16. Jahrgang Mittwoch, 9. Dezember 1936 Nr. 286 lENTRALOgGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DIR TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH PRUH. Redaktion uno Verwaltung frag xil., fochova er. telefon sjotf HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ KARL KERN, FRAG. Einzelpreis 70 Hsim (etnichlMlich 5 Heller Fotta» Pr. Noählen las.« sen zwischen der russisch enSchau» kelpolitik und der Sache der französischen Demokratie. diese Frage im Parlament zur Sprache gebracht bat. E» kann im Antereffe der Staate» gelegen sein, dah eine Petroleumraffinerie al» staatliche» Unternehmen betrieben wird. Mer dann gebären die damit verbundenen Ausgaben an geeigneter Stelle in den Staatsvoranschlag, damit man sich bei der Beratung de» Budget» damit beschäftigen kann. Damit solche Dinge unmöglich werden, muh bei der Verwaltungsreform und bei der Abgrenzung der Kompetenzen auch darüber gesprochen werden. ob ein Ministerium allein, bzw. irgendwela>e Organe de» Ministerium» berechtigt sind, staatliche Bauten in Angriff zu nehmen, ohne dah vorder der Ministerrat darüber Beschluk gefakt hätte und ohne dah vorher die gesedgebenden Körperschaften von ihrem Recht hätten Gebrauch machen können, den hiefür notwendige» Aufwand ausdrücklich zu bewilligen. Bezüglich der zweiten Mwertima der Krone meint Sackenberg, dah unsere AirtschaftSvolitiker. auch die deutschen, zuaeben müssen, dah sie den Ervort doch teilweise geholfen hat. Damit ist natürlich nicht alle» getan und e» wäre notwendig, all da» beschleunigt In Angriff zu nehmen. Wader Ministerpräsident in dieser Richtung angekündigt hat. Sier ist wiederum hinderlich, dah an der Exportförderung mehrere Ministerien beteiligt sind, zwischen denen eine Einigung bisber nicht möglich war- E» wäre dringend zu wünschen, dah nicht nur diese Einigung erzielt wird;-sgndenndah,die Förde«, rung de» Äuhenhandel» und alle darauf bezüglichen^ Agenden einschließlich der Devisenbeschaffung an einer Stelle konzentriert werden. An dem Sinken der Arbettslolenztffer sind die deutsche» Gebiete leider nicht in dem gesamtitaat- lichen AnSmah beteiligt. Der Rückgang beträgt gegenüber dem Boriahr« hinsichtlich de» ganzen Staate» 28.9 Prozent: in den deutschen Ge- bieten ist zwar auch eine leicht« Besserung einge- treten, aber die Arbeitslosigkeit ist bier nur nm 14.9 Prozent zurückgegangen. Gewlft leiden darunter auch die in den indnstrierelchen Randgebieten lebenden tschechischen Artester, Man mutz de»- talb mit besonderem Nachdruck immer wieder fordern, dass für diese Gebiete etwa» geschehe, aber nicht ausschliesslich in der Farm von Krisenfürserge und ArLeitSlosenunterstütznng, sonder» auch auf de« Weg» der Wiederbelebung der Anduftrie.> Die Stimmen der englische» Presse und di» allgemeinen, au» London einlangenden, Stimmungsberichte machen den Eindruck, dass man die Krise im Gründe al» teigelegt anfleht. Die Erklärung van Mr». Simpson wird al» da» erläsanstr Moment am gesehen. Man nimmt an, dass ter König sich überzeugt habe, dass er da» persönliche Opfer im Interesse de» Empire bringen müsse, da sowohl die Eheschliessung al» auch die Abdankung schwerste Gefahren für den Zusammenhalt de» Reiche» heraufbeschwören könnten. Beide Staatsakte müssten nämlich in sämtlichen Parlamenten deS • Empire(also außer in London auch im südafrikanischen Parlament, in Ottawa, Canberra, im Parlament von Neuseeland und vermutlich auch in der indischen Nationalversammlung) ratifiziert werde». Baldwin neuerdings beim König London. Im Fort Belvedere, dem derzeitigen Wohnsitz deS Königs, finden unauSgetetzt wichtige Beratumgen statt. Der Herzog von Port «ar i» der Nacht auf Dienstag bis 1 Uhr früh beim König, der Herzog von Kent wellt« am Dienstag dort. Dienstag vormittags fuhren der GchreralstaatSanwalt deS im Besitz deS König» befindlichen HerzogStumS Corwall, M o n ck t o n, und der Hauptsteuerbeamte deS Herzogtums Sir Edward Peacock, von Fort Belvedere nach London, wo Monckton eine Berntuug mit dem Ministerpräsidenten batte. Am Abend traf Baldwin selbst in Fori Belvedere ein. Zweieinhalb Stunden nach feiner Ankunft hielt sich Baldwin noch immer im Schloss auf. Auch der Herzog von York soll wieder im Schloss ringrtroffen sein. Sämtliche Fenster de» Schlosse» sind hell be- lruchttt. ♦ London.(Renier.) Zahlreiche Parlaments-/ Mitglieder erwarten, dah die Entwicklung der Dinge nunmehr einen raschenverlauf nehmen wird und rechnen damit, dah die Krise möglicherweise innerhalb 24 Stunden beendet sein wird. Einige Parlamentsmitglieder behaupten, dah Ministerpräsident Baldwin Mittwoch im Unterhaus eine wichtige Erklärung abgeben werde. Unter Himvei» auf die bereits bekannte Stellungnahme von Mrs. Simsen wird bemerkt, dah es nunmehr an dem König liege, seinerseits Schritte zu unternehmen. Frau Simpson nach Rom? Rom.„Äiornale d'Jtalia" erfährt, daß Frau Simpson Im Einvernehmen mit König Eduard EanneS verlassen und sich nach Rom begcken wird, wo sie Gast des Lord Berkeley und dessen Gattin Lady Mary in deren Billa unweit der Billa Borghese sei» wird. Bom Flugplatz Troydon ist ein Flugzeug mit drei Personen an Bord nach dem Kontinent gestartet und hat nach einer Zwischenlandung in Le Bourget, dem Pariser Flughafen, Richtung nach Cannes genommen, wo sich derzeit Frau Simpson aushält. Man nimmt an, daß es sich um englische Anwälte handelt, die Frau Simpson vor kurzem in ihrem Scheidungsprozeß vertreten haben. Vie englische presse zur Thron-Krise London.(Reuter.) Ueber die Erklärung de» Ministerpräsidenten Baldwin schreibt die.Time»", dah diese Ekllärung nur wenig Gelegenheit zu Mißverständnissen gebe. Da» Blatt wendet sich scharf gegen den Gedanken einer morganattschen Eheschlie- ßung, welche e» al» verrückte und bedauernswerte Ausgeburt von Naivität bezeichnet. Da» Blatt gibt der Ansicht Ausdruck, daß Großbritannien keinen Präzedenzfall dieser Art kenne und bezeichnet e» al» unglaublich, daß dieser Gedanke überhaupt auskommen konnte. .Morning Post" begrüßt die Erklärung Baldwin», da sie gezeigt habe, daß bisher keine Schritte unternommen wurden, die unwiderruflich wären. In seinen weiteren Ausführungen zollt da» Blatt Baldwin Lob dafür, daß er sich während der ganzen Dauer der Verfassungskrise würdig und diskret benommen habe. .Daily Herald" schreibt, daß die Nation nunmehr einen großen Schritt vorwärts zur Bildung einer einheitlichen Meinung gemacht habe, denn e» gebe nicht mehr viel Leute, die sich nicht darüber klar wären, daß die Ehe, welche der König wünscht, mit seiner Stellung unvereinbar ist. .Daily Expreß" gibt dir Ansicht Ausdruck, dah die Erklärung von Mr». Simpson dar Ende der Krise bedeutet. Auch nach.New» Thronicle" kann die Erklärung Mr». Simpson» zur Entspannung der Situa« tton, die allmählich unhaltbar geworden sei, beitragen. E» könne kein Zweifel darüber bestehen, wa» die Untertanen de» Königs wünsche». Da» Blatt redet Mr». Simpson zu, zu tun, wa» ihre 'Pflicht sei und wa» sie tun könne. .Daily Mail" schreibt, daß die Krise keine». Wegs beendet sei und verlangt, daß man dem König Bedenkzeit lasse. Bagatelllslerung der spanischen Beschwerde In Genf? ES scheint festzustehen, dass an der Sltzmtg de» BölkerbundrateS in Genf keiner der Aussenminister tellnehmen wird, die dem Rat angehl-' rrn. Weder Eden, noch DelboS, AntoneSeu oder Beck haben sich nach Genf begeben. Eden wirst durch den Nnterstaatsfekretär Cranborne vertreten. Man folgert in polttische» Kreisen au» dieser Art der Delegiorung, dass die Mächte die spanische Beschwerde gegen Deutschland und Atälien bagatellisieren, um nicht zu sagen boykottieren wollen. ES heisst auch, dass Eden versuche, die Verhandlungen in London zu konzentrieren. Man könnte diese» Bestreben vielleicht mit dem bekannten Bemühen England» in Zusammenhang bringen, die Entscheidung über Spa. niim überhaupt nach London zu verlegen und Grossbritannien die Möglichkeit einer Frieden»-. I Vermittlung zu verschaffen. Verwaltunssreform dringend notwendig Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld s» „Ich werde nwrgen noch einen Bersuch machen", sagte er.«Ich geb«S noch nicht auf." „Er muß sich ein Posten finden—" „Du stellst dir da» sehr leicht'vor. Warum suchst du nicht selber. „Ach tauge dazu nicht. Ich hab auch für mich nichts besseres gefunden, al» das Task Finsterbusch." Carola fragte nicht; sie wußte, wie der Bescheid ausgefallen war. „Nicht traurig sein, Carola", bat Billy. „Ach bin nicht traurig." --Haben Sie Ahrem Baier geschrieben?" „Nein. Dazu ist eS noch zu früh. Erst will ich auf eigenen Füßen stehen. Sonst gelingt eS ihm vielleicht, mich wieder zurückzuholen." „Wäre das so schlimm?" „Sprechen wir nicht darüber, Billy." ,Hch rufe den Mann morgen an und bringe ihn her," sagte Baal.„Er hat Geld und sucht eine Gelegenheit, es günstig anzulegen." Finsterbusch fühlte sich unsicher. Die Ge-. schichte kam ihm nicht ganz geheuer vor. Zuerst war kein Geld da, um den Bäcker und die Lichtrechnung zu bezahlen, und nun sollte Geld für neue Tapeten, neue Tische,, neue» Geschirr da sein? Er wollte nicht blind in eine Falle tappen. Aber man konnte den Mann mtt dem Geld ja Kommen lasse» MS er im Bett lag, daS Licht war verloschen, ergriff er die Hand seiner Fra». „Ach hab e» nicht bös gemeint, Eleonore." „ES ist schon gut," brummte sie. Schweigen. „Wie denkst du über den Plan? Soll ich.da» Cafe umbauen?" „£X> wir mit den allen Möbeln oder mit den neuen bankrott machen, ist doch ganz gleichgültig. Ob wir mehr Schulden haben oder weniger Schulden, wir können sie nicht bezahlen." „Dann soll ich«S also riskieren?" „Wie du willst." Schweigen. Die Uhr auf dem Nachttisch tickte. Sm Schützengraben, da hatte man rechts einen Freund und links einen Freund, und es gab kein Ding, Über da» man nicht hätte mit den Freunden sprechen können. Es geschah, daß man einen fragte, und er stumm blieb; man rüttelte ihn, da war er eiskalt und Blut troff aus einem Loch in der Schläfe. Eine Pranke griff an» Herz in diesem Augenblick, und es schien stille zu stehen: Den Bachinger hatte«» erwischt, Den Rumpler hatte e» getroffen,, beide verstanden etwas von Geschäften, er hätte sie heute fragen können, sie hätten ihm genau gesagt, ob Baal eS ehrlich meint, ob er«in Gauner war oder ein Narr. Di« Frau war verbittert, sie hatte die Last länge genug geschleppt, nun warf sie sie ab, vor seine Füße: da ist