Sonntag, 20. Dezember 1936 Nr. 296 16. Jahrgang IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ■«SCHEINT MIT AUSNAHMB OBS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und VHtWALTUNO frag xii., fochova er. Telefon am HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi KAM. KEHN, FRAG. Einzelpreis 70 Hellei (einschließlich 5 Heller Porto) Vereinheitlichung und Lockerung Einfuhr frelseseben des Devisenverfahrens Prag.(Tsch. P. B.) Der Ministerrat hat sich in seiner am 18. Dezember abgehaltenen Sitzung mit dem ganzen Komplex der Fragen beschäftigt, die. die Wirtschaftsbeziehungen der Tschechoslowakei zum Auslande betreffen. Als wirksamstes Mittel zur Neuregelung dieser Beziehungen hat er die R e f o r m des gültigen Bewilligungsverfahrens angesehen. Nach der Stabilisierung der hauptsächlichsten Weltwährungen, der sich die Tschechoslowakei durch ihre Regelung der tschechoslowakischen Währung angeschloffen hat, entfielen die Währungsgründe der Regulierung der Einfuhr, weshalb die Regie- rung beschlossen hat, . das„Doppelgeleise" des Bewilligungs- und Devisenverfahrens in«in einziges Geleise zu- sammenzuschliesjen. Durch die Aushebung der Bewilligung der Einfuhr vom währungstechnischen Gesichtspunkte verbilligt sich die Einfuhr um die G,« bühren-und Kosten, diemst der Beschaffung der Devisenbescheinigung verbünden sind. Die Agenda des so vereinigten Be-- willigungSversahrens wird bis zur weiteren endgültigen. Entscheidung das Handelsministerium nach Anhörung Heß bei ihm bereits errichteten PrasidiälMtzgriMh'erlediget» iss wilchem'^'dstl' Ministerien für Finanzen/ für soziale Fürsorge mrd füi! auswärtige Angelegenheiten und die Nationalbank vertreten sein werden. Die Regierung hat die Freigabe importierter Waren im Wert« von ungefähr 1.970 Million«n XL von d«r Gesamteinfuhr im Werte von 6.760 Millionen XL, als» i n«i n e m Umfange von fast 30 Prozent drS Wertes der Einfuhr im Jahr« 1035, gebilligt. Die Freigabe umfatzt bisher sowohl deni Devisen- als auch dem Bewilligungsregime unterworfene Waren. Sie bezieht sich nicht nur auf Roh- und Hilfsstoffe, auf deren erleichterte Einfuhr die Regierung besonderes Gewicht gelegt hat, sondern auch auf Halb- und Fertigfabrikate, insbesondere solche, die auch für den-direkten Konsum von Bedeutungsind. Freigegeben wird insbesondere die Einfuhr von Zitronen, Kokosnüssen, Kümmel,i Fenchel. Rohhäuten, Kunstsetten, die für die Erzeugung von Speisefetten eingesührt werden, Kakaobutter, Schokolade, Erze, Petroleumpech, Baumwolle und Baumwollgarne(außer Garnen,' die für den Detailverkauf adaptiert sind), Leinen-, Hand- und Jutegarne, Wolle und Wollgarne, Rohseide- Kleider und Wäsche, Papierfabrikate, Papierpappe und fast alle Sorten Papier- und Papierwaren, Kautschuk und Kautschnkerzeugniffe(außer Kaut- schukgewebc, TcnniSbällen, Gasmasken, Pneu- matsien und Füllfedern) Wachsleinwand(außer Linoleum für Fußböden), Leder und Lederwaren, nicht Tpnfektionierte Rauchwaren, Schnittholze und der Großteil Holzwaren(außer Sperrholz und Spielsachen), Glasstäbe, Asbestwaren, Roheisen, Draht- und. Drahtwaren, der'Großteil eiserner Anstrümente, Wagenfedern, eiserner Möbel,' der Krpßteil von Halbfabrikaten aus anderen unedlen Metallen, freigegeben wird der überwiegende. Teil' der Einfuhr von Maschinen, Kanzlei» und optischen Anstrumenten, der Großteil gewerblicher. Meßinstrumente und Waagen, Kali, Wasserglas- Bleiweißs Bittersalze, Kunstschwärzen, Putzmittel für SchuM Kitte usw.. Die Regierung erblickt in dieser umfangreichen Freigabe den ersten Schritt in ihrer - Polstik. der Lockerung der. wirtschaftlichen Bezie- . Hungen zum Auslande. Sie ist entschlossen,- ihre Anstrengungen, fortzusetzen und diese» Akt durch «ine weitere Freigabe zu ergänzen,. wenn der , gegenwärtige mit Berständnis der Staaten.aus. genommen werden, wird, mit denen die Tsche- ' choftowakel in Wirtschaftsbeziehungen steht.- .' Die Tschechoftölvakei''geht'söiveit, daß sie'so- -gdr.-bereit', ist, die^..Einfuhr.zahlreicher' Ware»«- gattungen.. in handelspolitischen Verhandlungen vollkommen frei zugeben, wenn allerdings für die Ausfuhr ihrerWaren' von den-inBe tracht kommenden Staaten entsprechen de Kompensationen gewährt werden.- Um den Wert der Einfuhr aus einigen Uebersee-Staaten richtiger zu erfassen, wurde prinzipiell beschlossen, daß für einige Warengattungen Warenursprungöbescheinigungen«inge- sührt werden. Diele Maßnahme erscheint notwendig, da von der richtigen statistischen Erfassung der Ausfuhr jener Staaten in die Tschechoslowakei vielfach der Wert der zur Einfuhr zugelassenen Ware aus der Tschechoslowakei abhängt. Die Regierung hat noch einige weitere Ver- waltungSmaßnahmen im Interesse der tschechoslowakischen Ausfuhr getroffen. Darunter'ist insbesondere anzusühren die E r w e i t e r u n g des Ne'tzcs d e r t s ch e ch o s l o w a k i s ch e n Vertretungsbehörden. Es wurde insbesondere prinzipiell der Errichtung tschechoslowakischer Vertretungsbehörden in B o g o t a, Lima, Schanghai und' Barcelona zugestimmt.."'i.': In Würdigung der Bedeutung des Fremden» verkthcs für die tschechoslowakische Volkswirtschaft hat-sich-die-Mgierung auch mit dieser schäftigt. Sie hat die Erklärung des HarwelSmin'-' Endgültige Regelung Das Tschechoslowakische Preßbüro ver- öffentlicht eine Darlegung über die endgültige Sanierung der„Zentralbank, deutscher Sparkassen", der wir dar Nachstehende entnehmen War dazu zu sagen ist, finden die Leser an anderer Stelle: In der am 18. d.. M. stattgefundenen Sitzung des Ministerrates hat die Regierung einerseits dem Entwurf der Regierungsverordnung über de Liquidierung der Gesellschaft„Zentralbank Deutscher Sparkassen in der Tschechoslowakischen Republik" in Prag und der„Karlsbader Vereinsbank G. m. b. H." in Karlsbad, andererseits dem Entwurf der Regierungsverordnung über die Geldzentrale der Tschechoslowakischen Sparkassen zugestimmt.' Die Grundsätze, auf denen diese Lösung beruht und die bereits vor esner Woche in der Tagespresse der Oesfentlichkeit mitgeteilt würden, wurden im letzten Stadium der Verhandlungen geändert, und zwar, insgesamt in der Richtung einer besseren materiellen Befriedigung der Gläubiger der. Zentralbank Deutscher..Sparkassen, und. der mit' ihrem Falle zusammenhängenden Karlsbader Vereinsbank. So werden vor allem die. 8 chuldver» -s ch r e ibn n g r n, die pir Gläubiger dieser beiden Institute erhalten sollen, b e r. r.i t S vom 1. I S n» e r 1936 und keineswegs vom 1. Juli 1986, wie ursprünglich vorgeschlagen war, der» in st w e rd en., Weiters wurde den b e dür f t i g e» E i n> leger» sowie denGrwerkschaftS- o r g a n.i sa t io» e n un d and er en ch ari- ta t iv e n u n d so z i a len Eiur^ich.-' t u n ge.n d i r e k t der A n s p r u ch z u.- er k an ns, dass ihre Einlagen Mz«m Betrage vp» 6000 Ai tIS zu 7V Prozent, in bar und nur der Rest mit den erwähnten Schuldverschreibungen befriedigt werden, Ausserdem wurde das Recht der. Regierung erweitert, u. zw. inStesondeee wieder zugunsten, der genannten Organisation«».uNd Einrichtungen in besonders berücksichtigungswür- Ligen Fällen ein« besser« alS die normale Beftie- dignng zuzulassen,-welche in dem Ausgleich der Forderungen.der allgemeiüen Gläubiger durch die öfters erwähntenj Schuldverschreibungen jnt Nominalwert beruht. ■ Im^Interesse de r Angestell, ten der' Z.e.w^r all b.a mk. d e r Deut». sterS zur Kenntnis genomissen, daß der neue Gesetzentwurf über die Regelung deS Fremdenverkehrs bis Ende dieses Jahres zum interministeriellen ErinnerungSvevsahren vorgelegt worden wird. Im Bewußtsein der großen Wichtigkeit einer möglichst vorteilhaften Regelung der Transportkosten in den internationalen Beziehungen, ob eS sich schon um den Transport von Rohstoffen für d'.e weitere Verarbeitung von Waren, die sür die AuS, fuhr bestimmt sind, oder der ausgeführten Waren oder um die Ncuacquisition von Personen-(insbesondere.im Fremdenverkehr) und Gütertransport(insbesondere im Transit) handelt, hat d»e Regierung di« beteiligten Ministerien beauftragt, mit der größtmöglichen Beschleunigung die damit verbundenen Fragen zu prüfen und entsprechende Anträge zu stellen. De Regierung hat vorläufig nur die dringendsten Aufgaben, aus dem ganzen Komplex der Fragen gewährt, die die internationalen Beziehungen der Tschechoftowakei zum AuSIande betreffen oder für die Gestaltung, der Bedingungen der heimischen Erzeugung vom Gesichtspunkt der Eingliederung, der Tschechoftowakei in die Weltwirtschaft Bedeutung haben. Sie hat schon jetzt dinotwendigsten Maßnahmen getroffen und den beteiligten Ministerien deren sorgfältigste Durchführung. im. Geiste der oberwahnten Grundsätze aus- getragen, Sie ist en.tschlossen. dqs besonnene Werf Ätsütztzen, nm so möglichst zur Entsaftung per tschechoslowakischen Volkswirtschaft ielzutragen. s ch e n Sparkassen, bringt die endgültige Regelung die wesentliche Neuerung, dass ihr Peu- sionSfonds auf die notwendige Höhe ergänzt werden wird, welche durch das Ministerium für soziale Fürsorge mit dem Finanzministerimn sc'lgescvt wird. Dazu muß betont werden, daß die brennende, so ost durch ungünstige Kritik besprochene Frage der Befriedigung der Ansprüche aus den sogenannten C-Depositen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten in der für die betroffenen Geld- institutc günstigsten Art gelöst wurde, wenn man bedenkt, daß schon dadurch, daß diese Depositen, die gegenwärtig einen Wert von ungefähr 136 Millionen. Xi haben, gegen Bezahlung eines Betrages von ungefäbr 127 Millionen XL heraus- qegeben,.werden die betroffenen Geldinstitute eine Meh'rbefferung von ungefähr 9. Millionen XL gewinne»; weiters dadurch, daß sie für die Bezahlung'.jener.127 Millionen XL neue Schuldverschreibungen, Nominale ungefähr 180 Millionen XL. erhalten, also gegen die normalen Grundsätze über die Befriedigung der allgemeinen Gläubiger mehr um Nominale ungefähr 63 Millionen XL, wä? beieinem- wahrscheinlichen Kurse von 70 eine weitere effektive Aufbesserung ungefähr von 37 Millionen XL bedeutet. Bei kühler Ueberlegung wird auch der Einwand, nicht standhalten, daß durch die Liquidierung derEmissionsabteilung der Zentralbank Deutscher Sparkassen dqS deutsche Wirtschaftsgebiet um ein« Quelle eigenen Emissionskredites gebracht werden wird.'..Dieser Einwand wird durch die Tatsache enjwassnet, Haß- Geldinstitute ausgesprochen deutsches Charakters existieren, die mit Emissionsrecht anSgestaitet sind(z. B. die Deutsche Agrar-und Industriebau! in Prag)„ außerdem-hat die Re« gierung, wie in dem-'.gleichzeitigen offiziellen Kommunique über die gestrige Sitzung der Regierung'»»geführt wurde,-für' das deutsche Spar- kassonwesen. die Errichtung.eipes weiteren Emissionsinstitutes bewilligt. i Indem sie die herporgetzovrne/ideello Un- wrlage der' Geldzentrale Tschechoslowakischer '- Sparkassen sB--«jWlcht..1söchl»>w«öcht^He'- Brr-' -.ordn»»« über diese Zentrale die Grundsätze an, die einer gerechten Bertretung der nationalen Gruppen inallenOrganen'dieser'Zentrale'ent- , s.-i(F»rss«tzUNg uns Seite S.),i MM nationale Arbeit Erfolge der deutschen Regierungsparteien Der Ministerrat hat-zwei wichtige wirtschaftliche Maßnahmen getroffen. Die eine betrifft die endliche Sanierung der„Zentralbank deutscher Sparkassen", eine Frage, deren Bereinigung insbesondere die deutschen aktivistischen Parteien seit dem März 1933, als» durch volle dreieinhalb Jahre, seitdeni die Bank die Zahlun- ! gen eingestellt hatte, verlangten. ES handelte sich i dabei um die Interessen der Einleger, der Angc- I stellten der Bank und schließlich um das deutsche ' Sparkaffenwescn in der Republik, also uni ein I Stück sudetendeutschcn Vollsvermögens. Die Lösung, welche die Regierung trifft, koniint einer Befriedigung der Gläubiger von ungefähr siebzig Prozent gleich, die ungedeckteil Gläubiger werden durch mündclsichere Anlagepapiere entschädigt, welche die neue Geldzentrale der tschechoslowakischen Sparkassen herausgibt und die vom Staate garantiert werden. Die gesamte Sanierung erfordert einen Anfivand von mehr als 1100 Millionen XL, denen Aktiven von nur 300 Millionen gcgenüberstehen, so daß nicht weniger als 800 Millionen XL zugezahlt werde». In den letzten Regierungsberatungcn ist es nun den deutschen Unterhändlern gelungen, weitere Verbesserungen der Porlage dnrch- zusetzen.' Diese bestehen darin, daß den bedürftigen. Einlegern und den sozialen Organisationen der Anspruch zuerkannt wurde, dqß ihre Einlagen bis 6000 XL zu 70 Prozent In barem quSgczahlt werden können(der Rest in. Schuldverschreibungen), daß die Pensionen der Beamten gesichert werden und daß die zur Befriedigung der Einleger bestimmten Schuldverschreibungen schon vom 1. Jänner 1936 verzinst werden. Wift man ein Urteil über den Wert der Vorlage gewinnen, so muß man sich ins Gedächtnis rufen, welch schwere Schuld die alte Verwaltung der Zentralbank an dem finanziellen Zusammenbruch der Zentrale der deutschen Sparkassen trägt. Nicht nur hat die Direktion Kredite in der leichtsinnigsten Weise gewährt und so das Geld der Einleger direkt zum Fenster hinausgc- worfen,' sondern ihre Schuld war cs, daß die Frage der Zentralbank nicht ftüher bereinigt wurde. Hätte sie 1926 und 1932 den wahren Status der Bank bekanntgegeben, wäre die Bank spätestens 1932 saniert gewesen und cs wäre 1983 nicht zur Jftiquidität und dem Moratorium gekommen. Damals Ivaren auch die finanziellen Verhältnisse anders als heute, da infolge der langen Dauer der Krise sowohl die öffentliche als auch dje. private Wirtschaft finanziell ausgeblutet ist und der RegenerationSprozeß erst langsam, einsetzt. Dazu kommen die bedeutsamen nationalen Erfolge, die zum Teil gleichfaftS erst in den letzten Tagen-erzielt worden sind. Ist schon dieRettung eines großen Teiles der Ersparnisse tausender d e u ts che r Einleger durch Ein fluh- nah m e auf d e n S t an t eine große Leistung der deutschen aktivistischen Parteien, so ist ein zweiter Erfolg die Bewilligung eines neue n de u't s ch e n C m i s sionSinstitutes für Hypothekar- und Ko'mmünal- k r e d i t und ein dritter Erfolg schließliche die nationalen Sicherungen bei der gemeinsamen Geldzentrale der tschechoslowakischen. Sparkassen. Nicht nur erhalten die Deutschen eine Teilnahme an der Verwaltung des Instituts entsprechend ihrer Aktiepbetei- ligung, auch d«r Beamtenstand wird entsprechend der.Zeichnung, der Aktien durch deutsche Spackaffen zusammengesetzt. Zum erstenmcle werde» in einem gemeinsamen tschechisch-deutsche» Institut die nationalen Recht« der Deutschen wirklich gesichevf.,.-.. So haben hier die aktivistischen Parteien, -darunter in-hervorragendem Maße die deutsche ^Sozialdemokratie durch ihre beiden Unterhändler in Regierung. und Koalition,-dank ihrer Zähig- fteit.ihrem/Fleiß und ihrer Arbeit'einen Erfolg !errungen,/der-sich für die sudetendeutsche Wirt-- schaft segensreich auswirken wird. Die Aktivisten haben-damit- w a h r h a f t n a tio n a l e A r- I b,e i t-.füx das Audetendeutsöhtum geleistet, ihre ABNWWWWWWWWWWWWMPWWWMWWMWWßWWWWWWWW Sanierung der Zentralbank Seit« 2 Sonntag,. 20. Dezember 1036. Nr. 206 An unsere Leser und Kolporteure! Die Weihnachts-Ausgabe unseres Blattes erscheint als Spanien-Sondernummer Die Nummer wird ausgestattet sein mit Beiträgen über die spanische Beschichte, die spanische Literatur, den Stand der Kriegs-Operationen, die spanische Kunst, die Rolle Spaniens in der Weltpolitik, das spanische Volk. Außerdem' werden eine Reihe von aktuellen Bildern aus Spanien und Bilder aus der spanischen Geschichte veröffentlicht werden und Proben aus der spanischen Dichtung. Bestellungen sind zu richten an die Kolporteure, bzw. an die Verwaltung des Blattes. Arbeit hebt sich lichtvoll ab von dem Nebel der Phrasen, welchen die SdP verbreitet. Eine ziveite wichtige WirtschastSmaßnahme dec Negierung ist die B e re i n he i tlich u n g ün d L o ck e r u n g d e r Devisenbewirtschaftung. Die Krise der Weltwirtschaft und die Notwendigkeit des Währungsschutzes haben zu einer Kontrolle der Einfuhr geführt, die zu einem Hindernis des Wiederaufstieges der Wirtschaft des Landes geworden ist. Die Regierung tut nun zweierlei: sie vereinfacht dar Verfahren, in dem sie die Dcvisenlommission beseitigt und daS BewilligungSversahren beim Handelsministerium konzentriert und sie gibt fast «in volles Drittel der Einfuhr frei.(Bon der Gesamteinfuhr von 6750 Millionen etwa 1070 Millionen.) Bedeutsam ist die Freigabe der Tex- tilrohstoffc und der Rohstoffe für die Kunstsett- erzeugung, womit zwei unserer Forderungen, die wir in dem am 13. November überreichten Memorandum an den Ministerpräsidenten erhoben haben, Rechnung, getragen wird.