z Nr. 293 Donnerstag, 17. Dezember 1936 16. Jahrgang ientralorgan PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. RtDAKTiON und VUtWAlTUNO mag xii., fochova a. tubon am HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAU». VERANTWORTIICHM REDAKTEUR iKARLKE RN, FRAG. Einzelpreis 70 Hellei (•iruchliefillch 5 Heller Porto) Die deutschen Truppen in Spanien Deutsches Echo auf Edens Rede.: Wutausbruch und Drohungen! Die„F r a n k f u r t e r Z e i t u n g«, d'c mindestens England gegenüber als Sprachrohr der Wilhelmstraße gilt, besaht sich in einem Artikel des Chefredakteurs R. K i r ch n e r mit Edens Rede und schreibt neben anderen wütenden Aus- kassungen u: „Keine Macht der Welt wird jemals das Dritte.Reich zwingen können, die Grenzregulte. rungen der Friedensverträge in Ost- und Südosteuropa als annehmbar, gerecht und vernünftig zu erklären, und diesen Zwangslösungen durch einen Garantievertrag unseren Segen zu geben. DaS Gleiche hat nicht einmal die Weimarer Republik getan— wie könnte man»S vom Dritten Reich erwarten? Wir haben statt dessen Verträge geschlossen rder angeboten, die eine gewaltsame kriegerische Revision auSschließen. Mehr kann man nicht verlangen. Wenn mehr nicht geleistet werden kann, so'liegt daS nicht an imS Deutschen, solidem an der Mangelhaftigkeit, der Grenzreg«- t ungen. Die Erkenntnis, daß dies so ist: der Mangel an Vertrauen zur Haltbarkeit deS in Versailles und Trianon Geschaffenen, ist die eigentliche Quelle des Mißtrauens der anderen. Der Osten E» rop a S ist doppelt, ja dreifach be- l a st e tr durch die M a n g e l h a f t i g k e r t b'e'«' t e r r itorialcn Rege l« n g, von der wir eben sprachen, durch den französischen. Wunsch, im Osten Bundesgenossen zu Haien, und durch dm Bolschewismus. Während wir die. RevifionSprohleme der—Zuknnfi»Seekasse« lönnen, ist der Bolschewismus eine«nS allen aufgezwungene brennende Gegenwartsfrage. Er ist der Erzfeind deS Nationalsozialismus, ideologisch und politische— das weiß jeder. Aber auch militärisch— das beweisen N.«.'• di« Abmachungen, die zwischen. Prag und Moskau getroffen wurden und die einmal dazu führe» könnten,' daß„die K» minternlti der Tsche choslowa fei fo' handelt, wie sie in Spanien gehandelt hat." Bethlen in Italien abgeblltztl Rom.(Tsch. P.-B.) Der Vortrag, den der ehemalige ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen Dienstag in Mailand gehalten hat, wird von den italienischen Blättern kommentarloszi- tiert. ES ist bezeichnend: daß daS offiziell««Gier», nale d'Jtalia" anö dem Vortrag den Passus weggrlassen hat, in dem Bethlen die Notwendigkeit einer Unterstützung Ungarns hervorgehoben hätte, damit eS stark fei im Kampfe gegen den PanflawiSmuS.: Diese Erklärung hat in römischen politifchen Kreisen k einen besonders g ü n st igen Eindruck hervorgerufen. ES wird nämlich auf daS Un» u treffende der Behauptung BethlenS verwiesen, daß die italienischen Lebensinteresse» von der Unterstützung Ungarns abhängen. Es wird auch konstatiert, daß Italien eine Gefahr deS Panslawismus nicht kennt und daß die italienische Politik gegenüber Jugoslawien ein Beweis dafür ist, daß sich Italien a« ch m i t tz e« slawischen Staaten einigen und nicht die Politik der Staaten.' der österreichischungarischen Monarchie gegenüber den Slawen betreiben will. Italien.wünscht die Sicherung deS Lebensrechtes einer jede» Ra t i o n in Mitteleuropa. Ossietzkys Aufenthalt— unbekannt Paris. Die Agentur HavaS meldet aus Berlin, daß der. Laureat beS Nobel-FriedenSprei« feS Ossietzky'am Montag das Kr a n>k e- n> Haus per litt.fn,e n hat. Sein nunmehriger Aufenthalt istinicht bekannt.\; Weihnachts-Waffenstillstand? Paris. Meldungen der Abendblätter zufolge Wollen die, Großmächte bei beiden kriegführen« den Parteien- in Spanien zwecks Abschlusses eines mehrtägigen Waffenstillstandes' für’ die:Weih- nachtsfeiertagc und zwecks A u S-t a'wjf.ch e s d'e r Ge' iis e l n sind der gefangenen nicht- kämpfenden Bevölkerung intervenieren. Pie ö'riti-. scheu Schiffe ist.den. spanischen-G,«wässern seien )berxit,-diesen-Austausch" zu vermitteln.". Sensationelle knthUllunzen Oder Ole.Nichteinmischung* Paris.(HavaS) Der Londoner Berichterstatter der Agenee HavaS zitiert einm im „Manchester Gimrdian" veröffentlichten Artikel, in dem«. a. gesagt wird: Di« Eltern ,md Verwandten der in Spanien dienenden deutsche» Soldaten habri» die Nachricht erhalten, daß ihre Söhne mit unbekanntem Ziel zu einem Militär- übungskurs entsandt wurden, der 16 Woche» dauer» wird. Die Eltern wurden aufgefordert, ihre Korrespondenzen in offene» Kuverts an daö Postamt Berlin 10, für Flieger Postamt Berlin 2 und an Nr. 55 für Mitglieder der Tank- und Fliegerabwehrmannschaften zu adressieren.' ES wurde ihnen angedeutet, daß die Post die Briefe an die entsprechende Adresse weiterleite« wird. DaS Blatt bemerkt hiezu, daß die Eltern bereits amtliche Mitteilungen zn erhalten beginnen, in. denen ihnen mitgeteilt wird, daß ihre Söhne „während der Manöver getötet»der tödlich verletzt worden sind".. Prag.' Dass Herr Senator H i l g e n r e i- n e r,..ehemaliger-Obmann der christlichsozialen BoUspartei, hon jeher ein. tiefes Verständnis für das Dritte Reich samt seinen Könzentrations- lagern für Sozialisten und Katholiken an den Tag gelegt-und dieses-Verständnis seit den Uranfängen der Henleinpartei. buch.auf diese, übertragen hat, ist allgemein bekannt. Ebenso bekannt ist aber auch, daß seine.Partei auf diese seltsame >TaM ihres Vorsitzenden bei-den Wahle» s ch w.e r >d'.r..a u-f. g e-z.a.h I't, hai.'.södahHerrnHil-. .genreiner, schließlich nichtS übrig blieb,'als die Ob- man'nstelle der. Partei.niederzulegen..' Er hielt sich'einige Zeit etwas, im Hintergrund, aber gerade jetzt, da die deutschen aktivistischen Parteien,, zu denen ja-seit dem Sommer auch die Christlichsozialen gehören, eben an die ungeheuer schwere und verantwortungsvolle Aufgabe gehen, die Lösung der M i n d e r h e i- tenfragezu versuchen, sah Hilgenreiner seine Zeit gekommen, um als richtiges, nur etwas reichlich altes Enfant terrible'wieder das ganze Werk, bevor es noch' richtig begonnen hat, durch eine jeder Verantwortung bare Rede im Senatsplenum zu gefährden. 1: ES ist bezeichnend, daß Herr Hilgrnreiner dabei di« ganze DdP-Korona als beifällig lauschende Zuhörer um sich versammelt hätte und daß am Schluß seiner'Rede der'ganze SdP-Kltib mit Frank an der Spitze"an Hilgenreiner vorbeidefiliert« ustd ihm gratulierte.' . Hilgenreiner eröffnet«'seine Rede mit der etwas befremdenden Feststellung, daß'seine Partei eigentlich bis-heute in w« sen t l'i ch e n Dingen in der O p P o fit io n- sei, trotzdem ihr Vertreter im Ministerrat sitz«. Deutsche Minister seien- bisher„nur Versprechen" gewesen und'„größtenteils unerfüllte". Bei- den. kommenden. Verhandlungen Über die Minderheitenfrage.'handle es. sich darum, zu zeigen, was der Staat den Deutschen zu geben habe. War die Frage anlangt,' wer aüf deutscher Seite berechtigt-sei,'Verhandlungen zü führen, so meint der Redner,-im Namen'deS ganzen deutschen Volkes zu sprechen,sei.ke.i st^e einzige Partei berechttm, weil keine das ganze Volk-hwter sich habe. Ate««in« Partei sei berechtigt,.für, zwei Drittel des Volkes zu sprechen,-Ugd. müsse daher bei wichtigen nationalen Frage» gehört Werde«. Sie' könnte»«S nicht, so machen, Wie die ,K l a ff« nMartei« n". die mit„mäteriellen Vorteilen", die s» ,,ab und'zM?i verlangen, di« Wähler überdiearunRegendenFca- -grn hinwegtSuscheN möchten. lZwIschenrufe von unse-i rer Seite: Pollttfcher Esertaazf) Keine Partei könne tat Gegensatz z« d«r.stärksten. Parfei(d. h. der SdP I).- endgültige' Entscheidung«» treffen.. Dies Im„Oeuvre" veröffentlicht Fra» TabonIS eine Nachricht au- Genf, in der eS heißt: Die in der Berliner„Deutschen Volkszeitung" veröffent. lichte Nachricht— die bereits Dienstag abends in Genf bekannt war— spricht von der Organisierung deS Geheimen Dienstes zur Regelung der Frage der Entschädigung und der Pensionen für Witwen und Verwandte im Soldaten der deutschen Armee, die in Spanien gefallen sind oder verwundet wurdm. Diese Nachricht hat in Genfer Kreisen einige Erregung Hervorgerufe«. Rach den Statuten dieser Organisation seien mit der Verhandlung mit den Eltern besondere Emissäre betraut, die daS Gelöbnis absoluter Verschwiegenheit oblegen mußten. Die deutschen Verluste in Spanien seien sehr bedeutend, insbesondere während der letzten Monate. Sie werden auf 0lX) blS 1200 Dow geschätzt. Insbesondere seien zahlreiche drutschr Flieger abgeschossen worden. verlange schon der ernste Wille, nach einem Dauer- frieden, der nicht im Gegensatz zur Mehrheitspartei geschlossen, werden-könne. ES komme aber mehr darauf. M,-waS.erreicht wird, als von beim. Sein Programm sei die Einheitsfront aller Deutschen in na- .tionalen Fragen.- * , Mit dieser Stellungnahme Hiigenreiners ist die Sache natürlich nicht abgetan, denn sie ist geeignet, die ganzen Verhandlungen einfach zu torpedieren.... Sollen die deutschen Regierungsparteien nach der Meinung des Herm Hilgenreiner sich.frei- willig zu bloßen Handlangem deS Herrn Henlein und seiner KameradschaftSbündler degradiere»? Sollen die Unterhändler der aktivistischen Parteien nach jeder Beratung zum Herm K« ndt oder»um Herm Dr. Rosche laufen, um ihnen Rapport zu erstatwn und in Habtacht- Stellung weitere Weisungm für den Nächsten Tag gehorsamst rinzuholrn?. Oder sollen sie nicht vielmehr a«S tiefem BemntwortungSgrfühl für daS gesamte Sudetendeutschtum, daS gerade' durch die Manöver der Henleinpartei auf daS schwerste bedroht-wird/ im Vertrauen auf die eigene' Kraft verantwortungsfreudig und selbständig in diese schweren-Verhandlungen gehen Md' die' Kläffer einfach beiseite laffm,. die,selbst trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke mch nicht daS Geringste-geleistet Halm?. >- Die Ablehnung'ihres Einheitsfrontfühlers -im Abgeordnetenhaus durch die SdP Wie der 'christlichsozialen- Partei ein hinreichendes Me- Meuto sein müssen, sich. in. dieser Richtung nicht -unnütz weiter vorzuwägen. Ist Hiigenreiners 'neuester.Vorstoß, eine seiner bekannten Extratouren oder'eine offizielle Erneuerung des abge- ilehnten Einheitsfrontangebotes? Es wird gut sein, wenn die christlichsoziale' Parteileitung diese Fragen, bald,-klärt. Schließlich, werden, auch., die tschechischen Regierungsparteien - efts eminentes Interesse daran habest, klarzustellen, ob. die'Verhandlungspartner auf deufschbürger- ilicher-.Seite aufrechte Männer.oder bloße Puppen-, einer Oppositionspartei vm» Typus der SdP'sein sollen. Was sagt^insbesondere Herr Minister Z ä j-i ü e I dazu, der sich draußen in den»er« Sammlungen ehrlich', mit der SdP herumschlagt? 