Donnerstag, 10. Dezember 1936 Nr. 287 16. Jahrgang 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG frag xii., fochova 62. Telefon 53077 HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB, VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, FRAG, Einzelpreis 70 Hallei (olnschlieBllch L Holler Porto) Ossietzky festsehalten I Oslo. Frau Ossietzky hat dem Nobelpreiskomitö telegraphisch mitge» teilt, daß ihr Gatte sich zu der Donnerstag stattfindenden feierlichen Verteilung der Nobelpreise nicht werde einfinde« können. Schacht fordert neuerdings Kolonien — deckt aber auch kriegswirtschaftliche Blößen aufl Frankfurt. Dr. Schacht Hielt bei der Hundertjahrfeier des Vereines für Geographie und Statistik eine Rede, in welcher er n. a. ausführte: Deutschland hat auf zu geringem Raum eine zu große Bevölkerung, Was die Ernährungslag« des deutschen Volkes anbelangt, wäre sie, wenn das Deutsche Reich in seinen VorkriegSgrenzen noch bestände, nicht nur gesichert, sondern es wäre darüber hinaus eine Mehrerzeugung an Getreide und Kartoffeln möglich, die auch die Futtermit- telnot in Deutschland praktisch beseitigen würde. Beseitigung der Futtermittelnot aber besagt, daß auch Eier und Fett in einem solchen Mehrertrag erzeugt„werden könnten, daß von einer Ernäh- rüngsnotlage nicht mehr gesprochen zu werden braucht^'Deutschland isr äüSreicheM'ledsglich' M Kohle,Kali" und Stickstoff gesichert. Einesteils begrenzte, anderenteils völlige Mangellage besteht bei Eisen und nahezuallenun» edlen Metallen, bei Erdöl und Phosphate n, bei Wolle, Häuten und Holz, bei Kautschuk und Baum- w o l l e.. Da Deutschland über keinerlei Lageroder Erzeugungsstätten"für diese Produkte im Auslande als eigenen Besitz verfügt, sei es gezwungen, alle diese Güter im Wege seines Außenhandels einzudecken. Dr. Schacht schloß dann mit den Worten: Die Zuteilung kolonialen Raumes ist die gegebene Lösung der bestehenden Schwierigkeiten;' vor Strafantrag gegen Frankfurter Born.(EDA.) Im Prozeß gegen Frankfurter, der Gustloff getötet hat, forderte der Staatsanwalt nach Verlesung der Anklage für den Beschuldigten eine 18jährige Zuchthausstrafe, Entziehung der bürgerlichen Rechte, Ausweisung Da vidFrankförter. q:' Lebenszeit aus defn Schweizer Gebiete und S. idenersatz. Am Schlüsse der vormittägigen Bc Handlung"wurde der Angeklagte bezüglich sei«' ne: Selbstmordabsicht foerhört., Frankfurter erklär",," paß shm. nach vollbrachter„Tat der„Mut zum Selbstmorde fehlte/' " Der Schluß der„NachmittagSverhandlüng gegi Frankfurter'war völlig dem„'Verhör„ des An." Klagten gewidmet, aus Hessen Antworten hervorgeht,, haß keine„Verschwörung gegen Gustloff bestand.^Frankfurter erklärt, über seine Absichten ntit.niemände'm.gespröchen und" aus eigenem Willen gehandelt" zu haben. Co habe ursprünglich an ein Attentats gegen Hitler, Göring, oder Goebbels gedacht, aber eingesehen,'„daß" er eine solche Absicht nicht durchführen könne. Englisch-französischer Waffenstillstand und Neuwahlen in Spanien? Vermittlungsversuch London. Das Außenministerium hat Mittwoch abendS rin Kommuniquee veröffentlicht, in dem es heißt: „Dir britische und dir französische Regierung haben während der vergangenen Woche einen Meinungsaustausch über die Lage gepflogen, welche durch di« Verlängerung deS Bürgerkrieges in Spanien und durch die Gefahr, welche daraus für den europäischen Frieden erwächst, geschaffen wurde.„. Sie Haben bie vollkommene Kebereinstlm- mung ihrer Ansichten in dieser Angelegenheit konstatiert und am 4. Dezember durch Bermitt- lung ihrer biplomatischen Vertreter bi« deutsche, die italienische, die portugiesische und die sowjet» russische Regierung aufgefordert, sich ihnen in der Erklärung ihrer festen Entschließmig anzuschließen, daß sie sich streng jeder direkten oder indirekten Aktion enthalten werde», welche in irgend einer Weis« zu einer fremden Einmischung kn den„ spanischen Konflikt führen würde, und ferner, daß sie in diesem Sinne ihren Vertretern im Londoner Richteinmischungsausschuß die geeigneten In» struktionen zur Organisienmg einer unbedingt wirksame» Kontrolle der KriegSmaterialeinführ nach Spanien erteilen. Die britische Und di« französische Regierung haben diese vier Regierungen weiterS aufgefordert, sich ihnen im Geiste der Menschlichkeit in dem Bestreben anzuschließen, den kriegerischen Konflikt in Spanien sobald als möglich zu beenden, u. zw. dadurch, daß eine Vermittlung angeboten wird, die dahin gehen wird, Spanien die freie Aeußerung seines nationalen Willens z» ermöglichen. Eine gleichlautende" Erklärung hat in Paris das französische Außenministerium veröffentlicht Der Pariser Korrespondent des„Daily He- rald" interpretiert diese Meldung dahin, daß di« Durchführung einer Volksbefragung in Spanien beabsichtigt sei. „News Ehronicle" bringt«ine ähnliche Meldung in der Version, daß Frankreich und Groß» iritannirn bei Verhandlungen für einen Waffenstillstand in Spanien die Vermittlung übernehme» würde», Ruch dem„Abschluß des Waffenstillstandes sollten daun aller mein«.Wählt« in Spanien ausgeschrieben werde».■ ---.....«!»->».'Iry. Abdankung wird immer wahrscheinlicher Reuter, Interpretiert die Meinung der Parlamentarier London.< Reuter.) Ministerpräsident Baldwin erklärte in Beantwortung einer Mittwoch nachmittags im Unterhaus gestellten Anfrage des Abgeordneten R t t l e e, er bedauere, heute feiner in der Frage deS BrrfaffungSproblemS jüngst ahgegebenon Erklärung noch nichts Nettes binzufügen zu können. Der Ministerpräsident erklärte, er h o f f e, morgen(Donnerstag) kn der Lage zu sein, eine Antwort zu geben. Jedenfalls ist für DomcerStag nachmittags bereits eine offiziell« Erklärung BaldwtnS im Unterhaus angekündigt. König Eduard empfing Mittwoch im, Fort Belvedere di« Besuche zahlreicher Mitglsede.r der königlichen Familie, darunter auch dir Königinmutter Mary. Die letzte Unterredung Baldwins mit dem König am Dienstag abendS hatte nahezu fünf Stunden gedauert. Nach einer Neuser-Meldung wächst bie Ueberzeugung der britischen Parlamentsmitglieder, daß der König' sich jetzt nur mehr für zwei Möglichkeiten entscheiden könne: entweder sein« Absicht, Fra« Simpson zu heiraten aufzugeben oder dem Throne zu entsagen. Die Parlamentskreise sind überzeugt, daß die ununterbrochenen Beratungen der übrigen! Mitglieder der Königsfamili« und der Rechtsberater nichts anderes bedeuten, als daß der König eh« dem Gedanken zuneigt, dem Throne z« entsagen. Wilde Gerüchte um Frau Simpson Cannes. Die Tatsache, daß der britische Advokat G o d d a r d, der am Mittwoch im Flugzeug. hier eintraf, um mit Frau Simpson zu konferieren, auf seinem Flug von dem Arzt Dr. Kirkwood begleitet war,.gab zu den tollsten . Gerüchten Anlaß, die insbesondere mit dem Umstand in Verbindung gebracht, wurden,, daß Dr. Kirkwood— Gynäkologe sei. Die Sache klärte sich dahin auf, daß Dr. Kirkwood, ein. persönlicher Freund Goddärds, diesen auf seiner Flugreise begleitete, um ihm, da er das Fliegen schlecht verträgt, nötigenfalls Beistand zu leisten. Dr. Kirkwood ist, ohne mit Frau Simpson in Verbindung getreten sein, bereits wieder abgereist. Die Aussprache der Frau Simpson mit ihrem Anwalt bezog sich, nach offiziellen Mitteilungen, auf den Verkauf ihres Londoner Palastes, da Mrs. Simpson entschlossen sei,„für längere Zeit nicht nach London zurückzukehren". Madrid In Erwartung. und Bombardements des neuen Angriffs Madri d)(Tsch. P.-B.) Die Regierung», flugzeuge waren Mittwoch nachts sehr tätiß.Slr flogen"über.der Stadt, hauptsächlich um hi« Flugzeug» der Aufständischen atu Angriffe zu hindern und Photographien. brr feindliche»„-.Stellungen herzustellen. Die Aufständischen rüsten sich zum Angriff und., konzyntrieven. ihre Abteilungen hauptsächlich bei■ JllescaS und N a v a l Car W nerv. Das erste Ziel der Offensiv«/wird wahrscheinlich daSAnipersitätsviertek, Enratanchel und dir Brücke, von Toledo s«».. Madrid.(HavaS.)' Neu« RegiernngS- flugzeuge unternahmen einen Angriff auf Villa Real»"wo st« VV Bomben atwarfen und bedeutende Schäden an" den refestigtrn Positionen der' AnfstSndischeu aurichteten. Aufständische Sägd- flugzeuge gerieten mit Regierungsflugzeugen in' Zweikämpfe, in deren Verlauf«I» Regierungsflugzeug abgeschosien wurde. Ein anderer Flieger- kampf entbrannte über vittzri», an dem von beiden Seite« je stebm Alugzeugr'teilnahmrn: Drei aufständische Wugzeuge wurden abgeschoffent rin«- von ihnen fiel mitten in der Stadt nieder. Französisches Flugzeug von den Rebellen abgeschosien! Pari».(Tsch. P.-B.) Das französische RegiFrungSfkugzrug, da» der französischm Botschaft iUMadridzugetetlt ist, und daS sich auf einem Fluge von Madrid, nach Toulouse befand, von wo eS nach Paris weiterfliegen sollte, wurde von einem- spanischen Mufständischenflugzeug bei Guadalajarq, etwa 1ÖO Kilometer von Madrid entfernt, aigtschossm."In dem Flugzeug befanden sich d«r Kvrrespondent de» HavaS-BmeauS in Spanien Chateau, der Korvefpondent deS „Paris Soir"'De l a P r t, Dr. H a e n n i vom J^chmationaöen Roten Kreuz, undz w eiM Sd. ch en im Altpr vo» elf SiS dreizehn Sohren. Sie erlitten insgesamt Verletzungen und wurden in das MilitärkrankenhauS in Pastrana im Bezirk Guadalajara gebrächt» Hs8 Tal des Jammers DaS Goldoppa-Tal, das sich von der schlesischen Stadt Olbersdorf ins Gebirge zieht, gehört zu den schönsten Gegenden der Republik. Auf den Höhen rauscht dunkler Wald, das Wasser dec Goldoppa plätschert an schmucken Häuschen vorbei, dte von dem Fleiß und dem Sauberkeits-Sinn ihrer Bewohner Kunde geben. An diesem Bilde kann sich das Auge aller erfreuen, denen Berge, Wald und Täler etwas zu sagen haben. Aber zur sudetendeutschen Heimat, die auch wir mit der ganzen Kraft unseres Herzens lieben, gehören dis Menschen, die sie bewohnen. Und für uns bleibt der Begriff der Heimat verbunden mit der Frage nach dem Glück und Wohlergehen ihrer Kinder.. Ein kurzes Beisammensein mit der arbeitenden Bevölkerung des Goldoppa-Tales hinterläßt erschütternde Eindrücke, die so übermächtig sind, daß man sie kaum in Worte faffen kann. Der Umfang und die Tiefe des Elends, das in vielen Gebieten unseres Landes herrscht, sind unermeßlich groß. Wo aber gibt es Verhältnisse, die sich„mit den Zuständen in diesem märchenschönen Jammertal vergleichen ließen I Dies ist eine Gegend, in die sich nur selten jemand von den Menschen deS öffentlichen Lebens verirrt, und sie ward„ darum in der großen Diskussion über die Hilfe für die„Notstandsgebiete übersehen. Mit um so größerem Nachdruck sei jetzt der Ruf nach Hilf« erhobenI„Jin Namen der,Menschlichkeit: .tut.euch, all«,,zufasnme»„Wh bewahrt., die Be- wohncr deS„Äoldoppa-TaleS vor dem untergang,— 1 rettet die hungernden Kinder,. die. darbenden Frauen, die„verzweifelnden Männer!' Ist einer „unter den Dichtern, die«in neues Weber-Drama schreiben wollen? Hier ist der Stoss dazu I Einige kleine Bilder, die bei allen gutwilligen Menschen, vor allem aber bei den öffentlichtätigen Männern und Frauen beider Nationen den Willen wecken sollen, sich über den ganzen Umsang des Elends an Ort und Stelle aus eigener Anschauung zu unterrichten: In Hillersdors ist ein Armenhaus, kn dessen vier Räumen siebzig Menschen hausen, alte und junge, Männer und Frauen. Verglichen mit diesem Anfentshaltsorl find die Höhlenwohnungen um Prag, die den Anstoß zur Ausstellung„Die Jugend vor allem I" gaben, wahre Luxusräume. Könnt ihr euch die gesundheitliche und sittliche Gefährdung der Bedauernswerten ausmalen, die so leben müssend Ja, leben I Wovon denn? Die meisten Bewohner dieses Tals leben von den Ernährungskarten, deren Erwerb vielen von der Gendarmerie erschwert oder unmöglich gemacht wird. Der Vorsteher von Hillerschoß, ein Henlein-Anhänger, scheint alles andere zu sein, denn ein Mann, der die Sorgen seiner Schutzbefohlenen zu den seinen macht.— Da kommt, nach einer sozialdemokratischen Versammlung, eine verschüchterte junge Frau zu dem Versammlungsleiter"und erzählt, das bleichsüchtige Kind an der Hand, daß sie feit Jänner ohne Arbeit und ohne jegliche Unterstützung ist..Sie wurde von der alten Mutter erhalten, die nun selber gar nichts mehr hat und der Mann ist so krank(tuberkulös),■ daß er sich nicht mehr auf den Beinen halten kann. Der Gendarm aber riet:»Sie sind ja jung, sie können arbeiten' oder spielen(musizieren) gehen!". Die Not hat' diese junge Frau in unsere Versammlung getrie-. ben; sie ist überglücklich, daß sic nun Freunde gefunden hat, die ihr die Lebensmittelkarte versorgen wollen. Ob es gelingt?"Das hängt von dem Wohlwollen der' Gendarmen ab!