(Der Punkt 4 dieses Memorandunis lautet«:»Weitestgehende Lockerung der Devisenzwangswirtschaft bis zu deren Aushebung. Beiseitigung der Erschwerung der Rohstoffeinfuhr".) Nicht zu übersehen ist ferner, dast die Gebühren und Kosten, die mit den aus währungspolitischen Gründen ausgestellten Devisenbescheinigungen verbunden waren, nun aufgehoben werden, so daß die Kosten der Einfuhr gesenkt werden. Sa,sst ,der. Devalvation der.Krone., die. am 8. Oktober.,exsolgp.ist»,sechs Wochen spater'eine Lockerung der Devisenzwangswirtschaft gefolgt, die wir' begrüben, lveil sic die Wiedereingliederung der Tschechoslowakei in die Weltwirtschaft fördert. DaS bedeutet aber durchaus nicht, daß wir im Kampf um de» Wiederaufbau unseres Außenhandels nun einhaltcn können. Auf Grund der durch die Lockerung der Devisenwirtschaft sich ergebenden Möglichkeit der Vergröherung der Einfuhr müssen nun Ko m p e n s a t i o n s a b- kommen geschlossen werden, welche eine größere Ausfuhr bewirken werden, wie dies schon im letzten Abkommen mit Ungarn vorgesehen ist. Dazu werden noch die besonderen Vorkehrungen für die Exportindustrie treten, an deren Verwirklichung schon im Jänner geschritten wer- Das Kaffeßhaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld US Aber es kommt noch Piel kitschiger. DaS Geld Ivar nicht aufzutreiben. Mein Baier lies zu allen Freunden, sie bedauerten, sie hätte» keine Mittel flüssig, mit einer kleine». Smnme. könnten sie ihm äuShelfen, aber—. Das Lied ist alt. Mei» Vater Ivar verzweifelt.. Er konnte, sich ganz genau auSrechnen, wie lange'seine Galgenfrist nach lvährte. Bei der nächsten Kasienreviston würde die Sache auffliege». Mein Vater verlor den" Kopf. Er gestand mir alles. Wir hatten nie Geheimnisse voreinander, ich habe meinen Vater sehr gern. Ich unternahm ein paar Versuches .Geld anfzntrei.ben— vergebens. Wir rechneten aus, wieviel Geld wir zusammenbrächten, wenn wir alles verlausten. CS war zu wenig. Mein Vater sah sich schon im Zuchthaus.; Da tauchte Frau Kapuschinsky auf: Wer sie zu meinem Vater führte, weiß ich nicht. Sie war.ungefähr fünf-, undzwanzig Jahre alt, hübsch, und erwartete ein Kind. Bon wem das Kind war, blieb bis heute ein Geheimnis. Sie brauchte einen Vater für das Kind. Kitschig? Ist aber Wirklichkeit, ich kann Ahnen Tag und Stunde angebens da sie erschien und meinem Vater das Geschäft vorschlug. Heirat für ein halbe» Jahr. Das Kind erhiett seinen Namen. Sie güb das Geld, es sollte im Laufe von drei Jahre» zurückgezahlt werden. Zinsen forderte sie' nicht. 'Ich txerde die Nächt, nicht'vergessen, i» der der Vater an meinem Bett saß." Er schämte sich vor mir. Er hatte meine Mutter sehr lieb gehabt. Nun sollte er diese Frau heiraten, die ihm nichts Sie wollen nichts wissen von Alarmierende Frauen-Szenen vor dem Braunen Haus in München „Frelwllllsen"-Proteste auf dem Bahnhof in. Mailand! den dürfte, so dah dann tatsächlich an den Wiederaufbau insbesondere der sudetendeutschen Ex- portindustrie wird geschritten'werden könne». Man wird auch nicht, an eine gewisse Senkung der Zölle vergessen dürfen, da der Preisanstieg auf dem Weltmarkt sonst di« Lebenshaltung der Bevölkerung bedrohen könnte.. Arbeit für di« Arbeitslosen, Brot für die Arbeitenden— auf dies« Weise werden wir zu einer Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse unserer schwer geprüften sudrtendeutfchen Arbeiterschaft gelangen. So zeigen die beiden WirtschastSmahnahmen der Regierung, welche im Ministerrat vom 18. Dezember beschlossen wurden, daß di« deutschen RegierungSpärieien in ihrer zähen Arbeit vor- wärtskommen, sie bedeuten eins» Sieg akti- vistischerArbeitüberhenkei» nisttsche Phrase. Vie Senlenms 6er Zentralbank (Fortsetzung von Sette 1.) sprechen, diesem Gruppen auch angemessenen Einfluss auf die Aufnahme der Angestellten garantieren und ihnen in bedeutendem Matze die Autonomie bei der Verwaltung der Einlagen deS erwAhnten nationalen Ursprungs.ermöglichen. Die Grundlage diese«. Rechte der nationalen Gruppen wird prinzipiell die Teilnahme an dem Aktienkapital der Zentrale fein. Für die entsprechende finanzielle Ausstattung dieser Zentrale ist durch die Institution dec Pfiichteinlagen Vorsorge getroffen, die die Sparkassen bei dieser Zentral« halten werden. Diese Pflicht ist sicherlich nicht allzu drückend, denn es sollen bei dieser Zentrale obligatorisch nur 5 Prozent der bei den Sparkassen eingelegten Einlagen konzentriert werden, wobei sich dieser Sah noch für da» Jahr 1987 auf 8 Prozent und für das Jahr 1938 auf 4 Prozent ermäßigt. Diese Einlagen werden nicht gebunden sein, die Jnstiture werden über sie im Falle deS Bedarfes von Barmitteln frei disponieren können. Dabei muß festgestellt werden, daß eine Reihe von Sparkassen bereits heute bei der Zentralbank tschechischer Sparkassen Einlagen hält, die vielfach auch die Quote von 5 Prozent übersteigen, die fernerhin als Pslichteinlage festgesetzt wurde. Auerdem muß betont werden, daß die neue Zentrale eine Stärkung der Liquidität des gesamten Sparkassenwesens bedeutet, wenn man erwägt, daß neben den tschechoflowakischenReeskompt- und Lombard-Institut heute hier eine neue mächtig- Geldzentrale besteht, die vollkommen in der Verwaltung der Sparkassen selbst ist. Die so ausgcbaute Geldzentrale aller tschechoslowakischen Sparkassen wird sicherlich-ihre Aktgabe erfüllen, daß sie durch die fruchtbare wirtschaftliche Zusammenarbeit aller. Nationalitätenkomponenten der feste Pfeiler unseres Sparkassen- tvescns und damit unseres gesamten Wirtschaftslebens werde. Neues deutsches Emfsslonslnstltut P r a g. In der Sitzung des Ministerrateö vom 18. Dezember wurde einstimmig beschloss«», dass die Negierung einer Sparkasse(eventnell Sparkassen-Bereinignng) mit deutscher Geschäftssprache di« Bewilligung zur Errichtung«ine» EmissionsinstitnteS für Hypothekar- und Kommu- nalkredite gewähren wird. Aus Deutschland dringen neuerdings bedeutungsvolle Stimme«» zu uns. Nicht nur der Hunger meldet sich bereits so laut, daß weder Zensur, noch Terror, noch da» weltanschauliche Drahtverhau an der Grenze die Schreie ersticken können, sondern auch die Ang st vor einem Krieg bewegt immer tiefer das Gemüt des arbeitenden Volkes. Eine ganze Reihe uns vorliegender Meldungen aus dem Reich besagen, daß Arbeiter und Bürger dort trotz aller Bemühungen der gleichgeschalteten und zum Kuschen oder Lügen verurteilten Presse immer klarer den Inhalt und die Bedeutung deS Kampfe» in Spanien und sohin den Charakter der Unterstützung erkennen, die Hitler den spanischen Faschisten angedeihen läßt. Und je flrupelloftr die«ichsdeatschen Behörden die Bevölkerung über die wahre Bestimmung der »zu Spezialmanöv«rnAbkom» m a n d i e r t e n" im Unklaren lassen, desto deutlicher empfinden die Menschen, was da gespielt wird. Bewiesen wird das unter anderem durch folgende Meldung: Berk in.. Die Verluste deutscher Truppe» in Spanien lassen sich nicht mehr verheimlich«», zahlreiche Verluste insbesondere bei der Fliegertruppe sind durchgestckert. Die Mitteilun g en an dieAngehöri- gen lautet meistens:„Bei Manöver» verunglück t". Briefe von nach Spanien kammandiertei» Soldaten m» die Angehörigen gehen nur über den Truppenteil in der Heimat und werden dort erst der Post übergeben. Ueier den Umfang von Abkommandierungen nach Spanten gehen in Berlin die wildesten Gerüchte mn. Wei« van irgendeine!» Truppenteil ei» Kommando auSgewählt wird, und eS heißt, sie gehen nach Döberitz, flüstert sich alles sofort zu:„A h a, dasliegtdoch inSpänienl" Eine zweite Ateldung besagt: Berlin: I» den letzten Wachen steht Spanien im Mittelpumkt de» AllgemeinintensseS der Arbeiter. Als Madrid verloren schien, hatte sich bei der Arbeiterschaft im allgemeinen Interesselosigkeit gezeigt. Tendenz: hat ja alles keinen Zweck, ist ja doch alleS verloren. Die Faschisten sind eben stärker. Der erfolgreiche Widerstand Madrid» belebt Interesse und Hoffnungen wieder. Man liest-di« Zeitiuigen seh» kritisch,.pe- müht sich, auS den.völlig tendenziösen Berichte»' einigermatzen die Wahrheit heranszuschäle», und erkennt je länger je mehr die schicksalhafte Bedeutung der spairischen Kämpfe für den deutschen Faschismus. Aber da» Volk in Deutschland begnügt sich nun nicht durchweg» mehr mit innerem. Widerstand, ja nicht einmal mehr mit„Gemecker". Denn gewiß nicht al» bloßer Einzelfall ist aüs- zufassen, was gestern der Londoner„Daily Telegraph" meldete: München. Freitag abends kam es zu erschütternden Szene« vor dem B r a u n en Haus In München. Die Erregung darüber, daß die Eltern der aus München abgesandte« Soldaten über das Schicksal ihrer Sinder nicht- erfahren konnte«, well die Behörden jede Adressen- Angabe verweigerten, stieg auf den Höhepunkt, als daS Gerücht durchsickerte, es sei ein w e i t e r e r T r a n S» hort vorbereitet. Aunderte von Frauen und Müttern zogen vor das Braune Haus und forderten heftig Aufklärung. Plötzlich schwang sich eine, der .Frauen ans einen erhöhten Platz und schriet „Der Führer hat versprochen, daß deutsches Blut nur für deutsche Erde versoffen werden soll. Jetzt aber müssen unsere Söhne für fremde Jntereffen sterben!" Der in Sonderbereitschast vorrückenden Polizei und SA gelang eS nicht, die Fra« festzunehmen, da sie unter dem Schutze der Menge entkam. Man kann sich denken, daß angesichts solcher Erscheinungen die deutschen Behörden reichlich nervös werden, zmnal ja der Kämpf in Spanien anders verläuft, als die„Führer" es sich vorgestellt hatten. „In Spasna, nol" — Nach Spanien nicht I" „Avanti" meldet aus Mailand: In' Mailand hat sich dieser Tag« auf dem Bahnhof, zum Zeitpunkt der Abreise von„Frei- wllligcn", folgendes zngetragen: Die Abreisenden, etwa 500 Mann, durchaus Leute, die sich freiwillig zum Dienste in Ostaf r i k a gemeldet hätten, begammr plötzlich im Chor zu rufen: „In Spagna nol" Nach Spanien gehen wir nicht! Sofort griffen(ganz so wie in Berlin, d. Red.) Earabinleri und Miliz«in. Es wurden massenhaft Bcrhaftungen vorgenommen. I,eere YMuySWokil'WhM? iiiltMinensperre vor den Regierungshäfen Loudon.(Reuter.) General F r an c o teilte dem britischen Außenminister amtlich mit, dätzin den Häfen Malaya, Almarist Eärtagenä, Valencia, Barcelona,. Tarragona, Bilbao, Santander und Gijon Minen gelegt wurden. Die britischen amtlichen Stellen waren über diese Mitteilung nicht beunruhigt.'ES wird bemerkt, daß auch die jüngst gemacht« Drohung Francos, daß er Barcelona beschießen werde, keine Folgen hatte, und daß die Loge. Francos zur See nicht gestattet, diese feine letzte Erklärung wirksam zu machen,'! bedeutete, die einen Namen für ihr Kind kaufen wollte. CS war ja auch mein Name. Er fragt« mich gleichsam, ob ich damit einverstanden wärt daß er verkauft würde. Ich sagte ja. In einem Hachen Jahr läßt du dich scheiden,«S ist alle» vorüber. Daß irgendein Mensch auf der Well mit deinem Namen untherlauft.— das ist schließlich nicht so schlintm. DaS Geschäft w»»rde perfekt, und ich muß Frau Kapuschinsky nachrühmen: sie hat prompt bezahlt. Mein Vater mietete mir eine kleine Wohnung,in mein Zimmer zog Frau Kapuschinfty ein; vor der Welt»nutzte der Schein einer Ehe auf- rechterhalten werden. DaS Kind, wurde geboren, eS erhielt den Namen Löhn, die Sache ging in Ordnung. In einem Monat sollte die Scheidung durchgesührt, mein Vater wieder frei sein. Da geschah da? Unglück. Ein altes Los, das mein Vater besaß, tvurde gezogen. Er machte nicht den Haupttreffer, aber iinmerhin, die Sunune, die er gewann: war grotz. So groß, daß Frau Kapuschinfty es sich überlegte, sich von ihm zu trennen. Sie erklärte, daß sie ihn liebe; als sie erkannte,. daß ihr diese fadenscheinige Lüge niemand glaubte, fuhr sie mit archrem Geschütz auf; der Vertrag, den sie geschloffen Hape, verstoße gegen die guten Sitten.. Che auf Zeit gäbe es nicht, vor dem Gesetz gelte.'nur eins: die Heirat. Sie sei mit meinem Baser rechtmäßig wch' für alle Zeiten verheiratet. Schluß de» ersten Teil», Pause. Soll ich weiter erzählen?" Genno starrt« in den Sand, zog mit dem Gpqzieystock Kreise, zeichnete Figuren, durchstrich sie wieder. „Erzählen Sie, Carola." „Sie klammerte sich an ihn. Sie forderte, daß.er sich mit ihr-in der Gesellschaft zeige. Sie wollt« eine Loge in-der Oper. Sie-lud Gäste ins Haus. Das Kind wurde den Gästen gezeigt, mein Vater stand-daneben und mußte den glücklichen Papa spielen. Es war übgründiief lächerlich. ' Sie tyrannisierte ihn. Sie wollte Geld. Sie erreichte es, daß er die Sunune, die sie ihm geliehen hatte, auf ihren Namen bei der Bank deponierte. Das Geld gehörte ihrem Kind,, sagte sie. DaS Kind hatte das Geld und den Rainen. Sie war eine kluge Geschäftsfrau. Mein Vater kam zu mir. Er saß stundenlang in meinem Zimmer, wir gingen zu Rechts- anwältei»— aber eS zeigte sich keil» Ausweg. Die Ehe war gültjg, den Vertrag, den Vater mit der Kapuschinsky geschlossen hafte, würde kein Gericht als bindend anerkennen. Vater war gefangen. Mit Haut und Haaren dieser Frau verlauft. Sie wußte, daß sie ihn in der Hand hatte. Wenn«r aufmuckte, wurde er an die Summe erinnert, die er aus der Kasse genommen hätte. Eine Zähl, eine runde, dumme, leere Zahl genügte, um ihn zurückzujagen, wenn er sich vorwagte. Die Falle war fest geschloffen, Immer wieder beteuerte sie, daß sie- ihp liebe. Doch sie liebte in Wahrheit nur sein Geld. Sie hatte ja kein andre» Mittel, um sich Geltung in der Welt zu verschaffen: Da» Geld wär ihre Macht über das Leben. Mit dem Geld hatte sie sich Vater gekäust, däs Held sollte'ihr Ansehen schaffen. Mich haßte sie. Ich betrat die Wohnung meine» Pater» nicht,** bis er mich rief.' Er rief mich:' vollkommen verzweifelt, er war am Ende seiner Krsiftei Er wär dieser Frau nicht gewachsen, sie zerrieb ihn zwischen ihren Fäusten. Wenn ich bei ihm wohnte, wenn ich ihm zur Syiie stünde, wenn er nicht mehr mit ihr allein in einem Zimmyr weilen müßte, wäre diese Me ytzlleicht erträglicher ssir ihm Ich konnte ihn nicht im Stich lqffeN! Ich verachtete die Kapüschsiisky;'meine Verachftlng war tiefer als ihr Hätz. Aber ich gab meine Wohnung äuft zog zum Bätpr. Wir lebtm in einem HauS. Väter/ ich, die Fran, das Kind. Vielleicht hat sie da» Kind geliebt. Nichts bewies ihre Liebe, nicht»' sprach gegen sie'.- Nun setzte der Kampf gegen mich eim Sie brach Streit vöm Zaun,- weil ich' Meh Zimmer -nicht in OrdnUng hielt,-weil ich zu'spät zun» Essen käme, weil ich den ganzen Tag heruinlun- gcrte, weil ich hochmütig sei, weil ich ihr nicht mit der Ehrfurcht hegegnete, die ich ihr als meiner zweiten Mutter schuldig- sei— es gab hundert Gründe, sich' über mich bei Vater zu beklagen. Äater hatte nicht den Mut, ihr zu widersprechen. Er gab ihr Recht, und bat mich mn Verzeihung für seine Schwäche. Sie nahm»nir die Achtung vor meinem Väter. Sie schob sich zstischeu ihn und mich. Als sie»vähnte, meinen Vater zermürbt zu haben, holte sie zum Schlag gegen mich aus. Sie muß die dumme Komödie,- die sie auSfführte, einem KolportageroMän nachgeahmt haben. Sie .wollte mich zur Diebin. stempeln. Sie begann .eines Tages zu schreien: Sie könne nicht, länger .mit einer gemeinen Diebin, unter einem. Dach Hausen. Sie dulde nicht, daß ihr Kind neben einer Diebin, aüswachse,..Ihr fehle ein Ring. Nur ich könnte den Ring gestohlen haben. Man möge älle Zimmer durchsuchend in ihrem Zinuner sei er nicht zu finden, wahrscheinlich auch in. meinem nicht mehr, ich hätte ihn gewiß längst verkauft- ich ginge jq mit Männern au», das koste ja Geld, sch bezahle Wohl meine Liebhaber bar. Ich wollte auf sie losfahrcn, ihr in» Gesicht schlagen mein Väter ritz mich zurück. Er. drängte mich au» dein Zimmer. Ich. hörte ihn schreien. Er raffte seine letzte Widerstandskraft zusammen. Gr fasste ihr auf den Kopf zu, daß sie lüge. Daß sie,.«ine Schwindlerin sek. Daß sie den Ning irgendwo versteckt' hätte, um mich verdächtigen zu können. Sie hxüllte, bekgm einen hysterischen Anfall, zertrüm- »nerte das Nschaeschirr. Auf den Ring kam"sie nicht' mehr zurück. Wir gingen ,aneinander'vorbei, wir grüßten eiimnder nicht mehr. Der King blieb verschollen..:. Bi».eines Läge» da» Kind seine Puppe zerriß. Er rollte auf den Boden: der Väter sah ihn. Die Kapuschinfty wurde leichenblaß, schrie'das Kind an, jagte«s aus dey» Zimmer. Der Vater nahen den Ring, legte ihn auf den Tisch,-sägt« kein Wort.-..