Donnerstag, 26. November 1936 Str. 275 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellet (einschließlich 5 Heller Porto) WMOWMr 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS. MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii.. fochova a. Telefon nm HERAUSGEBER■ SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER RED AK'. EUR i KARL KERN, FRAG. Die Niederlage der Kommunisten Im Oslrau-Karwlncr Revier . Mähr. Ost» au. Sei beit Wahlen in dieBetriebsräte der Bergarbeiter im Ostrau-Karwi- n« Revier wurde das Skrutinium auf vielen.Grnbön erst Dienstag'nach Mitternacht beendet. Trotzdem die Zahl der Belegschaften, auf den Grüben zurückgegangen ist und sich damit die Gesamtzahl der Betriebsräte van SVK auf 271 ermäßigt hat, erhielten: Stimmen Mandate Bergarbeiterverband»'de re n.so z i a si.sti-.sch.en P-a r- .t,e'i^e n^.welche,Hit'M äy. bttMemykran/!fesst)(^ hastew haben/.-alS.'Mie- p-e.rl ä h'tich e r en. auf die Äuflaffustg zweier Suchte im Hültschiner L e m 0 k r a t e n.- Die Arbeiter gelangen ast»^ Gebtet und den dadurch bedingten Rückgang;wahI- mähltch zu,»einer nüchterneren Auffassung und tzerechiigter-deutscher Betgarbeiter zurückzuführen, .lernen,die qufhüuende> Tätigkeit der Koalitiöns- Das Hauptwirkungsgebiet- der Union sind die lozialisten vom Wortradikalismus der. Gottwald» Braunkohlenreviere von Aussig bis Komotau so» agitatoren unterscheiden.- Gerade im Ostrauer We/von Falkenau, wo die Wahlen heute und iftebiet haben die Arbefter die zerstörende Tätig- i morgen jtattsinden. Ysglnot-Unle -' auch nach Süden verlängert Paris. Nationalverteidigungsminister Daladier Ist Montag abends in Begleitung deS Generalstabschefs Generals GameU« In Mühlhausen eingetroffen und hat lvlenStag an der französisch-schweizerischen Grenze«Ine Inspizierung unternommen,«m die Entscheidungen über die BerstSrkung und de« Ausbau der Befestigungsarbeiten in diesem Abschnitt der französischen Grenze zu treffen. Stlckllng begnadigt Berlin. Das deutsche Nachrichtenbüro' meldet: Nach offizieller, sowjetruffischer Mitteilung hat. der Urästdestt des Zentralerekutiv- komiteeS dem Gnadengesuch deS Reichsdeutschen S t i ck l i ng stattgegeben und die Todesstrafe in eine zehnjährige Freiheitsstrafe«mgewandelt. Auch zwei weitere Angeklagte'im Rowosibirfter Prozeß wurden begnadigt; die sechs übrigen sollen bereits, erschossen wooden sein. '. Der Begnadigung gingen von reichsdeutscher Seite-offene-Drohungen mit- dem Abbruch der Beziehungen zü.Ruhland voraus, falls Stickling hingerichtct werden würde. Die Meldungen,> daß t^c deutsche^Botschafter in Lonbost, Ribbentrop, dem Premierminister Bel d w i n diese Maßnahme angedeutet habe und daß däkaufhist auch der britische Botschafter. in Moskau für- die Begnadigung interveniert habe, werden jedoch von. amtlicher britischer Seite dementiert. Wird Franco Barcelona bombardieren? Teneriffa. Der Radioklub meldet: Dir- Flotteder Aufständischen hat vor Barcelona einen norwegischen Dampfer angehalten und auch einen griechischen Dampfer,- der gleichfalls Kriegsmaterial transportierte, gezwungen, seine Richtung zu ändern und nach Ceuta zu fahren. . Der Flottenangriff auf B a r c e l» n a kann j e d.e n T a g erwartet werden. London. Staatssekretär, des Äußeren' Eden bestätigte im Unterhause, dah die. britische Regierung noch k e ine Antwort von der spanischen Aufständischen-Regierung auf die. englische Förderung nach einer Sicherheitszöne in Barce» lonq erhalten habe.■';. Auf die Frage; ob sich das Verbot der. Beförderung- von Kriegsmaterial;aüf britischen Schiffen nach Spanien auch auf Lebensmittel, Kohle u.' ä. beziehe, 5 antwortete Eden verneinend. London.(Reuter.) Am Montag wurden Meldungen über Verschiebungen in der englischen Mittelmeer-Flotte verbreitet,«üd. einige-Blätter haben in- diesem Zusammenhang sensationelle Kombinationen veröffentlicht. Das.Marinemini-, steristm teilt hiezu mit, daß über die Flottenver- schiebungcn im. Mtttelinear, welche zur Zeit durchgeführt werden, bereits vor, einigen Wochen Beschluß gefaßt worden' ist.'- Paris. Wie asts s qut unterrichteter Quelle gemeldet wird, hat>M französische- Torpedobootjager„B erd un" Parcelösta. verlassen,. um sich nach, Toulon zu begeben. Der Torpedobodtjäger ,M. Palme" habe Tösilon mit der. Bestimmung WM.de. Malorca verlassend:.'..7 veutsches iconsulot... „ito WaNinlager- .. In Cartagena hat die Polizei eiste weltveri' i MiM-:' nsssioNatsoWMche' Mplonasts.-.'(chstpi Propaganda-Organisation aufgtdeckt und im Gebäude des ehemaligen deutschen Konsulats^ist- wghres Waffenlager aufgMstoey. Dieses Gr- bäude sowie' auch das Gebäude. der'deutschen' Schule wurden nach Abbruch der diplomatischen Bözkehungess-mit; Deutschland- dem republikanischen öffentlichen Dienst übergeben. NurgegendieKominternl Der deutsch-japanische Vertrag unterzeichnet London befürchtet faschistischen Block Berlin. Bom japanischen Botschafter in Berlist Bicomte Muschakoji im Auftrage des Kaisers von Japan und dem Botschafter von Ribbentrop im Auftrage deS Reichskanzlers wurde Mittwoch mittags ein Abkommen»egen die Kommu- stistifche Internationale unterzeichnet. Nach einer schwungvollen Einleitung, in der der Kommunistischen Internationale Zersetzung und Vergewaltigung der bestehenden Staaten, Gefährdung des Inneren. Friedens sowie des Weltftiedens vorgeworfen wird, heißt es darin: 1. Die Virtragschließenden Staaten kommen überein,.sich gegenseitig über die Tätigkeit der Kommunistischen Internationale zu unterrichten, über die notwendigen Abwehrmatznahmen zu beraten und diese in enger Zusammenarbeit durchzuführen. 2. Die Vertragschließenden werden dritte Staaten, deren innerer Friede durch die Zerset- »ungSarbeit der Kommunistischen'Internationale bedroht wird, gemeinst»« einladen, Abwehrmaß- nahmen im Geiste dieses Abkommens zu ergreife» oder an diesem Abkommen teilzunehmen. 3. Dieses Abkommen tritt am Tage, der Unterzeichnung in Kraft und gilt für die Dauer von fünf Jahren. Die Vertragschließenden werde» sich rechtzeitig, vor Ablauf dieser Frist ßte» -ie weitere üststaltung ihrer, ständigen. In einem Zusahprotokoll heißt eS:'.. Es'wird eine st än d ige Kommission errichtet werden, in der die weiteren zur BekGnp- fung der' Zersetzungsarbeit der KommunistiHen Internationale notwendigen Mahnahmen erwogen und beraten werden. An Berliner diplomatischen Stelle» wird behauptet, di« deutsche Regieirung würde wünschen, daß sich England und Italien dem deutsch-japanischen Abkommen gegen den Kommunismus anschlietzen. Ungünstiger eindruck In London und Paris London. kReutcr.) An zuständigen britischen Stellen wird der Verdacht ausgesprochen, daß daS japanisch-deutsche Abkommen eine grössere Tragw eite hat^ als auS den offiziellen Beröffentlichimgen hervorgeht. An gut unterrichteten Stellen'werden zwar die Presiemeldungen, welche von einem militärischen Offensivbündnis sprechen, nicht bestätigt, doch ist man geneigt, die Nachrichten für wahr zu halten', welche von einem Abkommen betteffend einen AuStauschdeut» scher Waffen geg..sn japanische Roh stosse sprechen. Großtritanniva sei dem japanisch-deutschen Palt nicht günstig gesinnt, weil diese- Instrument eine Stärkung deS StzftemS der einander gegenüberstehenden lideologischen Block- bedeute, ein Stzstem, welches tem Geist btt britischen Politik zuwider sei. pÄv-,..■ ,* Pari-. Die Bestätigung der Nachricht über die Ratifizierung des deutsch-japanischen Abkommens hat in Paris einen ziemlich u n g ü n st i- g en Eindruck hervorgerufen. -' An politischen Stellen der Linken wird betont,«S.werde notwendig^ sein, dah sich die englische, die französische und die amerikanische Demokratie noch enger jusammenschliehen und gemeinsam den Frieden verteidigen. Krieg In Sicht? Seit dem Jahre 1938 ist die allgemeine Kriegsgefahr in der Welt gewachsen. Die drei faschistischen Grohmächte Deuts ch l a n d, Japan und I t a.l i e n, entschlossen die Erdkarte zu revidieren und die traditionellen Vormächte mindestens der alten Welt von ihren Postamenten zu stürzen, gehen mit einer unverkennbaren Planmähigkeit ans Werk. Man weih, wie Mussolini zuerst die Aufrüstung Hitlers gedeckt, dann die Angst Frankreichs zur Bildung der „Stresa-Front" und dem Geheimabkommen Uber Abessinien benützt und sich endlich, während der Westen durch Hitlers Vorstoß am Rhein wie gelähmt war, Abessinien ganz geholt hat. Man war Zeuge der Expansion Deutschlands, die wiederum von den Manöver« Mussolinis profitierte, sei es im Einvernehmen mit Italien, fei es, wie am 11. Juli dieses Jahres, unter^offenbarer Ausnützung einer augenblicklichen Schwäche Roms. Man konnte fcststellen, daß Japan die von Hitler und Mussolini nach Europa getragene Unruhe benützte, um sich auf dem asiatischen Festland dauernd einzurichten und einen tiefen Keil zwischen China und das sowjetrussische Gebiet zu treiben. Es ist kein Zweifel, daß dieser Prozeß der teils friedlichen, teils kriegerischen, auf jeden Fall aber von dauernden Kriegsdrohungen begleiteten Revision' solange weitergehen wird, bis die andere Front, die Gruppe der konservativen, den status quo und den Frieden verteidigende» Mächte einig und. stark genug sein wird,ihniHalt zu gebieten. Eine''schicksalsschwer^'Mage ist es nun, ob der diplomatische Feldzug, der Wirt- schafts- und Propagandakrieg sich in diesem Augenblick in einen allgemeinen Krieg mit dm Waffen verwandeln werden. In den letzten Wochen hat es wiederholt den Anschein gehabt, als wäre der Zeitpunkt nicht mehr fern, da sich am Widerstand.einer oder der andern alten Mächte gegen die dauernden Provokationen durch die revisionistische Politik bet Krieg entzünden würde. Hitler hätte sicher ein g e w i s s e S Inter e ff e daran, einen europäischen Krieg in ab sehbar e.r Zeit zu entfesseln, wenn er ihn mit Aussicht auf Erfolg führen will. Die deutsche Ausrüstung'wird im nächsten Jahre von der englischen,')vaS die Zahl der technischen Massen, vor allem aber lvas ihre Qualität-betrifft, wahrscheinlich überholt werden. Auch die neuen Anstrengungen Frankreichs(Bau der Daladier-Linie etc.)'verschlechterten die Chancen Deutschlands im Westen. Die antibolschewistische Berblödungspropaganda hat im Zuge der spanischen Ereignisse gewisse Erfolge zu verzeichnen gehabt, wenn auch nicht die von Berlin vielleicht erhoffte durchschlagende Wirkung erzielt.»Auch diese Welle wird wohl wieder verebben, die Welt wird durch den Goebbels- Nebel dringen und sehen, daß die„bolschewistische Gefahr" ein lächerliches Phantom ist. Auch das könnte Hitler bewegen, jetzt' löszuschlagen. Er kann endlich gerade jetzt mit einem größeren Grad von Wahrscheinlichkeit auf italienische Waffenhilfe rechnen, da es in Spanien doch' um wesentlich mittelländische, italienische Interessen geht ustd Mussolini-den Vertrag, mit England noch nicht in der Tasche hat. Ist nicht zu ferner'Frist wird die deutsch-italienische Freundschaft ja doch wieder brüchig werdens Endlich hat Deutschland gerade jetzt, wie es scheint, mit den Japanern ein festes Abkommen gegen Rüßland geschloffen. Nun haben dje. E rei g n tzs s e vor M a d r i d die Frage zweifellos weiter kompliziert und die K r i e g-S g e f a h r< erth ö h t. General Franco hatte' gehofft,-Madrid, durch einen Handstreich zu- nehmen, hie'Regierungstruppen auf Katalonien zurückwerfen-Ustd- sich während des Winters' in dem besetzten Großteil' .Spanien» halten zu können.' Der Angriff auf Madrid aber ist zu. einem- furchtbaren Aderlaß für. die Rebellen, zu einer, verlustreichen