16. Jahrgang Mittwoch, 16. Dezember 1936 Nr. 292 Vie Rebellion wächst Was wird Japan tun? daß wir etwa in Westeuropa sicher wie in einem GlaShauS leben, können, dürfen wir andere oder uns irreführen. BerNn. Die deutschen Militär-AttachäS Im Auslände sind nach Berlin berufen worden, um- dem Reichskanzler. Bericht zu erstatten. Dem Bernehmen nach wird die Konferenz der Militär-AttachäS, die alljährlich stattfindet, wahrscheinlich Mittwoch ihren Anfang nehmen. >» DI« neue Rede Edens ist rin dicker Strich durch daS Konzept der Hitlerpolitik. Seit 1933»ersucht Hitler,' die Engländer dadurch ungefährlich zu machen, daß er ihnen Garantien für Westeuropa anbietet, aber freie Hand in Ost- und Mitteleuropa fordert. Dadurch, daß die englische Politik zeitweise diese Aufsaffung förderte und sich absichtlich, unklar über di« Stellung BritannirnS zu der Sicherung deS Fried««- in Mittel- und Osteuropa ausdrückte, habe» sich die Berhältniffe in diesen Gebieten reichlich unsicher und unerfreulich gestaltet. Gegen diese-, sozusagen als Freiland erklärte, Territorium richtet« sich der Ansturm deS Revisionismus und die Spekulationen der deutschen Imperialisten. Um so erfreulicher ist«S, daß Mr. Eden nunmehr in einer alle Aweifel auS« schließende» Weise erklärt hat, welches die Grund- sätze der britischen Politik in der nächsten Zeis sein werden: Erhaltung deS Friedens aus dem ganzen Eadball und Kampf gege» jeden Angreifer, Wiederherstellung des Völkerrecht» und ter Autorität der abgeschlossenen Verträge, territorial« Integrität aller friedfertigen Staaten. Damit fällt insbesondere auch die Illusion vieler Sudetonazis, England werde die Politik Hitler- gegen die CSR bis zur äußersten Konsequenz dulden«der unterstützen, in sich zusammen. Die Tschechoslowakei gehört ebenso wie der Westen zu den Staaten, denen .England gegen tinen Angreifer b e i st e h« n wird, weil England weder di» Umwälzung der Rechtsordnung mach die Revision der Landkarte Europas wünscht und, wie Edens Rede beweist, sehr deutlich erkennt, daß der erste Schritt In der Richtung zum Kriege, den man Hitler gestatten würde, dann nicht sein letzter wäre. entwickelt haben. Die längs der Luntschajer Eisenbahn vorgehenden Regierungsabteilungen stehen 15 Meile» von Sians«. DaS ltzekutivkollegium- Juan hat eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß«S seine Außenpolitik unverändert fortsrtzen wird. Ebenso hartnäckig werde die Kampagne gegen di« in Sniang eingedrungenen mandschurisch-mongolischen Abteilungen fortgesetzt«erden. Tokio. DaS hiesige Blatt„Nishi-Nishi" ver. öffentlicht eine Meldung aus Sinking, derzufolge die Kwantung-Armee ankündigt, sie werd« ist Nord-China„positive" Maßnahme« treffen, falls Marschall Tschangsueliastg Versuche zur Verwirk- lichungeiner Zusammenarbeit mit den chinesischen Kömmuntstenlunternehmen sollte.„Nishi-Nishi" empfieht,. daß sich Japan.. reserviert Verhalten möge" und warnt die öffentliche Meinung davor, sichdurch tendenziöse Nachrichten der Nanking» Re^ietung,„welche mit dem Sowjetfächer winkt", um di«? japanische Mitarbeit gegen die Aufständischen» zu"erzielen, aufrcgen zu lassen. Da» Blatt spricht hie Meinung aus, daß" der Aufstand" TschaNgsueliangs eine ausschließlich- chinesische Angelegenheit sei,- auf» welche keine ausländische Macht fisten Eistfluß hatte." S ch a n g- st i.(Reuter.) Der Vermittler zwischen Tschtangkaischek und Tschangsueliang bestätigt« in einem Telephongespräch mit der Gemahlin deS Marschalls chchianhkgifchek, daß ihr Mann" lebt" und' gesund ist und daß er sich im Hauptquartier in Äangf» befindet. DI« Stad» Sian,f« ist von den Rastkingtruppen vollkommen «WtNSflt." Das Schicksal Tschangkaischeks ungewiß Im Plenum des Senat» befaßte sich Gen. Hackenberz am Dienstag in seiner Rede zum Budget auch mit den wiederholten Zusicherungen des Ministerpräsidenten Dr. Hodja, daß nunmehr die Zeit heranreife, wo man bei unS an die Lösung deS Minderheiten« Problem- gehen könne. Dr. Hoi-ja hatte dabei u. a. gesagt, daß auch di« aktivistischen Parteien in ihren Ansich« Außenminister Anthony Eden sprach Montag in Bradfort neuerdings über britische Außenpolitik und zerstreute bei dieser Gelegenheit die Mißverständnisse, welche seine letzte Rede in Lamington, insbesondere in Mitteleuropa hervorgerufen hatten. In seiner Kundgebung erklärte Eden ferner,, daß der einseitigen Verletzung von Verträgen Grenzen gesetzt werden müßten und daß es.für Großbritannien sehr wichtig sei, daß die Integrität. deS spanischen Territoriums und der spanischen Besitzungen.erhalten bleibe. Er lehnte die gefährlichen Doktrinen ab, welche die Webt mit Hilfe von Diktaturen von link» oder rechts spalten wollen und erklärte mit Nachdruck,, daß Großbritannien seine Außenpolitik mit keiner Staatengruppe nur au» dem Grunde verbinden werde. Weil sie diese oder jene.Diktatur unterstütze. Minister Eden begrüßte sodann die Erklä« rung deS französischen- Außenministers Avon DelboS, daß die gesamte französische Wehrmacht spontan und augenblicklich zur Verteidigung Großbritanniens und Belgiens bei einem unprovozierten Angriff auf diese Länder, verwendet - werden würde und bewnte, daß diese Erklärung düS französischen Minister» ebenso wie Eden- analog« Erklärung in Leamingwn vom 20. No« vember weder de« Anfang einer neuen Politik noch die versteckte Absicht, ein«-andere- Staaten -. stuSschließende Allianz zu- schaffen oder eine Illiterstützung der Politik der BloÄildung bilde. - Wir wollen Deutschland nicht einkreisen» sondern Wünschen lediglich, daß Deutschland mit den - übrigen'Völkern auf wirtschaftlichem, finanziellem und politischem Gebiete zusammenarbeite. Wir wollen in Europa weder Blocke noch Bartieren haben. Außenminister Eden verwies dann darauf, wie er in seiner Rede in Leamington präzisiert habe, wann und wo von den britischen Waffen Gebrauch gemacht werden.könnte. Sn der Welt gibt«S bestimmre" Lebensinteressen für Großbrt- kSnnien und es wäre daher nur«in Beitrag für die Erhaltung de» Frieden-, wenn diese Interessen^ klar definiert würde«. Ich habe, erklärte Eden, meiner Leamingtoner Definitton weder etwa» hinzuzufügen, noch habe ich etwa» an ihr zu streichen. Wenn, ich jedoch sagen würde, daß da- britische Interesse an der Erhaltung des Friedens geographisch beschränkt ist, würde ich damit nur einen irreführenden Eindruck Hervorrufen. Wenn auch unsere Leb e nS inter essen in klar definierbaren’ räumlichen Gebieten gelegen sind," so bezieht sich doch unser Interesse an der Erhaltung deS Friedenaus die gastzeWelt und der Grund dafür ist . sehr einfach: Die Welt.ist-heute schon so klein— ‘ und bei dem Fortschritt der Wissenschaften wird sie täglich kleiner, daß eS nur eineS einzigen Funkens in einer unseren Lebensinteressen zienslich, 'ferne liegenden Sphäre bedarf,'um eventuell Stürme hervorzurufen, welche da»"ganze Festland oder die ganze Hemisphäre erfassen können» ' Wir" müssen" daher zu allen Zeisen und a n a l l e-«' Or t e n ivach.sa Mj seln. Wir können nicht'erklären, daß wir an diesem oder jenem Teile der Welt kein Interesse hstbest^ Ist.der unbestimmten Hoffnung,.daß die Ereignisse"an entfernten.Orten un» nscht tangieren.werden. Durch, keine derartige.Doktrin, Abgewiesene Angriffe M a d r i d. Der Rat für di« Verteidig«»« Madrid- teilte Dieu-tag mittag- mit: Die Ans« ständischen versuchten, die Verteidiger der Stadt an drei von Madrid ziemlich weit entfernte« Stelle» der Front zu beunruhigen. Der Angriff erfolgte an den-Frontabschnitte« FreSnedilla, Beadilla del Monte und Balde Morillo. Der Feind wurde überall zurückgedrängt. Der Kampf bei Boadilla del Monte dauert« mehr al» fünf Stünde», hiebei hatte der Feind 20V Tot«. 1' Der Borsitzende deS Madrider Verteidigungsrates General Miaja erklärte dem gelegentlichen Berichterstatter de» Tschechoslowakischen Pressebüros: Di« Untätigkeit der Armee de- General» Frone» läßt sich mit nicht- anderem al- mtt dem kühlen und schlechten Wetter erklären. Ich bin mtt de« gute» Ergebnissen der Operationen der letzte».Jage» sowie mit de» Siege« der Regie» rungötrnppen zufritzden. General. Franc» hat sich ««täuscht. Er dachte,«tue offene Stadt auzugrei« fen, und stieß inzwischen auf eine" Festung, deren" jeder Stein von zu allem entschlossene» Menschen verteidigt wird. Mit jedem Tag«, um den die große Offensiv« de» General» Franc» hinausge- fchoben wird, nähert sich der Sieg der RegierungS- trupppr. Nur nicht drangen I Der HavaS-Eonderkorrespondent meldet von der Madrider Front: In allen der Hauptstadt benachbarten Provinzen organisieren die Ausständischen mit Beschleunigung den Transport- und Verwaltungsdienst, der sofort nach dem Einzug der Aufständischen in Madrid seine Tätigkeit aufnehmen soll. -Die Meldung« über die Befreiung des Marschall» Tschangkaischek haben sich al» Gerüchte erwiesen, die offenbar von Finanzspekulanten auS- gegrben wurden, um Börsenmanöver zu teinflus- sen. De» Marschall befindet sich weiter in" den Händen der Aufständischen, aber r» ist ungewiß, ob er heil und gesund-tst oder ob man ihm zunahegetreten ist. Ein australischer Flieger, der al» Unterhändler fungierte, soll Tschang angeblich gesprochen Md.gesund befunden hatem Da di« Regierungstruppen im Vordringen auf Siastfu sind, wird dir Lage des Marschall» allerdings heikler werden. . Die Ausständischen scheinen gesonnen zu sein,, ihr« a n t i j a p a n i s che P» l i t i k fort- -«setzen und auch eist B ü n d n i» m i t den r r v» l u t i o ni erte n in» e rchine- s i s chen Provinzen zu schließen. Ob die-Japaner zum Gegenangriss übergehen werden,,ist,schwer-,» rrklmnr«. Japan ist, in her Stellung zu China nicht einig. Während in Tokio weite Kreis« den.Krirg vermeiden möchten, der Japan. sehr leicht zwischen zwei Feuer, dringen könnte,^scheint die K w-an t u»-- A rm e t, die ja schon ost selbständig" vorgegangen ist,zu einer Vfsenstve- ensschlossen- zu.sein. Die- Gefahr ist jedrnsall» nicht behoben. . Nanking.(Reuter.) Der Aufstand gegen di«"Nanking-Regierung hat sich auf die Hauptstadt der-Pr-dtn»«anfu, Lantschon, ausgedehnt, wo sich zwischen Regtrrung-trnppen und Abteilungen unter dem. Kommando deö hervorragenden Offizier» Tfchanfueliangs, Jusuetschun, Kämpfe SiiertEudi ■■■■ das Wahlrecht I B»m15.itSzum22.Dez«mberilregen ■ in allen Gemeindest di« ständigen Wähleiwrr- »eichnisse bei den Gemeindeämtern auf,.ist . größeren Gemeinden dtt Hauölisten.,- ,j , Nur wer In diesen Listen richtig ein. getragen ist, hat bei einer im nächsten Halbjahr stattsindendm Wahl das Wahlrecht.