Nr. 283 Samstag, 8. Dezember 1936 16. Jahrgang XENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii.,fochova er. telefon smt HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUS. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi KARL KERN, PRAG. Einzelpreis 70 Hellei (elnschllefillch 5 Heller Porto) Die Sanierung der Centralbank Ein Vorschlag des Finanz* und Innenministeriums Im März 1088 hat die Centralbank deutscher Sparkassen, die schon zweimal, 1928 und 1982, zusammen mit der Karlsbader Vereinsbank saniert worden ist, die Zahlungen eingestellte von der Regierung wurde ihr ein kurzfristiges Morawrium bewilligt, während dessen Geltung entschieden werden sollte, wie die Centralbank zu sanieren ist, und die Einleger zu befriedigen sind, Ursache dieses Zusammenbruchs waren Kreditgeschäfte unglaublichster Art, an denen k>ie Hauptschuld dem ehemaligen leitenden Direktor Herman Cernh zufällt. Seit-mehr als drei Jahren befindet sich nunmehr die Bank im Moratorium» immer wieder wurde dieses Verlangen und dadurch die dringende Lösung der Centralbankfrage ausgeschoben. Gestgxn hat nun das Finanzministerium seinen LöstlygSvörschlag veröffentlicht, den eS im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern aus» gearbeitet hat, wobei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht wird, daß dieses Projekt v,on der Regierung noch nicht be handelt worden ist. Wie aus dem unten veröffentlichten Auszug des Vorschlages des Finanzministeriums hcrvorgeht, besteht die Absicht, die Einleger durch mündelsichere Wertpapiere zu befriedigen, die vom Staat garantiert sind. Desgleichen würde eine Lösung ge« sunden in dir Frage der sogenannten T-Depost- teiL. das sind jene Depots, welch« andere Geldanstalten hei der Centralbank hinterlegt haben. §>!« Centralbank soll als selbständiges Bankinsti». tüt zu bestehen aushördn und auch ein. eigenes selbständiges deutsches EmissionSinstitut soll nach dem Vorschlag nicht mehr errichtet werden, sondern ein gemeinsames Emissionsinstitut der Centrasbank tschechischer Sparkassen und jener.der deutscher Sparkassen. Zu dem Vorschlag möchten wir nur kurz bemerken, daß in den letzten Tagen zwischen' den deutschen Regierungsparteien und der Regierung verhandelt wurde. Diese Verhandlungen sind it o ch n i ch t abgeschlossen. Die Regierung hat einen Standpunkt in dieser'Frage noch nicht bezogen und wir hoffen,, daß sich bei den Verhandlungen, die noch stattfinden werden, die Erkenntnis Bahn brechen wird, daß die Interessen der Einleger und Angestellten gewahrt werden müssen, und daß«in Weg gefunden werden muß, um ein« gewisse finanzielle Selbständigkeit des deutschen Sparkaffenwesens aufrecht, zu erhalten. * In dem Bericht des Finanzministeriums heißt es u. a.: Die Centralbank deutscher Sparkassen.geriet, trotzdem sie gemeinsam mit der Karlsbader Vereinsbank in'den Jahren.1928 und 1982 an Unterstützungen aus dem Sonderfonds für 64,899.990 Xö Schuldverschreibungen dieses Fonds erhielt, in eine fosbedrängte Lage, daß für sie ein Moratorium vom 18.- März 1938 angeordnet werden mußte. In der Zeit der Verkürzung des. Moratoriums betrugen die Förderungen der ungedeckten Gläubiger 60 Millionen Xö,'in welchem Betrage auch die sogeannten„C-De- positen" der Geldinstitute per 127 Millionen Xö und'der übrigen Gläubiger per 8 Millionen Xfi enthalten sind, während zur Befriedigung dieser Förderungen an Aktiven nur Ü9 Millionen XL verbleiben. Die.Befriedigungsquote würde also 82 Prozent betrugen. ' Di« Lösung, vorgeschlagen. vom Finanz- und Innenministerium, welch« jedoch bisher von der. Regierung nicht durchberaten wurde, ninnnt«üf hie Interessen der Gläubiger an der^raschen Befriedigung ohne Rücksicht auf- das schleppende. Vorgehen der Realisierung. der für. sie verbleibenden Aktiven Rücksicht und-garantiert.ähnen darüber hinaus,«ine wesentlich bessere Befriedigung, die gegenwärtig mit einer. Quo.f« v o n.79 Pro z e.n t bewertet werden, kann, und bet"den Gläubigern,..die. abwarten, überhaupt keinen Kapitalrverlust bedeutet. Man zielhälso. hier auf eine Befriedigung in einem, Maß«,, die in.solchen, Fällen.dieRechtsordnung als höchst ßTÜSssige aneüennt,' destn/d« Paragraph-18 der Gesetzes,Nr. 288/1924 S. d. G. u.'B. über den Allgeintinen Föndö gestattet, Vie ungedeckten Gläubiger eines falliten Geldinstitutes höchstens bis 80 Proznt zu befriedigen. Entsprechend dieser Lösung wird nämlich beabsichtigt, iene ungedeckten Gläubiger durch erstklassige Anlagepapiere zu befriedigen. Tie Schuldverschreibungen,. die die vorgeschlagene Geldzentrale tschechoslowakischer Sparkassen In der notwendigen Menge auSgebcn soll leS wird mit 880 bis 800 Millionen Xi gerechnet), sollen vom Staate garantiert werden, Pupillarsicherheit besitzen und von Gebühren und der Rentensteuer befreit sein. Weiters wird im Interesse der Geldinstitute, welche bei den genannten zwei Banken die schon erlvähnten C-De- prsiten besitzen, an die Lösung gedacht, daß ihnen dies« Depositen lin natura) rückerstattet Weichen, wenn sie den dem Werte entsprechenden Betrag erlegen, welchen diese ihre Depositen am Tage der Verkündung des Moratoriums hatten, und daß sie für diesen Betrag jene Schuldverschreibungen zmn Kurs von 70 erhalten. Die Mehrbesserung, die nach der obigen Darlegung die ungedeckte» Gläubiger- erhalten sollen, wird allerdings bedeutende materiell« Opfer erfordern, die- im Interesse dieser Sache daS Sparkassenwesen als Ganzes unter Mitwirlmtg des Staates bringen soll. Zu diesem Zwecke wird beabsichtigt, aus der Centralbank tschechischer Sparkasse« ein« g.e metn s a m« G eld z rnt r«le aller tschechoslowa lisch en Sparkasse» z» schasse«, welche di« beiden IfterS genannten Banke» liquidieren»Nb'SchuldPetschreibiMgett auSgest» soll, dl« zur Befriedigung der Ansprüche ihrer uNge- dcckten Gläubiger bestimmt sind. Damit diese Zentrale einerseits die bereits auS diesem ihren Charakter sich ergebende Funktion er« füllen, andererseits die mit der besseren Befriedigung der ungedeckten Gläubiger der Centralbank'deutscher Sparkassen und der Karlbader VereinSbastk verbundenen Lasten ertragen soll, muß für deren starken finanziellen Ausbau Sorge getragen werden. Das Das Fürsorgeministerium teilt'die Ergebnisse der am letzten November'erfolgten Zählung der nicht unkergebrachten Arbeitsuchenden mit. Die Arbeitslosenziffer betrug »M 30. November,.. 511.787 am 31. Oktober...... 441.679 sie ist also im Laufe des vergangenen Monats um 70,108 oder ungefähr ein Sechse! gestiegen. Zu.dieser Zunahme hat sicher da und dort ein Rückschlag auch.in der industriellen Produktion beigetragen, zweifellos ist sie aber zuM größten-Teil, auf saisonmäßige Gründe, das Aufhären der Bautätigkeit und der Möglichkeiten-zu Jnve- stitionSarbeiten zurückzuführen,.auf. Umstände also, die sich einer Beeinflussung entziehen.. Diese, saisonmäßige Stagnation der Beschäftigung war auch unter normalen Wirtschaftsverhältniffen alljährlich festzustellen, in Krisenzeiten wirkt sie sich schärfer aus. In den letzten,Jahren. ist di« Arbeitslosigkeit,, ohne Mcksscht daraus.-wie-sie sich fönst, im Latzfe.deS Jahres' entwickelte, im November stets.'nm ungefähr, dieselbe Ziffer gestie- gen, ein ziffirnmähiger Hinweis, auf die gleichbleibenden Ursachen, die sich in diesen Monaten geltend machten.- Siestieg ’ im Jahre 1931 um 83.453 im Jahre 1938 um 75.193 - im Jahrs 1983»m 61.086 Im Jahre 1934«m 69.473 im Jahre 1935 nm 77.480 - im Jahre 1036»m 70.108 Nach den günstigen Berichts«, welche das heurige Jahr brgchte, wird das Wiederansteigen der' Arbeitslosenzahl schwerer empfunden werden, cs wäre aber ein großer Fehler, in derunyermeid- l'chen /Unterbrechung der Äintermongte- eine dauernde UnterbrechWg^ der. seit. Jahresbeginn- angebahnten' Entwicklüng zMMsseren. zu erblicken.! Wohl aber ist. irr vsrlirgendr Bericht ein soll- durch die Institution der obligatorischen Einlagen erreicht werden, die die Sparkassen bei dieser Zentrale werden halten müssen. Der-Charakter deS erwähnten Instituts als Geldzentrale des gesmnten Sparkassenwesenr soll seinen Ausdruck in den Grundsätzen erhalten, die einen gerechten Einfluß in dieser Zentrale den Sparkassengruppen,-die entweder auf nationaler, regionaler oder anderer(Grundlage geschaffen wurden, garantieren sollen. Dieser Ein- fluß soll nicht nur kn einer entsprechenden Zahl der Vertreter einer solchen Gruppe in den Kollegialorganen der Zentrale zum Ausdruck kommen, sondern sich auch auf die Auswahl der A n• ge st eilten beziehen. Die Lösung der ganzen Frage wird nicht ohne große materielle Opser erfolgen können. Die Verzinsung und Amortisierung der Schuldverschreibungen erfordert eine Summe von 1.1 Milliarden Xi, der nur Aktiven im Betrage von 800 Millionen Xi gegenüber sieben, so daß im Laufe der Jahre 800 Millionen Xi zugczahlt werden müssen. Der Mlnlsterrat hat in seiner Freitagsitzung u. a. genehmigt: den Entwurf deS neuen Bürgerlichen Gesetzbuches, ein« Novelle zum Gesetz betreffend daS Oberste BerwaltungSgericht, dies Berlängrrnng deS Parteienanflösungs- gesetzeS auf ein weiteres Jahr, d. i. bis 1. Jänner 1938. „-«.Aerner an RegicrungSverordnuugcn: die Einhebung des Sanitätszuschlages für 1987 in der bisherigen Höhe, Maßnahmen zur Regelung der Verhältnisse in der Bekleidungsindustrie, RichtlÜrien für die Entlohnung der kaufmännischen Angestellten, die am silbernen und- goldenen Sonntag arbeiten, etc. . Weiters wurden die Mittel für die W e I h- nachtSaktion für Kinder Arbeitsloser und Kurzarbeiter analog wie In den vergangenen Jahren bewilligt. Appell zur Vorsorge für die bevorstehend« Winterzeit. Die Notwendigkeit der staatlichen Winterhilfe ist unbestritten und der FÜrsorgeminister bat in' seinem Budgetexpost auch mitgeteilt, dass die Regierung die Winteraksion schon bewilligt hat: Die Kartoffelattion wurde bereits eingeleitet. Run ist cs notwendig, auch die Übrigen Aktionen mit aller Beschleunigung durchzufvhren. Diele Taufende haben Heuer noch vergeblich ans Arbeit gewartet und diejenigen, die, oft nur fite kurze Zeit, Beschäftigung gefunden haben, Haven damit nicht einmal die' Schäden der voraugegan- genen ElendSzeit gntmachen können. Für diese alle und für ihre Familien» die Kinder und die Jugendlichen,.wird der kommende Winter nicht leichter, sein als die bisherigen. Für diese am schwersten betroffenen Menschen in den RotstundS- gehiesen ist jetzt die ausserordentliche Hilfe des Staates unerläßlich. Wir zweifeln nicht daran, daß daS Fürsorgeministerium allrS tun wird, waS diese Berhältstiss« erfordern. Der Bericht über den Arbeitslosenstand wäre aber.nicht vollständig, wenn man nicht seine erfreuliche Seite unterstreichen würde. Der Fortschritt, den das Jahr 1988 bracht«, äußert sich darin, daß die Zahl der nicht in Arbeit gebrachten Bewerber-gegenüber dem Vorjahr beträchtlich gesunken ist, und.zwar nm ungefähr dieselbe Zahl,-um welche-nach dem letzten Ausweis der' ZrntralsoziglversicherungSanstalt(für Oktober- 1936) die. Zahl'der spzialversicherten Personenzugenommenhat.. Die-Arbeitslosigkeit ist. gegenübrr 1935-nm-167.088 kleiner . gegenüber 1934 nm.157.150 Keiner gegenüber 1933 nm 179.291 kleiner gegenüber 1932 um 07.022 kleiner ,geworden. Diese Vergleiche, rechtfertigenödie Zu« vexsicht, daß cS zielbewnßter und zäher Arbeit ge- lWcn wird, die schpst erzielten Fortschritt? zu ver- I tiefen und eisten Weg aus- der Krise zu finden.' Abkehr von Phrasen- und Katastrophenpolitik Glänzende Erfolge der sozlaldemokratiuchen Bergarbeiter im größten Braunkohlenrevier Schwere Verluste der Kommunisten Die Wahlen der Vertrauensmänner der Bergarbeiter auf den Grubenbetrivben sind— soweit nicht Rekurse cingcbracht wurden— vorüber. Die Hoffnungen jener, die glaubten, die Positionen der freien Gewerkschaften zu überrennen und mit ihrem ganzen Apparat sowie der gewohnten Demagogie den Wahlkampf begannen, wurden arg eiittäuscht. Die Bergarbeiter, die in alter Kampfcrprobthcit so manchen Ansturm der Grubenbesitzer getrotzt, haben auch diesem Trommelfeuer, daS von links und rechts auf sie losgelassen wurde, standgehaltcn. Ja noch mehr, sie sind ein beträck)tlichcs Stück vorwärts geschritten. Sie haben den Phrasen der einen ihre rcatpoli- tische Tätigkeit in der letzten Wahlperiode cnt- gcgcngehaltcn und den Unkenrufen der„EinhcitS- frontler" ihre unermüdliche Ausdauer in dem zähen Ringen, trotz gefchlvächter Kraft, um die Last der Wirtschaftskrise zu lindern. Diese überzeugenden Tatsachen haben freilich besser gewirkt, als die leeren Versprechungen selbst mit dein Hinweis darauf, daß hinter der oder jener Kandidatenliste einer der diversen Betriebsleiter oder, wie auf so manchem Schachte, die gesamte Angestelltenschaft steht. D i k B e r g a r b c it erdesnord- w e st b öh m i s ch e u B r austköhlcn» revieres wußten in ihrer Mehrzahl, daß die Verbesserung ihrer Lebenslage nur ein Werk ihrer-eigenen Kraft sein-kann. Niemand— vor allem keiner von jenen, die ihr mitfühlendes Herz erst jetzt für die Bergarbeiter entdeckten— wird sie in dieser Uebcrzengung beirren. Jenen Elementen aber, die glaubten, einen Wahlausgang wie den des 19. Mai 1935 herbci- zuführen und an deren Spitze unsere deutschen Bergbauangestcllten marschierten,' sei mit aller Deutlichkeit gesagt: Auchfürsiegiltdiese Erkenntnis, denn sind sic etwas anderesals Arbeitnehmer im Die.