhielten Kerkerstrafen zwischen z w e i u n d a ch t Monaten." Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 6.—", vierteljährlich Kt 48.-, halbjährig Xi 00.— ganzjährig Ak 102.—.— Inserate werden taut,- Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur- bei Einsendung der Retourmarken.—.Di« Leitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele-- graphendirektion mit Erlast Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.—Druckerei:„Ortiä/, Druck-, Verlags- und Zeitung»-A.-G. Prag. wandelt; wir brmichen keine Schleier mehr zu durchstoßen, um hinter die Lebenslüge in ihrer tausendfältigen Gestalt zu kommen; die Verlogenheit de» bürgerlichen Geld» und Kauf-Che ist für uns eine Binsenwahrheit geworden; das VererbungSmötiv Die Sozialversicherung Elne'Vortragsrelhe des Sozialen Instituts Das Soziale Institut veranstaltet im Ministerium für" soziale Fürsorge einen BortragS- zylluS unter dem Sammelnamen„Aktuelle Probleme der Sozialversicherung". Die Borträge werden jeweils am Donnerstag um halb 20 Uhr im Sitzungssaal des Ministeriums, Prag II., Palackiho näm. 4, stattfinden und frei zugänglich sein. Es werden sprechen: Prof. Dr. Schönbaum: Entwicklungstendenzen in der Sozialversicherung. Dr. Gallas und Dr. Lippert: Probleme der Pensions- und Krankenversicherung der Angestellten in höheren Diensten. Bl, V y d r a und Dr. K o t e k: Aktuelle Probleme der Krankenversicherung der Arbeiter I und der öffentlichen Angestellten. Dr. Z e n 11: Die Bedeutung der Sozialversicherung für die Volksgesundheit.— Doktor Klump ar: Die Finanzpolitik der Sozialversicherungsanstalten. Dr. Stern und Dr. Lenz: Aktuelle Fragen der Alters- und JnvaliditätSversicherung der Arbeiter. Dr. S o t t n« r: Arbeitgeber und Sozialversicherung.— I. Ale§: Versicherte und So« giasversicherung. Prof. Dr. Pele: Die Entwicklung der Sozialversicherung und die Aerzteschaft.— Dozent Dr. Gruschka: Die Entwicklung der Sozialversicherung und di« Heilanstalten. ' Dr. Trnka: Reform der Bergarbeitersozialversicherung. Dr. H o t o w e tz: Die Berwaltung der Sozialversicherung. MinisterJng. NeLas: Arbeitslosenfürsorge und Bersicherikstg gegen Arbeitslosigkeit. Der erste Bortrag in dieser Reihe(Prof. Dr. Schönbaum) findet Donnerstag, den 26. ds., statt. Die weiteren Borträge werden jeweils be- lanntgegeben. Di« halbe Belegschaft gaSvergiftet. Gestern nach 1 Uhr mittags wurden in zwei Wagen der RetiungSgefellfchaft sechs Arbeiterinnen der Kanzlei- bedarfSartilclfavrik Bifchihky& Katz in Wrschowitz, Nr. 728, auf die Klinik Hynek eingeliefert. Nachdem die sechs Frauen, die bewußtlos waren, durch Bestrahlungen aus ihrer Ohnmacht erweckt worden waren, konnte der Hergang des Unfall» festgestellt werden; aus drei Gasbrennern, die sich im Arbeitsraum befanden, war während der Arbeit Gas entwichen und"Haiti die sechs— fast die Hälfte der Belegschaft. di^ auS 18 Arbeiterinnen und drei Männern besieht— betäubt. Eine an Ort und Stelle entsandte Kommission konnte jedoch keinen Schaden an der Leitung feststellen, so daß eine Unvorsichtigkeit vorliegen mutz. Im Übrigen wurde durch den Unfall gerade noch im letzten Augenblick einer Explosion vorgebeugt, die leicht schwerere Folgen hätte baden können. häßliche. Dinge betrieben, über die sich freilich nur Wirkung jenes seiner Dramen, das auch wir Heuti- icmand wundern konnte, der die» Wesen de» bür- gen noch als sein bedeutendstes empfinden. In den gerlichen Sportbetricbcs noch immer nicht durchschaut i fast fünfzig Jahren, die seit der Niederschrift der hat. Ebensowenig kann als verwunderlich erscheinen, s„Gespenster" verfloffen sind, hat sich wohl vieler ge- datz diese Beschwerden bis zum heutigen Tage vonWM”"'“'*’'■ der zuständigen Sportbehörde nicht erledigt find. Der 86jährige Ka"rlHromädka, Mit glied des Prager LTE. war als Hockeyspieler nach,....... „Ga-Pa" entsandt worden. Bemerkenswert, daß die- i haben wir besser begreifen, die Paralyse heilen ge- ser Amateursportler trotz seiner reifen lernt. Aber Vieles von dem danken wir nicht zuletzt Alters sich als„S t u d e n t" hinstellt und nach auch Ibsen. Darüber hinaus scheint die Erfindungseigener Angabe„mittellos" ist. Trotzdem und Gestaltungskraft, da» dichterische Sehvermögen wurde er für würdig befunden, sich in der„vorneh-, und das Theater-erfÜllende Können des Norwegers Men" Gesellschaft der P r a g e r„G o l d e n e n als über das Jahrhundert hinaus geschaffen, packend, Jugend" zu bewegen. In der Nacht vom ö. Okto» erschütternd, ergreifend, aufwühlend. Und das neu der saß er im Nachtlokal„Casino de Paris" in bewiesen zu haben, ist eines der Verdienste der zwei gröberer Gesellschaft, der auch der derzeitige Re- namhaften Darsteller-Persönlichkeiten, die zur Zeit serve-UnterleutnantJvanHodaimit eigenem Ensemble.die„Gespenster" wieder auf» qngchörte, ein Sohn de» bekannten gewesenen Gene« lebeiz taffen. Bewundernswert vor allem Tilla ralsekretärs des JndustriellenverbandcS und der- Durieux, die,'nicht durchwegs prädestiniert zu» krachten Mitgründer des„Närodni Sjcdnoceni". Frau Alwing, in ihr ein außergewöhnlich einpräg- Herr Hodai jun. gehört natürlich einem Drago- sameS Frauenbild nachzeichnet und dabei mit Zügen nerregimentan und trägt, obgleich nur Re s erveoffizier, nach altberühmtem Muster stets einen Reit stock mit sich. Der Zufall wollt« cs, datz in daS gleiche Lokal der Sportredakteur des„C e s k ö S l o v o" Schwarz kgm, an helfen Berichten besonder» auch Herr Hro- ■ mädka keine Freude gehabt hatte. Die beiden kannten sich persönlich bi» dahin nicht, aber die Tischgesell- schäft sorgt« dafür, daß Hromädka von der Identität seines Kritiker» unterrichtet wurde. DaS Zusammen treffen des Kritikers und des Kritisierten endete da mit; daß Hromädka den Redakteur in der Garderobe überfiel und ihm mit dem R e i t st ö ck ch e n des Herrn Hodak i u n.«inen Hieb in» Gesicht versetzte. Wie' diese» Prügelipstrument in" seine Hände gelangt«, mag dahingestellt bleiben. Bemerkenswert ist der Ansspnich diese» trefflichen Sportler» nach geschehener Tat:„Da» kostet höchsten» zweihundert K C bedingt.."