—■ Viele Kinder waren mit ihren Müttern da. Alle haben, sich auf den„Nikolo" gefreut, s Man fragt sie:.. „WäS habt ihr bekommen?" Das„reichste"'hätte* einige Nüsse erhalten, di« anderen hatten auch. auf diese klein« Freude„verzichten müssen. Die meisten' der Kinder haben keinen'Mantel, fast alle sind im Wachstum zurückgeblieben. Butter und« Fleisch kennen sie nur vom Hörensagen. Doch manchmal gibt es Fleisch: im benachbarten Ort ist ein« H u,n d e« und Katzensch lachte- r e i. DaS Geschäft geht ausgezeichnet.— Der Bersammlungsvorsitzende, ein Holzarbeiter, wie viele der. Anwesenden, rechnet der Versammlung vor, wa» er sich— er' hat noch Arbeit—- von seinem Verdienst kaufen kann. Nach Abzug der Krankenkasse und des GewerkschastSbeitrages bleiben ihm-70 KL wöchentlich. Er hat die Frau und drei Kinder„zu erhalten, Eö versteht sich, daß auch Seite 2 Donnerstag, 10. Dezember 1030 Nr. 287 sie keinen Mantel haben. Der mittlere Bub, ein hübscher Junge von acht Jahren, hat Heuer im Sommer bei einer Erholungsaktton in drei Wochen 2.80.Kilogramm zugenommenl Ein Mann, der schon lange arbeitslos ist, erzählt, daß er zuhause zwei schwer kranke Kinder Hot. Sie brauchen Milch, er hat keinen Kreuzer, um sie zu beschaffen. Das eine Kind, hatte 41 Grad Fieber. Der Arzt lehnte es ab, am Abend zu kommen, er lam erst am folgenden Nachmittag. Däbei besteht der Verdacht einer infektiösen Erkrankung. Auch Medikamente können den Kindern nicht mehr verschafft werden.— Die Kleidungsstücke, die Männer und Frauen, tragen, zerfallen fast, etivaS Neues kann nicht angcschafft werden. Den Er- lvachsenen und den Kindern fehlt es an der not- tvendigsten Wäsche.— Und die»Unternchmcr, die lo«lende Löhne zahlen/ sind„Volksgenossen", Angehörige von Henleins„Volksgemeinschaft", für die selbstverständlich auch die Arbeitslosen nicht existieren. Nur vor den Wahlen wagten sich Senleinfunktionäre sogar in da» stinkende Armenhaus von HillerSdorf, um— Flugzettel auSzu- ieilen. Die sozialdemokratischen Funktionäre, die aNe Hände voll zu tun haben, um dem ärgsten Elend zu steuern, sind dem schwersten sozialen Terror ausgesetzt.— In den Wohnungen gibt es kein« Bettwäsche mehr, von den anderen Dingen, die zur Herstellung einer gewissen Behaglichkeit unentbehrlich sind, gar nicht zu reden. Die Zerstreuung der Arbeiter besteht hier darin, neuzeitliche„Dreißiger-Lieder" zu singen; wer sie gehört, dem klingen sie' in den Ohren, so lange er lebt. Blutige Ironie, daß da» Tal diesen Namen führt I ES ist ein vergeffencS, ein bis nun übersehenes Tal des Lammers. Sprecht dort mit den Menschen: euch bleibt das Wort in der Kehle stecken üor Entsetzen und Scham! Box Scham darüber, daß viel zu wenig und vor allem nicht» Durchgreifendes geschah, dies« Menschen zu retten, treue Sühne des Staates, lebenshungrige Kinder unserer Heimat. Laßt da» Tal und seine Menschen nicht vetgesien bleiben! Helft, helft! Und helft rasch! Karl Kern. Franc» weiterhin die Mehrzahl der Söldner, die er gegen da», spanische Bell sthtckt, in Marokko wirbt, als» in einem Gebiet«, da» in gewissem Mähe unter internationaler Kontroll« steht. Sie betonen angesichts der Verletzung de» anerkannten Bölkerrrchte» durch die faschistischen Negierungen, dah tl die Pflicht de» Völkerbundrate» ist, sobald er«if Grund de« Beschwer»« Spanien»«usammentritt, alle Ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, die geeignet find, den Frieden unter den Böllern wirksam wlederherzu- stellea. Sie erklären, daß di« Erhaltung de» Frieden», di« da» oberste Interesse der Arbeitermassen aller Länder ist und daher an der Spitz» der Aufgaben der Negierungen sieht» kle von Sozialisten geleitet werden»der in denen Sozialist« teilnehmen, nicht gesichert werden kann, wenn nicht die Demokratie gegenüber den Erpressung«» und dm Drohungen de» Faschismus ein« entschlossene Haltung einnimmt. D!» leiten Internationalen rufen dm Arleitem und dm FrtetmSsrwmden aller Länder zur SS ist di» Schlacht für die Freiheit, dir Demokratie und dm Fried« der ganz« Welt, die heut« in Spanien geschlagen wird. ES ist unser aller Sache, dir di« heldenhaft« Kämpfer von Madrid gegen der» mörderisch«» Ansturm de» internationalen Faschismus verteidig«! An dir gemeinsame Tagung der beiden In« tcrnationalen schloffen sich ein« kurze Sitzung der Exekutive der S. A. J„ eine Sitzung des Präsidiums d«»' Internationalen Frauen- k o m i t e e», die sich vor allem mit der MiUvir» kung der Frauenorganisationen an der Hilfsaktion für das republikanische Spanien beschäftigte, sowie eine Sitzung der von der S. A. I. eingesetzten Kommifflon zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen. An dieser Sitzung nahmen unter dem Vorsitz Louis de Brouckäre» teil; Hedtoft» Hansen(Dänemark); Ollenhauer (Deutschland); G i I l i e 8(England);Dil<- p i n e, Longuet(Frankreich); B o e I- man(Holland)zModigltani(Italien); Kathia Adler(Oesterreich); Abramowitsch(Rußland); L i n d st r ö m(Schweden); Grimm(Schweiz); P e l s(Internationales Franenkomitee); Adler(Sekretär). Die Kommission behandelte mehrere aktuelle Fragen und wählte sodann ihren Arbeitsausschuß, der sich au» folgenden Genossen zusammensetzt; de Brouckäre(Vorsitzender); Compton(England) Vorsitzender-Stellver- treter; Dtlkpine(Frankreich) und Kathia Adler, Sekretärin. Türkei fordert von Frankreich Alexandrette zurück Genf. Donnerstag nachmittag» treten die Mitglieder des BölkerbundrateeS zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um di« Beschwerde der spanischen Regierung gemäß Artikel 11 des Pakte» zu behandeln. Der türkische Außenminister hat dem Vülkerbundsekretariat telegraphisch bekanntgegeben, dah er nach Genf kommen und verlangen wird, daß auf die Tagesordnung der außerordentlichen Ratstagung auch der Konflikt zwischen der Türkei und Frankreich betreffend da» Gebiet von Alexandrette gesetzt werde, das die Türkei Frankreich durch die Friedensverträge provisorisch abgetreten hat. „vnssgdsre Greuel“ Die Delegation englischer Parlamentsmitglieder, bestehend au» den Abgeordneten F. Seymour Eo dl(Arb. P.), D. R. G r e n f e l l(«rb. P.), W. P. C. Greene (Kon.), L. W. H, I a m e»(Kon.), I. R. I. MacNamara(Kon.), W. H. W. R o- bert»(Lid.), di« sich nach Spanien begeben hat, veröffentlicht folgenden Aufruf: Rach mehrtägigem Aufenthalt In Barcelona, Valencia, dem Sitz der Regierung,:md Madrid, wo uns, so weit«S di« Umstände gestatten, jede Gelegenheit gebot»» wurde, dir Situation kennen »u lernen, nehm« wir e» auf unt, einen Appell «geh« zu lassen. Wir zweifeln, ob die Größe der entsetzlichen Katastrophe, der sich Madrids Zivilbevölkerung gegrnübersteht, allgemein erkannt wird. Wir enthalten unS jedes Urteils über die militärische Lage;‘ aber eine Stadt von einer Million Einwohner ist einem Angriff zu Lande und in der Luft ausgesetzt. Sie ist so weit umschlossen, daß nur eine einzige Straße nach außen offen ist und in den letzten drei Woche» offen war. Der tmprovisterte Regicrungbapparat hat alle Hände voll zu tun, alle sein« Mittel sind für den Kampf aufgeboten. Zu der Bevölkerung von einer Million sind Hunderttausend« von Flüchtlingen hinzugekommen. Mehr als ein viertel der Stadt ist teiluwise zerstört und unbewohnbar. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind sehr schwer. Schon macht sich der Hunger geltend«»d Epidemien scheinen unausweichlich. Wir betonen dringendst die Notwendigkeit sofortiger"und großzügiger Aktionen neutraler Mächte auf dem Weg« einer internationalen Organisation. Die Evakuierung«nd teilweise Versorgung von Frauen, Kindern und Nichtkämpfern ist dringend, um nnsagbare Greuel, wen» sie schon nicht verhindert werden können, wenigsten» zu milde«. keine Sowjettruppen In Spanien Moskau. Die Telegraphenagentur der Solvsetunion ist zu der Erklärung ermächtigt, dah die Behauptung des Senders der Aufständischen in Sevilla, wonach über 20.000 oder sogar 88.000 sowjetrussische Soldaten in den Reihen der spanischen republikanischen Armee kämpfen, auf Vollkommen freier Erfindung beruht und daß sich keinerlei Sowjettruppen in Spanien befinden. USSR erhült ein Verteidigungskommissariat“’” r ns t'■ MoSka«.(Tatz.) Dienstag wurde der Beschluß des Zentralexekuilvkomitees der Sowjetunion Uber die Bildung eine» die Union der Sowjets umfassenden Volkskommissariat» d.c Verteidigungsindustrie verüffentlistst.^nm Volkskommissär der Verteidigungsindustrie wurde M o« fe» Ruchimowitsch ernannt, zu Stellvertretern MichaelKaganowitsch und Romuald Mulla witsch. PreBgesetz angenommen Paris.(HavaS.) Die Kammer hat da» neue Preßgesetz in seiner Gesamtheit mit 850 gegen 108 Stimmen angenommen. Gegen«ne Belieferung der Aufständischen Gegen die Zerstörung Madrids Ein DesdiluA der S.A.I. und des KB. ('s. I.) Am 4. und 5. Dezember 1988 fand in Paris unter dem Vorsitz von Walter Citrin« >J, G. B.) und Louis deBrouckire(S. A. I.) eine gemeinsame Tagung der Sozialistischen Arbeiter-Internationale und des Internationalen Gewerkschaftrbundei statt. Sie war auf Verlangen de» spanischen Gewerkschaftsbunde» einberusen worden. An der Sitzung nahmen fotzende Mitglieder der Exekutive der S. A. I. teil: Sassouni l Armenien); Jean Delvigne, Wau- t e r»(Belgien): Hedtoft-Hansen, Iakol> sen(Dänemark);Ollcnhauer I Deutschland— zugleich Vertreter der Sozialistischen Jugend- Internationale); G i l l i e 8, Latha(England); Bracke, Longuet, S k v t r a c, Atzromski(Frankreich); Gvardjaladzö(Georgien); B o r r i n k (Holland); M o d i g l i a n i(Italien); Ci«- II n S(Lettland); Lilli; Becker(Luxemburg); I a r b l u m(Palästina); Liebermann (Polen P. P. S.); K u r s k y(Polen-Bund); Abrawowitsch(RußlandS.D.);Soul* homline(Rußland S. R.); L i n d st r ö m (Schweden); G r i m m(Schweiz); L a m o« n e d a, Bolanos, Qtcro(Spanien); Alice Pels(Internationales Frauenkomitee)•! Ban R. oosbroeck(Kassier); Adler (Sekretär). Der I. G. B. war vertreten durch seinen Vorstand, durch die Delegierten von elf Landeszentralen und. neun Internationalen Berufssekretariaten. Der spanische Gewerkschaftsbund hatte seinen Sekretär Pascual Tomas entsendet. Nach ausstihrlicher Debatte, die zwei Tag« in Anspruch nahm, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Dee I. 0». v. und di« S.