■■ Nehmt Einsicht und sichem Euch dstS wahlrrchti' ten über diese Frage im Laufe der Zelt W a n d» ' lungen durchgemacht haben, und hatte in l diesem Zusammenhang neben Lodgman auch den i Namen SeligerS genannt. ! Genosse Hackenberg benützte dies« Gelegenheit, i um das nationale Programm in Erinnerung zu bringen, das die österreichische Sozialdemokratie auf dem denkwürdigen Brünner Parteitag vom Jahre 1899 nach dem berühmten Referat SeligerS aufgestellt hat, ein Programm,-auf das di« beteiligten Parteien und Kongreßteilnehmer, zu denen auch Hackenberg gehört, mit Recht noch heute stolz sei« können. Hackenberg sagte u. a.r. Nur weil gerade der Name Seliger gefallen ist und in diesem. Zusammenhang auch von einer anderen Einstellungder sozialdemokratischen Partei gesprochen wurde, möchte Ich, ohne allzu weit zu- rückzugrelfen, denn doch Unsere Stellung im alten Oesterreich zur nationalen Frage kennzeichnen, einzig und allein aus dem Grunde, um Ihnen zu zeigen, daß wir Sozialdemokraten die Berechtigung haben, auch auf nationalem Gebiete in diesem Staate Forderungen zu stellen und deren Befriedigung zu verlangen. Wir haben in der" Zeit der-ärgsten nationalen Kämpfe, die wir von der jetzt noch lebenden älteren Generatton durchgemacht haben, damals, als di« Badenischen Sprachenverordnungen erschienen und auf der einen-Seite die deutschen, auf der anderen Seite, die tschechischen Nationalisten, und auch die italienischen und slowenischen, sich austobten, und auch nachher immer völkerversöhnend gewirkt. Ich erinnere hier nur an den Hochschulkampf der Italiener, an die Schulkämpfe, die sich"in Cilli abgespielt habe». Oder nähmen Sie die Ereignisse, die sich damals in Mseren sudetendeutschen Gebieten abgespielt haben. Bei wievielen Demonstrationen und in wievielen Versammlungen haben da auch unsere -tschechischen Genossen ihre Pflicht erfüllt und im tschechischen Gebiet ebenfalls gegen die nationale Hetze Stellung genommen. Und in wievielen Versammlungen waren es wiederum wir Deutsche, die draußen in Nordböhmen, als tschechische Schulen demoliert wurden, sich dagegen, stellten und den Mut fanden, gegen solche Vorgänge zu demonstrieren und in den Versammlungen» zu verlangen, daß dieser Hetze ein Ende gemacht wird. In diesem Geiste und in dieser Atmosphäre haben Wir uns Im-Jahre 1899 in B i ü n n zusammengesunden, deutsche, tschechische, italienische, slowenische, polnische und ruthenische Sozialdemokraten, die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft dieser" Nationalitäten,, und haben eine Enfkchlie» ßung gefaßt, die erst im Verlauf der ganzen Tagung erarbeitet wurdet Wenn Sie flöh diese Reso-- lütjon— eS sind nur fünf Punkte.—- ins Gedächtnis rufen,"dann!werden Siefehen, daß wir "irl qistqr, Zeit de» ärgsten statiostälen Hader» zum BewWsein dessen kamen, wie notwendig der -Friede unter" den Nationen In dem Staate ist, i« dem wir leben, und wie eS möglich gewesen wäre, den Frieden.unter den Nationen herbeiznfiihren. Unsere Forderungen,-dif wir damals aufsteflten, waren folgende: .1. /Oesterreich ist, umzubildenfn«inen hemo- - kratischen Nätionaliäten-BundeSstaat.. 2. An Stelle der" historischen Kronländer werden national abgegrenzte Selbstverwaltung-« 8« zeitgemäOe Erinnerung Senator Hackenberg Uber Sozialdemokratie und Nation Eden warnt Hitler „Wachsam an allen Orten** (Seite 2 Mittwoch, 16. Dezember 1936 Nr. 292 körper gebildet, deren-Gesetzgebung und Verwal« tung durch Nqtionälkammern, gewählt auf Grund de» allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes, besorgt wird."ji.'„WA 8. Sämtliche SclbstderwaliungSgeblete einer und derselben Nation bilden; zusammen einen national einheitlichen Verband, der seine nationalen Angelegenheiten völlig autonom besorgt. 4. Dai Recht der nationalen Minderheiten wird durch ein eigene», vom Reichsparlament za beschliebende» Gesetz gewahrt. 5. Wir anerkennen kein nationale» Vorrecht, -verwerfen daher die Forderung einer Staatssprache; wie weit eine Bermittlungssprache nötig ist, wird ein Reichsparlament bestimmen. Ich möchte hier gleich anfvhren, daß der Referent bei dieser Behandlung de» Nationati- tätenproblem» im alten Oesterreich im Jahre 1899 Seliger war, von dem Herr Ministerpräsident Dr. HodZa behauptet, daß er wie auch seine Partei eine Wandlung durchgemacht haben. Herr Dr. HodZa hat auch eine Vergangenheit. Er hat den Kampf für die Minderhesten in Ungarn geführt, und er hat nicht nur in Ungarn, sondern auch im Ausland die Interessen der Minderheiten vertreten. Er war der Angehörige einer s o g e n a n n t e n Mintz e r h e i t und er Hai daher auch Verständnis für die Leiden, Beschwerden und Forderungen nationaler Minderheiten. Aber— das möchte ich ihm sehr gerne selbst sagen— bei uns deutschen Sozialdemokraten war die Sache im alten Oesterreich noch ein bißchen ander»: Wir haben da» Recht der Minderheiten anerkannt und verfochten, obwohl wir Angehörige einer sogenannten bevorrechteten Nation, obwohl wir Deutsche waren. Sie wissen, daß wir unter all dem, wofür wir da im alten Oesterreich eingetreten sind, schwer zu leiden hatten, datz wir al»,Verräter an der Nation" von den deutschbürgerlichen Parteien, die von einer nationalen Selbstverwaltung im alten Oesterreich nicht» wissen wollten, gebrandmarkt worden sind. E» haben sich ja auch im alten Oesterreich die Verhältnisse geändert. Ich bin durch eine Reihe von Jahren im österreichischen Reichsrat gesessen und ich Weitz, datz e» Zeiten gegeben hat, wo die Alpenländer geneigt waren, sich mit der Frage der nationalen Selbstverwaltung zu beschäftigen, datz man aber gerade bei un» in den sudetendeutschen Gebieten von einer nationalen Selbstverwaltung absolut nicht» wissen wollte. Daran ist 'Hann immer wieder die Lösung des Problem» gescheitert l Einer Partei mit» einer solchen Vergangenheit, wie wir sie haben, die immer da» Unrecht bekämpft hat und für da» Recht eingetreten ist, steht Wohl da» Recht zu. auch heute, wo unter geänderten Verhältnissen die Lösung de» nationalen Problem» wieder auf der Tagesordnung steht, ihre Stimme zu erheben und zu verlangen, datz diese Stimme auf der Gegenseite auch gehört werde! Au» den finanz« und wirtschaftspolitischen Ausführungen de» Genossen Hackenberg zum Budget weiden wir in der nächsten Folge noch einen Auszug nachtragen.,, Für WlrtschaftsannSher uns in Mitteleuropa Ein Vortrag Kroftaa Im Jndustrlellenklub in Prag hielt am 15. Dezember Minister Krofta eine Rede über»Die Wirtschaftsbeziehungen in Mitteleuropa vom Standpunkt der Tschechoslowakei", in welcher er eine Darstellung der Handelspolitik sowohl der Kleinen Entente-Länder al» auch jener de» römischen Block» gab. Er gelangte hiebei zp folgenden Schlutzfolgerungen: Die Interessengemeinschaft hat zuerst zu einer wirtschaftlichen Annäherung innerhalb jeder der beiden Staatengruppen von Mitteleuropa geführt. In der einen wie in der anderen erfolgte die Annäherung unter Bedingungen, die vom Standpunkt der Interessen derjenigen Produktionszweige ungünstig waren, welche annehmen konnten, datz sie durch die Realisierung der Erleichterung de» Warenaustausche» tangiert werden/'Der Gedanke der wirtschaftlichen Annäherung hat Ergebnisse gezeittgt, welche die übrigens bereit» abflauende Krise zu überwinden geholfen haben und welche während der/fortschreitenden Erneuerung de» wirtschaftlichen Geschehen» ist den einzelnen Staaten werden immer mehr vertieft und erweitert werden können. Der wirtschaftliche Zusammenhang und die gegenseitige Abhängigkeit find jedoch nicht nur innerhalb jeder der beiden'Gruppen zum Ausdruck gekommen. Die jahrhundertealten Beziehungen zwischen allen Staaten beider Gruppen haben e» bewirkt, datz die einzelnen Staaten, ohne Rücksicht, darauf, zu welcher Gruppe sie.gehören, die Notwendigkeit einer gegenseitigen engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit geführt haben. Die» ist durch oie bereit» angeführten handelspolitischen Vereinbarungen zwischen de» einzelnen Staaten zum Ausdruck gekommen. Man kann heute schon sagen, datz alle diese Vereinbarungen allen Beteiligten entweder einen direkten vorteil durch Erhöhung ihrer Ausfuhr In da» Gebiet de».zweiten Kompaeiseenten oder einen in- diretten Vorteil dadurch gebracht haben, datz sie zur Konsolidierung der wirtschaftlichen und gewitz auch Politischen Verhältnisse in Mitteleuropa über« t Senkt die Zuckerpreisei Im Abgeordnetenhause hielt Dienstag da» mit der Ueberprüfuna dec Zuckerprcisfrage betraute Subkomitee de» ErnährungSauSschusse» seine erste Arbeitssitzung Nb, um Mer Vorsitz de» Abg. Jak sch zu den Petitionen Stellung. zu nehmen, die sich für, ein» Senkung de» Zuckerpreises aussprachen. Der Referent für die Konsumenteninterellen, der Sozialdemokrat L a u» m a n, wie» darauf hin. datz bei Lösung dieser Frage niemand«ine Senkung de» Zuckerpreises auf Kosten der Rübenbauern. der Zuckerfabrikangestellten oder de» Handels verlange, datz aber die Preise-«ine Herabsetzung erfahren müllen, weil nc unbegründet hoch stnd. Er wie» den -Antrag de» Agrarier» Dr. Brdlik zurück, den Zuckerpreis um 1 Kc zu senken und demgegenüber den Preis der Pflanzenfette um 5- Ai pro Kilogramm binaufzusetzen, denn dies würde vricktisch hei einem Jahresverbrauch von L5 Kilogramm Zucker und 5 Kilogramm Kunftfett pro Kopf bedeuten, datz man 25 Ai dem Verbraucher aus der einen Tasche ziehe und in die ander« geben wird. Der Zuckerprei» müßte aufKostenderZuckerfabri- kanten erniedrigt werden. Zur Begründung dieser Behauptuna legte er dl« Produktioiwkalkulatton vor undjführfe einen ver gleich- dieser Kalkulation' aus dem Vvrjichr mit jener au»'der Kampagne 1918/19 durch, wo der Rübenpreis annähernd der gleiche War. Er"evte fest, dass 199 Kilogramm Kristallzucker loco-Fgbrik. 