Cinjelprels 70 Akllkk(«Inschließl. 5 Heller Porto) 17. Jahrgang Freitag, 8. Jptneß1S37 Nr. 7 >vb|ujiu||iiui)l|ICUC|Cl|l(JUEliailHW UU JCUH. HCIIIUUHi UU|» UtV der beiden Flieger 6106 Dollar Gehalt für ihre| Linie erfolgreichen Widerstand leisten. Fliegerdlenste'eingeklagt hatten. Der Gerichtsbeamte traf jedoch im Brooklyner Hafen erst nach der Abfahrt des„Marcantabrio" ein. Da der Be- e) alle beteiligt« Regierung« einer unbedingt wirksam«, an Ort und Stelle durchzufüb- rmd« Kontrolle der zu vereinbarenden Verbote zustimmen. Sei eine Verhinderung der anderen Formen I der indirekten Einmischung nicht möglich, werde die deutsche Regierung ihre Stellungnahme zur Freiwilligenfrage erneut prüfen.. Deren beste Äsung sei durch die Entfernung aller nichtspani- schen Teilnehmer von den Kämpfen zu erreichen, also" auch der„Agitatoren", spanische Regierung gekämpft hatten, erschienen^ Der Bundesrichter hatte diesem Rechtsvertreter einen Beschlagnahmebefehl zuerkannt, da jeder Zu der letzten Offensive Francos Die Pfeile kennzeichnen den Angriff der Faschisten Kommandant des Brooklyner Hafens den bereits ergangenen Befehl, den Dampfer zurückzubringen, wieder auf/ ■ Meldung der Aufständischen Die Aufständischen behaupten, das« ihre Madrider Division auf ihrem Vormarsch nach Ost« di« Eisenbahnstation Posuelo de Alareon erreicht haben. Das Ziel ist daS Unterbrechen der Berbindimg Esrorial—Madrid. ES wird jedoch gemeldet, das? die Regierungstrnppen auf dieser Ein nicht zu/ übersehendes Symptom, das ' möglicherweise vieles erklärt, ist der Besuch des H e r r n H j a l m a r Schacht in Ankara, der kürzlich stattgefunden hat.. Das Interesse der Diktatoren von Rom und Berlin am Orient ist ja seit langem, sehr rege. Man denke an Palästina, Nemeni.den Putsch, der Kurden in Bagdad! Ob aber die Türkei soweit ist, etwa in eine deutsche Koalition zu^gehen, ist heute nicht abzusehen und es wäre gewagt,«s- behaupten zu wollen. Sind jq pie besonderen Motive-und Ziele Kemals Kemal kopiert Hitler und Mussolini Noch ist die Kriegsgefahr im westlichen Bellen des Mittelmeeres nicht beseitigt und schon taucht i>n östlichen Mcditerraneum eine neue auf. Die Türkei hat die zwei an Syrien und den Sandschak von Alexandrette anstossenden Divisionen mobilisiert, die türkischen Staatsmänner und Militärs haben sich plötzlich in der kritischen Grenzgcgend eingefnnden, die türkische Presse führt eine drohende Sprache gegen Frankreich und den Völkerbund, und in Paris hat man einige Stunden lang gefürchtet, Kemal Atatürk wolle nach dem Muster Hitlers ein„Fast accompli" schaffen und den Sandschak, den die Türkei von Frankreich fordert, einfach besetzen. Inzwischen ist eine gewisse Beruhigung eingetrcten. Es scheint, dass die Türken doch keinen militärischen Handstreich wagen werden. In Paris nimmt man an, dass es sich mehr um einen Einschüchterungsversuch gegen Frankreich und den Völkerbund handelt, der in zehn Tagen über die Frage von Alexandrette entscheiden soll. Der Sandschak von Alexandrette ist der nördlichste Zipfel des Mandatsgebietes von Libanon und Syrien, das den Franzosen durch die FriedenSveriräge überantwortet wurde. Da Alexandrette eine türkisch sprechende Mehrheit hat (während daS übrige Syrien hauptsächlich von Arabern und Drusen besiedelt ist), hat man dem Sanpschqk eine gewisse Verwaltungsautonomie gegeb«u.und den Dürken besonder« Rechte zugestanden. Run hab« die Franzos« im vergangenen Jahr auf ihre Mandatsrechte in Syrien und im Libanon so gut wie gänzlich verzichtet. Sie haben den Gebieten weitgehende Souveränität zugestanden und sich nur vertragsmässig gewisse Rechte gewahrt. DaS nahmen die Türken, kaum dass sie den Vertrag über die Meerengen revidiert hatten, zum Anlass, die Rückgabe Alexandrettes an die ankarische Republik zu fordern, da die Rechte der Türken in dem neuen Statut und durch die syrisch-arabische Mehrheit nicht genügend gesichert seien. Frankreich erklärte sich bereit, im Rahmen des'Völkerbundes, wo es die Rechte Syriens weiter wahrnimmt, über den Sandschak zu verhandeln, verweigerte aber die Abtretung des Gebietes. Der Völkerbund hat vor einigen Wochen die Affäre vertagt und wird Ende Jänner aufs neue verhandeln. Rechtlich hat die Türkei keinen Revisionsanspruch. Die Einverleibung des Gebietes in die Türkei könnte leicht dazu führen, dass die arabische und die christliche Minderheit in Alexandrette von den Türken— die In der Misshandlung von Minderheiten ja eine jahrhundertealte Tradition haben— unterdrückt würden. Vor allem aber stellt Alexandrette eine wichtige Schlüssel- st e l l u n g im vorderen Orient dar. Es beherrscht die Strassen zu den Oelfeldern von Mossul und bietet eine günstige Ausfallsstellung gegen Syrien und weiter im Süden Palästina, Arabien, Aegypten. Der Hasen von Alexandrette ist aber auch eine der günstigsten Marinebasen im östlichen Mittelmeer, insbesondere dank seinem ölrcichen Hinter- ilanb. Man versteht, dass Frankreich und Syrien gerade ihn ungern, herausgeben, dass die Türkei j ihn gern annektieren wollen. Und endlich taucht hinter der ersten Revisionssorderung eine zlveite, die nach der Rückgabe des WilajetS von Mossul auf und damit neue, unabsehbare Komplikationen im Orient. ES ist schwer zu sagen, was die Türken plötzlich so angrlsfSlustig gerade gegen Frankreich macht, dem sie politisch durch die Balkan- Entente und durch die guten Beziehungen Ankaras zu Moskau nahestanden. Freilich wächst in Hllnka-Leute bei Madrider Regierungstruppen „Vekrrni Les« Slovo« gibt ein« Nachricht der„Swvenskä Politika" wieder, brr,«folge der stellvertretrnde Vorfitzende der katholisch« Hlinka- Jugend in der Slowakei, Jojjo Mäjek, in den Reih« der spanisch««egierungstrup- pen tri d« Kämpf« um Madrid gefall« sei. Sollte sich diese«achrscht bestätig«, wär, rin Beweis mehr dafür««liefert, daß die G«fol,schäft der katholisch« Partei« ander« denkt al» dir kattosische Press«, die dm an der Seireder spant- schenRegienm, kämpfenden spanisch««nd baskischen Geistlichen Tag«in. Tag.schnöde«in dm Britische Flotte In Bereitschaft Nur der Revolver bahnte noch einen Weg, vor dem Messer verstummte das Gelächter, die hiebfeste Faust wurde noch bezahlt. Bauernsöhne, die kein Land, Handwerker, die keinen Arbeitsplatz, Studenten, die kein« Aussicht auf ein Amt hatten, sie standen bereit,«ine Armee der Hoffnungslosen, und sammelten sich unter jedem Banner, ob«S das amerikanischer Banditen war oder das eines wortklirrenden, über Wosien von Pathos thronenden Apostels, der ihnen das Paradies versprach. Aus den krummen Gassen der Provinznester, aus den Maffenquartieren der Äroßstadtperipherie, kam neuer Zuzug, die ewig Unerfüllten und ewig Weglosen, die Gestrigen, die Hämischen, die Nörgler und die Besserwisser, die des Dienstes an einer. Idee nie Wig gewesen, zur. Selbstaufopferung wahren Rebellentums nie bereit; sie"flüchteten zu dem jtahlgeschienten Wort, das die leere Form ihre» Dasein» erfüllte, sie hefteten da» Zeichen an ihre Brust und wähnten, nun ging«in Wille von ihnen aus.»Sie waren wie ,daS Wasser, sie. nahmen die Farbe an, die der Himmel über ihnen hatte, aber die schmutzigbraune Farbe des Gewitterhimmels spiegelten sie getreuer wider als das klare Blau de» durchsonnten Firmaments. In der Seele der Menschen, die sich dem Großen aufgeschlossen haben, wandelt alle» Erlebt sich in Traum, wirkt e» fort in ewig lebendigem Fluß; in ihren Herzen erstarrte e» zu verklärter, unfruchtbarer Erinnerung, e» gefror zu Worten, die sie nicht im Blut, die sie nur auf der Zunge trugen. Da die Fähigkeit des Leidens, in der alles Menschentum wurzelt, ihnen nicht gegeben war, wehrten sie sich gegen den'Schmerz, indem sie andren Menschen Schmerz zusügten; da ihnen die Kraft gebracht eine Welt zu bauen aus eigner Schau, im Glauben an den Menschen und in der Hingabe an ihn, zertrümmerten sie die Zeit, in der sie lebten und zerstampften das Geschaffen«, da» zu schaffen ihre Hände und ihr Hirn nie fähig gewesen.. Der Tag, der anbrach, der Tag, der erlosch, er war nicht Raum für ein Werk, er hatte nur Sinn, wenn die Trommeln ihn durchdrühn« ten; und erst wenn Schüsse nach einer gesprengten Versammlung auf dem Schlachtfeld der Straße, unter zerschellten, verstummten Laternen, in furchtverschlossenen, hallenden Hausieren den Gegner niederstreckten, wurde der Tag Ereignis. Da» Zeichen fraß sich durch die Stadt; die Fahnen warfen es in den Wind, der Wind wehte es durch die Straßen, durch die Fenster trug er es in die Familien. Schulkinder steckten e» an den Rock, wenn sie die Schule verließen, Beamte, wenn sie au» dem Büro kamen, Frauen, wenn sie in die Wirtshäuser gingen, in denen Redner im Zeichen des Zeichens mit flammendem Groll gegen das Heute, mit«fftatischer Lobpreisung eines verheißenen Reich» der Seele Trost und Verzückung schenkten. Doch«» war nicht nur«in Rausch, der die Herzen erfaßte,«» war«in Spinnennetz, da» sich Wer den Körper de» Lande» legte; unsichtbare Fäden verliefen zwischen den Aemtern und Kasernen,. den Piflizeistuben und Universitäten, den Fabrifen und Spitälern. In allen Betrieben saßen Werber und Spitzel. Wo da» Wort versagt«, rollte da» Geld. Das Geld floß in breitem Strom aus den Kassen der Jndu- ftriegesellschaften und Finanzinstitute, die wie belagert« Festungen waren inmitten de» Hungerheeres der Hunderttausend«. Gelang«» dem Zeichen, den Angriff, abzuwehren, hatte da» Geld sich gut verzinst, Wer steckt hinter dem „Jugendbund"? Bor kurzem wurde in Teplitz-Schönau ein neuer Verein unter dem Namen„Jugendbund" gegründet. Die Nachricht Wer die Gründung diese» neuen Jugendvereine» gelangte auch in»„Prager Tagblatt".. Für Eingeweihte war e» schon damal» klar/daß e» sich um einen neuen versuch der Kommunisten handelt, Jugendliche zu fangen, da die bisherigen Methoden fehlschlugen. Der letzte Weltkongreß der Kommunistischen Jugendinternationale hat deren Sektionen aufgetragen, sogenannte„unpolitische" Jugendorganisationen zu gründen, mit deren Hilfe die Erfassung dee Jugend besser vonstatten gehen soll. Nach diese» Weisungen haben sich unsere Kommunisten gerichtet. Der Vorsitzende des„JugendbundeS" ist August Schramm, der bis zum Tage seiner Wahl die kommunistische Jugendbewegung betreut. Sekretär ist«in gewisser Kostka.— Interessant ist, daß nach den uns vorliegenden Berichten die Legitimationen der kommunistischen Jugend nun gegen solche des JugendbundeS eingetauscht weoden.