Nr. 277 Samstag, 28. November 1936 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellei (einschließlich 5 Holler Porto) DEmUTTCHENiOZlÄLDEMOKRATISCHEH ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova«2. telefon 53077 HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, KARL KERN. FRAG. Die nationale Frage Franco in Bedrängnis Regierungs-Erfolge vor Madrid Madrid.(Havas.) Die aufständische« Truppen sind nunmehr durch ständig unternommene wuchtige Angriffe bestrebt, die Falle zu durchbrechen, welche die SiegiernngSabteilungen rings nm Madrid errichtet haben. Donnerstag wurde bei Morgengrauen im Abschnitt Barrio de Uftra eine starke Offensive eröffnet. Auch ans der Landstraße Carabanchcl— Casa bei Campo und bei der Franzosen-Brucke sowie in der Universitätsstadt wird seit gestern hart gekämpft. Unweit Barrio de Uscra mußten sich die Aufständischen in ihre ursprünglichen Positionen zurückziehen. Auch in Carabanchel räumten die Aufständischen mehrere Hänsrr vor de« Regie- rungStruppen. In Casa del Campo erlitten die Aufständischen überaus schwere Berlnste. Drei Tanks der Aufständischen fielen in die Hände Erfolg der Labour-Party London.(Reuter.) Bei den ErganzungS- Wahlen in Greenpck für das Mandat des verstorbenen Godfrey Collins wurde der Arbeiterpar» feiler Gibson mit 20.897 Stimmen gegen den Nationalliberalen Cornelius, der 17.990 Stimmen erhielt, gewählt. Ossietzky fährt nach Oslo J Berlin. Der Träger des Friedens-Nobel- prcises Carl von Ossietzky hat Frettag eine Reshe von Journalisten empfangen, denen ey erklärte, daß er die Absicht habe, gar Entgegennahme des Preises nach Oslo zu resse». Er werde daselbst auch den in den Statute» vorgesehenen Bortrag halten«nd über den Pazifismus sprechen. Ans den Einwand eines Journalisten, hqh die- ein gefährliches Thema fei; erklärte er, daß Pazifismus nichts mit Politik zu tun habe. Ossietzky befindet sich; wie bereits mit- geteitt, im Städtischen Krankenhaus in Lerlin- Wrstrnd, Wie von gut miterrichteter Seite verlautet, hat man tatsächlich in Deutschland die Absicht, auf indirektem Wege zu veranlassen, daß kein Deutscher mehr' den Friedens-Nobelpreis annehmen dürft. Außerdem wolle Deutschland selbst einen Literatur-JahreSpreiS in der Höhe von 300.000 RM. für deutsch- Schriftsteller stiften. »anro oer riniiianouaien ncirn in oir Panoe. ipani|o,cn nnninnoi|o,cn ocicvicn-jvnr orsinorn, der RegiernngSabteilnngen, vier weitere wur.den| gegen die Aufständischen za kämpfen wünsche». 'M«» Pranco ändert die laktlk Lissabon. Meuter.) Die freitägige Ausgabe veS„Diorio de LiSboa" bringt esne In», formation über die- Aendarung der Taktik der Aufständischen, die«S anS absolut znvenSssiger Quelle erhaltet« zu Haban'behauptet. Darnach habe» die Aufständischen beschlossen, di« vordersten Linien bei Madrid zu räumen und eine ander« Taktik zu beobachten, deren Ziel die völlige Absperrung jeder Verbindung mit Madrid, vor allem dir Unterbrechung des DerkehrS zwischen der Hauptstadt und Valencia, sein wird. DaS Blatt erklärt weiterS, daß die RegierangStrup- pen, die über 2000 Maschinengewehr« verfüge«, alle strategischen Punkte beherrschen, die den Zugang nach Madrid schützen. DieAufständi- schen s i n d i n derUniversitäts- sta d t t a t f ä ch l i ch umzingelt, besitzen weder Lebensmittel noch Master und setzten sich dem unablässigeh Feuer verzweifelt zur Wehr. Gestern beschossen zwölf RegierimgSflugzeuge mit kleinen Ausnahmen während deS ganzen TageS a«S Maschinengewehren di« Linie» der Aufständische». Caballeros Beschwerde an Genf Paris.(Havas) Die spanische Botschaft in Paris veröffentlicht den Text eines Telegramms, welches die Regierung in Valencia heute vernichtet. Der Kommissär I a c q n r t von der Internationalen Kampfbrigade erklärte den Pressevertretern gegenüber, der Brigade sei es gelungen, die Angriffe der Aufständischen zuriick- znschlagen, wobei sie-ihnen schwere Berlnste bei- brachtcn, hauptsächlich, als sie sie ans der Universitätsstadt heransdrängtcn. Am Donnerstag ist in Barcelona ein Son- derzng mit 1000 Freiwilligen eingctrosfcn, welche in die internationale Brigade eingereiht werden sollen. Ja M a l a g a ist anS Gibraltar ein Schiff mit 300 Flüchtlingen ans La Linea und Algeciras eingetroffen. Die Flüchtlinge erklärten, daß die Männer, die sich in der vo« den spanischen Anfstandischen besetzten Zone befinden, Teuerungsaushllfe für 35.000 Arbeiter Märtsch Ostrau. Nach mehrwöchigen Verhandlungen zwischen dem nordmährisch-schle» sischen Jndiistriellenvcrband, dem ttreiörat der tschechoslowakische» GewerkschaftS. Vereinigung, dem Metallarbeiterverband und dem Verband der chemischen Arbeiterschast in Mähr.-Ostrau alS KollektivvertvagSkontrahonten wurde«ine Vereinbarung über die Gewährung einer außer- ordentlichen Aushilfe für die Arbeiterschaft getroffen, welche vor Weihnachten auSgegahlt werden soll. Die Höhe der Aushilfe ist von der Zelt und der Art der Beschäftigung, sowie von den Familieirverhältnissen deS Angestellten abhängig und bewegt sich zwischen 17b Kronen bei einem qualifizierten Arbeiter mit fünf Kinde« bIS 20 Kronen bei Lehrlingen. Eine zweite Aushilfe in der Höhe der Hälfte der erste« wird der Arbeiterschaft am 1. April 1937 auSgezahlt werden. Außerdem wurde für die Arbeiterschaft ab Neujahr ' die automatische Lohuverrückung um«ine Stuf« sreigegeben. Die Abmachung bezieht sich auf 88.000 Arbeiter der hiesigen Gegend. „DaS Vorgehen gegenüber den Minderheiten ist uns praktisch durch unsere Erfahrung in Oesterreich-Ungarn vorgczeichnet; was wir nicht wollten, daß uns geschehe, werden wir den anderen nicht antun." Masaryk in den Gesprächen mit Karel Capek. Die edle Auffassung M a s a r y l s von der Verständigung der Nationen, seine Erkenntnis von der politischen Notwendigkeit eines Ausgleiches der Tschechen mit den Dentschen, muß unter uns lebendig bleiben. Dazu hat sich Masa- ryks Nachfolger im Präsidcntcnaint, 2r. Eduard Benes, in seiner denkwürdigen Rede in Rci- chenberg am 19. August 1080 ausdrücklich bekannt, indem er sagte, daß er die Ausgabe der Berständigung zwischen Deutschen und Tschechen von Masabuk übernommen habe und daß wir alle zusammen diese Aufgabe erfolgreich beenden müssen. Von demselben Geist war die Rede des Ministerpräsidenten Dr. Milan H o d j a getragen, der sich am 11. November 1930 im Budgetansschuß zu der Aktualität der Lösung des nationaleii Problems bekannte.„Wir treten in einen Zeitraum ein," so sagte er mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit,„wo aus psychologischen Gründen die Lösung unserer noch nicht vollgclösten Minderheitenprobleme heranreift." Und um seinen guten Willen zu zeigen, kündigte er eine Erleichterung der SprachcnpraxiS für die kleineren Gemeinden«nme-DarauS.tst zu-ersehen, daß ein für die Innen» und Außenpolitik bedeutsames und in-seinen Folgen nicht zu unterschätzendes Problem zur Lösung gelangen soll und darauf müssen sich alle politischen,iaufbauwilligen Faktoren einstellcn. I . Die deutsche Sozialdemokratie hat allen Grund, diese Entwicklung zu begrüßen, an der sie seit ihrem Eintritt ins tschechoslowakische Parlament mit ebensolcher Geduld wie Tatkraft gearbeitet hat. Daß der pspchologisch günstige Augenblick zur Lösung der Lebensinteressen der die Sudetendeutschen berührenden Fragen heran- reift, ist mit ihr Verdienst. In den schweren Jahren der Krise haben wir in unseren Versammlungen, in der Presse, in den Kundgebungen der Partei immer wieder auf die brennenden Existenzfragen der arbeitenden Massen mit allem Ernst und mit deutlicher Realistik hingewicsen. Man hat den deutschen Arbeitern in den letzten Jahren das Leben nicht leicht gemacht und das Verhalten der Bureaulratie war nicht immer dazu angetan, den staatSpolitischen Sinn der ! werktätigen Massen des Sudetendeutschtums zu Spanien verboten wird, wurde veröffentlicht. I stärken. Wäre die politische Bildung des^sudeten- Danach ist die-Beförderung von Kriegsmaterial----■ nach spanischem Gebiet einschließlich Spanisch- Marokko für alle britischen Schiffe verboten. DaS Verbot gilt jedoch nicht für brittsche Schifte, die in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, dem Freistaat Irland oder in irgend einer anderen britischen Kolonie bzw. einem Mandatsge biet eingetragen sind.- i Die norwegische Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch die den norw-gischen Schiften der Transport von Waffen, Munition und Flugzeugen nach Spanien verboten wird. Die Verletzung dieses.Verbotes wird mit Geld- ftrafen oder Gefängnis bi» zu- drei Monaten geahndet.' Minister Eden sagte weiter, daß er mit Vorbedacht die Worte von der Hilfe für Belgien gebraucht habe, denn sie seien der Willensaus druck des. britischen Volkes. Auf diesen Umstand klar hinzuweisen, bedeute, zur Stärkung de» Friedens beizutragen.' Der Friede ist ja gerade das gemeinsame Ziel unserer beiden Ländern sagte Eden. Unsere Tradition und unsere gemein samen Erinnerungen sind nicht dar einzig« Zeug nis unserer Freundschaft, Wir teilen auch die gleichen Ansichten über die internationale Ord nung, über die Verwerfung deS Krieges als In strument der nationalen Politik und schließlich das Bemühen, Konflikte durch friedliche Mittel beizulegen. Niemand darf sich ater einem Irrtum hin geben:'dies« Bestrebung«.sind keineswegs ein Beweis der Schwäche, noch von Feigheit, sondern sie sind,, wie y>ir glauten,.«in Beweis der Bil- dung. Die Böller haben die Wahl-: wenn sie zu der Entscheidung, durch d»S Schwert zurückkehten wollen, werden sie furchtbari Waffen vorfinden, welche dir Wissenschaft geschmiedet hat und' welcheKiic' Völker, die ihre. Individualität und Ihre nationale Freiheit lieten«nd entschlossen sind, sich diese z«'«haltens mit glänzendem Mut zn führ« wisse«, werd«. politisches Geschäft Rom—Tokio J Tokio, sReuter.) Offiziös wird mitgeteilt,, T daß eine Abmachung des JnhqlteS erzielt wurde,' praktischen Problem- des Reben- und Miteinan- daß Japan die italienische Eroberung Abessiniens verlebens, der Nationen, die aber das Leben, die als Gegenleistuckg dafür"anerkennt, daß Italien^Existenz, die Wohlfahrt unserer Menschen bestim- Jen mändschürischen Staat anerkennt. Dieses men. der arbeitenden und ringenden sudeten- SbkoßLmen umfaßt auch) eine neuerliche Anerken-. deutschen Bevölkerung, auf die der Staat, der mtnHder japanischen Handelsrechte.in Abessinien. sie zu.seinen BUrgecn zählt, stolz sein kann. Im Außerdem■ wird angedeütet, daß keine Beteili- Vertrauen auf das Lebenvrecht der Sudetendeut- gung-Italiens an dem.japanisch-deutschen Ab- sch« fürchten wir nicht die Zukunft, denn wir Ainmen-angestrebt wird-.tveis aUgesichtS. der wiffen, däß sich unser Recht zu leben, durchsetzen heiklen Beziehungen Italiens zu Gxphbritannien muß. Wir gehören zu den konstruktivsten Kräften Und zur Sowjetunion bei der gegenwärtigen Lage dieses Staates wir sind bereit, die schweren Italien es nicht für angezeigt hält, sich depzeit I Pflichten dem Staate gegenüber zu erfüllen, dem japanisch-deutschen Pakt anzuschlietzen. j welche eine unsichere Zukunft von uns verlangen England schätzt Belgien Edens Warnungen an die Adresse. Hitlers. London.