s-inschlictzl. b Heiler Porto) Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit Erscheint mit Ausnahme de» Montag tSgltch früh Aedaftionund Verwaltung: Prag XU., Fochova 62— Telephon 88677— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Hungerstreik auf dem Mllada-Schacht beendet Dar Denken-Konflikt Opernnöte des Prager Deutschen Theatera 17. Jahrgang Dienstag, 12. JLnner 1937 Nr. 10 petpannteLage vor Ceuta Französlche Kriegsschiffe manövrieren Zehn deutsche U-Boote gesichtet Pari 6. Der Berichterstatter des„Paris Satt" in Tanger meldet, daß am Sonntag drei Einheiten der französischen NriegSmarine an der atlantische» Küste Spanisch-Marokkos zwischen ! Arzila und Larasch manövrierten. Gleichzeitig überflog rin britische» Wasserflugzeug oon Gibraltar kn.geringer Höhe die Küste. Einige Einheiten der britische» Marine kreuzten In den Gewüs» fern von Ceuta." Samstag und Sonntag wurde in Centn die Anwesenheit von zehn deutschen Unterseeboote«, beobachtet.. Der Sonderberichterstatter des„Paris Soir" meldet au» Tanger Einzelheiten über das Eindringen der deutschen Staatsangehörigen und Soldaten in Spanisch-Marokko. Annähernd 20 deutsche Offiziere stehen in den Diensten de» spanischen Kommissariate» in Tetuan, namentlich in hl» BerwaltungSabteUung, in der Eingeborenenabteilung, in der Polizeiabteilung und in der Abteilung für dl« Bürgerkontrolle, so daß sie von diesen Stelle» au» ihre» Einflug in allen Zweigen der ganzen spanisch-maroAanischen Zone geltend mache» können. Drutsche Offiziere haben auch die Festung in C e«t a besetzt. Die nationalsozialistische Propaganda werde auch auf volk»- wirtschaftlichenl Gebiete auSgeübt. Deutsche Ingenieure unter der Führung von Ang. Langenheim prüfe» systematisch die Bodengestaltung, der Grube» u. a. m. Den Informationen des Berichterstatter» zufolge sind in Ma». roSo in.der letzten Zeit 2766 deutsche Soldaten und.28»tu« Offiziere«ingetroffen. Bei der Ausbootung seien ste größtenteils al» Golda> ti'V'd e r s p» u ischen FH« do»- leg ko n v r r k l ei de t gewesen. Frankreichs Protest erfolgt Die bereit» angekündigte Intervention Frankreich» beim Oierkommisfar der spanischen Marokkozone,-Oberst Beigbader, gegen da» Eindringen deutscher Truppe»- und deutscher Staat»angehörigrr in Spanisch-Marolk» ist Sonntag nachmittag» erfolgt. Der französische Konsul in Tetuan, S t r• re» überreichte die Protestnote, worin die spa- nischen Behörde« an den Vertrag vom Jahre 1612 erinnert werde», der es ausdrücklich verbietet, auf marokkanischem. Gebiet fremde Truppe« zu dulden.. Oberst B e t g b a d e r hat dem französischen Konsul«itgetrilt, daß in der spanlschr» Marokko, zone keine fremden. Militär«Inheiten noch Schiffe oder" eine Fremdenlegion find und daß sie auch dort nicht erwartet«erden. Au» der Erklärung, di« der Oberst dem französische» Konsul abgegeben hat, gehe, so fügt di«, amtliche Rote Hinz«, hervor, daß dir Behörde» von Tetuan sichdrnErnftderinter- nationalen Folgen vorA n g e n halten, dir dir Ausschiffung ausländischer Kzptingente, an welchem Orte Marokkos immer, herteiführe« könnten. RationalvertridlgungSminister Daladier hat feine beabsichtigte Reise nach Marokko auf einen späteren Zeitpunkt, je nachdem sich die wettere Lage entwickel« wird, verlegt.- tarnten:. j Situation nicht allzu ernst? San d a n. Reuter gibt die neuesten Jnfor- mationen de» Fareign Osfiee au» britischer Quelle Über die. Lag» in Spanisch-Marokko folgender- »istßrn wieder: ' ES wird bestätigt, daß dir deutsch« Propaganda kn Spanisch,Marokko sehr aktiv, ist. Aber dir Rachricht über die Aulfchksfung deutscher Kontingent« wurde nicht bestätigt. Dir Rachricht er- wie» sich al»» a b r, daß bei den Befestigung»- arbeiten bei Ceuta deutsch, technische Berater mitwirken. Diese Besestigung»artritm gehen aber nicht über dir Grenze der Zone von Ceuta hinaus, da» srlbst spanischer Besitz ist und ein« andere Per. fassung besitzt att da» Grbiet van Spanisch.Ma, rokka/das-büchrr nomin.rll unter hör" Souveränität de» Sultan» von Maroll» ficht. In britischen Krrist» wird bemerkt, daß England die Sag« i« Marokko-bt»hrr nicht a ls a l l z« r r« st an» sieht.,"(».!/>; Der Erste Lord der britischen Admiralität. Sir Samuel Hoare sucht« Montag In Begleitung de» Ersten Seelard» Sir Ernte Chatsield den Außenminister Ede» auf. Gespräch Hitler-Poncet bringt Entspannung? Montag abends hat nach einem fieberhaften Tag die Spannung in Pari» etwa» nachgelassen, und zwar auf Grund der Meldung über de« verspäteten ReujahrSemPfang de» diplomatischen Korp» bei Hitler. Bei dieser Gelegenheit hat Hitler dem französischen Botschafter in einer Privaten Unterredung die Versicherung gegeben, daß Deutschland nicht di« Abficht habe und auch niemals hatte,-die territoriale Integrität- Spanisch-Marokkos oder der spanischen Besitzungen irgendwie zu berühr«». Der französische Botschafter gab dann Hitler seinepseit» im Ramen der französischen Regierung die Versicherung, daß territoriale Unantäswarkeit Spanien» Uno das spanische Marokko-Statut im Rahmen der bestehende« Verträge zu respektiere«. E- Die spanische Affäre beginnt in" den letzten Tagen eine überaus ernst« Wendung zu nehmen. Roch läßt sich nicht absehen, wa» Hitler bezweckt und wie weit di« Westmächte gehen wollen, aber die militärischen Maßnahmen der letzten Tage, ebenso wie die diplomatischen Und nicht zuletzt der heftige Tonen dem di« offiziellen und bislang in London mindestens sehr zurückhaltenden Organe, insbesondere nun Hava» und da» DRB gegeneinander loslegen, sind ein gefährliches Signal. Sie zeigen, daß seit wahren zum erstenmal die Spannung über jenen Grah.hinaus- gewachsen.ist, bei dem man noch die»Formen" wahrt, dah sie bereit» in jene bezeichnende Borkt ie gs st i mm u n g übergeht, in der lange zurückgehaltener Groll durchbricht, und man-sich von Regierung zu"Regierung Grobheiten sagt. Hervorgerufen wurde die Verschärfung nicht unmittelbar durch di« deutsche Rote und durch die weitere Entsendung von Freiwilligen nach Spanien, sondern in erster Linie durch die A u f» rollung der marokkanischen Frage. Die faktische deutsche Besetzung von Spanisch-Marokko ist nicht» Reue». Neu ist Nur, dah manin London und Paris endlich dieser Tatsache ernste"Aufmerksamkeit schenkt. General Franco Berlin. Das amtliche Deutsche Rachrichtenbureau. verbreitete im-Laufe de» Sonntagabend» sehr ausführliche Auslassungen- polemischen Charakter», in den«» die Meldungen französischer Bläfter von der Durchdringung. Spanisch-Marokkos durch Deutschland, al».Hysterische.und-verlogene Angriffe" gegen Deutschland bezeichnet werden. Da» DRB behauptet, dah der Zweck- dieser-Meldungen darin bestehe, für die französische Regierung,-ein Alibi zu schaffen, wenn-sich Frankreich zu weiteren Hilfsmaßnahmen für- di« spänische-BolkSsront entschließt, und sagt weiter, dah di« bezeichneten Meldungen lediglich dazu dienen sollen, die Weltaufmerksamkeit von der«Bildung-eine» Sowjetsystems in Perpignan in Südfrankreich".abzulenken. Im Zusammenhangemst diesen- in schärfsten Ausdrücken gehaltenen-Angriffen reproduziert da» DRV schließlich, die Meldung, dah in französische« Rechttkreisen mit.-gllrr. Bestimmtheit ver- könnte diese Besetzung nicht verhindern, wenn er e» auch wollte, denn er verfügt kaum über irgendwelche tatsächliche Macht in Marokko. Vielmehr hat lediglich die Ausschisfung der deutschen Truppen in Marokko dort einen Aufstand der Eingeborenen verhindert. Die tatsächliche Besetzung von Spanisch-Marokko schafft bereit» jetzt eine große Gefahr nicht nur unmittelbar für den französischen Teil von Marokko, sondern mittelbar für alle französischen Besitzungen in Nordasrika und im Ernstfälle kann e» sich auch um eine Gefährdung der französischen Mobilisationspläne handeln. Aber auch für das britische Gibraltar entsteht durch die Besetzung von Ceuta durch deutsche Truppen ein« sehr unangenehme Lage. Berlin kann durch diese Marokkooperationen ein zweifaches Ziel verfolgen: entweder will man tatsächlich in Marokko mit dem»Aufbau" eines neuen deutschen Kolonialreiches beginnen, oder aber handelt es sich um eine Erpressung allergrößten Stil», um die Ergreifung eines Faust- p f a n d e S, da» man gegen ein viel wertvolleres Objekt umtauschen möchte. Die Operation ist solide angelegt. Ihre Leitung soll sich in den Händen des deutschen»Colonel Lawrence", Fritz vonLangenheim. befinden. Sein nächster Gehilfe ist ein gewisser Herr v. R., der während des Weltkrieges den deutschen Geheimdienst in Barcelona geleitet hat. Bon Tetuan aus wird auch in Französisch-Marokko eine energische Propaganda getrieben. Hitlers»Mein Kampf" soll bereits ins Arabische, überseht sein. Rach anderen Informationen wird Ceuta zu einer modernen Festung auSgebaut und mit schweren Geschützen versehen, die bis nach Gibraltar reichen. In Ceuta soll sich bereit» eine deutsche Garnison befinden. ...* DI« En fscheidün g fällt natiirilich nicht in Pari», obwohl Frankreich di« am stärksten bedrohte Macht ist.sondern in London. Es wird davon abhängen, ob die englischen Staatsmänner, die ja in den letzten Jahren oft genug versagt haben, diesmal ruhige Nerven behalten und der deutschen Erpressung gegenüber die richtige Methode anwenden. Nachgiebigkeit kann in diesem Augenblick, da Hitler, innerpolitisch schwer bedrängt, außenpolitisch in einer Sackgasse, aus ter er nur durch einen großen UeberraschungScoup noch auSbrechen kann, die schwersten Folgen haben, denn sie würde Hitler» Forderungen maßlos steigern und ihn dazu verleitest, über kurz oder lang, in der Hoffnung auf abermaliger Nachgeben, doch ioSzuschlagen. Dagegen würde die eindeutige britische Erklärung, daß die Belassung deutscher Truppen in Marokko oder die Entsendung weiterer »Freiwilligen" nach Spanien den Krieg bedeute, in Berlin wahrscheinlich ernüchternd wirken.und den Krieg verhindern.- Gewisse Anzeichen sprechen dafür, daß England die Politik des Schwankens u n d-N ach g e b e n 8 beend e n will. Es heißt nunmehr auch, daß die Landung der Italiener in Cadix im Einvernehmen mit England und als Gegenzug gegen Hitler geschehen sei. Trotzdem läßt sich heute, mitten im Wirbel von Ereignissen, die stündlich zu schwersten Entscheidungen, aber auch zu plötzlicher Entspannung führen können, schwer Voraussagen, wie sich auch nur in den nächsten Stunden die Dinge entwickeln werde».