16. Jahrgang Freitag, 18. Dezember 1936 Nr. 294 IENTRALOKGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DERTSCHECHQnOWAKBCHEN REPUBLIK - f. ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG FRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 52077 HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR i KARL KERN, FRAG. Einzelpreis 70 HbIIbi (olnschliefilich 5 Heller Porto) Ultimative Im alten Sinne ii Kolonlalforderung? Shanghai. Aus verläßlicher Quelle wirb berichtet. daß TlchanMuellang dem KriegSministrr Hojintschin telegraphiert habe, er möge die Kampf- operationen einstellen und dir Stadt Sianftz nicht bombadieren lassen. Di» RegierungOruPpen setzen jedoch trotzdem die Einschließung Sianfus fort. Nanking.,(Reuter.) Nach einem amtlichen Bericht' hat Tschantinwen,' einer der' mit Tschiangkaischek gemeinsam verhafteten Generale, .telegraphisch aus Siansn mftgeteilt, daß er steigelassen worden sei und mit einem'eigenhändiges Beträchtliches Aufsehen erregt rin Artikel teS deutschen Wirtschaftsministers, Hjalmar Schacht, in einer amerikanische» Monatsschrift, in dem Schacht aufs neue die Forderung «ach Kolonie« für Deutschland erhebt. Schacht schlagt vor, daß man Deutschland Mandatsgebiete zuteile, ohne di« deutsche Souveränftät in kulturelle« und militärische» Sachen über diese Terrftorien aufzurichtea. Was die Preffe vor allem beschäftigt, ist aber die Erklärung Schachts,daß.die Zuteilung vonKo- louien an Deutschland das einzige Mittel sek, den Friede« zu sichern, Man rtblickt vor allem in englische« Kreisen in dieser Wendung ein« unerhörte Politische Erpressung, die vielleicht eine ganz andere als die beabsichtigte Wirkung erziele» wird. Um mit solche» Drohungen Erfolge zn erzielen, hätte Schacht vor der englischen Aufrüstung anstete» müsse»!' Ras Imru. ergibt sich Addis Abeta.(Agenzia Stefani.) RaS Imru'hat sich nach zwei kurzen Schlachten mit allen seinen Kriegern den italienischen Abteilungen' des Lbersteni!Malta.ergeben« Damit ver- B a l» ne io.(Fabra.) Bei fiugonrS, Lol,' lote und bei Ovudo an der asturischen Front wüte« heftige Kämpf« DaS energische Bomtardr» ment der RegierungSartillerie hat dir Batterien der AnMndtschr» zum Schweigen gebracht. Der Angriff der Aufständischrn hei- Mont Maranr» wurde zuriickgeschlagen. Die republikanische Miliz beschoß erfolgreich^die'Kasernm in Rubi« und, Polayo sowie auch di« dortige Wasfenfabrik, worauf st« einen neuen Angstss auf 0 v i r v» unter- > nahm, web'ei st« ve«. LankS und'Bergleuten unterstützt wurde. Die Aufständischen halte« sich, sehr . zäh, der Kamps/danert im.' Im baskischen Gebiet herrscht verhältnismäßige Ruhr. An der Front bet Madrid stud di« Aufständische« angestrengt ie- , müht, die Straßenverbindung nach' La Loruüa abzuschnridrn. Hauptsächlich wird' im Abschnitt« bei veadttla gekämpft, und an der ganze« Front Balencia.lFabra.) In der Antwort, welche die republikanische Regierung Spaniens an den Nicht» interventionsausschuß gerichtet hat, und die der Ministerpräsident Largo Caballero dem britischen Chargs d'AffaireS mitgeteilt hat, wird u. a. konstatiert, daß in Spanien zwei kriegfiih» rende Parteien bestehen, mit denen nicht in der gleichen Weise Verfahren werden kann. Auf der einen Seit« steht die aus den Wah» len im Feber herborgegangene gesetzmäßige Regierung, auf der anderen Seite stehen die Auf» ständischen ohne jedwede gesetzliche Grundlage.' Unter ihnen' befinden sich tausende gedungene Mauren aus Marokko und militärische Abteilungen italienischer und deutscher Faschisten, welche kürzlich in Spanien ausgeschifst wurden. Di« spanische Regierung hat bereitt vor mehr als drei Monaten die Signatare des NichteinmischungS» abkommens auf die schwerwiegenden Beriet« zungendieses'Abkommens durchDeutsch» land, Italien und Portugal aufmerksam gemacht. Statt zuzulaffen, daß im Laufe dieser Zeit die genannten Mächte ohne Rücksicht auf den Londoner- Nichteinmischungsausschuß ihre Taktik fortsetzen und die Aufständischen mit Flugzeugen.nud Gasen zur Hinmordung dec Fra ue n und Kind er v ön-Madrid versorgen, hätten die berufenen Faktoren unverzüglich Die Beschwerden der spanischen Regierung kontrollieren. und. den^ Verletzungen des Nichtesnt mischungSabkommens durch Deutschland, Port»« Brief des Marschalls Tschiangkaischek nach Nanking abgeflogen sei. Vie«ßer Marschall gefangen wurde Nanking. Nun ist der erste Augenzeugenbericht über die Gefangennahme des Marschalls Tschiangkaischek in Huachinchin, einem Kurort in der Nähe der Provinzialhauptstadt Sianfu, eingestoffen. Diesem Bericht zufolge umstellten revoltierende Truppen TschanghsueliangS das Auto Tschiangkaischeks, der sich gerade nach Sianfu zurückbegeben wollte. Obwohl die Leibwache des Marschalls einen Schubring um Tschiangkaischek bildete, muhte sie sich, schließlich ergeben, nachdem viele der Soldaten gefallen und verwundet waren. Nur dem zweiten Kommandeur der 18. Di- vision, der sich in Begleitung des Marschalls befand, gelang es, nach Sienyang zu entkommen. Er alarmierte sofort die dort stehende Nanking- Division, so daß drei Stunden später ein Angriff «auf Tschanghsueliang erfolgreich abgeschlagen werden konnte. ■ Tschanghsueliang geflüchtet? Shanghai. Nach einer unbestätigten Meldung staf Tschanghsueliang-in einem privaten Flugzeug DonperStag nachmittags in Taiyuanfu, von Sianfu kommend, mtt fünf Fahrgästen ein, deren Personalien geheimgehalten werden. Die Möglichkeit daß' Tschanghsueliang' Sianfu verlassen hat hat große Aufregung hervorgerufen. » entwickelt die Artillerie rin« lebhafte Tätigkeit, 'Alle versuche der Aufständischenfind gescheitert. Madrid. Der Angriff Vst Aufständische« auf voadilla und Val. de Marille Mrd als ve- ginn einer neuen Offensive gegen hie Hauptstadt angesehen. Den ganzen Mttwoch hindurch fand ein heftiger Artillrrirkampf statt. Am 3 Uhr früh, griffen die Abteilungen der Aufftändischrn im 'nstdwistlichrn Stadtteil in der-Nähe- des Ge- fängniSgebäudeS an, wurden aber zurückgeschlagen. Di» Kämpfe stnd sehr hartnäckig, Vach habe« sich die Fronten im ganzen nicht geändert. Sn der !Umgebung van' Madrid herrscht' nach inimer sehr, ksthstS Wetter.- ' M«' d r i d. Am DannstStag herrschte der Madrider Front v« l l st änd i g e Ruhchi die iloß durch Scharmützel von Graben zu Grabe»! unterbrochen wäre Die(hinesischen Wirren Kempf oder Kapitulation I London. In der Provinz Schensi ist eS, wie aus Nanking gemeldet wird, zu den ersten schweren Gefechten zwischen Truppen der Zenstal». regierung und den Meuterern gekommen. . Als Gegenmaßnahme gegen Nanking konzentriert Tschanghsueliang nunmehrseine Truppen in der Richtung auf die Südost-Ecke der-Schenst« Provinz. Das 25 Kilometer nordwestlich von Sianfu gelegene Sienjang, wo eine Nanking- Division seit Ausbruch der Revolte von Tschangh- sueliangS, Truppen eingeschlossen war, ist Mittwoch abendS' durch die Regierungstruppen- entsetzt worden. Di« Rehellsn zogen sich, ohne, nennenswerten Widerstand zu leisten, zurück. Die 105. Division TschanghsueliangS unter General Liutoschuan.ergab sich-den anrückenden Regie» rungSstuppen östlich von Sianfu. Scharfe Note Spaniens an den Londoner Ausschuft Görings Flieger morden spanische Frauen . Fünf deutsche Maschinen abgeschossen Valencia.(Faira.) Das Marine-«nd Luftfahrtministerium teUt mit, daß Mittwach nachmittags gegen 2 Uhr über Madrid 2b Jun» lers-Bombardiermigöflugzeuge in Begleitung von 16 Hrlnckel-Jagdflugzeugen erschienen stnd. Dir Flugzeuge bombardierten di« bevölkerte» Madrider viertel, wobei 2V Frauen getötet und 400 Personen verletzt wurde». Dl« Flugzeuge wurde» schließlich von dm Regierungsfliegern zur Flucht gezwuugm. vier Heinckelflugzeuge und ein« SbmlerSmaschine wurden abgcschosscu. DaS zuletzt genannte Flugzeug stürzte brennend in der Borstadt^Quatro SirntoS zu Boden. Die Regie» rungsflugzeuge kehrten unversehrt auf daS Flugfett zurück. Motto wieder Schweizer Bundesprüsldent Bern. Die vereinigte Bundesversammlung hat mit 157 von 172 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten für das Jahr 1SS7 den jetzk- gen Vizepräsidenten und Leiter des politischen Departements, Bundesrat Giuseppe Motta, gewählt. Zum Vizepräsidenten des BundeSrateS wurde mit 158 von 168 gültigen Stimmen der Chef des Justiz- und Polizeidepärtements, Bun». ., desrat Johannes B au mann gewählt,(Motto i ist zum fünftenmal Präsident.) und Im neuen Tempo 1 Ein Jahr Präsidentschaft Benei Noch haben wir den dramatischen Ablauf der Geschehnisse des Monates Dezember 1885 im Gedächtnis: Am 14. Dezember legte der erste Präsident der Republik, der große Philosoph und Staatsmann M a s a r y k sein hohes Amt nieder. Die Art, in der das geschah, zeigte die ganze Größe des Mannes, der zu Lebzeiten zurllcklrat, durch Empfehlung eines verläßlichen und würdigen Nachfolgers für die Zukunft des Landes sorgen und noch eine Weile zuschauen, d. h. mit seinem Rat behilflich sein wollte. Dann kamen die Tage des Kampfes um die Präsidentschaft, die atemlose Spannung und die tiefe Sorge, mit der die wahrhaften Demokraten den Gang der Ereignisse verfolgten, insbesondere die politischen Beratungen des letzten Tages vor der Wahl, da sich die Schale des Erfolges immer mehr auf die Seite Eduard Benes' neigte.- Am Tage der Wahl selbst sahen zehntausend« am Rundfunk und als um halb 12 Uhr die swlz« Nachricht kam, daß Benes im ersten Wahlgang mit 840 von 440 abgegebenen Stimmen zum Nachfolger MasarykS gewählt worden war, da löste^ich die Anspannung der Nerven in freudigem Jubel auf, weil es die schöpfte Nachricht für die tschechoflowakische Demokratie war, die seit langem eingestoffen war. Was wir in jenen denkwürdigen Tagen gefühlt und gewußt haben, das ist durch.die Entwicklung seither bestätigt wordeii. Die tschccho- flowalische Demokratie hat am 18. Dezember-1035 eine Schlacht gewonnen und die offenen und getarnten Feinde der demokratischen Zusammenarbeit In der Koalition haben ein« Schlacht verloren. Und eine Schlacht, die in dem Krieg zwischen Faschismus und Demokratie aller Voraussicht nach entscheidend gewesen ist. Benes' Wahl war die Marneschlacht des tschechoslowakischen Faschismus, ebenso seines tschechischen wie seines sudetendeutschen Flügels. Hätten die Feinde der Demokratie gesiegt, die Tfchechoflowakei wäre heute kaum mehr eine Insel demokratischer Zusammenarbeit, kein Eiland der Humanität in dieser barbarischen Welt, So aber wurde zum Staatsoberhaupt ein Mann berufen, dessen demokratische Verläßlichkeit außer Diskussion steht, der aber nicht nur den ernsten Willen, sondern auch Fähigkeit und Tatstaft hat, jedem Versuch der Unterhöhlung der demofrati» schen Verfassung dieses Staates zu begegnen. Nichts rückt die Persönlichkeit des Präsidenten Benes in ein helleres Licht als der Vergleich mit republikanischen Staatsoberhäuptern, welche von Demokraten gewählt wurden, aber jenen die Leitung des.Staates anvertraut haben, welche die Demokratie beseitigt und so eine Kraftquelle menschlicher Fortentwicklung verschüttet haben. Als vor einem Jahr Benes gewählt worden war, sagte die sudetendeutsche Sozialdemokratie in ihrer Kundgebung an den neuen Präsidenten, sie erblicke in ihm»den treuen Hüter der Tradition" seines.»großen Vorgängers, den Garanten der demostatischen Entwicklung und einer Politik des Friedens". In dieser Auffassung hat uns dieses erste Jahr der Präsidentschaft, wir sagen das offen als stolze, republikanische Staatsbürger der Republik, nicht enttäuscht. Demokratie.und Frieden'sind uns erhalten geblieben und sie werden uns, sofern eS in der Macht des Präsidenten liegt, auch gewahrt bleiben., Gerade was wir in den letzten Tagen auS' England hören, bekräftigt de» Optimismus des Führers dieses Staates, der 1 immer wieder betont, daß der.Krieg»ich* unan- ' wendbar ist.und daß^eS den