Wieder ein entsetzliches Bauunslück in Präs Einsturz der Riesendecke des Börsen-Baues 11 Schwer- und 10 Leichtverletzte/ Ein Arbeiter noch unter den Trümmern Sester» um siebzehn Uhr fünfzig-rach in dem-iS zum Dach rohfertigen Dau des Börsenpalais in der Aooverstraße in Prag(«eben dem Deutschen Theater) die Betondecke deS-rotzen Börsensaales in ihrem gesamte« Kolos» salen Umfang ein, ritz km Sturz alles Baugerüst dreier Stockwerk« unter fich mit in die Tiefe und schlug die zwei unterirdisch fertiggestellten Stockwerke durch. DaS fürchterliche Anglück hat leider eine große Zahl von Arbeitern betroffen. ES wurden insgesamt 21 Personen, hievon 11 schwer, verletzt. Der Arbeiter Johann Pohorskh aus Donoklash, der an der Betonmaschine arbeitete, wird noch vermißt, An der Anfallstiitte wird angestrengt nach ihm geforscht. Zehn Minuten vor sechs Uhr abends hörten die in der Nähe des Börsenbaues anwesenden Menschen eine ohrenbetäubendeDeto» n a t i o n. In wenigen Sekunden war die Betondecke des Börsenbaues, in einem Umfang von 2 8 mal 15 Metern, völlig eingestürzt. Lm Nu umlagerten Hunderte, dann Tausende Menschen den Ort der Katastrophe, im bangen Entsetzen bei der Vorstellung der Massen-Menschen» o p f e r, die diesesBau-Unglück gefordert haben mußte. Der Alarm brachte sofort die ersten Feuerwehrmannschaften zur Stelle, die sich mit den am Bauplatz anwesenden, vom, Unglück nicht bettoffenen Arbeiter sofort a« die Bergung der Opfer-machten. Innerhalb ganz kurzer Zeit wurden-von rasch ängefahrenen Rettungsautos die ersten Verletzten fortgeschafft. Die Namen dieser ersten Geborgenen lauten: Bambousek, StaSek, Pokorny, Prochazka Josef, Hyka, Krym, Peträöek, Kopecky, Khsela, Mra- jek, Bohää, Papousek, Sarkisow, Prochazka Vaclav, Vyhnatek und Charvät. Mindestens vier, von diesen Arbeitern waren auf den ersten Blick als schwerverletzt anzusehen. Wieviele Arbeiter zur Unglücksstunde am Bau waren, ließ sich zunächst nicht feststellen, weil sich die Katastrophe um die Stunde des Schichtwechsels ereignet hatte. Vorläufige Angaben sprachen von etwa s e ch S u n d z w qm z i g Arbeitern, die verunglückt sein,mußten. Die genannten, sechzehn Arbeiter konnten deshalb rasch geborgen werden, weil sie oben beim Dach beschäftigt gewesen waren und also nach dem Einsturz zum großen Teil ganz oben in den Trümmern zu liegen kamen. Die RettungSarbe-iten setzten unter Zuhilfenahme der modernsten Maschinen, und Gerät« im Schein von Reflektoren ein. Einen der Arbeiter fand man bald nach der Katastrophe wie durch ein Wunder gerettet und fast unverletzt auf: die Balken hattemjm Sturz eine Art schützenden Dach über ihn gebildet. Wie viele Arbeiter üntetz den Trümmern begraben wurden, lieh sich amAlnglückSabend kaum vermuten.- Man nimmt an, daß im Keller des Neubaues zumindest ein öder zwei Arbeiter mitten in der Arbeit von der Katastrophe, ereilt und dann wohl g e t ö t e t-wurden. Die Katastrophe bildet... ein grauenhaftes Bild der Zerstörung., Die, Balke», Trümmer,-Blöcke, die ja bis z» etwa fünfzehn Meter tief zur ebene« Erde gestürzt sind, liegen in eistest schier unentwirrbaren CH a o S über» mid durcheinander n«d bedecken den Bvdtn an den meisten Stellen bis zu einer Hohe post fünf M sechs Metern. Obwohl,-ungefähr eine Stunde nach dem Unglück die Feuerwehr und die Arbeiter, die in.das Wiprfal vordrangen, von Soldaten des fünften. Geniere« im ent,- s assistiert wurden, batte• man den Eindruck/,daß.die,,RgMUVS-,und,,etwaigenR«t-: tungsarbeiten mehr als Nacht und Tag in Anspruch nehmen würden. Und völlig verbietet sich dir Borstellstng, daß Mestschen, die unter,Diesem beispiellosen Triiminerhaufcn noch gefunden werden sollten, das schreckliche Unalücksticht mit-dem,' Leben bezahlt hätte«,.' Den Bemühungen der Feuerwehren und deS Militärs gelang eS, die Balken aus der Umgebung der Stelle wegzuräümen, wo die Betonmischmaschine verschüttet, liegt. Diese.ganze Stelle ist jedoch von einer schweren Masse nassen Betons bedestt, aus welcher Stücke von Eisenstäben und ein Gewirr von Drähten herausragen. ES erweist sich daher als notwendig, diese Beton« mässe zu durchbrechen. Die langen Eifönstangen werden mit autogenen Schweißbrenner» oder mit großen Eisenscheren zerschnitten. Diese Arbeiten werden noch eine geraume Zeit in Anspruch Nehmen. Wer trägt die Schuld? Es versteht sich von selbst, daß jeder, der Zeuge der.unmittelbaren Wirkung dieser- Einsturzkatastrophe war, sofort die Frage nach dem oder den Schuldigen aufwarf. Und die gesamte Oefsentlichkeit über Prag hinaus wird gleichfalls vor allein diese Frage beantwortet wissen"wollen, zumal dieHauptstadterstvorachtJah- ren Schauplatz einer fürchter- lichenBaukatastrophe war. Damals, nach dem unvergeßlichen grauenerregenden Unglück auf dem P o i i L, hoffte' man, daß«ine Sühne geschaffen werden würde, die eine Barriere für mögliche Wiederholungen bilden würde. Die Oefsentlichkeit weiß, wie gelinde damals mit,den Schuldigen oder doch zumindest Verantwortlichen verfahren wurde. Heute also steht wiederum ein solcher Fall zur Untersuchung. Das Laienhirn wird es nicht fassen, daß da vielleicht niemand di« Schuld tragest solle, daß alles in schönster Ordnung war.und daß es sich vielleicht nur um jene„h ö he r e Gewalt" gehandelt hätte, der'einmal bei Bauten nicht auszuweichen wäre. Ma» kann es sich nicht anders denken, als daß Madrid.(HavaS.) Der Madrider Ber- tridigungSrat gibt bekannt: Im Abschnitt der Universitätsstadt haben die RegierungSavteilmigen die Angriffe der Aufständischen abgewiesen. Re- gterungSslugzeugr. hinderten 14 große Flugzeug« daran. Madrid zu bombadi^re». Die Artillerie der Radierung bombardiert, ununterbrochen die Gräben und daS Hinterland der Aüfstäudische», wobei sie von der Luftwaffe ausgiebig unterstützt wird.- DaS Hauptquartier erhielt die Meldung über neue Truppenbewegungen deS Gegners in der Umgebung von Lackban- chcl, Bruuete und Villa vieioda, weittragende. Geschähe bombardierten dir festgestellten Trap- penzentren. In den letzten drei Tagen erhielt die Infanterie.der Aufständischen Verstärkung» an Mannschaften und Material, , Mad r i d.(Fabra.)-- Sonntag entspann sich über Madrid ei« Gefecht mit 26 Bombardie- rungSflugzeugen und 14 ErkundungSflugzeugrn der Aufständischen vom Typ Heinkel. Bei dem' Luftgefecht wurde» drei Apparat» der Äufständt' schm abgeschoffeni Die' NegirrungSeScadriklr kehrte ohne Brrlllste'näih ihrer Basis zurück.- B alen e i a.(Fabra.). Die. Regierungsinfanterie eröffnete Sonntag den Angriff und bet entweder nicht genügend gutes Baumaterial verwendet oder daß zu rasch gebaut worden wäre— oder daß beide schwere Und nicht rechtfertigende Fehler vorlägen. Daß an dieser Börse schlecht gebaut worden sei, drängt sich dem Beurteiler der Situation als fast unbestreitbar auf, auch wenn er nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wie di« Decke sich einfachwegrasiert hat. Der Bauführer Jng. M a z u r a erklärt« den Journalisten, daß nicht die Decke, sondern bloß daS Stützgerüst deS Hauptsaales, auf welchem die eigentliche Deckenverschalung ruhte, einqeftürzt ist. ES sei undenkbar, daß der Einsturz dieser Holzkonstruktion infolge Ueberlastung «der durch ungenügende Dimensionierung verursacht werden konnte. Wahrscheinlich sei„irgendeine nebensächliche, bisher nicht festgestellt« Ursache, voraussichtlich daS U m st o ß e k l e i n e r Pfeiler bei der Beförderung deS Materials, schuld an dem Unglück. Vie Unternehmer-Tafel vor dem Neubau, der sich an der Stelle deS ehemaligen, vom Deutschen Theaterverein vor Jahren veräußerten Deutschen Theatrrgartm erhebt» trägt a» der Spitze folgmde Namen: Arch. Jng. R ö ß l e r alS Projektanten. Arch. F» ehr als Bauverwalter, Jng. Anton R o e d l alS verantwortlicher für hi« Bau-Aufsicht, und alS auSfüh» rende Firmen die Ballgesellschaft R e k v a s i l und die Prager Betonbau-Gesellschaft. Das öffentliche Gewissen schreit diesmal mehr noch als nach der Katastrophe auf dem Po- iii nach einer sofortigen, str e n g c n Unter s u ch u n g in allerOeffent- lichkeitund nach einer drakonischen Bestrafung der Schuldigen. Auch wenn nicht ein Mann getötet, nicht einer verletzt worden wäre, mühte das gefordert werden. Es hat aber den Anschein, als ob das Unglück, hätte es sich bei Tage und nicht just um die Zeit des Schichtwechsels ereignet, noch mehr und noch fürchterliche Opfer gefordert hätte, als sie auch so zu beklagen sind. Seit Monaten wurde an diesem Bau b e i Tagund Nacht, in dre iS ch i ch t e n, gearbeitet. Die Vermutung liegt also nahe, daß da „T e m p o, T e m p ol" bei der Arbeit galt. Jedenfalls muß nun etwas geschehen! mächtig« sich mit Hilfe von Tanks unter sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen in tiefem Schnee M Berge» San Pedro, der ein'ziemlich ausgedehntes Gebiet beherrscht. Die Aufständische» haben schwere Verluste erlitten. An der Aragon-Front spielten sich kleinere Artilleriegefecht, ab. Italiener in Spanien gelandet Valencia.(Fabra.) Nach Nachrichten a«S guten Quellen sollen am 4. Dezember S5VV Italiener in AlgeeiraS gelgndet sein, um sich den Truppen der Aufständischen anzuschließen. Hinrichtungen und Meutereien Valencia.(Fabra.) Aus Galicien.und vielen anderen Gebietest treffen Nachrichten- eist, daß. die Aufständischen viele Menschen,' darunter auch Beamte, Ae.rzte und Abgeordnete, hingerichtet Iahen. Die Hinrichtung der Verurteilten hat-unter der Bevölkerung ungewöhnliche Erregung hervor- ,gerufen.' Die Ausländischen sind gegen, jede Kundgebung deS Unmutes'in sehr-uneÄittlicher Weise eistgeschritten.■ Es wird die Nachricht bestätigt, daß in La Coruna einige Kompanien der Infanterie gemeutert haben. Artillerien und Luftkämpfe Die Ueberlegenhelt der Regierung wächst Dienstag,% Dezember 1936 16. Jahrgang Nr. 285 ZENTRALOEGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHER ARBEITERPARTEI IN DER TCHECHMOWAlÖföHEN REPUBLIK Einzelpreis 70 Helles (einschließlich 5 Heller Porto) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova u. Telefon sxn HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, KARL KERN, FRAG. SDP im ttfldigang Zum erstenmal seit den Parlamentswahlen vom ID. Mai 1085 hatten Wähler in verschiebenden Gegenden mit überwiegend deutscher Bevölkerung Gelegenheit, ein politisches Bekenntnis abzulegea. Wird die so rasch entstandene und gewachsene Sudeiendeutsche Partei Konrad Henleins, so fragte man sich in den letzten Tagen, zu den Massen von Wählern, die sie im Vorjahre unter ihren Fahnen fammeln konnte, neue hinzufügen, wird sie über das vorhandene Maß noch wachsen, wird sie ihren Stand behalten oder aber hat der Abbröckelungsprozeß in ihren Reihen> schon begonnen? In der SdP selbst war die sichere Ueberzeugung vorhanden, daß man der angestrcbten Totalität, d. h. dem Ziel, die gesamte sudetendeutsche Wählerschaft IN den Bannkreis der aus Deutschland importierten Propaganda zu bringen, am Sonntage nähcrkommen werde und im Parlamente brüstete sich ein SdP- Abgeordneter damit, daß 80 bis 85 Prozent aller Sudetendeutschen für seine Partei stimmen werden. Aber die Blütenträume der Henlein-Männer. sind nicht in Erfüllung gegangen und d i e S d P hat einen Rückschlag erlitten. Der■/ große Schwung, mit dem Konrad'HeNlcin einen Teil der sudetendeutschcn Bevölkerung gewann,- ist ausgelaufen, die Wellen, welche der Stein-- Wurf der Gründung einer- hitleristisch eingestellten sudetend,utschen Partei auSgelöst hat, haben die User erreicht. Während im Vorjahr Bürger und Bauern, Kleinbürger und auch Arbeiter-mit kritikloser Begeisterung, rein auS un« klarem Gefühl heraus den Stimmzettel für Henlein abgegeben haben,- zeigen die sonntägigen- Wahlen, daß die Henleinwähler zu denken und zu überlegen beginnen. Sie fangen an, ihre Bewegung nüchtern und kritisch zu betrachten und fragen sich, was die-SdP außer großen Phrasen, Bersprechungen, Aufmärschen, Führerreden, Verhetzung, Auslandsreisen, Anschaffung von AutoS