Post» tjonSschkacht geworden. Sie kann mit der Einnähme der Stadt enden,.aber auch dann wübde Franco auf Monate hinaus geschwächt und vielt leicht-überhaupt-zu. weiteren Angriffen unfähig sein, Sie/ kann-'aber auch täglich zur Krise der Belagerungtzarmee- führen. In dieser Lage hat Franco sich die- Anerkennung durch Deutschland, und Italien als- Schützenhilfe erbeten.. Er ist auch waffentechnisch durch beide Mächte aufs Stile 2 Donnerstag, 20. November 1036 Nr. 275 G Antonescu In Krakau Warschau. Der rumänische Außenminister AntoneScu mit Gcmablin und Begleitung ist Mittwoch vormittags in Krakau eingetroffen und mnrdc vom Vizeminister für Aeußeres Graf Szenibek, Vertretern der Zivilen und militärischen Behörden usiv. begrüßt. Im, Gefolge d«S Austen« »linisterS AntoneScu befindet sich auch ein« Delegation der rumänischen Armee mit General Te- neScu an der Spitze. neue verstärkt worden. Bor allein aber versucht er, durch Bluffs und Drohungen wie durch das Gerede von einer Blockade Barcelonas, von Luft- iind See-Angriffen auf die neutrale Schiffahrt und ähnlichem, die Lage im Mittelmeer zu ver- Ivirren und wenn irgendmöglich einen Krieg herbeizuführcn, in dem der spanische Bürgerkrieg dann nur noch episodischen Charakter hätte. Mit anderen Worten: Um sich den vielleicht gefährlichen Folgen der Brandstiftung im eigenen Hause zu entziehen, möchte Franco heute gern die ganze Stadt in Brand stecken. Aber auch die beiden Diktatoren in Berlin nnd Rom, vor allem jener in Berlin, der seinen Untertanen vorläufig noch nicht mit einem„Imperium" aufwartcn kann, fürchten die Niederlage Francos. Sie wollten in Spanien der Demokratie einen tödlichen Prestigeverlust zufügcn und laufen Gefahr, ihn selbst zu erleiden. Darum hat Hiller durch den Mund seines Agenten. Ward Pricc von der„Daily Mail" ganz offen mit Intervention und Krieg gedroht. Dazu kommen einige andere, das Prestige Hitlers— bei Diktatoren ist das Prestige immer die empfindlichste Stellei— verletzende Fakten. Die lilüurteilung eines deutschen Staatsbürgers in Ruhland, die Verleihung des Nobelpreises an Ossietzky werden von Berlin als Ohrfeigen empfunden und es antwortet mit wüsten Drohungen gegen die UdSSR und gegen Norwegen. Man darf dennoch annehmen, dah Hitler z war hafardtert, aberimGrunde den.Krieg fürchtet und durch seine Drohungen wieder einmal dieW« st Mächte bluffen will. Ess ist im Augenblick kein Grund zur.Panik gegeben. Die faschistischen Hasardeure rechnen damit, dah die Gegenspieler ihre Partie verloren geben und vor den Kriegsdrohungen zurückweichen. Geschieht da» nicht, so wird sich vielleicht die manchen überraschende Tatsache zeigen, dah gewisse Leute, die seit Jahren die Lippen spitzen, gar nicht pfeifen -können. Wenn die Westmächte jetzt festbleiben, tvenn insbesondere Großbritannien in Berlin und Rom wissen läßt, daß es mit ganzer Macht dem Provokateur oder Angreifer entgegentreten wird swi« es Eden,. Chamberlain, -Baldwin gelegentlich versprochen haben)/-wenn Rußland das eindeutige Bekenntnis Largo CaballeroSzurDemo« k r a t i e respektiert und den Westmächten die Zusammenarbeit mit der UDSR Im Zeichen deS Friedens und der Demokratie ermöglicht, so wird es der Dreibund Berlin— Rom— Tokio aus sehr nüchternen militärischen Erwägungen heraus beim Mnulaufreißen bewenden und nicht die feurigen Münder der Kanonen sprechen lassen. Die Friedensfront London— Paris— Prag— Moskau mit dec Reserve in Washington beherrscht noch immer die Lage, wenn sie einig! st, entschieden auftritt und tvenn ihre Steuermänner ruhigeNerven behalten. EAHich 1M Eirvsfein ilzg StresemAhnWt 'Quidde IW IkomM Mann 1^21 „In zehn Jahren der dritte Friedenspreis für Deutschland— Hitlers Friedensliebe ist bewiesen!" I Alipensionisten und auf die Vorverlegung des AuS« zahlungSterminS. Wenn auch die Gehälter seinerzeit in der Kris« herabgesetzt wurden, so sei doch der reale Anteil der Personalkosten der Staatsverwaltung an dem gesamten Nationaleinkommen In der Krise nicht nur nicht gesunken, sondern ver- hältnismäftig gestiegen. Die Staatsadministrativ« dürfe also nicht überflüssig kompliziert undüber- dimenfioniert werden, weil dar sonst unumgänglich eine Nivellierung der Gehälter nach sich ziehen würde. In der Frage der Spiriturwirtschaft zog sich der Minister, auf die Darlegung der Rechtsgrundlagen solche auf die Konstatierung zurück, daß die Wirtschaft der SpirituSgesellschast vom Staat kontrolliert werde, daß keine Fonds gebildet werden können und dah der ganz« Gewinn vertragsgemäß zwischen die Produzenten und die Raffinerien aufgeteilt werd«. Durch die Finanz-Landesdirektion sei der Gesellschaft tatsächlich die vorgeschriebene Erwerbsteuer im ordentlichen Verfahren ermäßigt(l) worden; die verlangte Befreiung von dieser Steuer wurde jedoch nicht bewilligt. Im F i n a n z g e s e tz wurde der Artikel XXI neu stilisiert, der di« Verwendung des GefällS- strafenfond» der Finanzwache regelt. Von bett'fünf'Koalitionsresolutionen, die genehmigt wurden, sei vor allem eine hervorgehoben, die von der Regierung verlangt, daß womöglich noch im Laufe deS Monates Dezember die Regierung den Provinzthcatern«ine finanziell« Unterstützung zur Weiterführung ihres Betriebes gewähren möge. Um das Zustandekommen dieser Resolution hat sich insbesondere Genosse Taub verdient gemacht. Weitere Resolutionen verlangen die Einreihung dir Rommerzingenieure in die Kategorie- Ib, eine Neuregelung der Eystemisierung nach den heutigen Bedürfnissen und— nach den Borschlägen deS Agrariers Dr: B r d l i k.— eine großzügige wissenschaftliche Aktion zur Fest« stellung der Bodenschätze der Republik. d t g« n Willen schreiten, in ter Hauptsache dort, wo die Produktion überwiegend aus den'Expert angewiesen war, also in der Glas-, Porzellan- und Ter- tillnduslrie. Der Minister hob dann hervor, daß damit vom Standpunkt der Innenpolitik den vorwiegend von Deutschen bewohnten Gebieten'«tne gewiße Hllste gebracht werden soll, tob btt* auch der Ministerpräsident kürzlich betonte. Bei der Beurteilung der Höhe der Staatsschuld dürfe man nicht,übersehen, daß Im Staats- rechuungsabschluß für 1088' einer Schuld von 88 Milliarden allein ein unbewegliches Ber» mögem von-80 Milliarden gegenübersteht. Sehr erforderlich wärt, ein« teilweise Konsolidierung der schwebenden Schuld. Nach dem Finanzgesetz hat di« Finanzverwaltung die Möglichkeit, im nächsten Jahr für die fäNigen Kassenscheine zum Umtausch auch langfristige Anleihen anzvbieten. Praktisch kann da» nur verwstlllcht werden, wenn der Geldmarkt hiesür günstig ist. * Bezüglich der Selb st verwalt-ung, über deren trostlosen finanziellen Stand in der Debatte viel gesprochen wurde, ist der Minister der Auffassung, paß sie doch nicht in dem Ausmaß von de; Krise betreffest wurde wie die Finanzen de» Staates. Die Zuteilungen' sind nicht in dem Maß gesunken wie die staatlichen Einnahmen, die Zinsfußregelung habe der. Selbswerwaltung eine Ersparnis von 800 Millionen jährlich gebracht. Sicher sei die Situation der Selbstverwaltung nicht rosig, aber die Situation der StaatSlvirtschast sei in WirNIchkeit schwieriger und letzten'Endes würden finanziell« Forderungen der Selbstverwaltung doch nur auf«Inen erhöhten Steuerdruck hinauslaufen. Die besonderen Forderungen de» Lande» Mähren-Schlesien sind derzeit Gegenstand von Verhandlungen unter Teilnahme der zuständigen Ministerien und de» Ministerratspräsidiums; derzeit könne man den Entscheidungen der Regierung, die nach Abschluß dieser Beratungen getroffen werden sollen, nicht vorgreifen. Sehr ausführlich setzte sich Dr. KalfuS schließlich gegen den Borwurf zur Wehr, daß er den Forderungen der.Staatsangestellten gegenüber feindselig eingestellt sei; insbesondere eine Rede, di« er. im Sommer im Senat hielt, sei da mißdeutet worden. Er verwies auf die Erklärung des Ministerpräsidenten, daß die Regierung 180 Millionen für die Besserstellung der Staatsangestellten anfordern werde, auf die erfolgte Gleichstellung der letzten Kleine Aenderungen am Budget Abschluß der Ausschußberatungen Die neuen Budgetziffern gut fundiert Aus ctem Expose, des Finanzministers käbigkeit berznstellen.(Hier konnte es sich der. Minister nicht v-rtagen. aus die Belaksiina unserer! Produktion durch soz i al voll tische Maßnah-1 men hinznwellen, also sich ein« Argumentation zu, «iaen zu machen, wie sie mit Vorliebe Unternehmersekretäre Vorbringenil Di« Fianzveewaltung werd« zur Resundiening Ider Handelssteuern rmr in absolut no-tnzen-' Prag. Der Budgetausschutz beendete am Mittwoch programmgemäß dir Budgetberatung . mit der Abstimmung.>. Zum erstenmal,< wurden cheueb auch in den Detailziffern des Budgets verschiedene Aenderungen, zumeist Reduzierungen von Ausgaben, vorgenommen, die sich I jedoch in verhältnismässig bescheidenen Grenzen I von 10.000 bis höchstens 150.000 KC bewegen. Sie betresfen teils Kanzleierfordernisse verschiedener Ressorts, teils verschiedene Subventionen. Dienstag abends erstattete Fhnnnzminist«r Dr. K a l f u» im Budgetausschuß ein längte«* Egpost, dessen wichtigste Stellen wir nachfolgend gekürzt wiedergebev: Einleitend suchte der Minister die Zweifel- an der Wahrhaftigkeit der Budgetzisfern mit dem Hin weis zu zerstreuen, daß er die Berantwortung für ein auf Sand ausgebaute» Budget nicht Übernehmen Ivürde. Die prälimtniarten Einnahmen für 1087 laben «Ine ganz reale Grmü>5>ae. Der Steuprertraa lat sich heuer gegenüber 1Y88 ziemlich gebessert; im nächsten Jahre werden sich auch erst verschiedene neu« Steuern(Kunftfett, Backpulver etc. sowie di« beson dere Erwerbsteuer) voll auswirken. Bon den 880 , Millionen, um die di« Steutrschätznugen kür 1087 höher flnd al* für 1088, entfallen 50 Millionen auf ' den Ertrag der nenen Dividendensteuer, nur die restlichen 800 Millionen gehen auf Konto der erwarteten wirtschaft lichen Besserung. Ganz sicher werden zumin dest die für 1088 prällrntnierlen Einnahmen im kom menden Jahr wirklich erreicht worden. In di« Ausgaben wurden alle erwarleten Ausgaben posten ausgenommen. Im ganzen administrative» | Budget sind nicht mehr al* 800 Millionen, die nicht I aus Rechtstitel beruhen oder die nicht unbedingt er. forderlich wären, di« also DulventionScharakter tragen. In längeren Ausführungen über die Deval- vation, die- sich im Kurs der fremden Zahlungsmit tel bisher nicht voll ausgewirkt hat. gibt der Minister zu. daß wir nach den praktischen Erfahrungen (wie kürzlich der Vorsitzende der Egerer Handelskam mer hervorhob) geivisse An-eichen der Besserung im Export konstatieren können, und zwar lists der Be le bu ng der Ervortindustrie im Bereich dieser Kammer, daß aber ein voller Erfolg erst von dct Beseitigung der Kontingente, Zölle. Bewilli» gungSverfahren etc. im internationalen Maßstab zu erwarten ist. Davon Ist leider noch sehr wenig zu spüren: di« Erleichterung de* gegenseitigen Waren- anstanfcheS Ist vorläufia nur ganz minimal. Auch bei uns sind wir noch nicht zu einer Lösung dieser dringenden Fragen gekommen, obwohl die Regierung aNes daran setzt, um sie zu bereinigen. Die praktische Lösung der Auflockerung der Kontin gente und de» Bewilligung»vcrfahren» stößt auf be trächtliche Schwierigkeiten; für bestimmte Kreise wirken sich diese Dinge ungünstig au», und die machen natürlich Schtvierigkeiten. Andere Schwie rigkeiten sind organisatorischer und suristischer Natur. Und schließlich liegt e» nicht nur an uns, sondern auch an den a n d e r n Staaten, eine Besserung her- beizufiihren. Unsere Tevisensitiurtion tat sich jedoch nach der Devalvation grundlegend gebessert und eine weitere Besserung ist noch zu erwarten. Ueber die Verluste, die einzelne Kreise durch, die Devalvation erlitten. sind Verhandlungen im Zug«, die befriedigend ver^. kaufen,-•••:;••- Wsitzi.'