i Freitag, 11. Dezember 1936 Nr. 288 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (elntchllefillch 5 Heller Porto) UNTRALORGAN OER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ' ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. HD Aktion und Verwaltung mag xii., fochova a. telefon 5X77 HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi KAU KERN, FRAG. Abdankung vollzogen zog von Gloucester und dem Herzog von Aen-t; Ich würdige auf das Tiefste die Gesinnung der Appelle, die an Mich herangetragen worden sind, eine andere Entscheidung zu fällen. Ich habe, bevor ich.' Meinen endgültigen Entschluß gefaßt habe, ihn auf daS Gründlichste erwogen, aber ich habe Meinen Entschluß gefaßt. Darüber hinaus muß jede weitere Per«> zögerung höchst schädlich für die Völker sein, denen Ich versucht habe, als Prince of Wales und als Sä<, nig zu dienen und deren Wohlstand der ständige Wunsch Meine» Herzen» ist. Ich nehme Abschieds in der zuversichtlichen Hoffnung, daßder Kur», den Ich für richtig halte zu befolgen,.derjenige ist,.der der beste für die Stabilität de» Throne», da» Reich und für. da».Glück.Meiner Völker'ist. Ich empfinde auf da» Tiefste die Achtung, die sie mir stet» entgegengebracht haben, soivohl vor wie nach meiner Thronbesteigung, und.von der ich weiß, daß sie in vollem Umfang« auf meinen Nachfolger übertragen werden wird. Ich wünsche dringend, daß keine Verzögerung bei der Inkraftsetzung de» von Mir unterzeichneten Staatsakte» eintritt und daß alle, notwendigen Schritte sofort ergriffen werden, damit Mein rechtmäßiger Nachfolger, Mein Bruder, der Herzog von Kork, Len Thron besteigen kann." Die' Sitzung. des Unterhauses bot, obwohl sich die Mitglieder de» Parlaments jeder lärmenden Kundgebung enthielten, ein dramatisches Bild. Die feierlichen Floskeln, mit denen Mr. Baldwin und der Speaker ihre Reden begleiteten, die gespannte Erwartung und tiefe Erregung der Deputierten, die aufrichtigen und menschlichen Worte der Botschaft des Königs und die ebenso offenen und mannhaften Worte Baldwinsizform- ten sich zu einer Szene von Shakespeare'scher Größe. Da» Haus war sich der historischen Bedeutung des Augenblicks bewußt. Bedeutet doch, was sich heute noch gar nicht zur Gänze übersehen läßt, der Thronwechsel-Vielleicht den endgültigen B e r z i ch i bei Dt> nastie, die Rolle des Königtums zu ändern, aus dem dekorativen »King in Parliament" einen aktiven Regenten zu machen, und eß kann fjw England gute oder vöst'FolgENhabEN.'dkiß'Kabinett.rPllrkamentTMd Tradition der Gesellschaft über., den rebellischen Geist Eduards VIII. triumphiert haben., Thronwechsel in England In dem größten Imperium der Neuzeit, dem englischen Weltreich, das nahezu ein Drittel der Landmasse der Erde umfaß! und dem jeder vierte Mensch dieser Welt untertan ist, tritt der König zurück, der erst im heurigen Jahre zur Negierung gelangte, wobei als äußerer Anlaß die Tatsache erscheint, daß er bei der Wahl seiner Frau einzig und allein der Stimme seines Herzens folgt, ohne Rücksicht darauf, was die Negierungen seiner 500 Millionen Menschen zählender Länder dazu sagen. Die gegenwärtige hochkonservative Regierung Englands sowie eine sensationslüsterne Presse beider Erdhälften haben es verstanden, aus der Frage der Königsheirat eine hochpolitische Affäre zu machen und den Anschein zu erwecken, es hänge der Fortbestand des Reiches davon ab, ob der König Frau Simpson'heirate oder nicht. Man muß deswegen daran erinnern, wie die ganze Angelegenheit entstanden ist. Derjenige, der die Dinge ins Rollen gebracht hat, Ivar Herr Dr. BI u n t, Bischof von Bradford, der dem König Mangel an Kirchenglauben vorwarf, in dem er sagte, einige unter uns hegen den Wunsch, daß er(der König) positivere Anzeichen dieses Bewußtseins(nämlich jenes die Gnade Gottes zu benötigen D. Red.) an den Tag lege". Als zwci- ter erschien auf dem Kampfplatz der Erzbischof von Canterbury, der dem König drohte, er werde ihm nicht das Abendmahl reichen, worauf die Tätigkeit Baldwins einsehte, der den König zu rqschep Entscheidung in der Frage der Heirat brängie. DIeser Entscheidüng bedurfte' es nicht etwa deswegen, weil Frau Simpson keine Prinzessin von Geblüt ist. An eine solche Vorschrift ist kein englischer König gebunden— war doch die große Elisabeth die Tochter einer zur Königin erhobenen Bürgerssrau. Der König ist bei der Wahl seiner Frau nur daran gebunden, daß sie der englischen Hochkirche angehören muß. Frau Simpson ist zwar römische Katholikin, aber der Glaubenswechsel ist bei Fürstenheiraten etwas durchaus Gewöhnliches. Was die Heirat des Königs erschwert hat, ist vielmehr der Umstand, daß Frau Simpson geschieden— zweimal geschieden — ist und nach dem anglikanischen Kirchenrecht eine Ehe nicht ohne weiters so gelöst werden kann, daß der oder die Geschiedene eine zweite Ehe eingehen können. Diese Schwierigkeit wurde nun von der Regierung Baldwin dazu benützt, den König in eine Lage zu bringe, aus der er keinen Ausweg wußte als die Mdankung. Welche Motive die Regierung dazu bewogen, geht aus einem Ergebnis hervor, das sich kurz vor der Krise abspielte: Der König war nämlich über eigenen Entschluß in die N o t st a n d s g e« biete von SüdwaleS gefahren. AIS dies die Regierung nicht mehr verhindern konnte, suchte sie dem Monarchen vieles zu verbergen, immerhin sah er mehr, als die Regierung es fiir gut hielt, ihn sehen zu lassen.dDie Regierung wollte keinen König, der selbständig handelte— insbesondere, wo es Um die konservativen Interessen ging— und die Arbeiterpartei konnte nach den Grundsätzen der englischen Demokratie kein Kabinett bilden, weil sie. eine Minderheit des Parlaments darstellt und an Neuwahlen war nicht zu denken, weil die Regierung der Auflösung des Unterhauses ihre Zustimmung nicht geben wollte. Dazu kommt noch, daß es sich nicht nur um Großbritannien, sondern um das gesamte Imperium handelt und daß eS in mehreren Teilen diese» Reiches— vom nahen Irland angefangen— Bestrebungen gibt, die Abhängigkeit vom Mutterland praktisch aufzuheben. Nuss ist die Person deS Königs ein starkes, verfassungsrechtlich viohl das stärkste Bindemittel,> welches daS Weltreich zusammenhält und es wäre gerade jetzt weder für die halbe Milliarde Untertanen seiner Majestät deS britischen Königs noch für die übrige Welt— und Großbritannien gehört zum.FriedenSblock— wünschenswert, wenn das englische Weltreich, er- schüttert oder Englands Macht, die durch die Rüstungen des Landes im letzten Jahr einen Zuwachs erfuhren hat, eine Schwächung erlitte. Daß die Königskrise gelöst ist, ist Mr Englands Stabilität Uyd seine Außenpolitik sicher von Vorteil, ob sie so.gelost werden müßte, wie es Baldwin tat- ist die Frage und die Begleitumstände, unser denen sich da». historische Ereignis vollzog. nweisle', ob«ine einmal verlöten« Achtung wieder errungen werden könnte. Dieser Gesichtspunkt bildete die Grundlage meiner Unterredungen, bei welchen ich meine gesamte Besorgnis und hierauf auch meinen Wunsch zum Ausdruck brachte, derartigen Kritiken jü>e Ursache zu nehmen. Oer EntschluB zur Abdankung Baldwin schildert de» weiteren, wie er dem König von dem vermutlichen Folgen der Scheidung von Mr». Simpson und einer Ehe de» König» mit der Dame«ine Vorstellung zu geben suchte. Der König aber erklärte, Mr». Simpson heiraten zu wollen und zum Rücktritt'bereit zu sein. Am 85. November habe der König, gefragt,.ob«ine morganatische Ehe' in Frage komme. Baldwin habe da» verneint. Da» Unterhau» nimmt diese Mitteilung beifällig auf.(Der demokratische Sinn der Briten lehnt die morganatische Ehe ab, weil sie ein Klassenprlvi- leg vorauSsetzt.) Der Premier habe den König gefragt, ob er sich formal mit der Frage befaßen solle. Da» habe Eduard VIII. bejaht, lieber die entscheidende Phase berichtet Baldwin: »Der König hatte bei diesen.unseren Unter« redüngen stet» drei oder vier Dinge im Sinn, die er wir häufig wiederholte. Eine» davon war, daß er wünsche, wenn«» notwendig werden sollte, daß er zurücktrete, die» in würdiger Weise zu tun. Zweiten» wünsche er, daß die» mit den geringstmöglichen Schwierigkeiten für seine Minister und Mr seine Völker erfolge. Ferner würde er wünschen, unter solchen Umständen dem Thron« zu entsagen, welche niöglichft wenig Schwierigkeiten Mr die Nachfolge seiner Bruder» bereiten würden, und schließlich, daß et' jeglichen Gedanken an die Schaffung einer sogenannten König-Partei unbedingt ablehne.(Langan- haltender stürmischer Beifall.) Der König beschloß, in Fort Belvedere zu bleiben, denn er wollte London nicht besuchen, da er, solange diese Angelegenheit in Schwebe war. An» kgmmlungen.de» Volke», und Stundgebungen Mr sich befürchtet«. Dafür achte.und ehr« ich ihn. Mate Ministerpräsident Baldwin unter neuen stürmischem Beifall hinzu.'' Der Stönig.erklärt« mir,-daß er die fast untragbaren Lasten■ seiner Verpflichtungen Nicht länger tragen könne, wenn er nicht ei.ne> F.r.au s.einer Wahl. zusetner S'e i t e habe. Dies« Häse rrat früher ein, al» wir erwarten konnten, und zwar gerade deshalb, weil >er Stönig einen so aufrichtigenund offenen-Cbarak- er besitzt. Der König braucht« un» nicht einmal alle» siaS zü'.sagen. Iva»«r un» sagte, er war sich aber der Mefahr bewußt, und entschloß sich, alle» zu ver- l; was seiner Uebeczeuguna nach nicht nur für ;•••'<.(Fortsetzung auf Seit« S.)j Worte gröBter Achtung für Eduard VIII. Donnerstag nachmittags um 16,45 Ahr gab daS Reutersche Büro Le- bannt, datz König Eduard VIII. auf den Thron verzichtet habe. Sein Nachfolger wird Albert, Herzog von Bork.* . DaS Unterhaus war vollbesetzt, als der I Königlichen Hoheiten dem Herzog von Uork, dem Her- Speaker die Botschaft des Königs verlas, die fol genden Wortlaut hat: „Nach langer und forgfälsiger Erwägung habe ich mich entschlossen, auf den Thron zu verzichten, den ich nach dem Tode meine» Vater» bestiegen habe, und ich teile nunmehr diesen meinen endgültigen und un widerruflichen Entschluß mit. In der Erkenntnis der Schwere diese».Schritte» kann ich nur hoffen, daß ich von nuinen Völkern verstanden werde bei der Ent scheidung, die ich getroffen habe, und wegen der Gründe, die. mich veranlaßt haben, sie zufassen. Ich wist mich nicht über meine privaten GeMhle äußern, aber ich bitt«, daß man sich daran erinnern möge, daß die'Last, di« ständig auf. den Schultern ein«» Souve rän» lastet, so schwer ist, daß sie nur unter anderen Umstäüden getragen werden kann, al» denen, in wel- chen-stH Mich jetzt" befinde.' Jch'ßläub^'daß' ich'die' Pflicht nicht vernachlässige, di« auf Mir angesicht» de» öffentlichen Interesse», lastet,.denn ich erkläre, daß sch ^mir dessen bewußt bin, daß ich diese schweren Auf gaben nicht länger mehr wirksam oder mit einer Be friedigung für mich erfüllen kann. Ich habe daher die sen Morgen die Abdankung in folgenden Worten un terzeichnet: »Ich, Eduard VIII. von Großbritannien, Irland und de» britische» Dominions, König Kaiser von Indien, erklärte hiermit meinen un- widerruflichen Entschluß, auf den Thron Mr mich und meine Nachfolger z« verzichten, und meine« Wunsch, daß dieser NbdanMngSakt so fort wirksam werde« soll. Zum Zeichen hierfür Haie ich eigenhändig an diesem zehnten Dezem ber 1986 in Gegenwart der ieigefngten Zen gen unterzeichnet". .„Die Unterzeichnung diese». Staatsakte» durch Mich wird von Meinen drei Brüdern bezeugt, ihren Wichtige Parteiberatungen Am Mittwoch, den 9. Dezember, fand unter dem. Vorsitz deS Genossen Dr. Czech eine Sitzung de»'Parteivorstandes statt. Genoss« Dr. S z r ch berichtete über dl: i innenpolitische Situation und kam dann auf die bevorstehenden n a t i» n ä l p ö l i t i s ch e n Verhandlungen und die. Vorarbeiten zu sprechen, die die Partei für diese Verhandlungen getroffen hat. -' Rach Abführung einer eingehenden Aussprache wurde« die Mr diese Verhandlungen vor- ' bereiteten v» r s ch l ü g e vom Parteivorstand einst I M m t'g b.e s ch t o s s e n und das «n,:re Parteiprästdium mit der Führung der Verhandlungen betraut. Weiters beschloß der Parteivorstand in An- knüpfung an dfe abgeführte Debatte, de» von einem Teil der Presse verbreiteten Meinungen, als bestünden sie der Pattei irgend welche taktische Meinungsverschiedenheiten, entgegenzutreten und festzustellen, daß di«P air t'e4" tri ihrem Willen und in ihrer Einstellung zu allen StaatSprvblemen > vollkommen'einig und geschl.of- ■ f r« ist und daß daher die oben. ngeMhrten Pressemeldungen,völlig»nznttSffendsind. .: Aebrr dir G rmri n d r w a h l r« erstattet« Genoss« D a. nf einen' Bericht, welcher stach Abschluß der Debatte rinmütig zur Kenntni» . gchuwnün stckrd«.V•!' Nach Erledigung der laufen den A n- gelegen he i t r» schloß derParteivorfitzende dir Beratungen. Herzog von York wird König Eine denkwürdige Parlamentssitzung/ Das Unterhaus billigt Baldwins Politik London.