und Klubmöbeln für die neue Bonzokratie geschaffen hat.' Das Erwachen der Kritik innerhalb der SdP-Wähler ist das bedeutsamste Kennzeichen der Wahlen, ein verheißungsvoller Anfang, eine Aufgabe für die deutschen Aktivisten ebenso wie die verantwortlichen Politiker der Tschechen. Hat es in der letzten Zeit schüchterne Ansätze gegeben, den Deutschen entgegcnzukom- men, somußjehtder große Schritt gemachtwerden, um das Sudeten« deutschtum national, sozial und kulturell zu sichern, die dringendsten^ Forderungen der Deutschen in diesem Lande zu' befriedigen. Die Stimmung dazu ist da, auf- beiden Seiten. Werden die deutschen Wähler erkennen,' daß diesmal wirklich etwas geschehen ustd daß der zähen Arbeit der Aktivisten Erfolg be- schieden sein wird, dann wird die Front der SdP nicht mehr nur an einigen Stellen geschwächt,, wie nach dem letzten Sonntag, sondern die Abwanderung der Wähler wird erst richtig- einsehen. Die deutsche Sozialdemokratiegewinntw iederanBoden— das ist der zweite Eindruck des Wahlsonntags. Lang-. sam und nicht überall, aber im Durchschnitt ist der Aufstieg unverkennbar. Die Partei führt seit Jahren einen schweren Kampf nach zwei Seiten. Wir waren seit der Entstehung der SdP, bei den Wahlen von 1085 ebenso wie bei jenen vom\ Sonntag die unbeugsamsten Bekämpfer der faschistischen Seuche, die sich unter dem glitzernden Mantel der BolkSgemeinschaft im Sudetendeutschtum eingeschlichen hat. Während die übrigen deutschen Parteien geneigt waren, Mit. der SdP Kompromisse zu schließen und in ein. erträgliches Verhältnis zu ihr zu treten, haben wir—. die reichsdeutschen Erfahrungen nützend"Z' — gewußt, daß es mit einer.totalitären Partei' kein Paktieren gibt. In diesem harten Kampf- nach rechts sind wir aber von den Kommunisten immer wieder angesallen worden und trotz dem> Abwehrkampfe gegen den Sudetofaschismus haben die Kommunisten/noch immer Zeit und Lust. ge- funoen, ihre.Redner in unsere Versammlungen"-’S zu schicken und haben so die Abwehr gegen die. Hönleinnaz! ebenso'geschwächt wie die Anzie-- W hungskraft des Sozialismus. Trotzdem sind die' M Kerntruppen unserer Bewegung ungeschwächt und. j'W wir gewinnen langsam und mühevoll verlorenes Gelände zurück.. Haben^wir auch hier oder.dort< Seite 2 Dienstag, 8. Dezember 1930 Nr. 285 Verluste erlitten, so zeigen die Erfolge anderwärts, dass es zielbewusster politischer und organisatorischer Arbeit doch gelingt, Einbruchsstellen in die feindliche Front zu schaffen. Das zeigt u, a. das Wahlergebnis in B ud- w e I r, wo unsere Genossen gegenüber der Parlamentswahl, da sie 225 Stimmen erhielten, 228 dazu gewannen, also um fast hundert Prozent gewachsen sind. Leider ist der Erfolg nicht noch dadurch sichtbarer in Erscheinung getreten, dass unsere Genossen in BudweiS die Grundzahl erreichten, welche für die Erlangung eines Mandats notwendig ist. Infolge der Koppelung mit den tschechischen Sozialdemokraten kamen die 470 Stimmen der deutschen Sozialdemokraten den tschechischen Sozialdemokraten zugute, eine Erscheinung, die bei Koppelung immer Vorkommen kann. Etwas Aehnliches geschah bei den Gemeindewahlen in Prag 1927, während vier Jahre später unsere Prager Genossen durch die Koppelung mit der tschechischen Sozialdemokratie sich ihre Vertretung im Rathaus eroberten. Die Budweiser deutschen Sozialdemokraten werden In ihrer Arbeit sicherlich nicht erlahmen und ihr Ziel einer Vertretung in der Budweiser Gemeinde in einem späteren Zeitpunkt hoffentlich erreichen. Die Wahlen im tschechischen Gebiet haben keine Veränderungen ergeben, die irgendwelche politischen Folgen haben könnten. Die Bestän- digkettder politischen Gestn« n um g der t s ch e,ch i s ch e n Wähler wurde erneut bewiesen, die- Absage, welche die Tschechen den erklärten Faschisten im Vorjahre erteilt haben, bleibt aufrecht. Gerade deswegen haben die Hoffnungen der SdP'auf eine Unterstützung von tschechischer Seite keinen realen Hintergrund und der rechte Flügel der Agrarier wird die politische Konstellation des Landes nicht zu verändern vermögen— dafür werden schon die in der überwiegenden Mehrheit befindlichen tschechischen Demokraten sorgen.| So sind die Gemeindewahlen vom Sonntag für die sudetendeutsche Demokratie ein Anlass, unbeirrbar in ihrer Arbeit fortzufahren und in dem Positionskrieg, den wir führen, die erzielten Einbruchstellen zu erweitern, die Reserven zu mobilisieren und so den Sturm auf den Feind vorzubereiten. (2); SdP 884(9).— Die SdP verlor in Hawran gegenüber 1988 87 Stimmen. Trielschitz. Deutsche Sozialdemokraten 1986: 04 Stimmen, 8 Mandate, 1985: 51 Stimme«: SdP 284, 7,<844): Deutsche Wahlgemeinschaft 58. 1.>97); Kommunisten 914, 5,(287): tschechische Sozialdemokraten 44, 1,(56); tschechische Nationalsozialisten 245, 6,(197): tschechische Wahl- gemeinschast 28, 1; Närodni sjcdnoceni 49, 1. Likwitz. Die Zahl der Wähler betrug 1697. die Zahl der Abgegebenen Stimmen 1510, von denen 1498 gültig waren. Don den abgegebenen Stimmen entfielen auf die einzelnen Parteien: Deutsche Sozialdemokraten 1988: 187 Stimmen, 8 Mandate, (1985: 183 Stimmen); SdP 410, 8.(410); tschechische Sozialdemokraten 78, 1,(84); tschechische Nationalsozialisten 295, 5,(818); Kommunisten 294, 8,(289); Närodni sjednoeeni 181, 8,(80); tschechische Gewerbepartei 86. 9,(95); tschechische Agrarier 68, 1,(82); tschechisch-bürgerlicher Wahlblock 78, 1. NiklaSterg. Deutsche Sozialdemokraten 1986: 78 Stimmen, 8 Mandate,.(1985: SO Stimmen): Sudetendeutsche Partei 204,8,(244); Kommunisten 0,(1); Bund der Landwirte 86. 1 27); deutsche Shriftlichsoziale 88, 8,(58); Schuldner 0,(2); tschechische Parteien 0 eil).— Der Anteil der deutschen sozialdemokratischen Stimmen stieg im Verlaufe von 19 Monaten auf 20.4 Prozent. Er betrug im Vorjahre 14.8 Prozent. Der Anteil der SdP-Stimmen sank von 80.5 auf 58.5 Prozent. Reitzenhain. Henlein 1986: 98 Stimmen. 8 Mandate, 1985: 95 Stimmen; Sozialdemokraten 25, 8,(21); Tschechen 14, 1,(10). Nordböhmen Bezirk Böhmisch.Leiva Falkenau.Kittlid, Deutsche Sozialdemokraten 1938: 250 Stimme«, 8 Mandate,<1985: 258 Stimme«); SdP 488, 18,(496); Kommunisten 90, 2,(72); Tschechen 127, 8. Sonneberg: Deutsche Sozialdemokraten 1938," 101 Stimme«, 5 Mandate,(1985: 69 Stimme«» ML und SdP 181, 7,(141). Bezirk Schluckenaur Nizdorf: Deutsche Sozialdemokraten 1986, 888 Stimme«, 8 Mandate,(1985: 887 Stimme«)» SdP 2879, 20.(2919); Kommunisten 717, 6,(450); BdL 188, 1,(81); Lhristlichsoziale 550, 5,(459); Tschechen 147, 1. Bezirk Letsche«: Barchm: Deutsche Sozialdemokraten 1986» 248 Stimme«, 8 Mandate,(1985: 288 Stimmen)» SdP 885, 8,(298); Kommunisten 50, 1,(05); tschechische Sozialdemokraten 115, 2,(115). Bezirk Reichentzerg: Rieder-Hanichen: Deutsche Soztaldetnokraten 1988: 81 Stimmen, 1 Mandat,<1985, 79 Stimme«)» SdP 645, 11,(729); Kommunisten 148, 2, (189); llhristlichsoziale 89, 0,(80); Arbeitergruppe für Gemeindeangelegenheiten 152, 8. Alt.Harzdors: Deutsche Sozialdemokraten 1938: 74 Stimmen, 1 Mandat,(1985: 128 Stimmen)» SdP 1482, 18,(1668); Kommunisten 256. 8. (255); ML 91,1,(118); ThristNchs-ziale 108, 1, (99); Deutschsoziale Partei 158, 2,(0). Berzdorf: Deutsche Sozialdemokraten 1988» 58 Stimm«, 1 Mandat,(1985» 85 Stimme«)» SdP 254, 7,(255): Kommunisten 251, 7,(218). 1 Bezirk Gablonz Schumburg: Deutsche Sozialdemokraten 19-6» 68 Stimmen, 1 Mandat,(1985, 91 Stimme«) r SdP 768,10.(712); Kommunisten 172, 2,(144); llhristlichsoziale 72, 0,(51); tschechische Sozial- demokraten, Sbz. und Gew-1215, 18. Pkichowltz: Deutsche Soztalbemokwte»» 1986» 94 Stimme«, 1 Mandat,(1985: 188 Stimmen)» SdP 1208, 19.(1151); Kommunisten 985. 5. (265); Christlichsoziale 98, 1,(84); Tschechische Gruppe 287, 4. Morchenftern: SdP 1988: 8808 Stimmen, 28 Mandate,(1985: 8287 Stimmen); Kommunisten 727, 5,(848); Demokratische Wahlgruppe 189, 1; Tschechische Wahlgruppe 894, 8. Bezirk Friedland LnSdorf: Deutsche Sozlaldemokrate« 1938, 62 Stimmen, 1 Mandat,<1985: 38 Stimmen), Kommunisten 144, 4,(148); BdL 59, 1,(88); SdP 282, 7.(290); Christlichsoziale 81. 2,(64). Mastig 1936 1085 1929 Disch. Sozialdemokraten 180 8 118 288 6 Djsch. Lhristlichsoziale 98 8 70 101 2 Dtsch Nationalsozialisten — 74 2 Dtsch. Wirtschaftsgruppe — 118 8 DeUtschsoziale' 22 0 ■M 26 1 Bund d. Kriegsverletzten — 26 0 Tschechische Gruppe 48 ”1 — 56 1 Sudetendeutsche Partei> 887 11 808 — Westböhmen Bezirk Karlsbad: Putschten» Deutsche Sozialdemokraten 1936: 174 Stimmen, 8 Mandate,(1935: 195 Stimmen): SdP 215, 8,(142); Kommunisten 26, 1,(22); ML'O.(21). Königkwerth, Deutsche Sozialdemokrat« 1986: 232 Stimm«, 5 Mandate,(1935: 258 Stimm«), SdP 576, 12,(484); Tschechen 71, 1,(54). Bezirk Preßnitz: Shristofhammer: Deutsche Sozialdemokraten 1986: 111 Stimm«, 4 Mandate,(1985: 93 Slim- men); SdP 150, 8,(188); Kommunisten 121, 4. (146t; Christlichsoziale 42, 1,(99); PanhanS- Partei 56, 1. Bezirk Luditz: Bucha«: Deutsche Sozialdemokrat« 1986» 108 Stimm«, 8 Mandate,(1985: 96 Stünmen); SdD 892,20,(904)'. Slldwestböhmen Auch die im Kreisgebiete Pilsen-Budweis durchgeführten Gemeindewahlen bestätigen, dass der Vormarsch der Henleinpartei beendet ist. In einzelnen Gemeinden verzeichnet die Sudetendeutsche Partei bereits einen merklichen Stimmenverlust, in wenigen ist ihr Stimmengewinn unbedeutend. Unsere Partei bzio. die Kleinbauern und Häusler konnten ihre Position überall dort, wo sie kandierten, festigen. Wir lassen nachstehend die Einfselergebniffe folgen. In der Klammer das Ergebnis vom 19. Mai 1985: Bihm-Bodwei» Sudetendeutsche Partei 2447 5 2020 +427 Disch. Lhristlichsoziale... 808, 850 42 Dtsch. Sozialdemokraten 4751 ■ “252' +228 Tsch. Sozialdemokraten 1976/ 2519 —548 Nationale Bereinigung 4012 7 4074 — 62 Tsch. Klerikale 8120 5 8282 —162 Tsch. Nationalsozialisten 5727 10 5492 +285 Tsch. Gewerbepartei 8078 5 8298 —220 Kmnmuniften 901 2 959 — 58 Tsch. Agrarier 788 1 448 +845 Domov 570 1 Sveida 518 1 — Faschisten 218 0 833 —115 Untermieter 187 0 Hausbesitzer 181 0 — Bezirk MIeS: Kostelz«: Bund der Landwirte 20(8) 1 Mandat, SdP 162(162), 9 Mandate tschechische Parteien 48 2 Mandate. Unsere Partei hat hier nicht kandidiert. Die Lemelndevsklkrsednisse Gesamtergebnis: Verluste der SdP, Gewinne'der Aktivisten Für den 6. Dezember d. I. waren Gemeindewahlen in 269 Gemeinden in der Tschechoslowakischen Republik ausgeschrieben. In 83 Gemeinden wurde eine einheitliche Kandidatenliste eingebracht, so dass nach ß27 der Wahlordnung eine Wahl in diesen Gemeinden entfiel; der Wahlgang wurde daher in insgesamt 186 Gemeinden durchgeführt. Ueber die Zahl der Gemeinden in den einzelnen Ländern, in denen Wahlen stattfanden, führen wir nachstehende Neber sicht an: Land Böhmen: Wahlen Wahlen ausgeschrieben entfielen Gewählt Uebertojegend deutsch« Gemeinden... 65 13 52 Tschechische Gemeinden 148 57 91 Land Mährm-Schlesimr Wahlen Wahlen ausgeschrieben entfielen Gewählt lseberwiegmd.deutsche Gemeinden... 10 4 6 Tschechische Gemeinden 17 8 14 Land Slowakei.,. 16 5 11 Karpathomhland., 18 1 12 (Bei d« nicht tabellarisch geordnet« Er- gobntss« sind bi«>8iff«stn von der-ParlanientS- Mahl 1935'. in Klammorn.) Nordwestböhmen Handorf 1988 1935 1929 Dtsch. Sozialdemokrat« 265 5 228 264 6 Sudetendeutsche Partei 848 7 856 Kommunisten 58 1 66 158 8 Dtsch. Wahlgemeinschaft — 184 8 Disch. Nationalsozialisten 85 2 Tsch. Dahlgemeinschast — 187 4 Tsch. Sozialdtmolraien 98 2 180 —» Tsch. Nationalsozialisten 127 8 102 — All« übrigen tsch. Part. 12 Alle übrigen dtsch. Part. 85 Zusammen: 886 18 924 828 18 Unsere Partei erhielt gegenüber dem Vorjahr 42 Stimmen mehr und gewann sogar zu dem Ergebnis vom Jahre 1929»u>ch eine Stimme. Im Jahre 1985 betrug der Anteil der sozialdemokratischen Stimmen an der Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen 24.1 Prozent, am Sonntag 29.9 Prozent. Die SdP verlor 18 Stinunen. 