Bemühungen der Staatsmänner gelingen kann,§ die Welt vor der ' Nacht und dem GraueneineS neuen Weltkrieges > zu bewahren. Was wir aber insbesondere' als Deutsch« am Präsidenten schätzen, ist sein Bemühen, allen nationalen Ungerechtigkeiten, die- man.an uns begeht, ein Ende zu sehen und die demokratische Atmo- ' sphäre dieses Staates von der stickigen Luft' des : nationalen Streites zu reinigen, Der Präsident hat es zu'Wiederholtenmalen— besonders feierlich in Reichenberg— versprochen, über die inter» gen oeo e^oergen unaim ergeoen, mannr oer» na, m meuncnoerg— veriprochen, uver oie mrer» schwindet aus Westäbessinien der letzte Kernder| nationalen Verpflichtungen gegenüber den Minabessinischen Truppen. Im Gebiete von Harrar, derheiten, welche die Tfchechoflowakei ISIS einge- habon die: italienischen. Truppen, den Ort Ciulul gangen ist, hinauszngehenitzn^die heptige Rechtsbesetzt, tlage als blotzen AuSgangSpunstifür.dis.'Jnnen» Francos Offensive stockt Neue Kampfe um Oviedo gal und Italien ein Ende machen können, Verletzungen, welche an der Fortsetzung des Bürgerkrieges und des Blutvergießens schuld sind. Die spanische Negierung hat stets den Standpunkt vertreten, daß die gesetzmäßige Negierung in vollem Maße das Recht hat, sich öffentlich die.Mittel und jene Ausrüstung zu besorgen, welcher sie zur Niederwerfung eines Aufstandes im eigenen Lande bedarf. Die Gegner der gesetzmäßigen Regierung mit Waffen zu beliefern, bedeutet eine Verletzung aller geltenden internationalen Normen. Jede einzelne der Handlungen, gegen welche die spanische Regierung Beschwerde erhebt, würde für sich allein genügen, die Regierung zu veranlassen, den Vorschlag einer Konstolle, wie sie die französisch-britische Proklamation vom 4. Dezember fordert, rundweg abzulehnen. Die spanische Regierung bleibt, ohne von ihrem bisherigen Standpunkte auch nur um eines Millimeters Breite abzugehen und ohne im gegenwärtigen Zeitpunft den genannten Vorschlag ausführlicher zu untersuchen, ihrem Beschluß treu, das Interesse des Friedens allem anderen voranzustellen und damit der Nicht- einmischüngsausschuß in London künftighin nicht behaupten könne, daß ihm von spanischer Seite nicht.die. Möglichkeit gegeben wurde, die Verletzer des NlchteinmischungScchkommenS zu stnstollirren, billigt sie im Vrinzw das Projekt dieses Planes, wobei sie sich in«ollens Umfange da» Recht vor- behätt, ihre Einwendungen im Einzelnen vorzu» oWgen und zu formulieren.' Freitag, 18. Dezember 1030 Nr. 204 Leite 2 Politik zu betrachten. Er hat zugegeben, dass in den nationalen Dingen Fehler geschehen sind uno das» diese behöben werden sollen. Der Präsident hat auch seit dein 10. August, dem Tage seiner Ncichenberger Rede, nicht geruht und ist im Rahmen seiner durch die Verfassung gegebenen Stellung bemüht, da- Problem der Sicherstellung und der tatsächlichen Gleichberechtigung des Sudetendeutschtums zu lösen. Er ist auch da der Fort- Prag. Im Senat ergriff am Donnerstag Fücsorgeministec Jng. N« 2 a S nochmals das Wort zu der bekannten SdP-Jnterpellation über die Benachteiligung der deutschen Jugendfürsorge, Ivobei er sich auf die allerdings schon sehrge- milderte Antwort der SdP bezog, die Senator Krczal vorgctragen hatte. Nc£a» stellte fest, dass die SdP Im Senat zugab. daß die Zuteilungen für die Kinderaktion nach dem nationalen Schlüssel erfolgt«, dah sie aber darauf vcriveise, das, die Not im deutschen Gebiet grösser und die schlüsselmässige Austeilung daher doch ungerecht sei. Dem hält der Minister entgegen, dah die Kindcraktion nur einen geringen Bruchteil(4 Promillt aller staatlichen Fürsorgeaktionen darstellc, für die etwa 0,75 Milliarden auigeworsen werden. Die staatliche Er- nährungSaktion, die WeihnachtSaltion, die Milchaktion, die Zuteilungen von Naturalien und Kohle, di« Brotaktion, die Kartofselzuteilungen und die ipeimstättenaktion für die arbeitslose Jugend werden nach den sozialen Bedürfnissen aufgeteilt und nach.der Zahl der Arbeitslosen in den betreffenden Bezirken bemessen. Aber auch wenn man die Ernährungsaktion allein betrachtet, kann man nicht von einem Unrecht sprechen, das an den Deutschen begangen worden sei. ES ist selbswerständlich, daß die Landeszentralen für Jugendfürsorge bei ihren Anträgen auf Aufteilung der staatlichen Subvention auf die Beiträge lokaler Faktoren Rücksicht nehmen, die die einzelnen BczirkSkommissionen erhalten. Bei der Beurteilung der Aktion muh man von den Ländern auSgehen. Das, in Böhmen der nationale Schlüssel eingehalten wurde, ist bereits im Abgeordnetenhaus gesagt worden. Der Minister führt nun im Detail die Zahlen für Mähren und Schlesien an. In Mähren betrug die staatliche Subvention für die tschechische LandeSkommission 401.400, für die deutsche 118.800 KO. Einschliesslich der lokalen Subventionen standen für tschechische Zwecke 1,8, für deutsche 0,4 Millionen Xö zur Verfügung. Auf «in tschechisches Kind entfiel ein Aufwand von 20,07, auf ein deuisches«in solcher von 27,OS K£. Davon entfiel auf die staatliche Zuweisung 0,85, bzw. 7.01 K£. Auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet, beträgt der Gesamtaufwand 84 Heller für tschechische und 78 Heller.,.für deutsche ,Kinder; auf. den reinen StaatSzuschüss'"esttsällen davon 20, bzw. 21 Heller. In S ch l« s i e n betrug tut staatliche Subvention je 87.000 Ki sowohl für die tschechische wie für die deutsche Aktion. Es waren daraus 18.091 tschechische und 10.971 deutsche Kinder zu betreuen. Mit den lokalen Subventionen standen 248.000, bzw. 277.000 flö zur Verfügung.* Auf ein Kind entfielen 13,88 auf tschechischer, bzw. 28,24 tt£ auf deutscher Seite; davon stammten 4,88, bzw. 7,98> Kd aus dem Staatszuschuss. Auf den Kopf der Bevölkerung entfällt ein Aufwand von 08 Hellern auf tschechischer und von 1.08 K£ auf deutscher Seite; davon stammen aus der StaatSsubventiou 28, bzw. 84 Heller. Daraus folgert der Minister, dass dl« Zuweisungen gerecht bemessen worden nach dem Grad der Net und dem BedürsniS. scher seines grossen Lehrers Masaryk, der einmal gesagt hat, dass cs zur Sicherheit des Staates gehöre, die Deutschen für die Republik zu gewinnen. ,,Wir sind dafür mitverantwortlich", so fügte er hinzu,»wenn es nicht dazu kommt." Auch von dieser Aufgabe der tschechoslowakischen Politik möge der Grundsatz gelten, den Eduard Benetz heute vor einem Jahr verkündet hat: Im alten Sinne und im neuen Tempo! Die Interpellanten, so schloss der Minister unter starkem Beifall, würden dem Staat einest besseren Dienst erweisen, wenn sie gemeinsam mit der tschechischen Bevölkerung Wege suchen würden, um die wirtschaftliche Besserung zu beschleunigen und zu verallgemeinern. Sie würden für eine Reihe deutscher Industrieller und deutscher Städte genug geeignete Anregungen finden, wie man Mit Hilfe de- Staate» und der Regierung allmählich zu einer umfassenden Belebung de» nordböhmischen und nordmährischen Industriegebiete» und' so zur Arbeitsbeschaffung für tausende brutsche und tschechische Arbeiter kommen könnte. Di« Regierung betreut«bsektw und gerecht die gesamte darbende Bevölkerung de» Staate» ohne Rücksicht ans die Nationalität, und bemüht sich auch um die Realisierung aller«nisten Anregungen zur Wirt- schaft»telebung. Hiebei sollten sich alle Staatsbürger guten Willen» di« Hand reichen. Zu Beginn der Sitzung hatte der Senat zunächst die vom Parlament bereits erledigten Borlagen über di« neue Korpseinteilung der Armee, über die Parteienauflösung und über die Abzüge von den Diäten der Parlamentarier behandelt. Bei dieser Gelegenheit verurteilt« M a r u ö a k sTsch. Not.-Soz.) den Standpunkt einiger agrarischer Redner, welche di«„Loyalität" derHenleinleute gelobt und sich ihrer sehr angenommen hatten. Wenn man die Harteicnauflösung verlängere, dann müsse man sich auch nach diesem Gesetz richten, besonder» im Grenzgebiet. Redner bringt«ine ganze Reihe von Beschverden gegen die Henleinpartei vor und erwähnt auch die Drohbriefe, die sie dem Nikolt- burger Bürgermeister wegen eine» beabsichtigten Kasernenbaue» schickten. Auch in der Presse hetzen sie, sagte der Redner, in unzulässiger Weis« gegen bi« Republik, ohne dass die Zensur einschreiten würde. In fortgesetzter Budgetdebatte verlangte Frau Karpibkovä sSoz.-Dem.), dass man der Lebensmittelverteuerung durch Zollherabsetzungen entgegenwirke; der Ausfall an Einnahmen könne durch Errichtung eines Spiritusmonopol» behoben werden. Dtztrtzch(Tsch. Bolksp.) verweist auf die Notwendigkeit der intensiveren Ausnützung der durch den Nundfunkt gegebenen Propagandamöglichleiten, namentlich wa» die Information»df^BepMfruna über die positive Arbeit der Regierung Knifft.*“’ Kostka(ehemals AWA.) betont, dass der natic- nale Ausgleich sich viel leichter ergeben würde, wenn die deutsche Bevölkerung Arbeit Und Verdienst, erhielte und aus der Unterstützung herauskäme. Nord- bohmen warte darauf, dass die Zusagen de» Staatspräsidenten überall eingehalten werden. Die praktischen Borschläge der Regierung bezüglich der Zentralbank werden trotz den grossen Schönheitsfehlern von deutscher Seite positiv gewertet. Alan möge erwägen, ob man nicht.schon beut« mit der autonomen Regelung der Frage am allerbesten fahren würde, d. h. mit ber Schaffung d«r Zentrale, aber Abgliederung de» deutschen Teiles bei Ausnützung der Statut» der Reichenberger Sparkasse) die als einzig« die Möglichkeit habe,. Pfandbriefe auszugeben. Der Bankerott der kommunistischen Gewerkschaften Ebenso gross wie die politischen sind die gewerkschaftlichen Misserfolge der Kommunisten, Jahrelang waren sich die Kommunist«! nicht klqr, was sie auf gewerkschaftlichem Gebiete über» Haupt wollen: Teil» predigten sie die gewerkschaftliche Einheitsfront, teil» gründeten sie eigen« Gewerkschaften. Auch in der Tschechofto« wakei gibt e» sog.„Rote Gewerkschaften", von denen man allerdings nicht viel hört und von denen die Kommunisten selbst nicht viel Aufhebens machen. Einige dieser. Verbände sind- nun aus verschiedenen Gründen bankerott geworden und müssen liquidiert werden. Au» dieser Kot möchten die Kommunisten' gerne«Ine Tugend machen und so erheben sie den Ruf nach einer Bereinigung der Gewerkschaften. Sie haben, wir e» bet ihnen schon üblich ist,«ine längere Resolution gefasst und schlagen dem Odborovt sdru- ’Jeni, der Ober dilnickck und der Zentralgewerk« schaftskommiffion„augenblickliche Verhandlun- gen" vor. Wir brauchen nicht zu sagen, dass wir wie für eine Vereinheitlichung der Kräfte in der Arbeiterbewegung überhaupt so auch für die Zusammenfassung gewerkschaftlicher Mionen sind. Die dem„Deutschen Gewerkschaftsbund" in Reichenberg angeschloffenen Verbände haben in den letzten schweren Jahren der Krise ihre Daseinsberechtigung und ihre innere Festigkeit erwiesen, sie nehmen jeden Arbeiter auf, der bereit ist gewerkschaftlich.zu arbeiten und zu kämpfen. Allerdings halten unsere Gewerkschaften an ihren Grundsätzen fest, gerade weil sich diese bewährt haben. Zu diesen Grundsätzen gehören Demokratie und gewerkschaftliche Selbstbestimmung, die unvereinbar sind mit der Unterordnung unter die K.P.C. bzw, Moskau. Solche Aussaffungen werden unsere Gewerkschaften stets bekämpfen, weil die gewerkschaftlichen Organisationen dadurch äufhören würden, ihre Funktionen zu erfüllen, d. h. die ehernen Stützen der Arbeiterschaft zu sein. Gerade die nächsten Monate werden den Gewerkschaften grosse Aufgaben stellen und es wäre ein Verbrechen an den Arbeitern, die Verbände zu Tummelplätzen kommunistischer Demagogie machen zu laffen. So lange sich die Kommunisten nicht zu demokratischer Zusammenarbeit und zur Anerkennung der gewerkschaftlichen Grundsätze durchringen, so lange werden ihre Aktionen erfolglos und es wird ihnen nichts andere» übrig bleiben, al» ihre lebensunfähigen gewerkschaftlichen Vereinigungen zu liquidieren. Da» wäre der werwollste Beitrag, den sie für die Gesundung der Verhältnisse in der Gewerkschaftsbewegung diese» Lande» leisten könnten. "Eisenbahngesetz angenommen Dm Parlament seht In die Ferien Prag. Das Ageordiutenhau» ging Don- nerStag abend» um S Uhr. nach«wer arbeitsreichen Sitzung unter dm üblichen Weihnacht»- wünschen de» Vorsitzenden in die WeihnachtS- ferien, die voraussichtlich bi» Ende Jänner»der Anfang Feber dauern dürsten. Das Haus beendete zunächst die Aussprache über da» Eisenbahnaesetz, an der sich noch 'weitere acht Redner beteiligten. Di« SdP war durch B i r.ke und Ma h vertreten. Birke holte u. a.