(Reuter.)' Ministerpräsident Baldwin sagte in seiner Kundgebung, die der Verlesung her Botschaft de» König» folgte u. a.:. „Ich möchte gerne vorausschicken, daß der König, als er noch Prinz von Waler war, mir.viel« Be- weise seiner Freundschaft gab, die ich hoch einschätze. Er war die» nicht nur ein« Freundschaft zweier Män«- ner, sondern eine tiefe und geMhlSmäßige Freundschaft. Gerne möchte ich auch dem Unteichause sagen, daß— al» wir un» am Dienstag abend» im Belvedere Lebewohl sagten, wir beide da» Bewußtsein und da» Empfinden hatten— und wir sagten un» die» auch,— daß diese Freundschaft durch die Diskussion in den letzten Wochen nicht unterbrochen worden ist." Die Sensationsmeldungen der amerikanischen Presse und die Nachrichten über die Scheidung'von Mr». Simpson, erklärte der Premier, hätten ihn veranlaßt, mit dem König offen zu sprechen. Ole Bedeutung der Krone ..Nach einer Beratung mit meinen Kollegen informiert« ich den König, daß'ich mit ihm rein'privat im Belvedere-Palais svrechen möchte, wo wir-auch am 20. Oktober zusammentrafen. Der Ratgeber her Krone kann ihr und seinem' Herrn keinen Dienst bitweisen, wenn ermicht die Wahrheit sagt, so wie sie^ ist,(Beifall im. Unterhau») mag diese Wahrheit nun,so-oder so sein. Der König benahm sich die ggnije Zeit so, daß er nicht da» mindeste Anzeichen zeigte, al» ob er betroffen oder beleidigt wäre, mochte man ihm was immer sagen. Ich sagte dem König, daß mich zwei Dinge beunruhigen: ersten» vor allem.dl« Folgen solcher Gerüchte, wie sie die amerikänische Press« in der öffentlichen Meinung der Dominion», besonder» in Ka nie d a, verbreitete, wo diese Gerüchte,«in« sehr große Ausbreitung gewonnen hatte« und bereit» Wirkungen zu zeitigen begannen; zwei» tens erinnerte ich den König daran, wa» ich ihm und seinen, Brüdern in den vergangenen Jähren gesagt hatte,' daß nämlich die britische Krone im Laufe der Jahrhunderte um eine große Zahl ihrer Rechw gebracht wurde, wiewohl e» wahr ist, daß'di« Krone heute b« d« u t«n d m e h r b e deutet, al» je in der Geschichte..(Beifall im Unterhaus.).Die Bedeutung der Unantastbarkeit.der Krone ist Wer jeden Zweifel erhaben, denn die Kröne ist nicht nur da» l e tz t e B a n d, welche» da» Britische Reich zusammenhält, sondern auch ein« Garan, sie-Mr.die' britische« Länder, daß sie von jenen zahlreichen Nebeln, welch«, andere Länder hrimzesuM haben, insolange werden verschont werden, al» die' Krone dies« ihrrUmmtaftharkeit bewahre« wird. Die» se» Gefühl hängt in hohem Maße, von'der Achtung ab; welche während der letzten drei Generationen Mu" die, Monarchie erstarkt.ist. Diese' Achtung könnte aber nicht., auf lange, jener'Vernichtenden Art der'AMUWL!?. äüsgesetzt hleiben. ohne an-ihrer Stärke bedeuiendj schneller einzubützen, als-sie gewachsen ist. Jchibri-■"■ Seite 2 Freitag, 11. Dezember 1936 9!ri 288 werden Wohl erst nach Jahren bekannt werden. Bon der Kenntnis dieser Tatsachen und von der Handlungsweise des Neuen Königs selbst wird das Urteil abhiingen, das die Geschichte über Baldwin, den Königsmacher von 1080, fällen wird. Baldwin vor dem Unterhaus (Fortsetzung von Seite 1.) Großbritannien, sondern auch kür da» aame britische Reich eine Gefahr in sich schließen könnte. In. diesen letzten Tagen war e» mein einziger Bestreben, dem König« dazu behilflich sein tu können, «ine andere Entscheidung zu treffen, doch ist uns da» nicht gelungen und det König hat jenen Entschluß getroffen, welchen wir heute hekanntgegebe» haben. Sicherlich gibt«» unter u»S keinen einziatn,. der nicht au» tiefem Herzen den Entschluh de» König» bedauern Wörde, er gibt aber unter un» auch keinen, der«inen Urteilsspruch fällen wollte. Wir sind hier nicht Richter,(Beifall.), Et war Lei der gestrigen Nachmiitag»kitzung de» Kabinett», al» wir die offizielle und endgültige Antwort de» König» erhielten. Da» Kabinett hat einmütig den König ersucht, diesen seinen Entschluß, von welchem wir alle wußten, daß er allen Untertanen de» König» tiefen Schmerz bereiten wird, neuerlich zu überprüfen. Der König hat un» erwidert. daß er die» bereits getan habe, doch bedauer« er, seinen Entschwß nicht mehr ändern zu können. Diese Versammlung ist lebt da» Tribunal, auf welche» sich di« Blicke der ganzen Welt richten, steigen wir daher die aleiche Würde, welche der König selbst in der Stunde seiner schweren Prüfung an den Tag a-legt hat! Möge heute in dieser Versammlung kein einzige» Wort laut werden, welche» derienige. der«» gesprochen hat, später bedauern müßte. Al» Sachwalter der Demokratie müssen wir darauf bedacht sein, daß die U n a n t a st b a r- keit der Monarchie gewahrt bleibe, welche jetzt da» einzige Band ist, da» unser ganz«» Reich zusammenhält. und welche die Hüterin unsere r F r e t h e t t ist. Scharen wir un» um unseren neuen König und helfen wir ihm."(Langanhaltender Beifall.) Bei der Wiederaufnahme der. Sitzung gab der Führer der Opposition Major A t I e e der Svm- patiie der Arbeiteropposillon für de» König und Königin Marh und für den Brtmlerminist«r Baldwin Auldruck und versprach ihm die volle Lilke der Opposition. Auch der Führer der liberalen Opposition Sinclair und sogar Winston Churchill stimmten Baldwin zu. Was weiter geschieht Freitag vormittag» dürfte da» Unterhaus da» Gesetz annehmen, das den Thronverzicht! Eduards und di« Thronbesteigung Georgs VI. legalisiert. König Eduard wird das Land verlassen und cS kaum jemals wieder betreten. Es heißt daß er den Namen Edward Windsor führen wird, nach anderen Versionen den eine» Grafen von Chester oder Herzog» von Cornwall. Jm April will dec Exkönig angeblich Mr». Simpson heiraten. Im Mat soll zur vorgesetzten Zeit die Krönung, nur eben mit einer anderen Figur in der Hauptrolle d«S Staatsaktes, stattfinden. Daß der neue König den Namen Albert ablegen und sich Georg nennen dürst», ist zu erwarten. Der Namen Albert klingt für di« Briten unenglisch und erinnert sie gn den deutschen „Prime Eonsort"(Prinzgemahl) der großen Oueen Victoria, Albert von Koburg, der von den Engländern nie vollgenommen wurde. Ob Baldtvin bleiben wird, läßt sich zur Stunde nicht sagen. Man meinte zunächst/ daß er nach errungenem Sieg« über den König unbedingt werde gehen müssen, vielleicht aber hat die gute Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 30 »Ich habe Herrn Bogel bereits informiert", sagte er.„Er imeressiert sich außerordentlich für das Projekt." Finsterbusch wußte nicht, wo er die Sache anpacken sollte. Er stammelte: „Wir wollen nämlich das Taft umbauen." „Umbauen und vergrößern", sa'gte Baal. „Neue Tapeten, neue Möbel, neues Geschirr, Weinlogen, eine Lichtreklame vor dl« Tür." „Ich weiß, ich weiß", sagte Vogel. Finsterbnsch goß ihm noch einen Kognak«in. „Und da würde ich— da würden wir— sie eben bitten—" „Sie brauchen Geld?" Finsterbusch nickte. „Ja." „Welche Sicherheiten geben Sie?" „Fiasterbusch sah Baal fragend an. „Ich mein«! wer gibt mir da» Geld zurück, wenn Sie pleite gehen?" Baal vermittelte: „Das Unternehmen ist ohne jedes Risiko. Das einzige Tanzcafb im Bezirk. Wir erwarten Massenbesuch." „Sie erwarten", sagte Bogel.„Aber ich will Sicherheiten für mein Geld. Geld ist. heute rar. Ich schlag Ahnen vor: Die Möbel, die Einrichtung, da» Geschirr gehören mir, bi» die Schuld abbezahlt ist". Finsterbusch versuchte nachzudenken. Der Mann borgte ihm Geld, die Sachen, die er für da» Geld kaufte, gehörten dem Mann. Da» war Aufnahme seiner.würdigen Rede ihm das Amt gerettet.,' Da» Abdikationsgesetz enthält auch die Bestimmung, daß sich da» Gesetz Wer die Eheschließung von Mitgliedern der königlichen Familie au» dem Jochre 1772 nicht auf Eduard VIII. nach seiner Abdikation und auch nicht auf seine Nachkommenschaft beziehe. Diese» Gesetz vom Jahre 1772 setzt fest, daß kein Mitglied der königlichen"Familie eine Ehe ohne Einwilligung des herrschenden König» schließen dürfe. Oer neue König Der Herzog von Park, welcher gemäß der englischen Thronfolge-Ordnung und dem Wunsch« Eduard VIII. besten Nachfolger auf dem britischen Thron« wird, wurde am 14. Dezember 1806 in Sott Cottage Sandringham al» zweiter Sohn de» König» Georg V. von England und feiner Gemahlin, geborenen Fürstin von Teck, geboren. Für di« Marin« bestimmt, erhielt er seine Ausbildung in Orborne und im Royal Naval College in Dartmouth. Nach dem Abschlüsse der Studien wurde er im September 1018 Seekadett und macht« noch im gleichen Jahre eine Fahrt nach Westindten. Au» Gesundheitsrücksichten konnte er zu Beginn de» Kriege» am aktiven Dienst nicht wilnehmen, machte aber später die Seeschlacht von Jütland mit und wurde gegen End« de» Jahre» 1917 der Marinesektion der königlichen Luftstreitkräfte attachiert, bet'der er vom Oktober 1918 ab al» Pilot Dienst,tat. Nach. Beendigung de» Krieger-studierte der Prinz im Trinity College in Cambridge für kurze Leit Geschichte, Nationalökonomie und StaatSwiffenschaften. Hist Juni 1929 erhielt er den Titel eine» Herzog» von Fock, im Jahre 1921 den Rang einer„Commander»" in der Flotte und im Jahre 1922 den Rang eine» Obersten de» East Forkshire Regiment». Am 28. April 1928 vermählte sich der Herzog von Sork mit Lady Elisabeth Marguerite BoweS-Lyon, Tochter de» Carl of Gtrathmore and Kinghorne, deren Familie dem ältesten Adel Schottland» angehört. Wenn der Herzog von Sork nunmehr König wird, ist, solange dem König kein Sohn geboren wird, in erster Linie sein« älteste Tochter, die am 21, April 1926 geborene Prinzessin Elisabeth al» „Royal Princeß" sein« Thronfolgerin. kln großes Organisationswerk Minister Bechyni Uber das neue ElsenbahngeiMz Prag. Da» Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag nach kurzer Debatte die von uns bereit» besprochene neue Korpseinteilung der Armee unverändert an. Dann erstattete Eisenbahnmini« stcr V e ch y n i ein Expose über das auf der Tagesordnung stehende neue Eisenbahngesetz. Der Minister sagte u. a.r Die neu geschaffene Norm soll den geänderten Verhältnissen und dem Tempo de» modernen Leben» entsprechen. Sie verwirklicht die Unifizierung aller grundlegenden Bestimmungen über di« Eisenbahnen. Sie regelt die Verhältnisse aller Gruppen.und Arten von Bahnen, sie befaßt sich mit allen Belangen der Bahnen(Bewilligung zu den vorbereiteten Arbeiten, Konzessionserteilung, Bahnbau und Bahnerhaltung, Bahnbetrieb und Aushebung von Bahnlinien) und mit allen Beziehungen derBahnen zum Publikum und zii dem an die Bahn angrenzenden Eigentum. Die Vorlage schasst überall dort Abhilfe, wo die Rechtslage bisher besonder» unerfreulich war. In dieser Beziebung hat di« Vorlage ein große» Organisation»- werk Vleistet. Sie führt in die Eisenbahnverwaltung Zweckmäßigkeit, Ordnung und Rechtssicherheit ein. Die Parteien werden nicht weiterhin au» dem Titel der llnüberstchtlichkelt in ihren Rechten verkürzt werden. Direkt in da» Gesetz Wurden mich Garantien ausgenommen, daß die Berwalwng sparsam vor sich gehe. El wurden mich zahlreiche Kompetenzkonflikte gelöst, welch« bisher die Administrative belasten. Die Vorlage enthält ferner sehr wichtige Bestimmungen zugunsten.der Staatsverteidigung... '' Neuerungen von großer Bedeutung bringt die Vorlage auch auf prwatrechtlichem Gebiete, namentlich was die Verantwortlichkeit für Unfälle betrifft. Hier mußte man sich zu durchgreifenden Reformen entschließen, weil weder die alte österreichische noch die alte ungarische Norm entsprach. Die Vorlage sucht diese» delikate Problem mit großem Takt und mit Verständnis für die Opfer eine» Unfall» zu lösen, wa» namentlich daraus hervorgeht, daß sie auch für die Länder ungarischen Rechte» die Bezahlung von Schmerzensgeld und von Schadenersatz für Verunstaltung«»führt. Die diesbezüglichen Vorarbeiten standen unter strenger wissenschaftlicher Kontrolle, die auch in den Ausschußverhandlungen fortgesetzt wurde, so daß man der Auftastung Raum geben könne, daß hier eine Lösung von dauerndem Wert gefunden wurde, die für beide Parteien anständig ist. Dem ganzen Werk hat e» nicht geschadet, daß die Vorarbeiten mehrere Jahre gedauert haben, daß di« Verhandlungen innerhalb der Regierung schlvicrig waren und die Vorlage auch Gegenstand der öftent- lichen Diskussion war. Di« Aenderungen, di««die Parlamentsausschüsse vorgenommen haben, haben den Wert der Vorlage sicher nur erhöht. DaS Expose wurde von der Koalition mit starkem Beifall ausgenommen. Dann erstatteten die Berichterstatter namens des sozialpolitischen, des verfaffungsrechtlichen, des Verkehrs« und des WehrauSschusseS eingehende Referate, dann wurde die Debatte auf Freitag halb 11 Ahr vormittags.vertagt. Legionäre und nationale Fräse stur Kundgebung der Legionäre, in welcher diese auch die nationale Frage behandelt haben, gibt der Leitartikel de»„Rärodni Osvobozeni" «wen Kommentar, dem wir folgendes entnehmen: Die Abneigung gegenüber der Sudetendeutschen Partei entspringt keinesfalls irgend/ einer nationalen Voreingenommenheit. Gerade im Gegenteil. Bom demokratischen tschechoslowakischen Standpunkt ist die Bewegung des Herrn Henlein gerade als ernstes Hindernis der normalen Entwicklung der tschechoslowakisch-deutschest Zusammenarbeit, die eine tschechoslowakische StaatS- nottvendigkeit ist, zu bedauern. Nicht aus einer .Notlage, sondern aus Ileberzeugung bekennen sich auch' heute die Legionäre zum Bestreben einer weiteren Regelung, der tschechoslowakisch» deutschen Beziehungen und sie schätzen ehrlich alles, wa» aus dieser und auf jener Seite für«in« ehrliche männliche Einigung getan werden wird. Sie haben dazu«Ine gute Grundlage in ihrem Programm, in dem e» heißt:„Zu den anderen Nationen unserer Republik werden, wir unser Verhältnis im Geist« der bürgerlichen Gleichheit und Berträglichkeit ohne Rücksicht auf die Volkszugehörigkeit einrichten". in Ordnung. Was gehörte dann noch ihm? Der Name des Tafts? Die leeren Wände? Der Boden? „Das muß Ich mir noch überlegen", sagte er. „Ueberlegen Sie ei sich", erwiderte Bogel. „Die Einzelheiten würde Mein Rechtsanwalt festsetzen. Die Zinsen betragen fünfzehn Prozent." Fünfzehn Prozent? Ich habe fremde Möbel In meinem Kaffeehaus, er kann sie wegbringen lasten, wenn ich nicht pünktlich bezahle, ich soll obendrein fünfzehn Prozent Zinsen zahlen? Wie hoch müssen hie Einnahmen sein, damit ich die Zinsen und die Schuldraten abträgen kann? „Ich muß das alle» erst nachrechnen", sagte Finsterbusch.