— Wir gönnen den Kommunisten ihr« Neugründung, mit der sie sicherlich nicht mehr Staat machen werden al» mit ihren alten Läden. Um aber möglichen Mißverständnissen in der sudetendeutschen Provinz vorzubtugen, ist ein Hinweis auf den Charakter des„JugendbundeS" notwendig. Kulturaustausch in Eger. Da» Egerer Stadttheater hatte da» Stück„Christus" des tschechischen Autor» Z a v k e l in deutscher Uebersetzung zur Uraufführung erworben. Die Aufführung wußte abgesagt werden, dasogutwiekeine Kartenverkauft worden waren. Nun wird die Uraufführung des Werke» am Prager Natio- naltheater erfolgen. Einen Ulk mit der Staatspolizei, die dank der Kurzsichtigkeit unserer Bureaukrati« in ^Trautenau genau so wie in vielen anderen deutschen Städten der Republik in völliger Un- I kenntnis der deutschen Sprache ist, leisteten sich in der eben genannten Stadt die Nazis mit Hilfe der Nazipresse. Auf dem Polizeiamte erschien eines Tages vor Weihnachten ein Mann und teilte dort dem diensthabenden Polizisten tn deutscher Sprache mit, daß er soeben eine Geldtasche gesunden habe, die er nunmehr der Polizei zur Eruierung des Berlustträgers zur Verfügung stelle. Der Polizist, der seine Schwäche mit Schneidigkeit vertuschen wollte, sagte unwirsch „nerozümtm" und damit war für'ihn die Sache erledigt und der andere ging sroh, daß alle» so glatt ablief, zur Redaktion eines Naziblättchens, um dort sein Ei der Unbrauchbarkeit der Staatspolizei zu legen. Daß am andern Tage, nachdem die lustige Mär verkünde) worden war, die ganze Stadt über soviel"Naivität und noch mehr Unbeholfenheit lachte," daß besonder» die nazistische Presse mit dem Schlager«in politische» Geschäft für die SdP zu»machen versucht, braucht nicht erst besonder» betont zu werden. Jedenfalls ist mit diesem Streich sowohl die Staatspolizei und gleichzeitig auch die Henleinpreffe gleich gekennzeichnet worden. Rumänischer UnterstaatSsekretär in Prag. Donnerstag früh traf in Prag der Unterstaatssekretär im rumänischen Außenministerium Badulercu ja I Begleitung der KabinettSdirektor» FataleScu. ein. Er bleibt einige Tage In Prag und wird hier über die Art der Zahlungen für das RüstungSmaterial verhandeln, da» die tschechoslowakischen Fabriken dem rumänischen Staat liefern. XI. Auch da» Geld war hinfällig, Banknoten verwesten und zerfielen in Staub Ivie die Leiber der Menschen, in die Gerleitner» Messer schnitt, wie die Häuser, die Dinge; dennoch hegte Gerleitner da» Geld in seinem Herzen, er spielt« mit den Münzen und putzte sie blank,, er glättete die Scheine und zählte sie immer wieder. Wenn di« Maschinerie, in der er ein Rädchen war, die in ihren Grundfesten erzitterte, ihn eines Tages auswarf, wegschleuderte wie eine sagende-Kreissäge die Späne, war das Geld die-einzige Zuflucht. Er lockte die Frauen mit dem Geld, aber er lachte sie aus, wenn sie e» von ihm forderten. Marion kämpfte mit ihm um da» Geld, sie bettelt«, sie setzte sich auf seinen Schoß und küßte ihn,, sie heulte, sie tobte, sie zerhämmerte ihre Fäuste an seiner Brust; er höhnte.st« seine dicken.Finger umklammerten'ihr Gelenk, sie brüllte auf, er warf sie' auf das Bett, er beugt« sich über sie, di« Zange seiner Hände ergriff ihren Kopf, er verbiß sich in sie. Er lag keuchend neben ihr, ein Berg Fleisch, sie kreischte, ob er denn tvirklich glaube, sie. käme zu ihm, weil«».ihr ein.Vergnügen bereit«, sich in sein Bett zu legen, ihr graus« vor ihm, sie werbe nie wiederkommen', wenn"er sein' versprechen nicht einhielte. Er ließ sie schreien, er hörte ihre Worte nicht, er starrte sie mit gläsernen Augen an. Da lag, schlaff und falttg,«tn verwelkter Körper, aufgerüttelt nicht von einer Leidenschaft, nicht von einer Sehnsucht, nicht von einem Schmerz/ nur voll ein bißchen ausgebrannter Gier. Sucht doch die unsterbliche.Seel« in diesem nackten Haufen von Haut und Fleisch, der um Geld wimmert; zeigt mir doch das Große, das auch. in diesem Jqmmergeschöpf wohnen soll, hinter dieser Stirn, in dieser Brusti Sie füllten Bände mit tveisen Gedanken Wer Mensch Urid Tier, Wer Seel«'und Leib. .(Fortsetzung folgt.)! Nr. 7 Freitag, 8. Jänner 1987 Selle!I fudetfendentsclier Xeifepiegct »•nrtMnntw.1 Kampf gegen Franco noch nicht aufgaben. So wird eine Lüge der„Zeit" durch die andere wl- Verlegt. Unsere Annahme, daß die Presse-Weisungen-de» HerrnGoebbelS direkt in die Redaktion der„Zeit" gelangen, wird auch durch die Tatsache-bestätigt, daß dl«„Zeit" bisher mit keiner Silbe die Entsendung der deutschen„Freiwilligen" nach Spanten berichtet oder zugegeben hat. Sie verhält sich also auch in diesem Punkte genau so wie die reichsdeutsche Presse. ihren Familien in- Böhmen irgendwelche Unterstützungen zu senden. Noch ärger ging es den Bauhilfsarbeitern, die berichten, daß auf dem Arbeitsplatz eine Zuchthausordnung herrscht; wenn man ohne Zustimmung des Unternehmers und der Behörde den Arbeitsplatz verläßt, wird man entweder ausgewiesen oder kommt ins Konzentrationslager. Die 17 Heimkehrer sollen von ihrer Hitler- Begeisterung vollständig geheilt sein. Paris. Den zähen BermittlmigSbestrebun. gen der Regierung gelang eS, sämtliche großen sozialen Konflikte uud Streiks der Arbeiterschaft sowohl in Paris, wie in Nordfrankreich, in Lille und Umgebung, beizulegen. Das streikende Personal in den LebenSmittelbetriebcn der Maggiwerke und in den Wäschereien hat stch am Mittwoch mit großer Mehrheit sür di« vorgeschlagene BergleichSlösung ausgesprochen und hat wieder die Arbeit»»getreten. Auch in Lille wurde in der Nacht- auf Donnerstag der sich über sieben Wochen hinzie- bende Lohnkonflikt in der Metallindustrie beigelegt. An dem diesbezüglichere Entscheid der Schiedsrichter wird gesagt, daß dir Streikposten auS allen Fabriken noch bis Mitternacht abbe- rufrn werden müssen. Donnerstag früh sollte eine Besichtigung der Fabriken stattftnden, um Da sowohl Ministerpräsident Lson Blum als auch Außenminister von Delbos bereits seit Dienstag auf Urlaub weilen, wird die Ankünsr des Botschafters Poncet in Paris nicht vor Mittwoch der nächsten Woche erwartet. slowakischen Grenzwächtern bei Eger elf Menschen, welche sie auf der Straße gegenüber dem tschechoslowakischen Zollhaus freiließen, wobei sie abwarteten, bis die elf Zivilisten von unserer Zollwache angehalten würden. Beim Berhör durch unsere Zollwächter sagten die Leute auS, daß sie in Kehl festgenommen wurden, als sie von Deutschland nach Frankreich wollten. Sie gaben an, sie seien nach Frankreich gefahren, um Arbeit zu suchen. Sie seien auch nicht gemeinsam gereist und hätten sich in Deutschland nicht aufgehalten. Sie wurden festgenommen, weil man sie verdächtigte, daß sie nach Spanien fahren, um in die Volksfrontarmee etnzutreten. Alle sind ^Tschechoslowaken und gaben an,., daß im Kehler. Gefängnis, noch eine größere Anzahl von Tsche-, choslowaken festgehalten wird, weil man sie der gleichen Absicht verdächtige. Bon den elf Tschechoslowaken sind zwei Sudetendeutsche und zwar der 20jährige Otto Dierl und der 28jährige Rudolf Scharf aus Aich bei" Karlsbad. gung wird eine große pädagogische Ausstellung der ,Schule der europäischen Demokratien" veranstaltet. Die Pädagogische Woche ist frei von jeder Parteipolttik— die Bortragenden entstammen den verschiedensten Lagern— und ist für alle Lehrpersonen ohne Unterschied zugänglich. Die Teilnehmergebühr beträgt 80 Kü, für Junglehrer 20 KC, der Besuch eines Einzelvortrages kostet v AL, für Junglehrer 8 lli. Auswärtige Teilnehmer erhallen VOprozentige Fahrpreisermäßigung. Nächtigung und Verpflegung im Hotel kostet ISO Kä für di« ganze Dauer der Ber- anstaltung, in der Jugendherberge 100 KC. Junglehrer zahlen 80 Kc. Anmeldungen und Auskünfte bet Prof. Gustav Lassika, Aussig, Resselstraße 12. Radek am 11. Marz vor Gericht Aus Moskau wird berichtet, daß Radek und achtzehn seiner Genoffen am 11. März der Prozeß gemacht werde» wird. Unter den Angeklagten befinden sich auch einige Redaktionsmitglieder der Istwestija. Beilegung des Liller Streiks Arbeitsaufnahme am hicksten Montag•” lleter den van de» Karlstader Polizei. amtSgebäudes erschienen in einem Teil der Presse Notizen, in denen behauptet wurde, daß sich die heimischen Gewerbetreibenden um die Zuteilung von Arbeiten nicht bemühen konnten, da die Ausschreibung lediglich in einem Budweiser, den KarlShader Gewerbetreibenden nicht zugänglichen Blatte erfolgt sei. Wir erfahren dazu, daß in dem Budweiser, Handwerkerblajt kein« Ausschreibung erfolgt ist, sondern daß dort'lediglich privat Stellung genommen worden war zu der bereits ordentlich erfolgten Ausschreibung der Steinmetz» Und Ziyunerackeiten. Di«'übrigen Handwerkerarbeiten werden zu gegebener Zeit auch in der Karlsbader Presse ausgeschrieben werden. Neues Kohlenflöz tri Biltn. In einem Gelände bet M u k o W im Mittelgebirge ist in einer Tiefe von 17 Meter ein abbaufähiges Kohlenflöz festgestellt worden, da» eine Mächtigkeit von fünf Meter aufweist. E» besteht die Vermutung, daß unterhaW des entdeckten Flöze» in größerer Tiefe ein'zweites, weit mächtigeres Flöz vorhanden D. Schwerer Unfall teim Skilaufen. Dr. Fritz, Haas, ein Sohn de» bekannten Mährisch-' Ostrauer'Sozialdemokraten Dr. Wilhelm Haar, 'ist am 8. Jänner beim Skiläufen auf der Lysä Heimkehr aus dem Dritten Reich Wie die»Rote Fahne" berichtet, sind dieser Tage■ 17 sudetendeutsche Bauarbeiter, welche in Deutschland Arbeit gesucht hatten, zurückgelehrt. Der Aufenthalt in Deutschland. war für sie— es handelt sich durchwegs um SdP-Anhänger— eine große Enttäuschung. Sie. kamen Nach Dessau, wo sie 80 Stunden wöchentlich arbeiten mußten. Bom Lohn wurden ihnen große Abzüge gemacht, wöchentlich bis zu elf. festzustellen, ob Schäden ungerichtet wurden. Die Arbeit wird am 11. Jänner entsprechend bett technischen Möglichkeiten der einzelnen Fabriken lvieder anfgcnommen werden. Die Frist für die Wiederanfnahme der Arbeit wurde mit vier Tagen, für Fabriken mit mehr als 200 Arbeitern mit acht Tagen bestimmt. In 23 Straffällen werden diejenigen, die eS betrifft, gezwungen bleiben, bis zur Entscheidung der GewerkschaftSorganisation außerhalb der Fabriken zu bleiben. Diese Entscheidung soll spätestens Montag getroffen werden. 2n den übrigen Fälle» werde» die Angestellten unter denselben Lohnbedingungen wie die Beamten bis zu der Entscheidung ausgenommen werden, die ebenfalls binnen kürzester Zeit von den Schiedsrichtern gefällt werden wird. belgischer Protest In Korn? Brüssel. Die Rundfunkrede deS belgischen Faschistenführers Degrelle über den Turiner Sender war in Belgien s e h r g u t zu hären. Da die belgische Negierung Degrelle verboten hatte, in Belgien im Nundfnnk zn sprechen, ist man der Meinung, datz die belgische Negierung der italienische» Regier»»»- ihr M i tz f a l l« n darüber zum Ausdruck bringen wird, datz Degrelle die Benützung eines italienischen Sender» und des italienischen Postdienstcs gestattet wurde, zumal eö sich um«ine Propagandarede handelte, dir gegen die eigene üiegiermig gerichtet. war. Hora schwer verunglückt. Er stürzte bei der Abfahrt über, einen Stein und schlug gegen einen Baum. Dreiviertel Stunden später wurde er von den suchenden Freunden in tiefer Bewußtlosigkeit aufgefunden. Im Witkowltzer Krankenhaus stellte man sest, daß Dr. Fritz Haa» sechs Rippenbrüche und einen Bruch de» Schulterblattes davongetragen hat. Der Berunglückte ist in der sozialdemokratischen Bewegung tätig. Ein schwere- BerkehrSunglück ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag im Podersamec Bezirk. Der 26jährige Chauffeur C h m el fuhr mit einem Personenauto nach Saaz. Bei Fir- b i S begegnete ihm ein Radfahrer, der- ohne Licht fuhr. Dieser wollte plötzlich die Straße Überqueren, wurde jedoch vom Auto erfaßt und zu Boden geworfen. Der Radlahrer starb aus dem Wege in das Podersamer Krankenhaus. Garagenbrand in Karlsbad. In der Garage der Karlsbader OmnibuSaesellschaft brach Donnerstag früh ein Feuer aus, dem drei große Autobusse zum Opfer fielen. Der Feuerwehr gelang die Lokalisierung des Brandes. In der Nähe waren große Benzin» und Oelvorräte aufgestapelt. Der Schacht unter dem Karbitzer Klassenzimmer. Seinerzeit berichteten wir Uber die Entdeckung eines-Schachtes bei den Ausbesserungsarbeiten eine» Fußbodens in der Karbitzer Schul-. Es konnte bisher noch nicht festgestellt werden, ob e» sich um einen Brunnenschacht oder einen Kohle« Spanien-Konferenz in London? Paris.