'Wist sind astf die Antwort sehr gespannt Sollte idie'Partei mit Hiigenreiners neüestest.'Rede- nicht einverstanden sein, dann wäre es dringend not- 'wendlg, ,ihm gegenüber einmal alle Konsequenzen zlt'M'enl'' Zerrissener hiebei England und die Tschechoslowakei Die Außenpolitik des Dritten Reiches hat eine schwere Niederlage erlitten. DaS Kernstück der Außenpolitik des deutschen Nationalsozialismus war der Gedanke Frankreich von England zu trennen, Deutschland dadurch im Westen zu entlasten und freie Hand im Osten zu erhalten. Das hat Hitler in seinem Buche„Mein Kampf" gepredigt, daruni ward Ribbentrop nach London erst als Sonderbeauftragter des Führers, dann als Botschafter gesandt worden, denn in Deutschland weiß man, ein Vormarsch der deutschen Armee nach Osten lväre nur möglich bei britischer Neutralität. Eine Zeitlang schien es, als ob die deutsche Außenpolitik in ihrem Bestreben Erfolg haben sollte, das deutsch-englische Seeabkommen lvar Wind in die Segel des Dritten Reiches, die englisch-italienische Spannung hatte die Engländer vorsichtig gemacht, sie wollten nicht zugleich mit Italien und Deutschland in Konflikt geraten. Diese Vorsicht zwang dein britischen Löwen außerdem noch die Tatsache auf, daß seine Krallen nicht geschärft waren, d. h. daß England nicht gerüstet war. Die englische Außenpolitik hat zwar seit 1914 stets ihr Lebensinteresse an allen Fragen des Westens betont, Chamberlain hat 1925 in Locarno die Grenzen Frankreichs und Belgiens garantiert, aber irgend eine ähnliche Verpflichtung im Osten einzugehen, hat sich England stets geweigert. Die letzte Rede des Außenministers Eden hat gin wenig big Nebel zerrissen, die über der Zukunft ÖsteuröpäS lagern. In' dieser Rede vom 14. Dezember hat Eden— wie wir schon gestern festgestellt haben— mit erfreulicher Klarheit ausgesprochen, daß'England ein Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens auch in den anderen Teilen Europas, nicht nur im Westen, habe, er hat sich also der These Litwinows vom unteilbaren Frieden beträchtlich genähert. Noch deutlicher wurde die dem Ministerpräsidenten Baldwin imhestehestd'e„Morningpost", welche klipp und klar sagt, der Außenminister habe, ohne ein Land besonders zu erwähnen, in seiner Rede „an die Möglichkeit eines reichsdeutschen Angrif- ses auf die Tschechoslowakei" gedacht. Ein solcher Schritt aber würde Großbritannien- nicht gleichgültig lassen.„Sollte das Deutsche Reich", so schreibt das konservative englische Blatt,„tatsächlich' damit rechnen, die Tschechoslowakei zu überfallen, ehe wirkliche Hilfe verfügbar wäre, so würde nach britischer Aufsassung in-derartigen Aktionen sragloS das übrige Europa mit Einschluß des britischen Weltreiches verwickelt werden". Deutlicher kann ein englisches Regierungsblatt'nicht mehr werden und angesichts der bisherigen Reserviertheit der Engländer in allen Fragen deS Ostens ist die Aeußerung der„Morningpost" bedeutsam. Gewiß, man darf auch aus der Haltung des zitierten Blattes nicht die Folgerung ziehen, Großbritannien werde die Grenzen der Tschechoslowakei genau so garantieren, wie jene Frankreichs und Velgiens. Aber In London ist man sich dessen bewußt, daß bei einem Angriff Deutschlands auf die Tschechoslowakei nicht nur die Verbündeten dieses Landes, sondern „das übrige Europa mit Einschluß des britischen Weltreiches" nicht untätig zuschauen würden. Mit anderen Worten: Deutschland stößt nicht nur im Westen, sondern a u.ch im O st en, auf den großen BlockderFriedensmächte, Deutschland ist bei einem Vorgehen gegen Osten- ebenso isoliert! wie es bei einem Krieg im Westen wäre. Die Uebermacht,- die sich gegen Deutschland zu'ain- menfände.-wäre noch größer als 1914-. Deswegen' ist-jeder Gedanke an«inen Krieg für daS Deutsche Reich Wahnsinn, ein-solcher-Krieg-würde aus Europa-einen blutigen Trümmerhaufen machen und das deutsche Voll'in ,'eiNe?Kataströphe treiben, wist es sie'weder' im Dreißigjährigen' Krieg'-Mch nach Beendigung des-Weltkrieges erlebt hat. Die- jenigeni-welche Deutschland, neuerlich in einen Krigg hineinhetzten,, würden es ein zweitesmal in ein'noch ärgeres'BersäMs sühsten!-- Dje Haltustg-Englands zu-den Fragen des Ostens'kann-aher auch nicht" ohne Folgen für die s» d et e» d.'e.u't.s ch e, Politik sei». Mo- naielang.haben-Herr Henlein-und-seine Kumpane IHV lan8eifc| i wird Hilgenreiner slck Extratouren leisten? Kandidatenrede für die SdP Im Senat Begeisterter Beifall und Gratulationen seitens der SdP-Senatoren Sette 2 Donnerstag, 17. Dezember 1030 Nr. 203 Genosse Hackenberg im Senat sich unter anderen Redalteur F. Rehwald Strafverfahren über höheren S aus Reichenberg beteiligte, wählt« die Kommission wurde; da» Juftlzmlnlftertu« bl aus ihrer Mitte einen engeren Vorbereitung»»»»^! im«« gearteten Befehl««och wein hott M» ftnnimiKinn mit hur WnÄArFn’ihinA' HtltKM(Ulf CHttftctfanA SiT Die böhmische Landesvertretung schloß Mittwoch nach zweitägiger Sitzung ihre heurige Wintersession,- könnte, daß es vielleicht durch seine Eingriff« de» normale» Gang der Justiz beeinflnffen«olle, lLebhafter Beifall.) Zwischen den Klubkollegen der Senators Paulus, der sich dann verlegen aus der unangenehmen Situation herauszureden versuchte, und einigen tschechischen Sozialdemokraten kam es zu schweren Zusammenstößen. Wie er heißt, will *' lt«vihiiu||wihh vi>s I| DPU DtlDUyl UHD Qul|K19 DUCS Hlll**illlnClli tionSfragen für die Länder Mähren-Schlesien, wa» auch nur den geringsten Anschein erwecken Slowakei und Karpathoruhland werden nach dem"' Neuen Jahr zu Sitzungen nach Prag einberufen werden.- I wegen Mangel» eine» strafbaren Tatbestände», b»w. -Mangel» an Beweisen— ging von der vriinner --Staatsanwaltschaft,«»»„wurde von der OberftaatS- annalttchast genehmigt»nd von d« RatSkamm« de» Brünner Krej»ftrafgerichte» bestätigt. Der Minister «äffe dah« auf da» entschiedenste die Befchnldtgnng gurückweisen, al» ob da» Justizministerium in dieser»der einer anderen Sach«.^tabinrtt»- sustlz» betrieben hab«. dachte Hugo. Dann, dachte er:. Ob auch Carola so spräche? „Ich hab' schon vor meiner Ehe zwei Liebhaber gehabt und bin geschieden worden, wegen Ehebruch. Und hab' nachher Liebhaber gehabt. Biele." „Hast du sie lieb gehabt? Wirklich lieb?" „Nicht alle." ,^tzast du mich lieb?" „Nein:" „Warum nicht?" „Weil du ein dummer Junge bist." Carola, dachte er. Carola sprach anders. Ihre Stimme ist anders, ihre Stimme ist wie Musik, die Stimme dieser Frau klingt hohl, sie ist eine Höhle, in deren Tiefe ein Tier sitzt, da» lockt, in ihrer Stimme ist kein Frieden, die Stimme Carolas ist die Ewigkeit und der Gesang der Stern«,.die Meere sind in der Stimm« Carolas, in der Stimme dieser Frau aber ist nur die Nacht. Er muhte diese Stimme ersticken, er stürzte sich Über Isabella, presste seinen Mund auf ihre Lippen, solange, bi» er Blut auf der Zunge schmeckte,' er schlang die Arme um sie und prehte sie an sich, al» wollte er die Stimme au» ihr treiben, diese Stimm«, di« hohl war und gebrochen klang und unendlich leer—, sobald er wieder zu sich kam, mit geschlossenen Augen dalag und die Frau auf ihn einsprach:„Dummer Junge." Hl. War nach ein Paar Wochen Genno» Rechnung so hoch geworden, dast e» zweifelhaft erschien, ob er sie je ioürde bezahlen können, verschwand Pelikan für einen Vormittag. Er ging die geheimnisvollen Weg«, auf denen er alles beschaffen konnte. Abnehmer für' liegengebliebene Waren, fremde» Geld, Pastvisa und sogar Aufträge für Genno. Kam er zurück, warf. er. einen Brief auf Genno» Tisch: Binnen drei Tagen war für«in neue» Mundwasser ein Prospekt zu entwerfen, die Eigenschaften,, die hervotgehoben werdest muhten, waren aufgezählt, die Punkte,, die von besonderer Propagandawirkungwaren, näher bezeichnet.' Manch-: mal. war«»«ine Reihe von. Bildern,,zu denen. Genno Verse dichten muhte; das Honorar kassiert« Pelikan, ein, ec legte.eiste quittierte Rechnung und ein paar Münz«: vor Genno, der da» Geld einstrich und die Rechnung zerrih.. Diesmal brauchte eine Firma für einen neuen Kaffeezusatz einen gereimten Reklamezettel, den st« verteilen lassen wollt«; sein Werk würde ist hunderttausenden von Exemplaren gedruckt werden. Hunderttausende würden es lesen, seinen Namen setzte er jedoch nicht darunter; erschien dann ein Buch von ihm, würden die Rezensenten sagen: Ach, das ist Genno Lingen, der die hübschen Verse über Mundwasser, Rasierklingen und Kaffeezusatz macht! E» muhte auf seinen Namen achten, der Name war sein einziger Besitz und durfte nicht der.Lächerlichkeit ausgeliefert werden. Heute wurden die Verse nicht fertig. Seit einigen Tagen stand auf jedem Blatt Papier, das vor ihm lag, das Wort: Carola. Gr war nicht estva in das Mädel verliebt, wie Billy oder Hugo oder Gerleitner und die anderen; Carola war da» Leben, das nach geheimnisvollen Gesetzen gelebt wurde, ohne Grübeln und ohiw Hemmnis; hinter ihr richtete e» sich auf wie..ein riesenhafte» Gebäude mit geschloffenen Fenstern und versperrten Türen; sie trug den Schlüssel in. der Hand. Gin paar Worte über ihr Schicksal würden ihm. den Zugang zu jener Welt eröffnen, den er bisher vergeben» gesucht hatte; da» Dasein nur eine Stunde mit ihren Augen sehen, mit ihrem Herz und er, leben, und er konnte«»'formen, seist Werk würde wachsen, und die Prospekte für'Kaffee, die. Verse für Mundwasser sänken für imnter in Dunk-I zurück. Er jagte Carola nach, er war hinter ihr her wie ein Jäger hinter seiner Beute;«in Herzschuh, das Herz zerbrach vor ihm, lag offen da, er konstte darin lesen. Diese» Werk würde thm Ruhm erwerben und die Unsterblichkeit. Man war ein Dichter, wollte, nicht wie' feite, anderen, jene Krämer und.Spirher, spurlos durch' die Welt aehen und v«geffen werden, drei Tag«, nachdem .der Sarg in Die Grube gesunken.. Er hatte mchrinals versucht, ast.ihr Geheim, »is heranzukommen, er umschlich sie, er. fing eil paar Worte qüss stand hinter. der Säule, wenn sir PauluS gegen den Senator D u n d r deshalb ein Rügeverfahren anhängig machen. Au» der sonsttgen Debatte sei die Rede de» Volksparteller» Dr. S o b o t a hervorgehoben, der mit den Sprechern der sozialistischen Parteien darin Lbereinstinnnt, dast auf die Lösung der sozialen und gesundheitlichen Fragen da» gröhte Gewicht zu'legen sei. Seine Parte: stimme nicht mit dem sozialdemo- krattschen Programm überein, aber sie finde viele Berührungspunkte, wenn«» sich um di« Milderung menschlicher Not, um dl« Lösung sozialer Fragen etc. handle.• Der tschechische Agrarier Dr Stodola beisprach anerkennend die günssigen Ergebnisse de» ersten Jahre» der Ministerpräsidentschaft Dr. Hodzasi Ebenso habe da» erste Jabr der Präsidentschaft Dr. Benes» un» allen das Gesühl der Sicherheit und des Vertrauen» gebracht. Die Debatte wird Donnerstag bereits ab 8 Uhr früh fortgesetzt und Freitag abends abqe- schlossen werden. Anstalten für Geisteskranke oder SlechenhSuser? Wie wir bereit» berichtet haben, stellten die Mitglieder der Landesvertretung Dr. Strauss und Grund an den LandcSpräsidenten eiste Anfrage bezüglich geplanter Entlassungen von Leichtkvanken aus den Landesanstalten für Geisteskrank«. In der Sitzung der LandeSvertretung vom Mittwoch beantwortete Vizepräsident B teuer t h diese Anfrage dahin, daß jene Kranken, welche keiner ständigen KrankenanstaltSpslege, sondern nur eine minimale Aufsicht' erfordern, in öfsentliche Siechenhäuser versetzt werden sollen— weil die Pflege In den letzteren billiger ist. Von den 9880 Kranken, die sich gegenwärtig in den Anstalten für Geisteskranke hesinden, kommen 888 Kranke, d. s. 0.2 Prozent in Betracht. Fall» dies« Maßnahme— das soll zu der Antwort de» Landespräsidenten bemerkt werden — zur Durchführung gelangt, bedeutet dies zwar eine Entlastung des Landes, aber eine Belastung der Bezirke. Wohl ersetzt das Land den Bezirken die Hälfte des Betriebsabganges der Siechenhäu« ser, aber die finanzielle Lage der Bezirke ist so, dah jede Mehrbelastung für diese drückend ist. Fälle tatsächlicher geistiger Erkrankung gehören auch ebenso aus medizinischen wie aus sozialen Gründen in die Anstalten für Geisteskranke. Mährische Landesvertretung Brünn. Mittwoch wurde di« sechste Tagung der mährisch-schlesischen Landesvertretung geschloffen. U. a. wurde beschlossen, den Ministerpräsidenten Dr. Milan HodZa sowie den Finanz«, Eisenbahn»,..Landwirtschafts->mnd> den Minister für.