«tntzruisi«.^*»- Bei der Ezportsörderung-kmrn es sich mir darum bandeln, durch Neuregeluna der Refun- diernng der SandelSfteuerirunser» Erportindnstrie auf diu gleiche Konkurrenzbasi» zu stellen, wie d'n ansläiidische Konkurrenz. An Anker. siütznnam, resvektive Ervortprämi-ri denkt weder die Regierung noch das Finanzministerium. In manchen Industriezweigen genügen auch l Dagegen wurde im Kapitel Schulministerium diese Maßnahmen^n i ch t, um die volle Konkurrenz-! die Post- für Musik um 250.000 Xi erhöht, WWWWWWnWWWWWWM' woran unseren Informationen zufolge auch die deutsch« Musikakadcmie profitieren soll. Sonst wurde noch die AuSgahepost„Staatliche Fsirsorgc sür Literatur und Kunst' um 50.000 Xi erhöht. Im Budget der S t a a t s betriebe wurden bei der Tabakregie sowohl die Ausgaben wie di« Einnahmen um je 20 Millionen gekürzt. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 17 Das Blut war ein Gläubiger, der sich nicht auf kommende Zeiten vertrösten ließ; er stand da uno forderte, mit jedem Tag, der verzögert wurde, wuchs er, und wenn er lange warten mußte, fraß er einen auf: Sfiick für Stück, da» Herz und das Hirn und den Leib. Er zerrte an allen Nerven und rüttelte an allen Sehnen, er war vor allen Blicken, wohin man auch sah, er war in jedem Klang, der da» Ohr berührte, in jedem Ding, daS die Hände abtasteten. Das Kissen, auf dem sie schlief, war ini Bund mit dem Blut, cS schmeichelte um sie wie der Arm eines Manne»; die Decke, unter der sie lag, war im Bund mit dem Blut, es umfing sie wie eine weite, unendliche Wolke von Liebe; die Luft, die sie umgab, war im Bund mit dem Blut, sie küßte sie auf die Augen, auf den Mund, auf die Spitze der Brüste, wer sich ihr nicht entgegenreckte wie einem Geliebten, mußte ersticken. Sie Ivar ein unbarmherziger Gegner, und lieh nicht ab, ehe man ermattet war;- das Bett war zerwühlt von stunden- langem Ringen, da» Haar hing wirr in die Stirn, .unter den Lidern brannte Feuer. Da» Grau de» Morgens tastete ans Fenster, als Isabella einschlief. IX. Carola ging durch.die LilieNgaffe, sie trug einen Mantel, obgleich es.sehr heiß war, sie schleppt« einen kleisten Koffer, den sie. alle zehn Meter auf den Boden'stellte, um Atem zu schöpfen und den Schweiß von der Stirn zu wischen. Ihre Augen gingen über die Häuserfronten," sie erinnerte sich nicht mehr genau, wie das Casö hieß, aber es gab nur ein Cafö in der Liliengasse, und so war sie wohl an das richtige Ziel gelangt. Bimba sprang beiseite, al» sie das Cafö betrat; es trpr drei Uhr, um diese Zeit war das Cafö leer, nur Genua dichtete an seinem Tisch; es kam selten vor, daß Bimba in seinem Schlaf gestört wurde. Carola blickte sich nm, durch das Fenster siel grelles Licht, sie setzte sich in den dunkelsten, kühlsten Winkel. Pelikan stieß Hugo in die Seite," der hinter der Säule in einem Sessel hockte und eingenickt war. Hugo sprang auf, half Carola den Mantel ablegcn, verstaute den Koffer, brachte den Kaffee, den, Carola bestellte, häufte auf dem Tisch Modejournale, die zwei Monate alt waren, suchte alle Zeitungen zusammen, ein Wall von bedrucktem Papier umgab Carola. Sie suchte das Klavier, es stand aus der anderen Seite de» Raums, staubbedeckt; auf dem Deckel waren Noten ausgeschichtet, ein Bierglas, stand darauf, neben dem eine Pfeife lag. Ueber dem Klavier hing«in Reklameschild, eine italienische Weinfirma zeigt« ihre Kellereien, über einem Dutzend niedriger Häuser prangte das Bild einer schwarzhaarigen Frau, in goldenem Halbkreis wölbten sich über dem Kopf di« MedaPen, die die Firma bei berschiedencu Ausstellungen für die unnachahmlich« Qualität ihrer Erzeugnisse- bekommen haben wollte. Diese» Bild hing vor Billy, wenn er spielt«; ob die Züge der Frau sich vor seinen Augen verwandelt, ihre dunklen Augen.einen bläuen Glanz erhalten, ihr schwarzes Haar golden aufgeleuchtet hatte, damals, vor drei Wochen? Ob er sie noch erkennen würde? Sie sucht« da»-Cafö nach einem Anschlag ab, der verriet, wann die Musik begann; doch sie fand nur Papierstreifen, auf denen Biermarken angepriesen und Schnapssorten gerühmt wurden. Sie wartet« eine halbe Stunde, dann winkte sie dem Ober. Pelikan stampfte zu Ihrem Tisch. Sie fragte, wann der Klavierspieler käme,"sie hätte gehört, hier sei jeden Abend Musik, „Die Musik beginnt um acht Uhr", sagte Pelikan;„aber meistens kommt der Klavierspieler erst um halb neun. Manchmal ist er auch schon um sieben da. Je nach"dem Wetter. Wenn es regnet, kommen mehr Gäste, wenn es schön Ist, kommt niemand, da läßt-er sich Zeit." Carola lächelte über diese präzise Auskunft, sie dankte dem Ober mit einem freundlichen Nik- ken. Pelikan fchlich wieder in die Küche. Die Salbe, die Ludmilla ihm empfohlen hatte, versagte bei ihm. Er schilderte ihr umständlich, wie er sie anivandte; sie riet ihm, ein größere» Quantum zu nehmen und ein paar Tage lang Hausschuhe zu tragen; die Schuhe seien an allem Schuld. Die Stammgäste würden kaum Anstoß nehmen, upd Fremd« kämen ja in dieser Jahreszeit überhaupt nicht. „Glauben Sie?" fragt« Pelikan.„Wird es -helfen?" Er glaubte nicht mehr daran, daß ihm geholfen werden könnte. Er trabte zu dem kleinen Tisch in dem dunklen, kühlen, engen Raum, der zwischen dem Cafö und der Wohnung lag; von hier übersah man dit Küche, man konnte die Tür im Auge behcklten und den Gästen rechtzeitig«nt- gegengehen, hier lagen Tücher und Spielkarten, daS Schach und di« Billardkugeln. Er zog ein dickes Heft aus der Lade und. blätterte es auf. Auf den mit dünnen, blaügrünen Strichen linier-, tön Seiten klebten Briefmarken. Feiertag, bracht« Märken aus dem Büro, Gsrlestner bekam Briefe aus dem Ausland» auf den dicken Kuvert», die Genno bekam, klebten manchmal seltene Wertzeichen. Pelikan sammelt« Marken, au» Langweile! ,äu» keinem andren Grund! Er reiht« die.bunten Papierftücke fotzgfältig an der richtigen Stelle ein, Ludmilla mischte Kleister, in einem Weinglas, er klebte die Marken» auf? Ein Sammler hatte ihm' einmal erklärt, daß man die Marken-nicht fest, «inklehen, sondern nur anheften solkte.istit einem Streifen durchsichtigen.Vanknotenpapier»; aber Pelikäß» Finger-waren zu plump für da» dünne Papier, er zog Kleister vor. Da» Heft mit den Marken bereitete ihm übrigen» mehr Aerger als Freude. Hatte man. nach langen Jahren endlich einen Satz Marken komplett, wurden neue gedruckt, und man-müßte eine, andere Seite beginnen, auf der wieder monatelang nur zwei, drei Marken, in der ersten Reihe eine olivgrün« Siebener, in der dritten eine blaugräue Vierundzwanziger, vereinsamt und traurig hafteten. Nie kam man zu einem.Abschluß, alle» blieb unvollkommen, winzige» Bruchstück eine» geheimnisvollen Ganzen, dessen Sinn sich nicht enträtseln ließ. Carola blätterte in den Zeitungen, sah auf die Uhr, sah zur Tür. Es war halb sechs; GeNno schrieb, die bekritzelten Seiten häuften sich auf seinem Tisch:- Bimba war auf- den Tisch gesprungen, hatte sie beschnüffelt, wollt« sich daraussehen, Ivar von.Genno weggejagt worden. Nun hockte er auf dem Sessel neben Carola, blicktest« mit seinen bernsteingelben großen Augen an, al» wollte er sagen: Ich bin auch hier,«» würde dir gar nicht schaden, wenn du dich ein wenig.iqit mir beschäftigtest. Carola krauUe ihn.' zwischen den Ohren, er schloß di« Augen und. schnurrte. Hugo brachte ihm sein Schälchen mit Milch.. „Wie heißt die Katze?" sragte Carola. „Bimba". „Gehört sie Ihnen?"" „Reiß.-Sie gehört der Frau Finsterbusch, der Besitzerin de» Cafös". Dumm wären diese Fragen, aber Carola mußte" ihre Stimme htzren, muht«,»ine,.Mimin« hören, die zu ihre sprach, um eine Brücke über die drei Stunden zu finden, die noch vor ihr-Ia» gen, Die Bilder,- die Erzählungen, dk« Modeberichte in den Blättern hatten nicht mehr die Kräst, sie von ihren Gedanken abzulenken. Hugo stand da, dl«. Hände schlaff-herabhän- gend, sah zu, wie Bimba. die Milch aufschleckte, ."'"„Eine echte Angorakatze," sagte" er; '-„Eine schöne Katze," sagt« Carola." (Fortfehung folgt.)..‘ Nr. 175' Donnerstag, 26. November 1636 Sekte 3 I 220 Selten Text Preis 10 Ki ! ist satten ustkitMn Bestellungen sind an die Zentralstelle tllr Bildungswesen, Prag XII., Slezakd 13, oder an die Kolporteure zu richten Vor Madrid nichts Neues Madrid. Die Artillerie der, Aufständischen bonDa edierte Dienstag-zwischen 17 und 1V Uhr Madrid. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, unter ihnen auch die französische Kirche St. Ludwig. Die Beschießung forderte auch zahlreiche Opfer. Der Verteidigungsrat tgjlte am Mittwoch mit,- daß an einigen Stellen der Madrider Front die ReglcrungSabteilnngen den taktischen Bor« marsch aufgcgcben haben und mit dem A u S b a u ihrer gegenwärtigen Positiv« neu beschäftigt sind. Im Mschnitt bei Barrio Dnserra unter» nahjncn die Aufständischen einen heftigen Angriff. Sie wurden jedoch mit bedeutenden Verlusten zu- rückgeschlagen. Die marokkanische Reiterei wurde dezimiert. Srsnste gegen Sowletschlff Gibraltar.(Reuter.) Ein Schiff der Aufständischen gab gegen einen sowjetrussischen Dampfer unbekannte» Namen«, der Nijttwoch gegen Abend die Meerenge von Gibraltar von Westen nach Osten durchfuhr, einen Warna n g S s ch u 6 ab. DaS Artlllcriegeschoß fiel unweit deS Dampfers nieder. Acht bewaffnete Flscherschaluppen bewachen«»unterbrochen die Meerenge/ doch hatte» sie bisher noch kein Schiff belästigt. kln Engländer über die Greueltaten der Marokkaner D e n i S W e a w e r, der englische Journalist, der vor Madrid vor mehreren Wochen ge- fangcn worden war und dabei Gelegenheit hatte, den Terror der Rebellen mit eigenen Augen zu sehen, schreibt im„News llhroniclc": Die Wahrheit über daS Rcbellenspanien. kommt nicht, in die Zeitungen.. Der Grund ist klar,' Die'bei den Nc- bellen befindlichen Korrespondenten dürfen nicht die Wahrheit schreiten. WaS haben sie gesehen? Sahen sie bei TorrijbS die Leichen der„Roten", nach chinesischer Art Rücken an Rücken gebunden, schaukelnd an einem zwischen zwei Bäumen gespannten Seil? Härten sie die jungen Phalangi- sten erzählen, wie sie den sozialistischen Abgeordneten auS dem Fenster deS fünften Stockiverkes springen liehen? Hörten sie den kindlichsten von allen erzählen, wie er allein 73 Gesänge'n e e r s ch o H? Oder von jener Nacht, da an der Talavera-Front gefangeneMiliz- mädchen je zwanzig Marokka- n e rn übergeben wurden? Oder Toledo, wo 48 Stunden, nachdem die Rebellentruppen einzogen, „da» Krankenhaus noch immer brannte? Das Krankenhaus, in,dem sich 6V4) Verwundete der RegierungS- truppen befunden hatten? WaS sagte ich: befunden hatten? RriN, wo'sie noch waren, alS die Marokkaner Handgranaten hineinschleuderte», bIS die Flammen de» Todeökampf beendeten?— Die Liberalen erschießt Franc». Largo Caballero würde er mjj Freudengeheul Hinrich- ten. Azana würde er in siedendem Oel kochen. ES ist der Aufstand deS alten schwarzen, Spaniens gegen baS liberale Spanien. Die„Roten" Huren der Borlvand. Einmal wird die Wahrheit bekannt werden. Ater warum soll, sie nicht-schon jetzt berichtet werden, ehe«S zu spät ist?" Truppen«hauzuEhren Horthys Rom. Der, ungarische Reichsverweser, Admiral Ho r t hy, begab' sich am Mittwoch mit seinem/Gefolge zur Gruft der italienischen KönigSfamilie und legte dort einen Kranz, nieder. Später fuhr der Reichsverweser, vom Publikum begesstttt begrüßte zur g r o ßen Truppen« sich a u, die ihm zu Ehren veranstaltet wurde und An der 25,000 Soldaten aller Waffengattungen teilnahmen.. Warschauer Universität gesperrt Warschau. Mittwoch nachmittags forderte der Rektor der Warschauer UnisierMt die Studenten, die die Räume der Universität' besetzt hielten,, in mltimätiber Form auf,'- bis 16 Uhr das'' UniversitStSgebäUde freizugeben. Da( die nationälistischenStudenten trotzdem die Besetzung aufrecht erhielten, begann die Ppi t z e i' in den Abendstunden Mit dek Räumupg deS Universitätsgebäudes.