(Fortsetzung solgt.), «r. 296 Sonntag, 20. Dezember 1036 Seite 3 'fudetendeutsefier£eifspiegel Teplitz-Schönau, Stadt der Thermen und der Kohle der Teplitz-Schönau mit dem SchloBberg älteste Kurstadt unseres Landes erzählen? Ein Abriß der Entwicklungsgeschichte von Teplitz- Schönau bäte mancherlei Interessantes und Wissenswertes und vor allem der jungen Lesergene- ration viel neues, denn diese Metropole unseres nördlichen. Böhmen weih ungemein viel aus den entschwundenen Jahrhunderten zu berichten. Ob es sich nun darum handeln würde, wie sich die einzelnen Phasen ihres Werdens vollzogen oder um eine tiefere sozialgcschichtliche Analyse; immer käme die lebendige Buntheit verrauschten Lebens zum Ausdruck. Wie wenige wissen es, das; im Jahre 1798 ein Riescnbrand die Hälfte des Kurortes in Schutt und Asche legte, daß vor 188 Jahren das KriegSsanal in der Nähe dcS Schloß- bcrges anfloderte und große Geister der deutschen Kulturgeschichte aus den Wegen der Parkanlagen spazieren gingen, wie Wagner, Goethe und Beethoven/ Dieser Teil bleibe einer eigenen Betrachtung Vorbehalten. .Heute wollen wir«in besonderes Merkmal von Teplitz-SchönaU herausgreifen, denn in ihm wurzelt ein prachtvolles Stück unserer Arbeiterbewegung. Hier auf diesem historischen Boden wuchs dem sudetendeutschen Arbeitsvolk ein wunderbarer Führer: JosefSeligerl Hier liefen im ersten Jahrfünft des Bestandes der Tschechoslowakischen Republik die Fäden der Partei zusammen, denn Teplitz-Schönau war die„Hauptstadt" der deutschen Sozialdemokratie. In ihr wirkten Seliger, Czermak und Hirsch und sehr bedeutungsvolle Tagungen und Kongresse der Partei fanden in den Mauern der Thermenstadt gastlichen Raum. In Teplitz-Schönau war es, wo der ehemalige Webersohn wie ein Großer der Menschheit zu Grabe getragen wurde; hier brachten zehntausende Menschen ihre grenzenlose Liebe für jenen Mann zum Ausdruck, der unter Einsatz seines Lebens die Einheit der Bewegung mit unauslöschlicher Leidenschaft und allerletztem Aufgebot seiner Kräfte verteidigte. Teplitz-Schönau ist heute noch der Sih unserer„Union der Bergarbeiter", des„Verbandes der GlaS- und Keramarbeiter" und des„Sozialistischen Jugendverbandes". Die arbeitenden Menschen des Bezirkes stehen treu zu den Fahnen der Sozialdemokratie und bekunden immer wieder, daß sie in- allen entscheidenden Stunden unseres Kampfes verläßlich und einsatzbereit find. Die weitaus größte Zahl der Gemeinden wird von Sozialdemokraten verwaltet und der Bezirk hat unserem Einfluß bleibende Werte zu danken. Die Leistungen der öffentlichen Funktionäre geben ein weithin sichtbares Zeugnis für den Positivismus der BertrauenSmänner. Unser Gebiet bildet eigentlich die ersten Kettenglieder des großen Kohlenreviers, das hinter Aussig seinen Anfang nimmt. Und es ist geradezu symptomatisch, daß die Bergarbeiter dieses ReviereS bei den letzten Betriebsrätewahlen einen herrlichen Sieg errungen haben. Bon ihnen und ihrem Schaffen folt nun di« Rede fein.—del. Stadt hat sich längst vermindert. Der Braunkohlenbergbau geht in diesem Gebiete zur Neige. Das Kohlenflöz ist zum Großteil abgebaut, was an Betricbsstätten noch geblieben ist, sind Keine Schächte, die an den Ausbissen des einst mächtigen Kohlenflözes nagen. Diese Entwicklung wird am besten durch die Ziffern über die Kohlenproduktion und die Zahl der Bergarbeiter in den Nachkriegsjahren und vor Einbruch der Krise im nordwestböhmischen Braunkohlenrevicr, zu dessen Bereich die Revicr- bcrgamtsbezirke Teplitz-Schönau, Brüx und Ko- motau gehören, gekennzeichnet. In diesen Zahlen widerspiegelt sich das allgemeine Wirtschaftschaos, das den Bergbau und seine Arbeiter doppelt schtver betrifft. Wenn«8 gelingt, im Zuge der Wirtschaftsbelebung wiederum Arbeitsmöglichleiten in genügendem' Maße zu schassen, die Fabriken zu beleben und jenen, die zum Nichtstun verurteilt sind, wieder die Tore der Betriebsstätten zu öffnen, dann wird Teplih wieder das alte Bild zeigen. F. Sch. den zum Firmament entsandten. Die Mehrzahl der arbeitenden Menschen, die mit geübter Hand die herrlichsten Porzellan- und Glaswaren schufen, Kleider und Wäsche verfertiaten', tragen das Los der Kurzarbeiter oder das der Arbeitslosen. Die Zahl der Schächte an der Peripherie Dux, 1871 Dux—Schwaz und 1874 die Bielatalbahn Türmitz—Bilin. Mitten drinnen in diesem Verkehrsnetz und außerhalb desselben begann die Braunkohlensör- derung ihre Entfaltung und schuf die treibende Kraft für die Industrie. Kaum ein Gebiet des Staates ist von den Voraussetzungen einer regen Jndustrieentwick- lung so begünstigt, wie das nordwestböhmische Braunkohlengebiet mit seinen reichen Verkehrsmöglichkeiten. So entwickelten sich bald mit dem Bergbau große Glas- und Porzellansabrikcn, Eisenwarenerzeugungsstätten und Textilbetriebe rund um den Kurort; das Territorium um Teplitz-Schönau wurde Industriegebiet. Ungeheuere Menschenmassen ballten sich hier zusammen.. Der Bezirk. Teplitz wurde-zu einemder, dichtestbesie-, deltcn des Staates, der-einen- Quadratkilometer im Durchschnitt mit 869 Menschen bevölkert. So hat der Bergbau dieser Stadt zu ihrer ersten Entwicklungsgeschichte den zweiten— in seinem Umfange größeren— Antrieb gegeben, dessen Folgen Teplitz-Schönau zu einer der wirtschaftlich und kulturell höchstentwickelten Städte des Staates— vor der Wirtschaftskrise— entwickelte. Di« Auswirkungen der Wirtschästskata- strophe haben hier mehr als anderswo tiefe Furchen der Verheerung hinterlassen. Der Fremdenverkehr, der sich vorher zum Genuß der Thermen hierher ergoß, ist im. Laufe des letzten Jahrzehntes versiegt. Di« einst regsam arbeitende Industrie liegt zum Großteil brach. Erkaltet sind die meisten Essen, die einst ihre mächtigen Rauchschwa- Relchtum, der aus der Erde quillt... Sollen wir unseren Lesern etwas über die gen zur Erschließung besserer Transportmittel zu ‘‘ den Absatzgebieten, vor allem zu dem Wasserweg der Elbe nach Deutschland. Die Eröffnung der Aussig-Tcplitzer Bahn im Lahre 1858 war die Folge der Enttvicklung des Bergbaues in diesem Gebiete. Ihr folgten 1870' die Strecke Teplitz— MD Jahr Produktion Zahl der Arbeiter 1021 18,853.510 39.644 1020 17,892.711 29.467 t-?.1932 -.7,912.987 24.137'; :■■ 1035 -'7,286.282 -20l919 davon entfielen auf des Revierbergamtsgebiet Teplitz-Schönau 1020 2,166.290 4.096 1034 1,516.982 8.056 1035 1,624.847 8.120 Grubenbesitzer lehnen Teuerungsaushilfen an die Bergarbeiter ab Reiche Schätze birgt die Erde. Jahrtausend aufgespeicherte Sonnenwärme harrt in verborgenen Tiefen, bis Menschenkräfte sie dem Erdenschoß entreißen und neue Energien aus ihr erschließen. Kaum ein Gebiet ist in so reichlichem Maße im Laufe der Jahrzehnte Teilhaber geworden an dem, was mit unendlich schöpferischer Kraft die Natur aus altersgrauer Vergangenheit der Gegenwart überlieferte, wie T e p l i H-S ch ö n a u. Tausenden leideichen Menschen alljährlich Heilung vermittelnd; quellen aus dem FelSge- stein mineralienhaltige Wasserstrahlen— von der Erde Glut erhitzt— uns« reThermen. Der Zustrom der Menschen, die diese Wunderkraft zur Genesung- suchten, entwickelt« bald reiche Ansied- lungSmöglichkeiten und ein Emporblühen dieser Stätte. Teplitz-Schönau war ein Kurort geworden. Weit später erst, als der-Mensch anfing, gettieben von dem Drange die Natur zu beherrschen' und sich die Schätze des Mineralreiches/ dienstbar zu machen, begann eine neue Epoche—/ der Bergbau., Eingebettet zwischen dem Erz- und Mittelgeb, lrge, dessen Erdinneres ein mächtiges Brann- 'koblenflöz durchzieht, entfaltete sich um" die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von Asts« sig her die Kohlengewinnung. S ch a l l a n. und Serbitz waren die ersten Orte des Teplitzer Bezirkes, in deren Bereich im Jahri 1755 der Einbruch ins Erdinnere nach'dem- schwärzen Schaß begann. Ihnen folgten, der Schacht des Fürsten, Clary unterhalb des Schloßberges beim DoUbrowitzerHof 1765, dann Schächte in R a u d n i g und-Q u i ck a u 1801und in wei« teren 59 Jahren war die Peripherie um: Teplitz besiedelt mtt reichem Bergbaubetrieb.- Ein« Industrie war entstanden, die" dem Menschen Erwerb und Lebensmöglichkeiten schuft Verkehr und-Handel entwickelten sich und zwan« Aus di« von den VertragSorganisationen der Bergarbeiter gestellten Forderungen nach Gewährung einer einmaligen TeuerunzSauShilfe im n o r d w e st b ö h m i f ch e n und im F a l- k e n a u e r B r a u n k o h l e n r c v i e r in der Höhe von 500 KL für jeden verheirateten und 809 KL für den ledigen Bergarbeiter haben nun die Grubenbesitzer der beiden Reviere geantwortet, daß.sie nicht in-der Lage seien, Teuerungsaushilfen zu gewähren. Sie begründen ihren ablehnenden Standpunkt in fast gleichlautendem Sinne mit dem schlechten Geschäftsgänge undmst, der Abgabe, die sie zur Sanierung der Bergarbeiterversicherung leisten müssen. . Die Bergarbeiterverbände Union, Svaz und Jedn'ota haben am 18. Dezember beim Revier- bergamte in Brüx wegen Anberaumung von Verhandlungen über diese'Angelegenheit für das nordwestböhmische Revier vorgesprochen Und hiebei erklgtt, dgtz sie die ablehnende Antwort der Grubenbesitzer, des ReviereS nicht zur Kenntnis nehmen können. Das Revierbergämt. hat sich bereit erklärt, die BerKagSparteien für Montag, den 21, Dezember; zu VerhaUdltingenleinzüläden. Im Revier M äh r i s ch-O st r a u erhielten die Bergarbeiterverbände auf Ihi!->e.st.nach Gewährung,-einer- TeuernngsauShilfe von den Grubenbesitzern gleichfalls eine ablehnende Antwort,'- » Im Fplkenauer Revier: wiesen die Unternehmer in ihrer ablehnenden Antwort ausdrücklich. darauf hin, daß eine Ge Werkschaft zeringereForderungenge stellt habe als die Union und der Svaz, daß sie aber auch diese geringeren Forderungen nicht bewilligen könnten. Da die christlichsozialen und die kommunistischen Gewerkschaften kaum in Frage kommen, dürste es höchstwahrscheinlich di« H« n l e,i n g« w e r k s ch a f t sein, die die Aktion der übrigen Gewerkschaften durch Herabsetzung der eigenen Forderungen zu hintertreiben versucht. Damit nützen sie selbstredend nur den „Kämeraden-Unternehmern". Die Angehörigen dieser„Gewerkschaft" erhalten so wenigstens einen ausgiebigen Anschauungsunterricht, welchen Zweck eigentlich eine richtige Henlein-Gewerkschaft Hail Weihnachtsaushilfen für die Arbeiterschaft In der nordböhmhehen Keramlnduttrle . Die Arbeiterschaft der Keramindustrie hatte 'unter der. Krise am schwersten zn leiden. Nur wenige Betriebe hatten zur Zeit des größte» Krisentiefs' annähernd^normale Beschäftigung. In e'iriige'N Betrieben ist seit, gergumer Zeit eine Wesentlich bessere Beschäftigung eingetreten. Die Auswirkungen der langjährigen-Krise und die sich üNmev'mehr fühlbar machende-Teuerung haben die Arbeiterschaft einer Anzahl,von Betrieben veranlaßt; bei ihren Firmen wegen. Auszahlung einer.TeuerungSäuShilf«. für Weihnachten vorzu-. Brief an den Zeitspiegel Aus Gabonz wird uns geschrieben: Die Haussammlung für die Sudetendeutsche Volkshilfe war kaum vorüber, als die Polizei neuerlich ihre Zustimmung für die erste öffentliche Btraßensammlung am silbernen Sonntag gab. Diese Btraßensammlung wurde von den Veranstaltern i» einer Weise aufgezogen, daß sie von der nicht der SdP angehörenden, demokratisch eingestellten Bevölkerung deutscher und tschechischer Zunge direkt als Geißel empfunden wurde.. Alle paar Schritte wurde jeder, der nicht das Abzeichen der SdP im Knopfloch trug, von irgendeinem Sammler angerempelt, damit er, entgegen seiner Ueberzeugung, ein Abzeichen kaufe, An jeder Straßenecke und jeder Straßenseite standen die Sammler, im ganzen ein kleines Heer und ließen niemanden unbelästigt. Auf den demokratisch eingestellten Teil der Bevölkerung wirkt dieser direkt und indirekt ausgeübte Terror unbedingt deprimierend, wenn sie sieht, daß sie solchem Treiben schutzlos ausgeliefert ist und. die Polizei Straßensammlungen in einer solchen Form bewilligt, so daß die wahren Freunde der Republik sich überhaupt nicht mehr an Sammeltagen auf die Straße getrauen. Denn jeder, der bei diesem die Straße beherrschenden Terror kein S. V. H.-Abzeichen trägt, ist in den Augen dieser Leute als„Volksfeind" förmlich gezeichnet. Wie sich das in einer Stadt wie Gablonz auswirkt, weiß ein jeder. Er riskiert arge Schädigung des Arbeitsplatzes. Man hat bereits Sammler ähnlich der S. A. im Dritten Reiche im Straßenbilde bemerkt. In hohen Reitstiefeln, Reithose, uniformähnlichem Rock, mit Schildmütze, wie sie der verbotene„Volkssport" der Haken- kreuzler trug, die Brust voller Abzeichen, so rempelte ein solcher Sammler jeden in provokativer Weise an, der an ihm vorbeiging. Der in der Nähe diensttuende Polizist aber sah und hörte nichts. Auch in dieser Hinsicht versucht die Henleinpartei, das Dritte Reich zu kopieren, ohne auf den Widerstand der Behörden zu stoßen. Und die Folgenf Wir warnen/ sprechen. Die Verhandlungen wurden durch die Betriebsausschüsse unter Zuziehung des Vertreters des Glas- und Keramarbeiterverbandes geführt. Die Weihnachtsaushilfe gelangt in allen Betrieben noch vor dem 24. Dezember zur Auszahlung. Bei Ditmar-Urbach A.-G. in Turn gelangt ein« Aushilfe von KL 65.— bis 182.— zur Auszahlung. Die Aushilfe ist sozial-abgestuft, uick> zwar so, daß die Epihenverdirner die niedrigere, die Minderverdiener eine höhere Quote erhalten. In ähnlicher Form ist die Kinderzulage aufgebaut, so daß ein Familienerhalter mit vier Kindern 100 Prozent an Kinderzulage erhält. Wo zwei Personen aus einer Familie im Betriebe beschäftigt sind, erhalten beide die Zulage und zwar der Mann die Aushilfe samt Zulage und die Frau nur die Aushilfe. Für Kinder ztvischen dem 14. und 17. Lebensjahre wird die Zulage auckt dann bezahlt, wenn sie in Arbeit stehen, jedoch noch keinen Lohn verdienen.. Bed Ditmar-Urbach A.-G. in Z n a i m ist der Grundbetrag mit KL 50.— fest- , gesetzt, die Steigerung der Quote für die. Min- derverdiencr und auch die Kinderzulage in genau demselben perzeytuellen Verhältnis festgesetzt, so daß die Gesamtaushilfe nahezu die gleiche Höhe wie in Turn erreicht. Die Firma Neue Teplitzer Stein- gntfabrik in Mariaschein zahlt an ihre Arbeiter KL 50.— zuzüglich einer Kinderzulage von KL 25.— pro Kind aus, so daß die Gesamtaus- hslfe für einen Arbeiter beispielsweise mit fünf Kindern KL 175.— beträgt. Bei der Firma Aussiger Porzellanindustrie A.-G. in Mariaschein, wo fast 75 Prozent Frauen beschäftigt sind, erhalten verheiratete Männer KL 50.—, verheiratete Frauen und ledige Männer KL 40.—, ledige Frauen KL 20.— an Aushilfe. Verheiratete Männer und Frauen mit Kindern bekommen außerdem pro Kind KL 5.— Kinderzulage; so daß sich die Aushilfe bis' Ki 80.— und darüber hinaus steigert. Insgesamt erhalten in diesen vier Betrieben rund 1200. Arbeiter eine Aushilfe von 00.000 Kronen, ein Erfolg der freien Gewerkschaft, den die Arbeiterschaft in den Betrieben weiter vertiefen muß, um die Schäden der Krise, welche"die Arbeiterschaft durch lange Zeit ertragen mußte, ehestens auszugleichen. . Dai Sdiidcsal der Sdilaggenwalder Porzellanfabrik Die Verhandlungen Über die Betriebseinschränkung der Schlaggenwalder Porzellanfabrik der Fa. Haas& CziZek haben vorläufig dgzu geführt, daß-ein Teil der. Erzeugung. in, die der > gleichen Firma gehörige Fabrik in. Chodau verlegt ' werden soll. In Schlaggenwald soll künftighin nur die Figuren-.und Hotelgeschirrerzeugung.belassen werden. Bisher wurden-18 Angestellte und 20 Arbeiter gekündigt. Von den beschäftigten-578 Arbeitern sollen im Zusammenhang mit der Betriebsverlegung insgesamt zehn Prozent enilas- isenwerden..' Seite 4 Sonntag, SV. Dezember 1936 Nr. 296 Kollektivverträge bis Ende 1937 verlängert Ebenso die MaBnahmen gegen Betriebseinstellungen Prag. Der freitägige Ministerrat hat außer der teilweisen Freigabe der Einfuhr und der' Regelung der Zentralbank-Frage n. a. auch die Verordnung über die U n k ü n d b ark.e tt J der K o l l e k t i v v e r t r ä g e um ein ganzes Jahr, daS ist bis Ende 4937, verlängert. BIS zn demselben Termin wurde auch die Gültigkeit der Borschriften über die Maßnahmen gegen Betriebseinstellungen und gegen die Massenentlassung von Angestellten verlängert. Grundsätzlich wurde auch der Entwurf einnee Regierungsverordnung über dieBerbiüblich k e i t der Kollekfivverttäge sowie der Enttvurf einer Regierungsverordnung über die Möglichkeiten der Einführung von Richtpreisen in einigen GewerbSzweigen genehmigt. Bei bei- den Borlagen wurden Richtlinien für die weitere Befchlrnnigung der redaktionellen Abschlutz- vas nationale Verböltnls Im Finänzkorizeptsdlenst In der Prager Finanzprokuratur waren nach dem Umsturz 23 deutsche Konzeptsbeomte. Gegenwärtig sind dortselbst nur noch zwei deutsche Beamte. Seit dem Umsturz wurde kein deutscher Beamter niehr ausgenommen. Im Finanzministerium, einschließlich des Nevisionsdienstes ist bei einem Stande von rund 209 juristischen Konzeptsbeamten ein einziger deutscher Beamter(ein Obevseltionsrat). Im Finanztonzeptsdienst der I. und II. Instanz ist aus der Zeit vor dem Kriege noch eine entsprechende Anzahl älterer Beamter ini Dienste, hingegen sind die Aufnahmen sehr gering und dürsten in Böhmen in den letzten Jahren 10 Prozent nicht überschritten haben. Bei den Beförderungen sind z. B. in der zweiten Besoldungsgruppe in Böhmen unter 17 syst'emisierten Regie- rungsräten keine Deutschen. Besonders ungünstig sind die AufnahmSver» hältnisse bei der technischen Finanzkontrolle. Hier würde in Böhmen seit dem Jahre 1913 kein einziger Deutscher ausgenommen, während aus dieser Zeit über 89 tschechische Techniker im Dienste stehen. Auch daS Verhältnis in Mähren-Schlesien ist bei den"jüngeren Jahrgängen sehr ungünstig, wo von 227 Stellen im Finanztonzeptsdienst nur 42, d. i. 18.8 Prozent, von Deutschen besetzt sind. Elektrifizierung der Aaatsbahnen im Müssiger Bezirk Die Staatsbahn hat sich an das Hydro- Eleltrizitätstverk des Masarhk-Stauwehrs in Anssig-Schreckenstein angeschlosien, um die Stromzusuhr für die Bahnhöfe in Aussig, Schrek- kenstein und Schönpriesen zu zentralisieren. Dieser Tage wurde die Rekonstruktion der elektrischen Einrichtungen, durch die der Betrieb der Bahnen tvirtschasilicher gestaltet werden soll, beendet. Die Investitionen erforderten einen Aufwand von vier Millionen Kronen und wurden in nicht ganz einem Jahre durchgeführt. Die Arbeiten wurden durchwegs an heimische Firmen vergeben und mit tschechoslowakischem Material durchgeführt. Bon güt informierter Seite erfahren wir noch, daß der Anschluß an das Hudro-Elettrizi- tätsiverk aus rein wirtschaftlichen Gründen erfolgte. Zur Bedienung der auf den Bahnhöfen neugeschaffenen Anlagen wurde eine eigene Wechselstromleitung installiert. Zur Belieferung der Bahnhossanlagen mit elektrischem Strom wurden 38- Kilometer Kabel und 79 Kilometer Leitungen gelegt und 299 Einzelobjekte mit Strom versehen und 39.999 Anschlüsse und Ausführungen montiert. Zur Abnahme der Arbeiten war ein Vertreter des Eisenbahnministeriums ünd der Direktor der Prager Direktion erschienen.