817.79 Ai tosten. Dabei schöpft da» Zuckerkartell noch wettere horritnd« Gewinne au» den Begünftiäungm. die ihm der-Staat gewährt und die au» den unberechtigten Zuschlägen zu den einzelnen Luckersorten stammen. Je-biNiger der Zucker in einem Land« ist. desto größer ist der verbrauch, und umgekehrt. Allein infolge der Verwendung de» verbotenen Sacharin» verliert der Staat jährlich l99 Millionen an Zuckersteuer. Eine Herabsetzung de» Zuckervreise» würde den Konsum sicher steigern; da» Parlament mutz schnell handeln, denn auf die Herabsetzung wartet die ganze Oeftentlichkeit. Im Kampf um die Senkung de» Zuckerpreise» sei e» auch Sache de» Staate», stch darüber flar zu werden, bi» zu welchem Matze die Zu ck er» steuer reduziert werden könnte; auf leben Fall mülle man aber an dem Standpunkt festhalten, datz die Zuckerpreissenkung nur auf Kosten der Gewinne der Zuckerfairikanten gehen mülle. Die ungelöste Frage der SviritnSbe« wirtschaftung sei ebenfalls ein ernste» Moment, da» dafür spreche, die Angelegenheit gerecht und ehrlich zu läsen. Haupt beigetragen häben.. Ss ist daher nicht nur zweckmäßig, sondern direkt unerlätzlich, datz alle Akttonen unterstützt werden, welche auf eine derartige bilaterale Wirtschaftsannäherung abzielen. E» wäre aber auherdem noch zu wünschen, datz stch jene Staaten, deren naturgemäße Gemeinschaft der Wirttchaftsintereffen durch die Geschichte erwiesen wurde, über-ein bestimmte» Minimalprogramm einigen, da» eine breitere Bast» für die gemeinsame, wenigsten» rahmenweise Regelung der wichtigsten Grundfragen ihrer gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen bilden könnte. Ein sehr geeigneter Ausgangspunkt der gemeinsamen Diskussion darüber könnte die bereit» erwähnte Formulierung de» Ministerpräsidenten Dr. Hodja sein. Wenn man zu der Anschauung gelangt, datz sie in Irgendeiner Weise ergänzt oder präzisiert werden soll, um so besser. Zensur aus München Berlin. Der Rede, die Minister de» Aeutzern Dr. Krofta am Sonntag in Karlsbad hieÜ, widmen die reichsdeutschen Blätter große Aufmerksamkeit. Die Stellungnahme des Hauptorgans der NSDAP,»völkischer Beobachter", zur, Rede Dr. Krofta» ist in der Peberschrist seines Artikels»Nicht» al» Worte" ausgedrückt. Der Prager Korrespondent diese» Blatte» spricht in dem Artikel die Ansicht au», datz die tschechoslowakische Regierung entschlossen ist, die-.-Frage de» Nebeneinanderleben»- der beiden Völker.im. Sudetenraum macht politisch und nicht auf der Basis einer tschechisch-deutschen Verständigung zu regeln.»Man hat solche Reden schon oft genug gehört. Die Sudetendeutschen wollen Taten fehen." Partelenauflösung verlängert Das Abgeordnetenhaus hatte am Dienstag die Verlängerung de» Parteienauflösungsgesetzes um ein weiteres Jahr auf der Tagesordnung. Bezeichnend dafür, datz die Auffassung von der Notwendigkeit de» Gesetzes oder vielmehr davon, datz ein Widerstand dagegen au» taktischen Grün»' den nicht ratsam sei, gerade-hei der rchstkalen Opposition eingebürgert ist, flt der Umstatztst daß die von früher-her gewohnten Angriffe zur Mäpze au»blieben und die Vorlage überhaupt ohnejede Debatte angenommen ttntibe. Der Referent Dr. S u ch Ü wiederholte, wa» auch schon der WInemninister kürzlich angekündigt hat, daß nämlich die Regierung«in« Neuregelung der Rechtsverhältnisse der politischen Patteien. vorbereit«. die auch Bestimmungen über pke Auflösung enthalten wird. Da» wird jedoch noch geraume Zeit dauern, so daß eine Verlängerung bet' gegenwärtigen Bestimmungen notwendig ist. Gerade in-'der heutigen Zeit, die mit so vielen Gefahren geladen ist, müffe man auf alle Fälle vorbereitet sein-» in denen Rechtsgüter per Republik bedroht werden kchm- ten. Die Geschichte der Vorlage zeige, datz sie zum Jnhall unserer disziplinierten Demolratie gehört, die dadurch keinen Schaden erlitten hat und auch Lins- tig nicht erleiden wird. Die Vorlage wurde in beiden Lesungen angenommen, ebenso auch die Vorlage über.die Verlängerung der Abzüge von den Diäten der Parlamentarier. Der Referent Dr. Marko viä erklärte, did unveränderte Verlängerung bi» Ende Juni bedeute keineswegs, datz die von der Regierung angekündigte weitere Reduzierung der Abzüge von den StaaiSangestelltenbezügen auch nicht vor diesem Termin in Wirksamkeit treten sdlle.G» herrsche im Gegenteil die Ueberzeugung vor, datz e» dazu vielfrüher kommen werde. Nachdem noch vier Redner zum Eisen- bahngeseh gesprochen hatten, da» sich schon durch die dritte Sitzung hinzieht, wurde die Erledigung der weiteren Tagesordnung auf Donnerstag, den 17. d. M., um 10 Uhr vertagt. Politik und Armee Gebrand,markte Wahlmethoden der Agrarier Im Wehrausschutz des Senat» kam e» am Dienstag bei der Beratung de» Gesetzes über die Korpseinteilung der Armee zu einer Ausfprache über die Wahlmethoden der tschechischen Agrarier. Diese hatten bei den jüngsten Gemeindewahlen in BudweiS an die Offiziersfrauen Schreiben gerichtet, worin sie darauf verwiesen, datz einzig die A g r a r p a r t e i, der der Verteidigungsminister angehöre, sich um die Armee kümmere. Der AuSschutzvorsitzende K I o f a C wie» darauf hin, datz auf diese Art Politik in die Arme e getragen werde. Dieses Vorgehen müsse al» ungehörig und unwahr zurückgewiesen werdest. Klofai forderte, datz der Verteidigungsminister diese» Vorgehen öffentlich verurteile, zumal dabei sein Name mitzbraucht werde. Für die Agrarier mutzte sich hierauf Dr. B o t t o zu der Erklärung bequemen, datz diese merkwürdige Wahlpropaganda d aS SJTetj ein ei' u n v'erant- w 0 r t l i ch« N' M e n s'ch e'ii'sei, bä» man nicht der gesamten Partei zur Last legen dürfe. Fränk(SdP) legte in der Debatte über die Korpseinteilung ein außergewöhnlich großes Interesse dafür an den Tag, datz sich die Korpseinteilung schon im Frieden ordentlich einlebe. Diese Einrichtung sei nicht nur vom verwaltungstechnischen, sondern- auch vom Standpunkt einer Mobilisierung notwendig.— Genosse Müller reagierte später auf andere Wünsche Franks mit dem Hinweis, datz in die Grenzwache nur unbedingt' VerlwblicheLeute ausgenommen werden' dürfen. Weiters lehnt»r die(in- auffälliger Uebereinstimmung mit der un» sonst nicht gerade gut gesinnten Goebhels- I Propaganda stehenden!) immer wiedergekäuten Des Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld Sie waren noch da, doch niemand wußte, wo sie Waren; man sah sie nicht mehr, man hörte sie nicht mehr, sie waren ein winziger, unkenntlicher Bruchteil jener Ziffer, die ab und zu in den Zeitungen erschien. Solange man selbst nicht dabet war, ging die Ziffer am Äug darüber; aber sie kam immer näher, und eines Tage» würde man in ihr versinken, dann würde sie wachsen, um ein Zehnmillionstel, uyd für die andren würde alles beim alten bleiben. Flucht. Flucht ins Freie, solange man noch ein paar Groschen in der Tasche hat für ein Gla» Pier in einem Garten, für ein Nachtmahl unter Bäumen. Flucht vor dem Cast Finsterbusch, vor den grauen Gesichtern, die alle im Nebel untergingen, heute oder Morgen. Noch einmal wuchs Glanz aus dem Grau, aus Angst vor dem Elend legten sie neue Farben an, Wie man Tote in ein neue» Kleid hüllt, bevor man ihren Leib den Flammen übergibt. Sie sagten: Wirffchaftskrise, schlugen mit der Faust auf den Tisch, brüllten: eS mutz anders werden. Aber die Wirtschaft war Mn Wesen, da» außerhalb' der Menschenwelt stand, das man mit Bitten und Gebet, mit Demut und Geduld erweichen, dem man mit Fluch und geschüttelter Faust drohen konnte. Sie stand nicht über den Menschen, wie eine fremde Gottheit. deren Launen noch nicht enträtselt waren, sie war da» Band zwischen mir und dir, die Luft zwischen den Häusern, die Straße zwischen den Städten, der Wea zwischen den WieseN. Di« Welt war ein Körper und der Mensch seine Seele; die Seele'war krank, die» nannten sie Krise. Das Auw surrte eintönig über di« Landstraße, kroch einen Hügel hinan, sank mit gestopptem Motor in ein Tal. Pappeln swnden am Rand der Sttatze, schweigsame Toten Wächter. Wolken stiegen am'Horizont auf, quellende Watte, die in einem Bach von Blut schwamm; dunkelrot und rosa. Vaal machte halt, das Auto rastete mit hundert andren in einem Park, vor einem Ausflugslokal, aus dem Musik klang.-Die Paare tanzten im Freien, die Kellner schauten zum Himmel empor, an den leeren Tischen.falteten sie die Tücher zusammen; trugen die Salzfässer weg, die Sonnenschirme. Als die ersten. Tropfen fielen, flohen die Paare in den Saal. Sie drängten sich in dem engen, abgesteckten Viereck, aber sie tanzten weiter. Drautzen rauschte der Regen, Gerinnsel machte die Scheiben undurchsichtig, sobald ein Blitz aufzuckte, verwandelte das Glas sich in eine Fläche Gold, einen Herzschlag lang leuchtete es auf. Da» Orchester spielte lauter, die Pauke lag im Weifftreit mit dem Donner, der Batz brummte dumpfer als der Regen auf dem Dach. Baal faß an seinem Tisch, allein,«ine Flasche Bier vor sich. An.den Nebentischen hockten Menschen, spielten Karten, lachten. Da» Auto,, dachte Vaal; ich mutz da» Regendach aufziehen, da» Auw ersäuft sonst. Er war halb neun;,«Ine. Stunde brauchte er für die Heimfahrt. Er zahlte, suchte seinen Wagen zwischen den hundert triefest» den, spiegelndnassen Auwmobilen. Der Sitz war durchweicht, er mutzte eine zusammengefaltete Decke auf da», nasse Lederkiffen breiten. Der Motor, stöhnte, Wasser-spritzte auf, als er losfuhr. Der Gartenweg war«in Kotmeer. Die Thauf- feure flüchten, di« Kellner zuckten di«. Achselm, sie hätiendem Besitzer tausendmal gesagt, man mühte den Weg mit Kie» bestreuen. Quer, über die Straße liefen Bäche,, das Wasser brach au» dein Wald, Fußgänger tanzten'in' gewundenen Linien um di« kleinen Seen, hoben Kind« über die Pfützen, au» Zeitungspapier hatten sie sich Hauben gemacht,' sie' trugen zusqmmengeröllte Bademäntel auf dem Kopf. Der Wind.trieb den Regen vor sich her, schleuderte ihn auf da» Dach de» Auto», in grotzen, spritzenden Fetzen flog er quf die Leinwand, an den Rändern troff er lang- sam und unaufhörlich in die Tief«. Flucht? Auch Flucht war nur ein Umweg: dem Tast Finsterbusch entrann man nicht mehr. Die Reifen kotbedeckt, die Scheiben der Scheinwerfer blind, au- allen Fugen schwitzend, stand der Wagen vor dem East. Äaal schüttelte den Regen von.stch, als er eintrat. Er bestellte ein Glas Tee, raffte alle. Zeitungen zusammen, sehw sich an» Fenster. Mittelm«ier spielte mit Feiertag Schach, Frau Finsterbusch strickte, der Kater,satz gähnend auf , einem Tisch, blickte im Krei», suchte eistest Win-' - kel, in dem weder ein Farbtopf stand, noch eine Säge lag, entschied sich dann für einen Haufen- Holzwolle, schlummerte ein und schlief, bis Frau . Finsterbufch ihn packte und in» erste Siockwestk trug. An die Fenster klatschte der Regen, eine graue Melodie,-die wie ein. Sepfzer au» der Seele der Erde aüfftieg. ir. An die-Fenster klatscht« der Regen; Hugo» Rock hing über die Seff«llehne, seine Krawatte lag auf dem'Boden. ä,Die Krawatte ist schon schäbig", sagte Isabella.