- Aus Grund einer Anordnung deS llntcrrichtSminifterS wurde, die Universität zeitweise stesperrt; die Studenten,, welch« die Okkupation de» UvivstrsitätSflebSudeS.durWtfÜhrt haben/ werden nicht weiter al» Universitätshörer angesehen tverden und aller akademischen Rechte verlustig Kehen. fudetendeuistfier Zeitspie&et Mindestlöhne' für Heimarbeiter-der Qablonxer Industrie DaS Ministerium für soziale Fürsorge genehmigte den Tarif der Mindestlohnsätze für Heim- arbeiterund Werkstattgehilfen vonZ wischenmeistern undlinter- nehmern, welche in- der Erzeugung und Veredelung von Gablonzer Gürtlerwaren beschäftigt sind. Dadurch wird in rinem bedeutenden Zweig der weltbekannten Gablonzer Produktion die SicherheU kn den Arbeit»- und Lohnvarhälkniffen und in der Nnternehmertätigkelt eingeführt. ES wird der sozial schädlichen Konkurrenz auf dem Lohngebiet in einem Industriezweig Einhalt geboten, in welchem in der jetzigen Krise hie Lohnsätze sehr niedrig waren. Der Lohntarif wurde von der DistriktS- heimarbeitSkommisiion in Gablonz a. d. N. ausgearbeitet und von der ZentralheimarbeitSkom- miffion beraten und verlautbart. Bei den Be- zirkSbehördrn Gablonz a. d. N., S e m i l y, Tur»ov, Friedland und in R e i ch e n- berg, firner bei den Gewerbeinspektorwten in Reichenberg und Jungbnnzla» wird der GürtlerlohNtarif für Jnteresienten zum Einblick aufgelegt. Die Nichteinhaltung deS LohntarifeS wird nach den Bestimmung«» deS GbfetzeS über di« Regelung der Arbeit», und Lohnverhältnisse in der Heimarbeit, Zl. 89, auS dem Jahre 1920 bestraft. Vas private Schulwesen der Sudetenländer Obwohl die Zahl der Privatschulen in den Sudetenländern im Hinblick auf den Gesamistand des Schullvesens eigentlich verhältnismäßig gering Ist, scheint eine Betrachtung diese» besonderen Zweiges unseres Schulwesens doch nicht ganz uninteressant, weil bei Außerachtlassung der konfessionellen Schulen die Privatschulcn sich meist in jenen Orten'befinden, in denen die Erhaltung der Schglc auS öffentlichen Mitteln abgelchnt wird und auf dem Wege der Selbsthilfe erfolgen muß. Insbesondere sind in diesem Privatschulwesen auch die vom Deutschen Kulturverbande erhaltenen Schulen inbegriffen. Die Statistik zeigt mit aller, Dtutlichkeit, daß die AikMhk"dl!k'dellIscheit'PrüM- schulen nicht nur nach dem BeviilkerungSschlüsscl verhältnismäßig größer ist als die des tschechischen BcvölkerungSteilcs, sondern daß die deutschen Prjvatschulen sogar absolut die tschechischen bedeu- tenwNberwiegen, woraus geschloffen werden kann, daß die Sudctcndeuischen weit-mehr als die Tschechen auf den Weg der Selbsthilfe angewiesen sind. Nach den amtlichen Ausweisen aus dem vergangenen Schuljahre gab es in den Sudetenländern 28 tschechische Privatbürgerschulen mit 97 Klaffen und 8707 Schülern, denen 31 deutsche Privatbürgerschulen mit 115 Klaffen und 8925 Schülern gegenüberstanden. Tschechische Privätvolks- schülen bestanden öü mit, 149 Klaffen und 4110 Schülern, während deutscherseits 80 solcher Schulen mit 281 Klaffen und 5865 Schülern gezählt wurden. Vom frischgebackenen Doktor und dem altgebackenen Professor „Herr Doktor, nicht gewichen! Frisch! Heraus mit Eurem Flederwisch! Nur zugestoßenl Ich pariere!" «in Bruchstück eines Torpedos, da» in die Hand der»IcgierungSabteilunge» gefallen ist, ist ein Beweis dafür, daß Torpedo italienischen Ursprungs zur Verwendung gelangte». Die spanischen Regiernngöschiffe sind fort- dauernd auch Opfer von Ueberfällen durch Unter- secboote. Da sämtliche spanischen Unterseeboote der Negierung treugeblieben sind und das Dock von Cartagena, in welchem eüizig und allein Untcrseebote gebaut werde» können, sich in den Hände» der Regierung befindet, ist es klcki:, daß in den Reihen der Aufständischen auch Untcr- seebootefremderNatiwnälitäten kämpfen. Deutsche Drohungen an Norwegen „Alle Schlußfolgerungen“ wegen der Ossletzky*Ehrung Berlin. Amtlich wird gemeldet: Der ReichSminister deS Aenßcrn Freiherr von Neurath hat d.en deutschen Gesandten in Oslo telegraplsisch beauftragt, daS äußerste Befremden der ReichSregierung zu dem Beschlüsse des Stortlng-AusschusseS hinsichtlich der Zuteilung des Friedens-Nobel-Preises zum Ausdruck zu bringen. Wenn auch die norwegische Regivrung alS solche nicht unmittelbar Mt diesem Beschlüsse beteiligt ist, so bandelt cS sich dock> andererseits um etnr» Beschluß der norwegischen LmideSvertretung, die eine bewußteundbeleidigend« Herausforderung Deutschland» darstcllt. Der Gesandte hat den Auftrag, mitzutcilcn, daß flcki die deutsch« Regierung Vorbehalten muh» alle Schlußfolgerungen aus die sein Vorfall zu ziehe». . UnuS. armen Hakcnkrenzbubcrln bloß angestellt, daß sic der Schulmeister so auSzankt? Grad, als ob's Rotzbuben wären, und nicht unsere zukünftigen Richter, LandcS- schulrälc und überhaupt Leuchten der Wissenschaft? kennen und leinen Däinmerschoppen, und kein„Ergo bibamus" und keine„Frau Wirtin an der Lahn", und nur in der Stube hocken und büffeln? lind do sollen's gleich staatsfeindlich sein, wenn'» ein paar Juden durchhauen? Ich bi» gewiß ein guter Katholik, aber ist das recht, wann der Professor, mein Kollege Kelsen, vor dem vielleicht f ü» s- zig Hörer sitzen,' im Lahr MO.000 XL einnimmt— die„8« i t" hät'S genau ausgerechnet!— fast ebenso, viel wie der Doktor Henlein, hinter dem drei Millionen stehen? Oder soll Ich vor dem Kelsen Respekt haben, weil er getauft Ist?! Dann Pfeis ichaufdieganzeTau f'— Gott verzeih mir die Sünd'I Das ist meine Meinung als guter ,In dem unehrlichen Kamst; gegen, die„Vale nt.in e" s unsere» Staates steht Mephisto- H i lg« u r e t« e r seinem D o k t o-t treu zur WRM^WWWWWWM~ zunächst die Schüler Dr. Henleins unter'seine schilt- Prosit, Herr D o k t o r l zendcn Fledermausfliigel:„Aas haben denn diel hätt sie meine Meinung nicht abgcdruckt, und die ist doch auch eine gute Katholikin! Wann mir einer eine Backpfeife herunterhaut,-' dann halt' ich ihm auch die andere Backe hin, und das müßte unsere Negie- rung'a u chitnn, und nicht die jungen Lent' wegen ein' bißl Krawall herunterputzen I ., /j So sprech' ich al» guter Katholik'und tschecho» ,Nur zugestvbeyl Ich pariere!", Er nimmt, stowakischer Staatsbürger, ich, der Hilgenreinerl naimt werden! Wenn Deutschland nach Äu»bür- Katholik, und auch die der„Deutschen Presse", sonst gerUng sso-vieler seines: besten Bürger ungeschwächt fortbesteht, Wird die Tschechoslowakei die Ausbür gerung' des einen Hechlest: auch überleben!' r— ein weltbekannter Lehrer des Rechts, wie Kelsen, Anspruch. erheben darf, aber nicht ein simpler Turnlehrer, der wohl die Riesenwelle nach vorn und.hinten drehen kann, geistig aber noch nicht», geleistet hat, muß ich die, für mich sehr schmeichel-' Die armen Hascherln, die kann:„Pip" sagen können, hafte, aber fonst-ganz unverdiente Ehrung dan-! die sollen staatSfendlich sein? I woher! kend ablehnen. Meine Landsleute könnten mir, Die sind alle s o loyal— na, wie soll ichS eigentlich , sonst Vorhalten, ich hätte diese Würde nicht meine» sagen?' So loyal, wie, Wiede rDoktor Können» Wege» verliehen erhalten(denn sonst selber! Ein bißl antisemitisch sein»— hätte ich zum„Doktor der Gymnastik" ernannt! aber staatsfeindlich? Lch bin gewiß kein Antisemit, werden müssen!), sondern aus dem Grunde, der schon weil unser Herr JesuS auch bloß ein armer Politik Ihre», wie ich nicht erst zu versichern. Jud' gewesen.ist, aber ein bißl antisemitisch brauche, bochverehrten Führers Vorschub zu lei» bin ich auch! DaS ist doch jetzt modern, und die sten. Und diesem Vorwurf darf ich mich, als be- jungen Leut müssen doch m i t g e h e n,m i t der kannt loyalster tschechoslowakischer Staatsbürger,|Z e i tl Wie sollen denn die konkurrieren können mit nicht aussetzen I Als solcher muß ich mich, unter den jüdischen Kommilitonen, die keinen Frühschoppen '." Betonung, meines gute» Deutschtums, doch zu gut**■----«-»- halten, um die mir bona fide zugedachte-Rolle in Ihrem politischen Theater zu übernehmen. Ansonsten verbleibe ich in vorzüglichster Hochachtung Henlein". - Noch erfreulicher wäre eS, wenn der h. Rat sich entschließen könnte, Henlein eine kunstvoll auS- geführte, in RindSleder gebundene Urkunde über seine Ausbürgerung(als lästiger Inländer) zu Überreichen; er könnte sein, Breslauer Doktorat be« -halten und auch noch zum vierten AbgeordnetenGeS zukünftigen sudetendeutschen Mun ds ch uk u» mit den entsprechenden Diäten er- Seite 4 Donnerstag, LÜ. November 1036 Der bleierne Strahl Aus dein in Kürze erscheinenden Buch von , Seydewitz-Doberer„Todesstrahlen und andere . neue Kriegswaffen", 288 Seiten, Malik-Ber» lan, London. Statt. KJ 80.—, Seinen Kä 45,—. Die deutsche Wisschischast im Dritten Reich Hai einem Strahl die offizielle Bezeichnung Todesstrahl gegeden,— einem rasenden Strahl aus Bleiatomen, der sich mit der Ivahnsinnigen Geschwindigkeit von zweihundertvierzigMusend Kilometern in der Selmtde aus feinem Sendegerät stürzt, um.lebende Wesen zu.töten. Dieser Strahl existiert durch das Verdienst der Doktor Philipp Lenard, Geheimen Rates und Professors zu Heidelberg.„In besonderem Vertrauen auf die Führung des deutschen Volkes im Dritten Reich" arbeitet dieser Mann, und die Nationalsozialisten sehen in ihm den Führer der deutschen Physik. Erst in der letzten Zeit hat die Entwicklung dieser Strahlenart rasche Fortschritte gemacht. Jahrzehntelang führte sie ein bescheidenes Dasein. ES war Lenard schon vor langen Jahren gelungen, den in einer stromdurchflossenen, luftleer gepumpten Röhre entstehenden Strahlen einen Ausweg au die Luft zu geben. Diese an einer der beiden Elektroden der Rühre, einer.sogenannten Geißlerschen Röhre entstehenden Strahlen hatte schon im Jahre 1860 der Physiker Johann Wilhelm Hittorf entdeckt. Sie wurden, da sie an der uegativett Elektrode, der Kathode, auSstcahlen, Kathodenstrahlen genannt. Diese Kathodeitstrahlen hatten eine entscheidende negative Elgeitschaft. Sie waren unfähig, auch nur eine ganz dünne Glasplatte zu durchdringen. Erst Lenard öffnete ihnen durch eine besondere Methode den Weg aus den Glasröhren. Er schnitt über der Kathode eine Oeffnung in die Glasröhre und verschlag das Loch wieder mit 'einem dünsten Metallplättchen luftdicht. Die Röhre konnte so danach wieder weitgehend luftleer gepumpt werden. Rahm man nun die Rühre in Betrieb, so drangen durch das Meiallsenster, dem sogenannten Leuard-Fenster, die Kathoden« strahlen nach außen. Zu dieser Zeit aber waren die erzeugten Kathodenstrahlen schwach und kraftlos. Sie wurden mit Spannungen von einigen tausend Volt erzeugt und kamen mit Geschwindigkeiten von einigen tausend Kilometern in der Sekunde durch die Aluminiumfolie des LenardfeitsterS. . Wesentliche Fortschritte gelangen erst 1027 den Amerikanern Daviffon und Germer. Sie verbessertet, und vergröberten das Lenardsenster, indem sie ein dünnesDrahtnetz auflitteten und über dieses erst die Aluminiumfolie spannKn.