„Ich will keinen Bertrag eingehe», den ich nicht auch erfüllen könnte." „Da» ist nett von Ihnen. Geben Sie mir noch einen Kognak." .„Ich zweifle nicht daran, daß das Geschäft zustande kommt", sagte Baal.„ES ist.für beide Teile günstig." Bogel erhob sich, klappte sein» Aktentasche zu, wand den Spagat darum. Jetzt erst fiel Bogel auf, daß die Tasche zu nicht» nütz war, daß wahrscheinlich nur alte Zeitungen in ihr lagen. Aber große Finanzier» mußten Aktenmappen unter dem Arm tragen. „Herr Baal wird mich auf dem Laufende» halten", sagte: er, al» er ging.„Sind Sie mit meinen Bedingungen im Prinzip einverstanden, sende ich Ihnen meinen Rechtsanwalt, der die Vertragsbestimmungen ausarbeiten wird." Finsterbusch verneigte sich. „Auf Wiedersehen!".. gf'.t. „Auf Wiedersehen, es war mir eine Ehre.", „Ganz meinerseits, ganz meinerseits."^, Baal rieb sich die Hände. „Er beißt an. Sie bekommen da» Geld, Finsterbusch. Da» alte Taft wird aus seiner Asche auferstehcn, unter Trompetengcschmetter Und. Paukenschlägen. Schlange werden sie stehen vor Ihrer Tür undaufeinen leeren Sessel wartend Finsterbusch wußte nicht: Wollte Baal ihn hineinlegen oder Bogel? Bekam Baal von Bogel Provision? Würde er von ihm Provision verlangen? Er hatte die Zahlen immer gehaßt, er war kein Kaufmann. Er hatte Geld, dafür kaufte er da» East. Er nahm Geld ein, gab Geld aus, was übrig blieb, war sein Getvinn: eine einfache Rechnung. Nun sollte er Zinsen und Schuldrattn einkalkulieren, dazu bedurfte es eine» Rechenkünstlers, vor dieser Aufgabe versagte sein Gehirn. Baal redete auf ihn ein, er ahnte, daß Finsterbusch durchaus noch nicht die modernen, klaren Linien des erneuerten Cast», daß er nur einen dichten, undurchdringlichen Nebel vor sich sah, au» dem ihm tausend Gefahren entgegen« schwirrten.„Wir brauchen natürlich einen Kosten- vöranschlag", sagte er.„Wir müssen von einem Architekten feststellen lasten, was der Umbau koste» wird." . Zu Architekten hatte Finsterbusch wenig Vertrauen; man kam billiger darau», wenn man sich von einem Malermeister Muster vorlegen lieh, einen kleinen Tischler holte und sich beim Installateur die Lampen aussuchte; ein Architekt for« beete für diese nebensächlichen Arbeiten Bezahlung. „ES muh alle» nach einem einheitlichen Plan gestaltet werden", fuhr Baal fort. Die Farbe der Tapeten muß zu der Farbe der Möbel« Überzüge passen. Die Färbt der Lampenschirme muß auf die Farbe der Decke abgestimmt sein. Auch das Material,/die Wahl des richtigen Materials ist wichtig davon, verstehen. wir. nicht genug», Lauerte ein Architekt im Hinterhalt, der Vaal Proviswn zahlte? Finsterbusch wagte einen schwachen Vorstoß:. „Das wird eist teurer Spaß werden.. „Man muß heute Geld, riskieren, um Geld zu verdienen", sägte Baal- als hätte er einest umstürzenden neuen Grundsatz der Wirtschaft vle Justizkrise Mit an Erklärungen des dnstlznilnlsters im BadgetenssohnB j Justizminister Dr. Dtrer erklärte- im BudgetauSschuß de» Senate», daß die Krise unsere» Gerichtswesens noch nicht überwunden"ist. Sie ist vor allem eine Folge der Vermehrung der Agenda gegenüber der Vorkriegszeit um 60. bi» 60, in manchen Fällen sogar Um 800 Prozent, wahrend die Zahl der fystemisierttn Richterstellen nur um 20 Prozent höher ist al» vor dem Kriege, Um diesem llebelstand einigermaßen abzuhelfen, wurden Heuer 107 neue Richterstellen systemisiert. Räch den Schätzungen de» JustizministexiUMS wären noch weitere 800 neue Richterstellen notwendig, um wieder zu normalen Verhältnissen zu gelangen; die Stan- oc»organisaflonen der Richter schätzen den Bedarf sogar auf 600 neue Richterstellen. Mit dem neuen Bürgerlichen Gesetzbuch, da»• soeben fertiggestellt wurde, wird da» Haus gr o ß e Arbeit haben, denn die Vorlage umfaßt mehr al» 1800 Paragraphen. Au» dem Elaborat wurde» der Abschnitt über da» Familienrecht auSgelaffen, weit hier noch verschieden« Fragen strittig, sind. Die Arbeiten an diesem Kapitel gehen jedoch weiter. Auch bezüglich de» Abschnitte» über da» Erbrecht werden gewiss« Beschwerden erhoben, weil einzelne Teilt nicht im Sinn« de» in der Slowakei geltenden moderneren Erbrechte» geregelt wurden. Hiezu soll das Parlament, endgültig Stellung nehmen. Lett 1930 um 67 Prozent mehr Mittelschüler Im Budgetausschuß des Senat» erstattete Schulminister Dr. Franke ein ausführliches Expose über alle Zweige der Schulverwaltung lieber da» Mittelschulwesen führte der Minister u. a. an, daß di« Schülerzahl im heurigen Schuljahre wieder um 9869. auf 146.088 gestiegen ist. Seit dem Jahre 1930 bedeutet da» eine Vermehrung der Schüler,ahl um 67.6 Prozent. E»«rwieS.fi» de»halt ein« entsprechende Vermehrung der Profes- sorenftellen und der Schulklaffen al» notwendig. An den Volksschulen ist di« durchschnittliche Schülerzahl pro Klaffe an den tschechischen und deutschen Schulen fast die gleiche. Die entsprechenden Ber- gleichSziffer» find: Volksschulen in Böhmen: deutsche Klaffen 86.2, tschechische Klassen 86.8; Bürgerschulen in Böhmen: deutsche Klaffen 40.1, tschechische Klassen 40.6; Volksschulen in Mähren-Schlesien: deutsche Klassen 86.6, tschechische Klassen 86.9: Bür- gerschulen in Mähren-Schlesien: deutsche Klassen 88.9, tschechische Klassen 88.6, An den Mittelschulen beträgt di« Durchschnittsschülerzahl 80 pro tschechisch« und 86 pro deutsche Klaffe. i An den Bürgerschulen werde e» notwendig sein, di- Arbeit der Lehrerschaft entsprechend zu honorieren, um eine aenügende Anzahl geprüfter Lehrkräfte zu erhalten. Auch dir Frag«, wer die vierten Bürgerschulklassen erhalten soll, sowie die Frage der Schulanricht werden einer Regelung zugrführt werden müssen. Al» dringend bezeichnet der Minister auch dl« Frage der Fortbildung der Hau»- gehilfinnen. Da» Ministerium arbeitet an einer Vorlage, welche für di« Hausgehilfinnen einen obligatorischen Fortbildungsschulunterricht festsetzen soll, und zwar ähnlich wie der Unterricht an den Fortbildungsschulen für Lehrmädchen. Auf dem Gebiete de» H o ch s ch u l w e s e n» wurden u.a. die Verhandlungen Über die Errichtung einer slowakischen. Technik eröffnet. Der Minister ist glücklich, daß die Post für StudentenfÜrsorge um 1,140.000 KÖ erhöht werden konnte; hser kam«» zu einer gewissen Verbesserung zugunsten der d rutschen Studentenschaft.- astsgestellt.„Ist ein paar Monaten haben Sie die Kosten des Umbaues hereingebtächt und zählen das Geld zurück.", Ich Werde mit Feiertag«den, er kann rechnen, dachte Finsterbusch. Ich werde die alten Rechnungen hervorsuchen: was haben wir vor acht Jqhren dem Maler bezahlt, was vor zehn dem Tischler, als er daS Büfett zimmerte? Vaal Wollte ihn auf ein. Gebiet drängen/ das er nicht kannte; instinktiv wich er ziiriick, in eine alte, engere Welt, die ihm vertrant war/.-> ■ danke Ahnen jedenfalls, Herr Vaal", sagte er<„Heute abends werden wir die Sache noch einmal besprechen—. ich muß mir noch einige» überlegen.—." *• Er suchte Feiertag in der Mittagspause in seinem Büro auf. Auf seinem Schreibtisch lag«ist fettiges Seidenpapier,«in Topf Kaffee stand da, Mit auSgebrocheNem Rand. Feiertag kaute'und ktievte gedankenlos auf den Teppich- Gr wuhte: in drei Minuten würde der Schatten des Schreibtisches da» rote Feld verlassen und auf das blaue hinÜbcüvandern; in weiteren fÜftf Minuten würde er den orangenen Stuifen erreichen, und wen» er an deö Grenze de» nächsten rötest Feldes angelästgt wär, war di« Mittagspause zu Snde, dann muhte et den KontoäuSzug für Oppelstett- ner fertig Mächen.,. M» Finsterbusch eintrat, winkte Feiertag mit dir Hand, aber er erhob sich nicht; tzie Mittagspause war eine Zeit der Rast, und nicht» hätte ihn dazu veranlassen könnens seine wohlverdiente Rlche zu unterbrechen, Er ahnte, wa» Ftnsterbstsch auf dem Herzen.hatte; nun könnte et an dem Plangebäude diese» großsprecherischen Lumpen, diese» Vaal,? diese» Auwfatzken, ein wenig rütteln, ohne dah Ihn jemand kleinlicher persönlicher Haßmotive zu zeihen vermochte. (Fortsetzung folgt)!■. Nr. 283 Freitag, 11. Dezember 1036 Friedenshoffnung für Spanien? Das Echo des englisch-französischen Vorschlages Der Vorschlag der englischen und der französischen Negierung, dem Blutvergießen in Spanien Einhalt zu gebieten«ad ein« VermittkungS- altion der Mächte in die Weg« zu leiten, hat in der westeuropäisch««» Presse ein auffallend günstige- Echo gefunden.. Ucberrnschend gnt war auch die Aufnahme in 2 t a l i e n. Es scheint fast, als wolle Mussolini dir Gelegenheit brnützen, um zu einem Ausgleich mit doir Westmächten ,u gelange» und feiwen Freund Hitler allein in der Tinte z» lassen. Dir französische Rechtspresse schwärmt bereits wieder von der Stresafront. Tatsächlich soll Italien, soll aber vor allem der Vatikan dem Plan günstig gegpnllberstehen Und man rech.- net sogar mit einer Initiative des Papstes während der WeihnachtStage. Die Erschöpfung beider Kampfparteickn in Spanien, der drohende rauhe Winter und dir noch immer mögliche Verschärfung der Einfuhrkontrolle sollen, so rechnet man in PariS>md London, daS ihre tun, di« spanischen Parteien zur Annahme eine» Kompromisses zu veranlassen. Andere Stimmen laute» allerdings sehr skeptisch Und erklären, daß die Extremisten in beiden Lager» ablebnen und nur die schwachen gemässigte» Gruppen zu der Verständigung bereit sein würden. Moralisch müsste die Regierung np türlich ein unvergleichlich schwere- Opfer bringen, da sie ja völlig, legal im Amte und von«in« Bande von Aufrührer«»»gefalle» ist. Ihr gute« Recht ist«S, bis zur Riedorwerfung der Revolte »st kämpfen, ArtlllerlekMmpfe Madr i d. Dem amtlichen Bsicht über die Kampftage zufolge herrscht im Abschnitt von Guadalajara und südlich de- Tajo Ruhe. Im Abschnitt von Somosierra sind ebenso wir im Abschnitt bei Aranjuez dir Stellungen der R«gir» riengStruppen von dm Batt«iü» der Aufständische» tomtatdirrt worden, ohne dass eine Wirkung erzielt wurde. An„her Madrider Front fan» dm gestern keine grosse»« Bewegungen statt. Lediglich die RegienmgSqrtllkorie beschoss die geg nerischen Stellungen und Regierungbslugzeuge zerstreuten dir ESkadreS der Aufständischen, kleuer erfolg an 6er baskischen Front Madrid. Einer Meldung aus Santander zufolge Habei» die Regierungsabteilungen, welch» in der Gegend von Santander operieren, das strategisch wichtige Dorf Espinosa Adel»- Montero» umzingelt. Die RegierungStruppen unternahmen einen sehr heftigen Angriff und eS gelang Ihnen, die Front der Aufständischen zu durchbrechen. Stach harten Kämpfe»« besetzten die RegierungStruppen daS Dorf Baceena«ntoeit von Espinosa. Di« Kapitulation deS Dorfes Espinosa wird stündlich erlvartet. Die Aufständische»« wurde»« zerstreut und flohen in die Berge. Companys wird von Blum empfangen I Der„Populaire" teilt die Gründe für daS angebliche Verbot an den Präsidenten der katalanischen Generalitad, Companys, mit, französisches Gebiet zu betreten. Dieses angebliche Verbot war allen reaktionären Blättern ein Anlaß, Companys und die französische Regierung zu verspotten. ES stellt sich nun heraus, daß Companys eingeladen lvar, auf einer Kundgebung in« Vtle- dron« d'Hiver in Paris zu sprechen. CympanyS sagte zu, in der Annahme, daß die Veranstalter im Einvernehmen mit der französischen Negierung wären. Dies war aber nicht der Fall, und es ist übrigens nicht üblich, daß ausländische Staatsoberhäupter an derartigen Kundgebungen aktiv teilnehmen. Dieser Tütbestand konnte Company» auf diplomatischem Wege nicht mehr zur Kenntnis gebracht werden, weshalb der Grenzpräsekt darauf angewiesen war, Companys um die Einstellung der Reise zu ersuchen, bzw. da» Einvernehmen mit der Pariser Negierung herzustellen. Companys hat sich nun entschlossen, sich Nach Pari» zu begeben. Dort wird er von BlUis» empfangen werden. töudetendcutsdier Xeifepie^el be- da» Das Flugblatt ist vör"älkem'aii^K^ss>?r' Vfh"ag'en"äuS? gerichtet, der darin als„Verräter und politische L b Haus nicht gesprochen und Herr Kasper ging darauf nur so weit ein, daß er das Flugblatt als „Pamphlet" bezeichnete. Sichtlich nnangenchn» war aber der VcrsammlungSleitung die Tatsache, daß zum Schluß der Versammlung ein Teilnehmer, der sich selbst als SdP-MItglied bezeichnete, aufstand, und Aufklärung über dieses Flugblatt verlangte. Ms er auch auf andere Unzukömmlichkeiten in de r Partei zu, sprechen lau« und Rechenschaft forderte, wußte sich der Gruppenleiter Senator Krczal nicht ander» zu Helsen, als daß er sagte, er werde diese Anfragen vor einem Forum beantworten, bas ihm als das„geeignete" erscheinet Diese merkwürdige Antwort löste bei den Versammlungsteilnehmern sichtliches Un- halb der SdP im allgemeinen nnd in der Brünner Ortsgruppe im besonderen beschäftigt und daS einen tiefen Einblick in die unglaublichen Zustände in der Hcnleinpartei gewährt. M dies« Vorgänge zeigen iinmer deutlicher, daß das.