1707 80 1748 1166 80 Geirrten 1936 1985 1929 Dtsch. Sozialdemokraten 198 4 288 826 8 Sudetendeutsche Partei 880 12 712 — Kommunisten 187 8 184 99 8 Dtsch.WirtschaftSpartet 148 2 — 261 7 Dtsch. Lhristlichsoziale — 88 —- Bund der Landwirte 25 Tsch. Sozialdemokraten 188 2 178 115 L Tsch. Nationalsozialisten 829 6 288 221 8 Alle übrigen tsch. Part. 92 1 125 54 1 Alle übrigen dtsch. Part. 5 -- Dtsch. Natwnalsoz. — — 90 2 Unser Stimmenanteil sank vom Jahre 1985. wo er 18.65 Prozent betrug, auf 11.80 Prozent. Der Anteil der SdP-Stimmen sank von 40.85 auf 87.08 Prozent. f Hareth Hawran. Bereinigte sozialistische Arteltervar» tei« 1986: 64 Stimm«<2 Mandate); Deutscher Wahlblock 64(2); tschechische Wahlgemeinschaft 88 1938. 1935 102V Dtsch. Sozialdemokraten 78 2 50 64 1 Sudetendeutsche Partei 264 8 282 Ml Dtsch. llhristlichsoziale 28 0 11 — Tsch-Sozialdemokraten 76,-2. ~66 T/ Tsch. Nationalsozialisten 180 4 128 — Kommunisten 78 2 80 Lschöppem 1986 1985 1920 Dtsch. Sozialdemokrat« 84 1 27 1 Mand. Dtsch. Wahlgemeinschaft 188 5 152(SdP) Tsch. Wahlgemeinschaft 249 9 Eidlitz 202 1936 1985 1931 Sozialdemokraten 862 7 848 887 7 Kommunisten 820 7 >271' 856 8 Tschechen 08 2 85 65 1 ver. hvrgerl. Part. 700 14 778 695 14 Das Kaffeehaus in der Seitengasse „Ich hab eine Idee", sagte Vaal. Sie setzten sich im Kreis um ihn, auch Feiertag" kam an den Tisch, in einer Stunde der Entscheidung musste die alte Feindschaft schweigen, „So geht eS mit dem Betrieb nicht weiter. Wir werden ihn modernisiere,«. ES hat gar keinen Sinn, über die Krise zu schimpfen und sich von ihr stillschweigend auffressen zu lassen. Was ist denn das; Krise? Mangelnde Unternehmungslust, nichts anderes. Die Waren bleiben liegen, die Produzenten stellen die Erzeugung ein, entlassen die Arbeiter, es gibt immer mehr Brotlose, immer mehr Verztveiflung. Das Geld ist da, aber es verkriecht sich. Man muss eS aus dem Versteck hervorlocken. Ankurbeln, meine Herrschaften, ankurbeln ist das Wort der Zeit". Er sprach laut, selbstgefällig, er wusste, dass alle Augen an seinem Mund hingen. Er gab sich de« Anschein, alle Probleme der Wirtschaft bis in ihre entferntesten Verästelungen zu verstehen und warf mit den Schlagworten umher wie ein Baby mit seinem Spielzeug. „Man muss neue Gelegenheiten schaffen, Geld anszugeben, dann wird das versteckte Geld wieder zu rollen beginnen. Wenn man neue Bedürfnisse.schafft, schafft man auch neue Absatzmöglichkeiten"/ Glaubte er ein einziges Wort, das er sprach? Er wusste: drei Firmen hatten ihm keine'Aufträge gegeben, zwei andere waren, pleite, hatten, die Zahlungen eingestellt, man bekam itn Ausgleichsverfahren, wenn eS gut ging, ein Drittel der ausständigen Forderung. „In ein altes, kleiner Cafi geht niemand mehr. Die gibt eS zu Dutzenden, und sie gehen alle zugrunde. Sehen Sie sich diese Tische an, diese Sessel— aus dem vorigen Jahrhundert. Diese Tapeten— vergilbt und verschossen. Diese Schalen, diese Gläser■— alles unmodern. Eine neue Einrichtung, neue» Geschirr, ei» Schild mit Leuchtbuchstaben, Plakate an den Ecken, Inserate in den Zeitungen, Anschläge in der Strassenbahn — und da» Cask ist in ein paar Wochen so voll, dass die.Gäste an der Türe umkehren müssen". Die Worte rollten über den Tisch hin> sie klangen fremd. Man brauchte ein paar Hunderter^ um die dringendsten Rechnungen zu bezahlen, und Vaal sprach von einem Umbau, der viele Tausende kostete. Einem armen Teufel stürzte die Hütte zusammen— und da fass einer, ent* warf die Pläne eines Palastes. »Und dann— unseren Freund Pelikan in Ehren— auch'eine andre Bedienung! Damen, hübsche junge Mädchen, die Gäste müssen ins Taft gehen, weil ihnen die Kellnerinnen gefallen, eine blonde, eine brünette, eine dunkle, für jedzn Geschmack muh gesorgt sein. Ich kann nur immer wieder sagen: Ankurbeln, neues Leben, Bewegung, wenn der Schein der Konjunktur da ist, kommt die Konjunktur nach". Feiertag war der einzig«, der ahnte, wie gefährlich die Spekulation war, in die Baal das Taft Finsterbusch und seinen Besitzer' treiben ivollte. Wenn die Leute kein Geld hatten, ging auch das modernste Kaffeehaus zugrunde, Damenbedienung? Sollte aus dem alten Taft Finsterbusch«in Bordell werden? Neue Möbel? vielleicht auch neue Lampen, grelle» Licht, da» in die Augen biss? Baak zäicherie ihnen ein Trugbild vor die Augen, sobald sie danach griffen, löste e» sich in nichts auf. Aber Feiertag.durfte nicht Widersprechen. Es würde heissen, er versuchte aus 'persönlichem Hass die Pläne Baal» zu stören. Er musste es den andren überlassen, den bunten Nebel zu zerstören, den Baal um die Gehirne spann. »Der Umbau kostete doch auch Geld", wandte Burgewein. „Gewiss. DaS lässt sich leicht beschaffen." »Und für die Bezahlung der fälligen Rechnungen lässt eS sich nicht beschaffen?" »Nein. Dar verstehen Sie eben nicht. In ein altes Unternehmen, da» vor dem Zusammenbruch steht, steckt niemand einen Groschen, Für ein neues unternehmen, dar, eine Zukunft hat, ist Kapital da, soviel Sie nur brauchen". Finsterbusch begann sich mit dtw Gedanken vertraut zu machen, da» Taft umzuwandeln. »Sie glauben also,' dass wir eine Zukunst haben— wenn wir alle» von' Grund aus ändern?" „Selbstverständlich! Da^ einzige Musikcaft im Bezirk I Jeden Samstag und Sonntag ein Net- ne» Fest. Wir nehmen den Laden nebenan', der leer, steht, dazu, brechetz di« Mauer durch,-richten drüben ein paar stille Weinlogen ein. Hier bauen wir ein Tanzparkett/ rote Scheinwerfer, wenn Billy einen TaUgo'sPieltl BmÜe» Ächt lockt die Leute immer an. Hugo hat sicher noch eine'praktische Erfindung auf Lager, nicht wahr?" - Nun durfte er sich für gestern rächen: Nün stand er im Mittelpunkt, alle horten ihm zu, alle versuchten, seinen Worten zu folgen. Heute würde niemand den dummen Kellner i verteidigen. »Man müsste sich die Sache überlegen", sagte .Finsterbusch und sah zu seiner Frau hinüber. St« hielt die Rechnungen in der Hand.»Erst müssen diese Rechnung« bezahlt werden". »Das ist dann einfach",' ergriff Vaal wieder das Wort, Bon dem Kredit, den Sie ausneh« meU, können Sie dH' Rechnungen spielend bezahlen".,\ »Wer wird mir Kredit geben?" »Lassen Sie mich' nur machen",.sagt« Baal. »Ich finde einen Geldgeber, der d« Umbau finanziert. Morgen schon, wenn eS sein muss." Drexler trat ein; Billy ging ihm entgegen, setzte sich mit ihm in den Winkel.' „Wie steht eS?" „Nicht gut. Ueberall wird abgebaut. Ein Bekannter, auf den ich sicher zählt«, hat vorige Woche fünfzig Angestellte entlassen. Wenn da» Mädel keine Spezialausbildung hat, wird es sehr schwer fallen, eine Stellung zu finden. Jung». Menschen mit ihren Fähigkeiten laufen zu tausenden brotlos herum und wissen nicht, was sie anfangen sollen". »Du weiht,>va» für mich davon abhängt", sagte Billy. „Denk nicht nür an dich. Denk an das Mä-• del. Vielleicht ist es doch besser, sie söhnt sich mit ihrem Vater wieder aus," „Unmöglich". „Rede ihr zu". „Sie würde mir den Mcken kehren und da- vonlausen". ' Baal fuhr mit dm Händen durch die Lust, wie» in s«ne Ecke, bezeichnete diese Säule.' »Wa» ist d«Un dort los?" fragt« Drexler. »Sie wollen das Taft umbauen. Finster-•> busch ist Pleite. Baal redet ihm ein, da» Geschäft, wird besser gehen, wenn er neue Tapeten an die' Mauern llebt.und neue Sessel anschafft. Ich halt daS ganze für Schwindel". »Mit dem Schwindel dürfte Geld zu verdienen sein. Aber nicht für Finstevbusch, sondern für Vaal". 1 Billy horchte auf. »Sag«» ihm— sag» Finsterbusch, bevor er hineinfällt'. "„Es ist nicht meine Sach«. Er muh wissen, was er tut. Wenn er Bertranen zu Baal hat, wird er ihm auf den Leim gehen. Bielleicht gelingt der Coup. Dann hat er Glück gehabt". Dxexler warf die Zuckerstücke tn den Kaffee, in der Blechtaffe spiegelte sich, die Deckenlampe,- um die Motten sHvirrten. (Fortsetzung folgt.), Nr. 285 DienStag, 8. Dezember 1086 Leite 8 fudetendeu tsfftcr Zeiispie&el Pkehelschenr Deutsche Sozialdemokraten 78 (68) 8 Mandate. BdL 66(47) 2 Mandate, SdP 289(287) 7 Mandate, tschechische Parteien 119, 8 Mandate. Kommunisten 105(107). Pkestalvky: Deutsche Sozialdemokraten 86, 1 Mandat, Kleinbauern und Häusler 88. 4 Mandate (1986 zusammen: 76 Stimmen) BdL, 41(86) 2 Mandate, tschechische Parteien 124, 6 Mandate. Die SdP bat In Pkestkivlkd nicht kandidiert., Mantaur Deutsche Sozialdemokraten 184, 8 Mandate, Kleinbauern und Häusler 49, 1 Mandat (1929 zusammen: 224 Stimmen), SdP 287(282), 6 Mandate, Kmnmunisten 75(94) 2 Mandate, tschechische Parteien 186, 4 Mandate. Svinnt: SdP 87(52), 6 Mandate, tsch-chlsch- Lift« 81. 4 Manbate. Ändere Parteien haben hier nicht kandidiert. Bezirk Bischoftcinitz: Kkeierschanr Kleinbauern und Häusler 49, 4 Mandate, SdP 64, 5 Mandate. Zcmschen: BdL 42.8 Mandate, SdP 146(167), 9 Mandat«. Andere Parteien haben nicht kandidiert.. Potzowitz: BdL 74. 6 Mandate. SdP 86. 6 Mandate. Bezirk Dachau, Ratzau; Deutsch« Sozialdemokraten 1886: 24 Stimme»(1885: 22 Stimmen); BdL 62(41); SdP 94(89); Christlichsoziale 0(5). Bezirk Klaitau: Bislritz: An der Klammer erst das Wahleraeb- nis 1929, dann 1985. Deutsche Sozialdemokraten 46(82. 82), 2 Mandate. BdL 125(78. 89), 6 Mandate, SdP 106(145) 5 Mandate. •» Die Wahlen Im tschechischen Gebiet Eine allgemein« Urbersicht über das Ergebnis der Wahlen in den tschechischen Gemeinden zeigt, daß die tschechischen Sozialisten ihre Positionen in einigen Gemeinden wesentlich ver- bestem koimtrn und daß sich di« Sozialdemokraten behaupteten. Auch die Agmrier konnten ihr« Positionen wahren. Hingegm haben die Komnnmi- sten in den tschechischen Gebieten schwere Berlnste erlitten, ebenso die Faschisten. Auch bei diesen Wahlen hat sich der gesunde politische Sinn de» tschechischen Balkes bewährt, indem die extremen Wahlgruppen abgelehnt wurden. Das Budget im SenatsauschuB Prag. Montag vormittag eröffnete der Bud» getausschutz des Senats die Generaldebatte Wer den Staatsvoranschlag mit dem Referat des Generalberichterstatters, Z e m. a y. dcr uSfi. der Hoffnung Ausdruck gab, bah das ÄudgetgleW- getvlcht auch wirklich einaehalten werden" wird, falls die Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft so fortschreitet wie bisher und nicht unvorhergesehene Störungen eintreten. Kn der Debatte kam es zweimal zu Vorstössen von KoalitionSangehörtgtir gegen die Agrarpartei. Zunächst sagt« der BolkSpartetler kresiiir War di« Agrarier(In der Spiritusfrage) machen, ist schon kein« Landwictepolitik, dar ist Junkerpolitik. Er handelt sich da nicht um«in Diktat zugunsten von 24Prozent der landwirtschaftlichen Bevölkerung, sondern um ein Diktat zugunsten einiger Leute. Auch hier must« der Gundsatz gelten. Demokratie ist Diskussion und nicht Diktat! Später erklärte di« Nationalsoziallistin Pla- minkouä, dar Lüsten:, gewitffe Dinge mit dem Revolver durchsetzen zu wollen, habe sich unter dem Büt- gerbtvck«ingenistet, wo die Agrarpartei ihr« Macht verankert«. Bon damals stammen die Drohungen mit dem Revolver. EsistdaseineGefahrfürden Staat, denn er wirkt demoralisierend, wenn eine Partei gegen da» Staatrintereffe gewisse Ding« mit dem Revolver erpresst. Dl« Rede de» SdP-Scnators Malxner, der der Unzufriedenheit mit der Finanzwirschaft des Staate»., Mit der Behandlung der Minderheiten und mit der Aussenpolitik in starken Worten Au»druck verlieh, wurde von dem tschechischen Sozialdemokraten Mo- troiiek sehr heftig zurückgewiesen. ModraLek charakterisierte die Rede Maixner» al» hasserfüllt; sie basiere aus politischen Motiven, au» denen«Ine besondere Voreingenommenheit gegen d»>- tschechoslowakisch« Bolt und den Staat überhaupt hervorleucht«. Wenn in der SdP Weiler so geredet werden sollte wie Maimier die» tat.dann müsste man die SdP al» Partei ansehen, die vonhochverrät« rischem Gei st erfüllt ist. Bon unserer Fraktion sprach Genoste Hackenberg, auf dessen. Ausführungen wir wegen PlatzmaimelS erst morgen zurück kommenkönnen. Gegen Abend würde noch die Spezialdebatte über die ersten drei Budgctknpitel abgeführt. ES sprach auch Ministerpräsident'Doktor Hodja, dessen Rede jedoch erst Dienstag äus- gegeben werden wird., Massenversammlung in Reudek für die Foi- derungeu