«. J„ auf«»Ns» de» spanisch« Gew«rkschaf>»bund«» zv gemeinsamer Tagung versammelt, haben di« Vertreter der spanischen Gewerkschaften»ndderS•• z i a l i st t s ch« n Partei Spanien» ge hört und nehm« KennMI» van d« Bemühungen, di« in den verschiedenen Lände« unternommen ward« sind, um Ihre früher« Beschlüsse dmchznführm, die sie htemit bestätig«, St« grüß« Mit Freud« und Bewunderung die heldenmütig« spanisch« Arteiter>md di« weness« der International« Kolonne, die d« Feind vae Madrid znrückgefchlag«.» Halen. Madrid ist dadurch zu einem glorreichen Shmlel de» Widerstande» der Arbeiterklasse«eg« dm Inter, nasional« Faschismus gewerde». Sie protestieren mit ttesster Empörung geg« dir Gräuel, die die Faschist« verüben, die, w«ll sie nicht mehr Hess« können, Madrid zu«rotem,«» mit Brandbomben zerstör« wellen«nd Frauen und Kinder töt«. Sie wend« sich geg« die immer stärkere«nd immer frecher« Unterstützung, die die f a s ch i st i- schon Mächte unter Verletzung de» Völkerrechte» den aufständisch« General« gewähr« und insbesondere geg« di« Anwesenheit einer immer größe- r« Zahl dwtscher«nd italienischer Soldaten in Spante«. Angesicht» dieser alarmierend« Tatsachen wie- derhrl« die betd« International«, daß kein« Rede davon sei« kann, di« rechtmäßtg» Regirwng der spanischen Republik mit drn chlutigen Landen der «wimidig« General« auf die«wicht Swf» zu stellen und daß dleRegierung vollauf berechtigt ist» alle zu ihrer vmcketdignn» erforderlich« Mittel|a erhalten. Sie sind der Ansicht, daß e» im gegenwärtig« Augenblick vor allem darauf ankommt, oll» Anstren- glmgen darauf zu richt«, dl« verstärk«ngd«r spanischen Aufständischen mit Waffe« «nd Monschm durch di,«»ländisch« Faschist« zu verhindern. Di« fordern HI» d«m I. G. B. und der<3, A. F. angrschloss«« Arbeiterorganisationen»nf, ihr» Wachsamkeit zu verdoppeln, nm mit all««eignet« Mitteln di» Belief,rnn, der Aufständisch« zu verbinde« und zu dies«, zweckt» allen Länder« Koordtnationtlomttee»«inznrichten. Sie bestehen darauf, daß di» Siegieningen dem tntrmatienal« Skandal ei» End« mach«, daß Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld h» Hugo sah auf dem Sessel, das Herz klopfte ihm big in den Hals hinaus. Er- hatte eilten Schluck Likör getrunken, grün und süh, knabbert« an einer Waffel. Wie ein Jung«, der«inen Geburtstagsbesuch macht, der in seinem neuen Anzug am Tisch hockt und nicht weiß, wa» er sagen soll. Er sah sich im Zimmer um. lieber dem Bett hing da» Bild eine» jungen Mädchens,«S mochte vierzehn Jahre alt fein, hatte lange blonde Haare, blaue Augen. Wie Carola, dachte er. Erdachte a» Carola in dieser Stunde, al» wollte er zu ihr fliehen. Ich liebe Carola, sagte er sich. Er sagte eS leise immer wieder vor sich hin:. Ich liebe Carola, für sie tvürde ich sterben, sie würde ich au» einem brennenden Hau» tragen, ich würde mich in Stücke reihen lasse» für-sie. Isabella kam in» Zimmer, sie trug einen dünnen Schlafrock, di« Spitzen de» Heinde» leuchteten auf ihrem Fletsch. Sie trat hinter seinen Sessel, legte die Arme um ihn, zwei weiche, kühle Arme. Sie legte die Hand unter sein Kinn, bog seinen Kopf empor und prehte ihr« Lippen auf feinen Mund. Ihre Lippen waren heiß, aber der süße, schale Geschmack der roten Farbe lvar wen- gewaschen. Ihre Hand griff in sein Hemd, sie lag auf seiner Brust, auf dem nackten Fleisch, kitzelnd und kühl. „Dummer Junge*, sagte sie immer wieder, „schüchterner dummer Junge". Er hörte ihre Worte nicht, er hört« die Stimme au» seinem Herzen: Ich liebe Carola, ich siebe Carola, ich werde für Carola sterben. Er hörte diese Stimme, al» er aufstand, al» die Frau ihn ins Dunkel zog. al» er ihren Körper nackt neben seinem Leib fühlte, Weiche« Fleisch, in dem er versank. Ich lieb« Carola, dachte er. Er starrte ins Dunkel. Auf der Decke tanzte ein Lichtreflex, Isabella schlang den Arm um ihn.„Dummer Junge". Dummer Junge hatte seine Mutter zu ihm gesagt, vor vielen Jahren, al» er"fragte, ob Gott wie ein Laternenanzüiwer mit einer langen Stange jeden Abend über den Himmelginge und die Sterne entflammte; und ob der Mond Über den Himmel rollte, weil ztvei Riesenkiiidcr, die an den Grenzen der Erde standen, mit ihm Ball spielten: Isabella betrachtete da» Gesicht Hugo», Sie dachte an Otto. Ich werde ihn lieb haben, er Wird mir viel näher sein, als Otto mir je war. Er wird, meinen Körper nicht verkaufen, er wird meinen Körper lieben. Sie nahm seine Hände, preßte sie an ihren Leib, al» wollt« sie ihn lehren, diesen Leib festzuhalten, mit diesem Leib zu verschmelzen.„Wir gehöre» jetzt ganz zueinander", sagte sie,,„und niemand darf e» wissen. Wir haben jetzt«in große» Geheimnis", „Ja", sagte er,«ein Geheimnis". „Da» Geheimnis ist auf unsichtbaren Flügeln gekommen und hat seinen Schatten Wer uns geworfen. Nun umfängt«» uns wie der Himmel die Erde. Liebst du. mich?" Ich liebe Carola, dachte Hugo, Mer seine Hsind« berührten den Körper dieser grau, er sagte;„Ja"..•< „Hast du je ein« Frau geliebt wie mich?" Er dachte an seine Mutter. Er schwieg, Da warf sie sich über ihn, küßt, ihn:„Dummer Junge, großer, dummer, großer, dummer, einfältiger Junge". Er stand vor dem Spiegel, ordnete sein' Haar. Sie lag Im Bett, betrachtete ihn. ihr« Augen waren halb geschlossen? „Wann mußt du morgen in» Cast?" »,Um sechs". „Und wieläng hast du Dienst?" „Bitz zwei und oann wieder ab fünf". „Du kommst um zwei zu mir?" Er sah sie im Spiegel. Ihre nackten Brüste. Ihre Schultern. Ihre Arme, der«ine Arm war hoch au»gestr«ckt und spielte mit der Dunkelheit. „Ich wevde kommen". . Er schlüpft« in den Rock. „Komm her". Er stand neben ihrem Bett, sie zog ihn mieder, schlang beide Arme um seinen Nacken, preßte seinen Kopf fest an sich, Mund auf Mund. t Ihre Arme blieben um seinen Hal» geschlungen, als er sich aufrichtete. Sie hing an seinem Körper, er fühlte ihren Leib durch seine Kleider. „Ich geb dir den'Schlüssel", sagt« sie und holte ihr Täschchen.„Geh leise die Treppen hinunter. Ich wevde am Fenster stehen, wenn du Weggehst".- Die Tür schloß sich, er tappte nach dem Geländer, schob sich vorsichtig Stufe für Stufe in die Tiefe. Da» HauStor knarrte, er sah sich erschrocken mm sperrte zu. Er trat in den Lichtkreis der Laterne, suchte die Fensterreihe ab, dprt eben leuchtete der bunte Schlafrock Isabella» auf, ein Gesicht, weih und rund, von wirrem Haar umrahmt, lachte ihm zu, eine Hand winkt«. Er zog den Hüt, ging weiter, seine Cichritte widerhallten ist der stillen Gaffel, Fremd War ihm diese Frau. Ein, warmer Leib, der sich um-ihn schlang, ein heißer Mund, zwhi Auge», die sich in seine Augen bohrtest. Carola wär eine Stimme, die ihm im Ohr klang und in» Herz, Carola war Haar, da» schimmert«, Blscke, di« wie'Musik klastgest,. Licht, da» in den Raum strömte,.und,ihn erfüllte, da» man«in« astnete wie di« Luft, da» durch alle Poren perlt« und sich aus dem Grund der Seele sammelte, Seine Hände fühlten die Haut Isabella», er spjirw destDust, der von Isabellas Körper au-glng, aber er trüg di« Stimm« Carolas im Herzest. Er würde, morgen wieder zu dieser Frau gehen, sie würde ihn wieder an sich saugen mit ihrem gierigen Mund und gesangennehmen mit ihren weichen, festen Armen— und er tvürde wieder an Carola denken—. Seine Augen brannten. Noch lagen viele Straßen vor ihm, menschenleere Straßen, die die Hitze des Tage» zurückstrahlten, Häuser, in denen sich Menschen Maslo» In heißen Bette» wälztcp. Zinuner, in denen Männer am offenen Fenster bei einer kleinen Lampe Wer Bücher und Schriften gebeugt saßen. Nun würde er seine Hefte wieder hervorholen,'nun tvürde er ganz neu anfangen, er würde sich ein Lehrbuch kaufen und zu einem Ingenieur gehen, einem fremden Mann, und ihm sagen: Ich will lernen. Ich bin ein armer Teufel, Ich habe keinen Vater mehr, keine Muttes, ich bin. Kellner im Casi Finsterbusch, wenn Fiststerbusch bankrott macht, liege ich auf der Straße, ich will 'lernen. Ich will eine Brücke bauen, Aber de» breitesten Fluß, ich will«in Flugzeug bauen, schneller und sicherer al» alle Flugzeuge der Erde, ich will ein berühmter Mann werden und Gcne- ralpirekwr einer großen Fabrik und die Welt erobern, um sie Carola zu Füßen zu legen. Da» Kiffen, da» er an sich preßte in dieser Nücht. war weich und warm wie der Körper Isabellas; aber sein Herz schlug eine Melodie: Carola, Carola, Carola, XV. Der Mann, der das Geld hatte, war«In kleiner, zerzauster Fünfziger, in speckigen Kleidern, mit flatternder Binde, eine zerfallene Aktentasche^ die mit Spagat gebunden war, unter dem Arni. Er trank den Kognak, den Finsterbusch ihmvoc- 5setzte, mit lautem Schmatzen,' schielte auf die lasche, ließ sich nochmal» da» Glas füllen und iganst sich dann im Raum umzubllckem vgstl stand hinter Ihm, Istie der Lehrer hinter dem Wunderkind, da» zum erstenmal auf die Biihne tritt,.(Fortsetzung sogt.). Nr. 287 Donnerstag, 10. Dezember 1086 Gelte 3 Mehr Außenpropasandal Prag. Der Budgetausschuß de» Senats erledigte Mitttvoch vormittags die Kapitel Aeußeres und Natlonalverteidlgung und nachmittags di« Kapitel Annens und Justiz. Dr. Kara» machte als Referent über da» Außeu- ministcrium aufmerksam, daß die für Propaganda auSgeworfenen Beträge viel zu gering feien; insbesondere dem Anwachsen der ungarischen Revision»vropaganda müsse von unserer Seite begegnet toerde». Auch die Nationalsozialistin Blamln- kovt unterstrich in der Debatte, dah der Aufwand für Propaganda ungenügend sei; Insbesondere gelte die» für die private Propaganda. Der Tschechischklerital« Krejii rügt« e» soffen» sichtlich war der gewiss« Flügel der tschechischen Agrarier damit gemeint), daß man Mit einer deutschen Bewegung kokettiere, die al» umstürzlerisch zu bezeichnen ist, und das; stündig ein Techtelmechtel zivischen dieser Betoegung und unserer stärksten Partei'im Bange sei; er fragt, ob das nicht di« Keckheit dieser Leute im Brenzgebiet steigern müsse. ES gehe nicht an, ständige die Volkspartei und di« Sozialisten mit den Kommunisten in einen Topf zu werfen, weil sie für den Bertrag seien, den die Republik mit Sowjetrußlaßd geschlossen hat. Diese Verhältnisse könne man nicht länger ertragen; da» heiße nicht nur Oel in» Feuer gießen, sondern direkt E k r a s I t blneinwersen. Enhnier sSdP) malt da» Schreckgespenst von der militärisch ungünstigen Lag« an die Wand, käut auch die Goebbelsmärchen von der„bolschewistischen Inflation" unbedenklich wieder und äibt zu erwägen, ob man nicht„allmählich" in der Äußenvolitik«in« „Richtungsänderung" durchführen sollte(die offenbar nichts andere» bedeuten könnt« al»«in« völlig« Unterwerfung unter das Kommando des Dritten Reichest). Auhenminiftrr Dr. Krista antwortet««. a. dem Herrn Enhnber mit dem Hinweis ans sei« letztes auhenpolstisches Ezpesi und fügte hinzu, daß wir dasür sorgen, daß Misere Auhenpolitlk den vedvrs- nlffen de» Staat«» entsprech«. Wir tragen auch dafür Sorg«,»atz da» Verhältnis z« unserem groften Nachbarn Deutschland da» möglichst test« sei, in der Ueberzengung, daß auch di« verantwortlichen Faktor«! ans der andern Seite die Erhaltung gutnachbarlicher Beziehung« wünschen. Der Referent über da» Innenministerium, Senator Falt, erklärte u. a., daß im nächsten Jahr in etwa 11.000 Gemeinden die Neuwahlen durchgeführt werden sollen, und vast da» Netz der Staats- polizeiämter im kommenden Jahr auch auf Mähren- Schlesien und di« Slowakei ausgedehnt werden wird. Daü neue Eisenbahngesetz wurde am Donnerstag auch vom verfassungsrechtlichen Ausschuß angenommen. Der Ausschuß erledigt« auch die noch strittigen Paragraphen und nahm auch an einer ganzen Reihe bereits angenommener Paragraphen Aenderungen vor,- um sich^ Un. Beschlüssen des sozialpolitischen und des Berkehrs- ausschusseö anzupassen. Elnigemale griff auch Eisenbahnminister Bechynö selbst in die Debatte ein; um namentlich die Wichtigkeit der Vorlage vom Standpunkt der Verteidigung des Staate» zu betonen. Der Ausschuß verhandelte dann über gewisse Einwände, di« Universitätsprofessor Dr. Svoboda, ein Mitglied der SüperrevisionSkommission für das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch, erhoben hatte. Nach Anhörung Prof, Svobodas und de» Professors Dr. RouLek beschloß der Ausschuß, durch einen Abänderungsantrag im Plenum gewisse grundlegende Aenderungen des Paragraphen 19S der Vorlage(Berantwortlichkeir für Schäden) durchzuführen, und zwar unter Berücksichtigung des übereinstimmenden Gutachtens der beiden Sachverständigen,— Später nahm auch noch ded Wehrausschuß die Vorlage unverändert an. Ärbeltsbealnn Noch ist eB Nacht, doch der Weg zur Fabrik ist von vielen Menschen belebt, die eilig dahinschreiten, um.rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz einzutreffen. Um das trüb« Licht der Straßenlaternen fchlvelt grauer Nebel. Dann und wann schrillt'die Glocke eines Fahrrades auf, das rasch vorMerfliegt. Von seinem Licht wird die Straß« sekundenlang in gleißende Helle getaucht,'während'die Schatten der Menschen gespensterhaft 'verzerrt an der Hauswand tanzen. Wie ein gurgelnder Strom wälzt sich die Menschenschar dahin. Da» Gemurmel der Leute, da» tausendfältig« Klopfen der Schritte und da» Geklirr zusam- menstoßender Kaffeekannen klingt ineinander, schafft'eine, eigenartig raunende Melodie, die so undefinierbar ist,- wie die Gedanken der Dahineilenden. Kei« Mansch kann sagen, woran diese denkens mpdie vor ihnen liegenden Stunden öder an Vergangenes? Eiliger werden die Schritte der Arbiter, die Stunde de» Arbeitsbeginne» rückt immer näher. Da» Tor der Fabrik liegt in hellem Lampe«- schelg, al» wollte da» steinerne Ungetüm di« Menschen, die e» verschlingt, erst einmal bet Lichte heträchsin. Run erkennt man auch die Gesichter, Da sind Männer, Frauen, Jugendliche, alle» bunt durcheinander. Neben alten, sorgenher- furchten Mienen tauchen, rosige MädcheNwangen, frische Jungengesichter. auf, die zuversichtlich, und mutig in di« Zukunft blicken.» Gaukeln Illusionen vor ihnen? Wohl kaum! Sie-waren ja jahrelang arbeitslos, wissen wie bitter Gnadenbrot schmeckt und sie kennen da» Leben mit allen Härten und