^kolossalgebäude" der SdP ii« seinen Grundmauern wankt und daß es in der Partei der„Reinen" drunter und drüber geht. Partelenauflösung dis Ende 1937 verlängert Wie bereits angekündigt, hat di« Negierung im Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf unterbreitet, durch welchen dl« bisherigen Bestimmungen übt« die Auflösung Politischer Parteien und ihrer Ersatzparteien bis 1. Jänner 1088 verlängert werde» sollen. Am Motivenbericht heißt«». I daß das Innenministerium einen umfassenden* Gesetzentwurf über die politischen Partei«»« vorbereitet habe, der u. a. auch di« Auflösung der politische» Parteien regeln soll. Die Verhandlungen über diese Vorlage werden jedoch noch länger« Zeit erfordern. In der Zwischenzeit könne die Negierung die Ermächtigung zur Auflösung politischer Parteien, soweit die» im Interesse de» Staate- notwendig sein sollt«, nicht entbehr«». Hundert neue Parteimitglieder in Komotau Die Funktionäre der Lokal organisation Komotau unserer Partei haben, in« Verlaufe einer Werbe-Aktion innerhalb der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft, in den letzten Woche»« der Partei hundert neue Mitglieder geivonncn. Am Donnerstag wurden an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Deutschen Univer« sität in Prag Flugblätter folgenden Anhalt» verbreitet: „Wo»«eh« an der Naturwissenschaftlichen Fakultät vor? Die Naturwissenschaftliche Fakultät ist kanntlich zu 70 Prozent verludet. Jude» oder Jndensreunde bestimmen Schicksal der Fakultät. Die Misch« Frechheit nimmt untragbar« Formen an. Nach dem Misch« Emigranten Freundlich soll nun der Jude Stegwart Hermann zum a.». Professor gemacht werden. ES ist dm Prager Studenten bekannt, dass der Jude S. Herman« keine Koste» scheut, um diese» Ziel zu erkaufen: den« sein« wissenschaftlichen Leistung«» würden riwm derartigen Schritt in keiner Weise rechtfertig««. Wir frage«: Welche Professoren haben an den Gelagen leim Juden S. H. teilgenommen? Welche Professor«, sind plötzlich im Besitz «ine» Auto»? Wird endlich die Fakultät den Mut und dir Autorität Halen, gegen dies« dunklen Geschäfte Vorzugehe«? Aus der Häuslichkeit der SdP Auch In Brünn Henleln-Oppositlon Ein Flugblatt anllSlich der Brünner Kacper-Veriammlung SenaiSbudgetausschuß mittelste, in einey« erfreu« teileitung und tste nicht», dies« unglaublichen Zu« lichen Anstieg begriffen. Ähre Zahl.stieg in den stände abzuschasfen. Schließlich wird in den, Jahren 1081 bi, 1985 von 1SYS auf Y744, die Flugblatt betont, daß f ü r alle asiü«führ- 'Zahl der Bücher von 915.249 auf 2,989,898,t«nFa ll« B e w e i s e g e llese r i Außerdem existiert noch eine Reihe'von deutschen werden konn en. Wanderbüchereien. Die deutsche VolkSbildNerzeit-j. Bon diesen ZersetzüngSerschtinungen wurde schuft soll vervollkommnet werden... natürlich in der Versammlung im Deutsche» Hande». Ein anderer Funktionär habe gesammelt« Gelder mit Freunden im Deutschen Hau» vertrunken. Ein Wrender Amtswalter wird beschuldigt, da» Mi t g rieb° r v e rz e i ch n i S d e r SdP der Polizei ausgeliefert zu haben.. Zu allen diesen wohlbekannten und unter Beweis zu. stellenden Vorgäiigen sihtveige die Par- Das Ausland Uber die Kolportage-Verbote „Het Volk", Amsterdam, schreibt über daS Kolportage-Verbot für den»Neuen Vorwärts" und dir»Deutsche Revolution" u. a.r „Man fragt sich, welche Erfolge sich di« tschechoslowakische Regler«»» von dieser Massregel verspricht, die in Deutschland ohne Zweifel mit «wem Gefühl der Genugtimng begrüßt werden. ES ist wohl sichor, dass von deutscher Seite die Angriffe gegen Prag nicht werden eingestellt wep- d«n, sondtzrn dass man dort fortfahven wird, die Tschechoslowakei al» eitlen Vorposten Moskaus z» bezeichn»». ES mutz al» ebenfalls zweifelhaft erachtet werden, ob die deutsche Regiorung sich ver- pslichten wird, sen« Blätter zu verbieten, dar«« einzige Ausgabe die Propaganda gegen di« Tsihe- chaftpwakei zu sein scheint". Oer Fiirsorgemlnlster In Mähren Am Sonntag, den S. Dezember, weilte der Minister für soziale Fürsorge, Jng. N e ö a S, in Hohenstadt. Nach dem offiziellen Empfang begab er sich zu einer Konferenz der tschechischen Sozialdemokraten, wo er oon S I a d e t namens der Bezirksorgaitisätiou der tschechischen Sozialdemokraten, von Bürgermeister Kouteeky für die Stadtgemeinde begrüßt tourde. Für die deutschen Sozialdemokraten begrüßte MaxBierer einleitend in tschechischer Sprache, dann deutsch unter dein lebhaften Beifall der ganzen Konferenz Ang. Rebas.— Der Minister hielt da»»»« ein ändert- halbstündiges, mit starkem Beifall aufgenomme.- neS Referat, indem er die tvichtigsten au,'unpolitischen sowie auch die innenpolitischen Geschehnisse eingehend besprach. In deutscher Sprache führte er auS: „Ich" danke herzlich für die Worte, die der Genoss« an mich gerichtet hat. ES ist sclbstver- ständUch, dass Ich al» Fürsorgcuiiuistor und die ganze Regierung mit mir gerechte Fordorungen der deutsche» Bovölkormig immer berücksichtige»« werde. Ich möchte nicht Fürsovgembiister bleiben, wen» Ich nicht gerecht und objektiv bleibe»« ivollte. Sch kann den deutschen Genossen sage», dass wir Überall di» Bedürfnisse und Schmerze»« der deutschen Bevöllermig studieren und dass wir gerechte Forderung«»« immer erfüllt haben und auch weiterhin erfüllen werden. Dief« Zusicherung Ia!ni« ich geben. Wir werden nicht gestatten, dass die Arbeiter, ob e» im deutschen oder tschechischen Gebiet« ist, verfolgt»deir nntevdrückt werden, wenn sie einer gewisse» Partei angehör«« oder nicht angehören." Krämerseele ärgster Gorte" bezeichnet wird. Dann wird geschildert, wie die Z e r k l ü f t u n g in den eigenenReihen fortschreitet, Brand In einer Chodauer Porzellan-Fabrik Dieser Tage brach in der Chodauer Porzellan-Fabrik Richtcr-Fenkl-Hahn ein Brand au», dem das Gebäude mit fünf Oese» zum Opfer fiel.' Das Feuer nahm seinen Ausgang von einein der Oesen und wurde nicht, wie ursprünglich ange- nonunen wurde, durch Kurzschluß verursacht. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Infolge des Brandes sind für lürze Zeit ciiva'2 9 9 Ar-> beiter beschäftigungslos geworden. An der Bekäinpfung de» Brande» nahmen 18 Feuerwehrmannschaften teil. Verletzt wurde niemand. Vor neuen Studentenkrawallen in Prag? Die Nazi-Buben spielen wieder mit dem Feuer ttnl geht«» um Charakter und Ansehen der Hochschule! D a» Ma ss i st v 0 llk Die deutsch«« Studenten Prag» sind nicht gewillt einem derartigen Treiten länger zuzufehen. Wir appellieren an alle anständigen völkischen Professoren, sich mll aller Entschiedenheit für die Ehr« unserer Alma Mater einzusetzen. Doll e« nach dem»Fall Metzer"«inen„Fall Hermann" gebe«. Wir wünsche» e» nichtl" Linksstudenten, die sich beschwerdeführend an den Universitätsrektor Stark wandten, wurde von diesem bedeutet, daß die Flugblätter zu provokativen Zlvecken von Linksstudenten auSgegebe» worden seien. Selbstverständlich hat der Herr Rektor nicht einmal den S«hatten eine» Beweises für seine Behauptung und der dumm-freche Anhalt der Flugschriften beweist, daß ihre Urheber im Lager sener Studenten zu suchen sind, die auch die Kelsen-Krawalle auf dem Gewissen haben. Wir erfahren, daß anch der Schulminister von dem Vorfall unterrichtet wurde. So darf man hoffen, daß sene klärende Untersuchung durchgeführt wird, die selber vorzunehmen der Rektor, der in erster Li»«je dazu verpflichtet wäre, I sich toeigert. Cerny 1 antwortet auf die Beschwerden gegen Polizei und Gendarmerie' Im Budgetausschuß de» Senats ging Innenminister Dr. Cern«» u. a. auch auf di« Be- schivcrdcu über die Staatspolizei und über die Gendarmerie ein, die die SdP durch Herrn K ö l l n e e in der denkbar schärfsten, offenbar für das Ausland bestimmten Form erhoben hatte. Die Antwort des Ministers war, gemessen un der Tonart der vorgebrachten Beschiverden, außerordentlich zurückhaltend und gemäßigt, f Diu Cerny erklärte, daß sein Ressort größtes nach demokratischen Grundsätzen Vorgehen und sich dabei streng an die Vorschriften halten. Alle vorgebrachten Beschwerden würden forgfältigst untersucht und die Schuldigen gegebenenfalls zur'.Berantwartung gezogen, werden. Auch den Herren von der SdP fei e» stet» freigestellt worden, allfällige Beschwerden an zuständiger Stelle und auch im Innenministerium vorzutragen. Bon dieser Möglichkeit hätten sie auch immer Gebrauch gemacht. Der Minister bedauert darum, daß die» bei den jüngst vorgebrachten Fällen, die Hebelgriffe der Polizei und Gendarmerie betreffen — wobei e» sich zumeist um Angelegenheiten älteren Datums handle— nicht geschehen sei. Etz bedauere die» um so mehr, al» die Ar« der Be- schwerdesühruna nicht geeignet sei, da» friedliche Zusammenleben der beiden Rationen zu fördern und «in« objektive Beurteilung ter Bechältniffe im Staat« zu gestatten. Alle diese Beschiverden werde» den Gegenstand der Untersuchung bilden; da» Ergebnis wird öffentlich bekanntgegeben werden. r K«li» Abbau dar Abzüge hei de» Parlamentariern. Im Abgeordnetenhaus wurde ein Koali- tionSantrag eingebracht, wonach di« Abzüge von den Bezügen der Mitglieder der Nationalversammlung wie bisher mit 14 Prozent bemessen werden. Die Bezüge der Präsidenten der beiden Kammern unterliegen denselben Abzügen wie jene der Minister« Der Gesetzentwurf soll entgegen der u™ mireetre. bsSherigen Gepflogenheit nur für das erste Halb- wie die M a ch t k ä m p f e d i e P a r te i i n iahr 1987 gelten. Als Begründung wird ledig-, viele einander feindlich ae- lich angeführt, daß di- wirtschaftlichen Verhält-.sinnte Gruppen teilen und wie die Nisse auch weiterhin von allen BevölkerungSschich- wichtigsten Beschlüsse der Hauptleitung und daS ten Opfer erfordern. wichtigste Material den Behörden, Redaktionen Jnterpellatwn über di« Pensionsfonds der K. übermittelt werden. Schließlich beschäftigt Bankangestellten. Die Abgeordneten Dr. P a« stw-daS Flugblatt mit den„Entartung-- i e j b I und Dr. Klapka machen den Fürsorge-, u n d B e rfallSerscheinungen" in Minister in einer Interpellation darauf aufmerk- der Brünner Ortsgruppe. ES werden sam, daß der Artikel 59 des Bankengesetzes über, Beispiele von Unterschlagungen, Ver- die gesonderte.Verwaltung der Pen-»nntreuungen von eingesainmelten.Geldern, s i o n S f o n d S der Angestellten der Geldinstitute Mißbrauch der Kohlenaktion Ustv. angeführt. EiU noch nicht durchgeführt ist. Die Vertval«iführende» Mitglied der SdP, da» auch Stadtrat tmigSorgane der Anstalten sollten BestimmuNgen^dteser Partei in Brünn ist, wird beschuldigt, daß über dj« Verwaltung dieser Fond» im Einver-.