unser« Partei. Sonntag vormittag» fand in Reudek eine von unserer Partei, den freien Gewerkschaften uvd! der Sozialistischen Jugend etnberufene Massenversammlung statt, in der Genosse d e W i t t e vor Wer 1686 Personen Wer die Forderungen sprach, die unsere Spitzen» kärpcrschaften am 18. November dem Ministerpräsidenten unterbreitet haben. Die Versammlung stimmte dem Referat zu und sprach in einer ein» mütig. angenommenen Resolution: au», dass sie hinter diesen Forderungen steht und insbesondere Massnahmen für> die Wiederbeschäftignng'der Rothau-Neudeker Metallarbeiter erhofft. ^ntirevlslonlstlsche Kundgebung In preBburg Am Sonntag fand in P r e ss b u r g vor dem städtischen Theater eine grosse antircvisio» nistische Kundgebung statt, an der ctlva 9 0 0 0 bis 1 0.0 0 0 Personen teilnahmen. Auch die sozialistische Arbeiterschaft war mit ihren Bannern auSgerUckt, um gegen die Kriegshetze, die sich hinter dem Revisionismus verbirgt, zu demonstrieren. Trotz des nasskalten Wetters war der grosse Platz dicht gefüllt, al» um 11 Uhr vormittags der Vertreter der jungen Pressburger Generation den Reigen der Redner eröffnete. Da» slowakische Hauptreferat hielt der bekannte Schriftsteller Tido Gaspar. Für' die Deutschen der Slowakei und gleichfalls als Sozialdemokrat für die drei sozialistischen Parteien sprach Genosse Tejssy, der unter sich immer wiederholendem Beifall der vielen Tausenden erklärte, dass die 1 5 0.0 0 0 Deutschen in der Slowakei den Revisionismus ablehnen, weil sie in der Demokratie und nicht unter einer Gentry« Herrschaft leben wol.len und weil die Deutschen in Ungarn kein Minderheitenrecht besitzen, kein entsprechendes Schulwesen und kein Recht auf ihre Sprache im Amtsgebrauch. Die Veranstaltung, an der auch ein ungarischer Redner und ein Vertreter der Kommunisten mitwirkte, so dass tatsächlich alle in Betracht kommenden Parteien beteiligt waren, wurde mit der Staatshymne beendet. Intensive Parteiarbeit in der Slowakei Landeskonferenz In Preßburg Am letzten Sonntag fand in Pressburg eine Landeskonferenz der Partei für die Slowakei und Karpathoruhland statt. Durch die Einrichtung eines Landessekrckariats sind die Voraussetzungen geschaffen worden, um in Zukunft das weite Gebiet viel intensiver durchzuarbeiten als es bisher geschehen war. So war es denn auch sehr erfreulich, dass Delegierte auch aus den entfernten Gebieten erschienen waren, dass der Vorsitzende, Genosse Mottl, als Vertrauensmann Genossen be- grühen konnte, die die 850 bis 450 Kilometer Fahrt aus der Fips und der Kaschauer Sprachinsel nicht gescheut hatten, um an dieser wichtigen Beratung teilzunehincn. Im Mittelpunkt der Arbeit stand der Tätigkeitsbericht des Landessekretariats, den Genosse T e j e s s y erstattete. Das Ergebnis der eingehenden Debatte, die sich an den Bericht anschloss,>var die einstimmige Annahme der Gcdan- kengänge, die Genosse Tcjeffy über die zukünftige Arbeit auf agitatorischem und organisatorischem Gebiet entwickelt hatte. Als Grundlage per Arbeit soll ein neues Statut dienen, das der Konferenz vorgelcgt und von ihr angenommen wurde. Mit der Wahl der neuen Latldcsleitung wurde die arbeitsreiche Tagung beendet. Nunmehr ist das Gerüst geschaffen, um den Bau' der Partei in den nächsten Monaten aufzuführen. Jeder versprach, an dem Ort, an den ihn das vertrauen der Mitgliedschaft gestellt hat, nach besten Kräften mitznhclfen, damit der nationalistische Genleingeist, der sich auch in der Slowakei eingcnistet hat, aus den Hirnen wieder vertrieben wird. Göring-Methoden In der Tschechoslowakei möglich? Der„Trommle r", ein Kreisblättchen der SdP, infolge feiner Goebbels-Manieren im allgemeinen von anständigen Menschen gemieden, unternimmt den dreisten versuch, eine Anzahl Brände im Bezirk Aussig den Marxisten anzulasten I In der Nummer vom 4. Dezember schreibt da» Blatt unter der BalkenWcrschrist: Marxistische Brandlegung im Elbetak. (Fünf Brandlegungen bet Bauernkameraden im Aussiger Bezirk, bolschewistische Drohungen mit weiteren Branddrohungen." Die spanischen Methoden der Moskowiter sind auf unsere Marxisten nicht ohne Eindruck geblieben. Auch sie scheinen einen ähnlichen rechtlosen Zustand hcrbeizuschnen, um dann ihre Schandtaten ungestört durchführen zu können. Die brennenden Städte und Dörfer im SUdwesten Europa» reizen die Jünger^MoSkau» zur Nachahmuim" Das Blatt behauptet dann weiter, dass die letzten Tage bewiesen hätten, dass„diese Gruppe von Menschen" ihre schon längst gehegten Absichten in die Tat umzusetzen beginnen, und dass vor längerer Zeit Mitglieder der SdP von marxistischer Seite Drohbriefe erhalten hätten. ES ist ungeheuerlich, dass di« Pressefreiheit so missbraucht werden darf. Brände, deren Entstehungsursachen noch nicht geklärt sind, werden — den Marxisten angelastet I Mit dieser Methode i stellt inan sich an die Seite gewisser Brandstisicr. die den Re i ch s t a g S b r a n d zn einem Fanal der Verfolgung der reichsdcnischcn Arüciicrbcwe- guug benutzte». Anscheinend will mau hierzulande ähnliche Methoden einführcu, da mau auf legale Weise politisch nicht vorwärts kommen ianu. In aller Eindeutigkeit und Eindringlichteil muss den Stellen, die über den Inhalt dec Zeitungen zu befinden haben, gesagt Iverdcn, dass dec Druck solcher, die Volksseele vcrgistender volksverhetzender und die Bevölkerung aufpcitscheuder Artikel eine Gefahr für die Demokratie bedeutet. Die Nöte einer Gemeinde. Die finanziellen Schwierigkeiten der'Gemeinde Altrohlau bei Karlsbad haben kürzlich eine charakteristische Beleuchtung durch die Feststellung erfahren, dass mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit der Beschaffung von Heizmaterial die Schliessung der Schulen ins Auge gefasst werden musste. Nunmehr sieht sich die Sladtgemciude Altrohlau abermals in eine unangenehme Situation insofern versetzt, als cs ihr unmöglich ist, die für die Arbeitslosen der Gemeinde eingetrossencn Kohlentransportc. zu übernehmen, da sie sich ausserstande sicht, den auf sic entfallenden Teil der Transportkosten für Brennmaterial aufzubringen. Die Gemeindever- Ivaltnng erklärt, dass die Ucberuahme der für die Arbeitslosen zur Verfügung gestellten Kohlen nur dann möglich ist, wenn die Zufuhr dec Kohle spesenfrei vockgenomme» wird; die Folge davon ist, dass vorderhand die für die Arbeitslosen be- reitgestellten Kohlen nicht zur Ausgabe gelangen können." Fabrikbrand macht di« Belegschaft arbeitslos. Samstag spät abends brach in einem Gebäude der Porzellanfabrik Richter, Fenkl und Hahn in Chod^u aus unbekannter Urfache ein Brand ans, dem da? ettva 85 Meter lange Brennhaus mit fünf Oefen zum Opfer fiel. Nur dem raschen Eingreifen von 15 Feuerwehren aus der ganzen Umgebung ist es zn danken, dass das wütende Element nicht noch mehr Schaden anrichtete. Insbesondere gelang es, das anschliessende Objekt, in welchem die Dreherei untergebracht ist und da? dem Feuer viel Nahrung geboten hätte, zu retten. Wenn auch der ziemlich grosse Schaden durch Versicherung gedeckt fein dürste, so erleidet neben der Finna auch ein grosser Teil der Arbeiterschaft schweren Schaden, falls cs der Betriebsleitung nicht gelingen sollte-, jene Oefen, die derzeit äusser Betrieb sind und vom Feuer verschont wurden, in kurzer Zeit betriebsfähig zu gestalten. Morganatische Ehe oder Abdankung? Ole Entscheidung soll Dienstag fallen Nachdem England ein sehr aufgeregte» Weekend verbracht hat, währenddessen es sogar zu Demonstrationen für den König kam und die Sitzungen nicht abrisscn, sollte Montag die Entscheidung verkündet werden. Die Erklärung, die Baldwin dem Unterhaus vorlegtc, enthielt aber die Entscheidung noch immer nicht, sondern deutet nur an, dass die Regierung dem König nahegelegt habe, eine.morganatische Ehe abzuschliessen(die allerdings rechtlich für England ein -Novum wäre). Attlee und Churchill stellten dann Anfragen an Baldwin, der aus« weichend antwortete. Interessant Ist die Tatsache, dass alle Parteien des Unterhauses fehl laut gegen Churchill demonstrierten, als dieser Baldwin angriff. Die heftigste Opposition gegen den Heiratsplan des Königs machen weiter die-Dominions, vor allem Südafrika. Die englische Presse drückt dem König ihre Sympathien sehr offen aus, beharrt aber auf dem Recht des Parlaments. Auch die Parteien fcheinen in diesem Punkt einig zu sein. Der»Daily Herald" schreibt, die Arbeiterpartei stehe zu 90 Prozent auf dem Standpunkt, dass die Rechte des Parlaments den Frau Simpson verzichtet? S Btt tt«s.(Reuter.) Lord Brownlow lud für Montag abend» dir Jonrnalisten in ein hiesiges Hotel eil« und verlas eine von MrS. Simpson Unterzeichnete Erklärung, in der es Peißt, dass sie sich die ganze'Woche hindurch von persönlichen Wünschen- des Königs vorangehen müssten. Die Arbeiterpartei habe e» verurteilt, dass Baldwin sich in Privatangelegenheiten des Königs eingemischt habe. Seit man aber wisse, dass der König selbst die Frage angeschnitten habe, liegen,die Dinge-anders. In der aüsserenglischen Presse sucht man— vielleicht zu Unrecht nud nur, weil man die englische Denkart nicht begreift— nach politischen Motiven und Hintergründen deS Streits. Der König wird hier ebensooft als Demokrat und moderner Mensch bezeichnet, der den Konservativen im Weg sei, wie al» Autokrat mit zu starken Sympathien für die faschistischen Staaten und ihre Regimes. Sicher scheint das Sine zu sein, dass die Abdankung des Königs von der übergrossen Mehrheit des Volkes tief bedauert würde, dass aber das Volk trotzdem die Haltung Baldwins im grundsätzlichen billigt— was wiederum für kontinentale Europäer eben ein englisches Rätsel bleibt. Da der König auf seinem Schloss die .FlaggevonCornwall hissen liess, nimmt man an, dass er zur Abdankung entschlossen sei. jeglicher Aktion, von jeglichem Impuls streng ferntzehalton habe, welche dem König»der dem Throne zum Nachteil geveicheu könnte, und dass sie wünsche» würde, sogleich beiseite zu treten und eine glcicherniasjen unglückliche wie «»haltbare Situation zu beenden, wenn eine derartige Tat ihrerseits das Problem lösen kiümte. Internationale berät Uber Spanien Paris. Die gemeinsamen Beratungen deS Ezekutiv-Ausschusses der II. Internationale und der AllgewerkschaftS-Jnternationale, die in Pari» unter dem wechselnden Borsiye d e Brouck e r e s, des Borfltzeuden der Sozialistfschen Internationale, und Walter ll i t r i n g, deS Borsitzende» der Allgewerkfchafts-Jnternationale, und unter Teilnahme der GewerkschastS- und sozialistischen Delegierten stattfanden, befaßten sich hauptsächlich mit den Ereignissen in Spanien und zeitten«ine einmütjg beschlossene, Resolution zugunsten der Republik Spanien. Die Resolution verurteilt di« Hilfe, welche Italien und Deutschland den Ausständifchen gewährten und fordert alle Mitgliederorganisationen der beiden Internationalen ans, mit allen Mitteln die Versorgung der Aufständischen in Spanien z» verhindern, sowie bei ihren Negierungen um Berschärfnng der Kontrolle betreffend die Berforgung der Aufständischen einzuschreiten«sw. Zum Schluß spricht die Resolution den Berteidigern Madrid» ihre Sympathien au» und sagt, daß sie»eine Schlacht für die Freiheit" die Demokratie und den Weltfrieden gegen den Faschismus liefern". del Vayo nach Genf abgereist Valencia.