- -lautet, daß bereit» seit-einiger Zeit von dem französischen Generalstabe geheime Pläne aukge- arbeitet werden, deren Ziel Spanisch-Marokko -fei. ♦ , Paris. Da» HavaSbüro erklärt es für über f I M f i g, auf diese»Informationen" de» DRB konkret«inzugehen. Es handle sich zweifellos um«in« a ufh ö h s r e W e i- sung eröffnete Kampagne. Einerseits wolle man die französische Oeffentlichkeit in Rechte und Link«' spalten, andererseits einen Keil zwischen Frankreich und England treiben,- da» angeblich durch die Unterstützung der»Roten" seitens Frankreichs Gefahr laufe, bezüglich Gibraltars FMNkreich auf Gnade und Ungnade auigeliefert zu ssein. Die Pariser Blätter prangern in ihren Ueherschritten diese„Berichterstattung" des DNB nach.Geblihr ,i; Kommunistische Verbrüderung mit der SdP Am Sonntag fand in Eger eine von den Kommunisten einbcrusene öffentliche Versammlung statt, welche in der gesamten sudetendeut- schen Oeffentlichkeit die ihr gebührende Aufnierk- samkeit finden wird. Der Hauptredner war der — Gott sei's geklagt—„Führer" der KPC Gottwal d, der über die nationale Frage sprach und eine parlamentarische Kommission vorschlug, in der auch neben den Kommunisten— die Sudetendeutsche Partei vertreten sein soll. Dielen Antrag griff mit Vergnügen der SdP-Abgeord- nete W o l l n e r auf und gab der Meinung Ausdruck, daß man— nämlich SdP und Kommunisten— zu Taten übergehen müsse. Die Komm» ni st en haben mit dieser Versammlung öffentlich, wie schon so oft, eine Wendung ihrer Politik begonnen, sie haben sich eine Taktik zurechtgelegt, die für das sudetendeutsche Proletariat und insbesondere für die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei sehr gefährlich werden kann. Und sie tun da», obzwar derartige taktische Schachzüge nicht weit von hier mit schweren Katastrophen geendigt haben. Man erinnere sich doch wie Ruth Fischer 1828 mit dem nationalistischen Grafen Revent- lov diskutierte, wie Radek Schlageter als„tapferen Soldaten der Kontrerevolution" bezeichnete, wie die Kommunisten in Deutschland zusammen mit den Nazis 1931 eine Volksabstimmung gegen die demokratisch-sozialistische Preußenreg:->ung durchsührten und wse sie 1882— wenige Monale; vor dem Machtantritt Hitler»— mit den Nationalsozialisten zusammen in Berlin einen Ber- lehrstreik inszenierten. Lat dies«, konununisttiche Taktik" etwa bewirft, daß die Nationalsoziälsiien in heften Haufen zu den Kommunisten liefen? Hat es die Kommunisten nach dem 36. Jänner 1933 vor der Folter, dem Konzentrationslager oder qualvoftem Tode betvahrt? Nichts von aft dem! Die kommunistischen Wähler sind zu Hunderttausenden zu Hitler hinübergelaufen und sie sind im Dritten Reich genau so behandelt worden wie die Sozialdemokraten und die anderen Gegner der braunen Diktatur und Barbarei. Talt'iche Winkelzüge des Packelns mit den Faschisten bringen nicht der Sache de» Proletariats, des Sozialismus, der Kultur, der Menschlichkeit Vorteil, sondern verwirren jenen Teil der Masse, der pcli- tisch nicht genug aufgeklärt und geschult ist. sie wirken demoralisierend und zersetzend und schädigen auf da» schwerste den Kamps um die Erl il- tung und Festigung der Demokratie. Kompromiß- loS, grundsätzlich, fest und unbeirrt muß der Kampf gegen den Faschismus geführt werden, die Massen müssen durch die Parolen der Demokratie und der Freiheit mitgerisseni ihr Elan und ihr KampfeSeifer durch keine Winkelzüge und durch kein taktisches und zeitweiliges Zusammengehen mit den Faschisten gelb->nt werden."Die Massen verstehen«S nicht— ur! sie werden es auch bei uns nicht verstehen— eine Art Einheitsfront mit der- sudetendeutschen Abart des Faschismus, der Todfeindin der Demokratie," der Freiheit und Mens.^lichkeit, der Avantgarde der blutigsten Diktatur, nämlich jener des Dritten Reiches,»u bilden. Der Versuch des Herrn Gottwald, bei der SdP Verständnis zu finden und die Mitarbeit der SdP für die Bereinigung einiger nationaler Fragen in der Tschechoslowakei zu gewinnen ist um so verwerflicher, als gerade In den letzten Monaten von der SdP eine Hetze gegen die Sowjetunion betrieben wird, wie sie bei uns noch nie da war und wie sie mit einer solchen Heftigkeit und Beständigkeit nicht einmal Herr Dr. Kramäk betrieben hat. Seit»cm Nürnberger Parteitag, da Hitler den Kampf gegen den Bolschewismus als Deutschlands Anf-iabe verkündet hat, triefen die Blätter der SdP— die jedem Wink aus Berlin, so gehorcht wie«in dressiertes Tier der Peitsche des Dompteurs— vor Bolschewikenhetze, verleumden dir Sowjetunion und verdächtigen die Tschechoslowakei ste sei nichts anderes als der Vorposten Stalins in Mitteleuropa. Und an diese Gesellschaft wendet sich Herr Klemens Gottwald, Vorsitzender k-er KPC und Mitglied des Sekretariats der Dritten Internationale. Er wendet sich an die Partei^ welche die Todfeindin der spanischen Volksfront« kämpfer ist, welch letztere Mit unerhörtem Heldenmut die Sach« der Freiheit Europas in.den Schützengräben von Madrid verteidigen, W ä h» r.e.nd das Blut f p a nt fcher Frei» Goebbels läßt seine Meute los Schlmpforslen und faustdicke Lüsen über Frankreich Seite S Dienstag, 12. Jänner 1037 Nr. 10 1 eitStämpfer flicht und in der Inter» nationalen Brigade deutsche, französische und ,ta» lieulsche Sozialisten ihr kostbarstes Aut, ihr Leben, opfern— setztsichHerrKlemenSGott- Wald, der Schreibtisch« und Versammlungspolitiker, mit den Freunden FrancsS, Hitlers und Mussolinis jovial und liebenswürdig auseinander und hat keine anderen Sorgen al» dafür einzutreten, bei den nationalen Verhandlungen Herrn Henlein als Partner gegenüber zu sitzen. Solchem politischen Abenteurertum, einer solchen Wendigkeit, welche die Massen bald zum Kampfe gegen den Faschismus, bald zur Zusammenarbeit mit dem ärgsten Feinde der Freiheit und deS Sozialismus aufruft, mutz die sch ä r f st e K a m Pfaus a g e aller wirklichen Sozialisten, aller Freunde der Freiheit, aller.Demokraten gelten, alle Verachtung jener, denen die Ideale des Sozialismus noch etlvas gelten, muß jene treffen, welche ein politisches Geschäft mit dem Faschismus abschließen wollen. Jedem kommunistischen Redner, der Gottwalds Spuren folgen wollte, sollte in den Versammlungen das Donnerwort entgegenschallen: Keine Einheitsfront mit F a s ch i st e n, kein Packeln und Feilschen mit der Partei Hitlers und Henleins I Genau so verwerflich ist es natürlich vom Standpunkt eines gläubigen Anhängers der SdP in einer Versammlung, in welcher der führende Abgeordnete der KPC spricht, den Kommunisten gegenüber einen freundschaftlichen Ton anzuschlagen. In der ganzen Welt erzählen die Sendboten des Dritten Reiches, die Tschechoslowakei sei ein halbbolschewistischer Staat, es gelte die Tschechoslowakei vor der völligen Bolschewisierung zu retten, die europäische Kultur sei in höchster Gefahr. Am 0. Jänner, einen Tag, bevor Kamerad Wollner dem Towarisch Gottwald schön getan hat, hat die»Rundschau", das offizielle Henleiwblatt, einen Artikel mit dem dreispaltigen Titel»Schlafmützen herunter— die Kommune rüstet" veröffentlicht, in welchem Gottwalds Parole von der Sowjet-Demokratie als gefährliches Schlagwort erklärt wird.»Das Schicksal Europas", so wird warnend auSgerufen,»steht wieder einmal auf deö Messers Schneide. Aus dem spanischen Hexenkessel stieben ganze Garben von Zündfunken auf, die der Sturm über Europas Dächer trägt. Und bei uns, wo die FeuerSgesahr besonders grob ist, wo die Gegensätze zwischen link» und recht» von Tag zu Tag schärfer werden, da stehen Agitatoren bereit, um jedes vom spanischen Sturm herübergewehte Fünkchen zur Weißglut anzublasen." Auf der einen Seite das hysterische Geschrei von der Bolschewikengefahr, auf der anderen Seite süße, zärtliche Worte de» sonst rauhbeinigen Germanen Wollner an die kommunistische Schöne. Daran erkennt man den völlig demagogischen Charakter de» Geredes und Geschreibe» von der Bolschewisierung der Tsche- ‘ choslowakei. Meinen es die Henleinleute ernst, wieso dann die Bandlerei WollnerS mit Gottwald. Oder hat vieNeicht Berlin ein taktisches Zusammengehen mit den Kommunisten in diesem Lande angeordnet, um chaotische Zustände herbeizurufen? Will Hitler etwa die Gefahr der Bolschewisierung der CSR damit beweisen, dah der Bolschewismus schon den StandeSführer der Arbeiter in der SdP, Herrn DoNner, erfaßt hat? Da» wäre allzu grotesk. Die Berührung der SdP und Kommunisten wird gerade das Gegenteil erzielen, sie wird aNe demokratischen Kräfte dieses Lande» wachrufen und die Ueberzeugung kräftigen, daß die SdP ebenso wie die Kommunisten ein verwerfliches Spiel um die Le« Das Kaffeehaus in der Se'.tengasse Roman von Fritz Rosenfeld ss »Aber Lorenz", sagte Isabella.»Du hast der Tante noch gar nichts gesagt?" Mittelmeier fühlte Blei in den Knien» er wähnte, mit den Füßen am Boden festgewachsen zu sein, eine große Hand kam von oben, packte seinen Kopf und zog ihn in die Höhe, er wurde dünn wie ein Faden, der Wind riß den Faden hin und her. Dann kam wie ein Sturzbach die Freude über ihn: Sie mochte ihn also, sie wollte ihn heiraten, die Frau, die dem Baron Silbermann gefallen hätte, die Ihn ein Schloß patzte, mst ihrer Stattlichkeit und Würde, Isabella, nach der alle die Augen verdrehten, sie würde an seiner Seite.. Aber er mutzte jetzt etwa» sagen. »Ja... ja", sickerten die Worte au» seinem Mund.»Wir werden heiraten, Tante". »Ihr werdet heiraten, so, so. Ich hab mir schon immer gedacht, Lorenz, du solltest endlich heiraten, du kommst in die Jahre, und da ist eS nicht gut, allein durchs Leben zu laufen". Da» hätte ich nun wieder nicht sagen sollen, ging eS der Tante durch den Kopf. Einem glücklichen Bräutigam sagt man nicht, datz er all wird. Sie mutzte eS schnell wieder gut machen: »Er ist ja noch jung, Frau Isabella", sagte sie,»Ihr beide seid ja noch so unverschämt jung. Ich bin eine alte Frau, ich werde achtundsechzig, da beginnt man zu begreifen, wie schön die Jugend ist..." Mittelmeier schob seinen Arm unter den Arm der Tante. Isabella hängte sich in ihn ein; so benSinteressen der Demokratie' und der werktätigen Massen spielen. Die Sudetendeutsche Partei ist eine faschistische Bewegung. Kein Demokrat wird' sich wundern, datz sich diese Partei im Kampfe gegen die Demokratie der Tschechoslowakei aller Mittel bedient, auch jene» eine» zeitweiligen Zusammengehens mit den Kommunisten. Mer tausende Menschen haben bisher geglaubt, datz die Kommunisten eine Partei sind, auf welche in demokratischen Dingen Verlaß ist. Diese Kommunisten» Gläubigen mögen sich die„Rote Fahne",.da» deutsche Hauptblatt der Kommunisten ansehen, welche am 10. Jänner den Leitaufsatz mit den Worten schließt: Nach dem Reichstagsbrand in Berlin, nach dem zweiten Reichstagsbrand in Spanien ist der dritte In den Sudeten, in der Tschechoslowakei ge» ■ plaät. Schon sucht inan sudetendeutsche Ban der Lübbe»..Schlafmühen herunter.