sie, nimm sie, trag.sie weiter, wenn deine Kraft ausreicht, Er drehte sich zur Wand, strampfte.die Decke' zurück, schNarschte. Die Frau lag noch lange mit offenen Augen. In einer Stube wie dieser lag, heute eine Mutter, ein paar Schritte weiter kauerte die Tochter lm Bett und heulte in'die Kiffen. Die Mutter fragt« und erhielt keine Antwort. Nicht» wußtest« von ihrem Kind, nicht», nichts; und doch war sie glücklicher Über dieses Weinen, als sie. über die Stille gewesen wäre und Has stumme Alleinsein.' XIV Baal hatte es eilig gehabt, er hatte Isabella nicht nach Hause gebracht. Mittelmeier diskutierte eifrig mit Gerleitner- der behauptete, die Krise sei«in ZersetzungSprozeß im Körper der Menschheit, sie sei nicht autzuhalten und zu überwinden, sie müsse zur Verwesung und zum Verfall führen. AIS Isabella da» Cafö verließ, machte sich auch Hugo auf den Heimweg. Sie ging ein Stück mit ihm, er wollte sich an der Ecke verabschieden, aber er wagte es nicht, der Frau die Hand zu reichen oder ihr zu sagen, daß er nun ein« andre Richtung einschlagen müßte. Er ging bi» zu ihrem Haustor neben ihr her, er sprach nur wenige Worte. Er war für sie immer nur der Kellner gewesen, der Mensch ohne Gesicht: nun entdeckte sie, daß er hübsch war, dichtes, helles Haar hatte, blaugraue Äugen, Über denen ein feuchter Schimmer lag, die Augen eine» heimlichen Träumers. Sie blieben vor dem Hautor stehen, sie gab ihm die Hand, er fühlte eine warme, weich« Frauenhand, er wagte, nicht, ihren Druck zu erwidern. Er stand da, er sah sie nicht an, er blickte auf seinen eignen Schatten, den die Straßen« laterne vor seine Füße malte. Er tat ihr leid; wenn Finsterbusch zusperrte',' lag er auf dem Pflaster, e» gab kaum ein« neue Stellung für einen arbeitslosen Kellner. Er hielt noch immer ihre Hand,^ seine Finger waren kraftlos. Da sagte^ sie plötzlich: „Sehen Sie mich dpch an, Hugo,' warum, schauen Sie denn immer auf ihre Füße?". . Er sah auf, überrascht, sein Blick flackerte, sein Herz klopfte.■ „Sie sind doch ein hübscher Junge, warum sind Sie so schüchtern gegen Frauen?" , Er wußte keine Antwort, er zog die Hand zurück! „Ich müß nun gehen," sagte er,„es.ist späf,. ich hab, eigen weiten Weg,'.'. „Kommen Sie näher," sagte sie und nahm wieder seine Hand. Sie zog ihn in den Schatten deS Haustores.„Noch nähert" Er stand neben ihr, lang, aufgeschossenhager, in einem dünnen, abgetragenen Anzug. Sie fühlte den Schlag seine» Herzens unter dem Rock., Ihre Finger umklammerten seine Pulsadern. Sie schoben sich langsam in seinem Aermel aufwärts. Er war wehrlos, Wenn er die Frau, zurückstieß, beklagte sie sich morgens bet Finsterbüsch, der warf, ihn hinaus, Isabella sah nur seine Augen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, legte den Arm um seinen Kopf, küßte ihn auf den Mund. „Dummer Junge, dummer schüchterner Lunge." Der Mund der Frau schmeckte süßlich, fettig; er wischte mit der Hand über die Lippen, die Hand hatte rote Flecke. ,„Da» ist nur Lippenstift," sagte sie,„da» ist kein Blut."' Er lachte verlegen. „Nun muß ich aber gehen."' Sie hielt sein« Handgelenke. „Ich-laß dich jetzt nicht gehen,' dummer Junge." -Hch müh nach. Hause." ,„Die Nacht ist lang." Das Tor stand offen. Sie zog ihn in den Flur, er wußte nicht, wo er war,« hörte Schlüssel raffeln, hinter'ihm, tappte über Stufen-■ dann raffelten vor ihm di« Schlüssel.Ein Licht■ zuckte auf, er stand in ihrem Zimmer. „Dort ist Likör, und drüben liegen Was« fein," sagte sie. Sie schloß da» Fenster. Man sah von drüben- in» Zimmer. Schritte klangen ,auf dem Pflaster, als das Fenster geschlossen war, wurde es totenstill. (Fortsetzung folgt.) 9k. 286 Mittwoch, 9. Dezember 1936 Seite 3 WWWUWWWWW WWWWW Vleu-vderderser 5dp- veshlessusschuk verhüttet Die„Prager Presse" meldet aus Mährisch- Ostrau: Waldemar Stillenburg, Obersturmbannerführer auS Deutschland, der sich unangemeldet und geheim bei seinem Vater, dem Stationsvorsteher deS reichsdcutschen Bahnhofes in Neu-Oderberg aufgehalten hatte, verwickelte sich in Beziehungen zu H e n l e k n l e u t e n, die vor einiger Zeit dazu führten, dass nicht nur Sttllenbuvg— dessen Vater übrigens aus Hult- schin stammt und bis zum Umsturz Cichy geheißen hatte—, sondern audj der ganze Bezirksausschuss der Sudetendeutschen Partei in Neu-Oderberg verhaftet wurde. Der Prozess gegen ihn und gegen drei hervorragende Repräsentanten der Henlein-Partei wird wegen Vergehens gegen 8 2 des SchutzgesetzcS noch vor Weihnachten teils in Brünn, teils in Mährisch- Ostrau zur Verhandlung lommen. Interessant ist, dass in diesem Zusammenhang auch ein Prozess gegen den Wgeordneten der SdP Knarre in Olmütz anhängig ist. Entschiedene Worte der LeslonSrsemelnde Gegen das Packeln mit der SdP— Für Zusammenarbeit der demokratischen Parteien— Anerkennung deutscher Forderungen Die Tschechoslowakische Legionärgemeinde, welche die weitaus überwiegende Mehrheit der Angehörigen der tschechoslowakischen Auslandsarmeen umfasst, hielt Sonntag in Prag eine Tagung ihres Vorstandes ab. Kommt der Stimme dieser freiheitlichen Organisation, deren Einfluss auf die tschechische Oeffentlichkeit seit jeher ein ausserordentlich starker war, an sich grosse Bedeutung zu, so verdient diese letzte Tagung eine besondere Beachtung, weil sie sich mehrfach in positiver Weise mit dem deutsch-tschechischen Verhältnis und den Erfordernissen der deutschen Bevölkerung befasste. Die Legionäre erneuerten vor allem ihr Bekenntnis zur Bereitschaft und erhöhten Ber- antwortlichkeit für daS Schicksal und die Entfaltung derdemokratischenRepublik. In diesem Sinne äppellieren sie auch an alle führenden Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens und an die staatliche Administrative,.Bon diesem-Grundsätzen ausgehend, nahm dann die Tagung zu den wichtigen innerpolitischen Problemen Stellung. Die Resolution erklärt:-.- Die Vertretung der Tschechoflowakischen Le« qionävgemefnd« hält di« Zusammenarbeit der demokratischen Parteien für die Festigkeit und die Entwicklung unseres Staa- • te» für«ine Selbstverständlichkeit. Die Legionäre erklären, dass sie alle Kombinationen, welche auf eine Zerschlagung dieser demokratischen . Zusammenarbeit«Bzielen, welche die Bildung zweier feindlicher Lager zur Folge hätten und . welche dem demokratischen Geist der Volke- nicht entsprechen, entschieden und grundsätzlich ablehnen. Die Alarmnachrichten, welche in-voson- ■ der« im Grenzgebiet verbreitet werden und da» Gefühl der Unsicherheit unk Unruhe Hervorrufen sollen, sind weder durch diEituation im Inland noch im Ausland begründe" Man kann nicht fehlgehen, wenn man in dem Appell zur erhöhten Verantwortung, der an die Führer des öffentlichen Lebens gerichtet ist und dem Bekenntnis der Legionäre zur demokratischen Zusammenarbeit vorangeht, eine Kritik an jener Gruppe erkennt, welche auch jetzt noch das Kokettieren mit den Henleinleuten nicht aufgegeben hat und im rechten Flügel der tschechischen Agrarier ihr Sprachrohr besitzt. Unterstrichen wird diese Tendenz durch die ausdrückliche B e r- w e r f u n g des Gedankens, dass eine Zusammenarbeit mit der. SdP zulässig wäre: Die Vertretung der Tschechoflowickischen Legionärgemeinde hält eS für unmöglich, dass irgendeine Zusammenarbeit tschechoslowakischer demokratischer Parteien mit der S u d« t e n- deutschen Partei erwogen wird, deren Ideologie.u n b e r«1 n b a r ist mit der demokratischen Verfassung unseres Staates und dem demokratischen Geist des tschechoslowakischen Volker. Demgegenüber werden die Bemühungen der d e ü ts chen ä k tivistif ch e»Parteien um eine weitere Regelung der deutsch-tschechischen Beziehungen gewürdigt. Bon der Tagung wurde der BollzugSauSschuss und die politische Kommis- stoss beauftragt, sich mit dem deutsch-tschechischen Verhältnis intensiv zu befassen. Besonders begrüssenswert ist, dass auch einzelne konkret« Fragen positiv behandelt wurden. Die Legionär« gemeinde anerkennt die Notwendigkeit, das deutsch'« R un dfun^wesen-in der Tschechoslowake! sozuregeln, wie dies seit lgngem gefordert-wird und erklärt in der wirtschaftlich«» Resolution,, dass die Reaktivierung des de ü tsch e n W irts ch a ftSgebteteS notwendig und eine Voraussetzung der Bekämpfung der Henleinbewegüng- ist,. j Die Tagung war ein Schritt stach vorwärts zur Klärung der Ansichten- Den Weg verfolgen», der zum Vorteil ihres e I g e n e» Volkes führt, gelangen die Legionäre auf bedeutsamen Abschnitten zu- denselben Ergebnissen, zu welchen sach liches und polittsch klarsehendes Denken auf deutscher Seite kam. Die Meinungsäusserung des LegionärverbaydeS ist eine Bestättgung: Die wohlverstandenen Interessen beider Völker führen zu g l e i ch«n Zielen: Zu demokratischem Zusammenleben und zu gemeinsamer Arbeit für die soziale, kulturell« und politische Wohlfahrt aller. Je. allgemeiner diese Grundsätze durchdringen und je mehr Menschen auf beiden Seiten sich von den leeren Schlagworten einer scheinradikalen Politik freimachen, desto grösser wird der Nutzen für den Staat und seine gesamte Bevölkerung sein.'' Lundbergs sudetendeutsche Eindrücke Gunar Lundberg, der bekanntlich«in« ganze Reihe von Borttägen in unserem Gebiete hielt, teilte einem Mitarbeiter unseres Blattes seine Eindrücke mit: Welche Eindrücke hatten Sie auf Ihrer Bor- kagSreise gewonnen? Bor allem: ich habe den Mut und die Wtl- lensfesttgkett der deutschen sozialdemokratischen Arbeiter in der Tschechoflovakei bewundern gelernt. Denn eS ist wahrhaft Mut und Tharalterstärke ttotz der traurigen wirtschaftlichen Verhältnisse der nationalen Psychose der Deutschen nicht zu unterliegen; man bekommt wirklich den Eindruck, dass der Kern der sudetendeutschen Arbeiterbewegung gesunder denn je ist. Denn die Menschen, die einer derarttgen Psychose widerstehen können, deren UeberzeugungSkrast muss ungeheuer sein. Konnten Sie auch Gelegenheit finden, sich über die Henleinbewegung«in Urteil zu bilden? Ich habe jedenfalls die Empfindung, dass die Henleinbewegung der deutschen Sach« in der Tschechoflovakischen Republik ausserordentlich geschadet hat. Ein Zufall wollte es, dass ich ein wenig Einblick bekam in das Denken der Leute und ihr Reden, wenn sie glauben unter sich zu sein. Ich muhte auf der Reise von Karlsbad nach Prag unfreiwillig Zeuge eines Gesprächs von— offenbar— Funktionären der SdP anhören. Dann konnte ich mir wohl erklären, dass sehr viele Tschechen zu den Deutschen