(Fabra.) Aussenminister del Vayo gab vor seiner Abreise nach Genf folgende Erklärung ab: Spanien wendet sich nicht nach Genf, um etivaS für sich zn fordern, sondern um die Respektierung und Durchführung deS Bölkerbund- pakteS seitens der Mitgliedsstaaten zu erlangen, ähnlich wie dies die spanische Republik seit ihrer Entstehung getan hat. Wir bedauern sehr, diejenigen in ihrer stillen Ruhe stören zu müssen, die nicht zngebcn wollen, dass der Krieg dank den unablässigen Konzessionen gegenüber all denen, di« bereits in Wirklichkeit die Herren Europas geworden sind, eine fertige Tatsache ist. ES hat nicht den Anschein, dass jemand bereis wäre, ihrem umstürzlerischen Störungswerke entgegerizutr'tcn,» das uns mit Meilenschritten zu einer Welkon- flagration führt, die schrecklicher sein wird als der Weltkrieg des Jahres 1814, Es geht um die Töpfe London. Die Londoner Geschäftswelt erwägen voll Sorge«; die Möglichkeit, dass König Eduard VK im kommenden Frühjahr nicht gekrönt würde,,da dies für sie mit grossen finanziellen Verlusten verbunden wäre. Eine Firma allein hat 6 Millionen Töpfe mit dem Bilde de» KöiiigS auf Lager. BaMwIna Erklärung lautet« „ES war und bleibt der ernste Wille dieser Regierung, seiner Majestät vollste Gelegenheit zu geben, di« Entscheidung alb z u w ä g r n, die so unmittelbar unsere Ankunft und unser Glück und die Interessen aller Untertanen betrtsst. Jede beträchtliche Verlängerung deS gegenwärtigen Zustandes der schwebenden Unsicherheit würde das Risiko größten Schaden- für da» Interesse der Nation und deS Reiche» in sich schließen. Seine Majestät selbst besteht aus dieser Beurteilung der Lag«. Mit Ausnahme der Frage der mprganatischen Eheschl i t• tzungist Seiner Majestät lei«; Rat erteilt worden. Alle Besprechungen wurden streng persönlich und informatorisch geführt. Diese Angelegenheit«vurde nicht zuerst von der Regierung angeschnitten, sondern vom König Im Verlaufe einer Unterredung vor einigen Wochen, al» er mich von seiner Absicht Informierte, Mrs. Simpson zu heiraten, sobald sie frei wär«. Diese Angelegenheit beschäftigte also siit einiger Zeit die Gedanken des Königs und sobald Sein« Majestät zu einem Entschluß darüber kommt, wa» er zu tun gedenkt) wird er die» ohne Zweifel der Regierung dieses Landes und der Dominion» mitteilett und t» wird dann Sach« dieser Regierung sein, zu entscheiden, ob.und wa» für einen Rat dem König angesichts feines Entschlusses zu unterbreiten ihre Pflicht ist. Sch kann diese Erklärung nicht schließen, ohne dem Ausdruck zu geben, wa» diese»HauS fühlt; Unsere Hefe undachtungSvo lle Sympathie fürden K S n i g in dieser Stunde." f Seite 4 Nr. 285 Dienstag, 8. Dezember 1036 An unsere Leser und Kolporteure! j Die Weihnachts-Ausgabe unseres Blattes erscheint als Spanien-Sondernummer Die Nummer wird ausgestattet sein mit Beiträgen Uber die spanische Geschichte, die spanische Literatur, den Stand der Kriegs-Operationen, die spanische Kunst, die Rolle Spaniens in der Weltpolitik, das spanische Volk. Außerdem werden eine Reihe von aktuellen Bildern ajis Spanien und Bilder aus der spanischen Geschichte veröffentlicht werden und Proben aus der spanischen Dichtung. Bestellungen sind zu richten an die Kolporteure, bzw. an die Verwaltung des Blattes. Ein Unruhestifter Der Chefredakteur des Hauptblattes der tschechischen Agrarpartei Herr Senator Vranh erblickt seine Hauptaufgabe darin— man muß das einmal aussprcchen— zu stänkern. Vor wenigen Wochen hat er eine Kampagne gegen die offizielle tschechoslowakische Außenpolitik eröffnet, die dem Staat im Auslands nicht geringen Schaden angcrichtct hat— worauf Herr Branh den Befehl gab: Feuer einstellen und die Kampagne abblics. Die sonntägige Ausgabe des„Venkob" ist ein neuerlicher Bctoeis dafür, welch pathologischer Unruhestifter Herr Vrant) ist. An einer Stelle des Blattes kramt er Erinnerungen an das Bodenamt aus, um in einer abgeschmackten und taktlosen Weise beweisen zu wollen, daß, was ei». Marxist sei, kein Herz, kein Gefühl und keine Dankbarkeit habe. An einer anderen Stelle leistet sich der ausgesungene politische Heldentenor ein anderes Stückchen. Er sagt, die Agrarier hätten das nationale Problem dieses Staates längst gelöst.„Wenn »ach den Wahlen 1035 nicht alles gegen sie gestanden wäre", so heißt es wörtlich,„wenn nicht der Gedanke der rot-schwarzen Koalition gegen uns entstanden tväre, könnten wir jetzt vor der ganzen Welt als Beispiel einiger Zusammenarbeit aller Nationen dastehen und cs hätte nicht... zu den Ermahnungen aus England oder gar aus Frankreich kommen müssen." Der.Herr Branh verrät also, Ivas wir ja längst gewußt haben, Ivas er aber jetzt, wenn auch ei» wenig verblümt, eingesteht, daß er die Absicht hatte, einen Ausgleich mit der SdP zu mache», daß ihn aber die schwarz-rote Koalition daran gehindert habe. Ja, hätten ihn nicht die bösen Sozi gehindert, hätte er am 18. Dezember den Prof. Nöüicc zum Präsidenten der Republik gemacht,' er hätte Las Bündnis mit Deutschland längst geschlossen, er hätte die Ministerträume der Rosche und PeterS verwirklicht— vielleicht, hätte er auch Konzentrationslager in der Tschechoslowakischen Republik errichtet. Er hatte zu all dem den besten Willen und das geeignete Mundwerkzeug, aber leider, leider die Marxisten haben all die schönen Pläne zerstört. lind so wird Herr Branh als der große politische Dilettant in die Geschichte eingchen und als seine größte Blamage wird sein Verhalte» bei der Präsidentenwahl 1035 verzeichnet werden— zu Nutz und Frommen späterer Geschlechter. Kolportage verböte: »Neuer Vorwärts" und„Deutsche Revolution" Wie das„Amtsblatt" vom Montag mitteilt, hat die Landesbehörde in Prag die Kolportage des „Neuen VorivärtS" und der„Deutschen Nevqlu- tion" verboten. Diese Maßnahmen können nicht widerspruchslos aufgenommcn werden. Der„Neue Bor- tvärts", aber auch die„Deutsche Revolution" Otw Strassers haben durch ihre informative Berichterstattung große Beachtung nicht nur im Inland, sondern auch in weitesten Kreisen vor allem des demokratischen Westens getvonnen, die dadurch nur verstärkt wurde, daß die Nichtigkeit der Meldungen und der dazu gehörenden Kommentare von der rcichsdentschen Propaganda nicht bestritten, geschweige denn' widerlegt werden konnten. DaS Interesse, welches die Oefsentlichkeit diesen Organen entgcgenbrachte, Ivar von dein richtigen Gedanken geleitet, daß allen, die sich von der nationalsozialistischen Ideologie und den Wirkungen, welche sie zeitigt, fernhalten wolle», nur gedient ist, wenn sie die Wahrheit über die Vorgänge im Dritte» Reich aus unabhängigen Quellen erfahren, Ivclche sich mit den dortigen Verhältnissen besonders befassen. Nur weil diese Berichterstattung de» Nationalsozialisten immer unangenehmer wurde, tvaren diese Blätter und dann die Tschechoslowakei, in welcher sie erscheinen, immer wieder Gegenstand von Angriffen von reichsdeutscher Seite. Es wird nach den bisherigen Er- fahrungen kein Mensch daran zweifeln, daß die gegen die Tschechoslowakei gerichteten gehässigen und verlogene» Angriffe weiter sortgeführt werden, auch wenn einseiti hier ein Schritt gesetzt wird, der drüben als willkommene Entlastung «mpfnndcn werden wird. Es wäre interessant zu erfahren, wie Deutschland gegen die zahlreichen, aus Staatsgeldern erhaltenen Zeitungen und Zeitschriften vorzugchen gedenkt, deren einziger Zweck die Propaganda gegen die Tschechoslowakei und ihr« Verbündeten z» sein scheint, selbst wenn wir davon absehen, daß ein getvaltiger Unterschied zwischen den ztvei genannten Blättern und jenen Prcssecrzengniffen besteht, halten wir die Maßnahme der Landesbehörde weder für gerechtfertigt»och für zweckentsprechend, sondern verurteilen sie mit aller Entschiedenheit. Mexiko albt Trotzki Asyl Mixiko-Stadt. In einer Verlautbarung des Außenministeriums wird niitgeteilt, daß die Regierung von Mexiko Trotzki das Asylrccht zuerkennen Ivird, sobald ihr ein offizielles Ansuchen zugeht. Der Negierung von Mexiko wurde bisher nur eine von Anhängern Trotzkis unterzeichnete dringliche Petition übermittelt, in der auSgeführt wurde, daß das Leben Trotzkis ernstlich bedroht sei, denn Norwegen beabsichtige, Trotzki den Aufenthalt zu verbieten, der ihm bisher bewilligt tvurde und andere europäische Regierungen haben eS abgclehnt, Trotzki aufzunehmen, so daß.er gegebenenfalls gezwungen wäre, in die Sowjetunion zurückzukehren. Schauer der Schani und der Entrüstung sind, wie„D i e Z e i t" vom Sonntag schreibt, den menschlich e inp finde» d e n E u r o p ä c r n dieser Tage über den Rücken gejagt worden. Seit anno 33 dehnen sich freilich die Tage, an dcnenmenschlich empfindenden. Europäern Schauer der Scham und Entrüstung über den Rücken laufen und man komint aus diesen Gefühlen kaum mehr heraus. Es hat ja auch Leute gegeben, die es vorzogen, eine Welt zu verlassen, in der einem zu nichts anderem mehr Zeit bleiht, als zu Scham und Entsetzen, es gibt Leute, die gegen diese Zeit und ihre Ausgeburten sehr leidenschaftlich demonstriert haben, wie eitva der Jude S t c fan L ux, der es nicht mehr auS- hiclt in der Atmosphäre, die Streicher verbreitet, oder der Jude Frankfurter, der an einen« der Henker seines unglücklichen Bolkes eine ebenso Primitive wie psychologisch zu erklärende Blutrache nahm. Was war der besondere Anlaß, daß sogar Henleins„Z e i t"'eS mit der Scham bekam? Har der Chefredakteur„Wa" etwa das Gedicht, und die Zeichnungen zu Gesicht bekommen, die sein Blatt acht Tage vorher zur Verhöhnung Ossietzkys, des Nobelpreises und des Preisrichterkollegiums, zur Verherrlichung der Goebbels, Göring, Streicher veröffentlicht hat? Nein, das scheint Herr „Wa" übersehen zu haben. Er äußert keinerlei Scham oder Entrüstung über diesen Streich. Er schämt sich vielmehr des Folgenden: „Loyale Deutsche sollen keinen Grund zur Beschwerde haben". Dieses Schlußwort des Ge- neralberichierstaticrS RemeS war das einzige, was man auf tschechischer Seite auf die Enthüllungen des Abgeordneten Dr. Köllner über die Miß- Handlung von gleichberechtigten deutschen Bürgern der Republik zu sagen wußte/ Jedem menschlich empfindenden Europäer hatten die Ding«, die da im Parlament vorgcbracht wurden, Schauer LerSchamundEntrüstung über den Rücken gejagt. Ein leidenschaftlicher Aufschrei aller Gerechten und Gesitteten ohne Unterschied der Nation schien unvermeidlich. Aber nicht einmal«in EntrüstungSsturm, in dem das jetzt so beliebte Wort„Sudetendeutsche Lügenpropaganda" die Hauptrolle hätte spielen können, war zu verzeichnen: eisiges, peinliches Schweigen im Parlament wie in der.Presse" Uns fällt es nicht ein, Uebergriffe der Polizei, die eine zeitlose und internationale, eine wahre Welterscheinung sein dürften und deren Opfer auch hierzulande Leute von links mindestens so oft werden wie Leute von rechts, zu beschönigen. Aber wir müssen schon sagen-, daß den Leute», die vor Freude johlen und wiehern, wenn Deutschland Marxisten aus der Flucht erschossen, Kriegskrüppel zu Tode geprügelt, Juden kastriert, Kinder ins KZ gesperrt, wenn Illegalen die Nieren ausgetreten werden, daß Leuten, die mit Streicher und Göring die europäische Zivilisation verteidigen, daß Leckten, deren ganze Wirksamkeit eine Aufhebung so primitiver menschlicher Gefühle wie Scham und Entrüstung darstellt, die Vortäuschung ebendieser Gefühl e schlecht zum getarnt loyalen Gesicht steht. Barbaren, die so sehr in das Argument der Gewalt verliebt sind, daß sie wohl noch den Schlag, der in ihr eigenes Gesicht fällt,.mit Genugtuung quittieren(Leute, von denen einer auf den Hinweis eines Demokraten, er kämpfe mit geistigen Waffen, höhnisch rief:„weil Euch keine änderest zur Verfügung stehen!", wobei er seine Pratzen zeigte)., Barbaren dieser Sorte solle«keine Entrüstung und keine S ch a m simuliere n, weil einmal nach zehntausend Fällen, in denen es umgekehrt lag, einer ihrer Anhänger geprügelt wurde. Es ist ja nicht w a h r, daß sie. entrüstet waren. Das ist doch daS Traurigste an der Sache! /ES ist nicht wahr, daß sie: sich geschämt habens Wahr kann nur sein, daß eS ihnen imponiert hat, weil es leider das einzige ist, was Ihnen imponiert, was Eindruck auf, sie'macht, wovor sie Respekt haben. Wie immer also der Fall lag, den Köllner besprach(und Beschwerden wären doch vor allein, bei den Freunden der SdP um" Herrn Vranh ein- zurcichenl), grundsätzlich wärest die Bereiche so abzugrenzen, daß Schani und Entrüstung den wirklich menschlich empfindenden Europäern Vorbehalten bleiben: daß aber die Nazi sich nicht mit Gefühlen brüsten,' die unter.- dem Braunhemd keinen Raum haben! DaS gemeinnützige Angestellte».Erholungs. heim in Böhm.