(Reuter.) Der belgische Minister präsident Ban Zeeland sprach am Freitag bei einem Bankett der Internationalen Handels kammer in London. Der britische Außenminister Eden erklärte in Erwiderung der Ausführungen van Zeelands u. a.:''7" »Wir bestätig« bei dieser Gelegm-eit, daß die Unabhängigkeit und die Integrität Belgiens für Großbritannien eine Frage von vitaler Be deutung ist und daß Belgien mit unserer Hilft rechnen kann, wenn eS einmal daS Opfer eines nichtprovozierten Angriffe» werden würde". „Slchevlich, so sagte Eden weiter,„wird all gemein anerkannt, daß es b e st i al i sch ist, eine Entscheidung durch b r u t a l e G«walt zu erzwingen und eS sollte daher daS/Bestreben der gesamten zivilisierten Welt sein,. daß wir uns über das Niveau' vo». Tieren erheb«. An.ihren'. ununterbrochenem Bemühen nach Aufrechterhal tung de». Friedens suchen.die' britische Und die belgische Nation größeren'Ruhm' als es der- Schlachtruhm ist und erhabene» Jnshirativnen, als diejenigen sind, welche vön Geschützen ein«, gegeben webden," j;’ vormittags an den Generalsekretär des Völkerbundes gesandt hat. DaS Telegramm enthält Beschwerden über die bewaffnete Intervention Deutschlands und.Italiens zugunsten der spani- schfn. Aufständisch«,, die ihren Höhepunkt, durch die Anerkennung der Regierung Franco'S" erreicht habe. In. der Depesche wird ferner gegen die Absicht deS Generals Franco protestiert,„durch Gewalt den fteien Handel in den Häftn der Regierung zu verhindern", sowie gegen die Absicht einer der Regierungen,stvelche das Regime Francos an- erkaniit haben— es handelt sich um Deutschland oder Italien— mit den Aufständischen auf dem Gebiete des Flottenwesen- zusammenzuarbciten. DaS Telegramm enthält schließlich das Ersuchen an den Völkerbund, die so geschaffene Lage so schnell alS möglich zu prüfen. Caballeros Sohn hlngerlchtet Baken«!«.(Havas.) Di« Aufständischen ließ« in Segovia den vor einigen Tag« zum Tod« verurteilten Sohn des Ministorpräsi- dentm Largo Caballero hinrichtm. Wattenaussuhr-Verdote Der Wortlaut deS Gesetzes, durch das englischen Schiffen der Transport von Waffen nach deutschen Proletariats nicht so hoch, wüßten unsere Arbeiter nicht, daß es sich in Europa um die Schicksalsfragen von Faschismus oder Demokratie, Krieg oder Friede handelt, wüßten die Arbeiter nicht, daß sie diese Insel der Demokratie, daß sie die Freiheit dieses Staates in ihrem eigenen Interesse verteidigen müssen, dann wäre der Schade, den der engstirnigste Nationalismus angerichtet hat, weit größer gewesen. Nun ist die Zeit gekommen, die Folgerungen aus der Erkenntnis der leitenden Staatsmänner zu ziehen: wir dürfen nicht allein über die Berständigung reden, sondern sie praktisch ins Werk setzen. Es wird zu unser aller Nutzen sein, wenn wir dies mit der Methode des politischen Realismus tun. Kein Streit um Schlagworte, es geht um praktische Dinge. Man muß zu. einer praktisch durchführbaren Reihe von Postulat« gelangen, welche den Leb«sinteressen deS-Sude- tendeutschtums Rechnung tragen. Der deutschen Sozialdemokratte handelt eS sich nicht um Fragen der Verfassung, über, die wir uns mit der tsch:- chischen Demokratie einig, sind, sondern um tic Seite 2 Samstag, 28. November 1036 Nr. 277 wird. Die sudetendeutschcn Arbeiter erscheinen nicht als Bittsteller, sie sind ein. politischer Faktor' ans dec Arcliannd sie'werden— so hoffen Nur zuversichtlich— eine noch stärkere Kraft wer» den. Wir haben in den letzten. Jahren bewiesen, dass wir die Zeichen der Zeit verstehen und un» serc politische Aufgabe kennen. Je bester auf der tschechischen Seite erkannt. wird, wie politisch wertvoll die arbeitenden Massen des Sudeten» deutschtums sind/ desto bester füi die erste Staatsnation, diesen Staat, seine Demokratie, sein« Unabhängigkeit, seine Zukunft. An der Führung des Staates und der Regierungsmehrheit liegt es, die Initiative zu er-i greifen. Die Aufgaben, derenDring- lichkeit Benes und Hodja erkannt h a be n, sin b solche der Koalition. Die Parteien, welche die Regierung bilden, haben zu handeln. DaS nationale Problem Ist eine Angelegenheit der Koalition und die Regierungsmehrheit, welche sich unter HodZaS Führung zusanlmengefunden hat, steht vor einer Probe ihres staatsmännischen Könnens. Die Geschichte wird darüber urteilen, ob sie fähig war einer Tat im Interesse beider grosser Völler dieses Landes und eines Staates, dessen Begründer ihm als Ziel und Sinn die Verwirklichung, i der Humanität gegeben hat. Die Volks* und Bürgerschulen In der Tschechoslowakei § führt, 20B2£ eine-deiitscheVollischüle.' Unter oem Ungarische»' Dslk-schülern besuchen 10.250 eine tschechische oder slowakische und 652 eine deutsche Volksschule. Erwähnenswert ist, dass es in der Tschechoslowakei 6908 Volksschulen„anderer" Nationalität gibt, von denen 4209 eine tschechoslowakische und- 1426 eine deutsche Volksschule besuchen. Unter den 28.875 jüdischen Dotksschülern gehen, wie oben angeführt, nur 751 in eitle hebräische Volksschule, dagegen 19.614 In eine tschechoslowakische, 5144 in eine russische, 2649 in eine ungarische und 716 in eine deutsche. Am wenigsten befriedigend Ist folgende Aufstellung darüber, mit wessen Mitteln die Volksschulen erhalten werden. Wir haben in B ö h m« n unter den tschechischen Volksschulen 259.) öffentliche, 824 staatliche(Minderheit»- schule nl) und 84 private. Unter den deutschen dagegen 2281 öffentliche, nur 16(1) staatliche und 47 private Schulen. In Mähren-Schlesien liegen die Dinge noch krasser; dorr gibt es 2268 tschechische, 888 deutsche und 76 polnische öffentliche Schulen, dagegen 879 tschechische nur 4 deutsche und 2 polnische vom Staat erhaltene Minderheitsschulen! Privatschulen gibt es dort: 84 deutsche, 28 tschechische und'2 polnische. Die Slowakei ist die Domäne deS konfessionellen Schulwesens. Neben den 1886 staatlichen gibt es dort 2897 kirchliche Schulen, das sind 57.9 Prozent der Gesamtzahl! Davon entfallen auf die römisch-katholischen Volksschulen 1472, auf- die griechisch-katholischen 299, auf die evangelischen beider Konfessionen 685 und auf die jüdischen 61. 58.1 Prozent aller Volksschüler in der.Slowakei (also 291.298 von 549.095).besuchen-ein« Monses>' sionelle Schule.. In K a r p a t h o r uss k a n d sind 17 Prozent aller Volksschulen konfessionell Bezüglich der>■ Bürgerschulen ergibt sich im lausenden Jahre eine Zunahme von 49 Schulen, 487 Klaffen, 11.881 Schüler und 817 Lehrer auf 1978 Schulen, 11.189 Klaffen, 449.691 Schüler und 18.078 Lehrer, war einem Klaffendurchschnitt von 40.8(i. B. 40.9) entspricht. In Böhmen betrug der Klaffendurchschnitt 40.4, m Mähren-Schlesien 88.6, in der Slowakei 44.8 und in Karpathorussland 88.4. Nach der nationale« Zusammensetzung. ergibt sich folgender Bild: russisch polnisch tschech, ungarisch deutsch Land Schul«« Schüler Schulln Schüler Schulen Schüler Schulen Schüler Schule« Schüler Böhmen,- 820 18^.876 > 802 61.288 —, «...—r r— - rrr.. — •— Mähren^ichles. 498 108.270 . 189' 22.981 ‘ 11 2592 — — Slowakei 154 58.114 6 2.606 18 4888 — 2. 26» Karpaihorussl. -■15 8.548- —— — — — .18 5098 Insgesamt 1482 259.808 447 86.888 18 4888 11 2592 20 5867 In den fünf m Karpathorussland' bestehenden mehrsprachigen Bürgerschule«, haben.die Deutschen 8 Klaffen mit 140 Schülern und die lln- garn 25 Klaffen mit 078 Schülern. V 6208 deutsche Bürgerschüler besuchen«in« Schule mit tschechoslowakischer und 2685 tschecho. slowakisch« Bürgerfchüler«ine Schul« Mit' deutscher Unterrichtssprache.>.'- Auch sonst sind die Vechältniffe auf diesem' Gebiete denen bei den Bolksschunn ziemlich' ähnlich.'-' Das gleiche gilt von dem Verhältnis' zwischen den mit Staatsgeldern- erhaltenen tschechischen'und de» deutschen M i n derhe i t r»B ü r gor» schulen. In Böhmen gibt er 144 tschechische-und nur 6 d e u t s che staatliche Minderheits-Bürger- schulcn, in Mähren-Schlesien 98 tschechische nnd (Null!) deutschel An privaten Bürgerschulen bestehen: in Böhme» 11 tschechische und 18 deutsche, i» Mähren-Schlesien 18 tschechische, 18 deutsche undepolnische. Dar konfessionell« Bürgerschulwesen in der Slowakei ist nicht so start entwickelt wie die konfessionelle Volksschule. Es gibt dort nur 27 kirchliche Bürgerschulen, in Karpathol. russland nur«Ine. Zusammenfaffend wird folgender festzustellen sein: Dar Volks- und Bllrgrrschulwesen hält im allgemeinen in den historischen Ländern wefteuco- päische» Niveau und im Osten ist dar meiste von dem aufgeholt worden, was zur Zeit der ungarischen Herrschaft vernachlässigt wurde. Bezüglich der nationalen Probleme unsere» Schulwesens kann gesagt werden, dass e» tatsächlich dem weitaus überwiegenden Teil unserer Schuljugend möglich ist, Unterricht in der Muttersprache zu erhalten. Um so weniger ist aber elnzusehen, warum gewisse, unbestreitbar« Einzelfäll« von,nationaler Benach teiligung einer deutschen oder einer anderen Minderheit nicht beseitigt werden. Ein- Fall, wie der in Deutsch-Gabel/ wo e» kein Gebäude für di« deutsche Volksschule gibt, während der Neubau einer tschechischen Volks-'und Bürgerschule ausgeschrieben'ist, schafft viel böse» Blut, dass es den nationalistischen Hetzern«in- leichtes ist, alle» vergessen zu machen, wa» die tschechoslowakische Demokratie für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber den nationale« Minderheiten tut. Gewiss sind von den'571 Schulen, die kein eigene» Gebäude haben, 497 solche .mit tschechischer und slowakischer Unterrichtssprache. Aber wie e» selbstverständlich ist, dass diese Mängel beseitigt werden, so-ist e» ebenso selbstverständlich, dass auch die Mängel im-deutschen Schulwesen Abhilfe verdienen.- Die Aufwendungen dafür sind'finanziell durchaus tragbar, staaispolitisch'aber von unermesslichem Wert. .. Schliesslich einige Angaben über di« Qualifikation der Lehrerschaft. Von den 45.842 Volksschullehrern (davon lh,956, also 41.8 Prozent-Frauen) haben 697 keine Lehramtsprüfung für Volksschulen^ dagegen 877 die Lehramtsprüfung für Bürgerschulen. Äusser den 45.842 eigentlichen Volksschullehrern gibt er 5602 Religionslehrer und 8821 Lehrerinnen für weibliche. Handarbeiten. Unter den 18.078 Bürgerschullehrern(davon 4865, also 88.4 Prozent Frauen) haben 78.7 Prozent die Lehramtsprüfung für Bürgerschulen abgelegt, während 4 Prozent nicht einmal die Lehramtsprüfung für die Volksschule absolviert haben.'2.6 Prozent haben keine Matura. Unter, den obigen Durchschnitten liegt wohl in der Volks- al» auch in der Bürgerschule die Qualifikation der Leh- rerschaft in der Slowakei und Karpathorussland, Ab Montag Budgetdebatte Prag. Freitag nachmittag» erledigte da» Abgeordnetenhaus ohne Debatte die Vorlagen über die Zedierung von Forderungen gegen den Staat sowie über die Erweiterung der zulässigen Höchstgrenze für L ie f e r a n t e n k a s s e n s ch e•. ne von 600 auf 1200 Millionen. Der Referent Hrubh führte an, dass sich die Lieserantenkassen- schein« in der Praxi» s e h r b e wä hrt l/aben und sich ihr derzeitiger Umlauf der Höchstgrenze nähert. Da die Investitionstätigkeit des Staate» ständig wächst und nun namentlich auch auf das Gebiet militärische,r Investitionen übergreift.