der Republik nicht mehr das Bertvauen haben wie früher. Und diese Vertrauenskrise muss ja zur Folg« haben, dass di« Lage der Deutschen hier schwieriger wird. Hoffentlich hat die Hochkonjunktur des Nazismus im deutschen Gebiet bald ein Ende. Sie kgmxten ja Wohl dse MfpMtk schon. ein wenig von früheren Besuchen. Konnten Tie Per« gleiche ziehen gegenüber Ihren damaligen Einrücken? Natürlich ist«S schwer für«inen Aussenstehenden nach ein paar Tagen ein wirkliche» Urteil zu fällen. Ich glaube wohl, dass eine wirtschaftliche Besserung in einzelnen-Gebieten eingetreten ist ustd in manchen Orte» ist der Aufschwung der Konjunktur auch ganz offenkundig. Dort fand ich dann auch unsere Freund« sehr hoffnungsvoll. Aber ich muh sagen, dass die Löhne auch dort, wo eS Arbeit gibt, unvorstellbar niedrig sind. Zum Beispiel in der Textilindustrie. Wenn ich mir als Ausländer gestatten darf: ivaS besonders einem Schweden auffällt, ist das ungewohnte Verhältnis der indirekten und direkwn Steuern. Es sollte auch ein Weg gefunden werden, damit der Staat für die öffentlichen Arbeiten den Gemeinden ausreichende Mittel zur Ver- fügung stellt. Wir, in Schweden, geben den Gemeinden bis zu 90 Prozent bet Arbeitbeschaffungskosten. Und welchen Eindruck müssw es auf die Deutschen in den Notstandsgebieten machen, wenn es hflsst, es kommt effektive Hilfe aus P r a g. Ich glaube, dass das Verhältnis zwischen Tschech«n.und Deutschen in.der Republik zu einem grossen Teil ein WirtschastSproblem ist. Natürlich weiss ich, dass«S in den tschechischen Arbeiti- losengebteten auch traurig genug aussieht. Aber die Deutschen, daS ist ja doch da» ganze grosse Problem der Republik und wenn e» Arbeit gibt, dann lassen sich die anderen politischen Probleme wohl viel leichter lösen. „Schenkt man der Entwicklung in der. Tschechoslowakei in Skandinavien Aufmerksamkeit? Aa, daS kann man wohl sagen. Für uns Skandinavier, ist ja di« Tschechoflovakei eine Insel der Demokratie— trotz gewissen Schwächen. Und die Bewunderung der. Skandinavier für einen Mann wie Masaryk ist ja ausserordentlich. Unser« kulturellen Beziehungen zu Böhmen sind ja uralt. Es ist mein« Hoffnung und ich denke sicher auch vieler anderer Schweden, dass die Beziehungen"zwischen den nordischen Demokratien und der. einzigen mitteleuropäischen Demokratte noch enger geknüpft werden, als es schon bisher der Fall war. Wir in Schweden schätzen wirklich die Tschechoslowakisch« Republik als einen der stärksten. Friedensfaktoren Europa»." Tödlicher Unfall auf. dem Bihl-Schacht bei Haan brechend« Decke und kurz darauf stürzte die hängende Lettenwand ein und begrub den Grubenarbeiter unter sich. Vier Mannschaften trafen bei der Unfallstelle«in, konnten aber bis zum Schichtwechsel um 10 Uhr abend» den Verunglückten nicht bergen. Der Verschüttete hinterlässt die Witwe mit einem unversorgten Kind. Seit dem November 1985 ist dies der dritte tödliche Unfall, der sich auf dem Bihl-Schacht ereignete. DI« Belebung der Neudeker Heimindustrie Aus Neudek im Erzgebirge wird un» berichtet: Im Rahmen der vom Bezirkshauptmann Dr. Skramltk in Neudek in» Leben gerufenen Notstandsaktion wurde In der Erzgebirgsstadt Neudek ein Kur» für Stoffhandschuhnäherinnen eröffnet, an welchem unter Leitung einer vom Ge- werbesöcderungsinstitut der Handels« und Gewerbekammer in Eger entsendeten Lehrerin cttva 60 Frauen und Mädchen teilnehmen. Di« Belebung in der Stofshandschuhindufttie hat zu einer gesteigerten Nachfrage nach eingearbeiteten Kräften geführt und damit zu einer nicht unwesentlichen Bereicherung der Hausindustrie im Bezirke Neudek, wo bisher die Stoffhandschuhnäherei fast gar nicht betrieben worden ist. Auch sonst verzeichnet der Bezirk Neudek«inen Rückgang der Arbeitslosigkeit, der allerdings lediglich der Textilarbeiterschaft nach wie vor unverändert günstig ist. Der Mann„von drüben" mit dem GipSver- iand. vor einiger Zeit kam bei PeterSwald ein reichsdeutscher Motorsahrer mit einer Frau über die Grenze. Wenige Meter nach der Grenzüberschreitung fuhr der Mann, der die rechte Strassenseite benützte, mit einem Fuhrwerk zusammen, ohne ernstlich Schaden zu nehmen. Es wurde dann festgestellt, dass de» Motorfahrers rechtes Bein mit einem dicken Gipsverband versehen war, aber keinesfalls al» Folge des Zusammenstosses. Der kluge Motorfahrer, der schon mit dem eingegipsten Fuss di« Grenze Überschritten Hatje, suchte jedoch in Aussig verschiedene.Bereine und Korvom» tionen auf, wo er unter Hinweis auf seine schwere Verletzung— und weil er aus Hitler-Deutschland kam— nicht vergeblich um Unterstützung bat. Die in solchen und ähnlichen Fällen besonder» hilfsbereiten Vereine empfingen Scheffler mit offenen Armen. Vom„Deutschen Hilfsverein" erhielt er allein 800 fti... Am nächsten Tage erfuhr man dann, dass der ominös« Motorsahrer— nachdem er da» Geld beisammen hatte— mit einer gtotzeü Schere den GkpSverband vom Beine schnitt (die 800 ltö waren offenbar eine recht wirksame Medizin gewesen),«inen hohen Kanadierstiefel anzog und mit seinem Motorrad Nr. IA 98.799 über Prag nach Ungarn fuhr. Di« politische Abteilung der vusstger Staatspolizei fahndet nun nach dem reichsdeutschen Motorfahrer aus Ber« lin-SO. Gin erschütternder verfall ereignete sich Sonntag vormittag» in Tellnitz bei Aussig. Eine 68jäh« riß« Frau au» Rollendorf wurde von einem Strassenbahnwagen erfasst und auf der Stelle getötet. Die schwerhörige Frau hatte wahrscheinlich die Warnungssignale de» Wagenlenker» nicht gehört. Sie war nach Tellnitz gekommen, um ihre Tochter zu verständigen, dass ihr Mann im Sterben liege... Selbstmord eine» Mörder» nach der Tat. Wie un» au» zuverlässlicher Quelle gemeldet wird, hat sich in dem Dorf Gängerhof bei Petschau am Dienstag«in« entsetzliche Bluttat ereignet.. In einem abseits liegenden Gehöft wurde «in Hausbewohner ermordet; nach der Tat beging der Mörder Selbstmord. Nähere Einzelheiten stehen bi» zur Stunde noch au». i- Dor Vorsitzende ber Regierung Dr. Milan HodZa empfing Dienstag den Besuch de» Gesandten Frankreichs, de» bevollmächtigten Minister- Grafen de Lacroix, mit dem er längere Zeit konferierte. Im Rahmen der Konferenz wurden auch die mit den Verhandlungen zwischen Prag und Pari» bezüglich der Neuregelung der tschechoslowakisch-französischen handelspolitischen Beziehungen zusammenhängenden Fragen berührt. Vertrauen»ur Regierung Slum Pari». Nach einer gemeinsamen Sitzung der kommunistischen und der sozialistischen Partei, bis am Dienstag stattfand, wurde rin Kom- muniqurr auSgegeben, in dem et heisst, dass die Vertreter der beibin Parteien einmütig den Wunsch nach einem gemeinsame» Vorgehen beider Parteien ausgesprochen haben. Dir Berttetrr ber kommunistischen Partei brachten bat Ber- trauen zur gegenwürttgenRe- gierung Blum und bi« Erwartung zum Äuöbruck, bass diest in enger und brüderlicher Zusammenarbeit mit ihnen in der verwirtlichung de» Programms der Volksfront fortfahnen werde. Das Pressegesetz vor der Kammer Die„Freiwilligen”- Tra ns porte Deutschland und Italien sabotieren Gegenmaßnahmen London. Bei der Sitzung des Subkomk« tecö deS NtchtetnmischimgSauSschnsseS verlangten der deutsch», der italienische und doc portugiesische Delegierte, dass di« Prüfung der Frage deS Eintreffens von Freiwilligan in Spanien vertagt werde. Der englische Delegierte schlug, unterstützt von dem französischen und dem sowjetrussischen Delegierten, di« sosortigeve- Handlung dieser Frage vor. Ausserdem wandten sich der deutsche, der italienische und der portugiesische Vertreter gegen die Absonderung der erwähnten Frag« von den a n d e r e n Fragen der indirekte:« Einmischung. Nach dreistündiger Debatte wurde beschlossen, die Angelegenhett dem Hauptausschutz vorzulegen. Sn dem betteffanden Bericht heisst«S u. a.r 1. ES wurde einmütig anerkannt, dass dem direkten sowie dem indirekten Eingreiseu in hip spanischen Angelegenheiten unbedingt ein End« gemacht werden Wutz. 2. Der Unterausschuss anerkennt einmütig, dass die erste unverzüglich zu«greifende Massnahme daS Verbot der Entsendung sowie deS Transites von Freiwillige» nach Spanien sein muss. Die vertteter Deutschland», Italiens und Portugal» erklärten jedoch, datz sie zu dieser Frage keine Stellung nehmen könnten, da sie von ihren Regierungen noch keine Weisungen erhalten hätten. Der Ausschuss wird die im Richtinterven» tion».Komitee vertretenen Regierungen ersuche», ihm mitzuteilen, welche Massnahmen sie zur ver- Hinderung der Anwerbung sowie der Entsendung von Freiwilligen nach Spanien zu ergreifen gedenken. Tschechoslowaken unter Spionageverdacht Verhaftungen in Barcelona Der gelegentliche Berichterstatter de» Tschechoflowakischen Pressebüro» meldet aus Barcelona: Montan um 18 Uhr wurde ein telephonisches Gespräch mit der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Madrid erzielt, in dem mitgeteilt wurde, dass ganze Häuserblock» in der Nähe de» Gesandtschaftsgebäudes durch Fliegerbomben und Brände z.rstört wurden. Die Moral der Regierungsmiliz in der Hauptstadt sei sehr gut. Die auf der Gesandtschaft befindlichen 60 Flüchtlinge sind vorläufig in Sicherheit und können im Fall« der Notwendigkeit durch das tschechoflowakisch« Konsulat in Barcelona evakuiert werden. Drei Lssche- choslowaken, welche in Barcelona unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden waren, sind freigelasscn worden, während«in vierter in Hast belassen wurde. In Barcelona spielen di« Theater und Kino» und auch der Verkehr ist hanz normal, Antonio M i j e, Mitglied de»^auptauö» schuss«» der kommunistischen Partei Spanien», ist znm„GeneralkrlegSlommissär" ernannt worden. Mije soll bei der Verteidigung von Madrid eine führende Rolle gespielt hoben. Der verteidi» gungichef von Madrid, General M i a j a, ist seines Posten» enthoben worden. Abkehr Amerikas vom Haager Schiedsgericht BuenoSAireS. Nach dem uruguatzani- fchen Konventionsentwurf, welcher der panamerikanischen Konferenz vorgelegt wurde, sollen Streitfälle jedweder Art einem Schied»- und Arbitrageverfahren unterworfen werden. Gleichzeitig wird in diesem Entwurf da» Recht beseittgt, dies« Streitfälle dem Internationalen Gerichtshof im Haag vorzulegen. Stapellauf In Klei Kiel. DaS 2S.000»Tonnen-Schlachtschiff „Gneisenau" ist Dienstag hier in Anwesenheit des Reichskanzlers und de» Oberbefehlshabers der deutschen Armee, Generaloberst von Fritsch, vom Sta' el gelassen