— die sudetendeutschen Franco» drohen! Die Druckerschwärze de» Blatte» war noch feucht, al» sich der Führer der Kommunistischen Partei mit einem der»sudetendeutschen Franco»" so gut verstanden und die Teilnahme der sudetendeutschen Franco» an politischen. Verhandlungen verlangt hat. Er soll un» noch einmal mit seiner Einheitsfront kommen— wir werden ihm eine Antwort geben, die unserem festen Willen entspricht, keine Kompromisse zu schließen mit den Feinden de» menschlichen Fortschritt», mit den Totengräbern der Freiheit! ausgestellt wird, datz die Offerten Im deutschen Gebiete nach den lokalen Löhnen und Preisen erstellt werden uNd daß heimische Arbeiter dabei beschäftigt werden sollen. Sckon Heuer werden einige Lieferungen de» Eisenbahnministeriums deutschen Maschinenfabriken übergeben werden und e» wird die Lieferung von Kohle au» den» Falkenauer Revier im bisherigen Umfang erfolgen. Auch das„Prävo Lidu" beschäftigt sich mit der. politischen Situation. Es weist darauf hin» datz da» Ansehen der Agrarpartei im Sinken begriffen ist und datz die Stärke der demokratische» Ideologie seit Ende 1938 bei uns steigt. E» hat der Agrarpartei sehr geschadet, ba* die Goebbels- Propaganda sich auf die agrarische Presse bei Ihrem Feldzug gegen die Tschechoslowakei berufen konnte. Soll da» Vertrauen zur Agrarpartei erneuert werden, dann sind drei Voraussetzungen notwendig: 1. Die Agrarpartei mutz erklären, datz sie entschieden demokratisch sei und mutz diese Gestnnung auch in ihrer Presse zum?lu»druck bringen. Ihre Macht in der Politik und Administrative mutz ihrer Stärke, entsprechend reduziert werden. Die agrarische Presse mutz das Kokettieren mit der hitlerischen Ideologie sein lassen. 2. Die agrarische Presse mutz die Zusammenarbeit mit der Presse der oppositionellen Parteien aufgeben und die Jntriguen gewisser agrarischer Führer mit oppositionellen Elementen, darunter auch mit Henlein-Leuten, müssen aufhöre». Die Agrarpartei hat 14.8 Prozent der Stimmen bekommen, sie hat autzer dem Ministerpräsidenten sehr einflußreiche Ministerien besetzt, alle vier Landespräsidenten und eine Reihe von Bezirkshauptleuten sind ihr zuzuzählen. Der Mischrauch ihrer Gewalt ist untragbar. Die Krise der Landwirtschaft ist Im grossen ganzen überwunden und e» handelt sich vor allem jetzt um die anderen BevölkerungSschichten. Schaufenster und Sprachenfrage In der montägigen Sitzung der Prager Stadtvertretung lag ein Antrag de» Magistrates auf Erlassung eines Regulativ» für die Bewilligung von Auslagen(Schaufenstern) in der Hauptstadt Prag vor. E» handelt sich um Richtlinien darüber, wie in Zukunft die Bauordnung bei der Bewilligung von Auslagen, sei es solcher, die über die Baulinle hervorragen, sei es solcher, die hinter di« Baulinie zurücktreien, praktiziert werden soll. In diesem der Zentralvertretung zur Genehmigung vorgelcgten Antrag eine» Regulativ» war auch die Bestimmung enthalten, daß alle Aufschriften in einem richtigen Tschechisch durchgeführt weiden sollen, und zwar sowohl wa» die Rechtschreibung, al» auch wa» den Stil anlangt. Zu dem Entwürfe de» Regulativs meldete sich der Vertreter unserer Partei, Genosse Dokwr S ch w e. I b,. zu Worte und bcantragte die Streichung dieser Bestimmung oder ihre Ersetzung durch die Norm,, daß alle Aufschriften stilistisch, und orthographisch richtig sein sollen, ohne daß jedoch die tschechische Sprache als allein-zulässige Sprache der Aufschriften vorgeschrieben sein soll. Der Redner machte darauf aufmerksam, daß die vorgeschlagene Regelung verfassungsmäßig unzulässig und überdies unzweckmäßig ist. Genosse Doktor Schwelb. appellierte an die Zentralvertretung und forderte sie auf, seinem Anträge stattzugeben und dadurch den Vertretern der deutschen Minderheit zu ermöglichen, fiir die Vorlage zu stimmen. In der Debatte sprach der Ligist Jng. Prokop und wandte sich gegen den Antrag des Genossen Dr. Schwelb. Bei der Abstimmung blieb Endlich eine deutliche Antwort auf die Berliner Rundfunkhetze Eine Waffe, die viel zu wenig benützt wird Prag. In der Vorwoche hat die nazistische Rundfunkhehe gegen die Tschechoslowakei zweifellos ihren Höhepunkt erreicht. Da» ist sogar in London ausgefallen und sowohl die offiziöse „Times" al» auch der amtliche britische Radiodienst haben mit aller Deutlichkeit an die Adresse Berlin» erklärt, daß sie die ununterbrochenen Behauptungen über die angeblichen russischen Flugplätze und die fortschreitende Sowjetisierung in der Tschechosiowakei für einen groben Unfug und für ein durchsichtiges Vernebelungsmanöver der nazistischen Kriegshetzer halten. Dadurch wird die Frage um so aktueller, wa» unsere berufenen Stellen selbst zur Zurückweisung dieser niederträchtigen Kampagne unternehmen wollen. Jedenfalls haben e» viele demokratische Hörer als ein-. Erlösung empfunden, daß in der samstägigen deutschen Prager Mendsendung endlich eine männliche Sprache über die reichsdeutschen Greuel» Meldungen geführt wurde. Im Rahmen der politischen Nachrichten sind dabei zum erstenmal die Lügenmeldungen über die Tschechoslowakei in gebührender Form widerlegt worden und e» wurde an die Adresse der braunen Kriegshetzer auch gesagt, dah sie, wie man bei un» volkstümlich sagt, »genug Dreck am Stecken haben" und sich lieber um die nicht gerade rosigen Verhältnisse im Dritten Reich kümmern sollen. Die Wirkung dieser Dr. Hodia wieder Im Amt Prag. Der Vorsitzende der Regierung. Dr. Milan H» dja, ist von seinem Erholungsurlaub zurückgekehrt und hat die Leitung seines Amte» übernommen. Am Montag hatte-er mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung, dem Eisenbahnminister Bechynk, eine Konferenz, hierauf längere Verhandlungen mit Finanz. Minister Dr. KalfuS und sodann mit dem Re- ferenten de» Ministerium» für auswärtige Ange- legenheiten. Mit der Rückkehr de» Ministerpräsidenten Hodja beginnt, wie di«„Lidovt Noviny" schreiben, die politische Saison. Womit sich die Regierung zunächst beschäftigen wird, ist noch nicht bestimmt. In der Koalition berät man über die Regelung der Handelssteuern und über die Forderung der Eisenwerke nach Erhöhung der Preis« für Roheisen. Weiter bereitet man eine BerRundfunkabwehr war verblüffend. In den reichsdeutschen Sonntag-Sendungen wurde zum ersten- male nach langer Zeit die Tschechosiowakei nicht angeflegelt. Daraus sollte man an den berufenen Stellen endlich die.entsprechende Lehre ziehen. Wir verlangen nicht, daß die schon längst bitter notwendige Radio-Offensive gegen die nationalsozialistische Hetzpropaganda zuerst von unserem immerhin exponierten Lande eingeleitet werde. Wa» aber enischeideird not tut, ist, datz kein reichsdeutscher Lügenbericht über die Tschechoslowakei ohne prompte und mutige Antwort bleibe. Wir haben von einer solchen Unterhaltung nicht» zu fürchten. Keiner unserer inländischen Hörer erfährt au» den Berliner Anpöbelungen etwa», wa» er nicht vorher in der Presse Henlein» oder der tschechischen Faschisten gelesen hätte. Wir können aber den reichsdeutschen Hörern manche» zur Kenntnis bringen, wa» sie in ihrem gleichgeschalteten Reich nicht zu erfahren vermögen. Ein demokratische» Land ist bei einer derartigen öffentliche:. Unterhaltung absolut im Vorteil. Schweigen würde nur al» Schwäche und Ermunterung au»- gelegt. Die Tschechoflowakei hat aber nicht den geringsten Anlaß, weder ihrer eigenen Bevölkerung, noch Deutschland oder den Weststaate.-, gegenüber einen solchen Eindruck zu erwecken. änderung im Tariflystem der Bahnen insbesondere für den Fernverkehr' vor. Auch an eine. Vorlage über die Privatbankiers wird gedacht. Die Agrarier haben eine Meng« Forderungen erhoben: Biehmonopol, Regelung der Bewirt- Mäftung mit., künstlichen Fetten, Regelung der: Milchprodultion, Kredithilfe für die-Landwirte,- Schaffung eine» Entschuldungsfonds. Vergessen wird dabei, so meinen die„Lidovä Noviny", vollkommen auf die Regelung der Svirituswirtschaft, welche dringender al» alle agrarischen Forderungen ist. Soweit e» sich um die Forderungen der Minderheiten handelt, werden diese gleichfalls nach der-Rückkehr de» Ministerpräsidenten akut werden. Die deutschen aktivistischen Parteien haben ihre Forderungen bisher nicht bekanntgegeben. Einige Ressort» haben gewisse deutsche Wünsche schon erfüllt. So wird da» Eisenbahnministerium fleinere Arbeiten nicht Wie bisher in eigener Regie durchführen, sondern wird sie Unternehmern übergeben, wobei der Grundsatz ging er, zwischen den beiden Frauen, er blickte geradeaus, es war alle» sehr schnell gekommen, er mutzte seine Gedanken ordnen, nun war viel zu besprechen und zu regeln, e» sollte eine feierliche Hochzeit werden. «Er war in seiner Jugend ein großer Lausbub, unser Lorenz", sagte di« Tante,»und er hat un» viele Sorgen gemacht. Wir dachten schon, aus ihm wird nie wa» Rechte». Mer dann, al» der Baron Silbermann ihn in den Dienst nahm.. Wie oft habe ich die Tante gedelen. sie solle nicht immer sagen: In den Dienst nähmt Ich bin doch kein Stallknecht gewesen, kein Laufbursch, kein Schuhputzer. Aber die Tante erzählte d:e alten Geschichten immer mit den gleichen Worten. Für sie änderte sich nichts mehr, nicht einmal eine Redewendung, die sie seit dreißig Jahren ge-. brauchte. Die alten Worte gehörten zu ihr wie die alten Kleider, die alten Vergleiche, die man Immer wieder anwendete, waren so vertraut, wir die alten Bilder, die an der Wand hingen und die man tagtäglich betrachtete, achtundsechzig Jahre. »Und da» hier ist BImba", sagte Lorenz, um- zu verhindern, datz die Tante nun der Reihe nach' alle Anekdoten au» seiner Schulzeit auskramte. Sie würde nun die schlechten Noten aufzählen, die er bekommen, sie würde nun de» lange»' und breiten schildern, wie er auf einen Baum geklettert und seine Hose zerrissen und einmal beim Angeln in den Bach gefallen sei. Da» hatte alle» Zeit, bi» er verheiratet war; dann mochte Isabella in der Chronik seine» Leben» blättern, bi» zu dem Tag zurück ,an dem er zum erstenmal die Brille seine» Vater» zerbrochen und die Milchflasche au» dem Kinderwagen geworfen hatte. E» war ja so viel geschehen in seinem Leben, die Tante hatte Stoff für einig« Monate.’ Die Tante staunte: Marmorsäulen, golden" Leuchter. Kerzen mit elektrischer Flamme, da» gab e» zu Hause nicht. Und die- feinen Leute, mit denen ihr Nesse berkehrtel Ein Professor, ein Direkwr, ein Redakteur. Sie. saß da und war nur damit beschäftigt, zu staunen. »Wann werdet Ihr denn heiraten?" sagte sie unvermittelt. Isabella wurde verlegen, Lorenz hielt nach BImba Ausschau.»Wo ist denn Bimba", fragte er ganz laut. »Wann Ihr heiraten werdet, meinte ich", wiederholte die Tante. Gerleitner ritz die Augen auf. »Sie heiraten?" »Ja— wir werden heiraten, Isabella und ich." Und da» haben Sie un» verheimlicht? Da» erfahren Ihre besten Freunde erst so spät?" »Wir wollten Sie mit unserer Verlobung Überraschen. Aber da nun die Tante kam..." Nun wurde es Mittelmeier bang. Wäre die Tante zu Hause gebliebeni Jedesmal, sobald sie kam, mischte sie sich in seine Angelegenheiten ein. Bor einem Jahr hatte sie ihn gezwungen, zum Zahnarzt zu gehen/der Zahnarzt hätte ihm zwei Zähne gezogen, die nie geschmerzt hatten, er hatte tagelang milder Bohrmaschine seine Zähne angenagt, und dar alle» nur, weil die Tante beim Gähnen eine Lücke In einem Schneidezahn entdeckt hatte. Sie sah in Ihm noch immer den kleinen Jungen, den man morgen» beiseite nahm, dessen Kopf man unter die Wasserleitung steckte und den man hinter den Ohren einseifte, weil er dort angeblich immer schmutzig, war. »Dann feiern wir also heute Mend unsre Verlobung", entschied Isabella. Gut, dachte, Lorenz. Feiern wsr heute Mend unsre Verlobung. Man muß sich entschließen können. Baron Silbermann sagte-einmal— da unterbrach er seine eigne«: Gedanken: Isabella hatte ersiärt, sie würden heirawn; Isabella hatte bestimmt, sie würden sich heute, verloben; Isabella wird Wohl befehlen; Morgen stehst du ;i«t acht Uhr auf, Lorenz, um halb neun bringst du mir da» Frühstück, um neun gehen wir au». Am Mend gehen wir ins Theater, du oegleitest mich, und für morgen Mittag habe Ich Gäste ein- geladrn. Er lief, also nicht mehr herrenlos durch die Welt, auch er war unter einem fremden Willen gekommen. Um sieben Uhr begleitete er Isabella nach Hause, sie mußte sich noch umkleiden, und er wollte seinen SonntagSrock anziehen, er verlobt« sich schließlich zum ersten Male in seinem Leben. Er war nie in ihrer Wohnung gewesen; die Tapeten gefielen ihm,-violette Blüten in rosaroten Körben, auch die Möbel waren hübsch, geschnitzte Figuren auf den Schränken,, geschweifte Stuhllehnen, wie in einem Schloß. Hier würde er nun wohnen. Sie hatten es unterwegs beschlossen: er gab seine Wohnung auf, sie war zu klein für ein Ehepaar, die paar Möbelstücke, die er besaß, Silbermann hatte sie ihm einst geschenkt, würden sie.in Isabellas Zimmern unterbringen, man konnte dafür den alten Bücherkasten.sm Wohnzimmer, der als Wäscheschrank diente, und die wacklige Tischgarnitur verkaufen. .Ihm fiel ein, daß er Isabella, noch nie geküßt hattet Eigentlich gehörte e» sich, daß man die Frau, die man heiraten will, küßt, bevor Man sich mit ihr verlobt. So stand eS in den Romanen, und da» mußte wohl seinen Sinn, haben. Gr tappw leise zu ihr, äl» fürchtete"er, sie würde davonlaufen, wenn sie ihn kommen hörte. Er legte den Arm um sie und küßte sie auf die- Wange. .Haben Sie mich— hast du mich denn eigentlich gern?" fragte er. Sie sah ihn an, mit einem Lächeln, da» er immer so mädchenhaft, so zart gefunden, dg» er schon immer bewundert hatte, und da» nun ihm gehörte; er preßte sie an sich, er küßte sie nochmal» auf den Hals, auf die Stirn, auf di« Augen. Sie schloß die Auge», sie gibt sich ganz hem Gefühl hin, von dem geflehten Mann geküßt zu werden, sie liebt, mich mit Leidenschaft,- dachte er; sie dachte, er wird mir nun die Frisur, zerdrücken, seine Hände schwitzen,, er ruiniert mir das Kleid. General MIaja hat an dir Bürger von Madrid ein Manifest gerichtet, in der sie Der Streik in Schießglock beendet Die Bergbehörde sperrt die Grube/ Die Bergarbeiter ausgefahren Am 27. Dezember 1986 erhielt die Beleg- 1 ten zu handeln, di« entweder die Aufrechterhal- schaft des Milada-Schachtes in Schiessglock bei, tung des Lohn« und Kollektivvertrages oder die Saaz da» übliche Weihnachtsgeschenk in Formr e t t u it g der Grube verlangten, der Kündigung. Da» ist nun fast schon zur Ge- An der Unnachgiebigkelt der Besitzer sind wohnheit geworden, ebenso wie seinerzeit die, schliesslich nach langer Dauer die Verhandlungen Bergarbeiter des Prokop-Schachtes tn Soborten; gescheitert, worauf der Vertreter deö Brüxer Re» bereit» diese sonderbaren Allüren der Herren! vierbergainteS die Schliessung der U h e r und M u z i I a k, denen auch der Schiess- Grube verfügte. Damit wird nun verhindert, «locker Schacht gehört, gewohnt waren. Montag, I dass das Unternehmen mit Arbeitern, die für ge- den 4. Jänner, bei Schichtwechsel wurde die ge- i ringeren Lohn arbeiten würden, den Betrieb samte Belegschaft von einem neuen Anschlag auf, wieder anfnehmen kann. ihre Lebenshaltung überrascht, denn die Gruben- s Als de» im Schacht befindlichen Bergleuten Um die Teuerungsaushilfe für d e Bergarbeiter Wir haben bereits in unserer Sonntagsnummer berichtet, dass der Verein für bergbauliche Interessen nach langen Verhandlungen sich bereit erklärt, hat, an die Bergarbeiter eine TeuerungsauShilfe auszuzahlen. In diesem Beschluss war jxdoch'dcc^PassuS enthalten, dass die TeuerungsauShilfe nur an jene Personen"bezahlt werden soll, deren Jahreseinkommen 11.000 KC nicht überschreitet. In diesem Betrag sollten sowohl die bezogenen Entgelte al» auch' die Urlaubsschichten miteinbezogen werden. Bon dieser Entscheidung wurden die Bergarbeiterorganisationen Samstag verständigt, doch wurde noch am gleichen Tage eine Eingabe der koalierten Bergarbeiterverbände dem Revierberg- der Aufständischen, welche» von Deutschland, Portugal und Italien Hilfe zuteil wird, hartnäckigen Widerstand zu leisten. DaS Manifest fordert, dass der Widerstand dieselbe Standhaftigkeit wie in den ersten Rovemtertagrn auf» I weisen soll. I Nach einer Verordnung deS Verteidigungsausschusses hat die Zivilbevölkerung mit Ausnahme der Männer zwischen 20 und 45 Jahren Madrid zu verlassen. Diejenigen, welche sich gegen diese Verordnung vergehen, werden vor BolkS- Schnellgerichte gestellt werden. ■Neue VorschlMge Englands Generel.es Ausreiseverbot für Freiwillige Lendo n. DaS Auswärtige Amt hat de» tritischen Botschaften! in Berlin, Paris, Ron«, Lissabon und Moskau telegraphisch Instruktionen erteilt, mit den Regierungen der dortigen Länder in Verbindung zu trete« und ihnen Port chläge zur sofortigen Unterbtn- dnNg dr»wetter«» Zustrom» von F reiwikligrn nach Spanien zu uniertreiten. Die britische Regierung weist in di« ftn Vorschlägen auf ihr« gleichzeitig verkündeten eigene» Massuahmrn.zur Unterbindung de» Zustrom» britischer Freiwilliger nach Spanien hin «nd regt ähnliche Massnahmen feiten» der tetre.'senden Regierungen au. ES sei nunmehr an der Zeit, dass alle beteiligten Regirrungen effektive«nd sofortige Massiwhmen zur Kontrolle der Freiwillige» treffe«. Sa einer amtlichen Verlautbarung wird erklärt, dass die Regierung di» Akte vom Jahr« 1870, betreffend den Eintritt tn ausländische militärische Dienste a u f d e n.j«tzigenBürgerkrieg in Spanien znr Anwendung trin- g« n wird. Dies«"Akte t« st rufende«E'n» tritt f nm i l i t ä r i k ch e Dienste einer ausländischen Macht, sowie dieAnwerbnngzn soll ch en Diensten mit Gefängnis bi» z» zwei Jahren oder mit Geld» straft»»der mit beiden Strafen.'Ferner wird die Ausreise au» dem Gebiet de» veteinlgten Königreiche» zum Eintritt in militärische Dienste einer auswärtig«« Macht unter Strafe, gestellt. Part»., UnierstaotSsekretär Blennot erneuerte in einer Nnterredung am Sonntag di« vom Botschafter Corvin dem Aussenminister E d e n gegebenen Garantien, nach denen da» französisch« Kabinett im Lauf« der nächsten Woche im Parlament die nötige« legislativen Massnahmen unterbreiten wird, nach denen ein B e r b o t derAnwerbungnnd de» Abgang» von Freiwilligen nach Spanien erfolgen könnte. Diese Massnahmen werden im gesamten französische» Hoheitsgebiet zur Durchführung gelangen, mit dem Augenblick, in dem ein allgemeines Abkommen unter den beteiligte» Mächten zustandekommt. amt In Brüx überreicht, in welcher gegen die Festsetzung dieser Einkoininensgrenze protestiert wurde. Montag wurde nun de» Bergarbcitcrvcr- bänden mitgeteilt, dass bereits für Donnerstag, neue Verhandlungen beim Brüxer Re- vicrbcrgamt festgesetzt wurden. Neber ihre» AuSgang werden Ivir zeitgerecht berichten. Der Bergarbciterrcvierrat in Mähr.-Ostran erhielt am Montag eine Zuschrift der Direktorenkonferenz, worin mitgeteilt wird, dass die Besitzer der privaten Gruben, Kokereien und Betriebs- olektrizitätSiverkc beschlossen haben, den Arbeitern eine einmalige Teuerungsunterstützung vpn 60 KL für jedes Kind bis zu 14 Jahren anSzn- zahlen. Der gleiche Betrag wird für jede» Kind von 14 bi» 18 Jahren ausbezahlt, das infolge geistiger oder körperlicher Mängel arbeitsunfähig ist, weiters fiir Kinder, die eine öffentliche Schule mit ganztätigem Unterricht besuchen und keinen eigenen Erwerb haben. Die Bcrgarbcilerorganisnlionon werden jetzt über diesen Vorschlag beraten, mit dem die Diret» torenkonscrenz Verhandlungen über die Forderungen der Bergarbeiter, die unter Patronanz des Rcvievbergamtes demnächst sMttfinden sollten, z u v o r g e k o m m e n ist. Bekanntlich hatie die Dircktorenkonferenz seinerzeit die Forderungen der Organisationen überhaupt abgelehnt. Kurpfusiherwesen im Reichenberger Gebiet In Reichenberg übt in sehr ausgedehntem > Müsse ein rcichsdeutscher„Naturhcilpraktikcr" eine gesetzwidrige kurpfuscherische Tätigkeit auS. Er empfängt in seiner Wohnung tausende Patienten und zu seinen Klienten gehören, wie er sich vor Geriet selbst dessen rühmt, viele hervorragende Personen aus Beamten- und Offizierskreisen. Seine Heilmethode ist überaus einfach: Er legt seinen Patienten„die trockenen Hände" auf. ES ist zweifellos, dass er durch seine kurpfuscherische Tätigkeit, wie jeder Kurpftischer, die Gesundheit der einzelnen als auch daS öffentliche Gesundheitswesen hauptsächlich dadurch bedroht, dass er seine Patienten vom Aufsuchcn einer rechtzeitigen ärztlichen Hilfe abhält. Unter seinen Klienten befinden sich viele schwere Natienten, z. B. mit Krebs, welche, lvenn sie keine Erleichterung durch daS Auflegen der„trockene» Hände" des Kurpfuschers finden, zu spät zur Operation kommen, welche ihnen allein, das Leben retten kann. Der Kurpfuscher, von deni die Rede ist, ist reichsdeutscher Staatsangehöriger, lvelchcr seine» Aufenthalt auf dem Gebiete unserer Republik zu widergesetzlichem Tun lunerlaubte Behandlung) missbraucht. Es stand deshalb mehreremalS vor Gericht, wurde jedoch stets freigesprochen, weil ihm nicht nachgewiesen werden kann, dass er seine Kurpfuscherei gewerbsmässig, nämlich gegen Entgelt betreibe. Er umgeht dies auf die Art und , Weise, dass sein Sekretär für ihn freiwillige Gaben empfängt, um welche jeden Besucher anzugehen er nicht unterlässt, mit dem Bemerken, dass die geringste Gabe 20 KL betrage. DaS Ministerium für LsfentlicheS Gesundheitswesen wurde von der Acrztekammer auf die kurpfuscherische Tätigkeit der reichSdeutschen„Naturheilpraktiker" im Ski» chenberger Gebiet« aufmerlmm gemacht und die Oeffentlichkeit erwartet mit Zuversicht eine baldige Remedur. Warnnnal Au» einigen Orten wird berichtet, dass bei Witwen kürzlich verstorbener Angestellter jemand vorsprach, der sich auf den Allgemeinen Ange st elltenver band Reichenberg berief, die Unterschrift von Belegen verlangte, um angeblich die R e n t e n a n s p r ü ch e für die Witwe geltend zu machen und dafür K o st e n Vorschüsse haben wollte. Ter genannte verband ersucht un», darauf aufmerksam zu machen, dass zur AuSkunftSerteilung für ihn nur seine eigenen Funktionäre und Vertrauensleute befugt sind, die selbstverständlich keine Kostenvorschüsse fordern und dass c» sich offensichtlich um einen Betrüger handelt, der im Bc- trcmngSfalle der Polizei zu übergeben wäre. Wegen Auskünften in Pensions- und Krankenversicherungsfragen wende man sich n u r an die Ortsgruppen oder Geschäftsstellen der genannten verbände», der demnächst in zwei besonderen Rentnertagnn» g« n, u. zw. am 14. Feber in B.