« st e der Wein m'a n n u n d Pctschckkonzerne? Sindsic davor bewahrt, lvenn sie überzählig Werdenoder ihre Arbeitskraft verbraucht haben, daß sie aufs Pflaster fliegen— der Not und dem Elend überantwortet w e r d e n? Haben nicht gerade in der vergangenen Wahlperiode die freien Gewerkschaften in ihrem Kampfe um die Erhaltung des Arbeitsplatzes besonders durch die von den Bergbauunternehmern hart umkämpfie„P r a g c r V e r- einbarung" vielen Bergbauangcstelltcn den Arbeitsplatz erhalten? Denn, wenn tausende Bergleute noch vor die Tore der Schächte gestellt worden wären, so sei den Bergbauangcstelltcn mit aller Offenheit gesagt: wären auch Hunderte von ihnen überzählig gewesen-und hätten das gleiche Los mit den Klassengenössen„Arbeiter". Mangelndes Klaffenbe wußtfein, verbunden mtt phrasenumnebelter politischer Kurzsichtigkeit, haben den Bcrgban- a n g e st e i l t e n, m i t nur geringen A n S na h m e n, d e n K a m p f gegen die„Union de rBergar beiter"— der Interessenvertreterin derde u t s ch e n B er gar he it c r— dil- ti e rt. Diese Tatsache widerspiegelt die Wahlbewegung und wird für die Zukunft Lehrreich sein. DaS Gesamtergebnis, das erst jetzt endgültig überblickt werden kann,-hat der Union der Bergarbeiter- im nordwestböhmischen Braunkohlenreviere, das sich auS den Gebieten der Revierbergämter Brüx, Teplitz und Komotau zusammensetzt, einen Gewinn von sieben Mandaten gegenüber.den letzten Wählen-1988 gebracht. Ebenso-konnte der.tschechische Bru-derverbayd seine Mandatszahl von 49.auf 81 steigern. Die Kommunisten ereilte auch hier-das gleiche Schicksal wie im größten Steinkohlenreviere. Mährisch- Ostrau. Ihr« Mandätrzahl sank von'78 im Jahre ;1988 auf 47 im Jahre 4986. Um die Mandate deS aufgelösten nationälsözialistlschen Bergärbei- Saitonwende auf dem Arbeitsmarkt Die Arbeitslosem»!)! um 70.000 auf 511.000 gestiegen, aber um 167.000 kleiner als Im Vorjahr Seite 2 SamStag, 8. Dezember 1986. Nr. 283 tcrvcrbandcS vom Jahre 1938 wetteiferten die deutschen Ehristlichsvzialcn und die deutsche Ar- beitergewcrkschaft, von welchen erstere 38 und letztere 86, beide unter eifrigster Mitwirkung der deutschen Bcrgbauaugestellten, die diesmal vollzählig zur Wahl kommandiert lvaren, erzielten. Während die tibrigen Organisationen durchwegs Mandatsverluste aufzuweisen haben, konnte die neugegriindete Gewerkschaft der tschechischen Agrarpartei zwei Mandate auf Kosten des tschechischen„Närodni sdruZeni" gcivinnen. Der MandatSgetvinn der sozialdemokratischen Bergarbeiter ist noch Häher zu bewerten, wenn in Betracht gezogen wird, das) durch die während der letzten drei Jahre erfolgten Cirtlassunge» auch die Zahl der Betriebsräte vermindert wurde. Am Briixer Reviere allein wurde aus dem Kohi noor und Johann H«Schacht die Zahl der Betriebsräte um je zlvei Mitglieder vermindert, auf. dem"H immelfür ft schacht um ein Mandat. Am Komotaucr Gebiete wurden seit der letzten Wahl zwei Schächte eingestellt, auf denen allein die„Union der Bergarbeiter" sieben Mandate besetzt hatte: Das St ammwerk in Willomitz und die Annazech« bei Brunnersd orf. Die Verminderung der Mandatszahl im Bereiche des Revierrates.für Nordwestböhmen in Brüx sank aus diesem Grunde von 375 auf 369. Die angeschlossene Ausstellung ergibt,«ine Uebersicht über die nunmehrige Zusammensetzung der Betriebsratsmandate für den Wirkungskreis deS Briixer'Revierrates, geteilt nach dem Sprengel der einzelnen Revierberg- ämter. In Klammer die MandatSzahl der letzten Wahl Im Jahre 1933 Revier berg ä m t» r Organisation Brüx Teplitz- Ko motau - Zusammen Union der Bergarbeiter 58 (56) ' 51 (42) 24 (28) 128 (121) Svaz horntku 36. (27) 25 (17) 6 ( 5) . 61 ( 49) Jednota" horniku, Jndustrievcrband(Kommunisten) 82 (84) ',— ( D 8 ( 4) 85 s 99) 34 (55) 5 (10) 8 (11) 47 ( 76)- Deutsche Nationalsozialisten —: (34). .— (11) — .(22) -- (67). Deutsche Christlichsoziale 27 ( 1) ti (—) 6 (—) .88 ( 1) Deutsche Arbcitergclverkschast 22 (-) '—■ (—) 14 .(—) 86 (—) Närodni zdrujeni 14 (14) 8 (sr — k 1) 17 t 20) Agrarier-Gewerkschaft 1 (—) — (—) 1 (-) 2 (—) Indifferente 1 t 2) 3 (-) 1 l—) 5 ( 2) . Zusammen 214 (223) 92. ) 86) 63 (60) 369 (875) Noch keine Entscheidung in London Der Streit um die Könlus-Ehe vor dem Unterhaus London,(Reuter.) Bisher wurde noch keine Entscheidung über daS BerfassungSpro- blem getroffen und eS ist nicht gewiß, wann der König di« Entscheidung über seine Person treffen wird. Ministerpräsident Baldwin ist spät abendS aus Fort Belvedere, wo er eine neue Unterredung mit dem König hatte, nach Donmingstreet zurückgekehrt. Auf die Frage der Journalisten, ob er noch irgendeine Erklärung abgeben könne, erwiderte Baldwin: ,„Heute abendS nicht mehr". Innenminister Sir John Simon hat abendS Baldwin ausgesucht, der über daS ganze Wochen»! ende in London-leiben wird. * London. Vor vollbesetztem Unterhaus gab Ministerpräsident Baldwin Freitag nachmittags eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: „In gewissen Organen der Presse sind gestern und auch heute Vorschläge erschienen, daß, fall- des König beschließen sollte, zu- heirate«, seine Gattin nicht Königin zu werde» brauch«. Diese Gedanken entbehren jeder verfassungsmäßigen Grundlage, Im englischen Gele tz g i b t« S keine morganatische Ehe. Der König selbst bedarf, um seine Heirat legal zu machen, nicht der Zustimmung irgend einer anderen Autorität. Aber die Dame, die er heiratet, wird, wie ich gesagt habe, durch die Tatsache ihrer Heirat mit dem König notwendigerweise Königin. Sie selbst erfreut sich daher aller Rechte und Privilegien, die dieser Stellung gegeben sind. Diese Rechte und Privilegien sind. nnS auS den Fälle» der verstorben«! Königin Alexandra und der Königin Marie bekannt, und deren Kinder würden In der unmittelbaren Thronfolgelinie fein. Der einzig mögliche Weg, auf dem dieses Ergebnis vermieden werden könnte, würde eine gesetzgeberische Maßnahme sein, die einen besondere» Fall behandelt, Die Regierung ist nicht bereit, dem Parlament eine derartige Ge- setzgebnng vorzulegen. Außerdem könnte ein« derartige Aendernng ohne die Zustimmung aller Dominions nicht wirksam werden. Ich habe mich ans Grund von Anfragen überzeugt, daß diese Zustimmung nicht erhältlich ist. Ich habe«S für richtig gehalten, dem Unterhaus vor seiner Vertagung dies« Erklärung zu geben, Hamit«in weitverbreitetes Mißverständnis beseitigt wird. Im Augenblick habe ich kein« weitere ErNSrnng abzugeben." DaS Unterhaus vertagte sich hierauf kurz nach 17 Uhr NkElg. Frau Simpson abgereist London. Frau Simpson ist anS London abgereist. In der Rächt auf Freitag fuhr sie inkognito mit dem Dampfer„New Hawen" nach Dieppe und von dort mit dem Aut» über Rouen nach P a r i s, wo sie nach Mittag eintraf. Um ü Uhr abends passierte sie O r l< a ns in der Richtung nach der französischen Reviera. Osfenbar soll dnrch diese Reise demonstriert werden, daß der König sein« Entscheidung unbeeinflußt von Fra» Simpson treffe»-wird. Die Möglichkeit, daß. ei« Thronverzicht doch vermieden werden wird, wird derzeit alS ziemlich unwahrscheinlich angesehen. Budget für 1937 » Prag;. Früher als ursprünglich vorgesehen,, gingdie Bulrgetdevatte im Abgeordnetenhaus Freitag in den Rachmlttstgsstunden zu Ende. Nach dem Schlußwort des GeneralbecichterstatterS fotzte di« Abstimmung, von der sich die tzlinka-Slowaken und die ungarische Opposition absentiert hatten. Gegen das Budget stimmten nur die Henleinleute und die Kommunisten sowie die Rationale Bereinigung. Da» Budget wurde in. der vom Budget- auSschuß seinerzeit in Details abgcänderten Fassung genehmigt;, an Resolutwnen wurden außer den im AuSschüßbericht abgedrückten noch zwei weiter« Resolutionen Jejek angenommen. Gleich- zcitig wurde auch daS seinerzeitige Expost des Finanzministeriums bei der Vorlage des Budgets genehmigt..,. . Generalberlchtersiatter Semei hielt ein kurze» Schlußwort, in welchem er u: a. feststellt«, daß die Generaldebatte sehr deutlich alle Versuche, die Koalition zu sprengen, abgelehnt habe. Der Staat braucht st«, weil er keine ander« hat. Beschwerden über di« Kartelle wurden von Rednern aller Parteien ohne Unterschied vorgebracht: Die Kartelle hindern eine Reihe von Aktionen, di« auf di« wirtschaftlich« Wiederbelebung abzielen; ihre Haupt- Politik ist die der hohen Gewinste ohne Rücksicht darauf, wie sich da» auf da» Wirtschaftsleben des Staates und seiner Bevölkerung, namentlich der arbeitenden Ktzffe, auswirkt. Diese voll berechtigten Beschwerden können- nicht ohne Einfluß auf die Tätigkeit der.Regierung bleiben; sie wird,sicher die nötigen Schlüsse und Folgerungen ziehen. Dem Dr. Rosche bescheinigt ÄemeS, daß. seine Rede im Plenum viel versöhnlicher gewesen fei al» di« im Ausschuß. Doch korrespondierten die Reden seiner Klubkollcgen, die sogar zensuriert werden mußten, keinesfalls damit, war Dr. Rosche sagte. Remeb bezweifelt nicht, daß dl« Regierung alles tu» wird, damit dir lohal«« Deutschen, die sich hinter den Staat stellen, keinen Grund z« Beschwerden haben. Wer mit dem Staat geht, käst» auf seinen Schntz und seine Hilfe rechnen, wer gegen, den Staat ist, muß darauf gefaßt sein, daß sich ihn der Staat nicht in Watte elnwickeln wird. „ElnheltsfronV-Gefechte Zu der von Dr. Luschka aufs Tapet gebrachten Frage einer deutschen Einheitsfront lder bürgerlichen Parteien) nahm Böhm lBdL.) unklar Stellung, indem er erklärte: Wir brauchen keine Einheitspartei, wohl-aber die sudetendeutsche Einigkeit. Die Ablehnung der Zusammenarbeit mit den übrigen-deutschen Parteien durch den Klubobmann der SdP Kundt stehe in starkem Widerspruch zu den Reden Dr. Rosches und Kasper» in Tetschen. Der BdL. nehme den Ruhm für sich in Anspruch, 1988 sbei der-Parteiauflösung)„das gesellschaftliche und kulturelle Leben des Sudetendeutschtums gerettet" zu haben, Herr Kundt lSdP) gab dann noch ei»e. Erklärung ab, in der er den schlechten Eindruck der vorauSge- gangenen wüsten Reden seiner Klubkollegcn und der lctzten Abfuhr durch den Fürsorgcminister zu verwischen suchte. Mit einer Ueberhebsichkeit sondergleichen, die aber nicht mehr neu ist, nimmt er di« Tatsache,-daß man sich Heuer mehr mit dem Nationalt- tätenproblem und den sudetendeutschen Verhältnissen befaßt habe, als Erfolg der sachlichen ll) und Ehrlichen ll) Bemühungen der SdP in AnsprüH Daß sie"eine'„umfassende Lösung" haben wollen, ist auch nicht neu, steht aber mit der Tatsache in Widerspruch, daß Är. Rosche vor wenigen Tagen den Ministerpräsidenten pathetisch apostrophiert hat, er brauche Nur administrative Weisungen herauszugeben, und alles werde in schönster Ordnung sein. An den Bund der Landwirte uiü> die Christlichsozialen geht die Erklärung, angenommen ein gemeinsamer Vorgehen der SdP mit den übrigen deutschen Parlamentariern sei solange zweck- l o- S, als diese dazu beitragen, zwischen den„Verantwortungsträgern des innerstaatlichen Systems" und der SdP'etne„künstliche Mauer" zu errichtest. Er gebe keine ernst zu nehmende Verhandlungslage. Köstlich mutet'«» an, wenn die gewaltige Niederlage der SdP in der JnterpellationSaffäre als„typischer Beispiel für die Notwendigkeit der unmittelbare» Aussprache" hingcstellt wird. Al r Kuriosum au» der RedeWollnerS von dec SdP.sei noch nachgetragen, daß er die„unparteiische" Handhabung der Gesetzes(7) über di« obligatorische Arbeitsvermittlung verlangt. Da müssen doch die Unternehmersekretäre auflachen, die alle» tun,' Um diese Verordnung zu'hintergehen.- Wenn Wollner weiter» über die Schundlöhnc der Arbeiter wettert und gegen die Massenenttzssungen, gegen di« Rationalisierung auftritt, warum wendet er sich- nicht direkt an. die Volksgenossen SdP-Fabrikmiten? Wozu die Volksgemeinschaft mit den Fabrikanten, wenn sie solche Dinge nicht im eigenen Wirkungskreis zu lösen vermag?