■ Dann erhielten die Röhren ein größeres Vakuum, das heißt, man pumsite sie besser luftleer und konnte höhere Spannungen anlegen, Bei diesen Versuchen erkannte man, daß die von der Elektrode mit so großen Geschwindigkeiten verschleuderten aller- Ileinsten Metallteilchen bereits die Eigenschaften der unkörperlichen, elektromagnetischen Wellen aiinahmen. Man bezeichnete sie deshalb als 'Materiewellen, als eine Kreuzung zwischen geschleudertem Körper und körperlos strahlender Energie. Jp den letzten Jahren leistete der Physiker Coolidge umwälzende Arbeit. Er setzte in große Röhren Lenqpdfenster aus Nickel ein.— In Deutschland gelang dem Chemiker Dr. Thiele in Kiel Ende 1035 erstmalig die Erzeugung von gasdichten Lenardfenstern aus Graphik.— Coolidge erhöhte dazu die Spannungen auf dreihundertfünfzigtausend Bolt. Bei diesen ntodernsten Röhren rasen die Elektronen mit zweihundertvierzigtausend Kilometern in der Seklinde in die Lust. Ein violettes Leuchten breitet sich ans. Die Luft wird durch den Stoß der Materieteilchen elektrisch geladen. Fliegen, die vom Strahl nur den Bruchteil einer Sekunde getroffen werden,^ fallen tot zur Erde. Das sind nicht mehr die harmlosen Kathodenstrahlen von einst. Die deutsche Wissenschaft führte deshalb für diese fast mit Lichtgeschwindig- keit stoßenden Elektroneufchiväruie die Bezeichnung Todesstrahlen ein. Ihre Reichjveite ist immer noch sehr begrenzt. Trotzdem besteht die Möglichkeit, daß diese Strahlenart— in Kombination mit anderen— einmal noch gefährliche Arbeit leistet. Vom Rundfunk Smpfehlenowerte» au» den Programmen, Freitag Prag, Sender I: 7.00 Morgenmusik, Orchester FOK, 10.05 Deutsche Presse, 11.35 Aus der Oper Fürst Igor, 12.10 Konzert mährischer Sangervereini- gimg, 12.85 Mu.siks Salonquartett. 16.10 Populäres Konzert, 17.10 Violoncellokonzert, 18.12 Deutsche Sendung: Nachrichten für die Hörer, 18.20 Prof. Gicklhorn: Die häusliche Behandlung kommt wieder zu Wort, 18.85: Arbeiters unk: Zehn aktuelle Minuten, 18,45 Deutsche Presse, 18.55 Vom deutschen Kulturleben, 10.80 Aus dem Ngtionaltheater: Dvotäk: Die Dickschädel. komische Oper, 22.20 Kompositionen von Bartok.— Sender H: 7.30 Orchesterkonzert FOK, 14,15 Deutsche Sendung: Lob der Erde, Rundfunkspiel von Multerer, 14.50 Deutsche Presse, 18.20 Lieder von Reger/— Brünn 15.00 Rundfunkorchesterkonzert,. 17.40 Deutsche Sendung: Sportbericht.'. Dr. Klein: Vergiftungen und-ihre Heilung, 10.25 Salontrio.— Mähr..Ostrau 18.10 Deutsche Sendung: Pfeffer: Gedanken über die Humanität und ihre. Entwicklung. Der Kunstgriff des Professors Lenard, durch den diesen TodesstrahleyMrWeg insLuftbereich geöffnet'wurde,' zeigt Ws jedoch' zugleich' die Möglichkeit der Abwehr! DaS Lenardfenstec aus Metall machte. die Kathodenstrahlen aus dem Glasgefängnis frei, und GlaS kann, sie deshalb immer wieder äbfperren.....• Es läßt sich schlecht vorstellen, Ivie»nan an- greifende Infanterie in Glasgehäuse stecken könnte, um sie vor dem Bleistraht zu schützen. Aber hier hat die moderne. Technik in der Bearbeitung des Glases entscheidende Fortschritte gemacht. Infolgedessen läßt sich heute eine Unterkleidung aus GlaS Herstellen, die für das autarke Deutschland billiger käme als Baümwoll« Wer betreibt „nationale Würdelosigkeit?" Die DAZ schreibt;..• „Italien feiert die Schlackt bei Vittorio Veneto... Immer wieder wollte Italien mit diesem Tag seinem eigenen Volk und den Verbündeten-ins Gedächtnis rufen, daß ihm in erster Linie der Sieg zu verdanken sei, zuerst infolge seiner Neutralität, dann durch seinen Kriegseintritt, 1 und schließlich durch dix Schlacht beiBeneto, ohne die der K r i e g... v i e l l e i ch t ein weiteres Jahr gedauert hätte". Der Analphabet der DAZ weiß nicht, daß die Abkürzung„Veneto" statt„Vittorio Vcneto" so sinnreich ist, wie wöstn man Böhmisck-Trübaü oder Mährisch.Ostrau mit„Böhmisch". oder „Mährisch" abkürzen wollte. ES erscheint bei dem Bildungsgrade eines RS-Literaten, der als Sonderberichterstatter nach Rom geschickt' wirk» auch durchaus glaubhaft, daß er anscheinend nickt weiß oder wissen darf: bei" Vittorio Vcneto er- folgte der einzige- wirkliche„Dolchstoß" daß Krieges, indem 1. U n g a r n, derzeit. Hühner. Hoflieferant Hermännchens,, r.e g i m e n t e r- weise austzerFront dcsertierte, so daß die Front offen stand, wodurch 2. Italien imstande war, w ä h r e n d des Waffen- ,st i l l st a n d e s einen Wohlfeilen Uebersall zu machen, den Mussolini zu einer dreisten Go. schichtSlüge ausschlachtete. Was ein DAZ-Schreiber nicht weiß, müßte aber eine amtliche deutsche Delegation wissen, von der der Schreiber schreibt:„Unnötig zu sagen, daß die Rede Mussolinis, die ei vom, Balkon eines Palastes an die Riesenversammlung der Kriegskänipser richtete, b e. geistert aufgenommen wurde, und besonders die Anwesenheit der' deutschen Delegation unter d c? F ü h r u n g d es Herzogs v o n Loburg(verfvandt,oder vers^ivägertmit'dem, bekannten,, einst Polizeilich' gesuchten Berliner Heiratsvermittlungsbüro der,.„Fraü von Coburg"—?) besonders herzlich g e f e i e r t w u r d e".— Bor lauter Begeisterung vergißt map völlig auf den alten Haussegen:„Im Felde unbesiegt". ES handelt sich wohl nicht um die.,,N i b e- l u n g e n t r e u e" gegen den.„Schulter an Schulter" als Kanonenfutter vorgeschobenen und .ausrequirierten„B u n d e s g e n a s s e n" der Hemden» und die den Menschen vor dem Angriss der Lenardschen Todesstrahlen vollkommen schützen tpürdek ES gelang', GlaSinsü feine Fäden, auszublasen, daß sie-nur noch ein-Zwanzigstel der Starke'meüschlichen'Haares besitzen. Durch das Spinnen des Glasflusses. unter Hochdruck- entsteht eine völlig neue'Art vonGarn, dessen Gewicht nur- die Hälfte deS-KünstseidengewichteS beträgt.' Die erzeugten GlaSstoffe. sind dauerhaft und waschbar, Eine Bestätigung dieser Meldung der ,„International Textiles" Ist darin zu sehen, daß die tschechoslowakische Glasindustrie, in ähnlicher Weise farbenprächtige Kpäwattenstosfe für Südamerika, herstellt. Auf dem...GÄIet ldieser, deuischoffi-iellen Art von, Todesstrahlen wurde also offensichtlich das undurchschlägbare- Panzerhemd noch vor der Konstruktion der KäNone-erzeugt. „großen Zeit", den man da angenehm lächelnd verleugnet, nachdem ckan ihm 1934 Mordbanden auf den Hals schickte'und sich eben mit ihm vcr- söhnt, hat...ES. handelt.sich auch nicht.nur um eilte-Parallele der RS-„Treue" zu Südtirol. Man verwertet die Leichen, Wieste fallen.... Ein Flugzeug für 12.000 AL. In» der Masaryk-Flugliga in Prerau wird an dem Modell eines Sportflugzeujses gearbeitet, das nur 12.000 AL kosten soll. Es handelt sich um ein zweisitziges Segelflugzeug, das mit einem Hilfsmotor ausgerüstet wird. Bei' einem ZngSzusammenftotz, der sich aus der Strecke Chicago—Milwaukee ereignete, wurden 17 Personen getötet und 75 Personen verletzt.•'. Vermisste Flieger gefunden, Ein seit Mon-t tag vermißtes Flugzeug der Linie Bagdad—Kairo wurde bei Ras Nagb auf der Sinai-Halbinsel aufgefunden. Die Passagiere und. die Besatzung sind unverletzt. '- Die. Warschauer' Universität-ist weiterhin vvn einigen hundert nationalistischen'Studenten besetzt. Im Laufe der Nacht zum Mittwoch hatten .sich mehrere unbekannte Personen in die Gebäude eingeschlichen und es kam zu einer Rauferei, bei der'drei Personen verletzt wurden. Polizeiabtei- lungen halten Wache bei der Universität und den anderen Warschauer Hochschulgebäuden. Masstrug geht vor Handgranate. Zum Kapitel„Dank des Vaterlandes", gegen Kriegsteilnehmer liefert der„Westdeutsche Beobachter"- ein wertvolles Dokuckent.in seinem Bericht über die Gedenkrede des Gauleiters Grohe' in Köln:„Er wandte sich gegen jene E hrabschneider, die den jungen.Nationalsozialisten verwarfen,, sie hätten nicht mitzureden, weil- sie'nicht im Kriege gewesen seien. Ihnen hielt er entgegen, daß nicht daS Alter, nicht die Tatsache der-Teilnahme am.Kriege entscheidend seien, sondern die Einsatzbereitschaft für das Vaterland. An Tapferkeit standen die Na- tionalsozialisten, die in Saalschlachten gingen, denen nicht nach, die 1914, weil sie alt genug wärest, am Kriege teilnahtnen. DerEinsatz des Lebens wär im Felde nicht schwerer als in der NachkviegS- z-e i t,iist dem sich junge Nätionalsözialisten dasselbe A n r echt in' b l u,t k g e r,. S äal- s ch I a ch t erwarben. daS sich die Soldaten an der Frönt erkämpft hätten.'!,— Wegen Nebels -findet die' Schlacht vorläiifiMöch, tut-Saale statt: Ob ist zchei Fahren stöch die! Möglichkeit eines ähnlich, edlen Wettstreites besteht?. Nämlich zwischen tdenen.i'die/ sich' in der„Saalschlacht" geprügelt haben:'und denen, die,-ist der„Arbeitsschlacht" geprügelt würden?--/..'- s Bürgerkrieg und amerikanischer Mm. Die Ankündigung der /Warner-Brothers, daß. sie in Hollywood bereits mit derHerstellungdes ersten amerikänischew-Spielfilms, dessen Handlung im spantschen Bürgerlrieg spielt: begonnen- haben, Von ckvn^ufstZNlilsckvn rvnsckossenv Kt3u»»i» In Madrid ; Rr. 275 hat selbst im sensationShungpigen Am.erika^eiste peinliche Ueberraschuiig und sehr lebhafte'Kritik hervorgerusen. Denn. der Film wird, wie mau .erfährt, heißen:'„Liebe unter Maschinengewehren", ustd ist der üblichen Hollywood-RomanUk das„tragische" Schicksal von' Liebesleute» darstellen, die auf den beiden Seiten gegeneinander kämpfen. Besonderen Umvillen hat die Nachricht auSgelöst, die Warner Brothers rühmend hervorheben, daß nämlich echte Wochenschaubilder in die Hollywooder Ausnahme eingesügt werden sollen, Die New Korker Presse weist mit vollem Recht darauf hi», daß die wirkliche Tragödie Spaniens ,viel zu'ernst sei, um einer sentimentalen Film- hastdlung als Vorwurf zü dienen.," Eine Hochzeitstafel Plötzlich im Keller. In dem Städtchen Asenowgrad in Südbulgarien fand in dem Hause eines sehr reichen ManncS, welcher seine Tochter-verheiratete,, ein großes Festmahl statt, Als alle HochzeitSgäste beim Festmahl saßen, stürzte Plötzlich der Fußboden des Zimmers ein und die ganze Gesellschaft fiel samt den Möbeln einige Meter tief in den Keller?- Einige Personen wurden hiebei ernster verletzt, der größte Teil aber kam mit Hautabschürfungen davon., Eine neue Schul- und Lehrordmmg. Die Interministeriellen Beratungen beschäftigen sich mit dem Entwurf eines Erlöstes der Schulministerium», durch den eine neue Schul« und Lehrordnung für Volks-, Bürger- und Hilfrshillen herausgegebe» werden wird. Die neue Ordnung soll die österreichische Schulordnung aus dem Jahre 1005 und die entsprechenden ungarischen Instruktionen ersetzen. Der Entwurf ist gründlicher als die österreichische Schulordnung und normiert auch weitere Gebiete, worunter besonders die Bors.l rificn über Schulgesundheliswesen zu verstehen sind. Dec Entwurf ist von den KnifikationS- bestrebungen geleitet, wird aber nicht für Karpatho« rußland gelten. Er enthält 858 Paragraphen- in 6 Kapiteln. Kapitel 1 beschäftigt sich mit den öffentlichen Volksschulen, der Schulpflicht, der Lehrzeit: den Ferien, der körperlichen und sittlichen Schulerziehung, den Lehrerkonferenzen usw. Es bringt den Orts- schnlräten, die bisher zur Gründung und Führung der Malriken aller schulpflichtigen, in der Schulgemeinde wohnenden Kinder verpflichtet waren, diverse Erleichterungen. Kapitel 2 handelt von Bürgerschulen in. ähnlicher Weise, ganz neu ist Kapitel S über die Hilfsschulen oder Hilstklassen. Kapitel 4 enthält Bestimmungen über den Privatunterricht; er entspricht im ganzen großen dem Kapitel 8 der österreichischen Ordnung, natürlich, mit den entsprechenden Aenderimgen. Kapitel 5 Ist' der Klnderfütsorge gewidmet. Eine wichtige Abteilung stellen-die entsprechenden Bestimmungen der Bürgerrechtes dar, die auf auSlrücklichen Wunsch der Lehrerschaft hier eingefügt worden sind.',(DND.) AuSflugSzüge der tschechoslowakischen StantS- bahncn. Vom 28. bis 27. Dezember inS Gesenke mit Sonderzug 270'AL, eventuell bis 8. Jänner 1087 für 580 AL, oder in die Hohe Tatra und Strbskt Pleso vom 28. Dezember bi^ 8. Jänner 1087 für 600 AL. In der gleichen Zeit nach Telgärt für 680 AL. Vom 28. bis 27. Dezember ins Riesen- gebirge für 220 Ah, eventuell bis 8. Jänner 1087 für 460 AL. In den Preisen Ist die Fahrt, die Unterbringung und Verpflegung, Führung bei Ausflügen, Versicherung, Trinkgeld, Abgaben usw. enthalten. Anmeldungen mit Anzahlung im Basar,neben dem Wilsonbahnbös, Tel: 888---8S.' Nebel und Frost. Die Niederungen der. europäischen Binnenlandes haben.nunmehr' Ganztagsfrost ünd sind ,von einer dünnen Nebelschicht bedeckt, aus welcher die Berge herauSragen. In Höhenlagen über i 1000 Meter ist es heiter'und ungewöhnlich warm! und trocken.