worden. gerichtliche Verfolgung falscher Meldungen und Ehrenbeleidigungen durch di« Presse. Die Rechte und da» Zentrum legten zahlreiche Abändermtg», anträge vor, die bemüht sind, de» Regierungsentwurf zu mildern, namentlich wa» die beabsichtigte Bestrafung von Pressevergehcn durch die lieber» tretungSgerichte an Stelle der bisherigen Geschworenengerichte betrifft. Di« Anträge wurden durchwegs abgelehnt. Die Kammer beabsichttgt den ganzen Kemple» deS RegierungSentwurfe» in einer Nachtstt- »ung durchzupeitschen. Di« kommunistischen Deputierten stimmten im Laust, des Tage» durchwegs mit der Regierungsmehrheit der VoNSstont, wenn sie auch im Laust der Debatte einigemal« Vorbehalte betreffend die beabsichtigten Aenderungen verbrachten. Montag abends gegen 6 Uhr ereignete sich auf dein Bihl-Schacht ein schwerer Unfall.: Der 3j Jahre.alte.Bergarbeiter Karl Tittl auö Haan wär in' einem ausgekohlten Plan mit dem Rauben de» Holze» beschäftigt," al» dringende Warnungsrufe feinet Kollegen. erschollen. Tittl I. Die Kammer behandelt seit Dienstag früh konnte das rettende Mundloch nicht mehr errci-l den zweiten Teil des RegierungSenttoucfcö über chen. DrÜ Meter vor dem AuSgang traf ibn Nestle Novelle zum Pressegesetz, betreffend die straf- Vie kommunistische Extratour abgeblasen Sette t Mittwoch, v. Dezember 1986 Nr. S8S Londerbara Katastrophen-Betrachtung Das„Prager Tagblatt" stellt in einem Bericht über das entsetzliche Einsturz-Unglück beim Bau der Prager Börse fest, das; man von der Straße her die eigentliche Stätte der Kota- strophe und damit auch die NettungLarbeiten nicht sehen könne, weil das Außengerüst des Baues, das unversehrt geblieben ist, die Sicht hindert. Das ist richtig. Und richtig, der Tatsache nach, ist auch die weitere Feststellung des genannten Blattes: Die Besucher von„Madame Butter- fly" im Neuen Deutschen Theater verfolgten während der Pause aus den Gängen des Theater» die Bergungsarbeiten. E» war die einzige Stelle außerhalb des Bauplatzes, von wo man die Rettungsarbeiten verfolgen konnte. Wie gesagt: die Beobachtung des Bericht« erstatters ist richtig. Und doch ist das, so scheint es uns, durchaus nicht richtig. ES mag schon nicht unstrittig sein, ob man an dem Wend des Unglücks, während noch nach Verletzten oder gar Toten, gesucht wurde, in der Nach- barschaft dieser Stätte nicht besser getan hätte, überhaupt nicht Theater zu spielen. Völlig un- strittig aber wohl ist, daß das Interesse oder die Neugier, ja selbst die Teilnahme derer, die von den Wandelgängen eines Theaters aus, während der Borstellungspausen, bei hellerleuch, tcten Fenstern und in schönen Kleidern auf den Platz deS Grauens hinabblickten— daß dieses Zuschauen nicht gerade erquicklich sür jenen ge- wesen sein mag, dem die Vorstellung zerrissener Leiber jede Vorstellung beispielsweise von„Ma- däme Butterfly" verleidet hätte. Was aber soll man dazu sagen, daß die Presse eigens der Thea- terzüschauer dieses wirklichen DramaS gedenkt? Wir nehmen nicht an, daß derjenige,, der das niederschrieb, damit eine andere Absicht als die verband, eine Nebensächlichkeit, die ihm interessant erschien, festzuhalten. Mer die Wirkung ist, außer der. von uns geschilderten, un- gefähr die: Wer Montag abends im Deutschen Theater war, hatte den Vorteil, von der„einzigen Stelle" auS den Unglücksbauplatz zu über- schauen; und vielleicht veranlaßt das den einen oder anderen, am Dienstag oder Mittwoch in dieses Theater zu gehen, damit er von dort aussen kann, was sonst zu sehen ihm ver- wehrt ist....' Solche Wirkung entsteht, wenn eben jour- nalistischeS Mitteilungsbedürfnis stärker ist als menschlicher Takt und Respekt vor Leben und Tod. Wölfe. Im Bezirk« Medzilaborce in den Karpathen sind bereits Wölfe ausgetreten, die in den Dörfern und unter den Tieren große Schäden angerichtet haben. Das Personal des Großgrundbesitzes Skoda in Medzilaborce schoß in der vergangenen Woche drei Wölfe und fing einen im Fangeisen. Auch in Karpaihoruhland sind Wölfe aüfgetreten, die sich infolge der strengen. Kälte näher an die menschlichen Siedlungen heranwagen. Die staatliche Forstdirektion in UZHorod hat dieser Woche im Bereich der Forswerwaltung in Ljüta, wo Tiere von Wölfen zerrissen wurden, «ine Wolfsjagd angeordnet. Bluttat im Walde. Dienstag vormittag» wurde unweit der.Gemeinde Strabiievo im Bezirk Mitkaievo der Heger der Gemeinde Go- ronda, der 88jährige Ivan LohivLik, tot aufgefunden. Der Heger, der zwei unversorgte Kinder hinterläßt, wurde am 8. Dezember zum letzten Male gesehen und wird seit dieser Zeit vermißt, Er scheint das Opfer eines Mordes geworden zu sein. Schrecken deS Bergwinters. Zwei in Mayrhofen, im Zill,.ertal bedienstete Knechte wurden bei Ileberquerung der Gletscher am StillupkeeS von einem Schneesturm überrascht und verloren den Weg. Der eine von ihnen stürzte ab. Der andere mußte die ganze Nacht an der Leiche seines Kameraden zubringen und gelangte erst nach dreitägigem Marsch mit schweren Erfrierungen> nach Mayrhofen zurück. In einer Jagdhütte im| Bomperloch bei Schwaz sind vier Jäger einge-i schneit. Eine achtköpfige Mannschaft ist aufge-' brachen, um sie zu befreien. Mit dem Aut» in» Meer gestürzt. In Algier! stürzte eine Autodroschke, in der drei Matrosen fuhren, infolge des schlechten Wetters und der' Dunkelheit vom Hasendamm ins Meer; Die Lei- I chen der' drei Matrosen und des Chauffeurs konnte von der Feuerwehr geborgen werden. Furchtbare Flut auf de» Philippinen. Erst! setzt traf In Manila ein Bericht des Gouverneurs I der Isabella-Provinz im Nordwesten der Inseli Luzon ein, ivonach am 4. Dezember um 4, Uhr eine furchtbare Flut über diese Gegend hereinbrach, die 84 Städte und Dörfer zerstörte.' Menschen und Tiere, wurden. ins Meer geschwemmt. Sämtliche/Verbindungen mit- der Provinz sind unterbrochen. Die Zufahrtsstraßen sind unterspült/Der Gouverneur schätzt die Zahl Mc Elnslurzkatastroplic im Börscnbau Der Tote geborgen* Der Daoiohrer verhaltet Prag.(Tsch. P.-B.) Um Mitternacht waren die Arbeiten an der Bau-Unfallstelle in der Hooverova tkidä in Prag soweit fortgeschritten, daß die Stelle festgestellt werden konnte, an der der Arbeiter Pohorskh unter den, Trümmern begraben liegen muhte. Ein Mitglied des Feuer- wehrkorps war mit einem Reflektor vom Keller durch einen Gang bis zu dieser Stelle vorgedrungen, wo er einen Fuß des unglücklichen Arbeiters herausragen sah, und er konnte-den oben arbeitenden Soldaten der Äffistenzabteilung genau angeben, wo sie graben sollen. Die Untersuchung wird eifrig fortgesetzt. Bisher sind zwei Bauführer einvernommen worden. Die auf der Klinik Schlosser liegenden schlver verletzten Arbeiter konnten noch nicht ein« vernommen werden, da dies ihr Zustand nicht erlaubt. Der Maurer Bohumil PapouSek, der die schwersten Verletzungen erlitt und bewußtlos auf der Klinik Jiräsek liegt, wird, wahrscheinlich operiert werden. Nach Mitternacht wurde im Keller de» Neubaue» in der Hooverova tkida bei der Beton«, maschine die Leiche de» Arbeiter» Johann Pohor«' skh geborgen. Nach der Bergung wurde die Leiche vom Polizeiarzt besichtigt und in da» Institut für gerichtliche Medizin zur Vornahme der Obduktion überführt. Vom Neubau sind zwei Stück Beton, ferner die Pläne de» Neubaues behufs amtlicher Untersuchung beschlagnahmt worden. Wie tschechische Blätter berichten, haben die leichter verletzten Arbeiter ausgesagt, daß die Konstruktion des HolzgerüsteS zu schwach gewesen sei. Die Stützen hätten nicht der Toten auf mehre re Tausend. Die Flut wird als die größte bezeichnet, die jemals die Insel helmgesucht hat. Der Brand auf der Grube„Therese" in Schlesisch-Ostrau war um Mitternacht lokalisiert. Dem Feuer fielen ein Holzgebäude, das Gummitranspottband und zwei Motoren zum Opfer; der Elevator wurde stark beschädigt. Es drohte auch die Gefahr, daß der Brand auf die großen Kohlenstaubvorräte übergreifen und durch eine Explosion noch größeren Umfang annehmen werde. Diese Gefahr verhinderten erfolgreich drei Feuerwehrabteilungen mit Motorspritzen, Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.>> Flugzeug im Südatlantik verschollen/ Die Pariser Oeffentlichkeit schwebt seit Dienstag früh in ängstlicher Unsicherheit über das Schicksal eints der besten französischen Flieger, Mer m.o z. Dieser verließ mit vier Gefährten auf dem Wasserflugzeug»Südkreuz" Dakar mit dem Ziele Natal, wo er spätestens um Mitternacht auf Dienstag landen sollte. Die letzte Funkmeldung lautet, daß sich das Wasierflugzeug rund 790 Kilometer von Dakar befindet und wegen Propeller« und Mowrdefektes gezwungen ist, auf offener See niederzugehen. Den ganzen Tag über suchten Wasierflugzeug« das Meer an den Stellen ab, die das Wasserflugzeug voraussichtlich pasiiert hat. An den Nachforschungen haben sich außer französischen Flugzeugen ein deutsches Wasserflugzeug und zahlreiche Dampfer beteiligt, die sich eben auf der Fahrt durch den südlichen Atlantik befinden. Da die See ruhig ist, nimmt man an, daß da» Wasierflugzeug normal auf dem Meere landen konnte und die Flieger am Leben sind. Meisterleistung eine» Schauspieler».., Der „Pr. Presse" wird au» Wien berichtet:„Im Theater an der Josefstadt wurde über Empfehlung Reinhards ein Schauspieler' namens Kaspar Brandhofer engagiert, der aus dem Pustertal stammte und sich durch einen wallenden blonden Vollbart auszeichnete. Sein Auftreten war eine Sensation und die Wiener Blätter brachten spaltenlange Berichte über seine künstlerischen Qualitäten. Nunmehr hat sich her- auSgestellt, daß Kaspar Brandhofer der Berliner Schauspieler Le o Reuß ist, der bis zum Jahre 1988 an der Berliner Staatsbühne- tätig, war und dann wegen seiner jüdischen Abstammung entlassen wurde. Als er lange Zeit.keinen Posten finden konnte, kam er auf die Idee, sich einen Bart wachsen zu lassen,, den er dann, al» er eine entsprechende Länge erreicht hatte, blond färben ließ. Mit diesem Aussehen und auf- Grund seiner Angaben, daß er aus Tirol stamme, wurde er von dem Wiener Josefstädter Theater: sofort engagiert. Di« Direktion des Theaters teilt mit/daß der Schauspieler Kaspar Brandhofer identisch.ist mit dem früheren Berliner Schauspieler Leo Reuß. Sie wolle au» menschlichen- Gründen davon- absehen, au» der Angelegenheit disziplinäre. Konsequenzen zu ziehen."