«Ich kauf' dir eine neue." -„Im Dienst trag ich inü'r schwarze Binden — und sonst—" „Du mutzt für mich schön sein;-dummer Lunge". „Sag nicht.ipuner dupuner Lunge—" „Ich werd e» nicht mehr sayen. Komm her". Sie kützi« ihn, ihre Arme waren weich« Kerkerketten, sie gaben, ihn nicht wieder frei. Fern schimmerte da» Antlitz Carolas— cs wurde immer ferner,-wenn«r hier lag, in diesem Bett, neben dieser Frau. Sie fraß sich in ihn ein, es war, al» hätten Hände ihn ergriffen und in diesen Leib gepflanzt: hier wirst du nun weiterwachsen, in diesem Boden wirst du Wurzel schlagen, dieser Köqrer ist für dich die Erde, der Himmel, die Welt. Manchmal war es, al» berührten seine Hände, sobald sie über diesen Körper glitten, ftemde.Finger, kalte, erstorbene Finger, die noch an ihr klebten, au» früheren Lah« rest. Dann zuckte seine Hand zurück, und wenn sie fragte, gab er keine Antwort. Sie hatte sicher vor ihm Liebhaber gehabt, sie war verheiratet gewesen, ein Mann hatte neben ihr gelebt, jahrelang, sie hätte ihm' angehört. wie sie nun Hugo angehörte—, mit der gleichen Gier, der gleichen Unersättlichkeit: Sie lag da, ihr Rücken lag über seine Brust, der Kopf lag in seinem Arm, wenn er den Arm senkt«, sank der Kopf tief herab und er konnte sie küssen. Mit den Fußen zeichnet«. sie da», Muster der.Tapete nach,. violette Blumen in'rosaroten Körben, ein. scheußliche» Muster.'Ein Korb reihte sich an den ander«», -hundert Körbe bedeckten die Wand', sie waren alle gleich, Plötzlich fragte er: „Hast du schon viele Liebhaber gehabt?" Sie. sah ihn an, in ihren Augen glitzerte ein grÜnlicheS'LIcht quf.fle kUhtethn.'mng.sie sststgie sich an ihm fest. „Natürlich, dummer'Junges, sagt«)-sie.;>’/■ »Wieviel«?",.• .„Da» weiß ich nicht.": Er ahnte, daß.sie log, aber er fragte weiter. „Wie sähest sie'aus?" „Verschieden", lachte, sie. Sie rollte vötzsei« ner Brust, lag''stütz neben ihm, aus dem Rücken, beide Hände in die Lüft' stUögestreckfi hie Finger verschränkt:' '„Die«iney' waren grob, die anderen waren llein. Die Hitzen wären ttond, di« änderest waren dunkel. Aber hübsch-waren'sie ille,"» ,,Waren sie hübscher äl» Ich?"- „Das fragt man nicht,- dummeriJustste-'W/! «r. 202 Mittwoch, 16. Dezember 1036 SttteS faddendentecftCT Zeitspie^ct SdP rennt gegen Mauern Auch Im Senat wird Ihre Loyalität richtig beurteilt/ Lahme Polemik gegen Krofta/ Plumpe Anbiederungsversuche an Netas Prag. Der Senat setzte DlenStag In einer ruhigen Sitzung die Debatte über den Staats« Voranschlag fort. Dr. Klouda sNat.--soz.) erklärte namens seiner Partei sehr entschieden, die Grundfaktoren, welche über die Entwicklung eines Staates entscheiden, könnten nicht Gegenstand einer zeitweisen taktischen Spielerei oder gar Schlaumeierei sein. Eine Aeude- rung der Grundlage und der Richtlinie» unserer Außenpolitik ist nicht denkbar. Die tschechische natto- nalsozialistische Partei wird einen solchen Weg n ich t gehen. In der Jnnenvolittk lehnt er jedwede unterirdischen Wühlereien gegen die heutige Koalition ab. Zu der SdP, sagte Dr. Klouda weiters, haben wir kein B«»trauen, weil üe auf einem antidemokratischen Führer- und Totalitäts-Prinzip ausgebaut ist. Er behauptet nicht, daß die Henleinpattct antistaatlich stt, wohl aber sei sie zur Z u f l« ch t S- stätte der irred«ntistischen und antistaatlichen Elemente geworden; sie stelle sich auch in Ihrer öffentlichen Betätigung nicht aus den Boden de« Staate», sonderen gegen ihn. Ahr« dauernde Feindschaft oder zumindest Bor- elnaenommenheit gegen den demokratischen Staat sei offenkundig. Da» alle» stärke nur da» Mitztrauen gegen st«. Die Pattei de» Redner» ist damit einverstanden, daß di« Regierung sich mit der Lösung de» Minderheitenproblem» befaßt. Später«rklätte Rimekek fTsch. Soz.-Dem.!, daß von einer tatsächlichen Loyalität der SdP keine Rede sein könne, sei unstrittig, und doch kokettiere «In Teil der Presse der größten Partei offenkundig mit ihr. Die Hoffnungen, die die Wähler in diese Pattei setzten, habe sich nicht erfüllt, und e» beginne darum die E r n ü ch t'e r u u g. Die kommunistisch: Partei sei nicht eine konstruktive Linke der Arbeiterbewegung, sondern deren Schwächung und eine Vergeudung der Kräfte der Arbeiterbewegung. Kinder wie in alter Zeit katholisch getauft worden sein und sich die Priester um die Verbreitung religiöser Gedanken besser gekümmert haben, wäre wohl alle» besser. Dabei haben gerade die„® o t- t e s-Streiter", nämlich die von der Kirche so sehr verehrten Generale, da» Gemetzel begonnen. Jener Herr behauptet auch, daß die Löhne der spanischen Arbeiter viel höher gewesen seien al» die der Arbeiter anderer Länder. In Wirklichkeit gehörten diespgnische» Arbeiter zu den geknechtet» sten- Proletariern der Welt, von den Lkmdarbei- tcrn, die der Schreiber vorsichtigerweise nicht erwähnt, gar nicht zu reden I Dies aber muß man im Wortlaut genießen: ES kamen die allgemeinen Wahlen am 16. Feber 1086. Da die anarchistische und kommu- nistifche Partei— beide zahlenmäßig die größten — in Spanien selten zu den Wahlen gingen, einigten sich die Linksrepublikaner all« durch Schaffung der.Volksfront". In Wirklichkeit sieht die Stärke der Kommunisten so au»: Bei den Wahlen vom 16. Feber 1086 entfielen in der Gruppe der Linken auf die Unabhängigen Republikaner(Azaiiaf 86, auf die Republikanische Union(Martinez Barrio) 37, Die„Deutsche Presse" macht Emigrantenpolitik I Man sollte es nicht glauben, aber die„Deutsche Presse", die sonst an den Emigranten kein gutes Haar läßt, läßt sich jetzt sogar von Emigranten politisch beraten I In ihrer.Ausgabe vom Samstag hat sie einen Leitattikel, den ein spanischer Universitätsprofessor geschrieben hat. Dem sei e», bemerkt die„Dtatsche Presse",' gelungen,„mit knappet? Rot dem Haß der fanatischen KIrchcnfelnde zu entrinnen"— worauf er nicht etwa in die schützenden Arm« Franco», sondern ausgerechnet(aber folgerichtig) nach Deutschland flüchtete. Und von dort au» unterrichtet er nun die„Deutsche Presse". Und w i e er dies tutl Mit der politischen Qualifikation der UniversitätSprosessoren ist es zwar im allgemeinen nicht weit her, dieser Leitartikel aber ist so albern, daß der Verdacht naheliegt, eS habe ihn nicht einmal«in Universitätsprofessor geschrieben, sondern ein Redakteur der„Deutschen Presse". Er meint, daß das ganze spanische Unglück aüf den Kampf gegen die— Kirch« zurückzuführen' sei. Ja, würden in Spanien noch alle Gereizte Zwiesprache Moskau-Tokio Von deutscher Seite sprach Genosse Hackenberg, dessen nationalpolitische Ausführungen wir an leitender Stelle bringen. Pfrogner(SdP) polemisiert gegen die Rede Dr. Krofta» in Karlsbad und nimmt u. a. für die Sudetendeutschen die Anerkennung ihrer„rassischen Vollwertigkeit" in Anspruch. Dl« Amonomiefordenmg der SdP habe nur den Zweck einer„organischen und natürlichen Gliederung des Staates"; die erste Voraussetzung sei die Schaffung der status quo in der Verwaltung. Zu Deutschland müsse ein„freundschaftliche»" Verhältnis hergestellt werden. Die SdP sei jederzeit bereit, ihre konkrete» Forderungen zu präzisieren, um eine Danerlösung herbeizuführen... Krczal(SdP) trug die angekündigte Antwort der SdP auf die Abfuhr vor, die ihnen Fürsorgeminister Jng. Ncöa» kürzlich im Parlament locgen der Interpellation über die Benachteiligung der deutsche» Jugendfürsorge erteilt hatte. Er versuchte es zunächst, ben Minister als«in„Opfer seiner Beamtenschaft" hinzustellcn, die einseitig und voreingenommen die Untetlagen für seine Rede anSgcarbeitet habe. Rcöa» aber ruft ihm sofort dazwischen: Nein, nein, ich bin für meine Beamtenschaft verantwortlich und übernehme auch die Verantwortung Nr sie. Dar wäre mich eine Unterschätzung des Ministers, wenn man diese Dinge nur den. Beamten zuschreiben wollte! Krczal beginnt nUU«in neuer Spiel mit Ziffern, dar aber schon nicht mehr mit dem Faktor 606 zu ungunsten der Deutschen operiert, sondern wesentlich bescheidener ist. Schließlich geht er wieder die deutschen Regierungrpattcien an, weil sie die Bemühungen der SdP nach einem wirklichen Ausgleich von Volk zu Volk stören und weil sie— sogar den vom besten Wille» beseelten Mmiste» Neon» dazu gebracht hätten, gegen die SdP aufzutreten l Verdächtigungen ab, als'ob die Regierungsparteien der„Unterstützung des Bolschewismus" gediehen werden könnten. '•- KongreB der Krankenhausangestellten Minister Genosse Dr. Czech für die Verbesserung der materiellen Lage dieser Angestelltenschicht Sonntag, den 18. Dezember, fand in Prag tat Saale des Gewerkschaftshauses«in Kongreß de- Personals der allgemeinen Krankenhäuser statt, der vom Zentralverband der öffentlichen Angestellten in Prag einberufen worden war. Das Holuptreferat erstattet« der Vorsitzende des genannten Verbandes LandeSauSschußbeisiher K s a n d r, der eine eingehende Darstellung der Lage der Krankenhausangestellten aller Kategorien gab. Daraufhin sprach Gesundheitsminister Dr. Czech, der auf die aufopferungsvolle Arbeit der Krankenhausangestellten und auf die Liebe zu ihrem Beruf hinwieS. Er hat es immer al» eine wichtige Aufgabe seines Amte» betrachtet, sich der Interessen der Krankenhausangestellten anzunehmen. Das Ministerium bereite eine Novelle der Regierungsverordnung 22/27 bot,' wodurch dem Wärterpersonal nach Ablauf von sieben Jahren das Definitivum und damit auch eine bedeutsame Verbesserung ihrer materiellen Verhältnisse gegeben werden könnte. Ebenso wicS der Minister auf die Notwendigkeit hin, die Frage der Arbeitszeit einer Lösung zuzuführen. Zum Schluß■ teilte Dr. Czech mit, daß da» Gesundheitsministerium gerade die letzte Redaktion des Entwurfes de» KrankenhauSgesetzeS' beendigt habe. Dieses Gesetz sqlle den Heilanstalten neue Rechtsgrundlagen geben und aus Ihnen Mittelpunkte der sozialgesundheitlichen Fürsorge deS Staate» machen. Der Präsident der Republik empfing am 16. Dezember 1086 den Rektor der Tschechischen technischen Hochschule Professor Jng. Dr. Jaroslav H h b l und hierauf die Vertreter des Berlage» und der Redaktion deS Werkes„Die Tschechoslowakei-Biographien". Die böhmische LandeSvertrrtung hielt Dienstag eine Sitzung«ch, in der eine Reihe von Angelegenheiten der Verwaltung erledigt wurden. Die Genossen Dr. Strauß und Grund richteten «ine Anfrage an den LandeSprästdenten wegen einer Anweisung der Landesbehörde an die Lan« dcSanstalten für Geisteskranke, diese Anstalten mögen leichter Erkrankte entlassen, weil die bezüglichen Ausgaben immer mehr steigen. Da ein solches Vorgehen ernste soziale Bedenken Hervorrufen muß, wird gefragt, welche» der Inhalt der bezüglichen Anweisung ist und welche Gründe für da» Vorgehen"der Landesbehörde maßgebend waren.' Der Landespräsident wird die Anfrage in der Sitzung am Mittwoch beantworten.