-L e i p a und am 21. Feber in O l m L tz zu den verschiedenen TageSfragen der Rentner und Rentnerinnen, zur Novellierung der Pensionsversicherung u. a. m. Stellung nehmen wird. Er wollt« seltne Mutter ersteche«. Auf der Karlsbader Polizeiwachtstube erschien in grosser Aufregung eine Frau A. Sch. au» Karlsbad, die um I Assistenz gegen ihren Sohn bat, weil dieser ihr gedroht hatte, er werde sie erstechen. Da der junge Mann Anzeichen einer Geistesstörung zeigte, wurde er in» Krankenhaus gebracht. Etn Adamlt in Karlsbad. In den Waldungen de» Dreikreuzberges In Karlsbad zeigte sich, wie un» berichtet wird, mehreren dort spazierengehenden Frauen«in Mann, der fast nackt war. Die dqvon verständigte Polizei nahm die Nachforschungen ans, , vermochte bisher aber den Adamiten nicht ausfindig i zu machen. Dienstag, 12. sannet 1037• Seite 4 Lawlnen-Tod In den Alpen Dr. Krof'a: Will«liv. V(4llH)|llll|IU| U. M* vvmvuiuv des Abgeordnetenhauses. Malhpetr und Dollar m i t der auch wenn nicht Ausgerechnet jetzt? London.(Meuter.) Das Luftfahrtministerium gibt bekannt, dah in Erividerung des Besuches der deutschen Luftwaffe eine Gruppe von Fliegrroffizieren mit dem Bizemarschall Courtnah an der Spitze, in Deutschland einen Gegenbesuch abstatten wird. Die Delegation wird die Reise am Sonntag antreten und sich fünf bis sechs Tage in Deutschland aufhalten. Franke als Vertreter.der Regierung. Den Festakt eröffnet« der Vorsitzende, der Gesellschaft Prof. Dr. Krimä t, dann sprach deutsch der Vize- obmaun der. Gesellschaft. Dr. Karl W ols- Zdelauer und schlichlich Unterrichtsminister Dr. Fr anke, der die b e s ch l c u n i g t e E n bauun g d er Staatsgalerie in Aussicht, stellte. Der Minister Übergab sodann dem Direktor Dr. B. Kramäk das.Statut, der staatlichen Sammlung alter.Kunst sowie die Statuten der Einlaufrkommissio.n, um sodann, zusammen mit Prof. Dr. Krtnuir ein. Protokoll über die Uebernahme der Sammlungen, zu, unterfertigen.. Minister Dr. Franke übernahm auch von Prof.. Dr. Krimat als.Geschenk für die staatlichen Sammlungen eine.Kollektion von 17 Zeichnungen der Mitglieder der Familie. Mänes. Die Feier wurde im Film, festgehalten.,; Eifersuchtsdrama unter Taubstummen. Sonntag abends drang' der taubstumme Hausierer Friedrich Kozäk aus Prosel bei Prag, in die Wohnung seiner^ ehemaligen, gleichfalls taubstummen Geliebten, der 49jährigen Marie Kaspar ein, die in einer Prager Notbaracke hinter der Aerosabril wohnt. Hier traf er im, Vorzimmer! deren jetzigen Geliebten, den 48jährigen taubstummen, Tischler. Wilhelm Lastuvka,.der jetzt bei ihr wohnt. Ko- zäk fiel seinen Nebenbuhler sofort mit elaein Hammer an und, versetzte ihm'so schwere Schläge in den Kopf, dah er während her Einlieferung ins allgemeine KrankenhauS'versckssed. Kozäl, der bei der Schlägerei einige leichte Verletzungen erlitten hatte, wurde im Krankenhaus verbunden und sofort auf die Wachstube gebracht'. Ob die Anklage ivcgen Totschlags oder Mordes. erhoben wird, steht noch nicht fest. Ein Zlmmerbrand vernichtet eine Familie. In der Gemeinde Schlapafchnica bei Lozniea ereignet«'sich ein Unglück, dem wahrscheinlich die ganze' Familie eines dort ansässigen Bauern zum Opfer. fallen. dürste. Die Bauernfamilie schlief in einem Zimmer, in dem neben dem Ofen Hanf zum Trocknen aufgehängt war. Der. Hanffing Feuer,' wodurch ein Brand entstand.'Dürch die Flammen' erlitten der Bauer, seine Frau, seine alte Mütter und, zwei Söhne im Alter von 12 und IS Jahren- ernste Verletzungen. Die zwei Kinder sind ihren Brandwunden bereits erlegen. Es bestehen Zweifel, üb es gelingen wird,' die übrigen Familienmitglieder am Leben zn erhalten.. Menschen im Schneesturm. In den Bergen von Los Angeles wütet ein heftiger Schneesturm. Der Sturm,überraschte einige Gruppen von Leuten und hat im ganzen 10 Menschenleben gefordert. Ein Abschirdshrief an die Mutter. Erst heute wird eines der bewegtesten Dokumente aus dem spanische'», Bürgerkrieg bekannt. Der' Generalgouverneur von Asturien veröffentlicht einen. Abschiedsbrief des Zivilgouverneurs von Valladolid an seine Mutter. Dieser Brief wurde wenige Stunden vor der Hinrichtung geschrieben. Hier einige Stellen:»Wenn jemand Dir sein Beiieid ausdrückt oder Dich an meinen Tod erinnert, so wirst'Du stolz den Kopf heben. Antworte'.ihm,, dah Dein Sohn nicht als Verräter,'als schlechter Spanier, als schlechter! Christ, noch, als„unkultivierter. Wilder", erschasien wurde. Der Tod Deines Sohnes entehrt Deinen Namen nicht. Dein Sohn ging rühig, entschloffen und mit dem sanften Lächeln eines Unschuldigen und ehrlichen Mannes zur Richtstäite." Dieses Schreiben trug al» Datum den 16. August. Es ist also schon lange her, dah die Rebellen dieses erst.jetzt aüf- gedeckte Verbrechenbegangen haben.• .Hitlers„Friedenswille". Der Innenminister deS Dritten Reiche» hat' angeordnet, dah Beam- Berstaatlichte Kunstsammlungen. Sonntag, fand in den Ausstellungssälen, der Galerie der Gesellschaft patriotischir Kunstfreunde in Böhmen in der Zentralb'blioihck der Hauptstadt.eine bedeutungsvolle! Feier. statt:' UnterrlchtSministep Dr. Emil Franke übernahm als Vertreter, der Regierung die Sammlungen der Gesellschaft in das Eigentum der Tschechoslowakischen Republik. An den» Akte beteiligten sich u.«.'der Vorsitzende Bern.(SDA.) SamStäg würde im Kanton Unterwalden eine..Skiläufetgruppe von.einem schweren Unglück betroffen. Auf dem 1900 Meter hohen Waldgrat ging eine, Lawine nieder, die fine aus neun Skiläufern bestehende Sportlergrupp- mit sich rih. Emer der Skifahrer konnte sich retten., ES wurden insgesamt sieben Skiläufer getötet, bei denen es sich in der Mehrzahl um SportSleute aus Luzern handelt..'. . Am Sonntag vormittags ereignet«.sich ein weiteres Bergunglück am Faulfirst im St. Gallischen,. wo von vier Skifahrern zwei ihr Leben Alarm Im Vatikan Vatikan. Im Befinden des Papstes ist nach einer sehr unruhigen Nacht Montag früh eine plötzliche Verschlechterung eingetreten, so dah bereits sür alle Fälle die vom vatikanischen Zeremoniell für den Fall des Ablebens eines Papstes vorgcschriebenen Mahnahmen getroffen wurden. Nach späteren Meldungen hat sich die Situation des Kranken wieder etwas gebesiert. Göring fährt nach Rom Berlin, Ministerpräsident Göring wird sich in Begleitung seiner Frau dieser Tag« zu einem kürzeren„Erholungsurlaub" nach Italien begeben, wo er sich vom 13. bis 18. Jänner in Nom aufhalten wird. In römischen diplomatischen und politischen Kreisen weckt die angelündigte Reise GöringS nach 8iom grohe Aufmerksamkeit. Trotz ihrem „p r i v a t e n" Charakter wird-ihr dennoch grohe Bedeutung beigemessen, hauptsächlich deshalb, weil sie sobald nach dem englisch-italienischen Abkommen erfolgt. Ferner interessieren auch Deutschland die Lage in Spanien und die Mittelmeer-Frage in erheblichem.Mähe und deshalb ist eS nicht ausgeschlossen, dah Göring perpersönlich um weitere Erläuterung seines Italiens ersuchen lverde. Sicher ist, dah Göring vom italienischen Regierungschef Mussolini und vom Auhenmini- stcr Grafen Ciano enchfangen werden wird. Göring soll auch mit dem italienischen König an einer Jagd in der Nähe von Nom teilnehmen und in Neapel Gast des italienischen Kronprinzen sein. Der. Gipfel des . Rekordirrsinns.' • Der erste Start des amerikanischen Olympia- Siegers Jesse Owens als Berüfsathlet"fand bei einer Berattstaldtng in Havanna statt. Bezeichnender den Berufssport ist, dah der Regeriin einem Wettlauf gegenÄn Rerüt- . Pferd' antreten"muhte..Aüch bei dieser Uebüng, di« mit, ernstem Sport in keiner Weise«yehr.. etwas zu tun hat/fttgsei Jtzsse Owens mit2ü gardsBorsprung elnbühien." Ein drittes Unglück ereignete sich In der Nähender Furka-Pahhöhe zwischen den.Kantonen Uri und Wallis, wo eine Lawine eine i Militärposten verschüttete. Am G a m S-st e i» bei der Gemeinde P i lla in Tirol, ist eine,-Lawineniedergegmigen, die den 26jährigen"Holzfäller Sebastian' Höritzer tötete.' Am Jimbachhorn in Salzburg wurden vier Skifahrer durch eine Lawine verschüttet. Während sich drei retten, konnlen, wurde der. vierte, der Klempnermeister Adolf LInhardt, getötet.. Noch mehr Getreide Neuer Feidma abliefern! Darrds gegen die Bauern Berlin. Eine offizielle Verlautbarung anerkennt, dass die deutsche Landwirtschaft ihre Pflicht bezüglich der Ablieferung von Brotgetreide gewissenhaft erfüllt hat. Dennoch dürfte die Berautwortung für die Brotversorgung nicht früher erlahmen, als bis das Ablieferungssoll au Brotgetreide r e st l o s erfüllt ist. AuS diesem Grunde wurden Mahnahmen seitens des LandwirtschaftSministerS Darrt getroffen, dah Bauern und Landwirte nicht nur ihr Liefe» ruugSsoll rechtzeitig erfüllen, sondern darüber hinaus noch zusätzlich Brotgetreide abliefern. tenanwärter, die erst nach dem Regierungsantritt des Friedensphrasen liebenden MeichSkanzleicS Hitler aus. der..»Deutschen Friedensgesellschast" austtaten, nicht mehr angestellt werden' dürfen. Beamte, die die»Deutsche Friedensgesellschaft'" erst nach dem 30. Jänner 1033 verliehen,, dürfen nicht mehr befördert werden., f Das ParadleS der Bonzen. Anfang-Jänner 1036 arbeiteten 80.204 Arbeiter; in den-»Geschäftsstellen derReichsautobahnf' sähen damals 4260' Mitglieder nationalsozialistischer Orgäni» sätionen, auf 10 Arbeiter kam ein Bürosessel. AiS Oktober 1936 war die Zähl der Arbeiter s.auf 06.623 gestiegen. Der Personalstand der Geschäftsstellen der Autobahnen aber stieg(wir die Kölnische Zeitung am 1. Jänner berichtet) ästf 7804. Jetzt kommt bereits auf zwölf Arbeiter ein Bürqsesseld-in»..l-ui-tiuu Fett— nur für zahlungsfähige Kunden. (JTF) Das nationalsozialistische OrganinEssen berichtet- folgenden, für daS Dritte Reich.'der „Volksgemeinschaft" typischen Fall:.„Kommt da eine arme Witwe in eine Metzgerei und.wünscht ein Viertelpfund fetten Speck. Sie sieht, dah,ein gutes Stück fetten Specks auf der Theke Legt. Die Verkäuferin fragt aber zunächst deutlich: „Bekommen- Sie auch Fleisch?" Und-, antwortet» als. diese Frage verneint wird,.ebenso- deutlich: ..Dann kann ich Ihnen auch keinen Speck geben)?. („Nationalzeitung". Nr. 807 vom 7. November 1036.) Die- französische Schaluppe„Notre(Dame- de Lourdei" ist nach einem. Zusammenstoß mit'dem englischen Dampfer„Theem»" auf der Themse,, gesunken. Sieben Mitglieder der französischen Besät«, zung.sind ertrunken.