„Ercelsivr" bringt die Nachricht auS Landon, patz England beabsichtige, ein« europäische Konferenz nach London einzuberufen, die sich mit der-Nichteinmischung aller Staat«» in den spanischen'Konflikt befasse» würde. Kein Seid ohne Abrüstung Frankreichs Antwort auf Schachts Forderungen Paris. Im Zusammenhang mit den Nachrichten über ein baldige» Eintreffen deS Berliner französischen Botschafters Francois Poncet in Paris haben die Pariser Korrespondenten der reichsdeutschen Blätter Gerücht« verbreitet, wonach baldige politische Handels- und Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland in Erwägung gezogen werden. Sie hoben hervor, daß in den letzten Tagen Besprechungen des Botschafters Poncet mit Dr. Goebbels und Dr. Schacht staktgefunden haben. An amtlichen französischen Stellen wird auf die kürzliche Erklärung deö Ministerpräsidenten Lton Blum über die grundsätzlich« Bereitschaft Frankreichs hingrwiesen, mit Deutschland zu verhandeln m,d gleichzeitig mit England di« Gewährung wirtschaftlicher Hilf« an Deutschland in Erwägung zu ziehen, allerdings unter der ausdrücklichen Bedingung, datz Deutschland seine biShirigepolitischeTaktikändrre, die eine Bedrohung d«S Friedens und der Ruhe in Europa darstellt, und daß«S sich insbesondere verpflichte, mit den übrigen Staaten aufrichtige Verhandlungen über die Ab- r ü st u n g aufzunehmen. In Kreisen führender PolitikerundMilitärfuchleute Frankreichs ist man sich wohl bewußt, mit welchen tnneren Schwierigkeiten Deutschland zu kämpfen hat. Ferner ist man sich der Tatsache bewußt, daß sich in der öffentlichen Meinung Deutschlands dir Stimmen mehren, dl« ein« Aenderung der bisherigen Rüstimg-politik und'eine Annäherung.Deutschlands ar« die übrige« Staaten fordern. Was Ist es mit den Spanienwerbunsen? Am 4. Jänner wurde in Iäg erndorf der kommunistische Senator Drcsl verhaftet. Mit ihm wurden einig« kommunistische Funktionäre dem Troppauer Preisgericht eingeliefert. In Iägeru- dors behauptet man, die Verhaftungen seien wegen der Anwerbung von Freiwilligen für die spanische Regierung erfolgt, doch verweigert die Polizei jede A«»kun,t. Vs wäre mm auch mit Rücklicht auf die Propaganda, welche der deutsche Ruudiunk betreibt, an der gelt, datz unsere Behörden über diese angebliche» Werbungen für die spanischen Ä'.egierungsirnppen Aufklärung geben. Tie reaktionären Blätter aller Schattiernngen wissen über solche Werbungen imniec wieder Einzelheiten zu melden, deren Richtigkeit nur an Hand amtlicher Feststellung:« überprüfbar ist. Streik untertags Brüx. Di« Belegschaft de» Milada- Schachtes bei Schiestglock, Bezirk Saaz, ist in den Streik getreten. Die Besitzer des Schachte- sind die Bergbau-Unternehmer Muzikak und Pädagogische Woche || Reichenberg Minister für Schulwesen und BolkSkultur Dr. Emil Franke spricht auf der in der Zeit vom 28, bis 27. März 1287 in Reichenberg stattfindenden Pädagogischen Woche der ReichSvereini- gung deutscher sozialdemokratischer Lehrer MeV die Frage»Welchen Ädeen muß die deutsche Schule in-der Tschechoslowakischen Republik ergeben fein?". Weiter sprechen noch Minister Dok- tor/Kamil Krofta über-»Boll ünd Staat", Prof. Dr. Alfred Kleinberg über»Di« Schule als Stätte polttischer Propädeutik", Dr. Emil Franzel über»Der Geographieunterricht als völkerverbindende-kraft", Dozent Dr. Ptihoda über „Schulbücher und gr«ih«it", Dr. Arthur Werner über„Die Aufgaben des Geschichtsunterrichtes", Bezirksschulinspektor Franz Knäüschner über„'Die Bllrgerkunde als' Grundlage bemokratischer Erziehung", Prof. Gustav Lassika Über.„Die Gesty«, nungSbildung im Deutschunterricht" und Abge« . ordneter WenzelJaksch über„Die nationale Sendung.der sudetendeutschen Schule". In Berbin, düng mit dieser wichtigen kulturpolitischen Ta« ,. Am Dienstag brachten, wie die„Lidovs No- Wle wir hören, Wick Gide's Buch bald in! vinh" melden, deutsche Gendarmen den tschecho- deutscher Uebersetzung erscheinen. Tausende auch”’~ hierzulande Wecken dies und anderes dann mit eigenen Augen lesen können. Doch wehe dem Kommunisten, der bei solcher Lektüre betreten werden solltet Der fliegt bestimmt aus der Par tei, in der, wie eben Gide gleichfalls berichtet, nur da» gelesen werden darf, was Moskau genehm ist. Rotes Tuch für die„Rote Fahne“ scheint der Artikel gewesen zu sein, In dem wir uns mit dem Buch AndrsGide» beschäftigten; denn sowohl am Mittwoch als auch am Donners tag widmet das stalinierte Blatt unserem Aufsatz jo eine Spalte, freilich ohne diesen Raum auch nur im Mindesten dazu auSzunlltzen, um Gide» Bericht« und Argumente zu entkräftigen. Ihn Lügen zu strafen aber wagt da» rote Fähnchen auch nicht, so sehr trägt eben jede» Wort de» fran zösischen Schriftstellers den Stempel der Wahr haftigkeit. Und wett uns die„Rote Fahne" selber so nachdrücklich an da» Buch GideS neuerdings er innert, sei hier noch eine dort, erzählte Episode wiedergegeüen, die den geradezu ekelhaften Ser« viliSmu» des offiziellen Sowjetrußland gegenüber Stalin beweist: Gide passiert Gori, die Geburtsstadt Stalins. Ans Höflichkeit will er ihm von da ein Tele gramm schicken, läßt da» Auto vor dem Postamt,>-W-„■—— halten und fetzt eine Depesche auf:„Beim Passte- Uher in Turn bei Teplltz, denen bekanntlich auch ren Gori» während unserer wunderbaren Reise. der Prokop-Schacht gehört. Als Ursache des r RAeuma tiker fühle ich da» herzliche Bedürfnis, an Sie..." IStreiks wird«in durchgeführter Lohnabbau Hier unterbricht ihn der Uebersetzer. So dürfe I angegeben. 26 Mann der Belegschaft befinden sich Gide nicht schreiben. Da»Wort„Sie" g««i untertags und verweigern die««»fahrt. Sie sind n ü g t nicht, weil«»sich um Stalin'ftdoch in dem Schacht ohne Licht, weil ihnen handelt.„Sie" ist in solchem Falle nicht> daS Karbid in den Grubenlampen auSgegangen paffend, man muß ihm noch etwa» beifügen. Da. ist und die Betriebsleitung dir Beistellung von Gide erstaunt ist, halten die Herrschaft Rat. Und; Karbid verweigert hat. dann schlägt man Gide vor:„An Sie, den C h e f---- der Arbeiter" oder„An Sie, den Herrn MneeaRua>kall, um der Böller". Gide findet das absurd und rläSSenYCrnaTlUnS VOn protestiert. Vergeblich. Entweder geht die De» Tschechoslowaken In Kehl pesche mit dieser Veränderung ab oder gar nicht. Gide, müde de» Kampfe», schickt sich drein.. schacht Handelt. Am Montag Ivar man mit den Grabungen bis in eine Diese von neun Metern gekommen. In dieser Tiefe stieß der Arbeiter- Karl Ulbrich abermals auf einen Hohlraum. Als er diesen untersuchen wollte, brach der verfault«- Holzboden unter seinen Füßen und er stürzte bis in eine Tiefe von elf Metern ab. Dort konnte er sich festhalten und um Hilfe rufen. Man zog ihn halb bewußtlos heraus. Es Ivucke festgestellt, daß Ga» im Schachte ist, weshalb er vor der Fortsetzung der Arbeiten entlüftet werden mußte.— Der Sache hat sich bereits das Gerücht bemächtigt. Man behauptet in Karbitz, es handle sich um einen Gang in die ehemaligen Kellereien des Karbitzer Dräuhauses. Andere meinen, daß der Schacht zu unterirdischen geheimen Gängen führe oder zn Goldverstecken aus vergangenen Kriegen. Berichtigung. Am 18. Dezember 1036 machten wir in der Notiz„Sozialistische Spielgrup- pen, Achtung!" auf neue EinheitSsronttreibereien der Kommunisten ausmerksam. Infolge der schlechten Lesbarkeit der Unterschrift unter dem behandelten Rundschreiben der Kommunisten war als dessen Verfasser ein Rudolf Storche angegeben tvocken. Der Mann heißt aber in Wirklichkeit O S k a r M o r ch c.— Auf diese Feststellung legt Genosse Rudolf Storch, BundeSerzichcr des Atus, Wert. Wir machen sic um so lieber, als wohl kein Leser jener Notiz auf den Gedanken gekommen ist, den allseits bekannten Genossen Rudolf Storch in Zusammenhang mit dem Verfasser eines kommunistischen Rundschreibens zn bringen. „behandelt wie die Hunde" DaS ist der Titel des folgenden„Berichts", den die„Zeit" in ihrer AuSglcke vom 7. Jänner wiedergibt: „Paris. Einem Berichterstatter de» Pariser Journal gab«in Franzose, ehemaliger Angehöriger, der'„Jniernätto'nalen Brigade",'"."eine anschauliche' Schilderung, wie in geradezu unglaublicher Weise. di« ausländischen Söldner von den spanischen Bol-j schewisten behandelt und ausgenützt werden. Imi einzelnen berichtete der Franzose, er sei mit 200 anderen Ausländern in 24 Stunden nach seiner An kunft in Barcelona an die Front geschickt worden. Dort seien die Ausländer 21 Tage hintereinander Im Schützengraben gelassen worden. Es wäre keine Möglichkeit zum Schlafen gewesen und vom Essen könne keine Rede sein. Wie die Hunde wurden die Aulländer von den Rotmilizen behandelt. Essen, Schlafen und Waschen gebe e» nur für die spanischen Bolschewisten, aber nicht für die anderen. Diese würden ausschließlich al» Sturmtruppe an den ge» sährlichsten Punkten verwendet." Das ist nun plötzlich Wicker eine andere Version. Bisher konnte man aus den Spalten der „Zeit" nämlich immer wieder erfahren,'daß die armen Spanier in den Händen der bösen, in der Internationalen Brigade vereinigten„Sowjet russen" seien» und daß die Spanier nut unter„„, dem Druck der Internationalen Brigade den Mark. Sie waren bei diesem Lohn nicht imstande/ Seite 4 Freitag, 8. Sinnet 1937 Nr.7 Jagesneuig^eiten Wie Goebbels zu Orlglnal- Spanlen-Bildern kommt Wir haben gestern das Scherl'sche Photo beröffentlicht, das die Schwindelmethoden der Gocbbelspropaganda.so deutlich beleuchtet, indem cs neben den„echten Spaniern" die deutsche Autonummer zeigt. Wir wollten unseren Lesem zunächst Gelegenheit geben, sich selbst ein Urteil über den Fall zu bilden. Wir sind aber in der Lago, ihn noch weiter aufzuklären. Der Dentschland-Bericht derSopade hat sich mit dem Fall beschäftigt und folgenden Original-Bericht aus Dtünchcn wiedorgegeben: Bor drei Monaten erfuhren wir durch unsere Freunde, daß in Geiselgasteig bei München auf dem grohcn Filmgelände der Bavaria-FIlm-A.