öffentliche Ärbeiten.telegraphisch zu.ersuchen, den Beratungen der mährisch-schlesischen Landesvertreter im Präsidium des Ministerrates Aufmerksamkeit zuzuwenden und di« Forderungen de» Landes Mähren-Schlesien zu unterstützen. Die Sitzung schloß der präsidierende Landespräsident mit einer kurzen Uebersicht der Arbeiten der LandeSvertretungSausschüffe während des ersten Jahve» der neuen BerwaltungSperiode. Abschließend gedachte der Vorsitzende des bevorstehenden Jahrestages, an dem nach dem Präsident- Befreier das Präsidentenamt der zweite Präsident der Republik Dr. Eduard Benes übernahm. Die LandeSverwetung wünscht shm für die weiteren Jahr« seiner Amtsführung vollen Erfolg. mit Billy sprach, mit Etädtlein, mit Frau Finsterbusch;' er schrieb die Worte auf Blätter, ordnete die Blätter, abpr e» wollte sich nicht das Bild ein:» Lebens, eines Menschen, eines Schicksals au» ihnen formen. Wieviel« waren berühmt geworden, indem sie ein fremdes Menfchendafeln nachzeichneten, wieviele, die nichts erlebten, hatten aus fremden Herzen dte Kraft des Schaffens, den Stoff und di« Welt eines Werke» gesaugt. Sein Werk ging an ihm vorüber, sein Werk lebte neben ihm, er muht« nur die Hand ausstrecken,«8 greifen, es festhalten,«s auf das Papier bannen und feine» Namen auf da» Titelblatt setzen. Dann' konnte«s ihm nicht mehr entrinnen. Gerleitner lachte drüben laut auf. «Das ist etwa» für Genno", brüllte er. .kommen Sie herüber, Genno", schrie Mittelmeier. „Wir wollen das Inserat für die Zeitung aufsehen", sagte JInsterbufch.„Wir suchen zwei junge Kcllnerinnen.Sie sollen sich vorstelleu kommen. Am vormittag." „Wenn Ihre Frau nicht da ist!', gröhlte Paal.■ «Da wird einmal etwa» von Ihnen In der Zeitung gedruckt", grunzte Gerleitner.„Oft kommt dar ja nicht vor." -„Schreibest Sie, Gestno: Zwei hübsche jungt Mädchen tverden gesucht, morgen vormittag» können die Damen erscheisten) sie sollen ihr« Zeugnisse mjibimgen, abgestrafte Diebinnen nehme ich nicht." „Wenn' das Inserat erschienen ist, rahmen wir«s eist''und hängen'«» über Ihren Tisch,' Genno." „Genno Lingens gesammelte Werke." Genno schwieg. Er ging an seinenTischzu« rück, warf«in paar Zellest auf» Papier, trüg den Zettel zu Finstevbusch.'.hinüber,', Schleuderte Mi'< äuf den Tisch, wortlos..Finsterbusch"nahm da»; Blatt, e» ging im Krej» herum. (Fortsetzung folgt.) - Nr. 203 DonnerStawlT^Dezember 1036 Sette 3 Pas Pulverfaß China Japan droht offiziell mit Intervention Sudetendeutscher Zeitspiegel Britische Aktivität Auch Italien wird gewarnt London.(Reuter.) In Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus« erklärte Außenminister Eden, daß seit einiger Zeit die Frage der diplo- matischen Vertretung Großbritanniens in dem von Italienern besetzten Abessinien studiert wird. An keiiiem Fälle sei eS jedoch die Absicht der britischen Regierung, die Annexion Abessiniens de jure anzuerkeNnen. In Beantwortung einer anderen Anfrage erklärte Eden:»Am 12. September informierte der Leiter der britischen Botschaft in Uebereinstimmung mit meinen Instruktionen den italienischen Außenminister' Grafen Ttanö, daß jede Aenderung des Status quo itst westlichen Mi t t e lm e e r e eine Frage wäre! welche die britische Regie- rUn g i n u n mittelbarer Weise bertihren würde. Graf Ciano versicherte den Leiser der'britischen Botschaft, daß die italienische Regierung weder vor Noch nach dem Ausbruche dex' Revolution in Spanien Irgend welche Verhandlungen mit General Franco ausgenommen habe,, die irgend eine Aenderung im Gtatst» quo des Mittelmeeres gum Gegenstand gehabt hatte stichdaß Italien auchin Zufunft solche Verhandlungen üichtausnehmen werde:D!e» wurde iteuer- lich gegenüber dem., britischen Marineattächs in Rom seitens des italienischen Marineministers be- Sch an g h a i. Die Truppen der Nanking- Regierung haben am Dienstag abends die Stadt Siangfu, den Sitz deö aufständischen Generals Tschangsueliang, vollkommen umzingelt. Die Otegierungvtruppen haben vorläufig BereiischaftS- stellungen bezogen und warten die Befehle der Nanking-Negierung ab. Au» dem Beschluß des Politischen Zentralrates wird gefolgert, daß von wetteren Berhond- lnngen mit den Aufständischen Abstand genommen wurde und daß die Nanking-Regierung entschlossen ist, den A u f st a n d so rasch alS möglich z u unterdrücke.n, selbst wenn dies Tschiangkaischek und den übrigen Geiseln daSLeten kosten sollte. London.(Reuter.) Nach Berichten au» Schanghai hat der Australier Donald, der sich aus Nanking nach Siangfu begeben hatte, um zwischen Tschiangkaischek und Tschangsueliang zu vermitteln, au» Lojan dem Neuterbüro telegraphiert, daß die Aufständischen ibm versichert, hätten, sie tvlirden dem chinesischen Ministerpräsidenten kein Leid zufügen. Sie fügten hinzu, daß sie Tschang- kaischek loyal, folgen würden, wenn er die Waffen gegen Japan statt gegen die Kommunisten erheben und wenn er einwilligen würde, seine pazifistischen Mitarbeiter zu entlassen und verschiedene andere Reformen durchzuführen. Donald erklärt, er hosfe, daß die Krise in einigen Tagen gelöst sein werde. Schanghai.(HavaS.) Der japanische Marineattacht Sato besuchte den Chef der asiatischen Abteilung im Außenministerium Kaotun und erklärte, er hoffe, daß China, obzwar eS den von Japan gestellten Antrag, sich an einem antikommunistischen Pakt zu beteiligen, abgelehnt habe, nichtsdestoweniger sich einem stillentteber- e i n k o m in e n in dieser Frage anschließen werde. WeiterS betonte er die Gefahr, welche die Gefangennahme Tschiangkaischek» für den Frieden in Asien haben könne, auS der die Sowjetisterung China» entspringen könne. Sato fügte hinzu: Da» japanische Militär in Kvantun hat die Vorbereitungen beendet, nm eventuellen Erschütterungen in Sujuan die Spitze bieten zu können. Tokio. In einer Stellungnahme des Kriegsministerium» zu den Ereignissen in China wird die alte antijapanische Einstellung Tschang- sueliangs besonders hervorgehoben. ES heißt dann weiter, die japanische Armee erkläre, daß sie dem kommunistischen Einfluß in China nicht gleichgültig gegenüberstehen könne und sich alle weiteren praktischen Schritte Vorbehalte. * Die chinesische Gesandtschaft in Prag teilt ein amtliches telegraphisches Dementi der Gerüchte über die Ermordung des Generalissimus Marschall Tchiangkaischek mit. Vergeblich schwere Angriffe der Faschisten auf Madrid Valencia.(Fabra.). Alles deutet darauf hin, daß die Aufständischen neuerlich versuchen wollen, mit Gewalt in Madrid einzudringen. Beweib dafür ist der montägige Angriff im Abschnitt Bald» Morill», bei dem die Aufständischen in ungewöhnlicher Art mit Mann und Material wüsteten. Sie waren gezwungen, in ihre Positionen zurückznkehren. Nach Abschluß deS Kampfe» fand die Miliz 180 tote Aufständische, zahlreiche Maschinengewehre, Gewehre und Kisten mit Munition am Kampfplatz. ch Die Ruhe, die in den vergangenen Tagen an der Madrider Front herrschte, wurde in der Nacht zum Mittwoch durch, einen heftigen Angriff, auf die Universitätsstadt unterbrochen. Nach einem' mehrstündige« Kampfe wurden die Aufständischen' unter schweren Verlusten in die Flucht geschlagen. Auch an zwei anderen Stellen«ersuchten die Aufständischen einen Angriff auf die Positionen der Regierungötruppeu zu unternehmen. Die Milizionäre bemächtigten sich auf ihrem Vormarsch bei Santander vieler Gaöbomben und GaSschutzmaSken deutscher Erzeugung. Ein Kohlen träger de» Schisse»„Juanita", der au» Majorka, wo er gefangen war, entflohen .ist, bestätigt, daß sich Majorka vollkommen in italienischer Hand befindet. Madrid. Rach dem Mittwoch vormittag» stattgehabten Artilleriekampf herrscht an der Madrider Front Ruhe. Der Horizont ist umwölkt und e» herrscht kalte» Wetter. Die Flugstreitkräfte haben in den Kampf nicht einge- griffen. Valencia.(Fabra.) Die Flugzeuge der Regierung beschossen die feindlichen Positionen bei villareal und Angonzan an der Nordfront. Die. Flugzeuge der Aufständischen gingen einem Kampfe au» dem Wege. Auf den Bahnhof von Calatayud wurden von den republikanischen Flugzeugen gegen hundert Bomben abgeworfen, die großen Schaden verursachten. „ßlonda Mauren" Valencia.(Fabra.) Der Angriff der Aufständischen auf Boadilla del Monte» ist mißlungen. Der Feind mußte mit großen Verlusten die Flucht ergreifen. I» diesem Abschnitt.wurden die Positionen der Republikaner voll behauptet. Die Aufständischen versuchten auch einen Angriff auf Pozucl», wurden aber ebenfalls zurückgeschlagen. Im Abschnitt bei Cara- Üanchel setzen die republikanischen Truppen den Bormarsch langsam fort. An allen Frontabschnitten um Madrid wurden die republikanischen Stel- lrmM.stMcssert. DieMfstisitdischdit^tzitit'kiÄkkits' an verichitdÄien Fronte'« frischt Kräfte ei», welche I in den Mittelmeerhäfen auSgeschifft wurden. Der AolkSwille sagt zn diesen Freiwilligen„b l o n d- haarige Maure u". In Cruz Verde und in Tanta Maria la Almeda versuchten diese „blondhaarigen Mauren" einenAngriff.DIe republikanischen Abteilungen ließen sie an sich herankommen und eröffneten dann gegen sie Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Die Angreifer ergriffen in Unordnung die Flucht, gerieten aber dabei in da» Feuer der republikanischen Artillerie. Ihre Verluste sind groß. An den Fronten in Nordspanien sind die Kampfaktionen durch den scharfen Frost lahmgelegt, der bi» 10 Grad unter Rull erreicht. Der Gesundheitszustand der republikanischen Truppen ist aber ausgezeichnet. Au» Asturien«erden täglich zahlreiche und sich häufende Desertion von Aufständischen und Zivilisten gemeldet, die vor der faschistischen Gewaltherrschaft in Kastilien fliehen. An der Front bei Alava sehen die republikanischen Truppen ihren Vormarsch fort und befestigen die eroberten Stellungen. (tätigt und der italienische Botschafter in London hat ähnliche^Versicherungen bei mehrfachen Gelegenheiten abgegeben. vor KUotuugolnckuotpIoU«: Komm« mir nicht wieder mit dem Welhnachtafrieden! Wohin gehl der Deutsche Kulturverbaed? In der letzten Zeit sind schon wiederholt Zweifel darüber aufgetaucht, ob beim Deutschen Kulturverband der Grundsatz der Ueberparteilich- keit noch Geltung besitzt. Immer jedoch, wenn diese Frage gestellt wurde, haben sich Verantwortliche Funktionäre beeilt, zu erklären, daß die» nach wie vor der Fall sei. Demgegenüber muß aber festgeftellt werden, daß sich die Tatsachen häufen, au» denen hervorgeht, daß die eigene Arbeit de» Deutschen KulturverbandeS die Erklärungen seiner Funktionäre widerlegt. Schon die vor einigen Wochen abgehaltene gemeinsame Amiswaltertagung mit dem Bund der Deutschen, bei der dessen Bundesleiter als Sprecher beider Verbände austrat, Hai lebhaftes Befremden erregt. Kurze Zeit später hat der Obmann des Deutschen Kulturverbandes Professor G e ß n e r bei einer Tagung in Jägerndorf(nach den Berichten der lokalen Presse) betont, daß sein Verband zwar auf die Mitarbeit aNcr Bevölkerungsschichten Wert lege, jedoch eine völkische Organisation sei. Dieser gleiche Grundsatz findet sich auch in einem vor uns liegenden Aufruf zur Beitragsleistung, in dem wörtlich zu lesen ist: „Da» Wirkm de» Deutschen Knltnrver» Hande» ist v ö l k i s ch, weil e» taufende Kinder unserer Sprache und unsere» Blute» dem deutschen BolkStum erhalten hilft..." Hier ist also schon nach der Betonung der völkischen Charakters des Kulturverbandes von „unserem Blut" die Rede, von jenem Schlagwort, das zum wichtigsten Requisit der nazistischen Rassetheoretiker gehört. Damit stellt sich der Deutsche Kulturverband bewußt in Gegensatz zu seinen zahlreichen nichtarischen Förderern, die in blutmäßiger- Hinsicht den Ansprüchen seiner gegenwärtigen Leitung nicht entsprechen. Legt er sich so in rassischen Fragen einseitig fest, so finden wir das gleiche auch auf politischem Gebiet. Beweis dafür ist ein prunkvolles Bildwerk, da» unter dem Titel„Wir Sudetendeutsche" im Verlag Ed. Kaiser, Leipzig- Bähm.