Sozialdemokrat ...E?^E»lorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit««.»ahme de« Montag««stich früh ^k^EmrmdBemÄKmig^^agW^Fochova 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Laub— Verantwortlicher Redakteur: Karl K ern, Prag 17. Jahrgang Mittwoch,«..Jänner 1937 «nzelprei» 70 AEkk(«lnschließl. 5 Heller Porto) Herr Javier Parilla, Professor des Spanischen an den Hochschulen in Prag, Brilnn und Preßburg, schreibt anläßlich unserer Spanien- Hummer: Als Spanier danke ich von g ans em Hersen für diese Hummer des„8 o- z i a l d e m o k r a t". Man muß den verbrecherischen Feldzug zunichtemachen, der geführt wird, um die internationale öffentliche Meinung falsch zu orientieren und gegen unser legitimes Recht aufzuhetzen. Nr. 5 Ultimative Drohung des deutschen Admirals bwiffSehcAwrffffw"W*««WÄtenWtee meldet: Der Admiral der X n spanischen SewLflern hat über den«reu,er We Regier««-(in einer früheren Meld««- hieß es„die Machthabers in Valencia serichtetr a«.7„5^^^Dampf-r„Arragon" und„Maria Ju- V.$ cn beschlagnahmt worden sind, wird M..^?""-forn«s de« Passagier««ad der Siestladung de« Vamp. «!«Üch, klar und präzis fei«. Die"Antwort"werde nicht, negativ sein, doch werden die'Bedingungen' "und Einwände sehr wichtig sein. Die Rote wurde nach derselben Quell« in vollem Einver» nehmen mit Deutschland abgefaßt. ,.'Die portugiesische Regierung hat die Ant- jvort bereits am Dienstag überreicht.\ Kurze Freundschaft: das Gent- leaaa-lgreeaent«eien uesLürt? In London und Paris find sehr bestimm» gehaltene Rachrichte» darüber ringelausen, daß in Sadir neuerlich italienische„Freiwillige" ge- landet-wurden." Insgesamt sollen 10.0 0 0 Italiener inSpanir« fechten. Di« englisch« OppositwnSpvefle greift die Regierung und insbesondere Eden sehr-heftig an, daß er untier diesen Umständen mit Italien abgeschloffen hab«. Wen» Eden» der Abeffinien geopfert habe, Um.die Italiener au» Spanien herauszubekom» men, nun auch Spanien opfere, werde dirWrlt mit Siecht vom„perfiden Albion" sprechen. Roch größer ist di« Erregung in Frankreich, wo z«m erstenmal seit dem Bestand der Volks- frontregienuig auch die Regierungsblätter heftig« Angriffe gegen Eden richten. Die mglische Regierung wird einer Klarstellung der, Frag« zwischen London und Rom schwer««»weichen könne«. - hp-* Der„Ami du Peuple" schreibt: Eine derartige Doppelzüngigkeit ist kaum glaubhaft. Es ist wahr, daß da, englisch-italienisch« Abkommen lediglich die Jntregität de» spanischen Gebiete» betrifft, doch hält London andererseits streng an der Aufrechterhaltung der Nichtintervention fest.'Gemeinsam mit Paris ist Mäy-bestrebt, daß die Nichtintervention gestärkt und voti allen«ingehalten werd«. Rom hat aber in der Weis« geantwortet, daß«S Freiwillig« nach Spanien gesandt hat. Dies« Tatsache ist zugleich eine Kritik, de» gesamten englisch-italienischen Abkommen». E».beweist, daß Rom gleichwie Berlin, entschlossen ist, mit allen Mitteln den Sieg der Aufständischen zu sichern, -Der„Populalre"-erklärt, daß da» Bor- gehen- Awlien» unmittelbar nach Unterfertsgung de» Abkommen» mit-England— wenn sich die Meldungen über die Au»schisfung von Italienern- in Cadtx bestätigen— eine unerh Sri« Sa ch e..ist und den-Minister Eden in ein schr>"ei-g-e"n-»ptsi--s ge» L.iHt stellen würde.-Auf dem ALantik-und im Mittelländischen Meere" wiederholen sich ernstL Zwischenfälle zur See. Die Läge ist ernst ütid kann nür durch ein« immer enger«"Zusammenarbeit zwischen den zwei--Demokratien de» Wetzen» ge» bessert werden, Berlin provoziert Will Hitler Deutschlands Katastrophe? . Nachdem die„Königsberg", Repräsentant der deutschen Flagge, der deutschen Weltmachtgeltung und der deutschen Ehre oder jenes Nestes, den Göring von ihr noch übriggelaffen haben sollte, sich militärisch blamiert hat, versucht Berlin durch umso forschere» diplomatische» Auftreten den Spaniern und vor allem den großen europäischen Mächten zu imponieren. Niemand wird die Gefahr unterschätzen wollen, die in einer Polrtil der befristeten Noten, Ultimaten, der reinen Seeräuberei und d«r Bedrohung von Städten und Küsten liegt, die Deutschland offiziell als neutral ansieht, obwohl e» längst gegen das wirkliche Spanien Krieg führt. Eine Note Ivie die setzt durch Funkspruch nach Valencia(„an die Machthaber in Valencia" nennt Hitlers Nachrichtenbüro dis legale spanische Regierung) übermittelte, die auch nur teilweise Verwirklichung der Drohungen, die sie enthält,-die Wiederholung ähnlicher Drohungen und Repressalien kann den offiziellen Ausbruch des Krieges zwischen Deutschland und Spanien sehr rasch nach sich ziehen. Damit mutz man rechnen. Es fragt sich aber zugleich, was sich denn ändern würde, wenn Hitler der spanischen Republik den Krieg erklärte, beziehungsweise, da er die„Machthaber in Valencia" ja nicht als Regierung Spaniens anerkennt, jene feindseligen und k"r i e g e risch en HandIunge n, die er seit'Monaten gegen die spanische Republik" setzt, nunmehr offen zugeben und als Polizei- Aktion bezeichnen. würde. Hitler würde nicht wespnttzch mehr^. Truppen nach Spanien.senden können» als'ft bisher schon einseht, denn mit wachsender Gefahr eine» europäischen Konfliktes wird er nennenswerte Teile"seiner mobilen Truppen nicht auf einen Nebenkriegsschauplatz detachieren können, zu dem er im Ernstfall- bald keine Verbindung mehr hätte. Er würde schwerlich auch seine ganze Flotte an die spanischen-Küsten entsenden können, weil er dann die Nord- und Ostseeküste dem Angriff überlegener Seestreitkräfte preisgibt. Der Unterschied zwischen dem bisherigen Zustand und dem Kriegsverhältnis, das dann «intreten würde, wäre also im wesentlichen der, daß endlich das blödsinnige Versteckspicl mit Nichtintervention,„Bürgerkrieg" und getarnten deutschen Truppen aufhören und man eine Katze auch wirklich eine Katze nennen würde. Die spanische Negierung wäre, wenn Hitler sie angreift, endlich in der diplomatisch zweifellos günstigeren Lage, als Mitglied-des Völkerbundes die Hilfe der anderen Bundesmächte gegen- den Angreifer anrufen zu können. Was immer Genf, was Paris, London und Moskau, was Rom dann tun würden, man könnte sich wenigstens nicht auf einen Bürgerkrieg ausreden und sich hinter einer „Nichteinmischung" verschanzen, die bisher die einseitige Einmischung der faschistischen Mächte begünstigt hat. Das Mindeste, was aus der Erklärung deS Kriegszustandes folgen müßte, wäre doch die Freigabe der Waffenlieferungen nach Spanien,, Natürlich wird im selbenAugen- blick die Gefahr eines europä- ifchenKriegeS akut. Daß Hitler nunmehr bereit ist, das Risiko dieses Krieges auf sich zu nehmen, daß der weihnachtliche Kronrat mit einem Sieg Hitlers über Fritsch geendet hat, ist kaum mehr zu bezweifeln."Aber im vollen Bewußtsein der ungeheuren und gär nicht ah'züsehenden Gefahren, di« ein europäischer Krieg! hcrausbe- schwört, muß man doch"nüchtern feststellen, daß Hitler sich k ein e n fü r D e u t sch la n d gefährlicheren Eins atz punkt suchen kann als Spanien und den europäischen Westei:. Di« Trümpfe, di« er gegenüber Europa vielleicht noch in der Hand hält, wenn er den neuen Weltkrieg im Osten entfesselt und als antsbolschewlsti- schen Kreuzzug aufzieht, gibt er selbs^ preis, wenn er irgendeine. Macht im Westen,angreift. E» bedürfte.nicht erst der Warnung, die der Besuch des britischen Kriegsministers Duff." Cooper in-PariS darstsllt, um zu wissen, daßjederAngriff aufFrankreich oder Belgien oder die Schweiz oder Holland a u ch d e n K r.i e g" m i t .England bedeutet, daß jederKonfljkt mitGroß- britannien auch. Frankreich auf den Plan ruft. Daß automatisch der Mechanismus des f r a n k o- r uss i s ch e/n P a kteS zu arbeiten beginnt, wenn Hitler es wagen sollte, französisches Land -oder französische Schisse anzügreifen,ist selbstverständlich, DleWettmBchte in Bereitschaft ’ Duff Cooper bei Daladler Francois Poncet nach Paris berufen/ Das britische Kabinett Selle 2 Mittwoch, 0. Miner 1037 Nr. 8 Holländische Protestnote Kein AhlaB, die Hltlerflagge zu hissen Haag. Die gesamte holländische Presse, mit Ausnahme der Blätter der nationalsozialistischen Partei, verurteilt in sehr scharfer Welse die Kampagne, die von deutscher Gelte im Zusammenhang mit der Hochzeit der Kronprinzessin'eröffnet wurde. .„Nieuwe Rotterdamsche Courant" verweist darauf, dass der. östliche Nachbar Hollands soviel Takt haben könnte, wenigstens bis nach der Hochzeit zu warten, und fügt hinzu: Dürch Takt oder psychologisches Berständnis haben sich die Deutschen jedoch niemals ausgezeichnet. Die HochzeitSseierlichkeiten. sind durch diese Kampagne getrübt worden. Trotzdem den Gästen aus Deutschland ihre Pässe zurückgestellt worden sind, wird auf die Eingeladenen, die Deutschland noch nicht verlassen haben, ein Druck aurgeübt, die Reise nicht anzutreten. Die niederländische Regierung hat ihren Berliner Botschafter mit der Ueberreichung einer N.pt.x ,an d i chsregi.orung beauf« tragt^-in. der gegen dgS-Hineinziehon«ine» künf« tigon-Mitgliede» der cholländischen--Königshauses in die Pressekampagne protestiert wird, die Überdies auf unrichtigen Informationen beruht. An der Rote wird neuerlich betont, dass die Feier vor allem Familiencharakter tragen wird und daher kein Grund vorhanden fei, warum die deutsche Reichsflagge auf öffentlichen oder privaten Gebäuden in. Holland, gehisst werden sollte. Oer Streik bei General Motors Detroit. Der Gouverneur des Staates Michigan hat sich im Konflikt»wischen den Arbeitern und Arbeitgebern deS Gcneral-MolorS-Kon- zernS als Bern:ittler«geboten. ES handelt sich »m 275.000 Arbeiter, die mit dem Streik drohen. So ungeheuerlich also auch die Bedrohung der Welt durch die verbrecherischen Provolationen der deutschen Diktatur ist, so gewissenloss der Anschlag, den eine, vor dem eigenen Bankrott fliehende Desperado-Diktatur ggeen die Kultur- inenschheit vorbereitet, so deutlich lässt sich heute schon erkennen, dass der Schwerstbedrohte, das eigentliche Opfer, der Partner, der die ganze Zeche bezahlen wird, das deutsche Volk ist. Die„traumlvandlerische" Politik Hitlers treibt Deutschland in eine Katastrophe, ärger als die von Versailles. Das spanische Abcntruer nimmt Formen an, denen gegenüber die