* Nächste Sitzung: Donnerstag, den 16. Dezember,-um 15 Uhr. Tagesordnung: Novelle zum Wehrgesetz, die Korpseinteilung betrffend, das Eisenbahngesetz und Wirtschaftsabkommen. Der Kampf der Brünner Textilarbeiter Heute Verhandlungen wegen der Streik« Wir haben gestern berichtet, daß- in den Brünner Textilfabriken Streiks ausgebrochen find, da die Unternehmer die Forderung der Arbeiterschaft auf Auszahlung einer TeüerungSaus» Hilfe abgelehnt haben. Gestern arbeiteten wieder fast alle Fabriken und nur in der fleit von 9 bis .16.Uhr fand ein neuerlicher Proteststreik ist den Fabriken statt. Während dieser Zeit begab sich eine. Abordnung der streikenden Textilarbeiter zur Landesbehörde, die sie um Vermittlung ersuchte. Die LandeSbchörde setzte sich mit dem Jndustrielleuvcrband in Verbindung und vereinbarte heute neuerliche Verhandlungen mit den Unternehmern und den Vertretern der Gewerkschaften, die hoffentlich zu einem für die Arbeiterschaft günstigen Abschluß führen werden. Vor Madrid unverändert Madrid.(HavaS.) Der Bcrteidigungs- auSschutz von Madrid veröffentlichte am Freitag einen Bericht, in dem erklärt wird, daß an der Madrider Front, entlang deS Flusses Tajo und an der Guadaramafront k e i n e A e n d e r u n- ge-.n-.zn verzeichnen seien- c... . An der Front von Santander bemächtigte sich republikanisches Militär der Stadt Buren Mulilla und drang in dir Provinz Bur- gos ein, Meldungen- anS C e n t a zufolge'-wird dieser Hafen alSBasiS'für italienff ch« Unterseeboote benützt, welche di« Flotte der Aufständischen unterstützen. An Bord’. der Aufständischen- Kreuzer„EanariaS" und„Cer-' vera!' sollen sich deutsch« und italienische Offiziere befinde». Die Mannschaft dieser Kreuzer soll teilweise für den Anschluß an die Regierungstruppen gewesen sein. Di« Angelegenheit sei aber aufgcdecks und 81 Matrosen seien erschossen worden. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld Kaum war eine Stunde vergangen, steckte Mia Werner den Kopf durch die Tür. »Hat jemand angerufen, Herr Ober?" »Nein,. Fräulein".- „Bestimmt nicht?" „Bcstinunt nicht".,. Ein« Stunde später; „Ist-keine Nachricht für mich da?" „Nein, Fräulein". „Mia Werner heiße ich. Hat niemand eine Nachricht für Mia Werner hinterlassen?". „Nein, Fräulein".. Um drei Uhr fragte sie wieder. „Es ist unmöglich. Er hat mir fest versprochen, daß er anrufen wird. Ist das Telephon in Ordnung?" „Das Telephon ist in Ordnung, Fräulein, wir haben eben angerufen". „Und die Nummer? 74883?" „Stimmt. Wir haben die Nummer 74633". „Das verstehe ich nicht." „Armer Teufel", brummt« Pelikan, als Mia aus der Tür war.„Der Kerl wird nie anrufen. Er hat genug. Und sie begreift das nicht." Am Abend schlich sich Mia durch die Gäste. Sie wartete, bis Pelikan in die Nähe der Telephonzelle kam, dann"fragte sie ihn leise:' „Noch immer nicht?" „Noch immer nicht.". „Das ist nicht" möglich". Pelikan zuckte die Achseln. „Niemand hat angerufen. Niemand". Niemand.- Niemand: das ist: kein Mensch. Kein Mensch ist da, kein Mensch kümmert sich um sie, lein.Mensch will etwas von ihr wissen. Sie.ist allein. Auf der endlosen, dunklen Welt allein. Tas Telephon hängt i» der Zelle, aber am andern Ende des Drahtes ist kein Mensch mehr. Der Draht hängt abgcschnittcn herab, er berührt die Erde, Ivcnn sie den Hörer nimmt und spricht, sinken ihre Worte zu Boden und bohren sich wie Maulwürfe in die feuchte,"stickige Dunkelheit. Dau» nahm sie den Hörer und stellte die Nummer: Aber es meldete sich niemand. Er war nicht zu Hause. Er hatte ihr Vevboten, anzurufen, er hatte besohlen, zu warten, bis er sich meldete. Er meldete sich nicht uird er war nicht zu Hause. Da schrie sie in die Muschel: Ich weiß, wo du bist, ich tvciß, mit wem du ausgegangen bist, ich hab es schon lange gewußt, du Lump, du wirst sie heiraten, sie ist häßlich, aber ihr Vater hat Geld. Ach werde nicht ruhig zusehen, wie du sie heiratest, "ich werde ihr schreiben, Fräulein, werde ich schreiben, Sie sind gemein, Sie nehmen einem armen Mädel den Mann weg,-niemand würde Sie mischen, wenn ihr Vater nicht Geld hätte. Und" wenn Sie ihn heiraten, komm ich in di« Kirche und schlage Krach. Ich stürze mich von der Brück«, ich werf mich vor den Zug, mit dem ihr nach Italien fahrt: Ich weiß alles. Es ist alles längst abgemacht,«wer ich bin auch noch da, ihr könnt mich nicht beiseiteschieben, ich Iah mir das nicht gefallen — Tränen standen in hen Augen des Mädchens, sie hämmerte mit der Faust gegen das Brett, auf dem das Telephonbuch lag. Sie. brüllte in die Muschel, sie starrte die Muschel an, als wär« diese der Feind, mit dem sie abrechnete. Pelikan öffnete die Zelle, hängte den Hörer auf, zog da» Mädchen langsam zu einem Tisch. „Der Lump", schrie sie..„Der Lump". „Beruhigt» Sie sich, Fräulein", sagte Pelikan. zSie sind all« Lumpen"., Mia"setzte sich, warf die Hände auf.den Tisch, legte den Kopf darauf, begann zu heulen. Nicht mst einem langen, gleichmäßigen Weinen, das den Kummer aus der Seele schwemmt; stoßweise, stockend, wie ein Krater Schlacke auSwirft, verbranntes, durchlöchertes, brüchiges Gestein. Dieses Weinen"befreite nicht, in diese Tränen wälzten sich Erinnerungen wie morsche Baumstämme, die ein Fluß mitgeriffen hatte, in einem Wasserstrudel. Pelikan rief Fra» Finsterbusch. Sie sehr« sich neben Mia, fuhr ihr mit der Hand durch das Haar. „Vernünftig sein, Kind", sagt« sie.„Ist"es denn so schlimm?" Mia nickt« unter Tränen. „Es tut weh, aber es geht vorüber". Mia schüttelte den Kopf. Sie suchte ihr Taschentuch hervor, führte es an die Augen. Ihr Rücken krümmt« sich, sie kroch in sich zusammen, sie beugt« sich über ihr Weinen, als wollte sie«S vor fremden Blicken beschützen und vor fremden Händen. ES gehörte ihr; und niemand hatte«in Recht, daran zu rühren. „Wenn Billy kömmt, spielt er einen Tango und Sie werden tanzen", sagte Frau Finsterbusch. Mia biß sich auf" die Lippen-, sie würgte die Tränen hinunter, sie wollte nicht wie ein" Schulmädel dasitzen und heuten; aber der Griff nm ihre Kehle lockerte sich noch sticht. „Sie müssen auf andre"Gedanken kommen. Haben Sie Hunger?"" DaS Mädchen nickte. Frau Finsterbusch ging in die Küche, brachte«in Putterbrot mit Salami. Mia biß hinein,"' ihr Münd malmte," sie blickte stumpf auf di« Tischplatte,. sie sah nichts andres als den Teller, die gelbweißcn Adern in dem grauen Marmor, da» blitzende Messer." Weggehen, dachte, sie, da» Messer nehmen, sich die Pulsadern aufschneid«», Weggehen au» dieser Welt. Al» es das erstemal geschah; fuhr- sie- vor die Stadt, an eiste»-See. Si» wollte sich erttän- kest, wie«S die.stolzen Gräfinnen in den Romanen tqten, west» der'Geliebt« sie verließ. Aber sie -kehrte wieder nach Hanse zurück, und da» Leben ging weiter. Als eS das zwciicmal geschah, kastfi: sie sich Gift, Rattengift,«in« große Schachtel. Sie "rührte es int Wasser, es wurde«indicker, lehmiger Brei, sie.roch daran, schüttete ihn weg. Sie wolltet nicht aufgedunsen daliegen, mit hervorquellenden Augen,' mit blauer Zunge,, schmerzverlrampsten ,Fingern.. Nun war es ein drittesmal geschehen, -und es würde wohl so weitergehen in ihrem Leben, bis sie alt war. Sie konnte nicht allein sein,'sie hatte keine Freundin, sie konnte sich mit Frauen nicht vertragen; sie waren alle eitel und eifersüchtig, dachten nur an ihre Kleider und"ihre Liebschaften, die Gespräches die man mit ihnen führen kostnte, waren«Insörmig und öd. Womit, sollte sie das Leben ausfüllen, wenn sie nicht tags»! über daran denken könnte,, daß sie abends einen Freund traf, der sie ins Kino einlud, der ihren Arm nahm, dör sie küßte, der mit einem"bißchen Zärtlichkeit den Aerger von ihrer Stirn strich, den die brummigen dicken Frauen, die fettest: griesgrämige,«Männer mit groben Worten eistgrubest, ewig mäkelnd,, immer nörgelnd, über jeden leisen Versuch der Rechtfertigung aufgebracht und. beleidigt. Bücher lesest, lernen? Die Hände, waren, müde, die Füße schmerzten, der Kopf war trstg, wenn sie abends nach Hause tzm. Da gab e» stur eins: in ein neues Kleid schlüpfen, die Lippen nachziehen, kämmen,«in wenig Kölnischwasser auf das Taschentuch tupfen, ünd davonlaufen: vor dem Abestd fliehen, an dem die Mutter sie aus» fragen würde,- was denn mst dem jungen Mann fei, den sie damals—. Damals.- Es dürfte kein Damals geben: e» gab nur ein Hestfe, eine bestimmt« Stunde, zu der einer wartete, der sich freute, wenn sie kam, der lachte, mit ihr. tanzte und sie dann iw ein kleine» Zimmer" führte,, in sein« Stube, in einen Gasthof in der Borstadt. daS war ganz gleichgültig. Dann«in bißchen Schlaf, und dann schristte. wieder die. Weckuhr; da» Köfferchen lag bereit,.sie lief in hie fremden Häuser mst den feindlichen Gesichtern und den. feindlichen Menschen,'(Fortsetzung folgt.),-- Nr. 283 Samstag, 6. Dezember 1036. Celle 3 Immer nach der alten Methode! Im Böhmerwaldstädtchen W a l l e r n bestreitet ein Großteil der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt aus der Holzverarbeitung, in der es die Leute von Wallern zu dem gleichen guten Ruf gebracht haben, der di« Tischler des Ortes weitum hckannt gemacht hat. Als daher vor kur- zcm die Neueinrichtung des Postamtes von Wallern beschlossen wurde und das Postministc- rium den Bedarf zahlreicher Inneneinrichtungsgegenstände ausschrieb, ivaren die Gewerbetreibenden von Wallern der Ansicht, daß ihnen die Lieferung dieser Gegenstände nicht nur deshalb überschrieben werden würde, weil sie gut und billige zu liefern imstande sind, sondern weil durch die Bestellung im Orte selbst eine leichte Milderung der Arbeitslosigkeit herbeigefiihrt hätte werden können. Aber diese Erivartüngen erfüllten sich nicht, denn das Postministerium hat, immer noch der alten und vom Staatspräsidenten Dr. Benes in seiner Reichenberger Rede als schädlich bezeichneten Methode Rechnung tragend, die Lieferung der HolzeinrichtungSgegenstände des Postamtes von Wallern anPragerFir- m e n vergeben. DELIKATESSE VITE LLO stets konnte ich feststellen, dal» die Speisen mit Vitello zubereifet waren. Kein Wunderi Vitello — aus allerbesten Rohstoffen hergestellt und stets gleich gut- macht ja alle Speisen so besonders wohlschmeckend und bekömmlich. Wo immer mir das Essen schmeckte, fudctendeutscfteT Zeifeple^el Vor den Gemeindewahlen Nützt die letzten Stunden I In einer Reihe sudetendeutscher und tschechischer Gemeinden luirb. morgen gewählt. Diese Wahlen sind selbstverständlich in erster Linie für die betreffenden Gemeinden wichtig, denn es wird übc^ die Zusammensetzung der Gemeindevertretungen entschieden werden, darüber, ob in den Gemeindestuben soziale Gedanken herrschen sollen, oder aber ob auch die Gemeindepolitik zum Tummelplatz billiger völkischer Demagogie werden soll. Die SdP verbindet mit dieser Gemeindewahl große Hoffnungen. Sie meint, daß ihr her Beweis gelingen werde, sie sei seit dem Mai des Vorjahres noch'gewachsen, Die Gemetndewähler aber können nicht übersehen, daß es sich dir SdP nicht allein darum handelt, ihre politische Position zu halten, sondern auch darum, die Gemeindepolitik in den Dienst ihrer kapitalistischen Auftraggeber zu stellen. Erst vor kurzen) hat der Vorsitzende des Bundes der Deutschen, der Pfarrcr W e h r e n f e n- ii i g, einen Rekurs gegen den Bau von Kleinwoh- inungemin der Stadt Turn unterschrieben und der Fälle sind viele," da die Vertrauensmänner der .SdP sich in dell Gemeinden bemüht haben, die iArbeitslqsenfürsorge abzuhauen. Schädigung der ^ArmLN, Eittkleidüng. der Gemeindepolitik von ihren sozialen Funktionen und Aufgaben— das ist das Ziel des, Kampfes, den die SdP um die 'Gemeinden führt. Würde sie diesen Kampf getvin- neu, so würde sich der Enttäuschung, die die SdP auf; paclämeittärischeiii Bodeii ihren Wählern aus den ärmeren"Kreisen devPeviiMrnng bereitet hat, noch die bittere Enttäüschung'äüf dem Böden der" Gemeinde^ gesellen.. Der Kampf um die' Gemein«! den ist der Kampf um das soziale. Recht, der Arbeiter und der Arbeitslosen. Selbstverständlich wird das Ergebnis der ! Gemeindewahl von örtlichen Verhältnissen, stark ' beeinflußt und es kann daher nur b e d i n g t als ein Gradmesser, für die allgemeine politische Gesinnung der Volksmassen dienen. Immerhin werden die Ziffern wenigstens die allgemeine politische Enttvicklung auszeigen Und es ist daher kein Wunder, wenn alle Parteien, die bei diesen Ge- meindewahlen kandidieren, die größten Anstrengungen machen. Die Sozialdemokratie geht festen Mutes in diese Wahlen, dessen