(«SCHEIN 7 MIT AUSNAHftft DES MONI AG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION und Verwaltung prao xii.,fochova«2. TELEFON 53077 HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAICEURi KARL KERN. PRAG. UNTBA10RGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK Einzelpreis 70 HbIIbi (einschließlich 5 Heller Porto) 16. Iahroang MUtwock. 30. Dezember 1936- Nr. 302 dieses I.ON6ON„überrascht" London.(HavaSl) Sie Bewilligung, welche die Regierung der Bereinigten Staaten einer amerikanischen Firma gur Ausfuhr von Flugzeu« gen für die Iranische Regierung erteilt/ hat, hat Der„Pälos M-Zwlscherifall Deutscher Kreuzer setzt Freigabe des Dampfer» durch Bild a». Die baskische Regierung teilt mit, daß der Kommandant deS deutschen Kreuzers „Königsberg", der in der'Bücht von Bilbao vor Anker ging, die sofortige Rückgabe des beschlagnahmten und nach Bilbao eingebrachten deutsche» Dampfers„P a l- o s" samt Ladung und Besatzung gefordert hat. Die baSkische Regierung gab dieser Forderung statt, wobei jedoch ein Teil, der Ladung» der auS Kriegsmaterial bestand, zurückgehalten wurde. Der deutsche Kommandant machte aber vorbehaltlose Ansprüche auf. die ganze Ladung geltend und die Verhandlungen werde» deshalb noch fortgesetzt.■ Nach Informationen auS aufständische» Quellen soll die Forderung in ultimativer Farin gestellt und mit 24 Stunden befristet gewesen sech. die/Vertretung der Arbeitgeber im ständischen' Aufbau" sind ganz allgemein, gehalten, die.'U»- ternehmerverbände können weitgehend tun ütid lassen, was ihnen gefällt. Die/„Verordnung zur Neuordnung der nationalen Berussveretne" Paris. Die Pariser politische Oeffentlich» kelt erwartet mit Interesse"die Antwort auf die diplomatische Intervention Englands und Frankreichs betreffend die Entsendung von Militärfreiwilligen nach Spanien. Insbesondere die deutsche Antwort wird mit Spannung erwartet. Einigen Meldungen zufolge werde Reichskanzler Hitler, der auS Berchtesgaden zum Begräbnis deS Generals Seeckt nach Berlin zurückgekehrt'ist, über diese Antwort verhandeln und ste am Donnerstag abschicken. Die Berliner Korrespondenten der Pariser Presse deuten an, dass die deutsche Antwort stark ausweichend sein wird und dass Reichskanzler Hitler Zelt zu gewinnen und den Bürgerkrieg in Spanien zu verlängern sucht, wodurch er daS Eindringen des deutschen Elementes nach Spanien stärken würde.' Erhebliche Aufmerksamkeit hat in Paris ein Artikel deS„Daily Telegraph" hervorgerufen. Der Artikel'handelt darüber, wie sich der deutsche Einfluss in Spanien, insbesondere an der französischen Grenze in den Pyrenäen, vom Mittelländische» Meer bis zum baSkische» Gebiet plan'- nmssig ausbreitet. Unter, dem Borwand, verhindern zu wollen, dass die. spanischen RegierungS» nbtellungen Son her' franzöflschen Regierung versorgt werden, bereite Deutschland seine strategischen Positionen in• Spanien, vor. Pertina s. der soeben von einer mehrmonatigen Bortrags- tournee in den Bereinigten Staaten von Amerika zurückgekehrt ist,.schreibt im ,,Echo de Paris": Bei dem Anblick der schrecklichen Ereignisse in Spanien wollen sich die Franzosen und Engländer immer wieder vor Augen führen, dass künstig- hin an den sranzöfischen Mobilisierungslinien Deutsche und Italiener ansässig sind, die auf diese Weife einen wirksamen Druck auf die westeuropäischen Mächte DaS Deutsche Nachrichtenbüro meldet, dass der. Dampfer„PaloS" zwar schon freigegeben sei und seine Reise fortsetze, dass aber außer einem Teil, der Ladung auch ei» spanischer Staatsangehöriger, der sich an Bord deS Schiffes befand, zurückbehalten worden fei und eine restlose Erledigung der Angelegenheit also noch ausstehe. . Washington..(Reuter.) Wie daS Staatsdepartement mitteilt, ist Wer amerikanischen Firma, die den Berkaus von. Flugzeugen nrrmü'telif die Bewilligung. zur Ausfuhr von Flugzeuge« und Flügzeugmotore» für die spanische Vfegierung ins Werte von 2,777,000 Dollar eüeilt morde». ES ist dieS die erste Bewilligung zur Ausfuhr von Krieg,Smatetigl stach der, spanischen Kriegszone. DaS iStaatSKsPartement hebt hervor. daß daS amerikanische ReutralitätSgesetz her' Regierung nicht das Recht gibt» s^che Bewil- nährung zwischen Italien und Grohbriiannien steht absolut nicht im Widerspruch, welche sich auf die Achse Berlin-Romistlltzt. Der Versuch, der Welt einzureden, dass die Beseitigung der Schwierigkeiten zwischen Italien und'England hinsichtlich des Mit» ielmeereS soviel wie einen gegen Deutschland gerichteten Akt bedeute, ist, ein„lächerliches Beginnen". Die italienische Politik' erfährt keine Aenderung, sondern entwickelt und harmonisiert ihre Prämissen. Madrid. Der Rat für die Berieidigung Madrids'teilte Dienstag mittags mit: Im Abschnitt von Usera unternahm der Feind am Vormittag einen Angriff auf die wichtige Position von Elebasurero. Der Angriff wurde durch Maschinengewehrfeuer aufgehalten. An der asturischen Front versuchte« die Aufständischen vergeblich die Gemeinde OlivareS zurückzuerobem. An der Front von Cordoba unternahmen die Republikaner einen Angriff und eroberten die Po» sitionen zurück, ddren sich der Feind bemächtigt hatte.- Ein Kampf der Cliquen In Danzig• Danzig. Presseuachrichten zufolge hat die politische Polizei in Danzig während der Weih- nachtötage einige Personen verhaftet. Unter den verhafteten befinden sich auch 20 Mitglieder der nationalsozialistischen Partei. Wie gemeldet, wurde noch vor Weihnachten der Mitarbeiter. des offiziellen Organs' der NSDAP..„Danziger Vorposten", Dr. Wal» ter, verhaftet. Nach den in Warschau vorliegenden Meldungen setzte die Gestapo in den ver» gangenen Tagen die Verhaftungen unter der Mitgliedschaft der NSDAP, fort. Die Zahl der verhaftete» Nationalsozialisten soll 50 betragen. Unter den Verhafteten befinden sich einige höhereParteif u n k t i o n ä r e und Vertrauensmänner des Gauleiters F o r st e r. Es. würden'auch einige staatliche Funktionäre, Mitglieder der NDAP., wie Dr. Minzen und Ge» richtsassessor Reich verhaftet. Besonders zahlreiche Verhaftungen wurden unter den Sturmtrupplern vorgenomme».. Ueber die Gründe' der Verhaftungen liegt bisher nichts Konkretes vor. Man vermutet, dass die Gestapo auf die Spur eines Komplottes im Lager der Danziger NSDAP, gekommen ist, das die-Beseitigung des bisherigen Senatsprästden» ten Greiser und dessen Ersetzung durch den Äaultttgr..Ap.rst^r..zuNL.Zweck.hatte..Den.Verhaftete» wird serner die Aufrechterhaltung geheimer Beziehungen!, zu deck-Oppositionsparteien zur Last gelegt. Wahrscheinlich in Verbindung " damit lvürde dieser Tage der Sekretär, der oppositionellen Dentschnationalen Partei, VolkStagS« abgeordneter Gamm- verhaftet. Tschanskalschek bleibt am Ruder Nanking.(Reuter.) Der politische Zrü- j iralausschuss hat Dienstag tekanntgegeien, dass Marschall Tschangkischek seine Aemter alS Mini-! sterprästdent und Generalissimus wieder über-, nimmt. Durch diese Erklärung werden die Gerüchte zerstreut, daß der Marschall zurücktteten i bolle. Der zentralpolitische Rat der Kuomintang beschlosst ferner.'auf, Antrag TschanglaischekS, die Entscheidung über die Affäre Tschangsuelkang einem MilttäranSfchuß zu- übertrage»-imd---die-» militärische» Operationen gegen Sianftr einzustellen. Mit Rücksicht auf die letzten Ereignisse wurde für den 12. Mär» eine Plenartagung deS Zen- iralvollzugSauSfchusseS, deS höchste» Organes der chinesischen Regierung, daS bisher nur zweimal züfammengetreten ist, einberufen, bei der über die Beziehungen zu Japan und über die Lage in Nordchina'verhandelt werden wird. Die chinesische. Presseagentur EeniralnewS erfährt aus Nankinger, amtlichen Kreisen, dah Marschall Tschangkasschek trotz demWiderstand der Nankingregierung gegen seine Demission ne»erlich b e miss t o n i e ren werde, da er, sich mls Führer, der ganzen Nation fÜd verantwortlich ,an dem Aufstande in Sianfu betrachte. Anderer- sei(s erfordere auch sein, Gesundheitszustand eine- längere Ruhe. Rhn>Än!ellis: .einmütig genehmigt Paris. Die Kamnier genehmigte in Anwesenheit, von VSü Deputierten einmütig die Regierungsvorlage, welche dest Finanzminister ermächtigt, der Anleihe für die,polnisl^-Regierung' und der Anleihe für die!-französisch-polnische Eisenbahngesellschaft, beiden in der Hesatnthühe von 1400 Millionen Francs, die S t a a t s.- LM^^st.ti-e^u-gewähre»^ U5A bewilligen Flugzeugsendung für die spanische Regierung auSüben können und sich nicht so leicht Vorteiles begebe» werden. Fühlungnahme mit Rom Berlin. DaS DRV meldet aus Rom: Auhcn- minister Ciano hat Dienstag den deutschen Bot- schafier von Haffell und später den portugiesischen Gesandten D'Avila Lima empfangen. In politischen Kreisen wird angenommen, dah die Besuche einer Fühlungnahme über die französisch-englische Demarche gegolten haben. Moskau einverstanden Moskau.(Reuter.) Volkskommissar für AenssereS Litwinow hat dem französischen und dem britischen Botschafter erklärt, dass die Sowjetunion mit der französischen und britischen Note betreffend Entsendung von Freiwilligen nach Spanien im Prinzip ü b e r e i n st i m m e. Doppelspiel Mussolinis? Rom. Der diplomatische Redakteur der Ägen- zia Stefans schreibt: Im Zusammenhang mit den Nachrichten über.die Interventionen der letzten Tage, die von Paris und London gegen das mili- ,,Frische Eingreifen in den.spanischen Bürgerkrieg Salzburg.(Tsch. P.-B.) DaS Schöffengericht in Salzburg verurteilte in zwei Verhand- >l>''" in den britischen diplomatischen Kreisen eine g e«\ bände für hie Unternehmer und.für die-Arbeiter w i s s e U e b e r ras ch st.» g he'rvorgerufen^ ES-.und.Angestellten gegickndet. Die.«Grundsätzefür wird bemerkt, dahieist"derartiger.Schl!itt-unter——' L-•>.■■ den gegenwärtigen Umstässden>,besonders' un passend" sei/ Es ist nicht- ausgeschlossen, dah Großbritannien-' im. Namen. des Nichtein- MischUngsausschuffesdaS'StaatSdepartement'in^„ HDMWWWW Washington darauf aufmerksam machen wird,(ebenfalls vH: 23. September 1033) machtidie dah- es- im Interesse des^allgemeinen-FrkedenS! einzig noch- Paubten Arbelterorganisationdn-Dü liege, die Bestrebungen Frankreichs und Groh- einer Behörde; sie sind der staatlichen Verwaltung britanniens zur Einhaltung der Neutralität sticht' untergeordnet» iiLuhlen-bedürfen der. Bestätigung zu erschwere».'' i durch die Regierung.„Nationale Berufsvereine" der illegalen Oxganisätiost der„Revolutionären i Ausfuhr Von KriegSmäterial nach Spanien zu Eoziülisten" versucht hatten. i verhindern.--!. Deutschlands Antwort ausweichend? Das faschistische Portugal Etappe der spanischen Meuterer Der Bürgerkrieg in Spanien hat die Aufmerksamkeit Europas auf Portugal gerichtet, ein Land, das zwar nicht einmal sieben Millionen Einwohner hat, aber als Etappe für FraneoS Armee nicht untvichtig ist. In Portugal stapelten die spanischen Generale italienische Kanonen und deutsche Bomben für ihren Ueberfalt auf die spanischen Arbeiter und Bauern. Ueber portugiesische Häfen kamen und kommen italienische und deutscheWaffen für dieTruppen der spanischen Konterrevolution. In Portugal stiegen die ersten Flugzeuge zum Bombardement spanischer Städte auf. Portugal entwaffnete versprengte Milizen der spanischen Republik und.lieferte sie den Marokkanern Francos aus, die sie ausnahmslos ermordeten. Portugal ist die sichere Etappe der spanischen Reaktion, denn in Portugal wurden alle Arbeiterorganisationen zertreten, sind die Arbeiter und Bauern unterdrückt, leben Grossbe- sitz und regierende Klique auf Koste» eines unglaublich verelendeten Volkes. In Portugal ist schon seit 1023 der grösste Teil des Verwaltungsapparats in den Händen einer OffizierSkligue. Mit Hilfe sozialistischer und linksrepublikanischet Arbeitergruppen, vor allem der Eisenbahner, jagten die„Reiniger" das Parlament auseinander. Den Arbeitern be- ... kam das Bündniß mit den„sozialen Generalen". iMernvSW» tbilkden,' sind fa der"Weltpresse auch j'schltchtl'Dik Gewerkschaften wurden aufgelöst, die unrichtige und tendenziöse Auslegungen hinsichtlich• Funktionäre würden verhaftet und zum grossen der italienischen Auhenpoliiik aufgftaucht. Die An- s Teil in die aftikanischen Kolonien deportiert. Der '-«*'>■■--’-'-j Versuch(int Feber 1027), die Freiheit zurückzu erobern, mißlang. Nach einigen Tagen blutiger Strahenkämpfe brach der vornehmlich von den Eisenbahnern getragene Widerstand in der Hauptstadt Lissabon und in der Hafenstadt Oporto zusammen. Die Diktatur stabilisierte sich, die Militärs einigten sich mit den herrschenden Schichten des Grohbürgertums und des Grossgrundbesitzes auf Kosten der Arbeitenden. Kleinbauern darben, während 42 Prozent des lulturfähigen Landes brach liegt. Die portugiesischen Diktatoren haben es leichter als die Diktatoren Italiens, Deutschlands oder Oesterreichs. Die Zahl der in Industrie und Handwerk Tätigen wird offiziös auf nur 800.000 geschätzt, in Verkehr und Transport sollen 100.000 tätig sein, davon 70.000 bei dest Eisenbahnen, in der Fischerei 65.000 und im Bergbau 25 bis 30.000. In öffentlichen Diensten stehen etwa 100.000 Portugiesen. Der größte Teil der 7.2 Millionen Einwohner lebt von Landwirtschaft. DieArbeiterorganisationen hatte»,, als die Diktatur sie aüflöste, nur einen tlei» nen Teil der zahlenmäßig schwachen Arbeiterschaft erfaßt. Die freien Gewerkschaften, die trotz des Terrors der Militärdiktatur allmählich wieder die Tätigkeit aufnahmen, konnten nur langsam Fuh fassen. Durch die«ständische Verfassung"/die' 1033 die„liberale" Periode der Miiltärdiktatur abschloh, brauchten daher nicht wie in Italien und Oesterreich einflußreiche Arbeiterorganisationen. lahmgelegt zu werden,, durch ste.soll daS Entstehen einer starken modernen Arbeiterbewegung verhindert und daS Uehergewicht der Unternehmer und Großgrundbesitzer gesichert werden, Die Korporattvversaffung Portugals weist, genau die gleiche Mischung hpn^Unternehmerfreundlichkeit, Arbeiterfeindlichkeir und sozialer. Demagogie auf, die für. alle.Ständeverfassungen. charakteristisch ist. Jede einzelne Bestimmung wird damit begründet, daß der„Kkassengeist" überwunden werden müsse, dah aber die wirtschaftlichen „Hierarchien"- zu berücksichtigen seien,- die erst,vdn „lebendigen Organismus der. Natwn" bilde». Ls , wurden(am 28. Sdfttember'1033) Monopolver- Sette 2 Mittwoch, 80. Dezember 1086 Nr. SYS werden nur anerkannt, wenn sie sich zu gelben Grundsätzen und zur«Ablehnung des Klassen« kampfcs" bekennen. Sie dürfen ohne Genehm!