Marokko-Politik Wilhelms II. als harmlose» Gesellschaftsspiel erscheint.' Gewiss, ganz Europa .hat den Krieg zu fürchten. Kein Boll kann ihn ohne furchtbare Opfer bestehen, aber mit der Vernichtung seiner nationalen Existenz ist vor allem Fllegerbombardement richtet große Schaden an An dem Bombardement Madrids von Äontag Mittag beteiligten sich 15 Flugzeug« der Aufständischen. Bis 17 llhr waren in die Leichenkammer der Vorstadt Lhamartin bereit» über 50 Leich eit geschosst worden. Die' Zahl der Verletzten wird auf über 200 Personen geschätzt. Am meiste» betroffen wurden di« Borstädte Tetuan und llhamiertiu. Nach einer ayitlichcn Statistik wurden in Madrid in der Zeit vom 28. Okwber bis 81. Dezember durch die Flugzeugbomben der Aufständischen und durch da» Artilleriefeuer 840 Personen getötet und 1703 Personen verletzt. In diesen Ziffern sind die Opfer, welche ihren Verletzungen erlagen, nicht inbegriffen. da» deutsche Boll bedroht. Hitler spielt nicht nur Hasard wie Ludendorff-—»ach seinem eigenen Wort— im Lahre der deufschen Ritderlag^018. Eist. Hasardeub hat ja immer noch di^Hoffnüng auf den ZufällSgewinst. Hitl«r,hat,»?wefm er um des spanischen Ahenteuers willen,!» dar est sich leichtfertig gestürzt hat, den Krieg Deutschland» mit den Westmächten und.mit Russland entfesselt, keinerlei Chance, al» Sieger' auS dem Ringen hervorzugehen, da» so blutig wie kurz, sp mörderisch wie präzis verlaufen und mit dem Diktat eine» Frieden» in Berlin enden muss» eine» Friedens, in dem Deutsch- land für die kurze Berblendung der braunen Jahre und den Wahnsinn der Diktatoren mit jahrzehntelangem Verzicht auf seine Grossmacht- stellung blitzen müsstet Norwegen protestiert Segen Francos Minensperre LSlo. Dir norwegische Regierung hat dem Vertreter deS Generals Franc» in Lissabon bekanntgegeben, daß Norwegen die Aktion der Aufständischen,. welche vor,aklen',spanischikn.^!r»ir- rungShäfen Min en legte», al» eine tlle g a le Maßnahme ansieht und dir Aufständischen für all« UngliickSfälle verantwortlich machen wird, welche norwegische Handelsschiffe betresst» sollten. Line Flugzeugtendung aut Amerika New Bork. Sechs Flugzeuge wurden in Brocklyn auf einen Transportdampfer verladen und an die spanische Regierung in Valencia ab- gekchickt. Sie waren al» gebrauchte-Handelsflugzeuge deklariert. Der Exporteur erhielt die Export« bewilligung nur deshalb, well da» Neutralitätsgesetz für den Bürgerkrieg nicht gilt und e» kein anderes Gesetz gibt, da»«ine ähnliche Ausfuhr aus den Vereinigten Staaten verbieten würde. Tschechoslowakisches Konsulat in Addis Abeba Prag. In einer Unterredung,.welch« Aussenminister Dr. Kr o ft a dem Prager Korrespondenten der Agentur Stefanie gewährte, erklärte er u.'a.:W Die Sicherung de» Frieden» Im Mitteünttr gibt uns die Hoffnung, dass Italien nunmehr bereit fein wird, sich unmittelbar mit denmittel« europäischen Fragen zu befassen, und zwar im Sinne«iner gedeihlichen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet« mit den Ländern der Kleinen Entente. Diese Aussicht Wird,. wi« e»-übrigens den. Anschein hat/ auch durch bestimmte und unzweifelhafte Anzeichen dafür unterstützt, dass sich da»Verhältnis zwischen Budapest und Prag bessert, was, fall» e» sich bestätigen würde, zur Beruhigung. der Gemüter im Donaubecken Ivesentlich beitragen könnt«.- Der Minister verwies weiterS auf die Bedeutung des jugoflawischUbulgarischen Paktes für. di« Beruhigung auf dem Balkan uyd fügt« hinzu: ES ist nicht ausgeschlossen, dass einähnllcher Pakt auch zwischen P vag und Soft» abgeschlossen werden wird...... Dr. Krofta tellte weit« mit, daß die Tsche- choslowaket in Addi» Abeba«in eigenes K»n- s u l a t zu«reichten beabsichtig«. Diesen Beschluß>—.fÜBle Minister Dr. Krofta hinzu— welcher tm Minlsterrat schon sehr bald getroffen werd«» wird, betrachten"wird al» logische Folg« de» tatsächlichen Stande» der Dinge. Wir beabsichtigen damit nicht eine Geste zu tun, sondern bloß ehrlich eine'Situation anznerkennrn, welche für die ganz« Welt vollkommen klar ist, und unser« Handclsinteressen in Italienisch-Ostafrika zu wahren. Günstiger Verlauf der Verhandlungen mH Frankreich Paris.(Tsch.P. B.) Gesandter Doktor Osuskh hatte Montag abend» sofort nach seiner Rückkehr au» Prag Unterredungen im Mint< starium sür auswärtige Angelegenheiten, di« am Dienstag fortgesetzt wurden. Die Verhandlungen über die Regelung der französisch-tschechoflowa- kischen Wirtschaft»- und Finanzangelegenheiten entwlckeln sich günstig, so daß z« erwarten steht, daß sie in kurzer Zeit ihren Höhepunkt erreichen werden. Wie die«Prager Presse" meldet, ist nach den Verhandlungen, welche Gesandter Dokwr Osusky in Pari» und mit dem Ministerpräsidenten Dr. H o d j a geführt hat, damit zu rechnen, dass der Führer der tschechoslowakischen Handelsdelegation Gesandter M a ch a t h in den nächsten Tagen di« Verhandlungen in Pari» wird fSrts«Hen-ünd-ävfchliess«n-Wnnen. DIc.Pr. Pi!? schreibt:- nun'«•«r» Die Modalitäten der Prolongation der französischen Anleihe sind in den Grundzügen vereinbart und ebenso stehen die Aussichten für die Aufnahme eine» neuen Kredit» günstig. Auf ausgesprochen handelspolitischem Gebiet ist auf französischer Seit« mit dem prinzipiellen Festhalten an den Jmportkontingenten zu rechnen, anderseits sind aber jauch in dieser Richtung Konzessionen nicht ausgeschlossen, die für die tschechoslowakische Exportindustrie nicht ohne Bedeutung sein werden. An informierten Stellen erwartet man, dass die Verhandlungen nunmehr in absehbarer Zeit zu einem.positive» und für die Tschechoslowakei günstigen Ergebnis führen werden. Francos neue Offensive Im Nebel stecken geblieben Madrid.(HavaS) Die große Offensive de» Aufständischen,, welche . am Sonntag begann und am Montag fortgesetzt wurde, mußte Dienstag früh wegen de» dichten Nebels eingestellt werden. Die Schützengrüben, in welche sich die republikanischen Gruppen zurückzogen, erstrecken sich längs der Straße, die«ach Coruna führt, welche nunmehr also durch die Geschütze der Aufständischen bestrichen werden kann. Amtliche Kreise betonen, daß die Verbindung mit der Sierra Suadarama und mit dem Eöeorial nicht unterbrochen ist. Die Schlacht ist noch nicht beendet, doch können sich die Aufständische« bisher mit keinem größere Erfolg ausweisen. t Dem am Dienstag Mittag ausgegebenen Bericht deS Madrider Bertel» digungSauSschuffes zufolge ist eS den Aufständischen trotz heftiger Angriffe an verschiedene« Abschnitten der Madrider Front nicht gelungen, den Widerstand der Regierungstruppen zu brechen. Diese hatte« an der Guadala- jara-Front einen Erfolg, wo sie vier Dörfer besetzten. An der Südfront beschossen die Reglerungsflugzrugr an» Maschinengewehren die Stellungen der Aufständische» und brachten ihnen große Schäden bei. An der mittleren Madrider Front lieferte» die Flugstrettträfte der Regienmg den Flugzeugen der Aufständischen zwei Gefechte. Kein einziges RegierimgSflugzeug wurde abgef chossrn. An der Nordfront haben die Aufständischen einen Luftangriff auf■ die Stadt Bilbao »mternommen. Neber der Stadt wurde«in Luftgefecht ausgetragen. Drei Flugzeuge der Aufständische» wurden abgeschossen. In den Piloten wurden Deutsche festgestellt. Freigewerkschaftliche Wahlerfolge Bei den..BetriebsauSschustwahlen in der Tcxtilfabrll Brüder Webel ick Roßbach ging der SttmtneiWckeil der SdP von 43 auf 86 Prozent zmiück,, Währen» ter, Anteil der freien Gewerkschaften aus 64 Prozent stieg. Wahlberech- tigt waren 420 Arbeit«,, - M der Textilfabrik der Firniss Nrn mann in F r i e d ei' siegte bet den BetriebsäuSschuß- wählen der sozialdemokratisch« tschechisch« Textil- arbeitrrverband, der 184 Stimmen. und vier Mandate«hielt. Bei'den letzten'Wahlen hatte er nnr zwei Mandate bekomme». Dir Christlich- soziakm. erhielten 68 Stimmen und rin Mandat, die Nationalsozialiston 74 Stimmen und zwei Mandate. Die Kommunisten, die bei den letzter Wahlen drei' Mandate«halte« hatten, gingen diesmal vollkommrn leer au». ,. Staatssubventionen für deutsche Kulturinstitute Schulminister Dr. Franke hat dieser Tage verschiedenen wissenschaftlichen und' kulturellen Instituten Subventionen zuerkannt. Bon deutschen Institutionen erhielten:'die'Deutsche Gesellschaft für slawische Forschung 8000 lii, die Deutsche Gesellschaft der Wissenschaften- und Künste' für die^Tschechoslowakische Republik 140.000 llö, der Stiftungsverband der deutschen katholischen Erziehung»- und BildungSanstalten 10.600 KL, der Verein„Urania" 10.000 K6, der Deutsche Theatervereln Brünn 150.000 AL, der Theaterverein In Prag 840.000 KL. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman ton Fritz Rosenfeld so Feiertag fass sprachlos. Er hatte erwartet, dass sie'ihn: auf deu Leim gehen ivürdc, ein. wenig Menschenkenntnis hatte man ja; diesen Ausbruch aber hakte er nicht kommen sehen. Er erhob sich, griff zu seinem Hut, reichte ihr die Hand, dankte ihr, mit hundert überschwenglichen Worten. Heute abends noch würde er seiner Schwester schreiben; klar und energisch: dies sei sein Rat, und wenn sie die Frau'sei, für die er sie immer gehalten habe, würde sie seinen Rat befolgen. Er schritt, ein Sieger, langsam die Treppe hinunter. Nun wollte er sich wieder an seinen alten Platz im Cafä setzen, sie sollten ihn hänseln, sie sollten ihn verhöhnen; er war klüger, als sie alle, er hatte den Gegenschlag geführt,«he Mit- tclmeier die Hand zUm Hieb erhob. In der Liliengaffe wurdest seine Schritte kürzer, pochte sein Herz lauter. Noch war der Augenblick zu erleben und zu'überwinden, an dem er den Kopf durch die Tür stecken würde; auf diesen Augenblick kam cs noch an, alles andre war Nebensache. Aber er ging nicht allein durch die Tür, er konnte überhaupt nicht allein durch die Tür gehen, die Tür war verstellt, Genno stand in der Tür, Gerlcitner, die Frau Finsterbusch, Sie standen, sie sprachen, sie lachten, sie zeigten mit den Fingern. Auf der andren Seite der Strasse ging Bimba, er setzte die Pfoten wie ein Minister, der die Rednertribüne besteigt und seine Gegner vernichten wird mit wuchtigen, gemessenen Worten. Neben ihm lief-ine kleine, graugestreifte, braun äugige Katze, an deren Kopf ein weisser Fleck wie ein Ehrenzeichen silbrig