-T. Spanienszenen gedreht werden sollen. Wir nahmen diese Nachricht steptisch auf und baten unsere Freunde, genauere Nachforschungen darüber anzustellen. Schließlich gelang es, festzustellen, dab in Geisclgasteig spanische Häuser, Geschäfte mit spanischen Aufschriften, zerstörte Gebäude usw. aufgebaut worden sind. Als Komparsen wurden SS-Leute und deren Angehörige verwendet. Auf Grund dieser Mitteilungen forschte» unsere Freunde nach Spa- ulenbildern in der Presse, um vielleicht einen Beweis für die Fälschung zu entdecken. Dar gelang mich. Auf der dritten Seite der Zeitschrift„Der deutsche Rundfunk", Heft 84 vom 28. August, findet sich ein Bild:„Soldaten der nationalen Militärgruppe verteilen Vorräte an die Bevölkerung". Man sieht einen Lastwagen, auf dem ein Soldat einer Frau Brot reicht. Auf dem Nummernschild dieser Lastwagens ist deutlich dar Kennzeichen II A 4 8 2 8 zu lesen. II A ist dar Kennzeichen der Münchner Kraftwagen. Nach dieser Feststellung haben unsere Freunde unter dem Vorwand, dab ein Autounfall paisierr sei, sofort die llnfallmeldestelle der Polizeidirek- tion München angerufen und um Auskunft gebeten, wer der Besitzer de»Wagen»IIA 4 6 2 8 ist. Prompt kam darauf die Antwort: Bavaria-Filmgesellschaft in Gelselgasteig. Weitere Erkundigungen haben ergeben, dab der erste Mann von links der auf dem Wagen stehenden Soldaten ein Münchner SA-Mann ist. Er gehörte einem Sturm in Haidhausen an und trägt auch bei dieser Spanienausnahme sein SA-Hemd. Warum sollen die Münchner SA-Leute stch auch nicht als Spanier verkleiden, wo doch die„spanischen" Soldaten''des Herren Franco so tückisch sind, sich zu Zehntausenden als Deutsche und ihre Waffen ebenfalls als deutsches Fabrikat auSzugebcn... Eisenbahnattentäter vor dem Standgericht. In Linz hatten sich vor dem Standgericht der 48- jährige Hauseigentümer Alois Strigl und sein Komplice, der 89jährige Sattlergehilfe Josef Schleinecker, zu verantworten. Beiden wird zur Last gelegt, am 10. April 1938 bei Marchtrenk die Eisenbahnschienen beschädigt zu haben. Sie verursachten dadurch eine SchnellzugSkatastrophe, wobei ein Reisender getötet und 14 andere schwer oder leicht verletzt wurden. Das verbrecherische Paar stand an der Spitze einer mehrgliedrigen Bande, die bereits seit einigen Jahren der Schrecken ganz ObcröstcrreichS war. Die Angeklagten haben noch eine ganze Reihe anderer Eisenbahnangriffe, drei Mordversuche, einen Bombenangriff, einige Verbrechen der Brandstiftung und 28 gröbere und kleinere Raubüberfälle am Geivissen. Beide gestanden in zynischer Weise ihre Verbrechen ein. Soweit es sich um den Angriff auf die Eisenbahnstrecke bei Marchtrenk handelt, fügten sie hinzu, ihn deshalb begangen zu haben, um in der Panik den Postwagen, sowie die Reisenden auszurauben.— Interessant ist, dah wegen des Attentates bei Marltrenk der Eisenbahner Baumgarten zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde, obwohl er geschworen hatte, unschuldig zu sein. Dieses Urteil wird nunmehr ausgehoben werden. Die Hochzeit der holländischen Kronprinzessin mit dem Prinzen Bernhard zu Lippe-Biesterfeld hat Donnerstag im Haag stattgefunden. Für die Holländer war es anscheinend qin großes Volksfest. Zu Zchntausenden kamen die Leute auS dem ganzen Lande in immer neuen Sonderzügen in die Residenz, um dort den festlichen Zug zur Kirche und zurück ins Schloß zu sehen. Die Stadt war großartig geschmückt und der Jubel der Zuschauer selbstverständlich wie bei solchen Schaustellungen immer groß. Früh war eine königliche Verordnung erschienen, die den Prinzgemahl zum Prinzen der Niederlande mit der Titel Königliche Hoheit erhebt. Das Znhälter-Lied im Haag. Der Streit um das Spielen des Horst-Wessel-Liedes anläßlich der Hochzeit der niederländischen Thronerbin Juliane hat nun dadurch ein Ende gefunden, daß dieses Lied bei dem Festabend am 6. Jänner, durch den die Hochzeitsfeierlichkeiten eröffnet wurden, unter eisigem" Schweigen der Anwesenden gespielt wurde. Der Dirigent Dr. Van An» rooy hatte sich getveigert, das Lied zu spielen, weil cs nicht als die Hymne Deutschlands, sondern Amerikas größte Flugzeugträger Eine gelungene Flugzeugaufnahme der»Sara toga" und der„Lexington" bei einem Flotten» besuch in New Aork als das Kampflied der Nationalsozialistischen Partei anzuschen sei. 50 Millionen Francs als Weinzulage. Das französische Kricgsministerium hat in. diesem Jahr ein besonders großzügiges Neujahrsgeschenk an die französische Armee gemacht. Durch ein Dekret ist die Ausgabe von einem halben Liter Wein mehr für das Jahr 1987 verfügt worden. Da die französische Armee rund eine halbe Million Mann umfaßt, ist die Berechnung, dieser Neujahvsgabe sehr einfach: der Mehrverbrauch an Wein beträgt pro Tag 1260 Hektoliter zu 130 Francs pro Hektoliter. Für das Jahr macht das also die respektable Summe von 80 Millionen Francs aus. Ex. Der HerzogvonWindsor speiste Donnerstag im Hotel„Imperial" mit dem ehemaligen König Alfons von Spanien zu Mittag. Alfons reiste hierauf nach München und der Herzog von Windsor nach Schloß Enzes« seid ab. Goerdeler geht. Oberbürgermeister Doktor Goerdeler, der frühere Preiskommissär, hatte Ende November vergangenen Jahres den Antrag gestellt, spätestens am 1, April 1987 aus den Diensten der Stadt Leipzig' entlassen zu werden. Die Stadt hat heute diesem Antrag Dr. Goer- dclers stattgegobcn. Dr. Goerdeler, der seit, dem 1. Jänner d. I. auf Urlaub weilt, wird nicht mehr in seinen Dienst zurückkehren. Ras Jmru in die Berbannmig. Auf Befehl Mussolinis wird R a S Jmru aus Addis'Abeba nach Italien gebracht und auf eine Insel unweit der italienischen Küste verbannt werden. Diese Maßnahme wirH damit begründet, dah RaS Jmru in den letzten Monaten hartnäckig Widerstand leistete und seine Gefolgschaft gegen Italien aufzmviegeln versucht hab«. Wie bekannt, hat Ras Jmru den einzigen großen Sieg an der abessinischen Nordfront errungen.. GaSmaSken für Rindvieh. Deutschland erkennt die große Notwendigkeit der BerpflegSver- sorgung der Armee und des Hinterlandes für den Fall eines Krieges. Daraus ist ersichtlich, daß sich Deutschland für den Fall eines Krieges grüiÄlich vorbereitet. Deshalb ist auch der zivile Luftschutz in seiner Vollendung auf ungewöhnlicher Höhe. Dort wird Mensch, und Tier mit Schutz bedacht. Entlang unserer Grenzen, namentlich um Zittau herum, wurden große unterirdische Schuhräume für Rindvieh errichtet. Sämtliches Schlacht- und Nutzvieh kann zu jeder Zeit mit speziellen Gasmasken und mit einem besonderem Aperit- schutz für die Hufe versehen werden. 100.000 Bolt. Bei Arbeiten an der elektrischen Leitung der schwedischen Hauptstadt kam einer der Arbeiter mit dem Kabel, das eine Spannung von 100.000 Bolt aufweist, in Berührung. Er wurde auf der Stell« getötet und die Stromlieferung fiir Stockholm uuterbrochen. Die Stadt war.plötzlich'in- vollkommenes Dunkel gehüllt. Radfahrer von einem Anw gerammt. Donnerstag gegen 28 Uhr ereignete sich auf der Staatsstraße Podersam-Saaz etwa 100 Meter vor dem Dorfe Sirbitz ein Unfall, dem der 26jährige Fr. ReZäbek, Aspirant der Gefällrkontrölle in Pödersam, aus Bkeznice bei Pkibram gebürtig, zum Opfer fiel. Der'Genannte wurde bei einer Radfahrt von' der Autodröschke des Chauffeur» Gmell aus. Pödersam erfaßt und vom Kühler des Autor getötet. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß ReZäbck auf einem unbeleuchteten Rade und auf der falschen Straßenseite fuhr. Gangftersttten auch In der U.S.S.R? Kürzlich hat sich in Kiew ein Fall ereignet^ dessen Schauplatz eigentlich Amerika hätte sein, müssen. Gr erklärt stch aus der Neuen E h e g e s e tzgebung,'die die Scheidung außerordentlich erschwert hat, und spielt in den höchsten Schichten der neuen russischen Gesell«, schäft. Der' Professor Rübäyik in Slavjansk. wollte seine Frau.loswerden. ES sah keine'Möglichkeit, sich scheiden zu lassen,, und beschloß, darum eine auSge« sprachen« Gangstermethode anzuwenden, um sich bet' Frau zu entledigen. Zwei von ihm gedungene Münster, die'jeder 60 Rubel erhalten hatten, stellten stch in seiner Abwesenheit in der Wohnung ein, gaben .stch als Geheimpolizisten aus und„verhafteten" die Frau, Sie wurde beim Transport durch Morphiumspritzen vollkommen betäubt. Der«Ine der Täter brachte die. ohnmächtige Frau nach Kiew und lieferte sie. dort in-«in Krankenhau» ein.. Sie kam dort erst nach zwei Tagen zur. Besinnung und konnte sich an gär nicht» erinnern. Allmählich aber rekonstruierte man den Fall und nahm den Professor und die beiden Gangster in' Haft. Dollarmillionäre. Der Kongreß von USA veröffentlichte«in Verzeichnis der Amerikaner, die im Jahre 1986 mehr als 16.000 Dollar verdient haben. An erster..Stelle steht der Zeitungsmagnat Hearst, mit einer halben Million Dollar, ihm folgt die Filmschauspielerin M a Y W e st mit 400.888 Dollar. Rechtzeitig wieder eingesangen. Zu der Nachricht, daß aus der Strafanstalt in Kartouzy der gefährliche Sträfling Wilhelm Novotny, geboren am 10. Mai 1902 in Schönpriesen, Bezirk Aussig, zuständig nach Oflokinek, entwichen ist, meldet die Zentral,FahndungSabteilung de» Gendarmeriekommandos in Prag, daß der genannte Sträfling-im Gebäude der. genannten Strafanstalt gefunden und seine Flucht verhindert wurde. Ein neuer Rekord. Imre Boczkay, 26 Jahre alt, Beamter aus Debreczin, hat einen Rekord aufgestellt:" Er verblieb' in Gegenwart von Zeugen, genau vier Tage und Nächte in. einer Badewanne, die mit' 88 Grad heißem Wasser gefüllt war.— Im Krankenhaus zweifelt man an seinem Auskommen. Der Obelisk von Lnzor als Pariser Sonnen- nhr. Der berühmte Pariser Platz„La Concorde" scheint anläßlich der Weltausstellung 1937 ein neues Gesicht zu bekommen.. Die Pariser Stadtvertretung plant,äufdemPlah ein neucsBeleuch- tungssystem. zu installieren. Es sollen 18 Meter hohe Lampen, also die höchsten der Welt, errichtetwerden. Der Astronom Camille Flammarion schuf schon im Jahre 1913 ein Projekt, nach, welchem der berühmte Obelisk.in-eine Sonnenuhr verwandelt' werden sollte. Der gewaltige Platz, bekanntlich der grüßte der Welt- soll das Zifferblatt darstellen, auf welchem der Schatten des Obelisk die Zeit anzeigt.... Der Caruso der Kanarienvögel. Wie alljährlich,, findet auch. Heuer im Rathaus der Stadt Paris der internationale Sing-Wettbewerb der Kanarienvögel statt, der vom Pariser Verband.der Kanarienvögel-Liebhaber und-Züchter veranstaltet: wird. Diesmal wird der Wettbewerb besonder» feierlich vonstatten. gehen,, da. sämtlich« Mitglieder de»'französischen Kabinett«» Preise gestiftet haben, und der Präsident der Republik dem Besitzer de» Sieger» ein Diplom.mit eigenhändiger. Unterschrift überreichen wird.. Der Wettbewerb dauert volle vier Tage. Al». Preisrichter füngieren Professoren und Meisterschüler de» Pariser Konservatorium». . Brückenbau im Tauschvrrkehr. Der Tauschver- kchr, der Infolge der Debisenschwlerlgkeiten im. internattonalen Handel, immer größere. Anwendung findet, hat jetzt dazu geführt.daßmansogar den Brük- kcnbau zum große». Teil in- Naturalien, bezahlen kann.. Denn die ägyptische Regierung hatsöeben mit einer ausländischen Firma- einen-Pertrag.'abgeschlossen- wonach dies« eine-neue-völlige aus- Metall bestehende Brücke..bei Sammanoud' überden Nil bauen.wird, wobei von den>Gesgmtkosten-.dIe-146.670. ägyptische Pfuyd betragen,, nicht.weniger äls86tü00 Pfund, in— Zwieheln. bezahlt werden... Der neu« Demosthenes.' Auf, ganz ungewöhnlich« Welfe wird der Anwalt-John.'Davis' äug'New Nork in.'Zukunft seine.Plädoyer-- halten... John DavkS ist vor kurzem schwer erkrankt ünd. müßte am Kehlkopf.'operiert, werden--' Infolge der Operation verlor er^ die'Stimme.. Das bedeutete natürlich, bei seinem^Beruf'«in Uyglvöf, John Dav!» beschloß, sich durch.feig! Mißgeschick, nicht nlederzwmgen zu lassen,'.und'.erlernt«'die Kunst de» BanchredenS. In der. Ersten Zeit'' tvären seine" Plädoyers'. sehr'-Wtz,' aber'iinmerhin'verständlich,.und'jetzt.spricht.'er-'njie- Die Arbeiterf ürtorge bittet herzlichst,....»j in-allen Faachirigsveranataltuhgen elneZehnmlnutensammlung zu veranstalten! der vollkommen frei, und lediglich die Zuhörer, die ihn nicht kennen, wundern sichj warum'die Stimme deS Anwalt- aus irgendeiner Ecke de» Gerichtssaale» erklingt-''.