-Leipa erscheint. Dieses Werk, von dem bisher nur ein verkürzter Propeband vorliegt und das anscheinend vor allem zum Vertrieb in Deutschland bestimmt ist, wurde„im Einvernehmen mit dem Deutschen Kulturverbande heraus- gegeben", seine Zusammenstellung besorgte d'er Kulturverbandssekretär Franz Heger. Die ver- antwortungrvolle Mitautorschaft de» Deutschen KulturverbandeS an diesem Buch geht auch au» der Tatsache hervor, daß alle abgedruckten Bilder von seinem Lichtbilddienst zur Verfügung gestellt wurden. In dem Abschnitt„Unsere Organisation" werden neben zahlreiche» Photos von den Veranstaltungen des Deutschen Turnverbandes, deS BdD und der Volkshilfe einige Bilder der S u- detenschen Partei veröffentlicht. Wir sehen die Amiswaltertagung der SdP in Eger, die zum Auftakt für die vorjährige Wahl veranstaltet Ivurde, eine Begrüßung Konrad Henleins und eine Massenaufnahme der Kundgebung der SdP, in B.-Leipa. Durch diese Veröffentlichung hat sich der Deutsche Kulturverband eindeutig auf die Seite der SdP geschlagen und es wird seiner Leitung diesmal sehr schwer iverden, diesen Umstand durch eine nachträgliche Interpretation zu verschleiern. Was er aber auch immer nachträglich tun mag: an diesem aus der Arbeit des Kultur- vcrbandes gegriffenen Tatsachen, die aufzeigen, daß er einen sehrbedenklichenWeg geht, wird die Oefsentlichkeit nicht vorübergehen können. Der Kulturverband ist bisher auch au» öffentlichen Mitteln unterstützt worden. Er zählte zu seinen Mitgliedern auch eine große Anzahl sozialdemokratischer Arbeiter, die seine Tätigkeit auf dem Gebiet der Schule und des Kindergartenwesens gutgeheißen und gefördert haben. Es wird nicht deren Schuld, sondern ausschließlich nur die Schuld de» Kulturver- bande» selbst sein, wenn seine sozialdemokratischen Mitglieder durch diese, mit den ursprünglichen Ausgaben dieses Verbandes in keinem Zusammenhang stehende Arbeit veranlaßt werden, ihr Verhältnis zu Ihm einer ernsten Prüfung zu unterziehen. Pas Dritte Reich und die SdP In der„KlingenthalerZeitung", einer reichsdeutschen(in Klingenthal in Sachsen erscheinenden) Nazizeitung, erschien am 0. Dezember in großer Ausmachung ein Zweispaltex: „Sudetendeutsche klagen au."'(Schwere' Vorwürfe. eine» sudetendeutschen Abgeordneten im Präger Parlament.) In dieser Notiz wird auf eine Rede des SdP-Abgeordueten KöIlner Bezug genommen, der sich im Abgeordnetenhaus mit Uebergrissen der Sicherheitsorgane beschäftigte. Lang und brpit werden Mißhandlungen angeführt,„zahllose Fälle von Folterungen", AuSdrehen der Arme, Berprügelung von Frauen und Kindern und blutige Schlägereien durch Staatspolizei und Gendarmerie werden geschildert. Die Sicherheitsorgane iverden„Kolonialbüttel" und Feinde der Bevölkerung genannt. Diese Notiz beweist vor allem wiederum die guten Verbindungen, die zwischen dem Nazireiche und der SdP bestehen. Was aber dabei von beson« i derer Bedeutung'ist, das ist der Umstand, daß diese„KlingenthalerZeitung" in die Tschechoslowakei eingeführt werden darf. Der„NeueVorwärts" wird schikaniert, obzwar er nur einen Teil der tatsächlich im Dritten Reiche geschehenen Konzentra- tionslagergreuel usw. berichtet, die«Klingenthaler Zeitung" aber(und wohl noch viele andere ähnliche Naziblätter) darf samt ihren Greuel- meldungen über die Zustände in unserer Republik ungeniert eingeführt werden. Wir sehen darin eine der— leiderI— vielen Leichtsinnigkeiten unserer Demokratie... Acht SdP-Parlamentarler ausgellefert Im JmmunitätSauSschuß des Senats kam Mitttvoch ein Jmmunitätsfall zur Verhandlung, der für die Auffassungen der SdP über Versammlungsfreiheit sehr bezeichnend ist. Der SdP-Se- stator B o ck war vor einiger Zeit mit einer Anzahl seiner Getreuen in einer kommunistischen Versammlung in Saaz erschienen, hatte dort noch vor Beginn der Versammlung einen Krawall angefangen und in dem entstandenen Tumult als erster einen Sessel al» Wurfgeschoß benützt. •• Im JmmunitätSauSschuß, der über da» Auslieferungsbegehren debattierte, trat nun der Klubkollege Fritsch de» Herrn Bock mit de« Forderung auf, haß man einen Senator nicht «»egen solcher Dinge, die bei Versammlungen Kun' einmal üblich(l) seiest, ausliefern solle. ■ Ihm erwidertes sofort Genosse R e y z l, es Jei ihm ganz neu, daß die Verwendung von Sesseln al» Wurfgeschosse durch Parlamentarier auf einmal eine landläufige Gewohnheit sein solle. Herr Bock wurde denn auch ausgeliefert und wird hoffentlich darüber belehrt werden, daß , solche, den Kampfzeiten der SA entnommenen -MÄhoden der geistigen Auseinandersetzung mit Gegnern in Kulturstaaten noch immer unter Strafsanktion gestellt sind. Auch der JmmunitätSauSschuß deS Abgeordnetenhauses hat die Notwendigkeit erkannt, die zügellose Agitation der SdP-Parlamentarier in Versammlungen einigermaßen in die f ü r alle geltenden Schranken zu verweisen. Nicht weniger als fünf Henlein-Abgeordnete, und zwar Knöchel, Illing, Künzel, Böhm und L i e b l, wurden wegen Uebertretung de» Schutzgesetze» ausgeliefert, zwei weitere. Dr. Neu- wirth und Frank, wegen Ehrenbeleidigung. Vas Arbeiterjahrbuch 1937 ist vergriffen. Wir ersuchen jene Organisationen und Kolporteure, die noch unverkaufte Exemplare lagernd haben, diese sofort an die Zentralstelle für das Bildungswesen in Prag XII., Slezskä 13, zurückzusenden, damit noch einige in den letzten Tagen eingegangene Bestellungen erledigt werden können. Bergarbeiter-Tod. Der in den Zettlitzer Kaolin-Werken beschäftigte 34jährige Bergarbeiter Franz Hochberger aus Ottowitz wurde Dienstag abends durch einen etwa fünf Meterzentner schweren Kaolinblock verschüttet. Arbeitskameraden machten sich sofort an die Bergung de» Verunglückten. Sie fanden nur mehr seine Leiche, Mit der Mutter trauerst zwei Waisen. Schrecklicher Selbstmord in Saaz. In einem Zimmer eines Saazer tschechischen Hotels logierte sich Montag abends ein junger Mann ein, der am anderen Tage um 8 Uhr früh geweckt sein wollte. Al» an diesem Tage, trotz allen Versuchen auS diesem Zimmer kein Lebenszeichen zu hören war, verständigte mast die Saazer Polizei, welche die Wohntür des Fremdenzimmers eindrückte. Sie fanden in einem Bett den jungen Menschen vor, der sich ein Operationsmesser ins Herz gestoßen hatte. Bei dem Toten fand man verschiedene Utensilien und Papiere, aus denen hervorging, daß es sich hier um den 26jährigen Studenten der Medizin Jän M a s ä I au« Prag handelt. Bei einem Wirte wimdermild in GraSIitz war dieser Tage ein Mann zu Gaste. Der Mann fiel durch seinen vollbepackten Rucksack auf, in dem der Wirt eine Menge Diebsgut fand. Schon wollte der Bestohlene die Hermpndad mobilisieren, al» er ist dem Gepäck seines Gaste» auch auf dessen Mitgliedsbuch der SdP stieß. Daraufhin empfahl der wundermilde Wirt dem volksgemeinen Gast, rasch die Beine über die Achseln zu nehmen und ließ ihn ohne Anzeige entkommen... Au» bitterer Rvi griff der arbeitslose Metallarbeiter Otto'N. in Platten im. Erzgebirge zum Pgscher-Handwerk. Gestern früh wurde er' von elftem Grenzwächter bei Hirschenstand äuge« halten. Er blieb nicht stehen, der Wächter.gab zlvei Schreckschüsse,.und dann einen scharfen Schuß ab, der den armen Teufel ernstlich verletzte. Seite 4 Donnerstag, 17. Dezember 1036 Nr. 293 l ferenz dieser Vertrauensleute aus allen Lager aufgetragen, an der Nachforschung nach Mermoz mitzuwirken, dessen Flugzeug nach den Angaben, de» genannten Ingenieurs 180 Meilen,östlich von: Saint' Pierre, und- Saint Paul schwimmt. Alle' Nadiostatidnen'der Flug- und Marinebasis betei»' ligen-sich-im der Suche/Ingenieur. Cousinet'er« klärte einem HavaS-Redäkkeür, daß er die dem «brasilianischen Marinemiuisterium mitgeteilten Ein' Todesurteil in KremS. Bor'dem Schwurgericht in Krems hatte sich gestern der Artist Georg Berger, 30 Jahre alt, österreichischer Staatsbürger, zu verantworten, der vor Jahren in Oesterreich wegen Mordes zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war. wurde,, beschimpft und mit Persekution. bedroht wird, das übersteigt denn doch selbst die bisherigen Leistungen des„Veöer". ums Leben kam. DaS„Kreuz deS Südens". Das brasilianische Riarineministerium hat mitgeteilt, daß es iy jenem Teil des Ozeans systematische und umfangreiche Nachforschungen, vornehmen- lieh, in dem das Flugzeug„Kreuz des Süden", auf dem BakaS Flug um die Welt verschoben. Der Flug des Chefs der Äaka-Werke, I. A. Bata, und seiner Mitarbeiter um die Welt, der Mitte dieses Monats hätte beginnen sollen,, wird bis nach Neujahr verschoben. Die Verschiebung des Starts ist notwendig wegen der umfassenden Vorbereitungen, die in den Bata-Werken für den Flug getroffen werden/ Nutzer der Flugzeugbesahung werden mit dem Zliner Firmenchef der Arzt Dx. Recht, der | Kameramann A. Hackenschmidt und BakaS Sekretär Fr. Pokornh, reisen. Die Gesamtdauer des Fluges ist für 5 Monate vorgesehen... Bom Zuge überfahren. Die Staatsbahn» Direktion in. Brünn teilt mit: Am 1ö. Dezember um 18.10 Uhr wurde auf dem Bahnhof in Ro- sice bei.Brünn bei der Einfahrt des Personenzuges 1883 der Reisende Josef B u r s i k, Privatier aus Nimeckt Kninice überfahren und dem argentinischen Außenminister Carlos Saa- vodra Lamas, dem Friedens-Nobelpreisträger für 1980, den tschechoslowakischen Orden vom Weiße» Löwen erster Klasse verliehen. Deutsche Genoffeilschaftsangesteüte für die spanischen Freiheitskämpfer. Am Sonntag fand Wir geben, einige Sätze wieder, die ebenso würdig wie treffend sind: „Nicht wir. tragen Schuld, datz diese Wahrheit grauenvoll ist und abstotzende Züge trägt, sonder» jene, die diese grauenvollen Tatsachen gesetzt haben, Nicht wir tragen Schuld, datz. jeder wahrheits- gemätze, nackte Tatsachenbericht.über.die rechtlichen,., moralischen, sozialen Zustände in. Deutschland wir. eine schreiende Propaganda gegen da» deutsche Regierungssystem wirkt, sondern das deutsche Regierungssystem selbst, da» sich von den unter Kulturvölkern allgemein gültigen. Wertauffaffungen. bewußt entfernt hat. Nicht wir tragen Schuld, datz jeder wahrheitsgemäße Bericht über Gesetz« und. Taten der deutschen Regierung wie eine Anprangerung der. Bedrohung des Friedens durch sie wirkt — ihre Taten selbst sind es, die sie beschuldigen. Wir wissen es wohl,, warum die deutsche Regierung«n» mit immer wütenderem Haffe verfolgt uw> uns zu unterdrücken trachtet: Wer zum Kriege greifen will, muß vorher df«'Stimme, der Wahrheit ersticken",', i- Wir wiederhole», daß jede Verfolgung unserer emigrierte» Genossen, Hitler^ statt ihn,-» entwaffnen, i» seine» erpresserischen Methode», »och bestärken wird. Der„Populaire" vom 10. Dezember schrieb: „Wir erfahren, datz die tschechoslowakischen Behörden gegen den„Neuen Vorwärts", daS Blatt der deutschen Sozialdemokraten,»in Kol- pörtageverbot erlassen haben. Ma» mutz annehmen, datz eine derartige Maßnahme nur durch Mißverständniss e irgendwelcherAmtS- stellen entstanden sein kann. Die Hitlrr-Regie- rnng fährt fort, durch Press« und Rundfunk di« Tschechoslowakei zu"attackieren und dabei.'sogar die elementarste» Regeln. des üiternationalen Rechts zu verletzen. Durch solche Zug«, ständnisse wird man Hitlrrnicht entwaffnen, sondern in's«inen M et h o d r n der Barbarei und Erpressung n»r« r mNit i g e»." Wie wir bereits mitteilten, haben die tsche- choslowakischen Behörden die Kolportage des .'„Neuen Vorwärts", des Blattes der deutsche» Soziald.emokraten, verboten. Wie eS scheint/ist dieses Verhot, zürückzuführen auf die Anklage, datz in.'diesem Blatthdie Wahrheit über Hitler- DeutschlaNd verzerrt wopden ist. Ilnsere Genössen antworten in der soeben bei uns eingetroffenen Nümcker deS„Vorwärts" vom 13. Dezember. An untere Kolporteure, Abonnenten lind Inserenten! Anläßlich der Weihnachksfelertäge erscheint unser Matt am Frei» tag,den 28. Dezember als Weihnachtsausgabe in bedeutend verstärktem Umfang. Da daS Blatt vier Tage auflieg«« wird, find Inserat« in dieser AnS» gab« erfolgversprechend. Mehrbestellungen für diese Ausgabe sind b i S Montag, de« 21. Dezember, an die Verwaltung znsenden. Die SamStag- und Sonn- tagausgaben vom26.und27. Dezember entfalle«, so daß die nächste Ausgabe erst, am Dienstag, den 2S. Dezember erscheint. Die Verwaltung. Vom Rundfunk Kmpfahianswarte« au» den ProarMMMl Freitag: Prag Sender 1:7: Salonorchesterkonzert. 