« seinen Arbeitern Schundlöhne zahle und nehm-n mit den Vertretern der Angestellten bin-1 Jene Arbeiter, die sich dagegen auslehnen, einfach N«n drei Monate» bzw. binnen, einem Jahr zur. auf die Straße Werse und dafür tschechische Arbei- Genehmigung vorlegen, widrigenfalls der Für-§ ter einstelle. Htefür seien Zeugen jederzeit vor- sMensintster diese Bestimmungen im Eiyvemeh-*“"MU MM mit dem zuständigen Minister erlassen sollte. Die Interpellanten fragen den Minister, welche Schwierigktzlten bisher die Herausgabe dieser Bestimmungen verhinderten, bzw. ob der Minister selbst bereit ist, diese Bestimmungen zu erlassen. . Dir Zahl der deutschen öffentlichen Ge- meindebüchereien ist, wie Minister Dr. Franke im Im Deutschen Haus in Brünn fand am vergangenen Mittwoch eine SdP-Bersammlung statt, in der die Mitglieder der Hauptleitung Kasper und Dr. I o n a k sprachen. Die Versammlung selbst brachte nichts anderes al» dnS schon bis zum Neberdruß bekannte Phrasengedresche und die An- biederungSversuche an die Tschechen. Weit interessanter und aufschlußreicher war daS Vorspiel zu dieser Versammlung. Die allem Anschein auch in Brünn ziemlich starke Opposition innerhalb ...—„„„— der SdP hatte nämlich ein Flugblatt Her- Gewicht darauf lege, daß alle unterstellten Organe> auSgegeben, da» sich mit den Vorgängen inner- Seite 4 Freitag, 11 Lezemlier 1V38 Nr. 283 kskrorelsermSVIsungen für Wintersportler Die Staatsbahndirektion gibt bekannt, bah unter«»bereu Verbänden auch der Verband fllr Win« ter-Ärbeitertourlstik(zu welchem Verband auch die „Naturfreunde" gehören) folgende Ermäßigungen genießt: Rückfahrkarten-Ermäßlgung für Wintersport« ler: die Ermäßigung gilt vom 1. November 1988 bis zuin 80. April 1987 bei folgenden Zugsverbindungen und Fahrtartenpreisen: au» den Stationen bi» zur Etatton Preis B.-Budwei» Oberhaid 19.80 B.-Bndweis Oberplan 28.— B.-Budweis Eallnau 26.80 Plsek Äubohütte...... 28.— Pilsen Böhm.-Kubice.... Böhmerwald(für die Sta- 28.— tionen Hammer-Eisenstraß, Spitzberg, Eisenstein-St. und Eisenstein CSD. 86.— Pilsen Böhmerwald(für Stativ- Krankenhaus nen Hammer, Eisenstein, Spitzberg, Eisenstein-St. und Eisenstein CSD.., 86.— Rakovnik Moldau CSD....» 89.20 Rokyeany Etrakonice Spitzberg Freiung im Böhmerwald 42.40 u. zurück au» Winterberg 16.80 Die angeführten Preise gelten für die 8. Klasse Personenzug. Ermäßigte Rückfahrkarten werden auf den angeführten AuSgangSstationen nicht nur vor Abfahrt des Zuger, sondern auch einen Tag vor Antreten der Fahrt ausgegeben. Den WIntersporilern, welche über.Sonntag in den Böhmerwald fahre», gewährt die Eisenbahn eine ävprozentige Fahrtermäßigung für die Fahrt ab Pilsen(Zug 1201) um 6.10 Uhr und zurück (Zug 1208). Abwahrt aus Eisenstein CSD. um 18.07 Uhr. Die Rückfahrt kostet 27 I« für 8. Kl. und 88 Kä für 2. Klasse. Diese Fahrkartenermäßigung hat nur Geltung bei günstigen Schneever- hältnissen im Böhmerwald. Diese Fahrkarten wirken eine rosa Farbe haben und werden bei den Pilsener Fahrkartenschaltern aurgegeben, aber nur im Vorverkauf bis spätestens 10 Uhr, SamStag. Die Fahrkarten berechtigen zur Fahrt in die Stationen Hammer-Eifenstraß oder Spitzberg oder Eisenstein- Stadt ober Eisenstein LSD. und zurück nach Pilsen. Plrandello gestorben , An Rom starb, fast siebzigjährig, Luigi Pirandello, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Epiker und vor allem BUHnendrama- tiker Italiens. Pirandello, der sich in Deutschland den Doktorhut erworben hatte(und übrigens auch Goethes„Römische Elegien" ins Deutsche übertrug), machte zuerst durch seinen um die Jahrhundertwende geschriebenen Roman„Die Wandlungen des Mattia Pascal" auf sich auf- merksam, wurde berühmt aber erst durch sein 1922 geschriebenes Stück.„Sechs Personen suchen einen Auto r", das über die Bühnen der ganzen Welt ging. Pirandellos später geschriebene Bühnenwerke— das Prager Nationaltheater brachte erst im Borjahr Pirandellos„Man weiß nicht recht, wie" heraus— hatten aber nicht mehr denselben starken Erfolg wie die„Sechs Personen". 1934 war Pirandello Nobelpreisträger für Literatur, seit 1929 war er Direktor der-italienischen Staatstheater in Rom, Turin und Mailand, in der letzten Zeit widmete er sich auch stark dem Film(vor allem der Ver« filmung eigener Werke). Nach feinem eigenen Ausspruch ist Pirandello der Dichter einer besonderen Tragik, nämlich der des Zwiespalts zwischen dem Leben und dem Ringen nach den AusdruckSsormen des Lebens. PirandelloS Personen folgen ganz eigenartig gefundenen psycho- logischen Gesetzen, tvirkten zunächst überraschend interessant, dann aber doch zu absurd und eben zu sehr tviederholt, als daß sie bisher nachdrücklich allgemeines Interesse hätten finden können.— Die bedeutende Rolle und die exponierten künstlerischen Stellungen, die Pirandello im letzten Aahrzehnt in Atalien einnahm, beweisen allein schon zur Genüge, daß er, der selber einmal behauptete, vom historischen Materialismus gekommen zu sein, seinen Frieden mit dem Faschismus zu schließen gewußt hatte. Fusion der Vlämen mit den Realsten? Brüssel.(HavaS.) Die vkämische katholische Fraktion hat sich zur vollständigen Bereinigung mit den»kölnischen Nationalisten-Seperati- sten entschlosie», die, wie bekannt, mit den Re» xisten bereits vereinigt sind. ES entsteht nun dir Frage, ob diese Alliänee(Nationalisten und Re. xisten) aufrecht erhalten bleibt, denn die neue Partei würde dann starken politischen Einfluß haben. Die Fusion kann weitgehende Innerpolitische Folgen haben. Mexiko lllih. Die Stalisten in Mexiko protestiere» sehr energisch gegen die eventuelle Aufent- haltSbewilligung für Trotzki in Mexiko. Sie fallen erklärt haben, daß sie den Aufenthalt Trotzkis in Mexiko mit allen Mitteln, eventuell durch direkte Mobilisierung der proletarischen Miliz, verhindern werden. Bem.(SDA) Der Prozeß gegen Frankfurter wurde Donnerstag vormittags mit dem Verhör de»' Angeklagten fortgesetzt, der' die Einzelheiten, des Mordes so wie sie seinerzeit von der Presse gebracht wurden, schilderte. Nach Verlesung einiger Schriftstücke schritt das Gericht zum Verhör de» einzigen Zeugen, der Witwe nach dem Ermordeten, Frau Guslloff,' Präsident Roosevelt, der gegenwärtig zur Panamerikanischen KonferenzinBu en oSAI re S weilt, wurde bei-feiner Ankunft von der Volksmenge begeistert'begrüßt. Roosevelt mit Präsident General Justo auf der Fährt durch die Straßen-von Buenos Aires NgsesnemgMtm Erfreuliche Klage (JTF) Die deutsche Schwerindustrie hatte sich durch langfristtge Verträge den Bezug der hochwertigen schwedischen Eisenerze gesichert. Unter der nationalsozialistischen Diktatur wurde dieses Schwedenerz zum Rückhalt der überhasteten/ Ausrüstung. Jetzt stehen die schwedi'- schen-Erze dem DrittenReich je» d och nicht mehr zur Verfügung. Erbost protestierte die unter dem Patronat des Schlverindustriellen Thyssen' in Düsseldorf er-« scheinende'.„Braune Wirtschastspost":„Wir können nur mit größtem Bedauern zur Kennt« nis' nehmen, daß die Crzproduktion Schwedens auf lange Zeit hinaus zum größten Teil an andere Länder ausverkauft ist"(Nr. 22 bom 28. November 1936).. Das Blatt, bedauert, daß das Dritte Reich daher jetzt notgedrungen zur Verhüttung wesentlich geringwertigerer deut« scher Erze übergehen muß. Denn die Verhüt« tung dieser deutschen Erze ist wesentlich kost« spieliger, sie verteuert also die deutsche Aufrüstung und verlangsanit damit erfreulicherweise das Anlaufteinpo der nationalsozialistischen Kriegsmaschine.:.. Stanley Baldwin. Der Mann, der in-dem Kronkonflikt dem König gegenüberstand, Stanley Baldwin, ist heute siebzigjährig. Er hat seine Politische Laufbahn erst in'hohem Alter, vor zwanzig Jahren begonnen, als er 1916 Privätsekretär des damaligen^ Finanzministers Bonar Law wurde. Bis zu dieser Zeit ließ nichts in feinem Leben eine so glänzende politische Karriere erwarten. Er hat im Unterhaus, in dem- er seit 1918 sitzt, in den ersten acht Jahren.-nur fünf- Reden gehalten, die keineswegs sensationell waren. Privat war Baldwin, der die Universität von Cambridge beendet hatte, Leiter der Metallwerke „Baldwin Ltd", an deren Spitze sein Vater stand. Aber schon 1917 lenkte Baldwin die Aufmerksamkeit der Oeffenllichkeit auf sich, und zwar mit einer Schenkung, die der Staatskasse zufloß-. Damals veröffentlichten die„Times" eine' anonyme Zuschrift, in der die Bürger Englands aufgefordert wurden, für die Sicherheit des Staates alles zu opfern, was in ihren Kräften stünde. Die Zeitung teilte dazu mit, daß der Einsender des Artikels den fünften Teil feines Vermögens, die ungeheuere Summe von 189.000 Pfund, zur Verfügung gestellt habe. Man erfuhr nach einigen Tagen, daß es sich um Baldwin handelte. Kurz nach dem Kriege, 1921, wurde Baldwin Finanzminister' und dann, nach dem Abgang. Bonar Laws, 1928 Premierminister.' Charakteristisch für seine Persönlichkeit ist eine Antwort, die er den Eturnalisten am Tage, seiner Betrauung mit diesem. Hohen Posten gab. kjr sagte:„Beglückwünschen Sie mich nicht, meine Herren, beten Sie lieber für mich."' Bezeichnend ist' auch,' daß. er voll Anfang an«chgelehnt hat,-Gehalt--für,--seine Staatsdienste.anzunehmen; allerdings-gehen die Baldwin-Metallwerke nach wie vor ausgezeichnet. Baldwin hat fast keine persönlichen Freunde.'.Er leb), zurückgezogen im Kreise seiner,Familie, Seine Frau Lucie teilt seine politischen Meinungen und Hilst ihm bei seiner Arbeit; Sein Sohn Oliver dagegen ist bekanntlich, sein politischer Gegner und Abgeordneter der Labour-Party. Anläßlich dejk erstey Jahrestages ter Wahl Dr. Eduard'Benes' züm. Präsidenten', der Republik widmete ein Spender,, der' nicht genannten werden wünscht, der National« und Universitätsbibliothek tausend Bände wertvoller Literatur aus allen tvissen- schaftlichen Gebieten,'-> Die erste gesamtstaatliche ErstnderauSstellung findet bom 12. bis 31. Dezember 1936 im Gebäude des Mänesvereines in Prag II., Riegrovo näbkeji, statt. Die Ausstellung wird vom„Erfinder-Schutz" veranstaltet. Sonderbar« Epidemie In Rordmähren.-'Eine sonderbare Epidemie wird-aus Nordmähren gemeldet: Wie der DND erfährt, mußten^in den beiden Städten'Kojetein und Chropin nicht weniger als 40 Kinder einer Blinddarmoperation unterzogen werden..Ein- derartiges epidemisches Auftreten- von Blinddarmentzündungen unter Kindern ist' hierzulande- noch' nicht beobachtet worden. Fuhrwerk und Kutscher in die Thayal Auf der von Brünn- nach Utwitz führenden Straße geriet Mittwoch, ein vöm 66jährigen Landwirt Franz M a ü ä s e I gelenkter Kohlenwagen bei der sogenannten Brandmühle-in der Nähe von Alt- Hart infolge Glatteises ins Rutschen. Der.Kutscher stürzte mit-dem Wagen und den Pferden in -die Thaya. Als Maüäsel abends nicht zurückkehrte, nahm man die Nachforschungen auf.'- Die Spuren auf der Straße führten zur Unfallstelle. Gegen 21.Uhr gelang eS, den Kutscher zu bergen, dir unter den Pferden lag. Die toten Pferde und der Wagen wurden" Donnerstag vormittags in Anwesenheitj einer Gerichtskommission aus. der Thaya gezogen. Der bekannte Architekt Professor Ferdinand Fellner ist im Alter von 82. Jahren in Wien ge- storben.. Hearst kriecht zu Kreuze. Der bekannte amerikanische Zeitüngsköng Hearst, der-während der letzten Jahre Roosevelts Sozial- und Steuerpolitik erbittert-bekämpft hatte, hat-sich plötzlich sehr gewandelt. Nicht nur, daß.er Roosevelts Schwiegersohn zum Hauptschriftleiter.! einer großen Hearst-Zeitung in Seattle ernannte,.er-führte sogar die Fünftagewoche für-sämtliche Arbeitnehmer seiner beiden Nachrichtendienste„Universal" und „International News Service".ein. Das Einsturzunglück in Portugal. Die Mehrzahl der Opfer. des Einsturzunglücks in 'Porto de Moz ist jetzt agnosziert. Es.-sind., dies größtenteils Kinder Don.9. bis 1.0. Jahren. Es steht zu befürchten, daß das. Unglück mehr Opfer erfordert hak, als ursprünglich gemeldet wurde, da unter den.Trümmern möglicherweise noch einige Kinder liegen.-. .... Drei Kinde«-erstickt. Auf. dem.Gutsbesitz Rothenseehof im Bezirk Mistelbach begab- sich der landwirtschaftliche Arbeiter Noväk Mittwoch zur Feldarbeit und. ließ-seine drei Kinder im.Alter von sieben Monaten, drei. und. sechs Jahren ohne Aussicht in der Wohnung zurück. Die Kinder hantierten an der- Petroleumlampe,- die' schließlich explodierte und den Wohnraum in Brand setzte. AIS Növäk nach Hause kam, fand er-alle drei Kinder tot vvv: Sie waren an den Petroleumgasen erstickt.''. ' Ein„König" ändert die Staatsbürgerschaft. Der frühere König- von Albanien, derPrinz von Wied, hat die-rumänische'St'aatsbür'gerschüst erworben.-Der Prinz.'von' Wied-ist in'-Rumäüien begüjert.