--—Leo Reuß, der von früher her als ein sehr guter Darsteller bekannt war, hat mit dem, freilich tragischer Notlage entsprungenen Streich sein schauspielerische» Talent aufs neue erwiesen. Er sollte daraufhin-,eigentlich als schlichter Leo Reuß ein anständiges Engagement erhaltenl Au» der japanischen Bankwelt. Fünf Mitglieder einer internattonalen Falschmünzerbände wurden unter aufsehenerregenden Umständen in gokahüma verhaftet,-u. zw. zwei ehemalige jqpä- nische Bankdirektoren, die vorher auch im Hofministerium Beamtenstellen' bekleidet, hatten, halten, können. Man habe den Bauführer wiederholt darauf aufmerksam gemacht. Der Bauführer/ Ina. M a z u r a, behauptet demgegenüber, die Konstruktion sei gut berechnet gewesen und der Einsturz sei ans die plötzliche"Loslösung eines Keils■' zurückzuführen. Die Sachverständigen haben für die Ausarbeitung des Gutachtens um eine Frist von sechs Wochen ersucht. * - Die Polizeikorrespondenz' teilt u. a. mit: Dienstag halb 12 Uhr vormittags fand sich bei dem Neubau der Effektenbörse, eine Gerichts» kommisiion," ein, Die GerichtSkommisiion untersuchte das eingestürzie Gerüst" de» Saales des Börsenpalais und verblieb, abgesehen von einer kurzen Pause, an der Unfallstelle bis 18 Uhr. Die Gerichtssachverständigen konstatierten-alle Umstände/die bei der Beurteilung und Feststellung der wahren Ursache des Unglück» maßgebend sein könnten. Die GerichtSkommisiion hat die entsprechenden Pläne und andere Schriftstücke beschlagnahmt. I» die Polizeisicherungshaft- wurde Jng. Mazura genommen, ter die Aussicht bei der Durchführung de» Baues der Effektenbörse durchführt«. Durch die. Untersuchung an Ort und Stelle wurde festgestellt, daß Jng. Maznra mit dem Bau des- Gerüste» Anion M a r ä k, einen Arbeiter, betraut hatte, der htefür absolut keine Borschulung besitzt und kein Zimmermeister Ist. Anton Makäk, der nur eine vierklasiige Volksschule absolviert hat, wurde ebenfalls in Sicherungshast genommen. Die GerichtSkommisiion hat an Ort und Stelle verschiedene Anweisungen betreffend die Sicherstellung de» Material» gegeben, aü» welchem da» Gerüst hergestellt würde. Die-beiden Angehaltenen werden in der Sicherheitsabteilung weiter verhört. außerdem ein Rechtsanwalt sowie zwei dänische Staatsangehörige. Nach der Agentur Domei stehen die Verhafteten in Verbindung mit führenden Persönlichkeiten der Bankwelt und der Politik. Lynchjustiz. Wie au» Laurell im Staate Mississippi gemeldet wird, hat sich dort ein Fall von Lynchjustiz ereignet. Man fand die Leiche eines 17jährigen Negers an dem Gerüst einer Eisenbahnbrücke äufgeknüpst. Die Wolkenbrüche der letzten Tage haben in Adana und Umgebung(Türkei,) eine Ueber- schwemmungskatastrophe hervorgerusen. Etwa 600 Häuser sind allein in Adana eingestürzt. Da» Wasser steht, in den Straßen zwei Meter hoch. Man rechnet mit. Hunderten von Toten. Etwa 39.909 Einwohner sind obdachlos. Es ist so gut wse" ausgeschlossen! vorläufig der Bevölkerung" zu Hilfe eilen zu"können. Die Eisenbahnverbindungen sowie Telephon und Telegraph sind unterbrochen. Bisher konnte noch kein Sinken der Fluten verzeichnet werden. -Einkommen und Bermögen Eduard»"VIII. Eine Abdankung des Königs hätte zur Folge, daß ihm'seine Bezüge gesperrt werden würden. Aber das gleiche würde auch bei einem Konflikt mit dem Parlament eintreten, das das Recht hat, die ZwiUiste des Königs zu verweigern. Insoweit sind die"Entschlüsse"des Königs" auch von finanziellen Folgen begleitet. Aber der König bliebe auch nach seiner Abdankung" einer der reichsten Männer Englands. Denn zunächst einmal hatte er"laufende persönliche Einnahmen aus den" beiden Grafschaften Cromwall und Lancaster. Außerdem besitzt er.ein sehr großes Bermögen, da» ihm von seiner!Großmutter, der Queen Victoria, zugefal- len ist; die" alle ihre persönlichen Ersparnisse ihrem geliebten Urenkel" vererbte. Dieses Vermögen dürste sich auf etwa 8 Millionen Pfund(zirka 409 Millionen Ki) belaufen. Man schätzt das persönliche Einkommen Kössig."Eduards auf etwa. 800 Arbeiter-Wintersport-Olympiade in Johannisbad /18.—21. Feber Der Slalomlauf der 8. Wintcrsportolvmpiade in Johannisbad dürste zu den interessantesten Wettbewerben gehören. Zum ersten Male wird im olympischen Programm der SASJ der Slalomlauf durchgeführt. Für diesen Lauf sind drei Strek« ken in Vorschlag gebracht worden, jedoch-dürste jene Strecke in Betracht kommen,- die In allernächster Nähe von Johannisbad. liegt und für Wettläufer und Zuschauer bequem zu erreichen ist. Die erst« Strecke ist die Strecke vom oberen Spiegelhau» über den Spiegel gegen Schwärzental. Der Start würde bei dieser Strecke bei 1250 Metern liegen, da» Ziel könnte beliebig gewählt werden und'infolge der Länge diese» Teile» brauchte die Slalomstrecke nur einmal durchfahren zu werden. Diese Strecke führt größtenteils über steile Wiesenhänge. Die zweite Strecke könnte bei der Ludwlgrbaude gegen da» Fischerhaus gelegt werden. Die dritte in Aussicht genommene Strecke führt vom Schätzrain Über Sancouffi. Der Höhenunterschied beträgt bei beiden Strecken etwa 150 Meter bei einer Streckenlänge von annähernd 800 bis 900 Meter. Auch bei diesen Strecken geht die Fahrt messt Über Wiesen bei ziemlich steilem Gelände. Allerdings müßten, wie die» beim Slalom meisten» der Fall ist, die Streiken zweimal von den Läufern durchfahren werden. Pfund pro Tag. EMich würde das Parlament im Falle seiner Abdankung ihm vermutlich• eine erhebliche Leibrente auf Lebenszeit anssetzen. Rundfunk warnt vor tollem Hund. Am Montag lief in den Gaffen von Mährisch« und Schlesisch- Ostrau ein tollwütiger Hund herum, der einige Leute, namentlich Kinder, biß. Da» Wüten de» Hundei nahm einen derartigen Umfang an, daß die Bevölkerung durch den Ostrauer Rundfunk gewarnr wurde. Erst um 8 Uhr früh konnte" die Sicherheitswach« den Hund fangen und erschießen. Die gebissenen Personen wurden in da» Städtische Krankenhaus gebracht, wo sie in Behandlung verblieben. Au» dem Pasteur-Jnstiwt in Prag wurde telegraphisch Serum angesordert. Die Lerlosmeg der Gewinste der k. Klaffe der sschsl. Klassenlotterie wird am 18. Dezember 1986 um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direktion der Siaatslotterien Prag I., Kozi 4, beginnen und wird am 19. Dezember 1986 um 8 Uhr fortgesetzt werden. Verlost werden im ganzen 2875 Gewinste im Gesamtbeträge von 1,147.040 Xi, welche den Spielern ohne Abzug ausgezahlt werden. Von höheren Gewinsten" werden auSgelost: Ein Gewinn zu 120.000 Ki, einer zu 50.000 Ki, drei zu je 20.000 Ki, fünf zu je 10.000 Ki, 14 zu je 5000 Ki, 80 zu je 2000 Ki usw. Die Einschllissing der Nummerröllchen der 86. sschfl. Klaffenlotterie und der- Gewinnröllchen der I. Klaffe findet öffentlich am 18. Dezember 1986. um 10 Uhr statt. Die amtliche BerlösungSliste' wird am 21. Dezeniier 1986 erscheinen. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» au» den Programme»! Donnerstag: Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 12.10: Schallplattenkonzert, 16.55: Geigenkonzert, 17.45: Deutsche Sendung: Prof. Schickt: Böhmische» Porzellan, 18: Jugendstunde mit Musik, 18.45: Deussche Presse. 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben, 20.50: Sinfonische» Konzert.— Sender II: 7.80: Populärer Konzert, 14.15: Deussche Sendung: Dr. Schicketanz: Die Äeformbedürftigkeit unsere» Ge- fällssttafgesebe», 14.50: Deutsche Preffe, 18.20: Salonquariettkonzert.ÄO.10: Volkslieder.— Brünn 15: Beethoven: tOttet? ES-Dur, 17,40:. Deutsch» Sendung: Arbeiterfunk: Dr. Krestler: Nervöse Kinder.— Preßburg 11.05: Salonorchesterkonzert, 17.15: Klavierkonzert.— Kaschau 12.05: Schallplatten, 16.10: Rundsunkorchefterkonzert.— Mährisch-Ostrau 15.80: Konzert, ,18.10: Deussche Sendung: Jng. Winter: 40 Jahr« seit dem Tode Nobel». .--""- Bereit für d$n Ernstfall? Am Freitäg^fand. in WiinSdorf bei Berlin eine Presiebesithttgussg-der Krastfahrkampstruppew statt, bei- der die Geländegüngigkeitder einzelnen KräftwägeNtypen gezeigt wurde. Zugkrast-- "' wagen äm Steilhang Nr. 286 Mittwoch, 0. Dezember 1036 Seite B WKsMktsckaft und äosiaipMiL! Gewerkschaftliche Aktivität Der Verband der Transport* und Lebensmlttelarbelter holt auf Man sollte meinen, daß eine Organisation, die die Arbeiter der Transportbetriebe, THauffeure, Gemeindcarbeiter, Gasthausangestellten ten und Lebensmittelarbeiter betreut, nicht so hart von der Krise betroffen werden könnte. Und doch beweisen die Erfahrungen des Verbände» der Transport- und Lebensmittelarbeiter in Aussig, daß auch diese Berufe nicht von der Krise unberührt blieben und gewaltige Mittelzur Unterstützung der erwerbslosen Mitglieder aufgetvandt werden muhten. Auch sonst Waren Schwierigkeiten zu überwinden, di» im Zuge der Krise lagen. Heute kann gesagt werden, dah der Verband der Transport- und Lebensmittelarbeiter über die Kris« hinaus ist und einer schnelleren Aufwärtsentwicklung nichts mehr imW« ge steht. ES wurden in den letzten Wochen mehrere Konferenzen abgehalten, darunter«ine Reichskonferenz, di« Zeugnis ablegten, dah alle KrisensymptomealS übe rwunden gelten können. Der genannte Verband ist einer unserer größeren Gewerkschaften des Deutschen GewerkschastSbundeS. Um einen Ueb erb lick über die Entwicklung im OrganisationS» lebenundtndenBerufeninden letzten , Jahren zu gewinnen, kann das Exposee herange- ' zogen werden, welches. das Vorstandsmitglied Han» G o l d b a ch auf der Reichskonferenz erstattete. Wie di« Arbeitslosigkeit auch den Verband der Transport- und LebenSmittel- arbeiter zu schaffen machte, ersteht man daraus, dah im Jahre 1038 bei einer Mitgliedschaft von über 11.000 8 7 0 8 Arb e itSlos«nfälle zu verzeichnen waren. Dah dadurch Millionen s U mm en für Arbeitslose ii- il nter st ü Hungen aufgewandt werden muhten, braucht nicht erst näher bewiesen zu werden. Der Verband nahm«ine Vereinheitlich u ng der Unter st ützungSsätze vor, die infolge de» Zusammenschlusses der beiden Verbände der Transport- und Lebensmittelarbeiter notwendig geworden war. Da der Verband eine Anzahl Berufe zu bearbeiten hat, mag e» aufschlußreich sein, ein« Generalübersicht zu geben: Bei den Bäckereiarbeitern sind die Lohnverträge intakt. E» bedarf einer Aufrütt» lungsaktion, um durch Heranziehung der,Unorganisierten die iöäcker und Konditoren in"Ihrem Kampfe umdteEinhaltungderSchutz- gesetzt und der Verbefferung des Lohnstandards zu unterstützen. Bezüglich der B a d e b e- d i e n st e t e n ist die wirtschaftliche Lage infolge de» schlechteren Besuche» der Bäder vielfach