‘ Weibliche Polizei in China. China hat' beschlos-' sen, nach dem Muster zahlreicher, europäischer Länder ein« w e i b l i ch« P o l i z e i zu schaffen. Di« Stadtgemeinde Shanghai hat eine solche Abteilung geschaffen, bestehend au» 40 weiblichen Polizisten, die unter dem Kommando von Frau' Wu Nu M«i stehen. Diese Kommandantin'ist erst 19 Jahre alt, und«» wird berichtet, daß sie mit ihren Helferinnen bereit» bei der Inhaftierung von 9 Banditen mitgewirkt habe, die in verschiedenen verrufenen Stadtvierteln von Shanghai ihr Unwesen trieben. Abenteuer«ine» Schutzmann», Auf den. Rennplätzen von Brighwn hat sich«in äußerst grotesker Zwischenfall abgespielt. Ein Polizist erflärte sei», nem Kollegen au»sührlich, wie man mit«inem neuen Typ-von Handschellen umzugehen hab«. Schließlich meinte er, e» wäre am besten, den Vorgang zu demonstrieren. Er legte, also dem anderen die Handschellen üm, schloß sie zu und... konnte sie nicht wieder ausmachen. Da stand nun dieser Hüter-de» Gesetze», seiner Bewegung»fteiheit beraubt,. um ihn herum eine mehr oder weniger verstohlen- grinsende Menge. Schließlich mußte er sich wohl oder übel auf die nächste Polizeiwache begeben, Der Weg führt«-durch die belebtesten Ver- kehrsstraßen Brighton», und der gefangene Polizist wurde von den Passanten gebührend bestaunt. Erft auf- der Wache konnte man ihn von seinen.stählernen Fesseln befreien. Der prophezeite Winter ist da— aber im Süden k Seit einigen Tagen wird ganz Griechenland und Anatolien von einer großen Kältewelle'heimgesucht. Die Schneedecke ist überall hoch, sogar im südlichen Griechenland. Niemand erinnert sich, an«inen ähnlichen. Winter,-der Heuer.Wer-ist.als der im Jahre-1928/29, wo in Athen gleichfalls Schnee ge- sallen ist. Wahrscheinliche» Wetter Freitag: Zunächst noch unbeständig und namentlich im Karpathengebiete Schauer, im allgemeinen jedoch fortschreitende Abnahme der Niederschläge. Etwa» kühler/ westlicher bi» nordwestlicher' Wind. WetterauSstchten für Samstag: Weitere Beruhigung, meist noch«in wenig kühler. Vom Rundfunk Cmpfehleuowert«,«u» de» Prag«»»»«» Samstag:. Prag, Sender II: 10.16: Deutsche Sendung:- Für die Fran, 10.80: Schallplattenkonzert, 11.06: Salonorchester Cech, 16.46: Theater für die Jugend, 17.66: Deutsche Sendung: Sportvorschau, 18: Dichterstunde, 18.46: Deutsche Presse, 21: Abendkonzert FOK, 22.20 Schallplattenkonzert Sender' II: 7.80: Populäre» Konzert, 14.10: Deufiche Sendung: Zum 80. Geburtstag Wilhelm Kienzls, 14.40: Kulturrelief, 14.60: Deutsche Presse, 18,16: Salonorchester.— Brünn: 16.06: Tanzmusik, 17.40 Deutsche Sendung: Dr. Decera: Ueber Kompositionen von Dobuffy».—Preßburg: 12.86: Mittagskonzert.— Kaschau: 12.05: Schallplatte», 16: Rundfunkorchesterkonzert.— Mähr.-Ostran: 18.80: Tanzmusik. Statt Sutter! An einem der Brennpunkte der ReichShäusttftädt. Berlin, hüt, ein großes deutsche» Jndustrkmmk mehrere moderne Geschütze ausgestellt. Hier sieht- man eine mit' Kiefernzweigen' getarnte 2-Zenti-' meter-Flugzeüg-Abwehrkanone im'Schaufenftei^ Nr. 7 Freitag, 8. Jänner 1937 i» rung festgelegt. Wenn es beim ersten Schlichtungsversuch, d. h. im direkten Kontakt der beiden Parteien und ihrer Schlichter zu keiner Einigung kommt liche Sprache gesprochen. Wenn man auf Grund des neuen Gesetzes bei der Ernennung der Schiedsrichter noch mehr vom Prinzip der freien Vereinbarung zwischen den direkt interessierten Parteien der Unternehmer und Arbeiter abkom- m e n wird, so brauchen sich die Unternehmer und di« Gegner der Arbeiterschaft nicht zu beklagen. Dies« Tendenz ist die Folge ihres eigenen negativen Verhaltens! 'Artikel 1 des neuen Gesetzes legt das Prinzip des Schlichtungsversuches für alle Arbeitskonflikte in Industrie und Handel fest.(Trotz eines formellen Vorschlags der Kammerkommission, für Arbeitsfragen wurde die Landwirtschaft nicht einbezogen, ivogegen die Organisation der LastdarbeMr'.energisch. protestierte.) Was die.zur. Zeit im Gange befindlichen Konflikte bemfft, so nett der. Arbeiterschaft umgangen werden, ist und demnach ein Oberschiedsrichter ernannt wer- ebenfalls nicht zu befürchten. Der Ministerprä«. den must, über den sich die erste Instanz nicht fident^hat in dieser Beziehung eine sehr deut- einigen konnte, so wird dieser Oberschiedsrichter ' aus den Kreisen der aktiven oder pensionierten hohen Staats- oder Verwaliungsbeamten gewählt. Der Oberschiedsrichter soll, wie eS in Ar- tikel 8 heißt, die Nolle eines friedlichen Vermittlers spielen:„Das schiedsgerichtliche Verfahren hat den Zweck, eine gerechte Regelung der Arbeitsbedingungen herbeizuführen, um an der Arbeitsstätte eine Atmosphäre der Zusammenarbeit unter Respektierung der beiderseitigen Rechte der Parteien zu erzielen: Eigentumsrecht, gewerkschaftliche Rechte, persönliche Freiheit, Arbeitsfreiheit, Gewerkschaftsfreiheit". Der letzte Artikel bestimmt, dast der SckiiedSspruch ohne Berufung, d. h. bindend, ist nndu veröffentlicht Werden-must. DaS Gesetz gelangte mit 170 gegen 89 Ofintmeti" airr Abnahme. , Verhandlungen den Schlichtern unterbreitet und von ihnen sofort erledigt, wobei alle Rechte der Parteien bis zur Erledigung der übrigen Streitfragen gewahrt bleiben. Die für die erste Kategorie gefällten provisorischen oder definitiven ^Entscheidungen der Schlichter sind ohne Be- t u(ii n g, d. h. sofort bindend. Die ! Opposition, versuchte, diesem Artikel eine Bestimmung einzuverleiben, wonach in diesem Zusammenhang bereits vorgenommene Entlassungen aufcdchterhalten bleiben, es sei denn, dast. die Schlichter anders verfügen. Rach einer energischen—Intervention de» Ministerpräsidenten wurde diese Bestimmung bei einer Gesamtzahl von 287 Stimmenden mit 181 gegen 183 Stimmen ab gelehnt. Die Artikel 8 und 4 befassen sich mit den Vollmachten, die bei dem Schlichtungsverfahren und der Wahl der Ober-SchiedSrlchter an die Stelle der freien Vereinbarungen treten. Wenn fas französische Schlichtungsverfahren (JGB) Als die französischen Unternehmer soll seitens aller/Parteien im Hinblick auf di« nach langivicrlgen Besprechungen durch ihre un«: Einleitung, der Schlichtung die Arbeit wieder aus« versöhnliche.Haltung eine' freie Vereinbarung' genommen werden. Im Sinne einer UebergangS- zwischen Arbeitgebern und Arbeitern. ztveckS Ein» i Maßnahme werden alle Streitfragen, die speziell fllhrung deS schiedsgerichtlichen Verfahrens für! mit dieser' Wiederaufnahme zusammenhängen. Arbeitskonflikte unmöglich gemacht hatten, schlug und sie hindern könnten, direkt und ohne Äor- die Negierung als höchste Instanz im vergange-' neu Monat selber ein Gesetz vor, das von der Kammer nach kurzer Debatte mst groster Mehrheit angenommen wurde. Der Senat ist diesem Bei spiel nicht gefolgt. Er bemängelte hauptsächlich den.Umstand, dast sich die Vorlage der Negierung in der Wahl der Schiedsrichter mit Recht auf die repräsentativsten Spitzenorganisationen stützt, d. h. im Falle der Arbeiter aus den Französischen Gewerkschaftsbund(EGT). Der abgeänderte Texti den der Senat an die Kammer zurücksandte, sah so aus, dast ihn die Regierung preisgab. Auf der Grundlage verschie dener Vorschläge kam die Angelegenheit im Senat aüfs neue zur Sprache. Das Resultat ist die An nahme einer Entwurfs, der insofern als Zwi schenlösung betrachtet werden kann, als die Re gierung innerhalb sechs Monaten einen neuen Vorschlag ausarbeiten wird. Was di« Art der Schlichtung betrifft, d. h. die grundlegend« Frag«, ob es sich beim schieds- das SchlichinngSverfahren nicht kollektivvertraggerichtlichen Verfahren letzten Endes um einen[ sich geregelt ist, werden die Modalitäten des Verblaßen Schlichtungsversuch oder um die Herbei» j fahrens bis zum Schluß der ordentlichen Barla- führung eines bindenden Schiedsspruchs handelt, mentssefsion 1937 durch Dekrete der Regie- ist durch das neue Gesetz keine Aenderung einge treten: eS bleibt bei der Zwangs schlichtung l Daß im Laufe des Schlich tungsverfahrens die repräsentativen Organisatio- Ple Arbeitslosenziffer Im Dezember um 107.000 gestiegen, aber nm 176.000 unter Vorjahrshölle.— Niedrigster Stand, seit 1931 Das Fürsorgeministerium gibt die Ergebnisse der am. letzten Dezember erfolgten Zählung der nicht/untergebrachten Arbeitsuchenden bekannt.,Die Arbeitslosenziffer betrug . am 80. November.... 810.208» am 31. Dezember... 017.778. Gegenüber dem Vormonat ist also die Zahl der nicht untergebrachten, Bewerber um 107.878 gestiegen. das ist um ungefähr ein.Fünftel(21.1 Prozent). Darin äußern sich die Einschränkungen und Einstellungen von Arbeiten, im Freien, von Notstands- und JnvestitloUSarbeiten, die saison- wäßig jedes Jahr eintreten. Der Unterschied zwischen den Monaten November und Dezember betrug. in den-. letzten Jahren: Abm'.. 115.837 M4./. 83.891 1983.......... 88.809 1982... 137.502 1931....«... 148.709 1930;., A.... 84.801 Trotz der Steigerung läßt sich wie in den vorangehenden Monaten, ftpfteilen, daß sich die-Ver- schiebungen auf; dem ArbeitSmärkt..auf, einem, wesentlich anderen und, g Ä n sti g e r e n Niveau vollziehen als früher. Die Arbeitslosen» zifserwarimDezember, gegeik 1935 um. 176.629. Aesner. 1934„.. 134.550„ 1938 r, 102.209'»>'■ i. 11932„ i 128.633: E» ist somit der günstigste Ausweis seit dein Jahre- 1981Y.Bemerkenswert ist)'daß' di« ArbeltSlosen- ziffer' im D e z e m'b'e r 1986 auch lüebriger war ÄS di« Zissernin den MoNaten' N o v e m« be r>seit 1933., Gehaltsbewegung in der PTager Union-Bank und» in der Beben Die ersteii Verhandlungen über die" Forderungen der Angestellten der Union-Bank'.und. der Böhmischen EScompte-Bank und Kreditanstalt sind.resultatlos verlaufen. In diesen beiden Institutes waren ün Jahr«. 