gewiß, daß die. Entwicklung seit dem Mai des Vorjahres breite Volksmassen ernüchtert hat, allerdings aber auch'in Erkenntnis der Tatsache, daß in den sudetendeutschen Gebieten das fschlagwort und die Hitlerideologie, verbreitet, durch eine gewissenlose bürgerliche Presse, noch immer viel Anhänger haben..Die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei kämpft diesen.Wahlkampf mit dem Hinweis aus ihre ge- ! wissenhafte Arbeit durch, die sie im Parlament und in.der Regierung erfolgreich geleistet hat und das Selbstbewusstsein, das unsere Menschen ob der getanen°Pflicht beseelt,, hat sich in den Tagen des Wahlkampfes herrlich geäußert. Nun gilt es, nochldie ätzten Stunden zu ent- scheidepster Propaganda zu benützen,"gilt es,, noch recht vielen Menschen die Augen izu öffnen und ihnen den Weg zu zeigender von der nationali- ! stischcn Verhetzung weg zii einer schöneren Zu- llunft unseres Volkes führt I 1 Mit demselben Mut, derselben Treu«, die auch tmsere Gegner an den tapferen Trägernnnserer Bewegung bewundern, werden alle noch in der letzten Stunde ihre Pflicht tun! 6ev0888 Krejgj über die SdP: Statt positiver Arbeit nur Phrasen und Lüsen! Schwere Abfuhr der SdP-Krakeeler vor dem ganzen Parlament Am Donnerstag gegen Abend gab es im Parlament bei der Rede deS Genossen KrejLi, der sich mit den Kapiteln Schule und Gemeindefinanzen befassen wollte, schwere Auseinandersetzungen mit den SdP-Leuten, die ihre Niederlage, di« sie kurz vorher durch den Fürsorgemini- ster erlitten Hatton, durch konzentrische Angriffe gegen den sozialdemokratischen Sprecher wieder gut zu machen gedachten. Dabei holten sie sich aber, wir aus dem nachfolgenden Auszug hervorgeht, nur eine Abfuhr nach der andern, denn KrejLi war schlagfertiger als sie alle zusamMengenommm. An den Genosse Krejii führte u. a. a«Sr gehässigen Ausfällen der SdP-Schreirr war nur eines für den objektiven Beschauer wertvoll zu konstatieren: Daß auch jedem Ihrer Zwischenrufe a«S jeder ihrer höhnischen Mndbcmcrkun- gen echter, unverfälschter Hitlergeist sprach, daß jeder Laut, der a«S dem Mund dieser Leute kommt, die Behauptung Dr. Mosches, sie könnten doch gar nichts anderes alS Demokraten fei», offenkundig Lügen straft!& wäre gar nicht mehr notwendig, daß di« Herren diese frappant« Aehnlichkeit mit den Blutsbrüdern von drüben auch noch durch ihre neueste Reitstiefel-Mode unterstreichen Mit Rücksicht auf die Verantwortung, die wir in der gegenwärtigen Zeit für die Arbeiterschaft und die Arbeitslosen im sudetendeutschen Gebiet tragen, halten wir es für notwendig.... (Zwischenrufe bei der SdP:... zu applaudieren I), Jawohl, wir haben dem Fürsorgeminister NeiaS Beifall gespendet.(Lärm bei der SdP.) ES war notwendig, daß wir gegen die B r u n- nenvergiftung, die im sudetendeut schen Gebier ununterbrochen vorgenommen wird, Stellung nehmen, wenn einmal Ihren Lügen die Wahrheit gegenübergestellt wird.(Lärm.) Wir sagen damit keineswegs, daß unsere Forderungen erschöpft wären; unser Kampf mit die restlose Befriedigung unserer Ansprüche auf den Arbeitsplatz, um die Erweiterung der sozialen Fürsorgeusw. geht weiter..(Lärm bei der SdP.) Aber wir machen keinesfalls die Politik, die Sie einschlagen.(Neuer Lärm.) Sie haben bis heute Ihre« Wählern, denen Sie vor dem 19. Mai ein Paradies vorgeschwindelt halben, noch nicht dl« geringste Erfüllung gebracht. (Kö,gler: Blechmustik für Hungerndei) Sie müssen. sich deshalb mit Phrase» und Lügen ans- helfen, um nur einigermaßen vor Ihren Wähler« bestehen zu können.(Lärm.) , Kundt: Dar Kinderelcnd draußen, da» sind Lügen! KrejLi:. Sie find di« leisten, di«.ein Recht haben, über das Elend im deutschen Gebiet zu reden! In der SdP sind all di« Menschen tonange- bend, die noch vor der Schaffung dieses Staates"d i e d e u t f ch c n A r b e i t e r unsäglich aus- g e b e u t e t und die Entnationalisierung im Grenzgebiet, vorgenommen haben.(Zwischenrufe: v«i- spitlel).'" Uifier ständigen Zwischenrufen der aufge- , scheuchten SdP-Leute geht KrejLi, dann auf dar Kapitel Sch u lwe f e n«in: ■ Wenn wir auch noch sehr viel für unsere deut- schen, Kinder zu fordern haben,-so ist es immerhin, erfreulich,.feststellen zu können,' daß in der Tschecho« slotvakek auf dem Gebiete der deutschen Schulwesens doch'^v t.e l g e s ch e h e n ist. Wan versteht "unsere Wünsche'und. sucht ihnen entgegenzükoinnien. (Zwischenrufe'bei der SdP.)" Schauen! Sie, meine Herren/wir wissen heute noch sehr gut.i wie sich im qlt'en Oesterreich die deutschen Bürger, die heute in Ihr« n Reihen sitzen, zu allen'Schulforderungen; die die, deutschen Sozialdemokraten stellten, verhal- ten haben! Mit dies« Schulschande des imen Lester- *» reich ist in der Republik ein Ende gemacht worden! (Kundt: Damals hat es noch einen Seliger gegeben!) Das ist immer Ihre Ausrede, daß die andern besser waren. Bei Ihnen ist das nicht möglich, denn schlechter als Ihre Führer können Sie natürlich nicht mehr, sein! KrejLi weist dann auf dar Problem der L a n d- schulen hin. In großen Gebieten gibt er nur ein- und zweiklassige Volksschulen, so daß die Kinder keine Möglichkeit haben, ihr Wissen an höher organisierten Schulen zu ergänzen. Man müßte für diese Schulen die Schülerzahl auf 19 bis 48 herabsetzen, damit ein Unterricht erteilt werden"kann, der den Kindern das Wissen vermittelt, dar sie heute brauchen, um vorwärts zu kommen. Wir vermissen weiter im Voranschlag wiederum eine Dotierung für deutsche Kindergärten. In der Zeit der wirtschaftlichen Rot ist er besonders notwendig, daß man den Menschen draußen bei der Erziehung der Kinder, angefangen vom Kleinkind, etwas mehr ent- gegcnkommt als gegenwärtig. Genosse KrejLi betonte dann, daß wir die Sprengelbürgerfchulen im deutschen Gebiet sehr notwendig brauchen. Leider stehen der Verwirklichung der Gesetzes große finanzielle Schwierigkeiten entgegen; nur ganz wenige deutsche Gemeinden werben in der Lage sein, die geforderten Beträge aufzubringe». Er erscheint uns deshalb außerordentlich wichtig, daß Uber die finanzielle Bedeckung etwas intensiver nachgedacht und beraten wird als bisher. Auf Zwischenruf« KundtS antwortet KrejLi: Sie müssen erst.den Beweis erbringen, daß Sie besser wirtschaften können als die Sozialdemokraten. Bis jetzt haben Sie nur geredet. Ihr Geleier von den 17 Jahren Sozialpolitik und der Verelendung der breiten Massen glaubt Ihnen doch kein Kind mehr! Das hat man seit 1939 schon genug von Hitler gehört! Wir sind auch an der Frage unserer deutschen Hochschulen alle interessiert. Während her Fürsorgeminister sich bemüht, auch den deutschen Studenten in sozialer Hinsicht entgegenzukommen, während über die Frage des Neubaues der, deutschen, Hochschule ernsthaft, verhandelt'wird-und auch im" Budget ein wenn auch nur kleiner Betrag für die Vorarbeiten bewilligt wurde, während über eine Aen- dcrnng des HöchschulgesctzeS beraten wird, haben di« deutschen Studenten, die von der SdP geführt wer- den, nichts andere» zu tun, als Krawall« zu inszenieren und die Deutschen in diesem Staat vor der ganzen Welt lächerlich zu machen.(Zwischenrufe Kundtr und BirkeS.) Ich' weiß, daß Sie in diesem Falle ebenso wenig die Verantwortung übernehmen als bei irgendeiner anderen Aktion. Wenn es darum geht, die Verantwortung zu tragen, dann schleichen Sie zur Seite und lassen die anderen auS- frcssen, was Sie angerichtet haben.(Beifall.) Es ist der Standpunkt«Ines jeden anständigen Menschen, daß man Hochschulprofessoren oder Lehrer überhaupt nach ihrem Wissen und nicht nach ihrer Nase beurteilt. Für S i e(zur ShP) aber gelten nur die Gesetze des Blutes und der Rässe; sonst kann einer so dumm sein wie er will. Je dümmer, desto besser für Sie, denn im Ihrer Par tei können sich Menschen auf die Dauer nur halten, wenn sie nicht zu denken vcrniögcu. Wir verstehen eS deshalb, wenn man angesichts einer solchen'unsinnigen und wahnwitzigen Politik der deutschen Hochschülcr darangeht, Ordnung zu schaffen. Birke: Das werden wir unseren Arbeitern sagen, daß Sie sie duimn nennen I KrejLi: Sagen Sie ihnen aber auch, daß Ich gesagt habe, ein gescheiter, denkender Mensch bleibt nicht in der SdP, die von den Unternehmern und von den Vankherren geführt wird, damit man aub der Haut der Arbeiter Riemen schneiden kann!(B r t f a l l.) Genau so, wie auf dem Gebiete des Schulwesens wird auch auf dem Gebiete der K u n st von der SdP Politik gemacht.(Dr. Jllh sSdP): Das sind Menschen, die Musik ohne Töne machen.) So viel von der Musik wie S i e verstehe ich auch noch! (Katz: Ohne Faltenstiefell") KrejLi: Jawohl, bei der SdP hält man nur den für einen klugen Menschen, der lange Stiefel anhat! KrejLi bringt dann die bekannte Hetze der SdP gegen den Reichcnbergcr Theatcrdircktor Barnah zur Sprache, die offenbar auf einen Wink von drüben einsetztc. Ein Brief des Abgeordneten O b r- lik vom 28. Oktober klärt alles auf: ES heißt dort: „Für mich ist allerdings nun nach der er« 'wicscncn Tatsache Ihrer Ausbürgerung aus dein Deutschen Reich die auffällige Freundschaft der marxistischen Presse ein besonders wichtiger Grund, Ihnen mit größter Vorsicht und Zurückhaltung gegenüberzustehcn." Die Ausbürgerung ans dem Dritten Reich genügt also den Führen» der SdP, um«Inen Menschen zu ächten! Unter den AuSgcbUrgertcn finden wir doch eine Reihe von ganz p r o in i» e n t e n Menschen(Zwischenrufe: Zum Beispiel?) Zum Beispiel Heinrich M a n n, K l a u S M a n n, Oskar Maria Graf— das ist doch ein urwüchsiger Bayer, von Ihrem Blut unb Ihrer Rassel Aber Sie brauchen eben die faschistische Stinimung draußen im Grenzgebiet, je länger, je mehr, und so gehen Sie daran, auf dem Gebiete der deutschen Jugendfürsorge, auf dem Gebiete des deutschen Schul- und Kulturlebens Ihre Giftmischerei fortzusctzen. Dagegen halten wir es für notwendig, zu erklären, daß wir das Ringen um die Verständigung mit de» tschechischen Parteien in diesem Staate fortfetzen werden, in erster Linie, um den arnien Teufeln im Grenzgebiet Ihre Lebensexistenz sicherzustellen und um dem Schicksal der reichsdeutschen«nd der österreichischen Arbeiter zn entgehen.(Lärm bei der SdP.) Selbst wenn Sie recht hätten, daß 80 Prozent der sudetendeutschen Wähler hinter Ihnen stehen, so erklären wir Ihnen, daß die 20 Prozent, die hinter den Regierungsparteien stehen, u»S doch wertvoller find. Diese 20 Prozent find deutsche Arbeiter, die wissen, waS sic wollen. Sie wollen Freiheit, Frieden«nd Brot!« Sie(zur SdP) reden fortwährend davon, daß wir Splitter sind. Vielleicht fühlen Sie uns als Spitler im Auge. Aber.Splitter tun sehr weh. tlmf« r e Arbeit im Grenzgebiet wird noch sehr viel zu leisten haben. Wir werden sie fortsetzen mit gesteigerter Kraft für.Wahrheit, Recht, Freiheit und Brot!