--,-,-:- ' Goldlager in Frankreich.' Man--wird' sehr verwundert sein,-, zu- erfahren,, daß Frankreich. an' dritter Stelle der europäischen:Länder steht, die Gold- acwinnung aufweisen. An erster und zweiter- Stesse -stehen: Rußland und Rumänien. Die Goldvorkommen-jn Frankreich, find', schon den Kelten und Römern bekannt gewesen,-die Gold|n7den Departements Main« und Loire abbauten.Jm. Jahre19.03 gab es in Frankreich sogar/einen,'. Bolprün,'^ Weil man-in, den Gebirgen des Puy du-.Dome.sim Zentral-Massiv mächtige Goldlager. gefunden- zu? haben glaubte. Doch erwiesen sich die Hoffnungen als trügerisch. Relativ zur Weltgoldproduktion, pie alljährlich etwa' 700,000' Kilogramm ergiidt^.ist.die Goldgewinnung in Frankreich, die,' 1086.2948 Kilogramm einbrachte,. gering.' Jmmexhjy stellt der Wert dieser Menge Goldes--ungefähr«ine.Summe vonLOMillionen-Franc»-dar. An untere Kolporteure, Abonnenten ... und Inserenten I Anläßlich der Welhnachttfeiertage erscheint unser Matt am Frei tag, den 25. Dezember als W e i h» n acht s a u s g a b e in bedeutend verstSMem Umfang. Da das Matt vier Tag« ausliegen wird, sind Inserate in dieser Ausgabe erfolgversprechend. M e h rbe st e l l u n g e« für diese Ausgabe sind bis Montag, den 21. Dezember, an die Derwgst tung zu senden. Die SamStag» und S o n n» tagausgaben vom26.und27. Dezember entfalle«, so daß die nächste Ausgabe erst am DienStag, den 29. Dezember erscheint. Die Verwaltung., DaS österreichische Gastgewerke. Nach der letzten Zählung gibt es in Oesterreich 84.000 gast- gowerbliche Unternehmungen, davon 11.000 mit Hotel-Äonzession. Die NachkriegS-Jnvestitionen der österreichischen Hotels, Pensionats und Gaststätten belaufen sich auf 600 Millionen Schilling. Der Kapitalswert aller Unternehmungen wird auf 1650 Millionen Schilling geschätzt. Gegenwärtig stehen in Oesterreich 160.000 Fremdenzimmer zur Verfügung. Die Fachorganisation des Gastgewerbes fiihrt 42.000 Mitglieder. Der Pferde-OmnibuS fährt schneller. Am vergangenen Sonntag konnten die staunenden Pariser mitten über die Hauptboulevards der inneren Stadt einen Pariser Pferde-Omnibü» au» den neunziger Jahren vorüberfahren sehen. E» handelte sich, um einen Originalwagen, der seit Jahrzehnten im historischen Museum von Compiögne stand, mit freiem Oberdeck. Der Wagen wurde, wie vor vierzig Jahren, von drei schweren Schimmeln gezogen. Auch der Kutscher ttug die Originaltracht, und dar Publikum stürmte natürlich da» Gefährt, um mitzufahren. Zum allgemeinen Erstaünen wurde festgestellt, daß dieser Pferde-Bu» für.seine Strecke zwischen der Madeleine und-der Bastille nicht mehr-Zett brauchte al» sein Konkurrent, der Autobus. Nicht genug damit, hat man festgestellt, daß die Bewältigung der Strecke zwischen Montmartre und St. Germain-deS-Prö» durch die alte PferdebuS-Linie 40 bis 46 Minuten dauerte, während die modernsten Gefährte der Pariser Omnibusgesellfchaft dieselbe Strecke in{50 Minute» zu;ücklcgen. DgrauS ergibt sich, daß' auch'der Fortschritt im Verkehrswesen, jedenfalls in den Großstädten, recht fragwürdig ist: früher fuhr man mit Pferden schneller, und selbst heute würden Pferde-Omnibuffe infolge der Verstopfung der Straßen sich nicht schneller und nicht langsamer vorwärtSbewegen als Kraftautobusse. Bierflaschen au» Papier. Zu unserer gestrigen Notiz über die Versuche, die auch in der Tschechoslowakei mit der Erzeugung von Bierflaschen au» Papier angestellt werden, bittet uns das Verkaufsbüta der vereinigten Papierfabriken, Ges. m- b. H., Prag, festzustellen, daß die Nachricht, daß die Bierbrauereien das Bedenken hätten, die neue Verpackung könne dem Geschmasse des Biere» schaden, unrichtig ist, und auch jeder sachlichen Begründung entbehrt.- ES fei int Gegenteil festzustellen, daß zahlreiche Brauereien für die Bierflaschen aus Papier Interesse zeigen. Die Papierindustrie legt Wert darauf, festzustellen, daß sie ihre neuen Erzeugnisse, bevor sw sie auf den Markt bringt, in jeder Hinsicht sorgfälttg prüft and nur solche Packungen zum Verkauf zuläßt, die auch den höchsten-Ansprüchen de» Konsumenten in jeder Hinsicht entsprechen. DaS Wetter. Die Gesamtwetterlage wird noch lnuner von einem mächtigen Druckhoch beherrscht, welche» sich über dem Festland erstreckt. Auf den Bergen ist.«» in unseren Gegenden vorwiegend heiter und relativ warm; auch in den Niederungen hat sich' der Himmel an vielen Orten aufgeklärt; die Temperatur ist dabei auf plus drei bi» plu» sechs Grad angestiegen. Der Einfluß einer Störung über dem Mittelmeer wird bei un» noch nicht zur Geltung kommen, obwohl der Luftdruck bereits zu sinken-beginnt.— Wahrscheinliche» WetterFre-'« tag: Andauern des bisherigen WitterungScharak» ter» mit größeren lokalen Unterschieden.— Wetter an» sichten für SamStag: Im Süden ;der Republik verstärkte. Bewölkung und später-aiich 'Niederschläge nicht ausgeschlossen- Im' übrigen Staatsgebiete noch keine größere Aenderung,/ Vom Rundfunk-■ l^tihtirmr**T hi um pthtimmi Samstag. Prag, Sender 1:10.06: Deutsche Presse, 10:16: Deutsche Sendung:. Für die Frau, 11.06: Mujssk» Salonquartett, 12.10: Lieder au» Tonfilmen, 16.46: Theater für, die Jugend, 18.10': Deutsche Sendung; Scholz: Volks-'und Bauernkunst, 18.26: Alte Mysikj 18:46: Deutsche Presse, 18.66: Aktualitäten," 20:> Nikolounterhaltung, 22.16: Tanzmusik..— Sender II 7.80: Populäres Konzert, 14.10: Deutsche Sendung: Ritornell-Arien, 14.60: Deutsche Presse; 18.18: Salonorchesterkönzert.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Die chinesische Rächtigäll. Preßburg: 19:16: NnterhaltüNgSkonzert.— Kascha«: 12.06: Slowakische Lieder.— Mähr.-Ostra«: 16; Konzert. Wr.-.28S SreHnj», 11. XejemSer 1030 Critc’> GUSTAV SBOROWITZ 4. SOHN, KLEIDERFABRIK, PROSTEJOV• VERKAUFSSTELLEN IN PER G. auf HERREN ANZUGE ■ in alten Preislagen und iuf. DAMENMANTEL .. von Ki 249'— aufwärts. IlMsMktsckaft und§o«ialp»klA Zusatzversicherunsen bei den Sozlalverslcherungs*Anstalten - 1 Das Fürsorgcministcrium hat in biefen Tagen die allgemeinen Bedingungen für die Individuelle ZuslchversichcrUng und bei der Zentral« sozialvexstcherungSanstält> und der Allgemeinen PensionSanstalt, sowie die entsprechenden Bersi- cherungSsätze, genehmigt. Durch diese Maßnahme wird ein sehr bedeutender Teil unserer Lsfent- lichrechtlichen Sozialversicherung auf eine sichere rechtliche und versicherungsmathematische Grundlage gestellt und den Versicherten und Rentnern die Möglichkeit gegeben, sich nach Bedarf und Leistungsfähigkeit eine Erhöhung der vom Gesetz, gewährten Ansprüche, bzw. eine Verbesserung der Bedingungen für ihre Zuerkennung und Auszahlung zu sichern. .,. Die genehmigten Bedingungen für diese Zusatzversicherung sind bei beiden Anstalten grundsätzlich dieselben. Sie entsprechen voll dem Geist deS Versicherungsvertrags in der privaten Versicherung und kommen den Forderungen entgegen, welche au» dem enge» Zusammenhang der Zusatzversicherung mit der gesetzlichen Pflichtversicherung erfliehen. ' Die Versicherungsprämien sind nach den BerechNungsgrundlagen der beiden wichtigsten Versicherungsträger errechnet. Der nicht auf Gewinn berechnete Charakter dieser Zusahversiche« rung ermöglicht die Durchführung bei Sätzen, die für den Versicherten sehr vorteilhaft sind und nur deit unbedingt notwendigen Zuschlag für die Deckung der mit dieser Zusatzversicherung verbundenen Verwaltungsauslagen enthalten. ’. Durch die Genehmigung der Bedingungen und Sähe für die Zusatzversicherung wurde ein bedeutsamer Schritt zur Vervollkommnung unserer, öffentlich-rechtlichen Sozialversicherung in dex Richtung auf die individuellen Bedürfnisse der Versicherten gemacht. SteuerrQckstände der Handelsreisenden. Nach dem Gesetz über die direkten Steuern sind Handelsreisende, Vertreter und Kommissionäre, die im Namen und auf Rechnung eines oder mehrerer Arbeitgeber tätig sind, von der allgemeinen Erwerbssteuer befreit, soserne sie nach dem Gesetz über die Pensionsversicherung der.Privatangestellten in höheren Diensten versichert sind, oder wenn sie nicht der Pensionsversicherung unterliegen,' da ihr gesamtes jährliche» Bruttoeinkommen 40.000 Ki nicht über-, steigt. Das Finanzministerium ordnet nun durch Erlaß Nr. 128.086/80 an, daß die Rückstände «».direkten Steuern bei allen obgenannten Handelsreisenden, Vertretern und Kommissionären im Rahmen des Erlasses über die Steuerriick- stände vom 14. Feber d. I. Nr. 95.22/88— Ilk/vä und der ihm folgenden Erlässe geregelt bzw..abgeschrieben werden. DaS Fiwänzministe- rium hat gleichzeitig seine EinwilliguMtztgeben, daß. in diese Regelung auch die Rückstände der Jähre 1984 und 1085 einbezogen werden, wobei den" in Frage kommenden Steuerbehörden größtes Entgegenkommen auferlegt wild. Probleme der Pensions und Krankenversicherung Vorträge der Direktoren der Zentralsoelalver- slcheningsanstalt Dr. Gallaa und Dr. Lippert . I» dem Vortragszyklus des Sozial-JnstituteS „Gegenwartsprobleme der Spzialversichcrung" wurde da» Thema..VenstonS- und Krankenversicherung der Privatangestellte» in höheren Diensten", behandelt. Zuerst erörterte Direktor Dr. Jan G alias die Frage der allgemeinen Sozialversicherung der Piivatcknaestellten. von der bisher nur. die Jnvglidi» täis- pnd Altersversicherung unter dem Titel»Pension sversicherung" besteht. Nunmehr soll hierzu noch die besondere Krankenversicherung kommen, später auch noch die Veriicherunä gegen Arbeitslosigkeit, Ustd eventuell eine Unfallversicherung. Diese Entwicklungstendenz ist nicht neu. sondern im Sinne der Sozialsürförgein der Tschechoslowakei und im AMayd«. Auf die bisherige Versicherung übergehend. Ährte Dr Gallas aus, daß sie sowohl was die Virstcherungspflicht, als auch die' Versicherung»« Prämien betrifft, sich prinzipiell bewährt habe. Ein weiteres Feld und ein wichtige» Problem sei die. Lösung der Frage der'wirtschaftlichen Sicherstellung der dauernd arbeitslosen.Versicherten.. Man wird, wobt die Rente bei dauernder Arbeitslosigkeit schon früher gewähren müssen, beispielsweise nach dem 50. Lebensiähr. Naturgemäß wäre dann di: Rente etwa» geringer. Aktuell sei auch die Frage des Schütze» der Bensioniverstchtrung vor Spekulation und vor' der Bekastung. die.durch den Eintritt In die. Versicherung in vorgerücktem Älter eintritt.' Wär di« Vrrilcherungidflicht. qnbetrifft, sprach sich Direktor Gallas für. die Beibehaltung de» Statu» ätz» au», also gegen ein« Restriktion des heutigen Utn- jangeS des BersicherungSnohmerkreise» aus, gleichfalls aber gegen ihr« Erweiterung auf ausgesprochene Arbeiter- oder ähnlich« Kategorien. Direktor Dr. Josef Livvert behandelte in. seinen Ausführungen die bisherige Entwicklung der besonderen Krankenversicherung der Privatangesiell- ten in höheren Diensten sowie die heutige Organisation dieser Versicherung, an welcher, nach dem Stande Ende 1985 rund 400.000 Versicherte partizipiere» Bon Sozialproblemen hob der Vortragende vor allem hervor, daß es höchst wünschenswert wäre, klar die. Grenze» der Kranken- und Pensionsverstcherung. festzulegen. damit alle Streitfälle ein für allemal' darüber entfallen, wer diaentlich beim Ilebergang des Drrüchcrten aus dem. Ktankheitrktand in dje Invalidität zu zahlen habe. Die Stoffhanldfchuhmacher in den Bezirken Asch, Eger, Karlsbad, Reudek und Weipert haben um die VerbiirdlichkeitSerklärunst des Kollekiiv- vertrags angesucht. Das Verfahren wird demnächst eingoleitet. '(le) Nach der zweifelhaften Abstimmung vom 5. Dezember, bei welcher die Kommunisten sich der Stimme enthielten, herrscht in den Wan- velgängen der Abgeordnetenkammer eine sehr gedrückte Stinunung. Es heißt, daß Blum nach dem „D o l ch st o h" d e r K o m m u n i st e n sofort demissionieren wollte. Die andern sozialistischen Regierungsmitglieder haben ihn aber von diesem Schritt zurückgehallen. In dir„Humanitk" wird die Ansicht vertreten, die Volksfront»fühle sich ausgezeichnet". Aber dieser kommunistische Optimismus, der sehr nach Heuchelei aussieht, wird in der Kammer von niemandem geteilt. ES herrscht im Gegenteil das Empfinden vor, daß die Volksfront am 5. Dezenwer einen großen Schlag erlitten habe. Man weiß noch nicht, ob die Regierung Blmn noch das Neujahr überdauern werde, weil ihr Schicksal gegenwärtig von irgendeinem parla- mentarische».Zwischenfall, von esner. neuen Rede von Thorez oder DucloS,"ähhängt.Män Wicht bereits in den Wandelhallen des Parlaments von den eventuellen Kandidaten, die Blum ersetzen könnten. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Ministerpräsidentenposten, Chante m p S, hat vor nicht allzu langer Zeit allerdings erklärt, daß es in der heutigen Kammer keine ander« Mehrheit als jene der Volksfront geben könne/ Man meint jetzt aber, daß sich nach der Abstimmung vom 5. Dezember di« Lage wesentlich verändert habe. Trotz der Stimmenthaltung der Kommunisten hat die Regierung an diesem Tage 850 Stimmen für sich gehabt gegen 171 jener Abgeordneten, die der Führung von L o u i».. M a r i n,'des Führers der Rechten, folgten. Man hält es in den Wandelhallen für sehr wichtig, ob sich Blum mit' F l a n d t n über die Grundfragen der Innenpolitik einigen könne. .'