1988 ,di« Gehälter, um. 10 bi« 20 Prozent herabgesetzt worden, svodurch den Angestellten an neun Millionen Xi verloren gingen. Mit Rücksicht«nf di« Geschäftskonjunktur der genannten Banken, welche sich deutlich im Steigen ihrer Aktien äußert, fordert nun die Angestelltenschaft eine Gehaltserhöhung, wobei gesagt werden muß, daß auch diese die erlittene» Verluste nicht ausgleichen tvürde. In der ersten Verhandlung erklärte im Namen beider Banken Direktor Hölzer, daß er die Forderungen ablehne, welche bei der Union-Bank 1.9 und bei der Bebca 1.7 Millionen betragen tvüvdey. Die Banken sind zu einer Gehaltsaufbesserung bereit, welch« jedoch nur ungefähr ein F ü n f t e l des von den Angestellten verlangten Ausmaßes aüSmachen würde. Die Angestelltenvertreter erklärten diesen Vorschlag für unannehmbar, so daß die Verhandlung scheiterte. Der Charakter der Ban- kenvorschläge erhellt sich am Vesten daraus, Riß di« Bezüge von acht Direktoren dieser Geldanstalten 8 bis 6 Millionen XL ausmachen. Nicht in der Regie,' welche immer als Argument gegen Ge- haltSforderungen der subalternen Beamten ins Treffen geführt wird, sondern im Aufwand für die Bankleitungen liegt die Ursache aller Schwierigkeiten.• «. Die Angestellten haben für Freitag abends ein« Kundgebung in"die Prager Produktenbörse einberufen, wo sie zu. der Lage Stellung nehmen werden. ein Erfolg des Internationalen Metallarbeiterverbandes Die Arbeiterschaft der„KarlShütte'< in Wit- kowitz hatte durch den Betriebsausschuß um ein« Weihnachtsaushilfe angesucht. Der Betrieb wurde ursprünglich in die zweite Klasse eingereiht. Der Intervention de« Vorsitzenden des Internationa- len.MetallarbeiterverbrmdeS, Genossen Kaufmann, ist eS zu verdanken, daß der Betrieb in die erste Klasse umgereiht wurde, was ein Mehr von 100.000 XL(280.000. XL) bedeutet., Dieser Erfolg legt ein n«Ue» Zeugnis von der Bedeutung des Verbandes für die Arbeiterschaft ab. Um die endgültig« Liquidierung der tschecho- slowakischen Schadenersatzansprüche an Rußland. Die zuständigen Regierungsbehörden haben Ver- handlungen mit den Organisationen der aus Rußland heimgekehrten Tschechoslowaken wegen der Entschädigung für die ihnen während der russischen Revolution zugefügten Schäden aufgenommen,..Die Erhebungen. werden auf statistischer und rechtlicher Grundlage durchgeführt und haben die endgültige Regelung dei beresiS vor etlichen Jahren, geltend gemachten Ansprüche zum Ziele. Die vorhandenen finanziellen Mittel stehen allerdings iln keinem Verhältnis zu den geltend gemachten Schadenersatzansprüchen. Man wird sich daher Wahrscheinlich dahin einigen, daß dem Fonds für die Unterstützung des aus Rußland«emigrierten Tschechoslowaken erhöhte« Dotationen zugesührt werden. Starke Verteuerung deS Baumaterials, Die Preise für Baumaterialien stehen in der letzten Zeit im Zeichen sprunghafter Erhöhungen. Der Preis von Baubrekler» ist von 160 XL pro Festmeter binnen eines Jahres auf 230 XL gestiegen und es iverden Befürchtungen laut, daß sich diese Aufivärtsentwicklung mit dem Wiedereinseben der Bausaison noch sortsetzcn werde. Gute Eichenparketten haben sich von'88 auf 84 XL pro Quadratmeter verteuert, Eternit-Dachpappe stieg im Preise während der letzten Zeit um 80 Prozent. Besondere Klagen, werden in den mährisch-schlesischen Industriegebieten über die Verteuerung von Bauziegeln laut. Die Preisbildung ist in diesem Falle sehr unregelmäßig. Am billigsten stellen sich Ziegel im Ostrauer Industriegebiet mit 200 XL pro 1000 Stück,'wobei allerdings auch dieser Preis höher als im Vorjahre ist. In Böhmen beträgt der Ziegelpreis.(alles pro 1000 Stück) 280 XL, in Schlesien 280 XL und in Mistel 210 XL.. CLu&fan/i Göring gegen die Arbeiter General Göring hat soeben ein neues Dekret erlassen, durch das in Ausführung des „Bierjahresplans" die deutschen Arbeiter einer neuerlichen Freiheitsbeschränkung unterworfen werden. Nach diesem Dekret erhalten die Arbeitgeber in der Stahl» und Bauindustrie die Befugnis, die Arbeitsbücher ihrer Arbeiter zurückznhal- ten, wenn die Arbeiter die Absicht haben sollten, ihren Arbeitsplatz vor der Erfiillung des Kontraktes zu verlassen, Das bedeutet, daß sie nicht In der Lage sind, an einem anderen Ort c,ne Arbeit aufzunehmen. Klage Im„Stürmer" Streichers„Stürmer" veröffentlicht folgende Zuschrift: .Lieber Stürmer I Mitte September 1986 segnete der jüdische Rassenschänder Motel Chronowitz, wohnhaft in der Adolsstraße 28 zu Stettin, das Zeitliche. Wir Stettiner atmeten auf, endlich wieder einen bekannten und berüchtigten Volksverderber los zu sein. Die Bewohner deS Hauses Adolsstraße 25 Waren jedoch, anderer Meinung. Nicht weniger als sieun- deutsche Volksgenossen und-VolkSgenossin- nen, die in diesem Hause wohnen, steuerten- zusammen, um den Juden eine Kranzspende auf daS Grab legen zu können. Du siehst also, lieber Stürmer, wieviel Arbeit noch zu leisten ist in der Aufklärung des Volkes in der Judenfrage. Deutsche Männer und Frauen, die das Ableben eines jüdischen Rassenschänders bedauern und zum sichtbaren Zeichen ihrer Trauer einen Kranz kaufen, haben von der Judenfrage und damit vom Nationalsozialismus noch keine blaffe Ahnung." Im Dienste der Freiheit Spaniens steht auch der englische UniversitätSprofessor H a l d a n e, ein Biochemiker von Weltruf. Man erfährt das erst aus einer Londoner Zeitungsmeldung, wonach Haldane in Madrid bei der Erprobung von Gasmasken eine Vergiftung erlitten hat und k rank darniederliegt. Kurz vorher hatte er seiner Frau nach England geschrieben, sie möge nachkommen, um ihn zu helfen. Sie ist zwar selbst leidend, bereitet aber die Reise vor.— Nach einem Bericht des„Daily Herold" schreitet die planmäßige Entvölkerung Madrids nicht rasch genug fort. Die Spitäler sind überfüllt durch Verwundete von der Front und von den Bombenwürfen der Franco- slieger. Es fehlt viel Material zur Behandlung, so können Totalnarkosen für große Operationen nicht vorgenommen werden,(bn.) Saubere Haltung,(mb) Auf die Forderung des Gewerkschaftsbundes hin hat die Regierung von Mexiko die Verbreitung aller Lügennachrichten-über Spanien verboten. Die mexikanischen Zeitungen dürfen nur noch Meldungen bringen, die entweder von. der gesetzmäßigen spanischen Regierung öder von zuverlässigen, verantwortungs- bewußten Nachrichtenagenturen stammen.— Die Praxis der demokratischen europäischen Staaten ist im allgemeinen eine andere: nominelle Anerkennung der gesetzmäßigen Regierung als legal und freie Bahn für jepe Preffeverleumdung. Di» Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden hat soeben die Einsetzung' eines Beratungskomitee« für Mitteleuropa zur Prüfung und Propagierung von Wegen beschlossen, auf welchen der internationale Friede und die Gesundung der durch die NachkriegSverhältniff« und insbesondere durch di« letzte wirtschaftliche Depression in Mitleidenschaft gezogenen Länder. Europas gefördert werden könnten. AuS der Tschechoslowakei wurde bevollmächtigter Minister Dr. Wilhelm Pospiöll zum Eintritt« in das Komitee eingeladen. Andere Mitglieder de« Komi«' teeS sind: Rafael und Altamiray Crevea(Spanien), Professor M. I. Bonn und Erich von Prittwitz und/.Gaffton(Deutschland),' Wilhelm Fatio (Schweiz),.E. Heldvlng(Holland), Andre Honorar, George Lechantier und Henri Lichtenberger(Frankreich), Graf A. Menworff lOesterreich), Marquis P. MiSetattelli und Gräf C> Sforza(Italien), Gil- Da könnte Goebbels noch etwas lernen! Ter Tod und der Leichenzug wohlhabender und hochstehender Persönlichkeiten bilden in Mandalay(Jndisch-Birma) ein hervorragendes Schauspiel für die Bevölkerung. Hier wird die Leiche eines reichen buddhistischen Priesters von seiner Behausung auf einen riesige» hölzernen Elefanten nach dem Verbrennungsort überführt. bcrt Murvav und I. A. Trendler(England), Alfred NcvincS(Belgien), N. S. Politis(Griechenland), Graf P. Tcleki(Ungarn) und O. linden(Schweden). Reudeutscher Strafprozeß.(bn) Letzthin wurden die ersten SchrcckenSurteile aus dem Düsseldorfer„Brotfabrik"prozeß bekannt. ES handelt sich um Sozialdemokraten, die eine Großbäckerei betrieben und angeblich die Brotlaibe in antihitlerischen Zeitungen eingepackt haben. Nun veröffentlicht der „Daily Herald" de» Bericht eines ausländischen Journalisten über seinen vergeblichen Versuch, diesem Prozeß beiwohnen zu können.„Mein Ersuchen, den Gerichtspräsidenten Hcrmsen persönlich zu sprechen, wurde glatt abgewiesen", schreibt der Mann. „Als ich darauf einem höheren Beamten darlcgte, daß ein objektiver Bericht am besten die Im Ausland verbreiteten ungünstigen Ansichten über die politische Justiz im Dritten Reich widerlegen würde, schien er mir zuzustimmcn, verwies mich jedoch an den„Leiter"— offenbar der Justizpresscstelte (Anin. d.. Hebers.).einen.übellaunigen Menschen,, oer mir'zunächst eine lang« Reibe von Fragen," stellte. So, ob ich bereits früher in Deutschland gelebt hätte, besonders schon vor 1688, für welche Zeitungen ich arbeite, ob ich in meiner Heimat einer politischen Partei angehöre und welcher und ob ich mit führenden Sozialdemokraten oder Koni- munistcn bekannt sei. Als ich das alles zu seiner Zufriedenheit beantwortet hatte, erklärte er mir, der Brotfabrikprozeß sei eine ausschließlich deutsche Sache, mit der die Auslandspresse gar nichts zu tun habe und darum werde sie auch nicht zugelassen, zu», mal auch die Jnlandpresse nicht zuhöre» dürfe. Am Schluß des Prozesses tvürde ein amtlicher Bericht auSgegeben werden und daS genüge. Anschließend empfahl er mir knurrig, sobald ich meine Angelegenheiten erledigt hätte, sobald als möglich Deutschland wieder zu verlassen.„Auf meine Bemerkung, dies« Abweisung könnte im Ausland ein schlechtes Licht auf die deutsche Justiz werfen, schrie er mich an, nun endlich sein Zimmer zu verlassen— und. ich wußte nun, daß den Angeklagten keine Hoffnung winkte." Der Irak und die Türkei.