«Ine Marschall Blücher, der Mann, auf den die Welt blickt Englische Blatter berichten, dass der sowjetrussische Oberkommandierende im Fernen Osten, Marschall Blücher, nach dem strategische»! Stützpunkt Chabarowsk entsandt ivurde. Man misst dieser Tatsache ein» besondere-Bedeutung bet, Rede zum ParteienauflösungSgesetz nach, dessen Behandlung er offenbar versäumt hatte; Matz kritisierte, dass im Eisenbahnwesen Rordböhmen» die kläglichsten Zustände herrschen: Dann reklamiert er für die SdP di«„freie Verwaltung der nationalen Belange"/ . Auch Dr. C l« m e n t i S(Komm.) holt eine versäumte Rede zur Parteienauslösung nach. I e- z-k(Nat. Ver.) sängt wieder mit der schon einmal vom Elfenbahnminister scharf zurückgewiesenen Verdächtigung an, dass die bewaffnete Cisenbahnwache auch zu politischen Zwecken missbraucht werden konnte. Schlusche(D. Chr.-Soz.) fordert u. a. die schlüffelniässig« Berücksichtigung der deutschen Bewerber aller Kategorien der Eisenbahndienstes. Bergmann(Tsch. Nat.-Soz.) kann in der Errichtung eines BerkehrSministerium» nicht da» Zauberinittel Eicken, da» uns dar Defizit der Bahnen augenblicklich vom Halse schaffen würde. Nach Abschluss der Debatte wurden ztvei GerichtSentlastungSnovellen verlängert; eine, die da» Oberste Gericht betrifft, auf unbestimmte Zeit, eine zweite, die den Strafprozess betrifft, auf drei Jahre. Dann kamen noch verschiedene Handelsabkommen zur Beratung. Der Vertrag mit U n g a r n soll die gegenseitigen Kontingent« aufeinander abstimmen und die Entstehung eingefrorener Kredite verhindem. Dar Abkommen mit Jugoslawien betrifft die Einfuhr frischer Pflaumen zu ermässigten Zollsätzen bereits ab 1. August, das Abkommen mit Deutschland die vierte Verlängerung de» Hopfenabkommen». Zwei weitere Abkommen betreffen Oesterreich und Belgien. Gegen Schlph der Sitzungen,, wurde über sämtliche Vorlagen äbgestimiüt. Da» Eise'stbahn- gesetz wurde dabei durch einen KöalitiüstSantrag im Paragraph 190, Absatztz 1, der von dem Entstehen der Verantwortlichkeit für Schäden handelt, noch abgeändert. AbänderungSanträge^ der SdP, in denen sie Nach der„Zeit" einen«praktischen Schritt zur Gleichstellung der Sudetendeutschen im Eisenbahndienst" erwartet«, wurden ebenso wie kommunistische Anträge und Resolutionen abgelehnt.. Bei der Erledigung von Immunitäten erhielt der ungarische Christlichsoziale E st e r- h ck z y«ine Rüge wegen Beleidigung des Abg. Schulez. Ein kommunistischer Antrag, dass der Innenminister im Hause über die Haussuchung Nur die Bedürftigkeit entscheidet Minister NeCas nochmals über die Ernfihrungsaktlon für Kinder Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rotenfeld oe -„Fabelhaft", donnerte Gerloitner.„Die Mädchen werden in Scharen kommen". „Pelikan, bringen Sie Genno ein Butterbrot", rief Finsterbusch.„Als Autocenhonorar". Genno nahm das Butterbrot, klappte es in der Mitte zusammen, schob es in die. Tasche. Raffte seine Papiere in die Aktenmappe, schob sie tu die Lade. Lief aus dem Cafö, ohne Gruss, lief die Gaffe hinunter, immer weiter, bis der Lärm der Autos um ihn war, das Stampfen der Strasse, der wogende Rhhtchnus de» atmenden Asphalts. Seine Schritte wurden schwer, jeder Tritt traf Gerloitner,.sein Schuh platzte auf da» fette Gesicht, stampfte in den fetten Bauch, zermalmte und zerrieb ihn zu Staub, den der Wind an den Strahenrand wehte. MS Genno am nächsten Tag in den Buchladen kam, legte Städtlein die Hand auf seinen Arm. „Sie sind alle Barbaren", sagte er-„auch der Professor". Er wies auf die Regale: ,Kwn diesen da find sie himmelweit entfernt. Sie sind ihnen näher, Genno, obzwar ich noch kein Buch verkaufen kann, auf dem Ihr Nam« steht". Genno zog beschriebene Blätter au» der Tasche. „Gehen Sie nur hinein", sagt« Städtlein, „die Schreibmaschine ist frei. Ich brauche sie jetzt nicht. Sie haben zwei Stunden Zeit". Genno setzte sich an.die.Maschine, spannte Papier ein, tippte das Loblied auf den neuen Kaffeezusatz, Marke„Ideal". lV. Die Mädchen kamen— in Trupps zu vier und fünf starrten sie zu den HauStoren der Li- liengaffe empor und suchten da» Cast. Da» Schild war abgenommen worden, die gläsernen Leuchtbuchstäben noch nicht geliefert; nur di« beiden Stäbe" und die Billardkugeln, an den Fenstern, die noch nicht entfernt worden waren, verrieten, dass hier eine Gaststätte war. Die Installateure liessen den Hammer sinken, al» die Mädchen über das Gewimmel der Drähe kletterten, Hugo empfing sie, wusste nicht, sollte er sich vor ihnen verneigen, wie vor Gästen, oder zu ihnen sprechen, wie er zu Ludmilla sprach, die den Mädchen kopfschüttelnd nachsah; diese aufgedonnerten, koketten, jungen. Dinger im Haus—das würde nur Zank und Streit geben. Finsterbusch musterte sie wie ein Pascha, dem der Sklavenhändler Menschcnware präsentiert«. Er warf«inen Blick in di« Zeugnisse, graugelbe Blätter mit zerfranzten Rändern, dann sah er auf ihre Beine, auf ihre Brust. Die meisten waren jung, ein paar waren darunter- die schon über vierzig waren, aber so schlank, dass sie wie dreissig aussahen. Eine Blonde wollte er engagieren. Er fragte sie, lvas sie verlange. „In der letzten Stellung hatte ich dreissig in der Woche und da» Nachtmahl". Er sah an ihr vorüber, brummte: -.Ich«Ke nur zwanzig". .„Aber Meitzig ist doch— '„Der Tarif geht mich nicht» an". Das Mädchen nahm die Zeugnisse, faltete sie zusammen. „Ein Skandal fft da»—", Eine ändere, dunkelhaarig,, das Gesicht von Schminke zerfressen, winkte ihr ab. .Gchau dir doch den dicken Kerl an— der will dich in» Bett, für«in bissel Fressen. Der bleibt dir auch die zwanzig schuldig." Finsterbusch sprang auf.x „Wie können Sie sich unterstehen „Schweig", schrie die Dunkelhaarige.„Kerle, wie dich, soll man bei der Polizei anzeigen. Machst wohl»in Bordell au» deinem Tast?" Da» Blut stteg Finsterbusch in den Kopf. „Ich lass mir das in meinem Hau» Nicht gefallen. Ich hole den Schuhmann... „Da» wirst du dir noch Überlegen, Onkel- chen. Wir haben gar nichts angestellt. Mer du willst unter dem Tarif zahlen". „Euer Tarif geht mich nicht» an. Ich zahle, was ich zahlen will". „Dann schau, wo du die Mädel herkriegst". „Ich finde mehr, als ich brauche". ,„Ja. Strichmädel, Zuchthäuslerinnen. Abgestrafte Ladendiebinnen. Die paffen auch besser zu dir". „Hinaus", brüllte Finstevbusch.„Hinaus —„I Er reckte die Hand, die Mädchen wichen zurück, stolperten Über die Kabel, die«ine zerriß "sich-an einem Kistendeckel das Kleid.„Anzeigen sollt«Man den Ktrl; anzeigen",schrie die Dunkelhaarige Inder Tür. Finsterbusch brüllte Hugo an: „Lassen Sie die Mädchen nicht alle auf einmal ins Zimmer, Eine nach der anderen- Dann sind sienicht so frech".' Zwei Dutzend Mädchen kamen, ganz junge, die noch keine Zeugnisse hatten, Beamtenstöchter, die«in paar Groschen verdienen wollten, da» Einkommen des Vater»-war zusammengeschmolzen, jeder Beruf war recht, der Geld in» Hau» brachte. Ein Mädchen au» der Provinz kam, mit, plumpen, roten. Händen, sie waren gewohnt, di« Heugabel zu halten und den Boden zu scheuern. Eine Frau kam, da» graue Haar gefärbt, begann zu schluchzen, sie habe drei Kinder zu Hause, Finsterhusch solle sie doch aufnehmen, au» Erbarmen, e» fei ihre letzte Hoffnung. Er wußte, daß. seine Frau hiyter der Tüt. stand. Er hatte ihr verbotest, ins Zimmer zu kommen, sie würde aus Gutmütigkeit die unbrauchbarsten Mädchen engagieren, er musste streng sein, für Mitleid hatten diese Zelten keinen Raum. Ilm vier Uhr erteilte er Hugo den Auftrag, die Mädchen, die sich noch melden würden, wegzuschicken, die Plätze seien bereits beseht. Er hatte eine rotgefärbte, grünäugige, füllig« Dreißigerin ausgenommen, die Leopoldine hiess und sich Fvette nannte, und eine dürre, plattinblonde, die ihn mit ihrem grellen Lachen gefangennahM; sie war früher Verkäuferin geivesen, hiess Anna und ncknnte sich. Marion. Beiden war de'r Lohn, den er bot, zu wenig gewesen, ober er hatte ihnen versprochen, dah die Trinkgelder ein Vielfaches der Gage bettagen würden; das Cafö Finsterbusch würde da».erste Konzertcafi im Bezirk werden, .man rechnete mit Kundschaften au» den besten Gesellschaftskreisen, da fielen.reichliche. Trink»' gelber ab. Mlldegelaufen, vo» langen Wochen der Not hungrig, die Hausfrau vor Augen,, die den Zins verlangt«, hatten die Mädchen sich mit zwanzig zufrieden gegeben. ,/Lind sie hUbsch?" fragte Gerleitner..»Ä «Sind sie mollig?" fragte Burger.. Finsterbusch lachte. «Am Fünfzehnten treten sie den Dienst an", erwiderte er. Mehr verriet er nicht. ♦ „Komm nicht mehr in da» Cast", bat Hugo. »Ich will nicht, daß du zwischen diesen Kerlen sitzt, die dich mit den Augen verschlingen." Er wollte nicht, daß sie ihn sah, wie er Kaffeetaffen trug, wie man ihm befahl, wie er hin- und hergehetzt wurde von einem Wort, einem Wink.. »Ich kann nicht den ganzen Abend zu Hause sitzen", sagte Isabella.»Ich geh''vor Langweile zugrunde.»Ich sitz' den halben Tag hier Und schreib- Briefe.".■’' »An wen schreibst du?" .Geschäftlich."' .,..(Fortsetzung folgt.),'” Freitag, 18. Dezember 1036 Seite!I Nr. 201 Bettung! Wähler und Wählerinnen! Immer wieder ergeben sich in den Wählerlisten Irrtümer, die sich bei Wahlen bitter rächen: Wer nicht Im Wählerverzeichnis Ist, kann nicht wählen I Es ist sinnlos, während der Wahl über die Fehler. in den Wählerverzeichnissen zu toben, richtig ist es, sich jetzt davon zu überzeugen, ob unser Name im Wählerverzeichnis enthalten ist. Gerade jetzt ist Gelegenheit dazu. In der Zelt vorn IS. Dezember bis 22. Dezember liegen die Wählerlisten auf. In den kleinen Gemeinden kann man auf dem Gemeindeamt in die Wählerverzeichnisse Einsicht nehmen, in den großen Gemeinden hängen Auszüge aus dem Wählerverzeichnis in jedem Hause. Wer nicht in der Wählerliste ist, obwohl er nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihr verzeichnet sein müßte, kann und muß jetzt reklamieren, wenn er nicht des Wahlrechts verlustig gehen soll. im kommunistischen genlralsekretariat in Verbindung mit der Anwerbung für Spanien Aufklä» rung geben solle, wurde abgelehnt. Genosse RemeS ein Sechziger Heute vollendet der bekannte tschechische Ge« nosse Abg. Anion Remeü in voller Frische sem 60. Lebensjahr. Sein Name hat weit über bk' engeren Parteikreise hinaus auch im deutschen Lager einen guten Klang. Kennt man ihn doch all einen Budgetfachmann, dem sich bei uns vielleicht lein zweiter gleichen kann, als einen unentwegten, Vorkämpfer für die Rechte des Parlamentes und als einen unerbittlichen Gegner,jedes verknöcherten Bürokratismus. Man sieht ihm die sechzig Jahre nicht an. Jeder Nerv, jede Muskel dieses prächtigen Mer- schen ist mit Energie geladen, mit ein paar kurzen, treffenden Bemerkungen trifft er bei jedem Problem den Kern. Als langjähriger Budgetreferent hat er sich große Verdienste um die Budgetgebarung des Staates erwarben. Er nimmt diese Aufgabe nicht van der leichten Seite, sondern dringt in die tiefsten Tiefen dieser fast unergründlichen Materie ein, und wehe, Ivenn ihm da etwas nicht-in Ordnung, zu sein scheint. Da kann, er bei seinem Budgetreferat van der Parlaments« bühne herab sehr ungemütlich werden. Auch im parlamentarischen Sparausschutz bietet sich ihm