— Anschließend an die Plenarsitzung der Landesvertretung fand eine Sitzung des Budgetausschus- ses statt, in der u. a. nach längerer Debatte beschlossen wurde» den Neubau de» Landeskultur« ratsgebäudes in Prag aufzuschieben. Haussuchung im kommunistischen Zentralsekretariat. Im Senat brachte Mikuliiek namens der kommunistischen Partei«ine Erklärung' zur Verlesung, in welcher gegen die am Montag staügefundene Haussuchung im General« sckretariat der Partei in Prag-Karolinental protestiert wird. Die Polizei soll einem Werbedienst Nr den Eintritt in die spanisch« Regierungspartei auf die Spur gekommen sein, dessen Zentrale sich ebtn in diesem Sekretariat befand. Da bei uns bekanntlich die Anwerbung von Soldaten für ausländische Mächte ausnahmslos unter Strafsanktion steht, schritt die Polizei zu einer Reihe von Verhaftungen^ Uly den Sandschak von Alexandrette Genf.(Tsch. P.-B.) Der VölkeckundSrat setzt die Prüfung der türkischen Beschwerde in Angelegenheit des Sandschak» Alexandrette sott. Der ftGÄsische Delegierte, Unterstaatssekretär VIknot, legt« hingehend den Standpunkt, der ftänzösischett Regierung' zu dem gegebenen Konflikt, sotpie die rechtliche und tatsächliche Lage tat Sandschak dar. Er hob die Freundschaft zwischen Franfteich und der Türkei hervor und bestand auf einer raschen und versöhnlichen Erledigung der Angelegenheit. Er machte darauf aufmerksam, daß Frankreich nach den internationalen Verpflichtungen da» Mandat über den Sandschak ebenso wiejeneiübtr Svtien rechtmäßig ausstbe. Al»«chtljche Grundlage dazu dienen die im Jahre 1021 und. 1008 H Ankara abgeschlossenen Borträge. Da» Sandschak- Gebiet hab« kein« rechtlich« BoüülSsehüngMr die politische Selbständigkeit und sei au» dem svri- schen Statut nicht ausgenommen. Dar Regime im Sandschak werde'nicht berührt Werden,- wenn die' Unabhängigkeit Syrien» verwirklicht! werd«. Die französische Regietung set'übrigen»-bereit, mit der türkischen SttgierungüberdieBedingun» geN eines-Sonderregime» im Sandschak zu ver« handeta,'.rMsM7 Die französische Regierung billige dip.Entsendung von neutralen Bemachtem nach dein Sandschak. Der Berichterstatter Minister Smwler setzt di« Verhandlungen mit den Vertretern der Streit« Parteien fort,' wird aber/ den Bericht über da» Wesen de» Konflikt«» d«m' Rate erst im Jänner vorlpgin, Inzwischen.wird.dir Rat über die PlnsttveiÜgen Maßnahmen Beschluß fassen! welche die türkische Regierung verlangt.- Moskau.(Taß.) In einer von der Preffe- AgeNtur der Sowjewnion veröffentlichten Mitteilung Wird bekannlgegeben, daß der neue japanische Botschafter Shigemitsu mit dem Volkskommissar Nr auswärtige Angelegenheiten Litwinow am 8., ü. und 11. Dezember Unterredungen abhielt, bei denen die sowjettussisch-japanischen Beziehungen in ihrem Ge- samtumfang einte Erörterung unterzogen wurden U. a. wurde auch über da» unlängst abgeschlossene deutsch-japanisch« Abkommen gesprochen sowie darüber, wie sich dieser Abkommen auf die weitere Entwicklung der sowjettussisch- japanischen Beziehungen auswirken kann. Litwinow beharrte auf. jener Einschätzung diese» Abkommens, welche er auf dein außerordentlichen 8. Rätekon- greß bekanntgegeben hatte. In konkreter Weise wurden di« Fragen der Schaffung gemsschter Kommissionen.-Nr die Redemarkation der sowjetrussisch- mandschurtschen /Grenze und die Lösung der GrenzkonflI k t«/berührt. Soweit er sich um di« gemischten Kommissionen handelt, verwies Litwinow darauf, daß sich, die Verhandlungen infolge der japanischen Einwendungen gegen zwei Hauptbedingungen de» Abkommen» hinauSgezogen hätten. DI« Sowjetregierung besteh« darauf, daß sich beide Part- ner schon vor der Bildung der Kommissionen bereit erklären, die bestehende svwjetrussisch-ntandschurlsche Grenze zu achten und Maßnahmen gegen ihre Verletzung zu ttesfen. Die Sowjetcegicrung.ist auch der Ansicht, daß in den beides genannten Kommissionen al»«ine Partei Vertreter der Sowictregierung und al» andere Partei Japaner oder Mandschuren oder auch gemeinsmn Japaner mit Mandschuren teilnehmen, müssen, während die japanische Regierung darauf besieht,:--daß Japan in den Kommissionen in der Eigenschaft einer dritten Partei tcilnchmc. Die Sowjctrcgierung-könne jedÄH nicht zulassen, daß bei möglichen Streitigkeiten und MeinungSverschieden- beiten zwischen der Sowjewnion und Mandschukuo Japan als dritte Partei auftrete. War die Fischerei-Konvention anbettifft, hat der japanische Botschafter um ihre rascheste Unterzeichnung auf Grundlage des Pekinger Abkommens au» dem Jahre 1028 ersucht, wobei er darauf HinwieS, daß die Verzögerung der Unterzeichnung in der ösfentlichen Meinung Japan» Erregung Hervorrufe. Litwinow erwidette, der japanischen Regierung sei e» wahrscheinlich nicht unbekannt gewesen— und auch der Sotvjetbotschaster in Tokio Jurenew habe darauf hingetviesen—, daß der Abschluß einer d e u tsch-japanischen Geheimabkommen» Iinstande sei, eine Erregung der öffentlichen Meinung SowjetrußlandS Hervarzurufen. Dieser Umstand habe aber augenscheinlich auf den Entschluß der japanischen Regierung keinen Einfluß auSgeübt. Er haydle sich weder um«ine Verletzung de» Pekinger Abkommen», noch Harum, den Japanern da» Recht deS Fischfanges in den sowjetrussischen Hoheitsgewässern im Fernen Osten zu entziehen. Dieses Recht Japan» will die Sowjetregieruna nicht antasten, doch würden durch da» Pekinger Abkommen durchaus nicht die Bedingungen de» Fischfänge» bestimmt. Diese Bedin- gungen wurden durch die Fischereikonventton au» dem Jahr« 1028 festgesetzt, die von Japan selbst gekündigt lvprden seien., E» handle sich jetzt nun darum, neue Bedingungen festzusehen, die von der Sowjcttegierung zstr Zeit geprüft werden. Allerdings wurden die Verhandlungen Uber diese Bedingungen beendet, doch besitze die Sowjeireglerüng da» Recht, ihre endgültig« Meinung. über die erreichten Ergebnisse auszusprechen, /.-'Litwinow versprach dem japanische» Botschafter, , er/ werde ihn verständigen/ sobald hi« Sowictrcgie- rung eine Entscheidung getroffen haben wird, auf die Sozialisten 00, auf die K o m m u n t- st e n 16, auf die Syndikalisten 2, auf die Katalanische Esqucrra 88 und auf die Unabhängige Linke 8 Mandate. Unter diesen Umständen tvird man erst richtig begreifen, Ivie abgrundtief dumm die weitere Behauptung des Artikelschreibcrs der„Deutschen Presse" ist, daß seit den letzten Wahlen Spanien in zwei Gruppen geteilt war: in Kommunisten und Kommunisiengcgner. Man sieht, die„Deutsche Presse" hat kein Glück mit den Emigranten, denen sie sich widmet. Sie blamiert sich nur mit ihnen. Sorgen der Kommunisten. Wir lesen in der „Roten Fahne":„Dieser Tage war wieder Gelegenheit, gegen die nationale Verhetzung aufzutreten: Der Roscnauer Bischof, der durch die Veröffentlichung seiner Briese an Hlinka und Hodja in der Frage der Kirchengüter auf da» allerschwerste kompromittiert ist, verbot in der überwiegend deutschen Gemeinde Schmällnitz die deutschen Predigten. Die KPTsch setzte sich sofort für die deutschen Gläubigen ein, unter deren Truck dieses Verbot zurückgenommcn wurde." Da» Schulwesen für. körperlich und geistig nicht vollwertige Kinder. Für jene Kinder, die geistig oder körperlich zurückgeblieben sind oder Mängel, hinsichtlich ihrer Entwicklung ausweiscn, bestehet heute schonviclfach eigcN^Schulen, Werl es sich gezeigt hat, daß der Unterricht an normalen Schulen durch solche Kinder arg gehemmt wird und auch die Kinder selbst dabei schlecht wegkommen. Im ganzen Staatsgebiete gibt cs insgesamt 108 Schulen für irgendwie abiwrmale Kinder. Bon diesen Schulen entfallen 23 auf den deutschen BevölkerungSanteil. Sie besaßen im Vorjahre 08 Klassen und wurden von in-gcsamt 1478 Kindern besucht. Wenn man die Schulen auf die einzelnen Schulzweig« aufteilt, dann können wir 18 Hilfsschulen, drei Schulen dzw. Anstalten für verwahrloste Kinder, zwei Schulen tat geistig abnormale Kinder,«ine Blindenschule uno zwei Taubstummenanstalten seststellen, die auf uns Deutsche im Staate entfallen. bank von England kauft für 60 Millionen Pfund Gold -- London. Die Bank«von England hat Dienstag nachmittags für 66 Millionen Pfund Gold getauft, was in den Finanzkreisen Ueberraschung hervorgcrufcn hat. Dor gesamte Geldvorrat der Bank von England ist damit auf 818,666.060 PNnd gestiegen..Der Zweck dieser Operation ist die Herabsetzung des Papiergeldumlaufes, u. zw, jenes Teiles, der nicht durch Gold gedeckt ist. Das Gesamtquantuin dieser ungedeckten Emission betrug bisher 260 Millionen. Roosevelts Wiederwahl formell durchgefllhrt Washington.(Havas.) Montag tvurde die in der Verfassung vorgesehene offizielle Wahl de» Präsidenten der Bereinigten Staaten durchgesiihrt. In den Hauptstädte» der Union versammelten sich die am 8. November in den 48 Staaten gewählten 880 Elektoren und nahmen den Wahlakt vor. Roosevelt erhielt die bereits aus den Elektoren» Wahlen bekannten 628.Stimmen, während sein Gegenkandidat Gouverneur Landon bloß acht Stimmen erhielt. brennender russischer Dampfer Im Mittelmeer Oran. Der amerikanische Dampfer„Präsident Seanckin" hat radiotelegraphisch mitgeteilt, daß tat Mittelmeer«tiva 48 Meilen von Orgn entfernt! ein sywjettussischer Dampfer brenn«. Wi« es scheint,' hat die Besatzung das brennende Schiff versgsstst können. In der Nähe des Dampfers befindet sich ein spanisches Kriegsschiff. Mehrere Dampfer- eilen dem brennenden Schiff zu Hilfe. Welte l Sprungschanzen-Eröffnung IM 5. Atus-Krels Kreiswintersportfest— Auswahl der ' Wettkämpfe für die Wintersport- Olympiade Ein erstklassiges sportliches-Ereignis Bleiet'fidj n e r s t a g: Veränderlich, Neigung zu Schnee-1 schmiern, Abkühlung, Nordwestwind.; I Josef Bloch gestorben In Prag Ist Dienstag ein Mann gesioichen^d« zweifellos zu den bedeutendsten Köpfen„^«iöse«v Epoche gehört, und dessen,.geistiges. Mchllm, Spimstt hiyterlqssen.hat,."obschoN er den Massen-stetAuüche- kannt blieb und v<>m Tisch' der SchriststeMiA utiB Gelehrten au» still und sächlich< wirkte.,-E»-list Josef B l o ch,.der langiährige Herausgeber-gind Leiter der„S o z ialist i-f ch e n', Monat»-« hefte", die zugleich eine der besten und'größten Zeitschriften der internationalen Sozidli»mu».