Kanten, Da» Glück, Arbeit, Verdienst und Brot zu haben, bat dse jungen Menschen verändert I Die Welt, die vordem so grau um trostlos au»« sah,'erscheint ihnen nun schöner und besserl Freude am Schaffen, Stotz auf sich selbst im Be- tfudclendeutscficr Zeitspiegcl Hochverrat und Niedertracht Hltler tierten) Behauptungen der iommunistischen Presse, als ob in» Verteidtgungsministerium Ver- zeichnisse der demokratisch gMmien Offiziere vorhanden seicN! die man im geeigneten Moment laltznstellen gedenke, nochmals auf das entschic- dcnste zurück. Wenn inan wirtlich ein Verzeichnis der demokratischen, republikanisch gesinnten Offiziere zuiam- menstellen wollte, so brauchte mau nur den Schematismus, vom Generalinfpektor S tz r o v Ü beginnend, bi» zum jüngsten Rottmeister abzuschreiben und da» ergäbe von selbst das Verzeichnis der verläßlichen republikanischen, demokratischen Offiziere und Rottmeister. Auf eine Anfrage betresfmd t|: Verstaatlichung der Rüstungsindustrie ant. wirtet« der Minister, die» f«l«in« Frag«, über welch« di« g e s a m t e R c g i e r u n g«ntfcheiden werde. Der Minister wiederholte dann noch frühere Erklärungen, daß au» den Reserveoffiziersschnlei» lediglich jene Freguentanten aurgeschiede» werden, die eine absolute Unlenntnis der Staatssprache an den Tag legen und daher dein Unterricht nicht folget» können. wuhtsein nutzbare Arbeit zu leisten, Freude darüber, mithelfen zu können, das harte Los der Famtii« zu verbessern, erfüllt die jungen Herzen. Und dl« Allen? Auch sie sind zufriedener, denn nun hat die zermürbende Kurzarbeit aufgehört, das Einkommen ist gestiegen und wenn es auch zur Befriedigung aller Lebensbedürfnisse nicht zureicht-— der Lohn von seih» Tagest reicht hall doch weiter als der von dreien! Die Mienen der da» Fabriktor: passierenden Menschen sind ein bunter Spiegel, der da» Leben der Aweiter zeigt,— so nüchtern und hart, wie eben gelebt werden muß. DI« Kontrolluhr ist ständtgin Tätigkeit. An ihrem Geläute, da» man hört, wenn der Arbeiter seine Personalkarte abstempelt, könnt« man, wäre «S möglich, die Gedanken auf diese» Läuten zu konzentrieren, genau zählen wieviel« Arbeitsmenschen in den Betrieb gehen. Der riesige Kar- toihekkasten ist fast leer, also müssen bald alle, Aweiter angetreten sein.. Rh gellt sitzt die Fabriksirene auf, ihr Gehe öl ist kilometerweit zu bören. Die Arbeit beginnt, e» ist halb sich» Uhr. Einige Nachzügler Heven in atemlosem Kauf um die Ecke und verschwinden durch da» Tor, da» inan hinter, ihnen schließt. UiWnMchkeit kostet Strafe und die zahlt niemand gern. Der früher spärlich beleuchtete Gebäudekom» plex der Fabrik ist, jetzt«in einzige» Lichtermeer. Au» allen Fenstern dringt greller Schein. Manchesmal huscht«in schwarzer Schatten über di«. Scheiben. Da» sind Arbeiter, die ihren Plätzen zueWi! Lampe um Lamp» flammt auf, bi» die/ ggnz» Umgebung in gleißende» Licht getaucht ist. v fcRlrint lärmende Tätigkeit, vom NghenWaschtnenhau» tönt der dümpfe Schlag der Kolben, mit leichtem Knall pufft dep überschüssige Danipf au» dein oben verdichteten Rohr. sällt ab- gekühlt und zu Wasser geworden wie Silber- geriesel an den Lampe« vorbei, zu Boden« die ganze Hingebung nässend. Hinter dem angerutz« sin Mauerwerk, in den weitgedehnten, raucherfüllten Sälen dröhnen die Maschinen, surren unzählige Spindeln, Pfeifen die Motoren ihr wunderliches Lied, klatschen Riemen und krei- schen Stähle. ES ist eine eindringliche Shmphonie de» Schaffens, eine Melodie der Arbeit und des Lebens, deren Mitwirkende die Hunderte Arbeiter des Betriebes, die Maschinen, Pressen und Häminer sind. Kalte, leblose Wesen mit unheimlicher Kraft, die einen, Menschen von Fleisch und Blut mit fiihlendem Herzen voll ungestillter Sehnsucht di« anderen. Auf Gefühle der Menschen nimmt der Kapitalismus, dessen Diener die Arbeiter in jeder Stunde ihre» Lebens sind, keine Rücksicht. Mensch- ItchkettSgesehe haben für den Betrieb nur swvett Geltung, al» sie sich die Arbeiter selbst erkämpft haben. Entscheidend für den Wert oder die Wertlosigkeit de» Arbeiter» ist allein die Leistung. Das Teiüpo der Arbeit wird nicht mehr von denMen- schen, sondern von den Maschinen bestimmt. Mechanisch wie dies« hat der Mensch seine Handlungen zu begehen, zum Nachdenkei» bleibt dabei kaum-Zeit. So hat-die Entwicklung der Technik den Menschen zum Diener, der Maschine gemacht, obwothl«» gerade umgekehrt sein sollte. Die stählernen Knechte der Unternehmer sind formlose Ungetüm« mit kompliziertem inneren Mechanismus, der exakte Leistungen hervorbringt. Was ist gegen die Zähigkeit und Dauerhaftigkeit dieser gigantischen Roboter der Mensch mit seiner bescheidenen Kraft? Er kann jederzeit ersetzt, ausgewechselt und entbehrt werden. Er kostet nicht» al» da» bißchen LohnI Werwoller.scheint dem Fabrikanten die kostspielige und leistungsfähige Maschine, ' An diesen Zeiten haben e» die Gewerlschaft»- organisasionen schwer, sich durchzusetzen. Für den fasi entbehrlich gewordenen oder zumindest nicht 'mehr so wichtigen Menschen Kolleliiv- und Lohnverträge durchzuietzen, ist nicht leicht. Am Rücken stehen immer die zehntausende Arbeitslosen, die, von entsetzlicher Not heimgesucht, in ihrer Widerstandskraft erlahmt, die Arbeit zu jedem Loht» anzutreten bereit sind. Die im Bet-isb stehende»» Arbeiter blicken sorgetivöll nackt ihnen, denn derei» von der Not erzeugte VerziveiflungSstiinmung tann für sie zum Verhängnis werden. Allerdings hat die Entioicklung doch auch wieder dafür gesorgt, daß diese Gefahre,» her- abgemiudert tvurden. Die mechanisch-automatische Produktion erfordert von den. Menschen entsprechende technische Vorbildung, die nicht von heute auf»norgen erfolgen kann, sondern immer wieder von eii^eschulten Leuten vorgenonnneu werden muß, Trotzdem ist Vorsicht am Platze und die Arbeiter lassen Vorsicht walten. Gedanken steigen dem stummen Beobachter bei Betrachtung dieser hastigen Treibens vor Beginn der Arbeit auf: Wenn diese Arbeiter alte wüßten, daß ihr Schicksal eng zusammengekettet ist, dah sie aus ihrer Bedrängnis nur heraus- kommcn können, wenn alle es wollen, dann wäre e» auf dieser Erde schon anders' bestellt!' Dann wären die Maschinen Diener der Menschen und nicht»ungelehrtl Dann würden die Früchte ihrer harten Arbeit nicht fa»»le Drohnen, sondern sie, die Arbeitsbienen, selbst einheimsen, dann könnte alles, alles ganz anders sei»» als es heute ist. Wehe, lueitn die Sklaven sich zu zählen beginnen! Das gilt auch für unser Leben! Wenn Ivir uns zu zählen beginnen, dann wird wahr, was der Dichter schrieb: Ha, so wird es einmal sein: Die Fabrik zu unfern Füßen wird uns als Gebieter grüßen und wir schreiien froh hinein I Kern Franz. Nr. 287 Seife 4 Donnerstag, 1V. Dezemver IVOS klusreusIrstsLttooke in Lro/cion. »olilnÄsrll« Apparat mit 14 p»»>gler«n«dgeswsr» und verbrannt 3aAesnemgMtm Freie Bahn den Irren... Wie tschechische Blätter berichten, hat daS LandeSämt die Irrenhäuser angewiesen,, alle „leichtere Fälle", insbesondere Kretins und Schwachsinnige, zu entlassen, da eS an Geld inangelt, die Irrenhäuser überfüllt sind und die Zahl der Geisteserkrankungen ständig ansteigt. Man erinnert sich da— zugleich feststellend, dass sich bei allem Fortschritt die Zeit wenig ändert und alles im Kreise läuft— eines Ausspruches, den JosefSeliger getan hat, als er im Kampf uin die Demokratisierung der. böhmischen Landesverwaltung 1913 den Uinstand erwähnte, daß, wegen Platzmangels in den Irrenhäusern Tausende gefährliche Irre frei Herumlaufen. Er meinte in seiner sarkastischen Art, man nehme vermutlich mit Recht an, das; es in Oesterreich auf ein paar Narren mehr oder weniger nicht ankomme. Dost eine Zeit, in der die menschlichen Schaffenskräfte so großartig entfaltet werden, daß die Menschen an ihrer eigenen"Technik aus mannigfache und ehedem kaum geahnte Art zugrunde gehen, zu einem Ansteigen der Geisteskrankheiten führt, wird man ohne weiteres be- greifen. Warum sollten gerade aus diesem Gebiete'die Rekorde ausbleiben, die auf anderem Felde so üppig gedeihen! Daß die Kretins losgelassen werden, mag manchem ungefährlich erscheinen, der sich an die Zeitgenossenschaft der Streicher und Göring gewähnt und langsam begriffen hat, daß derlei Mißwuchs heute ja zum Negieren und Führen berufen ist. Daß andererseits die Kurve, die auf der Fiebertafel der Epoche das Hochklettern von Mordzisfern und Schreckenstaten aller Art an- zeigt, infolge des weifen Erlasses der Landes- behörde nicht gerade sinken wird, ist mit einiger Sicherheit anzunehmen. Und abschließend wäre wohl zu fragen, ob eS die, einem demokratischen Staatswesen, einer humanen Gesellschaft und europäischen Kulturbegrisfen entsprechende Art von Reform ist, zu der die Landesbürokraten dagegrisfen haben. 40 Tote bei einem Deckeneinsturz. An Porto de Moz(Portugal) brach bei einer katholischen Jugendkundgebung, an der' etwa 890 Personen teilnahmen, im ersten Stockwerk eines erst vor küi: zem fertiggestellten Schulgebäudes der Fußboden durch. Die Anwesenden stürzten, in die Tiefe. Bis Mittwoch früh konnten 40 T o t e geborgen und identifiziert werden. 180 Versammlungsteilnehmer wurden in schwer verletztem Zustand in di: Krankenhäuser eingeliefert. Raubmorde in Karpathorussland. In der Gemeinde Sislovice im Bezirk Usjhorod wirtschaftete auf seinem Besitz der 74jährige Witwer Johann Medvö mit dem jungen Knecht MiSka auS der Gemeinde VulSinktz im Bezirk PereLln. Mitt- Ivoch bemerkten die Nachbarn, daß das Vieh der Medvk vor Hunger brüllte und schickten sich daher an, den Landwirt zu suchen. Sie fanden im Wohnzimmer neben dem Bett eine große Blutlache, von wo Blutspuren bis in den Stall führten. Hier .fanden die Nachbarn in einem Haufen von Stallmist Medvö mit durchschnittenem Hals auf. Man nimmt an, daß der Knecht MiSka seinen Herrn ermordete, um die 8000 llö in seinen Besitz zu bringen, die Medvb für den Verkauf einer Uhr auf dem Markt erhalten hatte. MiSka ist flüchtig. Medvi hat vier ertvachsene Kinder, die in Amerika leben.— In der Gemeinde Vyökovo an der Theiß im Bezirke Chnst wurde der 28jährige I. Miklos verhaftet, ein entfernter Verwandter der 78jähri- gen Marie Smolejovä, die Sonntag früh in ihrem Hause ertvürgt aufgesunden wurde. Millos, der von seiner Verwandten ein größeres Erbteil erwartete, hatte in geschickter Weise ihren Tod als einen unglücklichen Zufall arrangiert. Die Tat bestreitet er, wird aber von Leuten überführt, die ihn am Samstag abends in das Haus der Smo» lejovä gehen sahen. Ein UngliickStag für den oberschlesischen Bergbau. Im Laufe des Mittwoch ereigneten sich in drei oberschlesischen Kohlengruben Unglücksfälle, welche insgesamt vier Todesopfer forderten In der Kohlengrube„Barbara" wurden durch die vorzeitige Explosion einer Sprengladung zwei Bergarbeiter getötet. Auf der Grube„Gies ch e" in Kattowitz wurde bei der Läschaktion eines Grubenbrandes ein Steiger durch Gase vergiftet und fand den Tod.. Schließlich wurde auf einer Kohlengrube bei SoSnowice ein Bergarbeiter durch eine einstürzende Kohlenwand begraben und getötet. London. Beim Start aus dem Flugplatz von Croydon'stürzte ein holländisches Verkehrsflugzeug ab und ging,in Flammen auf^ Dazu.wird, gemeldet: Das Flugzeug stützte kurz: nach dem Starte in Flammen ab. Dieselben waren so stark,! daß das' Feuer auf die Nachbarhäuser Übergriff., Ursache des Unglückes war wahrscheinlich-der dichte Nebel: Unter den Passagieren befanden sich auch der bekannte spanische Flugzeugkonstrukteur de la Cierva und der ehemalige schwedische Ministerpräsident Admiral, Listdmann. Einer über das Unglück ausgegebenen offiziellen Meldung zufolge sind im ganzen zwölf Personen umS Leben gekommen. Nach Mittag befanden sich aber in der Totenkammer in Bandon Hill bereits 14 größtenteils verkohlte Leichen.. Das Flugzeug stürzte auf das Dach eines Hauses, zerstörte den Rauchfang und. durchriß die Telephondrähte..Das HauS sing infolge des brennenden Flugzeuges Feuer und brannte vollstän« und teilte alle Schicksale der Expedition. Im Jahre 1926 hat er mit Amundsen und Nobile den Nordpol auf dem Luftschiff„Norge" überflogen. Im Jahre 1928 nahm er an der RettungS« expedition teil, die Amundsen, der mit dem französischen Flugzeug„Lathan" verschollen war, gesucht hat. In den letzten Jahren bemühte er fich, die„Fram" zu retten, auf welcher. Nansen, Sverdrup und Amundsen einige Expeditionen in die Arktis unternommen hatten. Wisting ist' auf der„Fram" gestorben, in seiner Hand wurde ein Blatt Papier gefunden, auf welchem er die Rede ausgeschrieben hatte, die er bei der Feier des 28. Jahrestages der Expedition zum Südpol halten wollte. Wisting starb an Herzschwäche. ' Kein einziger englischer Abgeordneter stellt sich Franco zur Verfügung. Francos Agenten in England wollten dem starken Eindruck, den die Berichte der englischen Parlamentsdelegation aus Madrid machen, dadurch entgegenwirken, daß sie eine ebensolche, aus allen Unterhausfraktionen zusammengesetzte Delegation in das Lager der Rebellen entsenden wollten. Trotz verzweifelter Bemühungen ist eS ihnen nicht gelungen, auch nur einen einzigen Abgeordneten, selbst nicht einmal aus dem Lager der Konservativen, für ihren Plan zu gewinnen. Er nennt sich Priester.