^ Die übrigen wurden.von, dem englischen Dampfer, mit dem die Schaluppe zusam- mengestohen- war, gerettet. , OffertauSschreUmng. Die StaatSbahndixektion in Pilsen schreibt einen öffentlichen Konkurs auf Lieferung von- Baumaterialen für dar Jahr-1987 au». Die vollständige OfsertauSschreibung ist- im' Amtsblatt und. im„Büstnik pro zeleznice", publiziert, Die Offertfrist läuft bis zum 4. Feber 19374 10 Uhr. Wahrscheinliche» Wetter heute:. Im westlichen und mittleren Teil der Republik wechselnd bewölkt, auf den Bergen weitere leichte Frostmilderung.,In den tiefen-Lagen teilweise nebelig.,Temperatur im allgemeinen ohne wesentliche Aenderung. Im Offen einzelne Schneeschauer, ein wenig kühler, Detteraussichten für- morgen: Bei nordöstlichem Wind wieder meist kühler. England würde uns helfen I Prag. Au» Anläh des 20. Jahrestages der Kundgebung der Alliierten über die Befreiung der- Tschechoslowakei und Jugoslawen von der österreichischen Herrschaft fand im Altstädter Rathaus eine Festsitzung, statt, in der Gesandter Fierlinger eine Kundgebung des erkrankten Aussenministers Dr. Krofta zur Verlesung brachte. Am Schluh dieser geschichtlichen Darlegung sagt der Auhenminister zur jüngsten politischen Entwicklung lvörilich:' „Heute haben wir in der Kleinen Entente und in Frankreich feste und sichere Verbündete und daS Abkommen über die gegenseitige Hilfeleistung sichert unS auch die Kn- terstütznng deS Sowjetverbandes. Heute sind wir auch durch den Völkerbund den übrigen Nationen Welt verbunden, insbesondere mit Grohbritannien, welche, unser Staat bedroht wäre, unser Ringen allein mit tätiger Anteilnahme verfolgen, sondern auch nicht einmal zögern würden, u n 8 z u helfen, wenn dies notwendig wäre. Thomas Mann der gegen Ende des verwichenen Jahres, noch vor dem Bubenstreich, den sich die. nazistischen Behörden mit seiner Ausbürgerung geleistet haben, Bürger der Tschechoslowakischen Republik geworden ist, trat— zum erstenmal nun als unser Mttbürger— gestern abends im groben Saal der Prager Urania" vor ein nach vielen Hunderten zählendes Publikum(unter dem sich auch die Minister Czech und S p ina' befanden), nicht zu grober Programmatischer Kund- gcbung, sondern vor allem als Interpret seiner Epik. Aber' auch die wenigen Worte, die. der Dichter seiner Vorlesung vorausschickte,' wirkten nicht nur durch die. schlichte und unmittelbare Herzlichkeit, mit der er seine neuen Landsleute begrübt«, sondern-auch- durch daS klare Bekenntnis, daS sie enthielten. ES war daS Bekenntnis des grössten deutschen Prosa-EpikerS unserer Zeit zu seiner Nation, der die„abenteuerlichen Begebenheiten", die zu seiner AüS- bürgeniiig aus dem Hitlerreich führten, wie er sich, so kurz wie schlagend ausdrückte, nichts von ihrer grossen Vergangenheit nehmen, eS war das Bekenntnis eines Humanisten zu jener euroväischcn Kultur, die sich in der tschechoslowakischen Demokratie und in dem Geist deS modernen TschechentumS so sinnfällig offenbart, eS war das Bekenntnis eines Staatsbürger» zum Vaterlande seiner Wahl und endlich das Bekenntnis eines der besten und würdigsten Deutschen zu unS Sudetendeutschen, zum zweiten-Staatsvolk der Republik, mit dem ihn, wie er sagte, vor allem verbinde. datz es wie' nun auch er; der deutschen Kulku r und dem tschechoslowakischen Staat angehöre. Der Hörer empfand bei diesen Worten um so schmerzlicher, dass ein grosser Teil dieser Sudetendcutschcn sich seiner Aufgabe so wenig gewachsen, der Verbundenheit mit Thoma» Mann als einem Repräsentanten deutscher Humanität so wenig würdig erweist. Der Dichter las dann mtt sympathischer Stimme und in einer überaus' eindringlichen und zu Herzen gehenden Art des VorttagS ein Kapitel aus der Novelle„Lotte in Weimar", daS die Ankunft der altgewordmen berühmten Lotte Kestner, des Urbilds zu Goethes Werther-Lotte. in Weimar, schildert und ihren Empfang durch einen ebenso geschwätzigen wie bildungsbcflissenen- Kellner im„Gasthof zum Elephanten". Die Gestatten und die Stadt wurden lebendig mit der ganzen Wärme pulsierenden Lebens, die der grosse Erzähler vor allem dem deutschen Bürgerlebcn einer besseren Zeit zu geben versteht, und als der hochgewach- seue Mann, der schon als äussere Erscheinung ein prächtiges Stück deutschen Wesen» vcrkör- pert, hier ein Stück deutsche Vergangenheit erstehen liess, als er liebevoll ausmalend, im charakteristischen Kleinen so gern verweilend, wobei er im Vortrag das Wort durch sparsame und plastische Gebärden unterstrich, Weimar und die Abcndstimmung der Goethe-Zeit heraufzauberte» da wurde einem so ganz bewusst, wa» dem deut- scheu Volk, dem Geist deutscher Kultur angetan, wie sie geschändet wurden, als ein Regime her- aufkam, das sich unter anderem durch die AuS- bürgcrung deS Dichters Thomas Mann-selbst mit einem Schandmal für ewige Zeiten gezeichnet hat. Nach kurzer Pause las der Dichter au» dem dritten Bande seine». ,,JosePh"-Roman»' da» entzückende Kapitel'„Die Damengesellschäst". Das Publikum dankte dem Dichter, den e» schon mit lautem Beifall begrübt hatte, nach der Vor- lesung immer wieder durch stürmischen App- lau». e, f. Vom Rundfunk Smpsehlenswerie» an» den Programmen! Mittwoch Prag, Sender 1: 7.00: Morgenmusik. 10.08: Deutsche Presse. 10.18: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen. 11.05: Mujiks Salomiuariett. 12.10: Schallplattenkonzert. 13.40: Deutscher Ar- beitsmarkt. 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: neue Bücher. 18.20: Arbeiterfunk: Dr. EmU Strauss: Der WIederaufdau des sudetendeutschen Lebensraumes. 18.-10: Soziallnfor,Nationen. 18.48: Deutsche Presse. 20.00: VollSlonzcrt FOK.— Sender II: 7.80: Salonorchcsterkonzert. 14.16: Deutsche Sendung: Kinderstunde. 14.50: Deutsche Presse. 18.15: Lieder von MendelSsohn-Bariholdy.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung:„Der Mann der Witwe", Rundfunkspiel. 19.20: Rundfunkorchesterkonzert.— Prcssburg: 12.86: MittagSIonzert.— Kaschau: 12.05: Schallplattenkonzert.. 18.15: Au» Operetten.— Mähr. Ostrau; 15.00: Konzert. 18.00 Schrammelkonzert. Mllllonenschmuggel aus der Tschechoslowakei Schmugglerbande In Preßbnrg ausgehoben . Die Presslmrger Polizei hat, wie das»lRyn- tagsblatt"'meldet,, eine Vetrügergesetlschafl entlarvt, welche seit lgngem in ungewöWichchmAuS- mah Devisen und' Wertpapiere äu» der Tschecho- . slowakei nach Oesterreich verschob. Al» erster wurde der hiesige Leiter.dieser Gesellschaft, der pensionierte Handelsschuldirektor Prof.,.Josef Maria. See war t h, der früher Sklenak hiess', verhaftet.- Seewatth war während des Krieges' auch in Prag als Mittelschulprofessor beschäftigt; Die Zentrale des Konsortiums- befand, sich-, in Wien,.ihre- Gründer waren Friedrich Nmstätter und ein. gewisser-Körner. Sie gründeten im Jahre 1930. in Wien eine Bank, welcher Ziliglen.^n Bukarest, Lemberg und Czernowitz angeschlossen svur- den und die Verbindungen'ist einer.-grossen Zahl europäischer Grossstädte hatte. Nun betrieben sie einen grossangelegten Schmuggel mit- Valuten und Papieren', die in Autos einer besonderen Konstruktion über die Grenzen verschoben-niürdsfl. Obwohl Seewarth sich durch, seine häufigen Auslandsreisen in Pressburg verdächtig gemacht hatte' und sein Auto mehrfach an der Grenze angehgl- tcn und untersucht,. sogar, mit Röntgenstrahsen durchforscht wurde, gelang es lange nicht, das Versteck der.geschmuggelten Werse /-zu---.finden. Nunmehr hat die Entlarvung Seewarths Isnter- suchungen in Pressburg und in Wien nach sich gezogen, wobei in den BankbüroS.-(in.Wien benützten sie ein Bankgeschäft Rothschild,-ip-Wahrheit ein Winkelbankgeschäft, welches von,dem täuschenden. Namen profitierte)- zahlreiches Material; gefunden wurde,-welches die Betrugsmethoden-aufdeckt. Die- verschobenen Werte haben-die Höh« von einigen Millionen Kronen-erreicht, bevor den Schiebern das Handwerk gelegt werden konnte/'■ E.t, 10 Dienstag, 12. Jänner 1037 und äoÄaipotlti^ ttusfa«4 t vember, tn welchem die durchschnittliche Zahl der Arbeiter, genauer gesagt die Zahl der. bet der Krankenversicherung der Zentralsozialversiche» rungSanstalt Versicherte» von 2,234.000 im Oktober auf 2,207.000 Personen im November sinkt. DaS Diagramm zeigt, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter gegenüber dem Stand« vom Nähre 1038 bedeutend höher ist und datz diese Besserung von Monat zu Monat ständig zunimmt. i I 442.000) fort und erst im November beginnt wieder ein saisonmStzige» Steigen, und zivar zuerst auf 810.000 und im Dezember auf 818.000. Diese Entwicklung entspricht vollkommen der Entwicklung deS Beschäftigungsgrade» und bedeutet gegenüber dem Stande vom Jahre 1985 eine ständige Besserung. End« Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen um 180.000 niedriger als in der gleichen Zeit des Vorjahres, im November steigt dieser Unterschied auf 189.000 und im Dezember auf 178.000. Der Pentenstand der Zentralsozialversicherungsanstatt Die Zahl der Beschäftigten ; Die während der ganzen Jahre». 1988 steigende Linie sinkt unbedeutend erst im Monat No- Dle Arbeitslosigkeit Die sinkende Tendenz der Zahl der nicht- untergebrachten Bewerber schreitet von März (Von 880.000' im Feber) bis Oktober(auf Spanische Kriegswirtschaft.(AP) Der Zerfall Spaniens in zlvei völlig voneinander geschiedene Teile sowie die Kriegführung, die einen großen Auftvand an modernem Kriegsmaterial«rsor- dert, haben die Wirtschaft Spaniens in gmiz neue Bahnen gedrängt und bis zu, einem gewissen Grad« die Industrialisierung'Spanien? ge- sördert. Sevilla ist zu einem wirtschaftlichen Zentrum der von den, Aufständischen eroberten Gebiete geivorden, und es haben sich daraus für diese Stadt, die sonst im Winter, nur wenig Betriebsamkeit ausivieS und von dem Zug zur Industrialisierung relativ wenig beriihrt war/ ganz neue Probleme ergeben. Der spanische Partikula- riSmuS wird dadurch aufs neue angefacht. Bekanntlich war er'auch schon', früheren Andalusien z« Haus«, wenn auch nicht' in so hohem Matze wie im Norden und Nordosten., Nun sucht sich Sevilla auf,' Kosten' der airderen Gebiete'Vorteste.zu sichern uyd sttne.starke Stellung aüszubaüen,. d. h. aus der Scheidung des Landes in zwei Halsten Nutzen zu ziehen. Wenn das, was zusammengehört,.eines,Tages wieder bereinigt sein wird, wird die Verpflichtung auferlegt, im Gebiet der Aufständischen neue.Fabriken auszubauen. Auch zur 'katalanischen- Mühlenindustrie soll«in Gegenstück geschaffen werden. ES. bedarf keiner Erwähnung, datz diese Politik kurzsichtig ist/ für die weitere Entwicklung nur Schädigungen mit, sich bringen kann und in däS Bild der Francoschen Politik patzt: Konzessionen um jeden Preis, mag auch Spanien darüber zugrunde gehen. Der Ausverkauf und Gebietschacher, di« Preisgabe von Erzgruben und anderen Bodenschätzen liegen auf demselben Gebiet. Dor„freie" Osiiehky darf nicht besucht werden. Wie der„Daily Herald" berichtet, sind zwei englische Aerzt« nach London zurückgelehrt, die von der Vereinigung zur Verteidigung der Kultur nach Deutschland entsendet worden waren, um deS Nobelfriedenspreisträgers OsiichlyS Gesundheitszustand festzustellen. Das war ihnen un- nüiglich. Sie konnten nur ermitteln, datz Osiiehky in einer Anstalt für Tuberkulose ist. AIS sie hinkamen, wurde ihnen der Z u t r i t t zu Osiiehky verwehrt. Der Anstaltsarzt erklärte seinen englischen Kollegen,«S gehe dem Kranken soweit ganz gut— aber selbst die Besichtigung der von ihm gemachten Röntgenbilder wurde den Besuchern nicht gestattet!