-Sternberg wird in der diesjährigen Weihnachts- und NeujahrSzeit vom 18. Dezember bis 6. Jänner geöffnet sein. Kostenlose Auskünfte durch das Kuratorium des Heimes in Prag II., Na Zbokenci 18. Brand auf der Tberesia-Grnbe lei Ostrau. Moniag vor 22 Ahr brach bei der Kohlenwäsche auf der Grube„Terezia" in Schlesisch-Ostrau ein Brand aus. Aus unbekannter Ursache fing die Holzkonstruktion der Brücke Feuer, über welche das Transportband zur Beförderung der Kohle aus der Sortiererei zu den Waagen führt. An der Brandstätte befinden sich drei Feuerwehrkorps mit Motorspritzen und Militär, die an der Bekämpfung des Feuers arbeiten. Um 11 Ühr nachts war der Brand noch nicht gelöscht. Der Schaden ist sehr bedeutend, ist aber durch Versicherung gedeckt. Die Grube selbst ist nicht bedroht. Krankenschwestern-Kongrest. Unter dem Protektorate der Frau Hana BeneSovä und unter dem Ehrenvorsitze von Dr. A. G. Masarykovä wurde Sonntag vormittags im Prager Altstädter Rathaus der ganzstaatliche Kongreß der diplomierten Krankenschwestern eröffnet. An dem Kongreß nahmen die zivilen und Ordensschwestern deutscher und tschechoslowakischer Nationalität,'die Vertreter der Ministerien, des Roten Kreuzes, der Kranlenhausgesellschaften, der Behörden und Korporationen" teil. Dr. A. G. Masarykovä erinnerte in ihrer Ansprache an die außerordentlichen Anforderungen, die an den Beruf der diplomierten Krankenschwestern gerade in der heutigen Zeit gestellt Wertzen. Genosse Minister Dr. Czech sprach mit Anerkennung über die diplomierten Schwestern als mächtiges Korps aufopfernder Arbeiterinnen, die ihr ganzes Leben dem Kampf um die menschliche Gesundheit 'weihten. Er sprach die Hoffnung aus, daß ihnen die" neue Regelung des KrankenhauSgeseheS und der Hcilfürsorge in den Instituten volle Arbeitsmöglichkeit garantieren werde. Im Namen des Ministers Machnik sprach General Dr. Pytlik, für das Gesuljdhcitsinstitut Dr. Vacek, für die Stadt Prag Dr. Zenkl, für die Kränkenpflegerschulen die Direktorinnen Newa!(für die deutsche) und Tobobäkovä(für die tschechische) und. für den Vereine der Krankenschwestern die Vorsitzende Molnärovä. Sonntag nachmittags beginnen die Arbeitssitzungen. Tod in der Grule. In der Kohlengrube in Fünfkirchen wurden zwei Bergarbeiter durch Kohlengase vergiftet. Einer von ihnen ist tot, der zweite ringt im Krankenhause mit dem Tode. Ein Kind auf der Jagd erschossen. Ein ungewöhnlich tragischer Unglücksfall hat sich in der Nähe von Paris, in den Wäldern bei Rambouillet zugetragen. Drei in Paris wohnende Herren hatten sich auf die Jagd begeben und hielten nun Umschau nach Wild. Plötzlich bemerkte einer der drei Jäger in einer Lichtung einen Hafen, der auf daS nahe Gebüsch zulief, sofort zielte er und schoß eine volle Schrotladung auf das Tier ab. Man machte sich dann gemeinsam auf die Suche nach der Beute. Wie groß war das Entsetzen der drei Männer, als sie plötzlich hinter dem Busch nicht den toten Hasen, wohl aber ein kleines fünfjähriges Mädchen fanden, das nur. noch schwach von sich hin jammerte: Sein kleiner Körper war „Der Kampf” Sozialistische Revue Heft 12, Dezember 1936 Inhalt: Wenzel Jaksch: Unsere Aufbauoffensive.. Emil^Franzel: Kann Deutschland. Krieg .'führen? Karla Schwell,: Vom ABC des Marxismus. Robert Wiener: Wa» ist orthodox?■. Wilhelm Weigel: Die Rolle der Gewerkschaften in der modernen Wirtschaft. Politisch« Rundschau— Aus dem geistigen Leben— Bücherschau PrciS deS HefteS 5 XL, JahreSbezugSpreiS 50 KL. Redaktion und Verwaltung: Prag H., Lützowovii 30. von den Schrotkörnern. vollständig durchlöchert. Das Kind wurde sofort in das Krankenhaus von Rambouillet gebracht, wo es aber nach kurzer Zeit.starb. Es handelt sich um die kleine Sylvia Chodowfky, die mit ihrer Mutter in die öffentliche Wäscherei mitgegangen war. Während die Mutter die Wäsche wusch, entfernte sich daS Kind und ging in der Umgehung spazieren. Dabei gelangte sie auch in das Jagdgebiet, wo sich der Unfall ereignete. Trotzki erkrankt. L. D. Trotzki ist von neuem ernstlich erkrankt. Die Krankheit ist in„ein kritisches Stadium getreten, so daß die Ueberführung in ein Sanatorium als notwendig erachtet wird. Die angekündigte Verschärfung der Internierung ivürde also eine ernste Lebensgefahr für Trotzki, bedeuten. Schnellzug mordet Schulkinder. In der Nähe von Oerebro in Mittelschweden raste ein Schnellzug in einen mit Schulkindern vollbesetzten Kraftwagen. Vier Schulkinder und der Fahrer fanden den Tod, zwei weitere Schüler trugen schwere Verletzungen davon.. Ein Auto bricht ditrch daS EiS. Ein mit sechs Personen besetztes Automobil geriet im Nebel auf das Eis des Siljansees und brach ein. Vier Insassen ertranken. Deutschland kürzt PenstonS-Ueierweisungen. Sämtliche Devisengenehmigungen für Ueberweisung von Versorgungsbezügen, Renten und Unterstützungszahlungen nach den AhwertungSländcrn sind Ende Oktober erloschen. Erneuerungen dürfen nur mit einer Kürzung vorgenommen werde». Die Kürzung beträgt bei Ueberweisungen nach der Tschechoflowa« kei zehn Prozent, nach Italien und Lettland je 80 Prozent, nach der Schweiz 20 Prozent, nach Frankreich und Holland je 15 Prozent. Beträge unter 50 Mark bleiben ungekürzt. ' Wahrscheinliches Wetter Dienstag: Wechselnd bewölkt bis vorwiegend bewölkt, im Osten der Re« publik noch stellenweise Schneefall, sonst keine oder nur geringfügige Niederschläge. Kühl. In der Slowakei im Falle teilweisen AufklärcnS erneut Verstärkung der Nachtfröste.— WetterauSsich- ten für Mittwoch: Im Westen wieder liebergang zu veränderlicher Witterung nicht ausgeschlossen. Im Karpathengebiet ruhig, nachts vielfach ziemlich starker Frost. Vom Rundfunk Empfehleuawerte» au» den Programm«»» Mittwoch:, . Prag, Sender I: 7: Orchesterkonzert, 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen, 12.10: Schallplattenkonzert, 18.40: Deutscher ÄrbcitSmärkt, 18.10: Deutsch« Sendung: Arbeiterfunk: Josef Blau: Neuern: vöh- merwäldler Hausindustrie, 18.40: Sozialinforma- tiontn, 18.45: Deutsche Press«, 20.05: Konzert der tschechischen Philharmonie, 22.15: Nachtunterhäl- .wng'Skonzert.— Sender II: 7.80: Orchesterkonzert, 14.15« Deutsche Sendung: Kinderstunde, 14,40: Schallplatten, 18.15: Schrammelkonzert.— Brünn 15: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Bretholz: lieber Bittners Buch „Deutsche.und Tschechen".— Kascha« 12.85: Rund» I funkorchester.— Mährisch.Ostrau 18.80: Chansons I auf Schallplatte». M MU..' ./.Mt'/ML * Wl \ Ablösung,• Spanische Volksmilizionäre kehren im»Gebiet bon Sesenä/von der Front' zurück. Nr. 285 DicnSkag, 8. Dezember 1036 macht die Arbeit leicht Aufgaben der Panamerikanischen Konferenz WWMMLML Genosse Brill(Danzig) verhaftet Danzig. Der Danziger BolkstagSabge- ordnete und ehemalige BorPtzmdo der verbotenen sezialdemolralischan Partei in Danzig Arthur B r i l l ist verhaftet worden. Politik. Andererseits sand die Idee eines pan- amerikanischen Völkerbundes In NSA nicht Überall Anklang. Schließlich ziehen einzelne Länder den Völkerbund oder Extraabmachungen mit einzelnen europäischen Ländern oder niit Japan vor. Der gewachsene Einfluß von Indianern und Mischlingen in einigen Staaten bedeutet gleichalls ein Widerstandsmoment gegen eine angelsächsisch be- stimmte panamerikanische Politik. Kanada bleibt vorläufig Außenseiter. An letzter Zeit macht sich auch eine Mwehrstimmung gegen eine Aufsaugung durch die USA bemerkbar. Nach Ueberwindung der Wirtschaftskrise ist das kanadische Selbstbewusstsein gestiegen. Die Weizenpreise haben sich verdreifacht. Der Erzbergbau profitiert von der Industrialisierung Chinas und von den japanischen Kunden. Die Goldprodullion Kanadas ist gewachsen.^Me^großen Lager, von Pechblende am Großen Bärenscc machen Kanada zu einem wichtigen Radiumproduzenten der Ankunft. Kanada lehnt sich wieder stärker an das Empire an, in dem cs durch seine gestärkte Position eine wesentlich gesteigerte Bedeutung zu erringen wünscht. Mit'all diesen Problemen muß bei der Beurteilung dessen, was die Konferenz von Buenos Aires bringen kann, gerechnet werden. .(AP.) Die Aufgaben, die der Panamerikanischen Konferenz von Buenos Aires erwachsen, sind nicht gering einzuschätzen. Gilt cS doch, das Mißtrauen, das inuner noch gegensciiig besteht, zu überwinden, Alvar hat Nordamerika schon eine Anzahl von Beweisen für seine Abkehr von der Politik der»Dollardiplomatie" gegeben: Verzicht auf das JnterventionSrecht in Kuba und den Ausbau des kubanischen Hafens Bahia Honda zu einem Kriegshafen, Aufhebung aller Beschränkungen der Souveränität von Panama, dessen Rückgliederung nach Kolumbien— unter gehörigen Sicherungen für die USA— man für möglich hält, Aufgabe der Jungferninseln als Flot- tcnstützpunkte, Neuregelung des BerhältnisseS zu Haiti, Porto Rico und Nicaragua. Dennoch bleibt noch gewaltig viel zu tun. Gleichzeitig gilt cs, die Verträge einander anzupassen. Bis jetzt gibt es vier große panamerikanische Verträge: 1. den Allgemeinen panamerikanischen Vergleichsvertrag von Santiago de Chile von 1928(18 Staaten); 2. der interamerikanische Schiedsvertrag von Washington von 1929(18 Staaten); 3. die interamerikanische Bergleichskonvention von 1988(4 Staaten); 4. der argentinische AntUriegSpakt von 1983(8 Staaten). An keinem dieser.^!er^gge,ssnd„ demnach.gllk.KlsMn beteiligt. Alle Perträge,.einschließlich des Kcllogg- PakteS, besitzen nur für die Vereinigten Staaten^ Chile, Kuba, Dominika, Mexiko, Nikaragua und San.Salvador Rechtskraft. Für Argentinien ist aßer dem Antikriegspakt kein Vertrag bindend. Das soll nun vereinheitlicht werden. Dennoch darf man nicht die hindernden Momente übersetzen. Es gibt auch gewisse Widerstände gegen die Washingtoner panamerikanische Linz. Bischof Dr. Gföllner hat eine Mitteilung ergehen lasten, die von den Kanzeln verlesen wurde. Darin weist der Bischof auf die Muwiaßungcn hin, denen zufolge die Kirche gegenüber dem Nalional- sozialiSmur eine neue Hütung eingenommen habe oder einnehme» müste. Diese irrige Auffassung müste entschieden abgelehnt werden, denn der Standpunkt der österreichischen Bischöfe, der vor drei Jahren in dem gemeinsamen Hirtenbrief verkündet wurde, bleibe vollinhaltlich aufrecht. Es besteht kein Grund, in der damaligen Kundgebung etwas zu widerrufen, zu ändern oder zu ergänzen. MwilM M»M Vertragsbewegung In der Cotton* Strumpf- und Wirkwarenindustrie Schwierige Lohn Verhandlungen In Westböhmen Nach monatelangen Bemühungen ist cs der Union der Textilarbeiter und dem' christlichen Textilarbeiierverband gelungen, die Vertragsbewegung in der Cottonstrumpf- und Wirkwaren- industie in das Stadium konkreter Verhandlungen zu bringen. Am Donnerstag, den 8. Dezember, haben in Karlsbad Verhandlungen über den Abschluß von Kollektivverträgen in diesen beiden Industriezweigen stattgefunden. Die Verhandlungen wurden gleich im vorhinein durch die Erklärung des Tepliher HauplverbandSsekretärS Dr. Lederer erschwert, indem sich dieser.auf den Standpunkt stellte, daß eventuell vereinbarte Kollektivverträge für die Gebiete Asch, gleißen, Weipert und Teplitz erst dann in Gültigkeit treten sollen, bis auch in den tschechischen Gebieten Verträge abgeschlosten sind. Der UnionSsekretär Mayer, der die Verhandlungen für die Arbeiterschaft führte, wurde von allen Gewerkschaften beauftragt, eine Erklärung abzugeben, in welcher gegen diese Versuche, neuerliche Komplikationen in die Vertrag-Verhandlungen einzuschieben, Protest eingelegt wird. Au diesem ersten Teil der Schwierigkeiten gesellten sich neue, die in dem Gegenvorschlag der Industrie enthalten sind. Sowohl die Katcgoricnein- teilung als auch die vorgeschlagencn Löhne entsprechen den berechtigten Wünschen der Arbeiterschaft bei weitem noch nicht, so daß die Verhandlungen vorläufig abgebrochen wurden und am Freitag, den 11..Dezember, in Teplitz weitergeführt werden. Die Berhandkungen im Niederland In den nächsten Tagen dürften Lohnverhandlungen für die Cottonstrumpfindustrie