„Nottingham Evening News" veröffentlicht den Brief eines spanischen faschistischen„Priesters" an einen englischen Priester, der dem Englisch-College in Balladobel angehört. In dem Brief heißt eS:„Vieles ist zu tun. und, eS.lpixp.gpsa'n werden.., Der.,Kommunismus, muß aus dem Lande genieben werden. Keine, falsche Sentimentalität. Es werden. ihnen d'e Sterbesakramente angeboten und dann werden sie erschaffen. Wenn sie die Sakramente lästern, werden sie ausgepeitscht, bevor sie erschaffen werden. Neber dreitausend sind hier bereits erschaffen worden. Manche werden noch folgen." Die KriegSmatura. In dem seit Monaten im Hitlerreich währenden Kampf, zwischen den Universitäten auf der einen und den Militärs aus der anderen Seite sind die Militärs Sieger geblieben. Von den Schulen und Hochschulen war verlangt worden, daß man für die höheren Schüler entweder die Arbeitsdienstpflicht fallen lasse oder auf das zweite Militärdienstjahr verzichte und' zum früheren System der Einjährigen zurückkehre. Auch die Studenten wünschten Beseitigung des zweiten Dienstjahres, weil sie und die Hochschulen selbst die Auffassung vertraten, daß der Akademiker infolge des Zusammenkommens von Arbeitsdienst und zweijähriger Militärdienstzeit viel zu spät erwerbsfähig werde. Im Heer war die Meinung geteilt. Eine Gruppe verlangte Wiedereinführung der Einjährigen-Dienstpflicht, die andere forderte Verkürzung der Schulzeit. Gegen die Verkürzung der Schulzeit wendeten sich die Schulleiter unter Hinweis auf die ohnehin bedrohliche Belastung des Lehrplanes infolge der erzwungenen Tätigkeit der Schüler in„Jungvolk" und„Hitler- Jugend". Die Schule ist unterlegen. Die Unterprima wird gegen Ende des Schuljahres plötzlich verpflichtet, im Lause des Dezember und Jänner noch den gesamten Stoss der Oberprima zu bewältigen, damit bei den Prüfungen in den erste'» Febertaaen wenigstens eine Ahnung vom Lehrstoff der Oberprima vorhanden ist. Die Prüfung wird nur mündlich erfolgen, weil. niemand den Mut hat, nach diesem katastrophalem Stoß gegen: den Lehrplan das Risiko, einer schriftlichen, Prüfung einzugehen.—■? Aber Göring hat für dasFriihjahr 87 alles vorbereitet und den OffizierSnachwuchS gesichert.(F. K.) DaS Schicksal deS franzbsifchm Südatlantik- Fliegers MermoS,, der feit Montag früh'10 Uhr mit seinem Flugzeug„Kreuz der Südens"'Werfäl- lig ist, scheint^besiegelt zu sein: Sehr entmutigend ist die Tatsache, daß die-zwei Funkstationen an Bord der„Kreuz der Südens", die selbst beim Niedergehen auf da» Wasser noch- funktionieren würden,'seit Montag früh 10 ,Uhr nicht mehr zu hören sind.- Den ganzen Dienstag haben Torpedoboote,. Wasserflugzeuge und auch da- Katapultflugzeug imf.demFlugstützpunkt der Deutschen Lufthansa an den'Nachforschungen' teilgen'oMmen, aber alle Versuche sind bir- dig aus. Die Katastrophe überlebten- nur drei Personen, uild zwärein Pilot,' weiter eine Frau, welche auf dem Flugzeuge als Stewarteß ange- stellt war und im letzten Momente«aus dem Flugzeuge.isprasitzi und schließlich ein Passagier, dessen.Name einstweilen nicht bekannt--ist. Die «sicherste llung' der- Identität der Opfer ist sehr schwer» da der. größte Teil der ums Lehen Gekom- menen durch die Flämmen, so entstellt ist, daß sie nicht agnoszsert werden können. -Einer'neuen- Meldung züfolgei befinden sich unter den ums Leben- gekommenenPaffagieren des abgestürzten' holländischen Verkehrsflugzeuges die Schweden Lin d m a-n n und Charles D i ck- s o n, das polnische Ehepaar K u r t h o e n e, die Deutschen Walter Schirberk, Gottfried Hohenburg und Merger, Fin WegeliuS, der Holländer Don- kelaar und der Spanier La Cierva. Die übrigen waren Engländer. gen. Es ist bereits gelungen,' Papierslaschen herzustellen, die hohen Druck auShälten, näffebestän- dig, pasteurisier« und kühlsähig: sind. Im Hinblick auf den beträchtlichen inländischen Bierkonsum und die Entwicklung. der hiesigen Papierindustrie sino nunmehr Verhandlungen im Gange, die Novität auch in der Tschechoslowakei einzuführen. Die Brauereien lehnen- allerdings die Papierflaschen aus. dem gleichen Grunde wie seinerzeit die Blechdosen ab; sie- befürchten eine Schädigung. des Biergeschmacks.(DND.)-- Astrologie als ScheidungSgrund. Ein merkwürdiger' Scheidungsprozeß, der in den Kreisen der „Upper Ten" spielt, ist in New Nock durchgeführt worden. Eine gewisse Mrs. Clark hat kurz nach ihrer Heirat die furchtbare Entdeckung gemacht, daß ihr Mann nicht, wie er ihr angegeben hatte, am 28. August, sondern am 18. August geboren war. Diese 10 Tage Unterschied, die für gewöhnliche Sterbliche unwichtig sein dürften, waren für MrS. Clark von entscheidender Bedeutung. Denn MrS. Clark ist fanatische Astrologin, und sie hatte sich zugeschworen, nur einen Mann zu heiraten, der unter dem Zeichen der Löwen geboren war. Ihr Mann wußte dar,, und da er sonst weder ihre Hand(noch ihr Verwögen!) bekommen konnte, fälschte er dar Datum seiner Geburt auch in der Heiratrurkunde. Dpnn der 18. August steht noch unter dem Zeichen der Jungfrau, und niemalr hätte Mr». Clark ein- gewilligt, einen Jungfrau-Mann zu- heiraten. DaS Gericht sprach tatsächlich die Scheidung au». Allerdings nicht der Astrologie zuliebe, sondern einfach wmen der Tatsache, daß da» Geburtsdatum wirklich .gemischt war, und die» bereits ein/auSreichender Grund ist, eine Ehe-Schließung für ungültig zu. erklären. Wstbwestsitten von heute. ES geht heute auch im wilden Westen etwas zivilisierter zu als in den heroischen Zeiten der Lederstrumpf. Damals hätte man einen Missetäter wie den au» Langley-Prairie bestimmt nach wilder Cowboyjagd einfach niederge- schoffen. Der Mann fuhr nämlich mit seinem Wa- gen durch da» Städtchen Langley-Prairie und überfuhr, eine Frau. Er gab Vollgas und versuchte zu entkommen. Die Cowboy» sprangen auf ihre Mustang»'— ganz wie, ehemals— und setzten dem Auw nach. Und tatsächlich holten sie e» auch bald ein,'zwangen eS umzukehren und. brachten e» in wildem KriegSzuge wieder in» Städtchen, aber ihre Revolver blieben ruhig in der Gürteltasche, man begnügte sich damit, den Wagen mit Pech zu übergießen und- dann wurden zwei Säcke Gänsefedern darüber, au-geschüttet. Unter dem Hallo der ganzen Bevölkerung von Langley-Prairie'durste der unvorsichtige Autofahrer den Ort verlassen.^ Friedrich Schwer» Bripfe au» dem Jenseith. Ein recht, frecher Einfall ist dem esthnischen Medium Henrichsen, der'in' Kuresare wohnt, gekommen. Hen- rlchsen ist einer der bekanntesten Medien in Estland und hatte großen Zulauf. Bor kurzem mußte er jedoch -1 Greta Garbo al»/ijAn'nä Kärenjttä"^in^einer..Rölle^!in-der sie-im Stummfilm einst Triumphe seierte. An untere Kolporteure, Abonnenten und Inserenten! Anläßlich der Weihnachtsfeiertage ' erscheint unser Blatt am Freitag, den 25, Dezember als W e i h- « ach t S a u S g a b e in bedeutend verstärktem Umfang. Da da- Blatt vier Tage auflieg«« wird, sind Inserate in dieser Ausgabe erfolgversprechend.< Mehrbestellungen für diese Ausgabe sind biS Montag, den 2l. Dezember, an di« Verwaltung zusenden. Die Sam-tag» und S o n n■ tag ausgaben vom 26. und 27» Dezember entfalle«,!» daß die nächste Ausgabe erst aw DienStag, den 29. Dezember erscheint. Die Verwalt u n g. den. Empfang von Klienten ablehnen, weil er vollauf durch— Friedrich Schiller in Anspruch genommen wird. Der große deutsche Dichter hat sich, an niemand anderen gewandt al» eben an Henrichsen (wenn man diesem Glauben schenken will), um ihm Dichtungen und Briefe au» dem Jenseits zu diktieren. Und Henrichsen hat natürlich diese besonders wertvolle literarische Arbeit, die er später an die Friedrich' Schiller-Stiftung in Deutschland für tnin- desten» eine Million Mark verkaufen will, gern übernommen und bereits mehr als 1000 Seiten Schiller- Dichtungen niedergeschrieben, Allerdings hat bisher noch niemand Einblick in diese» umfangreiche Manuskript nehmen dürfen. Dw Tragik der siamesischen Zwillinge. Die Brüder Godin, da» bekannte siamesische Zwillingspaar, wurden vor etwa zehn Tagen operativ getrennt, da einer infolge Lungenentzündung- starb. Nunmehr starb auch der zweite Bruder, und zwar an. den Folgen einer nach der Operation eingetretenen inneren Komplikation. Beide Brüder waren verheiratet. Versteigerung km Hanse des Negus. Halle Se- lassie hat den Beschluß gefaßt,.eine ganze Reihe von kostbaren Kunstwerken, die et mit nach England gebracht hat, versteigern zu lassen. Darunter befinden sich nicht nur äthiopische Gold- und Sllberge- genstände, sondern auch sehr viel kunstgewerbliche' Objekte europäischen Ursprung», die zum Teil Geschenke fremder Mächte an.den.Kaiser,. darstellen. ^Allein die Silbersachen-wiegen zusäinmen" 16.000 -Unzen. Der Clou der Bersteigerung ist ein Tafelservice aus 24 Tellern, die au» reinem Gold, getrieben sind und wunderbare Darstellungen verschie- dener. Landschaften Aethiopien» zeigen. Die Auktion soll am 21. Dezember in London fiattfinden und dürfte eine Gesellschaftrsensation bedeuten, vorausgesetzt, daß bi» dahin die leider viel wicht:« gere Sensation der Königskrise überwunden ist. DaS staatliche geophysikalische Institut in Prag ersucht alle Bewohner de» Erzgebirge» und der an- lregenden Gebiete,, die vom 8. bis 8. Dezember die Erdstöße beobachtet haben, dem Institut' ihre Adressen gefälligst mitzuteilen. ES werden ihnen hierauf entsprechende Fragebogen zur Ausfüllung über», mittelt werden. Die Anschrift de» Institut» lautet:! Staatliche».geophysikalische» Institut, Prag II-,-U§ Karlova 8. Fahrplanänderung.. Die SfaatSbahndirektion Prag gibt folgende» bekannt: Nach Beendigung, der Bauarbeiten auf der Strecke Prag-Wilsonbühnhof — Vysoöany fahren die Personenzüge Nr." 1104 (Abfahrt au» Reichenberg"um- 8.12 Uhr, Ankunft Wilsonbahnhof um 9.22 Uhr) und der Zug Rr. 2018(Abfahrt au» BSetaty um 8.87 Uhr, Ankunst Wilson-Bahnhof um 9.87 Uhr) deren Ankunft zeitweise auf den DeniSbahnhof verlegt worden war, wieder regelmäßig zum Wilsonbahnhof. Wahrscheinliches. Wetter Donnerstag:. Ruhig. In den Niederungen vorwiegend bedeckt und nebelig, vereinzelt Sprühregen, Temperaturen, nahe Null Grad. Auf den Bergen: Wechselnd bewölkt bis ziemlich heiter, im allgemeinen ein wenig wärmer. — Wetteraussichten für Freitag: Noch keine bedeutende Aenderung- Vom Rundfunk SnWr»NI»nis»»rt»> Mia üw«nariMMi Freitag.- Prag, Sender I:- 7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Presse, 10.10: Kammermusik, 12.10: Tanzmusik, 16.10:' Unterhaltungsmusik, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Reimann: Weihnachten, Fest de» Frieden», für Volk und Staat, 18.20: Prof, Gröhmann: Islamitische Welt und ihre Kultureinrichtungen, 18.85: Arbeiterfunk: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Presse. 18.55: Deutscher Kulturberlcht vom Tage, 22.20: Bach: Partitur G-Moll.— Sender II: 7.80: Orchesterkonzert, 14,15: Deutsche Sendung: Lerch liest Geschlchstn au»-seinem„Um Tod und'Leben", 14:85:'Schalls-Platten,. 14.50: Deutsche Presse, 18.40: Harmonika« - solo.— Brünn: 17:40: Deutsche Sendung: Kinder, -stunde, Schlesisch-mährische» Kulturschaffen, 20.10: Au» tschechischen Opern.— Preßburg: 15: Konzert. — Kascha«: 10,15:.Schallplatten, 16.10: Militär- musst, 10.10: Leichte Musik.— Mähr.