(Starker Beifall auch auf der tschechischen Linken.) *) Pei den SdP-Abgcordneten bürgert sich immer mehr die Gewohnheit ein, in Stiefeln und Reithofen ins Parlament zu kommen. ES fehlt bloß noch -die Nilpserdpeitsche, um dar große Vorbild ganz zu erreichen. Hltler-Begelsteruns bei den tschechoslowakischer Film-Industriellen „Unpolitische“ Hitler-Propaganda Der gestrige„BeLcrnik Präva Lidü" beschäftigt sich unter der Ueberschrift„Wem imponiert der HitlerismuS?" mit einem in der Fachzeitung des tschcchosloivakischen„Bundes für Filmhandel und-Industrie(Svaz fllmovöho ob- chodu a prümysiu) erschienenen Artikel, der sich unter dem Titel„Die Filmleute sind unpolitische Gesandte" für die Einfuhr reichsdeutscher Filme in die Tschechoslovakei einsetzt. Es heißt dort:„Besondere Aufmerksamkeit widmet man überall den Filmen aus solchen Ländern, die politisch im Mittelpunkt der allgcnieinen Aufmerksamkeit stehen. Das gilt für die deutschen Filme» denn jeder deutsche Film— welchen Inhalt er auch haben mag— strahlt etwas von dem Geist der politischen Aera aus, welche die Krise überwunden, die Arbeitslosigkeit verringert, die.Filmindustrie erweitert, kurz, in den letzten Jahren Fortschritte auf allen wirtschaftlichen und kulturellen- Gebiewn erzielt hat". Der„Vekernik Präva Lidu" vermutet, wie wir glauben, mit Recht, daß dieser Artikel unter dem Einfluß deS Goebbels'schen PropagandaministeriumS geschrieben ist und daraus hindeutct, daß die tschechoslowakische Filmindustriellen! aus Profitgrün- den dessen Patronanz suchen. Daß die reichSdeut- schcn Filme in Prag immer weniger Interesse und Publikum finden, ist eine Tatsache, die durch Tendenzartikel dieser Art allerdings nicht aus der Welt geschafft werden kann, deren„Wahrhaftigkeit" schon dadurch charakterisiert Ist, daß selbst reichsdeutsche Zeitungen nicht von einer „Erweiterung", sondern von einem dauernden Rückgang der deutschen Filmindustrie berichten (womit wohl das Verbot der Kritik durch Herrn Goebbels im Zusammenhang steht). Daß die hiesigen Fslmindustriellen die großzügige Subvention, die ihnen gerade in der letzten Zeit von der Regierung gewährt wird, mit„unpolitischer" Propaganda fürs Dritte Reich erwidern, verdient auf jeden Fall ernsteste Beachtung. Ccife 4 SamStag, S. Dezinnber 1036. Nr. 283 Ein menschliches Bild In unmenschlicher Zett Wie war das gemeint? Der SdP-Abgcordnete Holub« macht schon wieder von sich reden. In einer Versammlung in N i x d o r f prägte er kürzlich unter anderem den Sah: „Jeder, der ein reines Gewißen hat, traucht sich vor dem nächsten Krieg nicht zu fürchten." Wir und nicht minder unsere Leser können uns natürlich sehr gut vorstillen, tvas sich Herr Holube bei diesem Satz gedacht hat. Hitler— Krieg— SdP— was sollte die da fürchten? So ungefähr, Her Holube, meinen Sie das doch? Oder nicht? Vielleicht äußern Sie sich darüber glaubwürdig etwas nähcrl Straßenkonstruktion In Westböhmen Zu den der Ausbesserung dringendst bedürftigen Straßenzügcn int westböhmischen Bäderdreieck gehört u. a. die BezirlSstraße von Schönfeld über Lauterbach bis zur Bezirksgrenze von Sangerberg und von Schönfeld bis zur Bc» zirksgrenze in der Richtung gegen Falkenau a. d. Eger, Verbindungsstraßen, deren katastrophaler Zustand immer wieder zu Beschwerden bei den Bezirks« und Landesbehörden geführt hat. Diese Beschwerden haben nunmehr insofern« sich positiv ausgewirkt, als in den Bezirksvoranschlag von Eibogen«in Betrag von zweieinhalb Millionen AL zur Rekonstruktion der bezeichneten Stra- ßenstrccke ausgenommen worden ist, so daß endlich mit der Inangriffnahme der Arbeite» zur Herrichtung dieser zu den wichtigsten Verkehrsadern im westböhmischen Bädcrdreicck gehörenden Straßen gerechnet werden kaitn. 'Der Grmelndewahlkampf in Budweis. Besonders lebhaft wird der Wahlkamps in B u d- weis geführt. Dort hat die SdP kein Mittel unversucht gelassen, die ihr gefährliche deutsche Sozialdemokratie zu diffamieren. So hat das deutsche Ortsblatt die deutsche Sozialdemokratie unter die tschechischen Parteien eingereiht, darüber hinwegsehend, daß die SdP mit dem Närodni sjed- noccni gewisse Wahlvereinbarungen getroffen hat und daß sich die Kandidaten der SdP auf dem Stimmzettel in— tschechischer Sprache vorstellen, obwohl dazu gar keine Veranlassung und lein Zwang bestand. Selbstverständlich haben die deutschen Sozialdemokraten auf eine solche Würdelosigkeit verzichtet. Es steht zu erwarten, daß gerade in Budweis die verächtlichen Methoden der SdP nicht verfangen und die Wahlen mit einem Erfolg der Sozialdemokratie enden werden. JoachimSthal erbittet Prästdentenbefuch. Wie uns aus JoachimSthal berichtet wird, hat der dortige Stadtrat— analog der Stadtvertretung in Graslitz— in seiner letzten Sitzung beschlossen, an Präsidenten Dr. Benes die Einladung ergehen zu lassen, er möge anläßlich der von ihm i. I. 1037 geplanten Westbühmenreise auch der freien Bcrgsiadt JoachimSthal einen Besuch abstatten. Deutscher Vortrag des Außenministers in Troppan. Außenminister Dr. K r o f t a hält am 10. d. M. in Troppau einen deutschen Vortrag über den Geist der tschechoslowakischen Außenpoli, tik. DaS Interesse für den Vortrag, der„Zu den drei Hahnen" stattsindet, ist überaus groß. Neue Art der GaSlieferung in Nordböhmen? Die Stadt Bodenbach sowie einige andere nord-, böhmische Gemeinden befassen sich mit einer neuen Art der GaSlieferung an die Haushaltungen. Statt der bisherigen Leitung des GascS durch Rohre, die wegen der häufigen Reparaturen und auch aus anderen Gründen sehr kostspielig ist, soll Gas für HauShaltungszlvccke verdichtet in metallenen Spczialbehältcrn geliefert werden. DaS neue Liefcrungsvcrsahren hätte vor allem für abseits legene Gemeinden Bedeutung. Karlsbader Pferderennbahn soll BolkSstadion werden.Seit längerer Zeit bedeutet die Erhaltung der zur Veranstaltung von Pferderennen während der Karlsbader Kursaison geschaffenen Rennbahnanlage in Maierhöfen bei Karlsbad infolge der damit verbundenen beträchtlichen Kosten fhr die Stadtgemeindc Karlsbad eine erhebliche Be- lastimg, da die Stadtkassc zur Bestreitung der mit den Rennperanstaliungen zusammenhängenden Auslagen eine jährliche Subvention von 180.000 AL beizusteuern genötigt war. In den letzten Jahren sind die Einnahmen aus dem Maierhöfcner Nennbetrieb sehr stark zurückgegangen, so daß eine Weiterfühcung dieses Betriebes ohne finanzielle Beihilfe der Stadt Karlsbad unmöglich erscheint; anderseits gestattet die tvirischastliche Lage der Kurstadt Karlsbad nicht mehr, die notwendige jährliche Subvention von 150.000 AL zur Verfügung zu stellen, so daß nunmehr allen Ernstes über die. Möglichkeit einer anderen Verwendung der Maierhöfener Rennbahn beraten wird. Die größte Aussicht auf Verwirklichung hat die Absicht, die Nennbahnanlagen zu einem Volksstadion auSzNgestalten, ein Projekt, das, wie in insormierien Kreisen verlautbart, in konkreter Form schon in absehbarer Zeit der Stadtgemeinde Karlsbad zur Beratung unterbreitet werden wird.. Kerzenlicht im 20. Jahrhundert. Wer hätte das wieder zu Ehren kommt. Und doch ist e» so. Heute erleuchten oftmals edle Stearinkerzen di« Wohnungen der Menschen, weil das milde, nicht blendende Licht der lebendigen Flamm« die Nerven beruhig und den Augen Schonung und Erholung-gewährt, Apollo-Kerzen, di« nicht tropfen, nicht rußen und nicht flackern, sind besonders gut geeignet, derartige stimmunarvolle BeleuchtungSeffekt« zu schaffen, TlAesnrmgLelten. „Untreu gegen Reich und Volk“ Als im Deutschen Reiche Hitler die Macht ergriff, hat— wie viele andere— auch Tho. mas Mann daS Reich verlassen. Er, der einst die„Betrachtungen eines Unpolitischen" und später dann die Rede„Bon deutscher Republik" geschrieben hatte, g'ehörte nicht zu beit Marxisten, die das Hitlcr-Regimc mit Tod und Gefangenschaft bedrohte, und er war auch keiner von den„Nichtariern", die von den neuen Machthabern in Deutschland als Untermenschen und Volksfeinde beschimpft und aus dem öffentlichen Leben ansgeschaltct wurden. Der Dichter der „Buddenbrocks" und des„Tonie Kröger", deS „Tod in Venedig" und des„Zauberberg" gatt als der Dichter des deutschen Bürgertums, alS Repräsentant jener bürgerlichen Kultur, deren Wclkwcrden er selbst zutiefst gespürt und dichte- risch gestaltet hat, deren geistige Werte und sittliche Freiheit zu wahren und der Zukunft weiter- zugeben er aber als seine Aufgabe empfand. Außerhalb Deutschlands galt Thomas Mayn sogar als der Repräsentant des deutschen Geistes schlechthin, als der Erbe Goethescher Sprachkul- tur und humanistischer Bildung. Und so wurde der Auszug dieses Dichters auS Deutschland zu einem symbolischen Akt: mit den Kämpfern deS Sozialismus und den von Hitler für minderrassig erklärten Mitbürgern verließ auch der Vertreter des besten bürgerliche» Geistes und der durch Weltgeltung legitimierte» deutschen Literatur das Dritte Reich, weil er in der Atino. sphärc der Barbarei und der Knechtschaft und der Heuchelei nicht leben und wirken konnte. Die Machthaber des Drstten Reiches haben sich in bezug auf Thomas Mann lange Zeit Hoff- nungcn gemacht, Hoffnungen, die ihneii durch das Verhalten der Gerhart Hauptinann und Richard Strauß offenbar nicht unbegründet erschienen. Aber Thomas Mann, obwohl nie ein Freund der Polemik, hat ihren Hoffnungen keine Nahrung gegeben und sie schließlich mit aller Deutlichkeit zunichte gemacht. Er hat bei vielen Gelegenheiten sehr entschieden fiir die vom Hitler-Regime Verfolgten Stellung genommen, er hat sich in schönen Worten zu seinem von den „Führern" des heutigen Deutschland geschmähten Brüder Heinrich bekannt, er hat über die Gründe, die ihn zum Verlassen des Vaterlandes bestimmten, nicht geschwiegen, und er hat erst kürzlich vor aller Welt seine Meinung über die Schmach der Konzentrationslager gesagt und seiner Genugtuung über die Ehrung Ossietzkys Ausdruck gegeben. Länger als drei Jahre hat Goebbels ge- duldet, daß die Bücher dieses Dichters in Deutschi land erschienen, weil er sich selbst über den Peinlichen Eindruck klar war, Len die Verbannung Thomas Manns auö der deutschen Literatur nicht nur in der Welt, sondern auch in Deutsch, land selbst machen mußte. Sogar auf die öffentliche Aufforderung Thomas Manns, doch endlich seine Ausbürgerung zu wagen, um Klarheit zu schaffen, hat daS Hitler-Regime anfangs nicht reagiert. Nun erst, nach dem Fall Ossietzky, hat man sich doch dazu esttschlossen, Thomas Münn auf die Liste derer zu setzen, die ausgebürgert weiden, weil sie„untreu gegen Reich und Volk" sind und„die deutschen Belange-- schädigen'" Aber man hat damit mur vor aller Welt anerkannt, daß Thomas Mann sich und seiner Sen- düng treu geblieben ist, den wahren deutschen „Belangen" zu dienen, der deutschen Kultur und der deutschen Spache, die von den Führern des Dritten Reiches(aber nicht des deutschen Vol- kes) Tag für Tag geschändet werden. Indem die deiitsche Reichsregierung den Friedenspreisträger Ossietzky und' den Literaturpreisträgec Thomas Mann als Verräter beschimpft, bekennt sie sich selbst vor aller Welt als Verräter an jenem deutschen Geiste, den sie zwar austilgen will, der sic aber überleben wird. Straf« für einen Mord. Das Schwurgericht in Kaschau verurteilte am Freitag den Löjähri- gen Bauernsohn Johann T u t e k aus der Gemeinde Kvakovic« zu je zwölf Jahren Zuchthaus. Di« Verurteilten hatten am 29. Juni des Vorjahres bei einer Tanzunterhaltung in Benkovce den 28jährigen Bauernsohn Josef Mudran erschoßen und den Arbeiter Stefan Kaucik schwer verletzt. Warum brannte der Kristallpalast? Auf dem Brandplah, wo früher der riesige Kristallpalast stand, wurde die ilntersuchung über die Ursache dieses Feuers ausgenommen. Neben Experten von Seotland Nord sind eine Kommission des Innenministeriums und Brandingenieure der Gemeinde London mit Sir Henry Buckland an der Untersuchung beteiligt. Nach den vorlänsigen Annahmen handelt es sich um einen aus Unvorsichtigkeit hcrvorgerufenen Brand/ was bei den ungenügenden Brändmaßnahmen in England, wo z. B. überall das Rauchen erlaubt ist, sehr leicht möglich ist. HubermannS Philharmonisches Orchester in Palästina. Die Mitglieder des von Hubermann begründeten Philharmonischen Orchesters sind in Palästina eingctroffen. Es handelt sich durchwegs um bekannte europäische Künstler, zum größten Teil rcichsdeutsche Emigranten/ Die Mittel zur Gründung und Erhaltung des Orchesters sammelte Hubermann unter den amerikanischen und englischen Juden. Die ersten Konzerte dieser palästinensischen Philharmonie wird Tosca- n i n i dirigieren. Eine"Brücke über daS Meer. Die„Stor- stoembro"(Großstrombrücke) zwischen den Inseln Seeland und Falster nähert sich ihrer Vollendung. Donnerstag wurde das letzte Brückenfach eingefügt, so daß nun eine Landverbindung zwischen „Feuer, Mord und schwarze Teufel hast Du schon, was willst Du noch?"‘ „Das Arsenal der Höhe ist zu armselig kür mich Ich habe mich an Göring gewandt". Arbeiter-Wintersport- Olympiade In Johannlsbad Der Abfahrtslauf bei der Dritten Arbeiter-Äinteosportolyinvlade wird einer der interessantesten Läufe werden. Bei normalen Schneeverhaltnißen ist der Start ant Schwarzenberg unterhalb der Seilschwebebahn/ Stütze sieben. Die Läufer würden den Aufstieg.mit der Seilbahn znrücklegen, nm für den Lauf ausgeriiht zu sein- Die Strecke führt fast immer der Seilschwebebahn entlang und weicht nur im unteren Teil von dieser etloas ab. Dec Höheiumtcrschied beträgt bei einer Länge von 8.0 km immerhin 800 in. Diese Strecke sewst ist eine ideale Abfahrtsstrecke, stellt aber große Anforderungen an die Läufer. Zuerst führt die Strecke entlang einer. 80 m breiten, sehr steilen Schneise, die sich dann oherhalb den Zinecker- bauden zu breiten, aber steilen Wiesenhängcn erweitert. Erst wieder weit unter der Zineckerbaude kommt eine sehr breite Schneise. Dann führt die Strecke bei etwa 800 m durch daS Wildgatter und mündet in großen, toeiten Wiefenschlcifcn auf der Kupkawiese(Nähe Spnmgschanze beim Hotel Schier, also fast auf dem Kurplatz, ins Ziel ein. Ein großer Teil dieser Strecke kann von den Zuschauern verfolgt werden. Vom gegenüberliegenden Hange ist sogar der größte Teil des Abfahrtsläufer mit Ferngläsern zu beobachten. Der Äbfahrtrlauf für die Sportlerinnen ist verkürzt, aber im gleichen Gelände. dey Inseln hergestellt ist. Durch diese dreibiertel Kilometer lange. Brücke wird eine außerordentliche Verbesserung der deutsch-dänischen Berbin- dung zwischen GjeSder und Warnemünde hergestellt., Rcill Malcolm in Belgrad. In Belgrad traf Donnerstag mittels Flugzeuges der Generalkom- mistär für deutsche Flüchtlinge beim Völkerbunde, .Genergl Reill Malcolm, ein. Abends wurde.er vom Ministerpräsidenten Dr. StojadinoviL empfangen. Ex will sich über die Möglichkeit der Unterbringung deutscher Flüchtlinge, hauptsächlich von Juden, in Jugoslawien informieren. Verbilligte Glückwunschtelegramme zu Weihnachten und Neujahr. Ab. 11. Dezember. 1988 bis 6. Jänner 1987 können verbilligt« Glückwünsch- telegramme zu Weihnachten und Neujahr auch ins Ausland gesendet werden. Solche Telegramme sind nach den europäischen Ländern um die Hälft« und nach den Uebersceländern um zwei Drittel billiger. Im Inland sind die verbilligten Glückwunschtele- granune das ganze Jahr hindurch erlaubte Dio Gebühr für ein Wort beträgt nur 10 Heller; sie werden nuimiehr auch am Sonntag zugestellt; gegen einen Zuschlag von 8 Ak wird das Telegramm dem Adressaten auf einem geschmückten Blankett und in einem Kuvert eingehändigt.(Vom Post» und Telegraphen- Minlsterium.) Erutählgte Eisenbahn-HalbjahreSkarten für Geschäftsreisende. Die nächste’ Ausgabe erfolgt mit Geltung ab 1. Jänner. Organisierte Geschäftsreisende erhalten die Halbjahreskarten zunt Preise von je 80 Prozent(statt 65 und 50 Prozent), und außerdem einen.Sondernachlaß von fünf Prozent vom Gesamtprcise. Bei Karten für mehr als zloci Direktionen werden noch weitere Nachläße gewährt. Ferner genießen die Besitzer der Halbjahreskarten Nachläße auf Staatsautobuslinien sowie freie Bahnfahrt vom Wohnsitz zur Aiischlußstation für dje Halbjahreskartenstrecke. Nähere Auskünfte über diese Begünstigungen und sonstigen Bedingungen erteilt derBundderBertreterundReisen.den (Fachgruppe im Allgemeinen Angestellten-Verband),, Reichenberg, Turner Straße 27, der auch die be- günstigten Kalbjahreskarten besorgt. Rechtzeitig« Bestellung empfiehlt-sich besonders diesmal wegen. der Feiertage. Wetterverschlechterung. Der erste Ausläufer deS nordwestlichen Tiefs ist Freitag nachmittags bis nach Böhmen vorgedrungen. Der Himmel hat sich umzogen, stellenweise schneit odex nieselt er bei Temperaturen in den Niederungen um den Gefrierpunkt. Auf den Bergen dagegen crwätmt es sich fortschreitend und der Wind hat an Stärke zuaenomnien. Die Wetterverschlechterung mit Niederschlagen wird sich voraursichilich SamStag auch weiter gegen Oste» ausbreiten. Dabei ist auch eine bedeutendere Erwärmungbesonders in den höheren Lagen zu erwarten.— Wahrscheinliches Wetter heut«: In den böhmischen Ländern meist bedeckt, Neigung zu Niederschlägen, Erwärmung, mäßiger aber auf den Bergen starker Südwestwind, im Osten im ganzen schön, in der Nacht stärkerer Frost, ruhig.— WetterauSsichten für morgen: Der« äudcrlich, Neigung zu Schauern, in der Westhälfte deS Staates etwas kälter, in der Slowakei und Karpathorußlayd Abschwächung des Frostes. Vom Rundfunk Empfehleuvwerte» aas den Programmen« ‘ Sonntag Prag I: 8.00.Konzert aus Karlsbad. 8.40 Englischkurs. 10.20 Müsiks Salonguattett. 11.80 Janäkek: Geigenquartett. 12,20- Orchesterkonzert FOK: Kompositionen von Nedbal.' 17.85 Deutsche, - Sendung: Klassische Zeugen. 17.40 Funkwochenschau. 17.50 Greta Keller singt, musikalisches Interview. 18.10 Fleischer: Die Räuber von Maria-KulM- 18.50 Deutsche Preß«. 22.25 Deutsch« Sportnachrichten. 22.85 Tanzmusik.— Prag Ilr 18.80 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Johann Storch: Toleranz.— Brünn: 9.40 Violoncellokonzert. 17.85 Deutsche Sendung: Franz Otter DI« Heimat ter Vorfahren Schuberts. 20.50 Bolkskonzert.— Preßbur«: 10.15 Geigenkonzert. 17.85 Unterhaltungsmusik.— Kaschau: 15.85 Unterhaltungskonzert.— Mähr..Ostrau:' 17.50 Deutsche Sendung: Lieder eine- steirischen Gesangsklubs. 19.50 Blechmusik, «r. 283 SaniStag, 6. Dezember 1036. Seite 3 WKsMktsckast und Sgiittfeodtifc Die Schweiz nach der Abwertung Benutzte Preispolitik— so lautet die De» vise in den neuen Abevertungiländern. Für jedes Land ist eS daher wichtig, zu wissen, welche Maßnahmen man in dem anderen Lande ergriffen hat und welche ihr« Wirkungen sind, damit man auS den Erfolgen und Fehlern der anderen für seine eigene Praxis lernen kann. Wie war nun die Preispolitik der Schweiz nach der Abwertung?■ Am Tage nach der Abwertung wurde das neue PreiSgeseh erlassen. In ihm wurden die Grundsätze für die neue Preispolitik gegeben und die Richtlinien für die neuzubildende Preiskontrollorganisation entwickelt, Zuerst entstand eine zentrale PreiSkontrollstell«, der die neuen kantonalen PreiSstellen untergeordnet wurden. Während dj« Zentralstelle schon vier Tage nach der Abwertung leistungsfähig wär, dauerte eS.äuch nicht mehr als ungefähr eine Woche, bi« alle untergeordneten Kontrollstellen ihre Aufgaben erfüllen lohnten. ES handelte sich um«ine rein« Behärdenorganisätion, wobei. in der Zentrale einige Beamte eingestellt, die Aufgaben sn den kantonalen Stellen von den Polizeiorganen übernommen wurden. Die Bildung von ehrenamtlichen Kommiffionen der Unternehmer und Ver» bräucher zur Unterstützung der amtlichen Preiskontrolle wurde nicht vorgenommen. Nach einer Erfahrung von bald zlvei Monaten kann man sagen, daß die neue Organisation von niemand in Zweifel gesetzt und allgemein als gelungen empfunden wird. Die Grundsätze der Preispolitik waren zuerst umstritten, doch haben sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten durchgesetzt und bewährt. Bor der Abwertung zeigte der Preirfpiegel der Schweiz zwei AuftrieoStendenzen. Es waren dies die"steigenden Preise des Weltmarktes und die steigenden landwirtschaftlichen Produktenpreise. im Inland. Dem stand eine. AbschwungStendenz i gegenüber, deren Zentrum das inländische Baugewerbe war. Die seit Jahren sinkenden Exportpreise dagegen zeigten in di« Richtung einer langsamen Besserung. Nach der Abwertung entstand die Frage: Wie wird ihr Einfluß auf den so widerspruchsvollen Preisspiegel sein? Bei den Exportpreisen war die Entscheidung leicht: ES Ivurde allgemein empfohlen, die durch die Abwertung gegebene Chance zur Preissteigerung auS- zunützen. Die im Monat Oktober«ingetretene Ausfuhrsteigerung von 76 Millionen im September(alte Währung) auf 8t Millionen Franken(neue Währung) im Oktober zeigt, daß dies teilweise auch befolgt wurde, wenn auch von einer völligen Ausnutzung des AbwertungSsat» z«S keine Rede sein kann. Schwieriger war di« Entscheidung bei den landwirtschaftliche» Produktenpreisen, wo schon vor der Abwertung die notwendige RentabilitätSsteigerung: für den Bauer und die von den.Konsumenten immer unwilliger getragene Preissteigerung ein schwer zu lösendes Dilemma bildete, Nach der Abwertung entschied'man sich, di«„na t ü r l i ch« n" Auf» ; triebStendenzen bei den landwirtschaftlichen Produktenpreisen nicht zu hemmen, dagegen einer Preissteigerung bei diesen. Produkten durch A b»■ wertungSeinflüfs« entgegen zu wirken. Entscheidend.für die Preiskontrolle aber waren die Produkte mit Weltmarktpreis, die nun durch die Abwertung notwendig«ine Erhöhung erfahren mußten, sofern man den Preisgesetzen freien Lauf ließ. Nachdem so die Frage der Abwertung zu den bisherigen Preistendenzen geklärt war, konnte die praktische Arbeit der Preiskontrolle beginnen. In dem genannten.Preisgesetz wurde bestimmt, daß die nur^, inlandsorientierten Preise nicht steigen dürfen. Darunter sielen die Mieten, die Preise in den Hotels' und Pensionen, die Preise für Elektrizität, Gar und der größte Teil d«r'Preise im Baugewerbes Außerdem wurde be» > stimmt, daß die Honorar« der freien Beruf« aller Art sich Nicht erhöhen dürfen, sogar eine Kontrolle der Aerzterechnnngen und' verschriebenen Arznesmengen angeordnet. Der Sinn dieser Entscheidung war, jede ungerechtfertigt« Preissteige» ' rnng, die nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang mst der Abwertung stand, zu verhindern. Diese..Maßnahme hat sich als sehr zweckmäßig■ erwiesen,' indem sie'«ine allgemeine PreiShäuff« unmöglich machte.'Sehr angefeindet, aber, politisch und sozial' außerordentlich bedeutsam war«in« UebergangSmähnahme der zentralen Preisstell«, die sich auf die Behandlung der Vorräte bezog und nur 16 bi» 14 Tage dauerte. Man erließ ein allgemeine» PreiSauf- schlagsverbot für alle Waren»-ketchgüstig welcher Art. ,Da»'hat all«.' Interessenten und alle Betriebswirtschaftler in'Harnisch gebracht, di« Verbraucher aber auherordentlich beruhigt. Nur bei wenigen Daren war eine Begrenzung der Wa- • renabgabe pro Kunde und Kauf in den Details geschästen notwendig, sonst aber konnte mein di« größten Warenmengen zu dem gleichest Preis erstehen. Hier.ist' da» Geheimnis zu suchen, daß innerhalb sechs Tagen der Hamfterwesle ein Ende gemacht wurde; Nachdem der Verbraucher beruhigt war» edle'-zentrale Preisstellt mit allen entschei- n Antemehmerverbästdrn', ziemlich detaillierte Preisvereinbarungen ab, wonach eine gestaffelt« Preissteigerung bis zu höchsten» 10 Prozent erlaubt wurde. Alle diese Maßnahmen haben bewirkt, daß der Index der Großhandelspreise im Oktober sich um 10 Prozent erhöht hgt. Die Kosten der Ä- benShaltung sind.um knapp 2 Prozent gestiegen, wa» vor allem auf die Subventionierung des BrotpreiscS und die Senkung von Zöllen zuriick- geht. Doch di« Maßnahme für den Brotpreis, die Kohle, das Benzin usw. gilt nur bis Jahresende. Die bisherige Zollsenkung vermindert den Zollertrag nur um 4 Prozent und wird allgemein als ungenügend empfunden, so daß man sagen kann: Auf dem Gebiete des Kleinhandelspreise» har die zentral« Preisstelle ihre Befähigung erst noch unter Beweis zu stellen. Dr. A. M.' Anteil- der Tschechoslowakei am Chemie- Welthandel. Im Jahre 1038 betrug der tsche» II. Muß man bang in Spaniens Zukunft blicken?- Darf man hoffnungsvoll fein? Heroisch widersteht Madrid, und das ermutigt den Betrachter; dafür läßt ihn die Verdüsterung des internationalen Horizonts Schlimmes befürchten. Aus dem Zentrum Spaniens und von seiner Peripherie her spielt der Draht, und Optimismus und Pessimis- nmS weckt er zur nämlichen Stunde. Die Taktik der Schlacht um Madrid ist, von der Rebellenseite her gesehen, einfach eine farblose Kopie der Strategie des großen Eroberers Napoleon, der die Nord-West» Flank« Madrids als dis vertvundbarste Stelle der Stadt erkannte. Dahin haben jetzt auch die Faschisten ihre Hauptmacht geworfen. Noch stehen sie auf unbewohntem, wenn auch nicht unbebautem Gelände: Auf dem der sogenannten Universi« tätsstadt, einem riesigen Hügelseid, in dem weit verstreut, die unfertigen Gebäude der geplanten Zeniral-Hochschule. Spaniens liegen. Um dies« wenigen Stützpunkte an der äußersten Ecke der Stadt tobt der Kampf erbittert und blutig. Aber tausendmal blutiger noch wäre die Schlacht im dichten Häusergewirr gewesen, in das die Wege aus dem Süden führen. Den furchtbaren Stra- ßenkämpfen, die ihnen hier gedroht hätten, hofften di« Faschisten auf der nördlichen Ader der Metropole zu entgehen,die breit und schnurgerade, weithin von freiem Gelände, wie der Universitätsstadt, dem Westpack und den bewaldeten Ufern des Manzanares flankiert, ins Herz Madrids führt. Madrid ist" ein«'offene Stadt, die jäh und vermittelt aus der kastilischen Hochebene aufstejgt. Trotzdem ist nur die Westflanke ihres.Häuserkvn-- glomeratS wirklich ungedeckt;, im Süden, ballt es sich zu einem unentwirrbaren' Netzwerk kleiner winkliger Gäßchen zusammen, das nur ein einziger mdderner Straßenzüg zerteilt. Er verbindet' die beiden Ausfallsstraßen der Stadt nach dem Norden: die an der ungeschützten Westgrenze, gegen welche die Faschisten mit aller Macht stoßen, mit dem großen Durchbruch, der Madrid, fast zentrisch durchschneidet. Wer diese drei Straßenzüg'e besitzt, ist Herr der Hauptstadt. Er kann die proletarischen Bezirke zwischen ihnen Schritt für Schritt abriegeln und. dann sein« ganze Armee von allen Seiten her gegen die Häuserburg im Süden werfen. DaS ist die strategische Grundlinie der Kämpfe» um Madrid. Die illustriert«'Presse hat die Bilder der unglücklichen Madrider Kinder veröffentlicht, deren arm« Körper von faschistischen Fliegerbomben zerfleischt wurden. Drei der spielenden Kleinen find heil geblieben in-der Straße, in der di« Bomben platzten. Sie erzählen:„Wir hatten uns gerade einen kleinen Schützengraben gebaut, und al» dann die feindlichen Flieger nach Madrid kämen, haben wir es so gemacht, wie e» uns die Milizleüte ge- choflowakisch« Anteil' im Chemie-Welthandel 2,4 Mill, englische Pfund oder 1.2 Prozent. Damit stand die' Tschechoflowakei an 14. Stelle. Im Vergleich zu. 1920 hät sich die Ausfuhr chemischer'Erzeugniffe aus der Tschechoflowakei um 36 Prozent gesenkt. - 408.000 Arbeitslose In Frankreich. Ium 21. November d. I. gab cs in Frankreich insgesamt 408.000 Arbeitslose, d. i. um 4000 mehr als zur gleichen VorjahrSzeit. Die saisonmäßige Zunahme der französischen Arbeitslosigkeit ist Heuer mäßiger als 1038. Weihnachtsbücher zeigt haben. Wir haben uns in unserm Schützengraben platt auf die Erde gelegt.". So ernst ist das Kriegsspiel der Kinder heute in Madrid geworden: Kein passenderes Bild weiß sch für das Madrider Leben als dieses, von dem der kindliche Mund berichtete, und daneben die grausige Realität der improvisierte» Leichenhalle mit ihren nicht endenden Reihen zerfetzter Kinderleichen■— schreckverzerrt ihre blassen Gesichter und weit aufgerissen die Augen über da» Grauen, das über die Stadt kam. Die Generale zielen auf die armen Häuser der Arbeiterviertel. Sie schleudern Bomben auf Kinderspielplätze. Brandstoff ergießen sie auf die herrlichen Paläste. Achtung: Feuers Noch einmal: Feuerl DaS ist, sagen wir ganz sachlich, der einzig originelle Zug, den die spanischen Generale der Strategie Napoleons hinzufügten. Di« Prüfung Madrids ist Vorbote größerer Prüfungen anderer Städte.