10.08: Deutsche Presse, 11.88: Schallvlatten. 18.10: Lieder au» Tonfilmen. 16: Rundfunk- orchesterkonzert, 17.08: Förster:- Geiaenauartett, 28.60: Kompositionen von Hindemith.— Sender II: 7.80: Salonorchesterkonzert. 14.18: Deutsche Sendung: Schallplatte» von Job. Strauß,. 14.80: Deutsche Preffe. 18 20: Lieder von Förster. — Brünn: 17.08: Oktett von Beethoven. 17.40: Deutsche Sendung: Goldreich: Jugendstunde,' 20.20r, Legende von Dill Culenspiegek.— Pretzburg: 10.16: Jnstrumentalsolis, 22.88: Tanzmusik.— Kaschau: 16.10: Rundfunkorchesterkonzert.— Mäh r.-O st r a u: 12.33: Mittagskonzert. 18.10: Deutsche Sendung: Schild: naturwissenschaftliche Plauderei, 10 26: Konzert. Daten von verschiedenen Fachleuten der Radio« ästhesie erlangt habe, die behaupteten, daß sich das„Kreuz'des Südens" ungefähr 200 Kilometer von Saint Pierre entfernt befinde. Diese Nachricht erklärt eingehend die Entstehung der Meldungen von der Auffindung des vermißten Fliegers,' dick jedoch sowohl- an französischen als auch, an brasilianischen amtlichen Stellen dementiert worden sind. Frankreich trauert um Marmoz. Die französische Kammer hat einmütig eine Resolution beschlossen, in der der tiefen Trauer über den Verlust des Fliegers Marmoz Ausdrück gegeben wird, der die ruhmreichen französischen Farben über das Meer trug. Vor der Abstimmung sprach'im Namen der.Regierung Lüstsahrtminister Cot, der die Hoffnung aussprach, datz die Besatzung des Flugzeuges„Kreuz des Südens" vielleicht noch aufgefunden werden wird.' DekaprteS Begräbnis. Der Sarg- mit den Ueverresten des französischen Journalisten D e l a- p t i e, der in Spanien den beim Abschutz eines .französischen> Flugzeuges erlittenen Verletzungen -erlegen ist, wurde heute.^Vormittag nachPer- ptgnän-gebracht,"von wo er nach Paris überführt werden wird, wo am Freitag, das Leichenbegäng- nis stattfinden wird. 2500 Grippe-Kranke in Kopenhagen. In Kopenhagen erkrankten in kurzer Zeit 2600 Personen an Grippe. Die Aerzte erwarten, datz sich die Zahl der Erkrankten bis zum Ende der Woche verdoppeln wird. Auf zwei Jahre in die Arktis. Aus L o n- d.o.n wird uns geschrieben: Im Jahre 1087 zu Anfang März begibt sich eine neue britische Expedition unter Führung des Arktis-Forschers M. E. W. Walker in die Arktis. Sie wird das Schiff des Kapitäns Scott,„Discovery" benützen,' die eben mit der modernstenMusrüstung in den Londoner Docks ausgestattet, worden ist. Die Expedition'wird etwa zivei Jahre in der Arktis zubringen. Die Grippe in London. Aus L o n d o» wird UNS. geschrieben:.Die alljährliche Herbst-Grippe- Epidemie hat in London einige Menschenleben gefordert, so daß das Gesundheitsministerium für alle Schulen eine Anordnung, erlassen hat, Impfungen mit dem neuen Serum. durchzufiih- ren, das sich sehr bewährt haben soll.. Der größte Staudamm der Welt Im Bau Ein Bild von den rüstig fortschreitenden Arbeiten an dem gewaltigen Stäudamm In der Nähe von Spokane, USA., der in seinen Ausmaßen den kürzlich vollendeten Boulder-Damm noch übertreffen wird. Die Arbeiten werden- gegenwärtig mitten.Im Fluhbett des Columbiastromes durchgeführt, der während der Dauer der Arbeiten umgeleitet worden ist. Ulli WIKUUH fUilV U’"DU ,M II------— r| in Prag eine Konferenz der Vertrauensleute,bekanntlich der- berühmte französische.Flieger der Angestellten der Gec(Großeinkauf) in ge- Mermoz verschollen ist,.möglicherweise hätte gewerkschaftlichen Angelegenheiten statt. Die Kon- funden werden können. Diese Nachforschungen u 7,'..,.AWWWMM... wurden über dringliches Ersuchen des französt» Häusern und Betrieben beschloß, den spanischen! schen Ingenieur Coustnet vorgenommen, der eben Genossenschaftern, die in Treue zu den Freiheits-i in Rio de Janeiro weilt. Das wtarineministeG kämpfcrn stehen, ihre kameradschaftlichen Grüße' rium hat mittels RündfUNkS. auch allen Schiffen und Sympathien zu übermitteln.— Die Ange-'”"'-' stellten der Konsumgenossenschaften wissen, datz sich Planwirtschaft, Freiheit und Entlvicklung der selbstverwaltenden Wirtschaftsorganisationen nur in einem Lande entwickeln kann, wo die Demokratie und Freiheit für die Arbeiter und Bauern hochgehalten wirb. Die Genossenschaftsidee ist »ine Friedensbringerin. Die Gesamtstaatliche Gesundheitsgesellschaft in der Tschechoslowakei in Prag nimmt dieser Tage ihre Tätigkeit aus. Sie wird sich u. a. mit der Vertiefung des gesundheitlichen Jntereffes Im Volke, mit dem Kampfe gegen das Pfuscher- tum, mit Standesfvagen der Aerzteschaft und mit der Durchsetzung der modernen gesundheitlichen Gesetzgebung befassen. Das Presseorgan der Ge- sellschat wird in den nächsten Tagen erscheinen. Anläßlich der Eröffnung ihrer Tätigkeit hat das Präsidium Begrüßungstelegramme an den Prä sidenten Dr. Benes, an den Präsident-Be freier Masaryk, an Ministerpräsident Dr. M. H o d Z a und an die Minister Dr. C z e ch, Jng. Neöas und I. V. N a j m a n gesandt. Staatöhymnen der Kleinen Entente in allen Schulen. Das Schulministerium ordnete soeben an, datz in den Volks», Bürger- und Mittelschulen außer der tschechoslowakischen Staatshymne auch die Hynmen Rumäniens und Jugoslawiens zu singen sind. Die Anordnung tritt mit 1. Sep tember 1087 in Geltung Tschechoslowakische Auszeichnung für einen ches Unglück ereignete'sich'im"Wälde'bei M o l'l'n, Nobelpreisträger. Der Präsident der Republik hat wobei der Waldarbeiter Hermann G s ch i f f n e r Frankreich gegen das Kolportage-Vertiet * Das Blatt Lion Blums über die Verfolgung der Emigranten Amerika! Da» Geburtshaus von Mr. Simpson in Baltimore steht zUm Verkauf, und schon hat sich eine Gesellschaft gefunden, die dem Besitzer ein Angebot gemacht, das weit über den Wert des Gebäudes hinaus geht. Diese Gesellschaft will das Geburtshaus der Frau, die im Augenblick im Zentrum; der gesamten Senfationspreffe nach wie bot steht, zu einem Museum, zu dem da» Publikum gegen sehr hohe EintrittSgebühr Zugang haben soll, einrichten. Unbeständige» Wetter. Im Zentrum einer neuen tiefen Störung über den Faroer-Inseln ist der Luftdruck um 68 Millimeter unter dem Rormalwert gesunken. Im Zusammenhang mit diesem Tiefdruckgebiet nähert sich diesem Gebiete von Westen her wieder eine Regenzone mit einer ganz vorübergehenden Erwärmung. Auf den Bergen in Böhmen bricht der Wind wieder erheblich auf. In den böhmischen Ländern dürfte in den nächsten Tagen sehr unbeständige Witterung anhalten, da sich über dem Atlantischen Ozean weitere Störungen- ausbilden. Auch im Karpathengebiet wird sich, deren Einfluß voraussichtlich nur abgeschwächt geltend machen.— Wahrscheinliches W etter Donnerstag: Böhmische Länder: Unbeständig, bewölkt,-zeitweise Schauer, ziemlich milde. Auf den Bergen heftiger Slldwestwind, Nebel und-nur leichter Frost., Karpathenländer: Wechselnd bi» vorwiegend bewölkt^, strichweise Nebel, keine od^r nur geringfügige. Nieder- schläge,'schwächer bis mäßiger Südoftwiqh. etwas hfotmer..— W«tteräüssichten-für Freitag: Veränderlich, auf den Bergen wieder etwa» kälter und-vorübergehende» Abflauen de».Windes, Sonst allgemeiner Witterungscharalter ohne wesentliche Aenderung. Eine unerhörte Giftmischerei des„VeCer“ Das frühmorgens erscheinende agrarische Abendblatt„Veöer"- seit jeher eine Ablage rungsstätte für Insinuationen, deren sich selbst> der„Venkov" schämt, hat mit einem Artikel vom: .16. Dezember, worin die deutsche sozialistische. Emigration fälschlich der Verherrlichung des poli tischen Mordes beschuldigt wird, einen vorläufi gen Höhepunkt der Verdächtigungen erklommen, i Der Weg» der Schleichweg, der zu dieier falschen Anschuldigung führte, ist ein sehr gewundener und beginnt, wie nach den Erfahrungen der letzten Monate geradezu erwartet werden kann, beim „Völlischen Beobachter". Diese Erkenntnisquelle unserer republika nischen Patrioten hat nämlich behauptet, daß die.' in Prag erscheinende jüdische Wochenschrift „Medina Iwrit"(angeblich: Der jüdische Staat) einen Artikel gebracht habe, worin die Tat des David Frankfurter als Heldentat im Kampfe für menschliche Ehre und gegen die Barbarei geschil dert wird. Angeblich stammt dieser angebliche Artikel aus der Feder eines gewissen I. Goldstein aus Wien. I» der Redaktion des„Veöer" war die Existenz der Zeitschrift„Medina Jwrot" ab solut unbekannt, sie konnte erst mit Hilfe des Pressedepartements der Polizeidirektion festge- stellt werden. Die Herren vom„Veöer" haben den inkriminierten Artikel in der Zeitschrift nicht gefunden, aber, fügen sie hinzu, wenn er abgedruckt wurde, muß er schärfstens verurteilt werden, denn„wir können niemals zulaffen, daß der Revolver als Hilfsmittel zur Diskussion über politische An schauungen gebilligt wird". Solche Billigung widmet man im„Veöer" nur der Revolver- Presse. Es ist schon herzerhebend, wie der„Veöer" einen wahrscheinlich vom„Völkischen Beobachter" erfundenen Artikel zur gutgespielten Entrüstung nicht über die vermutlichen Fälscher, sondern über die Opfer der Fälschung mißbraucht. Aber was, zum Teufel, hat die deutsche sozialistische Emigration damit zu tun? Wenn die Herren im„Veöer" schon dem„Völkischen Beobachter" mehr glauben als ihren eigenen Äugend was an sich charakteri stisch ist, wenn sie schon, vornehm und verant wortungsbewußt, wegen eines wahrscheinlich gar nicht abgedruckten Artikels die Einstellung des'.„...- jüdischen Blattes fordern, mit welchem Recht schwer verletzt. BurSik ist aus dem noch fahrenden rufen sie wegen des Artikels eines W i e n e r! 8uge auSgestiegen und gestürzt. ES wurden ihm, Juden in einem jüdischen Blatt: beide Beine unterhalb der Knie abgefahren. Der „Macht der Hetze der deutschen Emigranten Verletzte wurde von der Rettungsstation in das in Prag eiff Ende?" Daß das noble Blatt, das! Krankenhaus nach. Brünn übe.rgeführt. tags vorher'eine wenig geschmackvolle Karikatur zweier englischer Könige gebracht hat, gegen Angriffe auf die heutigen Machthaber Deutschlands so empfindlich ist, nimmt uns nicht mehr wunder. Daß. aber die deutsche sozialistische Emigration wegen einer dem„Völkischen Beobachter" nicht genehmen Handlung, die wahrscheinlich über-i Nach Abbüßung dieser Strafe verübte er im Haupt nicht, aber jedenfalls nicht von ihr begangen I Juni. d. I. in Hammerschlag bei Kaplitz in Böh» >men einen zweiten Mord, einen Lustmord, dessen Opfer die Hausgehilfin Anna Thur» wurde. Der Angeklagte, der außerdem in Oesterreich uns Deutschland wegen einer Reihe von Sttaftate» verurteilt worden ist und auch in der österreichischen Legion gedient hat, versuchte in der Hast mehrmals Selbstmord, und stach sich schließlich beide Augen aus in der Annahme, dadurch der heutigen Verhandlung-zu entgehen. In den späten Nachtstunden wurde das Urteil gefällt,-wonach Georg Berger des Verbrechens des Mordes, des Diebstahls und der Verleumdung schuldig erkannt und zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Selbstmord. Dienstag nachmittags sprang zwischen den Stationen. Tarnovce und Minaj bei Ujhorod ein unbekannter junger Mann unter den Motorzug Nr. 8808. Er wurde von dem Zuge schwer verletzt und verschied bald nach seiner Einlieferung ins Ujhoroder Krankenhaus. Nach seiner Identität und dem Motiv des Selbstmordes wird geforscht. Bon sollendem Holz erschlagen. Beim Fäl- I len von Bäumen in den Wäldern bei Altkirchen in Oberösterreich stürzte am Dienstag ein starker Stamm auf den 75jährigen Gutsbesitzer Johann S t r i tz i n g e r und zermalmte ihn. Ein glei» Nr. 203 Donnerstag, 17. Dezember 1930 •Stift 5 Wksum'tsckaft und äo^iaipoiltlL Außenhandel Im November Nach den Mitteilungen des Statistischen Staatsamtes zeigt unser Außenhandel im der» gangenen Monat folgende Daten: Reiner Warenverkehr November 1030 November 1938 Einfuhr.... 800,868.009 791,348.000 Ausfuhr.... 