-Ostrau: 12.85: Rundfunkorchesterkonzert, 17.15: Geigen«: quartett. Der Mann, der beide Pole sah. Der Kapitän der norwegischen Flotte i. R. Oskar Wisting ist dieser Tage plötzlich gestorben. Er ist der letzte lebende Norweger gewesen, der beide Pole, den Süd- und Nordpol, gesehen hat. Er war Mitglied der bekannten Amündsen-Expedition. Schon., als Marine-Offizier nahm er an Forschungsreisen M erfolglos geblieben, in die Arktis, teil, war im Jahre 1912 Mitglied Bier in Papierflaschen. Nächdem'kich'-in-den der Amundsen-Expedition zum Südpol, die am! USA die Blechdose für Bier eingebürgert häf, 14. Dezember ihr Ziel erreicht hat. Im Jahre!-werden jetzt in London Versuche' angestellt, 1917 begleitete er Amundsen auf der ,Maud" iPapierfläschen für Bier auf-den'Markt-zuwkin« t Seite 5 Vir. 287 Donnerstag, 10. Dezember 1036 ^^MswiktscW and äoÄaipollA Gewerkschaftliche Zeitfragen « Ganzstaatliche Sonntagsruhe für den„Silbernen Sonntag** Die Berichte, die Ober die Wiedereinführung des„Silbernen Sonntags" in Böhmen von einer bestimmten Stelle verbreitet wurden, erwecken im unbeteiligten Publikum den Eindruck, als häjten die Privatangestellien eine; wichtige ckpölitische»Position räumen müssei».-.-Demüst! aber keineswegs so. Das Gegenteil ist richtig. Wir sprechen nicht davon, dah die Verordnung über die Erneuerung des„Silbernen Sonntags" nur für Böhmen, nicht auch für Mähren-Schlesien sowie für Karpathoruhland gilt. Ebenso kann man davon absehen, dah gemäh der getroffenen Regelung Angestellte, die am„Silbernen Sonntag" arbeiten, einen Zuschlag von 186 Prozent zu dem rechnungrmähtgen Teil ihres Gehaltes bekommen müssen. Entscheidend ist eine andere Tatsache. Da» Kompromiß, das den Streit um die Wiedereinführung de»„Silbernen Sonntag»" beendete, hat in dem langjährigen Kampfe der Angestellten um die ganzstaailiche Regelung der Sonntag»- und FeiertaqSruhe zu einer ganz wichtigen Vorentscheidung geführt: Gemäh den getroffenen Vereinbarungen und.Zusicherungen wird diese Regelung nicht mehr auf' die Widerstände stossen, die bisher, die Reform verhindert haben. Man sieht» daß die Angestellten keine Ursache haben, mit dem Ausgang der ganzen Angelegenheit unzufrieden zu sein. gische Massnahmen gegen diese Tätigkeit der Nationalsozialisten. Terrorjustiz In Bulgarien. In der südbulgarischen Stadt Starä Zagora wurde der grohe Prozess gegen 47 Kommunisten, von denen acht in eontuma- eiam verurteilt wurden, nach dreiwöchiger Dauer beendet- Sie iparen angetlagt, am Vorabend des 1. Mai d. I. im Dorfe Enira In Mittel-Bulgarien einen blutigen Zusammenstoss mit der Polizei her- vorgerufen zu haben, bei welchem ein Wachmann getötet wurde. Sie flohen sodann In die Berge, in welchen sie ihre Freunde mehrere Monate hindurch mit Waffen und NahrmigSmitteln versorgten, io dah sich die Polizei ihrer lange nicht bemächtigen konnte. Es wurden an 160 Jeugen verhört. Der Staatsanwalt forderte zunächst 10 Todesurteile, darunter auch für vier Frauen. Das Gericht fällte fünf Todesurteile. Vier Personen wurden zu lebenslänglichem Kerker und 80 Personen, darunter auch einige grauen, zu vier bis 16 Jahren Kerker verurteilt- Die übrigen Personen wurden freigesprochen. Die„Wahl".Erfolge Stosadlnovirs... Nunmehr wurden die Ergebnisse der Gemeindewahlen int gesamten Königreiche Jugoslawien; d. i. in neun Banaten, veröffentlicht. Ta» Skrutininm wurde in 8788 Gemeinden dnrchgeführt, Die Zahl der Wähler betrug 8,801-658, von denen 8,880.758 Personen, d. s. 88 Prozent, zur Wahl erschienen waren. Die jugoslawische radikale Union erhielt 1,874.288 Stimmen, d. s. 81 Prozent, und drang in 2828 Gemeinden, d. s. 80.8 Prozent, durch. Die Koalitionsopposition erhielt 218.187 Stimmen und war in 818 Gemeinden, d, f. 8.6 Prozent, siegreich. Die ehemalige kroatische Bauernpartei erhielt 848.002 Stimmen, d, s. 15.5 Prozent, und drang in 607 Gemeinden, d. s. 18.6 Prozent, durch. Die nationale jugoslawische Partei erhielt 88.108 Stimmen, d. s. 1.8'Prozent, und behauptete sich in 20 Gemeinden, d- s, 0.8 Prozent- Die gewesene demokratische Partei iTavIdovii) erhielt 1210 Stimmen, d. s. 0.8 Prozent, und siegte in zehn Gemeinden, d. s. drei Prozent- Die übrigen Parteien erhielten eine völlig unbedeutende Zahl von Stimmen. Danzig. lPAT.) Die Polizei verhaftete 60 Personen,-die beschuldigt werden, eine„konmm- nistische" Organisation unter dein Namen„Spar, takus-Bund" gegründet zu haben. um sie unseren Menschen lebendig und dienstbar zu machen. Und nun zum Kampf um die Vierzigstundenwoche. Eigentlich wäre e» schon an der Zeit, darüber hinaus zu gehen. Auf den internationalen Arbeitskonferenzen in Genf hat die Vierzigstundenwoche keine Fortschritte gemacht. Die Unternehmer sagen bei uns zu Hanse am Verhandlungstisch, das sei eine internationale Angelegenheit und in Genf stimmt die Unternehmergruppe ebenfalls dagegen, Der Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit wird erst dann Erfolg haben, wenn er in der Arbeiterklasse aller Länder seine Pioniere findet. Verkürzung der Arbeitszeit'sollte unter allen Umständen unsere Parole sein. Wir müsspn dabei an das Heer der Arbeitslosen denken, denen wir höchste Solidarität schuldig sind, bei denen die Gefahr besteht, dah sie ans Verzweiflung z» unseren Feinden laufen, zu unseren Gegnern werden, zu Lohndrückern noch dazu und manches andere. In diesem Zusammenhang«, etwa» weniger gewertet, als es notwendig und richtig ist, wurde die Krisenverordnung über de» Schutz der Äollektivverträge geschaffen» Kein Lohngesetz, aber endlich Schutz der Verträge, die Unternehmer und Arbeiter abgeschlossen haben. Diese kleine Verordnung, die wir viel besser haben möchten, ist trotzdem von grosser Bedeutung in diesen letzten zwei Jahren der Krisenzeit.> Sie Ist auch von großer prinzipieller Bedeutung, well ste ein erster Eingriff In da» unbedingte Recht pes Unternehmer» Ist, die Löhne zu bestimmen. Ein erster Schutz, eine weitere Leaaliüerung der gewert- schastlichen Organisation al» Interessenvertretung der Arbeiter und Angestellten. Eine ähnliche Sache ist die Verordnung über die Hemmung gegen die Willkürlichen Betriebsstillegungen. Wir sind auch Das Schicksal eines Quartalsäufers Prag.—rb— Der Mann, von dem hier Oie Rede ist, sehen wir vor eUva einem Jahr vor deni StrafkreiSgericht als geschädigten Leugen austreten Damals hatte er in schwerbetrunkenem Rustand in einem üblen Nachtlokal zwei kriminellen Subjekte», die sich ihm angeschlossen hatten, mitgeteilt, dah>,i seiner Schreibtischlade 11.000 Kt lägen, gain obenauf, nur zum Zugreifen, Die Folge war, Last die Kumpane ihm seine Schlüssel fortnahmen und wöh- rend er von einer Prostituierten unterbalten wurde, seiner Wohnung eine» Besuch abstatteten, die ihres Watten wartende Frau durch schlaue Vorspiegelungen aus der Wobnung lockten und die 14-000 Ki mi-- ne r en hiessen. Darauf kehrten sie seelenruhig in da. Kneipe zurück und praktizierten dem betrunkenen Mann seine Schlüssel wieder In die Tasche und liierten dann auf Kosten des Bestohlenen noch die gan.re Nacht. Die Burschen wurden verhaftet, aber sie li.ooo liö bliebe» verschwunden. Damals erfuhren wir. dass dieser Mann, der eine sehr gut bezahite Beamtenftellung bekleidete, e>» Quartal sä ufer war, der drei- bis viermal im Jahre unglaublichen Anfällen von Trmiksncht unterlag. Die übrige Zeit war er ein Muster von Mästigkeii, führt« ein glückliches Familienleben und aalt in seinem Büro als ganz ungewübnlich gnnii- fizierter Beamter. Das must ec auch tatsächlich gewesen sein, denn durch volle zlvölf Jahre sahen sein« Vorgesetzten darüber hinweg, wenn er plötzlich drei Tage ohne Entschuldigung dem Büro fernblieb.„Er hat sein Quartal", sagten die Kollegen und daniit war die Sache erledigt, Am vierten Tage erschien er wieder pünkistch in der Kanzlei und arbeitete in gewohnt musterhafter Weise— bis ihn nach drei oder vier Monaten der nächste Anfall Packte, Drei Tage und zwei Rächte pflegte er dann Pausenlos durchzn- saufen, Am Nachmittag des dritten Tages erschien ec regelmässig in einer gewisse» Zizkover Weinstube, lebte sich an einen alleinstehenden Tisch und schlier sofort«in. Regelmästig fiel er nach etwa einer Stund', unter den Tisch, erhob sich, legte 80 Ai auf de» Titch obwohl er nie estvas verzehrte und flina nach Hanse, um sich au-zuschlafen. Diesen A d o l f P. also sahen wir gestern wieder bet Gericht, aber nicht als Zeugen, sondern>ls' Angeklagten» ES kam, wie es kommen musst«.' Als shn wieder einmal sej»„Quartal" überkam, hatte er wichtig« geschäftliche Korrespondenzen und. Dokument« in seiner Aktentasche, di« verloren ginge», worauf A d o l f P. schliesslich gekündigt wurde- Eilte neu: Stellung fand er nicht mehr, dafür wurde er zu. einem, ständigen Trinker. Da er kein« Einnahmen hatte,'blieb er schuldig und da er reichlich Kredit hatte, wüchse» di« Zechschulden auf insgesamt 48^8, Ai. Sein« Familie lebt in Rot, Völlig hemmungslos geworden, verübte Adolf P. noch«in« R«th« von Schwindeleien und wurde schliesslich unter Anklage gestellt. Di« Verhandlung wurde Indessen nicht durchgeführt, denn der Gerichtshof des OGR. Dr. Trost verfügt« auf Antrag der Verteidigung die ls»t r r• snchung d«s Geisteszustandes p^s ■ Angeklagte» und vertagt« di« Verhandlung.■ damit nicht zufrieden. Aber ein Fortschritt ist vorhanden, dah der Unternehmer nicht mehr von heut« ans morgen den Betrieb einstellen kann- lieber dem wirtschaftlichen Leben und über ter Welt.lager». düstere Schalten. Da tritt der Faschismus für die Erhaltung des Kapitalismus als barbarische Reaktion gegen den werdenden Sozialismus auf- Mögen die Faschismen in verschiedenen Staaten auch verschieden fein, ein einheitliches Programm haben sie: Den Kampf gegen den Marxismus. Heut« im Zeichen der höchsten Anarchie, der Güterprodnktion durch Rationalisierung, wo Millionen und Millionen an geschaffenen Werten vernichtet werden, wo auf der anderen Seite mehr als zwei Millionen Menschen in einem Jahre in dieser furcht-, Haren Krisenzeit an Hunger und Entbehrungen zugrunde gehen! Da» ist di« Zeit, wo die Lehre der Lichtgestalt Karl Marr zur vollständigen Wahrheit wird, die Zeit, In der wir erkennen niüssen, dah Elend oder Glück der Menschheit von der Berteilnng der Arbeit und der erzeugten Güter abbängt. Da» ist die furchtbare, aber einfach« Frage dieser Zeit. So müssen wir den Faschismus von beute gewerkschaftlich betrachten, denn der Faschismus vernichtet di« freien Gewerkschaften, er setzt an ihre Stelle Scheingebilde. Volksgemeinschaft wird auch Pom Faschismus bei uns zu Lande vorgetäuscht, in Wirklichkeit steckt darin der gleiche Betrug. Ob in der Gestalt der Volksgemeinschaft, des Rationalismus oder nach dem Rutenbündel der römischen Liktoren, der Faschismus Ist der nochmals anfgerichtete Stützviinkt für das unhaltbar gewordene kapitalistisch« System. Deshalb ist der Kampf gegen den heimischen Faschismus unsere erste Ausgabe t ater nicht nur die politische, sondern auch die gewerkschaftlich« Aufgabe. Di« deutschen Arbeiter«nd Angestellten werden deshalb, so wie bisher auf dem vorgeschobenen Posten unserer Republik dl« testen Kämpfer mn di« Erhaltung und um die Sicherung der demokratischen Tschechoslowakischen Republik sein. Wir brauchen alle, Tschechen, Slowaken. Deutsche und di« anderen Minderheiten, wir brunchen die Länder der Demokratien für»ns, wir brauchen ste aber auch kür den Wiederaufbau ter politischen Demokratie in Europa- Auf dem vor kurzem abgehaltenen Verbandstag der Holzarbeiter hielt der Sekretär de» Deutschen Gewerkschaftsbimdes, Genosse Lbg. Franz Macoun, ein ausführliches Referat, auf welche» wir seinerzeit hingewiesen haben, Au» seinen Ausführungen, welche allgemeinen Charakter hatten, bringen wir nachfolgend ewen Auszug: Die Arbeitslosigkeit als der stärkste Ausdruck der Kris« im Leben der Arbeiterschaft hat'' unsere Kräfte stark in Anspruch genommen- Acht Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes haben in der Zeit von 1088 bis 1086 an gewerkschaftlicher Arbeitslosen» Unterstützung au» ihren Mitteln insgesamt 110,151.868 K£ ae. leistet und in der gleichen Zeit»48,040.000 Xi an Staatszuschust vermitielt- In diesen Ziffern kommt' zum Ausdruck«, dass die Gewerkschaften unse- res Organisation»- und Arbeitsgebietes von der Arbeitslosigkeit stärker belastet sind al» unsere Bruderverbände im Ochborovi sdrujenl keskoswvenskö Und auch andere