(MTP) Die größte Spionageaffäre, die England in der Nachkriegszeit erlebt«, ist so geräuschlos beigelegt worden, daß sie nicht einmal zur Kenntnis der englischen Presse kam. Sie hat mit keiner einzigen Verurteilung geendet, sondern mit. einer Flucht und einem geheimnisvollen Mord. Ihre Vorgeschichte liegt einige- Monate- zurück. Im Mai erhielt der Chef der britischen Luftflotte, Str John Salmond, die Mitteilung, daß aus dem Admiralitätsgebäude sämtliche Pläne und Zeich« tiüngeN de» neuen Hawker-BombenflugzeugeS verschwundenfeien, Da di« Royal Air Forces gerade auf diesen Flugzeugtyp große Hoffnungen gesetzt hatte, wurde umgehend ein großer Apparat in Bewegung gesetzt, um die gestohlene» Pläne wieder zurvckzuer- langen, aber sämtlich« Nachforschungen blieben ergebnislos. Wenig« Tage später meldet« jedoch das technische Bür»"der Alüniralität da» verschwinden der Pläne de» neuen SchuellfeuergeschützeS Nr. 17 zur Zerstörung von U-Booten, ohne daß der Geheimschrank, 1» /dem sie. ausbewährt worden, waren, die geringsten Spuren anstvieS. Dann folgte«in Theatercoup: 24 Stunden nach dem Verschwinden sagen die gestohlenen Pläne wieder an ihrer alten Stelle. Die Diebe hatten sich offensichtlich damit begnügt, sie zu photokopieren und nun wieder zurückzugeben. , Nach der. Art der Ausführung de» Diebstahl» konnte cks» Täter-nur ein Angehöriger- bi» technischen Büros selbst in Frage kommen, der nicht nur Zu« gang/zu den Schlüsseln' besaß, sondern auch das Stichwort kannti. Das NachforschungSfeld-war also -Auch die Verbindlichkeitserklärung des Textilarbeiter-Kollektivvertrags(mit Ausnahme der Strick-, Wirk- und Bandwarenindüstrie) in den -Bezirken Schluckend», Hainspach und Ruinburg Wird demnächst zur Verhandlung kommen. » ’ Im Handelsministerium findet eine neue Beratung über die Möglichkeiten der Wiederinbetriebsetzung der Papier« und Zclluloscfabrik A.-G. Bielatal in Sandhübel statt. ' Am 17. d. M. wird im Handelsministerium eine Sitzung des Ausschusses für die Glasindustrie abgchalten,. in welcher einige Gesuche um Reu» ober Wiederaufnahme von Betrieben verhandelt werden. In der Angelegenheit der Papierfabrik Spiro, Pötschmühlc, findet an Ort und Stelle eine neue kommissionelle Begehung statt, um über die Pläne der genannten Firma zu verhandeln. Es ist anzunehmen, daß es zu der befürchteten Produktionsreduktion nicht kommen wind. Man hält diese Einigung nicht für ausgeschlossen. In der Außenpolitik sind Fkandin und Mandel, dessen Name immer mehr genannt wird, bereit, die Allianz mit Rußland auszubauen. Man ist in diesen Kreisen sogar der Ansicht, daß man jetzt zum Abschluß einer nttufärischen Konvention mit der Sowjetunion'kommen müsse. Die Sozialisten und die Radikalsozialisten sind bezeichnenderweise gegen den Abschluß eines Militärabkominens mit Rußland. Dagegen soll Flandin die Forderung aufgesteflt haben, daß die eventuelle künftige Regierungsmehrheit einen Trennungsstrich gegenüber den Kommunisten ziehen solle. AIS dec wahrscheinlichste Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten, im Falle des Rücktritte» von Blum, Wirtz augenblicklich Dä- lädier genannt, der heutige Kriegsminister, derfichin dercketzten-Zeit als entschiedencr Geg- ner'tieSMniimjniSmus gezeigt hat. Dalabier"hak' jedenfalls In der heutigen Situation die größten Chancen, im Falle de» Rücktritts van Blum, den Rumpf der»Volksfront" mit den gemäßigteren Elementen der Abgeordnetenkammer zu verbinden. Bei allen diesen Komüinat'.onen, die in den Wandelgängen durchgesprochen werden, wird die .Rechnung natürlich ohne den Wirt gemacht. Es fragt sich eben, ob die Sozialisten bereit sein werden, an einer solchen Kombination teilzunehmen. Denn ohne sie ist die Bildung einer neuen Regierung etwa Daladier—Blum—Flandin— Mandel, eine Unmöglichkeit. ES ist sehr wahrscheinlich, daß im Falle des endgültigen Zerfalls tzer heutigen Regierungsmehrheit durch die Schuld der Kommunisten, Löon Blum auf seinem alten Plan bestehen wird, Neuwahlen auSzu- schreiben. eng begrenzt. TrotzdeM blieben die Ermittlungen nach wie vor fruchtlos; man konnte nicht einmal feststellen, welche Macht tzie Sache inszeniert hatte. Ein Gebeimrapport an» Nagasaki. Ende Juni erhielt der britische Nachrichtendienst aus Nagäsafl tzie Mitteilung, daß die japanische Admiralität im Arsenal dieser Stadt neue Geschütz« Herstellen lasse, die genau dem britischen Typ 17 entsprächen. Man kannte nun die Nutznießer tzer Dieb- Ml». , Die Spur,der Täter ergab sich durch einen merkwürdigen Zufall. An der Waterloobrücke wurde ein Japaner von einem Taxi totgefahren. Man schaffte ihn ins Leichenschauhaui und fand in seiner Rocktasche einen Brief an ein« Adresse in Plymouth, der di« Möglichkeit bot, ihn zu identifizieren. Der Adressat der Briefes war«in Japaner, der als Hausmeister im Dienste des Prinzen Katsuki,«ine» Neffen des hei der letzte» Militärverschwörüng ist Tokio ermordeten Admirals-Saito, stand.' - Die Tatsache,' daß dieser Bediente zwei Wohnungen— in London mid Plymouth— besaß, Machte ihn natürlich verdächtig. Man öffnet« alsö den Brief uNd faich in ihm mehrer« unentwickelte Photostreif«», di« sich am Tageslicht sofort schwärzten. „.Daraufhin begaben sich mehrer«. Beamte in da» Palais de» Prinzen, entschuldigten sich höflich wegen tzenStörung und baten den Prinzen, sein« sämtlichen Bedienten zum Zweck« einer- wichtigen Feststellung in einem Zimmer.'zusammenzurufen und der Ordnung, halber persönlich dem Verhör beiwohnen zu wollen. Die Vernehmung erstreckte sich lediglich auf die Personalien des verunglückten Japaners, aber eilt Teil tzer Beamten-führte- gleichzeitig eine ebenso diskrete wie gründliche Durchsuchung sämtlicher Räume durch und entdeckte'dabei hinter einer geschickt kaschierten Tapetentür im Schreibzimmer des Prinzen ein wahres Arsenal von Chemikalien, sympathetischen Tinten, Photobedarf und Resten interessanter Tchrisi- stücke. Ein Mnstcrorzanisator. Diese Funde ermöglichten weitere Nachforschungen. Diese ergaben, daß Prinz Katsuki an der Spitze einer mustergültig anfgebouten Organisation stand. Er hatte durch einen früheren Advokaten, der jetzt eine Aiiskunftei unterhielt, genaue Informationen über die Privatverhältnisse sämtlicher Personen einziehen lassen, die für ihn von Richen sein konnte». Befanden sich diese Beamten in Geldverlegenheit, so wurden sie„durch Zufall" mit dem Advokaten bekannt, der nun— gegen Wucherzinscn—- als Geldverleiher aiiftrat. War das nicht der Fall, so ivur» den sie künstlich in finanzielle Schwierigkeiicn gebracht, indem sie„durch Zufall" in den gesellschasi- lichen Salon einer im West End wohnenden Mrr. ThopsonS geriete», in dem offiziell Bridge, in Wirklichkeit aber Glücksspiel gespielt wurde. Ware» die Opfer— so oder so— genügend mürbe gemacht und wußten nicht niehc aus noch ein, so trat der Prinz persönlich in Aktion, und tzer Rest ergab sich von selbst. Auf diese Weise war eine Organisation zu- standegekommen, die ihre Fühler bi» in di« geheimsten Stellen der LantzeSverieidigung streckte, ohne dabei sonderlich Gefahr zu laufen. Die japanischen Drahtzieher hielten sich stet» im Hintergrund; tze: Plan des Hawker-Bombenslugzeugs war von einem Ingenieur der Royal Air Forces entwendet, derjenige der Geschützes Rr. 17 von einem AbieilmigSdirckior der technischen Admiralität photographiert worden. Geräuschlose Erledigung, Die Erledigung der Angelegenheit entsprach ihrer Nawr. Prinz Katsuki ist„entkommen"; man-wollte keinen diplomatischen Zwischenfall schaffen. Der Abteilungsdirektor, der Ingenieur und tzer Advokat haben In dem unter strengstem Ausschluß der Ocffcntlichkeit durchgcführten Prozeß je 20 Jahre Zwangsarbeit, die englischen und japa- Nischcsi^Mithelfer j«-'5 bis 20" Jähr«' ZiväsigSarbeit' -erhalten.---- Gegenüber Mrs. ThopsonS ist man anders vorgegangen. Man stellte ihr tzie Wahl zwischen lebenslänglicher Zwangsarbeit und der Anwendung des Artikels 28 deS englischen Strafgesetzes, der besagt: „Wer an einem Verbrechen gegen die Sicherheit des Reiches teilgenommen hat, die» Verbrechen zur. Kenntnis der Behörde bringt und so die Fesinahnie seiner Komplicen ermöglicht, kann nach Bestätigung seiner Angaben außer Verfolgiing gesetzt werden." Mrs. ThopsonS wählte diesen Ausweg und ermöglicht« dadurch die Lahmlegung der gesamten in England arbeitenden japanischen Spionageorganisatio- nen. Man stellte ihr tzaraufhin da» Geld für die von ihr beabsichtigte Ausreise nach Amerika zur Verfügung. Eine kurze New Norker Zeitungsnotiz berichtet jetzt, daß MrS. ThopsonS unmittelbar nach ihrer Ankunft in ihrem Zimmer im Savoy-Hpiel mit einer seidenen Schnur erdrosselt worden ist. Boni Täter fehtt jede Spur.,. Die Lustmacht der Welt.(Ru.) Interessante Angaben über die Stärke der europäische» Luftflotten hat der Stellvertreter de» Oberkoin- mandierenden der Roten Luftflotte, Christin,' auf dem eben abgeschlossenen Sowjetkongreß gemacht. Nach diesen Angaben beträgt die Anzahl der aktiven Kriegsflugzeuge in den Hauptstaaten, mit Ausnahme der Sowjetunion, heute eiwa 11.000 bis 12.000. Den ersten Platz nehmen, sowohl der Menge als auch der Ausrüstung tzer Flugwaffe nach, die Bereinigten Staaten ein, die 2700 Flugzeuge besitzen. Daraus folge Deutschland mit 2000 aktiven Flugzeugen erster Linie; die gesamte Luftflotte. Deutschlands bestehe aus 0000 bis.7000-Kriegsflugzeugen. Dann folgen Frankreich und England. Dieses besitzt heute 1200 aktive Flugzeuge, abgesehen von tzer Flug- Waffe, die in den Dominien und in Kolonien stationiert ist. Den nächsten Platz, nach England, nimint Italien ein. Japan besitzt heute 2050 Kriegsflugzeuge. Ueber die Luftflotte der Sow- jetunion werden keine bestimmten-.Angaben gemacht. Es wird nur mitgeteilt,' daß die.sowjetrussische Luftflotte sichi im Vergleich zu 1032, bei b i erfacht hat. Die Produktivität der Flugzeugwerke.hat sich im Laufe.der letzten zehn Monate verdoppelt. Gegenwärtige-sagte. Chripin; erscheine tzie Luftflotte der Sowjetunion, ihrer zahlenmäßigen' Stärke und der Qualität ihrer Ausrüstung nach, als viel machwoller als irgend eine Luftflotte irgend eines kapitalistischen Staates.'Und wenn in Deutschland-'Göring die Parole von der Vorbereitung von 70.000 Fliegern ausgestellt habe, so müsse die Sowjetunion heute mehr als 100.000 Flieger aüfweffeisi -Diese letzte Ziffer übersteige keineswegs die Möglichkeit der Solvjetunion, Nach dem Dolchstoß der KPF Neue Mehrheit, neue Mflnner, neue Kammer? Dokumentendlebstähle In der britischen Admiralität HawkerBombenflugzeug und GeschUtzbexelchnung Nr. 17 Ole Rolle des Primen Katsuki— Diskrete Bereinigung Seite s „Sozialdemokrat' Freitag, 11. Dezember 1086. Nr. 288 Virginia Brunre and Edmund Lowe. 8port-5piet-1Wrp^rpsKge Lklatae XumI und Msseo iMUlldi MitUU«al Ich bestelle hlemit unter dem Namen -Beruf:: Unterschrift: Feuer Im Gemeindekeller. Prag.'(rb.) DrandftiftungSde^kte pflegen im Sinne der Vorschrift unseres Strafgesetze» fast ausnahmslos vor dem Schwurgericht verhandelt zu werden, denn, die von dem Gesetz angedrohten Strafen sind sehr schwer, so das, auch eine an sich unbedeutende Brandstiftung regelmässig unter den Strassad von fünf bis zehn Jahren schweren Kerkers fällt, für den das Schwurgericht zuständig ist. Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozial, demokratischen Arbeiterpartei. Mittwoch, den 16. De» zencher 1986, um 8 Uhr abends, im Parteihelm wichtige Sitzung der Bezirk-Vertretung. RW-Prag. RW-Genoffen, welche noch nicht die Kalender abgeholt den, müssen dies« heute bestimmt vor dem.Vortrag der Genossen Dr. Fran» zel im Parteiheim übernähmen. Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat“ Hindenburg, denn jede andere Kandidatur wat infolge der Verhalten- der Kommunisten aussichtslos geworden. 1 Dies nur als Beispiel der gewissenlosen, verlogenen Art, in der auch in diesem Buch« der linksradikale Bruderkrieg fortgesetzt wird. Gegen dhi Schluss hin dämmert«r dem Autor wohl, dass matz der agitatorischen Wirkung wegen doch auch den Kommunisten ein wenig Schuld aufbürden muss. Da gesteht der kommunistische Held, man hätte die sozialdemokratischen Arbeiter weniger beschimpfen und„besser aufklären" sollen... Dar soll gerecht und aufrichtig klingen und ist doch nur eine neu« Form der Schuldlüge. Ihre Schuld liegt nicht Uhr in der sinnlosen Beschimpfung der sozialistischen Klassengenoffen, ihre Schuld ist leider viel grösser i Die planmässige Beschimpfung der Demokratie, der Kampf gegen jedes demokratisch- republikanische Regime, diese grundsätzliche, fanatische, jahrzehntelange Unterwühlung und Zerstörung aller freiheitlichen Grundlagen, Arm in Arm mit den Nazis— das ist ihre riefenhaste Schuld. Heute verteidigest sie die Demokratie in Frankreich und Spaniest, heute kämpfen sie in Deutschland für Wahlrecht und ÄesinnungSfreiheit, heute haben sie drüben aus ihren katastrophalen Dummheiten gelernt— nur ihre emigrierten und«emigrierten Literaten noch nicht. Die warten noch auf die Morkauer Anweisung. 