■ Im Abbruch der Diplomatischen Beziehungen zür rechtmäßigen spanischen Regierung und der offiziellen Anerkennung der Rebellion durch Deutschland und Italien wird man einst die erste Kriegserklärung der neuen Konflagration sehen. Azaüa, Spaniens Präsident, hat vor längerer Zeit schon den Sinn des spanischen Kampfe» als»di« Entscheidung um das Gleichgewicht der Kräfte im Mittelmeer" charakterisiert,»um die Kontrolle der Meerenge von Gibraltar, die Herrschaft über die spanische FlottenbastS im Atlantic Und den,Besitz der iberischen Bodenschätze",- Der Nichtinterventionspakt wollte den spanischen Bürgerkrieg, lokalisieren. Er blieb ein»Fetzen Papier". Papier, ist vorläufig auch die Änerken- nujig^ der Rebellen: durch die beiden faschistischen Mächte. Ihr Wert ist erst mit der völligen Durchbrechung des Nichtinterventionspaktes gegeben. Praktisch also bewirkt sie die.Generalisierung des spanischen Konflikts. »'Schreiben' Sie",. sagte den Journalisten Largo Caballero in Valencia:»Jetzt erst beginn t d e r K r ie g." Schon sind mehr als'.'0 Prozent der Elemente, mit denen Madrid angegriffen wird, aus dem Ausland bezogen: Menschen wie Material. Trotzdem scheitert eine Attacke nach der anderen, so sehr auch die Brutalität jeder folgenden gesteigert wird, Rein militärisch ist die Situation der Rebellen im Augenblick durchaus nicht besonders günstig, Drei Fronten sind um die Hauptstadt aufgezogen: Eine im Norden, an den Kämmen des Gebirges, die den. Zugang au» dieser Richtung sperrt; die andere um die Metropole selbst, aus der, mit.der Evakuierung der Zivilbevölkerung,«ine richtige Festung geworden ist; und die dritte schließlich an der Ostslanke des Feindes und im Süden an seinem Rücken, die ihn in die Zang« nimmt. Selbst wenn er Madrid eroberte, hätte er sich noch nicht aus dieser Umklam- merung befreit, abgesehen davon; daß die Aus füllung seiner ungeheuer mitgenommenen Sturmtruppen ebenso schwer und zeitraubend sein wir» wie die Beherrschung einer Millionenstadt nach ihrer Einnahme. Dazu beginnt es. sich wieder an den übrigen Kampflinien zu regen: Die Arbeiterkolonnen des Baskenlandes, die jetzt mit Tanks, Panzerwagen, Flugzeugen und Artillerie äuSge» stattet werden konnte», rücken gegen San Sebastian vor, dem sie sich bereits bis auf 10 Kilometer näherten, und im Süden des Ebro werden von den Katalanen große Vorbereitungen getroffen, was alles Francos militärische Pläne so sehr durchkreuzen kann, daß er leicht überall sich wie in einer Mausefalle gefangen sicht. Partisanenkämpfe flattern zudem in den Regionen aus, die er schon fest unter scin.er Knute dachte und fressen sich weiter, lind in intiner organisicctcre Form wächst der Widerstand der Regierung und ständig bessere Erfolge zeitigen ihre Bemühungen, das Maximum aus Boden und Mensch bcrauSzu- holen. In dieser Situation kann die Anerkennung der Rebellion nichts anderes bedeuten als die Verschärfung des Kampfes in Spanien selbst, lind mit dem erneuten Ansturm gegen Madrid muß gleichzeitig die Eroberung der Herrschaft über das Mit- telmecr durch den faschistischen Block selbst einsetzen, tvas nichts anderes ist als der Prolog des neuen Weltkriegs. Maskcnlos sicht der Faschismus als Brandstifter Europas da. Am 12. November sandte Franco seinen Bruder nach Italien. Am 22. November tvurden die Regierungsschiffe in Cartagena von ausländischen Unterseebooten angegriffen. Am 27. November ist dem englischen Mittclmeergeschwader die Be- schießungSzoite Barcelonas bckanntgcgcbcn worden. Die spanische Marine sieht von: ersten Auf- standStag an aus selten der Regierung. Die neue Phase des Kriegs geht ganz zu Lasten Deutschlands und Italiens. Immer härter wirb der Kanipf. Immer größere Heere stehen einander gegenüber. In ihrem Dienst sind alle teuflischen Maschinen der Großschlacht. Weit über die Grenzen Spaniens erdröhnt das Wafsenzcklirr. Di« Romantik der Freiheitsbewegung ist zu Ende. Der Krieg beginnt. Optimismus? Pessimismus? Die Zukunft ist undurchdringlich geworden. Groß ünd überwältigend sind die Forderungen jeder Stunde; cs heißt sie zu bestehen; sein Herz zu lvappnen für alle Schrecknisse und alles Schtvere des allseitigen Kampfes. Ein Pessimist könnte ihn nicht durchkämpfen. Der blutig-grausamen Schlack» von Madrid werden andere, noch grausamere, Noch blutigere folgen. Trotzki nicht nach Mexiko Diego.(Mexiko.)''(Havas.) Der Präsident von Mexiko, C a r d e n a S, hat da» Ansuchen der Führers der mexikanischen Trotzkisten, Revela, abgelehnt, daß Mexiko Leo Trotzki Asylrecht gewähre. Dieser Beschluß lvurde damit begründet, daß di«' Anwesenheit TrotzkiS überflüssige Meinungsverschiedenheiten unter der mexikanischen Arbeiterschaft Hervorrufen würde. 17 Monate Dienstzeit in Belgien. Tas belgische Abgeordnetenhaus befaßte sich Mittwoch mit dem Entwurf betreffend die Verlängerung der Militärdicnstzeit, dessen Notwendigkeit vom Ministerpräsidenten van Zeeland begründet wurde. Die Vorlage lvüxde mit 137 gegen 43 Stimmen angenommen. Von den 70 sozialistischen Abgeorduclcn stimmten vier gegen die Vorlage. Die Dauer der Militärdienstzeit wird auf 17 Monate festgesetzt. Die Regierung hatte ursprünglich 18 Monate gefordert, erklärte sich jedoch schließlich mit der 17monatigen Frist einverstanden. Auch Polen gegen hie Aufhebung der Strompakte. In der am Donnerstag überreichten Ant- lvort der polnischen Regierung auf die Rote der deutschen Negierung vom 14. November lvird da» Bedauern über die einseitige Aufhebung der Klauseln des Versailler Vertrages über die Wasser- wcge ausgesprochen und sestgestellt, daß mit Rücksicht auf diese Aufhebung dcs internationalen Regimes für das Wassersystcm der Odor der Grundsatz der internationalen Kontrolle Uber die zum Oder-System gehörenden polnischen Wasserwege hinfällig geworden ist. Die Segnungen japanischer Herrschaft, lln- gefähr 1000 japanische Seeleute versehen in den Straßen von Tsingtau den Pairouillendwnst, um über die Aufrechterhaltung, der»Ordnung" zu Wachen, die gestört werden könnt«, da die japanische Baumwollindustrie 28.000 chinesische Ar» beiter entlassen hat. In Kürze i Paris. Die Kammer setzte, die Beranmgm über den Regierungsgesetzentwurf zum Pressegesetz fort. Ejn kommunistischer Redner erklärte, die Kv:n- munisten würden für den Regierungsentwurf stimmen, obwohl sie bedeutende Vorbehalt« hatten. Bukarest.(OR) Die rumänische Regierung überreichte dem deutschen Botschafter in Bukarest «ine Note, in welcher da» Bedauern darüber au-gedrückt wird, daß Deutschland die Klauseln über die internatwnale Stromfahrt im Versailler Verträge aufgehoben hat. Bukarest.'Mit einer Feier in der sicüenbür- gischen Hauptstadt Klausenburg wurde der diesjährige. rumänische Nationalfeiertag abgeschlossen. Die tschechoslowakischen Parlamentarier sind Donnerstag, begleitet von einer Reche rumänischer Abgeordneten,, über TttuleScu nach Prag zurllckgekehrt» Optimismus?-Pessimismus? Von unserem spanischen Berichterstatter Gfvitc o „SoAinlbcmoIrat' SamStag, 5. Dezember 1030. Nr. 283 3efeüftb’eä^, desto mehr muß man heizen. Je weniger Stoff im Kaffee ist, desto mehr muß durch Franck ersetzt werden. Darum zum'Ge* treidekaffee erst rocht ‘Aecht- Fra nck, am besten Karo-Franck. Strbsö Plcso, in Hteiionek, in Tatranftä Lomniee oder Telgärt, die Verpflegung für die ganze Dauer der Erkursion, die Führer bei den Ausflügen, Trink- geldablösen,' Unfallverstcherung>md GepäckSversichc- runa Inbegriften. Anmeldungen werden zwar noch entgegenqenommeu, müssen jedoch Vorerst im Referat der SonderauSftugSzüge in Prag XII, Basar neben dem' Wilsonbahnhof, Telephon 888-88, gemacht werden. Die Ki nder f r e n n d e P r a g laden alle Eltern und Kinder ein zur Fefer der Roten Falken am SamStag, den 12. Dezember, 10.30 Uhr, im großen Saal de» Handwerkerverein«, Smeika 22. An» dem Programm! Lieder,, Sprechchor, Tänze und Spiele der Restfalken und AinS- Kinder. Ein Spiel an» dem Leben der Roten Falken: Mr Im blauen Hemd Eintritt: Erwachsenes AL, Kinder frei. REKORD TRIAL Zwei G.arlit• In.«Inam. Etwa* ganz Neues:'2 V Stufen der Laut* starke, 2 Stufen'des Klanges, 2 Stufen des Stromverbrauches. Einknopfbedienung, Vollsichtskala, volldynamlscher Lautsprecher, akustisch bearbeitetes Gehäuse, Sperrkreis mit drei Sperrtiefen, guter Kurzwellenbereich. Ein Gerat, das weniger kostet, als es wert Ist. FUr Wechselstrom...KL 1.120-— Für Wechsel* u. Gleichstrom KL 1.410-— An die Firma Radlotochno, Prag L, Hradebni 1 Ich ersuche um kostenlose Einsendung eines Prospektes.— Genaue Adresse:. Mitteilungen aus dem Publikum. ••>> Am Dachboden stand ein Klavier. Meine Mutter hatte die Bohnen dakin eingelagert. Da sagte eine» Tage» mein Vater:„Der Bub soll Klavier spielen lernen. Holt da» Klavier herunter vom Boden." Meine-Mutter gab zu bedenken, daß der alte Kasten keine. Saiten mehr habe und daß auch ein Teil'der Tasten schon fehle.„Macht nicht»", entschied mein Bater,„zum Lernen gut genug, ich habe-kein Geld für ein andere»...." Dann Hat er doch da» Geld für frische Saiten geben müssen,' denn ohne Saiten war e» doch kein Klavier. Und seht passen Sie auf; meine Herrschaften, wie geschickt ich von diesem allen Klavier auf- den Franckkaffeezusah komme. Meine Mütter muhte für ihr Kaffeekochen nämlich auch da» wenige' Geld für den Franckkaffeezusah ausbringen, denn n u r au» gerüstetem Getreide allein j war'» kein Kaffee in unserem Sinne. Also gerade zum Getreidekaffee erst recht Aecht Franck, am besten I Karo Franck.,,' VL! Kaiserschmarren: 2 ganze Eier, 4Dkg. Zucker, Zitronenschale, Vi Liter Milch und 12 Dkg. Meyi Verbinden wir zu einem. Teig,, den'wir.auf ein. init Sana'. ausgestrichene» Blech legen, schnell.,in-der Rühre backen, ihn nach'dem Backen- mittel» zweier Gabelg zerreißen nndbezuckcrn. Al» Beilage, wird Himbeersaft gereicht.'’ 4 Wie entstanden die Roten? Es ist interessant, daß di« Nötenschrift im. gregorianischen Choral,.der sich au» den-,uralten- rituellen Chorgesängen entwickelte.--ihren'.Ursprung-hat, Der gregorignischr Choral-stellt bir chente den Typu» einer-klassischen vollkommenen-Chorkomposition dar und, Hatte einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der Ait- sichten'über die Struktur und'Formder-Musik- Jeder fühlt, beim Worte„Choral", e» müsse sich um«'N -rnst-»,.im Wesen seriöse» und ästhetisch auSgegli- chene» Werk handeln. E» ist kein" Zufall, daß d«e Firma Radiotechna ihren Empfänger,.Choral" benannt-hat. Die» ist zwar-ihr, billigster Superhet, jedoch-mit einem Siegelnder seAösen Arbeit und technischen. Vollkommenheit, sowie ästhetischer Beherrschung aller Detaile, die'eine so graziöse Wieder«' gäbe'zur-Folge-haben,-daß dieser Empfänger«seinen Namen mit vollem Recht-verdient.