nicht günstig. Bei diesen und bei den G e• meindeärbeitern wirkten sich die Kontrollen der Landesbehörden Ungünstig, aus. In einigen Gemeinden gelang es dem Verband, für die Gemeindearbeiter wesentliche Verbesserungen hcrauSzuholen und günstigere Vertrage abzu- fchliehen. Die auf Grund der Verträge vom Verband geschaffenen Versorg u n g s e i n- r ich t u n g e n bclvähren sich. Für die Bäderbetriebe wird es, mit dem Augenblick besser, wenn die Devisenbeschränkungen einzelner Länder, vor allein Deutschlands, aufgehoben werden.. Die Lag« der Brauereien ist so, dah für die Brauereiarbeiter hie und da Verbesserungen zu buchen sind. Während 1088 eine Weihnachtsremuneration für die Kollegen nicht zu erzielen war, haben diese Bemühungen Heuer zum Erfolge geführt. Bei den C h a u f f e u r e n hält die Arbeitslosigkeit noch alt, die Lohnverträge konnten intakt gehalten werden. Die Ehauffeprq fordern eine Ueberführung in die Pensionsversicherung. Lm Gastgewerbe wirkt sich die Grenzsperre Deutschlands stark aus. Die Verträge sind auch hier intakt. Die Ausweitung der Pen- sionrversicherungSpflicht.aüf einige Arten der Bediensteten im Gastgewerbe bedeutete einen Erfolg. Nun wivdian der Abschaffung des Trinkgeldes und der Regelung des Lohne» der Kellner gearbeitet.,Ein.entsprechender Airtrass än bist Regierung wurde überreicht. Fürdie G ä r t n e r hält die Arbeitslosigkeit an und hemmt die organisatorischen Arbeiten.' Für die M ü h l e n in d u st r te wird gemeinsam mit den- tschechischen Verbänden ein R e i ch s v ertr a g angestrebt. Die Kontist- gentierunss führt zur Benachteiligung der kleinen MühleNi- Bezüglich der Schokolade n». und S ü h w a r e n i n d u st r i e konnten die Verträge aufrcchterhalten werden. Da» Schokoladenkartell scheiterte. Die Devalvation verursachte «ine ftarkeNohstofsverteuerung, die Unternehmer drohen hie ustd da nilt fvetriebsstillegüngen.'Inder F i s ch k o N s« r V« n t n d u st r i e konntest Betbesserungey.füt die Arbeitet und Ar- beiteristnen erzielt werden. Für die Schiffs- v e r i ab e t und S ch i f f e r läuft gegenwärtig eine Aktion, zur„Regelung der BettragSsragefzur Spzlalversicherung?. Für W ISP e^ i t'i o n'S« ar beiter laufen di« Verträgt weiter. In dieser Grupp« ist noch eilt« gut« Organisationsarbeit zu leisten. Die Straßenbahner waten Gegen» Arnd lebhaften Bemühungen seitens der Organisation. Erfolgreich konnte gegen Entlassungen angekämpft werden. Auf den nordböhmischen Stra- henbahnen lastet die Autobuskonkurrenz schwer. Um die Köche und die Verbesserung deren besondere Lohn- und Arbeitsbedingungen bemüht sich der Verbund lebhaft. Somit kann man sagen, daß der Verband der Transport- und Lebensmittelarbeiter in allen seinen Organisationsgebieten eine lebhafte Tätigkeitentfaltet. Da» erfreulichste ist dabei, dah die Mitglieder diesen lebhaften Impuls anerkennen und sich willig in di« Verbandsarbeit einschalten. Wenn man von den Schwierigkeiten der letzten Jahre auigeht, dann kann man sägen, dah die gesamte Mitglied» schäft in Leid und Freud zuihrem Verbände steht und dah die Verbandsleitung im Bewuhtsein dieier Treue die weitere Aufbauarbeit vornehmen kann. Wir sind überzeugt, dah der Verband der Transpot- und Lebcnsmit- telarbeitcr dem im nächsten Jahre stattfindenden Verbandstag ein erfreuliches Bild der Organisa- tionSarbeit und hübsche Erfolge vorlegen kann. Amerika gegen die Politik der faschistischen Mächte Buenos Aires. Samstag um 10 Uhr trat die Plenarsitzung der panamerikanischen Konferenz zusammen, in der der amerikanische Staatssekretär Hüll und der brasilianifche Auhenmini- ster sprachen. Staatssekretär Hüll richtete heftige Angriffe gegen die Nationen, welche die Verträge verletzt haben und den Krieg. vorbereiten. Er legte den Delegierten ein Programm vor, das acht nach Ansicht- des Staatssekretärs Hüll zur Wahrung de» Friedens in Amerika und in der ganzen Welt notwendige Punkte enthält. Staatssekretär Hüll erllärte nachdrücklich, dah Amerika den Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte ablehne. Die amerikanischen Böller gegen den Krieg zu sichern, ist eine Angelegeicheit der Regierungen, welche die Friedensverträge durchführen müssen, welche sie unterzeichnet haben. Ferner muhsonsequenteine gemeinsame amerikanische- Neutralitätspolitik durchgeführt werden, die Handelsfreiheit durch Beseitigung der Zollschranken wieder hergestellt, die internationale Zusammenarbeit grundsätzlich durchgesührt, die Autorität des internationalen öi echtes tviederhcr- gcstellt und die internationalen Pakte und Perträge, welche die Grundlage der internationalen Stabilität bilden, respektiert werden. Am Schluh sagte der amerikanische Staatssekretär, dah die internationale» Abkommen ihre Kraft und ihre Wirksamkeit verloren haben und daß die Welt diesen gefährlichen Erscheinungen zusehe, welche nicht nur da» gewöhnliche Recht verletzt haben. DaS moralische Recht und die Unverletzlichkeit der Ehre ganzer Regierungen werden mit Fühen getreten. Heute habe die E h r e v o ll- kommen ihre Bedeutung verloren. Das Vertrauen in die internationalen Verpflichtungen müsse wiederhergestellt werden, weil es im Interesse der ganzen Welt notwendig sei, der internationalen politischen Praxis, die internationalen Verträge durch einseitige Entscheidungen zu verletzen, schon einmalEinhalt zu tun. Zwei Dichter und ein König Sinclair Lewis und Andri Maurols debattieren Uber Eduard VIII. (MTP.) Dieses Mal find nicht nur die Reporter, sondern auch di« Schriftsteller und sogar hie Dichter-im Alarmzustand.---Im allgemeinen-pfleg«» sie sich Wer Ereignisse erst dann zu äuhern, wenn die Zeitungen nicht mehr darüber berichten, d. H., wenn sie sozusagen„historisch" geworden.sind. Aber diese» Mal brennt da« Thema ihnen- auf den -Nägeln.- Der amerikanische; Schriftsteller Sinclair Lttvis war der erste, der' seine Meinung der Presse mitteilte. Er sprach sie sehr kurz und eindeutig auS: „Wirglatchen.daß«in Mensch dar Recht hat, sein eigene» Gewissen und seine eigene Frau zu-haben. ES ist vielleicht eine» der wichtigsten Ereignisse diese» Jahrhundert», ob David-Windsor sein eigene» Leben -leben wird oder nicht.- Wir wissen noch nicht, was geschehen wird, aber da» einzige,-wa» wir sagen wollen, dah, wen»'David Windsor mit.seist» Frau nach Amerika kosttmen will," er' von un» wie ein lieber.Gast empfangen wird," - Diese temperamentvolle Erklärunghat den nicht minhtr berühmten,französischen Schriftsteller auf den Plan-gerufen, der eiste ganz andere Meinung vertritt,-Und hierM das, was Andrö Mauroi» schreibt: „Ein lunger König, der di« grau, die er liebt, .heiraten will und der bereit ist, für ssie seinen Thron zu opfern— rührt ein solch elnsache» und mensch- Tschechoslowaklsche Wirtschaftsnachrichten Gebesserte Beschäftigung der Beidmiudustrie. Die nordmährische Seidentndustrie hat in der -letzten Zeit«inen erfreulichen Auffchwnng genommen. Fast alle Betriebe arbeiten mit voller Kapazität. Erhöhte KokSerzeugun, in Ostmu. Die dritte Ofenserie der Oderfurther Kokserei„Franz", die seit dem Jahre 1080 still lag, wird nächste Woche wieder in Betrieb genommen. Im März 1087 wird di« Erzeugung auch mit der zweiten Hälfte der fünften Oderfurther Ofenserie aufgenommeir, so dah die Tagesleistung der„Franz"»Koksereien von den bisherigen 10.800 Meterzentnern auf 13.800 Meterzentner steigen wird. Steigender Spielwarenexport. Die Splel» warcnindustrie weist während der letzten Monate einen wesentlich gebesserten Auftragsstand auf. Die Besserung ist vor allem auf die erhöhte Inlandsnachfrage zurückzufllhren, aber auch der Export ist besser, wenngleich eine Reihe sonst bedeutender Abnehmer tschechoslowakischer Spielwaren, wie Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich, auch weiterhin sehr wenig einkaust. In den ersten Monaten d. I. wurden Spielwaren für insgesamt 18.28 Millionen KC ausgeführt, gegen 12:i0 Millionen KC in der gleichen VorjahrS- periodc. Den gröhten Teil des Exporte»— Heuer 5.73 Millionen KC, im Vorfahr 5.00 Millionen Kd— nehmen Spiclwaren aus Holz ein. London für den König— die Presse für Baldwin Die Anteilnahme der Londoner Bevöllerung an dem persönlichen Schicksal des Königs und an der Krise hält auch weiterhin an. In den Nachtstunden des SaniStag hatten sich wieder Tausende vor dem Buckingham-Palast versammelt. DaS Absingen der Nationalhymne und des auf Eduard VIII. gemünzten Liedes„For he's a jolly good fellow" wechselt« immer wieder mit Rufen„Wir wollen unfern König behalten". Zur VerfaffungSkrise sagen im allgemeinen die hinter der Regierung stehenden Blätter, dah Baldtvin und den DominionSregierungen etwas anderes unterstellt wird, al» sie tatsächlich beabsichtigen. Die übrigen Zeitungen benutzen ihre Kommentare dazu, dem König die Sympathien des Volkes zum Ausdruck zu bringen und den Wunsch damit zu verbinden, daß er auf dem Thron bleiben Möge. .Die„Times" schreiben u. a., eS sei völlig falsch, dah die Minister den König vor eine Art ltliimatum gestellt hätten, da der König selbst bon,fid)jxu$jt>ie Frage seiner Heirat angeschisitswr- 'habe- und eS sei ebenso unrichtig, daß man ver- -sucht- habe,"die KabimttSmitglieder, die Dominions und die Oppositionsführer in eine Front gegen den König zu bringen. ES fei ebenfalls unrichtig, dah man versucht habe,«inen Druck auf den König auSzuüben, um ihn zu veranlassen, seine Heiratspläne aufzuneben oder abzudanken. Auch der„D a i lyT el e g raph" wiederholt in seinen: heutigen Leitartikel, daß keinerlei Druck auf den König von seinen Ministern auS» geübt werden möge. „M 0 r n i n g p 0 st" richtet«inen starken Appell an Eduard VlII. sich seiyer Verpflichtungen gegenüber der Nation bewusst zu fein. „DailyHerald" sagt, es gehe nicht um Unterstützung oder Nichtunterstiitzung der Regierung Baldivin, auch nicht um di« Persönlichkeit des Königs, sondern eS drehe sich allein um die Frage, ob feine Heirat eine öffentliche Angelegenheit fei. Werde sie aber als solche anerkannt, ob der König dann an den Rat seiner Ministergebundensei? DaS letztere bejaht das Blatt. Die„DailyMail" stellt in ihrem Leitartikel die Frage, ob England«S sich leisten licheS Schauspiel nicht jeden Menschen?!"