- Bom deutschen Schulwesen unseres Staates. Nach den amtlichen Ausweisen wirkten an den Volks- und Bürgerschulen im vergangenen Schuljahre 2871 literarische Lehrer, von denen 491(19 v. H.) ohne Fachprüsung waren. Die Zahl unserer Volksschullehrer betrug 9112, davon hatten 8297 die Lehrbefähigungsprüfung abgelegt.(90 b. H.) Unter allen deutschen literari- schen Lehrpersonen waren 3747 Frauen(82 von Hundert). A. W. Neber den Maler Maximilian Hüttisch lesen wir im Karlsbader„Volkswille": Gegenwärtig wird an der Herstellung der neuen Insignien für die" Prager deutsche Universität gearbeitet. Der größte Teil der Entwürfe dazu stammt von dem Maler Maximilian Hüttisch auS Joachims- thcil, dem Söhn des verstorbenen Porzellan» inalers Genossen Johann Hüttisch. Obwohl der Baier nur ein geringes Einkommen hatte und später lediglich auf eine Kriegsbeschädigtenrente angewiesen war. ermöglichte er seinem Sohne das Studium, zunächst au der Karlsbader Porzellanfachschule und dann an der Prager Kunst- getverbeschule. Die Besucher des heurigen Karlsbader ÄreisarbeitertageS werden sich vielleicht mit Freuden der großen Bilder erinnern, die im Festzuge getragen wurden und so große Begeisterung auslösten. Sie stammten, von Maximilian Hiittisch. Vertrag vr. Kroftas In Troppau Teoppau. In einem Vortrag, den Außenminister Dr. Krosta am Samstag abends über Einladung des deutschen StadtbildungSauSschuffes Troppau an die deutsche Bevölkerung richtete, hielt er sich an die Grundlinien seiner letzten Karlsbader Rede, in welcher er sich mit dem deutschen Problem in unserem Staate befaßte und als unmögliche Lösung dieser Frage einerseits die Löstrennung deutscher Gebietsteile, andererseits die Entnationalisierung der Minderheiten bezeichnet hatte. Die Schweiz könne kein Vorbild sein, da die Vorbedingungen hiefür bei uns nicht gegeben find. Dec Minister beschäftigte sich neuerlich mit den Programmatischen Forderungen der Deutschen; eine territoriale Autonomie sei unmöglich, dagegen könne man über eine D e z e n t r a l i s t e r u n g d« r B e r w a I- t u n g sprechen. Die Ausführungen des Ministers wurden von den zahlreichen Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. DaS Justizministerium teilt mit, daß die Berichte einiger Blätter über bestimmte Personalveränderungen bei den Gerichten nicht auf Wahrheit beruhen. arbeiten gegeben. Der Bertrag mit dem Biehshndikat wurde auf weitere drei Monate, daS ist bis Ende März 1937, verlängert. Ebenso wurde die bisherige Regelung der ermäßigten Beiträge für die JnvaliditätS- und Altersversicherung der landwirtschaftlichen Angestellten weiterhin zeitweilig verlängert. Die Vorschriften betreffend die Regelung der Finanzwirtschaft der SelistverwaltungSIärper wurden der letzten Steuernovelle angepaßt, um eine Beschleunigung in der Bemessung der Zuschläge zu erzielen. Fortführung der Fürsorge-Aktionen Weiters wurden die Mittel zur Fortsetzung der staatlichen ErnährungSaktivn für Arbeitslose und der M i l ch a 111 o n für die Kinder arbeitsloser und kurzfristig beschäftigter Familienerhalter ebenso wie anch die Fortsetzung der B r» t a k t i o n für Arbeitslose bewilligt. Genehmigt wurde ferner die Fortsetzung der staatlichen Gesundheitsaktion für die Kinder von Erwerbslosen für die nächste Zeit. WaS die produktive ArbeitS- lofenfürsorge betrifft, wurden die not- wendlgm Dispositionen durch Erteilung von Budgetkrediten für die weitere Zelt, beginnend ab Jänner deS nächsten JahreS, genehmigt. Die Verlängerung der Gültigkeit der Kollck» tivverträge und der Maßnahmen gegen Betriebseinstellungen wird sicher in Arbeiter- und Angestelltenkreisen sehr begrüßt werden. Davon zn Madrid.(Radio.) An den Frontlinien erwartet mom die verzweifelte Offensive Francos, die er in Berbindnug mit seiner immer schlechter werdenden internationalen Situation vorbereitet. Die Defensivkräfte der Regierungstruppen werden ständig stärker. Der Beweis dafür ist die Leichtigkeit, mit der die letzten Angriffe der Auf- ständischen in dieser Woche zurückgeschlagen wurden. Ebenso ist der furchtbare Luftangriff, den die Aufständischen am 17. auf Madrid unternahmen, schon oberhalb der Borstadt Tetuan von den RegwrungSflugzeugm zurückgewiesen worden. In Tetuan haben aber die Fliegerbomben etwa 390 Frauen und Kinder getötet und 80 Arbeiterhäuser zerstört. Wichtig für die Beurteilung der Situation ist es, daß die Koordination und Reorganisation der RegierungSarmee überaus schnelle Fortschritte macht. Die Kaders mit unvollständigen Beständen werden nun mit militärisch vollwertig ausgebildeten Reservisten aufgefüllt._ Auch hinter her Frontlinie schreiten die Kon» solidierungsmaßuahmen weiter fort. Die Regierung hat soeben ein Dekret erlassen, wonach die lokalen Sicherheitskomitees aufgelöst werden und der Sicherheitsdienst an die staatlichen Organe Übergeht. Die Tätigkeit der sogenannten freiwilligen Polizeiagenten ist bereits eingestellt worden. Die Internationale Brigade ist ein sehr wichtiger Faktor in der zunehmenden Kraft der Regierungstruppen, aber sie ist.nicht allein entscheidend. Ebenso tvichiig ist die Tatsache, daß die spanischen Volkssrontparteien und die spanischen Milizen sich, konsolidieren und reorganisieren, und der Staatsapparat sich zentralisiert. Dies alles aber nicht auf diktatorischem Wege; sondern es ist besonders interessant, daß dieinnereDemo» k r a t i e innerhalb der Volksfront gewahrt bleibt. Jede Volksfröntpartei hat das Recht und die Pflicht, an der politisch-militärischen Erziehung der Truppen teilzunehmen. Madrid.(HavaS.) Der Ausschuß für die Verteidigung der Hauptstadt hat SamStag vormittags folgenden Bericht auSgegeben: Die republikanischen Abteilungen haben in der Provinz A l a p a die Höhe bei den Gemeinden Mazarrexa und Urrungara im(Sturm genommen. Die Aufständischen ließen auf dem Kampfplatz« viel Material zurück. An der Front bei Granada sind ein Unteroffizier und 18 Mann der Aufständischen zu den Regierungswuppen übergelaufen und haben mitgeteilt, daß in Granada auf die Nachricht von der Hinrichtung deS Aufständischenführers Primo de SUvera hin mehr alS 309 Personen unterscheiden ist die erst geplante Verordnung über die B e r b i n d l i ch k e i t der Kollektivver- tväge. Durch die erstere Verordnung werden die bestehenden Kollektivverträge auwmatisch verlängert, durch die zweite Verordnung soll der Abschluß von Kollektivverträgen künftig allgemein zur Pflicht gemacht werden. Es ist zu hoffen, daß auch bei dieser Verordnung die letzten Schtvierig- keiien bald überwunden werden. Die Verlängerung deS Viehmonopols ist provisorisch; von den Absichten der Regierung hinsichtlich der Regelung der Splrituswirtschaft wird keine Erwähnung getan. Als ausgesprochen unbefriedigend muß dagegen die Verlängerung der Prämienermäßigungen in der Versicherung der landwirtschaftlichen Angestellten bezeichnet werden, die wir vor kurzem ausführlich besprochen haben. Durch die Reduzierung der Prämien ist die Jnvalidi» tätsverstcherung in den beiden in Betracht kommenden Klassen trotz dem Staatsbeitrag von rund 13 Millionen schwer passiv. Sö ist nicht angebracht, in einer Zeit, in der man sich mit der Frage zu beschäftigen beginnt, ob die Sozialversicherung genügend fundiert und insbesondere auch den biologischen Vorgängen(Erhöhung des Lebensalters) gegenüber gewappnet ist, die einer bestimmten Gruppe eingeräumien Begünstigungen, natürlich auf Kosten der übrigen Versicherten und des Staates gehen, weiter aufrecht zu erhalte». Man darf nicht vergessen, daß diese Begünsti4un- gen aus einer Zeit stammen, wo es der Landwirt» schaff sehr schlecht ging. Heute, wo tn der Landwirtschaft allgemein eine ziemliche Besserung zu verzeichnen ist, wäre eine Ueberprüftmg dieser Begünstigungen sehr am Platze. e r s ch o s se n wurden; di« der Zugehörigkeit zn Linksorgaiiisationen verdächtig waren. Am Freitag hat die Miliz von Toledo ein erfolgreiches Manöver südwestlich von Toledo durchgeführt. ES gkldng ihr, vier Kilometer vor- zurücken und die Aufständischen zum Rückzug zu zwingen. Die von ihr besetzten Positionen haben großen strategischen.Wert, da sie die Straße beherrschen, die die Ausständischen für den Transport an die Madrider Front benützen. An der Front bei Malaga gelang eS einer Abteilung Miliz, einen Zug von 28 Waggons mit Kriegsmaterial in die Last zu sprengen. Die Eisenbahnstrecke wnrde stark beschädigt. An der asturischen Front haben bereits deutscheAbteilungenunterFüh- r u n g d e u t s ch e r V f f i z i e r e in den Kampf etngegriffen. SamStag zeifig früh unternahmen Regie- rungSflugzenge Erkunduugsflüge, wobei sie feststellten, daß die Aufständischen ihre AngrisfSkräfte in einem Kreise von etwa 20 Kilometer Durchmesser um Madrid konzentrieren. Auf Grund dieser Mitteilungen der Flieger-Beobachter eröffneten die Regierungsbatterien auf die Truppen- sammelstellen ein heftiges Trommelfeuer, um den Feind zu vertreiben. * Die Evakuierung Madrids von den Nicht- kombattanten geht mit größter Beschleunigung bonstatten. Die Evakuierung der Flüchtlinge, die auS der Umgebung nach Madrid geströmt waren, ist bereits abgeschlossen. Auf die aktuellen Kampfhandlungen übt der kalte Nebel, der Madrid und die Frontlinien einhüllt,«inen verlangsamenden Einfluß auS. Patrouillen der Volksfronitruppcn glauben, in den feindlichen Linien außer den bisher schon beobachteten deutschen Freiwilligen zum erstenmal auch reguläre deutsch e Trup» penkörper gesehen zu Habern Tschanskalschek nicht frelselassen Wiederaufnahme der Begierungeoffenslve Nanking. Ganz China wartete mit Spannung auf die Nachricht, ob Marschall Tschangkäischek, wie Tschanghsueliäng versprochen hatte, unverzügfich sreigegeben werden wird. Kurz vor Ablauf deS Waffenstillstandes sind zwei große Flugzeuge auS Nanking nach Sianfu gestartet, mn Tschungkaischek und seine Beglester zurückzubringen, doch wurdm die Flugzeuge in Lejan zurückgehalten. BiS in die späten Nachtstunden kam es n i ch t zur Freilassung deS Marschalls. Die Stegierung hat deshalb airgeordiiet» daß die KampftStigkeit am Sonntag unverzüglich wieder ausgenommen werden soll. Die BelagerungSarmee der Regierung wird die Offensive gegen Siansu eröffnen. Ilm 23.30 Uhr Ortszeit gaben die Aufständischen die Erklärung ab, daß sie ihre Gefangenen nicht freilassen werden. Engere Militär-Bündnisse der Kleinen Entente? Paris. Die hiesige Presse dringt bei der Beendigung deS amtlichen Besuches deS rumänischen Außenministers AntoneScu auch darauf, daß das gegenseifige Verhältnis der militärischen Hilfeleistung zwischen den einzelnen Staaten der Kleinen Entente präzisiert werden soll. Sie erinnert daran, daß Frankreich sein Verhältnis zu Jugoflawien und Rumänien in einem dem französisch-tschechoslowakischen Vertrag über die gegenseitige Hilfeleistung analogen Sinne erst dann würde definieren können, wenn eine militärische Vereinbarung zwischen den Staaten der Kleinen Entente verwirklicht fein würde. Außer politischen Angelegenheiten verhandelte Minister AntoneScu auch wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten. Konflikt Blums mit dem Senat Paris. Der Regierungsentwurf über das pflichtmäßige Arbitrage- und Schlichtungsverfahren, daS die Kammer bereits angenommen hat, wurde Freitag vom Senat so weitgehend geändert, daß Ministerpräsident Blum erklärte, daß der neuredigierte Text von den Wünschen der Regierung allzusehr abweicht, als daß diese den Entwurf in der Kammer verteidigen könnte. Deshalb wurde am SamStag eine Kompromiß- lö su n g gesucht, welche auf der FaffungpeS Senates beruht, d. j. der Regierung Bollmchht zu erteilen, Schiedsrichter unter den hohen Gerichtsbeamten für große Streilkonflikte zn ernennen. Frankreichs Budget angenommen Paris.(HavaS.) Die Deputiertenkammer hat in der Nachtsitzung vom Freitag den Staatsvoranschlag mit 489 gegen 193 Stimmen angenommen. Die Ausgaben beziffern sich auf 48.287.440.909, die Einnahmen auf 43 Millar- den 680,887.999 Francs. Der Fehlbetrag beläuft sich auf 4.872,108.909 Francs. Gasmasken für die Miliz London. Nachrichten des ReuterbüroS zu-j folge wurden aus Großbritannien 8999 Gasmasken an die spanische Negierung abgesendet. Die Masten werden nicht als Waffen, sondern als humanitäre Einrichtungen angesehen, sö daß die Vereinbärung betreffend die Nichtintervention hiedurch nicht verletzt wird. Franco kann gleichfalls, wie hinzugefügt'wird, Gasmasken ankaufen, wenn er dies wünscht. Kriegshafen Slngapore wird erprobt London. Der britische Flottenstützpunkt Singapore wird Ende Jänner der Mittelpunkt eines großen Manövers der Luft-, Land- und Seestreitkräste im Fernen Osten sein. Es soll der theoretische Nachweis erbracht wcrdeni daß der Flottenstützpunkt, der in den letzten beiden Jahren mit einem Kostenaufwand von 20 Millionen Pfund erheblich'auSgcbaut wurde, imstande ist, jedem Angreifer zu trotzen. Bor allem soll festgestellt werden, ob eS einem Flugzeugmutterschiff möglich ist, näher als 190. Meilen an die Festung heranzukommen. An dem Manöver werden dem„Daily Expreß" zufolge rund 20.099 Offiziere und Mannschaften teilnehmen. Brltisdhitailenisdmr Mittelmeerpakt Anerkennung der gegenseitigen Interessen Rone.(Stefan,.) Informationen aus guter Quelle bestätigen, daß die zwischen England und Italien geführten Verhandlungen über An Gentleman agreement in daS Endstadium getre- ten sind. Die Behauptung einiger Blätter, daß däS Uetereinkommen auch auf andere Staaten* ausgedehnt werden würde, wird dagegen nicht bestätigt. ES gilt als sicher, daß daS englischitalienische llebereinkommen zweiseitig fein wird und daß eS Aehnlichkeit mit dem italienischfranzösischen Berttage vom 1. Sännet 1938 haben wird, der gleichfalls nicht ans andere^ Staaten ausgedehnt wurde. In dem Gentleman agreement werden England und Italien ihre gegenseitigen Interessen im Mittelnteer anerkennen und wiederum ihre gemeinsamen Wünsche bekräftigen»-«!) die allgemeine Situation in diesem Meere keine Aendernng erfahre. Veilsehende Konsolidierung auf der Regieruhssseite Nr. 206 Sonntag, 30. Dezember 1036 Seite 5 Das Finanzjahr Einnahmen insgesamt: in Mill.o Bis stellt Ausfuhr Mir Zusammensetzung + + + + + Schuldeustand am Ende des Finanzjahres Präsident Roosevelt hat sein« erste Regie» rungSperiode am 7. März 1083 begonnen. Diese RegierungSperiode läuft Anfang 1037 ab, und es ist deshalb angebracht, eine Bilanz seiner Wirtschaftspolitik zu ziehen. Das ist um so mehr angebracht, als ja Roosevelt jetzt Gelegenheit haben tvird, seine wirtschaftspolitischen Grundsätze während der nächsten vier Jahre seiner zweiten Regierungsperiode noch weiter auszubauen und zu vertiefen. Die Wirtschaftspolitik von Roosevelt ist für uns als Sozialisten deshalb besonders in- teressäirt, weil sie einen vollkommenen Bruch mit der vor dem März 1088 in Amerika herrschenden liberalen Staatsausfassung darstellt mid die Epoche einer radikalen Einmischung des Staates Was für eine Um Wälzung die gegenwärtige amerikanische Wirtschaftspolitik bedeutet, kann man am besten an der vollkommenen Verschiebung im Ausbau der amerikanischen BuildeL- finanzen sehen. Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Einnahmen, der Ausgaben und der Schulden der Vereinigten Staaten in den letzten zehn Jahren dar. Die.Bedeutung sowohl der Kleinen Entente als der Sowjetunion als Lieferanten für Frankreich nimmt einigermaßen zu, wobei der tschechoslowakische Anteil an der französischen Einfuhr eine große Stabilität aufweist. Anteil der französischen Bundesgenossen an der Ausfuhr Frankreichs Jänner—Oktober 1935 1025/26 1026/27 1027/28 1028/20 1020/80 1030/81 1081/32 1082/83 1933/34 1984/85 1985/86 1986/87 Diese Tabelle in die Wirtschaftsverhältnisse einleitet. Die gegenwärtige amerikanische Wirtschaftskonjunktur ist eine„S taatskoitjunktur", mit anderen Worten, diese Konjunktur hat ihre wichtigste Quelle in den staatlichen Maßnahmen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. 