schimmerte. Bimba beroch«in Stück Papier, das im Rinnstein lag, die kleine Katze blieb stehen und wartete geduldig das Ergebnis der Untersuchung ab; Bimba ging weiter, die kleine Katze folgte ihm. Bimba fand ein halbangenagtes Fischskelett, er schob e» mit der Pfote zur Seite, die lleine Katze berührt« es mit der Schnauze, Bimba trieb sie mit einem leisen, zärtlichen.' Pfotenhieb von den kümmerlichen, verstaubten Fischrest weg. Es war, als wüsste er, dass er von vielen Augen- verfolgt wurde. Dort oben in einem muffigen Zimmer lag Pipst tm Fenster mid sah wohl auf ihn herab. Deshalb ging ex hier: Seht her, ihr wolltet mich fesseln, ihr habt mich cingesperrt, ihr habt mich gepackt und mit Gewalt in das Haus geschleppt, aber ich bin immer wieder ausgebrochen und zu der Grünäugigen zurückgekehrt, die ich liebe. Sie hat mir dieses Kind geboren, ich bekenne mich zu diesem Kind, ich liebe diese» Kind, ich will für- diese» Kind sorgen; es ist meinem Herzen näher als die gepflegte, mit bunten Maschen verunzierte,, langweilige Katzendame dort oben, ich. kann auf ihre Empfindlichkeiten keine Rücksicht nehmen, mag ihr Herz auch brechen: ich liebe dieses Kind ustd führe es in die Welt ein, die Hm einst gehören wird. „Bimba," rief Frau Finsterbusch,„Bimba, komm Herl" Bimba blieb stehen, seine Augen sagten: Ich habe dich wohl gehört, aber ich stelle meine Be- digungen. Ich komme nicht mehr allein zu euch. Nehmt mein Kind auf, und ich will bei euch bleiben. Wir trennen uns nicht mehr. „Er hat einen Dickschädel," sagte Genno. „Er hat Charakter," sagte Frau Finsterbusch.„Er verteidigt sein Kind. Komm, Bimba, die kleine Katze darf mit dir kommen, bring sie zu uns, konun." Bimba' blinzelte. Noch ivar er unschlüssig. Die zweibeinigen Wesen wandten oft Listen an; sie versprachen ihm Futter, wenn sie ihn von der Strasse ins Haus locken wollen, war er ihrem Ruf gefolgt, hatten sie ihre Verheissungen längst vergessen. Komm. und. hole mich, sagten sein« Augen, und wenn du' Meist Kind aufheben Und tragen und heinibristgen wirst, wie mich, will ich dir glauben. .■ Frau Finsterbusch ging zu dem Kater, beugte sich zu ihm, streicheüe ihn.„Du bist unser guter, braver Bimba, und dein Kind wollen wir lieben, wie dich." Sie nahm die kleine Katze auf den Arm, das warme, flackernde Geschöpf klammerte sich mit den winzigen Pfoten im Stoff ihre» Kleides fest, sie spürte die.Krallen auf der Haut, Es lag an ihrer Wange, weich und flaumig, sie hörte da» Herzchen pochen. Al» sie. zum Last zurückging, folgte ihr Bimba willig. Der Palt Ivar geschlossen, er hatte gesiegt. Mochte die droben im ersten Stock pfauchen und kratzen; sie sollte erkennen, dass sein Wille gast und- seine Wahl... Carola trug.«inen.schwarzen Arbeitsmantel, der vor den goldgesprenkelten-,-roten ustd grünen Bucheinbändchen ist- seiner-stummen'Dunkelheit wie ein Trauerkleid wirkte. Als Billst den Laden betrat, schrieb-sie auf einer kleinen Tafel, di« ast der Wand hing, mit Kreide die Tttsl der Bücher auf, die nachbestellt-werden mussten. „Womit kann ich Ihnen diesten, mein Herr?" »Etwa» Spannender— einen neuen Kritni- nalromlln."' .„Für Sie— otzer ftsr die. Frau Gemahlin?" „Für mich. Ich habe kefste Fra«",'. Carola legte ein paar Bände auf den Ladentisch,mit schreienden Titeln, grelle» Bildern.' Gezückt« Revolver,«in Mast«,-der im Sumpf versank, seine Hand ragte angswerkrampft empor; ei»' Verbrecher,.-den-sechs Polizisten, umstellten;^ die Gummiknüppel- geschwungen, r- .-„2st- dieser Roman spannend?*-.-fragte Billy mit todernster Miene, al» entschiede diese Wähl Über einMenschenleben. .„Ich habe,ihn'leider nicht gelesen .iHaben'Sie soviel zu tun,.Fräulein?" „Viel. Fast jeden Wend Ueberstunden. Muss das Lager ordnen", „Ist der Chef wenigstens nett?" „Man sieht Ihn selten. Wenn er sich zeigt, ist er freundlich". „Dann haben Sie es ja im grossen und ganzen gut' getroffen, Fräulein?"' „Ich habe keine» Grund zur Klage". Plötzlich brach Billy in Gelächter aus. „Räumen Sie- diese Gruselgeschichten fort» Carola", sagte er/"'-- „Ich habe eS mir überlegt.' Ich brauch'«in Buch über Bienenzucht"... „Bienenzucht?" „Warum fragen Sie so erstaunt? Ja, Bienenzucht". Sie kletterte auf der Leiter, bi» zu dem höchsten Regal.*?/ „Wir haben nur eisten Leitfäden für Bienenzüchter aus dem Jahre 1907^ Seither scheint eS. äuf dem Gebiet der BixiEnzUcht! keine Neuentdeckungen gegeben zu haben". „Zeigen Eie, Fräulein". Sie reichte ihm da»„Heft. Es war per- staubt, der Umschlag graUgAb^ „Ed ist k.e.in-tädelltzfeSj-Ehdmplar, wir werden e» Ihnen billiger berechnen". Billy blätterte in dem Büchlein.„Einverstanden", sagte er,„ich nehme«»". Sie packt» das Buch sorgfältig ein, er bezahlte.'. „Darf ich Siö etwas fragen, mein Herr?" .„Bitte schön". ^„Warulst'habest Es« eigentlich diesen Leitfaden für' Bienenzüchier gekatift?' Sie- befassen. sich doch wohl kaum mit Bienenzucht' tvar die Zelle, leer. Ob er in voller Uniform wieder über die Grenze kommen konnte vder ob er sich irgendwo verborgen hält, konnte noch nicht ermittelt werden. Dienst am Kunden bei dar Post. Beim Postamt in H a b a k l a d r a u ist seit einigen Wochen eine Postamtsleiterin beschäftigt, die sich mit de» Kunden-der Post nur- mit Hilfe- des tschechisch-deutschen Wü rterbuche» verständigen kann, das freilich nicht in allen Fällen. ausreicht, weil es Egerländer Dialeltwörtcr nicht enthält. Dass unter solchen Umständen- das Ansehen der Poftverwaltung nicht gehoben wird, bedarf wohl,,keiner näheren Erklärung, und die Bevölkerung der zu diesem Postamt gehörenden Orte zieht es vorläufig vor. ihre Poststücke nach T«pl zu tragen, um die Frau, die ohne die er, forderlichen Fähigkeiten nach Habakladrau versetzt wurde, nicht unnütz zu quAen und sich selbst auch vor Aerger zu bewahren. LieieSwagödie eine« ungleichen Paares. Dienstag nachts gegen 1 Uhr warfen sich die 47jährige Witwe A. M. aus Dallwitz, Mutier dreier erwachsener Töchter und eines Sohne» und ihr 17jähriger Geliebter O. H. vor die Lokomotive des Personenzuges, der um diese Zeit von Karlsbad nach Komotau fährt. Dio Körper der beiden Selbstmörder wurden von der Lolomotive des ZugeS zerrissen. Die verstümmelten Leichen wurden von dem Lokomotivführer eines Lastzuges, der bald darauf auf einem anderen Geleise di« Strecke passierte, entdeckt. Haideer GlaS für die Kronprinzesst». Die holländische Kolonie in der Tschechoslowakischen Republik sandte heute mit einem Flugzeug der tschechoslowakischen Luftverkehrsgesellschaft ein Hochzeitsgeschenk für die Prinzessin Juliana. Er handelt sich um«ine siebenteilige Tischgarnitur aus böhmischen: geschliffenem GlaS, die von der Firma Gebrüder Zahn in Haida verfertigt wurde. Der KurSbesinh Karlsbad» im Jahre 1986. Die Karlsbader Kurverwaltung versendet folgende statistisch« Uebersicht über den Kurbcsuch im Vorjahre au» den einzelnen Erdteilen: 1. Europa: Tschechoslowakei 17.910 Personen. Au» den.anderen europäischen Ländern: Albanien 8, Belgien 298, Bulgarien 79, Dänemark 184, Danzig 141, Deutschland 9848, Estlaird 82, Finnland 62, Frankreich 6g4, Griechenland 70, Grossbritannien 882, Italien 240, Jugoslawien 448, Lettland 241, Liechtenstein 11, Litauen 187, Luxemburg 18, Monaco 7, Niederlande 228, Norwegen 99, Oesterreich 8661,i Polen 2480, Portugal 18, Rumänien 2924, Schweden 221, Schweiz 621, Sowjetrussland 80, Spanien 81, Türkei 88, Ungarn 1129 Personen, zusammen 88.640 Personen; 2. Asien: 402' Personen;' 8. Afrika: 298 Personen; 4. Amerika: Nordamerika 978, Zentralamerika 18, Südamerika 174 Personen, zusammen' 1162 Personen. 8i Astralien: 12 Personen. Gesamtsumme 49,809 Personen. Den höchsten Stand verzeichnete der Karlsbader Kurbssnch iN der Nachkriegszeit im Jahr«. 1928 mit 67.678 Kurgästen, während.das beste PorkriegSsahr das Jahr 1911 mit 70.988 Kurgästen war, i• W Gelte 4 Mittwoch, JAnner^037 3»AesnEgLelten, Das Land. wo Milch und Honig flieht (i) Der„Skurier Warszawski" veröffentlicht einen Aussatz seines Berliner Korrespondenten, der einige Urlaubsmonate in Polen der- bracht chatte und nunmehr nach Berlin zurück- gekehrt ist. Dieser Korrespondent ist dem Drit- ten Reich keineswegs feindlich gesinnt, er hat auch gegen den Faschismus nichts einzuwendcn. Aber— er hat Berlin einfach nicht wiedererkannt. Seine neuen Eindrücke beginnt er mit der Schilderung feiner Erlebnisse und Eindrücke in einem Berliner Taft: Der Ober serviert mir, höflich wie immer, meinen Kaffee. Kännchen und Tasse find: gediegenes Porzellan. Der deutsche Kaffee war nie besonders gut, otber das, was ich mir jetzt in meine Taffe einschenke, übertrifft die schlimmsten Erivartungen.' Es ist eine richtige Brühe, in der statt der Sahne einige Tropfen kondensierter Milch umherschwimmen. Außerstande, dieses deutsche Elixier hinunterzuschlucken, verlangte ich eine Taff« Schokolade, über was mir da gereicht wurde, war keine Schokolade, sondern eine sogar gesalzene/ braune Suppe... Mein Nachbar am Rebentischchen begriff, daß Ich Ausländer bin, und begann mir zu erklären:„Wir haben Mangel an Kaffee, Kakao und Sahn«. Wir ersetzen ÄaS durch' Surrogate. Statt des Kaffees gibt es bei uns gebrannte Eicheln oder Roggenkörner mit einem kleinen Zusatz echter Kaffeebohnen. Statt der Kakaobohnen bekommen' wir die Pelle' dieser Bohnen und statt der Sahne nehmen wir kondensierte Milch." Der Deutsche am Nebentisch'chen und der Korrespondent des bekannten polnischen Blattes kamen in ein Gespräch. Der'Pole brachte die Unterhaltung auf die Einkäufe in den Geschäften, und nun berichtet er: „Die Berlinerin aus dem Bolk kauft jetzt, wenn sie einen Stoff braucht, nur Ersatzstoff«. Reine Wollstoffe dürfen in Deutschland bekanntlich nicht mehr hergestellt werden, da» Gesetz schreibt einen mindestens llkiprozentigen Zusatz von Holzwolle vor.... Echter Leinen wird aus Mangel an Rohstoffen ebenfalls nicht hergestellt. Die Ledervorräte gehen zu Ende. Die Schuhmacher befürchten, daß schon im Herbst nur noch mit Ersatzleder Reparaturen möglich sein werden..." Im Laufe eines SpaziergangöS fiel dem Korrespondenten.eine für Berlin ungewöhnliche Erscheinung auf: in die Neubauten wurde keine Zentralheizung eingebaut. Auf seine nach dem Grund dafür.,'.gestellte., Frage. antwortete, man ihm:..j..... „Wir haben keine Rohre und müssen sparsam sein. In den neuen Häusern wird es infolgedessen keine Zentralheizung mehr geben." In einem Lebensmittelgeschäft stieb der Be- richterstatter mit der Realstät der Losung«Ka-, nonen statt Butter" zusammen. Er wollte ein Achtel Butter haben, bekam aber keine und wurde darauf aufmerksam gemacht, daß man Butter, nur in dem Geschäft erhalten könne, dem man zugeschrieben sei. Bei der Beschreibung der Berliner Restaurationen stellt der Korrespondent fest, dab die Preise in ihnen gesttcgen, die Portionen aber bedeutend kleiner geworden- sind. Und ein Industrieller, den der Korrespondent aitf der Strasse traf und nach den Geschäften fragte, erwiderte: .