ein reiches Betätigungsfeld, da er auch ein genauer und kritischer Kenner der ganzen Staatsmaschinerie ist und immer mit Sicherheit den Punkt trifft, wo der Hebel anzusetzen ist, um etwas besser zu machen. Trotzdem er sehr darauf bedacht ist, daß der Staat in nichts zu kurz komme, hat er dach ein warmfühlendeS Herz für die Bedürfnisse der breiten Massen und Weitz dem auch bei jeder Gelegenheit tatkräftig Ausdruck zu geben. Wir wünschen dem Genosten RemcS ebenso wie seiner Partei, datz er nach lange seiner vielseitigen öffentlichen Tätigkeit so tatkräftig und erfolgreich nachgehen könne wie bisher! keine Einigung Im Viehsyndikat Die Plenarversammlung des BiehsyndikatS, welche.am Donnerstag, den 17. Dezember, stattgefunden hat, befatzte sich mit der Festsetzung der Einfuhrquote für Vieh für Jänner 1937. Die Handels- und Berbrauchervertreter stellten den Antrag auf eine Importquote von 24.000 Stück Schtveinen für den genannten Monat, während die agrarische Gruppe nur bereit war, 12.000 Stück zu bewilligen. Eine Einigung auf-einen Kompromitz war nicht möglich, Weil die Agrarier auch diesmal mit gebundenen Händen, d. h. mit einem Auftrag ihrer Partei, in die Sitzung gekom- men waren. Dieser starre Standpunkt der Agra« rier wiederholt sich schon einige Male, die Agrarier kommen mit gebunder Marschroute üno wenn die Vertreter der anderen Gruppen nicht darauf eingehend geben die Agrarier auch nicht ein I-Tüpfelchen nach. Damit wird aber d e r W e r t des Biehsyndikats sehr herabgesetzt. DaS Syndikat ist dazu da, um die Interessengegensätze auszugleichen und um den Forderungen aller Gruppen gerecht zu werden. So aber mutz di« Entscheidung in jedem Fall der Regierung überlassen werden,, die das Viehsyndikat zu dem Zweck geschaffen hat/ damit es dort zu einer Einigung komme. Bewilligt wurde für den Jänner 1987 die Einfuhr von 200 Waggons Schweinefett, während die Festsetzung der Einfuhrkontingente für Putter und Eier dem Präsidium dieser Gruppe überlassen bleibt.' Oselefcky in Hamburg? Paris. Der Berliner Berichterstatter der »Information Finaneiere" meldet, datz sich Ossietzky nach dem Verlässen des Berliner Kran» kenhauses nach Hamburg zu seiner Familie begeben habe, wo er vorübergehend wohnen werde. Ossietzky sei noch immer krank. Rededuell Blum-Mlllerand Paris. In der Senats-Debatte über den Gesetzentwurf über die Einführung des obligatorischen Schied-- und Arbitrageverfahrens entspann sich ein sehr scharfes Wortgefecht zwischen dem ehemaligen, 1924 zum Rücktritt gezwungenen Präsidenten der Republik Senator Millerand und dem Ministerpräsidenten L i o n Bin m. Der Ministerpräsident erklärte, datz es notwendig sein Ivrrde, eine Neutralisierung der Fabriken, d. h. die Einstellung des Betriebes in den Fabriken für die Dauer der Streiks und des Schiedsverfahrens in Erwägung zu ziehen. Er erinnerte dann an die sozialistische Vergangenheit Millerands und sagte, datz dieser selbst im Jahre 1900 als Rcgierungsmitglied den Gesetzentwurf über die Streitverkündung vorbereitet habe, die als legal angesehen wird, wenn die Mehrheit der in der Fabrik beschäftigten Arbeiter sich für den Streik entscheidet. Senator Millerand anllvoriete, datz der Senat die Respektierung der Gesetze verlange. Er machte der Regierung den Vorwurf, datz sie die Besetzung von Betrieben durch streikende Arbeiter, offen dulde, und in diesen Konflikten st e t S a u f derSeite derArbeiter und nie auf der Seite der Arbeitgeber stehe. Ministerpräsident Lton Blum anitvortete Millerand, datz dieser im Jahre 1900 Mitglied einer Regierung gewesen sei, die sich auf das Bündnis aller damaligen Sozialisten und Revolutionäre stützte, und sagte:„Lasten Sie uns heute die Möglichkeit, uns durch das Beispiel zu inspirieren, das sie in einer Periode Ihres politischen Lebens gegeben haben, die wir als eine Periode ansehen, die Ihnen ammeistcnzur Ehre gereichte." IGB berät in Paris Paris.(Tsch. P.-B.) Donnerstag trat in Paris zu ztveitägiger Sitzung der ExekutivauS- schutz der Allgewerkschafts-Jnternationale zusammen. Die Tschechoslowakei ist durch Abg. T a Y« r l e vertretet». Das Verhandlungsprogramm umfatzt neben der Hilfe für das republikanische Spanien, welche Angelegenheit Gegenstand der kürzlichen gemeinsamen Beratungen beider Internationalen gewesen ist, gewerkschaftliche und soziale Fragen sowie die Frage der Angliederung der ÄewerkschaftSzentralen in,Australien, Japan, Sowjetrutzland und den Bereinigten Staaten. fudeiqMtaityfter Xeiispie^el Aussig liegt für sie im Dritten Reich! Ein vielsagendes Rundschreiben des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen Guten Freunden unseres Blattes ist folgender Brief in die Hände gefallen, der die Fäden zivischen dem Dritten Reich und den sudetendeutschen henleintreuen Organisationen noch schärfer blotzlegt, als das schon bisher offensichtlich war, außerdem aber die Unverschämtheit nachweist, mit der gewisse Stellen drüben Einrichtungen in der Tschechoflowakei als gewis- serniaßen untertan der Dritten Reichshoheit betrachten. Wir veröffentlichen hier den uns vorliegenden maschinengeschriebenen ominösen Brief im W o r t l a u t, unter Weglassung lediglich der handgeschriebenen, unleserlichen Unterschrift: Fachamt Bar«« Schönebeck, den 8. Dez, 36. Gau VI Mitt«. Dill. ,• Turn, und Sportverein, Aussig Vom DRL werden Sie uns als borsporttreibender Verein gemeldet und wir bitten«in Ihr« Mitteilung, ob dieser Sport von Ihnen wettkampfmäßig betrieben wird. In diesem Falle Ist die Z«- gehSrigkeit zum Fach amt Boxen erforderlich und wollen Sie uns dann die Mitgliederliste der Boxabteilnng verreichen. Heil Hitler Deutscher Reichsbund für Leibesübungen Fachamt Boxen, Gau VI Auf dem Umschag dieses Briefes hat der Absender auch seine Adresse bekanntgegeben: ES ist ein Herr Niki Mayer aus Schönebeck, Friedrichstraße 104. Und es handelt sich nicht um einen„Irrtum" in der Richtung, daß Herr Nikn etwa geglaubt habe, Aussig liege de facto und de jure in Deutschland. Denn dasselbe Schreiben ist, wie unsere Freunde versichern, auch an etliche andere bürgerliche Turn- und Sportvereine in der Tschechoslowakischen Republik gesandt worden— und fo vieler geographischer Irrtümer halten wir nicht einmal den Reichsbund-Boxer des Dritten Reiches für fähig. ES ist also schon so, daß dieser Reichsbund gewisse sudetendeutsche Organisationen als— na sagen wir: reichsmittelbar ansieht, obzwar loder weil) er weiß, daß sie sich in der Tschechoslowakischen Republik befinden. Wir armen und besonders kulturarmen Sudetendeutschen haben eS freilich noch nicht zu einem„Fachamt Boxen" gebracht, geschweige denn, daß wir so glücklich wären, unsere Boxer schon auf zumindest sechs Gaue einzuteilen. Und felbswerständlich aus Verzweiflung über diesen Mangel an Organisation hierzulande haben die unglücklichen sudetendeutschen Boxer wohl schon 'längst Fühlung mit dem reichSdeutschcn„Fachamt" oder mit dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" gesucht— denn ohne solche Fühlungnahme durch die Auffiger Hcnleinboxer wären wohl nicht einmal die findigen„Fachbeamten" in Schönebeck auf den Gedanken gekommen, sich an die Turn» und Sporwereine in Auffig und in anderen tschcchoflowakischen Städten zu wenden. Da sic es aber nun einmal tun, empfehlen sie nicht etwa, sondern befehlen den B e i 1 r i 11 der sudetendeutschen Volks- gemeinschastsboxer zum reichSdeutschcn Fachamt und verlangen gleichzeitig die M i t gli« der- liste n. Wir sind überzeugt, daß die betroffenen Herren in Auffig beschwören können, sie hätten eine solche Mitgliederliste„natürlich" nicht ausgefolgt, wie sie denn überhaupt zr» diesem Reichsbundschreiben, so kommen wie die Jungfer zum Kind. Es ist einfach niederträchtig, marxistisch, untermenschlich und nationsverräterisch, einen solchen Brief— obwohl er sich nicht aus der Welt schaffen läßt— abzudrucken, da doch der Turn- und Sportverein in Aussig und sämtliche ^mit Henlein gleichgeschalteten Körperschaften bekanntlich nichts inniger erstreben und betreiben alsdiehöchstmöglicheStärkung des loyalentschechoslowakischcn Staatsgedankens bei ihren Mitgliedern und der Demokratie im Geiste Beneös und MasarhkS. Heil Hitler! Aber selbstverständlich: Wenn die Sache nicht klargestellt wird, so daß eben nicht die volle Engelreinheit der braven demokratischen Sportler und Boxer zum Ausdruck kommt, dann sind nicht sie daran schuld, sondern die demokratischen Behörden, die solchen Briefe»» wie dem des Schönebecker Fachamtes nicht genügend Augenmerk zu schenken Pflegen... Hammerwerke TUrmitz g Arbeiter brouos durch ein GroBfeuer vernichtet Mittwoch abends brach im Maschinensaal der Türmitzer Hammerwerke ein Großfcuer auS, daS verheerende Wirkungen hatte. Der Maschinensaal wurde total«ingeäfchert. Durch die intensive Tätigkeit der Feuerwehren, deren Arbeit durch Wassermangel erschwert wurde, konnten daS Magazin und die Kanzleien erhalten«erden. Der durch den Brand verursachte Schaden ist enorm, zur Zeit aber noch nicht geschätzt. DaS Feuer breitete sich ungeheuer schnell auS. Die in der Schicht beschäftigten Arbeiter bemühte»» sich nach Kräften, den Brand«inzudämmcn, waren aber machtlos. Leider haben die Arbeiter infolge ihrer hilfsbereiten Tätigkeit ihr« Habseligkeiteir im Stich laste»« müssen» di« dem riesigen Brand zum Opfer fielen. DaS Werk war sehr gut beschäftigt und für Monate hinaus mit Aufträgen versehen. DI« 78 im Werk beschäftigt gewesrnen Arbeiter find zu- »rächst brotlos, sofern sie nicht beim Wiederaufbau Verwendung find«» können. Die triebSleitung erklärte, daß sie die trostlos, Lage der Arbeiterschaft durchaus würdige und nach Kräften bemüht sein werde, deren LoS zu lindem. Aus Feuerwehrkrelsen geht uns der nachstehende Bericht über dar Graßfiuer zu: Die Kleischer Feuerwehr wurde abends 9.48 Uhr durch Feuermelder von dem Brand verständigt- Schon fünf Minuten später rückt« die Wehr mit zwei Löschzügen und 25 Mann auS- Beim Eintreffen an der Brandstätte stand der Maschinenfaal bereits in Hellen Flammen. Unmittelbar nach dem Eintreffen der Kleischer Wehr trafen die Wehren Aussig-Stadt, Türmitz, der Grollen Chemischen, Schnckenstein, Schicht-Werke, Bokau, Nestomitz und die anderer Orte ein. Im ganzen waren 17 Wehren mit neun Motorspritzen und zwei Schaumlöschgeräten an der Brandstelle erschienen. Infolge der katastrophalen Waffermangels konnten sich aber nut die Wehren Türmitz, Aussig-Stadt, Kleische und Predlitz an der Bekämpfung der Feuerbeteiligen. Leider wurde ein Feuertvehrmann der Kleischer Wehr, der ZugSführer C z a s a, bei den Löscharbeiten an der Hand verletzt. Nachts kurz vor 2 Uhr kannte der Großteil der Feuerwehren die Brandstätte verlassen. Di« Ursache der Feuers ist noch nicht | geklärt. Marienbads, deren Mitglieder die betcosfcnen HauS- und Hotelbesitzer sind, eine Versammlung einbcrufcn, in der geeignete Gegenmaßnahme«» beschlösse»» werden sollen. ES wird vor allen» darauf hingewiescn, datz diese Maßnahme im Widerspruch zu den wiederholten Zusicherungen de» Ministerpräsidenten und des Finanzministers stehe, die die Einstellung aller ZlvangSmatznahmen gegen Ha»»S- und Hotelbesitzer in den Kurorten vcrsügt hätten. Warnung des LehrlingSnachwuchses ans dem Grenzgebiet vor dem Zuzug»ach der Hauptstadt. Die AmiSstellen»varnen den LchrlingSnachwuchs aus dem Grenzgebiet vor Reisen nach den Landeshauptstädten, nainentlich nach Prag, bevor eine Lehrstelle fest vereinbart worden ist. Bis auf Lehrlinge des Bäcker-, Fleischer- und Selcher- gewcrbeS finde» sonstige Lehrlinge oder Lehrmädchen auS dem Grenzgebiet in Prag überhaupt keine Lehrstellen mit Kost und Unterkunft. Advokatmklag« um 25 Heller! Am 18. November erhielt der in Fischern bei Karlsbad wohnende Kaufmann Jganz Artmann durch den Postboten eine Mahnklage auf eine»» Betrag von 