tm Nicderland stattfinden. Die Finna K u n e r t, die eine lange Zeit gegen den Abschluß von Verträgen war, hat ihren Standpunkt geändert und auch einige andere Firmen scheinen für den Abschluß von Kollektivverträgen zu sein. ES ist zu hoffen, daß diese Verhandlungen mit einem annehmbaren Ergebnis enden, weil gerade für die Strumpfindustrie eine Menge Voraussetzungen vorhanden sind, die für einen baldigen Abschluß von Kollektivverträgen günstig sind. Die Gewerkschaften und ihre Vertrauensmänner Pflegen bereits eifrige Vorbereitungen und sind zu diesen Verhandlungen bereit. Vor 28 Jahren: Amundsen am Südpol A>»14. Dezember 1911 erreichte der norwegische Polarforscher Roald Amundsen auf seiner grktischest Expedition 1910 bis 1912 als erster den"Südpol, Unser Bild hält den historischen Moment der Flaggeyhissüng fest.' Höhere Dienstbezüge der Beamten 1h der Metallindustrie Der Einheitsverband der Privatangestellten teilt uns mit: Die Bemühungen der zu diesem Zweck vereinigten Angestelltenverbände in der Metallindustrie, eine Neuregelung der Dienstbezüge der Beamtenschaft zu erreichen, haben bis jetzt einen Teilerfolg zu verzeichnen. Zahlreiche Firmen, besonders solche, die an Staats- oder andere» öffentlichen Lieferungen beteiligt sind, haben entweder eine allgemeine Gehaltsaufbesserung durchgeführt oder bestimmten Beamtenkategorien eine Erhöhung ihrer Bezüge zugestanden.. In vielen Fällen ist es zu individueller Regelung der Bcamtengehältcr gekommen. Eine Reihe von Unternehmungen hat sich dazu ent- schlosten, ihren Beamten entweder einen dreizehnten Monatsgehalt auSzubezahlen oder ihnen in anderer Form sofort eine einmalige Aushilfe zu gewähren. In manchen Betrieben wurde den Beamten eine den heutigen Verhältnissen entsprechende Gehaltsregelung für das nächste Jahr zugesagt. In der Mehrzahl dec Unternehmungen schweben noch Verhandlungen. Donau-Brücken-Projelte. Vor kurzem würde zwischen Rumänien und Jugoslawien ein Abkommen über den Plan einer Donaubrück« zwischen der rumänischen Stadt Turn-Severin und dem gegenübergelegenen serbischen Ufer abgeschloffen. Dadurch ivird die Eisenbahnverbindung zwischen Bukarest und Beograd erheblich verkürzt. Gleichzeitig wird dadurch eine günstige Verbindung zwischen Rumänien uno dem Mittelmeer geschafsen. Jetzt aber kommt die Nachricht, daß auch«in andere» Donaubrücken- Projekt in Fluß kommt, und zwar in Auswirkung de» Besuch» de» rumänischen Außenminister»'Antonedcu nach Warschau. ES handelt sich um eine neue Brücke zwischen der rumänischen Stadt G i u r g i u und dem bulgarischen R u s ch t s ch u k. Bereits in allernächster Zeit wird sich eine Gruppe polnischer Kapitalisten und.Industrieller nach Bukarest begeben, um über diese. Frage Berhandlungen zu führen. Bisher galten-beide Pläne als Konkurrenzprojekte. Jetzt sollen sie-also offenbar gleichzeitig beide Pläne al» Koukurrcnzpröjekic. Letzt sollen sie also, offenbar gleichzeitig realisiert werden: Polen ist an dem Unternehmen lebhaft interessiert. Denn e» handelt sich darum,'«ine vorteilhafte Verbind u» g z w i- schenderOstseeunddemästlichen Mstttelmeer sowie den Ländern de» Nahen Osten» herzüstellen.'Für Polen» Hantel nach Südosteuropa ümd,nach dem Orient ist die» Unternehmen von Beöeiifung. Der polnische Kap italönmrkt und'die polmschc Industrie haben jetzt ein besonders aktuelle» Interesse'an-dem Brückenbau, ungeachtet dessen, daß Rumänien seinen finanziellen Beitrag in Landes«, Produkten leisten wird. E» bleibi lediglich die Frage zn klären, in welcher Höhe Bulgarien, da» als Tcansitländ ebenfalls stärk interessiert ist, herang-.- zogen werden kann. Inzwischen hat sich.auch Griechenland al» Interessent gemeldet, dg«» den von der Ostsee kommenden Verkehr über" griechische Häfen leiten will, anstatt iHv den Weg über da» bulgarische Warna nehmen zu lassen.', 1‘l&nlz an dcu tw Weihnachten! Mach' diese schwere Arbeit aber nicht allein— laß Dir von VIM helfen, das für jede Putzarbeit, sei es heikle oder probe, geeignet ist und Dir, den schwersten Teil der Arbeit abnimmt> muhelos löst es den Schmutz, ein leichtes Wischen genügt— und alles Ist blitzblank. d WM'•- i. I t'„*' ,a ■BI- Al Seite S 300 verschiedene Weinsorten Versuchen Sie unsere Rhein- und Moselweine. Schon um Xi 24'— per Originalflasche Julius Meinl Weinkellerelen Weinliste 1936/37 in allen Filialen erhältlich Teuerungszuschläge zu den Unfallsrenten für 1937 Der Ministerrat genehmigte dieser Tage den Entwurf einer vom Fürsorgeminister cingcbrachten Regierungsverordnung, durch tvelche die Auszahlung der TcucrungSzuschläge zu den UnfallSren- tsn auch für das Jahr 1987 verlängert wird. Diese Regierungsverordnung verfolgt den Zweck, die niedrigen Renten jener Personen bzw. ihrer Hinterbliebenen zu verbessern, die vor dem 1. Juli 1921 einen Unfall erlitten hatten und welchen die Unfallsrenten sonst nach niedrigeren Grundlagen bemessen werden müßten, als es jetzt geschieht. Diese Maßnahme ist auch dadurch begründet, daß mich die wirtschaftlichen Verhältnisse, die zur Ein- führung dieser Zuschläge geführt haben, sich im Wesen nicht geändert haben und daß also solchen Rentnern, ihren Witloen und Waisen unter bestimmten Verhältnissen Nnterstützunir'in der Bedrängnis gelvisse Unterstützungen geivährt werden. Drei Buchstaben (Bezirksgericht) 1 Prag.—rb— Diese Sache erinnert einigermaßen an einen heiteren Ehrenbeleidiguiiysprozeß, der vor einigen Jahren bei einem auswärtigen Bezirksgericht verhandelt wurde. Damals schickte ein gewisser Herr einem Bctannwn, mit dem er in Unfrieden äuSeinandergcgangen war, eine Korrespondenzkarte in» Büro, aus deren Textest mit großen Lettern zu lesen war:„Siehe GötzvonBer- lichingenl" Dann folgte die genaue Angabe von Akt, Auftritt und Zeile. Der Adressat klagte. Bor dem Richter zog nun der Verteidiger ein Exemplar de»„Götz" au» der Tasche und wie» nach, daß die zitierte Stelle des Textes keineswegs jene allgemein bekannte Aufforderung beinhalte, sondern im Gegenteil eine höchst loyale Versicherung der Freundschaft und Ergebenheit. A.:f diese Weise— so erklärte der Anwalt— habe sein Klient dem Adressaten durch die Blume und zart andeuten wollen, daß er die gestörte Freundschaft wieder herzustellen wünsche. Es sei die Schuld der Kläger», wenn er, statt die angeführte Stelle de» Textes nachzuschlagen, ohne weitere» angenommen habe, es handle sich um die berüchtigte, oft zitierte „Einladung". Der Richter sprach den Absender indessen schuldig, indem er fcstitellte, daß die Anführung der„Götz von Berlichingen auf offener starte von allen, denen diese zu Gesicht kam, nicht ander» aufgefaßt werden könne, als den Huiweis auf da» allgemein bekannte Zitat. Die wenigste» Leuten, die den Sinn eine» Hinweise» auf den.Götz van Berlichingen" sehr Wohl verstehen, könnten angeben, in welcher Szene jene Redensart gebraucht werde. Der Kläger sei also dem öffentlichen Spott preiigegeben worden usw. g Auf ähnliche, wenn auch primitivere und nicht von solcher Litcratnrkcnntni» zeugende Art wollte ein hiesiger Geschäftsmann an einem seiner Abnehmer sein Mütchen kühlen, der ihm trotz aller Mahnm.- gen seit geraumer Zeit die Rechnungen schuldig blied, trotzdem aber sogar die Kühnheit hatte, eine neue Bestellung zu machen. Der hiesige Lieferant schickte die auf einer Karte geschriebene Bestellung zurück. Den Adressatenteil versah er mit roter Tinte mit der Bemerkung.retour", den Textteil aber mit de>l drei Buchstaben:„p. m. P.I" Diese Abkürzung würde im Deutschen vier Buchstaben erfordern und ist ungefähr gleichbedeutend mit dem.Götz"-Zitat- Er wurde natürlich«ine EhrenbeleidigungSklagt daran», wobei der Kläger betonte, er sei dem schadenfrohen Spott seine» Personal» ausgesetzt gewesen uno Müsse auf strenge Bestrafung bestehen. Der Genagte meinte, jene inkriminierten Buchstaben seien bloß eine Abkürzung für die Worte„Poölete mi pcnizcl"(Schicken Sie mir dar Geld!). Der Richter meinte lächelnd, er habe von einer solchen Abkürzung nie gehört und der Geklagte solle lieber zusehen, die Sache zu vergleichen. Der Kläger lieb sich dann auch schließlich trotz seines grimn..gen Gehaben» zu einem, Vergleich herbei.■ Abgesehen po» Ehrenerklärung und Kostenersatz wird er wohl auch sonst nicht übel gefahren sein, denn nach dem Geschehenen wird sein Widerpart wohl kaum den unerbittlichen Gläubiger spielen können, Seife g »Sozialdemokrat' DIcnStag, 8. Drzomber 1938. Nr. 28fl führen. Der Divisionsverein DSV Brünn gab hiebei bekannt, daß er wieder reiner Amateucverein fein will und,daher alle bezahlten Spieler entlass« sowie in die dritte Klasse eingereiht werden wollet Sonstige Fußballergebnisse. Prag: ,Viktoria Zizkov gegen Sparta Michle 1:1.— Kladno: SK gegen Slavoi Schlau 8:2.— Pilsen: SK gegen Amateur-AuSwahlteam 7:2.— Tachau: DFK gegen Sparta Karlsbad 8:11— Par d u« b i tz: SK gegen Explosia Semtin 2:0.— Mäh r.» Ostrau: SK Schles.-Ostrau gegen SK 6:4.— Preßburg: Jnf.-Reg. 30 gegen DSK Preßburg 4:8.— Wien: Austria gegen Metallum 8:1, Rapid gegen Ostbahn 7:1, BAL gegen Hakoah 0:8. Austro-Fiat.gegen Postsport 1:1(0:0, 0:0), Wacker gegen Siemens 6:1, Vienna gegen Merkur 6:0.'r- Kattowih: Floridsdorfer AC gegen Oberschiesten 4:4(1:2). Internationaler TischtennIS-Wettkampf in Präg. In einem Klubweitkampf verlor Äys. spart(tschech. Sochschüler-SB), obwohl mit Kolak(Puä) verstärkt, gegen Postsportverein Wien 8:2. Der Weltmeister Kolak wurde von dem Wiener Hartingcr glatt 2:0 geschlagen-. Der Mm. Ich lebe mein Leben. Gesellschaftsfilme aus Aollhwood befolgen meist die Taktik, soziale Probleme erst anzupacken, dann mehrmals witzig herum- znwcnden und schließlich zugunsten glücklicher Liebe lächelnd fallen zu lassen,— womit sie für den Film- Autor gelöst sind. So ist er auch in diesem Film von der Millionärstochter und dem irischen Archäologen, dem die reiche Amerikanerin auf einer griechischen Insel den Kopf verdreht, um ihn dann in New Kork abzuweisen, woraufhin der Archäologe mit Recht grob wird; aber gerade in dem Augenblick, da das Vermögen des Vaters jener Dame auf dem Spiele steht und sie«S durch Heirat mit einem reichen Jüngling retten soll, war aber dann doch nicht notwendig ist, so daß der Archäologe in das Millioncnunternehmen einheiraten kann, wo er sich aber nicht wohlfühlt, weshalb er schließlich die Zusage seiner Braut erpreßt, mit ihm nach Griechenland zu ziehen, wo'er Statuen auSgraben und glücklich sein kann. Die Geschichte ist so eingerichtet, daß der arme Gelehrte der verwöhnicn Millionärin gegenüber ebensooft jm Recht ist wie er ihr unrecht tut, und sie ist mit Io vielen Widen durchsetzt, daß sie niemand ernst'zu nehmen braucht— also auch der Autor nicht. Es bleibt eine flotte, aber unbedeutende Filmkomödie übrig, die der Regisseur Van DHke schwungvoll inszeniert hat,— mit der nicht uninteressanten/aber ihre Interessantheit überschätzenden Joan C r a w- f o r d und dem tüchtigen Garh Cooper-Nachahmer Brian Atherne in den Hauptrollen.—cis— An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre 1, die Neujahrs-Enthebungen ' in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten i erspart bleiben. Die Enthebung kostet K6 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufUllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. Dia Verwaltung. Leserlich gufttUeil Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat** Ich bestelle hiemit unter dem Namen:;-- Beruf:„- Ort:."