- Es scheint, daß die Frostschichte all«'• mählich in; die. Höhr, wächst, so daß auch auf den Bergen vielfach Nebel und Abkühlung zu erwarten ist. Wahrschei.nlicheS Wetter Donnerstag: In den Niederungen neblig und Frost. In den mittleren Lagen stellenweise Verstärkung der Froste». Auf-den Bergkämmen-anfangs noch: heiter und warm, später strichweise Nebel und Abkühlung. — W ette ra n d sich t e«i für.Freitag An« i dauern der ruhigen-sind nebligen Witterung,' kühl.; . Werbeplakat für die Volksmlliz» („Für unsere Freiheit! Laßt Euch in das Bataillon.Mariana Pineda 1 anwerben"! t vir. 275 Donnerstag, 26. November 1036 ♦ 'lii Kttrzes * Paris. Die Belegschaft der Hochöfengesellschaft Forge» et AeierieS de Pomeh bei Nancy ist in den Streik getreten. Die Hochöfen sind von den Streikenden besetzt worden. Es handelt sich um insgesamt 8000 Mann. Lin». Dar Organ der Linzer Diözese beröfsent» licht eine kirchliche Verfügung, durch die di« Veranstaltung von Gottesdiensten für di« deutschen nationalen Turnvereine ebenso wie^Kundgebungen von Funktionären dieser Organisationen aus kacholischen Friedhöfen untersagt werden. Wer von schönen weiften Zähnen spricht, denkt, an die bewahrte Zahn mIBfarbleien Za Investitionsplan der Staatsbahnen Im Verkehrstechnischen Ausschuß des Senats erstattete Dienstag Eisenbahnminister B e ch y n ö ein Exposö über die Investitionen der Staatsbahnen. Er konstatierte, daß die allgemeine Besserung der Wirtschaftsverhältnisse ui»d die Ankurbelung der Produktion nicht ohne Widerhall im Eisenbahnbetriebe geblieben sind. Das Jahr 1037 wird daher wiederum Investitionen aus den Bahnen in bedeutendem Umfang erfordern. Seit 1020 bis Ende 1088 wurden für den Bau neuer Bahnen nach den NechnungSabschlüsieN über 067 Millionen KL auSgegeben. Davon entfallen 86 Prozent auf die Slowakei. 2m Lahre 1036 wurden oder werden noch für neue Bahn- bautcn 136 Millionen XL aufgewendet, wovon auf die Slowakei rund 116 Millionen entfallen. Im Jahre 1037 sollen diesem Zweck 288 Millionen zugowendet-werden, fast um 100 Millionen mehr als 1086. ' Der Minister zählte dann Im einzelnen die wichtigsten Neubauten und Rekonstruktionen auf den vorhandenen Strecken aus« die 1087 durchge- führt werden sollest. ES handelt sich um den Bau zweier Geleise, Verstärkung der Strecken, Um- und Zubauten von Stationsgebäuden, Werkstätten, Brücken usw. Als Projekte von größerer Bedeutung-erwähnte er die Bauten auf den Bahnhöfen von Kolin, Böhm.-Trübau, Königgrätz, K a r l s b a d, Olmütz, Bratislava, Zilina und Strba. In der Lösung der Bahnhofsfrage in der Hauptstadt Prag ist man bedeutend vorwärts gekommen. Auf 88 wichtigen, besonders frequentierten Straßenübergängen werden nach einem Beschluß der Regierung lieber» oder Unterführungen gebaut, und eS ist zu hoffen, daß dadurch die Zahl der Unfälle auch auf diesen Kreuzungen wesentlich vermindert werden-wird. Es ist interessant,-daß diese Unfälle, meist Aütounfälle, zu 80 Prozent an geschützten Bahnübergängen erfolgen, weil die herabgelassenen Schrankxn aus Unachtsamkeit übersehen werden. Ein für mehrere Jahre berechnete? Lnvestl« tionSprogramm sieht den Ban von 620 Kilometer zweiter Geleise, die Rekonstruktion von 800 Kilometer Strecke und die Erweiterung von 20Q Stationen vor. Für die Verstärkung und Erneuerung . Die.Diskussionen, di« in letzter Zeit über die Notstandsgebiete in der Tschechoflowakei geführt werden, die von unserer Partei gesotder- * ten Maßnahmen und die von der Regierung zu dieser für die sudetendeutsche Arbeiterschaft lebenswichtigen Frage abgegebenen Erklärungen finden eine lehrreiche Parallele in den Diskussionen, die gegenwärtig im englischen Parlament über die Hilfsmaßnahmen für die»di- stressed areai", die Notstandsgebiete Großbri- - tannienS geführt werden, die trotz der in'Eng- - land-viel fortgeschritteneren Konjunitür noch furchtbar unter den Krisenfolgen leiden. Bei der letzten Unterhausdebatte über die«bi» stresse- arcas", für die man iw England-schon im vorigen Jahre ein eigenes Gesetz und ein» beson- dere RcgicrungSkominission geschaffen hatte, erklärten nicht nur die Abgeordneten der Lahovr Party, daß die Reglerüng für die industrielle Wiederbelebung und die soziale Hilfe in den Notstandsgebieten zu wenig getan habe. Auch eine Reihe, konservativer Abgeordneter(Sir Robert Harne, Boothby und Cartland) ergriffen, das Wort,-um dip Regierung zu energischeren Maßnahmen gegen daS Elend jener Industriegebiete aüfzüstrdern, die noch immer eine erschreckend hohe Arbeitslosenziffer äufweisen und deren Industrie, zum großen Teil schon seit-Jahren still liegt. ES handelt sich'vohallem um die Gebiete der Kohlen, bergbau? in Süd-Wales und Schottland, um die Textilindustrie tn Lancafhtre, um>die- Nordostküste EpMnds» und um Eumberland. Die Labour Party ,at eine- besondere Kommission eingesetzt, die-'das.Problem der Notstandsgebiete studieren soll, Md auch der König-holt, die Bedeutung der Frage-gewürdigt uyd in-diesen^Tagen eine Reise ist dar Kohleügrbiet von. Süd-WaleS unternommen, wo mehr als stst, Prozent aller, versicherten ohne Arbeit sind- Auch die»Hungermärsche". die tu den letzten Wochen von Arbeitslosen au? den »vergessenen Stützten" Nordenglands nach London unternommen würden und dort in einer großen des Oberbaues werden 286. Millionen für das kommende Jahr angefordert werden, um-die Ber- Ivirklichung des Fünf-Jahrprogrammes fortsetze» zu können, das im Jahre 1084 ausgearbeitet wurde und bis 1030 reicht. Es wird tm ganzen etwa eine Milliarde erfordern. Ende 1036 waren bei all diesen JnvestitionSarbeiten über 26.000 Arbeiter angestellt, gegen 1020 im Vorjahre. Der Materialverbrauch, bei den Investitionsarbeiten betrug 140 Millionen XL für gewalzte Schienen, 64 Millionen für Weichen, 16 Millionen für Schotter und Dutzende Millionen für anderes Material. Holzschwellen wurden für 08 Millionen Xi angeschafst. Ein vorübergehender Mangel an Holzschwellen führte zur Erprobung von Stahlschwellen, von denen heuer 800.000 Stück angeschafst wurden. Sie haben sich bewährt.. Ende 1980 hatten wir 123 Schicnenmotor- fahrzeuge im Betrieb, diese"ahl hat sich mehr als vervierfacht, im Jahre 1086 wurde schon fast' ein volles Fünftel des Personenverkehrs, was die Zahl der geleisteten Zugskilometer betrifft, von Motorzügen besorgt. Für die Beschaffung hochökonomischer und leistungsfähiger Lokomotiven wurde ein Rahmenprogramm bis zum Jahre 1944 ausgearbeitet, in Welcher Zeit über 160 moderne Lokomotiven für LgUzüge beschafft Iverden sollen. Auch der Wag« gonpark, der vielfach veraltet ist, wird verjüngt werden Müssen. Man rechnet damit, daß künftig jährlich"etwa 2000 Peissonen- und'- Lastwagen eingereiht iverden müssen. Die Aktion der allgemeinen Einführung der durchlaufenden Bremse des Sparsystems BojjiL ist abgeschlossen und hat ettva 222 Millionen XL erfordert. Für die Verbesserung und Erneuerung der Substanz des EisenbahNunternebmenS werden im Jahre 1987 1078 Millionen XL aufgewendet werden. Demonstration im Hhde-Park gipfelten, haben die Oefsentlichkeit auf den Ernst der Lage in den Notstandsgebieten hingewiesen. Die Maßnahmen, welche die englische Regierung schon Anfang des.vorigen Jahres eingeleitet hat, haben, wie' im Unterhaus auch der Schatzkanzler Ehamberlain zugab, keinen befriedigenden Erfolg gehabt, obwohl für diese Zweck« von der Regierung zwei Millionen Pfund aufgewändt wurden und außerdem noch mehr als sieben Millionen in di« Depressionsgebie.c geleitet wurden. Ehamberlain kündigte an, daß ein neues Gesetz in Vorbereitung sei, das fünf Möglichkeiten der Hilfe kür die Notstandsgebiete berücksichtigen wird. Erstens die Wiederbelebung der notleidenden Industrien, zweitens.di« Einführung neuer Industrien, drittens die ländliche Siedlung der dauernd Arbeitslosen, viertens die Ueberführung eines Teils der Bevölkerung in- andere Gebiete und fünftens die Verbesserung der Lebensbedi^gungen durch soziale Maßnahmen. -Mit dem Versuch der ländlichen Siedlung ist bereits begonnen worden, und her Schatzkanzler teilte im Parlament mit, daß bereits die Ansiedlung von 1040 Familien im Gange ist. In andere Gebiete überführt wurden in den ersten acht Monaten 21.000 Arbeiter, ebensoviel wie im vergangenen Jahre. Aber der Minister gab zu, daß diese Zahlen»sehr bescheiden" sind und wirksamere Maßnahmen in Aussicht stehen, wobei er-freilich darauf HIntvieS, daß di« für die- Siedlung und den»Transfer" der Arbeitslosen notwendige Umschulung sich oft recht schwierig gestalten.- Was das neue'Gesetz betrifft, so gab er bekannt, daß man Steuererleichterungen für-Fabriken plane, die in den Notstandsgebieten neu errichtet werden, 'lieber die verbesserten sozialen Maßnahmen gab er keine näheren Erklärungen ab,. Es ist aber-zu vermuten, daß die. Pegierung dem Druck der Opposition- nachgeben, will, die^seit langem schon die Abschaffung oder: wenigstens die Milderung der»Bedürftigkeitsprüfung"(means test)-fordert, die in-zahlreichen Fällen die Arbeitslosen der ihnen züstehenden Unterstützung beraubt. Das Berliner Spiel.