(bn) Noch eine kommunistische Fälschung. Genosie S. Aufhäuser bittet uns mitzuteilen: In einem in der„Deutschen Volks-Zeitung" vom 10. Jänner veröffentlichten Aufruf„An das deutsche Volk" wird unter den Unterzeichnern mein Name aufgcfiihrt. Diese Unterschrift ist ohne mein Wissen und gegen meinen Wil- l e n unter den Aufruf gelangt. Eine Ermittlung von wem die gefälschte Unterschrift aus Prag nach Paris geliefert worden war, ist im Gange. Aus diesen Zahlen geht hervor, welche wichtige Funktion der Versicherung der Arbeitnehmer für den Fall der Invalidität und des Alters in unserem Wirtschaft»- und sozialen Leben in immer grötzerem Matz« zukommt. Diese Versicherung beeinflußt unter anderem auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt insofern, als viel« Rentner ihre einstige Beschäftigung aufgegeben und sich mit der ihnen zuerkanntcn Rente zufrieden gegeben haben. Die gewährten Renten tragen viel zur Erleichterung der staatlichen ArbeitSlosenfürsorze bei, weil der Grotzteil dieser Rentner, falls sie keine Renten von der ZentralsozialbersichcrungSanstalt erhalten würden, dies« Fürsorge belasten würden. DaS in Form der Beiträge eingehobene Geld kommt so in Form der Renten der Allgemeinheit wieder zugute, weil die Rentner das Geld zur Beschaffung ty: notwendigsten Lebensbedürfnisse wieder verausgaben. Die einzelnen zur Auszahlung gelangten Renten und einmaligen Leistungen erscheinen zwar geringfügig, sie ergeben jedoch die ganz respektable Summ« von 887 Millionen KL im Jahre, demnach einen Beitrag, der weder im HauShaft des Einzelnen noch aber in der gesamten Nationalökonomie übersehen werden kann. Juni, 12.: 20. Jahrestag der Erstaufführung von P f i h n e t'i Oper„P a l e st r i n a"; 19.: 220. Geburtstag des grotzen Meisters der Instrumentalmusik Johann Wenzel Anton S t a m i tz. Juli, 16.: 80. Todestag des hervorragenden Klavierpädagogen Karl Czerny.' August ohne Gedenktage. September, 23.: 180. Jahrestag der Erstaufführung der Oper„A r m i d a" von Ehr. Will. Gluck. Oktober, 17.: 100. Todestag des hervoiragen-' den Mozart-Schüler-, des Pianisten und Komponisten Johann Nepomuk H u m m e I; 18.: 120. Todestag des französischen Opernkomponisten Ltien- ne NidolaS M 4 h u I; 26.: 26. Jahrestag der Erstaufführung der„Ariadne"(erste Faffung) von Richard Strauß. November,-?.:'90.'Todestag de» grotzen deutschen Musikromantikers Felix Mendelssohn- Bartholdy; 16.: 160. Todestag Chriftovh Willibald Ritter von'Glu ck s, des grotzen ersten Reformator» d«r Oper; 29.: 140, Geburtstag des her- v-rragenden italienischen Opernkomponisien Gaetano Donizetti. Dezember, 2,: 100. Jahrestag der Erstauffüh- rung der O P e r„D e r s ch w a r z e D o m i n o" von A u b e r;. 8.: 70. Geburtstag de» italienischen Opernkomponisien Giacomo P ü e c i n i; 9. 100. Geburtstag der beliebten deutschen Tanzkomponisten Emil W a l d.t« u f e i; 22.: 100. Jahrestag der Erstausführung der komischen Oper„Z a rund Z i m m ermann" von Albert L o r tzi n g;> 28.: 170. Jahrestag der Erstaufführung der Oper „Ale- st e" von Chr. Will. Gluck. Der Banken-Konfllkt -■ Die Bankleitungen zu neuen Verhandlungen und Zugeständnissen bereit ..... Sonntag hat im Gewerkschaftshaus in Angelegenheit des Lohnkonfliktes in der Unionbank und Bobka«ine gemeinsam« Konferenz der Prager Vertrauensmänner mit den delegierten Filialangestellten stattgefunden, in welcher die Richtlinien für die weUere Vorgangsweise beschlossen wurden. In einer Entschliessung wird an dem Verhalten der Direktionen dieser beiden Institute, die eia vollkommen unannehmbares Angebot vorgelegt haben, scharfe Kritik geübt, die Zustimmung zur. eingebetteten gewerkschaftlichen Aktion und ihrer Ausdehnung auf die Provinz ausgesprochen und nochmals die Berechtigung der Forderungen in wirtschaftlich vbjektiver und subjektiver Hinsicht nachgewiesen. Da die Banken in den letzten Tagen erklärt haben, datz sie zu einer Erhöhung ihrer Angebote bereit seien, erklärte die Konferenz, datz die Verhandlungen nur dann weitergeführt werden können, wenn die beiden Banken ein solche» Angebot vorlegen, das wesentlich den Forderung gen der AngestelltewRechnunsi trägt.—'"•* ''' Diese Entschließung wurde Montag den beiden'Bankleitungen überreicht, die nach einer inirrste« Leratmtg die Erklärung atgaten, daß sie dir Verhandlungen möglichst umgehend und unter Zugrundelegung der gestellten Forderungen sortfetzen werde«. - Die ZentralsozialvcrsicherungSanstalt in Prag hat zum 81. Dezember 1988 insgesamt 238.878 Renten' gewährt, hievon 141.407 Invalidenrenten, 82.884 Altersrenten, 27.228 Witwenrenten unb 81.000 Waisenrenten. . Im Vorjahre waren bis Ende Dezember 1988 an Invalidenrenten samt Siaatsbeitrag 237.826.000 Xi, an Altersrenten 68,781.000 XL, an Witwenrenten 22.748.000 XL und an Waisenrente« 18,186.000 Xi ausgezahlt worden, insgesamt demnach samt Staatsbeitrag. XL 83.7,487.000,—. An einmaligen Leistungen tvaren insgesamt 29,849.000 XL ausgezahlt worden, hievon entfiele« auf die Abfertigung 8,222.000 XL und auf den Ausstattungsbeitrag 21,427.000 XL. Wenn wir diese Renten auf das Monatrmit- tel,umrechnen, ergibt sich zum 31. Dezember 1986 eine durchschnittlich zur Auszahlung gelangte Invalidenrente von monatlich 140 XL, eine durchschnittlich auSgezahlte Altersrente von monatlich 154 XL,«in« durchschnittliche Witwenrente von 70. XL und eine durchschnittlich zur Auszahlung gelangte Waisenrente von monatlich 47 Xi. den". Der Hauptzeuge erklärte darauf, dieses Geständnis habe der Angeklagte, der ein gläubiger Israelit sei, am.Langen Tag" niedergeschrirbcn und daher müsse eS wahr sein. Von dem Krach macht« der Angeklaate dem geschädigten Geschäftsfreund mit der schonenden Einleitung Mitteilung:„Sei stark .., I" Dann zog er zur Verstärkung deS Eindrucks einen Revolver hervor und erklärte, er werde sich erschiessen. Auf die Frag« bei Dorsihenden erklärte der ergrimmte Hauptzeuge, er habe auf diese Selbstmorddrohung hin dem zerknirschten Angeklagten den Revolver wcggenommen, sich überzeugt, ob ec geladen sei und— ihm die Waffe dann zurückgcgcben mit der freundlichen Aufforderung:„Aber so- f o r ti JchwilldaS s ehe nl" Der Angeklagte machte von dieser Einladung natürlich keinen Gebrauch, sondern zog eS vor, in bittere Tränen auizubrechcn. Nun— bei der Kauptverhandlnng war von einer solchen Zerknirschtheit nichts zu merken und die Verteidigung des Angeklagten bot alles auf, um nachzuweisen, datz eigentlich alles in Ordnung sei. Bei den langwierigen Auseinandersetzungen um allerlei Verrechnungen(wie jämmerlich hilflos ist doch unser BetrugSparagraph in der kommerziellen Sphäre!! erboste sich der Hauptzeuge mehrfach heftig gegen den Angeklagten, wobei er u. a. bemerkte, datz dessen eigener Bruder sich über diesen Herrn Leo Ehrmann folgendermatzen geäussert habe:„Wenn sie meinen Bruder einmal aufhängen würden, würde ich mich selbst zur llssistenzmeldeni" Die Verhandlung, bei der auch noch die Erkoinptcbank-Angclegenheit aufgerollt wurde, dauette bis in die späten Nachmittagsstunde». Hinsichtlich de» Betruges an der Eslomptehank war Ehrmann geständig. Was die Angelegenheit des .Herrn Kaufmann Betrifft, erachtete der Gerichtshof angesichts der unllaren Gcsamtlage den Schuldbeweis nicht für eindeutig erbracht und sprach den Angellagten in diesem Punkt frei. Aber auch der nur teilweise Schuldspruch reichte zu einer Verurteilung zu fünfzehn Monaten schweren und verschärften Kerkers aus.- Trau- Ige Verhältnisse In der Flachsbrecherei In Wekelsdorf, dem Sitz der böhmischen Flachsbrechindustrie, wuvden während der Krise 50. bis, 80 Prozent der Brechhäuser stillgelegt. In MerkclSdors wird derzeit in 18, in Wekelsdorf in 18, Brechhäusern gearbeitet,'wobei wieder 400 Arbeiter beschäfttgt sind. Unter Berücksichtigung der Arbeitsplätze■ in Ober-WernerSdorf, Jühnsdorf, Hottendorf, Ober-AderSbach, Ober-Mohren und Badisch kommt mqn auf eine Gesamtzahl von 800 Leute«, die in der FlachSbrecherei beschäftigt sind- Bei einer Arbeitszeit von 80 dis 70 Stunden in der Woche wird ein Taglohn von höchstens 10 Xi-erreicht. Für 100 Kilogramm gebrechten Flachs werden 100 XL bezahlt. Davon erhält der sogenannte Heizer 18, der Schnorbler 27, der Flachsbrecher. 60 XL. Da» Auf». und Abladen de» Flachses wird nicht bezahlt. Für Flachsrösten wird ein Stundenlohn von 1 XL bezahlt. Im Hinblick ayf die steigenden Flachsprcife tvurden nun.Verhandlungen zwecks Schaffung eine» Lohnvertrag» auch für die Flachsbrechindustrie anfge- nommcn. Der Brechlohn soll von 100 auf 140.XL erhöht werden. Folgenschwerer Zusammenstoß Prag,-rb- Am 16. Juni v. I. kam es auf der Schwarzkostcletzer Reichsstratze in einer unübersichtlichen S-Kurve bei U h t i n i v e s zu einem schweren Zusammenstotz zwischen dem von dem Chauffeur AntonPavlik gelenkten Personenwagen des LikörerzeugerS Bernhard Doktor und dem auf dieser Stratze verkehrenden Autobu» der Sr.ssz^aj-t!.ä,b,-0iH n^e.n, vex von,.dem llhauffeuz,, Franz H ä n z l l.t gesteuert wurde..Dl« vier In-., fassen der PrivataUtoS würden' durchwegs schwer verlebt, Frau O t t i l i e D o k t o r, die von« Rücksitz deS Wagen» direkt unter das Hinterrad deS Autobus geschleudert wurde, büsste dabei da» Leben ein. Die beiden Autolenker hatten sich gestern vor- dem StrafsenatHoman wegen deS Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu verantworten. Nach den Feststellungen der erhebenden Sicherheitsorgane und der Sachverständigen, fuhren beide Autolenker mit unzulässiger Geschwindigkeit. Bon der Wucht der Zusammenswtzes zeugt die Tatsache, datz sich beide Fahrzeuge, die mit den rechten Kotflügeln zusammenprallten, sich auf der Strass« um 75 Grad herumdrehten. Von den 18 Insassen de» schweren AntobuS erlitten nur zwei leichtere. Verletzungen. Das Gericht erkannt« beide Chauffeure schuldig, da beide in der unübersichtlichen Schleife mit übermässiger Schnelligkeit fuhren. Der Lenker des Privatauto» Anton P a v l i k wurde zu v i e r M o n a t e n, der Lenker de» Autobus Franz Hanzlik zu fünf Monaten ft rengenArr« st«r verurteilt, beide bedingt auf drei Jahre. Vie Arbeiterf ürtorse bittet herzlichst, in allen Faschingsveranstaltungen eine Zehnminutensammlung xu veranstalten I MU müsik Johann Wenzel Anton S t amt tz. -' Atzrfl, 8.: 40. Toderkag Johannes BrahmS', A letzten S-otz-n absoluten. Musiker»;-7.: 125. Dies« Umsiedlungder Industrie« witt,ganz plan- p^uktStag d«,„Martha"-Komponift«n Fr. Flo- mätzisi vollzogen. In-Jerez de la'Frontera Wuwe.t^fn-.*'i eine neüe'PaPierfäbrikerrichtet.Francohat einen 1 Mai, 5.: 1Ö0. Todestag de» ungewöhnlich i t a I i e n i sich e n I n d ü st r i eil«n.fÜr ftuchtbaren italienischen Koüchoniften Nikola Anw» seine Fclbriklin in Katalonien entschädtgt, ihm aber nio Z i n g a rel l i. Anklage um Zwelm!lllon?nbelrug Drastische Dialoge bei der Hauptverhandlung Prag.