—■ eine Neujahrserfthebung zum Betrage von Kö 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift:., Die Kinder freundePrag laden olle Eltern und Kinder«in zur Feier der Roten Falken am SamStag, den 12. Dezember, 16.80 Uhr, im großen Saal des Handwerkervereins, Smeäka 22. Aus dem Programm: Lieder, Sprechchor, Tänze und Spiel« der Nestfalken und AtuS- Kinder. Ein Spiel aus dem Leben der Roten Falken: Mr Im blauen Hemd Eintritt: Erwachsene 8 KL, K i N- der frei. 1 Tod eines Prager Jugendgenoffen. Die SJ (Kreis Prag) teilt mit: Unser Freund und Genosse U l l i B c n t h n e r ist Freitag gestorben. Seine Bccrdignng findet Mittwoch 10 Uhr Oljanskh hkbitovy obecni kaple statt. Unsere Beteiligung soch ein Teil unseres Dankes für seine treue aufopfernde Mitarbeit sein. Eine Amazone. Bei einer Tanzunterhaltung in einem Gasthaus in der Havliiekgasse in Smichov entspann sich In'der Nacht auf gestern ein Streit zwischen dem Chauffeur Stanislaus Samet mis Jjno- nitz und dem Maurer Wenzel Hokikh aus Kofchirschl Hiebei kam dem Samek die Verkäuferin Vlasta Voleskä auS ZiZkov sehr energisch zu Hilfe und schlug schließlich dem Hokickh ein Bierglas ins Gesicht, das ihm eine große Rißwunde im Gesicht zusügte. Er mußte von der RettungSgescllschast auf die'Klinik Jirasek gebracht werden, wo er verbunden und dann nach Hause entlassen wurde- Samek und die Voleskä, die beide betrunken waren, wurden verhaftet. Dreifacher Selbstmord— und doch nicht tot. Gestern früh versuchte' die 42jährige Ottilie Basel, Frau einer Angestellten der Elektrizitätswerke, in ihrer Wohnung in Wysotschan Nr. 779 Selbstmord zu begehe», indem sie eine Lösung Hypermangansau« res Kali auStrank und sich dann ayfhängte. MS der Strick riß, stürzte sie sich aus dem Fenster ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung auf die Straße, Ivo sie bewußtlos liegen blieb. Als sie zu sich gekommen war, ging sie ins Haus zurück, wurde jedoch später ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht, wo eine leichte Gehirnerschütterung festgestcllt wurde. Sie dürste die Tat in SinneSvcrwirrung begangen haben, da sie Heuer erst auS der Landesirrenanstalt entlaßen worden war. Straßenbahn gegen Auto. In der Kronenstraße in Prag XII versuchte gestern nachmittags das Auto des Jng. Jaromir WieSner aus Prag-Weinberge einen Straßenbahnwagen der 16er«Linie zu überholen, wurde aber dabei von diesem erfaßt und gegen einen vor dem Hause Nr. 108 stehenden Baum geschleudert. Der Baum wurde entwurzelt, das Auto überschlug sich zweimal und wurde stark beschädigt; Jng. WieSner erlitt mehrere Rißwunden und eine Gehirnerschütterung und wurde auf die Kinik Jirasek gebracht, während die beiden andern im Auto fahrenden Personen unverletzt blieben. Auch der Straßenbahnwagen blieb unversehrt. Ausstellung;„Das Leben der Jugend"— verlängert! DIk unter der Devise„Wir wollen leben* im Prager Clam-ÄallaS-PalaiS veranstaltete Ausstellung Aber die Lebensverhältniffe der Jugend, ein Werk des Zentralkomitees für die Unterstützung der arbeitslosen Jugend und der hinzugczogenen Ge- werkschaftS-, Körperkultur« und Unterstützungs- Organisationen wurde von zahlreichen Exkursionen gewerkschaftlicher Gruppen, Körpecsport- und Kultur-Organisationen, Schulen, Studenten-KorpoP« tlonen usw. besucht. Mit Rücksicht auf die Bedeutung des Problems, dem die Ausstellung gewidmet ist, wird diese bis Sonntag, den 27. Dezember d. I., verlängert. Die Staatsbahndirektion macht die Skifahrer aufmerksam, daß bei günstigen Schnecverhältniffen jeden Samstag und am 24. und 81. Dezember ein Sportzug nach Eisenstein fährt, und zwar ab Smichover Bahnhof um 14.40 Uhr. Der Preis für Rückfahrkarten dritter Klasse ist 80 XL(zweite Klaffe 68 Kä). Erste Abfahrt aus Smichov schon am 12. Dezember. Der Vorverkauf ist eröffnet. Billigste Verbindung bis auf den Berggipfel ohne längere AutobuSsahrti Für diesen Zug gelten auch alle übrigen Fahrkarten und Ausweise außer Arbciter- und Schülerfahrkartcn. Immer aber muß eine Anweisung per 1 XL für diesen Zug gelöst werden. utul Iteseen, Arbeitervorstcllmig. Da Otto Nicolais komische Oper„Die lustigen Weiber von Windsor", eines der Musterwerke der nicht allzu.reichhaltigen komischen Opernliteraiur ist. war ihre Wahl als Arbeitervorstellung geradezu Pflicht, wenn der Spielplan cs ermöglichte, diese Schöpfung einem bildungsbedürstigen Arbciterpublikum vorzuführen. Denn gerade diese Oper vermittelt musikalische Bildung, musikalische Erbauung und musikalische» Vergnügen in gleicher Weise. Durch sie lernt man die Entwicklung der deutschen komischen Oper aus dem Stil der italienischen opera buffa kennen, die Gediegenheit und Schönheit ihrer musikalischen Form und ihres musikalischen Aufbaues schafft dem Hörer wirkliche Erbauung und die Köstlichkeit ihres feinen musikalischen Humors bereitet dem Musikfreunde richtiges musikalisches Vergnügen. Da auch die Wiedergabe des Werkes am Sonntag nachmittag im allgemeinen recht, stimmungsvoll und heiter beschwingt war, wurde den zahlreich erschienenen Hörern ein schöner Operngenuß zuteil, dem der aufrichtige Dank in Form reichen Beifalles nicht fehlen konnte. In der von Kapellmeister Fritz Z w e i g geleiteten Aufführung taten sich vor allem die Damen H e n d e r s, Book und W a n k a,— letztere für die frühere Inhaberin der Rolle der Frau Reich Fr. Kindermann einspringend,— sowie die Herren Gutmann, Hagen, Preger,'Anderson, Göllnitz und H e y hervor. 2. J. Da» Prager VeremStheatcr hatte am Sonntag abends mif jeden falschen literarischen Ehrgeiz verzichtet und spielte einen abgespielten SHvank, den alten.„Wahren Jakob" von Arnold und Bach, der sich allerdings auch in einer mittelmäßigen(von. der Spielleitung Otto Artens ganz gut zusanunengehal- tenen) Liebhaber-Ausführung noch immer amüsanter erwies als fragwürdige„literarische Novitäten". In den Hauptrollen fielen(neben dem Souffleur, der am meisten aufsiel) Rudolf Stätter al» komische Erscheinung und Lilli Groß al» charmante Naive(in einer Salondamen-Rolle) auf. Der sächsische Dialekt, der zu den Haupt-Pointen de» munteren, satirisch aufgeputzten ÄerirtungS- und BerwechflungSschwank» gehört, Wurde nur von einem einzigen Darsteller getroffen. Das Publikum, das den Bühnensaal der llrania nicht ganz füllte, spendete großen DereinS- ApplauS. i—eis— Spirlplan des Ncucn Deutschen Theater». Dienstag 6%: Lohengrin, Ä 2.— Mittwoch 7lb: Ehe, Bl.— Donnerstag 7%: Fröhlich dreh n w i r unS im Kreise, CI.— Freitag 6: Boris Godonow, Theatergemeinde der Jugend, 1. Serie, rote Karten und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— SamStag 7%: Axel an der HimmelStür, A 2. Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 7% Uhr: Fuhrmann Henschel, neuinszeniert. — Mittwoch 8: Axel an derHimmels- t ü r.— Donnerstag 8: Der Illusionist. — Freitag 8; Fuhrmann Henschel. Theatergemeinde de» KulturverbandeS und freier Verkauf.— SamStag 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Spül• JCorpcrpftege Win ter Sportler! Freunde«a« Wintersports! Alle Kräfte frei für. die Teilnahme an der Arbeiter-WiatersRort-Olympiade Rlesengebirge Iflhaimishad 18.—21. Feber 1937 Auskunftei Festsekretär Dolensky, Trautenau, Kreuz platt 2 DTJ-Schachwettkampf Prag gegen Brüx 8.5:1.5 In Brüx fand ein Wettkampf der DTJ-Schach- spieler der Kreise Prag und Brüx statt, der mit dem obigen unerwartet hohen Siege der Prager endete. Die Vertreter des Brüxer Kreises spielten sehr gut, doch gelang e» ihnen nicht, in den Schlußphasen di« richtige Lösung herbeizuführen. Die Routine der Prager gab in den komplizierten Stellungen den Ausschlag für ihren hohen Sieg. Die Einzelergebniffe sind: 1. Sika(Vysehrad)—Fialka(Stornotau) 1:0, 2. Chejn(Smichov)—Kienek(Kamatau)%:%, 8. Jankü(Ähsehrad)—Bauia(Komotau) 1:0, 4. Wagenknecht(Weinberge)—Bokaä(Sous bei Brüx) 1:0, 6. Sarf(VrSovicc)—Bich(Bilin) 1:0, fl: Merhoüt(Smichov)—Kkij(Zuckmantel) 1:0, 7; MateM(Smichov)—Kölmaii(Bilin)"0:l, 8) Bydra (Weinberge)—Kovakik(Sous) 1:0, 9. Bist)(Vyie- hrad)—Taläcko(Sous) 1:0, 10. Matus(Weinberge)—Moucha(Sous) 1:0. Sparta Prag— Sieger der Herbstliga In Prag wurde da» letzte Ligaspiel der Herbstsaison zwischen Sparta und S K N a ch o d ausgetragen. Mit 4:2(2:1) blieb Sparta glücklicher Sieger über di« mit Eifer tätigen Nachoder, deren Schußpech und teilweise die harte VerteidigungSarbeit des Gegners ein befferes Ergebnis verhinderte. Cechie Karlin In der Türket. Der derzeit an der Spitze der Division Mittelböhmen stehende Verein hat seine Weihnachtstournee in Konstantinopel begonnen. Am SamStag spielten die Prager mit Galata Serail 8:8(1:1) und besiegten am Sonntag Jener Bagche 2:1(0:0), Interessant ist bei dieser Tagung jedoch, daß der größte und stärkste tschechische Fuhballgau— Mittelböhmen— seinen Vorsitzenden in den neuen Vorstand nicht durchbringen konnte und ein anderer seinen Platz einnimmt. Die mittelböhmische Division schloß am Sonntag ihre Herbstmeisterschaft: Libeä gegen BohemianS 0:8, Sparta Kosik gegen Nuselsky SK 1:1(0:0), Union Zizkov gegen ÄFK Kolin 8:2, Viktoria Nusle gegen Sparta Kladno 4:2, SK Nusle gegen Rapid 4:1, Slavoj VIII gegen Meteor VIII 8:1.— Hcrbstmcistcr ist bekanntlich Cechie Karlin durch das beffere Torverhältnis vor Union Zizkov, da beide je 20 Punkte erzielten. DFB-Gautogungen. Der W estgau hielt in Franzensbad seine Versammlung ab, zu der Stadt Unv'Vstbastd keine Vertreter entsandt' hatten. ES gab scharfe Debatten, di« nicht immer glücklich beendet wurden. Der Gauobmann Friedl soll u. a. gesagt haben, daß er mit der Führung der DFV nicht einverstanden sei— merkwürdig genug, da er doch deren Obmannstellvertreter ist.— Im Nordost- gau, dessen Tagung in Mähr.-Ostrau stattfand, ist man dagegen mit der DFV-Führung zufrieden, jedoch nicht mit dem VerbandSspiclleiter. Außerdem lehnte man eine Teilnahme des DFB an dem CsAF- Pokal ab.— Die Brünner Tagung de» S ü d o st- gaueS kam von der geplanten Auflösung ab und wird ein« eigene Meisterschaft für alle Vereine einDFV-Dlvlsion ohne Aenderung DFCPragist nun endgültig Herbstm.ek- st e r geworden; er hat von den zwölf Spielen keine» verloren und sein Torkonto lautet 60:4. Da» letzte Spiel trugen die Prager am Sonntag in Karls» bah«egen den KFK ans, das sie 8:0(0:0) gewannen. Nicht so leicht, denn bis fünf Minuten vor Schluß stand die Partie bloß 1:0 für den DFD Der erstmal» nach seiner Sperre wieder amtierende Schiedsrichter Kastner ahndete«ine klare Hand im DFC-Strafraum nicht, so daß es gegen ihn zu Krawallen kam, da er außerdem die Karlsbader sehr ne- nachteiligte. Wie verlautet, wird der KFK gegen diese» Spiel Protest einlegen. Ein« katastrophale Niederlage holte sich der Ko- motauer DFK in Teplitz vom TFK mit 1:14. DSV Saaz schlug daheim den VfB Teplitz bei großer Ueberlegenheit, aber erst im Endspurt 7:0(1:0). In Warnsdorf gewann der WFK gegen SpVg Bodenbach 2:1(0:0). Ungarn gegen Irland 8:2(2:1). Nach der Londoner Niederlage konnten di« Ungarn in Dublin nach gleichwertigem Spiel einen knappen Erfolg erzielen. DI« ÜsAF-Tagung, die am Sonntag in Prag stattfand, befaßte sich hauptsächlich mit Satzungsänderungen, von denen jene für die dreijährige Funk» tionsdauer des Vorstandes die wichtigste war. Die Vertreter des DFB faßten hiezu einen eigenen Beschluß, der besagt, daß sie sofort ihre Funktionen niederlegen werden, falls ein DFV-BerbandStag ihnen das Vertrauen entziehen sollt«. Als Obmann der CsAF wurde wiederum Prof. Pelikan gewählt; unter seinen Stellvertretern befindet sich Heller (DW)..Ein„wichtiger" Punkt soll auch die Anmeldung für'die Weltmeisterschaften gewesen sein. Mitteilungen aus dem Publikum» Eine wirkliche Weihnachtsfreude bereiten Sie Ihrer Dame, wenn Sie Schmuck schenken. Ein goldc- uer Ring, eine Uhr oder ein Halsband wjrd nicht mm dankbare Freude, sondern Jubel auSlbscn und Sie werden sich für den Beweis Ihres vornehmen edlen Geschmackes belohnt sehen. Juwelierfirma Basch Nnchf., Prag H, Jlndkisstt. 8888 verlanget Überall DoHuzUnder! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder be: Bezug durch die Post monatlich Kä 6.—. vierteljährlich' Kd 48., halbjährig Kä. 06.— ganzjährig Kä 102.—.— Inserate werden laut' Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß..—. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSsrankatur wurde von der Post« und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80Ü/V1I/1VÜ0 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Drück-, Verlags« und ZeitungS-«.,G.„Prag.