10.643.2 18.510.2 17.604.8 16.031.2 16.185.3 16.801.5 19.487.0 22.588.7 27.053.1 28.700.9 38.778.5 84.188.5 Kurs") 377.8 685.8 898.8 184.8 188.7 902.7 —2885,4 —2688.4 —3989.5 —3575.8 —4768,8 —2097.0 Frankreichs Außenhandel mit leinen Bundesgenossen Wir haben unlängst eine allgemeine Charal- teristik des französischen Außenhandels gegeben (vgl. Beilage zu Nr. 278). Hier wollen wir auf Grund der letzten Veröffentlichungen der französischen Zollverwaltung die Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und seinen politischen, Bundesgenossen darstellen. Dabei wollen wir absolute Zahlen ganz beiseite lasten und lediglich den. Anteil der einzelnen Staaten am französischen Außenhandel darlegen. Waö für eine Rolle spielen die Staaten der Kleinen Entente und die Sowjetunion als Absatzmärkte für die französische Ausfuhr? Diese Frage beanttvortet die folgende, von uns zusammengestellte und errechnete Tabelle: Ueberschuß (+) oder Fehlbetrag(—) Entwicklung der amerikanischen Staatsfinanzen von 192526 bis 1936/37 in Millionen amerikanischen Dollars Ausgaben: Wohlfahrt, Wirt schaft u. Verkehr Bundes« auoaobe» in% 8.4 8.5 9.3 8.8 18.8 16.0 26.8 85.2 61.5 56.8 43.1 40.3 Deal"(„N euer lich zusammengeschruinpst, während der Außenhandel anderer Erdteile entsprechend zugcnom- men hat. ES scheint, daß die Entwicklung des Außenhandels sich mehr und niehr von Europa weg verschiebt und sich nach anderen Kontinenten verlagert. So spielen die Handelsbeziehungen zwischen Indien und Australien einerseits und Japail andererseits eine immer größere Nolle. Dasselbe gilt für die Handelsbeziehungen zwi- schcn Nord- und Südamerika. Eine immer größere Rolle spielt der Verkehr zlvischcn den verschiedenen Teilen der großen Kolonialreiche, wobei besonders die Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen Gliedern des britischen Weltreiches in kräftigem Aufschwung begriffen sind, britische Weltreich hat im Jahre 1036 80.0 Prozent des gesamten Welthandels für sich in Anspruch genommen, während auf das französische gleich, also Frankreich und die Kolonien, 8.8 Prozent und Mts das niederländische Reich 4.6 Prozent des Welthandels entfielen. Auf die Vereinigten Staaten von Amerika entfielen in» Jahre 1985 10.8 Prozent des Welthandels. Aus die vier großen Weltreiche der Briten, der Franzosen, der Niederländer und der Amerikaner entfiele» also im Jahre 1085 54.2 Prozent des Welthandels, während sich die ganze übrige Welt in die restlichen 48.8 Prozent teilte. 302.9 297.8 839.6 320.7 552.2 715.2 1318.0 1869.8 4372.5 4149.4 8829.8 8126.0 ;„31c I» ' nichts anderes dar als den grundsützlichenEnischluß wenn nicht die ganze Macht des Staates, so doch einen beträchtlichen Teil derselben dafür zu ver- 1 wenden, die soziale Lage der Arbeiter und Far« mer zu bessern, die Produktion-- und Absatz» > bedingungen in verschiedenen Wirtschaftszweigen' '.planmäßig zu regeln und die wirtschaftlichen Ein- ' zelinteressen in den Dienst der Allgemeinheit zu 1 stellen. Die Agrarpolitik vonRoosevelt setzte 1 die von Präsident Hoooer begonnene Hilfsaktiqp I für die Farmer fort, aber in verstärktem Umfang ■ und in anderer Form. Neben der Umschuldungs- ' altiou handelt es sich hier vor allem um die Wie» 8.062.8 8.585.0 4.129.4 3.408.6 4.042.8 8.643.5 4.038.8 3.848.5 4.177.0 8.904.2 3.817.2 4.219.9 2.121.2 5.006.6 2.624.3 5.812.7 3.115.6 7.105.1 8.800.5 7.875.8 4.116.0 8.879.8 5.665.8 7.762.8 ist ungemein lehrreich, zum wirtschaftlichen Zusammenbruch des Jahres 1929, der durch ein« Bank- und Krsditkrise größten Ausmaßes eingeleitct wurde, haben wir in Amerika nicht nur eine Epoche einer günstigen Finanzentwicklung gehabt, sondern diese Finanzentwicklung spiegelte auch die damals in ziemlich allen.Volkskreisen herrschende liberal« Stgats- und Wirischaftsäuffäffüng wider. Bis zmn'J^hrs 1029/80 hatte sich der stetig fortschreitende Aufschwung der Wirtschaft in hohen Ueberschüsten des Bundeshaushaltes und einer starken Minderung der Bundesschuld ausgowirkt. Der Höhepunkt dieser Entwicklung lag im Finanzjahr 1026/27. In diesem Jahre erzielte der Bundeshaushalt mit 685.3 Millionen Dollar den höchsten Ueberschuß der Nachkriegszeit. Die wirtschaftlichen und sozialen Aufwendungen der Bundesregierung waren während der günstigen Entwicklung der Konjunktur sehr gering, etwa 8—9 Prozent der Bundesausgaben. Der Umschwung der Finanzlage kündigte sich im Jahre 1980/31 in einem Fehlbeträge des Bundeshaushaltes von fast einer Milliarde Dollar, also mehr als ein Fünftel des . Gesamthaushaltes, an.. Seit dieser Zeit kann man(f. Tabelle) ein fast ununterbrochenes Steigen des Defizits und des Schuldenstandes einerseits und der wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben der Bundesregierung andererseits beobachten. In den letzten zehn Jahren ist die Bundesschuld fast um 15 Milliarden Dollar gestiegen. Wenn man den Schuldenstand im Finanzjahr 1929/30, wo die Bundesschuld den niedrigsten Stand in der Nachkriegszeit erreicht hat, mit dem Schuldenstand im Haushaltsplan für 1036/87 vergleicht, so beträgt die Steigerung der Bundesschuld rund 18 Milliarden Dollar. Aber es wäre sehr falsch, daraus auf einen ungesunden Zustand der amerikanischen Wirtschaft zu schließen. DaS amerikanische, Nationalvermögen ist so groß, ■ daß der Staat ohne weiteres sich solche Anleihen auS dem nationalen Vermögen erlauben darf. Es handelt sich nur darum, für welchen Zweck diese Schulden gemacht werden. Sin Blick auf die vierte Spalte der Tabelle oben zeigt uns, daß die Staatsausgaben für die Wohlfahrt, Wirtschaft und Verkehr seit dem Regierungsantritt von Roosevelt und sogar früher, seit dem sogenannten Hilfsprogramm von Hoover(vom 6. Oktober 1931) den Löwenanteil an den StaatSauS» gaben haben. Im Finanzjahr 1988/84 haben diese Aufwendungen des Staates für sozial« und wirtschaftliche Zwecke fast zwei, Drittel aller StqatSauSgaben ausgemacht. Aber auch, im HauShaltplan für 1086/87 betragen diese sozialen hud wirtschaftlichen Ausgaben^ mehr' als 40 Prozent hes Ausgabenetats. Der amerikanische Staat hat-also Schulden gemacht, um die Wirtschaft anzukurbiln und umdei» darbenden Bölksmaffen ein gewisses Minimmn an Existenzmöglichkeit zu gewährleisten, Man hat also in Wirklichkeit brachliegende Kapitalien mobilisiert , und. sie der Wirtschaft und dem Verbrauch zugeführt. Eine, solche Art von Schuldenmachen erweist, sich letzten Endes immer als fruchtbringend. Die Uebernahm«. der.Präsidentschaft durch Roosevelt bedeutet eine Veränderung der amerikanischen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Roosevelts die Zusammensetzung des Welthandels ziemlich dieselbe, wenn man allerdings nur den Wert der verschiedenen Warengruppen in Betracht zieht. So hat der internationale Handel mit Lebensmitteln im Jahre 1029 25 v. H. des gesamten Außenhandels ausgemacht, während auf die Rohswffe 35.5 Prozent und auf die Fertigwaren 87.5 Prozent des gesamten Außenhandels entfiele». Im Jahre 1935 sind die entsprechenden Verhältniszahlen 25.0, 87.5 uns 87.5 gewesen. Alles dem Goldwerte nach. Wenn man aber die Preisschwankungen ausschließt,, so ergibt sich ein anderes Bild. Der Menge nach hat der internationale Handel mit Lebensmitteln zwischen 1929 und 1985 um 14 Prozent abgenommen; der internationale Handel mit Fertigwaren sogar um rund 82 Prozent, während der internationale Handel mit Rohstoffen bloß um rund 7 Prozent abgenommen hat. Diese Entwicklung erklärt sich aus der Agrarisierung vieler Industrieländer, die früher große Mengen von Lebensmitteln aus dem Auslande eingeführr haben und heute im Inlands eine große.landwirtschaftliche Produktion entwickelt haben. Der Rückgang des Außenhandels in Fertigwaren findet eine einfache Erklärung in der Absperrung der Wirtschastsmärkte voneinander und in der Industrialisierung der Agrarländer, die früher ihren Bedarf an Jndustcieproduktcn durch den Bezug ausländischer Waren gedeckt haben. Die, verhältnismäßige Stabilität des Anteils der industriellen Rohstoffe am internationalen Handel erklärt sich aus der einfachen Tatsache, daß diese Rohstoffe im Jnlande nicht erzeugt werd?» können. Zwischen 1932 und 1985 hat sich, die Ver. teilung des Welthandels auf die einzelnen Erdteile nicht unwesentlich verschoben, was in der folgenden Tabelle dargestellt ist. Handels nach Erdteilen 1932/35 Gesamt 1084 1085 108 118 108 105 In dieser Tabelle sind bei den Vergleichsziffern des Welthmidels die Preisschwankungen ausgeschlossen. Obgleich die beiden Aufschwungsperioden,. 1925/27, und 1933/85, nicht ohne weiteres vergleichbar sind, ist der Gegensatz der Entwicklung in den beiden Perioden so in die Augen fallend, daß er tatsächlich die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. In der ersten Aufschwungsperiode, 1925/27, hat sich der Welthandel rascher enttvickelt als die Weltproduktion; in der zweiten AuflchWungSperiode, 1938/85, hat sich die Welt- produktion viel rascher entwickelt als der Welthandel. Die Erklärung dafür liegt ganz einfach darin, daß heute die. einzelnen Wirtschaftsgebiete mehr oder Minder voneinander abgesperrt sine, während früher der Austausch der Güter viel ungehemmter vor sich. ging. Jede internationale Konjunktur hat sich demnach in einer Belebung deS Güteraustausches zwischen verschiedenen Ländern: äUSgewirkt. Trotz des Auf und?lb der Konjunktur bleibt Verteilung des■ internationalen Einfuhr Kleine Entente. Sowjetunion. Aus dieser Tabelle kann man ersehen, daß die Länder der Kleinen Entente als Gesamtheit einen sehr wichtigen Markt für Frankreich darstellen. Besonders gilt das für den Außenhandel mit dem nichtfranzösischen Ausland«. Bekanntlich gliedert sich der französische Außenhandel in zwei Teile, in den Auheichandel mit den französischen Kolonien und in den Außenhandel mit dem nichtfranzösischen Auslande. Man muß auch feststellen, daß die Bedeutung der Kleinen Entente als Absahmarlt für französische Waren im, Steigen begriffen ist, während die Sowjetunion als Wsatzmarkt eher an Bedeutung verliert.,' Anteil der französischen Bundesgenossen an der Einfuhr Frankreldis Jänner—Oktober 1935 und 1936 Der Welthandel Wir Haben mehreremals auf diesen Spalten darauf hingewiesen, daß der internationale Handel gegenwärtig in seiner Entwicklung hinter der Weltproduktion zurückbleibt. Das ist überhaupt das Kennzeichen des gegewvärtigen Konjunkturaufschwungs, daß die Produktion dem Außenhandel vorauseilt. ES ist sehr interessant, di« Entwicklung in der gegenwärtigen Aufschwungs- perwde mit jener in der vorhergehenden Aufschwungsperiode, 1925/27, zu vergleichen. Weltproduktion und Welthandel 1925/27 und 193335 Verhältniszahlen. 1925 1026 1027 1988 Weltproduktwn 100 101 104 100 Welthandel 100 102 111 100 derherstellung des in den letzten Borkriegsjahren I Wie man sieht, ist der europäische Außenbestehenden Verhältnisses zwischen Landwirt- 1 handel zwischen 1082 und 1985 nicht unwescnt- schaft und Industriepreisen. Zu diesem Zwecke--- sollte die Anbaufläche und dadurch die Markt erzeugung vermindert werden. Als Entgelt für den Verzicht der Landwirtschaft auf den Anbau zahlte der Bund Entschädigungen und Prämien. Bis zur Ungültigkeitserklärung der AAA(der durch das neue Agrargesetz ins Leben gerufeneil Verwaltung) durch den Obersten Gerichtshof am 6. Jänner 1086, wurden etwas über eine Mil liarde Dollar für mehr als 3 Millionen Farmer gezahlt. In der Zeit von 1933 bis 1035 wurde eine beträchtliche Hebung der Presse und eine Steigerung deS Farmereinkommens erreicht, aber die Ilinschuldungsaktion hatte nicht den gcwünsch-' ten Erfolg: Zu Beginn des Jahres 1936 belief sich die Schuld der Landwirte immer noch auf rund 12 Milliarden Dollar. Die Jndustriepolitik von Roosevelt verfolgt in erster Linie den Zweck der Arbeitsbe schaffung. Durch die Begrenzung der Arbeits zeit und die Festsetzung von Mindestlöhnen hat mau eine Mchreinstcllung von Arbeitern durch die private Wirsschaft erzwungen. Die Zahl der auf diese Weise in den Wirtschaftsprozeß ein gestellten Arbeitslosen wurde Mitte 1034 auf 2.5 Millionen Personen geschätzt. Die unmittelbare Sozialpolitik der Regierung Roosevelt gipfelt einerseits in einer großzügigen Durchführung von öffent- l i ch e n A r b e i t e n, die in verschiedenen Perio den zwischen zwei und fünf Millionen Arbeitslose beschäftigtet», andererseits in der Einführung der Sozialversicherung, die an und für sich eine Revolutionierung der bisherigen amerikani schen Auffassungen über die Rolle des Staates und seiner Verpflichtung gegenüber der sozialen Notlage bedeutet. Besonders stellt dieArbeitS- losenvcrsicherung«ine vollkommene■ Neuheit für Amerika dar. Die durch daS Gesey vom 14. August 1085 durchgeführte Arbeits losenversicherung gilt einheitlich für das ganze Land und beseitigt die früheren einzelstaatlichen Henunnisse gegen ihre Einführung. Alles in allem stellt die Rooseveltsche Wirt schaftspolitik einerseits einen vollkommenen Bruch "mit der bis.vor kurzer Zeit noch vorherrschenden liberalen SjaatS- und, Wirtschaftsauffassung dar Üird Ässdidersiitö/ticke gewaltige Berschiebung in der Verteilung des Nationaleinkommens zugun sten der arbeitenden Schichten, vor allem dir Meinfarmer, aber auch des industriellen Prole tariats. In diesem Sinne können auch die Sozia listen diesen„Neuen Kurs" begrüßen. und 1936 i.% der Ge» i.% der Einfuhr saiiliausfubr auS. d. iiilbtfrau- Frankreichs zöfischcn Ausland 1936 1935 1036 1935 Tschechoslowakei 1.5 1.3 2.3 1.8 Rumänien., , 0.7 0.7 1.0 1.0 Jugoslawien. . 0.5 0.4 0.8 0.6 i.% der Me- 4 samteinfuhr Frankreichs i.% dec Einfuhr aus d. nicht ran- zössschen Ausland 1936 Tschechoslowakei 0.9 Rumänien/.. 0.0 Jugoslawien. 0.2 1935 0.0 0.8 0.1 1936 1.2 1.2 0.8 1035» 1.2 1.1 0.2 Kleine Entente. 2.0 1.8 2.7 2.5 Sowjetunion. 1.8 1.7 2.6 2.8 1982 1985 1982 1985. 1982 1985 Europa mit NSSR . 60.6 57.2 50.7 47,8 55.9 52.6 Nordamerika.. . 12.5 12.8 16.4 16.1 14.8 14.4 Lateinamerika... . 5.4 6.6 9.2 . 9.8 7.2 8.2 Afrika.... . 5.8 6.8 6.8 7.2 6.8 6.8> Asien..■■ . 13.7 14.4 18.8 15.6 18.8 15.0 Ozeanien., . 2.0 2.7. 3.1 8.5 2.5 8.0 100.0 100.0 100.0 100.0 100.0, 100.0 Seite 0 Sonntag, 20. Dezember 1930 Rr. 29« £itfo ButUßt . sind das beste, Geschenk für Kinder am Weihnachtsabend I Wir empfehlen: Mark Twain: Tom Sawyer und Huckleberry Fin, Ganzleinen, mit vielen Vildern, bog Seiten irr 8o.— Loftin», Dr. Dolitile und seine Tiere und gehn andere Titel diese» ausgezeichneten Autors, Ganzleinen, mie vielen Bildern. Xi 88.60 Kästner: Emil und die Detektive, Ganzleinen, 198 Seiten, Mit vielen Bildern... Kt 80.— Kästner: Pünktchen und Anton,, Ganzleinen, 190 Seiten, mit vielen Bildern... Xi 80,— Kästner:. Der 86. Mai, Ganzleinen, 182 Seiten, mit vielen Bildern KS 26.— Kästner: Da» fliegende Klassenzimmer, Ganzleinen, 221 Seiten, mit vielen Bildern. Kt 86.— Rosenfeld: Tirilin reist um die Welt, kartoniert, mit Bildern......... XL 12.— Zu beziehen durch die Zentralstelle für bgs Bildungswesen, Prag XU., Slezskt 18. Edgar Andris letzter Brief Die„Union für Recht und Freiheit" gibt stunde von dem letzten Gruß Edgar Andrör an sie Seinen. Hamburg, den 4. November 1936. 3.25 morgens. Mein lieber Bruder, hier ist nun mein letzter Brief. Mache Dir nichts daraus. Ich bleibe mutig bis zun: Schlug und bedauere nur,'Dich so lange nicht w'ieder- gesehen zu haben. Aber ich habe augenblicklich Dein Bild betrachtet und sehe wieder Dein gutes Gesicht, mein alter Bruder und Kamerad. Ich verbringe meine letzte Nacht an der Seite meines Anwaltes, der sich mir viel ge- widmet hat. Meinerseits habe ich bis zum letzten Augenblick gekäntpft und ich gehe in zweieinhalb(Stunden) zum Schaffet. Ich habe immer versucht, meine Pflicht zu tun, und ich glaube, daß es mir ziemlich gelungen ist. Ich sterbe als ehrlicher, seinen Ansichten ergebener Mensch.— Denke von Zeit zu Zeit an mich, tausend Dank fiir alle Deine Mühen in der letzten Zeit, grüße Julia und die Freunde meinerseits und zum Schluß: sei ebenso mutig wie ich es bin und erhalte die letzten briiderlichen Küsse dessen, der Dich immer als guter Bruder geliebt hat. Alles Gute und einen letzten Gruß Edgar. Fra» Simpson erhielt aus Amerika die Einladung zu einer VortragStournee durch die wichtigsten Städte der Vereinigten Staaten. Für jeden Vortrag wurden ihr 10.000 Dollar (286.000 Kt) angeboten. Jährlich 450 Millionen Streichholzschachteln. Der Jahresverbrauch der Republik an Streichhölzern beträgt 460 Millionen Schachteln; es entfallen daher je Kops der Bevölkerung 80 Schachteln. Massenmörder Strasse. Nach einer Statistck, lvelche Kapitän Hudson, der parlamentarische Unterstaatssekretär im Verkehrsministerium, dem britischen Parlament vorgelegt hat, wurden auf den englischen Straßen seit Jänner 1981 insgesamt 41.000 Personen getötet und 1,800.000 Personen verletzt. Todbringende Bahnschranken. Der Geflügelhändler D o st a l au» Svltkov bei Pardubitz fuhr Samstag früh mit seinem Lastauto auf den Mark' nach Königgrhtz, Auf den: Bahnübergang bet der Gemeinde Plädier stieß der Wagen auf die Eiseii- bahnschranken, durchbrach sie und stieß mit einem fahrenden Zug zusammen. Die Frau de» Dostal war auf der Stelle tot, wogegen Dostal selbst nur leichter verletzt wurde. Da» Automobil wurde zertrümmert. Braune Brockensammlung.