Organisationen, die ausserhalb der freigewerkschaftlichen Vewegung stehen. ' Da» allgemeine Ergebnis, oder besser gesagt, die allgemeine Lage sehen wir heut« so, dah dl« Tief- krlse gesamtstaatlich genommen auch in der tschechoslowakischen Republik überstanden wäre. Im Welt- inahstabe können wir konstatieren, dah unser Land viel später ein« Kurve aussteigender Konjunktur aufweist. Ater im Lande selbst ist diese Struktur nicht einheitlich," Die Jndunriesriedhöfe unserer Grenzgebiete, die teeren Werkstätten, bestehen noch in unseren'Städten»nd Orten, obwohl die Arbeitslossgkelt auch bei uns jetzt etwa» nachläht. Die Arbeitslosigkeit Mittelböhmen» sinkt stärker, desto mehr tritt di« dauernde, die stabilwerdende Arbeitslosigkeit in den Sudetensebieten hervor, ',,.M»MeMölstöMwülistN. Achllstk» stymHaürick. keck' und Werkstätten in de« Sudetenländern'' wie'ddr belebt werden könüen, öder wie an die früheren Pro- dukkionSstellen wieder andere zu bringe« sind. Deswegen ist daS künftig« Schicksal unserer Arbeitslosen nicht«In« Frage nur de» Genter System», solidem «in staatliche» Problem, mit dem fich di« Regierung Und di« Gesetzgebung beschäftigen müssen. Dal ist eine wichtige Arbeit, di« nicht nur politische Veden, tung hat, sondern die unser« Gewerkschaften und ihre Kräfte in d«r nächsten Zeit beschäftige» wird- Kapitalismus oder Sozialismus? E» ist nicht Optimismus, eck Ist nicht Pessimismus, sondern di« heute vorliegend« Tatsache, dah beim Verbleiben der privatkapitalistischen Wirtschaftssysteme» kein« Konjunktur di« kapitalistisch« Kris« dauernd mehr ablösen wird. Wir kommen, di« Erscheinungen sind vorhanden, au» einer Lohnprofitwirtschaft zur kollektiven, als» zur gemeinsamen Wirtschaftsform, die noch kein« sozialistische, aber auch noch keine Planwirtschaft in unserem Sinn« sein wird. Ja, im Gegenteil, die kollektiven Wirtschaftsformen, die fich heute zeigen, sind Restaurie- rungsversuche der Unternehmerklasse, für die Wiederherstellung des Privatbesttze» mit Staatshilse. E» bandelt sich nm die sogenamste Syndizierung, um di« Herbeiführung eine» Riimern» ekausus, das heisst die Beschränkung en einer Industrie ans eine bestimmt« Betriebszahl, wie bei der Glasindustrie. Es handelt sich in den anderen Industrien nm di« söge-, nannte Syndizierung, nm die Schaffung von Körperschaften, die«in« planmässige Neuorganisation der Industrie borsehen. Das ist noch kein« sozialistische Sache, aber wir müssen dabei sein und«s können nur die Gewerkschaften di« hervorragenden l Träger dieser Angelegenheit sein, indem st« ihre besten Kräfte in nie Beiräte und in die sonstigen wirtschaftlichen Körperschaften entsenden- Durch unser Stück politischen und gewerkschaftlichen Einflusses müssen wir in dieser Reuördnung die Richtung geben zur Planwirtschaft und zu unserem schliesslichen Ziele! zur Gemeinwirtschaft. 1 Dafür müssen wir unsere geistigen und materiellen Kräfte stärken, dafür unsere Jugend-mobilisieren, da» ist die.,grösste zeitgemässe Aufgabe ter Gewerkschaften, , Im Zusammenhang«, mit den WirtschasUfraaen ergab sich auch. In der Sozialpolitik in den ersten Jahren der Kris«, ein reichliches Arbeitsfeld, Wir haben viel« sozialpolitische Einzelgesehe,. deren Ein- haltüng mit von der Wachsamkeit der Gewerkschaften und ihrer Vertrauensleute abhängt, Aber anderseits' können' unsere Menschen das fast nicht mehr verdauen, was in sozialpolitischen Verordnungen und Gesetzen, dt« äusserst wichtigst»!!, vorliegt. In«Ine« Zeit, di« allznleicht zur Kritik reizt, ist man wieder leicht geneigt, zn sagen, das sei nichts, Weil«S ülcht alles bringt. Unsere Aelteren vergessen manchmal, dass wir 80 Jahre lang in der Sach«. der Arbeitszeit durch unser« Kräfte di« Gesetzgebung nach vorwärts genötigt haben! ehe wir. H«M Achtstundentag gekommm sind. CS ist nicht immer nut, wen» unseren Mitgliedern deck Kampf um«inj sozial» politische» Gesetz«fcht in Fletsch«nd Blut ütergegan- gen ist. Aber wenn wir schon trotz asset Gegneck um »US herum, gegenüber' der Zelt vor 80 Jahren in Hiner günstigeren Lag« sind, dass wir rin Stück polt» ti'chen Einflusses mehr haben, so wissen Wir doch wenigsten», wenn wir die Gesetz« haben. asseb tun, » Radio? Dann nur Superhet 1RON-REX! Rumänien und Polen fRu.) Der neuerliche Besuch des rumänischen Außenministers Antone s e u in Warschau hat grosses Aussehen er-' regt.(SB handelt sich dabei um die Erneuerung des seinerzeit abgeschlossenen polnisch-rumänischen Militärabkommens. Dieses Militärabkommen war ursprünglich gegen di« Sowjetunion gerichtet und hat im Lauf« der Zeit jede Bedeu- tung verloren. Nun soll dieses Abkommen auf einer, neuen Grundlage erneuert werden. Das neue Mjlitärabkommen, das AntoneSeu. bereits mit. Polen-abgeschlossen haben soll, gestattet den beiden Staaten, sogar ohne vorheriges Ueberein- kommeis,, politische und sogar militärische Abkommen mit dritten Staate» abzuschliesse». Dar war in de« alten Äoiwention ausdrücklich verboten. .Danach kann also. Posen.beliebige Abkommen sowohl mit Ungarn als auch mit Deutschland ab- ,schließen, Die neue Konvention steht die gegenseitige Unterstützung nur im Falle eine» unprovo- üierten Angriffe» auf einen de« beiden Partner vor, Das Mflitärabkommen bleibt jedoch uiuvirf- sam. wenn Bolen oder Ruinänien In irgendeinen Konflikt verwickelt werden, der die beissest Staaten nicht unmittelbar berührt. Dies« Bestimmung hat !vo« allem jene Verpflichtungen im Auge, die Rumänien al» Mitglied, der Kleinen Entente und der Balkan-Entente auf sich genommen hat, Die neue Konvention bedeutet also einerseits eine gewisse Annäherung zwischen Rumänien und Polen, andererseits jedoch eine bestimmte Distanzierung Polen» von der Kleinen Entente', Folgen de» 11, Juli, Di« österreichischen Pro- 'vinbbiätter führen scharfe' Beschwerde gegen die. erhöhte illegale Tätigkeit der Nationalsozialisten., Dem »Kärntner Tagblatt" zufolge, veranstalteten' Nt Kärnten die Nationalsozialisten Kongresse, sogenannte. Anyelle und Hebungen der GtstiMchfetlstN- Chemlelndustrlelle lehnen Teuerungsäushllfe ab. Die Arbeiterschaft der chemischen Industrie hat,' gezwungen durch die.allgemein steigende Tendenz der Leben-mittel- und Bedarfsartikel preise, an die Unieükehmerschast die Forderung guf Gewährung meiner einmaligen Teuerung»- aushilse überreicht. Angesichts der vorliegenden Tatsachen wird jeder.sozial. Einsichtige der For derung der Chemiearbeiter''' seine Zustimmung geben müssen.''Nicht so die Chemie-J n d u- sl r i e l l e n. Sie suchen in ihrer Begründung de« Ablehnung der Gewährung einer TeuerungS- luishilse zu beweisen,, dass die Ansprüche der, chemischen Fabrikarbeiterschast vollständig unbe rechtigt seien..„!',,! Die Arbeiterschaft Inder chemischen Andustjü«! denkt darüber anders,' Da») bewies eine Ver sammlung der Arbeiterschaft der chemischen Be-' iriebe des Aussiger Gebietes tm Aussiger Volks« hauch, die überfüllt war und. sich zu einem ein dringlichen Prorest siegen die gegenwärtigen Ver hältnisse gestaltete. Als der Rhsepeyt^Genosse J o h» der Versammlung die ablehnenpe-tzaltrfNsi der Industriellen mitteilte, war die Cnwüstgstg der versammelten'darüber deutlich. Die Arbei terschaft ist micht geivilltf dir ablehnend« Haltung der Unternehmer zur'Kenntnis zu nehmen. f Auch eine Vertrauensistännerversammlüssg der Arbeiterschaft..der. chemischen Industrie be schäftigte sich mit der Antwort des Industriellen» Verbandes.' So.sehr sich. der Unternehmerverband mich bemüht, seinen ablehnenden.Standpunkt da- mit zu begründen, dass gerade die chemische Arbei terschaft nicht nötig hätte, Forderungen zu stellen,.................... so stark war auch der Widerspruch de« Arbeiter sie», Di« österreichische Bevölkerung verlangt euer« gegen die Auflassung der Nnternehmer, Die Versammlung und die Sitzung der Vertrauensmänner beschlossen einmütig, dass der Fabrikarbeiterverband, dje Interessenvertretung der chemischen Arbeiterschaft, die Bestrebungen zur Erreichung einer Teuerungszulage fortzusehen hat. Da» Verhalten der Unternehmer der chemischen Industrie ist kennzeichnend für daS Berhal- tsn-deSUnternehmertumSim allgemeinen und de.r Predisskr dKdWMMfchaft"stss GSfEeü!' Dir Arvriktd Mefl^nnSflichts der'MMsi M Unternehmertums di« Möglichkeit der Prüfung, was es mit der„Volksgemeinschaft" auf sich hat. Sobald es an den Geldbeutel geht, denkt man nicht an den Bruder Arbeiter. Eindeutige BolkSgeisteinschaft-gefühle dokumentiert das„Aussiger Tagblati", da» berichtet, dah die christlich« Gewerflchaft der Arbeiter der llhemieindustri« eine Lohnzulage von 20 Prozent verlange. Di« ablehnende Haltung der Ehemie- industriellen gibt da» Blatt m folgenden bezeichnendem Satz ivieder:„Der Verband der Chemie» industrie bat da» Begehren abgelehnt, zumal die Industrie immer für ein entsprechendes Niveau der Löhne Sorge getragen hat." Seit« 6 „Sozialdemokrat Donnerstag, 10. Dezember 1036. Nr. 287 Lkratur Verettrs^actMten, An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die r Neujahrs-Enthebunsen 4 MG Verwaltung. Kunst und Msseo XMuritoh*»HDe*l T Ort Beruf: Unterschrift: Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bet Bezug durch die Post monatlich KL 6.—, vierteljährlich KC 48;—, halbjährig KL 06.— ganzjährig KL 192.—.— Inserate tberden laut Tarif billigst berechnet. Bei'öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.—.Di« ZoitungSfrankatur wurde von der Post» und Tel«»■ Ich bestelle hiemit unter dem Nament j Der Vortragszyklus„Aktuelle Fragen der Sozialversicherung" wird heute, Donnerstag, um 19.86 Uhr, tm Wintcrsaal de» Fürsorgeministerium», Prag U., Palacköho näm. 4, mit Vorträgen bon Dr. I. Galla» und Dr. I. Lippert über da» Thema „Probleme der Pension»- und Krankenversicherung der Angestellten in höheren Diensten" fortgesetzt. vor, diesen Preis dem Roman„SirLna" von M a r l e Majerovä zu verleihen. Der Stadtratsbeschluß stützte sich auf da» mit zwei gegen eine Stimme ergangene Gutachten der Jury. Der Liga-Stadtverordnete Peterka Verla» nun in der Stadtvertretung einen Artikel, der in einer von Frau Majerovä redigierten Zeitschrift erschienen war, In welchem die künstlerischen Qualitäten und die künstlerische Bedeutung von Alot» JIräsek negativ beurteilt werden. Nach Ansicht der Herrn Peterka ist er nicht möglich, den Jiräsek-Prei» einer Frau zu verleihen, unter deren Verantwortung «In Angriff auf einen in den nationalen Kreisen so angesehenen Schriftsteller veröffentlicht wurde. Dem Herrn Peterka.sekundierte der Nationaldemokrat ww Dü: dtknkschb Dichters» Karin ÄlchäellÄ, die den Kindern aller Nationen so große Freude durch ihre„Bibi"-Bücher bereitet hat, schenkt nun ihren vielen kleinen und erwachsenen Freunden ein neuer nicht minder schönes Buch;„Die Gorm- senkinder"(Jugendschrift für Mädchen und Knaben im Alter von neun bis sechzehn Jahren. Fünfzig Illustrationen. Preis Ganzleinen: Mark 6.LS.- HumanitaS-Verlag Zürich, Dtanastraße 8.) Wenn man Theodor Storm» Meinung beipflichten will, daß eine wirklich gute Jugendschrift auch von einem Erwachsenen gerne gelesen werden muß. so gilt die» ohne Einschränkung für diese» neue Buch der dänischen Dichterin. ES zeichnet KindergepalDie Beratung des Voranschlages der Stadt Prag für dar Jahr 1987 beginnt am Montag, den 14. Dezember 1986. Dar den Stadtverordneten- bereits im Drucke vorliegende Budget steht«inen ordentlichen Bedarf von 864 Millionen und«inen außerordentlichen Bedarf(Investitionen) von 298 Millionen KL vor. Spielplan dr» Reuen Deutsch« Theaters. Donnerstag 714: Fröhlich drehnwirun» imKreise, C 1.— Freitag 6:ÄorirGodo- now, Theatergemeinde der Jugend, 1. Serie, rote Karten und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben. — Samstag 7%: Axel an der Himmelstür,«l 2. Spielplan der Klein« Bühne. Donnerstag 8: DerJllusionist.