« gütig der Regierung Iveder internationalen Or« ganisationen angehören, noch an internationalen Tagungen teilnehmen. Sie müssen das, was der Diktator als»höhere Interessen der Nation" bezeichnet, toahcnehmen. Wenn»nationale Berufsvereine"»di« ihnen übertragenen... Ausgaben nicht erfüllen" oder gar»einen Streik oder Pie Niederlegnng der Arbeit Hervorrufen oder fördern", werden sie aufgelöst.»Die persönliche Haftung der leitenden Organe" in derartigen Fällen wurde zur Einschüchterung ausdrücklich festgelcgt. Diese„nationalen Berufsvereine" haben den so- zialreaktionären Maßnahmen der Diktatur keine Schwierigkeiten gemacht. Trotzdem dürfen Be- ainte und in öffentlichen Betrieben und Verwaltungen beschäftigte Arbeiter und Angestellte nicht einmal den gelben Berufsvereinen angehören. Eine der tvesentlichen Leistungen deS neuen »Ständestaates" Ivar die Zerstörung der einiger- maße» entwickelten Sozialversicherung. Man entdeckte.(am 16. März 1988) plötzlich, daß das bisherige Versicherungssystem ein»Produkt des Auslands" sei, daß es starr« und gleichmacherische Formeln ausstelle und darum nicht zu den traditionellen portugiesischen Versicherungseinrichtungen Passe, die auf einer»unterschiedlichen Behandlung der Berufe und der sozialen Schichten" beruh«. Die Versicherung sollte so gestaltet werden, daß den»verschiedenen Graden der sozialen Hierarchie" und vor allen Dingen der»wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der verschiedenen Gruppen" Rechnung getragen wird. Dies erfolgt zunächst in der Weise, daß die Arbeiter einen höheren Prozentsatz von ihrem Lohn als Beitrag an die ueuen BersicherungSeinrichtungen abzuführen haben, als die Unternehmer. - Lohn- und Lebensniveau waren in Portugal zu jeder Zeit erschreckend niedrig. Sicher ist, daß di« segensreichen Einrichtungen der Diktatur hieran nicht das mindeste geändert haben, obwohl man nach berühmten, Vorbildern einen»Plan" zum wirtschaftlichen»Wiederaufbau" ausgestellt hat, und sogar, um alle zu übertrumpfen, gleich einen»FüufzehnjahreSplan". Der UnterstaatS- selretär des Korporationswesens mußte öffentlich feststellen,»daß in bestimmten Industriezweigen. die Löhne unter das unbedingt erforderliche Eristeiizininiinilin sinken, ohne daß man dafür eine andere Erklärung finden kann, als die Absicht, durch Lohnsenkung den Konkurrenten unterbieten zu können".(1.August198S.)»In gewissen industriellen Zentren, in denen eS zahlreiche Arbeitslose gibt, wurden erwachsene männliche Arbeiter durch Frauen und Kinder ersetzt, sind die Löhn« plötzlich ohne irgendeinen ersichtlichen Grund herabgesetzt Wörden. Die Unternehmer hüben, obwohl ihnen di« Mittel dazu' zur Verfügung gestellt worden sind(l), nichts getan, um bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen."(Erklärung deS Ministeriums vom 24. August 1934). Die Löhne im portugiesischen»Ständestaat" gehören mit.zu den schlechtesten Europas. Sie sind so niedrig, daß die Diktatur sich lange schämt«, dem Internationalen Arbeitsamt Angaben über ihre Höhe zu machen. Die Arbeiter der Städte, die Landarbeiter und die landlosen Bauern sind verbittert. Diese Unzufriedenheit der Arbeiter und Baueri' könnte der Diktatur gefährlich werden. Doch die Orga» nlsierung der über das ganze Land verstreuten Unzufriedenen ist außerordentlich dadurch erschwert, daß durch die systematische Vernachlässigung des Bolksschulwesens noch immer zwei Drit»> Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rotenfeld Fade Sachen war«in Lieblingsausdruck deS Bacons Silbermann gewesen.„Solang die faden Sachen sind, darf nicht.serviert werdest", hatte er vor den Empfängen in seiner Villa den Lakaien befohlen.„Erst wenn die Sängrin auSgesungen hat, kommt'S Vergnügen." An GennoS Gedicht:» gemessen, war die heiserste Sängerin ein hoher Kunstgenuß; Mittelmeier verstand etwas von Kunst, er hatte den. Baron auf allen Reisen begleitet und hundert Museen besucht. .'„Und nuu",>kagte Genno,'„um auch dem Wunsch unseres verehrten Freundes Mittelmei c jsu entsprechen, etwas Heiteres. Es ist nur«'n Gelegenheitsgedicht, und di« Personen dürsten der Tischrunde nicht ganz unbekannt sein." Es waren schlechte Verse, ohne Witz. G'r handelten von einer Dame, die in reifen Fahren einem jungen Knappen, ihr Herz schenkte, einem Knappen, der sie, bediente Und in grenzenloser Liebe zu ihr aufsah wie zu einer Göttin. Da schenkte sie ihm eine Krawatte, er band sie an die' Lanze und zog mit dieser wehenden Fahne durchs Üand; allenorts die Schönheit seiner Herrin verkündend. Genno las, aber das Lachen blieb aus. Rach der letzten Zeile, di« er für besonhMS humorvoll gehalten, batte, lag starres, steinernes Schweiget! über dem Zimmer. Hugo riß die Tür auf, knallt«; sie hinter sich, lief in die Küche, in den dunkelsten WiNftl, verbarg sich, zitterte gm ganzen Körperkämpft« mit den Tränen, du darfst hier nicht vet« icl des Volkes'/ drei Viertel der Arbeiterschaft weder lestst noch schreiben und daher genau so wenig«Inen Tarifvertrag wie eine oppositionelle Druckschrift entziffern können. Doch die Unzufriedenheit hat jetzt— nicht zuletzt unter dem Eindruck der Kämpfe in Spanien— ein der Diktatur bedrohlich erscheinende» Ausmaß angenommen. Nach zehn Jahren Militärdiktatur, nach drei Jahren Siäudeschwindel hat die Diktatur(am 16. September 1986)«ine neue Terrorgrupp« aufstellen müssen, di«»portugiesische Legion", die den»Kampf gegen den innrrn Umsturz" führen soll. Von dem Ausgang de» spanischen. Bürgerkriege» hängt wohl auch da» Schicksal de» Faschismus in Portugal ab. de» Berichtes,, für die im Juni stattsindestde Arbeitskonferenz sein. Arbeiter end Arbeiterinnen der chemischen Industrie! Di« Unternehmer find Gt»strr dfr Verkürzung der Arbeitszeit, Gegner eine- Lohnausgleich» bei verkürzter Arbeitszeit. Sie bestreiten, daß die Arbeit in dielen Zweigen de« chemischen Industrie gesundheitsschädlich sei. So sehr wir die guten Absichten de» I. A. A. schätzest, dürft Jhr^nicht vergessen, daß der Kampf für die Durchsetzung Euerer wichtigsten Forderungen, um dir Verkürzung der Arbeitszeit, ausreichenden Lohn und sonstige sozialpolitische Notwendigkeiten die Geschlossenheit der Arbeiterschaft und Ausbau Euerer freigewerkschastliche» Organisation erfordert. Neuer britischer Gesandter In Prag London. Der König stimmte der Ernennung des Botschaftsrates Minister B. C v th- rane-Newton bei der Botschaft ist Berlin zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigen Minister in Prag nach dem bisherigen Gesandten T. H. Bentinck zu, der zum Botschafter in Santiago de Chile ernannt worden ist. T. G. Masaryk gesund. Im«Nckrohni Osvo- bozevi" schreibt der Arzt deS Präsident-Befreier» Dr. A. M a i r n e r über dessen Gesundheit. Danach hat Masaryk di« Krankheit, die ihn im Sommer 1984 befallen hat, überstanden. Insbesondere seit der Abdankung de» Präsidenten hat sich der Gesundheitszustand gebessert. Er ist körperlich bei bestem Wohlbefinden, geistig agil, die Herztätigkeit ist tadellos. LandeSpräsident Rozsypal in Pension. Der Landespräsident von Karpathorußland Anton Rozsypal geht am 1. Jänner in Pensipn. Rozsypal hat da» Amt, da» er nun verläßt, seit 1928 bekleidet. Vorher war er Bezirkshauptmann von Kladno.— Der künftige Landerpräsident dürfte der bisherige Vizepräsident Dr. Jaroslaw M e z- niksein. Wechsel' im Prager Polizeipräsidium. Der bisherige Polizeipräsident von Prag Dr. D 0» l e j i tritt zu Neujahr in. den Ruhestand.über. Sein vorläufiger und vielleicht auch endgültiger Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Regierungsrat' Dr. Tharvät. „S erlllslertes" Gold Washington. Das amerikanische Schatzamt hat am Dienstag zum erstenmal mitgeteilt. daß eS am 24. Dezember Gold für l4,g0ü.l)0ÜDol- lar'„sterilisiert" habe. Da» Schatzamt hat«in« eigene Kassa errichtet, wo e» das in der letztest Zeit in immer höherem Maße«ingeführt« Gold „blockieren" wird, damit e» die BanktndepötS nicht vergröhem kann. Zu diesem Zwecke gibt das Schatzamt Anweisungen auf die öffentliche Schul» genau in der gleichen Höhe, die da» Gold hat, apsj welch« in diese Sonderkassa eingebracht und dort angelegt werden. Diese Maßnahme der„Sterilisierung de». Goldes" hat Staatssekretär Morgenthau- ge« troffen, da er einen' ungünstigen Einfluß allzst großer Goldvorräte in den'Bereinigten Staaten auf die Wsrtschaftsverhältniffe, insbesondere auf die P r ei s e befürchtet«. Vie Arbeitszeitverkürzung in der chemischen Industrie Internationales Arbeitsamt und Arbeitervertreter für, Unternehmer gegen die 40-Stunden-Woche Die Internationale Arbeitskonferenz im Juni 1987 wird sich u. a. auch mit der B e r« lürzung der Arbeit»- eit in der chemischen Industrie zu befassen haben. Zur Borbereiwna dieser Beratungen wurde auf Grund«ine» Beschlüsse» deS BertvaltungSrate» de» I. A. A. in der Zeit vom 7. bi» 11. d. M. eine technische Tagung in Genf abgehalten, an welcher elf Staaten, darunter die Tschechoslowakei, teilnahmen. Die tschechoslowakische Regierung wurde durch Dr. Kotek vom Mrsorgeministerium und Dr. Pirkaiek vom Handelsministerium vertreten, die Unternehmer durch Sekretär Wilhelm(Verband der chemischen Industrie im Deutschen Hauvt« verband der Industrie, Aussig) undDr. Jedliöka (tschechischer Anduftriellenverband), die Arbeiter» gruppe durch Julius John(Fabrikarbeiterverband. Aussig), Ferdinand Nckdvornkk(Verband der chemischen Arbeiter, Prag) und W. Bohätek < Nationalsozialisten). Die Beratungen, welche der belgische Regierungsvertreter Jacaucs Berwaeck leitete, wurden mit einer allgemeinen Aussprache«rossnet, an welcher sich von den tschechoslowakischen Delegierten Dr. K o t«k. Dr. Jedlikka, John und Nädvornil beteiligten. Dir Vertreter der Arbeitgeber»erhielten sich zur Berkürzuug der Arbeitszeit ablehnend. Die Arbeitnehmervertreter erklärten: Die Statistik, mit welcher die Unternehmer den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit nachweisen wollen, sei nicht ohne weiteres glaubwürdig. In zahlreichen Staaten bilde di« ArbeitSl^nstatistik überhaupt keine sichere Grundlage mehr. Di« Gefahr der Mangels an gelernten Arbeitern könne nicht angezogen werden, denn«ine der Eigentümlichkeiten der chemischen. Industrie bestünde eben darin, daß die Arbeiter zwar sehr spezialisiert sind, aber keiner langen Lehrzeit bedürfen. DI« chemische Industrie gehör« zu jene». Zweigen, in welchen der Anteil der Löhne an. den, Herstellungskosten am geringsten ist. Durch' die Rationalisierung sei die Zahl der Arbeiter und damit dieser Lohnanteil noch stark abgebaüt worden. Die durch eine. Arbeitszeitverkürzung notwendig werdende Erhöhung der Lohnsätze würde somit«inen ganz geringen Einfluß auf di« GesamthrrstellungStosten haben. Bei jeder ArbeitSzeiwerkürzung haben die Arbeitgeber angekündigt, daß ihre Lag«' unhaltvar werde, trotzdem ist die Industrie niemals in Gefahr gekommen. E» konnten sogar große Gewinne erzielt und der technische Ausbau der Industrie vorgenommen werden. An den Vorteilen des technischen Fortschrittes müsse die gesamte Menschheit teilnehmen können; diese Vorteile seien ja übrigens nicht von den Arbeitgebern, sondern durch gemeinsame Arbeit aller Arbeitnehmer geschaffen worden. Die Möglichkeit der Arbeitszeitverkürzung auf 40 Stunden sei durch einige Staaten bewiesen worden. Die Staaten, die so an der Spitze, de» Fortschrittes stehen, könnten in eine schwierige Wirtschaftslage geraten, wenn die anderen Staaten ein« längere al» die vierzigstündige Arbeitszeit beibehalten würden. Die Internationalisierung de» Kapital» in der Form der Trust» vergrößere die Gefahr der Abwendung der Produktion der Trusts nach anderen Zweigstellen. Dir Gefahr des Wettbewerbes durch Staaten, die an dieser Tagung nicht' teilnehmen 11 eutschland) könne durch geeignet« Zollmaß>rahme n behoben werden. Die Arbeiten in der chemischen Industrie seien besonder» in vielen Ztveigen gesundhett»« schädlich und gefährlich. Der Arbeitnehmer sollt« dahor der ungesund«» Umgebung, insbesondere de» Ausdünstungen in den ArteitSräumm, nur während der ge- ringSmöglichsten Zeit auSgesetzt sein. Deshalb sei die chemische Industrie besonder- geeignet, alS eine der ersten in die Arbeitszeitverkürzung einbezogen zu«erden. Die Unfallhäuftg- keit im Augenblick deS Schichtwechsel» sei dar- ■ auf zurückzusühren, daß di« Arbeiter infolge der überlangen Arbeitszeit ermüdet find. Die Arbeitszeitverkürzung würde die Beseitigung . dieser Unzuträglichkeiten«möglichen. Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern seien«ine grundlegende Bedingung de» sozialen Fortschrittes. Die Arbeitgeber werden keineswegs befriedigt sein, wenn die Arbeitnehmer gezwungen wären, die Anerkennung ihrer Rechte auf dem Wege der alten gewerkschaftlichen Verfahren durchzusetzen. Die Stellungder Regierungen' ist verfchie, denartig. Für die Verkürzung sprachen, sich auS Amerika, dir Tschechoflowakei, Frankreich, Spanien, mit Vorbehalt Großbritannien und Belgien. Nach dieser allgemeinen Aussprache wurde zu dem schwierigen Problem, welche Erzeugnisse zur chemischen Industrie gehören, Stellung genommen. Al» Grundsage würde«in Produktionsverzelchni» der I. A. A. und«in Memorandum der Fabrikarbeiter- Internationale genommen. Di« Arbeitgebervertreter erklärten, daß. si« sich an der Au»sprach« n i cht beteiligen würden, da ihr Eingreifen sonst al» Zustimmung zu einem Abkommen über die 40-Stunden-Woche aufgefaßt werden, könnte. Die Tagung gelaugte bei der Ab- arenzung de» Begriffe»„chemisch« Industrie"' zur Ausstellung einer List« der Produkte und Erzeu- guitstdverfahren. Das Ergebnis der Verhandlungen wird dem I. A. A. eine wertvolle Hilf« bei der Aufstellung nen, sonst verrätst du» wie.tief er dich getroffen hat, nimm dich zusammen, sonst sagt die Frau wieder dummer JuUge. Isabella erhob sich wortlos. Sie ging zu Frau Finsterbuschi bedankte sich für den Netten. Abend, e» sei ja alle» so gut gemeint gewesen)' und sie habe sich auch unterhalten; hoffentlich ginge«S mit dem Taft nun aufwärts. Mittel« meier schüttelte Herrn ffinsterbusch die Hand, er sei sehr schön gewesen, beinahe wie an den Festabenden im Sommerschloß de» Barons; und er werde dem Tast auch in Hinkunft ein treuer Gast bleiben, trotz de» peinlichen Vorfall-, Burger holte seinen Hut, verneigte sich, steckte im Borilbergehen Hugo ein Trinkgeld zu, die Münze glitt lautlos in die Tasche. Pelikan kam, fragte, was sich zugetragen habe, eS sei plötzlich so still geworden. Genno stand totenblaß, keine» Worte» mächtig, immer noch aufrecht, das Blatt in der Hand. Da war er nun au» den Höhen, in. die sein Geist ihn trug, zu den Menschen herabgestiegen; schreiben Sie luftig« Sachen, hieß es immer, harmlose, hübsche kleine Geschichten, mit Humor; di« Weitschmerzlyrik haben wir satt und mit den Problemen de» Leben» werden Sie ja ohnehin nicht, fertig. Da hatte er für den Abend«ine harmlose, hübsch« kleine Sache geschrieben, e» war doch Humor, drin» si«'war gefällig in der Form, ee wollt« niemandem weh tun, aber e» zeigten sich Verletzbarkeiten, die er nicht vermutet, Empfindlichkeiten» die er nicht vorausgesetzt, hatte. „Das war nicht schön von Ihnen, Menno", saate Städtlein. .„Er war taktlos", sagte Tarola.„Man zerrt den Ruf einer Frau nicht in den klot, und liefert einen Hunnen wie Hugo nicht dem Gelächter au»" ..>>i«ch hab doch—" Städtlein wandte sich ab, Tarola lief'in d't Küche., .„Kopf hoch, Hugo", sagte sie.„Ein Mann muß einen Hieb ertragen können. Er hat«» ja nicht bös gemeint. Es war nur maßlos dumm." .' Frau Finsterbusch ging in Ihr Schlafzimmer. Ihr Mann holte die Kognakflasche, Baal und Genno hockten neben ihm, Gerleitner schlummerte auf dem Sofa, mit schweren, keuchenden Atemzügen. „Recht haben Sie gehabt?, sagte Paal.„Eik war ganz gut, daß Sie dieser hochmütigen Person einö ansgewischt haben." „Den Mittelmeier kann ich nicht leiden") sagte Finsterbusch..„Man soll über seine Gäste ja nicht reden, sie bringen ja Geld in» Hau». Ab:r schließlich ist er ja doch nur ein Lakai gewesen und spielt sich jetzt als großer Herr, auf, der alle» au» dem Efs-Esf versteht. Er geht mir schon lange auf die Nerven mit seinem ewigen Baron Sllbermann. Ist mir ganz egal, wie e» beim Baron Silbermann ausgefthe» hat, in der Billa und im Schloß, und was der Baron Tilbermann auf der Jagd gesagt hat,und.beim Rennen und was er bei-der Hochzeit feiner Schwester für ein:»' Aneug getragen hat. Aufschneiderei, nicht» weiter." «Ihr Gedicht war gut, Genno", sagte Here Baal.„Schade, daß man e» nicht in einem Witzblatt drucken kann. Leider kennt man die Merten» in der Oefttntlichkeit nicht, und den Hugo auch nicht. Frechheit von dem Jungen) die Tür zuzuschmeißen." .„Ich werd' ihm morgen schon dieLevitm lesen, darauf können Sie sich /verlassen", sagte Finsterbusch. Er griff zur Flasche, die Gläser füllten sich. „Ich hab' Genno so eine Gemeinheit nicht zugetraut", sagte Städtlein zu Feiertag, der ihn begleitete.„Das war nicht nur geschmacklos,' das war gemein". „Der einzige, dem r» gefiel» war Vaal", sagte Feiertag. ..Gerleitner hat in sich hinein gegrunzt. Ein Akademiker!- Ich hatte ay seiner Stesse schon nach der ersten Strophe auf' den Tisch,g«sMoten Fahne" schwer recht machen kann, ist bekannt.. Daß sie unsere Sondernum« mer„Spanien" nach Möglichkeit schlecht machen Würde, war zu erwarten. Immerhin scheint sie sich aber nicht besonder» gründlich mit dem Gegenstand befaßt zu. haben, den herabzusehen sie sich vorgenommen hat«. ES wäre ihr sonst vielleicht nicht Passiert, den Umfang der Spanien .betreffenden Beiträge auf vier Seiten zu taxieren; Die Spanienbeilage(ohne die Spanienartikel im Hauptblatt) hatte allein schon zehn Testen. Außerdem darf man au» ihren Sätzen über Orsega t) Gaffet schließen, daß sie diesen Schriftsteller mit O s s o r i o y Gallardo verwechselt hat.Ein kleiner Rat: ES.empfiehlt sich immer, sich'mit dem'Stoff, über den man schreibt, auch wirklich zu befassen.•' Notstandsarbeiten im Auffiger Bezirk. Das Ministerium für soziale Fürsorge hat wieder für eine Anzahl-Notstandrarbeiten im Auffiger Be- zirk M« staatliche Subvention>. bewilligt,' durch', deren Verwendung einer größeren Anzahl Ar-, beit-loser für kürze oder länger« Zeit! Beschäftigung geboten-wird, Bezuschußt werde», folgende Arbeite»: Dem' Arbeiterhelm Kinderfreünde für den Bau einer Heime» in T ü r m t tz KL 1900, der Gemeinde G roßpriese n zum Bau einer Straße zur Schule 1600. KL. Bet diesem-, Projekt sollen zwölf Arbeiter'zwanzig Tage läng beschäf« «le Hitler fUr die ; Sudetendeutschen sorgt :• In Krombach wurde dieser Tage der Grenzgasthof„Deutsches Haus", bekannt Unter dem Namen.„Hotel Schmeling" zum- dritten Male exekutiv ausgeboten. Endlich fand sich für dieses große Objekt auch«In Käufer. Da» Hotel, welches komplett eingerichtet-ist und einig« sehr schön«! Fremdenzimmer hat, wurde vor etwa sechs Lungenkranken hinbringen kann und e» wär deshalb ein großes Verdienst der in Brünn gegründeten„Humanita" eines sozialen Vereins, der auf Frelivilligkeit und Opferwilligkeit aufgebaut ist, daß er in wenigen Jahren da» eine ganze' Gemeinde von Menschen umfassende„PlieUi Sa- nawrium" errichtet hat und zum Segen tausender Heilbcdürstiger weiterführt. Bon^den Einrichtungen dieses Sanatorium», in dem nach dem j Berichte vom Jahre 1988 fast sechshundert Menschen'Heilung suchten, kann man sich nur einen Begriff machen, wenn Man seine Ausmaß«, di« Aebäude und den Betrieb mit all seinen, Einrich- tungen kennt. ÄWU Mission anstrebt, wird voraussichtlich schon in -nächster Zeit von feistem Amte zurücktreten, ohne daß es allerdings zur Jeuausschreibung von Gemeindewahlen füt Fischern kommen wird'. Nunmehr wird schon in kurzer Zeit in der Leitung-der Flscherner Gemeindegeschäfte insoferne eine-Veränderung plabgreifen, als beabsichtigt ist, einen Konzeptsbeamten der Karlsbader Bezirksbehörde mit der Funktion des RegierungSkommiffärS in Fischern zu betrauen. Die Notlage AltrohlauS. fkb) Bon den 7660 Einwohnern der durch ihre Porzellanindustrie sehr bekannten Stadt Altrohlau bei Karlsbad sind 1700 ohne Arbeit. Unter den Beschäftigten befinden sich estva 68 Prozent Frauen und Mädchen und nur 88 Prozent Männer, die außerdem zum größten Teil nur Kurzarbeit mit 16 bis 24 Wochenstunden leisten. Mährend der Wochenlohn der männlichen Arbeitskräfte bis auf 120 KL gesunken ist, erzielen die Frauen in der gleichen Arbeitszeit nurmehr rund 60 KL. Daß unter diesen Umständen die Lage der Gewerbetreibenden in Altrohlau ebenfalls trostlos geworden ist, bedarf keiner besonderen Hervorhebung. Neuerliche Berschiebung der BetriebSauf- nahme bei Maustter. Wie der„Textilarbeiter" meldet, wurde die Betriebsaufnahme bei Mautner, Grünwald, neuerdings verschoben. Die Firma hat neue Schwierigkeiten, die sich zwischen ihr und den. Meistern ergaben, als Vorwand für diese neuerliche Hinausschiebung der Betriebsaufnahme benutzt. Den Gewerkschaften war mitgeteilt worden, daß für den 21. Dezember der Arbeitsantritt für 480 Arbeiter festgesetzt ist. Diese Arbeiter waren gleichzeitig veranlaßt worden, sich bei der Arbeitsvermittlung abzumelden. BerbreimungStod einer.Greisin, fkb) In der in der Bahnhofstraße in Fischern bei Karlsbad gelegenen Wohnung ihres Schwiegervaters wurde die in den Achtzigerjahren stehende Frau F. St. mit schweren Brandwunden tot aufgesiinde». Tie Greisin hatte, wie festgestellt wurde, eine Kerze -uf dem neben dem Bett stehenden Nachtkästchen Drei Jungen als Brandstifter .: Am 28. Dezember wurde in P r e d l i tz eine Feldscheune völlig eingeäschert. Nun liegen die polizeilichen Feststellungen über die Brandursache vor. Wie der Polizeibericht mitteilt, beträgt der Schaden über KL 180.000. Er ist nur zum Teil düvch die Versicherung gedeckt. Das Feuer wurde durch drei Burschen gelegt und entstand' knapp unter dem- Dach«. Als einziger Zeuge kommt ein 66jähriger Kutscher in Betracht, der ungefähr 200 Meter von der Scheune entfernt auf dem Feld« arbeitete. Der Rutscher sah drei Burschen im Mer von neun und elf Jahren, die auf dem Stroh umhertollten und trotz seiner Mahnungen die Scheune nicht verließen. Die Buben liefen schließlich fort und der Zeuge sah, wie unter dem Dache Rauch hervorstieg. Bei den Versuchen, das Feuer mit der Schaufel zu ersticken, wurde er am Kopf und d^r Hand.verletzt, seine Mühe und der Nock wurden vernichtet. "‘ Ein dienstfreier Oberwachmann au» Pred» litz, der das Feuer, gewahrte,, konnte mit Hilfe «ine» Eisenbahner» einen der fliehenden Jungen festhalteük Der Jänge gab an,-Rch"'Ä?WH am Stroh eiüs'Zkstarekttz'anzünden wollte/ wobei ihm ein Freund das Zündholz aus der Hand gestoßen habe.. Am Nachmittag de» Brand.tage» wurde auch der zweite Jung« verhaftet und beide Missetäter wurden dem Erziehungsheim Spiegelsberg zugeführt. Der eigentliche Brandstifter, ein Zehnjähriger, wurde am 28. Dezember, in Soborten festgehalten. Er gab an, daß er am Stroh „Feuer schlucken" wollte, dabei habe er sich verbrannt, und da» brennende Zündholz weggeworfen. - Die sozial« Umgebung der Kinder ist die denkbar schlechteste; die Eltern gehen meistenteils 'betteln. Zur Zeit befinden sich die drei Kinder im Erziehungsheim Spiegelsberg., sechs dem Sanatorium ständig zur Verfügung stehenden Aerzt'en behandelt. Die Erfolge, die .int Sanatorium Jablunkau erzielt werden, sind überräschend. So wurden von den im Jahre 198» in-der Anstalt behandelten Kranken 82 Prozent wieder voll arbeitsfähig, 27 Prozent erhielten ihre teilweise Arbeitsfähigkeit wieder und nur 40 .Prozent konnten ihre Arbeit nicht mehr aufneh- rnen. Die Patienten sehen sich au? allen Berufs», gruppen zusammen. ES sind Fabrik- und Land- arbeiter neben Handwerkern und Angestellten, Studenten und auch Lehrer, die hier Heilung suchen,'Deutsche, Tschechen und Polen, die das ge'tsteinsam« Leiden zusammengeführt hat. An der Spiue des Sanatoriums steht der Leiter der 'Brünner Krankenversicherungsanstalt, Direktor Je list« k und ein Stab außerordentlich tüch- tiger Beamter und Angestellter. Es gilt ja nicht ,»ur die Anstalt selbst zu verwalten, sondern zu Ihr gehört auch eine' große. Wirtschaft, In der affe», was das Heim an Milch, Fleisch und Ge- müse braucht, selbst erzeugt wird. Ein eigener großer Gutsbetrieb' mit eigener Fleischerei/ Bäk- kerei und Molkerei muß also mitverwaltet werden. Wenn'man dazu noch die geradezu wunder-, 'barzeingerichtete Küche gesehen hat, dann weiß man, daß es hier nicht«In Sanatorium sondern '«ine ganz« soziale Gemeinde zu verwalten gilt.! Daß sie gut und zum großen Nutzen hilfsbedürf- tiapr Menschen verwaltet wird, da» zeigt da» schon rein äußerlich überwältigende Sanatorium» da» zeigen noch besser die Ziffern über die gro- iWt'Heilerfolge üm'SanätoriumJäblünkau. Ms.,.. Fi.Kr,.. Stadtgemeinde Schreckenstein für die Pflasterung und Asphaltierung der Pestalozzlstratze, Bahnhof-, Uhland-, Neudörfler- und Tellstraße mit einem Gesamtaufwand von 718.000 KL' ein Staatsbeitrag von 28.000 KL bewilligt. Bei der Durchführung diese» Projekte» werden 74 Arbeiter an fünfzig Tagen beschäftigt werden. Angst vor einem tschechisch-deutschen Klub? Der„BeLer" befaßt sich Dienstag wieder mit ciSFWL'i-dem nationalen Problem und versucht feinen Le- Jahren von dem letzten Besitzer um KL 688.000, f ern einzureden, daß alle Deutschen, ob Aktiv!« {*7“ von dem jetzigen Besitzer vorige| f tcn, a> SDP elßentlich gleich seien. Ein neuer Da» Sanatorium verfügt über dreihundert Betten, die zum Teil von einzelnen Institutes! dauernd,Bezahlt werden. Die Kranken befinden! sich ständig unter tzem Einfluß der. Luft und der' Sonne. Die Ziipmersindnach/'denneuzeitlichen' tigt werden. Der Gemeinde Stra d e n wurden! Grundsätzen gebaut und elstgerichtet. Nach außen, fstr den Bau einer WafferleituNg, bei dem an80lnur Fetlste'r und innen. alle» sauber und glatt!! Tagen 18 Arbeiter beschäftig^ werden.’ 8600K6 Riesige Liegehallen gestatten den Kranken jedeM zur Verfügung gestillt. Für den Bau,eiste» Ent-, zeit den Aufenthalt im Freien. Aber.auch das wässiküngSkanal»'.erhält die Stadt. T ü-.r,ist.ist Hau» selbst ist«ine,Sehenswürdigkeit.' Das.ist «inen/Staatsbeitrag Yon,2000 KL. Bei diifer i kein KrgnkenhauS, sonderst wirklich«in Sanato- Arbeit^werdendurch 18 Tage 15 Arbeiter be- rjuin/ in dem der Kranke gar nicht merkt, daß. schästigt werden. Die Mydtgeineinde.S chreI- k e'N,'st''«!i.'n.erhält/füriden Bau eine» Wohnhau- fe»fürÄrme,dessen.Herstellung mit 460.0st0'KL verastschlagt tst^ ejssen StäatSbeitrag von KL 87.000.—. Die Baudauer ist mit sechs Monaten veranschlagt. Rund 60 Arbeiter. werden in'dieser Zeit Befchästigung finden.- Weiter wurde.der Schrei de» Herm Hilgen rein er nachher nationalen Einheitsfront- aller Sud'etendeutfchen gibt ihm dazu willkommenen Anlaß. Dazu ist zu sagen, daß selbswerständlich allen deutschen Parteien die Forderung nach wirklicher Gleichberech- tigung der deutschen Staatsbürger gemeinsam ist. i Wenn der„Beier" noch nicht bemerkt haben sollte, daß die Henleinleute darüber hinaus noch besondere Ziele verfolgen, dann wollen wir keine Mühe daran verschwenden, ihn über Dinge zu belehren, welch« fchließlich alle Spatzen auf den Dächern pfeifen. Mißtrauisch fragt der„BeLer", wer den eigentlich den tschechisch-deutschen Klub gründen wolle, der nach seinen Informationen angeblich von Anhängern der Linken in Prag vorbereitet wird. Uns ist von der Sache zwar nicht» bekannt, aber man fragt sich staunend, woher denn da» agrarische Blatt den Grund zu seinem Mißtrauen nimmt. Wäre ein solcher Klub denn ein gar so großes Unglück? Oder haben die bekannten Zusammenkünfte, welche zwischen einem Redakteur des„Venkov" und einem Mitglied der Hauptleitung der SdP in der Restauration des Prager WilsonbahnhofeS stattfinden, bereit» die Gründung eines Konkurrenzklubs zum Zweck? Neuer Negierungskommissär für Fischern? (kb) Der vor drei Jahren zur Leitung der Geschäfte der Stadtgemeinde Fischern bei Karlsbad eingefetzte RegierungSkommiffär, Bezirksrichte: Dr. Naaff, der schon seit längerer Zeit seine De- entzündet, wobei die Kerze umfiel und die Flamm« sowohl daS Bettzeug als auch die Kleider der allen Frau in Brand fetzte. Oblvohl auf die Hilferufe der Greisin sofort ihre Tochter herbeieilte und die Flammen erstickte, hatte die Unglückliche bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß sie daran kurz darauf verschied. H Finsterer Weihnachtsabend in Postelberg. Alle dem Kaadner E. W. angeschlossenen Ortschaften der Postelberger Umgebung erlebten am Weihnachtsabend eine Ueberraschung: Um 8 Uhr abends verlöschte plötzlich daS Licht und erst nach drei Stunden brannte es wieder. In vielen Familien wurde dadurch daS Weihnachtsfest gestört und im Postelberger Kino mußt« eine Filmvorführung unterbleiben. Fünfzehnjähriger stirbt unter Eisenbahnräder».(lb) Auf der Eisenbahnstrrcke Karlsbad- Eger wurde am Montag früh der Leichnam eine? 18jährigen Burschen ausgefunden, der von den Nädern eines Zuges getötet worden war. Die Behörden untersuchen noch, ob Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt. Streikwelle greift auf Paris Uber Paris. Etwa 18.000 Angestellte der großen Pariser Nahrungsmittelgeschäfte, größtenteils Austräger von Nahrungsmitteln, die mit einem für sie ungünstigen Lohnschiedsspruch unzufrieden waren, traten Dienstag in den Streik, nachdem st« in der Nacht vorher die Betriebe besetzt, bzw. die Eingänge zu den Betrüben dadurch blockiert hallen, daß sie davor übernachteten. Bereits am Nachmittag kam es zwischen den Delegierten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer grundsätzlichen Einingung über die Regelung der Kollektivverträge und die Errichtung paritätischer Kommissionen, worauf die Delegierten der Arbeitnehmer erklärten, daß die Arbeit Mittwoch früh überall wieder ausgenommen werden wird. Die Pariser städtischen Angestellten, w lch« eine Erhöhung der Bezüge verlangen, hatten für Dienstag einen einstündigen„WacnungSstreil" angekündigt, der sukzessive durchgefiihrt würbe. Die Bediensteten in den städtischen Schlachthäu« fern, Begräbnisanstalten, GaSwerlen, Elektri- zitätSunternehmungen, Krankenhäusern, Ber- kehrSunternehmimgen etc. stellten auf eine Stunde die Arbeit zum Teil ein, doch immer so, daß der Betrieb zwar geringer, aber doch gesichert war. Gegen Abend sprach eine Delegation der städtischen Angestellten im Rathaus vor. Währ-nd dieser Zeit fanden sich sehr viele städtische Angestellte auf dem geräumigen Platz vor dem ihplhaus eitz,.der bsslddicht besetzt star, Erst ati die Dele-, gierfess' zuruckfehrien, zerjliestti' ft$' auch Menge unter dem Gesang der Internationale. Jugoslawien unzufrieden mit Deutschlands Handelsmethoden Belgrad. Die„Politika" veröffentlicht-inen langen Artikel über die Wirtschaftsbeziehungen Jugoslawiens mit Deutschland. Sie stellt fest, daß die Guthaben der jugoslawischen Exporteure, diel durch daS Clearing im Jahre 1988 nicht beglichen wurden, auf 400 Millionen Dinar angewachfen find. Es wurden auch Maßnahmen getroffen, diesen Saldo auszugleichen, aber im November dieses Jahres betrug der Saldo wiederum 20 Millionen Mark und im Dezember 24 Millionen Mark, das sind 840 Millionen Dinar.„Politika" behauptet, daß Jugoflawien mehr deutsche Erzeugnisse nicht brauchen kann und daß deshalb die Einfuhr aus Deutschland nach Jugoslawien bedingungslos eingeschränkt werden müsse, um einen neuen Saldo zu verhindern. Orden für russische Uvstungsdetrlado Moskau. Das Zentralexekutibkomltee de: Sowsetunion hat auf dem Gebiete der Belieferung der Luftflotte mit Schnelljagdflugzeugen und für die erfolgreiche Meisterung neuer Technik daS Werk Nr. 21 mit dem Lenin-Orden und eine Reihe von, Mitarbeitern dieses Werke» mit dem Orden der Sowjetunion ausgezeichnet. Auch di« Flugzeunmototensabrik Nr. 19 wurde mit dem Leniu-Orden und eine Reihe von Mitarbeitern dieser Fabrik mit Orden für die Konstruktion hochqualitativer Flugzeugmotore„M-28" und für vorfristige Erfüllung des ProdultionSprogramms 1935/86 ausgezeichnet. Gefangenenaustausch? Genf. In der Presse werden einander widersprechende Nachrichten über die Verhandlungen, die die Vertreter des Internat analen Roten Kreuzes in Spaniels über den Austausch von rund 4000 Geiseln zwischen den Aufständischen und der baskischen Regierung.'führ'in,.veröffentlicht. Der Delegierte Dr. Junod erklärt stun-in Zusammenhang mit, diese» Gerüchten dem internationalen, Ausschuß des Rotem Kreuze»..ist Genf, daß diese Verhandlungen.ebenso.wie bisher normal vonstntten gehen und daß man tin günstiges Ergebnis erhoffen könne. . Von aufständischer Seite, wird», die Meldung, daß,per Kohn Largo Caballero», der von denvAufständischen.'gefangen wurde, erschossen worden sei, iMerdingS dementiert. Caballeros Sohn fei am Leben und. eS werde mit-, ihm rücksichtsvoll umgegangen. Sette 4 Mittwoch, 30. Dezember 1V3S Nr. 802 ZaAesnLulgLeitm Vom Heldentum Nur der Feigling ist immer Bold. ■* Sonderbar, die Menschen verlangen immer moralische Heldentaten, solange sie persönlich nicht„daran".sind. * Nur die Leute hiiiterm Ofen dringen auf beständiges Heldentum. Theodor Fontane' Flüchtiger Deserteur erschaffen. Dienstag nachmittags wurde in Jglau der 24jährige Infanterist des Infanterieregimentes 31, Josef Grün, der ein« Eingelhaftstrafe verbüßt, zur ärztlichen Untersuchung, um die er ersucht hatte, eskortiert. Auf dem Wege von eines Kaserne in die andere entfloh Grün. Der ESkortenkoMman- dant verfolgte ihn bis zur Stadtgrenze auf den Friedhof, wo er den Flüchtling. Mehrmals aufforderte, stehen zu bleiben. Als Grün dieser Aufforderung nicht Folge leistete und sich anschickte, die Friedhofsmauer zu übersteigen, gab der ES» kortcnkommandant auS seinem Dienstgewehr einen Schuh auf ihn ab. Grün wurde getroffen und starb, zehn Minuten nach der Ueberführung InS Krankenhaus- Griin war bereits mehrmals wegen Militärdelikten vorbestraft, war bereits einigemal desertiert und muhte ständig bewacht werden. ' Den früheren Liebhaber bei einem Stelldich. rin erschaffen. Montag nachmittags wurde in einem Wäldchen unweit von Novö Straseci bei Kladna an einer entlegenen Stelle die Leich« des aus hem nahen Rhnholee stammenden 26jährigen Offiziers-Aspiranten Alois K r o*b gefunden. Bei der Leichenbeschau wurde festgestellt, dah Krob durch drei Schüsse getötet wurde. Die Nachforschungen, der Kladnoer Gendarmerie zeitigten nach ganztägigen Verhören einen vollen Ersah. Es würde festgestellt, dah Krob von dem Lehrer- Ehepaar K l o u Z e k aus Novö Straseci ermordet wurde. Jan Kloufjck, Volksschullehrer in Rudck, ehelichte Heuer im Heilst die Zdinka Müller, eine 20jährige Beamtin des Stadtamtes in, Navi Straseci. Der erschossene Krob hatte mit der Frau vor ihrer Verheiratung eine Bekanntschaft gehabt und forderte sie, als er auf Weih- nachtsurlaub kam, neuerdings auf, sich mit ihm zu treffen. Auch vorher hatte er— so behauptet das Ehepaar KlouZek— die Frau aufgefordert, mit ihm die Bekanntschaft weiter ausrechtzuerhal- ten. Di? Frau macht« jedoch hievon Ihrem Gatten Mitteilung..- Beide kamen sodann überein/ Krob, den sie als Störer ihres Familienglücks ansahen, zu beseitigen. Kloujek lieh sich zu diesem Zwecke bereits vor zwei Wochen.von seinen Eltern in Novö Straseci seinen Trommelrevolver schicken, Montag forderte der Aspirant Krob neuerlich die Lehrersfrau zu einem Stelldichein im Walde unwett Novö Straseci auf, und zwar in der Nähe der Wohnung des Ehepaares Klou- Zck. Die Frau machte auf diesen Umstand ihren Gatten aufmerksam, der sich dann in der Nähe des Stelldicheins verbarg. Als sich Krob während des Gesprächs mit der Frau bückte, mn einen Handschuh vom Erdboden aufzulesen, den die KlouZkovä fallen gelassen hatte, gab di« Frau aus dem mitgenommenen Trommelrevolver gegen den Hinterkopf des Offiziers- Aspiranten einen Schuh ab. Sodann"eilte der Gatte der KlouZkovä, Jan, herbei, der aus demselben Revolver noch zwei Schüsse gegen Krob abfeuerte. Beide Ehegatten wurden verhaftet. Sie gestanden nach längerem Verhör die Tat ein. Dampfer im Sturm verschollen. Schtvedische Fischer fanden im Süden von Stroemstad in Westschiveden die Trümmer von Rettungsbooten des norwegischen Dampfers»Vorm a". Das Schiff war mit seiner 16köpfigen Besatzung auf der Fahrt, von England nach Sundsval im Sturm verschollen. Eifersuchtsdrama. In der Gemeinde Schmied bei Hauslelten in Niederösterreich ertoürgte in der Nacht auf Dienstag der 61 Jahre alte Strahen- wärter Leopold Kienast seine schwangere Frau und sein zweijähriges Kind und beging dann Selbstmord durch Erhängen. Der Beweggrund der Tat, die.in Trunkenheit verübt wurde, ist Eifersucht.. . Stiefmutter vergiftet drei Kinder. Di« Gendarmerie verhaftete in der karpathorussischen Gemeinde Kvasy den 28 Jahre alten Andrej S te n- Lük und seine Frau Anna unter dem Verdachte, ihre drei Kinder im Alter von vier bis acht Jahren durch ist^kleinen Dosen verabreichtes Arsen vergiftet zu haben. Die Kinder sind am 28. und 24. Dezember unter verdächtigen Umständen gestor- ben..Auch die erste Frau SteniukS Nafie Ist Heuer , im April unter verdächtigest"Umständen gestorben, worauf Steniuk ihre Schwester Anna heiratete. Düüh die gerichtliche Obduktion der Kinder wurde Vergiftung durch Arsen festgestellt. Die Gasleitung explodiert. Auf dem'Hauptplatz WM Varese.(Provinz Como),. auf dem’.gerade dec Wochenmarkt stattfand, explodierte Montag urn 14eUhr die unterirdische Gasleitung. Stücke des Pflasters'flogen nach allen Richtungen und riefen unter den Maritsahrerss und Kaufleuten ungeheueres Entsetzen hervor. Vier Personen-wurden getötet, neun, schwer und sechs leichter verletzt. Audi die Vierlinge von Küps erfreuen sich bester Gesundheit In den beiden letzten Dezembertagen vollenden die Vierlinge der Familie Zimmerlein aus Küps bei,Kronach'in Oberfranken ihre erstes Lebensjahr. Zwei der Kinder wurden am 80. .Dezember"geboren, tvährend die andeken" erst, am folgenden Tage zur Welt kämen. Frankreichs Einwohnerzahl. Das Amtsblatt veröffentlicht die Ergebnisse der im März d. I. in, Frankreich stattgefundenen Volkszählung. Danach beträgt die Zahl der Einwohner in Frankreich 89,462,461 Franzosen und 2,458.607 Ausländer, demnach'insgesamt 41,906.968. In Algier beträgt die.Zahl der Einwohner insgesamt 7,284.684; hievon sind 987.252 Europäer und 6,247.432 Eingeborene.. BolkSmiliz und'Religion in Spanien. Als Gegenbeispiel zu der Verfolgung der Protestanten durch die spanischen Rebellen sei folgender Ausschnitt aus einer Zuschrift deS evangelischen Pfarrers Hans Fliedner, der in Madrid lebt, an die" »Junge Kirche" In»Göttistgen mitgeteilt:»ES wird Sie interessieren, zu erfahren, daß sich der Fall wiederholt, daß vor der Verbrennung des JnnenraumeS einer-katholischen Kirche mit seinen Götzenbildern die ChristuSstatue herauSgcnommen worden ist, mit der ausgesprochenen Motivierung": »Dicht Christus, verbrennen wir nicht; denn', du gehörst zu unSl" Mag auch Aberglauben dabei- mitspielen, so beweist das doch, daß der Antikleri» kaliSmuS in.Spanien nicht immer antichristlich' ist... In unseren fünf spanisch-evangelischen Kirchen verschiedener Denominationen in Madrid ist bis jetzt(bald zwei Monate lang) der Gottesdienst ohne jegliche Störung regelmäßig gefeiert worden." Der Triumph des Rechts,(mb) Aus Salinas in Kalifornien wird"gemeldet, daß Louis Hill, der Präsident der Great Northern Railroad, in einem Prozeß wegen eines Geländestücks gegen Tiburtius BaSquez gesiegt hat. Das Urteil war ein Versäumnisurteil, da der Beklagte nicht zum Termin erschien. Er ist am 19. März 1^75 gehängt worden. Die Idee deS Völkerbunds,(mb) Im Archiv der 1685 vom Kardinal Richelieu gegründeten Acadömie Frangaise hat man durch Zufall Dokumente entdeckt, die"zeigen, dah im Schoß« die^r Institution schon vor rund 170 Jahren der Gedanke an eine Art Völkerbund aufgetaucht ist. Im Jahr 1767 hat die Akademie den Teilnehmern an ihrem(jedes Jahr stattfindenden)»Wettstreit der Beredsamkeit" als Thema die Aufgabe gesteflt, »die Vorteile des Friedens zu schildern, Abscheu vor den Greueln des Krieges einzuflößen und alle Völker aufzufordern, sich zur Sicherung allgemeiner Ruhe-zu vereinen".— Eine Institution, die den Weltfrieden sichert, das war damals nur ein frömmer'Wunsch. Heute aber— haben wir wenigstens die Institution. Man darf nicht unbescheiden sein. Die. älteste Mutter der Welt. Ein Fall, wie ihn di« medizinische Wissenschaft'bis heute für unmöglich.- gehalten hat, hat sich In dem kroatischen Dorf Marttnice unweit von Ostjek ereignet: die dort wohnende 74"Jahre-alte- Bäuerin Ana Sipos hat emen gesunden Kngben zur."Welt gebracht.., DI« Gebur. war, war begreiflich ist, außerordentlich schwer, zumal er sich um. eine Erstgeburt.'handelt«, doch sind Mutter und Kind heute außer Gefahr. Angesicht» de». Tatsache, daß eine Greisin zur jungen Mutter geworden"ist,überrascht e» auch.nicht, daß oer Vater-d«S Kindes heute 80-Fahre altist-Erist sehr.stolz dar-' auf,, daß er.ihm nach llöjähriger Ehe noch vergönnt ist,, einen, Söhn zu habe».. Auskultation per Ratto. Auf dem italienischen Ozeandampfer n„Rex"- ist-während, seiner-letzten. Ueberfährt nach. Südamerika-«in- Apparats ausprobiert worden, der'ein Wunders der medizinisch«». "Technik,datstellt. Dieser Apparat," der von zwei Italienische- Physikern: konstruiert ist/ heißt„Teleeardio». graph" und erlaubt es, di« Herzschläge, eines Patienten seM- auf. riesige Entfernung zu aurkultiereys Unweit-der Azoren bekam«Iner.der Passagiere«inen Herzanfall. Auf funkentelegraphischem Wege, wurde die'Verbindung, zu dem Ordinationszimmer seiiD Arztes in London hergestellt. Der Apparat, der einen Miniatnrsender darstellt, wurde angeschloffen und der Arzt, vernahm durch den Lautsprecher die Herzschläge und alle Nebengeräusche ebenso deutlich, wie wenn er den Patienten, direkt untersucht hätte. Er- gab ebenso per Radio die ärztlichen Anordnungen, di< auf dem Schiff durchgeführt wurden. Museen unter Polizeischutz. Die amerikanische Polizei hat sich entschloffen,«ine speziell« Brigade von 700 Mann bestehend zu bilden, die den Rew-Aorker Museen zur Verfügung stehen wird. Diese Maß- 'nahme wurde ergriffen in Anbetracht der Tatsache, daß in den Museen jährlich für 860 Millionen Dollar Ka. stschätze geswhlen werden. Außerdem werden alle Meisierwerke mit einem elektrischen Mechanismus versehen werden, der er in Zukunft' den Polizeibehörden ermöglicht, jede Berührung eines BildeS festzustellen. In dem Moment, wo der Dieb versuch^ eines der Bilder zu entfernen, wird die Polizeistation alarmiert und alle AuSgänge der Museums auto- matljcß geschlossen.- ,... ' Schon die Aegypterinnen schminkt«», stch! Professor HugueS Frederie KanSwörth, per berühmt: amerikanische Archäologe entdeckte kürzlich in einem Sarkophag, der aus der Zeit Pharaos"und Cheops stammte, eine Mumie, auf deren Gesicht die Spuren der ägyptischen Kosmetik noch vorhanden waren. ES handelt sich um die Mumie einer Hofdame, di«, wie die Aufschrift auf dem Sarkophage angab, Achmetisir hieß. Der'Archäologe stellte fest, daß die'ägyptische Hofdame«ine- Art braunen Puders benutzte, der aus feingeriebenem Ziegelstein der Epoche bestand. Das Rot für die Lippen und die Wangen wurde aus einer bestimmten Pflanze gewonnen und wurde höchstwahrscheinlich vor dem Auflegen'aufgewärmt. Mord wegen«IneS Radi»-Apparates. Eine in ihren Ursachen ungewöhnliche Mordtat hat sich w einer Vorstadt von Paris ereignet. Dort wohnte der Arbeitslose Peters, der, um sich die freie Zeit zu. verkürzen, einen Radio-Apparat auf Teilzahlung gekauft hatte. Er faß tagelang vor dem Lautsprecher, uni nichts lenkteihn von seinem Schicksal mehr ab, al! da» Aufsuchcn immer neuer Stationen. Nun war er jedoch schon einige Raten schuldig und die Radiofirma drohte bei weiterer Nichtzsthlung, den Apparat .tvieder sortzunehmen. Mit diesem Auftrag kamen zwei Angestellte der Firma vor einigen. Tagen zu Peter»..Während der eine den Apparat abmontierte und. hinauStrug, blieb der andere, der 27iährige Constderö, im Zimmer, da- noch«ine Unterschrift zv leisten war. Peter».ging, angeblich um Tinte zu holen, ist die Küche, kam mit einem Küchcnmcsscr bewaffnet zurück, stürzte sich auf den völlig, ahnungslose.« Considerö und.tötete ihn mit wütenden Messerstichen.- Während er vor" der Tat vollkommen ruhrg war, bekam er beim Anblick der Ermordeten, einen Tobsuchtsanfall. und.konnteerst nach verzweifeltem Widerstand von der Polizei^ überwältigt werden. Blüte» und Parfüm. Einer der bekanntesten^ französischen Parfümkönige veröffentlicht soeben eine interessant« Statistik, die sich mit der Frage befaßt,- wieviel-"verschiedene' Blütenarten"die europäische Fauna besitzt und- welche" dieser- Arten-sich zur Gewinnung von Parfüm-eignen. Nach dieser Statistik gibt est'-rund 4800 verschiedene. Blüten' m Europa, davon siyd-über 1100 weiß oder cremefarben und 800 violett, aber von allen diesen' 4800 Blüten in verschiedenen"Farben V esgnestsichnur knapp 10 Prozent,, nämlich 420, zur- Parfümherstellung,"'^00>BHien.-sWP'iÜ,'übel^äDt!köm^!'. -DufMus^mnd. 150ü"'ejn^n-Maugetzshttzen,^Von, dest rpyd.8üoMvletten"Plütien, z. p. kannmaninurlü auswählen und sie,.verarbeiten." Und Mese.DM'gk»' rad« die unscheinbarsten, während jene Blumen, oi« .'eiNeni.sDnen'Änhlick^Äiten.Mr',"..den./Parfümeur -Gasmasken. al» Weihnachtsgeschenk.(j) In einigen-fcanzösischenStädtensistd-'-die^BürgerMiister wie auf. Uebereinstimmung— mit der Mitteilung Untere Nsujahrmummer erscheint am 1. Jänner 1937, früh In bedeutend vetrtSrlctem Umfange in besonders schöner und reichhaltiger Aufmachung zum normalen Preise. Best e l l u n g e n für d i esc Ausgabe nehmen alle Kolporteure entgegen. Die Kolporteure und Verschleißer haben ihre Mehrbe stell un» gen bis spütestens 28.De» z e m b e t bei der Verwaltung durchzuführen. Am 2. ZSnner erscheint unser Blatt zur gewohnten Stunde, da am 1. Zänner gearbeitet wird. an di«"Beamtenschaft hervorgetreten,' in der gesagt" wird, daß die Beamten in diesem Jahr« eine geringere Weihnachtsgratifikation, dafür aber geprüfte und den" modernen Anforderungen entsprechende Gasmasken. für sich und die Mitglieder ihrer Familien erhalten. „AukustischeS Witzblatt".(j) Der Belgrader Sender-ist auf di« Idee gekommen,«in-akustischer Witzblatt" herauSzugeben, d. h. zu senden. Jeden Mittwoch wird von nun an eine Sendung gefunkt werden, die sich aus Parodien, satirischen Chanson», Sketchen usw- zusammensetzen wird. Dabei werden die besten"Humöristcn de» Lande» Mitwirken. Grippe in New Nork.- Innerhalb der letzten 24 Stunden brach in New Nork,eine Grippeepidemie au». Sämtliche Krankenhäuser sind überfüllt. In den StadtteUen Harlem und Bronx mußte die Polizei, die Krankentransporte übernehmen, da die Krankenwagen nicht auSreichten. Mehrere Todesfälle sind bereits gemeldet-worden. Die Aerzt« führen die EpideMie auf das ungewöhnlich warme Wetter zurück. Diplomatensohn von Gangster» entführt?. Ist Washington erstattete der Gesandte von Ecuador, Alfaro, im Außenministerium die Anzeige, daß sein löjähriger Sohn tu der Weihnachtsnacht von drei bewaffneten Banditen im Auto entführt, seines Geldes und seiner Wertsachen beraubt und erst nach fünf Swnden wieder freigelassen wurde. Die Dan« diten hätten den Entführten gezwungen, Mor«"" phiumztgaretten zu rauchen, und hätten ihn über seine Familie ausgefragt., Der Washingtoner Polizei"gelang e» bisher sticht, die' Entführer ausfindig zu machen.'" Brand einer Hafenstadt. Im Hafen von Hofchtto in Nordwest-Japan hat ein Großfeüer bi» jetzt bereit».160 Häuser zerstört.- Die LöschungSarbeiietz werden durch den herrschenden Sturm erschwert. In den letzten 85 Jahre» ist die» die zehnte Feuer»« brunst, die Hoschiro heimgesucht hat. 60.000 TagcSzcitunzen in der Welt. Rach aMe« rikanischen Statistiken erscheinen in der Welt rund. 50.000- TageSzeiwngen. Die größte ZeltungSdichttz hat Jslgnd, wo auf 100.000. Einwohner 18 ,Tages- zeltungen kommen. An zweiter-Stelle steh) die Schweiz mit 840 Zeitungen auf 4 Missionen Ein«- wohner. Amerika hat 2268, England 1868, Deutschland 1200,- Frankreich" 857, Spanien 260; Hollstnd 86 und Jtalien-81 Tageszeitungen. Die Zahl der tödlichen BerkehrSunsälle, die sich in den Weihnachisfeiertagen in Amerika"ereignet haben,"sind auf 780 gestiegen. Allein 600 Personen kamen bei Autounfällen um» Lebest.. Die Abkühlung In unseren Gegenden,ist- durch lokale Ausstrahlung bedingt und beschränkt sich-auf die untersten Luftschichten! Auf den Berggipfelnist er Hefter und um 5 bis 15 Grad wärmer als ist den Niederungen, welche strichweise■ von Nebel» bedeckt sind. In den. verschneiten Tälern SlldostüähinenS und in der Nordwestflowakei-wurden in der Nacht auf Dienstag Fröste bi» zu minü» 20 Grad verzeichnet, während die Temperatur auf. den Bergen nur wenig unter,Null- sank. Da» binnenländische Hochdruckgebiet dürste nunmehr etwa» zstrückweichen, und zwar unter dem Einfluß-leichter Störungen, welche in Westeuropa eine Erwärmung auf 9 bi» 12 Grad gebracht, haben. Im. Zusammenhang damit-.wird der Nachtfrost in den"böhmischen Ländern später vorau»« sichtlich eine Milderung"erfahren,-—Wahrscheinliche» Wetter heut«:- Wechselnd bewölkt, Südost- bi» Südwestwind, in den Niederungen. stellenweise neblig und später etwas wärmer.— Wetteraussichten für m o r che»: IM allgemeinen ettvaS wärmer, Witterungscharakter ein, wenig unsicher,." Vom Rundfunk, Empfehlenowerte» au« den Programmen«... Donnerstag Prag, Sender"l; 10:05:.Deutsche Presse, 10.80: Rumänische»Lieder, 11.05: Tanzmustt, 12.85! Musik» Salonquartett, 17: Salonorchester, 17.45: Deutsche Sendung:- Silvesterkrach,- Rundfunkspiel von.Multerer,.18,46: Deutsche Presse, -18.55:- Au» dem-deutschen Kulturleben,-. 20:- Rund- funkorchesterkonzert.— Send«« II: 7.80: Populäres Gesangskonzert,' 14.16: Deutsche Sendung: Fröhliche» ,,'Silv«fteWWqsnm> M4:5üs V Deutsche, Presse'.- 48:"Miljtärkonzerts—"-'"Prünni".' isiyor 'Mutscher' ArbetiSmaE47.40:'Deutsche-Seiidün-r Silvesterkabarettstunde.— Mähr-Osttau: 18.10: .Deutsche Sendung: Kabarett" der Komiker, 21.20: .Wusikfilm.19ö.6»."-- ,-. i,-,'^ Sfr. 302 Mittwoch, 30. Dezember 1030 Deutschlands Küstenschutz an der Nordsee Seite 5 bürden in den Notstandsgebieten, die Stadt» und Grafschaftsräte, von den Beiträgen zu befreien, die sie bisher an die Aemter für Arbeitslosen» Unterstützung zu zahlen hatten. Die Aktion zur Ueberführung beschäftigungsloser Arbeiter aus den Notstandsgebieten in andere Gebiete und teilweise auch in andere Industriezweige hat im Jahre 198S mehr als 40.000 Personen neue Arbeit verschafft. ——esSHBBSSSBH Briefmarken Ich war völlig arglos, als ich nach Prag kgm; niemand hatte Mich gewarnt. Aber bevor ich noch den Buchstaben„R" mit tzatsqek richtig aussprechen tonnte, merkte ich schon, wie das Schlüsselwort zu-dieser Stadt heißt. Das„ist" '| kann ich noch immer nicht; das Schlüsselwort heißt Briefmarken.. Ist Paris verlaufen sie auf den Straßen ! Erdnüffe^ und Paketchen pornographischer Bilder, di«, wenn man sie auspackt, sich, als das Harm» loseste vom Harmlosen Herausstellen', als kitschige, aber'dezente Allegorien, die hart ans Puritanische > streifen. In Barcelona hängt einem der Straßen» häMer jeden Tag zwei bi» drei schöne,'billige Krawatten auf, und außerdem überfluten einen die- LoSverkänferinnen mit ihren GlückSbonS; s. dreimal imMmat muß man die Lose nachton» .'trollieren, die einem di« Taschen vollstopfen. Es *- kommt sogar vor, daß" man eüva» gewinnt.. In Prag sind's Briefmarken. Säuberlich SS( aiif, saubere, feierliche Blätter geklebt, einzeln - Und' serienweise,.mit frischgeputztem Gefällig» keitSstempel sorgfältig entwertet,'! werden)' fistelst ' die Marken servierte Briefmarken^rmen scheinen '- einen Tragpseiler der tschechoslotvätischest Naito- t nalwirtschast zu bilden. Mit Briefmarken-ist! der HaNd'-kommt man durch da» ganze Land. Mau ierwtiOWti iWwFveünden' flelne Gefälligkeiten, gibt sie als Trinkgelder; besticht Genergldirek» toren, von denen man eine KonzesswN erlangen will; ich habe den Verdacht, daß man unter Um» Si ständen auch seine Steuern damit zahlen kann.,■ '.t..Der steüende Raubritter hinterließ seinem Sohn sein Schwert und die Verpflichtung, sich de» väterliche» Ruhmes würdig'zu erweisen, da» Nnnlsn6 vor den Präsidentenwahlen (01. F.) Nach dem Sieg, den die finnischen Sozialdemokraten. i>» Herbst tk>SÜ bei den. Ncu- ivahlen für da».-Parlament" errungen haben,--steht, «in weiterer, schwerer Kampf bevor: die Amtsperlode des gegenwärtigen finnischen Staatspräsidenten Svinhufvud geht ihrem Ende entgegen und es bilden sich bereit» die Fronten für die Wahl de» Staatsoberhauptes. Der Name Svinhufvud hat im demokratischen und fortschrittlichen Lager, vor allem aber unter der Arbeiterschaft,'keinen guten Klang. Svin» hufvud ist einer der Hauptverantwortlichen für da» Blutbad, da» die„Baltikwner" i. 1.1010 unter der finnischen Arbeiterschaft anrichteten, al» ste die erste „antikommunistische" Intervention ausführten, die di« Geschichte zu verzeichnen hat. Seit dieser Zett ist Svinhufvud der vornehmste Repräsentant der Reaktion geblieben. Er war einer der eifrigsten Förderer de»„Lappo"»(Großbauern-) Faschismus, der feit dem Jahre 1080«ine Well« der Unterdrückung über die finnische Arbeiterbewegung brachte, die Ge- wertschaftSorganisationen— allerdings nur vor- nlcht verfügbaren großen Raumes, den solches Fahr- zeug vor Anker im Wechsel von Ebbe und Flut zum Schlvoien— Drehen vor der Ankerkclte— benötigt, -nicht in Frage. Außerordentlich stark befestigt sind ferner die -nordfriesischen Jnseln.Sylt und Amr,um, die niit .ihren Geschützen die Einfahrt in die sogenannte Norderelbe, ein Nebcnfahrwafser der Elbe, bestreichen. Auf Shlt sind die mi der Nordküsle gelegenen gewinnbringenden Austcrnzuchtanlagen de» preußischen Fiskus eingezogen worden, um Raum für betonierte Geschützstände zu gewinnen. Da di« Ge» schütze auf freiem Gelände stehen, so wurden sogar -die Arbeit»- und Verwaltungsgebäude niedergerissen, um keine Zielpunkte zu bieten. Der gesamte Nordteil der Insel Sylt, die Halbinsel LI st, bildet heute einen riesigen Marincflughafen und ist für die Zivilbevölkerung einschließlich der zahlreichen Badegäste gänzlich abgesperrt. Von den ostfriesischen Inseln sind die auf Wangerooge und Borkum befindlichen Be-.. festigungen inzwischen wieder hergestellt wokdcN. Auch auf der Insel Spiekeroog c sind einige 28/. Zentimeter-Geschütze eingebaut, so daß i» Gcmcin- fchaft mit Helgoland der Seeraum zwischen den Inseln zur Gänze bestrichen werden kann. Selbstverständlich stehen überall außer den genannten Geschützen auch Flaks— Flugzeugabwehrkanonen— neuester Konstruktion, und zwar optierte Marine- SK 8.8 Zentimeter, 10.5-Zcntimeter-FlakS und mit Helgoland zur Abwehr tief fliegender Erkundung?-. flieger sogenannte Maschinen-Flaks von 20 und 47 Millimeter, automatische Maschinenkanonen, die nach' einer Lizenz der Oelikon-Werke von Borsig-Rhein-' metall gebaut werden. Die Seeflugstatsou en auf Borkum und Sylt gelten schon heute al» Frontstationen. Die rückwärtige Marinefliegeretappe der Nordseestation hat ihren Hauptstützpunkt in unterirdischen Flughäfen im Butjadingec Land in der weiteren Umgebung der Stadt Jever. Das riesige zugehörige Gelände wird seit über einem Jahr von ber SS scharf bewacht und abgesperrt. Der Schutz der deutschen Nordsccküste ist nach menschlichem Ermeffen durch die jetzt vollendete». Küsten-Artillerle-Befestigungen ausreichend gewährleistet. Die Stoßkraft der deutschen Hochseeflotte kann im kommenden Krieg unzersplittcrt in der Ostsee auSgenuht werden, ohne daß im Westen op-.- rierende Armeen einen Flankenangriff über die Nordsee zu befürchten hätten. Martin Ehr. Sander. die englischen Notstandsgebiete Die englische Regierung hat angekündigt, , daß ste nach Weihnachten dem Parlament eine , Erklärung über die neuen Maßnahmen abgeben - wird, di« sie in Ergänzung und Aenderung des Arbeiislosigkeitsgesetzes von 1034 zu treffen ge denkt. Wie der„Daily Herald" berichtet, hat sich D igungen überlasten kann, hat dieMarineleituW des waren, well die Felsestinsüi schon durch den Anprall der MeercSwogen ständig erschüttert wurde und langsam, aber stetig abbröckelte. Im Hinblick auf die Wirkungen schweren Geschützfeuer» mußten die Be« ionlerungen besonder» stärk und sorgfältig auSge- führt werden. Nach der Machtergreifung. Adolf Hitlers würde sofort mit dem Wiederaufbau Helgolands al» See-, festung begonnen. Bon größtem Vorteil war dabet natürlich da» Vorhandensein der Betonfundamente, deren Neukonstruktion und. Aufbau Jahre gedauert haben würde..Heut« ist die Insel Helgoland wieder wie vor dem Weltkriege'al» vorgeschobenes "Martnelandfort völlig ferttgund gerüstet. Da» zeigt sich unter anderem auch darin, daß«in Test der alteingesessenen Bevölkerung, die zu Beginn der Weltkrieges restlos evakuiert wurde, schon jetzt zum Verlassen der Insel gezwungen worden ist. angeblich wegen Beschlagnahme ihrer Grund und Boden» aus. militärischen Notwendigkeiten, in Wirklichkeit wegen Gefahr der Spionage. Er haben iiäm». ltch vorläufig nur die Leute die Insel verlassen müssen, die auf dem Oberland in'der Nähe der verschiedenen Gcschützstände und sonstigen' militärischen Anlagen wohnen. Der nördliche, westliche und südwestliche Teil Helgoland» ist schon heute frei von „verdächtigem Zivil". Im Kriegsfall wird natürlich sofort wieder die ganze Insel evakuiert werden. Helgoland trägt wieder wie im Weltkriege 28» Zentimeter,Langrohrgcsclnitzc, die aber bei der Firma Krupp inzwischen soweit optiert sind, daß ihre Reichweite zwischen 22 und 28 Kilometer» beträgt, alsr genügend, um selbst Linienschiffen mit größtem Ge- schühkaltbcr gegenüber sofort zum Tragen gebracht 'zu werden. Eine große Zahl am Steilhang der gegen den„Feind" gerichteten Küste eingebauter 15-Zenti- meter-SK— Schnellfeuerkanonen— hinter Fünf» Millimeler-Panzerschilden gelten ebenso wie auf den Kriegsschiffen al»„Mittelartillerie" und sollen hauptsächlich der Abwehr kleiner Kreuzer und Torpedoboote dienen, die die Insel selbst angreifen. Neu ist auf Helgoland die Verwendung einer für alle schweren Geschütze einheitlichen FeuerleitungSanlage die von einer einzigen Kommandozentrale aus geleitet wird und da» Feuer aller Geschütze al» Salv- auf einen Zielpunkt legt.. Der Hafen Helgolands dient nach wie vor nur als Zufluchtshafen für kleinere Fahrzeuge, Torpedoboote, kl-Beoie, Minensuchboote usw. Für große Kriegsschiffe kommt ec wegen des schlechten Ankergrunde» und wegen des Zum Schütze der deutschen Rordseeküste vor feindlicher Beschießung oder gar vor LandungSver- suchen einer JnvaswnSlruppe hat die deutsche Hochseeflotte während de» Weltkriege» so gut. wie. nicht» beigetragen. E» ist ganz falsch anzunehmen,' die „fleet in bring" habe'die Engländer daran gehindert, sich der deutschen Küste zweck» Beschießung durch weittragende Schiffsgeschütze zu nähern. In dem seinerzeit weltberühmten Buch„Seestern-1906" de» lang« Jahre anonym« gebliebenen Dy. Friedrich Grautoff wurde ein fehlgeschlagener Angriff der gesamten englischen Flotte auf Cuxhaven angenommen, bei dessen erfolgreicher Abwehr sreilich die. deutsche Flotte ziemlich restlos vernichtet wurde. Da» Hut sich durch die Wirklichkeit de» Weltkriege» al» blässe Theorie erwiesen. Im Gegensatz zur englischen Steilküste,, die deutschen Panzerkreuzern eine Annäherung aui Feuerentfernung mehrmal» ermöglicht hast ist die deutsche Rordseeküste flach und mit ihren weit-vorgeschobenen und ausgedehnten Sänken und Untiefen,- die noch dazu fortwährenden Veränderungen unterworfen sind,'.schon im Frieden für größere Fahrzeug« äußerst schwierig zu befahren.- Im Kriege, wenn alle Leuchtfeuer gelöscht sind, AnsteuerungS- bojen und Fahrwassertonven fehlen- und die Fahrwässer durch Minenfelder gesperrt sind, die unter dem Feuer der Landgeschühe liegen, ist eine Annäherung für große Kriegsschiffe selbst mit Lotsenhilfe ein aussichtsloses Unternehmen. Tatsächlich hat die britische Flotte ja auch nie« mal» versucht, die Einfahrt in di« Em», Jade, Wesec oder Elb« zu forcieren, war der deutschen Marineleitung, die die Abwehr solchen Großangriff» mit kostspieligen Mitteln vorbereitet hatte, eine schwere Enttäuschung bereitete. Anfang 1018 hatte der britische Geheimdienst die falsche Nachricht nach Deutschland lanciert, England bereite einen Lan- dungsvcrsuch an der deutschen Nordseeküste vor. Dir Nachricht wurde von der deutschen Marinekriegsleitung geglaubt und e» wurden zu den bereit» vorhandenen schleunigst weitere BerteldigungSmaßregeln getrosten. Im Butjadingerland, auf dem Westufer der Jademündung, wurden Artilleriestellungen ipr freien Gelände gebaut und mit 28-Zentimeter-Langrohrge» schützen besetzt. Auf einigen der ostfriesischen Inseln so besonder» mif Wangerooge und Borkum, wurden ebenfalli Geschütze aufgestellt und eingeschossen. Eine feindliche Flotte, die sich In da» feuerspeiende„nasse Dreieck" zwischen Helgoland und diese neuen Stellungen gewagt hätte, wäre zweifelrohn« leicht abgewehrt und vermutlich zum großen Teil vernichtet worden. Landbatterien, für deren genaue Standortsfestlegung alle Landmarken und Richtungspunkt« fehlen beziehungsweise im Kriege niedergelegt sind, bie- -ten dem weit draußen stehenden Schiff'ein- sehr schwer zu treffender Ziel,- zumalda- ein«-genaue Beobachtung der Schußwirkung selbst mit Hilf« von Flugzeugen kaum möglich und dadurch die einheitlich« Feu«rleitung de»'angreifenden Schiffe» sehr erschwert ist. Umgekehrt bieten die Schisse den Geschützen der Landfront, di« auf jeden Punkt der Wasserfläche genau eingeschossen sind's ein Aare», fast unfehlbare» Ziel. Bon diesem GesichtSpuntt ausgehend, daß man nämlich die Sicherung der Nordseeküste. den natür- i lichen Navigationshindernissen und den Landbefesti- . HHügcii überlaste«-«««, hat die Mü-l«rleltü«ü de» Dritten Reiche» die alten Befestigungen de»- Weltkrieges wieder instand gesetzt und beschleunigt neu« angelegt. Bor dem Krieg« war die Insel Helgoland zu einer gewaltigen Seefestung aurgebaut worden. Abgesehen von den schwierigen und kostspieligen Arbeiten,' die die Anlage«Ine» Seekriegshafen» erforderte, wurden Millionen in die FortifikationSanlago. gesteckt, die insofern technisch' besonder» schwierig WM W.WM Arbeitszeit und Löhne In der Schwedischen Landwirtschaft Die ersten gesetzlichen Bestimmungen über die Arbeitszeit in der Landwirtschaft in Schweden sowie die überprüften Gesamtvereinbarungen sind im November 1088 in Kraft gesetzt worden. Durch dies« Regelung erhalten die Landarbeiter höhere Löhn« und kürzere Arbeitszeiten. Da» Gesetz über die Arbeitszeit in der Landwirtschaft erstreckt sich auf alle landivirtschaftlichen Betriebe, In denen gewöhnlich mehr al» vier Lohnarbeiter beschäftigt sind, ungerechnet der in Stückarbeit Beschäftigten, der Dienstboten sowie der mit der Pfleg« des Biehe» beschäftigten Personen. . Der Arbeitstag darf nicht zehn Stunden, die Arbeit-Woche von Dezember bis Feber nicht 48 Stunden, im März, Oktober und November nicht 81 Stunden und von April bi» Oktober nicht 88 Stunden überschreiten.. In den Sommermonaten kann.indessen die Arbeitszeitdauer während zwiflk Wochen auf 88 Stunden wöchentlich erhöht werden. Ueberstunden sind zulässig bei Unfällen, Naturereignissen oder anderen unvorhergesehenen Ereignissen, di« die Arbeit de» Betriebe» unterbrechen oder zu unterbrechen drohen oder eine Gefahr für Leben und Gesundheit oder für da» Eigentum bedeuten. Zur Ausführung bestimmter Arbeiten, dir notwendigerweise außerhalb der üblichen Arbeitszeit erledigt werden müssen, ist e» zulässig, die erforderlichen Arbeiter bis höchsten» sieben Stunden in der Woche länger zu beschäftigen. Schließlich ist der Arbeitgeber unter besonderen Umständen berechtigt, die Leistung bi» zu, 48 Ueberstunden innerhalb von. vier Wochen oder bi» zu 200 Ueberstunden innerhalb von zwölf Monaten von seinen Arbeitern zu verlangen. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Arbeitszeit sowie die Angaben über Beginn und Beendigung der Arbeit wurden in die Gesamtvereinbarungen ausgenommen. Auf Grund dieser Bestimmungen endet die übliche Arbeitszeit am Samstag im Sommer spätesten» um 18.80 Uhr und im Winter um 14 Uhr statt wie bisher um 16 Uhr. .DI« durch die Gesamtvereinbarung festgesetzten. Barlöhne wurden für alle Gruppenbon Landarbeitern beträchtlich erhöbt. Auch dieSachleistun- gen für ständige Arbeiter erfuhren eme.'Steigerung. heißt, mindesten» ebensoviel zu rauben und sengen wie der erhabeiie Ahne. Der Großbauer vermachte ehedem seinem Aeltesten einen Strumpf voll Talern in der Ofenröhre und nahm ihm da» Versprechen Wb, den Prozeß mit dem Huberbauern wegen des strittigen Waldzipfels weiterzuführen und seinem Sohn zu hinterlassen. Der Prager sagt seinem Erben:.„Ein» mutzr du mir aber versprechen: Aon der neunundsechziger Ausgabe Tropfenstein-Schmahburg fehlt mir noch die zu drei Kreuzern; treib sie auf, und wenn du dein Leben läng suchen mußt." Die Serie muß voll werden.", Der Sohn gelobt es feierlich, und der Alte fährt in Frieden. So ist da» in Prag. Es muß in der Lust liegen. Alle meine Freunde werden angesteckt; e» ttt.keiner,so immun wie ich. Zwei sammeln, well sie sich geniereN, offiziell nicht für-sich, sondern für ihr» Nachkommenschaft: der Bub de» einen ist vier, der de» andern ein Jahr alt.-Ich ziehe sie nicht schlecht auf;' aber sie'' machen sich nicht» draus, sondern sammeln schamlos weiter, E» ist, mit einem Wort, eine Geisteskrankheit,-da» Briefmarkensammeln.. ■ Ich dachtss: von Nalrren mutz man profitieren und ließ mir mein» eigen« Sammlung kom«. w«N. Sie stammte au» meinest Kinderjahren und war seit dem Weltkrieg nicht mehr ängerührt. Ich sägte mir: verkauf sie, wenn e» Trottel gibt, die was dafür zahlen. ' Die Sammlung kstm an, und ich ging damit zu Kstrti weil der einen Katalog hat. Er sortierte mir di« Mücke: güt»,'Halbweiche und Waltz« und Wiesensorten. Er nahm den Katalog sind sagte: /.Drei Pfennig, seWg Pfennig, zwei Mark fünfzig".! Ein paarmal wärest e» sogar noch höhere Zahlen, Als eine alte Achikreuzer kam,- weinte er beinahe, so mitgenommen war sie. In-', takt hätte sie— nach dem Katalog— vierzig Mark gegolten. Eine Labuan mit Ueberdruck freute ihn: fünfundzwanzig Mark. Mir tat es am wohlsten, zwei alte, geschnittene Brasil anzusehen: feinlinige» schwarzes Muster auf weißem Grund, darin nur die Weiße Zahl, das eine Mal 80, da» andere Mal 00. Außerdem machten mir die schönen, bunten liebersee großen Spaß, weil soviel Romantik, und Jugendsehnsucht nach der Fremde dranhing.„In Südamerika bist du am besten versehen," sagte Kurt,«nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ." E» tat mir Wohl; ich empfand es.wie ein Lob'. Warum, weiß ich,nicht. Wir verbrachten drei oder vier Stunden mit der Durchsicht der Marken. Dann ,ging ich hin und verkaufte, was ich an Europa los wurde, Und.dann fing ich an, Südamerika weiter« zusammeln. Und Uebersee überhaupt. Und Üeber«. drücke überhaupt. Und jetzt bleib ich stundenlang vor jedem. Markengefchäft stehen und lecke mir die Zunge nach Soundsovielem von dem. wa» dort aushängt. Ich berechne, wie lange es gehen, wird, bi» sch mir den oder jenen Satz kaufen kann. Zur trauten Abondstund in stiller Kammer mit mir, allein, krame ich mein« Marken aus, beschaue sie mir, obwohl nichts-neues daran zu sehen ist, und mach« Zukunftsplän«. Und nachts im Bett träum« ich von fabelhaften Erwerbungen.. Vielleicht' lege ichmir gelegentlich auch einest Sohn zu,, um. für Ihn' sammeln zu können, einen ganz kleinen.vorläufig,.,' damit- es noch ein Paar Jahre dauert, bevor ich. ihm, die Marken abtreton muß.. Kurzum: e» hat mich erwischt. Es liegt in der..Luft.'-'2HWK übergehend!— zur Ohnmacht verurteilte, die Zentren der finnischen Arbeiterbewegung,- die Volkshäuser, schloß, die Sozialdemokratie fast in die.. Illegalität drängte und die gesamte Arbeiterschaft. der Sozialfegktioy de» finnischen. Unternehmertums. -äu»lief««i> wollt«-- E» hat-vielee.Opfer, Mich. Opfer-,-t gN Blut'und Leben bedurfst-bi» sich, dies« Welle an der Widerstandskraft der finnischen Arbeiterschaft brach. Aber diese Zeiten sind noch nicht vergessen, und eS ist nur selbstverständlich, daß die finnische Arbeiterbewegung die abermalige Kandidatur Svin« hufvud» mit ter größten Schärfe-bekämpft. Am 6. Dezember wurde da»„Bürgerliche Büro für di« Wahl Svinhufvud»" gegründet. E» ist aber sticht anzunehmen, daß dieser Schritt die Wahlaussichten Svinhufvuds verbessern wird.. Denn die Mächte, die sich damit offiziell hinter diese „überparteiliche" Kandidatur stellen, sind niemand ander» al» die Banken und die großen Erportindu- ftriellen, und gerade diese haben weder unter den Arbeitern, noch unter den Kleinbauern oder im. Mittelstand irgendeinen Anhang. Neben Svinhufvud gibi«» drei, weiter« Kandi»'- baten: Die Sozialdemokratie stellt den. Genossen Väinö Tanner auf, der sich besonders um den Ausbau de» mustergültigen finnischen Genossenschaftswesen» große Verdienste erworben bat. Für die Bauernpartei kandidiert Kyösti K a l l i o und für die F-o r t s ch-r i t t s p a r- tei der frühere Staatspräsident Stahlberg. Wie stehen die Aussichten? Zu bedauern ist vor, allem die starke Zersplitterung der Kräfte,: die gegen da» von Svinhufvud vertretene, real--: tionäre System kämpfen. Weitere Schwierigkeiten bringt di«„Arbeit" der— illegalen— kommunistischen Parte! mit sich. In dem. Bestreben, sich. irgendwie bemerkbar zu machen,-veröffentlicht,situ Flugblätter, in. denen sie bald den einen, bald den l anderen Svinhufvud entgegenstehenden Kandidaten- empfiehlt— mit dem Erfolg, daß. die reaktionäre-. Propaganda alle diese Kandidaten al» verkappte: Bolschewisten hinstellt. Und die Angst vor dem Bol- schewirmu» steckt dank der jahrelangen propagast-' distlschen Bearbeitung der Kleinbauern und der' Mittelschichten vielen Wählern so tief in den Kno-- chen, daß diese kommunistischen Wahlempfehlungen* faktisch eine Propaganda für Svinhufvud bedeuten.'' Namentlich die Position StahlbergS, dessen mutige'" demokratische Haltung ihm im Jahre 1981 fast'da»' Leben gekostet hätte,' wird auf wiese Weis«' bis zn• einem gewissen Grade geschwächt. Auch solche merkwürdigen Vorfälle, wie die angebliche Verhaftung- de» Lappo-FührerS Kosola, treiben Wasser auf die.'/ Mühlen der finnischen Reaktion.' Wenn e» gelingest sollte, die fortschrittlichen'.' Kräfte qller Richtungen auf eine E i n heitSk.an- didatur zu konzentrieren, dann würde überden Wahlausgang kaum noch ein. Zweifel möglich fesn^'^ Jetzt aber'sind die Dinge weiterhin Inder Schwebe,,-. — auch di« Fraget ob,, Finnland sich' endgültig deyr,, s k a n d i n ä v t s ch e nF r i e den S h I o ck än»; schließt, oder ob e» weiterhin den außenpolitischen^7 Einflüssen des Drittem Reiches zugänglich hleibt.""l''.-! Max Barth. Sette 6 »Sozialdemokrat' Mittwoch, 80, Dezember 1086. Nr. 802 Aager Mtzmg Präger Straßenbahn. Gesetzt den Kall, du toohnst auf dem Pankrac und hast es eilig, zum Mäsarykbahnhof zu kommen. Dann kann es dir so ergehen Ivie einem Leser, der folgendes berichtet:«Ach fuhr mit der Dreier-Linie. Auf dem Tyl-Platz fuhr uns ein Wagen der Einser-Linie vor. Ach versuchte, ihn auf dem PeterSplatz noch zu erreichen. DaS Ivar unmöglich, weil es der Schaffner der Dreier-Linie darauf angelegt hatte, seinen Wagen erst nach der Abfahrt des Einser- Wagens in die Station zu bringen. Mittlerweile war hinter den Einser-Wagen ein Wagen der Sechser-Linie eingebogen. Ich hatte die Hoffnung, dast ich wenigstens diesen noch vor dem Museum bekommen würde. Aber dort wiederholte sich dasselbe Spiel: der Schaffner der Dreier«' Linie fuhr so langsam, dast der Wagen erst nach der Ausfahrt des Sechser-Wagens zum Museum kam. Um den Zug doch noch zu erreichen, mutzte ich auf dem Wenzelplatz ein Taxi mieten."— Dazu ist zu bemerken, datz das Bestreben der Prager Strastenbahuschäsfner, die Anschlüsse zu versäumen, in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat. Könnte man die Schaffner nicht belehren, datz sie nicht nur nachts, sondern auch tagsüber auf die Herstellung der Anschlüsse bedacht sein sollen?' Ehemaliger Fabrikant überfällt einen Geldbriefträger. Vorgestern vormittags wurde der Geldbriefträger Franz Navrätil aus Prag VII auf der Stiege zum ersten Stock des Hauses Nr. 1 in der Plavecka, wo er einen Geldbetrag abzugeben hatte, von einen« Unbekannten eingeholt, der ihn, ohne ein Wort gesprochen zu haben, mit einer etwa 40 Zentimeter langen Eisenstange über den Kopf schlug, so dast Navrätil zusammenbrach. Indessen erholte er sich sofort und begann um Hilfe zu'rufen, worüber der Unbekannte so erschrak, dast er die Flucht ergriff. Navrätil verfolgte ihn in die Podskaler Gasse, wo der Verfolgte von zwei Borbeigehenden angehalten und der Polizei übergeben wurde. Auf der Polizei würde i«t ihm der ehemalige Spinnereibesitzer Stanislaus Maöek aus Strakonitz, jetzt Prag XIV, Svatoslavovä 1, sichergestellt.. Da ihm bei der Verhaftung seine Eisenstange aus der Tasche gefallen war, versuchte er nicht erst zu leugnen. Er wurde in Haft belasten; der Geldbriefträger, der eine Ritzwunde und einen Blutergutz hinter dem Ohr erlitten hatte, wurde auf der Klinik Airäsck verbunden und dann der häuslichen Pflege übergeben. Gerichtsakten im Wert von 10.000 AL verbrannt. Gestern mittags brach in der Kanzlei.des Advokaten Dr.Wahl im Palais Kowa Feuer aus. Ein Passant benachrichtigte die Feuerwehr, die aber nicht verhindern konnte, datz mehrere Stötze von Rechnungen und Gerichtsakten im Gesamtwert von 10.000 K£ verbrannten.- Das Feuer entstand durch einen in den Pavierkorb geworfenen? brennenden Zigarettenstummel. Auto verbrannt. Gestern vormittags ließ der 27jährige Kaufmann Oldtich Slemr aus Prag V in seiner Garage in der Whschehrader Siratze den Motor seiner Auto» an. wobei dieses Feuer fing. Slemr konnte den Brand zwar noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen, doch wurde das Auto im Werte von 10.000 XL vernichtet. „Optimisten", die Künstlergemeinschaft tschechoslowakischer Musiker, Sänger und Schauspieler, lädt zu einer fröhlichen Silvesterfeier im kleinen Bühnensaal der ll n i t a r i a ein, mit der sie ihre regelmäßigen Kleinkunstabende in diesem Theater- chen beginnen- Sie bieten ein Programm mit 28 Mitwirkenden unter dem Titel„Gestern und Morgen", um ihr Publikum mit herzlichem Lachen ins neue Jahr zu führen- Aach Mitternacht Gesang und Tanz auf der Bühne und im Parkett- Mitwirkende u. a.: Senta Born und die Tanzgruppe der Optimisten(Eva Kolinsk,«.' Trude Müller, Elisabeth Schüb. Ina Beri»). Mizzi'Durst, Frittä Brod und Eva Maria Medak, Dr. Olga Eermak, Milka Dörfl« PringSheim, Rudolf Jli Schubert al» musikalischer Leiter und der Tenor Franz Winternitz. Tischvorbestellungen: 84-1-98. JCuftst lmcl MsE Volksbühne in Part». Der Allgewerkschastiver- band der Arbeit hat soeben in Paris ein selbständiges BolkStheater„Theater du Peuple" in» Leben gerufen, für' welche Zwecke er dar Theater„Renaissance" beim Tor des Hl. Martin mif den Grand Boulevards mietete. Als erstes Stück geht Romain Rollands Drama aus der Zeit der Großen Revoluftoi« „Die Wölfe"(„Le» loup»") über die Szene..Ergänzt wird der Abend durch einen Einakter„Sous les Cendres" von Jacques Chalaune». Arteltervorstellung: Gastspiel Ernst Deutsch:„Die Liebe eine» Fremden" am 10. Jänner um%8 Uhr. Karten ab Donnerstag bei Optiker Deutsch, Koruna; Mitgliedervorverkauf beginnt Mittwoch. Spielplan de» Reuen Deutschen Theater». Mittwoch, halb 8 Uhr:„Boris Godunow" B2.— Donnerstag, halb 10:„Die grüne Wiese", Abonnement aufgehoben.— Freitag, halb 8:„Rigoletto"; halb 8:„Axel an der Himmels tür", D.— Samstag, halb 4:„Till Eulen f vi eg el"; halb 8:„Liebe eines Fremden", CI.— Sonntag, halb 8:„Hof- löge"; halb 8:„Aida", Bl. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8: „DerschiefeHut"— Donnerstag, halb 8 Uhr: „Matura"; halb 11: Die vertauschte Oper", eine Silvester-Revue.:— Freitag, 8:„Der schiefeHut"; 8:„Matura".— SamStag, 8: „Axel an der Himmelstür".— Sonntag, 8:„Unentschuldigte Stunde"; 8:„Matura". Der Nkm- »Eine Nacht in der Oper." Die Brüder Marr stnd ein amerikanisches Clown-Trio, das bisher bei uns unbekannt war, aber mit diesem Film populär werden wird. Alle drei, verschieden in Aussehen, Mimik und BewegungSart, beherrschen mit'Selbstverständlichkeit die Kunst, auf geschickte Art plump und auf groteske Art graziös zu fein. Aber mehr noch: e» sind Leute mit Einfällen, die mit Dingen und Manschen, mit Situationen und Instrumenten spielen können— und oft bis zum Wahnsinn und Tiefsinn närrisch sind. So tolle Szenen wie die in der winzigen, überfüllten Schlsfskajüte und die andere vor und hinter den Kulissen einer Lpernvremiere hat man im Film schon lange nicht mehr gesehen. Die Hmrdlung(die Berfrachtung eine» unberühmten Tenors nach Amerika und sein Einschmuggeln in eine Troubadour-Aufführung) ist nur Anlaß zur Entfaltung der Clown-Komik, und die diversen LiebeS- SongS, die hier angestimmt werden, stnd nur Kontraste zu dem Treiben der drei Narren, das oft genug unwiderstehlich ist und die Lm'chauer in einer Woge selbswergesienen Gelächters untergehen läßt:—eis— „Die Sensation de» Jahre»" nennt sich in Prag der englische Film„Evergreen", der vorerst in einer Sondervorführung gezeigt würde. Er ist die Verfilmung eines Bühnenstücks, das der erfolgreiche Lon« Ein Lehrling wird gesamt Von Thomas B i t e k. Wohin mit dem Kind? Diese Frage ist heute für den Großteil jener Prager Jungen und Mädchen, die Heuer der Schule entwachsen sind, bereits entschiede««. Die meisten find nunmehr schon angehende Meister und Gewerbetreibende. Was übrig blieb, sind jene, deren Eltern sich nicht rechtzeitig kümmerten, oder auch diejenigen, die zu hoch hinauswollten und eine Lehrstelle annahmen, deren Ansprüchen sie physisch oder psysisch nicht genügen konnten. Die Berufsberatung hat also jetzt die schwierigste Arbeit vor sich. Nicht quantitativ, aber qualitativ. Denn auch die gute«« Posten sind längst schon mehr oder weniger Haupttreffer geworden., Insgesamt wurden Ende September in diesem Jahre 8641 Kinder ärztlich und psychotechnisch untersucht. E» dürfte also die heurige Gesamtziffer die von 1088(2800 Gutachten) beträchtlich überschreiten: Die» ist ein Zeichen dafür, daß sich die gewerbliche Berufsberatung bei un» sehr gut etagelebt ha«, denn bei der Gründung im Jahre 1922 betrug dir Anzahl der untersuchten Kinder(aber Student-.n und Lehrlinge zusammen) erst: 1600. Aber nicht nur die Eltern beginnen, die Wichtigkeit einer psychologisch und medizinisch begründeten Berufswahl zu begreifen; e» mehrt, sich auch, zumindest in Prag— dank der vortrefflichen Erfahrungen— die Anzahl der Grepiien, Firme», Meister, die überhaupt nicht mehr Lehrlinge aufnehmen, die nicht durch die Berufsberatung hindurchgegangen sind. Ueberäus'vorteilhaft ist aber die enge ältliche und sachliche Zusammenarbeit mit der LehrsingSahteilung: dpr Arbeitsvermittlung? Sie ermöglicht er Uyter, deti 1000 bis 2000 freien Prager Lehrstellen gerade diejeriigc zu finden, welche für da» betreffende Kind am allerbesten paßt. Die Krisenfolge». Am Arbeitsmarkt der Jüngsten gab e» eigentlich keine Krise. Immer gab es— zumindest ber-, hältniSmäßig— genug Anfragen und immer sogar nichwesetzte Lehrstellen. Nicht nur hat die Krise die Nachfrage nach billlgeren Lehrlings-Arbeitskräften gesteigert; gleichzeitig ging auch da» Angebot zurück. ES rückten nämlich in das Erwerbsleben gerade' die schwachen Kriegsjahrgänge ein- Und Heuer, als dw stärken Nachkriegsjahrgänge herankamen, kam gleich«: zeitig auch' der Abfall der Krise, so daß sich da» Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage um weitere 9.6 Prozent verbesserte.' Aber anderweitig hat sich die Krise schwer» folgendst ausgewirkt: noch nie— seit dein Bestehen der Beratungsstelle(!)— gab es absolut und relativ so viele Fälle, die infolge einer schweren Ger, sundheitSstörung zur eingehenderen Untersuchung auf- die Kliniken geschickt werde» -mußten. . Aber auch die Psyche der Kinder hat'sich tat Ernste der Zeiten gewandelt. Sie denken, insbesondere die Knaben, mehr über ihre Berufswahl nach und versuchen es, ihre Wünsche im vorhinein mit ihren Fähigkeiten, und den Möglichkeiten der Eltern im Einklang zu bringen. BerufSmoden. Hier kommen wir zu einem sehr interessanten Kapitel, nämlich, zu den Wünschen der Kinder selbst; Diese, Wünsche werden selbswerständlich von der Be- ratung im Rahmen der Möglichkeit berücksichtigt. Selbst dann,, wenn die Eignung nicht'gerade den gewünschten»Beruf erlaubt, wird womöglich zumindest ein verwandter gesucht. Aber er ist interesscmt, dotier Nevue-Reglsicur C. B. Cqchran inszeniert hatte und da» der Filmregisseur Victor Saville im Stile dieser Aufführung in den Film übertragen hat. Au».dem Reklame-Einfall..die Tochter einer vor dreißig Jahren in» Ausland verschwundenen berühmten SoubrettesÜr ihre„jung gebliebene" Mutter auSzugeben, entwickelt sich eine BerwechslungS-, Aus« ftattungS-, Justiz- und Liebeslomödie mit Gesang und Tanz, die oft nett und amüsant ist. aber, mit jenem Minimum an Temperament dargestellt wird, da» denNordsee-Jnsulanern genügt, unSKontinental« Europäern aber auf die Dauer etwas nervös macht. Auch d>e Hauptdarstellerin Jessie Matthew»— eine Revue-Schönheit, die durch ihr tänzerisches Können, ihre kindliche Singstimme' und ihre scheinheilige Komik für sich einnimmt'— entbehrt jeder Fähigkeit, den Zuschauer hinzureißen: Unter den übrigen Mit- ,wirkenden.sind einige gelungene komische Tuben. —eis— Sp&d-8piet IlöGechstege 40 Meter auf der Roten Schanze Bei dem Probe springen auf der Roten Schanze de» Atu» in Äärringen, welche» im Rahmen de» Funktionärlehrgange» am 26. und 27. Dezember stattgefunden hat, erreichte der Jugendspringer E S k a die 40-Meter-Grenze- Bon den bekannten Springern des 6. Kreises war nur Genosse Urban(Neudek) zugegen, der ebenfalls an die 40-Meier-Ärenze kam. Sogar aus St. Joachims« thal hatten sich drei junge Springer eingkfunden. Da» Probespringen am 27. Dezember vormittag» bildete den Abschluß eines gelungenen Lehrganges für Kampfrichter und Bereinswinterfportwarte. Unter der Leitung de» Kreiswinterfportwarte» Paul P f o b wurden die Bestimmungen der Wettkanwf« ordnnng praktisch erprobt; jeder Teilnehmer mußte als Start- und Zielrichter fungieren, jeder mußte feine Ergebnisse selbst berechnen, auch jene des Svrunglaufe». was nicht ganz leicht ist. Die.Kursteilnehmer belchäftiaten sich auch mit dem Anlegen vorschriftsmäßiger Zwecken. Am gleichen Tag veranstalteten die völkischen Wintersportler in Bärringen auf der bürgerlichen Schanze ein Eröffnungsspringen; der weiteste Sprung wurde 48 Meter gemessen. Diese Leiswmg wird voraussichtlich am 8. Jänner beim Eröffnungsspringen auf Ler Roten Schanze überboten werden. liltttoUungifidcr»Umut« Volksblldunsshaus Neujahrögrutz der Prager deutschen Sendung. Die Prager deutsche Sendung wünscht allen Hörern, Mitarbeitern und Freunden ein glückliches neues Jahr und eichittet auch im kommenden Jahr deren werktätige Unterstützung. Worte»Ur Neujahrsfrier spricht Freitag, ben 1. Jänner..1987, 1.7.88 Uhr der Leiter der Prager deutschen Sendung Prof. Dr. O. F r a n k l. Winwrtage im Mlesengebtrge— Wintertage im Adleegelirge. Heber die Schönheit de» winterliche» Riesengeblrge» spricht Montag, den 4.. Jänner 1987. 18.10 Uhr Dr. Karl Schneider aus Hohenekbe über die einzigartige landschaftliche«Schönheit des Wlevgebivzes berichtet Bürgerschuldirektor Wilhelm Hani sch(Rokitnitz) am gleichen Tage um 18.88 Uhr. Wer mag den Ssilauf erfunden haben? Hierüber plaudert am 4. Jänner Prof. Hugo Siegmükler (Warnsdorf). Der berühmte Landschaftsmaler wird In witziger'Art über die Entdeckung'des Skisportes berichten. Musikalische Darbietungen der Prager deutschen Sendung. Die Prager deutsche Sendung bringt Sonntag, den 8. Jäiiuer, Unter dem Titel„Große und kleine Solisten." ein Konzert(14.48 Uhr), bei welchem Sch über" t, M oz,art, Br ahm». Ullman«, H. W olf gebracht werden. Am Dienstag, den 8. Jänner, 18.10 Uhr ist eine Musikalische Hörfolge angesetzt:„Im Hause zurEisernenTü r". Diese» Ködert schildert die ersten öffentlichen Konzerte in Präg.'' Mittwoch, den 6. Jänner, 14.80 Uhr bringt die deutsche Sendung ein.Zwiegespräch von Liedern". Er wird Liesl Koralel Und Prof. I; Prachner singen. Im Programm: Wolf, Schubert, S ch u m a n i«, R nb'i n st e i n u. a. -«samStag, den 9. Jänner, 14.10 Uhr bringt di'e Prager deutsche Sendung anläßlich de» 80. Geburtstage» Wilhelm Kienzl» ein Konzert mit einigen feiner Werke(aus-der Gruppe Moderner Lyrik.— aus meinem Tagebuch— Arie au» dem Evangelium) mit Lotte Ludwig(Gesang) und R. I. S ch u- bert(Klavier). Literarische Sendungen im Prager deutschen Rundftmk. In der Hörfolge„Der europäische Geist" bringt Sonntag, den 8. Jänner, 17.10 Uhr Ferdinand D e ml unter dem Titel„Stürm und Drang" Proben aus den Werken von L e i s e w i tz, S ch u b e r t, M. K. Leng, Klinger, L. Wagner uich vom jungen Goethe. Freitag, den 8. Jänner, 14.18 Uhr ist eine Sendung.Klassische und moderne deutsche Lyrik" (eine Hörfolge) angesetzt.' SamStag, den 9. Jänner, 18.00 Uhr liest in der Dichterstunde„Erwin Heine au» eigenen Werken". Mittwoch, den 6.»Jänner, 17.88 Uhr bringt ein Hörspiel„Der Bauernrichter" den Inhalt einer Novelle von OSkar Jellinek, bearbeitet von Martin C o st a. Donnerstag, den 7. Jänner, 17.48 Uhr spricht Dr. Josef Mühlberger über Rainer« M a r i a R i l k e. Eine St.-HnberwS-Sendung im deutschen Rnnd- funk. SamStag, den 9. Jänner, 18.18 Uhr bringt die Prager deutsche Sendung eine Hörfolge„St. Hubertus" unter Mitwirkung des Schwarzenbergschen Jägerchore». Leitung: Kapellmeiswr Anton Wrha. „Heimat, Staat und Volk." Freitag, den 8. Jänner, 18.20 Uhr, spricht Paul L e p p t n in dieser Reihe. Der Vortragende wird interessante» aus seinem Leben und der Geschichte Prags erzählen, mancher berühmte Künstlername wird hier zu hören sein. Die Wirtschaftsnot«Md der sudetendeutsche Ber- siändigungSwille.' Zn dieser Frage spricht Freitag, den 8. Jänner, 18.10 Uhr Abgeordneter Hans Schütz., «Tiere im Winter." In der Jugendstunde am Donnerstag, den 7. Jänner, 18.00 Uhr spricht Marie Kunst Über dieses Thema in ihrer bekannten fesselnden Art.„Der Winter, die Sonne", ein Tierchor, ein Kinderchor werden mithelfen diese Sendung für unsere Jugend besonders schön zu gestalten.-'„ i Bon« Jänner-Programm de» Volksbildung», hause» Urmia in Prag. Die Prager Urania hat ftir Jänner ein- besonder» reichhaltige» BorträgSprö- gramm auSgearbeitet, Prof. Äloss.Äaba wird Über„Das Wesen der modernen Musik sprechest,' und die verschiedenen stilistischen Richtungen moderner Musik darstellen: Univ.-Prof. Dr. Fürth, wird zu dem Thema„Kalte und flüssige'Luft sprechen,,Ina. Volker Fritsch spricht am 18. Jänner über das PrMem der Wünschelrute uüd über die Mit den Mitteln moderner Physik gemachten Versuche, wobei er scharf gegen den Mißbrauch Stellung nehmen wird, der von. berufsmäßigen Rutengängern bekleben wird. Prof. Dr. Oskar Dyhrenfurth wird von seiner erfolgreichen Kymalaja-Expedlsion Unter dem Titel„Um die Gipfel der Welt" berichten. Der Bor- wagende wird die ungeheueren Schwierigkeiten der Expedifton schildern. Ferner sind im. Programm der' Prager Urania medizinische u nd p h i I o s o- phische Themen bekannter Persönlichkeiten borge- I' sehen. Im Rahmen der Urania-Konzerte wird Hehre R o S w a e n g e und Schaljapin singen... um ihre Tochter der Niärchenprinz« anhalten wird daß sie durch die Ehe voll>md ganz versorgt, sein wird. Und'doch ist di. heuw'in hen breiten«Schichten eist, großer AuSnahmSfall. Die leichtfertigere Einstellung zeigt absolut>md relativ'sich auch in der. großen Anhahl phantastischer Berufstvünsche. Selbst ganz unbegabte Mädchen tvollen allen, ErtisteS werden. Während ein'Junge, der z. B. Chauffeur werden will,-doch dies und jenes vom Auw weiß, so will da» Mädchen unbedingt Fliegerin oder Rennfahrerin werden, ohne auch' nur da» primitivste Interesse für technische Dinge zu bekunden— Doch gibt es immer neue weibliche Pioniere;' die'in bisher rein männliche Berufe.eindringen. Wir haben heute in Prag schon lernende oder bereit» auSgelernje Zimmermalerinnen, Fleischhauerinnen, je eine Taxi« chauffeuse, Automechanikerin und Elektrotechnikerin, Zahntechnikerinnen, Buchbinderinnen, Uhrmacherinnen, weibliche Juweliere etc. Die erste Bresche schlägr für gewöhnlich die Tochter eine». Meister», resp. Ge- Keiti.„schlechte" Rete. In der Berufsberatung gibt' er kein negatwe» Gutachten. Jmmerfindetsich irgendeingeradenpch Möglicher Beruß Selbst für't'eilwelse/JmbuiMwjrd^ ehe man sie der öffesstllchensfllrsorgeAetMt.erst^ eine einfachste Handreichung ausfindig gemacht. AM zu beobachten, daß selbst die Berufswünsche einer i Schauspielerinnen, Malerinnen, Tänzerinnen u. ä.- Mode unterliegen. In den Vorjahren war einerseits" die große Wove Elektrotechnik, anderseits hätte e» jeder Prager Jungs als tödliche Beleidigung betrach tet, hätte maß-'von ihm ernstlich verlangt, Schuster, Regenschirmmacher oder Koch zu werden. Da» hat sich inzwischen grundsätzlich gewandelt; die Elektrotechnik ist'zwar immer noch sehr beliebt, aber der begehrteste»aller Berufe ist Heuer die Flugzeug- und Automechanik(die Flugzeugfabcik„Letov" hatte au' 100 Lehrlingsstellen über 1000 Bewerber, ähnlich war er auch bei den Automobilfabriken); Koch zu werden ist ebenfalls ein echtes— weil für die Allermeisten bereits unerreichbare»— Ideal der in der Krise unterernährten Jungen geworden. Im Vor-, werbetreibenden, die, einmal da» väterliche Geschäft jähre gab e» auf den Fortbildungsschulen insgesamt übernehmen soll, dann erst folgen langsam weitere, fünf„Schusteiüuben"(inkltrsive Handschuhmacher!),.Vorkämpferinnen.^''.. Heuer hat man wieder eine volle, normale Klasse er-! Doch wählt die Mehrzahl schsießlich. zumeist öffnen können. Au» den oberwähnten Gründen gab wieder die. alten typischen Berufe: Damenschneiderei„ e» Heuer auch Schwierigkeiten mit körperlich, qnali- Putzmacherei, Geschäft u-ä.(So standen im Schul-? sizierten Lehrlingen jener. Gewerbe.(Tischler, jahre 1986/86 die Damenschneiderinnen mit 2878 Schmiede etc.),die größere'physische Kräfte erfor» Lehrmädchen an erster Stelle, ihnen folgten die Jr«- dern. Selbst da» Friseurgewerbe, da», wenn auch seusen mit487,än vorlctzterund letzter Stelle waren nicht' anstrengend, so doch relativ ungesund ist 8 Kellnerinnen und 8,Stickerinnen, zu finden), Das (Lunge, F ü tz e), hat Heuer diesbezügliche Ideal bleibt allerdings' die Kanzlei,.Doch muß hier Schwierigkeiten.> I die Beratung in 99 Prozenten abraten—wenigsten» Di. Mäbch«.- ffiWlq..- du.-? s°W°G.mit.ben unffitaat G-. 'a'-'in!wendigen Schreibmaschinen- wie Stenogräphiekqnnp-. „„ Grundsätzllchander-, weniger ernst, ist die Ein-„issen hapert und auch eine'genügende Beherrschung" stellung SE^^tiüen Ber«^ bell den jungen Mäp-{, eg Deutschen oder einer anderen Fremdsprache fehlt." chen und, selbst bei deren Mterü. Sogar Proleta« Handschrift" allein genügt evm auch rlereltern rechnen noch heute fest damit, datz gerade* B e z u g» bed i n g u n g i. n: Bei Zustellung«ns Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 16.—, vierteljährlich KC 48.—,.halbjährig XL 96.-- ganzstihrig XL 192.—.—' Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren.Einschaltungen Preisnachlaß.'-- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bst Einsendüna der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft«? ssnd TR»« graphendirektwn mit Erlaß Nr. 18.800/VlI/j.980 bewilligt.— Drucker.tr^Orbi»", Drwk», Verlag»««ssd L.iftmg»-A.-G. Prag..