„Schlecht, sehr schlechtl Bestellungen stnd genug da, wir könnten ganz zufrieden sein, aber wir können sie nicht ausführen. Wir haben selbst die notwendigsten Rohstoffe und Materialien nicht mehr. Nicht einmal Blech, nicht einmal Eisen können wir bekommen... ES wird behauptet, Schacht hätte mis der Türket und aus dem Iran Bestellungen für die Schlverindustrie mitgcbracht — die wollen dort Maschinen, Lokonwtiven usw. haben. Aber auch die Schwerindustrie ist außerstande, die Bestellungen anSzusühren, und der Mangel an Rohstoffen wird von Tag zu Tag spürbarer..." Zum Schluss erklärt der Korrespondent, dass er, nachdem er an Ort und Stelle die wirkliche, Sachlage hübe kennen gelernt, sich nunmehr davon überzeugt habe, dass die wirtschaftliche Lage des Dritten Reiches sehr kritisch sei. Mordanschlag auf den Direktor der Strafanstalt Jlava. Als der Direktor der Männerstrafanstalt in Jlava(Slowakei), der Oberseelsorger Schmidt, Montag, den 4. Jänner, einen Jnspek- tionsgang durch die Möbelwerkstätt der Strafanstalt unternahm, würde er, als'er. die Werkstätte verliess, in der Tür.plötzlich von dem Gefän- genen Juraj Kantor überfallen und ohne'dass Kantor gehindert werden konnte, schlug er Schmidt von rückwärts mit einem, starken, eichenen Stuhlbein zweimal so stark auf den Kopf, dass er ihm den Schädellnochen durchschlug. Oberseelsorger Schmidt fiel blutüberströmt bewusstlos zu Boden, Der Strafgefangene Kantor wollte ihm noch einen weiteren Schlag versetzen, wurde aber von den übrigen Häftlingen- und dem Gefängnisaufseher daran gehindert. Er wurde entwaffnet und in die Korrektionszelle geführt. Oberseelsorner Schmidt wurde vom Änstaltsarzt sogleich behandelt. Seine I. Amtsblatt des Postministeriums vom 2. Jänner werden die neuen Postgebühren veröffentlicht, die mit 1. März d. I. in Kraft treten. Die Aenderungen gegenüber dem bisherigen Stand ftiib ziemlich durchgreifend. Die Postver» waltung, die in dieser Angelegenheit freilich Partei ist und ein Interesse daran hat, dass ihre Einnahmen zumindest nicht geschmälert werden,, be- haichtet, daß die Neuordnung den Zweck habe, die Postgebühren so weit wie.möglich zu vereinfachen und auch, soweit es die Zeit und die Verhältnisse es erlauben, einzelne Gebühren zu verbilligen, namentlich die, die volkswirtschaftliche Bedeutung haben. Mit der Vereinfachung der Gebühren hat«S sicher seine Richtigkeit, über die Verbilligung haben namentlich die Buchhändler, die Protestaktionen arrangieren, ihre eigene Meinung. Ausserordentlich vereinfacht werden die Gebühren für die B r i e f p o st: hier wird es statt rund 200 verschiedener Gebühren nurmehr 10 geben, bei Drucksorten statt 60 nur 6. Vor allem Wird bei schwereren Briefen das Porto nicht mehr von 20zu 20 Gr. steigen, sondern eS werden nur fünf Kategorien(bis zu 20 Gr.; über 20 bis 100 Gr.; über 100 bis 260 Gr.; über 260 bis 600 Gr., und über 600 bis 1000 Gr.) geschaffen. Die Gebühren für Pakete werden um etwa 20 Prozent gesenkt, ebenso einig« Nebengebühren. Erhöht wird u. a. die E x p r e ss g e b ü b r für Briefpost von 1 auf 2 KS, die Poste restante- Gebühr' und die Gebühr für Postanweisungen über 10j Kü. Unverändert bleibt u. a. die Gebühr für Briefe bis zu 20 Gramm und die Gebühr für Postkarten. Die wichtigsten neuen Postsätze sind: Briefe im Ortsverkehr b l 9 20 Ar. 60 Heller, über 20 bis 100 Gr. 1.10 Ki. über 100 bi» 260«r. 2 Ke, über 260 bis 500 Gr. 2.60 I«. über 600 Gr. bi» 1 Kg. 8 KJ; im Fernverkehr bi» 20 Ar. 1 Ke. über 20 bis 100 Gr. 1.60 K£("ati wie bisher 1.80 KJ); über 100 bi» 260 Gr. 2.60 Kf. über 250 bis 600 Gr. 8 K6. über 500 Gr. bis 1 Ka. 4 Ke. Die Gebühr für einfache Postkarten bleibt mit 60 Heller unverändert. Für Drucksachen bi» 50 Ar.: Bolldrucksache 20 Heller, Teildrucksache 80 Heller: über 50 bi» Verletzungen sind schwer, aber vielleicht nicht lebensgefährlich. Der Strafgefangene Kantor hat sich in der Nacht in der Korrektionszelle in einem unbewachten Augenblick an einemStrick, den er sich aus seiner zu diesem Zwecke in Streifen zerris- senen ,Unterwäsche gedreht hatte, erhängt. Kantor war ein mehrfach vorbestrafter unverbesserlicher -Gewohnheitsverbrecher, der in der Strafanstalt Jlava eine mehrjährige schwere Kerkerstrafe wegen Totschlages zu verbüßen hatte. Zu dem Mordanschlag lag angeblich nicht der mindeste Anlaß vor. Autobus zertrümmert ein Personen-Auto. Die StaatSbahndirektion in Brünn teilt, mit: Dienstag vormittags um 8 Uhr 80 stieß.ein Autobus der tschechoslowakischen Staatsbahnen bei der Fahrt von Brünn nach Jglau auf der Straße zwischen Rehokov nach Vysokä Studnice mit,einem Personenauto des Großgrundbesitzers Widmtmn- Sedlickh zusammen, wobei, der Chauffeur des Personenautos getötet wurde. Der Großgrundbesitzer Widmann und seine Frau toudun schwer und.ihr Töchterchen leicht verletzt. In dem Autobus würden zwei Personen verletzt. Das Personenauto wurde zertrümmert, der Autobus ist teilweise beschädigt. Die Ursache des Unglücks wird von einer Kommission der StaatSbahndirektion Brünn untersucht. ArbeitertranSport überfahren. Auf der Strecke Mainz—Darmstadt wurde Dienstag früh ein mit Arbeiten« besetzter KcaftautobuS von einem Leerzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Bei dem Zusammenstoß wurden insgesamt 18 Personen verletzt, darunter sieben schwer. Einer der Verunglückten ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen.. Opfer der Ser. Der in Hüll beheimatete Fischdampfer„Collingwood" ist mit 18 Mann Besatzung überfällig.— Der deutsche Dampfer „Sensal",, welcher in den Weihüachtsfeiertagen aus dem ostpreußischen Hasen Pillau quer durch das Baltische Meer ausgelaufen ist'und von.welchem lange Zeit keine Berichte Vorlagen, gilt nunmehr als verloren. An Bord des Dampfers befand sich«ine/ zwölfgliedrige Mannschaft.— Aus A st r a chan meldet Reuter: Von 800 Fischer« l ooten, die vermißt werden, wurden 120 gefunden.(ihren Besatzungen wurden von Flugzeugen Pakete mit Nahrungsmitteln und Kleidüyg«chge- worfen. Die Flugzeuge konnten'bisher mach'nicht feststellcn, wo sich die übrigen. Fischerboote besing den. Es bestehen Befürchtungen, daß die Fischer den Versuch gemacht hüben,. das. sie umgebende Eis zu durchbrechen,, als ihnen keisse Hilfe züteil wurde/' . Begnadigungsaktion' für- Witos. Polnische. Blätter teilen mit,, daß die gewesenen Abgeord- nete» der polnischen. Bauernpartei.„Plast" Schritte zur Begnadigung der Brester Verurteilten, insbesondere cwer des Bauernführer» SB l tos, unternommen haben. Sie begründen ihr, Verlangen.mit der Notwendigkeit der Konsolidierung aller nationalen'Kräfte zum Schutz» des Staates. Die Abgeordneten, haben, ihre Fordc- 1.50 Ke; über. 600. Mt:. Bi» l'K^Ä'Kö.:.. , Für Mifchsendnngen a) enthaltend, nur!Druck»! fachen und Warenproben' bi». 100. Gr. ,'40 Heller, vier 100:MM6 Gr.-80'.Heller.'/Mr,Ü6N bi» 600 GriilM Kh,'Mr. 50.6 Gr, hi»!,-,Ka.'2-KL;! b) enthaltend auch- GeschäftSpäpiere.Lj» Ä!0 ,Gr. 1 Ke. über-250 bjchßvo Gri 1,50 Kö.iüber"600 Gr. bk» 1 Ka.2 Ke....'. * Für WchthHoft» nach GewichtMr 100-Grr 2 Ke. über lOMbi,. LSOGr.'-M MrUNO-WL 600 Gt. 8 KL,^Mr.^500 bi» lOOOMr. ISjKö:) b)> nach Wertangabe-für.je 1000. Ke Wertangabe bei geschloffen, anfgegebenem Wertbrief 1 Ke, bei offen ausgegebenem Wertbrief2-Kä;*«■) Manipulationsgebühr 1 Ke.'...• Für Pakete: a) ohne Wertangabe bi» ,1 Kg. Gewicht 2 M.'WkE'-»WnWer)^MM0 Ke tüberllOKilometerd- MnerEaMsWMÄ und 4 Kö.iVI». IvMiS^und-B.'Ke.'WjMMH und 12 Ke, Lis 20 Kg. 12 und IS'Ke. bi» 26«N-Iss und 20 Köff. b) mit Wertangabe außettdea qbiäew Gebühren bi»-SSO Kö 50 Heller; Bersicheriina-' über 500 bi» 1000 Kkl>Kö BersicheMmMir>iede weitere 1000 Ke Wertangabe 1 Ke. Bei Wertangabe über 1000 Ke Man!ptckation»gebühr'"lWÜ!. Für-Postanweisungen bi» 100 KistD-itt.Mer 100 bi» 200'Ke 1:60 Ke. für jede weitere-LOO K5 60 Heller Di« neue NachnghmegetShr'bettSak-bi» zu lOO'Kk'LSOil«. über 100 bis.200.Ke 2 Ke, für' jede Weiteren.200 KL 60 SellttKi--M Die Rekwmnan»««e»ü»r bleibt mst.stKL unverändert...-«L»-, - Für ErpreDsenduueen kBriese und Karten, Anweisungen. Wertbriefe und Pakete bi» 1 Ka.l beträgt die neue Gebühr 2 Kö, für Pakete Mr 1 Ka. 8 Kö.. Bel Erpeeßzustelluna In der Nächt(zwischen 22 und 6 Uhr) Kitt eine Verdoppelung"der Erpreßgebühr ein. Für Ausschluß der Ersatzzuftelluna. alw kür Zustellung.zu eigenen Sande«,.wird eine Gebühr von 60 Heller einaehoben.- die.durch'ein«-eigene Marke entrichtet werde« soll rung dem Präsidenten' der. Republik- persönlich überreicht... Schnellzug fährt Arbeiter' nieder. Der Paris—AmienserSchnellzug.führ bei der Creil» brücke in Pierrestite imeine Gruppe von Strecken- .arbeitorn,' von denen zwei getötet und acht-verletzt wurden.'• Erfinder an- Werk!' Die Bereinigung der britischen BevgwerkSbesitzer hat soeben^eiiien Preis von 600 Pfund(über 60.000 Kä) für die beste Konstruktion einer Kohlengrubenlampe AUS» gesetzt, die durch eine A l a r in v o r r i ch t u n g selbsttätig' da» Vorhandensein explosionsgefährlicher Gase anzeigt. Bedingung' ist,: daß! die Lampe selbst' nicht-weniger- explosionssicher- sein darf al» bisher) ausreichend Licht geben müh und nicht weniger, handlich sein darf. Veranlaßt ffst dieses-Preisausschreiben- besonders- durch-' die -enorme. Häufigkeit' jener kleineren-Anglü'cksfälle, die nur einen- oderzwenige-Arbeiter schädigen' und von denen die Oeffentlichkeit-gar nichts, erfährt. Allein in Großbritännien vetuiiglückenß'allschhvlich Z e hm t a u s e n d e Kohlengräber durch Explosionen.. Die Adresse,. von der die- genauen Bedingungen zu erhalten sindündandlesich Erfinder zu wenden habem- ist:.The-Mining^Asso'ciäti.on of, Great Britain,- GenerÄ Building Alttvich London W. C. 2..