198 Ui 50 Heller zugestellt. Artmann schickte,»un allen Wei terungen zu entgehen, noch am gleichen Tage den «rlvähnten Betrag mittels Postanweisung ab, womit er die Angelegenheit für erledigt hielt. Nicht wenig erstaunt war er, als ihm nm» vor»vcnigen Tagen eine neue Mahnklage des gegnerischen Rechtsanwaltes zugcstellt wurde, in welcher Klage der Advokat voi» Artmann die Bezahlung von 25 Heller Verzugszinsen auf den eingezahlten Betrag van 108.50 Kö zuzüglich der gerichtlichen Spese»« für diese neuerliche Mahnung im Betrag von 58.80 Aili) forderte. Der mit dieser gewitz nicht alltäglichen Klage bedachte Kaufmann hat die Angelegenheit der Advakatenkammer unterbreitet. Sozialistische Spielsruppen, Achtung! Neue Einheitsfrontwalze der Kommunisten— Marke: unpolitisch Die Kommunisten haben an verschiedene Laienspiel» und Kabareitgruppen der sozialistischen'Jugend Einladungen zur Teilnahme an einer Besprechung versandt, die am Freitag, den 11. Dezember 1986t,in Bodenbach stattfindet und in welcher die Durchführung einer Laien-Regis- seur- und Schauspielerschule vorbereitet werden fall. Unterzeichnet ist diese Einladung von einem ^Initiativkomitee zur Durchführung einer Laien-, Regisseur--und Schauspielerschule in Bodenbach, Rüdolf Storche." AuS den» Schreiben selbst ist— nach bekannter Weise— nicht zu entnehmen, datz«S sich i»m eine kommunistische. Angelegenheit, handelt.. Unserer Spielschar Haida wurde diese Einladung durch die Agitproptruppe der Eulauer Kommunisten übermittelt, die der Sozialistischen Spielschar Haida. außerdem miige» teilt hat, sie hätten das Einvernehmen zur ge» Meinsämen Durchführung dieser Schule bereits mit der BezirkSorganisatipn der sozialdemokrati- schen Partei in Bodenbach hergestellt. Eine Anfrage beim Bezirkssekretariat der Partei in Bo- i denbach ergab, daß die Kommunisten seligen haben. Die Bezirksorgarrisation der Partei in Bodenbach weiß von einer solchen Vereinbarung gar nichts! DaS sind sehr bekannte Schwindler« Methoden. Wir machen deshalb all« imkere Beranstal- tungSgruppen auf dieses»reue Manöver der Kommunisten, daS sie jetzt plötzlich einmal auf unpolitischem Gebiet« amfziehen wollen, aufmerksam. Es ist selbstverständlich, daß unsere Spiel-, Kabarett- und BerMstaltimgSgruppen an dieser oder ähnlichen Besprechungen nicht teilnehmen. Die FeiernheratungSstelle des Sozialistische»» ' Jugendverbandes. Ein Schlag gegen das Äarienbader Gewerbe. Das Steueramt in Marienbad hat Donnerstag die exekutwe Sicherstellung der rückständigen Steuern aller Haus- und Hotelbesitzer in Marienbad auf deren grundbücherlichen Besitz verfügt. Dies« generell durchgeführte Zwangs« matznahm« hat bei allen Betroffenen eine unbeschreibliche Erregung hervorgerufen, da sie den Kredit, der LiegenschasiSbesitzer empfindlich schädigt und mehrere dem Ruin überantwortet. Auf ein«.telephonische Anfrage gab der Vorstand des Steueramtes die Auskunft,,»atz die verfügte Matz- nahme nicht zurückgenommen, sondern unter allen Umständen durchgeführt werden würde. Wie ver» salitft, sterden die wirtschaftlichen Organisationeik Seite 4 Freitag, 18. Dezember 1936 Nr. 294 Der Negus läßt Sllbersdiätje in London versteigern Der• ehemalige Kaiser von Abessinien' hatte-aus seinem' Palast, inHarrar eine, große- Silber», sammlung mit ins Ausland gebracht. Jeht-Iäßi er einige-tausend Stücke dieser Sammlung in London versteigern.'' Geist der Henlein-Kultur Der„Neue Morgen", hat an verschiedene Männer des öffentlichen Lebens und der Li- teratur die Anfrage gerichtet, welches das beste deutsche Buch im Jahre 1936 gewesen sei. Der„Kirch enpräsident" und Obmann des Bundes der Deut- sch en, D. E. W c h r e n f e n n i g,^ant- wartet auf die Frage mit den folgenden delphischen Worten: Ich bin nicht in der Lage, Ihre Anfrage zu beantworten, da ich die Neuerscheinungen, in unserem Lande nicht verfolgen konnte. Obwohl bei dem Obmann einer„nationalen" Organisation angenommen werden darf, daß er sich tatsächlich nicht ordentlich in seiner Muttersprache auszudrücken vermag, scheint Pastor Wehrenfennig weniger aus Unkenntnis des deutschen Satzbaues als der„Tarnung" halber unklar zu sein. Er läßt die Leser Orakel raten und weiß, daß die eigenen Schäslein schon verstehen werden, was er meint. Dem Sinne nach kann es nur heißen, daß man in unserem Lande die deutschen Neuerschei- nungen nicht verfolgen könne, weil sie, >vie die SdP so oft klagt, eben„Verfolg t". beschlagnahmt, verboten werden. Nun kommen — von den deutschen Büchern, die außerhalb des braunen Reiches erscheinen und zu denen etwa die Werke ThomaSMannS gehören, gar nicht zu reden!— mindestens neun Zehntel aller auch im Dritten Reich gedruckten Bücher unbehindert, in die Tschechoslowakei. Verboten (und leider meist nicht ferngehalten). wird tvirklich nur, was nackten Hochverrat und Auf- sorderung zum Mord darstellt. Aber gerade aus das scheint Herr Wehrenfennig versessen zu sein und er ist ja nicht der erste Henleinmann, der völlig im Geiste seines„Führers" durch- blicken läßt, daß ihm die ganze deutsche Literatur gestohlen werden kann, wenn das fehlt, ivaS als reinstes Wort des anderen„Führers" gelten darf. Daß der Mann, der sich so nach „Mein Kampf" und dem„Stürmer" zu sehnen scheint, Obmann der größten„loyalen" Kultur- organisation der Sudetonazi ist, verdient ebenso beachtet zu werden wie sein priesterlicher Berus. Demselben Umstand nämlich, der Herrn Wehrenfeunifl-chindert,. die Hitler-Literatur so zu verfolge»,-wie er gern möchte, dankt er es, daß er als protestantischer Geistlicher nur seinem Gewissen und der Gemeinde untersteht, nicht dem Diktat des„Reibi"l Ucberspitzte Wettbewerbsverhältnisie. Dr das berüchtigte„Gesetz zur Gleichstellung von Partei und Staat", das bekanntlich als ultima ratio bei jeder Lohnprellerei einer„Untergliederung" der NSDAP gegen ihre Lieferanten hervorgeholt wird, noch nicht genügte, ein P r i v i- leg des Cher- Nachfolger-Ber- lages auf Zwangsfusionierung oder Zwangs st illegung unbequemer Konkurrenten zn statuieren, denen man„weltanschaulich" per Gestapo nichts anhaben tonnte:—„verordnete" Herr Amann in seiner in jedem Kultur.staat inkompatiblen Doppelrolle als „Präsident derReichspresse- lammer und Direktor des Eher» Verlages" folgenden Ukas:„Auf Grund des 8 28 der Ersten Verordnung zur Durchführung des ReichSkulturkammergeseheS vom 1. November 1988(RGBl. 1/1988 S. 797 ff.) bestimme ich: I. Ist in einem Orte eine Mehrzahl von Zei» tnngsverlagen vorhanden, deren Betriebe auf den Absatz einer höheren Auflage angewiesen sind, als nach den örtlichen Verhältnissen und g e s u n> den verlegerisch en Grundsätzen („gesundes Volksempfinden"auf dem Gebiete der Profitrate—) insgesamt vertrieben werden kann, so können zur Herbeiführung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse einzeln eVer« läge geschlossen' werden. Zur Gewinnung von Unterlagen können die Verlage einerPrü- sung unterworfen werden; den von mir mit der Prüfung beauftragten Stellen (— d. h. den Haus-Jndustrie-Spionen des Eher« Verlages—) ist jeder Einblick zu gewähren. II Zur Durchführung dieser Anordnung wird dir Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger be- austraqt, mir diejenigen Orte zu melden, in denen infolge zahlenmäßiger Uebersetzung überspitzte W e t t b ew e r b s Verhältnisse bestehen(d. h.: noch bisher kein Monopol des Eherverlags auf unlauteren Wettbewerb) und die Verlage zu benennen, die einer Prüfuna unterworfen werden sollen(der Hausdenunziant des EherverlageS geht dem Haus-Jndustriespion voran, damit durch diese Rollenverteilung aul einer Erpressung ein„Volksentscheid" entsteht). Er hat hierbei nach den in meiner Kundgebung über„Die Presse im 2. Jahre des Nationalsozialistischen Staates" niedergelegten' Grundsätzen (Ehersche Hausordnung) zu verfahren. Ec wird weiter beauftragt, Ermittlungen- darüber anzustellen, ob'die Schließung vo n Betrieben- durch f r e i w i l l i g.e, Z u s a m:m e n I e g u n g e n. vermieden, werden kann."' Die JnserateNplantage hat es mir der Kaffeeplantage-gemein,'daß- sie- Überzählige. Ernten vernichtet,, am den- Preis zu'treiben. Immerhin gehört dem-Kafseepflanzer sein Kaffee; dem Eher-Nächfolger gehören fremde' Betriebe nicht; er erpreßt sie, oder schlägt, sie- tot: sittliche Erneuerung im' Zeitungswesen. Man weiß, was man sich unter einer.„Prüfung" im Dritten Reih vorzüstellen hat. Hamsun bei Hitler in Ungnade?' Wie- die Prager.„Film-Presse-Korrespondenz" mitteilt, ist in Berlin die. Ausnahme des Films„Pan" nach Knut Hamsuns gleichnamiger. Erzählung abgebrochen worden, weil Hamsun dem. Friedens« Nobelpreisträger Carl v.Ossictzy gratuliert habensoll. Die Hersteller des.„Pän"-Films, dessen. Regie der Tschechoslowake Jostf.Rovensky führt, sind bemüht, einen Ausweg zu.finden!'um das in-' den Film gesteckte. Kapital(das auch, die Versicherung nicht ersetzen will) zu retten. Die Nach« richt ist insofern überraschend, als Hamsun vor nochTNicht/langer Zeit sich absällig-über-Ossietzky- .oeäuberl.hät,.. der aber Nöu;nqWeK MsieMiKh erklärte,.Hamsun' dennoch,.wenn er ihm in Oslo begegnen sollte, die Hand reichen zu wollen,,- Zwei Kinder verbrannt. Mittwoch Mittag>ist das. Anwesen, der. Besitzerin Therese Lederbauer in Neuhofen(Oesterreich) bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Dabei sind zwei Kinder im. Alter von drei und sechs Jähren ums.Leben gekommen. Es wird vermutet, daß die beiden Kinder den Brand verursacht haben! Sm Nil ertrunken. In der Nähe von Mu« lirkas in Oberägypten scheiterte' eine Fähre, die eingeborene Frauen und Kinder über den Nil setzte, wobei 29 Personen ums Leben kamen. Wanzen in EnzenSfeld. Wiener Meldung: „Der. Herzog, von Windsor verbirgt nicht seinen Aerger darüber, daß ihn die I o u r n a l i st e n und d i e P h otograp h e n auf Schloß EnzenSfeld ununterbrochen förmlich belagern. Um sich endlich dieser Belagerung zu entziehen, schloß der Herzog- von. Windsor heut« ein Kompromiß. Es weigert sich zwar weiterhin, Journalisten Interviews zu gewähren, teilte, jedoch Regen Die Drahtseilbahn fing an, in die Höhe zu klimmen.-. Die Ebene senkte sich. ' In immer gleichem Rhythmus fiel der Regen nieder. Die Landschaft hüllte sich in ein graues.Tuch, das sie in die Tiefe.zu ziehen schien. Eine gespenstisch entgleitende Welt.... Ringsum tauchten Bergspitzen empor..., Die Drahtseilbahn stöhnte gequält vor Mühsal, sich in die Höhe zu winden und.zu schrauben— plötzlich ein gellender Pfiff— ein gewaltiger Stoß—' dann Stille... Nichts mehr als Stille: die" Wagen-.hingen unbeweglich- in der'Luft. Eine Atempause? Wir hielten in beträchtlicher Höhe; zwischen zwei Bergzügen— untety schon fern! lag das Tal mit-,sei»' nem regengeschwöllenen Gebirgsbach.' - Die wenigen Reisenden drängten sich-an die Fenster und-öffneten-sie trotz Regen und Wind aber-die Wett, draußen-schien erstorben,' nur-der Regen war Bewegung, So schlossen,sich die Fenster wieder, und die-Fährtzäste versuchten, die be- kkunmende Stitte mit MVew zu Übertönen.• - Ich ließ mein Fenster offen-und lehnte, mich weit hinaus, um.'diesesverwunschene Gegdnd zu betrachten! Allmählich, erkannte' ich t durch den feuchten Schleier hindurch die Silhouetten schär-1 fers'ütid> die^Dinge- formtem'sich: wieder.'" Da, unter uns! stand ein Knabe am Rande' ,des Gebirgswassers, daS ihm die''Füße s netzte. Er Hielt eine-Angel ist der Händ-uüd Wär so eispig-i 12 Photographen und Wei-Kinooperateuren'mit, daß er ihnen morgen mittags im Hof des Schlosses Enzensfeld zur Verfügung stehen werde!",. Antike Tragödie. Belgrad wird durch. eine ungewöhnliche-Tragödie in Aufregung versetzt, Bor wenigen-Tagen-hatte'-sich' die- schöne-Belgrader-SW« dentm,.Dimitrovik, die Tochter eines Mimsterial« beamten, erschollen- Sie verübte den Selbstmord tauf der Sttaße, als sie das Auto-verließ,'-nachdem ihr dort, ihr Verlobter- Stojanovih, der' Sohn eines Staatsp.dnsionisien, mitgeteilt hatte,'er könne sie nicht MM Weibe nehmen, vor allem deshalb, weil sie'arm sei. linier.dem Verdachte, der geistige^itheher-deS Selbstmordes zu.stin, wurde'Jng.