(JTF) Der R o r d d e h ts ch e Lloyd hat die Stewards der Passagierschifse angewiesen, in jedem Hafen unmittelbar nachdem die Pasiagiere das Schiff verlassen haben, die Kajüten gründlich zu durchsuchen und Papiersetzen, Bindfadenreste, gebrauchte Schreibsedern, leere Zahnpastatuben und ähnliche Kostbarkeiten sorglich zu sammeln. Schiffsoffiziere sollen diese Sammlungen überwachen und dafür sorgen, daß vor allem Kajüten, in denen ausländische Passagiere gewohnt hatten, sorgfältig auSgeräumt werden.— Im inneren Dienstverkehr der Deutschen Reichsbahn darf nur noch Papierbindfaden verwandt loerden.— Die Arbeitskleidung der Arbeiter in den AuSbesserungslverkstätten der Deutschen Reichsbahn wird auf Anweisung der vor größte Garagenhochbau Europas In der Kantstraße in Berlin ist man dabei, einen Garagenhochbau auszustocken, der der größte Europas sein wird. Das Bild zeigt einen Querschnitt durch den GaragenVau und veranschaulicht, daß jeder Wagen mit eigener Kraft bis zum obersten Stockwerk gelangen kann. Böhmen. Budwei» und Neuhaus fallen Samstig nachmittags plu» 11 Grad Celsius. Weitere Druck« Haupwerlvaltung nicht mehr nur wie bisher alle 14 Tage gewaschen, sondern jetzt vor dem Waschen ausgelaugt, um das auf die Schutzkleidung getropfte Fett zurückzugewinnen.— „Ist es nicht eine Lust(im'Dritten Reich) zu leben?" fragt der Kalender der Deutschen Arbeitsfront für das Lahr 1987. Er gibt vorsichtig leine Anüvort auf die verfängliche Frage.- Entthronte englische Könige. E» ist im Verlaufe der Krise darauf hingewiesen worden, daß die Abdankung eines englischen Königs erstmalig in der Geschichte vorkommt. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, nämlich insofern, als Eduard VIII. tatsächlich der erste englische König Ivar, der freiwillig und aus eigenem Entschluß dem Thron, entsagt ha), Aber vor ihm sind noch zehn Könige entthront worden. Der erste war Ethelred, der im Jahre 1014 vor den Dänen i» die Normandie flüchtete. Zwei Jahre blieb England ohne König, bi» er tvieder zurücklom- men konnte. Edgart II mußte abdanken, 4 nachdem Wilhelm der Eroberer bei Hastings gesiegt hatte; er floh nach Schottland. Besonder» interessant ist, daß Claudette llolbert mit Michael Bartlett in dem Film Diktatorin". „Die kleine l» störungen, die sich über dem Ozean entwickeln, werden voraussichtlich auch in den nächsten Tagen den Zufluß warmer Luft aus dem Südwesten aufrechterhalten.— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Andauern der verhältnismäßig warmen Witterung. Wechselnd bewölkt; in den Niederungen ziemlich neblig oder Nebelgewölk, vereinzelt Sprühregen. An Orten mit geringer Bewölkung leichter Nachttrost.— Wetteraussichten für M o n t a g: Noch keine größere Aenderung. Deutsche Sendung: Dr. Spitzer: Kampf umS tägliche Brot, Momentbilder vom Prager Arbeitsgericht, 14.80: Schallplatten. 14.60: Deutsche Presset 18.16: Schpammellonzert.— Brünn 17.40: Den» sche Sendung: Arbeiters«»!: Sözialinformatione», Schramek: Franz Müller Lher(zum 20. Todestag); 19.10: Salontrio, 22.16: Schallplattenkonzert.— Prehburg 16.46: Klavierkonzert, 17.40: Tanzmusik, 19.10: Rundfunkorchesterkonzert,— Kascha« 11.06: Populäres Konzert.— Mährisch-Oftra« 20.16: es noch nicht den Eid in die Hände des Speakers abgelegt hat.» Die Wärme hält an. Etwa» kühlere Luft, welche von den Britischen Inseln auf da» Festland einge» drungen ist, hat auch im Nordwestteil de» mitteleuropäischen Binnenlandes eine geringfügige Abkühlung und Regen gebracht. Sonst ist die gesamte Wetterlage nahezu st uv er» ändert. Bei uns ttt e» bisher am wärmsten in|Populäres Rundfunkorchesterkonzert.' der erste konstitutionelle Konflikt bereits im gleichen Jahre ausbrach, in dem die Magna Charta verkündet wurde. Johann ohne Land wurde 1216 wegen der Verletzung der verbrieften Rechte des Adels gesttirzt. An seine Stelle trat sein neunjähriger Sohn Heinrich III. Der schwachsinnige Eduard II. wurde 1827 zugunsten seiner Sohnes Eduards III. gestürzt. Richard II. lvurde 1899 in den Tower gelvorsen und gezlvungen, zugunsten seine» Vetter», Heinrichs IV. abzudanken; dies war der Grund fiir den Krieg zwischen der Roten, und der Weihen Rose. Aber auch Heinrich IV. wurde von Eduard IV. gestürzt und seinerseits in den Tower gesperrt. Er wurde 1470 befreit und bestieg wieder den Thron; diesmal verbannte das Parlament Eduard IV., der aber im nächsten Jahre an der Spitze seines Heeres siegte und noch 14 Jahre herrschte, während Heinrich IV. znm zweitenmal im Tower schmachten mußte und 1471 dort starb. Der Sohn Eduard» IV., Edimrd V., wurde nach dreimonatlicher Regierung al» Bastard 1488. entthront. Da» Schicksal. KqrlS I., der 1649 das Schafott bestieg, ist bekannt. Sein Sohn Jakob II. wurde 1688 vertrieben. Axel Mnnthe spendet den Capresen. Wie dische Arzt und Schriftsteller Axel Munthe, der Autor des berühmten„Buches vom San Michele" 800.000 Lire zu wohltätigen Zwecke» für die Böbölkeiiüng der Insel:! Capri gewidmöt.!. Axel Munthe lebt bekanntlich schon längere Zeit auf Capri. I Verweigerung des Eides kostet 500 Pfund. Aus London wird uns geschrieben: Am West- minster-Tor ist ein Pergament ausgehängt. mit der Ankündigung, daß jedes Oberhaus- oder Unterhaus-Mitglied, das es unterläßt, sich zur Ablegung des Eides für den neuen Herrscher ein«! zufinden, 600 Pfund Sterling Strafe zahlen senerHw»,^6ch0? M^neelÄönMt^17.8ü: Gemäß. Nach der Geschäftsordnung des britischen! sangSkonzert Nora v. Rappard, 18.10 DeutscheSen- Parlaments muß jedes Mitglied, das an einer düng: Weihnachtsmusik, 18.66: Deutscher Kulturbe» Abstimmung oder bloß an einer Sitzung teilneh- richt v. Tage, 20.80: Joh. Seb. Bach:WeihnachtSora- men würde, 600 Pfund Sterling bezahlen, wenn torium.Sender N:7.80:'PopulüreS Konzert, 14.15: *. nm.... ki. k...—...... M-nnrntn, wh nur,.wimhf nm» tnna Dienstag: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10.06: Deutsche Presie. 10.16: Für die Frau, 11.06: Rundfunk für deutsche Schulen, 12.10: Schallplat- I ten, 12.86: Orchesterkonzert, 16: Konzert des Pil« Vom Rundfunk ta»MilMiw«rtu aus«tau Prasn Montag: Prag, Sender I: 7: Salonorchesterkonzert, 10.05: Deutsche Presie, 11.85:Tschaikowski: Kompositionen, 12.10: Lieder au» Tonfilmen, 16: Blechquintett, 18.10: Deuttche Sendung: Horner-Türmitz:-Die Kirchenkrippe von Schlaggenwald, 18.20: Direktor Zäk: Demokratie und Frieden, 18.80: Ritter: Wie steht der Privatangestellte zur Krankenversicherung? 18.46: Deutsche Presie, 22.16: Tanzmusik— Sender II: 7.80: Salonorchester, 14.20: Deutsche Sendung: Fachlehrer Widtmann: Unter Wolkenkratzern und bei Indianern erlebt und erlauscht, 14,40: aus Capri gemeldet wird, hat der bekannte schwe- Schallplatten, 14.50: Deutsche Preist, 18.10: Kon- ylk»-«Vat rmti OTwI MiinM«. Y--.I 0' 1-' Russisches Tru>. B'ÜNI, 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Obrift: Exkursion in da» I Innere eines Sterne».— Preßburg 16.10: Rund- i. iimkaylipstersouzert, Kascha», ,12.0ä::.Qveretten« i gesange,.19,26:. Leichte Musik,— Mährisch-Oftra» 12.85: Militätkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Hübl: Notwendigkeit der gesetzliche» Berbeffernng der Arbeitszeit, 19.25: Schlesische Volkslieder. Vaganten Von Arnold Heilbut Von der großen Verkehrsader. im Norden Berlins, der endlosen Schönhauser Allee, zweigt igendtvo eine der vielen Nebenstraßen dieses Boulevard» ab.' Eitie öde, kahle Straße, mit Häusern ohne Gesicht, kleinen Läden und Gasthäusern. Junge Burschen lunger» vor, den Türen, Frauen in Umschlagetüchern stehen plaudernd in den HauS- sluren. Sine Straße wie tausend andere. Der Himmel hängt gra» Uber der Häuserschlucht, ober man hat die Empfindung, als sei er dort grauer als im Westen. Die Lebensmittel, die in den kleinen Schaufenstern ausliegen, manchmal grell dekoriert, sind billig. Sie habe» alle irgendwie ei» grämliches Aussehen. Es ist,, als ob sie sich ihrer Umgebung anpaßten, als ob' sie sich fürchteten, frisch und lecker auSzusehen, um nur ja nicht aufzufallen. Kinder spielen auf dem Fahrdamm, mit jener stillen Unbekümmertheit, wie sie Proletarierkin- decn eigen ist, die das Recht auf die Straße für sich in Anspruch zu nehmen gewohtit sind. Die Straße— das ist ihr Grünplah, wenn auch nirgends der leiseste Schimmer von Grün zu entdecken ist. Der liebe Gott hat für alle Menschenkinder die Natur geschaffen.- Aber der Himmel ist hoch und der Humvoldthain ist weit. .. An der Ecke der Straße liegt ein großer Schuttplatz. Er hat einst bessereTage gesehen. Da war er ein gut und sauber umzäunter Ban- pläh. Der Grund war schon aüsgeschachtet; ein Wohnhaus sollte sich dort erheben. Dann kam die große Krise. Der Platz blieb unbebaut, wurde zur Ablagerungsstätte für Gerümpel. Verrostete Eisenbänder, zerrissene schmutzige Matratzen, zerbeulte Konservendosen und altes lvertlose» Hausgerät bilden nun ein trauriges Stilleben. CS paßt zu der Umgebung— ein gut gepflegter Rasen wäre dort eine Stilwidrigkeit. In einem Winkel dieses Schuttplatzes hat ein Wanderzirkus seine Zelte auszeschlagen. Zelte, das ist zu viel gesagt. Nur ein Wohnwagen, schon reichlich schief und gebrechlich, steht da. Man fragt sich unwillkürlich, wie dieses armselige Gefährt die Strapazen einer Fahrt über holperige Chausseen besteht. Einige Karren und Handwagen vervollständigen den Fuhrpark. Man hat den Platz' in einein kleinen Umkreis mit schiefstehen-, den Pfosten abgegrenzt. Blau bemalte Tuchfetzen, gewiß früher einmal eine prunkvolle Dekoration, sollen den Einblick in die kleine„Arena" verhindern. Aber das Tuch ist zerrissen, auch lvohl durch Zaungäste mutwillig zerstört. Man kann ganz ungehindert in» Innere des„ZirkusseS" blicken. Halb überlvuchert von verdorrtem' Unkraut stehen niedrige, roh, behauene Bänke umher, mit schmalen Sitzen. Auch einige Gerüste sind da. zwischen denen sich vielleicht' abends ein Seil spannt. Augenblicklich dienen sie zum Aushängen von Wäsche. Niemals sieht man einen Menschen auf dem Platz. Ueberhanpt kein lebendes Wesen.' Man kann sich gar nicht vorstellen, daß diese Bänke vost schaulustigen Menschen besetzt sein sollten, und sie sind es wohl auch nie. Wo aber sind di- Bewohner dieser Wagenburg? Wer sind sie, und I lvas treiben sie tagsüber? Es hat den Anschein, als kämen diese Leute nicht aus ihrem Wohnwagen heraus, so lange die Sonne hoch am Himmel steht. Vielleicht fürchten sie' die grellen Strahlen, die unbarmherzig ihr Elend, ihre Not blotzstellen. Ein Elend, das sie im Dämmer des Abends und unter billiger Schminke schamhast verbergen. Ist es eine Familie,, die. da haust, oder sind es einzelne versprengte Mitglieder einer früheren Truppe, die da kümmerlich ein trauriges Dasein friste»? Der'Sommer ist vergangen. Noch immer steht der„Zirkus" an seinem Platz. Mer die weitläufige Umzäunung ist verschwunden. Ein Holzlager hat sich da breitgemacht. Nust sinlr die zerfetzten, verschossenen Tuchlappen ganz dicht an den Wohnwagen gerückt. Die Tafel mit den Eintrittspreisen lockt nicht mehr,- und die wackligen Bänke lagern aufeinandergetürmt irgendwo in einem Winkel. Die kleinen Holzläden an den Fenstern der Maringotte sind fest verschlossen. Fester noch, so scheint es, als im Sommers' Es liegt' etwas über dem Platz: eine trostlose Verlassenheit, eine'graue Hoffnungslosigkeit. Aus der schiefstehenden Esse des Wagen» steigen blaue Rauchwölkchem Einzige» Zeichen de» Leben».' Fast gibt dieser dünste, beizende Rauch dem sonst so trüben Bild etwas Versöhnendes,- Anheimelndes.' Ein'Hauch von Wärme und Geborgensein.. Und noch eilvas anderes ist da: etwas Lautes, Quicklebendiges.•Vier, fünf Hunde tollen mit munterem Gekläff- zwischen-den Radern und dcm Gerümpel umher. Sie jagen und haschen sich, als freutest sie sich einer langentbehrten Frei heit. Aber dann drängen sie die spitzen Schnauzen zwischen die Lücken des zerfallenen Drahtgitters und der.Stosfetzen. Ihre klugen Augen sprechen zu den Menschen, die vorübergehen. Die Menschen, die da vorübergehen, haben Zeit, allzuviel Zeit,'Vielleicht sind es die Zaungäste der verflossenen Sommerabende. Vielleicht kennen sie die Tiere, deren bescheidene Kunststücke sie und-ihre Kinder erfreut haben;- Jedenfalls: sie sind dankbar, diese Armen. Zwar verbittert und voller Groll- gegen diese Weltordnung, die ihnen die Arbeit entzieht und den Hunger beschert, aber das-Mitleid mit der Kreatur-lebt in ihren Herzen.. ' Immer ist der Aermste der Hilfreichste. Sie füttern die Tiere,'füttern sie mit den kärglichen Abfällen ihrer armseligen Mahlzeiten.-' Dünne Kinderhändchen streicheln zaghaft die struppigen Tierfelle. Von den Menschen im Wohnwagen ist nicht» zu-sehen,.Ein großer schwarzer Rabe sitzt mit philosophischem Gleichmut auf, den.Stufen'der Wagentreppe. Wä» geht im Innern diese» dürftigen Gefährte» vor? Wieviel Mestschen hausen da in drangvoller Enge? Wövost^lebest sie jetzt im Winter? Wohin wird M das Schicksal führen? Es gehört Zähigkeit und die unausrottbare.Liebe zum Beruf dazu, nm diese» Leben durchzuhalten, Mit der sitz' oft zitierten Lstndstraßenromäntik-hat dieses Dasein-wohl kaum, noch etwa» zu tun. Hunger und Sorgen lassest schwer auch mir eisten Schimmer von' Romantik aufkommest. Vaganten fliehest vor' der kalten Unbarmher- zigkett der Landstraße, fliehen in die.Großstadtzu den Armen. Die verstehen-ihre Not besser. Nr. 206 Sonntag, 20. Dezember 1936 Seite 7' H-KsMrtsckast und Smolpalitife \/i Die Kampfstärken der Nächte im Fernen Osten SSI,7 40,8 226,4 148,1 86,1 II I 79.6 80.7 ba beginnen die Tage der leckeren Weihnachtsgerichte. sS Da gibt Sana beim Backen und Kochen den Speisen die vollendete köstliche Feinheit. Zur rechten Zeit. Gerade jetzt, wo in der Industrie der ungünstigste Zeitpunkt für die Kalkulation besteht(mit Rücksicht ans die steigenden Rohwarenpreise, insbesondere der Textilerzeugnisse), ist der Entschluß, eine Preiserniedrigung der fertigen Nelder vorzunehmen, sicher ein großzügiger. Die Firma Sbor, Gustav Sborowitz& Sohn, Kleiderfabrik in Prostijov, mit Filialen In. der ganzen DSR., hat sich anläßlich ihrer 40jährigen Jubiläums entschlossen, die Preise der Herrrnanzüge in allen Preislagen und die Damenmäntel In Preislagen von 249 Xi auf- wärts um 10 Prozent zu ermäßigen. Wir begrüben diese Tatsache mit Genugtuung, besonders jetzt, wo in der Zeit der Weihnachtseinkäufe jede erspart- Krone doppelt erfreut und daher ermöglicht, noch einen unserer Lieben zu beschenken. Dies das Rezept: Milch Eidotter Kokosöl- Erdnußöl~: Pflanzen-lozlthln 4 Auch Herr Kommerzienrat St. hat dar Angenehme mit dem Praktischen verbunden und seiner Frau das vornehmste Radiogerät unserer heimischen Rundfunkindustrie geschenkt. Am Abend, wenn er'M Klub ist, hört die Hausfrau ihre LieblingSkünstler aus alle.. Teilen der Welt, denn der„Big Ben"— das Spitzengcrät System Telefunken— empfängt spielend und sicher jeden gewünschten Sender, gleich ob er in Europa oder in den Ländern dcS Fernen Osten» liegt. Am Tage steht das Gerät im Arbeitszimmer der Hausherr» und berichtet ihm aus allen Erbteilen über Preise, Börsenkurse und sonstige wichtige wirtschaftliche Ereignisse. 8739 Mitteilungen an» dem Publikum. Gebratener Karpfen. Eine Portion Karpfrn Ivird am Rücken ausgeschnitten und in die Einschnitte je eine Zitronenscheibe gelegt; nach dem Salzen wild- der Karpfen dann auf 10 Tkg. Sana braten gegeben. Beim Braten wird der Karpfen öfter» mir Sana begossen, damit er eine schöne Farbe bekommt. Morgen werden wir uns freuen nach dem Kontingentvertrag getvonnenen Mitteln definitiv behandelt wurde. Diesen Arbeitern wurde für 1986 eine Unterstützung im Gesamtbeträge von 148.400 Kronen zuerkannf. Die Un» 'terstüblingen wurden allen Bewerbern zugestan- den, bei welchen die Voraussetzungen der Richtlinien gegeben sind, die im Amtsblatt ZI. 287 vom 6. November d. I. verlautbart wurden. Hener bereits 9 Millionen Paar Strümpfe auSgeführt. Die Ausfuhr von Strümpfen und Socken erreichte ist den ersten zehn Monaten 1988 bereits neun(i. B. fünf) Millionen Paar im Werte von 80.8(29.8) Mill. KC. Die Ausfuhr von Seidenstrümpfen hat sich gegenüber dem Vorjahre verdreifacht. Kunstseide beherrscht bereits zwei Drittel de» GesamtexporieS; gegen 1938 stieg die Ausfuhr von Kunstseidenstrümpfen von 19.5 auf 84 Millionen KS. Hauptabnehmer ist England(21.5 Mill. KC); Holland(9.8), Frankreich(2.2). Auch nach Uebersee wurden größere Mengen verschifft. Die Ausfuhr von Baüistwoll- und Wollstrümpfen stieg demgegenüber nur in bescheidenem Umfange von 5.1 auf 7.7 bzw. von 8.1 auf 3.7 Mill. KL. Baumwollstrümpfe gingen vorwiegend nach England und Frankreich, WoNstrümpfc nach Skandinavien. Dchaffstng eine» rtaliensschen Einheits-Komitees Sammlungszentrale geschafft« und wird auf Initiative der Permanenten Komitees(Mat- sammille MateriÄ jn einer Broschur«: tegtti,Fonds und italienische Sektion der MH)- Jähre"faschistischer Terroj?! veröffentlichen, zum Schütze der politischen Opfer des Faschismus.