--,(bn) . Die Fleischhauer«nd- der liebe'Gott.'.In der Londoner. Kirche! St."Stpulchre'fand', eiv Dankgottesdienst statt, welchM'täüsende'Londoner Fleischhauer beiwohnten, dlel'sichAr einem Festu'mzuge zur Kirche j .1926 ,apf..Hl Tqge;:.', b),i,n'bbe'-üch->uiM)n :T.r ü pF'«M'ö^r'ch d'r:'AssWaWKia-Ä8H'chlf 24 Tage, Asscntjahrgängc 1980 und. M28räuf 18.Tage, t■ ,'.w' '!Mannschastdn',derKlaffiftkqtlon!,M!.üiid.'v i(Wach- und Hilfsdienst): a)!der Mvisioüs» spitälcr und des' Militärgcographischcn Instituts: AffcNtjahraaNg 1932 auf 24 Tage,' AssisttWr- igd«g"198ü aitf 18 Tagd'j'.'ssf'äPMüb-piMe n' !T?^u',p'p.e-«Da: AsseyMMch-S^ittzstü iauf 2,1'Tage..'...:..:'y,■' ' Angehörige der Ersahreserve- ohne'Rücksicht' iaüf- die Klassifikation): Affentjochrgäng 1984 auf 28- Tag'«)! Afseüijährgänffe-198g- und- lÜOOt.'aiif 24 Tage und Assentjahrgänge 1928-und..l92g imif^lü^Täg«..'' i• Di«' Einberufung erfolgt'In mthrerenMr« nussen.- Taifonarbeiter-Minter, Hörspstl. 18.45 DrUtsch«'. Presse) 18.65,-DeptschÄ: Kulturberick t- vom' Tage.: 21.10: Opernab-.d.'.-i^ Prag'II r 7.80 Populäre» Konzert.-14.15 Deuffche Sendung:-Dr., Schicketanz:. jbie Reformbedürftigleit unsere» GcfällsstrafgeseheS. 14.85 Schallplatten. 18.00L.iederkonzert. 10.10 Saxophonsolo.— Brünn: 18.40DeuffcherArbeitSmärkt..l7i40DeutfcheS«v' dang: Arbetterfunk: Perlsee: Dichter' auS den viel ,en der Arbeiterschaft; Dr. Schönfeld:.Nervenkraükhei« teg, unserer Zeit.Prehb»rg: L2P5 Tanzmusik. DaS große Ereignis des Wochenendes-war die Unterzeichnung des italienisch-englischen Mit- telmeerabkommenS durch, den..italienischem Anhenminister Grafen Ciano(während der Ahßabo. »M Am Jahre iü.87 werden ,u'den. regelmaßi4 über 260 Hi. 600 Gr. llssOl'M r'-ffiet'«OÖ?yi 1000 Gr. 2.Kr,'übtt!100d Gr.i bi» 2000'Gr. 3 Kk, i Für- GeschäftSdrucksachm- für-'je 5.0- Graistrn. 10 Heller.'.--r'"' . Für Geschüstlpaviere bis 250 Gr. 1 Kis über 260 biS''50O Gr..'1.5V, Ke.'üb-r'ü00 Gr. Li» l'K». 2'Ki. Für Warenprobe« bi».100 Gr. 40 Heller, über 100' bi» 250 Gr. 80 Heller, über 28y'bi» SOO'.Sr, ffchasten-der ttlafftfikatign A Und saugen die Worte ein, die der junge Neg'erpredi» ger auf dem Katheder zu ihnen spricht. Die Wunderbären Geschichten, die' er ihnen'«VisWts' sind für sie ebenso wunderbare Wirklichkeit, wie sür ihn'isilber!■'Sie läuscheni^fik'sttiqen-'MlS'-ihren großen Augen strahlt der Widerschein' des OtzMl» :«n, aal' ihren andächtigem Gesichtern' malt sich-der Simmel) von dem der Prediger spricht.-' Und die KametAWotögddvhierdldldsen/,Himmel:-'' weißes weicht,'baüschig«Wolk«N,sie tststn sich und wir seheit.'in! den.r:Mg«dhtiüMeli:,Am-Negerhimntel haben dje Engel-große! weißt' Flügel,.aber braun« Gesichter. Langsam wandeln sie durch die Herr« kichkWWNe'NeWchernblni'schäükelN.liistlg'Huf- Wolkenschaukeln, erwachsene Negcrengel fischen von' Wplke'noäiitsn,'die" dickest Neffermtitier. des Dorfes sind da, aber sie haben jetzt schöne Flügel umgehängt und keine Sorgen mehr. Und gebratene Fische gibt eS für jedermann, Zigarren und Zuckerwerk. Durch das fröhliche Himmelsvolk schreitet, größer als alle anderen Engel, ein stattlicher Negerboy, der Erzengel Gabriel»Platz für Gott, den Herrn!" ruft er in seinem breiten Negerenglisch. Und Gott selber erscheint.„Wie sieht Gott aus?" haben die Kinder in- dev Sonntagsschule gefragt.«Ach, so ungefähr wie unser guter alter Reverend, Mr. Dash, der voriges Jahr, gestorben ist," hatte der Lehrer ohne Zögern erwidert. Und so sieht Gott nun wirklich auS: ein würdiger älterer Herr,in schwarzem Bratenrock, mit weißem Bart, unendliches Wohlwollen, unendliche Güte im braunen Antlitz. Singend beten ihn di« Engel an., AIS der Negetchor zu End« ist, drängt-sich alles um ihn, die Euglcin hängen sich'an' seine Rockschöße,' die weiblichen Engel bieten ihm- köstliche Speist», di« Männlichen Engel fein« Zigarre»'an.' Und er hat: für'jeden ei» freundliches Wort.-Und freundlich gibt er' den--'Schöpfungsbefehl.r-,'.,'.,.: - Donner ündNebel und-geistlich« Chöre— und im Wolkenmeer' dreht sich' ein Etwas! die Erde.- Auf' der neutzeschäfftNe» Erde steht' ein schwarzer! Ma»»: mit nacktem Oberkörper,' Aham: Gott tritt z».ihm und redet. Und schafft-die' Neger- Eva, völlig bekleidet. /.-> WjK sind wieder in-derSonsttagSschule. Der Lehrer: erzählt- vom' Sündenfall: von Kain! und Abel-ünd:de»- vielen Sorgen-'die- die Menschen dein liebe» Gott gefnacht Haben." .' Gott sitzt ist seinem'- himmlischen Büro, das ganz irdisch aussieht, an seinem Schreibtisch, und beschließt) auf' die Erde hinabzustrigen. ES ist Sünntag und er wandert durch'beschauliche, friedliche Landschaft. Blumen stehen äm-WegeSrand und.er fragt fies wie eS ihNeNNüff Erden ergehe. Sie antworte»stomM^Mit'süßen'KtndetstlmMen^ und Gott-'ist mit feinet Schöpfung zufrieden,:Aber dänMtowMt er unter: die Menschen, Negermen- I schen, versteht stich; die lärmen und lachen, trinken und würfeln und achten des Tags des Herry- isicht.'11»d-ha Gott sie" zur Rede, stellt, spotten - sie seiner. Traurig geht er weiter. Einzäppeli- i ger kleiner Negerprediger gesellt sich zu ihm und. klagt mit krähender Stimme über die zunehmende Vevderbnis der Menschen; er stellt sich als Mr. Noah vor und führt den wandernden Kollegen in sein HauS.' Wie sich Gott dort zu erkennen gibt sind- es zum Zeichen seiner Macht donnern läßt, nimmt sein Gesicht den Ausdruck jener unaussprechlichen Ehrfurcht an, mit der die Neger die „heiligen Geschichten" aufnehmen, auch wo ihre Auffassung uns in ihrer anachronistischen Handgreiflichkeit komisch erscheint, wie in der nun folgenden köstlichen Darstellung des Baues der Arche und der SUndflut. ■ Wenn dann Mösts als eine Art Neger-Cow- Byy an den Hof des Pharao kommt und sich kindlich darüber freut, daß ihn Gott so schöne„Tricks" gelehrt hat, um den Aegypterkönig zu bezivingen, und wenn es später im sündigen Babylon st zugeht, wst in einem schwarzen Nachtklub in Har« leem, und der babylonische König den Propheten ganz gangstermäßig„killt",, so mag daS wohl manchen befremden. In Wahrheit ist eS ein Zeichen für die lebendige Kraft der Negergläubigkeit. Wö'immer Religion noch Im Volke lebt, vergegen« ständlicht sie sich in den dem Volke vertrauten Gestalten und Verhältnissen. Die ganze alte Kirchenkunst Europas ist Zeugnis dafür.' Erst dar historisierende neunzehnte Jahrhundert und E besonderen die schwächliche religiöse Malerei derNazarener Hai der biblischen Geschichte das noch.heute verwaltende Kostüm einer fragivüxdt« gen geschichtlichen Treue gegeben und ihr daMit viel'von-ihrer LebenSfülle genommen. - Das junge Volk der Neger sieht die irdische wke'die überirdische Welt mit den naive» Augen deS Kindes: Und in der einfachen, klaren und bildhaften Sprache des Kindes erzählt der Film di« Biblische Geschichte. Nur eine einzige Szene am Schluß: spricht die Sprache der- erwachsenen Menschen-und Völker; die Sprache'der Reflexion. Eststchie Stelle des Ueberganges vom alten zum' neuen Testament, da der christliche GotteSbeariff sich bildet. Das wär- nicht bildhaft' zu lösen: Aber es'ist dichterisch gelöst worden: eine apokryphe G-stali wird eingeführt,s der Soldat Hez- dricl in den Kämpfen um Jerusalem. Er gleicht dem, Neger-Adam, den wir zu--Anfang gesehen haben, und er führt Zwiesprache mit Gott, der der Möglichkeit rechnen, daß die deutschen Fluggeschwader, die sich auf spanische Basen stützen würden, südfranzösische Industriestädte bombardieren könnten. Die deutsche Wirtschaftspolitik in englischer Be< leuchwng.(R. I.) Zu den In regelmäßigen Zeitabschnitten auftquchenden Plänen einer großen englischen Anleihe an Deutschland nehmen die„I i- nancial News" in einem Artikel Stellung, der die englische Finanzwelt zu äußerster Vorsicht mahnt. Die„Financial News" zählen die außergewöhnlichen Wixtschaftsmaßnahmen Deutschlands auf, die zu einer solchen Zurückhaltung Anlaß gebcn. Deutschland ist durch dar französisch-englisch-amerikanische Währungsabkommen und durch die Abwertungen weitgehend isoliert worden. ES kann nicht den Weg der Abwertung beschreite», weil ihn dar nur unter gleichzeitiger Aufhebung der Handels- und Valutabeschränkungen möglich wär«, während andererseits diese Beschränkungen für die Durchführung des deutschen AufrüstungSplaneS unbedingt notwendig sind. Wegen dieser Isolierung mutz die deutschL Finanzpolitik eine Maßnahme nach der anderen ergreifen, die weitere Beschränkungen der Handelsund DevistnverlehrS zur Folge haben. So wurde angeordnet, daß alles Gold, alle Devisen und alle aus Edelmetall hergestellte Orden abgeliefert werden müssen und daß nur bis zwei Marl pro Kopf der Bevölkerung in Gold zu Haufe aufbewahrt werden darf. Ferner wurden alle Privatkompensationen verboten, st daß«» keiner Firma möglich ist, für den Gegenwert ihrer ins Ausland gelieferten Waren dort Rohstoffe einzukaufen. Ueber die industriell« Verwertung ausländischer Rohstoffe wurde eine Verordnung- erlassen, durch welche die- Belastung- deS DevistnmarkteS nach Möglichkeit eingeschränkt werden soll, die aber andererseits die Rohstoffmengen vorschreibt, welche die einzelnen Unternehmungen jeden Monat ins Lager nehmen, also zur Auffüllung der Vorräte verwenden sollen. Die deutschen Unternehmungen werden auf-dem BerordnungSwege verpflichtet, ihre Kapitalanlagen im Auslände teilweise zu liquidieren und den Gegenwert nach Deutschland zu bringen, Gleichzeitig wird das -Verbot der Ausfuhr ausländischer Wertpapiere per. stchRfkMisiden ÄtM» tvÜwrMe geWiiie ANwei-^ 'sung erteilt, ihre im Ausland befindlichen Wertpapiere so rasch wie möglich zu verlaufen. Außerdem soll der AuStauschderauSländ Ischen Wertpapiere gegen Reichrkässcn- scheine geplant sein, womit 900 Millionen MM Devisen gewonnen werden würden. Deshalb auch die Verschärfung der Verbotes, ausländische Wertpapiere auszuführen. Dieser„Austausch" soll gleichzeitig der Ersatz für das Nichtzustandekommen einer Ausländsanleihe sein. der Ablehnung Stellung genommen und den«in» I mütigen Beschluß gefaßt» auf der berechtigjen F o r d e r u n g de r A«ibei t e r