-.Stoian'oviä verhaftet und. in,Haft behalten- Als Donnerstag Jng. StojaNoviö verhört wurde, drang der Vater der Stu» denn» Dimitrövii in'dar--Büro'des ilntersnchungS« richte- ein,' benützte, einen günstigen'Augenblick, und gab. auf den-Jng. Stojanoviö drei Rcvolverschi'iffr ab, wobei der Ingenieur, sehr'schwer verletzt- wurde Dann richtete er die Waffe gegen'fi.ch'>und. erschoß!sich. - Ein Auw vom Zuge erfaßt.. Die Staatsbahndirektion in Prag meldet: Donnerstag,den 17. De- zxmber Wurdedas Auw C 58.978 vom Zuge Nr. -8-168-auf-der-Straßenübersedung-Prag—Beraun bei der'StätidN RephZHHti erfaßt-. Der im Aiitomobll sitzende Reisende Rudolf MatyLökh aus- Borührädek würde-schwer verletzt^und'ins Krankenhaus gebracht. Die übrigen Reisenden kamen- ohne, Unfall'-davon. Die Ursache des ZusammenstpßeS wird. untersucht. Explosion im Lalo.ratorwm. Bei chemischen.Versuchen im Laboratorium der tschechoflowakischen Fabriken für Stickstoff».und'KunsÜ>üuger..in- Mähnsch- Ostrau explodierte eine Stahlflasche, durch deren Splitter der Laborant Josef Harnik! auf-der Stelle getötet.und der 24jährige. Chemiker Josef Novotny schwer verletzt wurde, so daß er bald nach seiner Ueberführung in! Krankenhaus starb." EIS zerstört dal Delegraphen-Netz. Südwestmäh- ren wurde'während der letzten-vier Tage von einer Kalamität, betroffen,-die. durch die übermäßige Bildung von Reif an den Telephon-- und Telegraphendrähten entständen ist,- an denen sich während des dauernden Nebels-und- des- schwachen'Frostes Eis» schichten in der Dicke von-fünf vir sechs Zentimetern bildeten, die in der-Spannung»weite zwischen zwei Leitungsmasten ein. Gewicht von.499 Kilogramm erreichen. Infolge dieser Ueberbelastung-wurden'ver< damit beschäftigt, die- Schnür so, weit, als-. nur möglich in die Strömung auszuwerfen,'.daß er uns gar keine Beachtung schenkte. Seine'regendurchnäßte Kleidung, klebte, ihm wie eine Fischhaut aM Körper an, während sein Haarschopf vom Winde gezaust wurde. Die Strömung muhte sehr stark sein,, denn beim Hinauswerfen derAngel- schnur. geriet die ganze Gestatt des. Knaben, die ähnehin'in der- einsamen^Weite' dieser! Gegend seltsam zart und gebrechlich erschien! ins Schwan, ken.-Bei jedem Styß, den ihm die gewaltige Flut versetzte,-stützw er'.sich fester gegen die Msstiicke hinter ihm, beugte sich indessen immer von neuem Wieder! tieferWer den toll gewordenen Bach. - Ich wollte,-rufen,, warnen. Jch' schrie qu» Leibeskräften-— abernurdie-Mitretsendenhör« ten mich. Nun schauten auch-sie,hinunter;-griffen nach ihren Ferngläsern—.ein.e,nutzlose.,Panto-' mime. Ich warf einen Riemen,.denjich chpr. Hand hatte,hinah in d!e Flut, um die Aufmerksamkeit des kleinen. Fischers- zu /erregen: aber der geworfene Gegenstand blieb ,unaesehey.^^-',j;'7--,g!',.-, Immer tiefer bepgte! sich: der: Knabe! überS Wasser' hin, dem Angelhaken nach;-äns-dem-die Strömung zerrte. Immer mehr!-schien. er: daS Gleichgewicht zu verlieren und in-den StrUdel getrieben zu werden: er ließ nicht locker, gab nicht «ach-';".-."ch».! Wir Wären—hoch äben ichTheäter^whn, mächtige'Züschäuer.dieserSzeneämMässer.das -den kühNen^Angler:zu; verschlingen drohle.: Wir waren.eingeschlossen zwischen zwei steilen Senkungen— im Wagen einer kleinen Drähtseil« ^n untere Kolponeure, Abonnenten und Inserenten! Anläßlich der Weihnachtsfeiertage erscheint unser Blatt am Frei» tag,de« 28. Dezember als Weih- nachtsausgabein bedeutend verstärktem Umfang. Da daS Blatt vier Lage aufliegen wird, find Inserate kn dieser Ausgabe erfolgversprechend. Mehrbestellungen für diese Ausgabe sind b i S Montag, den 21. Dezember, an die Verwaltung zusenden. Die Samstag- und Sony- tagauSgaben vom26.und27. Dezember entfallet^ so daß die nächste Ausgabe erst am Dienstag, den 29. Dezember erscheint. Die Derwalt«ng. schiedcne Eisenbahn-, Telegraphen« und Telephonleitungen zerrissen. Außerdem wurden die lokalen Telegraphennetze vielfach gestört. DaS Grippe-Wetter wird«och schlimmer, lieber dem Atlantischen Ozean bilde» sich andauernd neue tiefe Störungen auS, welche gegen das Eismeer fortschreiten. Im Zusammenhang damit verstärkt sich in unseren Gegenden der Zufluß warmer Luft vom Südwesten her. Das Karpathengebiet der Republik ist bisher von der Erwärmung noch nicht erreicht worden. Es hält dort noch immer trübes und nebe-' ligeS Wetter mit unbedeutenden Niederschlägen bei Temperaturen nur wenig über Null Grad an. Dagegen erreichte die Temperatur in den Niederungen Böhmens Donnerstag nachmittag? Plus acht" Grad Celsius, und aus Frankreich sowie aus Englands vor allem aber aus Irland, werden Nachmittagstemperaturen von plus 12 bis plus 14 Grad Celsius gemeldet! Bei uns dürfte es sich daher noch weiter erwärmen. Auch in den höheren Lagen der böhmischen Länder, wo in der letzten Nacht fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee gefallen sind, ist mit vorübergehendem Tauwetter zu rechnen.— Wahrsche in« licheS Wetter Freitag: Unbeständig, vom Westen her weitere Erwärmung, zeitweise Schauer- Auf den Bergen neuerlich auffrischender Südwestwind, vielfach Nebel und auch In den höheren Lagen leichtes Tauwetter."Im Osten des Staates noch immer kühler als irsden'übrigen GegenKn-'— Wet« heraus sich ten-für Samstag: Allgemeiner Witterungscharakter noch immer ohne wesentliche Aenderung. Vom Rundfunk lM«WilMiw«rtu aus den FraaraauMHi SamStagr Prag, Sender I: 19.95: Deutsche Prelle, 19.15: Deutsche Senduna: für die Frau, 19.89: Schallplatten. 12.19: UnterhalwnaSkonzert, 12.85: Konzert FOK. 18.45: Theater für die Jugend. 17.55: Deutsche Sendung:..Reiterpatrouille". Schauspiel von Fr. Langer, deutsch von Pick, 18.45t Deutsche Prelle. 19.15: Tanzmusik.— Sender II: 7.89: Populär.eS Konzert, 14:19: Deutsche Sendung: Weihnachtslieder. 14 59: Deutsche Prelle! 18.15: Jazzkomposittonen. 18.89: Salonorchester- auartett-— Brünn: 11.05: Salonorchester, 17.40: Deutsche Sendung: Altdeutsche Weihnachtslieder.— Kaschau: 12.05: Schallplattenkonzert. 22.80: Rundfunkorchefterkonzert.— Mähr.« Ostrau: 15: Unterhaltungsmusik. 18.80: Tanzmusik.. BSEBSBSSBSSSBBKSSBSa i bahn, die wohl irgendeiner Störung wegen ein I paar Minuten in dieser Höhe anhiett— so völlig I eingeschlossen waren wir— mit unserer ganzen s Person—-, daß wir— passiver als in irgend« j einem wirklichen Theater— das Schauspiel auf : dieser Naturbühne vor uns nur wie gebännt anstarren konnten. Nicht fähig, den Blick loszurei- I ßen, atemlos, folgten wir jeder Bewegung des Kindes dort unten, das, umspült von der schäu« rigen Flut, nicht abließ,-seine Schnur hinauszuwerfen, das sich' niederbeugte und trotzig, wieder zurückschnellte im Kampf mit den rollenden Was, I sermajsen...' Da— ein Aufschrei! Hatte der Knabe ihn ' ausgestoßen und das' Echo ihn-'emporgesendet? Hatten wir aufgeschrien? Hatte der Zug', dest ' jetzt, laut aüfleuchend, begann, sich wieder in- Be- - wegung zu setzen, das Kind jäh erschreckt? ES sank, ' vornüber— wir aber waren schon turmhoch'über I der Landschaft und sahen nichts mehr von dem, woran wir soeben noch Teil gehabt-...-' Höhe Bergkuppen verschoben die- Kullffen der Bühne, auf der sich einen Augenblick-zuvor die Tragödie I eines Kindes abgespielt hatte, deren Zeugen wiv ' gewesen..../!"-yV;".■>;.-< Ä«-< Wir kamen dem Ziele entgegen: verschchyn« den jede Spur des tragischen Zwischenfalls, der nur-noch in unserer Erinnerung fortwirlte. ,Gleichgültig glitt die Gegend zu Tal. Kaltrie« feite noch immer der RegM heräb und wir fröstelten im engen Raum— in diefem winzigen Wa- gen, der uns willenlos und gefühllos-hisiantrstg«-: Lt«aFrende^ „ Nr. 291 Freitag, 18. Dezember 1989 5EkpMiL Vie flargarinevirtschskt 1937 Derlarioel Überall WWWer! Anstandslehre Nebenfach, —„Rassenkunde** Hauptfach (für Tanzlehrer) „Anordnung Nr. 26 betreffend Stande-ord- nung für die deutschen Tanzlehrer", ausgefertigt vom Präsidenten der Reichstheaterkanuner, gezeichnet Otta Laublnger, fetzt für Tanzmeister des Dritten Reiches folgende Prüfungsordnung fest: „Die Prüfung zerfällt in eine mündliche, eine praktische und eine schriftliche, wobei die mit H bezeichneten Fächer Hauptfächer sind. . 1. Mündlich. H a) Allgemeine BewegunSIehre. (BorbereitungSübungen für den Tanz,«inschließ- lich Ballettgrundschritte)/ b) Aufbau der Tänze. H c) Art der Tänze(Paartanz, Gemeinschafts« und GeselligleltStanz, AuffllhrnngStänz«, Volkstänze). H d) Allgemeine UntcrrichtSlehre. H«). Musiklehre (Theorie und Rhythmus), f) Tanzgeschichte und Kostiimkunde. g) Choreographie, h) Festgestaltung, Tanzspiele,. Anstandslehre, i) Allgemeine Wirtschaftslehre(Kaufmännische WcrbungS- und Stenerfragen). H k) Die wcltaiischäüllchen Grundlagen der NaiionalsozialiSmuS(allgemeine Staatslehre, Rasiekunde, Kulturpolitik). 2. Praktisch. H a) Sachgemässes Bortanzen der geforderten Tänze. H b) Unterrichtsproben aus den Paar- Gemeinschaftstänzen. 3. Schriftlich, a) Niederschrift nach Diktat, b) Freie Niederschrift aus einem der Prüfungsgebiete."— Den Verlauf solcher Prüfung hat man sich etwa wie folgt zu denken:, - Der Vorsitzende: Tanzen Sie sachgemäß, den am 9. November 1923 im Münchener Bürgerbräu stattgohabten Tanz nach/Und zwar ohne Revolver.(geschieht). Gut. Jetzt bestimmen Sie tanzgeschichtlich, ob dieser der Zeitgeschichte angehörende Tanz als ein Gemeinschaft»- oder nur al» ein Geselligkeitstanz zu betrachten sei. Der P r ü f l i n g(in der Nase grübelnd): •— Da die Thyssen-A.-G. zweifellos eine Gesellschaft ist, die„Volksgemeinschaft" jedoch im Systemjahr.1928 noch nicht existierte, dürfte anzunehmen sein, daß...,(verschwindet lautlos im Kazett). Der Vorsitzende(mit Donnerstimme): Der Nächste! Der N ä ch st e"(fällt entseelt zu Boden)", Der A eb e r n ä ch st e(ebenso). Alle Folgenden(wie oben). Der Vorsitzende:(brüllt)"Sieg Heilllll.(Vorhang), Dieser Tage fanden die ersten Besprechungen Uber hie nächstjährige Margarincbewirtschaftnng statt, die jedoch zu keinen konkreten Resultaten gelangte, da rrst das Kontingent von der Negierung festgesetzt.werden muß. Im laufenden Jahr erhielten 46 Firmen PröduktionSkontingente; Heuer haben, sich um Zuweisungen für die nächstjährige Produktion bereits 77 Firmen beworben. Der Gec-Vzrband hat sich bisher vergeblich um ein eigenes ErzeügungSkontingent bemüht, wurde aber vom Handelsministerium Ummer zuriickgewieftni obwohl er eine Viertclmillion Mitglicdersamilien der deutschen Konsumgenossenschaften versorgt, also eine Million-Menschen, und-obwohl er die Gewähr dafür bietet, baß das Kbntingcnt, welches ihm zugcwicsen würde, iw erstklassiger Qualität hergestellt werden würde". Auch einige der der Gewerbepartei nahestehenden Unternehmen bewerben sich neuerdings um eigene ProduktionskontiN- gente. Die„Konsumgenossenschaft", ivelche daran erinnert, daß vor Inkrafttreten des Margarinegesetzes nicht mehr als 20 Fabriken bestanden, während seither 26 neue dazukamen, bemerkt dazu, daß nun doch kein Grund besteht, neue Erzeugungsstätten nicht zu beivilligen, unter der Voraussetzung allerdings, daß in bezug auf die hygienische und qualitativ einwandfreie Erzeugung die strengste Kontrolle des Gesundheitsministeriums auSgeübt wird. Die ErzeugungSmeihoden mancher der kleinen Firmen seien geradezu verbrecherisch zu nennen. Die„Konsumgenossenschaft" schreibt weiter.: Die Kontingentverhandlungen werden dieses Fahr wahrscheinlich noch mehr Schwierigkeiten verursachen wie in den" letzten Jahren. Die Reden agrarischer Führer im Parlament, der Ton der agrarischen Presse sind deutliche Anzeichen dafür. Um so weniger kann die Berbrauchcrschaft aus die Erfüllung ihrer primitivsten Ansprüche, auf die Sicherstellung des Margarinebedarfs für dar nächste. Jähr verzichten. DaS vernünftigste wäre, wenn sich die Regierung endlich zu dem Entschluß aufraffen könnte, die Erzeugungskontingentierung a u f z u h e b e n. Sehen die maßgebenden Kreise noch nicht ein, daß dar Margarinegesetz im wesentlichen zu einem Produktionskartell unter behördlichem Schuh geführt hat, daß die wahren Nutznießer die Margarinefabriken sind, während die Verbraucher direkt geschädigt werden und die Landwirte al» solche nicht den geringsten Nutzen davon haben?! Oder hat mich nur«in Landwirt«In Stück Butter mehr verkaufen können, weil den ärmsten Schichten der Volker,. die sich einfach nicht genügend Butter leisten ^können, der Verbrauch von Margarine beschränkt worden ist? Die Aufhebung der Kontingentierung wird niemandem schaden,"dem ganzen Volke jedoch nur Nutzen bringen. Manversucheeswenig- st« ns mit einer provisorischen Au f h ebung der Kontingenter für ei n h alb e r Iah rl In den ersten sechs Monate» des Jahres ist der Fctwerbrauch an und für sich immer gering, Vorräte an Margarine können nicht geschaffen werde», und es besteht dann noch immer die Möglichkeit, für dar zweite Halbjahr ein Erzeugungskontingent fcstzüsehen, wen» er sich erweisen sollte, daß die freie Margarineproduktion sich für die Gesamtheit der schaffenden Acvölkenmg irgendwie schädlich auswirken sollte. ES wird vielleicht die..