„Wir sind der Meinung", so schreibt Sinclair Lewis,„dah«in jeder von un», sei er selbst ein König, da» Recht auf seine Gefühle und auf di« Frau, di« er siebt, hat." Man ist im ersten AugeMick versucht, ihm recht zu geben und zu glauben, dah dar englische Kabinett in dieser Angelegenheit«ine allzu gross« Streng« und Ungerechtigkeit bewiesen hat.. Aber di« Frage ist leider Gotte» viel komplizierter. Seit 100 Jahren hat die englisch« Monarchie ihren.Charakter völlig verändert. In dem Moment, da die Kron« fast alle polittschen Rechte verlor, e»ang die königliche Familie«in immer stärkeres persönsicher Prestige-und eine unvergleichlich« Autorität. Drei Herrschern, nämlich Viktoria, Eduard VII. iund Georg V,, ist er gelungen, die Kunst de» konstitutionellen Regime» auf«inen noch nie.erreichten Grad der Vollkommenheit zu bringen. Nur auf Grund diese» Prestiges konnte England«» sich gestatten,'alle Bindungen der Dominion» an da» Mutterland nach und nach aufzugeben, so dah der Monarch am Ende da» einige Bindeglied zwischen dem Empire und den Staaten blieb. Eine solche Rolle setzt Vorau», dass alle Staaten diese» Empire den Herrscher anerkennest. Weder England noch die Dominion»-hätten, sich da» Recht genommen, dem König zu verbieten, eine Frau- au»-- niederem Stand« zu heiraten. Keine Regierung hätte e» gewagt, sich feister Che mit einem jungen amerflanischest Mädchen zst widersetzen. Die König«, von England heiratetest ist früheren Zelten SpanieriNnennnd Französinnen. DI« Einwände, die erhoben wurdest- sind religiöser und moralischer Natur: May-beseitigt diese Einwände nicht, wenn man Thomas Mann ausgebürgert „Erst wurde mir das Vaterland gestohlen und jetzt noch die Staatsbürgerschaft." könne, Eduard VIII. zu verlieren. Es verneint diese Frage und erklärt, daß eS in der ganzen Geschichte des Königtums noch leisten Monarchen gc- geben habe, der sich einer so allgemeinen Popularität habe erfreuen können. Exekutive der S. A. I.(I. I.) Infolge des Mitgliederzuwachses während der letzten Monate hat die französische sozialistische Partei das Anrecht auf vier Vertreter in dar Exekutive der S. A. I. an Stelle der bisherigen drei Vertreter erworben. Diese' drei waren' Löon Blu in, Bracke und L 0 nguet, doch ist entsprechend den Statuten der S. A. I. Blum» Mitgliedschaft in der Exekutive automatisch erloschen, ass er Ministerpräsident wurde. Somit war ein Vertreter für diesen Sitz, sowie ein neuer Vertreter zu bestellen. Der Partcivorstand der französischen Partei hat nun beschlossen, dah neben Bracke und Longuet I.- B. Skvärae und Jean Z y- r 0 m s k i die Partei in der Exekutive der S.A.J. vertreten sollen. Stellvertreter der vier Mitglieder sind? Raoul E v r a r d, S. G r u m b a ch, Eugevc G a.i II a.r d und Warceau-P i v e xt., —.Der.neue. Parteivorstand der.englischen Arbeiterpartei, der vom jüngsten Parteitag gewählt, wurde, hat Joseph E 0 m p t 0 n, George Dallas, Hugh Sutton und William Gillics zu Vertretern der Partei in der Exekutive der S. A. I. bestellt. In Kflrie t Wien. Der ehemalige Justizminister Hammerstein-Equord wurde zum BundeSkommiffär für Kul- wrpropaganda im Unterrichtsministerium ernannt. Bersin. Die„Deutsche Allgemein« Zeitung" meldet, dah der jugoslawisch« Prinzregent Paul auf seiner Rückreise au» London kurzen Aufenthalt in Berlin nehmen werde. London.(Reuter.) Die fünf Mitglieder des britischen Parlaments, welche auS Madrid zurück- gekehrt sind, haben dem Minister Eden persönlich über die Lage in der spanischen Hauptstadt Bericht, erstattet., erwidert, dah sie in den Augen vieler Menschen unserer Zeit ohne Bedeutung sind. ES genügt, dah «S für viele eine beunruhigende Gewissensfrage ist, um dar Prestige de» Herrschers, der Grundpfeiler de» Empire, zu schwächen. Wohlwollende, aber schlecht informierte Gemüter haben geglaubt,«in Kompromih finden zu können.„Möge doch der König ein« morganatische Eh« eingehen", so sagten sie.„Dann wird di« Frau, die er liebt, zwar nicht Königin sein, aber immerhin seine Fraui" Baldwin hat im Unterhaus erwidert, daß da» englische Gesetz keine morganatische Eh« zuläßt. In England fst die Frau des König» Königin. Wer gegen sie konspiriert, macht sich de» Hochverrat«» schuldig. Ihre Kinder werden di« Thronfolger, und wenn ihr Gatte stirbt, wird sie Königinwitwe. Man mühte, um hier eine Aenderung- herbeizuführen, vor allen Parlamenten des Empire rin neue» Gesetz zur Abstimmung bringen lassen., . Die Entsagung de» König» ist Unwahrscheinlich, di« Abdankung wär« mehr al» bedauerlich, da der König Eduard VIII. sehr populär Ist Seine Ein»- fachheit, da» lebhafte Interesse, da» er-immer für- die arme Bevölkerung gezeigt’fyit und nicht zuletzt seine romantische Leidenschaft— da» alles hat dazu„ beigetragen, um ihn bei einem groben Teil feiner Untertanen zu«inem aufrichtig gesiebten Herrscher zu machen. Schon beginnt sich, wie im 17. Jahr-, hundert, eine RönigSpartei zu bilden.. Welche.Eni»" scheidung auch gefällt wird, immer wirb e» Unzufriedene geben. Dar ist mehr al» bedauerlich in einem Moment, da Europa und da» Empire«In starke» und einige» England bitter nötig haben."' Seife 8 „Sozialdemokrat. Mittwoch, v. Dezember 103«. Nr. 28« TmgerMüM Soldat rrschiefit sich und ein Mädchen. Am 8. d. M. ist im Hotel„U krälc Fikiho" In den Weinbergen der Soldat Franz Mara aus der Unter« ofsiziersschule des Artillerie-Regiments 108 in Ltyki Dvory erschossen aufqefunden worden. Er bat in dem Hotelzimmer sich und dar Mädchen erschossen, mit dem ec dort weilte. AuS einem in der Kaserne in Ltyki Dvory binterlassenen Brief gebt hervor, daß er den Selbstmord aus Furcht vor Krankheit beging. Kiuist und Wissen, Sinclair Lewis auf der tschechischen Bühne Erstauffiihrung von„TovärnikDodrworth (Sam DodSworth)" in der dramatischen Bearbeitung von Sidney Howard im Ständetheater am 7. Dezember 1936. Er könnte die Frage aufgetvorfen werden, weshalb von allen Arbeiten Lewis's gerade diese, die den Amerikaner nicht in seinem eigenen Milieu, sondern auf dem ihm ungewohnten europäischen Boden geigt, ein Buch, dar zwar die Amerikaner, nicht aber Amerika zeigt, zur Bearbeitung gewählt wurde, wenn er immerhin nicht belehrend wäre, sie gerade von dieser Seite kennen zu lernen. Samuel DodSworth, ein selbst für Amerika hervorragender Großunternehmer in Automobilen, ein Mann der Arbeit, und seine Frau Fran, die den Snobismus der amerikanischen Millionärkreise und ihre krankhafte Sucht nach der Aufnahme in die sogenannte europäische Gesellschaft verkörpert, sind die markantesten Typen des NachkriegSamerita. Der Mann seht sich nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit zur Ruhe— viel zu früh für seine unverbrauchte Kraft— und begleitet seine Frau nach Europa; er, feinen KindheitS- und JUnglingSträumen nachhängend, das alte, ihm bisher unbekannte Europa kennen zu lernen, seinem Leben einen neuen Inhalt zu geben, von der Idee besessen, daß ihr Leben als Frau und Mutter bisher ein Leerlauf war und nur in europäischer Gesellschaft seine Erfüllung finden könne. Geistig beschränkt und nur vom gesellschaftlichen Ehrgeiz erfüllt, mutz sie einen Zusammenbruch der gespannten Erwartungen und ihrer kleinbürgerlichen Einstellung erleben, während ihr Mann, mit amerikanischer Widerstandskraft den europäischen Einflüssen trotzend, sich entschließt, sein Leben nach seiner Fasson zu formen. - Um die Handlung dramatischer zu gestalten, hat sich S. Howard nicht völlig an die Romanvorlage gehalten, neue Szenen eingeschoben und der Trennung der beiden Ehegatten eine entschiedenere Wendung gegeben. Das Ständetheater benützte die bewährte Drehbühne, die eine rasche Folge der 1t Bilder ermöglichte. Trotzdem ruht die Hauptwirkung der Stückt» in der Konversation, in der Auseinandersetzung der beiden Hauptfiguren, DodSworth und seiner Frau. Herr B y d r a war ein selbst für amerikanische Verhältnisse hervorragender, die europäischen Situationen mit Noblesse beherrschender, selbstbewußter Dkensch, ein" freudig erregter Kind und ein trotz allem lebensbejahender Viann. Er gab den Ton des Abends an, obzwar die Rolle der Frau Wodsworth mehr psychologische AuSdruckSmöglich- keiten bietet, die von Frau P a!! o v a nicht zur Gänze auSgenützi wurden. Neben den beiden Hauptfiguren waren die Wrigen viel zu schemenhaft, von denen nur Tubby Pearson(H. Smolik), seine Frau(F. B a l d o v ä) ausgezeichnet in Maske und Auffassung, Frau D u st ä l o v ä in der Rolle der Frau v. Obersdorf, der Hurd des H. RaSilov. hervorragten. Zwischen den einzelnen Bildern gab es Tanzeinlagen, von I e n k i k einstudiert, die die wechselnde Szenerie veranschaulichten. Die Regie Vojta Noväkr sorgte für geeignete Typen, auch dec kleineren Nollen, Heythum hat eine Reihe amerikanisch gesehener Szenenbilder geschaffen; interessant die trostlose Gleichheit- der Hotelzimmer und der jeweilige Blick vom Hotelfenster aus, von dem die reisenden Amerikaner das alte Europa zu besehen pflegen. Zum Schluffe stellte sich doch Beifall ein.- m. i. Fuhrmann Henschel Die Inszenierung dieses Gerhart Hauptmann« schen Schauspiels in der Kleinen Bühne durch den Gastregisseur Karl Meinhard muß, nicht durch sein Verschulden, als mißglückt bezeichnet und soll deshalb kurz abgetan werden. Die Verantwortung sällt giss den- oder diejenigen, die vor allem die Hanna Schäl,, die weibliche Hauptrolle, mit Trude Wessely' besetzten, obwohl schon gelegentlich der Wozzekffchen Marie dieser zeitweise hier gastierenden Dame ihre| Aneignung für solche Rollen festgestellt wurde. Trude Wessely briimt für die Hanna Hauptmann» so gut> wie nichts mit: weder Svrachkünstlerschaft und auch nur minimale Vertrautheit mit dem schlesischen Dialekt, noch AeutzereS, die Kraftnatur, das derb Volkstümliche, noch die Fähigkeit der Darstellung des Problematischen dieser Figur; angefangen von der durchsichtigen Uehertreibung, mit der da durch unfreiwillig karikiert wirkendes Dreinhauen bei Tisch sogenannte Naturalistik possenhaft wird, bi» zu der beinahe rührenden Hilflosigkeit, mit der diese Hanna ihrer schweren Aufgabe in der Gasthofszene gegenübersteht, ist da fast nichts als ein schwächliches Nebeneinander und Hintereinander künstlich erscheinender Töne zu verzeichnen. Bi» dahin, wo Henschel(Herr Valk) die erste richtige Gelegenheit zum LoSgehen hat, zieht sich in dieser Darstellung das Stücks da» einem so oft den Atem verschlug, lähmend hin; trotz der Herrn Valk, der wieder einen Bärenkerl auf die Bühne stellt, den Dialekt am weitaus heften von allem meistert und in jeder Phase interessant ist, wenn er auch natürlich größere Henschel nicht vergessen machen kann, die auch in diesem Theater schon zu sehen wären. Wenig eindrucksvoll, ist das Dahinsterben der ersten Frau Henschel(Bertram), blaß bleiben fast alle Nebenrollen; nur Fritz Klippel al»'Henschels Schwager hat einen starken Augenblick, P ad« lesak sächselt in seiner ersten Szene den George überzeugend und Viktor Afritsch(dem man innerhalb dreier Spielmonate mm zum erstenmal eine wirkliche Rolle gabl) zeigt als Siebenhaar distinguiertes Auftreten, vornehmes Spiel und.läßt echte wanne Herzenstöne laut werden. Bleibt nur noch zu verzeichnen, daß die Hanna Schäl, die wir im Hause haben, der Vorstellung vom Parkett aus zusah. llnecfocfchlich sind die Ratschlüsse der Herrn. Das Publikum ließ sich in dec zweiten Hälfte der Schauspiels von der Dichters Kunst und von der starken Leistung vor allem des Herrn Valk beeindrucken und spendete Beifall, für den alle Mitwirkenden, einschließlich der Regisseurs, stch bedanken konnten.