863.676.000 824,994.000 Altivum(+)bzw.—.6,192.900.4-32,661.009 Passivum(—) ' 1986 + 78,528.000 + 89,672.000 Nachdem die Oltoberbilanz einen Rückgang der Ausfuhr um rund 3,7 Millionen, im besonderen einen Rückgang der Fertigwarenausfuhr um 22 Millionen Kronen,(immer im Vergleich zum Oktober 1938) gezeigt hatte, welche im Verein mit einer stark gestiegenen Einfuhr ein Passivum im reinen Warenverkehr von rund 21.4 Millionen Kronen im Oktober 1986 gegenüber einem Altivum von rund 111 Millionen im Oktober 1936 zur Folge hatten, bietet der eben vergangene Monat ein günstigeres Bild. Der Vergleich der Monate November im heurigen und im vorigen Jahr zeigt eine Ausfuhrsteigerung vdn rund 40 Millionen. Ein Passivum, welches aus der um rund 78 Millionen höheren Einfuhr Reiner Warenverkehr I.—XI. 1986 Einfuhr.... 6.887,448.000 Ausfuhr.... 7.106,849.000 Altivum.... 219,104.000 resultiert, ist zwar geblieben, aber wesentlich kleiner als im Vormonat. Auf der Einfuhrseite find die hervorstechendsten Merlnmle das Wachsen der Rohstoffimporte mm rund 60 Millionen,, wobei allerdings die Wertänderungen infolge der Devalvationen im Ausland berücksichtigt werden wüsten, und die größeren Fertigwarenimporte, die ein« Höhe von 244 Millionen(188 Mill, im Oktober 1938) erreichen. Auf der Ausfuhrseite ist diesmal der Fertigwarenexport mit 587 Millionen wieder bedeutend höher als im Vorjahr (563 Mill.). Der Gesamtumfang des Außenhandels hat im November weiter zugenommen. Für die bisherigen elf Monate des Iah res ergeben sich folgende Ziffern: I.—Xl. 1935 5.976,808.000 6.722,484.000 745,626.000 1986 + 910,687.000 + 884,115.000 Neue Vorschläge zur Regelung des Viehmarktes DaS Landwirtschaftsministerium bereitet eine Regierungsverordnung vor, die im wesentlichen beantragt, daß das bisherige Syndikat für Viehverwertung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden soll, die sich auS denselben Mitgliedern der Hauptorganisation zusammensetzen soll wie das Syndikat und auch tatsächlich dieselben Aufgaben zu erfüllen hätte. Sie soll u. a. das Monopolrecht zur Wareneinfuhr besitzen. Auf Grund der in der Presse erschienenen Meldungen' nimmt die»Konsumgenossenschaft" zur Frage vöm Standpunkt der Verbraucher aus Stellung. Aus diesem Artikel zitieren wir: „Soweit wir feststellen konnten, ist die Vorlage bis zur Stunde dem interministeriellen Verfahren-Nicht zugeführt worden. Auch der Inter« csscnzentrale. deu- Genosseiischaftsverbäiide stt eine derartige Vürlage zur Stellungnahme, noch nicht übermittelt worden. Das Landwirtschaftsmtniste« rium hat schon sehr viele Vorlagen für ein Viehmonopol produziert, so daß wir auch die allerneueste Erscheinung vorläufig nicht tragisch nehmen müssen. Seit Jahren bezeichnen die Großagrarier die Schaffung eines Biehmonopols als unentbehrliche Ergänzung des Getreidemonopols. Nur qn dem Widerstand der Oeffentlichkeit, der Verbraucherzentralen und auch vieler Fleischergenossenschaften sind diese Pläne bisher gescheitert. Wenn die kleinen Viehzüchter, die Händler und Bauern trotz hoher Biehpreis« nicht auf die Produktionskosten kommen, so ist darav aus. schliesslich das Getreidemonopol schuld, daS die Futtermittelpreis« außerordentlich hoch festgesetzt hat. . Jedes Bestreben, die Biehpreise und damit die Fleischpreise zu erhöhen, muß Schiffbruch erleiden und den Bauern als auch der Verbraucherschaft großen Schaden zusügen. Der Biehwirt« schäft und dem Verbraucher ist nur mit erschwinglichen, Niedrigen Preisen zu helfen, und deshalb Iftgt es im Interesse der Bauern und Verbraucher, wenn unsere Forderung nach billigen Futtermitteln, die praktisch, gerecht und durchführbar ist, auch dürchgeführt wird. , Die neueste Vorlage scheint ja mancher Unmöglichkeit fn den bisherigen Vorlagen auSge- Wichen zu fein, aber auch bei dieser Vorlage ist höchste Vorsicht und größtes Mißtrauen am Platze. Was soll mit der Vorlage erzielt werden? Man will doch nicht billige Biehpreise erzielen?! Für diese Aufgaben reicht auch das alte Syndikat. Unter Marktregulietung versteht der Verbraucher etwas ganz anderes, wie' der Großagrarier, und Pteife, die der Verbraucher für unerträglich'findet, finden die anderen für zu niedrig. Das hat' sich ja gerade in den letzten Monate» ganz deutlich. erwiesen. Cs wäre nützlich, wenn die Kreise,, die die-Viehwirtschaft-^regulieren" wollen, ihre Wünsche verständlich publizieren würden- Auch wir sind für eine Preisstabilisierung, denn wir wissen, daß auch bei ganz billigen Biehpreisen der Fleischpreis ziemlich Höch ist,Wir verurteilen jede Speknlatiöns ob sie NW von Händlern oder von Pryvuzenfen betrieben wird, wie dies Heuer dir Falltvar?:;? jtui,, ■ In dem Entwurf fehlt ein klarer Hinweis dar» -auf, daß die Blehrinfubr,«ud zwar die • i oll f r e i«, ohne weiteres automatisch in - Kraft Mtt,«nm di» Bichpreise infolge gerin- ! gen Auftriebes am JnlavdSmarkt« über rin er- träglicheS Ausmass hinaus steigen sollten. Monatelang zahlten' die Verbraucher V außerordentlich hohe Fleischpreise, weil der»Biehäuf« trieb zu klein war", obwohl genügend Vieh in den Ställen vorhanden war. So zumindest sagten inuner die Vertreter der agrarischen Organisationen, wenn die Verbraucher die Vieheinfuhr forderten. Vieh war also genug hier, es wurde zurückgehalten und auch die eindringlichen Appelle agrarischer Zentralorganisationen— die allerdings sehr verspätet kamen— konnten diesem Zustand nicht abhelfen. In solchen Fällen kann nur eine ausgiebige und zollfreie Einfuhr Abhilfe bringen. Die Produzentenorganisationen haben wohl erwartet, daß die Preise noch weiter hinaufgehen werden. Zur Zeit hoher Preise und größerer Nachfrage wurden die Konsumplätze ungenügend beliefert, und nun werden die Märkte wahrscheinlich innerhalb kurzer Zeit überfüllt sein. Dies ist gewiß ein peinlicher Mangel, den aberdieogrgrischen Organisationen im eigenen Wirkungskreise abstclien-könnten. Die Biehpreise werden also jurückgehen müssen. Diesem Preisrückgang soll nun vor ft«beugt werden durch eine monopolartige Einrichtung. Dies wäre durchaus gerecht, wen» auch gegen die wahnsinnige Preissteigerung vorgebeugt worden wäre. Wollten die Agrarier damals davon nichts wissen, so werden die Verbraucher jetzt schwerlich ihre Zustimmung dazu geben, höhere Preise zu bezahlen, wenn sie die Aussicht haben, billigere Fleischpreise zu sehen. -Wir haben nichts übrig für eine Aenderung der heutigen Verhältnisse im Viehsyndikat. Wir haben aber nichts einzuwende» gegen ein» Regelung des Viehmarktes, die zumindest gleichmäßig de» Wünschen der Verbraucher und den Wünschen der Bauernproduzenten entspricht. Wir nehmen gegm jede Lösung Stellung, die bewirken würde, dass die Last ausschliesslich ober zum grössten Teil vom Verbraucher getragen wird.' Rekord Von Joaef Wechsberg Die nachfolgende Statistik ist nur flüchtig zusammengestellt und erhebt nicht den Anspruch auf'Vollständigkeit. Sie zü kommentieren wäre überflüssig, Besser'als hundert Reden, Bücher und Artikel charakterisieren diese Tatsachen die Zeit, in der wir leben. Den Weltrekord im Kaugummi-Essen hält Bertram Teuilo vöm Mqe Kenb'ree-Kollege in USA, der imstande ist, 45 Stück Kaugummis auf einmal in den Mund zu nehmen und zu kauen. Weltmeister im Bananeneffen ist Sam Kurt aus Floxida, derin einer Stunde 168 große Bananen verzehrt«,-Sam Hurt kann die Frücht« im ganzen schlucken, ohne sie zu kauen. John Barrington aus Ohio vermag 184 Stunden Vtolinspielen zuzuhören; die Chronik meldet nicht, ob er an die Qualität, der Musik analoge-Ansprüche stellt. Im Finale der Weltmeisterschaft im Mei- isterkUsseN. endigten— australischen ZeitungSmel- duNgen zufolge•— die Herren Robert. Barr und Will Kennedy aus Sydney im toten Rennen.' . Der Belgier August Meunier kann auf ein« einfache Postkarte 17.814 Worte schreiben. J, Der beste Geldzähler des britischen Welt, reiches und wahrscheinlich der Erde ist-der Londoner Schalterbeamte.Heensield,,.der l00 Mlln- zcn zu zählen und gleichzeitig zu öMe'n vttmag — in OMinuiea. ■' Der ehrenwerte-I. B. Gemson aus Cleveland hat in zwölf Stunden 94 große Schalen Wetterführung der Landesstrafienaktlon Auf dem Programm der eben absolvierten Sesswn der böhmischen Landesvertretung stand die Wetterführung der sogenannte» Landesstraßenaktton. Die LandeSvertrctung beschloß, den Zinsen- und Tilgungsdienst für BczirkSanleihen bis zu einem Gesamtbetrag von 40 Millionen zu übernehmen. Dazu sprach Genösse Novy: Wir begrüßen es, daß 1937 wieder 40 Millionen verwendet werden können, um den Straßenbau zu heben. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl ist in den einzelnen Gegenden verschieden und entspringt ganz verschiedenen Ursachen. Einzelne Bezirke sind vom industriellen Aufschwung überhaupt nicht erfaßt. ES kommt m:f die einzelnen Wirtschaftszweige an. Es gibt Bezirke, die nur durch JnvestitionSarbeiten des Staates, der Bezirke und der Gemeinden vorübergehend die Zahl der Arbeitslosen senken können. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten steigt In diesen Bezirken die Zahl der Arbeitslosen sofort an. Diese Gebiete müßten daher entsprechend berücksichtigt werden. In dem Beschluß deS Landesausschusses vom 9. September 1936 wird uns berichtet, daß die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Kollekttvver träge allen Offerenten schon bei der Ausschreibung der Landesoder vom Staat unterstützten Straßenbauten auferlegt wird und daß bei der Erledigung der Vergabe dieser Bauten darauf gesehen wird, daß diese Vorschriften wirklich eingehalten werden. Trotz diesen Beschlüssen halten aber die einzelnen Bauunternehmungen weder die Vorschriften, noch die Bestimmungen, noch die Kollektivverträge ein. Immer wieder müssen die Arbeiter, obwohl sich diese Unternehmungen verpflichtet haben, die Verträge einzuhalten, das Recht bei Gericht suchen. ES kommt dann öfters vor, daß diese Arbeiter fristlos entlassen werden. Einen Fall möchte ich anführen. Der tschechische Arbeiter FrantiSek Jahn auS Hostomiee, der bei der Prager Firma HlaväLek und Müller in Ho- stomice beschäftigt tvar, forderte die Einhaltung der Kollektivverträge, Der Erfolg war, daß man versuchte, mit ihm einen Ausgleich einzugehen. Diesen Ausgleich lehnte der Arbeiter ab und wurde am 80. November 1986 fristlos entlassen. Schließlich brachte Genosse Novy einen Antrag ein, welcher bei der Landesstraßenaktion besondere Rücksicht auf Notbezirk« verlangt: Bei der Behandlung der Ansuchen der Bezirke und Gemeinden um Einreihung in die Lan- deSstraßenaktion für das Jahr 1987 sind die An- süchen derjenigen Bezirke und Gemeinden besonders zu berücksichtigen, die in den ausgesprochenen industriellenNotstandsge- bieten liegens Trotz einer leichten Aufwärts- entwicklung ünsirre Wirtschaft steigt"die Zähl der Arbeitslosen"investier'Rrihe von Bezirken:'Diese Bezirke partizipieren auS verschiedenen Gründen nicht am Aufbau unserer Wirtschaft. Tausende Menschen sind länger als zwei bis drei Jahre arbeitslos. Für diese Familien bestehen die schwersten gesundheitlichen und materiellen Gefahren. Diesen hungernden und verzweifelnden Arbeitslosen zu Helsen, ist dringendes Bedürfnis. Die Einfuhrzölle auf Schweinefett und Speck Die Regierung hat vor Jahresfrist auf Drängen der Konsumenten von der Möglichkeit, welche ihr die Verordnung vom 10. Juni 1938 gab, Gebrauch gemacht und die Zölle auf Schweinefett und Speck herabgesetzt. Die derzeit gültigen Zollsätze sind für Speck 90 Heller und für Schweinefett Xi 1.20 pro Kilogramm. Dazu kommt noch«ine Fleischsteuer von 20 Hellern bei Speck und 30 Hellern bei Fett und eine Kaffee ausgetrunken. Man ist sich Mer den Titel einig, der ihm gebührt. Der Richter John B. Forrell aus Winnipeg hat an einem Tag« des Monats Erz 1934 nicht weniger wie 84 Ehescheidungen bewilligt.