zube- harren. Die VcrtragSgewerkschaften wurden beauftragt» nochmals bei den zuständigen Unterneh- mrrstellc» zu intervenieren, damit die llnterneh- mer ihr« ablehnetrde Haltung revidieren und Ver- handlmrgenin Kürze einberufen. DieArbei- ter verlangen auf ihre neuirltchr Ein g ab e b iS 18. JännerAntwort. ES wird nun ganz von den Unternehmern abhängen, ob eS möglich fein wird, auf BerhmrdltmgSweg« zu einer Einigung zu gelangen,«der ob«S zu K o m pl i k a t i on e n in der nord-«nd westböhmischen Loderiltdustrie kommen wird. Die Lederarbeiter sind entschlossen, Ihren berechtigen For- derumgen den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Wir werden über den weiteren Verlaus der Sache zur gegebene« Zeit berichten. Lohnbewegung in der Lederindustrie Die nord* und nordwestböhmischen Lederfabrikanten lehnen jede Teuerungsaushilfe an Ihre Arbeiter ab Anfang November 1936 stellten di« Lederarbeiter deS Rumburger und des Tepliher Tarif» vertragSgebieteS a» den deutschen Hauptverband der Industrie daS Ansuchen tstn Gewährung einer einmalig«» TeuerungSauöhilfe in der Höhe eines Wochenlohnes. Der Verband der Bekleidungsarbeiter in Reichrnberg hat in stiner Eingabe an die einzelnen Unteruehmerfekretariate,-die Forderung der Arbeiter in eingehender. Weist begründet«nd um die Einberufung einer Verhandlung bis spätestens Ende November 1936 ersucht. -. Eistt Anfang Dezember antworteten die einzelne» i Stellen des Deutschen HäuptverbandeS der'Industrie. Sie haben.wahrscheinlich mit Absicht die Beantwortung der Forderung der Arbeiter HInauSgezogen, um kurz vor Weihnachten die besondere Botschaft zu Übermitteln, dahsiedie Gew ähr u n g der T« u e r u n g Ka u S- Hilfen bl eh ne n. Die Lederfabrikanten hielten es nicht einmal für notwendig, sich mit den Vertreter» der Arbeiter zusammenzusehen, sondern sie führten alle möglichen Argumente an, um d«n Beweis zu erbringen, daß die Forderungen der Lederarbeiter vollständig unbegründet seien. Die Devalvation der Krone, bei. welcher die Lederfabriken ein Vermögen eingebüßt haben wollen, die niedrigen Löhne in der ostböhmischen Lederindustrie, ja sogar die niedrigeren Löhne in anderen Industriezweigen'mußten als Beweis der Unmöglichkeit, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen, herhalten, Darüber hinaus heißt eS in einem Antwortschreiben, daß gar keine Teuerung besteht, daß im Gegenteil die Lebenshaltung in de» letzten Jahren billiger geworden sei. ' Bei den Borsprachen der BetriebSver« traüensmänner in den einzelnen Betrieben stellte eS sich heraus, daß einzelne Unternehmer be- r e i t waren, den Arbeitern eine Aushilfe zu gewähren,, daß-sie aber piit Rücksicht darauf,- daß der U n t e r n e h-m er Verb, and die Ablehnungbeschlossen hat,«S nicht tun könnten;> Der Deutsche Hauptverband der Industrie trat als«'alS'Scharfmacher gegen die Forderung der Lederarbeiter auf;«nd machte eS st unmög- lich, dass diese bisher auch nur eine einzige Krtmr'ZuIage erhalten hätten. ES kommen in beiden BertragSgebieten, und zwar im RWKWM^u^LM^ änLSEZK^Wr. fabrikenximtz 9M his 880,Arbeiter und Arbeite» rinnen-in Frage und' die gestmt« Aushilfe hätte im besten,Falle insgesamt 180.bis 146.909 Kronen-ausgemacht. Ein geringer Betrag, wenn man Bedenkt, daß Betriebe darunter sind, welche über Ü00 Ärbeiter beschäftigen und. -feit Monaten»in« Hochkonjunktur verzeichne», «ie sie seit.Jahren nicht mehr da war. Darüber hinaus muß berücksichtigt werden, daß in der übrigen Lederindustrie unserer Republik in rchtd 80 Prozent aller Betriebe die Unterneh mer sich mit ihren Arbeitem über TeurrungS-- und WeihnachtSmuShilfen geeinigt haben«nd solche von SV-iS 209 Kronen auSzahlten. Einzig'und allein unsere deutschen Lederfabrikan» trn in Nord- und Nordwestböhmrin lehnten eS bisher ab, ihren Arbeitern auch nur daS geringste Zugeständnis zu machen..- Die Vertreter der Lederarbeiter haben am Sonntag, den 3. Jänner, im VollshauS in Aussig zu Exportchancen der Prager Frühjahrsmesse Einem Artikel der Direktors der Ausländsabteilung der Prager Mustermesse, K. Novckk, entnehmen' wir: In stärkerem Maße als je zuvor wendet, die tschechoslowakische Industrie der kommenden Prager Messe ihre Aufmerksamkeit zu. Welche Aussichten sind diesmal für daS Exportgeschäft der Frühjahrsmesse 1987 geboten? WaS den Zustrom ausländischer Interessenten anbelangt, kann mit Bestimmtheit erwartet werden, daß die Anziehungskraft der Prager Messe, wie sie 1986 deutlich unter DetveiS gestellt werden konnte, auch Heuer voll zur Geltung kommen wird. Der gute Ruf, den sich die Präger Messe Im Ausland erworben hat, bildet die verläßlichste Grundlage für. eine gesunde Weiterentwicklung und eine Vertiekung hier Tätigkeit zugunsten des tschechoflo- wakit^en Exportes. Konkret bedeutet die fühlbare Belebung der Welthandels und die kräftige Wirtschaftsbelebung in zahlreichen europäischen und Ueberseestaaten einen wichtigen Faktor für einen erfolgreichen geschäftlichen - Die deutsche Strategie in Spanien.'(Ru) Die Pariser-Rechtspresse, die über ausgezeichnete Verbindungen zu den spanischen„Nationalisten" verfügt, äußert sich in-der allerletzten Zeit dahin, daß die Deutschen an einer Verlängerung des Krieges in Spanien interessiert feien. Deshalb erhält auch Franco, trotz dringender Bitten, nicht' die versprochenen deutschen Divisionen, In-Berlin wünscht man angeblich nicht, daß Madrid bald genommen werde. DaS Hauptziel der deutschen Strategie,iw.Spanicn besteh«'.darin: de» jetzt-bei, -reits in Spanien befindlichen deutschen Truppenteilen Zell zu lassen, damit sie nach und nach den Streifen spanischen Territoriums von d e r b a s« kischen Küste bis zumMittel« ländischen Meer besetzen können. In die- sem„Korridor" befinden' sich die bequemsten Zugänge zu den Pyrenäen sowie solche wichtige strategische Punkte wie Pamplona, Zaragoza, Huesca und Lerida. Alle dies« Punkte liegen übrigens im Gebiet des Ebro und stiner Nebenflüsse. Die Deutschen beabsichtigen diese Okkupation unter Verlauf der Frühjahrsmesse. Die Bemühungen um «ine Gesundung der zwischenstaatlichen Güterverkehrs — di« siss. auch bei uns in einer Lockerung des Lin- fubrregimeS auswirkten— werden ohne Zweifel die Anfschwungtendenzen der internationalen Handels in diesem Jahre wesentlich verstärken. Di« handelspolitischen Besprechungen, die zurzeit mit den verschiedensten Staaten geführt werden, bewegen sich in gleicher Richtung und lassen gleichfalls«ine Belebung unserer Ausfuhr erwarten. ES liegt nun an der tschechoflowakischen Industrie, durch di« Teilnahme an der kommenden Prager Messe die bestehenden günstigen Voraussetzungen voll auizunützen. Die Fachgruppen Gla», Porzellan, Lederwaren, Spielwaren und andere Branchen haben es längst verstanden, auf der Prager Messe weitreichende Absatzmöglichkeiten zu schaffen. ES ist jedoch notwendig.-daß die tschechoslowakische Industrie mit a l l e n ihren Zweigen auf der Messe vollständig vertreten sei. Die Messeverwaltung hat sür die bevorstehende FrÜbiabrSmesse umfangreiche Werbemaßnahmen im Auslande durchgeführt, die sicherlich einen erhöhten Zustrom von Einkäufern maßgebender ausländischer Importfirmen, Einkaufskonzerne. und Warenhäuser auslösen werden. WMMSM^WWWI^WMaWWWWWWSUMS dem Vorwande durchzuführen, daß man di«„Roten" von der französischen Verpflegungsbasis abschneiden solle. Sobald diese Operation vollendet sein wird, würden die Nationalisten, von den deutschen Truppenteilen unterstützt, den Angriff auf Katalonien beginnen, waS aber erst im Frühjahr zu erwarten sei. Strategisch bedeute der Schlag gegen Katalonien den Versuch, den Bürgerkrieg mit einemmal zu liquidieren, da ja Katalonien heute die wichtigste Basis und den wichtigsten Verbindungsweg der Republikaner zum Mittelländischen Meer darstellt. Der deutsche Ge- neralstab beabsichtigte nicht, Frankreich von den Pyrenäen aus anzugreifen. Es handle sich nur edaiktiMt'chstr-«ine-frarmösische Armee von minde» 'sWölÄvu.ÄÜV'S^lbäteu zu" fesselst. Frankreich mußte'auch,' im'Falle der Verwirklichung des deutschen strategischen Planes in Spanien, mit -K&uf-hua.i/VL G&m sielet uhm A kaufot! Ausweis für den Monat Dezember (Die erste Ziffer bedeutet Parteifonds, die e!n- ■ geklammerte Wahlfonds.) Bodenbach: AL 3690.—(909.—), Brünn: AL 200.—(50.—), Karlsbad: AL 4140.—(1009.—), L a n d S k r o n: AL 200.— (50.—), P i l s e»-»» d w e i»; AL 400.— (100.—), Prag: AL 1214.—(800—), Preß, b« r g: AL—(70.—), Reichenberg: AL 480.—(120), S t« r» t e rg: AL 2540.— (600.—), Teplttz-Saaz: AL 1150.— (200.—), Tro» p» n: AL 1448.—(362.—). an der Menschheit verzweifelt. Und Gott leidet(das gute Gesicht des Negerschauspielers spiegelt dieses Leiden) und durch das Leiden um die Menschheit wird Gott zum Gott der Barmherzigkeit. Sein Antlitz hellt sich auf, Hallelujah- Gesang erfüllt den Himmel, und der unendliche Jubel der Engel strahlt wider von dem wunderschönen, verzückt lauschenden Kindergesicht eines kleinen Negermädchens in der Sonntagsschule.... ES ist eines der ungeschriebenen Gesetze Englands, daß Gott nicht dargestellt werden darf. Aber die überwältigende innere Ehrlichkeit dieses Films hat den englischen Zensor besiegt. Der Film ist freigegeben worden und er macht gerade auf die religiösen Menschen, von wenigen Zeloten abgesehen, den tiefsten Eindruck. DaS Stück, nach dem er gedreht wurde, durfte in England nie gezeigt werden. In Amerika war es einer der größten dramatischen Erfolge dieses Jahrzehnts. Sein Autor, Dtare E o n n e l l Y, hat den ganzen Dialog in den Film hlnübergerettet und auch, zusammen mit William Keighley, die Regie- geführt, Er hat den Film, der in Hollywood gedreht wurde, glücklicherweise davor bewahrt, ä la Hollywood ausgestattet und aufgezogen zu werden,, und ihm di« bezwingende Einfachheit des Themas erhalten. Ein Künstler der Kamera, Hal Mohr(der Photograph des„Sommernachtstraums") hat chn wunderbar photographiert. Und über alles Lob erhaben find die Negerdarsteller. Einige davon sind professionelle Schauspieler, wie Rex Ingram, in der so unendlich schwierigen Hauptrolle de» Herrn, die er aus der Fülle einer rächen Persönlichkeit ohne Pose und Pathos ergreifend gestaltet, andere„ganz gewöhnliche" Negers alt- der Film zu Ende gedreht war, nahm der. Erzengel Gabriel wieder sein Amt als Türsteher im Flugbahnhof von Los Angeles auf,' die schwarzen „Kinder-Israels",-die mit Moses durch die Wüst« gewandert waren, wurden wieder Chauffeure und Stiefelputzer,-und die kleinen Cherubim mußten zu ihrem'Leidwesen wieder'in die Schule-gehen. Aber die Kleinen wie die Großen: die Amateure wie die Professionellen, haben alle die' unvefan- gcne Naivität und lebendige Einbildungskraft ihrer- Rasses und darum sind sie ebenso echt« Schauspieler wie echte Bibelgläubige. Seite ß. Mittwoch, 6. Jänner 1937. Kunst uncl Mssen Ami«MackrWe» „Sozialdemokrat^ Der VI. Atus-Kreis zur Winter-Olymprade Guter Sport beim Treffen des 1. Bezirkes— Der weiteste Sprung: 41 Meter gen berühmte Goldmacher hervor, begabte Schwindler, die selbst Monarchen das Gold aus der Tasche zauberten und doch lein Gold exzeu, I gen konnten. Heute gibt eS keine Goldmacher mehr. Selbst, wenn eine umstrittene Persönlichkeit wie Duni- kowsli einmal Erfolg haben sollte, so würde er, >vas aus dem. Gesetz von Angebot und Nachfrage folgt, den Reichtum der Welt.nicht vermehren. Heute sucht, man andere Dinge, eine ganze Gruppe von Stoffen, die unter dem Namen»Ersatz" populär geworden sind. Die Staaten, die ihr Heil in der Autarkie entdeckte haben, müssen sich die-Rohstoffe, die ihnen fehlen,, auf.dem synthetischen Wege selbst zu beschaffen versuchen. Unter diesen Stoffen steht der Kautschuk fast an erster Stelle.’ AssS sei vorausgeschickt, um den Erfolg verständlich zu machen, den der Chemiker Ph. Hearst in den USA erzielen konnte. Ph. Hearst beschäftigte sich seit Jahren mit dem Problem der synthetischen Erzeugung von Kautschuk, des einzigen bedeutenden Rohstoffes, den die Amerikaner importieren müssen.'Er fand einige wichtige.Formeln, die die Möglichkeit der Kautschukherstellung aus— Ztzllulose, einem verbreiteten Rohstoff, anzeigten. Fast ohne sein Zutun, wurden seine MMg freunde. Sprache im Verlag Karel Fink erschienener Buch von Dozent Dr. P. Nettl. Dar Buch ist eine von ll. Hartl besorgt« Uebersetzung der Arbeit„Mozart und dl« königlich« Kunst", und bringt zugleich neue», bisher unbekanntes Forschungsmaterial mit einem besonderen Kapitel„Mozart und Präg".''' Spielplan de» Neuen Deutsche» Theater». Heute, Mittwoch, halb 8 Uhr: Axel an der HImmelrtür, halb 8: Zwei glückliche Tage, Gastspiel Felix Bressart, B 1.— Donnerstag'7%: Monsignores grobe Stund«, E» kommt nicht zum Krieg, C 2.— Freitag 7%: Liebe einer Fremden, Gastspiel Ernst- Deutsch, D.— Samstag 846: Till Eulenspiegel, 746: Zwei glückliche Tage, Gastspiel Felix Bressart, A 2.— Sonntag 246: Liebe eine» Fremden. Arbeitervorstellung, 746: Der Rosen» kavalier. C 1. Spielplan der Kleine« Bühne. Heute, Mittwoch, nachmittags 8 Uhr: Der Illusionist, 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung..— Donnerstag 846: Liebe eines Fremden, Gastspiel Ernst Deutsch.— Freitag 8: Matura, Theatergemeinde der KulturvcrbandcS und freier Verkauf.— Samstag 746: Firma, Erstaufführung. — Sonntag 8: Fuhrmann Henschel. 8: Matura. Autozusammenstoy. Auf der Pilsntr Straße in der Richtung gegen Koschirsch wurde in der Nacht auf gestern da» Auto P—82.210, in-dem der Ivjährige Pferdefleischer Rudolf Karabec und besten Freund, der 28jährige Beamte Wilhelm Valenta, beide au» Prag II sahen, von einem andern Auto eingeholt; um einem Zusammenstoß vorzubeugcn, bremste Ka- rabec so. stark, daß der Wagen auf der glatten Strabe In» Rutschen geriet und' gegen ein dritte» Automobil stieb, da» am Straßenrande stand. Da» Auto der Karabec überschlug sich und wurde zertrümmert; die beiden Insassen erlitten mehrere, im ganzen leichtere Rißwunden an Kopf und Gestcht und wurden auf die Klinik Jiräsek gebracht. Nach dem Lenker de» dritten am. Zusammenstoß beteiligten Auto» wird noch gesucht. Bei KmmlisationSarbelten im Baumgarten wurde von einigen Arbeitern«in hockendes Gerippe gefunden, da» an den Hand- und Fubaelenken Armbänder aus knöchernen Kugeln trug. Neben ihm lag eine tönerne Schale und ein kleiner Becher. Da» archäologische Institut wurde- verständigt, da» seinen Mitarbeiter Dr. Friedrich Svoboda an Ort und Stelle entsandte. Hunger.. Gestern nachmittag» brach in der Kronengaste in Prag-Weinberge der 88jährige, jetzt arbeit»« und wohnungslose ehemalige Beamte Franz Cernohorskh ohnmächtig zusammen. Er wurde auf die Klinik Schmidt gebracht, wo festgestellt wurde, dab er völlig entkräftet ist und mindesten» zwei Tagen ichtsgegess en hat. AuSslngSzvge der tschechoslowakischen Staat», bahnen: Vom 9. bi» 17. Jänner: Spindlermühle, 890 KC: Sokolbaude 445 XL. Vom 16. bi» 24. Jänner: Hohe Tatra und Telgart 880 Xi. Vom 80. Jänner bi» 8. Feber: Adlergebirge 210 Xi; Beskiden 280 Xi. Anmewungen mit Angaben im Bazar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 88888. Personenbeförderung am Mittwoch, den 6. Jänner. Auf der Strecke Prag—Budwei» verkehren folgende Personenzüge nicht: Zug Nr. 2108, Abfahrt Prag-Wilsonbahnhof um 8 Uhr, Ankunft in Riiany um 6.41 Uhr. Der Zug Nr. 2120, Abfahrt Prag- Wilsonbahnhof 17.80 Uhr, Ankunft in Riiany um 18.14 Uhr. Der Zug Nr. 2186, Abfahrt Prag- Wilsonbahnhof 14.08 Uhr, Ankunft in Riiany um 14:88 Uhr. Der Zug Nr. 2107, Abfahrt Riiany um 8.87 Uhr, Ankunft Prag-Wilsonbahnhvf um 7.26 Uhr. Der"Zug Nr. 2107 wird in Riiany mit dem Zuge Nr. 2188 vereinigt, Abfahrt Riiany um 7.02 Uhr, Ankunft Prag-Wilsonbahnhof um 7.42 Uhr. Die übrigen Züge verkehren wie an normalen Wochentagen. Auf der Strecke Prag Lysä verkehren folgende Personenzüge nicht: Zug Nr. 1807, Abfahrt Hörnt Poiernice 6.48 Uhr, Ankunft Prag-DeniSbahnhof um 7.10 Uhr. Zug Nr. 1211, Abfahrt Lisä n. L. 8.88 Uhr, Ankunft Prag-DeniSbahnhof 6.88 Uhr. Die übrigen Züge verkehren normal wie an Wochentagen. Arbeiten schnell bekannt und drangen über chemische Fachkreise hinaus in die Oeffentlichkeit, bis die Industrie sich Mr sie interessierte. Eines Tages, im. Herbst dieses Jahres, lud PH. Hearst die Vertreter mehrerer chemischer Trusts in sein Laboratorium ein- und demonstrierte ihnen die schnelle Gewinnung von fast zwei Kilogramm Kautschuk aus Rohstoffen,, die kaum drei Cents kosteten, währeyd das Fabrikationsverfahren seiner-Behauptung'nach so billig war, daß sich der Erzeugungspreis von einem Kilogramm Kautschuk auf kaum acht Cent» stelltet- Die Sachverständigen beobachteten den- Fabrikationsvorgang im Laboratorium von Hearst ganz genau. Sie entdeckten dabei, daß Hearst eine Zellulosemasse unter hohem Druck-- und hoher Temperatur mit verschiedenen Säuren behandelte/ über deren Natur er allerdings ausweichende Antwortest gab, und unmittelbar ,danach hielten sie eine graue Masse in der Hand,, die sich äußerlich von dem,Naturprodukt nicht.untdrschsed. Die Aufregung, der Fachleute ließ sich nur schwer beschreibest,, denn nut einem Schlage schien .nicht nur die Kautschuk-Autarkie-der USA gesichert, was die Herren' an-sich weniger interessierte,, sondern e» ergab sich die Möglichkeit für eine, gigantische Ausweitung, des Kautschukmark« tes, unabhängig von den Welthändelspreifep, DaS brasilianische Monopol schien'gebrochen. Bor allem aber bestach, daß die Herstellungskosten, im Gegensatz, zu dem in Deutschland hergestellten synthetischen Kautschuk, sominimal waren, ES fehlte nur noch die Erprobung der Praktischen Eigenschaften- der neuen Erfindung.-.. -. Auch die Proben waren zufriedenstellend: 'Wie natürlicher-Kautschuk verhielt sich Der künstliche im WerkstattSversuch'und in der Praxis. Ph. Hxarst stellte noch- einige-Kilogramm zpr Per« M o n t a g, den 11.- Jänner, im Parteihelm, Smeiky22, ordentliche Generalversammlung. Alle Mitglieder sollen bestimmt erscheinen. cWq’Ä- Der Internalieeale PrtMlMRtoHUffiff! an 7. Jänner 1937 den die Solisten im Lucernasaal veranstalten, wird durch die Mitwirkung Paul Hörbigers und vielen anderen'Größen der Bühne und. der Film» em geradezu sensationelles Kunst- upd Gesellschaftsereignis werden. Vorverkauf bei Truhläk(Koruna, Valdek). 8848 Falken, Achtung! Mittwoch, den 6. Jästster (Feiertag), Wanderung. Treffpunkt um 10 Uhr vormittag» an der Endstation der Straßenbahnlinien Nr. L und 14 in Kobyli», tränken-gewesen. Da aber-festgestellt ist,-daß er sich zu dieser Veranstaltung ungeladen eingeschlichen hat, fand, seine Verteidigung^keinen Glauben und KuLera würde zu s« ch» Wo ch e n strengest Arrests verurteilt. Ueber die Bedingtheit der Strafe wird da» Gericht erst nach Einholung näherer Informationen entscheiden. Lion Feuchtwangrr in Prag. Auf Einladung der„Wahrheit" wird Lion Feuchtwanger, der bekannte Schriftsteller, anfang» Februar zum ersten Male in Prag eine Vorlesung halten. „Mozart und die maurische Musik."