überraschende Erschein!»« zu verzeichnen sein, daß der Margarineverbcauch kleiner sein wird, wenn die Wirkung der Gefahr akuten Mangels nicht vorhanden ist. Schließlich wendet sich die„Konsumgenossenschaft" scharf gegen die osfcn eingcstandenen Tendenzen des„Arbeitsausschusses unabhängiger Margarinefabriken", ivelche, angeblich auS Staatsgründcn, in Wahrheit aber aus linterneh- merintcressen, die Verlegung der im deutschen Gebiet liegenden Margarineproduktion in das tschechische Gebiet verlangen. Herunter mit dem Zuckerpreis! jgjg, talaMt a tr» 8 M-L- 3T- m £ l ßi OcrVirtraKter ■1 flK ff» ff» N Uniall: tasjssesBsss*-.> S=-S=»SSX—) aJtr führen 300 verschiedene Weinsorten Kennen Sie Vie guten heimischen Wein«? Literflasche schon um Kö io»<>. Julius Meinl Wcinkellereien WeinlMe 1936/37>n allen Filialen erhältlich Mitteilungen aus dem Publikum. Der Jungmädchentraum auf dem Weihnachtstisch, da» Entzücken der jungen Dame, ja ihre Begeisterung findet.ein Baka-Stilleben. Die» besteht aus wundervollen Tanzschuhen aus Silber und Brokat, entzückenden pastellfarbenen Panlösfelchen oder einen! Paar praktischer Straßenschuhe. Die Abrandung diese» Stillebens bilden einige Paar geschmackvolle sei ic Seidenstrümpfe. Die Grippe liegt in der Luft. Bei nebligem, veränderlichem Herbst- und Winterwcttcr gedeihen verschiedene krankheitserregende Bakterien. Die heimtückischesten sind die Grippe-Erreger. Sie werden von ihnen überfallen, wenn Sie es am wenigsten erwarten. Durch den Mund und die AtmungSwcge gelangen sie in den Körper. Zum Verhüten dec Ansteckung desinfizieren Sie Mund und. Rachen durch Alpa-Franzbranniwein, den Sie beim Zähneputzen und Gurgeln in geringer Menge dem Wasser beimischen. Fragen Sie Ihren Arzt! 8 ..Radio? Dann nur Superhet IRON-REX! Tschanghsueliang und Tschiangkaischek (te) Unter wessen Einfluß der«junge Marschall" Tschanghsueliang seinen Ausstand gegen die Nanking-Regierung unternommen hat, ist auch heute noch nicht klar. Die von ihm aufgestellteil „acht Punkte" könnten ja darauf hindeuten, daß hier russische Einflüsse im Spiele sind. Tschangh- sueliang fordert nämlich eine Einheitsfront mit den, Kommunisten für den Kampf gegen Japan. Man soll abör in China die„Bordergedanken" noch mehr als andersivo von den„Hintergedan- ken" trennen. Der Aufstand des„jungen Marschalls"— so wird nämlich Tschanghsueliang nach dem Tode seines Vaters, des Marschalls Tschangsolin, genannt— ist eine typische militärische Verschwörung, wie wir sie aus der Geschichte der letzten Jahre in China wohl kennen. Die heutige chinesische Armee besteht nämlich aus zwei ungleichen Teilen, aus der mehr oder minder modernisierten Kernärmee und au? den irre- gulären Truppen der verschiedenen Generäle. Die Kerntruppen sind fest in der Hand von Tchiang- kaischek, während die Irregulären Abteilungen Nichts"anderes sind als die Ueberbleibsel der Prj« vatarmeen, die die verschiedenen Generäle und Äjzekönlge sich während des Bürgerkrieges.geschaffen haben. Der„junge Marschall" hat unter .selliens Befehl im wesentlichen jene Truppen, die ftinVater.siir seine Privatzsvccke seinerzeit in der Mandschurei angeworben hat. Tschangsolin ist im Grunde genommen nichts anderes als«in Räuber, allerdings allerhöchsten Stils, gewesen. Sein Sohn,hat von dem Vater die Truppen geerbt und diese Truppen sozusagen. aus der Hand von. ■: Tschiangkaischck als Lehen bekommen. Der„junge Marschall" hat keinen Gründ,, besondere Sympathien"für Japan zu haben, da sein Vater durch die japanischen Truppen»uS der Mandschurei herauSgeworsen wurde und dabei sein Leben gelassen hat. Seinerzeit hat man in der chinesischen Presse über die laue Art gesprochen)"in"welcher der^ijnnge Marschall" nach dem Tode seines Vater? ,die Japaner ist der Mandschurei, bekämpft hat. Dj« autz««te chinesische öffentliche Deinung hat sogardamals- seinen Kops gefordert und er soll Md durchweine"Intervention voiisTschläng«" kaischek gerettet worden sein, Welche Zwecke jetzt Tschanghsuliäng" verfolgt," kann nicht ohne weiteres festgestellt werden. Vielleicht wird er durch "persönlichen Ehrgeiz getrieben und möchte sich an die Stelle von Tschiangkaischck setzen. Vielleicht spielen bet seinem Auftreten sowjetistisch« Einflüsse mit. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch, daß der junge Marschall im japanischen Auftrag handelt und der Regierung in Tokio oder vielmehr der Leitung der Äwantung-Armee einen Borwand zu dem neuen Vorstoß. gegen den„Bolschewismus" liefern soll. Jedenfalls ist der Aufstand. des„jungen Marschalls" gegen die einzige" Macht gerichtet, die China konsolidieren und den japanischen"Vorstößen einen festen Damm entgegensetzen kann, nämlich gegen die Regierung von Nanking. ES heißt, daß Tschanghsueliang vor Hilfsaktion für spanische Kinder In Frankreich, Belgien und der Schweiz sind vor kurzem Komitees zur Aufnahme von spanischen Kindern errichtet worden. In Frankreich setzt sich das Komitee'zusammen aus Vertretern dyS Fran-, »östschen AewerkschaftSbundeS, der Liga für Men»; schenrechte» der Liga" deS AnterrichtSwefenS'und deS GenossenschnftsverbandeS. In Belgien und der Schweiz bestehen die Komitees auS Bertreiern" der sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften. . Die Kindertransportedes französischen und schweizerische» Komitees werden in Siidfrankreich untergebracht; daS belgische Komitee organisiert die Transporte nach Belgien. Die Kinder werden in Kollektive» und einzeln in Familien untern«-" brackt. Bei der Berteilüng der Kinder wird ftlbst- verstündlith.darauf! geachtet, daß diejenigen, dir a«S den wärmeren Gegenden Spaniens kommen, in Südfrankreich bleiben,, während die Kinder, die an ein schärferes.Klima gewöhnt sind, nach Belgien geschickt werden..später, wird in Erwägung irzoim.wrrde»,»b.uichtanch. di« wärmere» Delle der.Schwei», für Pe Ausnahme in Familim in Betracht kommest.?'v Kc VÄWWWWH.Ag Bon verschiedenen anderen Ländern, df® von Mexiko und den Bereinigten Staaten, liegen ebenfalls! bereits Anfrage» vor zwecks. Aufnahme der Absetzung stand. Jedenfalls hieß es, er sollte mit seiner ganzen Armee vom Norden nach dem Süden versetzt und zum Kanipf gegen die Kommunisten verwendet werden. Das kam dem„jungen Marschall" sehr ungelegen, weil er sich im Norden nahe der mongolisch-mandschurischen Grenze ausgezeichnet fühlte und höchstwahrscheinlich an allen Jntriguen, die in dieser Ecke Ost- asienS gesponnen wurden, teilnahm. Durch den Aufstaiä» ist er seiner Absetzung oder seiner Versetzung zuvorgekommen. Bemerkenswert ist übrigens, daß nach einigen Informationen Tschiang- kaischek sich in der letzten Zeit der Führung der kommunistischen Armee in Zentralchina angenähert habe und in bestimmte Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit diesen Kreisen eingetreten sei. vonKindern VIS zu der Zeit, wo in Spanien wieder rchrmale BerhälMisse eingetreten sind. Weihnachtshllfe Der Internationale Solidaritäts- Fonds (JGB/SAJ) hat nunmehr außer seiner allgemeinen Hilfsaktion" für Spanien die Initiative ergrifft«,,für dse spanischen Waisenkinder und andere vont Bürgerkrieg betroffene Kinder trotz der schweren"> Verhältnisse gelegentlich"der Feier des Jahresendes 46.000 Weihnachtspakete zu schicken. Deutschland probt die Blockade Gibraltar.(Reuter.) Mittwoch ist hiev aus Liverpool der britische Dampfer,,City of Oxfordeingetroffen. Der Kapitän deS Dampfers erklärte, daß sein Schiff an der portugiesischen Küste von" dem?'.deutschen sogenannten TascheykriegSschiff „Deutschland" ängehalten worden" sei, das d>e Frage signalisiert habe, wohin der Dampfer fahre und woher er komme.-,. „Gcheimtruppen." Die Pariser Blätter „PSiit Parisien" und„Echo de Paris" drucken eilft,,iN.hep.Baftftp„Nationalzeitung" enthaltene Nachticht ab. z Darin heißt es, daß die.jventschen zst einer Reuorganisierung de» Wehrdienste» an der Schweizer Grenze in dem Abschnitte geschritten" sind, in welchem die Grenze Frankreichs, der Schweiz" und Deutschlands zusammenlaufen. Es handle sich um die Schaffung neuer Kontingente, die„G e h e i m g r e n z t r u p p e n" genannt werden und sich aus ausgcwählten Mannschaften der SA- und SS-Abteilungen sowie der motorisierten nationalsozialistischen" Formationen zu- sannnenschcn. Die„Nationalzeitung" schreibt: „Alle Mannschaften tragen Uniformen und sind kriegsmäßig ausgerüstet. Sie besitzen starke Dkaschinengewehrabteilungen. In der Gemeinde Loerrach sind zwei Hundertschaston stationiert! Jede Kleinstadt hat nunmehr ihre dauernde Besatzung erhalten. Diese Formationen haben■ gestern ihre ersten Manöver eröffnet. Gleichzeitig befinden sich große Waffen- und MunitionsirauS- porte unterwegs, die jedoch bloß bei Nacht durchgeführt werden. Hohn für Ribbentrop. Der„Manchester Guardian" beschäftigt sich mit der letzten Kundgebung des deutschen Botschafters von Ribbentrop und nimmt ihr gegenüber eine ablehnende Haltung ein. Bereits bei feinem Eintreffen in London, jagt das Blatt, wollte der Botschafter England eine Lektion wegen der lächerlichen Freiheit erteilen, Vie in England der Kommunismus angeblich genieße. Die gleiche Drohung wiederholte er in der letzten Rede, wobei er hinzufügte, daß die Komintern fein Lano an den„Rand des Abgrundes" gebracht hat. Von: historischen Standpunkte sei dies völlig unrichtig, denn Ribbentrop verdanke seine jetzige Stellung eben der Komintern. Ohne die Kommunisten wären die "Nationalsozialisten niemals zur Macht gelangt, in Kami London. Die regierungstreuen baskischen Na- sionalisten haben sich, einer Depesche aus Bilbao zu- folge, an den Papst gewendet, er möge mit Aenernl Franco wegen cineS Waffenstillstandes in Fsthlura treten. Dem gleichen Bericht zufolge sei der Hl. Vater bereit, dieses Bestreben zu unterstützen. Barcelona.(Havas.) Der neue Ministerrat der katalanischen Generalidad seht sich aus elf Ministern zusammen, von denen drei der nationalen Ar- beitSkonföderation, drei dem Allgenieinen Arbeitsverband, zwei der Republikanischen Linken angehören, einer Vorsitzender des Verbandes der Agrarpächter ist fund banf denen.»w°i, außerhalb der Parteien stehen. BlpmoH Aires.