«r- weift sich die-, Erhöhung der zuläsfigeststzöchstgrenzf auf 1200 Millionen al» notwendig. Di« Bads, sagen wurden in beiden Lesungen angenommen. Um noch das restliche Programm vor Beginn der Budgetdebatte zu erledigen, wurde für Sams tagvormittags eine Sitzung anberaumt, in der zwei Vorlagen über die Pupillar.- sicherheit der Brünner JnvestitionSanleibe und über den Abverkauf, staatlicher Grundstücke in Brünn erledigt werden sollen. Ferner wird in dieser Sitzung auch der Bericht des Budgetausschusses über den Staatsvoran». schlag für 1987 aufgelegt werden. Bor der Plenarsitzung.findet die übliche Konferenz de» Prä» sidlümS mit den Klubomännern statt. um die Dispositionen für die am nächsten Montag einsetzende Budgetdebatte zu treffen. Ola Handelsvethandlunsen Tschechoslowakei—Frankreich Zwischen der Tschechoslowakei und Frankreich schweben seit einiger Zeit Verhandlungen über die wechselseitigen Handelsbeziehungen, di» für«ns eine grosse Bedeutung habend Die Verhandlungen sind bisher noch'sticht abgeschlossen und werden sortgesühtt. Wir hofsen, dass sie baldigst z« einem gedeihliche« Abschluss gelangen werde». .Die Pariser Redaktion der.„Information Financiäre" bemerkt, dass sie sich an den zuständigen Stellen im französischen HandelSminist«» ,cium ,informierte hab«, wo man„ttwi-vpiimisti- ilchelttGlndwck chäSe.-derizu'der.Hoffuun'g berechtige,-dass in einigen Wochen-ein-HkMdiÄabkmst- men wird abgeschlossen werden lönnen,- da»'-unsere tschechoslowakischen Freunde befriedigen wird".- . Am daS Getreidemonopol. Wie mehrere Blätter berichten, wurde der.für gestern nachmittag» anberaumte Ministerrat abgesagt) da zwischen den Koalitionsparteien'Meinungsverschiedenheiten in der Frage de» Getreidemonopols aufgetaucht sind. ES handelt sich vor allem, um Gegensätze zwischen der Tschechischen BolkSpartei und der Agrarpartei.'- Vermittlungsbemühungen sind im Gange..- Dor Präsident der Republik empfing am 27. November die Gouverneure der Nationalbanken der Staaten- der Kleinen Entente. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rotonfeld is „Sie müssen«inen Weg weisen, eine neue Form finden, Das Alte lässt sich nicht mehr repa» riere.n", sagte Isabella.. „Man muss die Menschen ändern, dann werden sie andre Ehen führen". Genno wusste, wie albern dieser Sah war; aber er sprach ihn mi», er liebte die grossen Worte, die einfach klangen und erhaben. --„Mit einem Essay wollen Sie die Menschen ändern?"‘. „Mein Wort Ist eine Waffe", sagte Genno. Carola lachte laut auf. Pelikan grinste stumm.in sich hinein. Er verstand nicht viel von Literatur, er hatte nur-fünf, sechs Romane gelesen, die Städtlein ihm geschenkt hatte; aber dass Genno nicht zu den Dichtern zählte, deren Ruhm die Jahrhunderte' überdauert,' da» wüsste Such Pelikan.' Gerleitner kam, er hatte Gennos’ letzte Worte in der Tür gehört. „Recht haben Sie, Genno"; sagte«r.„DaS Wort ist- ein scharfe» Messer,-«S schneidet in den Körper der Menschheit,' und Blut fliesst, wo«S seine Oberfläche verletzt. Schneiden Sie nur ruhig hinein, di«'Menschheit verträgt viel. Wenn' Sie' mal daneben schneiden,' Machen. Sie sich. keine Sorgen, ich nähe die Wunde wieder' zu".. Nun wusste Genno nicht: hielt Gerleitner ihn zum besten oder wollte er ihn gegen Isabella verteidigen? Der Prosessor blieb stumm, hielt einen Zuckerwürfel in den Kaffee und beobachtete | aufmerksam, wie die dunlle Flüssigkeit in dem > weissen, blitzenden Quader aufstieg, ihn durchsetzte, zerfrass, wie er zerfiel und in ihr aufging. Dann wusch er den Löffel in einem Wasserglas und tauchte ihn In die Schale. Genno kehrt« zu seinen Papieren zurück. Er entwarf«ine Ilebersicht über dl« Geschichte der Ehe, aus den ersten Anfängen der Menschheit bis heute. Mit Beispielen aus dem Leben. Feiertag sah um halb sieben am Fenster, Mittelmeier plauderte mit Isabella, Städtlein breitete seine Kataloge auf dem Tisch au», Bur» ger entfaltete Rennberichte aus Frankreich und studierte sie durch. Ein Laufmädchen, da» eine grosse hölzerne Schachtel trug, trank schnell ein Himbeerwasser, ein Chqusfeur, dessen Wägen an der Eck« wartete, goss ein Glas Bier hinunter. Finsterbusch zeigte sich den Gästen, er war schlecht aufgelegt, ging, nach allen Seiten nickend, durch den Raum und verschwayd.wieder. Da» Mädchen mit dem messinggelben Haar lief in die Telephonzelle, nestelte ein Geldstück au» dem Täschchen, wartete. Sie sprach ein Paar Worte, dann Presste sie die Lippen aufeinander, die Worte, die sie hört«, spiegelten sich in ihren Aiigen: die Augen wurden klein, trotzig, sie Ver» suchte wieder ein paar Silben zu sprechen, die pnhörbare Stimme am andren Ende de» Drahtes schnitt das Wort in der Mitte entzwei. E» blieb an ihren Lippen hängen, Wille,.der nicht beachtet, wurde, Vorschlag, den da» Wesen am andren Ende fallen liess, Entschuldigung, die zurückge» wiesen wurde. Ammer härter wurde der Blick de» Mädchens. Sie sprach ganz laut. Man hörte ein paar Worte: Ich lass mir dar nicht gefallen. Früher warft du ganz anders zu mir. Dann wieder Schweigen, wieder, ein Aufstemmen-gegen di« andre Stimme, die mächtiger war.' Schliesslich Leere' im Gesicht: die Stimme war verstummt, das Mädchen hielt ein Stück Wien Draht in den Händen, der Blutstrom war ausgeschaltet, abgehängt, lass mich in Frieden, Schluss. Die Tür der Telephonzelle knallte zm das' Mädchen lief auf die Strasse, ihr Kleid weht«, grosse bunte Blumen wären in das Kleid gewebt, dunkelrot, ockergelb, grün. Hugo sah ihr nach. In der Zelle lag ein Brief, zerknittert, wenige Zeisen- auf billigem, grauweissen Papier. Er wollte den Bries lesen, er wollt« ihn ausheben, bis das Mädchen wieder kam, aber er wusste, was darin stand,«r trug ihn in die Küche, warf ihn ins Feuer. X Knapp vor acht. Uhr kam Billy. Er öffnete die abgeschabt« Aktentasche,' die er unter dem Arm trug, warf«In paar Hefte, auf, denen tanzende Paare zu sehen waren, neue Schlager mit lockenden Titeln, auf die Noten, hängte de» Rock an den Nagel, begrüsste Pelikan, bat Hugo um ein Alas Bier und sah sich dann erst im Taft um. Carola winkt« ihm,,„Hallo, Billy l" rief sie, Isabella dreht« sich um, Herr Feiertag sah-erstaunt auf. Billy ging schnell zu ihr, gab ihr die Hastb.„Carola", sagte«r, ,4vi« kommen Sie hierher?" Er setzte sich an den Tisch, Hugo brachte ihm daS-BievglaS herüber. --„Ich habe mit Ihnen zu reden, Billy", sagte sie. E» war besser, gleich auf ihr Ziel loszusteuern. Sie konnte' nicht noch«in paar Stunden hier sitzen und den gelangweilten Gastspielen, j« mehr Zett-verstrich, um so geringer wurden ihr« Hoffnungen, „Ich brauche. Li«, Billy'; Sie müssen mir helfen,.wenn Sie könnest". „Schlehen Sie los. Wa» ist geschehen? Sitzen' Sie in der Patsche?"- „In einer schlimmen Patsche. Äh- bin da« bongelaufen. Bin meinem Vater durchgebrannt. Ich habe eS zu Hause nicht mehr auSgehalten. Ich hab kein Geld, keine Wohnung, niemanden, an den ich mich wenden kann, nichts. Jetzt wissen Sie alles",. Sie sah Billy scharf an: Jetzt darf.er nicht dl« Mundwinkel Hochziehen und sagen: Na. ja, das'ist nicht so einfach, aber wir werden sehen, was sich machen lässt. Nun darf er nicht an ihr vorbelsehen, irgendwohin; und denken:. Wie komme-ich-dazu,' mich mit den Sorgen diese» Mädels zu belasten, das ich nicht einmal kenne. Nun muss er ganz still sein und nachdenken. Mit dem Hetzen danken: Sie ist in Not, und ich will ihr Helsen. Sie ist zu mimr gekommen, weil sie Vertrauen zu mir hat, und es-ist gut, dass sie zu ihr helfen. Sie ist zu mir gekommen, weil sie mich, braucht. Billy legte seine Hand auf Carola» Arm. Sie wandte keinen Blick.von ihm, eS'war eine unbarmherzige Prüfung. Er starrte in da» Bier, der'Schaum zerfiel, Perlen stiegen in der goldgelben Flüssigkeit auf. Mit Feiertag zu reden hat keinen Sinn,' dacht« er. Mittelmeier kennt nleistästden, der in diesem Fall nützlich sein könnte. Finsterbusch würde fragen, ob ich ein Verhältnis mit dem Mädel habe. Di« Mertens hatte Verbindungen! aber sie kam erst in der letzten'Verlegenheit In Frage. Gerleitner— unmöglich. Krankenschwestern gab e» genug. Burger —' von Pferden berständ sie wohl nicht»,. und für Menschen,' di« nichis'von Pferden verständen, rührte er-keinen Finger. Genno würde ihr die Geschichte ihre» Leben» abpressen Und si« dänn nicht' mehr beachten. Blieb Städtlein. Der einzige Mensch im Cafz Finsterbusch, mit dem man exstft Über«ine ernste Sache reden konnte. Seine Buchhandlung ging schlecht, die Leute hatten Nicht ein» mal mehr für Kriminalromane Geld. Aber viel« leicht wusste er einen Rat.‘ „Warten Sie, Carola"^ sagte er.'„Bleibest Sie ganz still sitzen, vergessen Die alle», wa» geschehen ist; wir werden- ein« Stelle für Sie finden".■ .(Fortsetzung folgt,);'’' Nr. 277 SamStag, 28. November 1936 Seite 3 Lieden neue' Korpskommandos Nenorganlslerung der militärischen • KonimanCostelien Die Negierung hat im Parlament eine Vorlage eingebracht, die mit Rücksicht auf die inDurch- sührung begriffene Aufstellung von K o r p s l o m- nia n do s die nötigen Acndcrungen der Vermal« tungSkönipetenz der Militärsormationen betrifft. Grundsätzlich mird die gesamte Kompetenz der LandcSmilitärkommando».ausgenommen die Be- schlage malt, aus die neuen KorpSkommando» übertragen. Nach dem Motivenhericht werden sieben Armeekorps errichtet, und zwar: I. Korps Prag(Süd- westböhmen einschließlich der politischen Bezirke Tev- litz-Sihönau, Dux, Laun, Schlau, Prag-Land, BrandeiS a. E., lstikanv, Beneschau, Tabor und Pilgram); 11. Korps Königgrätz(der restliche Teil Böhmens); 111. Korps Brünn< Südwestmähren einschließlich der politischen Bezirke Borkowitz, Proß- nitz, Prerau, Kremsier, Ungarisch-Hradisch, Ungarisch-Brod); IV. Korps Olmütz(der restliche Teil von Mähren-Schlesien); V. Korps Treniin (Nordwestslowake!); VI. Korps Kaschau(Ost- slowakci und Karpathorußland) und VH. Korps B a ü s k ä Bystrica(Südwestslowakei). Im Motivenbericht wird angeführt, daß 1-ie bisherige Gliederung der höheren Truppenkommandos in DivistonSkommandoS und LandeSmilitärkom» mändoS im Kriegsfall zu schwerfällig wäre. Namentlich beim Prager Landesmilitärkommando zeigen sich schon im Frieden beträchtliche Organisa- tionsschwierigkeiten, da ihm allein sechs höhere Kommandos unterstellt sind.