1 sch. Gcnoffc Dr. Franz«! spricht heute üben „Sozialismus— eine eurchiiische Aufgabe" Begstm 26 Uhr, im grossen Saale des HaiNdwer- kervereins, Be Dmeikäch 22, als Mi t g l i e- derversammlnng. Bezhrksorganisation Prag der DSAP. Militärischer Presseprozeß Oeffentlichkeit ausgeschlossen Prag.—rb— Gegen den bekannten Advokaten Dr. WenzelBouiek läuft seit ungefähr einem Jahr ein Preffeprozess, bei welchem als Kläger einerseits das Ministerium für Nationalverteidigung(vertreten durch StaatSaiuvalt Dr/ Tion), anderseits als Privatkläger der Divi- stonsgeneral und Kommandant des Militärtechnischen Instituts Jng. FranzKolakik und der General der Intendantur Dr. Wenzel Suchh auftreten, Wir haben über diese Sache, die gestern unter Vorsitz der GR Dr. BernäSek fortgesetzt wurde, bereits berichtet. Der geklagte Dr. Bouiek hatte am 16. Oktober v. I. in der„Pkitomnost" einen Artikel veröffentlicht, der den Titel trug:»Sie „nehmen" mit Händen und Füssen und werden dafür befördert." In diesem Artikel wurde im Zusammenhang mit der komplizierten Affäre um den Gasmarkenfabrikanten Hlaväiek scharf« Kritik an gewissen Verhältnissen im Berteidi- gungsministerium geübt, was zur Folge hatte, dass einerseits dieser Ministerium von Amts wegen gegen den Autor durch Vermittlung der Staatsanwaltschaft dje Ehrenbeleidigungsklage erheben liess, anderseits sich die beiden genannten Generäle in ihrer Ehre gekränkt erachteten und ihrerseits klagten. ' Was die Klage bet Ministeriums betrifft, so hat Dr. Bouiek schon bei der letzten Verhandlung eine Ehrenerklärung abgegeben, in der ausgesprochen ist, er sei nicht seine Absicht gewesen, dem Ministerium irgendwelche Unkorrektheiten vorzuwerfen, war zu einem vorläufigen und bedingten Vergleich führte, Hessen endgültige Genehmigung erst nach Prüfung dieser Erklärung durch die massgebenden Stellen erfolgen sollte. Diese Genehmigung ist offenbar nicht erfolgt, da gestern die Verhandlung über beide Klagen fortgesetzt wurde.,. War die beiden Privatkläger betrifft, so erklärte gestern Dr. Boukek, er könne gegenüber dem General Dr/ Suchh Überhaupt leinen Verdacht äusser», AtuS, V. KrH».(Fussball.) Samstag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr, in Aussig, Volks» hauS, KreiSsptelauSfchusssitzung der Fussballer. Die Genoffen werden ersucht, vollzählig daran teilznnehmen, da die Tagesordnung von besonderer WIchttgkeit ist Abrechnungen sind mitzubringen.— Dle.Kreirspielleitung. Mitteilungen au» dem Publikum. . Biel Gute» für wenige KronenI Da» ist nur durch ein Geschenk- möglich, dal das Nützliche- mit dem Angenehmen verbindet, durch ein Geschenk, da» dem Beschenkten lange gute. Dienste leistet, da» der Gesundheit, dem Wohlbefinden dient!—Der Alpa- Jranzbranntwein ist so«in Geschenk:.lange hält die Flasche au», denn schon wenige Tropfen erfrischen herrlich und„Alpa" ist, das ist bekannt, zu einer ganzen Reihe vorteilhafter Zwecke zu verwenden: dar sagt auch der Arzt! Die Kinder f r e« n k ePr o g laden alle Elter»«nd Kinder ein zur Feier der Koten Falken am SamStgg, dm 12. Dezember, 16.86 Uhr, im gressm Saal d,S Handwerkerverein», Dmeäka 22. Au» dem Programm: Lied«, Sprechchor, Tänze und Spiel» der Nestfalkm und«tu». Kinder. Gin Spiel au» dem Leben d« Roten Falken:■\ Wir Im blauen Hemd E i n t e i t tr Erwachsen, 8 Ui, K i«- der stet., Spielplstn de» Neuen Deutschen Theater». Freitag 6: Boris Godunow, Theater-' gemeinde der Jugend, 1. Serie, rote Karten und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Samstag 7%: Agel an der Himmelstür, A. 2. Spielplan der Kleinen Bühn«. Freitag 8: F u h r- mann Henschel, Theatergemeinde der Kulturverbander und freier Verkauf.— Samstag 8: Menschen aufderEir schölle, volkstümliche Borftellung. „Allotria” Lustspiel «ühnenschimr Ldllhong. der Schlaugenmensch. Nein Zuschlag. An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die NeuiahrS"Enthebunsen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet K8 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten* Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufiillen und umgehend an'uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember- bei uns einlangen. Uranla-KIno, KlImenlsM 4.' Fernsprecher 616A, ro? Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuffriptest erfolgt nur bei Einsendung der Rettmrmärken.— Die Zeitungssra'nkatur wurde von der Post- und Tele« >.graphendtrektioa mtt ErIad Nr. l8.ö00/VH/lS80 bewilligt.—Druck«rei: ,F)rbiS", Druck-, Verlag--u»d LeltungS-A,.G. Prag. Lebendig verbrannt. Gestern nachmittags näherte sich das 21jährige Dienstmädchen Vlasta Rojsek in der Wohnung ihrer Herrschaft in Zl/jkov, Podi- Hrader-Strahe 41, so unvorsichtig einem glühenden Öfen, dass ihre Kleider Feuer fingen und sie schwere Verbrennungen 2. und 8. Grades am Unterleib und im Gesicht erlitt. Sie wurde auf die Klinik Sam- bcrger gebracht. Die Verletzungen find tödlich. Folgen«Ine» Missverständnisse». In der Nacht auf gestern gerieten zwei junge Leute, der 24jäh- rige P. M. und der 26jährige N. L. in einem Bierlokal in der HuS-Gaffe in Prag l mit einem Mädchen in Streit, weil sie eine Zvhnkronennote. für die sie bei der Musik hatte ein Lied bestellen sollen, eingesteckt hatte, ohne ihren Auftrag auSznführen. Im Verlaufe des Streits rief sie den beiden jungen Leuten, die Deutsche sind, mehrmals zu, dass sie Juden seien und sie selber eine Tschechin sei, worauf einer der beiden zurückaab, sie sei keine Tschechin, sondern«ine Diebin. Dies wurde von den Gästen absichtlich oder unabsichtlich— als„tschechische Diebin" missverstanden, worauf sich sämtliche Insassen de» Lokals auf den, der das verhängnisvolle Wort ausgesprochen hatte, fttirzten und ihn furchtbar verprügelten, während der andere zur Tür hinaus» geworfen wurde. Der Kellner, der sich an der Prügelei— natürlich auf Seiten der Gäste— wacker beteiligt hatte, holte schliesslich die Polizei, die zwei Personen sicherstellte, aber auch die Heiden Opfer der Prügelei aufs Polizeikommiffariat mitnahm. Dem einen— P. M.— war hiebei ein Bierglas an dtn Kopf geschlagen ivorden, so dass er eine tiefe Schnittwunde am Scheitel davon trug und im allgemeinen Krankenhaus verbunden werden musste. Sonderzug In» Riesengebirge. Die Staatsbahndirektion in Prag macht darauf aufmerffam, bass sie in der Aintcrsaison 1986/87 zur Bequemlichkeit der Passagiere einenSondermotorschnellzug in daSRiescn- gebirge eingeführt hat. Dieser Zug wird jeden Samstag um 18 Uhr von Prag Wilsonbahnhof nach Johannisbad fahren und am Sonntag um 22 Uhr 80 MIn. nach Prag zurücklehren. Die Preise für beide Fahrten mit Nachtlager und Frühstück betragen 74 lii, mit Logis in der Sokolbaude 89 Xi. Im Preise ist die Fahrkarte für die Drahtseilbahn Johannisbad—Schwarzer Berg inbegriffen. Anmeldungen mit einer Anzahlung nimmt der Basar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 888/88 entgegen. Au» dem Prager Schulleben. An der deutschen Volksschule in Prag VII werden derzeit unter der Leitung des Herrn Oberlehrer Scholz Persuche durchgeführt, die wohl al» ErstlingSerbeit im Bereiche de» gesamten Schulwesens in unserem Staate , gelten kann. Der rührige Elternausschuss dieser ' Schule, der erst kürzlich vom üstinisterium für Schulwesen und Volkrkultur für seine hervorragende Arbeit belobt wurde, hat die an dieser Schule schon seit Jahren bestehende Radioempfangsanlage, welche in allen Klaffen in Lautsprecher mundet, durch Erweiterung, Vergrösserung und Ankauf eines Mikrophons samt ViistätktraUläge so auigebäut, dass regelmässige interne Ächulsendungen veranstaltet,werden können. Bei diesen Versuchen soll die Möglichkeit erprobt werden, inwieweit man dies«! neueste und modernst« Lehrmittel in den Dienst der Gesamtschularbeit und des Klaffenschaffens stellen kann. Das bereits reichhaltige Sendeprogramm enthielt In der vergangene» Woche unter anderem«ine Grussringsendung, in deren Verlauf Kinder aller Klaffen selbfwerfatzte Gedichte, um welche die Stimmen au» dem„Aether" (richtiger-aus dem DirektionszimmerI) bot, ihren Mitschülern selbst zu Gehör brachten.—x—n. Mütter-Nachmittag, SamStag, 19. Dezember, nachmittags 8 Uhr in der Unitaria, Karlovä, zugunsten der Kinder deutscher Flüchtlinge. verlsnge! überall DoIhnUnder! Der ganz seltene Fall, dass eine Anklage wegen Brandstiftung nur vor einem Strafsenat ,verhandelt wird, ereignete sich.gestern vor dem Gerichtshof des GR. Dr. Eervinkä..Der Täter hatte diese so ungewöhnlich^milde Qualifikation dem Umstand zu verdanken, tm! überhaupt kein Schaden entstanden war und daN auch keine Gefährdung fremden Eigentums bestanden hatte. In solchen ganz seltenen Fällen droht das Gesetz nur eine Strafe von einem bis fünf Jahren an und so kam auch dies«, auch sonst recht ungewöhnliche Anklage, die Won Staatsanwalt Dr. Spi n ar vertreten wurde, vor den genannten Strafsenat. Angeklagt war der 68jährige und 28nial wegen lauter thpischer Vagabundendelikte vorbestrafte Landstreicher Franz Dvotäk, der am 8. November in Davle ein Fahrrad stahl und vergnügt bi» nach Stkchovice fuhr, wo ihn die inzwischen alarmiert» Gendarmerie sestgahm und vorläufig imG«» meindekotter unterbracht«. Da« vergittert» Fenster dieses traulichen Lokals mündete auf die Gäffi. An jenem Tage hatten stütz die Passanten da» Vergnügen, aus jenem vergitterten Fenster»ine starke Männerstimme zu vernehmen, die unablässig die Nottibergehenden aufforderte, doch eine Schachtel Streichhölzer durch das Fenster in den Kotter’»ii werfen, denn„die Lumpenbude müsse angezündetwerden". Zwischendurch brachte der unsichtbare Redner eine bunte Auswahl saftigster Redensarten zum Vottrag und die Zuhörer hielten sich den Bauch vor Lachen. ES scheint: dass sich«ine mitfühlend« Seele fand, die dem Frmiz Dvokäk, denn dieser, war der Redner, eine Schachtel Zündhölzer durchs Fenster Warf. Fest steht, dass plötzlich au», jenem Fenster Rauch aufstieg und Feueralarm geschlagen wurde. Es zeigte sich indessen, dass nicht» geschehen war. Der Häftling Dvokäk hatte bloss das Stroh, auf dem er lag, än« gezündet. Er hoffte, seinem Geständnis nach, in der Perwirrung zu entkommen. Die Verhandlung endete damit, dass Franz Dvokäk in.Anbettacht seiner zahlreichen Porsttafen zu d r e i zie h n Monaten schweren Kerkers verurteilt wurde. Er nahm da» Urteil mit Galgenhumor, entgegen. eine Neujahrsenthebung zum Betrage von KS10.— und sende Urnen diesen- Betrag per Erlagschein ein. BezugSbebiugung« n: Bei Zustellung in» Hau» oder der Bezug durch die Post monatlich Kä 6.7—, vierteljährlich Kd’ 48.—» halbjährig Kä 96.—. gätzzjährig Fä 192.—.—. Jnsüate Werden länt^ den er jederzeit als absolut einwandfreien ,Ehrenmann bezeichnen werde. Zu'einer Ehrenerklärung in der.Piitomncst" habe er derzeit keine Möglichkeit, da er gegen deren Herausgeber«inen Prozess führe und keinerlei Beziehungen zu der Zeitschrift mehr habe. Er beschränke sich lediglich auf die juri-. stischen Einwendungen, nämlich auf B estr eitun g. der Klageleqitjmation der Kläger, da in jenem Artikel niemand genannt wurde und für die Kläger kein Anlass bestehe, die erhobenen Vorwürfe auf sich zu beziehen. Im übttgen bot er den Wahrheitsbeweis bzw. Beweis der entschuldbaren Irrtum» an, worauf der Preffesenat in die Verhandlung einging und gleichzeitia den AuSschlussderÖef- fentlichkeit verfügte.' Nichts gelernt Jene geladene Atmosphäre, die in Deuffchland über den kritischen Jahren 1982/88 lagerte, ist in mehreren Romanen und Reportagen eingefangen worden, hie sich mit der Hitlerbarbarei auseinander setzten. Nur wenige der Bücher gelangten zu wirklicher Grösse und Kraft der Gestaltung. Den meisten wurde der politische Eifer zum Hemmnis freier Darstellung. Dar gilt Namentlich von den kommunistischen Federn, das gilt auch von F. E. Weisskopfs jüngst erschienenem Roman„D t e Bersuchun g"(Verlag.Oprecht, Zürich). Die Geschichte einer Frau au» dem Volke, die sich in die Eh« rettet und von den polittschen Wirren umbrandet wird. Da» alle» wurde schon mehrfach und besser erzählt und die saloppe Art, in der auch hier wieder die Gegensätze zwischen SPD und KPD veenzttt werden, hängt den. meisten Leser« bereit» zum Halse herauf. Auch hier die gewohnte‘ Schablone: In abgeklapperten polittschen Dialogen lasst der kommunistische Autor alle Schuld auf die SPD fallen:. Hatte die SPD nicht die Parole au»geg«ben: „Schlagt Hitler, wählt Hindcichurgi" Nun— und dar Resultat! Kein Wort, keine Andeutung der Haupttirsache: dass nämlich die SdP den Kommunisten dringend nahe gelegt hatte, sich mit der So» zialdemottatie auf«Inen gemeinsamen republikanischen Sammettandidaten zu einigen und dass die KPD ablehntei Ettt infolge dieser Ablehnung blieb nur noch die Wahl zwischen Hitler und