— der Pfarrer Eassone aus Mantua hat wenig« Tag« vorher 97 Paare auf einmal getraut. Ein Bürger der Stadt Buenos Aires hat in einer halben Stunde einen halben Liter Rizinusöl verschluckt. Der Name des Helden ist der Nachwelt nicht überliefert, auch der Grund nicht, der ihn zu diesem Tun bewog. Den Weltrekord im Dauerklavierspielen hält mit 112 Stunden der Neuseeländer Steele. Gegen den-Italiener Mancini verblaßt sein Ruhm. Mancini hat in Neapel 14 Stunden 34 Minuten lang Lieder gesungen, darunter allein „O sole miol" 572mal. O sol« miol Der Japaner Hakoda aus Kobe hat fünf Selbstmordversuche gemacht. Einmal warf er sich vor-di« Schienen eines elektrischen Zuges, zweimal sprang er ins. Wasser, einmal in den Krater eine» erloschenen Vulkans. Der letzte Versuch glückte: Hakoda sprang aus dem sechzehnten Stock eines Wolkenkratzers auf der Ginza in Tokio auf di« Straße: Der Neger W. Harlom rettete die Ehre der schwarzen Raffe, indemer nach einem' erbitterten Endkampf Sieger im WhiSkytrinken zwischen den (natürlich inoffiziellen)'Städtemannschaften der, Städte New Kork und-Philadelphia blieb und damit seit 1980 zum erstenmal den stolzen Titel für Philidelphia errang. - Der chinesische Händler und Bankier Fü-Sih aus Kanton hat, bevor er zum Galgen ging, gestanden, in seinem Loben ungefähr 5000. Men» Sichert Euch das Wahlrecht! Vom 15. bis zum 22. Dezember liegen in alle» Gemeindet« die ständigen Wählerver- zeichniste bei den Gemeindeämtern auf, in grösseren Gemeinden die HauSlisten. Rur wer in diesen Listen richtig eingetragen, ist, hat bei einer im nächsten Halbjahr stattfindenden Wahl daS Wahlrecht. Nehmt Einsicht und sichert Erich daS Wahlrecht! pauschalierte Umsatzsteuer von 40, bzw. 50 Hellern. Der autononie Zollsatz plus Steuer beträgt somit bei Speck XL 4.20, der ermäßigte im beste» Falle XL 1.50, bei Fett XL 4.40, bzw. XL 2.— pro Kilogramm. In de» meisten Gemeinden wird außerdem eine Verzehrungssteuer eingehoben, welche oft bis zu 40 Hellern beträgt. Di«„Konsumgenossenschaft" weist nun daraus hin, daß die Abwertung unserer Krone eine Verteuerung des Schweinefettes mn XL 1.30 bis 1.50 für ein Kilogramm bedeutet. Eine Aufhebung des jetzt geltenden Zollsatzes oder eine Außerkraftsetzung wenigstens für sechs Monate bedeutete also nur den Ausgleich für die durch die Devalvation verursachte Verteuerung. Zu dem hohen Zoll und den Folgen der Abwer- .tung kommt bei Fett als verteuernder Umstand auch die enornr steigenden Weltmarktpreise in Betracht. Bei den unverhältnismäßig hohen Preisen ist Schlveinefctt für den Haushalt der breiten Konsumentcnmassen ein Luxusartikel geworden. Am Import dieser Ware ist aber unsere Volkswirtschaft stark interessiert, weil durch ihn für unsere Industrie Exportmöglichkeiten geschaffen werden, insbesondere für Porzellan, Glas, Textilwaren, Konfektion usw. Dies ist nur möglich durch die völlige Aufhebung des Schweinefettzollö und der Fleischsteuer sowie einer starken Herabsetzung der Umsatzsteuer und der Verzehrungssteuer. Ferner weist die„Konsumgenossenschaft" auch darauf hin, wie die Entwicklung der Schweinefetipreise die Abhängigkeit des Absatzes von der Preisbildung gerade in den letzten Monaten wiederum gezeigt hat. Vor Monaten Ivarcn die Festpreise wesentlich niedriger als heute und der Konsum begann sich wieder auf Schweinefett umzustellen. Seit der Verteuerung auf dem Weltmarkt und infolge der Devalvation hat der Schweinefestverbrauch im Haushalt der breiten Verbrauchcrmassen so gut wie ausgehört und er wird nur billiges Kimstfett konsumiert. Einen Weg Mr^Aenderung dieses' Zustandes erblickt der Artikel nur in'der Anwendung' di? erwähnten: 'Mittel, er warnt diiher vor ünzMWqtn Maßnahmen. Verlängerung der Steuererleichterungen bei Hausreparaturen In der letzten Zeit werden an das Fürsorgeministerium Anfragen gerichtet, ob bei Hausreparaturen auch im kommenden Jahr dieselben Steuererleichterungen gewährt tverdcn wie im heurigen. Das Fürsorgeministertum macht die Interessenten daher darauf aufmerksam, daß die Regierung bereits in ihrer letzten Sitzung den Antrag des Fürsorgcministeriums genehmigt hat, wonach die Wirksamkeit der Regierungsverordnung Über die Steuererleichterungen im gleichen Umfang auch für Reparaturen gelten soll, die im' Jahre 1937 durchgeführt werden. Die entsprechende Regierungsverordnung wird zu. Beginn des Jänners verlautbart werden. schen durch betrügerische Geldmanipulationenbetrogen zu haben. Es ist noch nicht erwiesen, ob er den Weltrekord hält. Der Wiener Willy Gagavzuk soll angeblich mit 84 Stunden den Tanziveltrekord halten.. Missis Lücky Halm aus Miami gab anläßlich ihres Scheidungsprozesses zu, ihren Mann in den letzten drei Jahren 72mal betrogen zu haben. Auch dieser Rekord ist noch nicht eindeutig fest-- gestellt. Karl Hellmann aus München ist Weltmeister im Knüdeleffen. Er verzehrte 73 Stück in einer Stunde. Mr. Josiah Garson hat dieser Tage den Ozean zum 581, Male überquert und ist dabei 183mal schwarz gefahren. Man kennt ihn auf allen Hafenpolizeistationen zwischen Europa und Nordamerika. ,^ken", ein nur unter diesem Namen bekanntes Mitglied der Unterwelt von San Franzisko, hält den Weltrekord im Faffadeklettern. Jean Mathieu aus Marseille-hat bisher eingestandenermaßen 48 Autos gestohlen, davon cm der Riviera aüein vier Rolls-Royce-Wagen. Aber was find diese harmlosen Rekorde gegen die Leistung des englischen Chemikers David Bell, der zufolge verläßlichen Berichten das -gefährlichste Giftgas erfunden haben soll; oder gar gegen den Hauptmann Paul Duvalois aus ArraS, der sein« vier Söhne im Krieg verloren hat, dessen Frau wegen falschen Spionagevcr- dachteS erschossen wurde, der selbst viermal verwundet worden ist,. u>td der jetzt(Offizier der Ehrenlegion) begeisterte Rede», Vorträge hält, lange Abhandlungen schreibt, in denen er für den nächsten Krieg Propaganda macht! »Sozialdemokrat^ Donnerstag, 17. Dezember 1986. Nr. 293 §^-§M5-Mrperpfkege kUeeatur Xcmst und Wissen VereinsnacKriMen An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neuiafärs-Enthebunsen Dl« Verwaltung. ßericktssaat Ich bestelle hiemit unter dem Namen: Ort: Beruf: Unterschrift: weil die Zwangsjacke indisch für den ganzen Film ist, der Immerfort Komik erzwingen will und deshalb nie wirklich heiter wird und der tausendmal dage- in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet KC 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tief erstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend, an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. und im Arrangement plumper Film geworden, in dem auch die Darsteller nicht fesseln können. Mar« garet S ü l l a v a n, die man von tragischen Nollen her in guter Erinnerung-hat, mutz hier«inen spleenigen Filmstar spielen, wozu sie weder ihr Aeußere» noch ihr Temperament geeignet macht, Henri, Fonda spielt einen berühmten Schriftsteller auch nicht sehr rühmlich, und die Nebenfiguren sind atis- dringlich komische„Typen".>—eiS— eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kö 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Mal so— mal so. Eine Auslese aus der deutschen Nechtschrelbung für jedermann. Von Eziszewskj. Der Verfasser hat sein Merkchen im Auftrage der Zentralkommlssion der Korrektoren Deutschlands noch vor dem Ausbruch des Dritten Reichs bearbeitet. Nun gibt er es in der Tschechoslowakei neu heraus. Es handelt sich um eine Anleitung für die Umschif« sung der vielen Klippen, welche die deutsch« Rechtschreibung aufweist. Redakteure, Berichterstatter und sonstige schreibende Menschen werden für dar Büchlein gute Verwendung haben. Der Stoff ist gut und übersichtlich gruppiert, er ist freier Raum für eigene Ergänzungen gelassen. Zu beziehen ist dar Werk durch die Buchdruckerei Löwit in Schreckenstein.—n. DFB-Gautagnngen«egen die Reisespesen der DFL-Berbandsleitnng. Wie schon verganaene Woche fanden auch diesen Sonntag sogenannte Gautage im DFV-Gcbicte statt. In Brüx wurde die Tagung der Nordwestgaues abgchalten, auf der Insbesondere gegen die Verbandsleitunä wegen ihrer hohen Reisespesen in scharfer Form Stellung genommen wurde, so das; die anwesenden Berbandrvertreter die Versammlung verließen. Den Vertretern zmn VcrbandStag wurde eine Marschroute mitgeaeben, die u. a. für»radikale personell« Veränderungen" in der Verbands« sowie Spielleitung Sorge zu tragen hat- — Der Nordgau hielt in Neichenberg seine Versammlung ab. Auch da kam es zur Stellungnahme gegen die Verbandsleitung, deren Kaffarevisor die hohen Spesen der DFB-Funktionäre kritisierte. Der TFV-Obmann Dr. Fichtl versuchte diese Kritik und andere Vorwürfe zu rechtfertigen und verwies u. a. darauf, daß„der Kameradschaftsgeist fehle, um die Differenzen z» überbrücken"I— Kl Prag war der Mittelgau.versammelt, der nach eineinhalb Stunden(!) alle Beschlüsse und die Wahlen einmütig erledigt hatte.' Militärverrat. Der Senat des Kreisstrafgerich- tcS in Pma für Angelegenheiten des Militärverrats hat am 6. Dezember 1936 nach viertägiger Verhandlung unter Vorsitz des GerichtsrateS Dr. Beck wegen des Verbrechens des militärischen Verrates Franz Woldkich zu schwerem Kerker in der Dauer von 12 Jahren und zu.einer Geldstrafe von 6660 XL eventuell weiteren 60 Tagen schweren KerkerS. weiters Ernst Karger zu schwerem Kerker in der Dmier von 10 Jahren und z» einer Geldstrafe von 6000 Kä eventuell weiteren 60 Tagen schweren KerkerS mit den entsvrechenden Verschiirfmmen verurteilt. Bei beiden Verurteilten wurde der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte miSgesbrochen. Weiter« wurde Franz Sielnbauser wegen dcS Verbrechens des Nichtanzeige miljtärisch-n Verrates zu Kerker in der Dmier von sechs Monateis unbedingt verurteilt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Zitek Diebe aus Passion. Vorgestern abends gelang es der Polizei zwei minderjährige Burschen za verhaften,.die sich in verdächtiger Weise in der Nähe von Autostandplähen herumtrlebcn; die Untersuchung ergab, daß die beiden, die au» guter Familie und hüten Verhältnissen und überdies beide angcstellt sind/ fast jeden" Abend gemeinsam stehlen gingen. Hiebei zeigten sie allerdings einen sonderbaren Geschmack; sie nahmen nämlich entweder die vor dem Volant in Automobilen anmontierten Uhren, von denen bei einer Hausdurchsuchung zehn Stück bei ihnen gefunden, wstrden—" nie Koffer oder sonst gröbere Gegenstände— oder Haustelephone aus Privatwohnungen. Hiebei schnitten sie die Drähte ab, nahmen auch gelegentlich nur den Hörer mit, obwohl sie sich in einer Baracke, die sie sich aubcrhalb de» ElternhauscS eingerichtet hatien, bereits ein Telephon angeschafft hatten,.Die Hausdurchsuchung förderte IS solcher-Telephone" zutage, doch hatte der Uhren nur"«in einziger Thauffeur und der Telephone überhaupt niemand" die Strafanzeige gemacht; die beiden wurden also.genötigt,.mit zwei Detektiven durch die Stadt zu fahren und die Telephone nach dem Ge-1 dächtni« hei den Bestohlenen wieder abzugeben, was im ganzem auch gelungen zu sein scheint. Die beiden wurden den Eltern übergeben und die Anzeige ans Jugendgericht erstattet. Wieder ein A»to>Opf«r."In der Nacht auf gestern würde in der Nähe des Karls-Platzes In der Wyschchrader Straße die 46jährige Privat« Augustine Hokitika ans Z'sijkov vom leichten Lastauto der Chauffeurs Ottokar Häjek aus Prag-Weinberge zu Boden geworfen und schwer verletzt. Die NcttungS- gescllschast brachte sie inS allgemeine Krankenhaus, wo mehrer« Rippenbrüche und innere Verletzungen fcftgestellt wurde"». Häjek wurde der Führerfchen entzogen. Betrug an Arbeitslosen. Gestern wurde der 40jährige Raseur Josef Rtztik aus Prag VIII., Su- domikickä 46, verhaftet, der SO XL-Anwcisungen auf ' Waren für Arbeitslose gefälscht und bei der Liebener Wärmestube diese um 80 Ai verkauft hatte. Mit Hilfe eines Kopierpapiers hatte er den Stempel des Prager Zentralkomitees für Sozialfürsorge nachgemacht. Bisher wurden ihm sechs Fälle nachacwiesen. Als einer'der Arbeitslosen, die Anweisung in einem Geschäft vorzelgt«, wurde der Betrug entdeckt. Rtztik wurde nach Pankratz eingeliefert. Borkehrungen zur Beförderung der Wintersportler. Die Staatsbahndirektion Königgräh teilt mit: Der Sportzug 601 Prag—Riesengcbirge verkehrt anher Samstag auch am LS., 23., 24. und 81."Dezember d. I. und wird nach Bedarf in mehreren Teilen über Ehlumec geleitet werden.