(AP.) Zeigte sich der' Irak in der ersten Zeit in der.Frage des Sandschaks von Alcxandrette(Iskenderun) und Antiochia(An- takia) gleichgültig, so nimmt er neuerdings den syrischen Standpunkt ein, daß Syrien ein unteilbares Ganzes darstellen müsse. Zieht man die außerordentlich guten englisch-türkischen Beziehungen i» Betracht, so sieht man auch hier wieder unschwer die antienglische Spitze. Dazu kommt, daß man im Irak aus dem Standpunkt steht, die Türkei wolle lediglich einen Präzedenzfall schassen, um eines Tages die M o s s u l- F r a g e aufrollen zu könne». Man erklärt, dies sei der wahre Grund, denn das Gebiet Yon Alcxandrette sei.für Syrien und Frankreich ungleich wichtiger als siir die Türkei, und wegen der zahlenmäßig geringe»'türkischen Bevölkerung brauche die Türkei, die sich ja jcderzeir mit Syrien freundschaftlich verständigen könnte, keiyen Konflikt mit Frankreich heraufzubeschwüren. Der Irak läßt sich also von der Sorge um das Mossul- gebiet leiten, in dem es sogar eine wesentlich stärker« türkische Minderheit gibt. Trotz der britischen. Oelintereffen fürchtet man, daß England um seiger Freundschaft mit Angora willen zum Nachgeben be-' reit sein würde. Denn die Türkei würhp auf' die Erdölrechte keinen Anspruch erheben, England also dies« Konzession erleichtern. Der Irak aber würde unter den Auswirkungen einer solchen angenommenen Gleichgültigkeit Englands seine Daseinsberechtigung verlieren. Daher wünscht man in Bagdad eine Lösung der Sandschakfrage, durch die den türkische» Wünschen ein Dämpfer' aufgesetzt wird. Kommt noch hinzu) daß heute im Irak die Kurden di« Macht /haben, deren Fernziel die Schaffung eines kurdischen Nationalstaates mit Mossnl als Basis ist. Diese Pläne würden durchkreuzt, werden, wenn Mossul türkisch würde. S-rite ß »SoAtiitbtmofrnf* Sreitag, 8. Sänner 1S87. Nr. 7 Teaqer Aeltmrq GroB-Gasschutzraum In den VySehrader Kasematten Dem Prager Stadtrate wurde vor kurzer Zelt der Antrag gestellt, die sich unter dem Vyöehrad befindenden weitverzweigten Kasematten in Schutzräume umzubauen. Dieser Antrag begegnete stärkstem Interesse und in den letzten Tagen befaßten sich auch schon die berufenen Aemter mit seiner Realisierung. Alan erwägt die Herrichtung der Gänge, sowie den Einbau einer genügend großen Jllterstation, die die weitverzweigten unterirdischen Anlagen mit Luft versorgen soll. Auch an die Wasserversorgung dieser Schuhräume au» den sich in der Nähe der Kasematten befindlichen Quellen wird gedacht. Der Antrgg, unter dem Vyöehrad«inen Groß- GaSschutzraum zu errichten, welcher zu Theater und Kinozwecken verwendet werden kann, wurde überprüft. Der Eingang zu diesem unierirdischen Saale soll mit gasundurchlässigen Türen, sowie mit Ven- tilations- und Filtereinrichtungen versehen* sein. Auch die Errichtung von Restaurants und anderen Unternehmen wird i» Erwägung gezogen, so daß da« VySehrader Massiv in gewissem Sinne zur Zeit der Gefahr eine geschützte unterirdische Stadt wird. Fuhrwerk vom Zuge erfaßt. Am 7. Jänner d. I. um 10 Uhr 8 Minuten wurde von dem Zuge Nr. 1502 beim Bahnübergang Na Orliku in Bu- benei das Fuhrwerk der Firnia Bednai a spol. aus Libeä erfaßt. Der Kutscher Alois Bopäsek wurde schwer verlebt und das Fuhrwerk zertrümmert. Die Bierde kamen ohne Unfall davon. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. ein„König der Lüfte“, der sich in den Straf paragraphen auskennt Prag.—rb— Ein schtverer Junge ist dieser K a r l S v o b o d a, der in seinem 27. Lebensjahr gestern seine zwanzigste Strafe zudiktiert bekam— aber einer von jeiier Sorte unverbesserlicher Gauner, die Sinn für Humor haben. Seit Juni v. I. sitzt er für zehn Monate hinter Schloß und Riegel und nachher winkt ihm die Zwangsarbeitsanstalt. Als man ihn gestern dem Strafsenat Studnihka in SträflingStracht vorführie, wo ihm für ein kleineres „Geschäft" noch eine Zusatzstrafr winkte, da schrieb er vor Beginn der Verhandlung seinen Tip für deren AuSgang auf die Rückseite der ihm zugestellten Anklageschrift— um zu zeigen, wie gut er sich in den Gesetzen auSkenne. Nach dem Urteil-eigte er grinsend seine Prophezeiung vor, wobei sich erwies, daß er besser abt-*uitt, als er selbst zu tippen gewagt batte. Sein"Tip lautete nämlich auf s e ch s Monate- und er bekam deren nur v i e r. Karl Svoboda ist Berufsbetrüger und spezialisierte sich auf liebeSbedürstige Frauen und Mädchen. Die Aicklage, die gestern verhandelt wurde, betraf eine kleine Sache. Im März v. I. machte er im Klein- seitner„TomaS-ÄräuhauS" die Bekanntschaft einer Köchin aus Smichov, der er sich als Fliegerhanpt- mann JoscfPolenskh vorstellte und sich von einem, gleichfalls als Fliegeroffizier auftretenden Komplicen als„König der Lüfte" preisen ließ. Selbstverständlich gestand der König der Lüfte nach kurzem der Köchin Rosa K. seine innige Liebe und bewog sie zu einem„Ringwechsel", d. h„ er ließ sich ihren Ring im Werte von 808 Aö geben und»er« svrach ihr, demnächst ein Gegeneremplar an den Finger zu stecken. Gleichzeitig fand er ihre Armbanduhr (Wert 600 Xi) reparaturbedürftig und nahm sie ihr ab, um sie reparieren zu lallen. Ring und Uhr wanderten unverzüglich i»S Versatzamt. Der„König der Lüfte" hatie dann noch die Frechheit, ein Darlehen von 2000 Kä zu verlangen, weil er sich für einen Kameraden verbürgt habe. Rosa K. ist aber eine vernünftige Fra" und machte die Polizei auf den sonderbaren Kavalier aufmerksam, die ihren lieben alten Bekannten alsbald in Obhut nahni, gegen den in- zivischen zahlreiche andere Strafanzeigen eingelaufen waren. Wie gesagt— im Juni bekam er zehn Monate und gestern war eine Zusabstrafe fällig. Karl Svoboda ist ei» krimineller Fachmann und so erklärte er in fließendem Advokatenton:„Ich bitte das hohe Gericht von Anwendung des s 107 abzusehen und lediglich 8 461 des Strafgesetzes zu applizieren, unter Berufung auf 8 268 St. P. O." Das hohe Gericht lächelte und erkannte auf weitere vier Monate schwere» Kerkers. Mit der im Juni verhängte» Sträte sind es insgesamt vierzehn und dann lvinkt für mindestens zwei Jahre die Zwangsarbeitsanstalt.„Ich bitte mir das Urteil zu eigenen Händen znstellen zu lallen", erklärte der Verurteilte hohcitSvoll. Revolte Im Weinberger „Asyl zum guten Hirten" Prag,-rb- Vor dem hiesigen Jugendgericht fand gestern eine bemerkenswerte Verhandlung gegen sechs jugendliche Täter statt, denen di« von Staatsanwalt Dr. E« s ä k vertretene Anklage de» Verschuldens der s ch w e r e n Körperverletzung, der Erpressung und des D i e b st a h l s zur Last legte. Es handelt sich um Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren, durchwegs Lehrlinge verschiedener Branchen,, die bereits mit den» Strafgesetz in Konflikt geraten waren und sich daher in der Obhut des„Asyls z u m G u t e n H i r t e n" auf den Weinbergen befanden. Dieses Asyl wird von der„Vereinigung zur Unterstützung der Gerichte Groß-Prags in der Jn- gendfürsorge" unterhalten und dient der einstweiligen Unterbringung krimineller Jugendlicher. Da leider eine ausreichende staatliche Organisation sol cher ungeheuer wichtigen Fürsorge für gestrauchelte Jugendliche derzeit noch nicht besteht, spielen private Asyle solcher Art als Ergänzung der Strafvollzuges vorläufig«in« wesentliche Rolle, wenn auch dahingestellt bleiben mag, ob sie dem sozialen Erziehungszweck, den solche Institute im Sinne einer modernen Sozialpolitik erfüllen sollen, immer voll gerecht werden können. Der gestern vor dem JugendgerichtShof de» OGR. Dr. Svoboda verhandelte Prozeß drehte sich um eine Revolte, die in jenem Weinberger „Asyl zum Guten Hirten" am 25. Oktober v. I. ansbrach und die von den sechs Angeklagten sorgfältig vorbereitet und in Szene gesetzt wurde. Nach dem Geständnis der Rädelsführer kamen sie zu dem Entschluß zu der brutalen Tat, die den Hauptgcgen- stand der Anklage bildete, durch eine Zeitungsnotiz von einer Revolte, die in irgend einem französischen As»lfür Mädchen ausgebrochen war und die die Burschen zu der Meinung brachte:„Was dieMäd el k ö n n e n, können wirauch". (Wörtlich so drückten sie sich aus). Sie faßten den Entschluß, unter Gewaltanwendung au» zubre« ch e n, wobei zunächst der Aufseher Miroslav S t e h l i k zu beseitigen war. Der Plan wurde ausgeführt. Zwei Burschen versteckten sich in der Werkstätte dieses Asyls unter einem Tisch und lockten durch laute» Geschrei den Aufseher herbei. Als er sich dann bückte, um die brüllenden Burschen hervorzuziehen, versetzte ihm ein weiterer Mitverschworener von rückwärts einen schweren Hieb mit einem gußeisernen Ofentürchen gegen den Hinterkopf. so daß der Aufseher Stehlik betäubt zu Boden f i e l. Nun,bemächtigten sich die Burschen feines-Schlüsselbunde» und versuchten ins Freie z» entkommen, waS aber mißglückte, da der schwerverletzte Aufseher wieder zum Bewußtsein kam und Alarm schlua. Es gelang die gewalttätigen Ausreißer noch rechtzeitig festzunehmen und die Folge war vorstehende Anklage. Bei der Der- handluna zeigte llch, daß die Aktion in allen Details aufs rafsiniertestc auSgedacht und vorbereitet war .und verschiedene dieser Details lallen den Einfluß der durch SenfationSprozelle und Schundliteratur ständig dargebotenen Unterweisung deutlich erken» Der HanpträdelSführer. ein 17iähriger Käuf- mannslebrlina wurde zu fechSMonaten Verschließung verurteilt. die weiteren fünf Angeklagten zu i« z w- i bis vier Monaten. Sämtliche Jugendliche werden unter Aufsicht der zuständigen sozialen Stellen gestellt. Kirnst und Msserr. Feliz Breffart zuliebe spielt man jetzt im Deutschen Theater, dessen konservative Beschaulichkeit in allen Genres wieder einmal auffällig zu Verden beginnt, SchönthänS und Kadelburg» uralten Schwank „Zwei glückliche Tage". Der große Komiker rettet dar Stück durch seinen au» tiefsten Quellen fließenden Humor, für den Sprache und Milieu ebenso wie seine. Beine oder ein Wollknäuel Requisiten von unerschöpflicher heiterer Theater-WirkungS- möglichkeit bilden. Man lacht Tränen. Stadler sorgte als Regisseur für tadellosen Ablauf der vier Akte. Neben Bressart waren darstellerisch nur Max Schipper und Willy Volker von einiger Bedeutung. Die zweite tragende Figur des Stücks war wieder einmal falsch besetzt, obzwar man geradezu eine geborene Vertreterin dafür im Haus hat. Aber man ist fast schon müde, solche Ungewöhnlichkeiten immer wieder festzustellen— weil sie eben bereit» beinahe das Normale in diesem Hause geworden sind. g. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Freitag halb 8: Liebe ei:.es Fremden, Gastspiel Ernst Deutsch. D.— SamStag 3%: Till Eulenspiegel, 7Vi: Zwei glückliche Tage. Gastspiel Felir Bressart, A 2.— Sonntag 2(h: Liebe eines Fremden, Arbeiiervorstellung, 7%: Der Roien- kavalier, C 1. Spiekplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Matura, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 7Vf. Firma. Erstaufführung — Sonntag 8: Fuhrmann Henschel. 8: Matura. Kisch contra Gide Wenn einer bisher und allen Erfahrungen zum Trotz geglaubt hat, die Kommunisten, hätten sich di« Fähigkeit der ernsten Auseinandersetzung mit wirklichen geistigen Erscheinungen bewahrt(wenn sie sie je besessen haben), so muß er angesichts ihrer Reaktion auf Andri Eides„Rückkehr aus der Sowjetunion" bekennen, geirrt zu haben. Zu ferne ist ihnen die Welt eines Geistes, welcher der Wahrheit zu dienen strebt, nur deshalb, weil sie eben Wahrheit ist, und der keine„dialektische" Rücksicht kennt, auf die Pro- pagandabedürfniffe irgendeines Regimes oder seiner professionellen Anbeter, als daß sie ihm anders be- gegenen könnten als mit groben Beschimpfungen und unendlich dümmen„Analysen" und noch, dümmeren Fragen, deren allerdümmst« lautet: Wissen Sie denn nicht, Herr Gide,- daß Sie dem Faschismus dienen, daß er Ihre Behauptungen zu seiner Propaganda benützt? 