----' 4248 Kelchenderger Sparkasse aaaalnda« tklailrksiparkiiia f Gegründet im Jahre 1854- Postsparkassen-Konto Nr. 9828,25035,83591-Fernspreclior Reichenberg 3941. ■ Hauptanstalt: P»Mchenberg. SchloßgasseO-Zwelg-' anstatt: Reichenberg, Altstädter PI. 28- Zweiganstalt: Reidhenberg, Am Kranich. HgnloherStraBe 12 ., Zweiganstalt: Georgswalde, Fernsprecher t Nr, 18 - L Postsparkassen-Konto Nr. 89.020 '' Unbeschränkte Haftung der* 8 tadt ge-'< r' V f»-*?»; .. meinde und des Bezirkes Reichenberg Ruff der Solidarität Sämtliche deutsche sozialistische Organisationen Prag» erlassen gemeinsam den folgenden Ausruf:- Der BezirkSvcrein„Arbeiterfiirsorge", Prag, XII., Slezsiä 13,.ruft Euch wieder einmal zur Hilfe auf für unsere so schwer bedrückten arbeitslosen Menschen. Seit Jahren wütet die Not in den deutschen Randgebieten unsere» Staate» in unvorstellbarer Weise. Wenn auch im letzten Jahre die Arbeitslosigkeit etwas zurückgegangen ist und neue ArbeiiSmöglichkeiten geschaffen wurden, so hat doch in den Notstands- und Hungergebieten der Jammer der Krisenjahre eine Lage geschaffen, die fast ausweglos denen erscheint, die auch jetzt noch keine Arbeit gefunden haben und einem neuen, noch schlimmeren Krisenwinter gegcnüberstehen. Der Jammer in jenen. Gebieten, in denen die Fabriken seit Jahren ftillstehen, die Arbcitssäle brach liegen und die Maschinenleichen abgeschleppt und als altes Eisen verschrotet werden, ist aufwühlend und herzzerreißend. Der Hunger zieht als Geißel durch diese Dörfer und Städte und zieht Krankheit, Verzweiflung und Kindersterben hinter sich her. Wer von uns kann den Gedanken ertragen, selbst satt zu sein und nichts zu tun, um fremden Kinderhunger zu stillen? Wir wißen, der einzeln« ist machtlos, er kann die Dinge nicht ändern, aber alle vereint sind wir stark. Du und ich, Ihr und wir können helfen, daß der Hunger nicht so groß und bitter,.die Her- zen der Notleidenden nicht so schwer und verzwei- feit und das Leben der Arbeitslosen nicht trostlos und. aussichtslos sind. Unseren Arbeitshrüdern müssen wir durch unsere praktische Hilfe beweisen, daß sie-nicht allein sind, daß wir sie stützen und aufrichten und eine bessere Welt mit ihnen.erkämpfen wollen. Seid eingedenk, waS proletarische Solidarität für unö alle bedeutet! Der geringste und bedürftigste Arbeitsbruder ist uns Genosse. Ec steht in der Reihe des kämp« senden Proletariats an wichtiger-. Stelle. Wa» wir an sozialen Erfolgen erkämpften, ist das Verdienst auch jener, die in den Tagen des wirtschgst» lichen Ausstieg» um die soziale Besserstellung.aller arbeitenden Menschen kämpften und die heute in der Zeit der wirtschaftlichen Not auf unsere. Hilfe rechnen dürfen, da sie auf diese Hilfe einen moralischen Anspruch haben. Die Hüter der Zukunst in der Gegenwart nicht fallen zu lassen als Opfer der Krise, ist unsere heilige Aufgabe. Euer Geben, Eure Mitarbeit, bei unserem HilfSwerk ist nicht Wohltun, sondern Selbsterhaltmig Wer die Gegenwart.aufgibt, verspielt die Zukunft. Die Mächte der Vergangenheit stehen vor den Toren. Ihre Hilfstruppen sind der Hunger, die Not, die Verzweiflung. Laßt uns gegen sie, wenn auch nur auf einem kleinen Abschnitt ter Elendsfront, zu Felde ziehen! Das Ergebnis unserer Sammelaktion kommt heuer dem Dachauer Gebiet zugute.— Wir sammeln Geld-Kleider-Wasche- Schuhe- Lebensmittel Sonntag, den 0. Dezember, vormittags, kommen unsere Helfer zu Euch und holen getragene Kleider, und Wäsche, und was sonst für unsere Hilfsaktion vorbereitet Mrd, ab. Wir bitten- Euch, die Dinge vorzubereiten, damit unsere Helfer nicht umsonst zu Euch kommen. Wir bitten auch: die gespendeten Kleider und vor. allem Wäschestücke, wenn möglich gewaschen, zu übergeben- weil wir dadurch die Spesen für die Reinigung ersparen. Unsere Helfer nehmen auch Geldspenden entgegen. — Unser Postsparkassenkonto hat die Nummer: 95.839. Aager geitun# Der Bezirksverein„Arbeiterfürsorge" Prag gibt heute von 3 bi» 0 Uhr im Verein»- heim: Smeikagafs« 22, die Sammellisten und Adressen a»S. Jugendlichr und Mot« Falken, kommt zahlreich! Die WinierhilfSäktion braucht Helfer. Die Mängel der Pension*, Versicherung und ihre Beseitigung lieber dieser Thema sprach Sekretär Ploh S aus Teplitz am Mittwoch in einem öffentlichen Bortrage der OrtSrguppe Prag de» Allgemeinen Angestelltenverbände». Aus dem Vortrag entnehmen wir einzelne wichtige Postulat«, insoweit sie Mängel betreffen, die direkt dem Sinne der Sozialversicherung ent« genarbeiten. Tas. novellierte Gesetz hat in verschiedenen Punkten keine Klarheit geschossen, andererseits jedoch Verschlechterung gebracht. Die Angestelltenschaft kann es nicht begreifen, daß eine wichtige Kategorie wie die Provisionsvertreter um die Kranken» und Altersversicherung gebracht wird. Eine Forderung de» Angestelltenvcrbandc» ist die volle Äus- werwng der österreichischen Versicherungszeit, denn es besieht jetzt da» Kuriosum, daß die früher nicht Versicherten durch die Einrechnung der nicht versicherten Dienstzeit eine höher« Rente erhalten als jene, die in der österreichischen Pensionsversicherung warr». Der Referent wies ferner darauf hin, daß Krise und Verminderung der Gehälter auf den Prä- mirneingang der PenstonSapstalt einen ungeheuren Einfluß haben, während die Leistungen der Anstalt steigen. Gerade die deutschen'Unternehmer müßten unserer Forderung nach einer obligaten Unterneh- uierumlage nahetreten, weil ste dadurch den deutschen Angestellten, welchen sie so viel von Volksgemeinschaft erzählen, helfen würden. Sie überlassen e» aber den verhaßten Gewerkschaften, die Fürsorgetätigkeit au» eigenen Mitteln zu betreiben. Ein weiteres Problem ist die sogenannte freiwillige Versicherung. E» muß gefordert werden, daß der Staat so wie bei den Militärpflichtigen die Verpflichtung auch für die Arbeitslosen übernimmt. Dasselbe gilt für weibliche Angestellte, die infolge Verheiratung aus dem Berus ausscheiden.— Der Versammlung belohnte da» interessante Referat mit reichem Beifall. Arbeitsanfall. Gestern nachmtilag» arbeitete der 82jährige Maschinenschlosser Wenzel Hronek aus Llbochowitz in der Wysotschancr Fabrik der Böh- misch-Mährische» Kolben-Danik-A.-G-, wobei ihm von einer Walzmaschine der linke Fuß zerschmettert würde. Der Verletzte wurde von der RettungSge- selsschaft in» Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Ein falscher Abgeordneter. Dieser Tage wurde in der Person de» 42jährigen ehemaligen Privatbe- ainten Karl S k o u l a au» Holleschowitz ein Mann verhaftet, der durch feine Hochstapeleien«ine Anzahl stellungssuchender Personen um insgesamt über 8000 KL betrogen hatte. Er hatte sich als Redakteur, ein- slußreiche» Abgeordneten verschiedener Regierung»« päxteien, Verwandte,i des Ministers Machnik, des Vorsitzenden der Agrarpartei. Beran, oder des Abgeordneten MäSata auSgegeben, stets für angebliche Regieauslagen Geld verlangt und im ganzen mehr Personen beschwindelt, als sich bisher gemeldet habet^ Er-ist-durch seine Korrespondenz, die bei einer bei ihm vorgenommenen Hausdurchsuchung beschlagnahmt'wurde, völlig überführt. Häufig versuchte er sich' tatsächlich für seine Klienten einzusetzen, indem er gefälschte Empfehlungen de» Abg. Beran u. dgl. bet verschiedenen Firmen vorwies. Er wurde nach Pankratz eingeliefcrt, jedoch, da er infolge einer chronischen- Nierenentzündung derzeit haftünfähig ist, in» Jnguistcnspital überführt.. . Sonderschnellzug in» Rieseeigebirge. Die Staat»« bahndirckiion in Prag vettoeist darauf, daß st« in der Wintersaison 1086/87 zur Bequemlichkeit, der Reisenden einen Souder-Motorschnellzua in» Miesengebirge eingerichtet-hat. Abfahrt 18 Uhr ab Prag Wilsonbahnhof. Der Zug fährt jeden Samstag nach Johannisbad und kehrt am Sonntag um 22 Uhr 80 nach Praa zurück. Fahrpreis' für beide Fahrten mit Nachtlager und Frühstück 74 K5, bei Logis in der Sokolbäude 89 KL. In diesem Preise ist auch die Fahrt mit der Drahtseilbahn Johannisbad—-Schwarzenberg inbegriffen. Anmeldungen mit Angabe nimmt der Basar nefcn dem Wilsonbahnhof, Telephon 888-85 entgegen. Erkurston der tschechoslowakischen Staatsbahn in Vie Hohe Tatra und nach Telgtrt in den Tagen vom 2g.-Dezember 1988 bi» 8. Minner 1987. Im Preis von! 899 KL find beide Schnellzttgsfahrten bur.g au-»verkauft, 8:Axelander H i m m e l r t ü r.— Montag 8: Unentschuldigte Stunde, volkstümliche Vorstellung. — Dienstag 7%: Fuhrmann Henschel, neuinszeniert.— Mittwoch 8: Axel an der HtmmelStür.— Donnerstag 8: Der Illusion i st.— Freitag 8: Fuhrmann Henschel, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Der Mfti Die Tochter desverfluchten Waldes Der Erfolg, den dieser amerikanische Film im Ausland hatte, beruht offenbar weniger auf. Inhalt- und Darstellung(die nicht übel, aber doch nur durch« schnittljch sind),- als auf der'Tatsache, daß tB fijfl; um eine neue Pioniertat der Jarbsilniproduktton VMnsnaMcMen Prag handelt: nach dem„Markt der-Eitelkeit", der fast ausschließlich zwischen Kulisten und vor gemalten Hintergründen spielte, wagt sich dieser Film in die Natur. Er heißt im Original„The träil of a loneS« ome pine" nach einem schwermütigen Lied von der einsamen Kiefer auf dem Hügel,- da» hier mehrfach gesungen wird, und er zeigt uns das Schicksal von Äaldbewohnern, die unter dem Gesetze der Blutrache leben, durch die Anlage einer- Eisenbahn zwar reich, aber noch haßerfüllter werden, bi» schließlich dje Liebe der Eisenbahn-Ingenieur» zur Tochter au» einer der streitenden Familien und der Tod ihre» Bruders und ihres Verlobten zur Versöhnung führt.' Unter, der Spielleitung Henry Hathaway s wird diese teil» wilde, teil» edle Geschichte (mit der eigenartig anmutigen Silvia Sydney in der Hauptrolle) wacker gespielt— vor dem Hintergrund mächttger Bäume und ragender Berges deinen Farbenwirkung die Wirkung diese» Film» auSmacht. Es sind-weniger natürliche al», malerische Farben, die Bilder wirken oft wie.bewegte Landschaftsgemälde,'manchmal allerdings auch nur wie farbig« Ansichtskarten, aber al».Ganze» dokumevtiert'.dftser Film doch einen bemerkenswerten- Fortschritt, der Farbfilmtechnik— von Kulisse und Kostüm zu Landschaft und Natur...<...••—eis—. © Deutsche BolkSfinggemeinve, Samstag, 5. Dezember, .8 Uhr- singen wir zur Erös„ (Atuö-Nikolo-Abend) in der Urania. , Erscheinen aller Pftichtl— Dien»- tag,-'8. Dezember(Feiertag), entfällt die Prober nächste P.rqbe mü Dienstag, den 15'. Dezember, für,Frauen uutg7 Uhr und Männer halb./8 Uhr abend». ' Rote Falken., A l l« F a-I k>e n A chtun gs Samstag um 4 Uhr Probe auf!der Bühne. Erschei« inen aller Kalken notwendig. Treffpunkt im Heim. ■. AtuS-Nikoloveranstaltun», beute SamStag, acht Uhr abend»,' im Bühnensaal-sder UraüIa.Prggsll., Ortsgruppe Prag. SmüStagi den L. DezemberiN kkolofei erialifd er lHütte. Abfahrt um»18'.Mr,.-oder -um 4i4 Uhr mit dem Auwbui^beim Cafö.Westen-^ Filme In Praller Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Die große und die kleine Welt." Bllhnenschau: 2 de Bert»,— Adria:„Kie Schneiderin." Tsch.;— Alfa:»Ich lebe mein Leben-"' A- — Avion:»Die mordenden Äugen." A.— Brranet: „Herzen im Tämmerschein." Tsch.— Fcnix:„Die Tochteic de»-verwunschenen Walde»." A.— Flora: »Da» Verbrechen in der Damengarderobe." A-— Gaumont:„Ein seltsamer Gast.7 D.— Hollywood: „Bojnarka." Tsch.— Hvizda:»Da» Verbrechen in der Damengarderobe." A.— Juli»;»Die Schneiderin." Tsch.— Kiuema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kokon:„Mädchen im Schlafsaal." Simone Simon. A.— Lncerna:„Die Tochter de» verwunschenen Walde»." A.— Metro:„Bojnarka." Tsch. — Passage:„Blumen au» Nizza." Erna Sack. D. — Praha:„Ein seltsamer Gast." D-— Radio: „Herzen im Dämmerschein." Tsch.— Skaut:„Die Versuchung." M. Dietrich, Ä. Cooper. A.— Svikozor:„Mädchen im Schlafsaal." Simone Simon. A-— Alma:„Margarita." Grace More. A.— Bajkal:„Spionage." A.— Belvedere:„Luischcn." Tsch.— Befcda:„Allotria." D.— Carlton:„Marja Palevska" D.— Jllusson:„Herzen Im Dämmerschein." Tsch.— Konvikt:„Arzt au» Leidenschaft." D.— Lido II:„Der Landarzt." Kanadische Fünfling«. A.— Louvre:„Herzen im Dämmerschein." Tsch.— Maeeika:»Die Versuchung." G. Cooper, M.Dietrich. A.— Olympic:»Herzen im Dämmerschein." Tsch.— PerStyn:»Die Versuchung." G- Cooper, M- Dietrich. A.— Rozy:»Herzen im Dämmerschein." Tsch-.— U Bejvodu:„Ich sehne mich nach dir." D.— Baldek:„Margarita." Grace More. A.— Beletrhy:„Herzen im Dammer« schein." Tsch. B- z u gs b e di N g u n g en: Bei Zustellung in» HauS-oder bei Bezug durch die Post inonatliä:^KL 0.—vierteljährlich KL 48.—, halbjährig KL illö.«— ganjssährig KL-1Ü2..*— Jaserate wcrden laut Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschgltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von'Mänuskribten erfolgt imr>bei EiüsenduUg det RewurmätkeN. ,Die SmtchngSfUnkatuir wurde von der Post«, chnd Tele,^ ' grapheudirektion mit Erlaß Ar. 1L8V9/VIL19SÜ bewilligt-" Druckerei: ,F>rbiS"„.Druck«. Verlag»- und Zeituug»-L,-G. Prag.>...-