(HavaS.) ES verlautet, daß die panamerikanische Friedenskonferenz vor dem Abschluß Ihrer Armiten"einen Aufruf an das spanische Voll richten werde, den heutigen brudermördischen Kampfeinzustellen. Freitag, 18. Dezem-er 1936. Nr. 294 An unsere Abonnenten und Genossen! JCimst wul Mssen. Ola Verwaltung. Leserlich ausfüllen! Ich bestelle hiemit unter dem Namen:- •Beruf:- Ort: Unterschrift: 8pHrt-8pLLt'Wrperpskgr ktteratur Wir geben hiermit, von tiefer Trauer erfüllt, die Nachricht, daß Herr am 17. Dezember d. I. nach langem schweren Leiden gestorben ist. Prag, den 17. Dezember 1VSS. ! mit Olga Tschfchswa. LluSstattungSfilm. eine Neujahrsenthebung rum Betrage von Lö 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Der Verblichene hat die Leitung unserer Gesellschaft kurz nach ihrer Gründung übernommen und hat durch mchr als-vierzig-Jahre'ihre ' Geschicke gUeltet. Die erfolgreiche Entw'.cklung unserer Gesellschaft und ihre Stellung in der kechoslovatischen gementindustrie find mit seinem Lebenswerk eng verknüpft. Seiy Andenken wird-von uns stets h» Ehren gehalten werden. Ater Berwaltuugsrat mrd die Direktion der KSnigshofer Eement-Fabrik Aetiengesellschaft. „Sozialdemokrat* HleuisKrs-kntKeduns kür„SorisIEemolrrst" B e z u a Sb e bi nn« n n tu: Bei'gustellung ins Haus oder beiBezug durch die Post monatlich K£ 6.—, vierteljährlich K4 48.1—, halbjährig Ki'86.— ganzsährtg KL 192.—.— Jnserätewerden lauiK Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Mgnuflripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken..— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« und Leie«' graphendtrektüm mft Erlaß Rr. 1S.890/VU/1989 bewilligt.— Druckerei;.^Vrbis". Druck», Berlage» und 8eitungs«A.«G. Prag. rend des Weltkrieges. Reklamation der Einladun« gen 9 bis 14 Uhr im Sekretariat der Liga, Praha II., Litnä 18, Tel. 201.71,!/. 199 Meter: 11.28; 200 Meter: 28-29; 499 Meter: 52.69; 800 Meter: 2:01.69; 1699 Meter: 4:97.89; 5969 Meter: 15:28.85; 19.699 Meter: 88:97.89; 25.666 Meter: 1:81:81.88; 119 Meter Hürden: 16.61; 466 Meier Hürden: 59.57; Welt» sprung: 676.9; Hochsprung: 178.6; Stabhoch: 862,1; Dreisprung: 18.98.2; DiSkuS: 41.79.1; Hammer: 48.57.1; Kugel: 14.14.4; Speer: 61.49.7« Luft-Torpedo 48 Der neue tschechische Fjlm, dpi vorprst in«snxr Presse.Borstellung gezeigt wurde,' rst ein Dpiommit Film, der feine Herkunft von deutschen, französischen und amerikanischen-Ahnen nicht verleugnen kann. Der Ur-Einfall dieser ganzen Filmgattun'g. daß zwischen der schönen.Spionin und ihrem Offiziers- Opfer außerdienstliche Gefühle lebendig werden, di« den Spionage-Absichten zuwiderlaufen, ist auch der Grundeinfall dieses(nach dem Roman einer Frau Kiisova gedrehten) Films, der mit einem Mord beginnt und mit einem Kampf in den Lüften endet. Da die Spionin zugleich eine berühmte Geigerin ist, gibt es Musik- und Gefellfchaftsszenen, Und da der Gegenstand, der die Spione interessiert,«in.^Lust- Torpedo" ist, gibt«s Szenen von der tschechoslowakischen Fliegertruppe, am Ende die immer wirksamen Geschwader- und Akrobatenflüge. Das alles ist (unter Miroslav Erkans Regie) durchschnittlich gelungen, während die Szenen im Versteck der Spione mehr als primitiv und die Gefangennahme der Verbrecher mehr als unglaubwürdig geraten ist. Die komische Figur eines alien Arztes, der ahnungslos hinter das Geheimnis der Spione kommt, spielt Karel Haäler(der auch’ für das Manuskript verantwortlich-zeichnet) mit einigem Humor, die schöne Spionin, die am Ende ihr Leben lassen muß, wird von der neuerschienenen Mila R e h m o• novä mit Anzeichen von Talent dargestellt, unter S> sckiung, ,,_ vollständ igung In der. Sprache. Ein vorzügliches und billiges' Mittu zur schnellen und vollständigen Erlernung der tschechischen Sprache bietet das regelmäßige Lesen dieser interessanten und unterhaltenden Monatsschrift. Dieselbe enthält interessante Erzählungen, Auflätze, Nachrichten. Anekdoten. Briefe, Gespräche usw. Durch Gegenüberstellung beider Sprachen entfällt das lästige Aufluchen in Wörterbüchern und wird eine vorzüa- liche Selbstkontrolle ermöglicht. Durch Hervorhebung schwieriger Wörter und Redewendungen werden dich« schnell und leicht dem Gedächtnis eingeprägt. Frei von jeder Grammatik, werden dem Leser in leichtfaßlicher angenehmer Form lebendige Sprachkenntnisse vermittelt, wie sie zum richtigen, ungezwun» genen und fließenden Sprechen in der ischechifchen S"rache unbedingt gehören. ÄratiS-P r ob«« hefte durch den Verlag Gustav Födster, Gablonz a. N. Uranla«Klno, Kllmentskä 4. Fernsprecher 61628., „Nobelpreisträger— Nobelpreiskandidaten". Unter diesem Titel veranstalteten Ewald- Schindler und Nora N i k i s ch am Mittwoch einen Re« zttatlonSabend in der Urania, dessen ungleichartiges und weitgespanntes Programm durch Einleitungsworte Otto Picks über die Entstehung, die Bedeutung, die Schwäche und die Wandlungen des Nobelpreises— und über die im Programm enthaltenen ungekrönten Kandidaten eröffnet wurde. Von den beiden Rezitierenden erwies sich wieder Ewald Schindler als der im Rhetorischen und Dramatischen Stärkere, der mit Gorkis„Märchen der Wirklichkeit". mit einer Szene aus ONeillS„Alle Kinder Gottes haben Flügel", mit einer ironischen Auswahl von(im Grunde ehrlichen) Selbstbekenntnissen Gerhart Hauptmanns, mit einem Kapitel ans Thomas MannS Josefs-Roman und Werfels„Gesang von den großen Toten" den nachhaltigsten Eindruck erzielte, während Nora Nikisch die echteren lyrischen Tön« und mit EapekS.Märchen für Daschenka" den reichsten Beifall fand. Mehr Geschlossenheit deS Programms und eine bessere Verteilung der Aufgaben hätte dem Abend zum Vorteil gereicht, der aber auch so, wie er war. als Querschnitt durch die moderne Weltliteratur stärkeres Interesse beim Publikum verdient hätte.—eis— Kleinkunst-Ensemble„Schaubude".--Am-25, Dezember, um 8 Uhr findet: in der, Urania der-erste -Abend des neuen Kabarett-Ensemdles„Die Schaubude" statt. Außer der Revue.Lieder sein eigener Robinson" wird von den Mitwirkenden HanS Fürth, Lotte MoSbacher, Erich Freund, Hilde Maria Kraus und Gloria Grand zum ersten Mal« die einastige OperngroteSke„DiePfändungSoper" von Leonhard Heinrich und Egon Larsen aufgeführt. Die Autoren spielen an zwei Klavieren mit. Wiederholungen: 26., 27. und 81. Dezember— mit zwei Vorstellungen um halb 9 und 11 Uhr—, Barverkauf bei Andrö, Wetzler, Urania. Spielplan d«S. Reuen Deutsch« Theaters. Freitag 7 lb: E h e. D.— Samstag 7%: Aida. Pressevorstellung des Verbandes deutscher Journalisten, C 2.— Sonntag 2fh: Cavalleria rusti- eana— Der Bajazzo, 74t: Eh«, A2. Spielplan der Klein« Bühn«. Freitag 8: Stimmen in und um uns, Theatergemeinde de; Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Der schiefe Hut.— Sonntag'8: Unentschuldigt« Stunde, Der schiefe Hut. zentraldlrektor Johann Blaschezik, steklnertretender»srHOando» mtfmc GeseUschaft „Deutsch.tschechischer Leser und Uebersetzer", prachzeitschrift g’u r Szrffrl- ’.„ Erweiterung und V« r» .-.."E' tschechischen Finnlands Arbeiter-Leichtathletik Die zehn besten Durchschnittsleistungen Den Lese« und den Leichtathleten des AtuS dürft« eS sicherlich interessieren, wie die Leichtath leten des finnischen Ärbeitersportver- b an des(Tul) zu den Durchschnittsbesten gewor den sind. Die Leichtathletiksaison in Finnland ist ja lange schon zu Ende und am Schlüsse derselben wuüe, wie übrigens jedes Jahr, ein« Tabelle über die erzielten Resultate zusammengestellt. Wenn man di» Leistungen cheS.Tul" überblickt, erlaubt man sich schon eme Perspektive auf Antwerpen, d«m Austragungsort der nächsten SAS I»Olym piade. Mich dieses Jahr wurde wiederum eine große Breitenentwicklung in der„Tul"- Leichtathletik festgestellt. Die hervorragenden Ergeb nisse erbrachten abermals den Beweis, daß der fin nische Arbeitersport«inen prächtigen Stand erreichte. Bon keinem anderen Verbände werden die finnischen Durchschnittsleistungen überboten. Die finnische Hegemonie im Speerwurf bleibt immer noch bestehen und ebenso die der Mittel- und der Langstrecken läufe. Dieses Jahr erreichten erstaunlicherweise nicht weniger als 89 Speerwerfer di« 58-Meter- Marke, das sind um neun Werfer mehr als im Vorjahre. Auch di« Sprünge entwickeln sich zu einer .Jinnen-Disziplin". Die Höhe von 1.76 Meter wurde von 86 Athleten übersprungen. 82 Stabhochspringer erreichten 8.26 Meier und 87 Weitspringer streiften die 6.25-Meter-Marke. Auch di« Kugel stoßer sind, im Vormarsch. Dagegen sind bei einigen Laufdisziplinen die Durchschnittszeiten etwas zurück gegangen.' Bon 18 Wettbewerben, von denen in diesem Jahre die Liste berichtet, sind die Leistungen in elf Konkurrenzen gegenüber dem Vorjahre zum Teil bedeutend verbessert worden.—._ Im nachstehenden ein Ueberblick über das große|B|4* TAI! j Vf) 111 R jl||f*|| Können der finnischen Sportgenossen. Der Durch« MKNv Ivlll isailvll schnitt der zehn besten ,Tul"-Sportler für 1986 ist wie folgt: Die konsumgenossciischaftlichen Unternehmun gen von Prag, so die Vellonäkupni, die Gec (Großeinkauf), die Väela, Rovnost und auch die kleine Konsumgenossenschaft(deutsche) haben ihren Angestellten und Arbeitern in den Industriebetrie ben teils schon im Oktober, teils im November außerordentliche Aushilfen ausgezahlt. Diese An gestellten erhalten auch die ihnen laut Kollektiv vertrag zustehenden Weihnachtsremunerationen. Daraus ist zu ersehen, daß die Konsumgenossen schaften nach Möglichkeit ihren Bediensteten ent- gegenkommen, wobei selbstredend im Umsatz wie derum mit deren verbesserter Kaufkraft gerechnet werden kann. Und wie machen es die anderen Unternehmungen? 15.660 Ai— im Strohsack. Schon seit länge rer Zeit pflegte hinter der Mauer des Pfarrhauses St. Matthäus in Prag die 68jährige Bettlerin Fran ziska Dvokäk auf einem bloßen Strohsack unter freiem Himmel zu schlafen. In den letzten Tagen be merkten Vorübergehende, daß die Greisin krank sei .und machten daher die Polizeiwache auf sie aufmerk sam, die sie durch die Rettungsstation auf die Po lizeiwachstube bringen ließ, von wo sie nach der po- lizeiärzilichen Untersuchung in die Abteilung für so ziale Fürsorge gebracht wurde. Bei der Untersuchung des Strohsacks wurde«in ledernes Geldtäschchen ge funden, daS zwei SparkassenbllchleiU enthielt, von denen das eine auf den Betrag von. Ui 14.441.61, das andere auf Ai 265.— lautet«. Außerdem wur den noch einige wertlose Kleinigkeiten in dem Stroh sack gefunden Todessturz. Gestern um 5 Uhr nachmittags fiel im Sinichower Gemeindebräu der 86jährige Arbeiter Josef Uzel aus JInonitz von der Leiter, und erlitt durch seinen 2% Meter tiesen Sturz eine Gehirn« erschütterung, sowie einen Bruch des Rückgrats und der Schädelbasis. Während seiner Einlieferung in die Klinik Jiräfek erlag er seinen Verletzungen. Brog wächst. Die Fahl der Neubauten in Groß- Prag betrug in den ersten elf Monaten des heurigen Jahres 964 und ist damit jetzt schon um 46.1 Pro zent größer als im Jahre 1985. Dabei hat die Besse rung der Baubewegung Prags schon Im Jahre 1988 eingesetzt. Seit dem Jahke 1984 hat die Reichs« Hauptstadt um 2875 neue Häuser mehr. Der Bau neuer Finshäuser hatte Heuer einen solchen Umfang, daß die voll« Bausaison, auch von der günstigen Wit- icrung begünstigt, bis in den Spätherbst andauerte. Das Asylrecht ist das Thema eines Debatten abendes, welcher von der Liga für Menschenrechte am 18. Dezember 1986 um halb 26 Uhr im Saal 'des Frauenklubs(Praha lI., Äe Smeikach 26) ver»,—_ T ,......... anstaltet wird. Es sprechen: JUDr. Jar. Rebesäk den Spionen sind ein paar lusüge Gaunertypen; über die Emigration als Äcchtsproblem und Em. V.\ aber das Liebespaar und die Herren Offiziere kön« Vosla über die tschechoslowakische Emigratton wäh« nen keinen posittven Eindruck machen.-^eiS— Wir werden wie Im Vorjahre die ^eWM-kWiebunseD D in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet K6 10'— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen, und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufUllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen.