Einzelpreis 70 Hellei (etnschlieBtlch J Hellar Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH« kdAKTION UND Verwaltung trag xii„ fochova«r. Telefon am HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUS. VERANTWORTLICHER REDACEURt KARL KERN. PRAG. 16. Jahrgang Donnerstag. 31. Dezember 1936 Str. 303 kegulSre deuttdie Iruppen Im Xampf Madrid. Bei der Schlacht, die am Dienstag mit großer Heftigkeit um die Gemeinde Montoro entbrannt war, konnte« die Nommandanten der Regierungstruppen di« Anwesenheit Von vier Regimentern deutscher Infanterie und einer Kavallerie-Eskadron in deutschen Uniformen feststellen. Diese Abteilungen waren fast ausschließlich mtt automatischen Waffen ausgerüstet. Deutscher Admiral gegen das Spanien-Abenteuer Baris. Bor etwa zehn. Tagen war aus Berlin gemeldet worden,. daß der.Kommandant der baltischen ESkadrr Admiral F o.r st e r in den Ruhestand trete. Di«„Information" veröffentlicht nun ein Telegramm ans Berlin, indem es heißt, 1■ daß in regelmäßig gut informierten Kreisen oer> .sichert«erde, Admiral Forster.sei. nur deshalb znrtickgetreten, weil er, wie er in seinem Schrei« ben an die Reichsregierung erklärte, nicht die Ber- antwprtMg für die er»st e.G es» h r übernehmen kännte, der di« deutschen Schisse an der spa- nischm Küst« ausgesetzt sein könnten., erfolgreiche LegenstüKe der keglenmgstruppen M a d ri di Der Ausschuß zum Schutze der Stadl teilt Mittwoch mittags mit: Aus dem Nordwestabschnitt der Madrider Front Haven wir einen heftigen Angriff gegen Billa Rueda dela Kanada unternommen. Obwohl' die Operationen durch Rebel behindert sind, haben die republikanischen Abteilungen dieses Dorf bei ihrem Borrückenbe- setzt nnd ihre Linien um etwa 2 Kilometer dor- > verlegt. Im Abschnitt« bei Carabanchel haben sich die RegierüngSabteilungen nach heftigem Kampf« reinige« Häuser bemächtigt. An der Front von Cordoba schreitet die erfolgreiche republikanische Gegenoffensive fort,' Waffenfunde In der finnischen Gesandtschaft . Madrid. Bei einer: neuen Durchsuchung, di: fy einem der finnischen-Gesandtschaft gehörendem HauS vorgenommen wurde, aus welchem, wie e: heißt,. auf die Miliz ,geschaffen worden sein soll, svurden zahlreiche Revolver, Gewehre und"Pa- tronen sowie Uniformen vonSturm- ab teil un gen" gefunden. Dezentralisierung der britischen Munitionserzeugung L o n d» n.(AR.) In der nächsten 8«« werhen hie Berträge unterfertigt werden,-durch dl«,«inige lokale Berschlebniigen in der" englischen MUnitlonSerz«gung eintreten werden.-Dir Gra- nalrusüllung und die Manipulation" mit einigen Explosivstoffen wird auS. dem Arsenal Woolwich nach«irr neuen Hrsrnalen übertragen,«erden. Das erste wird in der Grafschaft Laneasherr stehen, die drei übrjgen werden in Südwales, in Sü'.wcstschottland und in Westengland/ unterbracht werde». Die prtr werden im Hinblick auf den Umständ gewählt, daß sie weniger durch Flug» zeuge.bedroht, werde»' können als.in. Woolwich, das, wie'bekannt, eisti östliche Borstadt von London ist. In'diesen Arsenalen wird- di« Muniiwn erzeugt werden, dle iM Zusammenhang mit dem HrgierimgSProgrämmlltreffeüddie Rüstung»- vervollständigung notwendig ist.: DaS brUIschesMftfähttmißisteriüm-hät,mf den Fivil-Flugplätzen für die Feit von Fliigvbun- DM»- eigen- st an d i g e n M ä,chst.li i'ch,e-N MM": MeMM sMf"ch.e'ND tfe> n st.-.ver^ -Mbarf,"damit sich'dleMilitgrflügzeüge.Gei-dm Nnchtiibungen stäitdigMerihre Lage inföftnieren um 28S,S46 ,w«niger alS^vr einem sfahr,...> dieses. Mißverhältnis wenn- es überhaupt-ein Gesetzliche Maßnahmen In V5K gegen Waffenlieferungen Washington. ES machen sich hier angestrengle Bemühungen geltend, die vom Staatsdepartement erteilte Bewilligung zur Ausfuhr amerikanischer Kampfflugzeuge nach Spanien rückgängig zu machen. Die amerikanischen Behörden weisen darauf hin, daß der bisherige Wortlaut" des Reutrr» litätSgefetzeS, wornach Waffenlieferungen an kriegführende Parteien untersagt sind, den Fall eines Bürgerkrieges nich t umfaffe und daher die Erteilung der Bewilligung nicht abgelehnt werden konnte. Rach dem Wiederzusammentrit'. des Kongresses will Senator P i t t m a n einen Gesehentwurf vorlegen, der den Transport jeder Art von Waffen und Munition nach Spanien verbietet. Er hofft, daß die Annahme des Gesetzes noch rechtzeitig erfolgen wird, um die Absendung der bestellten Flugzeuge und Motoren, die kaum" vor zwei Monaten erfolgen kann, verhindern zu können. Präsident Roosevelt hat in einem Gespräch mit Joumalisten erklärt, daß er sich zu derartig"-» gesetzgeberischen Maßnahmen g ü n st i g stelle. Wir veröffentlichen nachstehend einen Bericht über di« militärische Lag« aus d«r Feder des bekannten italienischen Sozialist« Pietro R e n n i, der die Stell« eines Vertrauensmannes der Sozialistischen Arbeiter-Internationale bei der International« Kolonne der spanischen RegirrungSarm«« bekleidet. An der Front von Madrid, Ende Dezember 1886. Wie stellt sich am Beginn de» sechsten Bür- gerkriegSmonats die Lage in Spanien im Ganzen dar? Ihre wesentlichen Kennzeichen sind die folgenden:" - In politischer Hinsicht hat sich die Einheit des Volkes erweitert und verstärkt im gleichen Maße in dem die Autorität der jetzt in Valencia befindlichen Regierung zunahm. Largo Caballero hat eine politische Leistung.ersten Range» vollbracht, indem er di« Mitarbeit der Anarchisten an der Regierung hcrbeisührte, ohne die Mitwirkung der gemäßigten Republikaner zu verlieren, die wichtige Element« der öffentlichen Meinung vertreten. Bon der Regierung, wie sie heute auSsieht, kann man sagen, daß sie weniger »extrem" erscheint al» di« Tatsachen selbst. Aber Britische Arbeltslosenzlffern London. Am 14. Dezember wurden kn Großbritannien 1,-628.718 Arbeitslose gezählt, das sind um.6117 mehr al» am 28. Roveinber und ««Sie kommen nicht durch l“ Neue Winkelzüge Mussolinis Allerhand Vorbehalte der faschistischen Nichte zu erwarten Ro m.(HavaS.) Die italienische Antwort auf dir franzSfifch« und die britische Rote wird eheste»» überreicht werden. Die politisch« Kreise sind der Ansicht, daß die italienisch« Antwort, wenn nicht wirtlich, so doch wenigst«» inhaltlich mtt der Antwort ütrreinstimmen wird, welche von Berlin überreicht«erd« wird, und daß di« beider» Großmächte d«.französisch-britisch« - Vorschlag, da» internationale NichteinniischungSabkoiumen bezüglich des spanischen Bürgerkrieges auch ans dir Entsendung von Freiwillig« für die beide» kriegführend« Partei« auSzudehnen, grundsätzlich annehmen werden, daß aber diese» Prinzip in den beiden Antworten durch ver- schi« d en e B»rb»halte undreelle Erwägungen imb durch dir Berücksichtigung der Tatsachen etwa» abgeschwächt sein. wird. " Rom. In der„S t a m p a" übt Chefredakteur Signore t t i scharfe Kritik an der fran zösisch-britischen Rote betreffend die Verhinderung der weiteren Entsendung"von Freiwilligen nach Spanien. Der-Autor bemerkt, daß die Rote sicher lich„mit dem aufrichtigen Will« studiert werden wird", noch ernstere Verletzungen de» Frieden» z> verhindern", fügt jedoch hinzu, daß die Parteien, welche die entsprechenden Maßnahmen nicht ine geeigneten Augenblick- haben treffen wollen» jetzt nicht erwarten können, von Italien eine augen blickliche Antwort hü erhalten. Der Autor beton', daß. eine Einstellung der Freiwilligen-Expedctio.- nen nach Spanien"nux des. Regierung von Va lencia, nützen könne, die bereits durch Tausende und Abertausende von Kommunisten aus der"gan zen Welt verstärkt worden sei, Signoretti beschul digt die Sowjetunion, daß"sie den Brand aüs der Pvrcnäcn-Halbinsel entfacht habe und klagt tnr französische Regierung der M i t.s ch u"I d" an. Da» Verhalten Englands bezeichnet der Autor, al» verdächtig upd erklärt in Angelegenheit de» Gent- lemen agreement:„Die Schaffung, weiterer bol schewistischer Staaten, verletzt den. statu» guo, der ,so erwünscht ist, und deshalb Muß dies um"jeden Preis verhindert werden."' Hitlers Versclileppungs- . taktlk offenkundig ; Berlin. Die deutsche Antwort auf die «nglisch-franzöflschr Rot« in drrFrage der Richt» rünnischung in Spanien steht n t ch t, wie man int. Ausland vielfach erwartete,, unintttrltar be vor. Man hatte auch in deutschen Kreisen zum Teil angenommen, daß-der Reichskanzler- aut. Mittwoch mit- den gelegeptlich der BeisetzungS» feierlichkeiten für Generaloberst Steckt in Berlin anwesend« RcichSministern«ine gemeinschaftliche BetaMgÄhaltrn, werde, fdirsehtttrdoch'n i ch t stattgefunden.LediglichDr.Goebbels weilt» bei,Httltr,- der schön am Abend wieder nach Brrch« trSgaden»urückkehrte. DI» diplomatische Ruhe- pause dauert also vorläufig, weiwr aü. Mißverhältnis ist— kann die Revolutionäre nicht beunruhigen. Das erste Erfordernis für da» republikanische Spanien ist, den Krieg zu gewinnen. ES gilt also eine Politik zu machen, die dem Siege dient, d. h. die um die Republik unter der Führung des Proletariats alle sozialen und politischen. Kräfte schart, die zu diesem Siege beitragen können. Das ist geschehen; das geschieht sozusagen alle Tage. In militärischer Hinsicht lvar die Lage im Verlauf des letzten Monats gekennzeichnet durch die heroische Anstrengung des Volkes in Waffen, Madrid zu verteidigen, aus Madrid das Grab des Faschismus zu machen. Das „no pasarän"(sie kommen nicht durch I) der Reden, der Plakate, der Aufrufe, ist seit einem Monat zur lebendigen Wahrheit geworden. Aber eS versteht sich, daß das militärische Problem nicht darin besteht, Madrid— das strategisch gar keine Bedeutung Hot— zu verteidigen oder preiszugeben, sondern vielmehr darin, zur Offensive überzugehen. Der Krieg kann nicht gewonnen werden, wenn man in der Defensive b leibt, und bisher haben die Umstände—und vielleicht nicht die Umständ« allein—. dem republikanischen Kommando nicht gestattet, zum Angriff Überzüge he». Weit mehr noch M M-DitstiistpL ist d i,L p v or.nl lernet ne Fr.a g e de r O r g a n i-... sation. Manövrieren kann man nur mit gut geführten, gut geschulten, gut bewaffneten Truppen. Bon. diesen, drei. Erscheinungsformen des "militärischen Problems— Führung, Ausbildung. Bewaffnung— lassen die beiden ersten noch am meisten zu wünschen übrig. Fügen wir hinzu, daß an der jetzigen Front vor Madrid und im gegenwärtigen Abschnitt der Schlacht die Initiative noch immer in den Händen des Gegners liegt und daß daher derkritischeFeitpunktnoch nicht überwunden ist. Das wird erst der Fast, sein, bis man an allen Fronten—insbesondere in Katalonien, wo"die Front in den letz-. ten zwei Monaten fast untätig war— von der Defensive zur Offensive und zum Bewegungskrieg übergehen wird. Dies wirft die Frage des einheitlichen Kommando» auf,eine Frage, die noch Immer nicht gelöst ist, obgleich man überall von ihr spricht, die. aber.— bei Strafe des Verlusts kostbarer Feit— sobald als möglich gelüst werden muß,- kühn gelöst, ohne herkömmliche Rücksicht, um den Rotwendigkeiten deS Augenblicks gerecht zu werden. Man kann von der militärischen Frage nicht sprechen ohne den Charakter deS Kriege» selbst zu erwähnen." Al» ich im vergangenen Oktober(nach dem unglücklichen Flugzeugunfall) nach Frankreich zurückkehren mußte, habe ich mehrfach die Meinung ausgesprochen, daß dieser spanische Krieg eine.besondere Art Krieg sei, ein Bandenkrieg, ohne jede Beziehung zur Technik deS enro-. päischen Krieges. An einzelnen Fronten sieht eS "noch-immer, so aus. Aber hier in Madrid hat der Krieg den gleichen Charakter angenommen wie. der Weltkrieg. Die Feuerstärke ist gewaltig und fürchterlich; eine Nacht im Feuer der Casa del Campo, der UnibersitätSstädt oder von Poznelo — um nur Frontabschnitte zu erwähnen, die Ich kenne— erinnern an den Karst. Die-Fahl und die", Gewalt der automatischen Waffen ist ungeheuer^ Die Verluste,. sind verhältnismäßig»zweifellos.. höher als im Kriege.von 1814. Di e V erw.e n- d u n g de rLuf twaffe hak ei n-eM."1 Ums a n g a n g»,n o m m e n, d e r vor ,- 28. J a h r e n u,n b>e k a n n t ,w,a r. Das Zcrstö-' rüngSwerk der.Bombenflugzeuge, ist niMnür. qn,, sich schrecklich,!sondern;in-.Pshchölosiisch"er H',nsicht°." im höchste^ Maße schreckeäerregend^ Beim-An-.i" griff spielt der Einsatz von Danks«ine Hauptrolle. Vom Gesichtspunkt der eingesetzten Kämpf-' mittel erscheint die Frönt von Madrid wie diA tra-, gisch« BersuchSstätte cines-größeren tragischen: E«etimenM.-'.'/“fiC In internationaler" Hinsicht.'*• nimmt der spanische Bürgerkrieg immer mehr den. Charakter ein«». allgemeinen^Jüsammenstößes^- zwischen,FaschiSmuSundkargen,kann es zu spät fein und dann wäre der, Weltkrieg— oder vielmehr der Bürgerkrieg im Weltmaßstab— unvermeidlich geworden. Die Internationalen Brigaden Die lange Dauer des Bürgerkrieges hat der proletarischen Solidarität, neue Probleme gestellt. Am Beginn der revolutionären Krise in Spanien glaubten Ivir, daß die Ereignisse sich rasch abspielen würden. Daher schien die Frage der militärischen Mitwirkung des Proletariats in Spanien die besondere Form anzunehmen, auf die uns die spanischen Genossen hinwiesen: Anwerbung von Speziali st en und Technikern. Die Dauer des Konflikts hat eine geänderte Beurteilung herbeigekührt. Und Dos Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld „Liebe Frau Mertens— ich werde selbstverständlich Genno morgen zur Rede stellen. Diese Schandtat darf nicht ungesühnt bleiben. Er wird sich entschuldigen, er wird Ihnen die Hand küssen— Sie wollte sagen: Und Hugo? Wer bittet den Jungen um Entschuldigung? Aber sie besann sich rechtzeitig. Bor Mittelmeier wollte sie den Namen Hugo lieber nicht nennen. Es war über« Haupt besser, der Vorfall wurde mit Schweigen übergangen und möglichst schnell vergessen. Man tratschte schon im HauS, Hugo war unvorsichtig, er sperrte vor den Augen der Nachbarin ihre Wohnung auf, wenn er sie besuchte, er zeigte sich am Fenster, man wurde beobachtet, die Frau gegenüber setzte ihren Ehrgeiz darein, genau zu wissen, was in der Gasse vorging.«' „Wenn Sie es wünschen, liebe Frau Isabella, komme ich nie mehr ins East Finsterbusch. Wir. suchen unS ein anderes Cast, in dem es ruhiger ist—". Isabella lachte hell auf,. „Bleiben.wir vorläusig heim East Finsterbusch. Man kengt, uns dort, wir werden besser bedient. Wir haben immer noch Zeit, uns ein stilles, heimliches NendezvouS-KasfeehauS äus- zufuchen". , Mittelmeier küßte ihre Hand, wie.Baron Silb,ermann den Gräfinnen, und Baroninnen idle Hand zu küssen pflegte. Er., blieb vor ihrem Haus stehen, er wartete, bis das Licht in Ihrem die Internationalen Brigaden sind entstanden— vMdenen zwei bereits im Feuer stehen—, Um zu bewtifen, daß in dieser eisernen, Zeit das revolutionäre Proletariat zu mehr imstande Ist.als zu jener Solidarität, die sich in eitser Resolution oder in der'Sendung vock Marmelade ausdrückt. Wir "treten in eine».neuen Abschnitt der revolutionären Solidarität; sie nimmt- eine konlrete Form Henle in Spanien an; sie wird sie morgen in Italien, in Deutschland oder sonstwo haben, wo die Revolution ihre Fackel entfacht. Die militärische Leistung der Internationalen Brigaden—der 11. und 12. Brigade, die bereits an der Front eingesetzt wurden— muß als sehr bedeutend bezeichnet werden. Trotzdem dürfen wir nicht die Legende aufkommen lassen", als hätwy die Brigaden Madrid gerettet. Die Brigaden sind ein Pfeiler der Verteidigung Madrids gewesen und wollen morgen ein Angel« Vie Wirtschaft am Jahresende es pursst des Gegenangriffs sein. Aber d l e Kraft, die S p a n i c n.xef.i e t, ist das spanische Volk. DaS bringt unsere Betrachtung zu ihrem natürlichen Abschluß: Immer wieder muß man den Ausdruck der höchsten Bewunderung für die-! sei; spanische Volk,"für dieses Boll! von"Madrid wiederholen. Die.Fliegerbomben und die Geschütze haben entsetzliche Wunden in den Bezirken Madrids uüd vor allem in den Arbeiterbezirken aufgerissen. Der Krieg Ist vor den Toren und mag selbst noch näherrücken; die Bevölkerung leidet unter den Schwierigkeiten der Verpflegung und unter der" mörderischtn Wut des Feindes. Und trotz alledem zeigt Madrid ein fast zu heitere» Antlitz uüd bietet ein Beispiel der Wider- standskraft, das als Beweis hoher sozialistischer und revolutionärer Reife in der Geschichte dauern wird. Mit Aüsnahme der Monate Jänner, Feber und ■ Mai war demnach 1036 die Arbeitslosigkeit geringer als im vorhergehenden Kahr. Besonder» in der zweiten Hälfte 1036 nimmt "sich die Atbettsmarktlage erheblich günstiger aus als 1085. In den einzelnen Industriezweigen ist die Entwicklung der Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Es gibt Industrien, deren Produktionsinder im Durchschnitt der ersten zehn Monate 1086 den de» Jahres 1020 übersteigt. Bei nicht wesentlich veränderten Produktionsbedingungen dürste, es demnach nicht mehr Arbeitslose, sondern eher weniger geben al» damals. Mer in der graphischen Industrie und in der Nahrungsmittelindustrie ist branchSgüterindustrien und den Welthandel" au», die auch der Entwicklung"zu einer Hochkonjunktur der gesamten Wirtschaft Grenzen setzen./' 2. Die Wirtschaft der Tsdiediotlowakel In der Tschechoslowakei Witt die wirtschaftliche Belebung am sichtbarsten in. der industriellen Produktion in Erscheinung. Der schwere Rückschlag durch die Wirtschaftskrise brachte einen Verlust von ruNd 40 Prozent. Bon . rund 100 im Jahre 1020 sank der Gesamtindex der induswiellen Produktion im Jahre 1031 auf 60.2. Im Jahresdurchschnitt 1085 hätte er sich wieder auf über 71 gehoben. In der zweiten Hälfte deS Jahres blieb der Gesamtindex der Industrieproduktion sm Monatsdurchschnitt etwa um 10 Prozent höher als im Vorjahr. Für den Jahresdurchschnitt wird er voraussichtlich über 80 betragen. Da» würde bedeuten, daß die industrielle Produktion in der Tschechoslowakischen Republik 50 Prozent der Krisenrückschlags aufgeholt hat, daß sie hinter dem Umfang des Jahres 1020 im abgelaufenen Jahr»och um etwa knapp ein Fünftel zurückgeblieben ist, Innerhalb der einzelnen Industrien sind im Tempo de» AufschwmrgS— wie seinerzeit bei dem Rückschlag— erhebliche Unterschiede fest- zustellen. Die Roheisenerzeugung hat im November 1080 etwa den gleichen Stand wie 1080 erreicht, während ihn die Rohstahlproduktion bereit» überschritten hat. Die gesamte'Hüttenerzeugung nähert sich damit dem höchsten Stand im Konjunkturjahre 1020. Den Produktionsstand dieses Konjunkturjahres haben die Papierindufwie, die graphische Industrie, die chemische Industrie und die Elek- trizitätserzeugung erreicht, bzw. überschritten. In der PorzeÜanindustrie, der Glasindustrie! der Maschinenindustrie und der Textilinduswie bleibt die Produktion hinter jenem Höchststand zurück. Auf dem Arbeitsmärkt hat das vergangene Jahr gleichfalls eine wesentliche Erleichterung gebracht. In den einzelnen Monaten gab ~ im Vergleich zu 1035 Arbeitslose an den Weltware n,m S r k t e n die Lage völlig umgekehrt. Nach dem Preissturz während der Krisenjahre hat daS Jahr 1086 sehr erhebliche Preiserhöhungen gebracht. Gegenüber dem Jahresende 1085 sind RüstungSmetaNe bis zu 55'Prozent, Kautschuk um 56 Prozent, Hanf um 50 Prozent, im Preise gestiegen. Auch die Agrar- und Kolonialwaren preise haben ganz außerordentliche Steigerungen zu verzeichnen. Die Rohstoff-Weltvorräte sind 1086 zurückgegangen. An Weizen, der, ob wohl viele Millioiwn Menschen an Hunger litten, in den letzten Jahren in großen Massen vernich tet worden ist, macht sich in den letzten Wochen sogar ein Mangel geltend. Diese Preisentwick lung und BorratSabnahme hat die Lage in den Rohstoffländern entscheidend gebessert, so daß sie jetzt wieder als Käufer an den Weltmärkten grö ßere Bedeutung geloinnen. Dennoch hält sich die Cnttvicklung des Welthandels auch für das been dete Jahr in recht bescheidenen Grenzen. Hat die Weltproduktion den Stand von 1020 um minde stens 15 bis 17 Prozent überschritten, so liegt der wertmäßige Umsatz"im Welt handel noch um über 60 Prozent unter dem des Hochkonjunkturjah re S 1 0 2 0. Betrug der Welthandels-Index für 103t 84.1, so wird er sich in dem vergangenen Jahre auf kaum 37 erhöhen. Eine raschere Entwicklung deS Welthandel» ist wie in den früheren Jahren, so auch 1036, verhindert worden' durch"die Unsicherheit m"der Währungsfrage. Die Erleichterungen, die durch die im Herbst vorgenommeneck Abwertungen bet französischen, holländischen, schweizerischen und tschechoslowakischen Wahrung für den Welthandel hätten herbeigeführt werden können, sind leider ausgeblieben. Lediglich Frankreich und die Schweiz haben sich zu einer gewissen Lockerung der Han delsschranken verstanden und kurz vor JahreS- schluß hat auch die Regierung der Tschechoslowa kei ein gleiches Borgehen angekündigt. Verdüstert wird das Weltbild der Wirtschaft durch den noch immer hohen Stand der Massenarbeitslosigkeit und durch die Tatsache, daß gerade ick großen Ländern Europas das Lohnniveau der Arbei terschaft auf dem Krifentief stabisisiertbleibt. Davon gehen ungünstige...,, Rückwirkungen auf den Verbrauch, die Ber-> trotz höherer Produktion der Umfang der ArbeitS- ——MW—a—WWM———— 1. Dia Weltwirtschaft *' DaS abgelaufene Jahr hat da» Gesamtbild der Weltwirtschaft weiter verändert» so daß e» sich heute in seinen entscheidenden Zügen ander» zeigt al» vor einem Jahr. Auf ollen Teilgebieten der Weltwirtschaft und der Wirtschaft der verschiedenen Länder haben sich die Aufschwuugsteckbenzen 1036 stärker durchgesetzt. Die industrielle Weltproduktion, die von 100 im Jahre 1020 durch die Wirtschaftskrise auf 76 im Jahre 1082 gesunken war, hatte sich bereits bis zum Jahresende 1085 auf 105.2 erhöht. Sie ist weiter gestiegen und der Gesamtindex ber industriellen Weltproduktion dürste für 1036»ei 115 bi» 117 Ne,en. Dabei weist in diesem Jahre die Jndustrieproduk- tion in den a l t e n Industrieländern, wie England, Deutschland und in den Bereinigten Staaten, eine kräftige Zunahme auf. Auch Länder, dw al» Aararstaaten gelten, wie Schweden, Nortve« gen, Ungarn, haben ihre Industrien ausgebaut, neue Produktionszweige errichtet und dadurch zu der beträchtlichen Erhöhung des Welt-Produk- ttonSindex beigetragen. Es gibt jedoch auch andere Länder, in denen die Industrieproduktion noch erheblich unter der de» Lahres 1020 liegt. Zu ihnen gehört auch die Tschechoslowakei. Das rasche Aufschwungstempo der Industrieproduktion ist durch die gewaltigen Rüstungsaufträge ausgelöst worden, die nicht nur der Waffen- und Munitionsindustrie zugute" kommen, soiwern die ebenso die Auwmobil», die Waggon-, die ZeMestt-, hie Bau-,'diö'verschiedenen Btanh chen der"Textik- und der Lederindustrie' beschäf« tigen.- In den verschiedenen Ländern arbeitet der ProduktionSavparat einzelner Industrien mit äußerster Anspannung, ohne daß er den Bedarf voll befriedigen kann. Da» gilt in erster Linie für die Eisen- und Walzwerksproduktion. Obwohl eben erst die letzte Weltkrise ein Uebermaß an vorhandener Produktionskapazität offenbarte, werden jetzt in den alten und In den neuen Jndustrie- ländern neue Produktionsanlagen geschaffen; zum Teil, um eine größere Unabhängigkeit in der Versorgung mit Rohstoffen und Fertigwaren zu erreichen» zum Teil als ProdultionSreserve für den Kriegsfall. Die allgemeine Produkttonssteigerung hat 1086 1085 Jänner. 850.010 818.005 Feber 860.280 838.104 März 707.770 804.704 April. 710.166 734.550 Mai.. 678.885 666.483 Juni. 565.700 605.056 Juli.. 508.081 566.550 August. 488.502 557.706 September 477.850 578.862 Oktober. 441.670 601.800 November • 511.787 678.870 Fenster aufflammte. Als er in die Hauerstein- straße einbog, war eS ihm als schliche Hugo an ihm vorüber, den Kragen hochgestellt, die Kappe tief in» Gesicht gezogen. Er zündete sich unter einem HauStor eine neue Zigarre an und ging weiter. - Finsterbusch geht pleite, dachte er. Ich gönn' ihm sein Schicksal. Ist alle» Gesindel, wie sie dort sitzen, alles Gesindes. Nur die Frau nicht, die Merten». Die hätte dem Baron Silbermann gefallen.— „Nimm dir doch den dummen Spaß nicht so zu Herzen", sagte Isabella.„Du bist doch kein Schulbub mehr". „Es ist ja nicht deshalb", sagte Hugo.„Ich könnt' mir ja einen anderen Posten, suchen., Zum Herbst finde ich vielleicht einen. Es ist was ganz anderes". „Was ist denn?", sagte Isabella. „Du wirst den Mittelmeier heiraten". „Wer hat dir denn da» erzählt?" „Ich weiß es." „Du bist ein dummer Junge." „Ich weiß e» ganz bestimmt."" „Und das würde dir so weh tun?" „Ich brauch dich?" -„Hast du mich so lieb?" «Ich brauch dich." Isabella lag auf dem Rücken, die Hände äuSgestreckt, der Schatten Hier Finger tanzte über die Wand. „Schani Junge, ich bin älter als du,"Ich kann nicht.immex als geschiedene Frau herum« laufen." Ich hab dich sehr gern, aber eine Frau braucht nicht nur Liebe, wenn sie in meine Jahre" kommt, will sie auch wissen, zu wem sie gehört. Da braucht sie da» bißchen Geborgenheit, das ihr die Ehe bietet." „Du gibst also zu, daß du Mittelmeier heiraten willst?" „ES ist nicht ausgeschlossen. Ich hab noch nicht mit Ihm darüber gesprochen. Vielleicht will er mich gar nicht heiraten." „Er wird'dich heiraten. Er hat es heute am Tisch gesagt. Eine Frau wie du hätte dem Baron Silbermann gefallen." Er kommt von dem Baron Silbermann nicht los, dachte Isabella, solange er keinen anderen Herrn hat. Ich will ihm ein milder Herr sein. „Liebst du den Mittelmeier denn?" „Ehe hat gar nichts mit Liebe zu tun, in meinen Jahren," sagte Isabella.„Ehe ist da» Dach über dem Kopf und das Essen auf dem Tisch." „Und was wird daun au» mir?"' "„Du bist so jung Hugo. Wer weiß, wie lange e» gedauert hätte, und d» wärst mir ui.ireu geworden. Zu dir paßt, nur ein jünge» Mädel, wie die Carola—" Er sprang auf. „Schweig," schrie er. „Der Name ist heilig, Hugo, ich weiß e». Glaubst dUj eine'Frau ist so dumm: da» nicht zu bemerken? Du hast immer nur Carola geliebt, und bist zu mix nur gekommen, weil sie dir unerreichbar blieb. Wenn ich dich nicht loirllich gern hätte, Hugo, wäre ich auf dieses Spiel nie ein« gegangen. Aber ich weiß, daß am Ende doch immer die Frau stärker ist, die näher ist, und auf deine Träume war ich nie" eifersüchtig.". .„Weil ich Carol», liehe, darfst du dich an Mittelmeier verlausen? Was hat das eine mit dem anderen zu schaffen?" ■-■.:„Carola wird eine» Tages ihren Villh heiraten. Und du wirst"ein Mädel finden, das Mi- heiraten wirst. Aber sie wird-nicht Carola ähnlich sehen, sie- wird- mir ähnlich sehen," " Sie haßt Carola, jdachte er. Es schmerzt sie, daß ich Carola liebe.' Sie will Carola-zerstöM, sie will ihr Bild sn Stücke reißen. Sie wird Cgrola nicht aus meinem Herzen verdrängen. „Ich werde Carola, lieben bis zur ,letzten Stunde meines Lebens." Sie richtete sich auf« der Schatten ihrer Hände sank von der Wand, der Schatten ihres Haares tauchte auf, eine Wolke", ohne Umriß: «Wa» suchst du dann bei mir? Dann geh doch zu Carola. Wer du wagst nicht wen Mund aufzumachen, wenn sie da ist. Du starrst sie" an und schweigst. Das ist feig." „Sich einem Mann wie Mittelmeier^verkaufen, einem dicken, abgelebten Spießer, um ein warmes Nest zu-haben, ein Dach über demKöpk Uüd das Essen auf dem Tisch— das ist jvchi mutig?" Sie gab keine Antwort. Der dumme Junge hatte recht. Mit geschloffenen Augen in eindm Traum laufen und an ihm zerschellen^ war,nicht" so furchtbar, wie" mit' offenen Augeck in einest Käsig laufen und in ihm ersticken. Vor zwanzig Jahren hätte sie gedacht und gefühlt'wie Hugo;' die Jahre," die zwischen-ihnen lagen, verwandelten da» Gesicht der Dinge und ließen als Ratschluß der Vernunft erscheinen, wa» ihr selber vor zwei Jahrzehnten als Flucht in den Jrrwitz, al» ver» zweiselte Selbstzerstörung- erschienen- wäre: Er legte den Ami um sie, er drückte ihren Kopf-in die Kissen,, er küßte sieiwttder und wieder. heirate ihn-nicht/', bat er.„tzeirqte ihn nicht." Er warf sich auf sie, mit dem Ungestüm der Verwirrung,: Er wollte sich in ihr Blut.eingrabest, jede Faser ihre» Körper» sollte ihn fühlen und nie mehr vergessen. Dummer Junge, dachte.sie, lieber, gutier, dummer Junge,, (Fortseßung. fosat) W" 92 r. 303 DonnerStag^Sl^Dezember 1030 Seite 3 loslgkeii größer als 1929. Auch In der Textil. Industrie dauert die Massenarbeitslosigkeit an, obtvohl die Mehrzahl ihrer Branchen in der ztvei« ten Jahreshälfte eine starke ProduktlonSauSwei- tung verzeichnen kann. Stark verbreitet bleibt die Arbeitslosigkeit autzerdem unter dem Hausgesinde, den Tagelöhnern, im Baugewerbe, in der Holzindustrie, im Maschinenbau und in der Metallverarbeitung. Auch in der Landwirtschaft und unter den Han» delsangestelltsn ist nur ein« geringfügige Besse» rung zu verzeichnen. Die Beschäftigtenziffer liegt nach den Ausweisen der Zentralsozialversiche- rungSanstalt im Monatsdurchschnitt 1986 um etwa 160.099 höher als im Jahre vorher... Bleibt schon di« Abnahme der ArbeitS- lostgkeit hinter dem Aufschwung der industriellen Produktion zurück- so verharren die Löhn« und Gehälter der Arbeiter und, Angestellte« noch immer auf dem liefen Stand der schlimmsten Krisenzeit. Die Unternehmer beanspruchen die aus dem Pro- duttionsaufschwung fliehenden Vorteile, wie:' Senkung der Produktionskosten durch höhere Ka» pazitätSausnühung ustv., völlig für sich. Den Bemühungen der Arbeiter und'■ ihrer Gewerkschaften gelingt eS ztvar, in einer wachsenden Zahl von Fällen den Unternehmerwiderstand zu brechen und Teuerungsaushilfen oder bescheidene Lohnerhöhungen durchzusetzen— aber das Gesamtbild der Entlohnung hat sich nur wenig gebessert. Waren nach der Bersichertenstatistik der Zentralsozialversicherungsanstalt im September 1929 in den drei niedrigsten Lohnklassen(bis zu 14 KL Taglohn) von 19.909 Versicherten 882', versichert, so im September 1936 4986. Das heißt also, dah im Herbst 1986 beinahe 69 Prozent aller bei den Krankenversicherungsanstalten versicherten Personen einen.Taglohn von wenige: als 14 KL bezogen. Den drei obersten Lohnklaffen (mit über 28.60 KL Taglohn) gehörten im September 1929 von 10.009 Versicherten 2486 an. Im gleichen Monat 1986 nur noch 1662. Ihr Anteil ist demnach von 24.86 Prozent auf 15.52 Prozent zurückgegangen. Bemerkenswert ist dn- bei noch, dah sich der Anteil der drei Lohnklaffen auch gegenüber dem September 1934 weiter vermindert hat. Daraus geht die Berechtigung dergewer k« schaftlichen Lohnforderungen in schärfster Klarheit hervor. Bon ihrer Erfüllung darf sich im neuen Jahre das Unternehmer» tum auch nicht mit dem Hinweis auf die Kronen», abwertung drücken. Die Lohn» und Gehaltserhöhung war lange vor der Kronenabwertung „fällig uvd wenn. sis>.jetzt4veiter verzögert> wird, so heißt das, die Ausweitung der.wirtschaftlichen Konjunktur von einer entscheidenden Seite her sabotieren. Die BerbrauchSentwicklung hat nicht durchwegs die steigende Tendenz angenommen, auf die die Produktionsentwicklung schließen lassen müßte. Der noch immer betracht» liche Umfang der Arbeitslosigkeit, die tiefen Löhne und'teilweise, auch der Preisanstieg haben die Verbrauchssteigerung hintangehalten. Wohl ist in' einzelnen Nahrungsmitteln«ine geringe Zunahme des Verbrauchs zu verzeichnen. So weist die im Inland versteuert« Zuckermenae eine leichte Zunahme auf. Aber in dem Verbrauch von But» ter/ Fleisch und Fett ist eine weiter« Abnahme festzüstellen.. Der tiefe Verbrauchsstand, der sich sm Vergleich zu anderen Ländern in der Tschechoslowakei, für. wichtige NahrungS» und Genußmittel ergibt, konnte auch Im Jahre 1986 nicht erhöht werden. Wenn, in dem kommenden Jahre der Lohnstandard der arbeitenden Bevölkerung eine Erhöhung erfährt, Ivenn her verbrauchsdroffelnden Preisdiktatur der Kartelle von feiten der Negierung mit wirksameren Maßnahmen begegnet wird als bisher, dann wird die Entwicklung des Verbrauches eher Anschluß an das Tempo des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwunges finden. Geschieht dies, dann könnte sich auch die Produktion jener Industrien und Branchen neu entfalten, die vor allem die Güter des Massen» konlumS erzeugen. ES wär« eine günstig« Weiterentwicklung der . im Jahr« 1936 so lebhaft vorgeschrittenen Konjunktur, wenn sie im neuen Jahre nicht nur ' oder nicht Mehr ausschließlich von RüstungS», beziehungsweise. verteidigungSaufträgen ihren Antrieb erhielt, sonder» wenn sit genährt würde von der gesteigerten Nachfrage, di« sich bei einem wachsenden Bedarf infolge-Besserung der sozialen Verhältnisse der breiten Brvölke- rungSschlchtm ergibt. Geldzentrale der'tschechofkowakifchen Sparkassen. In der Sammlung der Gesetze und Verordnungen ist soeben mit dem Datum vom 81. Deztzmber 1986 und der Nummer 887 die Regie« rungsverordnung erschienen, mit. der eine Geld» zestträle-'der tschechoslowakischen Sparkassen er» richtet wird. Mit demselben Datum Ist unter Nummer 888, die Verordnung über die Ligpldie- rung der Zentralbank der deutschen Sparkassen uitv! der Karlsbader BereinSbank erschienen. Den Inhalt' beider Verordnungen' haben wir bereits mitgetellt und gewürdigt.■ fudetendeutsdjer Zeitspie&ct um die Besserstellung der Arbeiterschaft. Man erreicht mit ihnen höchstens, daß man nicht mehr ernst genommen wird. Berlin. Wegen der Zurückhaltung eine- Teiles der Ladung sowie der Verhaftung deS spanischen Passagiers auf dem deutschen Dampfer „P a l o S" durch die spanischen Behörden in Bilbao ist man von deutscher Seite erneut vorstellig geworden und verlangt eine restlos» Beilegung des Zwischenfalles. zu übernehmen, in die Aktion einbezogen werden können. Ein großes Unrecht geschieht jenen Arbeitern, die als Saisonarbeiter klassifiziert wer» den,«S aber deshalb nicht siiG, weil sie bei normalen wirtschaftlichen Verhältnissen bestimmt einen anderen Beruf ergreifen würden, der ihnen den vollkommenen Unterhalt gelvährt. Bei dieser Gelegenheit wurde von unseren Vertretern zum lviederholten Mal« darauf Hingeiviesen und energisch gefordert, daß auch jene Arbeitslose in die Aktion einzubeziehen sind, in deren Familien«in Angehöriger, sei es die Frau oder ein Sohn, einen kleinen Verdienst hat, der aber den Unterhalt der Familie nicht garantiert. Vielfach hat die Kommission sogar einstimmige Beschlüsse gefaßt, die aber deshalb nicht rechtskräftig werden konnten, weil gegen den ein- stinunigen Beschluß der Bezirkssozialkommission die Berufung gemacht wurde. Und diesen Berufungen wurde von der Landesbehörde immer stattgegeben. ES vergeht keine Sitzung der Bezirkssozialkommission, in der nicht der Beschluß zur Anforderung eines Nachtrages für die Ernährungsaktion gefaßt uild wo nicht die deutschen sozialdem akratischen Parlamentarier immer wieder intervenieren mußten, daß der angesorderte Nachtrag in ausgiebiger Höhe erfolge. Für jede Periode ist bisher ein Nachtrag an Lebensmittel- und Milchanweisungen erreicht worden. Würden sich nicht die deutschen sozialdemokratischen Vertreter, sei es in den Bezirkssozialkommissionen oder in den übrigen Bertretungskörperschaften, um die Arbeitslosen so energisch annehmen, so wäre die Zuteilung bestimmt noch viel geringer und damit die I Notlage bedeutend größer. Bon einem sozialdemokratischen Vertreter in der Bezirkssozialkommission in M i e s erhält di«.Zukunft" nachstehenden- Bericht, welcher werwollen Aufschluß über di« staatliche ErnährungSaktion gibt: Die Bezirksbehörde Mies erhält für jede Periode Lebensmittelanweisungen in ungenügender Weise zugeteilt. AIS Beispiel, wie hier die Verhältnisse auSsehen, wollen wir die Periode vom 16. November bis 29. Dezember und vom 21. Dezember 1986 bis 24. Sanner 1987 anführen. Bei der erstangeführten Periode betrug da» Erfordernis 14.070 Anweisungen, das ist für 2648.Arbeitslose." Für die zweite Periode betrüg das Erfordernis 15.889 Anweisungen für 2799 AckeitSlos«. Zugewiesen erhielten wir 19.990 und 12.090 Anweisungen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß ein großer Teil der landwirtschaftlichen Arbeiter schon von HauS aus deswegen auSgefchlos» sen wurde, well sie als Saisonarbeiter(landwirtschaftliche oder als Bauarbeiter) nach den Richtlinien de» Ministeriums für soziale Fürsorge nicht anspruchsberechtigt sind. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat über immerwährendes Betreiben der sozialdemokratischen Mitgliederder B e z i r k s s o z i a l kommt s s i o n die letzte Sitzung vom 22. Dezember den Beschluß gefaßt, beim Ministerium für sozial« Fürsorge und bei der Landesbehörde anzusuchen, daß ein großer Kreis der Saisonarbeiter in die.Ernährungsaktion eingereiht werden könne. Ganz besonderen Nachdruck legte die Kommission darauf, daß insbesondere jene Saisonarbeiter, die nur kurze Zeit eine Saisonarbeit leisteten oder die von Berufs wegen keine Saisonarbeiter sind und nur infolge der wirtschaftlichen Notlage gezwungen wurden, landwirtschaftliche oder Bauarbeiten Ueberfall. Ein Gefreiter des Infanterieregimentes Nr. 9 überfiel am zweiten Weih» uachtsfeigrtage gegen.4 Uhr früh.bej.Pgsielsterg einen Paffanjen. nich raubte ihm di». Brieftasche mit einem Inhalt von 160 KL. Er flüchtete damit nach Posteiberg, wo er das Geld durchbrachte und wurde von der Launer Gendarmerie Und der Postelberger Polizei in einem Gasthause In Postelberg aufgefunden, verhaftet und dem Launer Garnisonskommando eingeliefert. Raubüberfall auf eine alt« Frau. Ain 24. Dezember kam zu der 72jährigen Frau Marie Müller in KunnerSdorf bei Zwickau in den Bor- mittagsstunden ein Mann und bettelte um Geld. Die Frau sagte ihm, daß sie kein solches habe und gab Ihm Brot und Kaffee. Plötzlich packte der Fremde die Greisin beim Halse, stieß fie zu Boden und versetzte der Frau Fußtritte in den Leib, sie wurde schließlich bewußtlos. Als sie wieder zu sich kam, war der Mann verschwunden. Mühsam schleppte sie sich zum nächsten Nachbarhaus, von wo aus die Gendarmerie verständigt wurde, die sofort die weitere» Schritte einleitet«. Frau Müller hat einen Rippenbruch und Verletzungen am Kopfe und im Gesicht erlitten. Wie festgestellt ist, hat sich der Mann, der etwa 20 bis 26 Jahr« ast sein kann, in den Busch» und Feldhäusern von KunnerSdorf schon mehrere Tage '(■• Nach einer amtlichen Darstellung der spanischen Regierung ist die Anhaltung des Dampfers »Palo s" zweifellos innerhalb der spanischen Hoheitsgewässer erfolgt. Der Dampfer hatte u. a. Zellulose gelad.n, die zur Verwendung für Artilleriemunition hergerichtet Ivar, weiierS eine große Menge kondensierter Milch, radiotelegraphische Instrumente für militärische Zwecke usw. An Bord befand sich ein spanischer Staatsangehöriger, der, uls der Dampfer angehalten wurde, feine Jdentjtätsdokumente ver- nichifte. Auf die Forderung des deutschen Kreuzers »Königsberg"/nach Freigabe des Dampfer» füllte die baskische Regi.wnq lediglich die Bedingung, daß der Dampfer sofort die svanischen Hoheitsgewässer verlasse, das Kriegsmaterial b e f chl a g n a h m t bleibe und daß sich Die SchwarzMrber Die„Rote Fahne" behauptet, daß im Bezirke Trauienau jetzt 12.186 Arbeitslose auSge- wiesen werden, also mehr denn im vorigen Iahte. Nun ist eS richtig, daß gerade da» Trautenauer Gebiet die Besserung der Wirtschaftslage mit am wenigsten zu svsiren bekommen hat. Wir haben erst vor kurzem in einer ausführlichen Darstellung darauf hingewiesen. AVer die„Rote Fahne" bringt Inimerhsn das Kunststück zuwege, die Ar« bchtSlosenziffer deS Bezirkes Trauienau ganz einfach zu verdoppeln. Nach den Berichten der Trau- tei.auer ArbeitSvermittlungSanstalt/auf die sich die„Rote Fahne" merkwürdigerweise beruft, gab es nämlich im Trautenauer Bezirksgebiet Ente November 1986. 4848 Arbeitslose. Die Arbeit»? losenzisser ist Mitte Dezember allerdings auf etwa 5600 gestiegen,- aber sie, ist, wie man sieht, von der.In der.Moten Fahne" genannten Ziffer noch weit entfernt^. > Wir halten die Schönfärbereien nicht für gut/ die.man hl« und da hinsichtlich de» Ausmaße» d.r Wirtschaftskrise. und Ihrer Milderung versucht. Noch unsinniger, ist aber die Methode, die sich d e „Rete Fahne" zurechtlegt. Im sozialen Kampf ist die W a h r h e I t die stärkste Waffe. Unwahrhei- ten und ikebertreibungen nach der einen oder der anderen Seite erschweren nur die Bemühungen Wachsende Beschwerden Ober die staatliche Ernährungsaktion Sozialdemokratische Funktionäre für die Saisonarbeiter auch der erivähnte spanische Staatsangehörige zur Verfügung der spanischen Behörden halte. In diesem Sinne wurn« ein A b k o nt ht e. it vereinbart, aber der Kommandant der „Königsberg" änderte hierauf seine Entscheidung und verlangte telegraphisch, daß die gesamte beschlagnahmte Ladung, also auch das Kriegsmaterial, fretgegcben und auch der Spanier in Freiheit gesetzt werde. Andernfalls droht er energische Maßnahmen gegen- Bilbao an. Di« spanische Zentralregierung hat die vpn den baskischen Behörden getroffenen Mnhnahtnew- vollkommen gutgeheisien. An halbamtlichen. Stellen in Valencia wird verlautbart, daft itzie spanisch» Regierung sich durch keiuerlei.Drohungen einschüchtern lassen werde, da die AnhaltunsifdeS Dampfers„PaloS" vollkommen dem internationalen Seerecht entsprochen, habe: »«- AuS baskischer Quelle wird konstatiert,-.daß die Offiziere der»PaloS" den baskischen Behörden für die freundliche Behandlung, die.ihnen, ist'Bilbao zuteil würde, ausdrücklich dankten: Der Kapitän lud sogar die baskischen Würdenträger-/ zu einem Lunch in seiner Kabine an Bord/der „PaloS" ein. Nochmals der Fall„Palos“ Die spanische Regierung läßt sich nicht einschüchtern umhergeiricben und iit Scheuern genächtigt. Nach seiner Muiidart kann er aus Teplitz oder Brüx stammen. Falsche Zehnkronenstücke.(lb) In mehreren Orten WestbühmenS kursieren seit längerer Zeit Falsifikate von Zehnlronenntünzcu, die indessen wenig geschickt uachgcmacht erscheinen, tueshalb eS nicht schwer fällt, sie bei einiger Vorsicht sogleich als Falschgeld zu erkennen. Die Karlsbader Staatspolizei, in deren Wirkungsbereich in der letzten Zeit dis meisten dieser Falsifitate aufgetaucht sind, verfolgt eine bestimmte Spur, so daß mit der baldigen Aushebung der Fälscherlverl- stätte gerechnet tverden kann. Auf dem oberen Bahnhose in Karlsbad löste gestern ein Mann eine Fahrkarte nach Schlackenwerth und tvollie sie mit einem falschen Zehnlronenstück bezahlen. Er wurde angehalten und einem polizeilichen Verhör unterzogen, doch ergab sich, daß der Manu das Falsifikat an einer Kinolasse erhalten hatte. Offensichtlich ist mit der Verbreitung des Falschgeldes eine wohlorganisierte Bande beschäftigt. Die Tragödie deS Fünfzehnjährige»,(kb) Wie bereits kurz berichtet, wurde beim Straßenübergang Fischern-Altrohlau der Bahnstrecke Karlsbad—Eger der zerstückelte Leichnam des 15jährigen Lehrlings Adolf Pöhlmann, des Sohnes eines Karlsbader Beamten, aufgefunden. Der Junge, der vor einiger Zeit eine Gehirnoperation durchgemacht hatte, war seither kränklich und hat aus diesem Grunde auch seinen Arbeitsplatz verloren. Am Sonntag begab er sich' zu dem unweit des erlvähnten Strahenüberganges gelegenen Teich, um dort Schlittschuh zu lausen. Auf dem Heimweg im Abenddunkel dürfte der unglückliche Bursche, um sich den Weg abzukürzen, den Bahnlörper gerade in dem Augenblick betreten haben, als ein Zug daherbrauste. Er wurde niedergestoßen und die Räder fuhren über seinen Körper hinweg, wobei der Kops des Knaben glatt vom Halse getrennt wurde. Der zerstückelte Leich-. nam wurde erst am nächsten Morgen aufgefunden. Die Millionenorbschaft einer Masseuse. AuS Karlsbad wird uns geschrieben: Jan K a l a t, ein junger Bursche aus einem kleinen böhmische» Dorfe bei Prag, hat sich, lange vor dem Weltkriege, seiner Militärdienstpflicht entzogen, indem er kurz nach seiner Ausmusterung das Gebiet der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie verließ und nach Amerika ausivanderte. Er ist in' seine Heimat nie zurückgekehrt, bis' eines Tages vor etwa drei Jahren eine Notiz durch die großen Blätter die Runde, machte, nach welcher die Erben nach dem-inzwischen in USA- verstorbenen Jan Kalat sich melden sollten. Da-direkte Nachkommen Jan KalaiS nicht vorhanden sind, verblieben als Erbberechtigte eine in Fischern bei Karlsbad wohnhafte Masseuse, Frau Anna Junker, eine Nichte des Verstorbenen, ihre Neffen in Sankt JoachimSthal und eine Familie aus Pkibram, die auf Grund der erwähnten Zeitungsnotiz ihre Erbansprüche sogleich geltend machten, als mitgeteilt wurde, daß Jan Kalat ein ungeheures Vermögen hinterlassen habe; nicht tvenigcr als 180 Millionen KL, die allerdings zu einem wesentlichen Teil in Jmmobtlienwerten bestehen dürften, soll Kalat zurückgelassen haben, von welchem Vermögen auf die in Fischern in bescheidensten Verhältnissen lebende Frau Junker ein Betrag von 89 Millionen KL entfallen soll. Der. Andrang von Leuten, die mit der allen Frau seit Bekanntwerden der amerikanischen Riesenerbschaft in nähere Fühlungnahme zu kommen trachten, ist inzwischen so gewaltig geworden, daß die Frau sich veranlaßt gesehen hat, ihre bisherige Wohnung aufzugeben und eine neue, entlegener« zu beziehen. Dort wartet sie das Eintreffen' der 80 Millionen ab, mit denen sie, wie sie sagt,„nur Gutes tun" will... „Der Krach Im Henlelnlager geht weiter** Die„Deutsche Arbeit", das Reichenberger Blatt der Henleinoppositwn, schreibt unter dem Titel„Der Krach im Henleinlager. geht wei» Wie uns auS gut unterrichteten Prager Hen» leinkreisen mitgeteilt wird, gehen trotz der Versühnung in der Oeffentlichkett die Auseinandersetzungen weiter. Die beiden unversöhnlichen Richtungen bespitzeln' einander gegenseitig, ob nicht ein günstiger Moment zum LoSschlagen kommt. Kasper, der«ine äußerst demütigende Erklärung unterschreiben mußte, sinnt auf Rache- anttvort. Ein Teil der Angestellten der Partei und der Zeitung-Verlage hat es satt, nur eine untergeordnete Rolle zu spielen und schaut mit schiefen Augen auf jene, die hohe Gehälter beziehen.$n» dessen reisen spr sudetendeutschen Gebiet von jeder Seite Agenten herum, um einander aus dem Sattel zu heben.' Kurz gesagt, die begonnenen Auseinandersetzungen wurden nur'der Oeffent» lichkeit verhüllt und brennen unter der Decke lustig weiter. Die Opposition, spricht bereits davon, daß zehn bi» zwölf Abgeordnete auf ihrer Seite stehen. Der Abgeordnete Lieb! ist immer noch,in Ungnade beim Ehef der Partei, doch hat der Abgeordnete Liebl keine Lust, fein Mandat freiwillig aufzugeben. Die Partei' der Reinen und Sauberen wird bald wieder Gelegenheit haben, schmutzige Wäsche zu waschen. Zu dem Ge- geneinanderreden im Klub der Parlamentarier kommt das Gegeneinander in den Kanzleibeamtenstellen und bei den Leitungsmitgliedern. «eile-* Donnerstag, 31. Dezember 1986 Nr. 803 11 il Md ta I| |< ß-tf a? Mj.' ' 1 |A 1 HHS . WW-- Das geheimnisvoll« Großfeueram S-Bahn-Tunnel am Potsdamer Plafs Am Abend des dritten Weihnachtsfeiertages brach in denunterirdischey BähnhofSanlagen der noch in, Bau befindlichen Nord-Süd-Bahn' am Potsdamer Platz inBerlistein Grohfeuer aus, bei dem nicht weniger als 19 Löschzüge eingesetzt werden mutzten. In den ersten Morgenstunden konnte der Brand eingekreist und die Gefahr beseitigt'weiden. JaAesncmKeiten Der Zaun ums Wissen Der Verlag„Neue Erziehung"(Aussig) kündigt ein demnächst erscheinendes Buch an, das in seiner Art einzig sein dürfte. ES ist nicht mehr und nicht weniger als eine Geschichte deS B ildung SMonopols in den verschiedenen Gesellschaftsformen. ES gibt zwar verschiedene Darstellungen der Bildungsprivilegien einzelner. Epochen, aber eine zusammenfassende historische Darstellung dcS Kampfes der jeweils herrschenden Klassen um daS Monopol auf Bildung, der jeweils unterdrückten Klassen gegen dieses Monopol hat eS bisher kaum gegeben. Der Autor des Buches, Otto Friedrich, ist durch sein Buch„Weise von Zion, Juden als Baumeister der Menschheit" und durch verschiedene kleinere Schriften bekannt geworden. Ueber daS Buch wird nach seinem Erscheinen noch, verschiedenes zu sagen sein. Hier sei nur auf das verdienswolle Vorhaben der sozialdemokratischen Lehrer hingewiesen, in ihrem Verlag Bei- träge herauSzubringen, die geeignet sind, dem Kanlpf der Sozialisten in dieser Zest wertvolle Impulse zu geben. Gerade heute wird es deut- lich, das; der Kampf um den Sozia- l i s m u s mehr ist als nur eine Magenfrage, datz es sich um dcnKamPf um dieKul- t u r, um den Sinn dcS Lebens überhaupt handelt. Der Zaun, den die Herrschenden um daS Wissen gezogen haben und den sie heute wieder höher und höher, enger und enger aufrichten, trennt den Grotzteil der Menschheit von den wertvollsten Gütern. In diesen Zaun Bresche zu schlagen, ihn niederzureitzen, ist ein uraltes Kampfziel der Menschheit. Die Form des Kampfes hat sich vielleicht geändert, sein Inhalt und sein Ethos sind sich gleich geblieben, seitdem 'die ersten kühnen Revolutionäre gegen die Privilegien von Priestern und Medizinmännern an- stürmten, bis in unsere Tage, da eS den Zaun niederzureitzen gilt, den die raffinierten Ingenieure der Gleichschaltung in den Diktaturländern um den Geist aufrichten. Ei« Opfer der Arbeit,(kb) Bei der Arbeit getötet wurde, wie uns gemeldet wird, in Bud- weis beim Umbau des dortigen Krankenhauses der 21jährige Arbeiter Wenzel Schimon durch Einsturz einer Grundmauer. Der Verunglückte starb kurze Zsit, nachdem er von seinen Arbeitskameraden aus dem Trümmerfeld befreit worden tvar, an den erlittenen schweren Verletzungen. Grauenvoller Selbstmord eines Liebespaar-. In der Nähe der Eisenbahnstation Svinov—Wit» kowitz wurden auf dem Geleise die Leichen eines jungen Mannes und einer jungen Frau gefunden Ihre Körper waren bis zur Unkenntnis vom Zug verstümmelt worden. Es wurde festgestellt, datz cs sich um den Flcischergehilfen Alois Bläöil und seine Geliebte Zdenka Hudlovä handelt, di« aus unglücklicher Liebe gemeinsam Selbstmord verübten. Die Leichen wurden in die Totenkammer von Svinov gebracht. Wieder Reise-Postsparkassebücheln im Ber- kehr. Die am 8. Oktober 1986 bis auf weiteres eingestellten gegenseitigen Einzahlungen im Reiseverkehr auf Grund von Elnlagebüchern der Postsparkassen in P r a g und in Wien wurden am 21. Dezember 1986 tvieder ausgenommen, und ztvar vorläufig nur bis Ende April 1987. Für den Reiseverkehr gelten die bisherigen Bedingungen mit der einzigen Ausnahme, datz der tschechoslowakische Reisende nur einen Betrag von 1699 KC pro Monat(bisher 4999. Kö) auf ein Einlagebuch, und zwar bis Ende April 1987, nur zweimal Immer nach Ablauf eines Monats (insgesamt 8299 KL) einzahlen darf. Näheres ist bei der Postsparkasse in Prag und In Brünn und bei sämtlichen Postämtern zu erfragen. Der kllhne Seefahrer. Der französische Ka« pitan Bernicot, der im August seine bretonische Heimat auf einem kleinen Segelboot verlassen hat, um eine Weltreise zu unternehmen, von der er im Frühjahr 1988 wieder zurück sein will, ist Mitte Dezember in Mar del Plata angekommen und dort von der französischen Kolonie enthusiastisch gefeiert worden. Er hat während seiner Ucbcrfahrt ein Abenteuer erlebt, das in den besten Romanen seinen Platz finden könnte, Bolle 29 Tage lang folgte nämlich ein Haifisch seinem Boot und der geringste Windstotz hätte dem kühnen Seefahrer verhängnisvoll werden können. Aber das Meer scheint das Element des braven Kapitäns Bernicot zu sein, denn obwohl seine Landsleute in Mar del Plata ihm ist ihrer Mitte sehen wollten, lieft sich Bernicot inicht davon abhalten, am 24. Dezember mittags in See zu stechend.Er hat den.Weihnachtsabend irgendwo mitten im Ozean in völliger Einsamkeit verbracht. ’. Ein Orden für Greta Garho. Der. König van. Schweden verlieh der Filmschauspielerin Greta Garbo, die höchste Auszeichnung für. künstlerische Arbeiten, die Medaille„Lifterie- et arti- bu»'",.'.■.■ Da» täglich« Unglück am Bahnschranken. In der Nähe de» Berliner Borortes Hoppegarten, wurde «ine mit fünf Perfoyen besetzt« Berliner. Kraft-, droschke auf einem. Bahnübergang von einer rangie renden Lokomotive'erfaßt und. löst Meter weit mit»' geschleift. Zwei Insassen wurden getötet/ die drei anderen schwer verletzt. Der Bahnwärter ist verhaftet, worden, da er die Schranken zu spät herunierge- lassen hatte. Ruf dem Weg zur Arbeit erfroren. Auf der Rag wurde die Wiener Dienstmagd Serp tot ausgefunden. Sie war vor einigen Tagen fortgegangen, um auf der Rax in einer Berghütte den Dienst anzutreten. Unterwegs verirrt« sie sich, geriet in einen Schneesturm und erfror. Die sogenannte„Kanzler-Mühle" in Lkezen, die größte Mühle Tirols, ist in der Nacht auf Mittwoch mit dem gesamten Inventar und mit großen Vorräten niedergcbrannt. Der Schaden beziffert sich auf.199,099 Schilling., Der Brand ist.durch Kurz», schluß. entstanden. Kostbar« Sammlung. Scotland Yard läßt so- eben ein neues feuersicheres Gebäude für die Archive der Londoner Polizei und ihre weltbekannte Sammlung von 6,999.999 Fingerabdrücken englischer und internationaler Verbrecher errichten. Der Ban von fünf neuen Brücken über den Fluß Moskwa ist in Angriff genommen. worden..Nach Vollendung der Moskwa—Wolga-Kanals werden die großen Wolgadampfer unter den neuen Brücken, die die' alten ersetzen werden, ungehindert passieren können, Z« gute» Geld,(mb.) In Paris ist Loms CheSny.zu zwei Jahren verurteilt worden, weil er falsche Zwanzigfrankstücke ausgegeben hatte. S« zeichneten, sich durch die interessante Eigenschaft aus, daß sie m e h r. Silber enthielten, als die von.der. staatlichen Münze hergestellten. UebrigenS gibt, er in Spanien«in.überwertiges Silberstück, das von den meisten Privatleuten, und vielen amtlichen Stellen nicht angenommen wird: es ist der- sogenannte„Se- Elne Interessante Sllvesterges'lilclite Von Josef Wechsberg Ich traf. mit. Luschny vor dem Eingang des Hotels Negrese« in Nizza zusammen, als er.sich gerade von einem unverkennbar britischen Gentle- nian mit, angesträuten Schläfen verabschiedete, der kurz darauf in.einer von zwei Chauffeuren.slan- kierten Rolltz-Royce-Limoustne sortfuhr. „Das ist Mr. Wood",, sagte Luschny, als er dey,andächtige»Blick sah, mit., dem ich.dem Rolls- Royce nächschaute,«ich. kenne'ihn.jetzt überwacht Jahre und' verdanke ihm das origiftellst« Silvestrr- erliwnls meines Lebens."' Das war wieder charakteristisch.für'LUschnh.' Drei Jahre lang'hatten. wir unS nicht gesehen, ssit wir die letzte grofte'Reise geinächt hatten, aber in diesem Augenblick schiest ihn-ein Silbestererleb« nitz mit einem gewissen Mr. Wood mehr-zu interessieren als die unvermütete Begegnung mit'einem ältey.'Freund.--‘'•..-'---'--'-.-?'/ Luschny wird sich Wohl nie ändern.' Ein gebürtiger. Wiener, war er.in.der Zeit^der große!:' Nachkricgsnot in da» reiche'-und sattere Paris dürMebrännt. hatte'sich in dpn erstest beiden Iah» rcnmitGeigenspielundfranzösischenUebcrsctzutt- gentdurchgeschlagen',biser'seiner-'Jcanne'!begeg- nete, einer reichen jungen' Franqösini-die ihn wost:- Fleck- weg heiratete.-. Seither lebt« er.stnNizza' offiziell listi-er in-der'WeinürMandlustgitsemeS, Schwiegervaters. tätig'.'inWjrklichl-it'ab'-r.jnter.- esstert er,-sich'd'och,nurfür-,§i>nsttundMnsif,-'spielt, eige Rolle im Festausschuß des, Karnevals vor Nizza stnd. ist Mit.' allen Nip.ierastamMgästest be» villano", ein Fünfpesetenstück'(Duroj-auS dem'letz, ten Jahrhundert. Er ist eine, amtlich herausgegeben- Münze und enthält nicht mehr Silber als das maf« senhaft umlaufende Falschgeld, sondern auch mehr al» die anderen staatlichen Stücke.- Ausländer lernen nie, ihn zu erkennen; Inländer identifizieren ihn wfort und weisen ihn zurück— warum, weiß der Himmel. Erzherzog Friedrich gestorben. Da» älteste Mitglied der ehemaligen Herrschrrfamili« Habsburg»| Lothringen, der Erzherzog Friedrich, k. u. k. Feldmarschall, ist im Alter von mehr als 89 Jahren- in Ungarn gestorben. 1866 geboren, war Friedrich-eüi Enkel der Erzherzog» Carl, de» Sieger» von Aspern, und ein Neffe de» Erzherzogs Albrecht, der-1866 die Italiener bei Custoza schlug. In der-Tradition diese» Zweigt» der"habsburgischen Familie(der zugleich mit dem Vermögest dpn Titel der-»Herzöge von Teschen" erbte), wurde Friedrich der militärischen Laufbahn bestimmt, in der er al», kaiserlicher Prinz rasch avancierte. Länge Jahre war-er Kommandant de» V. Korp» in Prrßburg, dann. Armee- Inspektor und Kommandant-der Landwehr. Die Tage-seiner militärischen Glorie schienen gezählt, denn der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand war ein persönlicher Feind Leiste» Teschener Vetter» und diesem wie anderen Prinzen droht« für den Fall des Thronwechsel» allerhöchste Ungnade. Da eröffnete der Mord von Sarajewo dem fast fechztgjährigen und reichlich unbedeutenden Erzherzog die Bahn zu den höchsten^militärischen' Würden. Er wurde Ge- neralinspektor der Wehrmacht.und,' al» ver'Krieg ausbrach, Kommandant der Feldarmee.. Faktisch führte Conrad von Hötzestdorf den Oberbefehl und; der Erzherzog verhielt sich soweit korrekt; als er'den Stab»-Lhef. gewähren ließ. Nur, wo«» galt, seine Privatrach« zu kühlen,-wie hei der Verfolgung-de» zweifellos bedeutenden- General».'Auffenberg, griff Friedrich-persönlich ein.. Einen üblen Ruf-erwarb sich der erzherzogliche. Kommandant, aber vor allem durch seineGesch äste mit Hotz,' Butter und anfreundet...In- einer olivenumivaldeten Billa., der Avenue de Cimiez wären schönt viele Berühmtheiten zu Gast. Nicht weiter erstaunlich deshalb diese Bekanntschaft mit.dem ,smarten Mr. Wood, -der einen.Rolls-Royce mit. zwei Chauffeuren hat. »Ein Silvestererlebnis?". »Jät' Dieser Mr. Wood heißt gär'-nicht Wood, Mutzt du wissend Er ist ein-reicher eng» 'lischer Aristokrat, der.seine alljährlichen.' Vier Monate. Riviera unter der Matzke der Anonymität Verbringt. Ich lernte, ihn gn'jenem Silvesterabend vor.neun Jahren kennest.'Oder,sind es nur sieben? Ich weiß es nicht mehrTfö, genau. " Wir. waren'damals" alle'.bei Courtelin'e ge« laden, dem.strotzen,'Marseiller Humoristen." Bon den Fenstern. seindr.Villa' äuf Cap. Ferrat hätt.' man eine herrliche Weitsicht- ästf. die Bucht' von Villefranche, wo' auf zwei großen KriegSschlssen gerade die letzte-Jahresnächt gefeiert würde.' Wir 'wären- eine' bunte Gesellschaft: ein paar Pariser Schriftsteller,'der Romancier. Wjlly, JacqueS Thibaud,' der. gvotze Gejger,-einige Amerikaner.'ein Filmregisseur. aus Hollywood,- zwei-Genüeserist- nen."- Später-erschien' auch Wood,i in Gesellschaft eine»- mittelgroßen glatzköpfigen-'Herbst' Au- Namen wütde bei der Vorstellung wenig Wert ge- legtpwerkam, wär. gern gesehen.'■; Ilm elf Uhr bracht« ein-'DienVr eine verschlossene' Kiste mitfünfundzirmnzig FÜschen- Veuv- Cliguit. Sie würde demjenigen gehörest, sägt: Courteline, der die beste Silvestergeschichte-er« zähle^ : Es waren; wie,gesägt!vVieltz/Literaten-:där- »nter und jeder hafte" Lust auf fünfundzwanzig Flaschest/ChämpästNer./ Alle erzählten. Anekdoten und Erlebnisse, Willy dichtete einen Roman und der i Amerikaner-aus Hollywood ein Dreh- deren Waren. Da» ganz und gar nicht fürstliche Geschäftemachen hatte ihm schon Franz-Ferdinand Übel-genommen, es kostete den zum Feldmarschall ernannten, wenig martialisch aussehenden kleinen und dicken Mann nun vollend» sein Ansehen. Al» Kaiser Karl persönlich den Oberbefehl de» Heere» übernahm, Mußte Friedrich au» dem akttven Dienst scheiden. Er konnte sich nun ganz seinen Geschäften widmen. Auch die Nachkriegszeit verbrachte er lamit, von seinen ungeheuren Reichtümern so viel al» möglich vor der Konfiskation zu retten. Friedrich war mit einer Prinzessin Croy vermählt und hinterläßt neben einer Reihe von Tächtern einen Sohn, den bekannten ungarischen Thronprätendenten Albrecht, der von den»freien Königswählern" der Gömbör-Partei wiederholt gegen Otto von Habsburg ausgespielt wurde, und.zuletzt durch seinen Besuch bei Hitler unter den Legitimisten-unliebsame» Aussehen erregte. Ein Bruder Friedrich» ist der in' Oesterreich lebende Feldmarschall Erzherzog Eugen, der aber schon äußerlich mit dem Buttermarschall wenig gemein" zu haben scheint. . Wahrscheinliches Wetter heute: In den böhmischen Ländern vorwiegend bl» wechselnd bewölkt und in den Niederungen vom Westen her allmähliche Erwärmung. Im Karpathengebiet noch keine wesentliche Aenderung, in Gebirgstälern und-Kesseln strenger Frost.— Wetteraussichten für Samstag: Andäuern der ruhigen Witterung. Im Kar- pathengebiet stellenweise noch scharfer Frost,, sonst Temperaturen nahe Null Grad. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» ans den Programmen« Freitag Prag. Sender I: 8: Festkonzert, 12.29:.Mit« tagSkonzert, Orchester Fok, 16: AuS dem Nationaltheater:»Verkaufte Braut" von Smetana, 17.86: Deutsche Sendung: Dr. Oskar Frankl: Zum neuen Jahre«in fröhliche» Neujahr!.Minnesänger", Mandolinen- und Gitarrenquintett, 18.96 Deutsche Presse, 18.66: Au» dem deutschen Kulturleben. 21.15: Au» dem Smetanasaal: tschechische Philharmonie.— Sender II: 14.89: Deutsche Sendung: In» neue Jahr, neueste Schlager.— Brünn: 17.85: Deutsche Sendung. Für die Jugend, 29.89: Bolk»- konzert.— Preüturg: 19 85: Kompositionen von Dvokäk. Werbeplakat der spanischen Regierung („Vie Ernte retten ist soviel wie eine Schlacht vor dem Feind gewinnen**-)' buch. Als letzter kam der glatzköpfige.' Fremde, den Wood hergebracht hatte, an die Reihe. Er sprach schlecht ftanzösisch, aber schon mit den ersten Worten hatte er das Interesse des ganzen Kreise» gefesselt."'Es war ein seltsame» Gemisch von Spannung und Sensation, das er da vorbrachte. Man lauschte atemlos, die Amerikaner' hörten.'auf, ihren Kaugummi zu lutschen und die. Italienerinnen unterbrachen- ihren Flirt mit den Parisern.'Wir wußten gar nicht, dätz draußen auf den Kriegsschiffen zwölf Glockenschläge ertönten, daß es längst zwölf, Uhr-war und datz wir. den Uebepgang ins neue Jahr vergessen hatten. Wir merkten e» erst,"als der Diener zu Courteliste kam und ihn flüsternd fragte, ob er-denn' an die Mifternachtsbowle vergessen habe. Die'Uhr zeigte zwanzig Minuten nach zwölf. Der fremde Engländer hatte ustsmttsein-r Sensationserzählung um das Estde eines traurigen Jahres gebracht. Wir ahnten allerdingsnicht.daftermiteben- derselben Geschichte einmal«in Vermögen verlfie- »en werde und sie in chvanzig oder dreißig-Sprachen erscheinest sollte. Natürlich bekam' er einstimmig den Preis zu« gesprochen. Wir tranken die, fünfundzwanzig Flaschen Beuve Cliquit noch'in derselben Nqcht aus."..-.-.... »Und wer war..." »Nätürlich, daran habelich-vergessest. /Die Geschichte, die! dest-ersten Preis erhalten hati' hieß »Der Hexer". Und--ihr.Autor, der glatzköpfige. Herr, den Mr.' Wood- m jtgeb'racht hafte, war— damqls noch-'keine Berühmtheit-r-.Mr. Edgar Wallace.", Nr. 303 LonnerStag, 31. Dczcuibcr 1036 Seite 5 Jugoslawien wird den'Handel mit Deutschland drosseln? :: Belgrad. Das Ansteigen des.jugoslawischen aktiven Clearing-Saldo gegenüber Deutschland, welches die jugoslawisch-deutschen Handelsbeziehungen verschlimmert und schivierig gestaltet, wird in ven letzten Tagen zum Mittelpunkte der erhöhten^Aufmerksamkeit der Handels« und Exportkreise Jugoslawiens. Die„Breme" rekapituliert die Lage, wie sie sich seit Feber dieses Jahres ent« wickelt hat, und kommt zu solgendem Schluß: Die Erhöhung des jugoslawischen aktiven UeberschusseS sowie die Hoffnungslosigkeit, daß Deutschland i N Devisen zahlen würde, zwingt uns, damit zu rechnen, daß es bei der Bezahlung der jugoslawischen Ausfuhr durch deutsche Erzeugnisse zivccks des Saldo-Aus- gleichcS getchehcn könnte, daß Jugoslawien voU Deutschland-auch jene Erzeugnisse abneh« men wird, die es selbst erzeugt, wodurch es s e i n e e i g e n e I n d u st r i e schädigen würde. Der heutige altive jugoslawische Clearing« Saldo gegenüber Deutschland beläuft sich auf mehr als 24 Millionen Reichsmark, das sind etwa 860 Millionen Dinars. Dabei sinkt der KurS der Reichsmark derart, daß an der Börse dieNeichs- Mark zu 13 Dinars gehandelt wurde. Dieser''niedrige Kurs stellt ftir den Exporteur und schlicß- lich auch für den Erzeuger selbst, Verluste dar, da er einen Preissturz zur Folge haben kann. Die ..Brcine" schreibt weiter, cs wäre angezeigt, die Ausfuhr nach Deutschland vorübergehend einzustellen, denn di« Interessen der jugoslawischen Volkswirtschaft müssen nunmehr an. erster Stelle stehen, wenn auch der Wunsch besteht, daß die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland möglichst gute seien. Die Bedeutung der Angestellten für die Volkswirtschaft In den industriell hoch entwickelten Landern nehmen die Verwaltungssunktionen, verglichen mit den eigentlichen Arbeitsfunktionen. sehr stark zu. Diese Eniwlcklung äußert sich in der außerordentlichen Steigerung der als Angestellten Beschäftigten. Eine Untersuchung, die der A. F. A.- Bund in Deutschland im Jahre 1028 durchführt«, zeigte diese Entwicklung sehr deutlich..Nach dieser. Untersuchung stieg die Zahl der Arbeiter von 1007 bis 1028 um 84 Prozent, während sich die Zahl der Angestellten in der gleichen fielt um 188 Prozent erhöhte.,•«.,-a-: 'Die'7,Revue' Fiirrrnmtonäle duTrabatt^gW? einen 1leb'tWck'MeK-'dksi''Prozentsatz b«"AW/ stellten bei den letzten Volkszählungen in den einzelnen Ländern/ Wenn man"die gesamte werktätige Bevölkerung gleich 100 setzt, so ergibt sich für die Angestellten: Vereinigte Staaten?. 30 Prozent ' Frankreich. /..•» 24.9„ Tschechoslowakei,». 24.9„ Deutschland■•»» 27'„. Oesterreich.. i,. 28„ .Schweiz.-21.7,1-.„ Trotz aller Reserven, die wir gegenüber dem Vergleich der einzelnen- Länder miteinander machen müssen und hie sich aus der Verschiedenheit der Statistiken und der Daten der letzten Volkszählung ergeben/ zeigt sich klar die außerordentliche Bedeutung, die den Angestellten in den kapitalistische!» hochentwickelten Ländern zu« kommt. Versäumter Silvester Wenn die zwölf Mitternachtsschläge ein altes Jahr von einem neuen trennen, so schüttelt man sich die Hände, um einander«in gutes oder doch wenigstens ein nicht allzu schlechtes neues Jahr zu wünschen oder man trinkt ein Mas Wein!^- es soll auch noch Leute geben, die Sekt trinken— oder berührt einen rechtzeitig bestellten Kaminfeger oder ein armes quiekendes Ferkel, wenn nicht doch der Tierschutzverein dagegen einschreitet. Es gibt, auch Leute, die diese Stunde ruhig verschlafen und wie in anderen Rächten im Bett verbringen und sie können überzeugt sein, daß. das neue Jahr trotzdem kommt und ungehemmt, des. Lebens. gemischte Freuden bringt. Aber von denen soll nicht die RÄe sein,, die auf. diese Weise um die Silvesterrührung fommen. Es gibt einen Fall, wo jemand wirklich um den Silvester kommt und das hängt nur mit der .G.-ographie zusanpnen. Ich habe sie-schon in der Schule nicht gemocht. Vor allem feiern di« Menschei» auf der Welt nicht zu gleicher Zeit Silvester. Wenn"wir' unser Glas«rhiben, W das neue Jahr zu begrsißen,-Hat»n gehen'in Amerika die Lesite erst aus dem, Büro, denn etwa in Sgn! Francisco ist es erst 3 Uhr nachmittags. In AltMlien dagegen haben sie schon ihren Stl- ' vcsterkater auSzeschlafeu, denn eS ist Neujahrstag ° 9 Uhr vormittags und in Neuseeland sogar schon bald Mittags Auf,den. Inseln.M Neuseeland/äpf. den,Südseeiüseln. feiert.man zuerst Silvester. Die Mädchen von Hawai. können, es offenbar gar nicht '-.eMrttn? Dort nämlich' ist/'- die..''sogenannte' - Dathmsgrestze^- der Meridian 180' Gräd' össisch von Greeiuvich, der theoretisch, den'Osten' Hom Westen' trennt. Er führt durch'denlSkillen-Oheajl an den Südseeinseln vorbei.,. -Immerhin, die Leute haben alle ihren Silvester, wenn auch,'von unserem Standpunkt aus, zu einer-ganz unpassenden fielt. Aber was geschieht mit den'Matrosen und Seefahrern, die gerade in der Silvesternacht um den Datumsmeridian herumgondeln? Ja, sie haben überhaupt keine Silvesternacht. Jedermann kennt die schöneGeschicht« von JuleS Bernet'-//DieReise.um die Erde in achtzig Tagen". Der mutige Weltretsende gewinnt in diesem hüb» schon'Roman seine Wette, denn im letzten Augenblick/stellt er fest, daß er bei seiner Reise um' die Erde: in Micher Richtung//«inen ganzen Tag, voll« 24 Stunden, gewonnen hat. Wenn ein Schiff dein' Lauft' der Sonn« entgegenfährt, so gewHnt der Reu«nde"scheinbgr pro Grad vier Minuten. Wenn wir nun den 81. Dezember 12 Uhrlfnitternachts haben, so hat der Matrose, der an die, DatumSgrem«, kommt, noch dpn 80. Dezember Wtt«xnacht„ Ruy kann er doch nicht so verfrüht Silvester feiern. Macht nichtsl Gr fährt einfach weites und über- die DatumSgrenze hiN» iwer. Aber wenn er drüben ist, so hat er das Fest bereits versäumt/' denn jenseits der DatumSgrenze ist bereitS'der l. Jänner. Er ist um 2t Stunden zu ispät' dtan/ tsiichtjg' hat der geprellte Matrose Silvester verpaßt- und kommt-um den Silvester« grog. Man soll eben- nicht auf der DatumSgrenze spazierenfahren und sich nicht,zu, sehr mit-der 'Geographie etnlassen..' s Er''-hat/-den Augenblick versäumt, wo das neue Jahr noch blütenweiß und unschuldig ist— -n»»rceineMInute läng', und schon trägt es auch tausendfach das--Leid der Welt.i m t03g gestiegen. Rettung der abendländischen Kultur vor den» ^^ /rhöhte^stch Miwr fn de,» bolschewistische.» Erzfeind hac ein viel umfassenderes Ziel in» Auge: sie will du» beginnende A»»- näherung zwischen Rußland unv England im Keime e r st i ck e n und die beiden großen Reiche voneinander isolieren. gelegenheiten abzuhalten. Denn man weih in Berlin sehr gut, daß die britische Diplomatie Der Tqbakverbrauch der Welt hatte in den' Japan heute als den