— Freitag^Fuhrmann Henschel, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Menschen a u.f der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. TodeSfahrt einer 18jährigen. Di« 18jährige Arbeiterin Antoni« Sykora aus Lizeznid fuhr gestern auf ihrem Rad durch die Davttekgafse in Lieben, wo st« vor dem Hause Nr. 671 mit dem 26jährigen Arbeiter Franz Jasek aus Dablitz, der-ebenfalls auf dem Rade fuhr, zusammenstieß. Beide fielen vom Rad und die Sykora blieb bewußtlos liegen. Die Rettungsgesellschaft brachte sie in» Krankenhaus auf der Bulovka, wo sie kurz nach der Einlieferung ihren schweren Verletzungen— einem Schädelbruch und einer schtveren Gehirnerschütterung— erlag. Jasek wurde nur leicht verletzt. Zweihundert Kannen Milch verschüttet. Bei einer Straßenkreuzung in Smichov stieß gestern das Auto P 89.616 der Chauffeur» Miroslav Jindrak au» Wrschowitz mit dem Wagen P 16.462 de» Chauffeur» Wenzel Rösler au» Prag III zusammen. der. zweihundert Kannen Milch sowie eine Menge Buttertöpfe gelaoen hattet Der Wagen wurde umgestürzt, die meisten Milchkannen verschüttet und auch ein Teil der Butter unbrauchbar gemacht. Der Chauffeur Rösler erlitt keine Verletzungen. doch wurde die neben ihm sitzende Verkäuferin Zdinka JIrouch au».Prag VII, die nicht rechtzeitig abgesprungen war, au» dem Wagen geschleudert und erlitt mehrere Rißwunden und Rippenquetschungen. Die RettungSgesellschast brachte sie auf die Klinik Schlosser. Der Schaden konnte an Ort und, Stelle nicht festgestellt werden. Ansteigen de» Stromverbrauches in Prag. Die Elektrischen Unternehmen der Hauptstadt Präg melden, daß am 24. November 1986 zum erstenmal seit Entstehen der Unternehmen'vom BerzweigungSnetz in Groß. Prag mehr a!» eine Million Kilowattstunden während 24 Stunden abgenümmen wurden- Diese liche Fröhlichkeit und so große Liebe zu den Kindern, daß man deswegen allein schon die Dichterin lieb haben müßte. Auch der Malik-Berlag hat ein neue» Kinderbuch herausgebracht:„Da« Eismeer ruft" von Alex W e d o i n. Auch diese»— gleichfalls schön ausgestattet« und'reich illustrierte Buch kann für sich in Anspruch nehmen, daß der Erwachsene e» ganz gerne lesen wird. Vielleicht noch lieber al» dä» Kind, besonder» dann, wenn der Erwachsene Kommunist Ist. Die Handlung ist sehr interessant. Ein „Bund" von Kindern, die„Harrantgaster", ziehen auf Abenteuer au«. Sie haben gehört, daß der russi» sche Dampfer Tscheljuskin im EiSmeer«ingeschlös- sen ist und wollen den Eingeschloffenen zu Hilfe eilen. Gleichlaufend mit den Erlebnissen der Kinder, die glücklich von Prag bi» Theresienstadt kommen, werden die Erlebnisse der„Tscheljuskin"» Besatzung bi» zu ihrer Rettung erzählt. Erzählt wird lebendig. In einfacher, verständlicher Art. Aber: doch so, daß dabei bie Bolschewiken verherrlicht werden. So, al» wären nur Bolschewiken einer solchen Fahrt und solcher Anstrengungen zur Rettung fähig. Und da» muß. weil zu dick aufgetragen wird, verstimmen. Strommenge genügt zum Antrieb bon 26 vollbesetzten Straßenbahnwagen auf einer Strecke von 49.999 Kilometern, also auf einer Strecke in derLänge de» Aequator» oder zum Emporheben eine» elektrischen Aufzuge», auf dem die gesamte Einwohnerschaft von Prag Platz hätte, bis zu einer Höhe bon vier Kilo» Nietern. ten und schildert Kinder-Schicksal«,- und e» erzählt für reifere Kinder. Aber er ist frei von jeder gesuchten.Kindlichkeit", die ja auch von normalen Kindern al» unangenehm empfunden wird, und war erzählt wird, ist für Erwachsene nicht minder interessant al» für Kinder, eben weil es sich um.sehr lebendige Menschen handelt, bon denen berichtet wird.— Frau Gormsen ist eine Witwe, die Im Kopenhagener Hafen einen kleinen Laden für Matrose»-Sachen hat. Sie hat er recht schwer, aber, sie und ihre Kinder leben- recht vergnügt mitcinandet. Smut geht zwar noch nicht in di« Schule, aber,yr ist schon recht„weltgewandt" und äußerst coukq» giert, Lotte ist immer guter Laune und die Schwester Fylgja, die die Hauptarbeit im Haushalt leistet, Ist verträumt und der Bruder Anton löst Kreuzworträtsel. Und au» dem Preis, den er einmal gewinnt, ergibt sich für die Kinderschar zuerst viel Freude und dann großer Kummer und zuletzt doch wieder höchste Freude.— So lebensecht wie dies« Kinder ist auch die rührendste Gestalt der Buche», vn Internationale Promliienteii-MMil an 7. Jänner 1937 den die Solisten im Lucernasaal veranstalten, wird durch die Mitwirkung Paul Hörbiger» und vielen anderen Größen der Bühne und der Film» ein geradezu sensationelle» Kunst- und Gesellschafts- eresgni». werden. Vorverkauf bei Truhläk(Koruna, Valdek). 8846 Jo St sowie der Stadwerordnete Horkh(früher Ligist, jetzt Nationaldemokrat; Herausgeber der rechtsgerichteten Zeitschrift„Fronta"). Herr Hockt; warf den Kommunisten, die sich in Zwischenrufen sehr für Frau Majerovä einsetzten, vor, daß sie sie bei einer vor Jahren durchgeführten Partelreinigung au» dem»Rudi Prävo" hinauSgeworfen haben. Für den Antrag de» Stadtrates sprachen Jabürkovä (Kommunistin) und Pracnovä(Sozialdemokratin). Charakteristisch ist«S, daß die Redner der Rechten nicht in der Lage waren, einen anderen, de» Preise» würdigen Preisträger zu nominieren und daß der Antrag der rechten Redner dahin ging, den Jiräsek-Prei» im heurigen Jahre überhaupt nichtzuverleihen. Dieser Umstand ist insbesondere mit Rücksicht auf die nach der Verteilung der Staatspreise von der tschechischen Rechten erhobenen Vorwürfe bedeutsam, wonach, die Staatspreise in, parteiischer Weise nur äst„Linke" verliehen wördeti sind. Wie sich in der Stadtvertretung herausstellte,- verfügt die Rechte überhaupt nicht über geeignete Kandidaten aus ihrem eigenen'Lager. lieber Antrag der tschechischen Rechtsparteien wurde sodann über die Verleihung de» Jiräsek- Preise» namentlich abgestimmt. Frau Majerovä erhielt bei 88 Anwesenden 46 Stimmen, 86 Stimmen lauteten dagegen, der Rest waren Stimmenenthaltungen. Die drei Deutschbürgerlichen und die jüdischen Stadtverordneten haben sich vor der Abstimmung aus dem Saale entfernt. Der Vertreter der deutschen Sozialdemokratie stimmte mit den tsche« chischen Sozialdemokraten, Nationalsozialisten und Kommunisten für die Verleihung de» Preise» an Marie Majerovä. eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kä 10,— und sende Ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kö 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns' einzusenden; Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns-einlangen. Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat* In der am Mittwoch abgehaltenen Sitzung der Zentralvertretung der Stadt Prag erstattete der Vertreter der Bauamtes der Stadt Prag, Jng. Douda, einen zusammenfassenden sachlichen Bericht über die Vorgänge beim Bau de» Bör- sengebäude» auf dem Grundstücke de» ehemaligen Theatergarten». Jng. Douda machte die Stadwer» tretung insbesondere mit dem Ergebnisse der Erhebungen bekannt, welche einerseit» die von der Stadt eingesetzte Kommission und andererseits die Gerichtskommission gepflogen hat. Die Gerichtskommission hat insbesondere beanständet, daß das Gerüst nicht von einem hiezu befugten Zimmermann ausgesührt worden ist, sondern daß die Betonfirma, wie die» nach Mitteilung de» Berichterstatters angeblich allgemein üblich ist, die Ausführung de» Gerüste» im eigenen Wirkungskreise besorgt hat. Der in Haft befindliche Meister soll derartige Arbeiten allerdings bereits durch 86 Jahre besorgt haben, ohne daß ihm je ein Anstand unterlaufen wäre. Jng. Douda gab bekannt/ daß er eine Acußerung über die Ursache des Unglückes heute noch nicht abgeben kann. An da» Referat Jng. Douda» schloß sich eine dem Ernste de» Ereignisse» angemessene sachliche Debatte, an welcher sich zunächst der Kommunist L u- tovskh und die Nationalsozialistin Hliüäkovä beteiligten. Frau Hliüäkovä bemängelte e», daß nicht eine genügende Anzahl von Automobilen der Feuerwehr und von Reklektoren zur Verfügung gestanden sei. NamenSdersozialdemokratischen Klub» sprach der Bauarbeitersekretär Genoss« Soukup. Genosse Soukup griff die Firme», die an dem Bau beteiligt gewesen sind, scharf an und rügte in»besond«re die lieber st undenarbeit, welche auf dem Unglücksbau ebenso wie auf vielen anderen Prager Bauten betrieben worden ist. Diese Ueberstundcnarbeit sei nicht nur unter dem Gesichtspunkte der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit scharf abzulehnen, sondern auch im Interesse der körperlichen Sicherheit der Arbeiter. Genosse Soukup wandte sich überhaupt dagegen, dost Bauarbriten und insbesondere Betonarbeit« bei künstlichem Licht vorgenommen werd«. Er verwies auch darauf, daß auf dem Bau'vor kurzem ein Streik der Zimmerleute stattgefunden hat, weil die Firma sich weigerte, kol- lektivvertragimäßige Löhne zu zahlen, was zur Folge gehabt hat, daß unqualifizierte Arbeiter eingestellt worden sind. Di« dir«uttst. Litz LiierdtÜrtzrtise Ser Stabt Prag. Der Berichterstatter der Kulturkommission der Stadt Prag, Stadtrat Prof. Z i p e k, erstattete Bericht über di« diesjährige Verleihung der von der Stadt Prag zur Förderung von Kunst und Wissenschaft gestifteten Preise. Im Sinne de» Antrages der Stadtrater wurden einstimmig folgende Verleihungen vorgenommen: Den Sm e tana- Mu si kprei S erhält über einstimmigen Antrag aller Sachverständigen der Komponist' Emil A x m a n für die Kantate„So- boteckh hkbitov". Den Masaryk-Prei» für wissenschaftliche Werke erhält über einstimmigen Vorschlag der Gesandte Jan Seba für sein Werk„Rusko a malä dohoda v politice svitovL"(„Rußland und die Kleine Entente in der Weltpolitik"). Den Mächa-PreiS für Werke der Dichtkunst erhält Jan Zahradniiek für das Werk „ZiznivL ILto"(„Dürstender Sommer"). Was nun den Jiräsek-Prei» für schön« Prosa anlangt, so lag der Antrag des Stadtrate» Ein Festkonzert zur Feier der Gründung eine» Verbände» jüdischer Gesangverein« in der Tscheche- siowakischen Republik fand vorgestern abend» im Smetanasaale de» Prager Gemeindehaus«» statt. Da» festliche Werk de» Konzertes war das zweiteilig« biblische Oratorium„Elias" für Chor, Solostimmen, große» Orchester und Orgel von Feliz Mendelssohn-Bartholdy. Die Aufführung diese» Werkes war aus mehreren Gründen zu begrüßen.^ Einmal, weil e» eines der Muster/ werke auf dem Gebiete de» Oratoriums ist, zum. andernmale, weil e» eine der schönsten Schöpfungen' der gemischten Chorliteratur sst. und schließlich, weil' es in Prag leider schon viele Jahr« nicht zu hören- war. Da» Oratorium gelangte ungekürzt und in' einer h e b r ä i sch.« nUebersetzung von' E. W a ch t e I zur Aufführung. Sein« künstlerischen Mittler waren die vereinigten Sängerchöre der Prager jüdischen Singverei,ui» g u n g(Chormesster Wachtel) und de» Teplitz- S ch ö n au e r j ü d i s ch en Gefangner- eines(Ehormeister Fische r), da»„FO K"» Epstein. Kostüme nach Entwürfen von Marirkn Epstein. Eintrittskarten Ki 8.—, 6.—, 4.—. Vorverkauf Urania oder Telephon 47.816. O rcheste r und«ine Reihe von Solisten. Musikalischer Gefamtleiter der Aufführung war Erich Wachtel. Er ist«in Dirigent,, der viel guten Willen, aber wenig Routine besitzt, dessen Zeichen gebung zu wenig deutlich und bestimmt und nicht rhythmisch fest genug ist, so daß Ungcnauigkeiten der' Einsätze und ein dadurch verwischter Gefamtklang« bild die Folge sickd. Die beiden vereinigten Sängerchöre erwiesen sich in der.Stärke und Schönheit de» Stimmenmaterialr besser al» in der chorgesangS- technischen Schulung; die Intonation namentlich ift. noch zu ungleichmäßig im rhythmischen und dyna mischen Sinne, die Sicherheit der Stimmführung noch zu wenig fest. Unter den S o l i st e n befriedigte nur die Altistin(Hede Grab). An der Or gel waltete Prof. Wiedermann vorbildlich sei ner Amtes. Da» Konzert war ausgezeichnet besucht, der Beifall der aufmerksamen Hörer sehr freundlich. E. I. Marionettentheater zurzeit in der Urania. Samstag, 12., und Sonntag, 18. Dezember 1986,»-“““>«inne», abends 8 Uhr, neu einstudiert!I'Die verh e xtefder kleine„Caruso," der von der Mutter mit Ge- H a n d, Komödie für Marionetten In sieben Bil-. tvalt zum„Wunderkind" gemacht wird, geschildert, der» von Alfred Wolfenstein, Musik von! und auch die Erwachsenen bleiben keine Schatten- Han» Winternitz. Bühnenbilder von Architekt Fritz I figuren. Au» dem Buche spricht so viel echte natUt» Beginn 20 Uhr, Im grossen Saale des Handwerkeivereines, Ve Smeökäch 22, als Mltglieder-Versammlung Bezirksorganisation Prag der DSAP Sitzung der Zentralvertretung Das Unglück beim Bau des Börsengebüudes graphendirektion mit Erlaß Rr. lß.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei: JÜSÜf, Druck-, vttlagii- und Zeitung-^A.-G. Prag.'' GenOSSe Dr. Franze/ spricht morgen über 'Sozialismus- eine europäische Aufgabe*