|." Diese Bewegung ztzr Rdftung der Abe: Roheisen- und Rohstahl-Produktion weiter Im Steigen Zufolge der vom Staatlichen statistischen Amt« vdrläufist durchgeführtenErhebUnstestbelief sich-die Produktion der tschechoslowakischen Hoch- «seu und Stahlwerke im Monate November 1988 Aenderungen in der Regelung der Holzwlrtschgft. In der Sitzung des Ministerrates vom 18. Dezember wurden nachfolgende Aenderungen auf dem Gebiete der Holzbewirtschaftung beschlossen: 1. Die Schlägerung von schlagreisem und vorschlagreifem Holz unterliegt im Jahre 1980/87 bi» zu 90 Prozent nicht dem BewilligungSverfahren der Syndikates. Die Gebühren, welche für diese Zeit für die Bewilligung zur Schlägerung bis zu 90 Prozent erlegt wurden, werden zurückgezahlt werden. 2. Die Schlägerung von schlagreifem und vorschlagreifem Holz von 90 Prozenr bis 100 Prozent ist für den gleichen Zeitabschnitt gleichfalls vom BewilligungSverfahren de» Syndikats ausgenommen; dar Recht zur Schlägerung der ganzen 100 Prozent ist an die Bedingung geknüpft, daß der Unternehmer seine Absicht zur Schlä- geruna von ganzen 100 Prozent anmeldet und die vorgcschriebcnen Syndikatsgebühren erlegt. 8. Die ersparten Reserven(Schlägerung über 100 Prozent), unterliegen dem bisherigen BewilligungSverfahren. (AP.) Da» Hauptquartier der Sowjetarmee des Fernen Ostens ist von Tschita nach Chabarowsk verlegt worden, daS im Winkel des Amur, direkt an der mandschurischen Grenze und gleich weit entfernt von der FlotteichasiS Wladiwostok und dem stark befestigten, die Verbindungen zur Aeußeren Mongolei sichernden Blagowestschensk liegt. Alle wichtigen Orte dieser Verbindungslinie, wie z. B. Nertschinsk, sind stark befestigt worden. Im Westen schließen sich die modernen Festungswerke des TranÄaikal» Abschnitts an.- Die fernöstliche Armee des-Marschalls Blücher ist 260.000 Mann stark und nicht an die Befehle des Moskauer AeneralststbS gebunden. Sie verfügt über eine enorme Anzahl von Waffenarsenalen und Munitionsdepots und stützt sich auf ein dichte» Netz von Fort» und Schützengräben. Chabarowsk ist die Basis der Amurflotte, die über 18 Kanonenboote und 18 gepanzerte Schnellboote verfügt, Wladiwostok dagegen ist die Basis der Pazific-Flotte, die 49 U- Boote und etwa-18 größere Schiffe besitzt. Die Luftflotte deS Fernen Ostens ist zahlenmäßig stärker als die des europäischen Rußland. Außer den erwähnten 200.000 Mann kann Marschall Blücher noch aus den. Grenzschutz, lokale mongolische und burjatische Einheiten sowie die 150.000 Mann stark« Armee der Mongolischen Volksrepublik rechnen, die von ruffischen Instrukteuren geleitet wird und ihrerseits über 20 Kampfflugzeuge verfügt Demgegenüber verfügen die Japaner Wer neun Armeekorps, von denen sich vier in Mandschukuo und fünf in Nordchina befinden. Dazu kommen jedoch noch 1. die Besatzungsarmee von Korea, 2. die unter japanischer Füh- heitS- und Strafgesetzes, die jede politische Betätigung untersagen, unterdrücken und verfolgen; b) die Beseitigung der SondergerichtShöft und des JnternierungSsystemS; e) die Amnestie aller politischen Häftlinge und Deportierten; d) die Beseitigung der Sondergerichtshöfe und Internierungslager in allen Kolonien Italiens; «)«ine humanere Behandlung in den Gefängnissen. Alle Organisationen, die im Einheits- Komitee vertreten sind, haben ihr« Mitglieder und Organe verpflichtet, alle» aufzubieten und mit allen ihren Kräften mitzuärbetten, daß die Beschlüße deS Komitee» ist der ganzen interstatio- nalen antifaschistischen Oeffcntlichkeit den entsprechenden tzSiderhall finden sollen. Zur Vorbereitung dieser Aktien sammelt da» Einheits-Komitee ein umfangreiche» Material Mer daS Verfolgungssystem im faschistischen Italien und Mer die barbarische Behandlung derJnhastiertcn und Deportieren. Zu diesem Zwecke hat das Kchnit« eins iWninlungSzentral« geschaffen und toitb da» ge- Amnestiebewegung In Italien Zehn Jahre Mllitär-Sondergeridits- hUfe und Ausnahmegesetz Zum zehnten Jahrestage(27. November) der Errichtung der SondergerichtShöfe und Einführung der Ausnahmegesetze in Italien hat das Internationale Komitee zur Unterstützung der Opfer des italienischen Faschismus(unter Vorsitz von Romain Rolland und Jestn Richard Bloch) am,«ine internattonale Kampagne für die en Verhafteten und Internierten, in Italien sowie für die Abschaffung dir Sondepgerichts- höse und der AuSncchmegesetze de» italienischen Faschismus zu ensialten. In der zu diesem Zweck« vom Komitee Rolland-Bloch in Paris einberufenen Versammlung, wo der Arbeitsplan dieser Aktion besprochen wurde; waren die Verireter dcr verschiedenen italienischen gnttfaschMchen Organifatiosten anwesend. DaS Wtigsft EgtbM dftftr Versammlung war die Verbilligte ärarische Futtermittel . Das Landwirtschaftöministerimn hat«inen Erlaß heranögegeben, wonach die in der Zeit vom -Oktober 1938 biS Ende April 1987 von der Militärverwaltung gewonnenen Mengen Roggenklei« und Roggenfuttermehl wiederum den Lan- »eskulturräten zur weiteren Verteilung«n landwirtschaftliche Bereinigumgeu überlassen werde«. In rrstrr Linie sollen bei dieser Verteilung kleine Lqndwtrte jener Bezirke berücksichtigt«erden, welche- durch(i Sleurentarkatastrophen betroffen wurden^ttib'die Mangel an Kraftfüttermittel häSini Der Preis ist um 2b Prozent niedriger al» der niedrigste Börsenpreis jene» Tage», an. dem dtp Futtermittel dem Landeskulturrat zur Ber- sügung gestellt werden- Hiezu kommen Aä 2.— pro Meterzentner für die Getreidegesellschaft und dle sonstigen Spesen. Säcke müssm die Abnehmer beistellen. Die Mahlprodukte sind' im vorhinrin längsten» innerhalb acht Tage» nach Einlangen der Verständigung über die Zuweisung zu bezahlen. Reim der Kleie ist ein« angemeflene Meng« Futtermehl abzunehmm. Di« r» ngestem- peltrn Gksnche der., l a n d w i 11• s chaftlichru B«rrinigungkn sind bl» längstens 29. Dezember 1938 beider De utschenSektiondeS L an d eh kn lturrateSfürBöhmenin Prag!!.,' Wenzelsplatz 54, einzubringen. Ausfuhr 1985 .WWWWWWWW 684,4 arbeiwr. Da» Ministerium fiir soziale Fürsorge 125,2 teilt mit, daß da» Gesuch der Brauereiarbeiter, 847,9-welche nach der Kontingentierung der Brauereien 288,7‘hie Arbeit verloren, um Unterstützung aus den 85.5 277.1 260,8 748.1 Ein« wirkliche Weihnachtsfreude bereiten Sie Ihrer Dame, wenn Sie Schmuck schenken. Ein goldener Ring, eine Uhr oder ein Halsband wird nicht nu.- dankbare Freude, sondern Jubel äuslösen und Sie werden sich für den Beweis Ihre» vornehmen edlen Geschmack«» belohnt sehen. Juwelierfirmä Basch Rachf., Prag II, Jindtitskä. 8h88 italienische Emigranten leben, sondem muß alle Länder, wo Humanismus und Demokratie noch die schönsten Menschenideale geblieben sind, umä fassen. Auch in unserer Republik wird das Komitee seine Propaganda aufnehmen und es ist zu hoffen, daß cs bei den Demokraten der Tschechv- slowakei verdienten Erfolg hat. Am 10. Dezember fand im großen Saale der MulualitL in Paris eine große französisch-italienische Solidaritätskundgebung statt, die vomJnier- nationalcn Hilfskomitee der Inhaftierten und Deportierten Italiens(Rolland- Bloch- Komitee) EGT(Gewerkschaften). Die Kundgebung nahm organisiert wurde. Die Kundgebung nahm eine Reihe von Resoluttonen an, die die praktische Erreichung der vom Einheits-Komitee ausgestellten Forderungen bezwecken. *-* | Die von der Verkaufsstelle vereinigter tschechoslowakischer Eisenwerke im Monate November 1986 getätigten Lieferungen betrugen 26.408 Tonntn Roheisen und 77.608 Tonnen Walzware. Dir Nnterstüynng arbeitsloser Brauerei» ausznarbeiten. '''Sas Einheits-Komitee kämpft für:.. M ,.. a) die Abschaffuitg der Ausnahmegesetze und und darf nicht nur Sache de» italienischen Volke» i Telephon 82, beantwortet. Prospekte könnest sederzett stir die Beseitigung jener Berfügungen des Sicher- s und. jener Länder seist und Reiben, wo massenhaft I und unverbindlich angefördcrt werdem rung stehende innermongolische Armee von 20.000 Mann, 3. die Truppen von Mandschukuo, 4. die Truppen des„autonomen" Ost-Hopei, 5. die Armee der„autonomen" Tschahar-Provinz. Die Flotienstationen Dairen(Port Arthur) und Rashin verfügen über 150 Panzerschiffe, 28 Torpedobootzerstörer, 57 U-Boote und 8 Flugzeugmutterschisse. Die Hauptoperationsbasis wurde kürzlich von Eashin nach Maisuru verlegt, daS heute stärker befestigt sein soll, als Singapore. Die bisher?, chinesischen Häfen Takukao und TschtzMsieW»P?st»zrd«» ausgebaut. i . Die,.Wichtigsten japanische» Flughäfen befinden sich/in Charbin, Tientsin und Fengtai. Um den Engpaß von Kppekao, der den Eingang zur Mongolei bildet, wurde eine Sperrsortketie errichtet." In Ningsia wstrde ein großer Truppenübungsplatz errichtet, und in Charbin.wurde eist« Truppe von 8000 Mann für Luftabwehr. und Gasangriffe ausgebildet. Für die Jndustiali- fierung von Mandschukuo^ die im Kriegsfall höchst bedeutungsvoll ist, sind 1.5 Milliarden Den vorgesehen, von denen 600 Millionen vom Lande selbst, 300 Millionen durch die Südmandschuri- sche Bahn, 400 Millionen von einem japanischen Bankenkonsortiüm und 200 Millionen durch die neugegründete mandschurisch« Bankenvereinigung aufgebracht werden sollen. Ist Charbist, Hsinking, der Hauptstadt von.Mandschukuo, sowie m Mulden befinden sich riesenhafte Fabriksanlagen zur Herstellung von künstlichem Treibstoff, insbesondere Kunstbenzin und Holzspiritus. Dabei haben die Südmandschurische Eisenbahngesellschaft, die japanischen Konzerte Mitsui und Mitsubishi sowie die I. G. Farben zusammengewirkt. Sanatorium MartinStal, Zwickau i. B.< har auch für diese Weihnachten seine Vorbereitiingen (Unterhaltungen usw.) für einen zufriedenen Aufenthalt aller Kürgäste ustd Weihnachtsurlauber getroffen. Die niedrigen Preis« der Pauschälaufenthoite in diesem herrlich gelegenen Sanatorium Nordböh- ni«n» dieten jedem erholungsbedürftigen Menschen die Möglichkeit, auch nur einig« Tage in einem anderen Milieu, bei ganz vorzüglicher Verpflegung und moderner Unterkunft zu verbringen. So'wird eist' dreitägiger Aufenthalt schon von 120 KJ, in welchem Betrage Perpflegung, Wohnung, P8di(in>|ng und alle übrigen Abgaben inhegpiffen sind, geboten, ein _ o- solcher von 7 Pagen schon von 280 Ai an."Wer „Zehn. Wunsch werden gtrst Sostperarrangement» getroffen ..’!und offeriert. Bei dieser Gelegenheit nigcht die Per« ,... wp-r---«EM» Haltung dA ÄastäforfU» auf die beliehftn Pstst- Eine Unterkommission dieses Einheits-Komitee» tausenden, die in den Kerkern und Verbannung»- schalkuren(8 Wochen) aufmerk'a'n, w-lche sich tu der hat den Arbeitsplan in allen feisten. Einzelheiten inseln des fafchisttschtst Regime» in Jdaliest Preislage von iüüu Ai hi» 1500 Ai btwea'est.i Ästschmachten, ustd zur restlosen Befreiung de» ita-.fragen Werdest getn und ausführlich von der Ber- lienischen Volkes,vom Terror deS Faschismus kann! waliuug des Sanatoriums MartinStal, Zwickau i. B., »uSenstanckel naest lindem“ SJ!” Der Ausweis über den tschechoslowakischen I Im November 1935 betrug die Produktion Außenhandel mit den wichtigsten Ländern in der rund. 87.000 bzw. 110.000 Tonnen. Zeit von Jänner bi» November 1986, bzw. 1985 gibt|. Die von der Verkaufsstelle vereinialer tsche- folgende Daten(in Millionen Ai): Einfuhr Zunahme der Penslonsversldierten Di« Verwaltungskommission der Allgemeinen Pensionsanstalt hielt am 17. dS. eine Sitzüng ab) Nach dem dort vorgelegten Bericht betrug aM 1. Dezember 1988 die Zahl der Pflichtversicher- test 852.641 gegenüber 828.881 am gleichen Tag deS Vorjahre». Die steigende Testdenz der Versichertenzahl bleibt also weiterhin und in stärkerem Grade erhalten. Anter den Neuversicherten überwiegen die Jahrgänge bi» zu 20 Jahren. Auch die Zahl der freiwillig Versicherten,.stieg in derselbe«. Zeit von 7882 auf 10.012, Hingegen sank die Zahl der Personen, welche die VePiche- rung durch den Anerkennungsbeitrag fortsetzen, und zwar von 19.205 stuf 16.588. Die Zahl der Arbeitgeber stieg von 89.897 auf 78.077. Es ist bemerkenswert, daß feit 1984 die Zahl der Versicherten, welche astf einest Arbeitgeber entfallen, ständig steigt. Die Zahl der steu.zuerkannten In» Validenrenten sank hereit» auf das in den Voraussetzungen erwartete Matz. Nach dem in der Sitzung genehmigtest RechstungSabschluh'für 1935 beträgt der Zuwachs des Reinvermögen» der Anstalt' IM Jahre 1985 Ai 282,618.126.^. Di« Verwaltungskommission bewilligt« für Kommunaldarlehen AL 22i700iü0ü.—> für Hypothekqr- darlehen Ai 2,025.000.—, für Darlehen nach dtzin BautörderungSgesetzM 500.000.— und M Zusatzdarlehen zu staatlich garantierten nqch dem Baufürderungssitz fii 8,778.080.—. Clearing-Länder: 1986 1985 1986 Deutschland.. 1.288,2 1.051,8 1.086.0 Oesterreich-,, .819,8 280,8 648,6 Ungarn,,. 125,4 117,8 148,2 Rumänien.. 825,8 226,1 884,5 Jugoslawien■. 807,4 839,8 876,8 Bulgarien.. 89,4 60,8 62,7 Griechenland.. 62,6 47,4 28-1 Türkei... 75,7 68,1 147,1 Ehem. Goldblock: Frankreich,. 404,7 835,8 298,9 Holland..,. 276,1 256,4 202,2 Schweiz.,» 272,7 181,6 ■825,6 Pfundblock:.. England,■ i 413,4 826,9 649,7 Dänemark,. 89,6 48,0 44,7 Norwegen,, 60,1 87,2 97,8 Schweden;<■ 175,7- 188,9 217,4 Andere europ. Staaten: Polen,,» 192,0 214,2 146,0 Belgien.,, 201,0 151,0 170,8 DSTN..., . 72,8 52,8 169,5 Ueberseeswaten: USA..■' i 418,8 848,8 654,2 Kanada.,, 18,8 14,8 51,5 Argentinien,, 145,5 112,8 79,1 Brasilien.,, 71,1 54,2 41,7 Südafrika,-, 21;8 10,9 ’ 76,6 Aegypten.' t. 145,7 105,0 60,7 Britisch,Indien« 269,1 268,7 69,1 China..,, 28,8 25,2 58,2 Australien,, 57,7 47,1 88,8 Seite 8 „Sozialdemokrat' Sonntai», 20. Dezemder 1936. Nr. 296 Hager fieltog, miHROFonfi MK 407 1 ■PROMINENTFON XI 1717 PANFON LUXUS, x- 887'- I MK 307 KOSMOFON «I 1437'. ♦ I K M Ter Präsident der Republik nahm gestern nachmittags an der Ausführung von Jiräseks„Latourn e" im Nationaltheater teil, welche die Tschechoslowakische Lehrergemeinde für die Kinder der Prager Schulen ans den ännsten Schichten veran- staltetc. Nach der Vorstellung hielt sich der Präsident mit’ feinet: Gemahlin beim Weihnachtsbaum der Republikauf dem Altftädter Ring auf und legte in hie Kassa eine Spende von 6000 Ak zugunsten der Jugendfürsorge. -Die Weihnachtsfahrten der Staatsbahnen ins Gesenke, ins Erzgebirge. in die Hohe Tatra und nach Telaarten find gesichert. Anmeldungen für einige Restkarten werden bis LV. Dezember entgegengenom- men im Bazar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 9K.88&—86. ■ Geschwistervaar gaSvcrgiftet. Al» gestern früh um 6 Uhr"veÜ Milchmann der 74jähi:!gen Milchhändlerin Marie Kuba in der Maislgasse die Milch in-,den'Laden brachte, öffnete ihm niemand auf sein Klopsen; er brach die verschlossene Tür auf und sand die Gresfin bewustlos auf dem Bett, in der gaSer» füllten Wohnung liegen. Auf dem andern Bett lag jur'Brüder,' der 87jährige Arbeiter Franz Cermäk, !ier-bei ihr wohnte. Der Arzt der Rettungsstation konnte nur mehr den Tod Cermäk» feststellen;-die ohninächtige Kuba wurde auf die Klinik Schmidt gebracht. wo sie aus ihrer Ohnmacht noch nicht erwacht ist... ES dürfte sich allem Anschein nach um einen unglücklichen Zufall handeln. '-' Dem Gatten in den Tod gefolgt. Gestern vormittag» vergiftete sich im Badezimmer ihrer Wohnung in Präg-Holleschowitz die 8vjährige Bank- beamtenSwiiwe Franziska Stranfttz mit Leuchtgas. In einem hinterlassenen Brief gibt sie an, dass sie den Tod ihre» Manne» nicht überleben könne. Nmst und UWm Voskovec und Werlch Er sprühte Freitag wieder einmal von Witz und politischer Satire im Befreiten Theater und der Beifall tobte noch länge, nachdem der Premieren-Abend von V. u. W»„L i e a rub"(Glanz- und Kehrseite) zu Ende war. Er galt nicht nur den beiden Autoren— den Komponisten JcZek mit seinen Jazzmelodien nicht zu vergessen—, sondern hauptsächlich der diesmal scharf ausgeprägten, pointierten antifaschistischen Tendenz, die sich in den beiden Gestalten von Krev und Mliko(Darsteller: BoSkovec und Werich) und ihren Song» kundtat. Von allen Stücken der beiden ist diese» da» dramatischeste; an die übliche Form von Revue erinnern hier eigentlich nur die Schlagersong» und einige wenige, dafür aber gut einstudierte Tänze.— Ein junger Wann, der verwundet auf der Bahnstrecke aufgefunden wird, wird von einem jüdischen Professor gesundkuriert, und nachdem er einer politischen Karriere in der Partei Kasimir Konrads(Kasimir— Friedenstärer) entsagt hatte, geht er den üblichen Weg über Arbeitslosigkeit in bie chemische Fabrik Noel, wo er zum Führer der-Streikenden wird. Die Inhaberin der Firma, die sich al» die Mutter de» jungen Manne» entpuppt, verbindet sich mit Konrad» Partei,.bezahlt ihre Bewaffnung unb errichtet in ihrer Fabrik ein Waffendepot der Strelfhemden. Die Arbeiter, al» Hüter der Demokratie, entdecken mit Hilfe von Krev und Mliko das Waffendepot und alarmieren durch dar Radio die Arbeiter und da» übrige Volk gegen den bewaffnete» Aufstand der Faschisten..