gefährlichsten Gegner im Kristnjahren einen bedeutenden Rückgang zu ver-\ westlichen Pazifik und im Indischen Ozean bezeichnen. Die WcltauSfuhr^ an' Tabak Ivar bis, trachtet. Tokio hat aber einen sehr konkreten An- ~""" laß, um aktiv gegen Großbritannien vorzugehen.. Die großen Fortschritte, welche die wirischaft- liche, politische und militärische Konsolidierung von„Kern-China" unter der Führung dcS Marschalls Tschiang-Kai-shek gemacht hat,- werden in Tokio nicht mit Unrecht mit ddr finanziellen Hilfe durch die Londoner City in Zusainmenhang gebracht. China ist in den letzten Monaten ztvei- felloS zu einem nicht zu unterschätzenden Machtfaktor in Ostasien geworden. ES.scheint auch, daß ztvischen Nanking und Moskau nicht ohne- englische Vermittlung Verhandlungen znm Aus-- gleich ter beiderseitigen Interessen geführt werden. Dieser ganzen, für Tokio recht unangenehmen, Entwicklung soll nun ein Riegel borge-. schoben werden. Andererseits hat sich die militärische und wirtschaftliche Situation der Sowjetunion In Fernost in der letzten Zeit so sehr verstärkt, daß die Nachgiebigkeit Moskaus gegenüber- japanischen Ansprüchen im Schwinden begriffen ist. Hier gla»»bt man in Tokio gleichfalls mit der Methode der Einschüchterung arbeiten zu niüffen, Der japanische Ministerpräsident Koku H i- r o t a hat einmal gesagt, er ziehe einen Sieg ohne Krieg einen» Kriege ohne Sieg vor. Es scheint,' daß der gemäßigte Flügel der japanischen Militärpartei unter Führung des Kriegsministers T e r a u ch i allmählich auch für diese Parole gewonnen wird. Man täuscht sich in Berlin, wenn man glaubt, daß die Regierung Hirota-Terauchi bereit ist, die Knochen auch nur eines japanischen Grenadiers für die schönen Augen Hitlers zu Markte zu tragen. Tokio verfolgt zunächst nur .das eine Ziel,.seinebeiden Hauptgegner, England «llvMWWtm'.MKischMtzteiE'Md..'beieinander'"/ zu-trennen,-dann werbe es, so glaubt man in Japan, viel leichter sein, mit jedem der beiden zur Verständigung zu kominen.' Die Gefahr dieser Einschüchterungspolitik besteht jedoch in Ostasien sowie in Europa darin, daß die damit künst-' lich geschürte Stiininung der Unsicherheit und der Panik sehr leicht eine Situation heraufbeschwöre-» kann, aus der es einen friedlichen Ausweg nicht mehr gibt. der Besetzung der Mandschurei eine neue Serie japanischer Vorstöße auf dem Festlande, die das Jnselreich in einen akuten Konflikt sowohl mit China als auch mit der Soiojetunion bringt. Diese japanischen Vorstöße haben zunächst eine ge waltige Erweiterung der japanischen Machtsphäre in Ostasien zustande gebracht.' Mer gerade diese Erfolge bringen wiederum das alte Problem der japanischen Außenpolitik auf die Tagesordnung: wie soll man das festländisch« Kolonialreich sichern? Daß Japan jede europäische Verwicklung oder gar einen europäischen Krieg dazu benützen würde, um seine festländischen Eroberungen abzu runden, zu erweitern und zu konsolidieren, das bedarf keines Beweises. Besonders wird die deutsch- russischeSpannung i n To kio als ein w i ch ti g e S Akti du m- in-- -die außenpolitisch« Rechnung eingestellt.'"' Ei'n- Krieg zwischen" dec Sotvjetunion und' Deutschland würde selbstverständlich von Japan zu einem neuen gewaltigen Vorstoß auf dem Festland, sei es gegen China oder gegen Rußland, auSgenützt weichen. Für diesen Fall braucht sich jedoch Japan keineswegs an Deutschland zu binden. Di« Span nung zwischen der Sotvjetunion und Japan einer seits und zwischen der Sowjetunion und Deutsch land andererseits ist so stark,, beide Spannungen entstehen-zugleich aus so verschiedenen geopoliti schen Situationen, daß es keiner Allianz zwischen den beiden Mächten bedurfte, um ihre'Außen politik gegenüber Rußlanid gleichzuschalten. Die deutsch-japanische Entente muß...,—_. also alle« Anzeichen nach hinter der äußeren, Quadratmeter neuer Wohnbauflach« geschaffen wer« antibolschewistischen und antirussischcn Fassade. den sollen. In den ersten neun Monaten dieses Iah»' irgendeinen anderen tieferen I n h a l t res wurden aber erst 70.000 Ouadratmeier jertig- _, Die Unternehmungen der Schwerindustrie haben bis zum 1. Oktober d. I. nur 22.000 Ona-- dratmeter vollendet, während sie sich 73.000 Oiia- dratmeter bis Ende dieses Jahres fertigstellen woll ten. Für die Arbeiter der Leichtindustrie wurden. gar nur 4000 Ouadraimeter geschaffen, während 20.000 Ouadrawieter geplant sind. Die WohmmgSbauten- industrie läßt also allerhand zu»vünschen übrig und aus den verössentlichten Ziffern ist zu ersehen, daß. die Wohnungsnot in der SSSR noch lange andauern, wird, wenn man die sich gestellten Baupläne so hlcheN. Jn Wirklichkeit ist das Bündnis zwischen! grstellt.- Tokio und Berlin, aller Wahrscheinlichkeit iiach, in erster Linie gegenEngland gerichtet. So-1 wohl der nervöse Ton- der englischen Presse-als auch die Gerüchte- um die Geheimklauseln des deutsch-japanischen-Vertrages, di« sich angeblich auf die. Teilung von Niederländisch-Jndien be ziehen, lassen die wirkliche Bedeutung der neuen antibolschewistischen Allianz in einem sonderbaren Lichte erscheinen. Es sind eigentlich nur zwei Möglichkeiten vorhanden: entweder ist bereits zwischen Tokio und Berlin eine Allianz gegen England zustandegekommen, die nichts anderes bezwecken kann als die Schwächung, ja vielleicht„„_........... sogar die Teilung des Britischen Reiches, oder, mangelhaft erfüllt. Wie es in Leningrad ist, ist es aber es geht vorerst noch um eine Fühlungnahmelleider auch in den anderen Großstädten der SSSP.' Japan am Scheidewege Die Hintergründe der Allianz mit Deutschland (G.®.) Es sind 86 Jahre her, seitdem- Japan durch den Abschluß des Bündnisses mit England(30. JänNer 1902) In den Kreis der Großmächte eingetreten ist. Das englisch-japani sche Bündnis war in erster Linie gegen Rußland gerichtet, aber«S enthielt auch eine Spitze gegen Deutschland. England wollte damals, nach der Erfahrung des Burenkrieges, als es sich erwies, daß einflußreiche politische Kreise auf dem Fest land jederzeit'bereit seien,«ine Einheitsfront ge gen Großbritannien zp bilden, aus feiner„glän zenden Isolierung" heräuSkominen. Das asiati sche Jnselreich hak aber freudig die Gelegenheit ergriffen, mit der stärksten Seemacht in ein inti- meS Verhältnis zu kommen.'. Hat doch der Aus gang, des japanisch-chinesischen Krieges(1894k 96) die Tokioter Staatsmänner gelehrt, daß auch idie^-röbt-n„fkstländischeneKisg«,ön!M ciinsta.nd^ sind, Japan die Beute zu sichern, wenn eS keine 'Sicherung von der Seeseite her hat'."'-'"' Das englisch-japanische Bündnis- ist von Tokio zuerst gegen Rußland und dann gegen Deutschland zur Anwendung gebracht worden. Man muß sagen: mit gutem Erfolg. Denn erst im Laufe jener zwanzig Jahre, die nach dem Ab schluß der Allianz zwischen London und Tokio ver stossen sind, hat Japans Stellung als Großmacht eine Anerkennung gefunden. Dann beginnt eine Periode der Abkühlung zwischen den beiden Insel reichen, der Bündnisvertrag wird nicht mehr er neuert, England sieht sich nach neuen Bundes genossen- um, während Japan sich von der großen Politik zurückzieht. Die Tokioter Außenpolitik reaktiviert sich erst nach dem Beginn der Weltkrise, die den poli tischen Willen der europäischen Großmächte, ins besondere Englands und der Bereinigten Staaten von Amerika» zunächst lähmt. Nun beginnt mit Seite 0 »Sozialdemokrat' Donnerstag, 31. Dezember 1936. Nr. 303 Kunst und Mssen VreemsaacKücKKa MUtteUungendw»Urania« Ans dem Polizelbettcht. Der S8Wrige Schneider Heinrich Mate» fiel gestern vormittag» zwischen dem erste» und zweiten Stock seine» Hause» in Prag- Weinberge, Chodslä 24, über sechs Stufen und blieb auf der Stelle fot liegen. Der herbeigerufene Arzt tonnte nur mebr den durch eigen Genickbruch erfolgten Tod feststellen und auf der Polizei melden.— „Kapitän Januarh" ist ein neuer Filmmtt der kleinen Shirley T e m v l e. die bier wieder die ge- wohnte Engel-Rolle mit ihrer schon nicht mehr erstaunlichen Routine spielt. Zur Abwechslung spielt der Film im. Seemannsmilieu bei einem alten Leuchtturmwärter, der da» kleine Mädchen gerettet hat und nicht niehr bergeben will, aber stch schließlich doch von shr trennen muß— natürlich nur bi» zum happtz end de» Wiedersehen». Dl? Internationale Promlnenlen-Ueii am 7.18ner 1937 den die Solisten im Lucernasaal veranstalten, wipd durch die Mitwirkung Paul Hörbiger» und dielen anderen Größen der Bühne und'de» Film» em geradezu sensationelle» Kunst« und Gesellschaftsereignis werden. Vorverkauf bei Truhlär(Koruna,, valdek).-' 8840 Rene Deltgen in dem Film„Port Arthur', Anton Kiesewetter; Postsekretär Advlf Koi- tek, Univ.-Prof. Dr. Oskar Krau», Dir. Dr. Anton Lob, Sekretär Ernst Strnab, Architekt Adolf Ao ehr..> Als korrespondierende Mitglieder würde«.' neu berufen:' Oberlehrer Joses Blau-Neuern. Sekretär Rudolf Bi t t n e r-Zwittau, Dr. Emil Hadina,- Troppau,'Dir. Franz Hönigschmidt-Äüfflg» Schreckenstein, Prof. Dr. Karl K ü 8 n-Brünn. Bürgermeister Sepp S ka li tz k Y-Eisenstein, Musikdirektor Maximilian T h a mm-Franzensbad,', Prof. Hugo W a g n e r-Reichenberg, Kirchenrat Dr. Robert Z i l ch e r t-Leitmeritz.. endgültiges Verbot «ter Orlonklllalen Nachdem sich-das Gremium der Prager' Kaufmannschaft grundsätzlich gegen die Errichtung der„Orion"-Filialen ausgesprochen hatte, ist nun auch der endgültige Entschluß des Prager Magistrats erfolgt.'Der Magistrat nimmt die Errichtung der„Orion"-Filialen nicht zur Kenntnis und hat der Firma„Orion"-BerkaufS-A.-G; in Prag die. weitere Ausübung ihrer Tätigkeit untersagt. Es handelt sich um 21 Verkaufsstellen in Prag und etwa 160 Verkaufsstellen auf dem Lande. Der Swckholmer Konzertverein hat für die drei kommenden Spieljahre den deutschen Dirigenten Dr. Fritz Busch al» ordentlichen Dirigenten nach Prof. Bä'clav Talich erworben. Dr. Busch wird 24 Konzerte pro Saison dirigieren und er wird seine Tätigkeit zwischen Stockholm und Kopenhagen ver- ttiljn, Abgesehen bon elstigin Gastspielen in anderen «WStii. rtfinwa 12). dauern die beiden Ausstellungen von Oskar Spielmann. Algier, und von japanischen Originalarbeiten nur noch kurze Zelt.' Am Neujahrsioge ist die Ausstellung.den. ganzen Tag geöffnet, ebenso Sonntag, den 8. Jänner. Arbeitervorftellung:-Gastspiel Ernst Deutsch:„Die Liebe eines Fremden" am 16. Jänner um W Uhr. Karten ab Donnerstag bei Optiker Deutsch, Koruna; Mitgliedervorverkauf beginnt Mittwoch. Spielplan de» Reue» Deutsche« Theater». Donnerstag, halb 10 Uhr:„D iegrüne Wiese", Abonnement aufgehoben.— Freitag, halb 8:„Rigole tto"; halb 8:„Axel an der Himmel»tür", D.— Samstag, halb 4:„Till Eulensviegel"; halb 8:„Liebe eines Fremden", CI.— Sonntag, halb 8:„Hof, löge"; halb 8:„Aida", BI. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag,%8: ..Matura"; halb 11: Die vertauschte O p e'r", eine Silvester-Revue.— Freitm. 6:„D e r schiefe Hut"; 8:„Matura'.— Samstag, 8: „Axel an der Himmekstür".— Sonntag, 8:„Unentschuldigte Stunde"; 8:^Matura". Hier lagert, der Goldschafe von USA Die amerikanische Regierung. hat beschlossen! ihren. Goldschatz im Werte von- etwa sechs- Milliarden Dollar nach dem einsam gelegenen Fort Knox zu bringen, da» mit den allermödern- sten Sicherheitsvorrichtungen versehen ist. Allerdings wird der Transport dieser Goldmeygen^ zu der auserwählten.„Schatzkammer" dem amerikanischen Staat allein-I.S- Millionen Dollar kosten.— Ein BUck auf den FesiungSttesor ünd seine unmittelbare Umgebung.,' Und dar Resultat? Siehe ein paar Zeilen zu- Die"Mau grinstehöhnisch. SW kennt ja sie weiß, daß. ich nicht zum Termin'kommen werde! 