- Daher wurden durch Dekret des Präsidenten der Republik die sieben KorpSköm- mandor errichtet, die vorläufig nur al» Kommandostellen fungieren. Um ihnen auch den entsprechenden Verwaltungstechnischen Wirkungskreis geben zu können, ist die gesetzliche Regelung nötig. .Dadurch soll nicht nur die Administrative erleichtert, sondern auch für den Kriegsfall die Mobilisierung beschleunigt und so die Kriegsbereitschaft' der Armee vergrößert werden. In verwaltungstechnischer Hinsicht übernehmen die KorpSkom- mandos auch die Agenda der bisherigen DivisionS- kommandoS, so daß also eine Instanz wegfällt, wodurch die Agenda zweckmäßiger, einfacher und wirtschaftlicher gestaltet wird. Die Lande»» Militärkommandos, die.für bestimmte Kommando- • funktionen im Krieg unerläßlich.sind, werden auf di«. Kommandogewalt beschränkt. Die Korps unterliegen also hinsichtlich der Befehlsgewalt den LandeSmilt» tärkonnnandoS, in verwaltungstechnischer.Hinsicht Mtelf dem Verteidigungsministerium. . Die Errichtung der Korpskommandos macht eine Erhöhung des Offiziersstandes um 227 Personen nötig; der erhöhte Aufwand wird auf insgesamt 10.8 Millionen jährlich geschätzt, doch wird sich dieser Aufwand erst in späteren Jahren voll auSwirken. Präsident Dr..Veneti besuchte am Freitag in.Begleitung dcS MinistersMä ch n vk und des GcneralS B I ä h a die sri Ruzyni'stationierten Artillerieregimenter 191 und 1. In der Kaserne erwarteten ihn die Generale Syrovh, Krej- ?. i, 3 aucher, Bojcechovskh und Netik sowie die höheren Kommandanten der’ Prager Garnison. Der Präsident sah der Geschütz- und ReitauSbildung der Mannschaft zu und nahm vor dtr Abfahrt die Defilierung der beiden Regimenter ab. Vom Rundfunk Ewpfehleitswerte» mm de» Programmen Sonntag: Prag, Sender I: 8: Konzert aus Karlsbad, O.1O: Englischkurs, 0.45: Rundfunkorchesterkonzert, .12.20: Mittagskonzert, 17.85: Deutsche Sendung: Aus dem Städttheatet' Eger: Festkonzert anläßlich der Reichstagung de» Kirchenmusikbunde», 18.40: Funkwochenschau und klassische Zeugen,. 18.50: Deutsche Presse,.20.05: AuS dem Smetanasaal: I V. Sinfoniekonzert des tschechosiowakischen Rundfunks. 22.45: Orchesterkonzert FOK.— Prag, Sender II: 14.80: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Dr. Ott» Löwe, Frvie oder Zwangsjugend, 14.15: SontagSnachmittagSprogramm' für jedermann, 10.05: Schallplatten.—•' Brünn 0: Lieder von Dvokäk, 17.85: Deutsche Sendung: Orchestralkonzert.— Kascha« 12.20: Rundfunkorchesterkonzert, 17.15: Slowakisch« Lieder.— Mährisch-Oftra« 10.20: Unterhaltungskonzert. „Warum hat den« Ihr Man« hr«t« s»'strahlende La«««'?" fragte Frag Schulz ihre Nachbarin '„singend und pfeifend kam«'vorhin die Treppe herunter,"— Da lächelte Frau Meier:„O diese Männert" sagte sie,,„soll ich Ihnen da» Geheimn's seiner güten Laune, verraten? Er ist nur ein einzige» Wort: Küchel!"'— ,Michel?"—„Jawohl: Küchel; die gab e» nämlich heut« mittag bei not und Küchel sind seine Lieblingsspeise. Genau genommen müßte. Ich ja sagen:.Bitellö-Küchel, den« pur Menn die güte Bitello im Teig ist, schmecken sie ihm! ES. Ist ja auch ziemlich.einfach:%' Kg. Mehl,*1,. Liter Milch, 2 Eidotter, 1 ganze» Ei, 7 D kg. Lucker, 8 Dkg. Hefe,. Salz und— al»^Sichtigste»— 14 Dkg. Bitello. Man schlägt da» Ganze zu einem guten Teig, rpllt er fingerdick au» unp sticht daran» die' rundest Küchel, die man zugedeckt, gehen läßt. Bevor man die Küchel im heißen Cere» auSbäcki, macht man.in der Mitt««ine Gnibe, in die spät«' di« Marmelade kommt.---- Den, Manst. möchte ich sehen,.der da nicht ip gute Laune kommt. Allerdings auf eine? muß man achten: Vitello.-Morgärin« muß er sein, die gute.Vitello-Delikajessell lZir laden hiermit jede.Hausfrau.«in, sich, durch«inen' Besuch in'den Vitello-Werken persönUch.tävon. zu übrrzeu» gen, daß Bltello-Delikaiesse-Margarine nur aut sorgfältig auSgewählten Rohstoffen. In' hljgiemsch mustergültig« Weise hergeftellt wird..' fudetendeutscfier Zeitspicgef Adolf Schiefner, Graupen einer der Delegierten des Hainfelder Parteitages und unentwegter Streiter für die Sache der Sozialdemo- kratie.ist am2}. November gestorben. Schiefner hat bis in«eine letzten Tage wichtige Funktionen in der Partei bekleidet— und er war vor allem ein guter Mensch, zu dem besonders die jungen Genossen in Liebs und Verehrung aufblickt'en. Adolf Schiefner wird nie vergessen werden! Teilergebnisse von den Betriebs* rätewahlen Im Brüxer Revier Auf dem staatlichen H e d m i g-Schachte in Seestadt! wurde folgendes Ergebnis erzielt: 1936 Mandate 1933 Svaz hornikü• '284 2 284 Union der Bergarbeiter 179 2 135 Jednota hornikü 245 . 2 260 När. sdrüseni 53 0 65 Kommunisten 103 2 251 Auf dem Grohmann-Schacht in Eisenberg betrug die Zahl der Wähler 714, die der abgegebenen Stimmen 604, wovon 26 ungültig Maren, Die Wahlzahl betrug 06. Von den abgegebenen gUltige» Stimmen erhielten." 1936 Mandate 1933 Kommunisten 197 2 245 Christlichsoziale 80 0 0 DAG 242 3 285 Unton der Bergarbeiter 127 1 166 Indifferente 72 0 0 Ole sittliche Erneuerung der SdP Das führend« Mitglied der SdP in Plan bei Marienbad, Sternkopf, wuiche von der Gendarmerie unter dem Verdachte verhaftet, ein bei ihm. beschäftigt gewesenes vierzehnjähriges Kindermädchen geschändet zu haben. ..^-^.DeriPropagmidalekte^'-der'SdP i|n Pstml F i'f ch'e r, wurde aus Partei ausgeschlossen. Ihm werden Veruntreuungen und Mißbrauch seiner Stellung in der Partei zur Last gelegt. In einem Uebereinkommen mit ihm hatte sich die Planer'Parteileitung der SdP verpflichtet, die Gründe des Ausschlusses geheimzuhalten. Fischer war früher Kommunist. Er veruntreute auch in ter ÄPTsch und als Funktionär der kommunistischen Gewerkschaften Geld, weshalb er aus der KPTsch ausgeschlossen worden war. Mehrere.Mitglieder des Deutschen Turnvereins in Plan stehen im Mittelpunkt eines Gesellschaftsskandals. Turner und Turne rinnen sollen sich in einem Gasthaus des Bahn- hofsviertels nicht so benommen haben, wie es „männliche Zucht und weibliche Keuschheit" verlangen. Die Gendarmerie ist dabei, di? aus dem Turnsaal in das Gasthaus verlegten körperlichen Uebungen zu Protokoll zu bringen. Die Deutschen Im Justlzdfenst Einer uns zugekommenen detaillierten Statistik entnehmen wir, daß beim Obersten Gericht von 70 systemisierten Stellen zwölf mit Deutschen besetzt sind, das sind 17.1 Prozent, Bei der Generalproluratur ist unter sieben ein Deutscher(14.2 Prozent), im ObergerichtSsprcn- gel Prag gibt es 1584 Stellen, davon sind mit .Deutschen besetzt 404,(26.8 Prozent). Bei der OberstaatSanwaltschast Prag und den böhmischen Staatsanwaltschaften sind 83 Stellen, davon 14 Mit Deutschen besetzt(16.8 Prozent). Beim Lbcr- gerichtssprengel Brünn gibt eS 728 Stellen, wovon 148 mit Deutschen beseht sind(1H.11 P o- zent). Bei der Oberstaatsanwaltschaft Brünn und den mährisch-schlesischen Staatsanwaltschaften gibt es 50 Stellen, davon sind 0 mit Deutschen besetzt(18 Prozent), beim Obersten Verwaltungsgericht sind 72 Stellen, davon sieben mit Deutschen besetzt.(0.7 Prozent.) Explosionsunglück In Karlsbad In Karlsbad ereignete sich Freitag gegen 6 Uhr abends eine folgenschwere Explosion. Der im Haus Zentralbahnhof aus dein Jnvalidenplatz wohnende Möbelhändler Adolf B e r t l wollte in seiner Wohnung eine Politur kochen, wobei er größere Mengen Spiritus verwendete. Die Dämpfe explodierten. Als lebende Fackeln stürzten Bertl und seine Frau Anna auf die Straße. Sie wurden mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht, an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Das Kiird der Eheleute, das sich in einem anderen Raume befand, blieb unversehrt. Das Zimmer brannte aus. Nur einem Zufall ist es zu danken, daß nicht auch die anderen in der Wohnung' befindlichen Spiritusbehälter explodierten. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 20. November, 14.80 bis 14.45: Frei« oder Zwangs-June,id(Dr. Otto Löwe); woch,-2. Dizcmber, 18,20 bis 18.40: Enropäisihe Probleme'(Dr. Gregor'B'I« n'st ock); Freitag, 4. Dezember, 18.85 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten; Sonntag, 6. Dezember, 14.80 bis 14.45: Toleranz(Johann Storch). Eifersucht? Donnerstag mchmittagS hat der 26jährige Jaroslav L e p i t i seine Geliebte K r e m l ö v ä, wohnhaft in D u x, auf der Straße nach Schellenlen überfallen und sie mit dem Messer im Gesicht schwer verletzt. Kremlovä mußte in das Bezirkskrankenhaus überführt werden. Als Grund gibt LepitS Eifersucht an. Die neue Rübezahlschanze auf der der Sprunglauf der 3. Arbciter-Winter- sport-Olympiade auSgetragcn wird, geht gcgen- tvärtig der Vollendung entgegen. Diese Schanze wurde bereits im Jahre 1923 erbaut. Schon im Feber 1024 fanden die ersten FiS-Wettkämpfc auf ihr statt. Der große Anlaufturm mußte jedoch vorher niedriger gemacht werden. Den tvcitesten Sprung bei ungünstigsten Schneeverhältnissen führte damals der Norweger Ljunginann ans. In den darauffolgenden Jahren wurden wiederholt Verbesserungen vorgenommcn, der Sprungbetricb war rege. Bon den inländischen Springern erzielte?ldolf Beuger(Johannisbad) den weitesten Sprung mit 56.5 Metern; den Schanzenrekord hält jedoch der Norweger Sigmund Ruud mit 50.5 Meter.> Die Schanze wurde in diesem Herbste umge- baut und genau nach den Plänen der Fis und des HDW angelegt. Die Schanze wird nun leicht Sprünge von 60 bis 70 Meter zulasseu. Trotz diesen großen Weiten wird die neue Anlage nicht zu den schweren Schanzen gezählt werde.,, da sie mcdern gebaut ist und vor allem die vorgeschrie- bcnen Neigungen genau eingehalten wurden. Dor Auslauf und der Ucbergang, die bei der alten Schanze nicht entsprochen haben, wurden beim Umbau einwandfrei angelegt so daß diese Stellen den Springern keine Schwierigkeiten bieten werden. Einer der größten Vorteile dieser Schanze ist die Lage inmitten des Ortes. Sie ist kaum fünf Minuten vom Kurplätze entfernt und so können auch größte Zuschauermasscn in kürzester Zeit zum Schauplatz gelangen. Die natürlichen Erdterrassen ersetzen die Zuschauertribünen. Die ganze Schanzenanlage ist ideal. Die dritten .Winterspiele der A.rb.e i te r-Olympia de (18. bis 21. Feber 1937) werden, also mit dem Sprungläufe auf dieser Schanze einen würdigen Abschluß finden. Tödlicher Unfall im Bahnhof Mariaschein. Wie uns kurz bor Redaktionsschluß gemeldet wird, ereignete sich Freitag mittags auf dem Bahnhof ein tödlicher Unfall. Nach der Ausfahrt des nach Teplitz fahrenden Mittagszuges wurde auf dem Bahnkörper die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der offenbar durch Ueberfahren getötet wurde. alle den neuer Zwischenfall In Fernost Tokio. Unmittelbar nach Ucberreichung des japanischen Protestes wegen des verlustreichen ZufaminenstoheS bei Suifenh» erfolgte Donnerstag rin« neuer Zwischenfall in der gleichen Gegend. Ein Japaner wurde getötet, mehrere verwundet, während die Sowjets bei gleichen Verlusten noch ein Geschütz und mehrere Maschinengewehr« verloren. Die' Meldungen von der mandschurisch- sowjetrnssifchen Grenz« sprechen von einer- gespannten Lag«. Der„Kanonenkönig" gestorben Monte Carlo.(Reuter.) Sir Basil Zaharow ist am 27. d: M. hier gestorben. Basil Zaharoff,„der geheimnisvolle Mann von Europa", war eine der einflußreichsten Persönlüh- keiten der internationalen Hochfinanz und galt für den reichsten Mann der Welt. Wie es heißt, gehörte ihm halb Monte Carlo. Zaharoff war Hauptaktionär der englischen BickerS-A.-G. und damit einer der Hanptmänner vom Rüstungskonzern Vickers- Maxim-Schneider-Creufot und ferner der Hauptbeteiligte bei der Gründung der englisch-französischen Oel-Jnteressenaemcinschast. Außerdem hatte er durch seine Kapitalbeteiligung einen entscheidenden Einfluß auf zahlreiche Banken. Ueber sein Leben, dar von vielen Geheimnissen umgeben ist, werden u. a. folgend« Daten angeführt: Er wurde im Jahr« 1850 in Konstantinopel als Sohn griechischer Eltern geboren. 1884 ging er nach Athen, wo er sich als ungetvöhnlicheS Sprachtalent bewährte. Schon damals beherrscht« er durch Umgang mit Ausländern zehn Sprachen. Er kam al» Dolmetscher zu dem englischen RüstungSindustriellen Vickers, als dieser wegen Kriegsmateriallieferungen den Balkan bereiste. Zaharoff wurde einer der Reisenden des VickerS-Konzerns und machte in dessen Diensten eine außergewöhnliche Karriere. Basil i Zaharoff war der größte Geschäftsreisende in Rü» , stungSmaterial und hatte an den entscheidenden Blum kür die Beilegung der Arbeitskonflikte Paris. Die Sitzung des Kabinettsrates, die Freitag nachmittags stattstndcn sollte, ist auf SamStag verschoben worden. Ministerpräsident Aon Blum hatte im Laufe des Vormittags und am frühen Nachmittag Eiuzelbesprcchungen mit den zuständigen.Ministern über den Text des Re- gierungSgesebenttvurscs betreffend die Einführung eines obligatorischen Schieds- und Vergleichsverfahrens bei Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Präsident der Republik hat diesen Gesetzentwurf nachmittags unterzeichnet und der Ministerpräsident legte ibn am Spätnachmittag der Kammer mit dem Ersuchen' um dringliche Behandlung vor. Die Hauptbestimmung des RegierungSent.- wurfes besagt, daß, falls' rin Konflikt nicht durch die kollektive ArteitSkommisston und sodann durch die paritätische Bezirkskommission, noch durch die Berufungsinstanz i'elgelegt wurde, die Siegierung daS Recht besitzt,' ei«' obligatorisches BergleichS- und Arbitrageverfahren anzuordnen. DaS Prinzip diese- einzuschlagenden Verfahren» ist bereits frti- her sowohl vom Allgcuicrkschaftlichen ArbeitSver- cher eS abschließend heißt, daß„er morgen bereit sein werde, so wie er gestern bereit gewesen sei, alle Maßnahmen zu begrüßen, welche geeignet cr» schincn, dem Lande die erforderliche Aktivität für den sozialen Frieden zu sichern, allerdings unter der Bedingung, daß die unerläßlichen Voraussetzungen für wirksame Verhandlungen und insbesondere die Respektierung des Gesetzes über das Privateigentum und über die Verträge sicherge- stellt werden. Der Generalsekretär des Allgewerkschaftlichen Arbeitsvcrbandes I o u h a u x hat erklärt, daß der Allgöwerlschaftlichc Arbeitsverband sowie die Arbeiterorganisationen volles Vertrauen zur Regierung hegen und daß sie insbesondere mit aller Entschiedenheit die Gerüchte ablehnen, als ob der Allgewerkschaftlichc Arbcitsvcrband einen Generalstreik zu proklamieren plant«. Llller Streik dauert an Sill e. Donnerstag abends fand HI««i«e Beratung von Vertretern von Metallwarenfabriken Wiener Sozialisten verurteilt Wsen. Das Wiener Gericht verurteilte Mechaniken Alois S ch u st e r und vier seiner Genossen, durchwegs Sozialdemokraten, die im Juli dS. I. wegen Teilnahme an den national» i Stellen zahlreicher Staaien solche Beziehungen und sozialistischen Demonstrationen b«i den Olympia, ei««» derartigen Einfluß, daß der englische Zeitung». L.‘,.....-! magnat Lord Beaverbrock von ihm mit Recht sagen Feiern verhaftet wurden, zu zwei blS fünf Mo-. f onn j e.»Das Schicksal der Völker ist sein Sport und naten Arrest. Schuster stammt au» Prachatitz.j di« Pläne der Regierung sind seln Geheimnis", 90.000 Textilarbeiter Inden Streik London. 00.000 Spinnerei- und Baum- wollarieiter haben in Manchester mit überwälti- gender Stimmenmehrheit beschlossen, am 19. Dr- zember in den Streik zu treten, um die Abschaffung der Lohnkürzungen zu erwirken, die sie seit dem Jahre 1082 erlitten habt«. tand««AS. aüch vom Allgemeinen Arbeitgeber»«-,{|t h(nelt gestreikt wird. Es wurde beschlossen, "' Dcr Allgcwerkschaftliche Arbeltsverband bat be» Generalstreik so lang, fortznsetzen,»iS eine umfangreiche Proklamation erlassen, i« wel- i Forderungen erfüllt sind. Schieds-undVersleichtverfahren in Frankreich (Seite 4 SamStag, 28. November 1036 AgLÄimtgAeiten „Deutsche und Arbeiter*)** Nicht der Titel einer wlsscnschaftlich-polUi- schcn Abhandlung, sondern der Name eines Kinderspieles. Es>vird gespielt in allen sudetendeutschen Gegenden und es ist ein Kampfspiel ungefähr der Art, wie die in jener fernen idylli- schon Zeit, da Deutschland noch nicht erwacht wär, allgemein üblichen Spiele„Indianer und Trapper" und„Räuber und Gendarm". Es ist allerdings, dem Fortschritt der Zeiten entsprechend, realistischer als jene. Die Kinder der da- nmligen Zeiten kannten Trapper und Indianer nur aus zcrlcsencn Gcschichtenbiichern und Räu- bcr nur aus undeutlichen Ucbcrlicferungen. So muhte die Phantasie mithelfon, den Spielenden gewisse Vorstellungen der„feindlichen" Gruppen zu schassen. Bei dem modernen Spiel„Deutsche und Arbeiter" ist das nicht notwendig, kann die Phantasie entbehrt werden, weil jedes Kind weiß: die„Deutschen" sind die„besseren" Leute, die mit den besseren Kleidern und in schöneren WohnUngcnhauscnden und deshalb auch von sehr vielen Armen demütig verehrten Leute, und die „Arbeiter", daö sind die schlecht Gekleideten, die Armen, die Hungerleider, die Verachteten, die Ernährungskarten bekommen, sind diejenigen, die man nicht gerne sieht, denen man gerne auLwcicht, wenn man ein„Deutscher" ist, sind das Niedrigste, das man sich vorstellcn kann, sind also der gegebene„Feind". Und da sie ein sehr verabscheuter Feind sind, wollen die Kinder nicht gern„Arbeiter" sein, sondern immer „Deutsche" und sähen sie nicht ein, dost nian bei einem Kampfziel auch eine gegnerische Gruppe braucht, so gäbe es stets nur„Deutsche". Denn selbstverständlich wollen auch jene Arbeiterkinder, die von den Kindern der„Deutschen" gnädig als Mitspieler geduldet werden, im Spiel (und in ihren Zukunftöträumen auch im Leben) immer nur„Deutsche" sein und niemals„Arbeiter". Daö sudetendcutsche Bürgertum hat sich immer schon durch einen Arbeitcrhast, der anderen Nationen völlig fremd ist, ausgezeichnet. Aber es war doch erst die Schaffung der„Volksgemeinschaft" durch die eindeutig Sozialen notwendig, das Heraufsteigen jener Zeit, in der in Deutschland der Arbeiter zwar keinerlei Recht mehr hat, aber der nationalen Ehre teilhaftig ist, um die kleinbürgerliche Ueberheblichkeft so grob und den Arbeitcrhast und die Arbeiterver- achtung so niahlos zu machen, daß der Arbeiter zur gleichen Zeit, da man ihn zum GesolgS- mann im Betrieb machte, um ihn- widerstandsloser auSbeuten zu können, und zum Kameraden" in der Partei, um seinen"Stimmzettel zu ergattern, in der Vorstellung der sudetendcut- schen Hitler-Leute zum Nichtdeutschen schlechthin wurde. Zum Nichtdeutschen: weil er Besitzloser ist! Zum Nichtdeutschen: weil viele Arbeiter sich noch Dcnkfrciheit und eigene Urteilsfähigkeit bewahrt haben und nicht zu Anbetern des zweit- interesfailtesten Schnurrbartes der deutschen Die Arlomongolen bei der Unterzeichnung des Vertrages Geschichte geworden sind,— zum Nichtdeutschen, weil sie sich die Volksgemeinschaft nur als Gemeinschaft von Freien und Gleichen und nicht als von einem Feldwcbelintellekt geführte Gefolgschaft vorstellcn können... Einen Gegensatz zwischen Deutschen und Arbeitern zu konstruieren— daS blieb den Dolksgcmeinschastlern Vorbehalten I O, sie wer- den diese ihre charakteristischeste Leistung verleugnen! Aber im Spiel der sudetendeutschen Kinder, in diesem Spiel, in dem Gestalt geworden ist, was in den Gesprächen der erwachse- neu„Erwachten" an Meinungen, Ueberzeugun- gen, Anschauungen Wort geworden war,— in diesem Kinderspiel offenbart sich daö tiefste Wesen, der eigentliche Gehalt der SdP., des Nationalsozialismus und des Faschismus, die im Grunde eines sind.—fb— Tschechische Schriftsteller und Kultnrarieiter alS Straiiensammler. Die Prager Polizeidirektion hat für den kommenden Sonntag eine Sammlung für die arbeitslose Jugend belvilligt, in deren Dienst sich nicht nur die Jugend selbst, sondern auch einige tschechische Schriftsteller und Kulturarbeiter gestellt haben, welche an der Spitze der Aktion ^Die Jugend vor allem" stehen. Um die Notwendigkeit ausgiebiger Hilfe und den Ernst der Lage zu betonen, werden sie sich selbst an den Straßen- sammlungen beteiligen.. Gemeldet haben sich bisher Genosse Vojta Beneö, der Vorsitzende der tschechischen Juaendsiirlorge, Frank. H a l a S, Josef Hora, Prof. Dr. Hromädka, Josef Kopta, Jar. K r a t o ch v i l. Helena Mali t o v ä, Karel N ovh, Marie Pujmanovä, Blad. Van luia und andere. Dr. Bretholz gestörten. Freitag früh starb In Brünn der langsährige Direktor deS mährischen Landesarchivs und austerordentlicher Profesior der Brünner deutschen Technik, Dr. Berthyld Bret- I Holz, im Alter von 75 Jähretz. Dr. Bretholz ver- l fahte eine Reihe von Werken über die böhmische l und mährische Geschichte, darunter" die„Geschichte > Mährens",„Geschichte Böhmens und Mährens" eine„Geschichte der Stadt Brünn" und zahlreiche Artikel über die Geschichte Mährens. Er betätigt | sich auch an der Reorganisierung des Archivwesens | in Mähren und wurde von zahlreichen wiffen- I schaftlichen Gesellschaften zum Ehrenmitglied ernannt. Fregoli gestörten. Der bekannte BarittS« : Artist Leopold Fregoli verschied in Bia Reggio ! plötzlich im Alter von 67 Jahren. Er stammt auS Rom und war in der ganzen Welt als Ber- wandlungSkünstler und Illusionist bekannt. Antisemitische Demonstrationen in Lemlerg. In Lemberg haben am Freitag nationalistische Hochschüler antisemitische Strastendemonstrationen veranstaltet. Die Polizei zerstreute die Demonstranten, denen eS jedoch Inzwischen gelungen war, In zahlreichen jüdischen GSschäftSläden die Scheiben einzuwerfen. Auch die Fensterscheiben der Redaktionen zweier regierungsfreundlicher Blätter sind eingeschlagen worden. Elf Exzedenten wurden verhaftet. Die Demonstranten betvarfen die Polizei mit Steinen, wobei zwei Polizisten verletzt wuüien. Mehrere jüdische Strastenpasfanten wurden angegriffen uüd mißhandelt. Trotzkistische Wühlarbeit?„Auf dem Schwarzen Meer herrscht" noch immer ein starker Sturm. Einige Schiffe sind gescheitert, die Telegraphen- und Telephonverbindung ist unterbrochen." Akademische Arbeit. Die Schäden, welch« von den Studenten bei der Besetzung der Universitätsräumlichkeiten in Warschau angerichtet worden sind, werden auf 20:000 Zloty geschätzt. Verbot der Kunstkritik. In einer anläßlich der vierten Jahreötagung der ReichSkulturkammer gehaltenen Rede erklärte Propagandaminister Dr. Goebbels, er habe sich veranlaßt gesehen, in einem Erlab die Kunstkritik zu verbieten und sie durch die Kunstbetrachtung oder Kunstbeschreibung ersetzen zu lasten. Die Marseillaise Biographie einer Hymne Nach seinem Tode spricht Hermann Wendel noch einmal zu seinen Lesern. Diese Geschichte der Marseillaise ist sein letztes Werk.") Geschrieben im Jahre des 100. Todestages Nougeis Ist sie sein Beitrag zu Ehren dieser Hymne, die daS Freiheitslied der Menschheit geworden ist. Unter das Borwort zu seinem Buche— wenige Zeilen nur und auch sie in jedem Satze echtester Wendel— hat er dar Datum der 100. TodeSlageS NougetS gesetzt:. 27. Juni ISllÜ. Bald darauf warf ibn ein heimtückisches Leiden aufs Krankenlager, daS sein Sterbebett wurde. Am 2. Oktober 1980 ist Hermann Wendel gestorben. Er hat dar Erscheinen seiner letzten Buches nicht mehr erlebt. Nun liegt er wie ein Bermöchtnir in den Händen seiner Leser. Wie er im Leben war, so tritt auch in WendelS Buche der Schöpfer der Marseillaise Rouget de L l r l e. Dichter und Komponist der Hymne in einer Person, hinter seiner Schöpfung zurück. Er war ein eitimaliger genialer Wurf, die Gnade einer einzigen Stunde, in der Rouget über sich hinauswuchs und derer er sich in seinem späteren Leben nicht immer ganz würdig erwiesen hat. Sein Leben verläuft und endet im bürgerlichen Alltag, beinahe in Anonymität. Aber gewaltig, mächtiger als sein Schöpfer, unsterblich erhob sich sein Lied mit rauschenden Fittichen über ihn hinaus, am mächtigsten und mit verjüngter Kraft immer dann, wenn ein« Stunde kam, die feiner SchöpsüngSstunde glich. Hermann Wendel erzählt NougetS Leben. Leicht hinneplaudert scheint es.„Daß der. Doktor Earrdre in der rue des Bertus Nr. 4 als Freund«In- und ausging, wußte jeder Kind." So beginnt das Buch, >ind so könnte auch ein Roman beginnen. Aber wer *) Hermann Wendel. Di« Marseillaise. Biographie einer Hymne. 184 Seiten. Kartonniert Fr. 8.50, In Leinen Fr. 5.—. Europa-Beilag, Zürich. Wendelr Arbeitsweise kennt, der weiß, daß hinter jedem Wort, hinter jeder scheinbar nur beiläufigen Angabe von Personen, Leit und Ort die gründliche, nicht leicht befriedigte Gewissenhaftigkeit steckt, mit der Wendel die grundlegenden Studien zu seinen Büchern hi» in die kleinste Einzelheit trieb, und der Leser kann sich darauf verkästen, daß Rouget in Choisy de Roi tatsächlich in der rue de» Bertus Nr. 4 gewohnt und sein Arzt Dr. Earröre geheißen hat. Da» war Hermann WendelS hohe Kunst, Tatsachen au» den verftaubtesten Archiven frisch und lebendig zu gestalten, und e» ist diese Kunst, die Wendel» mit Wissenschaft gesättigt« Bücher so genußvoll lesbar macht und sie doch jeder strengen Prüfung auf wistenschastliche Zuverlässigkeit standhalten läßt. Eine kleine Episode charakterisiert treffend diese Gewissenhaftigkeit de» Schriftstellers Hermann Wendel. Einer seiner Freunde hatte für eine Arbeiter« Zeitschrift«In Lebensbild de» Dichters Johann Gottfried Seume geschrieben und darin war so nebenher Non den„Treffen" eines heffischen Korporal» die Siebe. Der Ausdruck war nur al» schmückende» Beiwort gebraucht, Hermann Wendel aber, dem der Aussatz gefallen hatte, fragte den Berfaffer ernsthaft interessiert, ob er sich denn vergewiffert hab«, daß ein hessischer Korporal um" 1780 Treffen al» Rangabzeichen getragen habe— er würde in einem solchen Fall« doch erst in einem Werke über Uniformsunde nachgeschlagen haben. Eine» nur beiläufig und bildlich gebrauchten Worte» wegen— so arbeitete Hermann Wendel! Und wenn er Ronget al» Unterleutnant im Corp» Royal du Gknie im dunkelblauen Waffenrock mit schwarzsamtenem Plastron. schildert sc kann der Leser überzeugt sein: er hat sich über die Farbe de» Uniformrocke» vergewiffert. Wendel schildert die Schöpsung»ltund«, in der die Marseillaise entstand.„Krieg»li«d der Rheinarmee" hieß sie zunächst, und die heroische Stimme eine» Bolle» in Waffen, da» seine Revolution gegen die Allianz der Könige zu verteidigen hatte,"sprach au» dem Munde dsv"jungen Genieoffizier». Bon dieser Aprilnacht de» Jahres 1702, der sie entsprang, au» dem Hause de» Straßburger Bürgermeister» Dietrich, in dem sie vom Klavizimbel begleitet zum 'erstenmal erklang, trat die Hymne ihren SiegeSzug an. Hermann Wendel schildert ihn. E» Ist der Roman eine» Liedes, das, von Königen verabscheut, in reaktionären Leiten verpönt und gar verboten, sich immer wieder erhob, wenn die Revolution die Sturmfahnen entfaltete. In Straßburg entstanden, von seinem Dichter selbst nicht hochbewertet, nahm da» Lied seinen eigenen Weg und koinnit auf dem Umtoeg über den Süden mit den Marseiller Batallio- nen nach Pari». Jetzt konnnt da»„Kricgslied der Rheinarmee" al» der„Sang der Marseiller"— jetzt Ist da» Lied die„Marseillaise" geworden und so heißt die Hymne fortan. Sie bahnt sich den Weg in die Armee. Unter ihren Klängen ziehen di« napolco- l ischen Garden in die Schlacht, obwohl Napoleon da» revolutionäre Lied nicht mochte. Aber di« Generale wußten e» zu schätzen, wenn der ein« berichtete: „Ich habe die Schlacht gewonnen, denn die Marseillaise kommandierte mit mir!", und«in anderer: „Die Marseillaise hat dein Vaterland hunderttausend Verteidiger geschenkt". Und al» Napoleon von Elba zurückkehrte, jubelte ihm die Marseillaise al» Begrüßung entgegen, uni dann für lange Leit zu verstummen: di« Reaktiyn verpönte da» Lied al» staat»- gesährlich, gefährlich für i h r e n Staat. Und sie hatte nicht so unrecht. Al» die Julirevolution 1880 den reaktionären Plunder wegfezte, stieg auch die. Marseillaise von den Barrikaden apf. Sie wär der Sturmgesang des Revolution. Da» müßte auch der „Bürgerkönig" Ludwig Philipp erfahren, obwohl er .dem greisen Dichter der Marseillaise ein« Pension auiwarf.und ihm dq» Bändchen' der Ehrenlegion verlieh, ja sogar die königlichen Prinzen die Marseillaise einübeN ließ—.im Innersten /lieber wär Ihm gewiß die biedere„Parisienne",, die die Marseillaise ersetzen sollte. Und al» die Revolution 1848 auch diesen Thron stürzt«, hallt«. dem fliehenden König die siegreiche. Marseillaise nach. Aber wieder konnnt die Reaktiön'obenauf, und nach dem Staat»« streich von 1851 gehen die Verbannten"mit dem Gelang der Marseillaise In» Bagno oder In» Exil. Nun, unter Loui» Bonoparte verfällt di« Hymne von 1782 Nr. 277 Di« Geliebte ermordet? Donnerstag stellte sich um 12 Uhr mitternachts der 25jähriqe"Student der Fortschrittsschule Miroslav T o m e k aus Prag XII., HradcSinskä 20, auf dem Weinberger Polizeikommiffariat und gab an, daß sich seine Geliebte, die 20jährige Friederike B y st r i c k ä aus Zijkov, Bcojikovck 8, in seiner Wohnung durch einen aus seiner Pistole abgefeuerten Schuß getötet habe. Den Grund ihre» Selbstmordes vermochte er nicht anzugeben. In die genannte Wohnung wurde sofort eine Polizeiwache entsandt und Tomek, besten Aussagen sehr verworren waren, einstweilen auf die Wachstube gebracht und dort verhört. Inzwischen hatte der Polizeiarzt nur mehr den Tod der Bystrickä fcststellen können. Dieser bereits von den-gestrigen Nack^ Mittagsblättern berichtete Sachverhalt erscheint durch die Ereignisse des Verhör» und des Lokalaugenscheins bedeutend verändert. Zunächst wurde festgestellt, daß die Ermordete nicht Friederike, sondem Henriette und nicht Bystrickä, sondern Kocourek hieß; Bystrickä war ihr Mädchenname gewesen, ihre Ehe mit Kocourek Ist allerdings wieder geschieden.— Die Frau hatte nie Selbstmordabsichten geäußert. Der Schuß, der" sie getötet hat, muß von fremder Hand abgegeben worden sein: die Kocourek wurde auf dem Boden liegend getroffen. Anscheinend ist der Tötung ein heftiger Kampf vorausgegangen. Der Revolver wurde durch ein Fenster in den Garten geworfen. ES steht fest, daß zwischen,den beiden jungen Leuten ein-Streit war.— Die Oesfnnng der L-iche wird heute erfolgen. Polarforscher Schmidt gestorben. Der bekannte österreichische Polarforscher und Direkwr der Wiener meteorologischen Zentralstatjon Prof. Dr. Wilhelm Schmidt, ist Freitag früh in den Räumen der philosophischen Fakultät der Wiener Universität einem Schlaganfalle erlegen. Prof. Schmidt stand im 54. Lebensjahre. Schmuggler auf der Normandie. Agenten de» Zollgehelmdienfte» ist ed gelungen, auf dem Ozeandampfer.Liormandie" Prätiosen im Werte von über 150.000 Dollar» zu beschlagnahmen, die in einem Koffer mit doppeltem Boden ausbewahrt waren. Drei Schmuggler wurden festgenommen. Lieferungen von Papier und Pappe. Da» Ju- stlzminisierium schreibt im„Amtsblatt der Tschecho« slowakischen Republik" vom 25. November 1888 einen Wettbewerb zur Lieferung von 278.741 Kilogramm verschiedener Sorten von Papier und Pappe au». Die Bedingungen der Ausschreibung versendet di« Kanzlei der Gefängni»abteilung de» Justizministerium» gegen«ine Gebühr von 5 K£. Der Austausch von Wertbriefe« mit Spanien eingestellt. Die Postämter nehme» bi» auf weitere» Wertbriefe nach Spanien nicht an.(Bom Post« und Telegraphenministerium.) Wetterlage unverändert. Freitag"hat«S sich meist etwa» abgekühlt, und zwar namentlich auf den Bergen, wohin sich au» den tteferen Lagen teilweise kalte Luft mit Nübel au»gebreitet hat. Jedoch auf denjenigen Gipfeln, wo e» noch heiter geblieben ist, ist die Temperatur heute tiefer al» DpnnerStag. fln den Niederungen Mitteleuropa» wurden nachmittag» meist minus 2 bi» minus 4 Grad verzeichnet; verschiedentlich hat e» geringfügig genieselt oder geschneit. Der Luftdruck über dem Fcstlande ist in allgemeinem Sinken begriffen, zunächst kann jedoch keine rasche Wetteränderung erwartet werden.— Wahrscheinliches Wetter Sam» tag: Auf den Bergen allmähliche Zunahme der Nebelbildung und weiter«, Abkühlung, sonst Fortdauer de» herrschenden Witterungscharakters. Vereinzelt ge» ringsvgige Schneefälle.— Wetteraussichten für Sonntag: Noch immer kein« größere Aenderung. völligem Verbot. Gleichzeitig wurde ihr Schöpfer Rouget, der nun schon seit fünkzehn Jahren unter der Erde ruhte, de» Plagiat» beschuldigt. Aber wa» Verbot— die Marseillaise war unbesiegbar. Immer Nieder erhebt sie sich au» dem Herzen de» Bolle». Und dann— 1870 Ist sie sogar dem bonopartlstischcn Regime al» patriotisches Reizmittel recht, um die Gemüter für den Krieg, zu erhitzen. Es endete damit, daß«ine preußische Militärkapelle die Marseillaise den Besiegten zum Hohne spielte, al» die Armee Mae Mahon» au» Sedan in die Kriegsgefangenschaft geführt wurde. Unter ihren Klängen marschieren Gambetta» Aufgebote. Sie entfacht den Todeimut der Kommunekämpfer. Sie bleibt die Hymne der Nation gegen alle Widerstände, bis sie endlich unter der Dritten Republik zur französischen Nationalhymne erhoben wird. Seit, dem 14. Juli 1878 hatte Frankreich die drei nationalen Symbole: die Trikolore, den 14. Juli als Nationalfeiertag und die Marseillaise. Ein Menschenalter später, am 14. Juli 1815 begleitet die unsterbliche, Hymne die sterblichen Reste ihre». Schöpfers Rouget de Lisle in die Ehrengruft Im Jnvalidendom. Längst aber gehörte die Marseillaise nicht mehr Frankreich allein. Längst war da»»Hohelied der Revolution", wie der preußische Historiker Treitschke die Marseillaise genannt hat, da» Freiheitslied der Böller geworden. Und so klsngt sie noch immer im Hebzen der Völker wieder durch Dunkel und Not,«in Trutzgesang geg'en die Tyrannen, ein HoffmiNgrlieo der Menschheit. Hermann Wendel hat un» den Roman de» unsterblichen.Liedc» erzählt. Fesselnd auf jeder Seite, In der bezwingenden Sprache, die jeden Satz au»- zeichnet, den er geschrieben hat. E» war sein letzte» Werk, da» er vollenden durfte. Und es Ist vollendet. Der Tod nahm ihm die Jeder au» der Hand und zog allzu früh den Schlußstrich unter da» LcbenSwerk «ine» der besten und' unermüdlichsten Arbeiter am Befreiungkkawpf der Menschheit. Und daß sein letzter Werk ein Hhmnu» auf die Freihettshhmne der Völker wär, gibt dem Buche«ine schmerzliche Weihe. . Edgar Hahnewald. SamStag, 28. November 1930 Nr. 277 Kreditanstalt der Deutschen (.um,** rML"-" Verwaltungskapital »30 MW»»«« Kt tzaftuugSkaPttak 80 vkilltone» KC. •1 ttwiiM ml WM Der„Abbau** der Diktatur In Jugoslawien (8GB) Jugoflawien gehört zu den Ländern, in denen gegenüber dem Ausland gern mit demokratischer und freiheitlicher Gesinnung ge- prunlt und im Lande selbst möglichst reaktionär gehandelt wird. Daß die Gewerkschaftsbewegung und ihre Institutionen dabei noch nicht ganz unter die Räder aesommeN sind, ist aus ihren energischen Ab- wehrwillen und darauf zurückzuführen, daß sozialpolitische Institutionen vorhanden sind, Pie ihre Daseinsberechtigung bewiesen haben und im Laufe der Zeit zu starken Traditionen geworden find. Dies gilt z. B. für die im Südosten Europas heimischen— oder heimisch gewesenen!