____ L. G. Spielplan de» Renen Deutschen Theater-. Mittwoch 7)t: Ehe- BI.— Donnerstag 7%: Fröhlich drehn wirunSimKreife, <5 1.— Freitag 6: Boris Godonow, Theatergemeinde der Jugend. 1. Serie, rote Karten und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Samstag 7%: Axel an der Himmelstür, A 2. Spielplnn der Kleinen Bühne. Heute Mittwoch 8 Ahr: Axel an der Himmels- t ü r.— Donnerstag 8: Der Illusionist. — Freitag 8: Fuhrmann Henschel, Theatergemeinde des KnlturverbandeS und freier Verkauf.— Samstag 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Die Kinder frenndePrag laten alle (Ellern und Kinder ein zur Feier der Roten Falken am SamSkag, den IS. Dezember, 16.30 Ahr, im große« Saal de» Handwerkervereins, Smeöka 22. Au» dem Programm: Lieder, Sprechchor^ Tänze und Spiele der Restfalken«nd AtuS- Kinder. Ein Spiel au» dem Leben der Rote« Falken: Mr Im blauen Hemd Eintritt: ErwachseneSAi, Kin» der frei. 8port-8piet-Xölperpskege Slalom-Lernmethode Die schwierigste Prüfung beim Skifahren ist Wohl da» Gleiten und Schwingen durch Tode und Schneisen. Darum wollen wir einmal einen kleinen Ueberblick von feinem Training für den Wintersportler geben. Wir beginnen rechtzeitig mit, dem Körperttaining in der Turnhalle oder im Trockenkurse. Diese UebungSstunden gelten hauptsächlich der Stärkung und Lockerung der Fuß», Knie» und Hüftgelenke. Dazu gehören sehr viel Uebungen, zur Festigung des Gleichgewichtes und dafür eignet.sich wiederum die Langbank ausgezeichnet. Zur Weiterführung der Uebungen ist es selbstverständlich, daß man Bögen und Schwünge vollständig beherrscht. Die Möglichkeit, so weit zu gelangen, ist auch geboten, denn man kann sich in den jeweiligen Skikursen des Atu» tadellos ausbilden kaffen. Run zum eigentlichen Training des Slalom: An einem mittelmäßig steilen Hang wird ein Stock oder ein Fähnchen gesteckt. Im rechten Winkel schwingen wir nun mit kurzem Ehristiania darum herum. Allmählich wird das Tempo gesteigert, aber immer beidseitig geübt. Am Steilhang in der Falllinie markieren wir drei Tore in ziemlich großen Abständen. In dieser sogenannten Stemmschneise fahren wir Pflug vom mittleren Tempo bis zum Stillstand. Wieder stecken wir sechs Tore in Zickzack-Form hangabwärts in der Fallinie- Um diese üben wir Pflug- und Stemmbogen, wie Stemm« christiania mit oder ohne Stock. Am sehr stellen Hang üben wir seitliches Abrutschen im langsamen bis zum schnellen Tempo. Durch zwei Tore seit« wärts-qbwärts, bei denen die Fähnchen parallel hintereinander gesteckt sind, üben wir nun rasche Thri«' stiania in jedem nur möglichen Tempo. Um die Uebungen mit Erfolg abzuschließen, muffen wir-die Mühe nicht scheuen, öfters einen ganzen Slalom ab« I zustecken und festzutretem Zu Beginn wird nie' im vollen Tempo gefahren, um noch Korrekturen vornehmen zu können. Die Zeit wird gemessen, wenn sturzfrei und schön gefahren worden ist. Slalom ist die schönste Wettkampfart für die Teilnehmer wie für Zuschauer. Darum hat man gerade an ihm so viel herumgedoktert, bis er auf dieser hohen Stufe stand. Zeder Wettkämpfer muß selbstverständlich die Regeln genau kennen» E» dürste bekannt sein, daß der Slalom auch in das Programm de» Arbeiter-Wintersport» ausgenommen wurde und international erstmal» bei der vom 18. bi» 21. Feber 1987 in JohanniSbad(Riesengebirge) stattstndenden Arbeiter-Wintersport-Olympiade der SATZ in Erscheinung treten wird.•,;' Sportler melden Alkohol und Tabak Bei Arbeitersportfesten konnte man gelegentlich die Feststellung machen, daß von den Turnern und Sportlern der Genuß de» Alkohol» zum großen Teil gemieden wird. Die» beruht nicht zuletzt auch aus eine andere Tatsache: nämlich auf, den Fortschritt in! den technischen Leistungen. Aber man mutz sich nicht, einbilden, daß die» nur im Arbeitersport so sei. Die. »Schweizerische Metall- und Uhrenarbeiterzeitung" berichtet unter dec Ueberschrift„Die Welt tpird nüchterner'^folgende»: Liana Lang in dem tschechischen Film„Dein Herz inkognito". In den Mitteilungen des Schweizerischen Landesverbandes für Leibesübungen" veröftentlicht Dr. med. G. Schünbolzer von ter Med. Univ.-Klinik Bern u. a. folgender UntersuchungSergebniS: „Bei 254 sportlichen Eignungsprüfungen an unserer Klinik fanden wi^84 Prozent Abstinenten: 61 Prozent der GeprüfteWtrinken gelegentlich, fünf Prozent regelmäßig Alkohol. 49 Prozent rauchen nicht, 89 Prozent gelegentlich und zwölf Prozent regelmäßig... Die Tatsache ist erfreulich, daß ein Drittel der Untersuchten Abstinenten und beinahe die Hälfte Nichtraucher sind." 2er Mm» Die mordenden Augen. Der Film(der aus Hollywood kommt) ist schauerlich wie sein Name. Wenn man sich mit Kriminalfilmen, die Verbrechen als Anlaß zu Witzen, Spannung, Perwicklung und überraschender Auflösung benützen, schon seufzend oder lächelnd abgefunden hat, so empfindet man es doch als Zumutung, stch mit einem Gemisch aus Kriminalistik und übersinnlichem Gruseln befreund- den zu sollen. In diesem Film wird eine solche Mischung präsenttert: in der Gestalt einer verbrecherischen Hypnotiseurs, der Untaten begeht und anstistet. ES wird mit Entsetzen Scherz getrieben, und eS wird dabei auf Zuschauer spekuliert, denen man zu diesem Zwecke die Schauspielerin Virginia Bruce als balde Unschuld vorführt.—eis— Allgemeiner Angestellten- Verband, Jugrndab. teilung. Prag II., FÜgnerovo näm. 4. Mittwoch, den 9. Dezember 1986, um 8 Uhr abend» im Handwerkerheim, Prag II., Smekkagasse Nr. 22, 8. Stock. Lichtbikdervortrag: Niesengebirge und Jsergebirge im Winter.— Nächsten Mittwoch 8 Uhr abend» im Heim Wintersonnweudfeier. Zu beide» Veranstaltungen Gäste willkommen. Qua dec Sartel Bezirk-Verein Arbriterfürsorge, Prag. Heut» Mittwoch Aachmittag» 8 Uhr Näharbeit für di» Winterhilfsaktion im Vereinsheim(Smeöky 22). Die Genossinnen mögen sich zahlreich zur Verfügung stellen und kommen. Ltecatuc Kars! Capek: „Aus einer Tasche In die andere“ Dreiundzwanzig Kurzgeschichten des großen zeitgenössischen Erzähler»,' in der ausgezeichneten Hebersetzung durch Vinev Schwarz, hat der Verlag Dr. Rolf Passer(Leipzig-Wien) unter dem Sant- melnamen„Aus einer Tasche in die andere" heraus» gebracht. Dieser Gesamttitel deutet nur darauf hip; daß er stch fast durchwegs. um Diebs- und andere Kriminalgeschichten handelt; aber er vermag natür- lich keinen Begriff zu. geben von der Originalität dieser Geschichten uno von der für Eapek charakteristischen Eigenart, mit der er seine Erzählungen auSz stattet. Zu tieflt volkstümlich ist TapckS Betrach- tungs- und Gestaltungsweise, von unendlicher Liebe und Güte für das Volk erfüllt, ein lebender Spiegel der besonderen Humors, der da» tschechische Volk kennzeichnet. In jeder dieser dreiundzwanzig Erzählungen kommt aber auch der Ethiker und Satiriker Eapek zu Wort, der mutige Dichter, den die Liebe zur eigenen Nation nicht blind macht gegen deren Schwächen. Eine Meisterleistung schlechthin ist beispielsweise die kleine Geschichte vom„Rekord", die die sogenannte„Mentalität" der tschechischen Volk» geradezu kristallartig erkennen läßt. Jede» Wort, dar Eapek schreibt, ist danach angetan, da» Verständnis und die Zuneigung für da» tschechische Noll zu erhöhen—•• gerade weil er e» mit allen seinen Vorzügen und Schwächen widerspiegelt. Ganz abgesehen davon aber ist jede einzelne dieser Erzählungen spannend, interessant, belehrend, und läle zusammen sind eine» der schönsten literarischen Zeugnisse für die Möglichkeit innerer und schöpferischer Verbindung zwischen dem Fernblick eine» wirklichen Dichter» und der offenen Schau eines Menschen von heute in die Zusammenhänge, Tiefen, Untiefen, in den Ernst und in die Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten de» menschlichen Leben». In der letzten Zeit sind wenig Bücher erschienen, die man mit solcher innerer Anteilnahme und solch qualifiziertem Vergnügen la» wie diesen Band von Eapek, wenige darum auch, die man so herzlich weiter empfehlen möchte. l. g. < Wieder sech» neue ungarische Bücher in ter Tschechoslowakei. Der Eugen Prager-Verlag, Preßburg, hat e» sich zum Ziel gesetzt, in der Tfchecho- slowakei ungarische Bücher zu produzieren. Es ist dem Verlag auch gelungen, diese Aufgabe in vollem Maße zu lösen. Die in der Tschechoslowakei lebendes Ungarn haben dadurch die Möglichkeit, auch Werke solcher Auwren in ungarischer Sprache zü lesen, welche nicht immer in Ungarn erscheinen könnten. Zu Weihnachten erscheinen im obenerwähnten Verlage: Ignaz!» Silane: Brot und Wein lin zwei Bänden), Egon Erwin Kisch: Asien gründlich verändert, Ilja Ehrenturg: 18 Pfeifen, BÄa Rt» vttz:„Und wir fallen auf dar herbstliche Laub" (Ady-Biographie) und die viel umstrittenen Dokumente und Briefe de» großen ungarischen Dichter» Andrea» Ady, unter dem Titel:„Ady-Reliymen." Diese Bücher finden auch außerhalb unserer Staatsgrenzen Absatz überall, wo e» ungarische» Lcse- publikum gibt. An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs*Enthebunsen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung' kostet KS 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. Mo Verwaltung. — iMerllch suMUMl' 1" Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat** Ich’bestelle hiemit unter dem Namen:--- Beruf;.....?,,„■■■„ Ort:-,— eine Neujahrsenthebung zpm Betrage von KiSlO.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein.. Unterschrift: Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich AS 6.—, vierteljährlich l