8pHrt'8piek-Kör|Mpstrgr nie besten leichtathletischen Leistungen der Arbeitersportler im Jahre 1986 100 Meter: Bouille(Frankreich) 10.4, Ljulko (Rußland) 10.6, KoSlov(Rußland) 10.7, Meicco- vit»(Rußland) 10.7, Golovkin(Rußland) 10.7 Sek. 200 Meter: Ljulko(R) 21.0, Varlamov(St) 21.8, Bündln(R) 22.2, Amundsen(Norwegen) 22.2, KoSlov(R) 22.2 Sek. 400 Meter: Ljulko(R) 49.S, KoSlov(R) 40.5, Dolgov(R) 60.0, GcrtseS(R) 51.0, Oede- gaard(Norwegen) 51.1 Sek. 800 Meter: Denisov(R) 1:56.6, Schellchjakov (R) 1:57.0, Leppänen(Finnland) 1:58.8, GvoS« Lore»(St) 1:58.6. Krainjukov(R) 1:58.8 Min. 1500 Meter: G. Snamenski(R) 3:57.0, Denisov(R) 8:58.1, R. Salmi(Finnland) 4:02.0, Pougaschevski(St) 4:08.2, Groenberg(Finnland) 4:04.6 Min. 5000 Meter: S. Snamenski(R) 14:88.8, G- Snamenski(R) 14:48.2, B. Salmi(Finnland) 15:00.4, M. Laihoranta(Finnland) 15:10.0, K. Nurmi(Finnland) 15:12.1 Min. 10.000 Meter: Peltomäki(Finnland) 81:85.2, S. Snamenski(R) 81:45.6, V. Salmi(Finnland) 81:54.5, Saarinen-(Finnland) 82:07.2, Jvankovits (9t) 82:80.8 Min. 110 Meter Hürden: Lethinen(Finnland) 15.5, B-Srukov(R) 15.5, Fedotov(R) 15.5, Kanaki(St) 15.6, ZImmcrberg(91) 15.0 Sek- 400 Meter Hürden: Sederholm(Finnland) 56.8, Schcludjakov(R) 56.8, Birta(Finnland) 56.0, Demin(R) 57.7, Zimmerberg(R) 58.0, Gasser(Schlveiz) 58.7 Sek. Weltsprung: Ljulko(R) 7.15, Danilenko(R) 7.07, Bündln(R) 7.04, Lethonen(Finnland) 7.02. SuokaS(R) 7.01 Meter. Hochsprung: Kovtun(R) 108-7, Rochlin(R) 101.5, Hidrat(R) 101, Mutter(R) 100, Benja- minscn(Norwegen) 180.5 Zentimeter. Stabhoch: Osolin(R) 4.10, B. Djatkkov(R) 4.08, Rajevski(M) 4-00, MarteliuS(Finnland) 8.01, Hunne(Finnland) 8.80 Meter. Drelfprung: Savoia(Finnland) 14.80, Tammi (Finnland) 14.84, Karttu(Finnland) 14.10, Leh- tonen(Finnland) 14.17, DImitrijev(R) 14.05 Meter. Dlsku»; Ljachov(R) 40.76, Kutjev(R) 48.18 Velsch(St) 45.00, Kanaki(St) 44.10, Mitropolsk. (St) 44.04 Meter. Speer: Rautavaara(Finnland) 67.07, Pa« schenkov(R) 66.30, Autonen(Finnland) 64.00, Aleksejev(R) 64.70, Sergejev(R),68.03 Meter. Hammer: Al. Schechtel(R) 40.86, Heino (Finnland) 46.01, Artamonov(R) 45.86, Lahtinen (Finnland) 44.58, Kozär(R) 44.45 Meter. Kugel: Ljachov(R) 15.26, Belsch(R) 15.00. Kanaki(R) 15.04, Kutjev(R) 16.01, Elo(Finnland) 14.65 Meter. •-■ Tie besten Leistungen der Frauen werden pon den Russinnen gehalten und wir führen deshalb nur die Spttzenergcknlff« an: 100 Meter: Schamanovä 12.2 Sek.—.200 Meter: Rogoschina 25.8 Sek.— Weitsprung: Scha- manova 5-86 Meter.— Hochsprung: Ganiker 1.60 Meter.— Speer: Marlova 41.02 Meter.—DiSkuS: Sinitskaja 40.72 Meter,— Kugel: Sevrjukova 18.68 Meter. Lteratue Kämpferische Pazifisten Heinrich Mann schlägt äußerst tempera- menwoll wider, den deutschen Faschismus Io». Sammlung vieler Aufsätze, Zusammenfassung also vieler bravouröser Angriffe, ist sein im Europa-Ber- läg, Zürich, erschienenes Werk„ES kommt de» Tag". Ein deutsches Lesebuch."(280 Seiten, kart. SAv. Fr. 4.50.) Ein deutsche» Lesebuch nennt Mann dieses Buch, weil Prosa und Ver» großer Deutscher früherer Zeiten die Worte de» Verfassers ergänzen. Die Frifche, die Energie, die Kompromißlösigkeit, mit der Heinrich Mann gegen den Faschismus streitet, stnd herzerquickend. Daß er vor allem deutsche Kultur der nationalsozialistischen Barbarei entgegenstellt, ist besonders erfreulich. Durchaus zu wünschen als», daß viele, sehr viele Deutsch« Heinrich Mann» deut« ger Huren und Falschspieler-sein« literarische Karriere begann? Aber nicht einmal das gelingt ihm. Nachdem er Gide beschuldigt hat, nach dem Ab- iretbungSgesetz und den Prozeß gegen die„trotzkisti- scheu Konspirateure"«inen neuen„Anlaß zum Meckern" gegeben zu haben(ob diese» BorussiS- mus werden der Bruder von der. Neuen Freien Press« und die ganze Nikolsburger Verwandtschaft mit Recht entsetzt sein), argumentiert er ungefähr so: WaS versteht schon so«in 66jähriger sranzösi- scher Dichter vom Marxismus I ES gibt keine freie Kritik in Rußland? Doch! Denn das Privateigentum ist abgeschafft. Die Russen wissen nicht? von der Welt? Lächerlich! Gide verdreht offenbar, wenn er zlir Illustration diese» NIchiwissenS einen Moskauer Arbeiter zitiert, der,nicht glauben wollt«,.daß in Paris auch eine Untergrundbahn fährt. Denn dieser MoS- kauer Arbeiter hat doch aus einer höheren d i a l e k t.I s ch e n Eben« recht. Oder"gibt es eine Untergrundbahn in Bagdad und. in Zell am See? Stein, die gibt e» dort nicht! Oder hätte ein zaristische» Rußland, da» so rückständig war, daß Moskau gar nicht sein« Hauptstadt gewesen ist) dort je eine Metro gebaut? Tausendmal nein. Da» Übersicht Gide ge- fllffentlicht. denn er bezweifelt, daß tn Rußland bessere Schulen sind, als in Frankreich. Hat« denn noch. Ni« davon gehört, daß die. ungarischen Lehrer. Mittellungen an» dem Publikum Al» Mittel gegen rheumatische Schmerzen)ist Alpa-Franzbränntwein von ganz besonder» schcherz- beruhigender und angenehmer Wirkung! Der^Arzt wird Ihnen sicherlich gern bestätigen, daß regelmäßig« und gründliche Massagen mit Alpa-Franz- branntwein den Blutkreislauf beschleunigen' sind regeln, die Muskeln stärken, die Nerven beruhigen und den Schmerz lindern. Alp« wird nm in Originalflaschen mit der blauen Etikette und Plymbe verkauft. sche» Lesebuch lesen. Aber: Heinrich Mann» Einschätzung und Hochschätznng Bismarcks al» de» selbstlosen Menschen, Nienschenschätzer», SoziälpolitikerS vermögen wir nicht zu teilen. Und ein zweiter Aber: der Ton seines Buches, so ziemlich aller Aufsätze, ist allzu optimistisch. Ja, man vermag ohne ein Mindestmaß von Optimismus kaum zu leben, noch weniger zu arbeiten in dieser Zeit. Aber nicht weniger wichtig ist es. ganz klar zu sehen, auch nicht durch Optimismus di« Wirklichkeit vor dem eigenen Blick zu wandeln. Nein,'das genügt nicht, um eine breite Front gegen den Hitlerismus zu schaffen, daß einmal auch ein Katholik in einer allgemeinen antifaschistischen Kundgebung spricht! Und so rasch, wie H. Mann sich das wünscht utü> wie cs in manchem seiner Aufsätze erscheint, reifen die Ergebnisse faschistischer Seibstvernichtung nicht. Man muß die ganze Macht de» Faschismus und die Angst der Welt vor den faschistischen Staaten, die dumme Erfolganbetung der faschistischen Macht auch In demokratischen Ländern und den Gehorchenswillen der Deutschen und die derzeitige Schiväche der Gegeniräste sehen und doch aysharren, doch den Kampf weiterführen I Ja, Heinrich Mann wird immer ausharren, immer kämpfen. Mer er soll nicht glauben, daß optimistische Vernebelung de? Kampfgelände» den Kampf erleichtert. Hellm ut von Verlach— war da» ein tapferer Kämpfer, warmblütiger Mensch, kluger und feiner Politiker! Wenn das Wort„adelig"«Inen Sinn hat,'wenn cs wirNich in Verbindung mit„edel" gebraucht werden kann, dann, gilt'» für diese» Junker» Adel. Denn Hellmut von Gerlach war Wahrheitssucher und Bekenneri Und er war frei von Besihdünkel und Raffgier— jenen Eigenschaften, die di« eigentlichen und wesentlichsten de» Großteil» des Adels unserer Zeit sind. Und er war ein unerschrockener Streiter und war«in Gerechter! Dies« Eigenschaften haben den Junker vom Polstischen Kon» servatismu» und Antisemitismus konsequent immer weiter nach links geführt, zur Partei Reumanns zuerst und dann zum Pazifismus und zur Demokratie. Diese Eigenschaften haben das Leben Hcllmut vyn Gerlach» reich gemacht, sie haben ihm Fülle des Erleben» geschenkt, sie haben ihm Tiefe gegeben. Und da diese» Leben siebzig Jahre währte, so hatte Gerlach in seinen Memoiren, die bald nach dem Tode dieses prachwollen Menschen erschienen, viel zu sagen. Dieser Buch„Bon Recht» nach Link»" (Europa-Verlag, Zürich; 276 Seiten, Preis kart, Fr. 6.—) gehört nicht nur zu den in mancherlei Beziehungen aufschlußreichsten,— er ist auch ungemein interessant. E» ist eist Wegweiser durch da» . Borkriräsdeutschland. Wie klein««scheint da der große Bismarck, den Gerlach al» Geizkragen und Steuerunterschlager.kennen lernt! Wie wird einem deustcher Militarismus, deutscher Herrendünkel, preußische Brutalität verständlich, wenn man" die.Unterschied« in der EIngeborenen-Behandlung in deutschen und in englischen Kolonien kennen lernt! Rassedünkel muß ja mit Roheit gepaart sein!— Man lernt schon mancherlei vom„neuen" Deutschland verstehen, wenn man diesen Weg eine» Aufrechten durch dar alte Deutschland mitgeht! Und wie sauber, klar, blank ist dar Deutsch diese» deutschen junkerlichen Demokraten! Auch von diesem Deutsch können manche» lernen.— Helmut von Gerlach war ein tapferer Mann, wahr, aufrecht, sauber im Innersten leine» Wesen». Deshalb hat auch dieser von. Recht» nach Link» wandernde Polistker so große» Berständni» für August Bebel gehabt, ein Berständni», da» zur Freundschaft führte und dem wir.die erst«, noch zu Lebzeiten Bebel» erschienene Biographie dieser großen Arbeiterführer» verdanken. sh. Urania-Kino, Hllmenhha 4. • Fernsprecher 61623, Al KM M MMN ihre Schulkinder prügeln und daß SanMarino ein Konkordat mit dem Batikän hat? Im neuen Rußland ist alle» gleichgeschaltet, die öffentliche Meinung eingeschüchtert, die Unterschiede zwischen Armen und Reichen sind erschreckend? Erstens ist«S nicht wahr und zweitens ist e» im höheren Interesse notwendig! Welcher diese» höher« Interesse ist?/ Aber di«„Prawda", da» Journal de MoScou" und die„DZZ" verkünden«» doch in jeder Rumywr. Ihr« Schuld, Herr Gide, wenn Sie keine Leitungen lesen I.■ Auf solchem Niveau«stva bewegt sich, Herrn Egon Erwin Kusch» Polemik mit Andri Gide. Man darf es Kisch nicht übel nehmen, daß er yicht kapiert, worum e» dem Humanisten Gide geht. Huma« ni»mu» gehört nun einmal nicht zum Repertoire eine» R ei sen d en-Re p o r t e r S. Warum aber, schreibt er über solch« Themen? Wo er doch gerade in Prag, wo der Reporter zur Zeit rast, wirk« lich genug" Stoff gibt, der dem literarisch«» Genre Kisch» angemessen wäre. So jährt sich jetzt-bald der Todestag H a s ch i l e». Eine Monographie.wär« interessant. Oder" er interviewe den Maler G u t t- m a.n.nl Da» gäbe auch ein ganz nette». Werk de» /.sozialistischen Realismus". Da», sind Themen kijr ihn;„Schreib da, ans, Kisch!"... p' K. R u p.p r e ch f. v Bezugsbedingungen: Bei tiuftellnng in» Han» oder bei Bezug durch die Post monatlich Kä 16.—, vierteljährlich siä ,48.—, halbjährig UL 06.— ganzjährig Ai 102.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.-■ Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung'der Retourmarken.— Die ZestungSfrankätur wurde von der Post- und Tele- graphendireklion mit Erlaß Nr. 18.800/V11/1080 bewilligt.— Druckerei: ,^>rbis", Druck-, Verlag»-, und.Zeitmgs-A.-G. Prag......„, ES gehört seit undenklichen Zeiten zur Methode allen offiziösen Apologetentum», denjenigen, der schädliche Tatbestäiide a u f d e ck t, und nicht den,, der sie seht, der Schädigung de» allgemeinen Interesse» zu beschuldigen. Warum sollte diesen Kisten Taschenspielertrick nicht auch jener Egon Erwin Kisch anwenden, der doch äl» Beobachter der Pra»