— Die» ist in eine Folge von Bildern und Szenen eingerahmt, dramatisch spannend unb durch eine Reihe gelungener Figuren mit Humor und gutgezielter politischer Satire kann es zum aktuellsten Theater ge- zähit werden.' Eine Anzahl von neuen Schlagern (Parademarsch, Ahnentafel, Onkel Hunger usw.) wird bald wieber zu Popularität gelangen, namentlich»Da» neue Europa". Einige Charaktecjypgn würden besonderer Erwähnung verdienen, so der arbciterfreundliche Direktor Hart in einer gelungenen Maske Lion Blums, der Arbeiter Franta Bidon u;w.. usw. Die trotz allem ovtimistifcke Tendenz, die sich im befreienden Humor äussert, beweist, das B. u. W. heimgesunden haben und ihrer Aufgabe als Wecker gegen alle» Faschisierendo und Reaktionäre gerecht werden. m. i- „Die Optimisten", eine neuentstandene Kaba» rett-Trnppe, veranstaltete am Samstag in der „Urania" einen bunten Nachmittag unter dem Titel Weihnachtreinkäufe, eine Mischung von Kleinkunst und GeschästSreAame, die nicht ganz so lustig wirkte und nicht ganz so viel Publikum fand, wie die optimistischen Veranstalter offenbar angenommen hatten. Von den Darbietungen verdienen die in der Tendenz gutgemeinte Szene von Han» Burger„Was schenke ich meinem Kinde?" und der von Senta Borst und ihrer Tanzgruppe vorgeführte Tanz Spitzen au» tzjjm Erzgebirge" Erwähnung. Bbst den Mitwirkenden sind außer Senta Born.(die gemeinsam mit Victor Heinz Fuchs, dem Spielleiter, die Confkrence besorgte), noch die vielseitige Elisabeth Schütz, die originelle Dita Rösler und die mit Chansonvorträgen beteiligten Fritta Brod und Eva Maria M e d a k zu nennen.—ei»— Der MitgliederauSstellung der llmilerkä Beseda Im RepräsentationShauS geben fünf Künstler da» Gepräge: Capek, Kerhart, Rada, Raba» und Sedlä» kek. Josef Capek ist ein Künstler, dessen scheinbar einfache und doch so kunstvolle Vortragsweise ein tieferer Sinn erfüllt. Seine Bilder sprechen die Sprache eines Dichters, hinter deren schlichten Worten sich immer tiefer Sicht um Sicht austut. Zwei Bilder diesmal sind besonder» schön: die„Braune Landschaft", gesättigt mit dem Dufte dec Erde im schwermüsigen Lichte des Abends, und die„Geschossene Krähe", in ihrer fast heraldischen Verein fachung eine ergreifende Elegie auf da» traurige Sterben der Kreatur. Oldkich Kerhart» Landschaften bestätigen den Eindruck, den feine„Sonder» ausstellung im März dieses Jahre» hinterlqssen hat. Die Feldlandschaft ,,Bei Mileiovka" in ihrem grossen herb-kräftigen Dreiklang von braun, gelb' und jade» grün bleibt ist Erinnerung. Blastimil Rada» Winterbilder. von kahlem Gezweig durchstrichelt oder von rötlichgrauem Dunst verhüllt, lassen die Schneeluft geradezu fühlbar empfinden. Gross, in ihrer trüben Bereinsamung seltsam spannungrvoll wie in Erwartung eine» drohenden Vorstadtdrama» verharrend, wirkt die.Landschaft bei Prag". Väclav Radar malt Felder und immer wieder Felder. Einen ganzen Saal füllen diese Landschaften, in denen e» keinen Menschen, kein Tier al»„Staffage" gibt,-nicht» als die bunte Flickendecke der Feldgevierte über welligen Hängen und Hügeln, endlos nach allen Seiten weiier zu denken, bedeckt mit den uralten Schriftzügen bäuerlicher Arbeit in Rainen, Furchen und Wegspuren. Auch Vojtich Sedläiek» Themen sind die Erde, die Aecker, die Ernte, der Wolkenhimmel über weitem Land. Aber ganz anders al» Raba» schildert er sie von Bewegung und Arbeit belebt und diesmal noch um einiger bewegter in der Stimmung als sonst. Da» sind die fünf. Ihnen gesellen sich noch einige zwanzig Künstler, von denen einige wie Grigori! Mnfatov und Josef Sima gelegentlich ihrer Sonderau»stellungen erst kürzlich gewürdigt worden sind; Sima»„Quelle", ein weiblicher Torso in tvafferumspülten. mhthischem FelSgeklüft al» Sinnbild der Quelle allen Seins, ist charakteristisch für Sima» symbolhafte Visionen. Ein grotzdimensionale» Bild.Lied und Arbeit" von L'udo Fulla vereint in der Art Chagalls Erlebnisse und Erscheinungen in flächiger Komposition. In Rot glühend wie ein Kirchenfenster erzählt e» uralte Legenden in expres- sionistischer Formensprache. Ein Plastiker von vielversprechendem Können ist Jikt Jaska. Seine Porträibüsten und der mit dem Ehrenpreis der Umilcckä Beseda ausgezeichnete lebensgrosse„Torso", ein fein empfundener, in Holz geschnitzter Mädchenakt, bezeugen er. Id. Wichenspielpkan de» Neuen Deutschen Theater». Sonntag 2%: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo, Gastspiel Jarm. Kölrovä, 7%: Ehe A 2.— Montag 7^h:Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung, Abonnement, aufgehpbeg.— Dienstag 8: Das Land de» Lächeln», volkstümliche Vorstellung.. Abonnement aufgehoben.'— Mittwoch 4: T i l l Eulenspiegel,- Erstaufführung. Abonnement aufgehoben.— Donnerstag: geschlossen.— Freitag 2%: Ehe, 72: Aida. D. — Samstag 2lb: Axelan der Himmeks« tür, 7%: Monsignores grosse Stunde, ESkommtnichtzumKrieg, Erstaufführung, BI.— Sonntag.2 sh: Die verkaufte Braut, 8:. Die Liehe eines Fremd en, Erstausführung,. Gastspiel Ernst Deutsch. AI.. Wochcnspiclplan der Kleinen. Bühn«. Sonntag 8: UnentschnldigteStunde,'8:Derschiefe Hut.— Montag 7%: Hofloge, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Dienstag 8: Der sch ie f e H u t, Bankbeamte ll und freier Verkauf.— Mittwoch: geschlossen!— Donnerstag: geschlossen!— Freitag 8: Der schiefe Hut, 7Ä: Matura, Erstaufführung.— Samstag 8: Der Illusionist, 8: Matura.— Sonntag: 8: Menschen aufderEisscholle, 8: Matura. Der Mm Pater Vojtich. Ein tschechischer Rowan, der zur Stummfilmzeit schon einmal auf die Leinwand gebracht wnrde. ist nun nochmal»' verfilmt worden, — aber man weiss nicht warum- Diese unwahr- scheinkiche, mit falscher Tragik überladene Familien- Angelegenheit, bei der e» sich um ein Mädchen handelt, dessen Geliebter, dem Testament der Mutter gehorchend, Priester wird, während sein liederlicher Bruder wegen einer Wirt»hau»räuferei in die Fremdenlegion geht und dann der Vater da» von beiden Söhnen unglücklich geliebte Mädchen zur Frau nimmt, ist an sich nicht viel wert, und wenn sie dastn gar„stimmungsvoll" in die Länge gezogen.wird, mit katholischem Ritual überladen wird, beginnt sw lästig zn werden. Dass ein Regisseur wie Mac F.r fä(der diesjährige Staatspreisträger) einen so langweiligen Film-gemacht hat. ist eine arge Enttäuschung, und dass mm: zwei so ungleiche Darsteller wie die herbdramatische Jikina Stipnikovä und den kitschig posierenden Rolf Wanka hier zusammen spielen liess, war ein unglücklicher Einfall.. Am lebendigsten wirken noch der Vater-Darsteller Kreuzmann und H. Struna in der Rolle derhösen Bruders- .—eis—• MtteiiMgen-iler»Urania* Unvergessliche Filme:„V iktori a" nach Hamsun. M o n.t a g.%6, l-tll Uhr. -»Die Schaubude", da» neue Prager Kleinkunst- Ensemble, debütiert mit der Jazz-QperngroteSke „D i. e P f ä n d u n g S o p e r" und dir lustigen Folge„Jeder se i n e i ge n e r Robinson". Also hereinspaziert. Sie werden sich gut unterhalten am 26., 2g..und 27, Dezember, 8 Uhr, und 81. Dezember, sh9 Uhr. S i lvestervor- stellung 11 Ahr nacht». Karten Urania, Wetzler, Deutsch. StMltiJHii» »Die Toni vom Ballett" mit Liebeneiner, Tschechowa, Paiilsen und. Brausewetter. H e u t e 2, 4, 6 und. U9 Uhr, Dienstag und Mittwoch sh8, WO Uhr. Filme in Prager LIcMspielMuserii Urania-Kino, Prag II., Klimentskä 4:„Die Toni vom Ballett."— Adria:„Ein Mann, der -Wunder wirkte." Nach Well». Ä.— Alfa:„Raubende Augen." M- Oberon, M. Hoplin». A.— Avion:„Rose Marie." A.— Beranck:„Zauber der Mailänder Oper." A.— Fenix:.'Wann ist unsere Hochzeitsnacht?" A-— Flora:„Die Mädel au» der Ziegelei." Tsch.— Hollywood:„Blinde Passagiere." Pat und Patachon. D.— Hvkzda: NeueMickey- Mau»- u nd S illy- Symphon i e- Serie. Halb 8, halb 6. halb 7, halb 9 Uhr.— Juli»:„Liebesmanöver." D.— Kinema: Journale, Grotesken. Reportagen.— Koruna: Journale, Grotesken.— Kotva:„Die kleine Diktatorin." Claudette Colbert. A.— Lucerna:„Wann ist unsere Hochzeitsnacht." A.— Metro:„Pater Adalbert." Tsch.— Passage: „Die Puppenfee." D.— Praha:„Verschollen."' H. Piel. D.i— Radio:„Gassenmädel." Tsch.—. Staat: „Janoöik." Tsch.— Svktozor:„Die Puppensee." D-— Alma:„Unsere Elf." Tsch.— Baikal:„Die Maitresse de» Gouverneur»." Ä.— Belvedere: .Schlussakkord." D.— Beseda:„Flitterwochen." D. — Carlton:„Der Bändiger." W. Beer», I'. Coop e r. A.— Illusion:„Der geheimnisvolle Mr. O'Hara." Cooper. A.— Lido II:„Der kleine Lord Fauntleroy." A.— Louvre:■„Blinde Pässagiere."D. Pat u. Patachon.— Macrika:„Die lustige Witwe." Ä.— Olhmpie:„Flitterwochen." D.— Prrithn: „Der geheimnisvolle Mr. O'Hara." Cooper. A.— Roxh:„Arzt au» Leidenschaft." D.— U Bejvodu: „Das Phantom von London." Fred March. Ai.-—■ Bälde!:„Die unmögliche Frau." D.— Beletrhtz: „Geheimagentin Helene."'D. MerMc -.' Klau» Hinrichsen: Staatliche» Konzentrationslager VII. Malik-Verlag. Dieser Bericht über die Zusiäiide in den deutschen Konzentrationslagern ist eine» der grauenhaftesten Dokumente der grauenhaften deutschen Gegenwart. ES bedurfte nicht der ausdrücklichen Versicherung des Verfassers, dass dem Buch, wahre Begebenheiten zugrundeliegen; die Hen» kersgestalten, die da als SS-Männer austrcten, sind ebenso bekannt wie ihr scheussliches Tun. Freilich, die'-: Menschheit ist schon zu abgestumpft und viele Deutsche, sind zu-niederträchtig-geworden, als dass diese erschütternde Anklage die Wirkung erzielen könnte, die-ihr-um de» Schicksals, der Gefangenen willen zu wünschen wäre., Deimoch wird. das mit eindriuglich-meistcrhaster Erzählerkunst und Mit glühendem- Herzen geschriebene Buch nicht umsonst erschienen sein. Es witt> den Willen der Besten- stär» ken^ an der Beseitigung der niudeutschen Barbarei, an dem Sturze'des braunen Hunnentums mitzuwir» ken.-— Unangenehm und die- politisch-moralische Wirkung abschtvächend ist- das Bemühen des Ver- sassers. auch aus diesem Stoff Material für die.kom- mpgistifche Propaganda, zu.holen. Als ob es bei den sözialdeNiokratifchen Gefangenen keinerlei äkfiven Heroismus gäbe, werden nur die kommunistischen al» die-Träger des Widerstandswillens! geschildert und gegen die Sozialdemokraten: wird-in versteckter Foxm. die Anschuldigung erhoben,, sie- allein seien an dem-Siege.-Hitler» schuld. Diese GdschichtSlüge.wird ilEnichts'chesser:.. wenn-.- sie-in- solchem ZUsainmen- h'ana'hprgettagen,.wird,^sondern'beiveist, höchstens, dass' ch'er. Wiste, zur Wahrheit bei, kommunistischen Schriftstellern emigerinassen beschiÄnkk ist. Die voll e.Wahrheit- aber ist die schärfste-Waffe-.km Kämpfe gegen den Faschismus;—n. Lili Körber: Sato-San, ein fapmüfcher Held. Ludwig Nath-Berlag, Wien-Leipzig. Die Verfasserin behauptet, dar Buch sei ein satirischer Zeitroman. Aber für einen Roman ist e» zu sehr Neiseschilderung, für eine Neiseschilderung zn sehr„Roman". Die Handlung des„Romans" ist reichlich simpel,' die Hauptfigur, nach der das Buch benannt ist, ist noch weniger klar gezeichnet als die Nebenfiguren, die sich in manchmal kindischen Schwätzereien ergehen. Da eS sich hier um europäische Figuren handelt, hat die Verfasserin nicht einmal die Ausrede, diese Schwätze- rcicn seien eine japanische Eigenart. Abgesehen von diesen Schwächen der Buches weist es auch noch sprachliche Mängel auf. Die Wendung„Wenn Ihr e» befiehlt" kommt nicht weniger als dreimal vor. Die Äerfasserin kann sehr anschaulich schildern. Sie sollte aber nicht den Ehrgeiz haben, ihre Eindrücke in Romanform wiederzugehen.—n. Zonta:„Der Bruder wandert«ach. Kalkutta." Der jetzt in Prag lebende Dichter Hugo Sonnenschein, kurz Sonka genannt, ist Sozialdemokrat^ Er ist aber auch ein Begründer und eifriger Anhänger einer neuen Internationale, des Offenen Weltbünde» der Brüder, d. i. einer Bereinigung von Leuten, die-sich „Vagabunden" nennen. Ihre Heimat ist die. ganze Welt und ihr Ideal die Freiheit. Der Offene Weltbund besitzt einen Neunerrat, welcher beschloss, seine nächste Äelttagung in Kalkutta abzuhalten und dahin wandert auch einer von diesen Neun, der deutsche Dichter Sonka.— Sonka, der immer junge Revolutionär,- ist ein wahrhafter Dichter. Davon zeugen seine früheren Gedichtbünde und auch da» vorliegende Buch. Er ist Lyriker mit kiMich frommem Fdeali». mns. Diese Gedichte, die er in einen Zyklus„Das zeitlose Jahr"-- zusammengefasst hat, sind formvollendet ugd vdll dichterischer ANmut. Wie herrlich klingen z. B. die Verse-im Gedichte„Pom sesshaften Bruder":„Ich, Jano, einer.deinen Knechte,-bebaue mühsam kleines Landv fÜnf Finger, Herr, hat meine Rechte,-fünf Finger meine linke. Hand." Oder die „Vision", endend mit den Worten„Die Traumwissenden werden in harten Tagen die neue Blüte der Erde erwarten".— In der Vorrede, in welcher er auch kurz seine Selbstbiographie schreibt, bezeichnet sich Sonka als politischen-Dichter. Kunst ist ihm mit Kampf identisch und seine Dichtung ist Tendenzdichtung. Man könnte-ihn am besten mit dem deutschen Dichter Peter.Hille vergleichen, diesem Dichter und Vagabunden, dem Nachfahren und Verehrer. von Frangois Villon. Das Buch erschien in Prag in der Edition Offener Weltbund. r. i. Jaroslav Krawchdll:»Besnie«." Der bekannte Legionärschriftsteller Jaroslav Kratochvil hat im Verlag„Ein" ein neüe.S Buch herauSgegeben, welche» fünf Erzählungen aus dem Leben auf dem,.Dorfe enthält, E» ist eigentlich die Neuauflage-eines im Jahre 1926 erschienenen imd- in den letzten zwei BorkriegSjahren entstandenen Buches. Da» Dorf, wie es lebt, mit allen seinen Leidenschaften und Lastern,- mit der Poesie de» Lande» und seiner Trauer, ist der Inhalt dieser interessanten Prosa.' r. i. - Milena Rovtkovt:„Tev«et» nikdtz".-„Jetzt oder nie", sagten sich Masaryk und alle, welche an der Gründung de» tschechoslowakischen Staate» im Weltkrieg mitarbeiteten. Die, Autorin, eine Sozialdemokratin, hat schon vor mehreren Jahren im tschechisch-sozialdemokratischen Parteiverlag einen Masa- rykromän„Muss a boj" HerauSgegeben. Auch der jetzige'im„Ein" erschienene Roman befasst' sich in hervorragender Weise mit Müsaryk. Man muss vor allem- anerkennen, dass dies Erzählungskunst der Schriftstellerin seit der Herausgabe des ersten Romans einen grossen Fortschritt gemacht hat. Da» vorliegende Buch schildert-in-feffelender Weise die Ereignisse, welche, sich, während de» Kriege» abspielten, als Mqfarhk feine Arbeit, die zum Ziele führen musste, begann. Der Leser findet- darin, manche ihm nicht bekannte Detail» und erficht aus dem Werk, dass Demokratie und sozialer Geist^Leitgedanken wären. welche Masarhk unb Benes(hier heisst er Dr. Bil- slh) sowie viele andere zu Stützen des kommenden Staate» machen wollten. Da» Buch zeugt vom grossen Fleisse der Schriftstellerin, die viel Material fichten und studieren musste, um dieses hochpolitische Buch zu schreiben.. Im-Roman ist kein enger Patriotismus und Rationalirmu», sondern nur Liebe' zur eigenen Nation, gepaart mit der Liebe zu allen Völkern im Sinne der Masarykschen Humanitätsideale. r. i. Karel Havlikek:„Tiroler Elegien". Wieder hat F>. W. N i e l s e n im Selbstverlag ein Buch herausgegeben, durch welches er klar bewiesen hat, dass die tschechische Sprache für einen fleissigen Menschen keine unüberwindliche Festung ist. Wenn- von seinen Neruda-Uebersetzungen mit Recht gesagt werden konnte,-dass-sie ein Dank de» Emigranten für- die Gastfreundschaft des Lande» sind, gebührt jetzt ihm der Dank des Lande» für. seine vorzüglich« Ilcher- setzung eine» Gedichtes, welche» vom ganzen tschechischen Bolle so hoch geschätzt wird, wie die-„Tiroler Elegien" von Karel Havlikek Borovskh;-Nielsen hgt sich in den Sinn der Havliiekschen Satire auf den altösterreichischen Bürokratismus.‘ hineingelebt und mit vielem„Verständnis das Gedicht dem deutschen Leier mundgerecht^gemacht.' Die„Tiroler Elegien" schildern iw lustiger Weise. Havlikek» Verhaftung und seine-Fährt inSExil nachBrixen im ehemaligen Südtirol. Nielsen schreibt; in der Vorrede, dassMav- likek noch lebt:„Sein Geist lebt, seine Tat, sein Opfer und noch(in» Barbarische gesteigert^ auch fein- Leiden. Er lebt und heisst'.— Carl von. Ossietzky!" Da» Buch enthält einen Brief Havlikeksan Paläckh, in welchem er ihm' seine Verhaftung und seine Fahrt schildert und ihn, mitteilt, dass'er die» alle» noch humoristisch beschreiben' will. Zum Schluss sind-; Gedanken Masarhk» über Havlikek hiirzugefügt. Ueberall fit; neben, der,deutschen Ucbersetzung auch der tschechische- Originaltext,-so dass man; Äergleiche änstellen kann, die immer zum LÄe Nielsen» ausfallen '-müssen,.' ," B e zug r b.e d i n gu n gr n: Bei Zustellung in»Hau» oder bei Bezug durch die Poft.monatlich-Ak 18.—, vierteljährlich Aö 48;—, hqlbjährig Ak 96.—' ganzjährig fii 192,—.— Inserate.werden laut .. Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen PreiSnqchlass.— Rückstellung von Manuskripten ekfölgt nut bei. Einsendung der.Netvurmärten.?— Die-Zeitunarfrankatur- würde von der Post- und Tele- Lpaphendirektion mtt-Erlass-Nr. 18.800/W/1980 bewilligt.— Druckerei:.^VrblS", Druck-, Verlag», und 8eitu'ng»-«.-G. Prag.