Einzelpreis 70 Hdlti (einschließlich 5 Heller Porto) 16. ZüyWng Dienstag, 1. Dezember 1936 Nr. 279 deutsch*italienische Hilfe Linderung oder Verschärfung dar Arbeitslosennot 1 Ein Wort an die Feinde der Em&hrungsaktlon Von Abgeordneten Wenzel J a k s c h Die Angriffe der Rebellen auf einzelne Stadtteile von Madrid machen in den letzten Tagen nicht mehr den Eindruck, als wolle Franco sich der Stadt durch Gewaltstöße bemächtigen und als hoffe er. mit den vorhandenen Kräften noch zu einem Ergebnis zu kommen. Vielmehr scheint ihlndäranzu liegen. die Verteidiger zu beunru- higenund zueiner Berzettelung ihrer Kräfte-zu zwingen, dchnfter wenigstens die st r a t eg i sch e In i t i ä t'i v e b.e h ä l t und-nicht selbst in die«ine Verteidigung gedrängt wird. Der kombinierte AngriffMf seine rechte"Flanke bei Aranjuez, den ein. Panzerzug. JNfauterie und Kavallerie der Regierung.mit/grotzer Bravour durch- suhrten, ist zwar nicht zu einer strategischen. Um- qchung ausgereift, zeigte aber sehr- deutlich, wie park. sich die Sitliation verändert hat. Die Trup« t>en dir Regierung unter dem Kommando des General- Mejia find heute immerhin.' bereits.- im- stchnde. gröbere Operationen zu unternehmen und Frästco iist fröttst Felde anzugreifen. Wenn ein Manöver.iwte der PörftiK owf Talavera einmal taktisch gelingt, so kann die ganze Front Francos LÜftzeröNt und seine Armee in da» Gebirge geworfen werden, wo sie jetzt im Wsirter einen besonders,, schweren Stand-Wil, Daher die Versuch- Francos, Madkip MkMgsttNS-UpeMkWe gen', d^ Miliz zu binden und das Gesetz des Handelns' noch vorzuschreiben. Indessen sollen die d eu t scheu un d i-t alienis chen Waffen, Flugzeug« und Truppen (bzw. vermutlich Offiziere,, Tankführer, Piloten und Ingenieure) die sicherem Vernehmen nach in größeren Transporten unterwegs find, heran- g e f ü h r t werden. Mit ihnen erst wird Franco voraussichtlich aufs neue zum Angriff antreten. Militärisch ist die Lage der Regierung derzeit günstig. Schwierig gestaltet sich nur die Le- bensmittel v e r f o r g u n g Madrid» Md die Sicherung der zahllosen durch die Bombenangriffe gefährdeten Zivilisten, vor allem der Frauen und Kinder,,Bei der Belegung der Untergrund-Bahnhöfe mit Massen von. Zivilisten, die hier Schutz suchen und die Nacht verbringen, besteht vor allem auch beträchtliche Gefahr für den s a n i t ä r e n Z u st and der belagerten Stadt. ES wäre von größter Bedeutung, wenn» gelänge, vor Eintreffen der deutschen und italienischen Verstärkungen Franco eine größere Niederlage zuzufügen. Madrid.(HavaS.) Der Ausschuß für dir Verteidigung Madrid» hat Montag nachmittag» mitgeteilt» daß der Feind im Abschnitt bei Po- zurda einen durch zwei Tank-Abteilungen unterstützte« heftigen Angriff erSsfnrt hat. Rach einem Mehrere Stunden dauernden Kampf mußt» sich der Feind zurückzirhm, der große Verluste erlitte» hatte. Sech» Tank»- dar- Aufständischen wurden vernichtet, zwei Tank» de uts cherHerkunft find de« spanischen Truppen i« die Hände gefallen. Sm Abschnitt lkasa del Sampo haben die NegierungStnippen ihre Positionen an einig« Stelle« verbessert. Bal e n eia. lFabr») Die regnerische Witterung dauert in ganz Spanien an und erschwert dir SriegSoperätioNen. An der Madrider Front ist auf beiden. Seite» die Artillerie tätig. RegierMsSabteilMaen unternahmen einig», Angriffe gegen-den Feind und zexstrente« die Aufständische» lei Gwrabito und bet Pont« de lo» Franceses. Sie rückten im Abschnitt voldemoro etwas vor. An der Guädalojara-Front eroberte» die SkgierMsSabttttststgrir stinige Diirfpr zurück. ■ Alicante.(HavaS) Flugzeuge der Auf. ständische« warfen Montag auf die. Stadt-Ali» getroffenen Gebäude sind keineswegs militärische Objekte, sondern Privathäuser. Dir Be» völkerung flüchtete an» der Stadt. Unruhen In Francos Rücken v ale n r l a.(Faira) Meldungen au» L a C o r« n a zufolge herrschen in der-Stadt Unrnhen Md Stratzenkämpfe. Die Truppen solle« sich den Arbeitern angeschloffen habe«. Auch an» Sevilla werde« Unruhe» gemeldet. Mr die Franco-Truppe« sei rin deutsche» Schiff mit Waffe« und Munition auf dem Wege. Auch Truppen solle» sich an Bord diese» Schiffe» befinden, die an der Küste an» Land gebracht werd«- sollen.-Zwei italienische Flngzeugsabri- kvn arbeite« jetzt ausschließlich-für die Aufständische» Md expedieren ständig Flugzeug-SendM- ge» nach den Balearen-Inseln. Vie Internationale Erlgada wSchst Barcelona.(Reuter.) Hier sind einige hundert Ausländer, Italiener, Deutsche', Franzosen,,Polen, Belgier, Ocsterr eich e r Mb-ÜngWr^öinffetrvffen,die'in-die internsttto»! nale Brigade die auf Seiten der Regierungsabteilungen kämpft, eintreten wollen.- Es kursieren Gedichte... ■ Gibraltar.(Reuter.) Cs kursieren Gerüchte, daß rund 100 russische Offiziere, darunter ein General,, in Malaga eingetroffen find, um das Kommando.über"die Regierungsmiliz und ihre Ausbildung zu übernehmen. Es heißt auch, daß in Malaga im Laufe der Woche zwanzig dreimotorige Flugzeuge ausländischer, wahrscheinlich russischer Provenienz, erwartet werden. Auf'dem Rätekvngreß kamen in der Debatte der Ministerpräsident M o l o t o w und derAußen- minister Litwinow zu Wort. Beide wandten sich in sehr deutlichen und entschiedenen Worten gegen die Kriegspolitik der faschistischen Mächte. Liiwinöw erklärte, Rußland würde mit jedem Angreifer auf russisches Gebiet fertig werden, Da abet gerade da» spanische Beispiel zeige, daß die faschistischen Mächte sich verschiedene schwache Punkte Europas als Angriffsziele aussuchen,:sei die Organisierung des Friedens durch Beistandsverträge nötig.- Litwinow kam dann auf den deutsch-japanischen und den geplanten italienischjapanischen Vertrag zu sprechen. Da der Faschismus, unter den Völkerbundsmitgliedern keine Bundesgenossen gefunden habe, wandte er sich an diejenigen wenigen Länder, welche ebenfalls ägrefiive' Ziele verfolgen und schloß'mit ihnen den Block zum Kampf gegen die «internationale.kommunistische Gefahr". Der Genauigkeit halber wolle'Litwinow bemerken, daß kein, gemeinsamer Block zwischen drei Staaten, sondern' zwischen Deutschland und Italien. und separat"zwischen Deutschland und Japan abgeschlossen worden sei. Uebrlgen» besitzen wir, sagte Litwinow, genaue!' Informationen,, daß-Italien Japan vorgeschlagen hat, mit' ihm. ein Abkommen abzuschließen, welcheS dem veröffentlichten Teil heS.japanisch-deutschen MlommenS änalog'wäre. Kundige Leute weiger«.sich»«.glaub»», daß zur Ausstellung der veröffentlichten zwei.Artikel bc» japanisch-deutschen Abkommen» 15 Monate BrrhmchlMgm.nötig»«wesen- seien. Es sei kein Wunder, daß Vermutungen ängestült werden, daß da» j ap a«isch- de«t s ch e Ab ko mm en Zu unserer Arbeitslosenfürsorge ist einmal ein offene» Wort zu sagen. Die Regierung steht vor. dec-wichtigen Frage, ob endlich gegenüber den Bedürfnissen unserer schwergetrosfenen Krisengebiete größeres Verständnis bewiesen werden soll, oder ob— allen Kundgebungen von maßgebendsten Stellen zuni Trotz— die gegenteilige Tendenz einer Verständnislosen Bürokratie zu fördern ist. ES ist eine erfreuliche Wahrheit, daß die Arbeitslosigkeit nach langen bösen Krisenjah- ren einen wesentlichen Rückgang aufweist. Niemand ist darob glücklicher als jene Arbeitslosen, die endlich wieder Beschäftigung gefunden haben. Niemand' kann aber auch die lapidare Tatsache bestreiten, daß jene Bedauernswerten, die weiter arbeitslos bleiben, ihre Lage umso drückender empfinden, je länger sie ohne Erwerb sind. Mit besonderem-Nachdruck haben wir daher im Bud- getauSschuffe darauf hingewiesen, daß die wirtschaftliche Besserung in den deutschen Industriegebieten weit hinter- dem allgemeinen Durchschnitt zurückbleibt. Taub hat die nationale Verschiebung der Krisenlast durch eindrucksvolle Zif«, fern tzargetan -'-.AM die Bezirke mit deutschen Mehrheiten entfielen im Oktober 1635 r»nd 62 Prozent der Arbeitslosen, im Oktober 1036 aber 63 Prozent l Die letzte uns vorliegende Statistik besagt, daß die Arbeitslosigkeit'gegenüber dem Oktober des Vorjahres im Staatsdurchschnitt um 28.2 Prozent zurückgegangen ist, in den mehrheitlichen deutschen-Bezirken Böhmens dagegen nur um IO Prozent. Besonders zu unterstreichen ist dabei, daß eine Reihe von industrielle» und ländlichen NotstandSbezirken Böhmens(Dux, Gablonz, Kap- litz, Karlsbad, Marienbad, Neudeck, Tachau, Tep- i» zweimal 24 Stunden zwei Neberfälle auf So- wjetterritörium mit ziemlich bedeutenden Kräften unternommen, wodurch sie die Ruhe, welche ziemlich lange Zeit an der sowjet-mandschurischen Grenze geherrscht hatte, störte. Wir wolle« hrf- fen, daß trotz de» Berliner Abkommen» die japanische Soldateska in der Mandschurei die eindringliche Bitte der fernöstlichen Armee nicht außcracht lassen wird, für ihre ÄPaziergängeeineweiterliegendc Gaffe auSzuwählen. Da» veröffentlichte japanisch-deutsche Abkorn- wen sei lediglich der Dickmantel für ein ändere», da» gleichzeitig besprochen und paraphiert, wahrscheinlich auch unterzeichnet wurde, find da» nicht, veröffentlicht wurde. Ich behaupte im Bewußtsein der vollen Verantwortung meiner Worte, daß' j» diesem Geheimdokument da» Wort KommuniSm-n» nicht einmal er'wähnt ist.' Entgegen.seinen programmatischen Erklärmsgen, daß er grundsätzlich gegen jegliche internationale Bündnisse und Kombinationen,, mit Ausnahme von Nichtangriffspakten, sei, habe der deutsche Faschismus mit bem 10.000- Kilometer entfernten Japan ein Abkommen^ und zwar keineswegs überi Rich tun griffe, abgeschlossen. Da» Abkommen mit Japan habe die, Tendenz, einen'Krieg, der. auf einem Kontinrnt au», gebrochen- sei, mindestens~ auf zwei, wenn nicht mehrere Koütinente zu verbreit«». Der i t a- l i e n i.sch e F a s ch iSmu» höbe trotz'der Erklärung nach der Abessinien-Expedition, daß er. territorial befriedigt setz sich jetzt in daS S tz't e m agresfiver Abkommen eingereih« »O di« japanische Regierung hat entgegen der Bersicherungan dieSowietunion.daßelnthr vor. geschlagener RichtanariffSpakt immer noch von ihr erwogen werde, jetzt den Abschluß solcher Pakte von der Zustlyrmun« Deutschlands abhängig gemacht. litz-Schönau, Trauienau).eine Stabilisierung ihrer besorgniserregenden Arbeitslosenziffern verzeichnen. Auch von Nordmähren-Schlesien haben wir unlängst die gleiche Erscheinung konstatiert. Diese ttaurigen Ziffern sind, von unserer Seite nicht zum Privatvergnügen und auch nicht für den internen Parteigebrauch zitiert worden. Die primitivste nationale Gerechtigkeit muß doch damit beginn«», daß dem Massen-Notstand in den deutschen Gebieten zumtndestenS soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird^ wie den Wiju- . scheu der SpiritnS-Jndustrie. Jedermann kann unsere Angaben nachvrüfen. Keinem Interessenten, ist es verwehrt, die wahre Lage in den Krifengebieten zu studieren. Man soll sich aber nicht damit begnügen, von festbesoldeten und zumeist verständnislosen Kontrollorganen papierene Relationen einzuholen, sondern in-den Jndusttiegemeinden NordböhmenS.und Nordmährens, in den.Elendsdörfern des.Erzgebirges und des Böhmerwaldes einmal-nachzusehen, wie die Krisenopfer leben, waS sie zu essen habt», wie ihre Kleidung und ihr Schubwerk ausschaut,'wie es um den Gesundheitszustand der Kinder und der Erwachsenen bestellt ist. Solche Kontrollen wären ungemein nützlich. Warum scheuen jene Kreise, die über den»Mißbrauch" der ErnährungSaktton zetern, davor zurück, in menschliche Berührung mit den Opfern ihrer Sparwut zu kommen. Auf diesem Gebiete ist ein Zustand eiitgerisscn, der nachgerade unerträg- l i ch wird. ES wird nur von jenen AuSnahmSfälle« gere det, wo ein wirklich«« oder vermeintlicher Miß- brauch der staatlichen Fürsorge vorliegt. Auf jeden solcher Fälle könnte« wir zwanzig«nd dreißig Familie« vorführen, die bitteren Hunger leiden, ttostloS dahinvegetiere« Md vielfach trotz erwiesener Bedürftigkeit nicht einmal eine Zehnkronen-Karte pro Woche bekommen. Wir erleben«S in der letzten Zeit, daß infolge rücksichtsloser linearer Kürzung der Bezirksanforderungen mehr und mehr Arbeitslose überhaupt nicht beteilt werden können, weil einfach zu wenig Karten da sind. Wenn eine Gemeinde 303 Karten für eine Periode braucht und 400 bekommt, was soll die bedauernswerte Sozialkommission tun? Erwartet man von ihr, daß. sie das Wunder bei der Hochzeit zu Kanaan wiederhole? In einem Notstandsbezirke des oberen Böh- merwaldeS hat man sich damit geholfen, daß einfach alle sogenannten Landgemeinden mit weniger als 1ö Arbeitslosen auSgeschaltet wurden. Was soN mit den Proletariern, die erwerbs- und besitzlos dort leben? geschehen? Hat diese Vorgangsweise noch etwas mit- dem Prinzip' der sozialen Fürsorge zu tun? Wie gesagt, es mehren sich die Fälle, wo Arbeitslose, die trotz aller Schikanen und Kontrollen' als bedürftig allerkannt wurden, entweder überhaupt nicht beteilt werden können oder wo.Familienerhalter- für drei Wochen zwei Karten.bekommen. Diese Praxis geht hauptsächlich zu! Lasten' der arbeits- l o s e n Jugend, die ohnedies-zum größten Teil aus der CrnährungSäktion ausgeschlossen'ist, weil, sie kein ununterbrochenes dreimonatliches Arbeitsverhältnis.nachweisen.kann. Ich führte kürzlich dem Referenten' einer Bezirksbehürbe einen jungen Arbeitslosen vor, der den Arbeitsnachweis einwandfrei erbringt, elternlos ist u»b seinen Unterhält durch Betteln fristet. Warum.bekommt dieser junge Mensch- keine Ernährungskarte? fragte ich, Die Antwort. war einfäch: -»Weil z.uw-e nig Karte n d«sind und we il w ir in er sterLinie die Fa- m 11 ienerhalter berü ck s i ch ti g en -m ü s s e n." Warum-regt sich der»Beier" nicht Uder solche himmelschreiende Fälle auf, die wahrlich unserer! Demokratie kein gutes Zeugnis ausstellen? Ammer mehr wird'in-den-schlechtbeteilten Bezirken die"Praxis, eingebürgert, daß nur her. Familien-P.rhälter-.aüch bei erwiesenem^ dpei- monatlichem Lohnverhältnis der gleichzeitig ar-, '!mit tespnderee Sode-Schrift»e- ! m astMALiu.-H 11q I b n« steSk a in Aer Müstdschprej sei im Begriff, diesen ««t« mehr als 100' Ezplpfivhomtm ab.-Zwei Hhdroaptone,. welche sich an. dtrseen Angriss betri- ltgtrn, versprgten fich mit»rtriebSstofftn und mit Bombm vom Vvrd«dneS d r«t scheu Fracht- dH, mfMs.»'' P6,' der.'zwischestSanta Holä!Nstd Gimrdärame Mf offznem Meere vor Anker lag. schrieben sei. Die japanisch,'tzvlda- Die ist Alicante verursachten Matertal- i t«SIa in der Mundfchprej sei im Begriff, diesen k ch ü d k n.s t n d:H r o ß. Die von Bmnbe« I Lode Ms ihre Art*u interpretieren Md habe RuidKhe Warnung an Japan: „...für militärische Spaziergänge eine entferntere Gasse suchenl" Celle 2 DienStng, 1. Dezeinber 1930 V.t. 279 beitslosen Sühne oder Töchter mit Ernährungskarten beteilt wird. Mer hat den Mut, öffentlich den Standpunkt zu begründen, datz eine Familie van fünf Köpfen mit 10 oder. 20 K£ wöchentlich leben kann? Er melde sich znm Wort! Im Abschnitt IV der Richtlinien werden die Bezirksbehörden ermächtigt, in„besonder» berÜckstchtigenSwerten Fällen" Ausnahma-Ent- scheidungen zu treffen. ES tvird sich bei den restriktiven Tendenzen der vorgesetzten Behörden bald kein Beamter mehr finden, welcher die starren Vorschriften, mit den praktischen Fällen, die das Leben an ihn heranbringt, in Einklang zu bringen versucht. Die Unterbrechung des dreimonatlichen Arbeitsverhältnisses über Weihnachten, wo viele kleine Unternehmer erfahrungsge- Mätz aus ErfparungSgründen das Versicherungsverhältnis ruhen lassen, mutzte in einem Falle erst über das Ministerium für soziale Fürsorge repariert werden. Natürlich blieb der betreffende Arbeitslose während der Laufzeit des Akte» ohne jede Hilfe. Eine reichlich fliehende Quelle unsozialer ÄeschPäNlungen der Ernährungsaktion sind die Bestünmungen des Abschnitts II, lit c der Richtlinien über die S a i s o n a r b e i t e r.-Unter dem Druck fiskalischer Einflüsse wurde seinerzeit bestimmt, datz Saisonarbeiter aus der Ernäh» tuugSaktion ausgeschlossen werden können, welche mindestens durch die Hälfte der Saison beschäftigt waren. Die Auslegung dieser recht unbe» stimmten Fassung übertrifft nun schon die schlimmsten Befürchtungen. Was soll man dazu sagen, wenn z. B. in der Umgebung deS westböhmischen BädergebieteS die Saisondauer in den Kurbetrieben mit sechs Monaten angenommen wird? Allen Ernstes wird Arbeitslosen die Ernährungskarte verweigert, weil sie sage und schreibe dreizehn Woche» Saisonverdienst hatten. In dreizehn Wochen soll soviel verdient werden, daß eine Familie 62 Wochen davon leien kann. Was würden die betreffenden durchführenden Beamten dazu sagen, wenn sie mit drei Monatsgehältern Pro anno abgespeist würden? Bon einem gerechten Vergleich der Saisonverdienste heute und früher ist überdies keine Rede. Das kann einfach nicht so weitergehen. Nach solchen Beispielen aus der Praxis, die endlos fortgesetzt werden können, ist die Feststellung berechtigt, datz selbst die Ernährungsaktion, die unzulänglichste Form der ArbettSlosenfürsorge, die unter den europäischen Industriestaaten üblich ist, durch politische Unvernunft und bürokratische Engherzigkeit erdrosselt zu werden droht. Wa» können die Arbeitslosen der Notstandsbezirke dafür, datz anderwärts schon wieder besse're"Beschäftigung herrscht? Sollt» die Arbeitslosen unserer deutschen Grenzbezirke dafür bestraft werden, datz sie keinen Anteil an der Rüstungskonjunktur haben, datz ihnen seit Jahr und Tag der Zutritt zum öffentlichen Dienst so gut wie abgeschnitten ist, datz sie mit allzu bekannten Methoden auch bei öffentlichen Investitionen zumeist auSgeschaltet werden? Noch einmal erfüllen wir unsere Pflicht, klar auszuspre- chen, datz die Besserung in jenen Bezirken, wo die Krise abgekürzt werden konnte, unmöglich ein Grund oder ein Vorwand dasür sein kann, die ArbeitSlosenflirsorge dort abzubauen, wo die Krise am längsten und am schlimmsten wütet. Die Vertrauensmänner der deutschen Arleiter- tewegung können nicht ewig den Prellbock> Dor Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 31 Die Kellner sahen erwartungsvoll auf die geröteten Gesichter der Männer, die berieten. Die Frauen warfen ein Dützens Wünsche in das Gespräch, widerriefen sie, brachten neue vor. Ein junger Bursch, der kaum aufrecht sitzen konnte, verlangte eine Flasche Burgunder. Pelikan schüttelte bedauernd den Kopf. Burgunder führte das Taft nicht, leider. Die Nachbarin des Burschen verlangte einen Cocktail. Liköre seien da, sagte Pelikan, aber Cocktails— das gäbe es im Cast Finsterschutz nicht. Der Bursch blinzelte einen dicken,' kurzen Mann an, der ihm gegenüber satz. Der dicke Mann verstand und verlangte Aal. Eine Portion gespickten Aal. Pelikan stieg die Glut in den Kopf. Leider, leider, Aal gäbe es nicht, nm diese Jahreszeit. Na, da würden sie ebeg im Winter wiederkommen, meinte eine der Frauen. Aber st« gingen nicht. Das Spiel machte ihnen Spatz. Der Reihe nach verlangte jeder ein Getränk, eine Speise, die nur die großen Restaurants im Zentrum der Stadt führten. Immer wieder mutzte Pelikan bedauern:'Leider, leider, dies sei ausgegangen und jenes nicht mehr zu bekommen. Hugo schwitzte, er fühlte den Schweiß unter dem Hemd den Rücken herunterrinnen, er hätte dem Burschen am liebsten ins Gesicht geschlagen: Satz da, breit,'die Ellbogen aufgestemmt, grinste, und quälte den armen Pelikan mit sinnlosen Fragen.„In ein feines Lokal sind wir da geraten", sagte ein« Frau, die lackschwarze Haare hatte, eine dünne Strähne war in die Stirn gekämmt und angeklebt; sie sah wie die Carmen in spielen, wenn unverantwortliche Faktoren nicht begreifen wollen, waS klare Staatsnotwendigkeiten erfordere Möge die Regierung endlich Abhilfe schaffen und zur Belehrung unbelehrbarer Organe eine entsprechende kam» m i s s i o n e l l e F e st st e l l u n g der soziale» Verhältnisse in de» Notstandsgebieten Beginn der Budgetdebatte Nachtragsbudget fUr 1935 treffen. Wird das verabsäumt, dann sollen die Mehrer deS Hungers und der Verzweiflung endlich an daS volle Rampenlicht treten nnd die Verantwortung dafür übernehmen, waS ihre antisoziale Gesinnung, ihre Engstirnigkeit»nd Unbelehrbarkeit unweigerlich heraufbeschwören wird! lionen resultierte, wovon nur 8.4 Millionen auS dem ordentlichen Budget gedeckt werden komrten. Die Mehrausgaben des Finanzministeriums im Betrage von 417.2 Millionen, von denen nur 8.8 eingespart werden kannten, setzen sich in der Hauptsache aus folgenden P'osten zusammen: Verzinsung der Staatsschuld linsolge der ReuauSgabe von Kassenscheinen) 08.8 Millionen, Ankauf von Wertpapieren 120.6 Millionen. Ausgaben bei der Regulierung des Kurses der Staatspapiere 80.0 Millionen, Verpflichtungen aus Garantien 118.4 Millionen und Unterstützungen bei Elementarkatastrophen 86.6 Millionen. Franke für volkswirtschaftlichen Unterricht. In Brünn fand Sonntag, den 20. November, der konstituierende Landerkongretz der mährischschlesischen Bereinigung tschechisch nationalsozialistischer Lehrer und Professoren statt, wobei Schulminister Dr. Franke eine Rede hielt. Er erklärte, datz die öffentliche und politische Tätigkeit aus der Realität des Lebens entspringen müßten.. DaS Studium der Soziologie und der Volkswirtschaft erachte der Minister daher neben den pädagogischen Disziplinen als Gegenstand der SchulauSbildung. Tschechoslowakische Parlamentarier in Rumänien. Wie wir bereits berichtet haben,’ ist Samstag abends eine grötzere Delegation vö: Mitgliedern der tschechoslowakischen Parlaments nach Bukarest abgereist, ivo eine Tagung der Parlamentarier der Kleinen Ententestäaten stattflndet. Die Parlamentarier, unter denen sich vom deutschen sozialdemokratischen Klub Abg. Zischka und Senator Müller befinden, sind Monjag in Bukarest eingetroffen, nachdem sie in verschiedenen rumänischen Stationen herzlichst begrüßt worden waren, Die rumänischen Blätter schreiben Artikel, in denen der- Freude der rumänischen Oesfentlichkeit über den Besuch Ausdruck gegeben wird. teil durch Voreingenommenheit für die faschistische Ideologie getrübt ist. Miiura wiederholt, datz zwischen dem i dell en Verhältnis zum Kommunismus und btm zwischenstaatlichen Verhältnis zur Sowjetunion ein größer Unterschied fei. In dem Staatenblock, der Im Rahmen der Grundsätze der Völkerbünde» die Erhaltung' des Frieden» und die kollektive Sicherheit anstrebt, sei Sowjetrutzland ein mächtiger Faktor, der infolge unsere» gegenseisigen Vertragsverhältnisse» auch für uns ereeig'enö Sicherheit ein« au» g i ebigeStütze sein könne. Langanhalteicher Beifall lohnte das Referat und den Referenten. Die Debatte wird in eine General- und eine Spezialdebatte geteilt. Letztere umfaßt drei Gruppen: Politfl, einen kulturell-sozialen und einen wirtschaftlichen Teil. Die Redefrist für die Klubs wird mtt 10 Minuten pro Klubmitglied, mindestens aber mit einer Stunde festgesetzt. In der Generaldebatte sprach al» erster Redner Dr. Korlath sUng. Rat.), der auch diesmal die Spuren einer Verwirklichung der karpathorufstschen Autonomie vergeblich sucht und die jetzt geplante Auto- nomie als vollkommen unzureichend hinstellt. Mikura sTsch. Bolkrp.) lehnt mit der grötzten Entschiedenheit Faschismus wie Kommunismus ab, die nur al».fremde Infektion" die erfolgresche Entwicklung unserer demokratischen Zusammenarbeit bedrohen würden. Seine Partei bleibe der demokratischen Zusammenarbeit aller konstruktiven Schichten treu ergeben. E» sei eine Verleumdung, ihr bolschewistische Tendenzen unterschieben zu wollen: solche Stimmen stammen lediglich au» Kreisen, deren UrAusgleich.in den mich die Deutschen mit einbezogen werden müßten, für da» Kardinalproblem de» Staate». Dr. Patejdl Räzu» lWilder) hält den tschechisch-flowakischen sieich.in den auch die Deutschen mit ein- Entgegen der Gepflogenheit, lieberschreitnn- gen des Budgets zugleich mit der Annahme deö betreffenden Rechnungsabschlusses vom Parla- , ment nachträglich genehmigen zu lassen, hat die , Regierung am Montag dem Parlament einen i eigenen Gesetzentwurf zugehen lassen, durch den den Budgetüberschreitungen für 1086 per 661.6 '■ Millionen nachträglich die Zustimmung gegeben iverden soll. Auf dar BerteidlmnmSmInisterium entfallen hievon 80.8 Millionen für intensivere Aurbildung der Mannschaft und für Anschaffungen, die zur Sicherung einer größeren Schlagkraft der Armee notwendig waren. Da» Handelsmini st erium parti- zipiert mit 8.1 Millionen. Hier hat allein ein privater Streit mit einer jugoslawischen Firma, die an einem Lager für Industrieerzeugnisse in Neusatz, da» der tschechoslowakische Staat vor mehr al» 18 Jahren errichtet hatte, mitbeteiligt war,. 4.8 Millionen gekostet, die nur tesiweise durch Ersparungen eingebracht werden konnten. Im Jahre 1024 kündigte unser Staat der Firma die Beteiligung. Rach sieben Jahren entschlotz sich die Firma zur Klage vor dem 'vereinbarten Schiedsgericht, da» der Klage Rechnung trug«nd der Firma 8.6 Millionen Dinar Entschä- dignna nebst Zinsen zusprach. Die Spesen de» Schiedsrichter betrugen 1.8 Millionenll), die Gerichtskosten 790.000 Dinar. Also ein mehr al» teuerer Spatz I Im Fürsorgeministerium betrage» die Ueber- schreitungen 160 Millionen. Davon entfallen auf die RrbeitSlosenfürsorge 83.3 und auf die ausserordentliche Brotaktion 60 Millionen. Die für die Arbeitslosenunterstützung au» Zuweisungen reservierten 650 MUionen habep sich als unzureichend erwiesen. Die produktive Ar- beitSloseusürforge und die Hllfaktlon l Lebensmittelkarten) erforderten allein 888.1 Millionen, der StaatSbeitrag zur GewerkfchaftSunterstütznng 848.6 > Millionen, so dass ein« Ueberschreltung um 86.7 Mil der Opernparodie eines FünfkreUzerkabarett» aus. Finsterbusch ballte die Hände, aber er verbeugte sich. Die Stammgäste hörten aufmerksam zu. Sie bedauerten Pelikan, aber dem Herrn Finsterbusch gönnten sie die Szene. Er sollte fühlen, datz sein Caft nur eine kleine, jämmerliche Spelunke war, vielleicht setzte er dann die Preise herab; der Kaffee war viel zu teuer, und der Wein gar nicht zu erschtvingen. Ilm den Tisch toste ein Sturm von Gelächter. Ein Knirps von vierzig Jahren, ein krummbeiniger, zwergenhafter Mann mit schiefem Rük- ken, vorstehenden Zähnen, Glotzaugen, eine Mißgeburt, die man hätte auf Jahrniärkten für Geld ausstellen können, begann in einer fremden Sprache zu sprechen. Pelikan bat, den Sah zu tviederholen, der Zwerg sprach laut, langsam, deutlich, ein Kauderwelsch aus ungarischen, tschechischen, französischen Brocken. Leider, leider, leider, sagte Pelikan, auch damit könne er nicht dienen. Nun brach der Sturm los: sie flutschten auf ihre Schenkel, schlugen mit den Fäusten aus den Tisch, bogen sich vor Gelächter, in den Augen der Frauen standen Tränen: wielange hatte man sich nicht so gut amüsiert? Bei Tante Paulas Geburtstagsfeier, im März, Ivar es nicht halb so lustig, obgleich man damals alle Gläser zerschlagen und zwei Spiegel zertrümmert hatte. Billy sah Carola an, die sprachlos auf die Tischrunde blickte. Sie gab ihm ein Zeichen,■ et hieb auf das Klavier ein, er ließ einen Marsch durch den Raum donnern, der lauter war als das Gelächter drüben, der mit seinem Rhythmus das Wiehern in den Boden stampfte. Man hatte sich endlich geeinigt: drei Flaschen Bier, wurden bestellt, fünf Tassen Kaffee, eine Flasche Sodawasser. Ein Mädchen, das Hunger hatte, wollte ein Butterbrot. 'Pelikan fluchte. Er ging in die Küche, Hugo mutzte allein die Tassen und Flaschen an den Tisch schleppen. Ludmilla beruhigte ihn. Es seit» eben rohe Menschen, die gebe es überall. „Als ob man kein Mensch wäre. Als ob man ein Lasttier wäre. Nur die Peitsche fehlt ihnen noch. Sie würden uns mit der Peitsche schlagen, wenn sie dürsten. Wir sind ja nur Kellner. Wir sind dazu da, datz wir springen, wenn sie pfeifen, datz wir tanzen, wenn sie in die Hände schlagen-. Dafür gibt es ja ein Trinkgeld! Bin neugierig, was das Gesindel Trinkgeld geben wird; je mehr sie einen quälen, um so weniger Trinkgeld geben sie." DaS Trinkgeld war der Maßstab für den Charakter und das Kulturniveau der Gäste: wer em reichliches Trinkgeld gab, war in Pelikans Augen ein berühmter Mann, wer wenig gab, ein Verbrecher. Er hatte eine Rangliste aufgestellt, nach der die Gäste beurteilt, nach der sie behandelt wurden. Wer nur wenige Groschen gab, war ein Nichts, ein Niemand; wer fünf Prozent der Zeche gab, war ein Herr; Iper zehn Prozent gab, wurde Doktor tituliert; wer fünfzehn gab, wurde zum Baron ernannt; über fiinstehn Prozent war man ein Gräf. ES gab Gäste, die sehr höflich zu den Kellnern waren und wenig Trinkgeld gaben; über diese sah man hinweg, sie waren Lust. ES gab Gäste, die höflich waren und gute» Trinkgeld gaben; ihnen half man, wenn sie fortgingen in den Mantel. ES gab Gäste, die beim geringsten Anlaß Lärm schlugen, den Kaffee dreimal zurückschickten, weil er einmal zu kalt, einmal zu heih, einmal zu hell war, und die doch«In anständige» Trinkgeld auf dem Tisch zurücklietzen; ihnen öffnete der Kellner die Tür, und kamen sie wieder, schlichtete sich ein Berg von Zeitungen neben ihNen auf. ES gab Gäste, die da» Trinkgeld groschenweise au» den Laschen zusammenkrätzten; man sah ihnen mit einem geringschätzigen, mitleidigen Lächeln nach. E» gab Gäste, die dem Kellner da» Trinkgeld unauffällsg in die Hand drückten;-sie würdest für Aristokraten) vertriebene Großfürsten oder verkleidete Maharadscha» gehalten. E» gab Gäste, die'da» Trinkgeld in klingenden-Münzen weithinhallend auf da» Tablett wärst»; die Kell ner hatten sie im Verdacht, Hochstapler,. Heiratsschwindler oder Scheckfälscher zu sein. ES gab Gäste, die von allem Anfang.an zankten, in der Tasse und in den Gläsern Sprünge entdeckten, die sonst niemand sah, den saubersten Löffel empört in die Küche zurücksandte», man solle ihn doch waschen, ehe man dem Gast zumute, ihn m ein Getränk zu tauchen, das frischeste Gebäck alt, trocken und steinhart fanden und, sobald es zum Zählen kam, erklärten, Trinkgeld prinzipiell nur in Lokalen zu geben, in denen sie zu ihrer Zufriedenheit bedient würden; da bliüi dem Kellner nichts andres, übrig, als mit einem stillen Seufzer den Tisch abzuräumen und das Geschirr, in die Küche zurückzutragen. Diese Gäste waren nicht einmal ein Schimpfwort, wert.— Frau Finsterbusch bereitete das Bett für Carola. Carola kramte in ihrem Köfferchen) legte ein Kleid über die LehNe des Stuhls, suchte Kamm und Bürste,' Seist und ein Handtuch hervor. Sie war in einem Zimmer, das sie zum erstenmal sah, bei wfldfremden Menschen, die sie ausgenommen hätten,' ohne zu. fragen, woher sie.kam, Frau Kapuschlnsky würde sich nicht darüber den Kopf zerbrechen, wo sie steckte, und den» Vater hatte sie einen Zettel hinterlassen: er möge sich keine.Sorgen machen,, sie werde Nachricht.Men, wo sie wohne, er.könne sie dann besuchen, mit dem alten Leben sei. e» zu Ende, unwiderruflich, endgültig. .„Ich stelle noch eine Zflasche frische» Wasser auf den Tisch", sagte Fpag Finsterbusch.„Mächen. Sie es sich bequem,. Mein Mann spielt noch brühen. Er wird Sie nicht stören, tvenn er schlafen geht."' ’ Ihre Stimme fliNgt fahl, dachte Carola. In diesen Häustrn. in dieser' Gasse verblaßt Nicht nur -die Farbe auf den Gesichtern der Menschen,'ä»ch die Stimmen verblassen. Es ist, äl» geträüten di» Menschen sich gär nicht, die Worte laut auszu- sprechen, die ihnen auf der Zunge lägen.' •(Fortsetzung folgt;) DIenStag, 1. Dczcniier 1930 Sdt» 3 Rom Uber Japan enttäuscht Rom. Der japanische Botschafter in Rom wurde Montag vom Außenminister Bräsen Lian» empfangen. Die italienischen politischen Kreis« erwarteten bis-um Abend, daß der japanisch« Botschafter bei diesem Besuche der italienisch«» Regierung, mitteilm werde, daß Japan daS italienische Kaiserreich in Abessinien anerkennt. Diese Erwartung wurde jedoch getäuscht. Nicht- derartiges hat sich ereignet, was in Rom große Ueberrafchung hervorgerufen hat. Die Verzögerung der Anerkennung deö italienischen Kaiserreiches in Abessinien seitens Japans wird in Rom mit dein Hinweise darauf erklärt, daß Italien seinem Abkommen mit Japan keine ass» zu-roh« Bedeutung beilegen will, damit ein derartiges Abkommen in England und in den Bereinigten Staaten von Amerika kein Mißfallen Hervorrufe. Japan dürfte daher vorläufig daS italienische Kaiserreich in Abessinien nicht de jure, sondern nur de facto anerkennen. Die Lase an den Nebenfronten VorstoB gegen Burgos Madrid. Meldungen aus Santander zufolge setzen die RegierungStrnppen ehren Vormarsch in ter Richtung auf BurgoS fort und besetzten den Gebirgszug um das SS Kilometer von BurgoS entfernt liegende Dorf Solcillo. Paris.(HavaS.) Der Madrider Berichterstatter des HavaSbüroS teilt mit, um Oviedo war lvährend der letzten 48 Stunden die Kampftätigkeit bedeutend eingeschränkt. Regierungsartillerie bombardierte San Claudio. Besonders intensiv griffen Regierungstruppen in den Angriff der Milizen auf die Vorstadt Carredoira ein. Eine Kolonne erreichte eine sehr vorteilhafte Stellung Mischen Grado und Congas und beherrscht so die Straß», von Ecinas nach SallaS. Madrid.(HavaS.)' Wie aus Malaga gemeldet wird, kam es zu einem Kampfe im Abschnitte Villa Nueva und Tarabas. 1600 Mann der Aufständischen unternahmen einen Angriff, wurden aber mit schlveren Verlusten zurückgeschla- gen.. Sie hatten 40 Lote und mehr als SO Ver- wündetc. Der Kommandant eines Bataillons, Kapitän Francisco Moriellio, ist gefallen. Daladler für die Volksfront KriegSminister Daladier sprach sich Sonntag in einer-roßen politischen Rede für die Erhaltung der BolkSfrontregierung aus. Seine Partei werde die Volksfront, nicht' sprengen. Rühe und Ordnung müßten aber gewahrt werben. Zur Außenpolitik bemerkte Daladler, eS müsse doch zu denken geben, daß gewisse Staaten jetzt ausgerechnet di« gelben Bälker Asiens zum Schutze der europäischen Kultur aufrufen! Vie eiserne fresse Zum Abschluß des BauerntageS in GoSlar sprach auch der Rohstoff- und Rüstm»gSdiktat»r, MeichStagSpräsident, Ministerpräsident, Luftfahrtminister,' Reichsjägermeister usw.«sw. Hermann GSrin-. Er sagt« u. a., daß Deutschland heute weit stärker sei alS 1014, weil der Führer— das Parlament hinweggefegt habe, daS an der Ehr« deS deutschen Volkes-«rüttelt habe. Schließlich sagte er von dem Vertrag mit Oesterreich: - vergessen ist der Zwist, wir gehören zusam» nwn, ganz gleichgültig, wir die andre« Form der StaatSführung ist. Sprechenwirnicht vom Anschluß, wir wpllen vom Zusammen» s ch l-uß der Geister und deö Blute S sprechen. Wir hosfrn und wünschen, daß diese Beziehungen sich, immer enger gestalten werd««. Wo der G e i st ist, der z««sammengeschlosseir worden soll(vielleicht iin KZ?), dürfte noch lange hinaus ein Problem bleiben, was daS Blut betrifft, so weist allerdings der SS. I u l i 10 0 4 eine deutliche Spur! Französische Anleihe für Polen Warschau. Blättermeldungen zufolge wurden die! seit längerer Zeit geführten polnisch-französischen Anleiheverhandlungen definitiv.abgeschlossen. Sonntag wurde der Anleihevertrag in Paris durch die Vertreter des polnischen Finanzministeriums Baczynski und Domaniewfti paraphiert. Die der Regierung' nahestehende Presse behäuptet, daß der Anleihebetrag auf 2 Milliarden'. 600,000.000 Franken aufgewertet wurde. Horthy In Wien Wien. Der ungarische Reichsverweser Nikolaus Horthy besichtigte Montag vormittags die Wiener Garnison,'die mit ihren-gesamten Was« fengatkuigen auf der Wiener Ringstraße auS- gerückt war. Nachher besichtigte der Reichsverweser.die Waffensammlung in der Wiener Hofburg. Während der Mittagsstunden begab sich der NeichSvorweser in die Privatwohnung des Bundespräsidenten Miklas im dritten Wiener Gemeindebezirk, wo ein intimes' Essen/ gegeben wurde. Vorher hätten der Bundeskanzler Doktor Schuschnigg und Staatssekretär Dr,* Guido Schmidt Neue politische Beratungen mit den« ungarischen Ministerpräsidenten DnräyNi und dein Außenminister Kanya. fudetendeutsdieT Xeitepicget Die Elendslöhne der Gelgenmacher In Schönbach« Stadt demonstrierten weit über 1000 Personen, dem Rufe der OrtS- geiverlschaften folgend, gegen die Not in diesem Gebiet und für die Erhöhung der Preise in der Geigenindustrie. Heute, betragen die Löhn« Mischen 6 und 10 nL täglich. Es wurde ein Programm ausgearbeitrt, das mit Hilf« der politischen Parteien Verwirklichung finden soll. ES sollen 1. die Zentralschuhkommiffion und die Di« striktSkommission ernannt werden, um eine gesetzliche Grundlage zur Festsetzung von Mindestlöhnen zu bekommen; 2. mit den Händlern und Exporteuren«In Abschluß zustande gebracht werden, daß eine Geige nicht mehr unter 20 Kt exportiert wird. Auch die Gewerbegenossenschaften haben sich diesen Forderungen angeschloffen. DaS Komitee hat nun in dieser Versammlung in einer Resolution diese Forderungen als Hauptpunkte festgelegt, und verlangt von den maßgebenden Behörden die Anerkennung von Mindestpreisen, die in den einzelnen Bestandteilgruppen festgelegt sind. Zu dieser Versammlung hatten daS.Ministerium für soziale Fürsorge einen Vertreter entsendet, die Bezirksbehörde Eger, alle Gewerkschaftsverbände der OrtSgewcrkschaften, sowie die einzelnen politischen Parteien. AlS Parlamentarier nahm an dieser Versammlung u. a. Abg. Genosse Katz teil. Alle Vertreter der Gewerkschaften und der politischen Parteien betonten, die Geigenmacher in ihrem gerechten Kan«pfe zu unterstützen. SdP gegen Arbeitsbeschaffung In W e h e d i h wurde ein von der SdP ganz ausdrücklich gebilligter Rekurs gegen den Voranschlag eingebracht, dessen Zweck eS ist, die Gemeinde daran zu hindern, mit Staats- g e l d e r n eine notwendige Wasserleitung zu bauen, wobei alle Wehediher Arbeitslosen Beschäftigung gefunden hätten. Die Verfasser der Berufung und mit ihnen die SdP bemäntelten ihre Haltung damit, daß sie eS als wichtiger bezeichneten, mit dem WafferleitungSgelde(I) Straßen zu. bauen. Im Voranschlag der Drahowitzer Gemeindevertretung sind größere Beträge für Slraßcnbauten(Vrückengaffe und Steingasse) vorgesehen, deren Durchführung nicht nur von den Wahrer» unserer Heimatinteressen begrüßt werden müßte, sondern vor allem auch wegen der einzigen Aussicht auf Arbeitsmöglichfeit für die Erwerbslosen. Und was geschah? Auch gegen den Drahoivitzer Voranschlag wurde Berusung eingebracht, mit der Begründung, daß die M o- dernisierung der Straßen nicht n otp e mit«st fei und daß gegen den Bau neuer Straßen Einspruch erhoben werden müsse. Jugendarbeit für die Allgemeinheit lieber den Erfolg der Arbeltrgemelnschast für erwerbslose Jugendliche erhalten wir folgenden Bericht: Nicht Almosen, sondern Arbeit will die Jugend. Ihre Forderung ist berechtigt, denn eine Gesellschaft, die ihre Jugend nicht produktiv beschäftigt und nicht bernrag Arbeit zu schaffen, trägt die Keime ihres Unterganges in sich. Der Ruf.„Schafft Arbeit für die Jugend" konnte nicht ungehört verhallen. So entstand auch in Reichenberg— finanziell durch das Fürsorgeministerium und die Stadt Reichenberg gesichert und durch die Jugendfürsorge-Körperschaften gefördert— die freiwillige Arbeitsgemeinschaft erwerbsloser Jugendlicher. Im Vorjahre vollführte sie auf der PaulS- dorfer Kampfbahn BodenabgrabungS- und Pla- nierungSarbeiten. Heuer wurde ihr im Rahmen der produktiven Arbeitslosenfüvsorge der Stadt Reichenberg ein neuer Wirkungskreis geschaffen. Am. Hoferberg entfaltete die Arbeitsgemeinschaft, deren Leiter Reinhold Adler ist, in der Zeit vom 7. Juli bis 81. Oktober ihr Werk. Eine einst brachliegende Stätte, an drei Seiten vom Wald umsäumt, zur anderen an die Straße mündend, soll als ein Spiel« und Sportplatz der Allgemeinheit dienen. Insgesamt 48 erwerbslose Jugendliche haben in den• 17 Wochen ihres Schaffens die Arbeit, so weit gebracht, daß die Endarbeiten im nächsten Frühjahx in-Angriff genommen werden können. Die bereits durch die Pflichtarbeiter der Stadtgemeind« Reichenberg in 116 Arbeitstagen vollzogenen Vorarbeiten wurden von den Jugendlichen fortgesetzt. Der Arbeitsgang entwickelt« sich folgendermaßen:.. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug 80 Swnden. Eine Stehplahrampe in-der Länge von annähernd 110 Meter wurde vollendet. Durch 88 Sprengungen > und durch mit Komvressorenanlag« betriebene Preß» lufthämmer wurde«in großer Erdhügek vor dieser Rampe gelockert. Dar dadurch gewonnene Material fand für die später erfolgte Planierung de» ganzen Platzes Verwendung, ebenso konnten davon auch 870 Kubikmeter harte» Material für Straßenausbesserun- gen der Stadtgemeinde Reichenberg zugeführt Iverden. Die Erdverlagerung am ganzen Platz betrug ungefähr 2800 Kubikmeter. Ein neu angelegter Weg an der Südseite de» Platze» unter einer sechs Meter hohen Böschung ist fertiggestellt worden. Nach Vollendung der Aufschütwngen wurde die Bekiesung de» ganzen Spiel- und Sportplätze» durchgeführt. Die be- kieste Fläche hat ein Ausmaß von 88 mal 110 Meter. Der Ausgang an der Rückseite wurde fertiggestellt und befandet, verschiedene Böschungen angelegt. Beim Eingang iStraße Hoferbcrg) wurde«ine sechs Meter breite Einfahrt und ein Standplatz für Fahrzeuge geschossen. Ferner wurde vor Beendigung der Arbeiten dar gefaulte Schienenmaterial und die Huntewägen der Feldbahn gereinigt und eingesettet. Alle in den 17 Wochen— 14.078 Arbeitsstunden— durchgefichrten Arbeiten können in feder Form als zufriedenstellend betrachtet werden, da der größte Teil der Jugendlichen noch nie Erdarbeiten durchgeführt hat. Es wurde eine schöne und saubere Arbeit geleistet, die öfter» von Fachleuten der Baubranche in der Oeffentlichkeit belobende Anerkennung fand. Die Jugendlichen erhielten volle Verpflegung(vier Mahlzeiten), waren kranken» und sozialversichert und auch der Unfallversicherung unterstellt: Außerdem wurde ihnen ein Taschengeld gewährt. Bildungsmöglichkeit wurde durch Borträge auf allen Wissensgebieten geboten. Zeitweiser— durch die Reiche nbergec Kinobesitzcr ermöglichter unentgeltlicher— Kinobesuch, Exkursionen, sportliche Zusammenkünfte der Teilnehmer und Schwiinmstundcn im Reichenberger Sparkassenbade füllte«« das weiter« Leben in der Arbeitsgemeinschaft aus. Der wahre Sinn der Arbeitsgemeinschaft und damit die Perspektive für ihre kitnftige Ausgestaltung ist und muß sein: Vorsorge fiir Festigung des«nenschlichen Wertes einer Schicht sozial und ökonomisch schwerstenS benachteiligter junger Menschen. Dem ist die Reichenbcrger Arbeitsgemeinschaft gerecht geworden. 5t. Doachlmsthaler Zeitung eingestellt well sie der DSAP die ProzeBkosten nicht zahlt Die„St. LoachimSthgler. Zeitung",«In Henleinvlätt, Wurde von unserer Partei wegen fortgesetzter Beleidigungei« endlich einmal, geklagt. Drei Haupwerhandlungen endeten schließlich im April 1086 mit der Bestrafung des Schriftleiters und Herausgebers Meyer zu drei Tagen Arrest und zurBezah- lung der Prozeßkosten. Meyer ging Ibis an das Oberste Gericht, aber ohne Ersolg. Dann blieb er die Prozeßkosten schuldig. Am 21. November beschloß infolgedessen daS Kreisgericht Eger, daß die„St. JoachimSthaler Zeitung" so lang« nicht mehr erscheinen dürfe, bis ihr Her- ' auSgeber der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei die Vertretungskosten im Betrage von flö 2846,80 und dazu noch die Kosten dieses letzten Beschlusses mit XL 187.00 bezahlt hab«. Die Betriebsratewahlen Im Komotauer Bezirk haben der„Union der Bergarbeiter" einen absoluten Erfolg gebracht. Bisher hatte sie innerhalb der Schächte, auf denen die Wahl durchgeführt wurde, 20 Mandate inne, nach den Wahlen sii«d eS deren 22. Dabei ist jedoch zu bedenkxn, daß sich 'im Revier der Belegschaftsstand sehr arg vermindert hat. Gin Beispiel für viele: 'Auf dem Anna-Schacht in Trupschitz zählt« man 1088 zu den BetriebSrätewahlcn noch 419 Beschäftigte. Im Jahre 1036 sind eS nur noch 247. So liegen die Verhältnisse auf einigen größeren Schächten, beispielsweise auf dem Betty-Schacht, dem Elektra-Schacht, dem Robert- Schacht. Auf dem JuliuS-Schacht in Komotau konnte die Union 22 Stimmen gewinnen und mußte ein Mandat verlieren. Das kam davon, daß die „Union der Bergarbeiter" früher das dritte Mandat auf Grund der Reststimmen bekam. Nun haben erstmalig die Bergbeamten mitgewählt und auf einigen Schächten war deren Entscheidung von ausschlaggebender Bedeutung. So auch auf dem Julius-Schacht. Auch die Rafaeli-Grube ist durch diese Manöver in die Hände der Gablonzer geraten. Dort hat die halbe Beamtenschaft der Poldihütte mitgestimmt und reaktionär entschieden. Wie überall, bildet auch im hiesigen Revier di« Beamtenschaft den Grundstock der gegnerischen Bewegung. Zu den bisherigen Ergebnissen tragen wir nach, daß auf dem Mariayilfschacht in Pritschapl die Wahl nach dem Grundsätze der absoluten Mehrheit durchgeführt wurde. Die Mandate besetzte die„Union der Bergarbeiter". So'hat sich auch bei dieser schweren Aus- einandersehung während der Betriebsrätewahl gezeigt, daß dl« Bergavbetterschaft eine feste Phalpnx bildet, an der sich die Wellen überspitzten Nationalismus brechen müssen. ES wurde zwar noch kein« klare klassenmäßige Entscheidung gefällt, doch kam immerhin sichtbar zum Ausdruck, daß die Bergarbeiterschaft sich von dem BolkS- gemeinschaftsdusel distanziert und zu ihrer sreten Gewerkschaftsbewegung steht. Unter Menschenraubverdacht verhaftet wurde, wie uns aus W e i p e r t berichtet ivird, der dort seit einigen Jahren wohnhafte Agent Kaufmann. Der Mann soll im Einvernehmen mit Üinein Einwohner der be««achbarten sächsische«« Stadt Bärenstein den Versuch unter- nommen haben, einen im Wciperter Gebiet wohnhaften reich SdeutschenEmi- g r a n t e n über die Grenze nach Bärenstein zu bringen, woselbst die Festnahme des Einigrantcn vorgenomuien worden wäre. Dieser schöpfte jedoch Verdacht und erstattete die Anzeige gegen Kaufmann, worauf dessen Festnahme erfolgte; der Verhaftete wurde dem Kreisgericht« in Brüx eingeliefert. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich In der Schiniede- und Autoreparaturwerkstätte I a h-n e l in der Tcplitzer Straße in Aussig. Bei dein Bemühen, von einer Eisenstang«, die«in Lehrling aus einer Alteilenhandlung geholt hatte, den an der Stange befestigten Kolben zu lösen, explodierte dieser, als er weißglühend war. Der Schmied H i e k l, der die Arbeiten ausführte, wurde durch die in der Werkstatt umherflicgendei« Eisenteile lebensgefährlich verletzt und liegt in hoffnungslosem Zustand im Aussiger Bezirkskran- kenhauS. Unter anderem hat der Schmied auch eine schwere Gehirnerschütterung erlitten. Der Lehrling Wolf wurde ebenfalls, besonders an den Augen, verletzt. Durch di« Explosion wurden sämtliche Fenster der Werkstätte zertrümmert. Bon der Heftigkeit der Explosion zeugt die Tatsache, daß die oberhalb der Esse angebrachten drei Millimeter starken blechernen Rauchfänge Löcher ausweisen, die von den Eisenstücken verursacht wurden und wie Einschußöffnungen aussehen. Die Unter- su.huug ergab bisher, daß sich in dem zur Glut gebrachten Kolbengchäuse aller Wahrscheinlichkeit nach Wasser befand, das durch die Hitze zum Kochen kam und bei den ersten Erschütterungen explodierte. Das schwere Unglück hat auf.die sm Betrieb« Beschäftigten und die Nachbarschaft des Hauses eine furchtbare Wirkung auSgei'cht. In einer Zuschrift, die unS zugcstcllt wurde, kommt das Entsetzen zum Ausdruck, von dem alle erfaßt wurden, die Zeugen der furchtbaren Explosion waren. I Bittere Klage wird darüber geführt, daß in dem Betriebe des Herrn Getverberateö nicht eininal ein Verbandskasten vorhanden war. Der an den Augen schiververlehte Lehrling wühlte vor Schmerzen mit den Händen im Gesicht. Leider konnte ihm wegen des Fehlens des Verbandskastens nicht sofort Hilfe gebracht werden.- Befremdend hat es gewirkt, daß die zu Tode erschrockenen Arbeit r nach dem furchtbaren Unglück noch weiter arbeiten mußten, obwohl«S kurz vor Betriebsschluß war. Die Behörde wird nicht umhin können, den Betrieb einer eingehenden Prüfung auf seine Gefährlichkeit für die Arbeiter und die Nachbarschaft zu unterziehen. Zur Affäre Im Handelsministerium das Handelsministerium übersendet den Blättern einen Bericht über die Afsär« iin Handelsministerium, über die auch wir-geschrieben haben. Es handelt sich darum, daß ein Beamter dieses Ministeriums beschuldigt wurde, er nchine Geldbeträge von einer Gesellschaft an, der er selbst als Referent Subventionei« bewillige und daß die Höhe seines Einkommens an die Höhe der Subvention gebunden sei. Das Handel»mini- stertum teilt nun mit, daß die gegen den Beamten geführte Untersucksiing, soweit eS das Ministerium betrifft, beendet sei. DaS Ministerium hat nämlich in der letzten Zeit Revisionen in Institutionen vorgenommen, welche durch da» Handelsministerium größere Subventionen erhalten haben. Bei der im Zentralrat der Kaufmannschaft der Tschechoslowakischen Republik vorgenommenen Revision wurde nun festgestellt,. daß der Konzeptbeamte, der u. a. auch die Agenda erledigt hat, welche diese Organisation betrsfft, durch mehrere Jahre von ihr größere Einnahmen bezog. Der betreffende Beamte rechtfertigt diese Einnahmen damit, daß dies« ein«.Entlohnung fiir die Redaktion der vom Zentralrat herauSge- gebenen Zeitschrift gewesen sei. Der Beamt« hat gegen sich selbst di« Einleitung deS Disziplinarverfahrens beantragt, welchem Ansuchen per Handelsminister entsprochen hat. Di« Entscheidung wird di« kompetente Dlkziplinarkommiffion fällen, weswegen eö den« Handelsministerium noch nicht möglich ist, weitere Nachrichten und Einzelheiten darüber bekanntzugeben.. • Wie die„Lidove Nobiny" melden, ist der Oberrat des Handelsministerium» Dr. Vladi- slav Novotny aus Urlaub geschickt worden. Seit« 4 DIenStag, 1. Dezember 1936 Nr. S7S Immunität vor dem Republik-Schutzgesetz Zu der Breslauer Promotion Henleins erhalten>vir folgende Zuschrift: „Ein sudetendeutscher Proletarier, dein das tschechoslowakische Konsulat in Deutsch, land nicht die.Heimreise bezahlt oder bei dem es nicht dafür sorgt, das; gegen ihn von Deutschland die gegenseitigen StaatSverträge eingehakten werden,— ein solcher sudetendeutscher Proletarier kann in die Lage kommen, in einer SA- Küche uni ein Brot zu betteln, weil er sonst" ver- hungert, oder vor einer Fahne mit allen anderen die.Hand zum Gruß zu erheben, wissl er sonst totgeschlagen wird. Auf beides steht Schutz, gosetzanklage. Begibt sich ober ein gut genähr- ter Turnlehrer in eine NS-BUdungsversamm- lung.von der er w i s s e n m u 6, was in ihr nicht nur programmgemäß in diesem Falle, sondern notorisch immer gesprochen zu worden Pflegt, und wenn der Turnlehrer in dieser Versammlung nicht nur Privat sür seine Person der .Schweigende ist, der zustinunt,.sondern dies d e ni oii stöativ als angeblich monopolisier- ter Vertreter der Sudctendeutschcn überhaupt tut:— wenn dies geschieht, drückt man davor amtlich beide Augen zu. Wiewohl doch der Turnlehrer selbst wiederholt um korrekte Einhaltung der Berfassungsbestinunungcn(wohl aftty in seinem und in d i e s c m Falle—?) ersucht hat. Was ist denn eigentlich der„Zweck im R e ch t" d e s S ch u tz g e s e tz e§? Lediglich die'Bestrafung von. Etikcttefehlern int Umgang mit dem Feinde? Ist das notge- drungene Verhandeln mit dem Feinde, das mit der Behebung eines auf andere Weise' tatsächlich nicht behebbaren Notstandes abgeschlossen ist, gefährlicher und ärgerniSgcbender, als freiwilliger, politischer Statistendienst, der durch keine per- sönliche Not erzwungen und zur.Hebung öffentlicher Not ersichtlich d.aS allcruntauglichste Mittel ist? Ist es gefährlicher, mit einer subalter- nen Person zu verhandeln, oder mit„geistigen Führern"? Wie würde(nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit—?) das NS-„Willcnsstraf- recht" in einem solchen Falle handeln? Was würde einem reichsdeutschen Staats» angehörigen geschehen, der im Auslände, auch nur als stumme Claque, an einer Emigranten- versammlUng teilnähme?'' In einem NS-Seminar würden wohl alle diese naiven Fragen einfach mit dem alten Goeb- bclSgcundsatz beantwortet:„Solange wir in der Minderheit sind, verlangen wir Recht auf Grund Euerer Prinzipien: sobald wir die Mehr- hcit haben, verweigern wir es euch auf Grund der unseren." Eine heroische Mutter und Genossin. Vor kurzem nieldeten wir, das; einer der Redakteure des Brüsseler„Peuple", Pierre Brächet, bei der Verteidigung Madrids gefallen ist. Nunmehr hat sich die Mutter des toten Kämpfers auf dem Weg über die spanische Gesandtschaft in Brügel für die Volksfront zur Verfügung gestellt, und gebeten, daß man sie in' ein spanisches Kriegsspital schicke, wo sie ihre modizi- nischcn Kenntnisse verwerten könne. Dieses be- wundernSwertc Anerbieten der Witlve und nun trauernden Mutter Brächet wurde von Albarez del Bayo angenommen und sie wird demnächst nach Spanien reisen, um ihr Hilfswerk in Angriff zu nehmen. Gut davongekommen. Sonntag früh kam bei Bysttice in der Nähe von Beneschau das Auto, in welchem der Vorsitzende der Republikanischen Partei, Abg. Beran, mit dem Sekretär Jpg. Drahokoupil fuhr, auf der vereisten Straste ins .Rutschen, wobei ein entgegenkommendes Agio dem rutschenden Wagen in die Flanke fuhr. Das Auto, in welchem Beran fuhr, tvurde teilweise beschädigt, dem Chauffeur gelang es jedoch:! es ins Gleichgeivicht zu bringe» und die Jnfafsenkamen ohne Verletzung davon. In dem anderen Auto wurde ein Passagier verletzt, der ins Beneschauer Krankenhaus gebracht werden Mustte. Apotheker und zivil« Fliegerabwehr. In Lutin bei Olmütz fand' Sonntag in der ersten tschechoslowakischen Gasschule ein ganzstaatlicher Kongreß tschechoslowakischer Apotheker unter Teil- nahme von etiva 306 Personen statt. Das Programm des Kmigresses bildete die Lösung der praktischen Teilnahme der tschechoslowakischen Apotheker an der Schaffung der z i v t l e n F licgerabweh r. Unter den Teilnehmern befanden sich Universitätsprofessoren und Aerzte aus Prag und Brünn. DI« Flieger Mollis«», Corniglion und M o linier sind von Kairo nach Cartum gestartet.‘ .„Strasienkrieg" wird in England die furchtbare Erscheinung der Automobilunfälle bezeichnet. Einer amtlichen Statistik zufolge wurden auf englischen Straßen int Verlaufe der letzten drei" Wochen'480 Personen getötetuiid 4892 Personen.verwundet.-Es.ist dies um 171 Perso» Vie Schwellenlieferungsaffäre. vor dem Brünner Kreisgericht Brünn. Bor dem Brünner Kreisgericht begann gestern die Verhandlung um die berüchtigte Schwel« lenlieferungsaffäre, die seinerzeit in der Oefsent« lichkeit so außerordentliches Aufsehen erregt hat. Auf der Anklagebank sitzen sechsunddreistig Angeklagte, teils Angehörige der höheren, im Eisenbahnressort tätigen Bürokratie, teils Holzliefermiten. Die ersteren sind beschuldigt,-bei Ausübung ihrer dienstlichen Tätigkeit Bestechungen angenommen, die letzteren, solche Bestechungen diirchgeführt zu haben. Mit Befriedigung kann zür Kenntnis genommen Werden, dast die Disziplinarkommlsiion des Eisendahnministeriums, wie eben bekannt wurde, mit drakonischen Strafen gegen die belasteten Beamten vorgcgange» Ist, die in der ersten Diszlplinarinstanz mit mehr als gelinden Bestrafungen davongckom- men waren. Zehn dec schuldtcagendcn Beamten wurden ohne Anspruch auf Pension oder Abfertigung entlasten. Nun soll dar Strafgericht sein letzter Wort in dieser Sache sprechen. lieber die in Frage stehende Affäre ist viel.- geschrieben worden. Er wurde den angeklagten Organen der Bahnverwaltung nachgerechnet, daß sie bei Vergebung von Schlvellenlicfernngcn Provisionen von 19 bis 29 Hellern pro Schwelle zugestan» den erhielten. Er tvurde davon geschrieben, welche illegale Rieseneinkünfte gewiste Maßgebende Funktionäre elnheimsen konnten. ick, Privatbcamter in BalaSfke Mczikiit, Merck 2 chwarcz, Holzhändler in KoSice, Bila R e i s z- mann, Holzhändler in Mickaievo, Mor. Roth, Holzhändler in KoSice, Eugen Roth, Holzhändlie in KoSice, MikSa Davidoviez, Holzhändler in Aknkaievo, Bcla K r o c, Holzhändler in Mu- kaicvo, Dernard Schmieder, Privatbcamter in Mukaievo, Jmrich Heidelberg, Mikuläö Grosz mann, Rudolf M i ch a l e c, Ignaz Butt mann, Privaibeamtcr, Arpäd Rabin, Holzhändler in Luicnec, Zikinund Klein, Pri- vatbcamtcr in Luicnec, Emanuel S ch m i e d l, GcschäftStnann in Sahy, Samuel Braun, Holz- bändler in UZhorod, Samuel G e l b m a n n, Holzhändler in Berehovo, Wilhelm G e l b m a n n, Geschäftsmann in Bcrehovo, Adolf G l ü ck, Holzhändler in Mukaievo, Josef Kerschenbaum, Holzhändler in Dovhi, Dezider Spitz, Holzhändler in Bratislava. Freunde durchzccht hatte, begab er sich früh auf den Friedhof von Thiai», um das Grab seiner inzwischen verstorbenen Frau zu besuchen. Kaum war er dort in Begleitung seiner beiden Schwägerinnen angelangt, als er Foata hinter einem Grabstein austauchen sah. Dieser war mit einem Rcpeiiergewehr bewaffnet und eröffnete ohne weiteres das Feuer. Die Korsen war« ket» sich hinter den' Grabhügel und blieben unverletzt. Nachdem Foata da» Magazin leergeschosscn hatte, wgrf er das Gewehr fort und wollte flüchten. Stefan! setzte ihm über die Gräber nach. Plötzlich blieb Foata wieder stehen und riß eine Pistole au« der Tasche. Aber bevor er noch schießen konnte, war ein Totengräber herangekommc», der«in Kreuz au» einem noch fkischen Grabe herauSriß und mit diesem Foata niederschlug. Die herbeigerufcne Polizei verhaftete zur Sicherheit alle Korsen, wobei es sich her» ausstellte, daß. Stefan! 9999 Francs bei. sich hatte, die er unmöglich in der Zwischenzeit aus redliche Weise erworben haben konnte. Professor Dr. Absolon, welcher über Einladung der Kgl. Niederländischen Geographischen Gesellschaft auf einer BortragStoucnee in den Niederlanden weilt, veranstaltete nach den im Haag und in Leyden gehaltenen Borträgen am 27. November auch einen Vortrag in Amsterdam, welcher einen besonders feierlichen Charakter trug. Der Borfitzcnde der Kgl. Niederländischen Geographischen Gesellschaft, Prof. Kleiweg de Zwaan, teilte mit, daß die Kgl. Niederländische Geographische Gesellschaft Pro fessor Dr. Absolon in Anerkennung seiner wissen« schaftlichen. Berdienste zu ihrem. Ehrenmitglied« ernannt habe. Prof. Dr. Absolock informierte kn seinem sehr fesselnden Vortrage die Zuhörerschaft über die Ergebnisse'seiner bisherigen Tätigkeit auf dem Gebiete der Fosstlien-Funde in Mähren. Er wter hierbei insbesondere auf sehr bedeutsame Funde ln der letzten Zett hin. Der Bortrag war von Lichtbildern begleitet.' Auw«nd Motorzug. Am 39. November, um 8.48 Uhr stieß auf dem ungeschützten Bahnübergang Im Kilometer 14.9 der Strecke Sadovä—Dohalice— Tkcboviitice der Motorzug Nr. 4193 mit dem Lastauto der Firma Frank zusammen. Zwei Insassen des Automobils wurden verletzt und das Automobil zertrümmert. Der Motorwagen ist entgleist. Da» Hindernis war um 9.89 Uhr beseitigt. Internationale Konferenz für Hochschulbildung. Das Internationale Institut für intellektuelle Zusammenarbeit(in Genf) hat entschieden, daß im Jahre 1987 im Nahmen der Weltausstellung in Paris eine Internationale Konferenz für Hochschulwesen stattfinden soll. Die letzte Veranstaltung dieser Art fand im Jahre 1999 in Pari» statt. Seither hat da» Institut iüt Hochschulbildung derart tiefe Acnderungen erfahren, daß cs am Platze ist, zu einem neuerlichen Gedankenaustausch zu schreiten. Die Internationale Konferenz für Hochschulbildung wird von der Französischen Gesellschaft für Hochschulbildung und vom Internationalen Jnstiwt für intellektuelle Zusammenarbeit organisiert werden. Auf der Tagesordnung werden konkrete Fragen dec Hochschulbildung, Insbesondere die Auswahl der Professoren, die Bedingungen für die Studenten und die Berufswahl der Hochschulstudenten-stehen. Berbllligte WeihnachtS- und Neujahrs-Telephon, gespräche mit ltebersce. In den Tagen vom 28. November 1986 bis 4. Jänner 1987— mit Ausnahme dcS 28. Dezembers 1986— können Weihnacht»- und NcujahrS-Telephongespräche zu verbilligten Tarifen aus der Tfchechoslowakei nach.Aufwallen, Neuseeland, Kanada, nach der Südafrikanischen Iltiion, nach Kenya, Süd-Rhodesien, Nord-Rhodesien und Indien mit Ceylon geführt werden. Kein« Verbilligung tritt jedoch zu dieser Zeit Im Telephonverkehr mft den Vereinigten Staaten(USA) ein. Der WitterungScharakter dürfte weiter sehr unbeständig sein und nach vorübergehender Erwärmung ist später wieder eine Abkühlung von Nordwesten her z» erwarten.— Wahrscheinliche» Welter heut e: Weitere Erwärmung vom Westen her; in den tieferen, in den böhmischen Ländern auch in den mittleren Lagen, Tauwetter. Vorwiegend bewölkt, stellenweise noch Niederschläge. Auf den-Ber- gcn windig.— Wettern»»sichten für Mittwoch: Unbeständig mit Schaueyn, vom Nordwesten her erneut Abkühlung. Auf den Bergen Frost und Schneefall. Vom Rundfunk Empfehlenowerte» au* de» Programm«»» Mittwoch Prag, Sender Lr 7: Morgenmusik, 19.98: Deutsche Presse, 19.18: Rundfunk für deutsche Schuten, niedere Stufen, 12.19; Unterhaltungskonzert, 12.88: Mufsiks Salonquartett, 18.49: Deutscher Arbeitsmarkt, 18.19: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher, 18.29:- Arbeiters»«!: Dr. Bienstock: Europäische Probleme, 18.40: Sozialinformationen, 18.48: Deutsche Presse, 22: Zum 100. TodcStag de» tschechischen Koniponisten Rejchyi Konzert. Sender II 7.80: Orchesterkonzert, 14.18s Deutsche Sendung: Scholz: Kinderstunde, 14,80: Deutsche Presse, 18.18: Liederkonzert, 18,88: Man- dolincnkonzcrt.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Kreisler: Mähr. Dichter Kübech, 20.88: Rundfunkorchestcrkonzert.—Prehburg 16.10: Konzert.— Kascha» 18: Rundfunkorchesterkonze'rt.— Mährisch.Ostrau 18: Saxophoiikonzert. .. Die eiserne Stadt Ein Maschinengetoehrstand der.Marokkaner in Sasa' bei Campo. Im Hintergrund'erkennt' man Madrid. Sjr. 270 DienStag, 1. Dezember 1030 Seite 5 VIM fliiirff.nuninc Arbeitslosigkeit in Belgien. Nach den Aufstellungen der kommunalen Kon» trollämter gab es in Belgien Ende Oktober 103.071 Arbeitslose gegen 106.812 im Sep- tember. Mach' Dir diese Arbeit darum so leicht wie möglich, nimm VIM, das auch angelaufene oder gar verrostete Klingen im Nu wieder blank putzt, das auch edles Tafelsilber nicht zerkratzt. macht die Arbeit leicht Der Blutstrom In Deutschland Berlin. Freitag fanden in Berlin zwei Hin» richtungen statt. Außer der Hinrichtung des 32» jährigen Walter W o b b r o ck, der wegen Lan- deSverrat zum Tode verurteilt worden lvor, wurde auch an dem 28jährigen Albert Rüdiger das Todesurteil vollstreckt, der ein zwölfjähriges Mädchen vergewaltigt und sodann ermordet hatte. geführt haben, soll ipit dem Bau des Fernheiz» Werkes demnächst begonnen werden. Erhöhte Baumwollwiuoen- Ausfuhr nach Aegvpten. Im Laufe des heurige» Jahres gelang es unserer Textilindustrie, die Baumwollivaren- lieferungen nach Aegypten um 60 Prozent zu steigern. In den ersten acht Monaten stieg die Ausfuhr von 23.828 L. E. in der gleichen Bor» jahrSzeit auf 38.837 L. E. ÜagÜoh ma&t Ha Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage» e i n st i m m i g. Der Schwurgerichtshof verurteilte den Angeklagten zu fünf Jahren schweren Kerker- und Ausweisung aus dem Staatsgebiet nach verbüßter Strafe.- Bemerkenswert ist, daß dieser Prozeß, der eigentlich in die Kompetenz des Egerer Schwurgerichte- gefallen wäre, nach Prag delegiert worden ist. ... Den Borsitzsührte K r eiSg r richt S v t ä» sident Dostäl, bienicht da, um dem DFC Prag den Titel einer HerbstineisterS zu nur ein einziges Stadtbild unter den ausgestellten 110 Gemälde», aber auch diese beschneite Straste an den Olschauer Friedhöfen ist vielmehr Landschaft als Stadt. Das alles ist impressionistisch gesehen, mit der Neigung und auch der Begabung, Reichtuin in der Einfachheit, Gröste im Bescheidene» zu finden. Und oft steigert sich das schlichte Stück Landschaft vor den Augen des Malers z» wirklicher epischer Gröste wie die grauen Schindelhütten am.Hang, der Bach im Gestein der Hochebene, der Feldweg unter dem hohen Zuge der Wolke» auf einsamer Höhe. Id. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Dienstag halb 8: Ehe. A 1.— Mittwoch halb 8: Cavalleria rustieana. Der Bajazzo, Gastspiel Jarmila Kiirovä, B 2.— Donnerstag halb 8: Arel an der HimmefStür, C 2.— Freitag halb 8: Die lustigen Weiber von Windsor, D.— SamStag halb 8: Arel an der HimmelStür, B 2.— Sonntag halb 8: Die lustigen Weiber von Windsor, halb 8: Ehe, C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: Stimmen in und um uns, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Mittwoch 8: Salzburg ausverkauft, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Der Illusionist.— Freitag 8: Hofloge, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf,— Samstag 8: Der Illusionist.— Sonntag 8: Die Freier, halb 8: Dey schiefe Hut, Erstaufführung. . Arbeitervorstellung „Die lustigen Weiber von Windsor*', Komische Oper von Nicolai, am Sonntag, den 6. Dezember, um halb 8 Uhr. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. möchten wir bemerken, dast der Aufstand in Spanien nicht in die biblische Geschichte gehört und weder,im Alten noch im Neuen Testament vorkommt.' Der Herr Religionslehrer wird sich also an dem ihm vorgeschriebenen Unterrichtsstoss halten müssen! Der Kampf»egen die Krise in Belgien. Donnerstag, den 8. Dezember, findet im.Sozialinstitut, Prag I I, Palacttho»am. 4, ein Vortraa des Heren R. I. Lemoine, Universitätsprofeffors in Brüssel, um halb 8 Uhr statt mit dem Thema„Kamps gegen die Arbeitslosigkeit als Krisenerscheinung und gegen die dauernde Arbeitslosigkeit in Belgien". Eintritt frei. Für die erwerbslose Jugend. Die Sonntag in den Strasten Prags veranstaltete Sammlung zugunsten der enverbslosen Jugend hat bis zu den Slbendstunde» 26.060 Xi erbracht. An der Sammlung nahmen persönlich die Schriftsteller Iar. Kra» tochvil, Josef Kopta, Univ.-Prof. Dr. I. L. Hro- mädfa, Regiernngsrat B. Benes, MUDr. Levit u. a. mit Sammelbüchsen in der Hand teil.— Ab 1. Dezember unterschreiben auf der Ausstellung für erwerbslose Jugend in Prag I, Husovä tr. 20(Clam- GallaS-Palair) Schriftsteller ihre Bücher." Ein betrunkener Radfahrer. Gestern nachts bemerkte der 86jährige Chauffeur Jan Hoffmann aus Kri, der mit seinem Auto P—26.041 über den Raöinkai fuhr, vor sich eine» Radfahrer, der im Zickzack fuhr und offensichtlich betrunken war. Um einem Zusammenstost vorzubeugen, rist er daS Auto scharf a nach links, wobei er an einen Eckstein stiest und der Wagen sich ziveimal überschlug. DaS Auto wurde zertrümmert, der Chauffeur blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Der Radfahrer fuhr davon und konnte nicht sichergestellt werden. Alkoholvergiftung. In der Nacht auf gestern fand die Polizei den 82jährigen Arbeiter Josef Bäüa aus Lieben in der Palackygasfe in Prag VII bewustt- loS liegen und liest ihn in» Krankenhau» auf der Bulovka schaffen, wo eine starke Alkoholvergiftung festgestellt wurde. Arbeitsunfall. Die 25jährige Arbeiterin Milada Jeserski au» Prag-ZiZkov, die gestern vormittags in einem Neubau in Zifkov beschäftigt war, stürzte von einer Leiter und blieb bewusttlos liegen. Die Ret« tnngSgesellschaft brachte sie auf die Klinik Schlosser, wo eine Gehirnerschütterung und ein Bruch ziveier Rückenwirbel festgestellt wurde. Die Generalversammlung de» Klubs tschechischer und deutscher Bühnenkünstler wurde gestern den 29. November im ManeS-Gebäude abgehalten. An die Spitze der Klubs wurden wiederum Bäclav Bydra und Fritz Volk als Vorsitzende gestellt und zu jenem Postamte, da» die Briefpost zustellt, schriftlich zu bestellen. Der Verkaufspreis eine» normalen Exemplare» beträgt 20 Xi, der Verkaufspreis eine» ExemplareS mit alphabetischem Seitenanzeiger 88 Xi. Sämtliche Bestellungen sind direkt dem Briefträger zu übergeben. Heute, Dienötag, den 1. Dezember, findet die feierliche Eröffnung unseres neuen Heim»(Prag II., Spälent 46/11.) statt. Es spricht Genosse Dr. E m i l F r a n z e l über Die Volksfront in Frankreich Beginn pünktlich 10 Mr 80. Alle Mttglieder und Freunde der FBSA werden zu dieser Veranstaltung eingeladen. Politik In dar Weinberger deittschen Schule. Wie uiis der Vater eines Kindes mitteilt, be zieht der Religionslehrer der Deutschen Minder- heitsschule in Prag-Weinberge Josef Jordan auf ganz eigentümliche Weise die politischen Er eignisse der Gegenwart in seinen Unterricht ein. So hat er in einer für die Aufständischen sehr günstigen Weise über die Vorgänge in Spanien berichtet und den Kindern empsohlen, gewisse Blätter nicht zu lesen. Darunter befindet sich das„Prager Tagblatt", die„Närodni Politika" und die sozialistischen Blätter. Daraufhin hat ein Kind den Religionslehrer gefragt, ob es erlaubt sei, die„Bohemia" zu lesen, worauf der Diener MMDMs Gottes bemerkte, dieses Blatt, sei„uns"(ge-einfachsten ist, dort sucht er sie aus Feldwege, blii- meint sind damit die Gesinnungsgenossen deS hende Wiesen, ein Rain am Hang, ferne Hügelsäume, Herrn Religionslehrers) günstig gesinnt. Dazu! Schneeflächen im Morgenlicht, im kalten rauchigen Paris siegt über Prag 2:1(2.1) Von dem AuSgang diese» am Sonntag in Pari» ausgetragenen Städtespieles versprach man sich in den tschechischbürgerlichen Fustballkreisen sehr viel. Aber es kam doch anders, als erwartet. Die Prager Profi waren wohl technisch etwas mehr beschlagen;'. aber was ihnen mangelte, das hatten die Pariser: Schnelligkeit, Kampfgeist und Schubkraft. Was nütz: es, hinterher zu sagen und zu schreiben, dast. mehr ausländische als französische Spieler im Pariser Team waren? ES bestätigt doch nur, dast eben diese Spieler mehr Witz und Temperament bei ihrem■ Spiel besaßen, als alle Prager Profi— bei denen. ja auch der derzeit noch nicht nawralisierte Wiener Vhtlaiil mitwirkte und auch der beste der Stürmer, war—, die glaubten, daß ihnen der Sieg sicher j, wäre. Dem Spielverlauf nach wurde ez aber eine.' Blamage- Dl« Schneiderin ist ein lustiger tschechischer Film, keiner von denen, die nur lustig sein wollen, sondern eine Sache von flotter Machart, die den Zuschauer amüsiert. Er wäre zuviel gesagt, wen» man diesem Film vom komisch geriffenen Modekönig und der hübschen Schneiderin, von Kleidersorgen, Gaunerei und Lie- ,......... beSgliick sehr viel Witz und irgendwelche künstlerische Geschäftsführern Hanuö Thein und Walter Taub Bedeutung nachrühmte. Mer neben so vielen un- aewählt. An den Präsidenten der Republik Dr. beholfeuen und langiveiligen Erzeugnissen der hei- Edvard Benes wurde folgendes Telegramm gerich-1 mischen Produktion nimmt sich dieser sehr vorteiltet: Herr Präsident, die auf ihrer ersten ordentlichen\ haft au» und beweist erneut, daß der Regisseur Mae Generalversammlung vereinigten Mitglieder des F r i i ein Mann mit Geschmack und Können ist, Klubs der tschechischen und deutschen Bühnenkünstler i der, wo er Ehrgeiz entfaltete, wie in den Filmen erlauben sich. Ihnen ihre begeisterte Huldigung zu j„Hel Rup" und„Janoöik", freilich weit Wertvol- iibermitteln. Ihr kostbares und freundliches Per-, leres zustandebrachte als einen eben nur fl.tten itändnis für unser Streben ist nnS ein freudiger An»\ Film. Unter den Darstellern ragt— wie so oft— sporn zu weiterer Arbeit a» der Aunähenmg der der witzige und nie plumpe Hugo H a a S hervor, ' Tschechen und Deutschen zur Stärkung des demokra>"—— tischen Gedankens in unserem Staate... Ta» Prager Telephonverzeichnis für 1037 Einbuße an äußer«» Reiz, aber ohne Gewinn an wird. ftir Telephon-Teilnehmer entweder in der bis-"'* herigen normalen Ausgabe, oder im festen Ganz- leimtn-Einband mit 28 Kartoneinlagen mit alphabetischem Seitenanzeiger für einen Zuschlag von 18 XL erscheinen. Die Post- und Telegraphendirektion ersucht die P. T Teilnehmer, sich jetzt schon, spätestens aber bis z» Ende des Monats Dezember d. I. entweder für die normale Ausgabe, oder für den Zu« schlagSelnband zu entscheiden; im II. Nachhang zum Telephon-Berzeichnis steht auf der letzten Seite ein bindender Bestellzettel zur Verfügung. Jeder Teil- . nehmer hat Anspruch nur auf einExemplar zu jeder Haupttelephonstation, dessen Umtausch kostenlos erfolgt, oder statt des normalen Exemplare» auf ein Exemplar im Ganzleinen-Einbande mit alphabeti schem Seitenanzeiger, das Mr einen Zuschlag von 18 Ui umgetauscht wird, Weitere Exemplare sind bei daneben zeigen sich die ihrer Beliebtheit sichere Vera Ferbasovä und die vom GoebbelS-Fllm ohne künstlerischem Reiz heimgekehrte Lida B a a r o v&. Da auch Theodor P i s t L k, Vladimir B o r s k h und Adi na Mandlovä mitwirken, ist so ziemlich daS vollständige Ensenrble des tschechischen Un» terhalttmgSfilmeS beisammen.—eis— zuerkennen. Doch ist die Situatton so günstig Mr die Prager, daß ihnen auch der unwahrscheinliche Fall eine» Verlustspieles nicht» anhaben könnte. Bon elf Spielen hat. der DFC alle gewonnen und ein Skore von bisher 67:4 erzielt. Sonntag setzte der DFC auf eigenem Platz seine Siegesserie fort, indent er den Reichen- berge.r FK mit 5:0(2:0) besiegte. E» war ejn sicherer Sieg, aber man kann nicht behaupten, daß das Spiel schön wirkte. Einige Momente ließen befürchten, daß da» Spiel auSarten würde; die vielen kleinen Reibereien machten den Eindruck auch nicht besser. Allerdings waren die Reichenberger trotz ihres relativ guten Könnens auch gute Holzer. Dabei können dann eben auch einige DFC-Spieler sich nicht beherrschen und hauen in dieselbe Kerbe In Bodenbach blieb nach einem äußerst hart durchgeführten Kampf die SvBg über DSV Saaz mit 2:1(1:1) erfolgreich. DSK Gablonz schlug die S v o r t b r ii d e r Schrecken st ein auf deren Platz 4:2(8:1), aber das Match wurde vorzeitig durch Abbruch beendet und im Anschluß daran kan: es zu Raufszenen. Die Gablonzer konnten m:r unter polizeilichen: Schuh den Platz verlassen. In Komotau konnte der Warnrdorfei F'K gegen den DFK nur 1:0(0:0)-erzielen. Beim Komotauer DFK soll ein Spielerstreik aurgebrochen sein, so daß in diesem Spiel sieben Zöglinge die Mannschaft ergänzen mußten. Die Prager Sportbrüder spielten in Teplitz mit dem VfB 1:1(1:0), Auch in diesem Kampf war die Fairneß der Spieler nicht die beste- In Gablonz spielte der Karlsbader FK mit dem B S K 1:1(1:0). Division Mittelböhmen. Cechie Karlin gegen Ravid 1:2(I), Sparta Koöik gegen BohemianS 2:0, Viktoria Nulle gegen Libeä 1:4, Slavoi VIII gegen AFK Kolin 2:8, Union Zstjkov gegen SK Russe 4:1, Meteor VIII geaen Svarta Kladno 0:1, Altbunzlau gegen Ruselskh SK 6:0. Sonstige Fuschallergebnisse. Prag: ABC Bra- nik gegen Viktoria Zijkov 8:2.— Pardubitz: SK gegen SK Äöniggräh 8:1.— Pilsen: SK gegen Viktoria 6:1.— Kopitz: SK Kopist:, gegen Sportbrüder Brüx 7:0.— Teplitz: TFK gegen DFK Bilin 5:2.— Aussig: Slovan Dux gegen DFK 5:2.— Vrohnitz: SK gegen Bata Zlin 5:1.— Budapest: Hnngaria gegen 8. Bezirk 4:1, Ferencvaros gegen Budai 6:2.— W i.en: Austria gegen Wacker 4:8, die Sieger sind damit Herbstmeister; Admira gegen Vienna 8:0, Fav. AC gegen Rapid 2:0(l), FloridSdorfer AC gegen FC Wien 2:0.— Frankreich: FC Sochaux gegen Kirpest 4:8, Charleville gegen BocSkai 4:1. StaatS-EiShockehliga. Auf der Tagung der tschechoslowakischen EiShockeh-Liga wurde die Schaffung einer StaatS-Eishockeyliga beschlossen, an der auch zwei deutsche Vereine teilnehmen werde». Der Antrag, Kanadier an Meisterschaftsspielen nicht starten zu lassen, wurde nicht angenommen- In der Debatte wurde der Skandal hei den Olympischen Winterspielen zwar eingehend erörtert, aber schließ» Bezirksorganisation Prag ter Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Freitag, den 4. Dezember, 8 Uhr abends, im Parteiheim, Prag II, Smeika 22/3. „Schiller Seff Ober die Anfänge ludetendeuticher Arbeiterdichtung** Redner: Genoffe Hofbauer. Rezitationen: Genoffe Pauer. SUecotuc Der 23. Jahrgang des Bergarbeiier-Taschen- kalender» für da» Jahr 1887 ist soeben im Berlage der Union der Bergarbeiter erschienen und vermittelt eine Fülle wissenswertes Material au» dem allgemeinen Wirtschaftsleben und der Kohlenwirtschaft. Neben anderen Gesetzen und Verordnungen wurde der Wiedergabe der wichtigsten Bestimmungen' des neuen Bruderladengesehes große Sorgfalt gewidmet. Eine Reihe Gedichte sowie Bilder vog Fritz Suse, mann und deut Bergarbeilertzichier Heinrich Kamp» chen neben mehreren graphischen Tabellen über Wirtschaftsbewegungen sowie einer bildlichen Darstellung über die vielseitigen BerwertungSmöglichkeiten der Steinkohle ergäben und zieren den Inhalt dieses Jahrbüchleins. In Leinen gebunden, mit einem shm- bolischen Einbandausdruck,: wird der Kalender bestimmt Freüde erregen. Der Preis beträgt XL 5.50 inklusive der. Gebühr Mr eine auf XL 2000.— laufende Unfallversicherung fite jeden Bezieher. Bestellungen sind an die Bezirks- und Reviersekreiariate oder direkt an die Zentrale der Union derPerg» arbeiter, Turn-Teplih, Mafartzkstr. 128, zu richten, An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs-Enthebunsen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen^ erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet M 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. Dia Verwaltung. "'■■■ Leierllch»mlllUe»!..’" Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat“ Ich bestelle hlemit unter dem Namen;....——■■■ Beruf:—.......-Ort:——..» eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kö 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift: Bezugsbedingungen: Bet Zustellung ins Haus oder bet Bezug"durch die Post monatlich Xi 6.—. vierteljährlich Ke 4o>g Xi 96— ganzjährig XL192,—,— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendyng' der Retourmarken.— Die Leitungsfrankatur wurde von der Post- und Tile« ' graphendirektionmit Erlaß Nr. 1Z.SOO/VU/19ÜO bewilligt.— Druckerei:.Krbis", Druck-, Verlags« und ZeltungS-A.-G, Prag,.