-— Außerdem machen wir auf die Führung des neue» Sportzuges SIS Prag-Wilfonbahnhof—Freiheit— Johannisbad aufmerksam, welcher an Samstagen verkehrt; dieser Zug ermöglicht günstige Anschlüsse nach Jilemnice und Hohenelbe, Prag Wils.-Bahnh. ab 15.27, Frcihgit-Johaiinisbad an 20.00 und verkehr/ auch am 28., 21., 81. Dezember 1086.— Winters verweisen wir die Sportler auf den günstigen An- schlnb der Zuge» 168 nach Polaun mit den Züge» 2409/2408, welche in der Strecke Eisenirod—Tur- näu und zurück in der Zeit vom 88. Dezember 1936 bis 8.-Jänner 1987 verkehren,(Prag Wils.-Bahnh. ab 18.6«; Polaun an 18.18.08).— Zur Rückbeförderung der Sportler verkehren am 27. Dezember 1936, 1. Jänner, 8. Jänner und 6. Jänner 1987 anher der regelmäßigen Zuges 506 nach Bedarf weitere Sonderzüge, welche höchstens eine Stunde früher als der regelmäßig verkehrende Sportzug- abgefertigt werden: Am 22., 23., 24. und 81. Dezember 1936 wird bei den Zügen 182/408/5121 ein direkter Wagen" 8. Klaff« Prag Wils.-Bahnh.—Freihcit-Johan- nisbad geführt werden. In der Zeit vom 21. Dezember 1986 bis 6. Jänner 1987 führt Zu« 47/88/5403 einen direkt«» Wagen 8. Klaffe Prag Wils.-Bahnh. bis Hohenelbe,(Prag Wils.-Bahnh. ab 7.22, Hohen- elbean 10.50). AuSflugSziige der StaatSbahnen, Vom 25. bis " 27.. Dezember in» Erzgebirge für 280 XL. ins Riesengebirge vom 28. bis 27. Dezember 220 Xi, vom 28. Dezember 1986 bis 8. Winner 1987 460 Xi. vom 25. bis 27. Dezember sür 160 XL. Amneldmi- . gen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Tel..88885. Telephon.Ilnterbrechungen. Die Telcgraphen- Bausiatio» II in Prag teilt Len Tclephonteilnehmern mit, daß wegen Reparatur des unterbrochenen Tcle- vlionkabelö die Tclephonstätionen in Smichow in dem Ratzon: Na Hkebenkäch, Rad Vtzöinkon, Na Mltz- näksce, Klamovka, BLlohorskä und Kolonie Sumava von 8 Uhr früh des 18. Dezember-bis 12 Uhr der 19. Dezember vom Verkehr äusgefchaltet fein werden. ^eujskiL-kntkebung für„Sozialdemokrat" Karel Havllteks „Kuttenplaner Prozeß“ Prag.— rb—- Als einen der bedeutendsten Männer ihrer nationalen Wiedergeburt, gleichzeitig als den ersten bedeutenden Journalisten, der in tschechischer Sprache schrieb und die Forderungen des mündig, werdenden Volles gegenüber dem altöstrr- reichischcn Polizcistaat unerschrocken vertrat, feiern di«"Tschechen ihren Kärl Havllkek-Borov- s k h. Die österreichische Regierung versuchte den Re bellen, der im Sturmjahr 1848 und in der folgenden Reaktionszeit" ihr vieles zu schaffen machte, vergeb lich zum Schweigen zu bringen. 1851"machte man ihm vor dem Kuttenberger Schwurgericht den Prozeß wegen angeblicher schwerer Pressedelikte. Dieser— heute wurde man sagen Sensationsprozeß —. endete mit dem triumphalen Freispruch Havlikek» und«liier schweren moralischen"Niederlage der altösterreichischen Reaktion. Spielplan de» Neuen Deutschen Theater». Donnerstag 7H: Mignon, C 2.— Freitag 7%: Ehe, D.— Samstag 7sh: A i da, Preffevorstellung de» Verbandes deutscher Journalisten, C 2.— Sonntag 214: Cavalleria rusticana— Der Baja, zo. 7-zj: Ehe. A 2. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 7%: DerschiefeHut, Erstaufführung.— Freitag 8: Stimmen in und um uns, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Der schiefe Hut.— Sonntag^Unentschuldigt« Stunde, Der schiefe Hut. B e z u g» b e d i n g u n a« n: Bei Zustellung ins Hau» öder der Bezug durch die Post monatlich Xi 6.—. vierteljährlich. Xi 48.—. halbjährig Xi 96.— ganzjährig XL 192^—.— Inserat« cherden laut-? Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß^ 7-Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmacken.— Die Leitungsfrankatur- wurde von der Poft/ und Tele- ,. graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei:.Svrbis". Druck«. Verlag»« und Zeitungs-A.-G. Prag. Der Internationale Promlnenten-Ibend am 7. Jänner 1937 den die Solisten im Lucernasaal veranstalten, wird durch die Mitwirkung Paul Hörbiger» und vielen anderen Größen der Bühne und de» Film» ein geradezu sensationelle» Kunst« und Gesellschaftr- creignis weiden. Vorverkauf bei Truhläl(Koruna, Valdck). 8840 I Die Akten jene» berühmt gewordenen.Kutten» - beiger Prozesse»" waren zum Leidwesen der Historiker i und. Patrioten durch Jahrzehnte hindurch unauffind- : bar. Ilm so größere» Aufsehen erregte c», al» gele- - geNtlich der grogen Havlikek-Godenkfelerlichkeiten - ruchbar wurde, daß.jener historische Prozeßakt aufgefunden worden sei. Gleichzeitig wurde die Nachricht verbreitet, daß der Revident des Kuttrnberaer Krcisgcrichtcs Anton Jiru» diese» wertvolle Aktenfaszikel entwendet hab«, um es zu eigenem Vorteil zu verschachern. Jiru» gab zu, im Jahre 1927 bei Skartierung alter Akten, hinter einem Schrank ein in braunes Papier eingeschlagene», unversiegeltes Aktenbündel gefunden zu haben, dessen Aufschrift bekundet«, daß es sich um die Akten de» Havliiekprozeffes handelte. Er habe aus rein sachlichem Jntereffe den Akt nach Hause genommen, um ihn zu studieren. Da Jiruö später verseht wurde, konnte er den Akt nicht zurückstellen und lieh einen Teil der Materials seinem Schwager, dem Kontrollor der Prager Staatsdruckerei Jaroslav Eervenh. der tatsächlich dann meh- | re re Publikationen über jenen Kuttenberger Prozeß veröffentlichte. Unmittelbar darauf setzte in der Rechtspresse eine mächtige Kampagne gegen Jiruö«In, der beschuldigt wurde, er habe die historischen Dokumente zum Preise von 5000 Xi an einen Antiquar verschachern wollen. Dazu kam ein prompt erfolgendes Gutachten des Innenministeriums, da» deren Wert.mit 89.000 X i bezifferte und nicht ausschloß, daß einige fehlende Dokumente tatsächlich verschachert worden seien. Die Untersuchung endete damit, daß Revident Jiruö de» Verbrechens des Diebstahls angeklagt wurde(bei Zugrundelegung eines Schaden» von 89.000 Xil) und sein Schwager Jaroslav Tervenh der Vorschnbleistung zu diesem Verbrechen. Gestern wurde vor dem Kuttenberger Kreis» gericht unter Vorsitz de» OGR. Dr. Holeka diese von Staatsanwalt Dr. S u k vertretene Anklage verhandelt. Die Annahme der Anklage, daß Revident Iiruödie Akten nicht zu Studienzwecken, sondern zwecks eigennühiqcr Verwertung an sich gebracht habe, fand keine Bestätigung. Die Aussage de» Kronzeugen L i 4 k a, der die Dokumente gern Air 150 bi» 200 Xi erstanden hätte, war zwar auf Be- lasstmg der Angeklagten angelegt," konnte aber doch im wesentlichen nichts anderes feststellen, als daß Jiruö auf dar Angebot Liökas antwortete:»Auch nicht für 5000." WaS sonst al» Belastung vorgebracht wurde, erwies sich als das bei solchen Gelegenheiten Übliche phantastische Gerede. Der Gerichtshof erkannte denn auch nach durchgeführtem Be- weisverfahren dahin, daß ein strafrechtliches Verschulden keinem der beiden Angeklagten nachgcwiescn werden könne und sprach beide frei, Der tote KassemmnAer nnd eie seinen Prag.—rb— JosefMezera war seinerzeit ein Kaffenknacker großen Formates. Er Hai zeit seines Lebens viele Jahre im Kriminal verbracht und im Kriminal verstarb er auch im vergan» Wann ist mist« HochzeitSuocht? Der Holltz- Wood-Film, der hier diesen Titel trägt, endet damit, daß die von ihrem Verehrer bereits unter falschem Namen geheiratete Geliebte unter Assistenz ihrer resoluten Großmutter im Polizeiauto vom Flugplatz neuen Jahr.'Ein halbes Jahr nach seinem Tode hatte geholt, von dem verliebten Mann in eine Zwangs« sich gestern der. Strafsenat des GR. Dr. M a r e»| sacke gesteckt wird und in diesem wehrlosen Zustand Lek mit einer Strafsache zu befassen, die mit dem den seligen Happtz-end-Kuß erhält. Da» sei erwähnt, lebten Auftreten des verstorbenen Kassenknacker» eng>"" .verknüpft ist..""i Dieses letzte Stückchen de» Verstorbenen bestand> in einem wohlgelungenen-Einbruch im Pkibramer'" städtischen Versatzamt, wobei Mezera Wertsachen im. Wert« von 47.000 XL mitgehen ließ. Der im August 1985 Lurchgeführte Einbruch trug ihm neu» Monat« schwere nKerkerS ein. Während der Haft verstarb er, ohne seine Komplicen verraten zu haben. Die Polizei könnt« aber testste'- len, daß den Verkauf der erbeuteten Schmuckstück« der 80jährige FranzProchäzkä gemeinsam mit seinem Onkel, dem HandelSgärtner Alois Prochäzka durchgeführt hatte. Die beiden er schienen bei dem in Kobtzlis wohnhaften Uhrmacher Wenzel Smid und schütteten ihm au» einem■' alten Mehlsack ein halbes Kilo Gold gegenstände hin, indem sie fachkundig Bezahlung des offiziellen Goldpreises— nach damaligem Kur» 15 Xi pro Gramm verlangten. Die beiden Prochäzka wurden wegen Mittäterschaft angeklagt. der Uhrmacher Smid wegen der Uebertretung d'.s Ankaufes verdächtiger Sachen. Alle drei spielten die gekränkte Unschuld unb be haupteten. von dem Diebstahl keine Ahnung gehabt zu haben. Der Gerichtshof verurteilte Franz und Alois Prochäzka zu je fechSMo- n a t e n, den Uhrmacher S m i d zu 2000 Xi Geld strafe. Auf der Anklagebank faß de» weiteren noch"«Ine Frau, die Gattin eine», einwandfrei ehrenhaften Ge-- werbetreibendep, der die Anklage zur Last legt, daß' sie hinter dem Rücken ihre» Gatten ein Verhältnis mit dem berüchtigten Kassenknacker Mezera unter halten habe, was sie freilich"entrüstet bestritt. Sie* gab nur zu, daß ihr Mezera nachgestellt habe, wobei•; der Angeklagte FranzProchäzka den Kupp«: ster spielte. Sie konnte aber nicht leugnen, daß ihr' nach jenenu Raubzug der Kassenknacker Ohrring« und andere-Schmuckstücke brachte, die. sie sofort in» Ve> sabamt trug. Der Gerichtshof, schenkte daher'ihren I züchtigen. Beteuerungen keinen Glauben und ver hängte über die Angeklagte eine zweimonatige 'unbedingte Ker k« rstr a f«. Einbrecherpech Prag.—rb— Der 40jährige polizeibekännie Wohnungsdieb I l k o Kurt hat alle Ursache, sich über die.Tücke de» Zufalls zu beklagen. Am 16. No vember. kgm,er in ein Weinberger.Wohnhaus, ast-., gcblich. um zu betteln, in Wirklichkeit aber, um die;. Gelegenheit auszukundschaften, wie das feine Art ist. i wesene VerwechslungSwitze und Mondscheinromanzen An einer Wohnungstür, an welcher ein weiblicher durch übertriebene» Parodieren für originell aus» Name zu lesen war, sah er«Inen Zettel mit der In- i geben möchte. E» ist ein in der^Crfiudung dünner schrift:„Bin. in der Waschküchel" befestigt. Da d:r'~ alte Fachmann annahm, daß die Wohnung leer sei, machte er sich unverzüglich mit dem Sperrhaken'über da» Schloß her. Denn sein Handwerkszeug trug er stet» mit sich. Ehe er den Dietrich aber noch in» Schlüsselloch gebracht hatte, flog die Türe auf und ein hochcrzürnter junger Mann packte den Einbrecher am Kragen und rief die Polizei. Das Komische an der Sache ist, daß der junge Mann— cs war der Sohn der Wohnungsinhaberin— gar nicht daran da-bte, es mit einem Einbrecher zu tun zu haben. Er hielt ihn lediglich für«inen besonder» hartnäcki gen und zudringlichen Bettler und seine Erbitterung war deshalb so groß, weil ihn da» Pumpern an der TÜr, das der allzu leichtsinnige Dieb verursachte, au» dem Mittagsschlaf geweckt hatte. Der Dieb, der die» natürlich nicht wußte, zog eS zur Ucberraschung aller Beteiligten vor, söfort ein GcbändniS abzu- l-aen, da er seine Situation Air aussichtslos hielt. Gestern faßte er vor demS trafse natHruöka acht Monate Kerker mit nachfolgender Zwangsarbeit au».