--und einer der edelsten Dokumente guter deutscher?, Geistesarbeit gewesen sind, Bis auch sie von demHtte« fel de» Prätorianer-Führer» niedergetretew wurden, Josef Bloch, der ein Alter von 36 Jahren erreicht hat, war einer- der wenigen.„Polyhistoren", die unsere Zeit noch kennt und die geradehin Mitteleuropa imitier seltener werben, der? Mägüer also, die eine umfassende, sich auf viele.Wissensgebiete erstreckende und auf allen gleich gründliche.Bildung und Urteilskraft besitzen. Bloch war wohl, vor allem Soziologe im weitesten Sinne, also Kenner. der Geschichte, der Nationalökonomie^ der StaatSwisstn« schäft, der Sozialwiffenschaften, aber er war. auch auf zahlreichen anderen Gebieten‘ wie denen.-der Philosophie, der Kunstwissenschaft, der Kirchenrechtr, der Literatur/. Linguistik, und Psychologien erstaunlich belesen und gebildet. So konnte er über.jedesM'.seiner Zeitschrift angeschnittene Gebiet— uiw welches hätten die„Sozialistischen Monatshefte" mit ihrer weitberühmten, glänzenden Rundschau.nicht berührt i— ein selbständiges Urteil abgeben, aüfjedem Gebiet mitsprechen und anregen. Dar bewirkte, daß seine Zeitschrift wie kaum eine, andere au-"eißon Guß geformt und wegen ihrer wissenschaftlichen Seriosität auch bei polittschen Gegnern hochgeachtet,-in Gelehrten» und Literaturkreisen weitberühmt wach, Al» Sozialist stand Bloch feit Jahrzehnten und als einer der ersten„0t e b i sio nist e ii" im Kampfe gegen den Orthodoxi-insu», der sich vor dem Kriege vor allem in Käuts.ky verkörperte und durch Bebel politisch begünstigt wurde. Bloch verstand freilich die Revision de» MarxiSmu» vor allem al» seine d a u e r n d t Weiterbildung und B e r t i efung. Bom Schreibtisch Josef Blochs und aus.seiner f Gelehrtenstube sind f r u ch t b a r e Gedar^ken und unzählige Anregung en ausgegangen, er war einer der schöpferischen Denker, der Epoche, auf den mehr von unserem heutigen Denken zurückgeht, al» sich jetzt ermessen läßt. Den immer aktueller werdenden Gedanken der wirtschaftlich«» polittschen Einigung K o nt in ent.ä.l- Europa» hat er jahrzehntelang gepredigt/ die Idee einer»reuen sozial! st i s ch e n Agrar« v o l i°tttk und- der Zu s a m m e« ar b e’it- von Dauer nu nd I n d u st r i e-Ar- b e i t e r n, heute so aktuell, ist in seinem Krei» zucrst gedacht und geformt worden. Seit dem Absturz Deutschlands indaS Hitler« System lebte Bloch.in Prag, völlig zurückgezogen-.twd fern aller Tagespolittk, seit langem auch gequält'vön einem Herzleiden, das seinem Lebennunein Ende gesetzt hat.. Vom Rundfunk x Donnerstag Prag I: 10.06 Deutsche Presse.-10:80 Pchkule- Sänger. 11.06 Konzert. 12.10 Operettenlieder. 16.00 Konzert de» tschechischen Nonett». 16.45 Schallplatte»». 17.46 Deutsche Sendung: Tichi: Aktuelle Fragen der tschsl. Gewerbepolitik. 18.10 Landwirtschaft. 18.45 Deutsche Presse. 18.66 Deutscher Kulttlrbericht vom Tage, 19.80 Au».dem Nationaltheaiert/C. M. Weber: Freischütz, Oper.— Prag II:'7i80'Pöpu- läre» Konzert. 14.16Deutsche Sendung:. Boriesung au»..Büchern von Capck. 14.85 Schallplatten. 19.10 Liederkonzert.'— Brünn: 16.10 Konzert:-17.40 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Wlasakr Boif jhrr Feier der Wintersonnenwende bl» zu den Weihnacht», feiertagen.— Preßburg: 17.86■ Sängerkonzert.:— Kascha»; 12.86 Äundfunkorchefterkonzert,---. . Greta Garbo' al».Anna Karenina" Mittwoch, 16. Dezember 1966 Gelte 6 Ur. 292 ..Radio? Dann nur Superhet IRON-REX!-ZM Der Preisindex f Nahrungsmittel unverändert, Indurtrie- 4 waren steigen ‘ Der Index der Großhandelspreise ist-um 1.' Dezember auf.729 gegen 714 einen Monat zuvor gestiegen. Der Index der Nahrungsmittel sank von 706 im November auf 708 im Dezember, während sich der Index der Futtermittel von 280 erkennung der- nationalsozialistischen,,-Partei iw Oesterreich und Aufnahme von Nationalsozialisten in die Regierung fordern. Diese Forderungen müßten, so schreibt die ,Fteich»post" weiter, entschieden zurückgewiesen werden, da sie im absoluten Widerspruch mit dem Abkommen vom 11. Juli stehen. Di« österreichischen Behörden setzen die Verhaftungen von Nationalsozialisten wegen ihrer illegalen poliüschen Tätigkeit fort. Kürzlich wurde in Korneuburg bei Wien eine SA-Standarte ausgeforscht und im Zusammenhang damit wurden elf Personen verhaftet. Auch«ine Menge Propagandamaterial wurde beschlagnahmt. Bern.(SDA.) Der Nattonalrat hat da» eidgenössische Budget für da! Jahr 1987, das«in De-" sizit von 4214 Millionen Franken aufweist, mit 87 gegen 10 Stimmen angenommen. ElhMuslkromantlker des Volkes Zu Carl Maria von Webers 160. Geburtstag am 18. Dezember ' Da» romantische Musikzeitalter güt als jene Epoche der Musikgeschichte, in der zum ersten Male darMÜ7deni.Müsikinf««ffe^ weftetM' Mab«'g«-^ Wonnen würde,Das Musikvcreins- und Aesang- veretnswescn, daS nach dem' BcfrciiingSiahre 1818 zu immer größerer Wüte sich entfaltete, war die «in« der günstigen Vorbedingungen für«ine stärkere Durchdringung de» Volke» mft der Mufft; di« Gefühlswärme und Anschaulichkeit der romanttschen Musst selbst, weil sie dem Volk««in leichter«» Verstehen ermöglichte, die ander«. - Unter den Tondichtern de» romantischen Musik- zettälter».ist Carl Maria von Weber nicht nur die markanteste, sondern auch die volkltüm» lichste Erscheinung. Die markanteste, weil Weber derjenige Musikmeister ist, der wie kein anderer"MufllromantUer mit durchaus neuartigen und elgenen musikalischen Au»druck»mitteln der har» manischen Gestaltung, de» JnstrUmentenklange» und der Melodiebildung den Zäuber der Romantik in der Musik ausklingen ließ. Der vostStümlichste, weil sein« Tonschöpfungen mehr al» di« jede» seiner mufik- romantischrn Zeitgenossen in» voll, gedrungen sind. E» gibt kaum«In«, zweit« Oper, die so Gemeingut de» Volke», geworden ist, wie der„Freischütz", und. einig» Liedschöpfungen Weber»— ich nenne nur da» entzückende Wiegenliedchen„Schlaf', HtrzenSsöhn- chen" Und,Bützow» wilde, verwegene Jagd"— sind .sozusagen BostSIieder" geworden, Die ganz« Musikromantik ist ohne Weber, kaum vorstellbar. Bei Weber kommt sie in dem ungeheueren Reichtum tief und "echt, empfundener Melodien ebenso zum.Ausdruck wie in der reichen musikalischen Phantasie de» Komponisten, der da» Innige und. Zart«, da» Dämonische, Wild« uvd Schauerlich« gleich tteffevd musikalisch zu charakterssieren weiß. Sie tzeigt sich vor allem auch in derEmpfindUstgSties« und"völlStümlichen Ausdrucksschlichtheit seiner Musst, die— au» dem Volke genährt. upd" dem!.' SiUne und Wunsche des Bost«» angepaßt— auch geeignet war, vom Volke Verstan- den und behalten zu werden. Weber» Musst ist Vicht kosmopolitisch-international und allgemeingültig, wie etwa" jen« jR«zart»l Beethoven»»der Schuberts, son- dern aurgesprochen national, da» heißt deiit Fühlen und Denken de»'deutschen Volke» entsprechend.. Sie" ist auch typisch deutsch und romantisch geblieben, wo sie fremden Einflüssen ausgesetzt war, wie etwa die Oper ,Oberon", die Weber al» Ergeb»!» seiner englischen Reise für das Eovent-Garden-Theater in London komponierte. ,Me hat ein deutscher Meister gelebt wie Dui" hat Richard Wagner dem Meister in» Grab nachgerufen. Er hat dabei Weber» musikalische» Schöpfertum ebenso im Sinne gehabt wie sein« mussttünsüerische Tätigkeit sm allgemeinen, Denn daß Weber in Wahrheit ein Vorkämpfer für ds« deutsche Tonkunst war, wird un» klar, wenn wir an seine Dresdner Kapellmeisterjahr« denken. Der Meister wurde nämlich nach der fächssschen Hauptstadt berufen, um die dort neu zu errichtende deutsche Oper zu organisieren. In mühevollen, langjährigen Kämpfen gelang e» ihm endlich, die neue, deutsche Oper gegen di« bi» dahin allmächtige und tonangebend« italienisch« Oper durchzusetzen. Wir Swiitendeutschi haben übrigen» besondere Ursache, un»«ÄN Maria von Weber» anläßlich feine» 160, Geburtstages zu erinnern. Denn nahezu vier Jahr« leiitie er al»Kapellmeister die Geschicke de» P ra g er Deu t schen Th e a t« r s als repräsentativen Musikinstitutes der Deutschen in Böhmen. E» sst.sehr zu bedauern, daß man Carl, Maria von Weber heute sozusagen nur al» den Komponisten.de» „Frei schütz", seiner beliebtesten,.populärsten und meiftgesplelten Oper, kennt.- Denn in knappen vierzig Lebensjahren, also.kaum zwanzig SchaffenSjah- ren. hat Weber eine Fülle herrlicher Tonwerk« geschaffen, di« Neben dem„Freischütz" hören»wert wären, Bot allem die, echt romantischen bühnendramatischen Schöpfungen„P rez.i.o s a", E u- ryanthe" und„Oberqn"; dann die brillanten, den besonderen Klavierstil Webers, der auch«in glänzewder Pianist war,'offenbarenden Klavter-Konzertstücke, die mstsikpädagogisch so wertvollen KI a v 1e r-S o» a t e n, die Vier- h ä n d i g en K l a.v.i er st ü ck e, die"Konzepte",.für Klarinette, die Webers bevorzugtes Lieblingsinstrument war, dar Fagott-Konzert, die Chöre und die L i e d e r. Den ersten musikalischen Unterricht erhielt Weber von seinem Vater, der«in richtiger Aden- teuerer war, alles mögliche bewirb und dem Sohne, dessen musstalische Gaben ftühzeitig offenbar wurden, die Musstromantik gewissermaßen einimpfte. Einer der späteren Lehrer Webers war Michael Haydn, der Bruder de» großen Joseph Haydn; er lehrte ihn vor allem die Kunst der Fuge. Schon al» dreizehnjähriger Knabe schrieb Weber «ine Oper„Die Macht der Liebe und de» Gesänge»", die aber keinerlei Bcdeuwng hatte. Im Gegenteil: die Erfolge de» Wunderkindes Weber scheinen dieses selbst nicht befriedigt zu haben..Denn eine Zeit lang "ließ der junge Weber da» Komponieren sein und wandte sich der Kunst de» S t e i n d rucke» zu, für den er sogar ein« neue Maschine erfand. Wie zielbewußt und energisch Weber al» Künstler aber war, lehrt unter anderem gerade seine Prager Kapellmeistertätigkeit. Sie bestimmte ihn dazu, tschechisch zu lernen, damit die Orchestermitglieder in" seiner Gegenwart nicht abfällige Urteile über Neuerungen, die«r eingeführt sehen wollte, in ihrxr Muttersprache austauschen könnten, die er nicht, verfwnd. und ihnen also nicht entgegen weten könnte.’ Webers.erster größerer Opernerfolg war die Oper„Silvana"; Eine feiner ersten Opern, das„Waldmädchen", wurde seinerzeit.auch ist Prag aufgeführt. Weher starb. am 6. Juni 1826 in London, wenige Wochen nach. der Erstaufführung seines .,Oberost". In London, wurde.eö> auch(in der Moor« fieldkapelle)" beigesetzt,. Erst im Jahre 1844 wurden sein« sterbliche» Ueberrestc in die.deutsche Heimat übersiihrt'und In Dresden bestattet; dort wurde.ihm auch«Ist Ddnkmal errichtet. E, I. Veite 8 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 16, Dezember 1938. Nr. 39S, Ermöglichen Sie Ihren Füssen. grösste Bequemlichkeit in welchen, leichten, elastischen und hübschen Hausschuhen aus rnAvrofitivlAna)* Hager MunA Eine schöne Feier die in gleicher Weise den Erwachsenen wie den Kindern Freude brachte, hatte am Samstag, den 12. d. M„ der Arbeiterverein Kinderfreunde ins Werk gesetzt. ES war eine Veranstaltung ganz eigener Art, die am besten durch die Feststellung gekennzeichnet ist: Kinder- spielten sich sei b st. Da» Spiel war. aber nicht zufällig und wild,-sondern es bewies bei aller wunderbaren Natürlichkeit gleichzeitig auch die prächtig« Erziehungsarbeit, die unsere Kinderfreunde-an ihren Fallen leisten. Auf der selbstgebauten, einfachen, aber reizvollen Bühne des Handwerkervereinssaales fangen, deklamierten, und spielten die Kinder, daß es eine Helle Freude, war. Biele von ihnen erwiesen sich als ganz ausgezeichnete Sprecher, was besonders bei dem als Gprechchor eingerichteten Gedicht„Jugend" von Hubert L e i n S m e r zum Ausdruck. kam. Im Mittelpunkt stand das ganz aus dem Falkenleben ge» griffene Spiel„W ir im blauen H emd" "von Franz Orr, dessen ungezwungene, dabei aber recht saubere Wiedergabe die jungen, und alten Zuschauer, di« den geräumigen Saal füllten. immer wieder zu stürmischem Beifall. hsnM. Biel Zustimmung fanden auch djeDarbietunä'en der-AtuS-Kinoer, die in Met Einlagen Pröveii ihres schon oft bewiesenen Könnens ablegten. Alles in allem: ES war ein wirklich feiner Nachmittage dessen Erfolg die eifrigen Helfer für ihre vielfältige kollektive Arbeit bedanken mag. Die Kinderfreunde aber seien nachdrückich ermuntert, au', dem eingeschlagenen Wege weiterzügehen. Im Zusammenhang mit der Feie» zeigten.die Veranstalter auch auf einige in den Bastelstunden selbst verfertigten Tafeln eine Uebersicht über die Lagerarbeit. Im Lause eines Jahres wurden nicht weniger asfünf Ferialaktionen mit insgesamt 8t Teilnehmern. und 1284 ver- pflegStagen durchgeführt, was für eine einzelne Ortsgruppe eine ansehnliche Leistung ist. Remunerationen für Privatangestellte. Der Allgemeine Angestelltenverband Prag teilt mit: Aus einigen uns zugekommenen Anfragen ersehen wir, daß unter den Angestellten in Prag keine Klarheit über das Recht auf eine WeihnachtSremu« neration herrscht.. Deshalb bringen. Wir zur Kenntnis: Sämtliche Angestellte, von Handelsunternehmungen, welche Mitglieder des Prager Gremiums sein müssen, haben auf Grund des verbindlichen, Kollektivvertrages Anrecht auf«inen MonatSge h alt als Rentimeration, wenn sie bet..der Firma bereits, ein Jahr angestellt sind,, und den aliquoten Teil für eine kürzere Arbeitsdauer.— Angestellte anderer Handelsunternehmungen.oder der Industrie haben dann das verbindliche Anrecht, wennfür die Branche' ein dies- bezügsicher Vertragspunkt., besteht' oder Sur Zeit der VerbindlichkejtSerllärüng der" Kollektivverträge bestanden hat.'Wo dieses Anrecht nicht besteht, sollen die Angestellten durch ihre Organisation und Vertrauensleute dies« Weihnachtshilfe verlangen. DaS Budget der Stadt Prag für 1987 ist in der Nachtsitzung von Montag auf, Dienstag um 142 Uhr mit den Stimmen aller Mehrheitsparteien gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen worden. Strahenbahnzusammenstoh- Montag- abends stieß' infolge falscher Weichenstellung ein Straßenbahnwagen der lier-Linie beim Einbiegen vom Pokii in die- Havliöekgasse gegen einen anderen 14er- Wagen, der in entgegengesetzter Richtung fuhr,. Die Wagen, deren Vorderteile sich ineinanderbohrten, wurden stark beschädigt, sämtliche Borderfenster sowie die Lampen wurden zertrümmert üyd auch die vorderen Plattformen zum Teil zerschlagen, Personen innerhalb des Wagens wurden nicht verletzt; der Schaffner der einen Wagens erlitt einige Schnittwunden au Gesicht und Händen und wurde auf die Klinik Jträsek gebracht,. von einem Pferd verletzt. Beim warten der. Pferde im Stall des Rcitklubs in Prag-Holleschowitz hinter den Elektrizitätswerken wurde der 28jährige Stallknecht Franz Vokurka, der im Klubgebäuoe Vorträge Kunst und Wissen VminsnachrichUn Kaut und Bonsseaa war das Thema des Vortrages, den Prof. Ernst Easfirer, der vor Hitlers Machtergreifung tu Hamburg lehrende und dann nach Oxford berufene Philosoph, am Montag in der Prager Urania hielt,' An Goethes Satz anknüpfend, daß in den Werken der Philosophen nicht nur Lehrgebäude, sondern Lebensformen zu erkennen seien, stellte er die lebendigen Gestalten Kant» und Rousseau» einander gegenüber: den. Königsberger Phiwsophen, der-nie die Grenzen seiner Vaterstadt veüieß, der die Welt nicht mit den Sinnen, sondern mit- seiner VorfteÜ lung-kraft erlebte, sein Leben der Methode unterwarf und nach strengen Maximen regelte, der de» Grundsatz über da» Triebhafte stellte— und Jean Jacques Rousseau, den Unstet Wandernden-und Flüchtenden, der die Berufe und die Konfessionen wechselte und seine großen Ideen nicht methodischem Philosophieren, sondern Inspirationen verdankt« und so in seiner Lebensform äl» vollkommener Gegensatz zu Kant erscheint. Und dennoch war Rousseau der Denker, der auf Kant die größte Wirkung guS» gcllbt hat. Die Lehre Rousseau», daß der Mensch Won Natur au» gut und nur durch die sozialen Per« hältnisse verdorben sei, hat auf Kant erschütternd, ge- wirkt—> und war bestimmend für sein« Erkenntnis vom„Primat der praktischen Vernunft*, vom Vorrang de» Sittlichen vor dem Intellektuellen. Die Hingabe Rousseau» an die Schönheiten der Natur konnte Kant nicht teilen, da er nur in der„Spontaneität" de» menschlichen Geister, also' nicht in der gefühlsmäßigen Hingabe Freiheit und Wert'fand und in der Natur nur das Ideal de» Erhabenen gelten ließ, da» durch den freien denkenden Menschengeist zur Größe erhoben wird. Aber gerade durch den Freiheit»begrtsf ist der Schöpfer der Bernunstrkritik wieder mit dem Verfasser de»„Contrat social" und de» Emile" verbunden. Rousseau» zu Unrecht al» rein individualistisch aufgefaßte Gesellschaftslehre beruht in Wahrheit auf dem Begriff, des Gesetze», da», auf dem freien sittlichen Willen de» Denfchen begründet ist und die> Freiheit eine», jeden erst ermöglicht. Weser Gedanke der auf Freiheit begründeten Ordnung berührt sich mit- dem Sittengesetz Kant», der Rousseau» Gesellschaftslehre als die. größte Entdeckung nach Newton» Lehre der Naturgesetzlichkeit bewunderte und sich so mit deNr ganz ander» gearteten Denker in der Sphäre' der Objektwen was und vereinte,—ei»—- Ob Marmeladen, Kom potte, Fruchtidfte«der Honig, ob eingemachte GemOie, Senf oder Fiiehdellkateuen— In der hyglenbchen und durch,wütigen daipackung(lehrt Do den Inhalt. Und darauf kommt n doch aal ^Der Prozeß wurde vorläufig vertagt.. E» wird um..einen Pergkeich^ bzw.. um Zurücknehnmna der Scheidungsklage verhandelt, zu der sich, soviel Wir erfahren konnten, die Gattin vorläufig nicht herbcilassen will-, obwohl Kr beklagst"Gatte gern zu ihr zurückkehrcn würde. Trotz oller Bemühungen Musste er die-Erfahrung, machen,-daß er-immer nur der Liebhccher Nr. 4 geblieben ist ,.. l - Der Vorstand der Iglauer Bahnerhaltungssektion wegen Uiftersdiiagunlt verurteilt Jglan.—rb— Gestern wurde vor dem Iglauer Kreiigericht der Prozeß gegen den Vorstand der BahnerhaltungSsektion de» Bahnhöfe» Jglau, den technischen O betrat In g. Bojtüch Safränek noch mehrfacher'Vertagung endlich zu Ende geführt. Der Angeklagte war beschuldigt, Dienstgelder im Betrage von 49.884 Kü veruntreut zu haben. Diese Unterschlagungen, die sich nach der Anklage durch volle sieben Jahre fortsetzten(von 1927 bi» 1984), wurden von der An» Naoebehördeal» einfache» verbrechen der Unterschlagung qualifiziert und nicht al» Mißbrauch der Amiigewalt, welche Anklage den beamteten Defraudanstn vor da» Schwurgericht gebracht hätte, wa» z. B. unweigerlich jedem kleinen Postangestellten geschieht, der stch an anvertrauten Sendungen vergreift, wie lener Schwurgericht»- prozeß wegen Unterschlagung eine» Warenmuster» un Wert von vier Kronen bewies, die mit einjährigem schweren und unbedingten Kerker geahndet wurde. Dank der schonenden Auslegung der Staatsanwaü- schaft erschien der Derr technische Oberrat Sastänek nur.vor einem S t r a,f f e n,a t und wurde gestern, nach Abwicklung eines langwierigen Strafverfahrens zu acht Monaten schwer en Kerker» verurteilt— aber bedingt auf vier Jahre, innerhalb welcher Frist er den Schaden „nach seinen Kräften gutmachen" soll. Frauenschicksale unter dem Faschismus.' Donnerstag. 8 Uhr. veranstaltet Re.Union für Recht und Freiheit" im Klubraum de».Närodni Kavärna". Närodni tk. 18. einen Abend mit dem Themar „Frauenschicksale unter dem Faschismus". E» sprechen u. a. die, Schriftstellerin Pulmannovä und Sago»- kovä.- Trau'nur Deinen Augen» kaufe in WttMmg« au» de» Psbllüm. Der Stern lenkst di« drei König« zur geheiligten Kripp«. Die Lieb», aus Ehrtstu» strömend, lenkt.däll Her, hum Schenken. Riemand vergesse.sein«.Nchhften, seine Liebsten, niemand beraube' sich und sie der Freude de» Geben» l Ob grm, ob reIch, jebet!- g«ba nach seiner Kraft. Jeder findet«twas'bei.BÄa. ßeriMssaat Ein VdNKi— vier Liebhaber — end ein zerstörtes Ebeleben '(ZivilkreiSgerlchk.) Prag,(rb.) Der 88jährige Vladimir S. führte ein vielbeneidete» Eheleben. Er bekleidete eine sehr gutbezahlte Stellung, hatte eine hübsche und tüchtige Frau und zwei prächtige Kinder und e» bestanden all« Voraussetzungen dafür, daß diese ausgesprochene LiebeSehe von Dauer sein würde..