(Zednäkskä hudba a Mozart) betitelt sich ein in tschechischer „Glückskinder". Der neue Ufa-Film'„Glückskinder" mit der au» Hollywood zurückgekehrten Lilsan Harvey spieltnicht nur in Amerika, sondern er kopiert amerikanische»-'FilmteMpo, amerikanischen HüMor -und amerikantschen Lustspielstil. Auch die Filmidee könnte aus einer'amerikanischen-MagazinSgeschichte stammen. Der Lyriker, der den Reporter-beim. Nacht» gericht vertritt und dort in poettscher Anwandlung«in freilich nett gepflegte» vagabundierende» Mädchen durch Kchnellheirat vor dem Schnellrichter rettet, fliegt au» der Redaktton, weil alle Zeitungen Fine sensationelle Heirat bringen, nur'seine Eigene nicht, die er über der Flitternacht vergißt. Aber«»-wird natürlich alle» wieder gut, denn durch Mißverständnis und die Klugheit der kleinen Frau wird'eine«Verschwundene Millionärstochter zustande gebracht und damit eine neue Zeitungssensation. Und. davon lebt der Journalist, zumindest in Amerika. Um-Glück-und Pech der Glückskinder ranken- sich^umor und keittche Liebe und«in paar Schlager, die in» Ohr gehen. Tanz und blinder Feueralarm in der Oder, Autojagd um Wolkenkratzer und ein Ehepaar zwischen stachligen Kakteen. Lilian Harvey mit ihrer zarten Fiaur. ihrem reizenden Gesicht und ihrer. Vogel» stimme sieht man gerne wieder. Willi Fritsch ist etwa» gealtert, aber noch immer charmant. Und daneben treibt Paul Kemp seinen munteren Unfug;'- Puch die Nebenrollen sind gut besetzt und im ganzenM dem Regisieur Paul Martin- unter.Beschwörung zahlreicher amerikanischer Ahnen«in. Film-gelungen, der gefallen wird. ,7 t flUi'j. ** Die erste Veranstaltung, jene de» 1. Bezirke», fand Sonntag, den 8. Jänner in Bärringen statt. Die Schneelage im oberen Erzgebirge ist noch immer gut, 18 Zentimeter Neuschnee sielen während der Wettkampftage. Leider gab es bereits Sonntag mittag» Regen mit Pappschnee. Ein einziger Frosttag wird jedoch genügen, um da» Training-weiter zu ermöglichen. Schwieriger ist die Lage für die übrigen Bezirke, Der GraSlitzer Bezirk will sein BezirkStref- fen am 17. Jänner durchführen, die Bezirke Falkenau, Asch und Karlsbad haben ihre Treffen.für den 24. Jänner angesetzt; dazu wird allerdings neuerlicher Schneefall notwendig sein. SamStag, den 2. Jänner, tagte in Aber» tham der Funktionärstab, welcher das KreiS- wintersporttreffen für den 80. und 81. Jänner organisieren wird. 80 tatkräftige Funktionäre aus Abertham stellten sich für die große Arbeit bereit. Da» Krei»wintersporttreff«n wird unter der Parole„Jedem ein Stückchen Winterolympiade" stattfinden. Ein schönes EIntrIttrfestabzeichen, ein Skiteller au» Holz, wird vorher von Tausenden. getragen. werden und werben. Die Einladungen zu dieser letzten Auswahl für die Winterspottolympiade ergeht auch an die DTJ, Naturfreunde, NW, Aruk und SJ. Zahlreiche auswärtige Gäste brachte der SamS- tag vor allem au» St. Joachimstal, welche zur Zufriedenheit untergebracht wurden. Die Meldung zur ersten Bezirk»leistung»prüfung umfaßte 92 Wettkämpfer. Trotz der am Sonntag eingetretrnen mißlichen Schnecverhältnisie gingen 62 Läufer, 7 Lauferinnen und 18 Springer«; den Start. Der SamStag begonnene Schneefall verstärkte sich' Sonntag, im Verlaufe de» Vormittags bildete sich jedoch regelrechter Pappschnee heraus. Läufer und Läuferinnen kämpften auf der Strecke gegen Neuschnee, dennoch bewältigt«« fast alle die Läufe. In recht beachtlicher Der unhellise Nicolo Bezirksgericht. Prag.—rb— Ein kleiner Sporttlub eine» Pra« Pappschnee, überwunden werden. Die entstandene Verspätung, welche durch die starke Besetzung der Laufkonkurrenzen entstanden war, wurde durch den glatten Verlauf der Springen» aufgeholt. 84 Sprünge, die meisten sturzfrei, wurden in kaum 146 Stunden gewältigt. Die gute Alttchneeunterlage auf der.Roten Schanze" bildete mit den 18 Zentimeter Neuschnee«ine ideale Aufsprungbahn. Den 18- K i l o m e t e r-L a n g l a u f bewältigte als erster der vorjährig« Bundesmeister Lehnhart(Abertham) in 1:28:28 vor dem Alterssportler Kolitsch(Bärringen), welcher die überraschende Leistung von 1:24:06 meistert«. Im 10-Kilometer-Langlaufder Jugend von 14 bis 16 Jahren siegte Rauscher (Joachimrtbal) mit 1:02:48, der Sieger der 17jäh- rigen benötigte zu dieser Strecke 82:81, wa» eine sehr schöne Leistung darstellt. Bei den Sportlerinnen steht die Genossin Wöllner(Neuhammer) an der Spitze, die sechs Kilometer durchlief sie in 87:81 Min.; den4»Kilometer» Lauf der Iu'g endsportlerinnen gewann Genossin Lehnhart(Jogchimrthal) in 88:81 Min. . Im Slalomlauf erzielte Hüller(Un- terrothau) mit 100 Punkten di« beste Wertung, von den Augendsportlern wurde S ch 2 n a k(Abertham) erster. Den kombinierte«Lauf gewann Genosse Uhle(JoachimSchal) mit 88.694 Punkten vor Bärreiter(Abertham) undUrban(Neu- dM.- v Beim Springen gäb es beachtliche Leistungen der Jugrnd..Erster wurde Eivnlsttzr' (Abertham) mit Note 18.722; der Springer kam-bis 87 Ssieier. Den Sprunglauf der S.p o r t l e r sicherte sich. E s k a Werner(Abertham) mit drei Sprüngen von 87' Metern gestanden.-Den w e i t e st e n Sprung in der Konkurrenz'erzielte Urban(Neudek) mit 40 Meter, außer Konkurrenz brachte er es auf 41 Meter. Die Samariter hatten- wenig Möglichkeit zum Eingreifen. Die technisch« und organisatorische Vorarbeit Und Leitung befriedigten in allen Teilen. Bezirksobmann Genosse M i e f l konnte vor dem Springen zahlreiche Gäste begrüßen, er gedachte der s p a- nisch en Fr e ich« i t S k ä m v f e r, welche zur gleichen Zeit im härtesten Abwehrkampf stehen und forderte die Arbeitersportler auf, jene Kräfte zu sammeln, die sie einmal bereitttellen müssen. fügung, und dann war er-auf dem bestenWegch Millionär zu werden, dennerhättedie-AuSwahl zwischen einer ganzen Reihe von verlockenden-Angeboten. Er.nahm Sin Angebot an.daSihmMe sofortige Zahlung von 68.000 Dollar uW-ein Jahreseinkommen von mindestens 800,000 Dollar sicherte. Die-68,000 DoUar erhielt-er; Dann verschwand er- denn er'war«in Schwindler/\-;‘ J. v' ' Die Sachverständigen hattest zwar dik Prak«- tischen Eigenschaften des synthetischen Stoffes genau erprobt und'für gut befunden. Sie hatttN aber nicht genau genug auf den HcrsteNungLpro- zeß geachtet, den Hearst ja auch als sein Geheimnis gewahrt wissen wollt«. Erft bei der Analyse seiner Formeln, die schon nach seiner Flucht vor; genommen würde, ergab sich, dass-die stanzh Fabrikation Humbug war, und daß Hearst«» tlt» geschickt verstanden hatte; ein Stück' NaturkM«> schul in sein Laboratorium einzuschmuggeln, wie ein mittelalterlicher Alchemist-echtes Gold tüssetilö Retorte zu schmuggeln pflegte. Und' niHtitinHtl die öffentliche Blamage istden HereiNgefällsinen erspart geblieben, denn der Konzern« der 68,000 Dollap Wieln paar Kilogramm echten Kautschuks bezahlt hat, gehört zu.den führenden in der stm«-. rikanischen GumtNi«Jüdüstrie, und den- Namen haben die Reporter von einem der getäuschten Sachverständigen selbst.«rstrh«nl.j,■ * Der Vorfall erinnert, also sogar-in- Einzeis-i'-.- heilen an Mittelalterliche Praktiken. Nur daß man PH. Hearst,- wenn Man ihn findet, nicht gepade vierteilen oder rädernnsmGern nur mit«in-paar Monaten Gefängis bestrafen wird, wenn man,»S nicht vorzieht, ihn überhaupt ungfschorenzulaf- sen, damit die„Publicity" des Prozesses die Blamage nicht noch größer macht.> ü.tki: k'. BezugSbedi n g u N g e n: Bei Zustellung inSHauS oder b« Bezug durch die Post monatlich' XL 16.—, vierteljährlich XL 48.—, halbjährig. XL 96.— ganzjährig Xi 192.—.— Inserate wethencklM Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung, der Retourmarken.—'Die ZeitungSfrankMur wurde twn der Poft» Und TM«', graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80Ü/V11/1930 bewilligt,— Druckerei: ,F)rbiS", Druck«, Verlags« und' Z«Uung»-A.«G. Prag. Kautschuk-Alchemie . New Bork, im Dezember Die mittelalterlichen Alchimisten sind Jahr« Hunderte hindurch dem Phantom des Goldmachens nachgejagt. Sie suchten den Stein der Bucher der Zelt Bernhardt Menne: Krupp,. Deutschland»-Kanonenkönige, gebunden..., XL 60.— Deydewitz-DeSerer: Todcssttahlen und andyrsi^seue, Kriegswaffen, gebunden.- ,,/XL°,-48.— Slnger-Burger: Carl v. Ossietzky, brosch. Xi Ä6.28. Zu beziehen durch ble Zentralstelle für bat BildungSweseu, Prag Xll., SlezskL Ist.i. » e der Nikolo^zapfte, immer Erfolg; si« fanden eine Menge wertvoNer chemi gröber und unflatrner wurden. Der Nikolo war aber ein Anhänger des Führerprinzips und drückte^rbindungen, mW aus^^^Eihengin« jeden, der Miene machte, zu protestieren, mit starker"""'““*" Hand so fest auf seinen Stuhl zurück, daß dem Opponenten die Lust verging, mit dem Heiligen anzu binden.! Aber wa» zu viel ist, ist zu viel und so ereilte! dem Nikolo sein Schicksal. Angetrunken von dem vielen Bier, da» er au» fremden Gläsern in sich hineingoß; benahm er sich schließlich derart, daß di« Funktionäre des Vergnügungskomitees cinschritten, denen der unbekannte Mitwirkende endlich doch ver dächtig vorkam. Der Ntkölo war aber nicht gewillt, sich so ohne weitere» zu ergeben und-setzte sich mit seinem- Stab zur Wehr, wobei einer der Ausschuß« lcutc eine ansehnliche Beule auf der Stirn und«in weiterer eine beträchtliche Hautabschürfung an der rechten. Hand davontrug. Al» man den ungebärdi gen Heiligen endlich gebändigt hatte und dem Arm der Gerechtigkeit übergab,, stellte sich heraus, daß er bei-seinem Rundgang von Tisch zu Tisch den kichernden Damen und lachenden Herren allerlei Dinge geklaut hatte. In der ttefen Tasche seine» Ornate- fänden sich zwei Halskettchen, ein Feuer« zcug, 8 Xi und eine Geldtasche mit einem Inhalt von 18.60 Xi. Der Gcsamtschade beträgt indessen nicht mehr al» 62 Xi, Der Darsteller de» Nikolo, der 86jährige Franz K u L e r a, ein Mann unbesttmmten Berufe», der zwar noch nicht vorbestraft ist, aber, nach behörd licher Auskunft eisten" schlechten Ruf genießt, erklärte da» ganze für einen Scherz. Außerdem sei er be« Prag.—rb— Ein kleiner Spormuv eine» ipra« ocnxnngwn nur aue oie«au;e. z,n remr oeamrua,« ger Peripheriebezirkes veranstaltete am 8. Dezem-- Zahl starteten die Jugendsportler bei allen Diszipli- ber eine außerordentlich gutbesuchie Nikolofeier. Es nen mit guten Leistungen, sie werden einmal die gab verschiedene Darbietungen, Vorträge, heitere kommenden hoffnungsvollen Vertreter de» Bezirke» Deklamationen u. dgl. und die Stiimnung war tat-. werden. Schwach vertreten waren die Sportlerinnen sächlich die denkbar beste. Den größten Beifall ern-!beim 4- und 6-Kilometer-Lauf, e» scheint da ipuner trte«in, Soloauftritt, von dem in dem Programm"noch an Wcttkampffust zu fehlen, vollständig auSste- keine Erwähnung getan wurde und den sowohl die blieben waren die gemeldeten Gäste au» dem GraS- Zuschauer al» die Veranstalter als gelungene Im- litz-r Bezirk, da» Unwetter wird diese zrbgehalten provisation ausfaßten. E» ttat nämlich der heilige haben.„ r Nikow persönlich auf, angetan und versehen mit| Der Slalomlauf war«Ine besondere Leistungsallen Insignien seiner Würde: Bischofsmütze und, Prüfung, neben den zahlreichen Kurven mußte der Ornat, Krummstab und wallendem weißem Bart. I Er hielt zunächst eine ttaurige Ansprache, die viel-1 leicht um«ine Kleinigkeit gepfefferter war, als«r sich für einen Heiligen schickt, aber in Anbetracht der vorgerückten Stunde allgemeinen Beifall fand. Der Heilige verschmähte es nicht, zu dem profanen Volk heräbzusteigen. Er wandelte würdigen Schrittes von Tisch zu Tisch, kitzelte die Damen am Hals und auch anderweitig und tat, ohne viel zu fragen, mächtige'..,, w Züge au» den Biergläsern. Da» alles wurde vor- i Weifen, der jedes unedle Metall in Gold verwan- läufig als gelungener Scherz ausgenommen, obwohl\ dein könnte. Ihre Bemühungen hatten zweifachen I-