(Ru.) In der französischen Presse neigt man mehr und mehr zur Ansicht, daß alle Schritte der dcutschen Diplomatie in den letzten Monaten nur den einen Zweck haben, eine für Deutschland günstige Situation für hen Fall des unvermeidlichen Konfliktes zu schaffen. Eine der Hauptaufgaben der deutschen Politik besteht, nach Ansicht der führenden Pariser Organe, darin, eine- große Verteidigungslinie gegen die Sowjetunion zu schaffen, die von Finnland nach Italien geht. Diese Linie soll bei den Alandsinseln, beginnen, deren Ausgabe es sein soll, die Ausfahrt der Sowjctflotte ans Kronstadt zu verhindern. Die Linie geht weiter südlich Uber Estland, mit dem Deutschland gegenwärtig sehr intensive Verhandlungen führt, dann über Polen, Oesterreich u»d Ungar». Jugoslawien bedeutet für Berlin auch heute noch ein unsicheres Glied in der Kette. Man plant daher in Berlin nötigenfalls die Verbindung mit Italien über Oesterreich und die Schweiz herzustellen. In Paris glaubt Wan, daß Berlin darauf hinarbeitet, etlva in acht bis zehn. Monaten einen allgemeinen europäischen Konflikt herbeizuführen. Man Nimmt in Berlin an, daß zu diesem Zeitpunkt Deutschland bereits so stark sein werde, daß es zusammen mit Italien und Japan Europa seine Bedingungen werde diktieren können(?) Di« Verfolgung der Arbeiterbewegung in Jugoslawien. Die Wen der Regierung Stoja- d i n o v i L stehen leider mit den Versprechungen und den großen Worten von Versöhnlichkeit, Freiheit-und Fortschritt sehr wenig in Einklang. Wir haben kürzlich über die surchbaren Folie« ruugen.ru-Zqgkeb.bcrichtet. Nun erfahren, wir, daß die kroatische Arbeiterzeitung„R a d n i L k e N o v i n e" verboten wurde. Die kröätische'^So- zialisten und Gewerkschaftler Sp o r l jariä, Majerhold und P o p o v i 6 sitzen seit längerer Zeit im Gefängnis. Eine Reihe zugleich mit ihnen eingekerkerter Intellektueller sind im Gefängnis halb totgeschlagen worden. ES liegt wahrhaftig nicht air der iirredentistischen Propaganda allein, wenn die Kroaten sich im Einheitsstaat nicht besonders wohlsühlen und dann und wann Sehnsucht nach, der früheren„Unfreiheit" zeigen I Südafrika rüstet auf. Auch Südafrika rüstet fieberhaft auf. Der Verteidigungsminister Pirow hat für diesen Zweck einen FünfjahreSplan aufgestellt. Die Luftwaffe soll bedeutend ausgebaut werden. In fünf Jahren wird Südafrika über 1000 Flugzeuge und 8000 Flieger verfügen. In Kapstadt wird ein starker Flottenstützpunkt geschaffen.. Das stehende Heer soll verdreifacht, die Miliz von 12.0üü'aus 40.000 Mann erhöht, die Bürgerwehr auf 9000 Mann verstärkt werden. In der Nähe von Kapstadt wird der Kriegshafen SimonStown gebaut. Die nördlich von Kapstadt liegende Robberinsel soll mit weittragenden schweren Geschützen versehen, die ebenfalls nördlich ge- Begegnung DaS ist ein Stück aus einem Feldpostbrief: ... Ein sonderbares Erlebnis muß ich Dir noch erzählen. Es war das Mitte oder Ende Mai. Unsere Division hatte den deutschen Bar, den sie einige Tage vorher unter schweren Verlusten ostwärts hatte tragen müssen, wieder mal zweihundert Meter nach Westen getragen. DaS englische Sperrfeuer funktionierte nicht richtig, und, wir waren ohne allzu schwere Verluste in das britische Grabennetz eingedrungen. Wiederibegann einer jener fürchterlichen Nahkämpfe: j» Ineinander verkrampfte Körper, die sich gegenseitig erwürgen wollen— Pistolenschüsse— Schlamm— Blutschwaden— schrille Schreie— dumpfes Brüllen—auszuckende Spaten— bajonettzerschlitzt« Leiber’— Handgranaten torkeln hinab in Unterstände— Flüche—- Gesichter von Kameraden, gräßlich'verzerrt, daß man sie kaum wiedercrkennt— mattes Winseln— einer schreit den Namen eines Weibes— Schädelknochen krachen unter Kolbenschlägen zusammen— jemand ruft nach seinem Gott. i Und die Augen der Sterbenden. Die Augen «dep.-Sterbeydey,, Weil Ich aber schön nicht mehr die Absicht -hatte, Menschen ümzubringen, verzog ich mich in «inest kleinen, verlassenen Verbindungsgraben. 1 Ich biege bei einem Maschinengewehrstand um die Ecke und stehe einem Engländer gegenüber,- Has Problem der Notstandsgebiete- in England 'Kauf’ huä. i/VL-fastetet. iftu A taufst! legen« Saldascha-Bucht zu einem Flugzeugsiüh- punkt gemacht,werden. Gleiwzciiig sind Bemühungen im Gange,' di« Industrialisierung Südafrikas so zu fördern, daß es im Ernstfälle von überseeischer Einfuhr unabhängig ist. Die Justiz der Marokkaner. In„Nelvs Chronicle" schreibt Jay Allen, in Pamblona seien 2000»Rote" hingerichtet worden, aber es habe in Pamplona, der Hauptstadt Navarras, kaum Rote gegeben. Der Vorsitzende der bürgerlichen Azanu-Partei, Bengarez, sei dort von den Phalangisten durch Stockhiebe zu Tode geprügelt worden. Aehnlich sei eS in Granada gewesen, Ivo sich die Freimaurer ihr Grab selbst hätten graben müssen. In La Linea sei ein reicher Kaufmann, dec für BarrioS gestimmt habe, als„Rarer" erschossen Ivorden, obgjeich er ebenso„rot" gewesen sei wie etwa Herr Baldwin. Schachts Erfolg in Ankara. Die türkische Regierung hat beschlossen, ab 1. Jänner 1937 die im Jahre 1981«ingeführten Einfuhrkontingente aufzuheben. ES wird die Hoffnung ausgesprochen, daß diese Maßnahme in hohem Maße zur Erhöhung der wirtschaftlichen Beziehungen der Türkei mit den übrigenStaaten, insbesondere mit Deutschland beitragen wird. Diese Maßnahme hänge mit.dem kürzlichen Besuch Dr. Schachts in Ankara zusammen. Die Hochschulen Spanien? werden den Arbeitern geöffnet. Trotz des Bürgerkrieges, der alle Kräfte der Regierung in hohem Blaße anspannt, werden die Erziehungsprobleme, die das spanische Volk beschäftigen, nicht außeracht gelassen. Das Unterrichtsministerium veröffentlicht jetzt ein Projekt über die Schaffung einer abgekürzten Reifeprüfung für Arbeiter, die den Willen und die Fähigkeit zum Studium haben. Der Gedanke bei diesem Vorschlag ist, alle kulturellen und intellektuellen Kräste der Arbeiterklasse nutzbar zu mache», die jetzt nych aus Mangel an Mitteln gezwungen sind, untergeordnete Arbeiten zu verrichten. Diese Schule soll mit ungefähr 600 Schülern begonnen werden, die die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, die Arbeiter in den Fabriken und auch die Milizionäre bezeichnen werden.. Die Ausgewählten müssen sich einer LeistungSprüfung unterziehen, in der auch die Repräsentanten der Organisationen vertreten sein werden. Ebenso wird die wirtschaftliche Frage gelöst werden, um die Lebensnotwendigkeiten der Familien der Arbeiterschüler zu regeln. Die Grundthemen des Studium- sind: Mathematik, Geschichte, Nationalökonomie, Sprachen. Im letzten Semester des auf zwei Jahre berechneten Studiums, wenn sich die entsprechende Begabung des Schülers herauS- gearbeitet hat, wird eine Spezialausbildung erfolgen. Schranken de? BierjahresPlanS. Deutschland treibt-Raubbau-an seinem-Waldbestand. In den letzten Jahren Hal es"etlva'40 Prozent' mehr Holz- geschlagen, als es die normale Forstwirtschaft gestattet. Trotzdem ist das Reich gezwungen, seine Bolzeinfuhr heraufzusetzen. So wurde jetzt die Einfuhrquote für Holz aus Schweden im ersten Halbjahr 1937 beträchtlich heraufgesetzt. DaS liegt daran, daß die Autarkiebestrebungen des Dritten Reiches auf vielen Gebieten einfach an der Tatsache scheitern, daß man auch die Ausgangsstoffe für Ersahmaterialien letzten Endes den Naturschätzen entnehmen muß. Ebenso kann sich Deutschland z. B. auf dem Gebiet der Roheisenerzeugung selbst bei Ausnutzung seiner minderwertigen Erzvorkommen nicht vom Ausland unabhängig machen. Parteigenossin! Parteigenosse! Bist Du schon Mitglied der ftinierfrennh! wenn nicht, dann tritt bei. t> 9«ciinH4aftr Einem jungen Menschen, einem Menschen von unerhörter Schönheit. ES ist gar nicht möglich, das irgendwie zu schildernd Mir kam nicht im entferntesten der Gedanke,, davonzulaufen oder ihm etwas zu sagen, zu erklären, daß ich auf kriegerische Lorbeeren gar leinen Wert lege— ich stehe nur und bin ergriffen, wie schön der Mensch ist. Wie eine blonde Flamme flattert sein lichtes Haar im Wind, Ich weiß nicht, wie lange ich ihn so angestarrt habe, eS sind wahrscheinlich nur etliche Sekunden gewesen. Vielleicht hat er hinter meinem stummen Staunen eine besondere Heimtücke vermutet—: er hebt seinen Spaten, holt aus-r- ganz fern denkt es in. mir, daß nun das Ende de! ist— er schlägt zu— immer noch sehe ich, wie schön er ist... Md nun geschieht das Seltsame: im letzien Moment reißt er den Spaten zur Seite, klatschend schlägt die Waffe ln die Grabenwand. Dann geht er an mir vorbei weiter. Rasendes Herzklopfen fällt über mich her, ich fange an, an allen Gliedern zu zittern, ich muß mich gegen die Grabenwand lehnen, Da kommt der Mensch zurück.. . Her,zu mir. Faßt meine Hand. Und sagt:»I thank you." Und geht weiter. Ganz schlicht: I thank-you— ich danke dir...', Bruno V o g e l. . ToOicrSiag, 28. November 1838. Rr. 278 Seite 8 »Sozialdemokrat^ freie Verelnfoimn sozialistischer Hfcatfemiter «« Aus- dec Sartei lümst und UWea LtecMr Vorposten an einer Barrikade ^WiW?ftMqe^m«d«itzcwN«»est en™ auf der.Hauptstratze von Jllesms nach Madrid, entfernt. 5« belaßen, die Aufführuim aber durch Verschärfung der Tendenz, hauptsächlich in den GesangSeinlagen, nach einer Volttischen und gesellschaftlichen Satire BildungSauSschuss der Sozlal- demokrotischen Arbeiterpartei. RW Prag. Heute, Donnerstag, RW-Abend. — Genossen, welche die Möglichkeit haben, schon pm halb 7 Uhr kommen. Lehrer Partes, der seinen Vorkämpfer für militärische Jugenderziehung und Balila-Direktor gut zu placieren wußte, sowie Fran Kubäskobä als Verwalterin, I. Stränskä als Nlinka, neben anderen guten Leistungen und de» grotesken Tänzen der zwei Paare des HanSpersonalS. Für den üblichen herzlichen Beifall konnte sich E. F. Bnrian, auch als Liederfext- dichter, mit seinem Kollektiv mehrmals bedanken., m. i.. Eine Filmpremiere im Deutschen Theater? Wider DND erfährt, soll der Willi-Forst-Film»Burgtheater", der ab 10.. Dezember in den Prager KinoS Passage und Svötozor läuft, in einer besonderen Festpremiere gestartet werden. Er schweben Verhandlungen, diesen Film einmalig im Prager Dentschen Theater zu zeigen sähnlich wie vor Jahren der „Rosenkavalier"-Film vor seinem Erscheinen in den KinoS im Prager Deutschen Theater aufgeführi worden ist). Zu diesem Anlass müsste im Deutschen Theater für einen Abend eine Tonfilmapparatur installiert wcrden. Der Reinertrag dieses Abends soll dem Klub deutscher und tschechischer Bühnenkünstler gewidmet werden. Die nächsten Premieren deS Deutschen Theaters. Julius Gellner Inszeniert Vaszarys Komödie„E h e". Im Dezember werden ferner^gegeben: VosperS „Liebe eines Fremden"(GastsMl Ernst Deutsch). »Matura" von Fodor(erstes Auftreten Erna Ter« rel), Giraudoux„ES kommt nicht zum Krieg" und Laverys„Monsignores große Stunde", Hauptmanns.„Fuhrmann Henschel", BeneöS Overette „Auf der grünen Wiese" und in der Oper Baumgartners„Rossini^ in Neapel"/ Charpentier»',, Louise" und Thomas„Mignon". Heut» 28 Uhr Interner Abend der Deutschen Musikakademi«, Lyzeumsaal. Werke für Flöte, Violine, Gesang und Klavier. Grigoris Musatov, ein In Prag lebender russischer Maler, zeigt in der B e>s e d a seine sehr eigenartigen Bilder. Aus hellen blühenden Farben, aus opalisierendem Leuchten formen sich weich, unbestimmt, fast umrißloS Felder, Gebäude, Bäume, Gestalten, ein schlafender Kind, das üppige Fleisch eines Weibes. Es sind Bilder einer Sehnsucht, die immer wieder in bunten traumhaften Nebeln das Bild der russischen Hemmt erschaut. Die Landschaft mit den Heuschobern(Nr. 2) hinterläßt einen besonders nachhaltigen Eindruck. Reizvolle Ergänzungen seiner Geniälde sind die Zeichnungen, in denen aus einem Gewirr sich kräuselnder Linien, aus einem Haargespinnst feiner Federzüge intensiv der Eindruck einer unmittelbar erfaßten Bewegung entsteht. Die Blätter Nr. 88 und 88 sind besonders sprechende Beispiele dieser ganz persönlichen Kunst. ld. Tschechoslowakisch« Kunstausstellung in Moskau(!) Wie Moskauer Blätter berichten, findet in Moskau demnächst eine Ausstellung tschechoslowaki« scher Maler statt. Dieselben Blätter behaupten, daß parallel oder bald darauf.auch' eine Ausstellung sowjetrussischer"Maler in Prag stattfinden wird. Oer Mädchen-Schlafsaal Hinter diesem sicherlich verlockenden Titel verbirgt sich ein Kitsch, der in Hollywood angerichtet, aber aus der Donau-Niederung dorthin importiert wurde. Der Hauptschuldige ist nämlich Ladislaus Fodor, der erfolgreiche ungarische Autor, der dem Hollywood-Film die Handlung geliefert bat. Sie spielt in einer Diädchenschule und erzählt die Liebe einer Schülerin zum Lehrer, ein im Film schon oft durchgekauter Thema, das einst in den.Mädchen in Uniform" meisterhaft, von Herrn Fodor aber, noch seichter vichandeli wurde älö enva in.dem tschechischen „2cxtänIa"-Film. Fodor läßt nicht nur dieSchll- lerin, sondern auch eine Lehrerin verliebt sein— in denselben Mann, der hier der Direktor ist und er am Ende gar nicht schwer hat, den’ Konflikt nach eigenem Geschmack glücklich zu lösen. Vorher freilich gibt es den üblichen drohenden. Skandal, eine Flucht bei Blitz und Donner und dann auch noch einen Edelmuts-Wettbewerb zwischen Lehrerin und Schülerin, von denen jeweils die eine zugunsten der anderen verzichten will. Natürlich gibt«S in jedem solchen Jungmädchenfilm ein.vaar Szenen mit Publikumswirkung, aber der Regisseur"Irving Cummings hat sich nicht besonders um sie bemüht, er hat uns Die Einwohnerzahl von Grob-Prag: 827.802. Nach den Angaben der statistischen Amtes der Hauptstadt Prag zählte Groß-Prag zum 1. Juli 1988 927.902 Einwohner. Gegenüber der Volkszählung vom Jahre 1980 ergibt sich ein Zuwachs von 79.000 Personen. In der inneren Stadt nimmt nur Prag Vkl(Holleschowitz) an Einwohnern zu, während sich in allen anderen Teilen infolge der fortschreitenden Umwandlung von Wohnungen in Kanzleien eine Bevölkerungsabnahme ergibt. Stark wachsen dagegen die Bezirke an der Peripherie, vor allem Wrschowitz, gäbt blitz, Hostiväi, Michle, Krisch, Branik, Podol und Hodkovikky.