— Arbeiterkammern, reinen Arbeitnehmervertretungen, die als Gegenstücke der Handelskammern gedacht sind und im großen Nahmen ungefähr die gleiche Nolle zu spielen haben wie der Betriebsrat im Betrieb und die Gewerkschaften in den einzelnen Industrien. Es sind gesamtwirtschaftliche beratend« Organe des Staates. In Jugoslawien wurden dies« autonomen Körperschaften, deren Vertreter von den Gewerkschaften tndirekterundgeheimerAb- st i m m u n g zu wählen stütz, im Jahre 1822 km Arbeiterschuhgesetz verankert. 1888 fanden unter schlimmstem Terror die letzten Wahlen statt, die trotz der vom damaligen Regime gestarteten Gegengewerkschaften auf der ganzen Linie zugunsten der freien Gewerkschaften auösielen. Als Mitte 1885 Stojadinoblä die Regle- rung antrat(wa» bedeuten sollte, daß die»Diktatur liquidiert wird"), war einiger Optimismus am Platz«. Nunmehr scheint«s, daß das jetzig« Regime schrittweise selber den Faschismus verwirklichen wjll,/den«S seinerzeit„liquidieren" wollt«. Di« Presse- und Redefreiheit werden heute mehr geknebelt als unter irgendeiner früheren Regierung..Demokratisch" verhält sich di« Regierung nur noch gegenüber ihrer eigenen Parteigruppierung: ihr sind Versammlungen und Zusammenkünfte gestattet, während dies bei den Arbeiter- otganisatlmien nur noch ausnahmsweise der Fall ist. Auch die Regierung StojadiUovii ist bestrebt, ihren, eigenen Arbeitersektlonen das Monopol der Organisation und Einvernahme zukommen zu lösten. Die freigewerkschaftliche Organisation der Aüwiterschast wird auf dem Amtswege nach Möglichkeit unterbunden; die freie politische Organisation ist ganz verboten. Die Bestimmun- gen der Sozialgesetzgebung werden überall offen mißachtet und di« Mißachtung wird von der Regierung stillschweigend geduldet. Eine besondere Note erhält di« Reaktion der jetzigen Negierung durch das Verhalten ihres So- zialministers Evetkovtc, der unter dem Einfluß des aus klerikalen Kreisen kommenden Innenministers versucht, vermittels der Arbeitersektionen der Regierung in den katholischen Gebieten den klerikalen Einfluß zü stützen sowie in den nichikatholischen Gegenden den flerikalen Einfluß zur Geltung zu bringen. Dieser sehr geschäftige Herr steuert offen in der Richtung einer Ordnung nach österreichischem Muster. Der gegen die Arbeiter gerichtete Kurs der Regierung hat sich in letzter Zeit bedeutend v e r- schärft, wobei lvahrscheinlich die Tatsache nicht unbeteiligt ist, daß die M i t g l t« d e r z a h len d e rfr e i e n G e wirk sch aftenstei- g e n, und im Zusammenhang mit einer leichten Belsepung der Gesamtlage einig« S tr e i k s gewagt wurden.. Tsiese Tendenzen nahm die Regle-, rung zum Borwand, um ejy Gesetz vorzübereiteni das das Streick r echt Mit einem Schlag ab- si ch aff e n stifte. Wenn auch der Widerstand der freien.Gewerkschaften diesen Entwurf zu F ü l l bracht e, st ist doch daS Soztälministe- rium vermittel« seiner Orgaste der Arbeitsinspektion bestrebt, an die Stelle dir Gewerkschaften di«.Arbeiter-Sektionen" der Regierungsparteien zu setzen. Im Falle der städtischen Betriebe ist man so weit gegangen, dqß die vercinigungSfrei- h«it direkt unterdrückt und dtp Wahlder vom Gesetz dötgeschriebenen BertremSntleut«'^verboten würde. ■ Der allerneueste Angriff gilt den Arbeiter« lammern, auf die mün es schott lange iibgesehtn hat. Det besagt« Sozialminister hat näH österreichischem Muster kürzlich" einfach Kommissäre eingesetzt sowie besondere Untersuchungsausschüffe zur Ueberprüfung der Gebarung und der Tätigkeit der Arbeiterkammern ernannt. Dieser Schlag gegen die Arbeiterkammern ist ein scharfer Angriff gegen da» stärkste Bollwerk der Geivcrfschaften und damit«ine offizielle Verneinung jener demokratischen Tendenzen, zu denen sich Stojadinoviä gegen überde m Ausland gern bekennt! Organisationsentwurf kür die Landwlrtschaftskammern Der Organisationsentwurf für die Umwandlung der Landeskulturräte in Lantzwirt- schaftskammern, der auf einer Enquete der landwirtschaftlichen Akademie ausgearbeitet wurde.-ist nun im Druck erschienen. Darnach sollen am Sitze jeder Bezirksbehörde sogenannte»Landwirtschaftsvertretungen" errichtet werden, und zwar als Genossenschaften, die sich auf Pflichtinitglied- schaft gründen. Mitglieder dieser Genossenschaften sollen sein: 1. Eigentümer, Pächter und sonstige Nützer landwirtschaftlichen Bodens, die der Grundsteuer unterliegen und wenigstens ein Hektar Grund besitzen, wobei das Landwirtschaftsministerium Ausnahmen bewilligen kann. 2. eiaenberechtigte Familienmitglieder dieser Landwirte, sofern sie im Hause leben und in der Landwirtschaft tätig sind. 8. Frühere Eigentümer und Pächter von landwirtschaftlichem Boden, welche wenigstens 15 Jahre in der Landwirtschaft tätig wann und keine andere nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung auSüben. 4. eigonberechtigt« landwirtschaftlich« Angestellte und ständige landwirtschaftliche Arbeiter, 5. Lehrpersonen von landwirischaftlichen Schulen und Beamte der landwirtschaftlichen Korporationen, Institute und Unternehmungen. An Stelle der zentralen Lan- deskulturräte sollen Landwirtschaftskammern treten und ztvar In. Prag, Brünn, Preßburg und >lljhorod, welche die Funktion der gegentvärtigen Landeskulturräte übernehmen, aber finanzielle Selbständigkeit erhalten,, und zwar sollen die BerwaltungSkosten der Kammern und Bertretun- Die Aufgaben der englischen Armee (eiS) Der militärische Mitarbeiter des Londoner„Daily Telegraph", Generalleutnant Temperte h, schreibt in seinem Blatte über die Meinungsverschiedenheiten, die in britischen Militär» und Politikerkrelsen über die Bestimmuna der britischen Armee im Kriegsfall« bestehen. Dir offizielle, vom Kriegsminister Duff-Eooper vertretene Auffassung, geht dahin, daß die britische Armee drei Aufgaben habe: den Schutz der überseeischen Garnisonen, die Verteidigung des Mutterlandes und die Entsendung von Hilfskorps nach Gebieten, deren Verteidigung im-englischen Interesse liegt. Temperley teilt mit, daß gegen den dritten Punkt dieses Programms zwei verschiedene Gruppen opponieren. Die einen si»ü> die „Luftkriegs-Theoretiker", die behaupten, daß tm kommenden Kriege die Lusttvaffe eine so überragende Bedeutung haben werde, daß die Entsendung von Truppen aufs Festland oder nach Ueber- see durch die Entsendung von Flugzeugen überflüssig gemacht werde. Die ander« Oppositionsgruppe sind die„Begrenzungstheoretiker", die den Standpunkt einnehm«», daß Großbritannien zur Verteidigung ausländischer Gebiete nie mehr als eine eng begrenzte Truppenzahl zur Verfügung stellen dürfe. Sie berufen sich auf die alt« englisch« Tradition, daß es in jedem Kriege Staaten geben müsse, di« auf dem Festlande für dieselbe Sache wie England kämpfen. Diese Staaten sollen durch ein kleineres englisches Hilsskorps ermutigt wdrden, im übrigen aber den Kampf aus eigenen Kräften führen. Temperley lehnt die Einwände der Luftkriegstheoretiker mit dem Hinweis darauf ab, daß sie die Bedeutung der Luftwaffe überschätzen, wenn sie glauben,, daß.sie die Landarme«.völlig überflüssig machen werde, und er wendet sich gegen die BegrenzungStheore- tiker mit. der Bemerkung, daß man von keinem Staate verlangen könne, für England zu kämpfen, wenn England nicht bereit sei,, ihn nach Kräften zu unterstützen. England brauche also ein« genügend große Armee, und der Kriegsminister fei im Richt- wenn er mit allen Mitteln den Rekrut«mnangel der britischen Armee., zu beheben bemüht sei. Bemerkenswert ist, daß kürzlich im Oberhause Lprd Strabolgi, Angehöriger der Labour- Party und früherer Erster Lord der Admiralität, alt wirksamstes Mittel zur Behebung des englischen Rekrutenmangels die D e m 0 k r a« t i s i e r ü n g der« n g l i schenArmee hezeichnetei vor allem die Einrichtung, daß die Soldaten aus dein Mannschaftsstande in das Offizierskorps aufrücken können^ wa» bisher nicht der Fall ist., Lord Llrabolai erklärte, daß ihm unter" dieser Voraussetzung die Militärpflicht de» mokratischer erscheine als das jetzige Freiwillt- geiHeer mit feiner privilegierten OffizierStaite. Schufchniss gegen Kommunismus und Nationalsozialismus. Der Wiener Hava»-Korrespondent gibt folgenden Inhals" der donnerstägigen Rede des. österreichischen Bundeskanzlers Dr.'Schuschnigg ist Klagenfurt wieder: 8» den I Feinden der Mttischen Unabhängigkeit Oester- i reichs gehören der Kommunismus und der Ra« s:" XÄ-’""**“’-« 1® An die F|(fnn 3.|,, i ii gen durch einen 40prozentigen Zuschlag zur Grundsteuer, durch Einhebung von Gebühren für gewisse Amtshandlungen, durch Beiträge jener Korporationen, denen ein Vertretungsrecht in det Kammer zugebilligt wird, und zivar bis zu höchstens einer liö pro Mitglied, und schließlich durch Beiträge der Landwirtschaftlichen Genossenschaften bis zu fünf Prozent des ReingetvlnneS. Die Wahlen sollen in Kurien erfolgen.(DND.) Handelskammern der kleinen Entente? Di« Wirtschaft-zentrale der Kleinen Entente beschäftigt sich mit dem Plane der Gründung von Handelskammern der Kleinen Entente,.die in Prag. Belgrad und Bukarest errichtet werden sollen. Der Plan wird auch von den maßgeblichen Stellen in den beiden anderen Staaten der Kleinen Entente gut geheißen und. begrüßt, so daß bereits in den nächsten Woche» mit seiner Verwirklichung zu rechnen ist. Weitere Besserung In Ostrau und Wltkowltz Die Beschäftigung der Eisenindustrie und der Kokereien in Mähr.