10 0 KJ Miete für eine Nachtl::- Stupartska:— Bon dem vielen erfolglosen Aerumlaufen und.endlosem Stiegensteigen todmüde,- lande- ich hei-einer üppigen Dreißigerin, die mich durch ihr pomvöse» Schlafzimmer in ein winziger Kämmerlein führt: Beit, Riesenwaschtisch mit Marmorplatte, Liliputtisch, Küchenhayk mit Gasofen und Kochtöpfen, alles vollgestopft, mit Urväter Hausrat, genügend für Ausstattung einer Zebn- zimmorwohnung:'.Für zwei Herren,.jeder- der Herren.100 KJ Miete."' Zwei Herren? Äo mag da der zweite unterkommen? Schließlich— was geht's mich an. Ich zahle vorläufig die halbe Miete — BO' KJ. Um zehn Ubr nachts—'ich bin im Begriff, einzuschlafen— Flüstern, Geräusch, ein Schar« Z^W beim Museum, mo": überrüscht die"- lustigem Silvesterabend.Konzert u.Tanzl B e z u g S b e d i n g u n g>. n: Bei Zustellung in« Hau«'»der bei Bezug durch die Post monatlich KJ 16.—, vierteljährlich KJ 48.—, balbjähtig Kö Ü6.— ganzjährig KJ 102—.— Inserate werden laut l Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourinarten.— Dw.ZeltünksfrankaturwurdeVonderPost« stnb'Tele-c") graphendirektwn mtt Erlaß Nr. 18.800/VII/19LÜ bewilligt.—Druckerei:.pVrbiS", Druck-i BerlagS- und LeiftMg»-A:«G.?Prag.-': Kuratoriumssitzung und Haupt> Versammlung der Urania An der letzten KuratottumSfitzung der Prager Urmia unter Vorsitz de» Rat. d. O. G. Heinrich Weinhuber wurde nach dem Rechenschaftsbericht de» Direktor» Prof. Dr. Oskar Frankl in da» Präsidium hinzugewählt:'Frau Melanie Geßner, Frau Paula Stein und die Herren Dekan Univ.-Prof. Dr, tzldas- bert Liebu» und-Univ.-Prof. Dr. Lheödor Hopfner. In da» Kuratorium wurden hinzugewähltr". Filme In Präser Llchlsplelbäusem Urania t Silvester: Tingeltangel.)—Adria: „Herren im Zylinder." Astaire. A.— Alfa:.Romeo. und Julia." Howard, Sheqrer. A.— Apollo:„Im Sonnenschein." Kiepura. D.— Avion:„Die Nacht in der Oper." Marx Brothers. A.— Fenix:„Anna Karenina." Garbo. A.—Juli»;„Die Leuchter des Kaiser»." D.— Hollywood:„Hofkonzert."D-. — Lucerna: Anna Karenina,"Garbo. A..—-' M-reika:.Die. Schneiderin." Tsch.— Metro: „Pater Adalbert.".'Tsch;P-ssagei.Hoflonzert." D.— Praha: /.Die Leuchter de»' Kaiser»," D.'-7, Radio:.Unter zwei Flaggen." A.-K»w«:''-^Die> kleine DiktaWrln;" Tolbert., A;— Svttozor:.Kapitän January." Sh. Temple..A.— Hvizda: Mik es, key-MauS-Filme und ,Sillh«Shm--, phonien. ren und Schieben— langsam schiebt sich etwa» Dunkle», Leblose» in^mein.Zimmer ,— ich richte Mich aüf:„Ach, Sie haben wohl nicht» dagegen, wenn da» Mädchen so lange hier schlaft, bi» ein zweiter Herr-kommt?"— Ich bin so sprach!»», daß ich. wirklich, nichts gesprochen.habe! Was am oberen Kongo'Pflicht sein mag, dem Gast ein Mädchen für di« Nacht in» Zelt zu führen, schien mir'.-für-die Hauptstadt unserer Republik doch reichlich urwaldmäßig?— Hinter dem kleinen Wandschirm am Ofen plantscht'» und plätschert'»— das Mädchen wäscht sich die Haare! Steigt erst in ihr Schlaf« gewand— ich sehe Stücke dieser Handlung über den kleinen Wandschirm, hinweg— und legt sich züchtig auf-das Ruhebett,-da» mir in den kleinen Rmm zwischen Ofen und meinem- Beit' in»'Zimmer geschoben wurde. Soll ich weiter erzählen?, Am nächsten Morgen erscheint meine Frau Wirtin in feuerrot'gestreifbem Pyjama, kämmt und wäscht sich vor meinem Marmorttsch, poliert Zähne und Nägel. >"- Ich halte die vierzehn Tage d ü-r ch, und wohne respektive schlafe mein 80 KJ a bi- Natürlich wohne ich tagsüber im.Cafs, aber dafür habe Ich ein „billige» Zimmer" mttBeilage— denn auch da» Mädchen blieb mir vierzehn Tage treu. Diese beiden ErlÄnisse, die absolut keine Ausnahmen oder da» Schlimmste darstellen, genügen wohl, uM'den Wunsch begreiflich zu machen,'die Behörde möge der Polizei die Befugni» einräumen, in-diesen-Bagatellfällen elnzuschreiten— an Ort und Stelle^Aug'- in Auge, unter Assistenz eine» älteren, aber' st r a m M e n'H o l i z s st e n, mtt Mussolini-Gesicht und kräftigim Organ, Richter und Exekutor zugleich! IlnoS- Der 81jährige Arbeiter Josef Nedvkd-au» ZiZkov siel gestern auf dem Holleschowitzer Bahnhof von einem Kohlenwagen und brach zwei Rippen auf der linken Brustseite.— Ilm 7 Uhr früh kam es gestern'in der Buchdruckerei der Firma Spott in Karolinental, Pa- lackhswaße 48, zu einem Brand im Papiermagazin, den ein im selben Haus wohnender Garagenbesitzer bemerkte. Dieser benachrichtigte die Feuerwehr. die den Brand binnen einer Stunde' einzudämmen vermochte. Trotzdem verbrannte die ganze Einrichtung der VcrgoldungSabteilung sowie alle im Lagerraum befindlichen Waren. Der Schaden bettägt über 200.000 KJ, ist aber durch Versicherung gedeckt. Die Staatsbahndirektion in Prag gibt bekannt: Zu Silvester, den 81. Dezember 1980, verkehrt der Personenzug Nr. 908 auf der. Strecke Prag—Böh- misch-Budwei». Abfahrt Prag-WIIsonbahNhof um 19 Uhr 22 Minuten, Ankunft in Böhmisch-Budwei» 28 Uhr 82 Minuten. übertrieben sind: Krakauer st raße.„Zimmer für zwei Herren, Miete für jeden 200 KJ." Vorsichtshalber hinterlege ich zunächst die halbe Miete: 100 KJ, und hole mein Gepäck vom Bahnhof. Die MietSftau sitzt inmitten meines Zimmers, und bearbeitet die Nähmaschine! Ich hole mein Waschzeug, aus dem Handkoffer, um mir zunächst die Hände zu waschen. Ein Waschg e ft e 11 ist wohl da, aber kein Wasch- gerät.—„Unsere Herren waschen sich immer in der Küche."— Dagegen protestiere ich, erst höflich, dann etwas energischer. Schließlich besteigt die Frau einen Stuhl, und holt Waschbecken und Kanne vom Schrank herunter, auf dem beide bis jetzt als „Meißner Tafelaufsatz" ihr bestaubtes Dasein gefristet. Tagsüber beschäftigt, komme ich erst spät nach Hause» und sehe meinen Schlafgenössen bereits schlafend in seinem Beit liegen. Rücksichtsvoll schleiche ich mich in mein Bett— da sehe ich an meiner Linken, auf einem Klappbett, da» ich beim Mieten für einen Sophaersatz angesehen habe, einen dritten Herrn schlafen! Ich bin Stoiker, und schlafe bald ein. Am nächsten Morgen— meine beiden Bettgenoffen waren schon außer Sicht— geh: ich. zunächst ins Cafö, komme nach einer Stunde zurück, und— finde auf dem Klappbett einen vierten Herrn schlafend vor: einen Nachischichttgen! „Liebe Frau", faae ich zu der, in der Küche Kar- ' löffel schälenden Wirtin,„ich habe ein Zimmer„für zwei Herren" gemietet, aber keine»„für vier Herren"! Ziehen Sie von den 100 KJ die eine Nacht ab— meinetwegen auch noch 6 KJ für Bettwäsche, geben Sie mir den Rest heran», und sch miete wo anders ein Zimmer." 7— Die Frau lacht kurz auf: „I, da» fällt mir ja gar nicht ein!"—„So? Dann hol' ich die Polizist!"— Die Frau guckt mich von oben bis unten an, mit einem Blick, so voller Ironie, wie's nur die Apele Sandrock im' Film-zustande brächte,'und sagt:„Tun Sie. wa» Sie wollen, da» Geld kriegen Sie nicht!"— Ich also springe— e» liegt ja gerade gegenüber— in» Kommiffariat. Der 88jährige Heizer Josef Sliva au» Nusle fiel gestern beim Füllen einer Dampfmaschine mit Wasser auf dem Masarhkbahnhof so unglücklich auf den Pumvenstiel, daß er sich eine schwere Verletzung im Schritt zuzog.— Der 28jährige Arbeiter Josef Pa- eovflh aus Kladno sprang gestern in selbstmörderi- —'•««' uuvviuuii»uur»n scher Absicht auf der Siebener Strecke vor einen fah- Rach diesen allgemeinen Betrachtungen furzenden Zug und wurde so schwer verletzt, daß er. heute nur zwei konkrete Falle, die eher unter, als trotz der nach seiner Einlieferung in» allgemeine I Krankenhaus sofort erfolgten Operation nach kurzer Zeit verschied. Dar Motiv der Tat ist unbekannt.,— Zur Psychologie unserer Praaer Zlmmervermleterlnnen Seit fünfundvierzig Jahren der.unglückseligen 1—?— Achselzucken,„gehen Sie auf'» Gericht, Abtei- Kategorie der„möblierten Herren" angehörend, kann' lung' für. Mietsstrettigkeiten, wir sind da nicht ich versichern, daß ich, der ich so ziemlich in allen kompetente•'... Ländern— bi» aus China, Japan, den oberen-*-• Kongo mtd den australischen.Busch— möbliert ge- xgz, u.„............ wohnt habe. In fünfundvierzig Jahren nicht da» p^n Rummel von ihrer langjährigen Praxi» her: beim ZInnnermieten.durchgemacht habe, wie in Prag e- 1——--' in vierzehn Tagen. 1 Ich erachte e» somit al» meine Pflicht, endlich einmal auch diese», bi» jetzt so vernachlässigte Kapitel aiMschneiden, zum Besten von tausend Leidensgefährten männlichen und weib lichen Geschlechts, die, bei einem Einkommen von 400 bi» 700 KJ, nicht imstande sind, mehr al»-200 KJ für Miete ausgeben zu können. Ich will zugeben, daß nicht jede Vermieterin von Haus miS eiu Dräsche ist— die, welche drei» bis achthundert KJ für ein Zimmer fordern und be kommen, können sogar sehr nett sein, aber die rn- deren! die meisten! Freilich muß man auch die Psyche dieser Frauen verstehen. Man muß etwas im „Handbuch der Psychologie" nachblättern, man mutz sich erst vertraut machen mit den Erscheinungen und Wirkungen von„Komplexen", von Nervenreflexen", von„Reaktionen" und dem anschließenden„Abrea- gleren". Dann erst— alle» begreifen, heißt alle» verstehen— lernt man die Diskrepanz zwischen dem, wa» die Wirtin vor Empfang der Miete ver spricht, und dem, was sie n a ch Erhalt derselben .nicht hält, berstehen. Dann erst begreift man,. wie sich die freundliche Wirttn— über Nacht sozu sagen— in den genannten Drachen verwandelt, der jede» am Boden liegende Zündholz al» eorpus delicti eines Kriminalfaller bewertet, dem Mieter die. Benutzung seines Zimmers am Tage verleidet, oder gar unmöglich macht, indem sie Bettwäsche und Pälster auf Tisch und Stühle aufbaut, das Oberbett zum Fenster Hinaushängt— auch bei dreißig Grad Kälte— und auf den schüchternen Einwurf:„Aber, ich muß ja auf dem Tisch schreiben", kühl ant wortet:„Betten, in denen man acht Stunden schläft, müssen auch acht Stunden gelüftet werden, sonst kom men Wanzen hinein", und:„Die andern Herren sind immer um acht fortgegangen, und sind um neun Uhr abend» erst nach Hause gekommen!"— Und solche Herren braucht die Wirttn, nur solche. Wie steht's aber nun m'.t der„Psyche"?— Man bedenke: In diesem Zimmer hat die gute Frau mit ihrem „Seligen" in der guten Vorkriegszeit glücklich und allein gewohnt, und in diesen Betten geschlafen. In der schlechten Nachkriegszeit muß sie nun—„lei der!",„leider!"— vermieten. Ein fremdes Mannsbild schläft jetzt in ihren Betten, kratzt auf ihrem Teppich mit seinen Füßen herum, sitzt auf ihrem Stuhl an ihrem Tisch, und liest stundenlang unter ihrer Lampe!- So reflektiert die Dame. Da haben wir ja schon da», war wir im..Hand buch" gefunden, als Tatsache: den Mindertverttg- keitSkomplexl. Und an,wen kann sich dieser abreagie ren? An den Mieter natürlich. In Berlin, wo ich Jahrzehnte„möbliert" ge wohnt habe, werden die sich notwendig ergebenden Reibungen von der P 0 l i z e i erledigt; hier bei un» erklärt sich die Polizei al» n i ch t k 0 m p e t e n t, und verweist den geschädigten Teil an das Gericht, Ab teilung„M i e t S st r e i t i g k e i t e n". Da» arbeitet blitzschnell, überraschend! Leider Ist da» Resul tat ebenso. Die Wirtin wird auf'S Amt zitiert— ost am selben Vormittag. Sie esrcheint— natür lich nur, wenn sie will— leugnet glatt alle», was ich vorbringe, und der schlichtende Beamte setzt einen Termin an: für den nächsten Monat, in dem ich schon lange von Prag weg bin! Die Wirtin grinst — sie kennt den üblichen Gang dieser Verhandlungen au» ihrer langjährigen Praxi»— denn sie weiß ganz gut,, daß ich wegen eines verweigerten Nacht topfs nicht von K a s ch a u nach Prag fahren, oder mir einen teueren Advokaten kaufen werde!