(DND.) Helge RoSwaonge in der Verfilmung von Flotows„Martha", teils noble, teils komische Bilder aus einem Pensionat vorgesetzt, das angeblich in Dkontreux gelegen ist,>vo nach Meinung der Amerikaner deutsch geredet wird, iveshalb die Leute hier„Vcs, Herr Direktor" unOi.No, mein Fräulein" sagen. Und das ist eigentlich das Heiterste an diesem Film. TaS Schönste an ihm ist die junge französische Schauspielerin Simone Simon, die hier ihre erste Stolle in Hollywood spielte,— aber es ist traurig, daß man dieses eigenartige Wesen mit seiner reizvollen Halbreife für einen so wertlose» Film verwendet hat. Auch Ruth C h a t t e r t o n, die hier die heimlich verliebte Lehrerin spielt, ist sichtlich mehr wert als ihre Rolle, Und Herbert Marshall als Direktor tut sich augenscheinich selber leid,—tii— WWWWiWW de» Arieitcrfürsorge finden jedes SsmS- > ta g von 5—7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smeikagaffe Nr. 27, stati> Oestlich von Jawa geht es bestimmt nicht halb so wild zu wie In dem amerikanischen Film, der so heißt. Da flieht ein Verbrecher, besticht einen Kapitän. will ein Mädchen verführen,' verschuldet"einen SchisfSuntergang, rettet aber am Ende die Gestrandeten unter Aufopferung des eigenen Leben» vor den wilden Tieren, weshalb ih>n ein ehrenvoller Nachruf gehalten wird. Zu Lebzeiten freilich hantierte er vorwiegend mit dem Revolver, predigte da» Gesetz des Stärkeren und übte ein Schreckensregiment über die Schiffbrüchigen, unter denen sich außer einem Liebespaar und dem Chinesenkapitän noch ein Neger, ei» Malaie und ein Ranbtierdompteur befanden, Hie im Laufe de» Films von den Löwen gefressen werden, was am Ende, wie gesagt, auch der fragwürdigen Hauptperson widerfährt. Der Regisseur George Wett otb hatte den Ehrgeiz, da» Schauerliche so anschaulich wie nur möglich zu machen, der Hauptdarsteller Charles B i ck f o r d protzt mit Brutalität., tvährend Elisabeth Noung uns zeigt, wie man alle Schrecken der Dschungels gut onduliert, geschminkt und auch sonst sehr konventionell überstehen kann.—ei»— ” graphendircktion Mit Erlaß Nr. 18.8üüfV1M980 bewilligt.,--- shruckeret: iKrbiS", iDrsick-,-:Verlags»' ü>ä, L»ltungS-is.-Gi-Prag.> Eine neuartige Zeitschrift. Die deutschsprachige Literatur der Tschechoslowakei wurde durch eine neue' Monatsschrift bereichert, die sehr stärk von-anderen Erscheinungen dieser Art abweicht. Ihr Titel ist „Weltblick" und ihr« Aufgabe" die Darstellung, der „Probleme und Ereignisse der Gegenwart im Spiegel. der Presse",'In der Einführung zur ersten Nummer. ti«-eb«i herausgekommen ist, wird gesagt: Au» den besten Artikeln der Weltpresse soll eine Weltschau entsteheU. umrahmt und ergänzt durch lebendige Ucbcrsichken über" alle bedeutenden Ereignisses unserer Zeit. Das erste Heft enthält^eine geschickt auSgc- wählte Zusammenstellung-von Spitzenartikeln der amerikanischen^ französischen, deutschen, esiglischen, argentinischen, österreichischen, schweizerischen,tschechoslowakischen Presse. Besondere Äufmerksamkeitist.den Fragen der Wirtschaft und Technik geioidmet, aber auch der deutschen usid fremden Literatürwurdeeiy wesentlicher Teil eingeräumt, Al» Herausgeber zeichnet die Baka-A.-G., Mini DerUmfaNgbeträgt 112 Seiten, Ver" Preis für" di« Tschechoslowakei- ist 4 AL. - wurde für. beißende Zeitansvielungen. adaptiert^ Alkoholiker auch nicht dincn Tropfen Alkohol bekam. Einmal^ im November 1984, kam nun der Llkörrcisende Johann Sle.chta in jenen Ort und besuchte auch das Gasthaus^ von dem hier die Rede ist. Er tätigte dort für seine Firina Malburg in Smitice einen Abschluß auf 18 Liter Brandy. Tie Bestellung wurde prompt ausgesührt und di« Kundschaft war offenbar mit der gelieferten Ware zufrieden, denn einige Wochen später langte eine neue Bestellung aus iveitere 18 Liter von Brandy gleicher Sorte ein. Auch dieser Auftrag wurde umgehend ausgeführt, wobei die Lieferfirma höflichst darauf aufmerksam machte, daß die erste Sendung noch nicht bezahlt sei und ersuchte, den insgesamt auf 809 Ai ängeivachseuen Schuldbetrag baldmöglichst zu überweisen. Dieser ersten Mahnung folgten noch zahlreiche andere, stets energischere und da alle Mahnbriefe fruchtlos blieben, überreichte schließlich die Llkörfirma beim Bezirksgericht in Kremsier die Klage gegen die Konzessionsinhaberin Frau Zavkel. Bei der Verhandlung crflärte die Geklagte, sic habe erst durch Zustellung der Klage von diesen Lieferungen erfahren und sei wie aus den Wolken gefallen gewesen. Es ergab sich nun im lvcitcren Verlauf des Prozeße», daß nach Aussage der geklagien Wirtin, der einzige Nutznießer jenes Geschäftsabschlußes ihr entmündigter Gatte war. de» die zwangsweise Abstinenz offenbar durchaus nicht ge- bcßert hatte. Er habe jene Bestellung abgeschlossen. c r habe auch die 18 Liter Brandy beidemal auf das Aviso hin heimlich vom Bahnhof abgeholt, die Sch na vsflaschenunter den Holz- flößen auf dem Hok de» GasthauseS w o h l v e r st c ck t und sich Wochen- und monatelang heimlich die mächtigsten Räusche angetrunken, während seine Gattin nicht duldete, daß er mit alkoholischen Getränken in Berührung komme. Die Mahnbriefe der Lieferfirma habe er schlau beiseite-u "schaffen gewußt, bi» endlich die Klage, die zu eigenen Händen zugcstellt werden muß, der KonzessionS- inhaberin die Augen öffnet«. Der entmündigte Mann ist infolge seiner Unzurechnungsfähigkeit natürlich weder zivil- noch strafrechtlich irgendwie zu belangen und so wurde nun die Frage aufgeworfen, ob nicht seine Gattin von der ganzen Sache gelvußt und die Gelegenheit benützt habe, unter Vorspiegelung des vorbezeichneten Sachverhaltes billig«inzukaufcn. Zur Klarstellung de» Sachverhalte» wurde.auch der Likör- rzisende s l c ch t a im NeqüisitlonSweg beim Prager Bezirksgericht einvernommen und sagt« in einer Weise aus, daß die Staatsanwaltschaft gegen ihn die llnklagewegen des Verbrechens der falschen Zeugenaussage erhob. Ob der Verdacht der Änklagebehärde begründet ist. Wird erst die weitere Verhandlung ergeben, denn gestern, sah sich der Gerichtshof des GR. Doktor B e t k i k genötigt, zwecks Ergänzung des Beweisverfahren» die Sache zu vertagen. Unsere Bildungsarbeit Freitag, den 27. November, um 20 Uhr im Parteiheim „Dir französische Volksfront«." der Sozialismus". Referent: Genöße T e j e s s y, Bratislava. Wir laden alle Parteimitglieder und Jugend« genoßen zur Teilnahme an diesem aktuellen Vortrag ein. Spielplan de» Neuen Dentschen Theater». Heute,"Donnerstag, halb 8: Hoflage, C 1.— Freitag" halb 8:Jalob»fahr t, D.—Samstag; halb 8: Stimmenin u n d u m u ns. Abonnement aufgehoben,— Uraufführung.— Sonntag' 2: Schn eider im Schloß, 7: Faust 1. u n d 2. T e i l, A 2.— Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, DonnerstW, 8 Uhr: M e n sch ena u f d e r Ei»schol"lc,. volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8 Uhr: Der I I l.u s! o. n I st, Thea-' tergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Unentschuldigt! Stunde, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8'Uhr: G e f allen e E n g e l, halb 8 Uhr: Der Illusionist. Der iMe-ernie(rkagsekcur ist zur der CLtennmtntegd&hc m verwenden! UJer im KikMande ttM, sMdi-t Alt, Jodel und deren Hesse Die Verwaltung Am Dienstag, den 1. Dezember 1838, findet di« feierliche Eröffnens unseres neuen Heim»(Prag H„ Spälenck 46/11.) statt. ES spricht Genosse Dr. E m i l F r a n z e k über Die Volksfront In Frankreich.- Beginn pünktlich 18 Uhr 38. All» Mitglieder und Freunde ter FBSA werde, dieser Beranftaltung eingeladen. Frauenorcanlsatlon Prag Montag, den 80. November, abond» 8 Uhr im Parteihelm, Prag H, Smekka 22/Iir, Frauenabend Genossin Dr. Karla Schwelb wird zu dem Thema „Da» nrnr Ehe- und Familien- recht in ter Sowjetunion" sprechen. Wir rrtvarten Men zahlreichen Besuch. Das Komitee. Rätsel um 30 Liter Brandy , in her Gegend von Hnl-,„„„ PDlul)n)e„ w Heielt)Wl„ w„ » Mi äiSÄ pflegt, I lechzenden Zuhörern annehmbar zu machen. Was an J" Ä«Ä BolkSgesäng-n damaliger Zeit anfzütrciben wars ^r-t-l s-iiwr energischen Srau^-st-ll^anf die auch, ab7r^a7»«'Z»die°W übe t Ä Wx i nahm. ES gab witzige Einfälle in Ausstattung und das Gesckmst gut und umsichtig und wachte ,"glcich>g,^j,. Besondere» Beifall erntete Herr LiSka als m ArguSangen darüber, daß, der„entmündigte«art-S. der keinen«orkämvk-r für milltä. Uöslmalzzucfc^^J«/ reiner Röst-- Malz-Zucker ist der Köstliche Inhalt jedes Körnchens V e z u g s b e d i n g u n g n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Ai 8.—vierteljährlich AS 48.—:,hawjSbrkgi-AS 8C—^gangjlthrtg AS 192.—.^-. Jäfprate.tbekdenjaur^ Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt-nur-bei Einsendung"der Retourinarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde vonder Post- und Tele- D 37 entdeckt alte Autoren. Rach dem beifällig aufgenommenen Barbier von Sevilla, dem die Regie E. F. BurianS eine zeitgemäße Bedeutung verlieh, brachte das Avantgarde-Theater D 87 einen der alten'tschechischen dranmtischen Autoren aus der Zeit der nationalen. Erweckung auf die PÜHne: Vaclav Klement Klicpera, Verfasser von nicht weniger al» 82 dramatischen Arbeite», von denen nicht alle durchwegs schlecht sind, obwohl sie von de» größeren tschechischen Bühnen übersehen werden. Alle Stück« verfolgen die der damaligen Epoche und dem Ber- IvendungSzlveck angepaßte Tendenz. Das Stück, da» E. F. Bnrian für sein Theater wählte, hat«inen Titel, der an und für sich zur Satire reizt:„Ein j«der etwas für fein Vaterland". Äliepera hat darin die andere Seite de» laut ver- kündefen Patriotismus gezeigt, mit einigen ironisierenden Hieben, die wohl die Ursache der neuen Bearbeitung waren. Das Lustspiel behandelt die Neubesetzung des Gemeindevorsteheramtes, Wer die der adelige. Schlohbesitzer zu entscheiden hat und die die Gemüter und Wünsche der kleinen Stadt heftig bewegt,.Den Wunsch des aufgeklärten, fortschrittlichen' Verwalters, einen jungen, verständigen und mpdern denkenden Bauern zum Gemeindevorsteher zu" haben, will die Frau Verwalterin, eine gesell«' schaftliche Streberin und Mutter einer erwachsenen Tochier, die sie vorteilhaft an den Mann' bringen will, durchkreuzen. Doch die Tugend und Liebe siegt, die vier leer ausgehenden Bewerber und Freser werden mit Wisiven bedacht. Burian versuchte dieser dünnen Handlung^durch die Ausstattung, die dem lehnt Ivar, den Reiz der Epoche, aus der sie stammt«,