-Ostrau bessert sich. Die Wit- kcwitzer Eisenwerke haben zu Beginn des Monat» eine zweite Batterie von Koksöfen angeblasen, so daß sich deren Kokserzeugung verdoppelt hat. Auch in den Tkinecer Eisenwerken wurde«Ine zweite Batterie von Koksöfen angeblasen. Es ist die», die Folge des erhöhten Koksbedarseö für Hochöfen. In den Tkinecer Eisenwerken wurde das sogenannte neue Stahlwerk in Gang gesetzt, in welchem vorläufig ein Teil angeblafen wurde, während ein anderer Teil demnächst in Tätigkeit gesetzt werden wird. Die Tkinecer Eisenwerke bereiten die Inbetriebsetzung eines weiteren vierten Hochofens vor, besten Betrieb im Jahre 1881 eingestellt wurde. Auch die Witkowitzer Eisenwerke beabsichtigen, in absehbarer Zeit einen Hochofen der Sophienhütte anzublasen, der ebenfalls längere Zeit bereits steht. audienz empfangen worden. Danach stattet« der Reichsverweser dem KarSinalstaat-siftetär Pacelli feinen Besuch ab. Paeellt erwiderte kur, darauf den Besuch in d«r ungarischen Gesandtschaft, zuftandiaeu Gericht anzuzeigen, nicht tionalsozialiSmus. Die Kommunisten und ihre Tätigkeit müssen sorgfältig überwacht werden. Der Kampf gegen den Kommunismus kann in Oester reich von. drei Kräften geführt werden: Bom österreichischen Patriotismus, vom religiösen Fühlen und vom geistigen H o ch st a n d(daher Stände-Staat!) der Bevölkerung. Es besteht kein Zweifel, daß der K o m m u n i s m u s das bedeutsamste und gefährlichste Zeichen unserer Zeit ist. Der zweite Feind Oesterreichs ist der Na tionalsozialismus, wir sind nicht gegen die Deutschen, wir bleiben aber heute wie gestern unerschütterliche Hüter der österreichischen Unab hängigkeit. DaS österreichisch-deutsche Abkommen vom 11. Juli duldet keine doppelte Auslegung. Seine grundsätzliche Richtlinie ist das Dollfuß- Programm. An diesem Programm werden wir nicht einen Strich ändern. DaS ist. in Oesterreich und auch in Deutschland bekannt,. AIS dritten Feind der österreichischen Unabhängigkeit erklärte Dr."Schuschnigg schließlich den Defaitismus, des sen Daseinsbetätigung der Redner unter Hinweis auf die Belege für die sich ständig zum Besseren hin entwickelnde Situation Oesterreichs ablehnte. Di« Legende von den russischen Flugplätzen. Wie die Jntropreß aus Wien. erfährt, hat die dortige Filiale der Antikommunistischen Liga einen Empfang gegeben, bei welchem der Berliner Reichsleiter der„Antikomintern" Dr. E h r r wieder die Legende von den russischen Flugbiät zen in der Tschechoslowakei, den russischen Offi zieren in tschechoslowakischer Uniform und den russischen Piloten in der Tschechoslowakei auf- tlsihte. Ehrt bezeichnete dort auch Hitler als„un ser aller Führer"(schmeichelhaft für den Auch- Führer Schuschnigg!). Auch ein ungarischer Mini ster a. D. Cstllery, hetzte gegen die Tschechoslo- wakei. Interessant ist aber vor allem, daß der österreichische Mini st er Glaise-Hor- st e n a u als Gast und Sprecher zugegen war. Uebrigens war auch ein Jugoslawe, Dr. Ban- kowiü, angeblich als„privater Beobachter", bei dem merkwürdigen Empfang anivesend. Reue deutsche Flugzeugträger.(Ru) In Deutschland wurde jetzt eine neue Art von Flug zeugträgern eingeführt. Bis jetzt hat man bei dem Bau von Flugzeugträgern vor allem danach ge strebt, die Fläche, auf der. die Flugzeuge gelagert werden,"zu vergrößern. Die englischen Flugzeug träger sind" zum Beispiel imstande, auf dem Ober deck bi» 70 Flugzeuge unterzubringen. Der neue deutsche Flugzeugträger ist bloß auf 25 Flugzeuge berechnet, dafür ist er viel schneller als andere Schiffe dieser Art und ist außerdem bester bewaff net und gefchützt. Der neue deutsche Flugzeugträ ger kann bis 48 Kilometer in der"Stunde machen, ist also schneller als die gewöhnlichen Kreuzer, und tzerfügt zu seiner Berteidigiing über Geschütze von 15 Zentimeter. Aber die wichtigste Neuerung besteht darin, daß der deutsche Flugzeugträger durch einen dicken Panzer geschützt Ist, der etz ihm erlaubt, sich sehr nahe an da» feindliche Geschwa der heranzuwagen und auf diese Weise Flugzeuge von einer sehr geringen Entfernung starten zu lasten. Rom. Der ungarische Reichsverweser von Horthy ist Freitag mittag» vom Papst in Privat.! M^-M„°dMert'(bzw7ünverändert fortgesetzt ® x«... M darauf berufen, daß du«« Haushälterin oder Lebensgefährtin? (Arbeitsgericht.) Zeltabständen h»' ,n i) zu in unregelmäßigen a konta lkr-r v» b f em s D'-nstgeber«einer« B-trag- ‘®$nforbetiinflen erhalten, so daß tie aufgelaufene Differenz schließlich bi, zü der-mge- fch Eines Tages habe ihr „^°ekla«te Dienftgeber eröffnet. er werd- heiraten und bedürfe ihrer Dienste nicht mehr,«l, sie«e- zahlung der L-Hnrückständ- und Einhaltung der Kvn. ^OUNgSfrist verlangte, habe er ihr nur 70!t recht gut zu eiten geben, einem schwachen Kaffee erst recht ordentlich Franck zu- letzen. Darum zum Getreidekaffee erst recht Aecht-Franck, am betten Karo-Franck. Dies das Rezept: Mich Eidotter= Kokosöl— Erdnußöl— Pnanzen-LozttMn■— iendeutschen Künstlern ist an erster Stelle Richard ssleißner-Gablonz zu nennen. Seine Landschaften sind eigenartig sowohl In der Art zu sehen, wie auch, In der malerischen Behandlung. Die Gattin des Künstlers., Edith Fletbnex-P lisch! e, zeigt «in Mädchenporträt von Qualität. Otto Unger- Brünn, Rudolf Watznaue r-Eger, Hans AI st«Ursketschen, Ernst B i r I e-Trautenau, Alfred Dorn- Steinschönau ergänzen im übrigen den sudetendcut- schen Anteil an der Ausstellung. Der Prager Bildhauer Karl Bogel zeigt Bildnisbüsten von edler Anmut. Id. -sM/-» Uhr.— Adri,:'Die Schneiderin." Tsch.— Alsa:-Die Versuchung." G. Cooper, M. Dietrich. Ä.— Avion:.Perlen aus dem Kronschatz." A.— Beranek:»Die Spielhölle am Goldufer." Robinson. A.— Fenix:»Unter zwei Flaggen." A.— Flora:»Marquis Corbqll." A — Gaumont:»Herzen im Dämmerschein." Tsch.— Hollywood:„Oestlich von Jawa!" A.—» Hpkzbä: »Dein Herz inkognito." Tsch!-—JvliS:»Die Schneiderin" Tsch.— Kinema: Journal«,. Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale. Groteske.— Kotvar»Mädchen, im Schlpfsaaf." Simone Simon. A.— Lucerua:»Unter zwei Flaggen." A. — Metro:»Oestlich von Jawa." A.— Passage: »Blumen aus Nizza."- Erna Sack. D.— Praha: „Herzen im Dämmepscheini" Tsch.,— Radw«„Arzt aus Leidenschaft.". D-— Skaut:»Liebe und Manöver." Tsch."— Sviitozir:„Mädchsnim-Schlüf- saal." A.— Alma:„Dav iw Copperfierd)" R. Colman. A.— Bajkal:»Sturm über dem^Chinesischen Meer." A.— Belvedere:-üStmm üher'deth Chinesischen. Meer." A-— Befeda:»Arzt aus Leidenschaft." D.— Carlton;„Allotria." D.— M»,» flon:»Allotria." D'..— Lid« H:»David Copperfield." Nach Dickens. A.,—'".Louvre:"„Allotria." D.—'MaceSk-:'„Allotria.'D.— Oltzm»te: «Jungfernklpb." Nach Jacquez Deval. Fr.,— Mert» UM:»Da» Erwachen des Weibes:" Tsch.— Rostz: „Allotria." D.— U Lejvodn:„Die ganze Stadt spricht davon." Robinson. A.— Balder-.»Allotria." D,—.«eletrhhp^Allqtriq,".D.'.'. - Zu Anlaß des 30J8hrigen Bestandes der Partei veranstaltet die Sozialistische Jugend Kreis Prag unter der Parole „(5K richtig gesehen" eine; Ausstellung von Bildstatistiken, zu welcher alle.Genossen herzlichst eingeladen sind. Eröffnungsabend mit Vortrag Samstag, den 28. November, 18 Uhr im kleinen Urania-Saal, Klimentskä ul. Besichtigung.ferner am 20. und-80. November:von 18 bis20 Uhr Urania. Eintritt frei. Bezirksorganisation Prag der DSAP Wir machen nufere Mitglieder auf die statistische Ausstellung der Sozialistischen Jugend CSR richtig gesehen im Kleinen Uraniasaal aufmerksam und empfehlen allen Genossen und Genossinnen den Besuch dieser interessanten Exposition. Tischleuchter sind sehr modern geworden. MLn sicht sie wieder in den Schaufenstern der verschiedenen Geschäfte: Leuchter aus Holz, Metall Per» zellan, und man stellt sie wieder auf de» Abend-- tisch als Träger ruhig brennender Apollo-Kerrrn: Ls ist aber-auch wirklich so anheimelnd und traulich, die abendlichen Feierstunden"" bei."- mildem' Kerzenscheine zu verbringen:88582a fangreicheS Programm Irischer, schottischer, englischer und nordamerikanischer Volkslieder. Volks lieder allerdings, die nicht immer dem Edelbegriff des Volksliedes entsprechen, sondern sich im Gegenteil bedenklich der Gattung des volk-beliebten Schlager liedes nähern, oder des Volksliedes derbste Art, den ^.Gassenhauer, darstellen. Wenn Moria Scheu auch in keiner Welse den Vergleich-mit fsvotte Guilbert rechtfertigt und auch nicht an die Chanson- und Vor- iragLkunst der letzten Wiener Generation heranreicht, so"lernte man doch eine tcmpcramenwolle und vor tragslebendige Chansonsängerin In ihr kennen, die Gesang, Deklamation, Geste und Mienenspiel gleich wirksam für. ihre""Kunst verwendet." Nur ersetzt.sie - eigentlichen Charme durch Keckheit und AuSdrucks- wärme, wo sie nötig wäre, durch Aufträgen im Akzent. Ihre Sovranstimme ist ihr als gefügiges Bortragsinstrument durchaus untertan, entbehrt aber des.sinnlichen Reizes. An.Hilde Loewe hatte sie eine ausgezeichnetes diskret und delikat spielende Be gleiterin ain Flügel, die auch solistisch anftrat und sich als technisch feste Pianistin und nuancenreiche AnschlagSkünstlcrin bewährte. E. I. Heute halb 8 Uhr Nrausführung„Stimmen in und um unS" von Sans Multerer. Sechs Bilder: Kain, 10 Gebote, Zwei Mütter, Schach dem König, Gar, Maturafeier. Regie; Liebl.(Abonnement auf gehoben). Preise: Ki 2.80 bis 20.—. Multerers .Leien und Sterben des Bauern" war vor zwei.■——--r—-- Jahren am Reuen Deutschen Theater ein große: elner schöneren zuwendet,—, und in nicht ganz Erfolg. Di« heutige Uraufführung de» heimischen klarem Zusammenhang mit diesem Ereignis finden Autors,- zu der sich zahlreiche Interessenten von! auch noch unaufc-gende Lieb-raffaren von Leuten auswärts angemeldet haben, begegnet dem aller-, auil einem Prager Schuhgeschäft statt.«Ile.Mitwir- größten Jnteresie. Multerer wird der. Premiere kend-n, auch Karla Oltiova. die chi-r. offenbar zum betwohnen. Dienstag Erstaufführung„Ehe", Komödie in 15.Pildern Von JdhanneS v. Baszary. Hauptrollen: Götz', Wunsche; Siedler, Carpentier, Dudek; Regie: Prager'8 sresskon Die Mitglieder-Ausstellung des deutschen Vereins bildender Künstler'^Präger-Sezession* im--»«>.—,.. K u n st v"ä i e i n für Dohm«' n bekommt: Gellster.' durch eine Reihe erster Namen Bedeutung. Da ist- Der nächste, bitte... DaS„Neue Theater" wieder Willi Nowak mit zwei schönen Gemälden, unter der Leitung von Oldkich Novh hat in. den in« die alle Vorzüge der abgewogenen Komposition und timen Räumen in der Sitjblo-Paffage vor geladenen der malerischen Behandlung dicSmgl mit einer ge- Gästen und Presse in der Generalprobe die von O. dämpstcren, gleichsam„irdischen" Farbigkeit Per» Novh nach einem älteren Motiv bearbeitete Operette einen. Friedrich Feig! stellt ein«„Romanszcne"„Der nächste,, bitte..." vorgeführt. Der Titel gebenen ihres Mannes singt. Ein üblicher Operettenbrei, aber mit einigen witzigen DeiailS auSgestättet, mit einigen humorvoll gezeichneten Figuren(vor allem der verschwiegene Bureaudiener), mit Anspielungen■ auf das Amtieren in Mmisterien und Aemiern, und auf den blühenden Protektionismus gewürzt. Einige Figuren wurden in guter Einstudierung gespielt, die Markierung war unterhaltend. Die einzige-weibliche Roll« wurd« an dies«m Abend von allen drei in Frage kommenden Besetzungen, Frau Särkovä, Herrmannovä und Grotz ovä, abwechselnd gespielt, wobei Ljuba Herrman-. novä wohl den besten Eindruck hervorrief. Die Melodien der MusiktexteS von R. KvaSnica unterstreichen die Leichtigkeit der Dialoge und Situationen, die zwar lose, nicht" aber zu gewagt sind. Der Beifall der empfänglichen Publikums war lebhaft. ■■-. m. t ' Wochenspielplan der Renen Deutschen Theaters. SamStag halb 8: Stimmen- in und um un»,-Abonnement aufgehoben.— A. 1.—Sonntag 2 Uhr: » LI.--.i nn' rtrnn> Schneider im Schloß. 7: Faust 1. und 2.. Teil, Frauenor?anisation Prag H 2.— Montag halb 8: Eine Nacht in Venedig,. Montag, den 30. November, abcmds 8«hr im Th-atergem-ind- der Jugend, 2. Serie, grüne Karte > und freier Verkauf,. Abonnement.aufgehoben.— Dienstag halb 8:"Ehe, AI.— Mittwoch halb 8: Cavalleria rustieana,"Der"Bajazzo, Gastspiel Jarmila KÄirovä, B 2.— Donnerstag halb 8: Axel an der Himmelstür, C 2.— Freitag halb 8: Die lustigen Weiber von Windsor, D.— SamStag halb 8: Axel an der Himmelstür, B 2.— Sonntag" halb 8: Die lustigen Weiber von Windsor,"halb" 8: Ehe,'C I.'"' ■ Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. SamStag 8. Uhr: Knentschuldigte'Stunde, volkstümliche Bor« - stellung.— Sönntag 8:" Gesallene Engel, halb 8:..