^Und doch ist gegenwärtig gegen Vladimir S. die Scheidungsklage anhängig und der Rechtsbeistand der Gattin hat ein umfangreiche» Beweismaterial gegen den. geklagten Gatten zusammengetragen. Vladimir S. machst vor zwei Jahren(während ter zweiten SAvangerschast feiner Frau) die, Be- kannsschast der gleichfalls verheirateten Elisabeth B., die um etliche Jahre älter ist. als der Geklagte. Die Ehe dieser Elisabeth B. war kurio» genug. Beide Ehegatten gingen ihrer Wege und ließen sich gegenseitig absolute Freiheit. Wa» Elisabeth B. betrifft, so machte sie von dieser Freiheit den Gebrauch daß sie sich— soweit bekannt und nachgewiesen— gleichzeitig vier Liebhaber ver-, schaffte. Liebhaber Nr. 1 war ein Fabrikant, der sie ein- bi» zweimal in der Woche zu luxuriösen Abendessen(Durchschnittspreis 180 Ui) einlud, über sonst als„gebundener Mann" Zurückhaltung übte. Nr. 2 war ein Handelspertteter, der zwar nicht überKapita- lien verfügte, aber doch ein Kleinauto befaß, mit dem Frau Elisabeth B. gelegentlich ins Gebirge fahrend konnte. Nr. 8 war ein stellenloser Absolvent der Technik, bei dem keinerlei materielle Vorteile zu holen worenund den Elisabeth B. offenbar„um seiner selbst willen" liebte.(Er ist um 18 Jahre jünger al» sie.) Als Garnitur Nr. 4 wurde vor zwei Jahren Vladimir S. angenommen, dem au» diesem Verhältnis schwere Komplikationen entstehen, sollten.'. . Zunächst verlief, alles glatt. Herr, Vladimir fand sich dmnit ab, der vierte im Bunde zu sein und war vielleicht sogar ftoh, daß ihm solcherart keine unangenehme Verpflichtungen erwachsen könnten. Im Lause der Zeit nahm da» Verhältnis aber andere Formen an. Vladimir S. verliebst sich regelrecht in feine vierfach engagierte Freundin und bemühte sich, feine drei'Nebenbuhler(den.legitimen Gatstn nicht gerechnet)auSzustechen. Er machte dem Fabrikanten Konkurrenz, indem er seine Geliebte selbst'in»„Savarin" und ander« LuxuSlokale führte, mietete, da er seM kein Auto befaß, Wagen zur Fahrt in» Gebirge- und intrigierte auf alle möoliche Weise gegen den' mittellosen Liebhüber. Al» zum vergangenen Weihnachtssest der Liebhaber Nr.' 1 seiner Freundsn einen Pelzkragen schenkte,' übertrumpfte er ihn durch Schenkung eine» PelzmantelS für 8209 flöt Auf diese Wesse entfremdest er sich nicht nur seiner Familie, da er die meisten Abende außer Hau» verbrachte, sondern er brachst infolge dieser unsinnigen Ausgaben auch immer weniger Geld zur Bestreitung de» Haushalte». Obwohl er fast 4000 Ak monatlich bezog, konnte er schließlich seiner Frau kaum mehr da» notwendigste HaushaltungSgeld geben. Seine Gattin beauftragte endlich ein Detektivbüro,^daS ihr in kurzer Zeit umfangreiche» Material vorlegte.-auf Grund dessen-die Scheidungsklage eingebracht wurde.■ Bezirksverein„Arbeiterftirserge".' Sitzung,! Hilfrastion Tachau Mittwoch, 16. Dezemieri um' 7 Uhr ahend», Smekka 22, Parstiheim. AUgemehw» Aniestelltenverband Reichenberg, Ortsgruppe Prag. Amtsstunden: MittwoMstbl» 8 Uhr, Smeökh 22. Weihnachtsfonnwen-d« feier,der Jung-Angestellten heust-'/Wittwoch abends, fm- Heim,-' Smeiky 22. EingtzMrte Gäste willkommen. Atu» Prag. Ausschußsitzung am Frei« tag, den 18. Dezember, um 7 Uhr abend» m, Bil« dunglverein deutscher Arbeiter. -wohnt,-von, einem Pferd mit dem, Hinterhuf getroffen. Er- wurde bewußtlos-auf, die Klinik Müsset gebracht, wo festaeftellt wurde, daß er schwere innere Verletzungen erlttstn hat.-. Unerhörte Gewissenlosigkeit. Der Chauffeur Josef Kala» au» Prag-Holleschowitz ftihr Montag nachmittag» in' seinem Personenauto P S69 durch die Zeltnergasse, während neben ihm der Betmite Jan. Hoffmann aus Spokilov saß, der chauffieren lernen wollte und dem er deshalb-zeitweilig, die Lenkung de» Auto» überließ. Der Erfolg war verheerend: Hoffmann fuhr auf den Gehsteig und warf nacheinander den 61jährigen Gärtnereiverwalter Josef Sprangl, die 42jährige Marie Eermäk, die 29- jährige Zdenka Krejsa und den 66jährigen Gärtner Ottokar Kktiin um. Kala» wurde der Führerschein entzogen. Hoffentlich bleibt da» nicht die ganze Be. strafung für den wirklich groben Unfug! Militärische Jugenderziehung. Dienstag. vormittag» fand, wie alljährlich, eine Probeübung für die Rekruten der Prager Garnison in der Nähe von Spokilov statt. Die Uebung, die von ausgebildeten Mannschaften des Infanterieregimente» Nr. 28 »Tyr» a Fügner" ausgeführt wurde, sahen die Rekruten aller Formationen der Prager Garnison zu, denen ihre Kommandanten Erläuterungen gaben. Bei de» Uebungen, denen die Generale Palackh und Langer beiwohnten, wurden ein Annäherungsmarsch, Aufklärung, Fühlungnahme und Angriff auf die Verteidigungsstellung de» Feinde» borgeführt. Der Probeübung wohnten auch die Schüler de» Vrtiobicer Realghmnasium», insgesamt rund 1200 Studenten und Studenttnnen, bei. Die Pröovicer Anstalt hatte einen besonderen Sanitätr- und BerbindungSzug aufgestellt. Die Studenten standen unter der Führung ihrer.Klaffenkommandanten" bei Aufsicht des Profefforenkollegiums. Die.Klaffenkommandanten" — hiefür ausgewählte und geeignete Schüler— wurden. Im vorhinein von der.Annahme" der Uebungen informiert, die sie in der Schule auf einer in vergrößeriem Maßstäbe auf der Tafel aufgezeichneten Landkarte studierten. Bor der Hebung wurde ein.Schulbefehl" erlassen und den Schülern verlesen. Nach Beendigung der Uebung marschierten die Formattonen in ihre Übikationen ab. Die Schuljugend marschierte zusammen mtt den Soldastn des Jnfanstrieregimente» 28 in die Kaserne, unter Be- gleitung der Militärmustk. In den Kasernen besich- tigten die Schüler die Übikationen und konnten, sofern sie e» wünschten, ein Mittagessen au» der Äili» tärkantine einnehmen. Zum erstenmal«ine Weihnachtsfahrt in» Erzgebirge veranstalten die tschechoslowakischen Staatsbahnen Heuer, und zwar Vom 28. bi» 27. Dezember 1986 für 280 Ak und vom 28. Dezember 1986 bl» 1. Jänner 1987 für 490 UL Anmeldungen nimmt da» Referat der Ausflugszüge im Basar neben dem Wilson-Bahnhof, Telephon 888-88, entgegen. Ein spannendes Drama Da» Weinberger Stadttheater hat sich die Weltpremiere eine» starken Drama» de» französischen Schriftsteller» Stive Passeur Pavillon brüst"(Der Wipfel brennt") gesichert, da» am 12. Dezember aufgeführt wurde. Da» Stück spielt im eigenartigen Milieu eine» rumänischen Bergwerke», von dem allerdings nur die Schlote und Felsen al» szenischer Hintergrund zu sehen sind. Sonst spielt sich die Handlung, abgeschlossen von der Außenwelt, nur unstr den im Bergwecksbezirk tätigen ftanzösischen Ingenieuren und den ftanzösischen Sozialpflegerinnen ah,— wenn wir davon absehen, daß die unsichtbar bleibenden 92 verschütteten Arbeiter und die draußen vor den Werken harrende Menge, al» einzige» Zeichen der rumänischen Umgebung, mit der Tragödie der französischen Welt in Verbindung gebracht werden.— Die rumänischen Bergwerke in Caffre hat ein- französischer Konsorssum gepachtet, da» die Ingenieure und Angestellten luftdicht gegen die Berichruna mit Fremden absperrt, damtt nicht» über'den-Stand de» Werke» in die Oesfentlichkelr dringt. Durch den verrat eine» Ingenieur» gelingt es einer ftanzössschen Zeitung,. Berichte über den Stand de» Kupferbergwerke» zu veröffentlichen, war einen sähen Sturz der künsllich hochgehaltenen Aktien verursacht. Äl» Verräter wird jener Ingenieur bezeichnet, der mit der Sozialfürsorgerin Denise heimlich verlobt ist und dadurch den beiden, auch geschäftlich rivalisierenden vtzedirektoren in ihrer Leidenschaft für Denise im Wege steht. Der rücksichtslose Vizedirektor Audinguane will den jungen Mann anzeigen; e» droht ein erbitterter Zusammenswß mit dem zweiten Vizedirekwr Risette, der-nicht an die Schuld Hua» glaubt, al» durch eine Explosion im Werke 92 Arbeiter, verschüttet werden. Durch einen genialen Einfall de» Ingenieur» Risette», dem sich Audingnane widersetzt, werden die'Unglücklichen heil geborgen.-In der Nacht diese» letzten verzweifelten Rettungsversuche» wird Audinguane auf dem Ruhebett tot, mtt zertrümmertem SÄ>el ausgefunden. Der verdacht fällt zuerst auf Risette, dann auf Hug, doch e» stellt sich heraus, daß der^ Täter sowohl des verrat» al» auch des Morde»'«in junger Ingenieur'ist, der den Bericht über bin Stand- der Werke» dem Journalisten verkaufte und sich durch dep Mord de» Vizedirektors au» der Schlinge ziehen wollt«. Der zu ihm erwachten Liebe der Denise entsagt Risette, da er. ebenfalls eine kurze Ruhepause in der aufregen- den Stacht der Rettung benutzend, einen Knüppelschlag gegen den auf dem RuhÄettc-liegenden Mann führte, nicht ahnend,- daß er einen Wien Menschen nochmal» mordet. Da» Weinberger Stadttheater hat in der Regie Bor» durch eine sorgfältige Einstudierung de» Stückes und durch die Besetzung der beiden Hauptrollen— Risette: H. Korbeläk, Audinguane: H. P lacht,— eine äußerst starke Wirkung de» Drama» erzstlt. Passeur gilt al» Dramatiker, außer einer geschickt aufgebauten Handlung«ine packende Schilderung der kapitalistischen- Methoden. Die- Ausstattung Wenigs war diesmal sachlich, im dritten Akt direkt symbolisch für die Handlung. Außer den vor- ettvähnten Leistungen de» H. Korbeläk und PIgchh wäre noch H. Cermäk, Lhota, Veverka und Glaserovä zu erwähnen.'■■, m. i. Spielplan des Reuen Deutschen Theater». Mittwoch 7Ä: Fuhrmann Henschel, B2.—Donnerstag 7Ä: Mignon, C 2.— Freitag 7%: Ehe, D.— Samstag 7i4: Aida, Pressevorstellung de» verbände» deüsscher Journalisten, EL.— Sonntag Cavalleria rusticaya— Der B a j a z z o. 7S: E h e, A 2. Spielplan der Kkvinen Bühne. Mittwoch 8: Axel an der Himmelrtür. Bankbeamte 2 u. freier Verlauf.— Donnerstag 7wr Der schiefe H u t, Erstaufführung.— Freitag 8: S t i m m e u, in und nm uns. Theatergemeinde deiKul» turverbande» und freier Verkauf.— Samstag 8: ,] Der sch je-f e Hut.— Sonntag 8: An- entschu.ldigst Stunde,.8: Der" .s ch i e-f,;e' H^ü t. ,''-? 1 i B e, ii g s beding ringen: Bet Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Ki 6.—, vierteljährlich K# 48.—, halbjährig, KC 98— ganzjährig Uö 192—.— Inserate werden taut'. Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bet Einsendung, der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde vowderPost« und Tele-- graphendirektion mtt Erlaß Rr. 18.800/Vlltlüöü bewilligt,-— Druckerei:..OrblS", Druck». BerlagS- und ZeitungS-A.-G. Prag.'