(rl>, Gestern wirbelten wieder einmal vor| dem Strafsenat Trost die Hunderttausend- und Millionenzisfern nur so in der Luft herum. Hauptperson dieser Verhandlung war der 40jährige Prager Kaufmann Ernst Ehr mann, der wegen schweren Betrugs angeklagt war, wobei die Anklage vorrechnet, datz der Angeklagte seinen Geschäftsfreund Leo Kaufmann. Inhaber der Firma„Bally-Shoe" um insgesamt 1,800.000 Kt geprellt habe. Er handelte sich dabei um die Beteiligung an einem Einfuhrgeschäft mit finnischen Eiern und Butter und anderen Unternehmungen, bei denen Leo Kaufmann von den 8,260.000 lii. die er seit 1988 investiert«, so ziemlich die Hälfte einbüsste. Als zweiter Geschädigter ttat die Eskomvte- ba nk.auf, die sich.dem Strafverfahren mit 800.000 «imuaeseÄossen,hatte,-.wobei der Angeklagte nach den Ausführungen der- Anklage den immerhin' ansehn-- liche« Kredit durch W e ch s e l f ä l s ch u n g, Zedierung nicht bestehender Forderungen und gefälschte Bilanzen erschlichen hat. Obwohl dieser Herr Ernst Ehrmann bereit» verschiedene Monate' in Untersuchungshaft sitzt, erschien er vor seinen Richtern fröhlichen und ungebrochene« Mute» und benahm sich derart, datz ihn der Vorsitzende mehrfach zurechttveisen muhte. Da» interessanteste an der langstündigen Verhandlung, auf deren kommerzielle Einzelheiten wir nicht eingehen wollen, war die Vernehmung de» angeblichen Hauptgeschädigten Leo Kaufmann, der mit Erbitterung die Behauptung de» Angeklagten, datz voneinerbe- trügerischen Aktion kci n eRcdc sein'könne, bekämpfte. Die zeitweise recht hitzige Kontroverse zwischen diesem Hauptzeugcn und dem Angellagten brachte. allerlei' heitere Momente. So liegt z. B. ein schriftliche» Bekenntnis des Angellagten vor,' da» er nach dem Auftliegen der Aifäre seinem Geschäftsfreund zuschickte, da» er aber bei der Verhandlung verleugnete. Indem er behauptete, dieser Geständnis sei ihm„von dritter Seite diktiert wor- Muslk-Gedenktase 1937 Jänner, 12.: 100. Geburtstag Adolf Jensens, des gefühlsreichen deutschen SpätromantikerS; 17.: 80. Geburtstag Wilhelm K i e n z l», de» Komponisten der Oper.„Evangelimann"; 81.: 140. Ge- burtrtag Franz S ch u b« r t S, de» großen deutschen Llederfürsten. Feber, 6.: 60. Jahrestag der Erstaufführung der Oper.^Othello" von Verdi; 20.: 100. Jahrestag der Erstaufführung de» Singspieles „Die.beiden Schützen" von-Albert Lortzing; 22.: 120. Geburtstag de» hochbedeutenden dänischen Komponisten Niel» Wilhelm Gab«; 27.: 60. Todestag de» angesehenen russischen Tonsetzerr Alexander Borodin. März, 9.: 200. GebuttStag de» hervorragenden tschechischen Tonsetzer» Josef M y s l i v- L- k; 20.: 126. Todestag de» angesehenen Eaflauer Komponisten und Pianisten I. L. D u ö e k; 22.: 260. Todestag de» grossen französischen Opernkomponisten fix. Lt■ irx. jg.... H 0„ e'„ ,. 27.. 180i Todestag des B-. mod-rn-n Stil-s, der.Instrumental. der. katalanischen Textilindustrie nach Andalusien zu verpflanzen, wo.genug ÄrbeitSktgfte vorhan- VUeniiffriLUUaeoww ted tVSStWWNWUhONMU s. UOSPMsMiMWA |.■Mirmrtrt»hl l eii»ia) Seit« 6 Die»»tag, 12. SRnnet 1037. Nr. W Gua der lartel © 8p^rL 8piet Xor^erpstrge . Veremsnaeilncktek»' E. I. 0. 7. Xunat und Wkaen 8. S. 4. 5. l ,®oMnlbemoffnl' Fritz Bogtzansti gestörten. Heut« wird in Prag Frlh Bagstanski bestattet, ein ehemals vielgenannter Schauspieler, der sich seine Sporen an Wiener Bich» nen verdiente und dann jahrelang am Prager Deut» scheu Theater in Charakterrollen insbesondere des klassischen Repertoires wirkte. Bogtzanski, der ein sehr eindrucksvoller Bestalter und vorbildlicher Sprecher war, mutzte infolge schwerer Erkrankung frühzeitig di« Darsteller-Laufbahn aufgeben und war dann durch viele Jahr« Regisseur der Prager DilettantentheaterS.' Der klug« Mensch mit dem werden in Gerichtshast eingeliesert werden. Bei einem der beiden wurde auch ein grosser Revolver, der 26 Zentimeter lang ist und ein Kaliber von 7.65 Millimeter ausweist, beschlagnahmt. Beide werden sich noch wegen anderer Straftaten zu verantworten haben. eijMg „Unpolitische" Schiedsrichter In Karlsbad fand eine Tagung der Deutschen SchiedSrichtervereiniaung im DM8 statt. Der als Obmann dieser Bereinigung neuerdings gewählte Herr Pfützner(Karlsbad) gab eine Erklärung ab, in der er u. a. ausführte, tiatz die Schiedsrichtervereinigung nieeineZelle d« r S d P. aber auch keinTummelvlatzfür Zionisten werden dürfe.— ES scheint, dass sie schon ein Tummelplatz der SdP war. Doch ein Hieb nach beiden Seiten scheint derzeit in gewissen bürgerlichen Kreisen beliebt zu leint man tarnt sich damit.unpolitisch", um die Rea-ln liir die Zu» kunft in der Hand zu haben.' Di« Borgäng« im Westgau stnd ein Beweis dafür. interessanten grauen Künstlerkopf hatte sich in die unglückliche letzte Periode seines Lebens«inen grossen Freundeskreis hinübergerettet, der nun von dem freilich erlösenden Heimgang, des Künstlers schmerzlich berührt ist. Di«„verkauft« Braut" in Amsterdam und in Kiew. Der Borstand der Wagner-Pereinigung in Amsterdam, unter dessen Protektorat da- Opernensemble des Tschechischen NativnaltheaterS in Prag demnächst in Holland gastieren wird, gibt offiziell bekannt, datz u. a. der tfchechostowalische Minister des Aeutzcren Dr. Kamil K r o f t a in den EhrenauSschutz gewählt wurde', der da» Protektorat der Borstellungen der„Berkaufte» Braut" innehat — Die Kiewer Verwaltung für Kunstangelegen- heiten beim Volkskommissariate der ukrainischen Sowjetrepublik gab zu Ehren dec In.Kiew weilenden Persönlichkeiten der tschechostowakischen Musikwelt ein Bankett, bei der die Bedeutung der Aufsühning der„Verkauften Braut" für die weitere Zusammen» arbeit auf dem Gebiete der Kunst uiid Wissenschaft zwischen der Sowjetunion und der Tschechostowakei hervorgehoben wurde. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen. Theater». — Dienstag halb 8: Auf der grünen Wiese, Al.— Mittwoch 8: Liebe eine» Fremden, Gastspiel Ernst Deutsch, B 2.— Donnerstag halb 8: Auf der grünen Wiese, CI.— Freitag halb 8: Der lebende Leichnam, Gastspiel Ernst Deutsch, D.— Samstag halb 8: Orpheus-r des HDW belassen. als lein hauptsächlicher Stellvertret-r«-scheint Dr. Heinrich Feiler sKomotau) vom DM. Auch die übrigen Funktionen wurden so besetzt, datz dem DM ein matzgtblichrr Einfluss' gewählt ist.' Rach diesem. Abkommen.sollen 47.660 Turner-Winter- sportler dem HDW angeschlossen werden. Rach den Schwimmern stnd Ja nun di« Wintersportler, die unter die Einflusssphäre des völkischen Turnverband-S ncraten. Die Konz-ntrationSb-stre» bungen de» DM auf dem Gebiete der LeibeSWun- aen.und de» ErziehunaSwesenS in unseren deutschbürgerlichen Svortverbänden stnd um«inen Schritt Welter vorwärts a-kommen. Es scheint, datz der HDW da einen Weg gegangen ist, der ibm noch schwer« Saraen ber-sten wird. Sow-^ n-s-nstch bis» b-r der HDW wi-klich nur eine svortliche Vertretung bildete, wird Wohl nach diesem Abkommen nun ein: Wenbuna eintrelen. Die.Bolk»tum»arbeit". welche d«r DM bisher leistete, hat Immer nur darin bestanden. den reaktionären Trieben im Büraertinn «inen guten Boden zu b-reiten. Wir s-ben in da» auch de>>tlich in der SdP. welche durch Henlein und seinen DM ihre eigentliche Grundlage fand und noch findet. Wir glauben uns nicht zu irren, datz auch der am 17. d. M. zu begehende achtzigste Geburtstag des „Evangelimann"-Komponisten Kienzl vom Prager Deutschen Theater übersehen werden wird, ebenso wie der am 5. Feber zu erwartende 50. Safy rertag der Uraufführung des Berdifchen „Othello" und andere an diesem Jahre zu erwartende Opernereignlsse. Man lernt alle diese Uebel begreifen, wenn man erwägt, datz das Prager Deutsche Theater wieder einmal monatelang ohne Opernchef auSkom- men mutz, datz ihm«In wirklicher Operndramaturg und ein richtiger Opernregisseur fehlt und datz einzelne wichtige GesangSfächer unzureichend oder überhaupt nicht ständig besetzt find, so datz man immer wieder auf die problematischen Gastspiele angewiesen ist. Datz es auf die Dauer auf diese Weis« nicht weitergehen kann und eine endgültige befriedigende Lösung der Opernverhältnisse am Prager Deutschen Theater unvermeidlich ist, wenn dar Ansehen der Oper nicht leiden soll, ist klar. Die sonntägige Aufführung der Oper„Der Rosenkavalier" von Richard Strautz stand abermals im Zeichen der problematischen Gast- s p i elst> stem S. So sah und hörte man als Marschallin Frau Zdenka Zika, eine zarte'und in der Haltung etwas gar zu jugendliche, gesangSkünst- lerisch hochwertige Ausgabe dieser alternden Aristokratin. Ihre stimmliche Sicherheit erlangte die Sängerin aber erst in den Schlutzszenen de» ersten Akte». Rise Steven», die unlängst al» Mignon grotzen Erfolg hatte, konnte auch als Octavian ihr starke» Operntalenr erweisen. Bor allem besitzt ste Temperament und wirklich schöne» stimmliche» Material; vor Übertreibungen der Darstellung muh sie sich noch freihaltcn lernen. Eine In der Erscheinung liebreizende und gesanglich sehr küklldierle Sophie dänkie man Hariett H e n d e r S. Kapellmeister Zweig dirigiert« die Oper temperamenwoll, mitunter sogar allzu temperamenwoll, so datz es an Unebenheiten des musikalischen Bildes nicht fehlte.. Freue».BczirkSkomitee: Mittwoch halb 7 Uhr abends wichtig« Sitzung im Parteihelm. SJ. Grupp« Prag-Zentrum: Die Angestellten in-der SJ. D i«n»- t a g, 12. Jänner, 8 Uhr, Smekky 22.— Gruppe Prag II: Aktualitäten. Freitag, 15. Jänner, 7 Uhr, Spälenck 46.— Gruppe Prag VII: Bert Brecht-Abend. M i t t w o ch, 18. Jänner, Spälenä 46.— Prag Da» Wrschowltzer Futzballturnier wurde am Sonntag beendet. Als Sieger ging Viktoria Z iss k o v hervor, die nach gleichwertigem Spiel durch einen Elfmeter den DFE 8:2(2:1) schlug. Im Vorspiel gewannen Bohemian» über Union Zisskov 2:1(1:6).. . Im Russe« Turnier konnte SK Kladno nur. mit 1:6(6:6) über CAFE siegreich bleiben, während Cechie Karlin mit 6:2(2:6) den Nuselsktz SK schlug. Senstige Fußiallergeinlffe. Prag: Sparta gegen JungbunKauer SK 12:6.— Teplitz: TFK gegen DSV Saaz 8:2(6:2).— Na chod: SK geg SK Krisin 22:6.— B rün n: Zidenic« gegen Rolny Protznitz 5:6.— Wien: Liberia» gegen Della 4:2, Schicht gegen FC Wien 2:1, Helfort gegen Wiener» Neustadt 2:1, Red Star gegen Nussdorfer AC 4:6, Strassenbahner gegen Staiidart 1:1, Simmering geg. Austro-FIat 8:8, Metallum gegen Vacuum 2:2.— Gibraltar: Austria Wien gegen Team.7:4.'— Beyruth: Admira Wien gfgen Team 8:2.— N a n e tz.: Äudai Budapest gegen ST 1:0.' B«zugrb«dtngung.n:Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch di« Poft monatlich Ai 16.—, vierteljährlich Kü 48.—, halbjährig KS 96.- ganzjährig AL 192.—.— Inserat« werden laut Taris billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retvurinarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektwn mit Erlass Nr. 18.866/V1I/198Ü bewilligt.— Druckerei:.O>rbi»", Druck», Verlag»« und Zeitung»-S.»G. Prag. Selbstmordversuch«ine» Soldaten. Am 16. d. M„ um 28 Uhr schoss sich in selbstmörderischer Absicht bei der Endstation der elektrischen Strassenbahn> Nr. 19 in Michle der Soldat Antonin Jaroö vom 5. Dragonerregiment an, der der Eskadron In Alt- bunzlau zugeteilt war. Zur Tat verwendete er eine Privatpistole de» Kalibers 6.85 Millimeter. Ta» Geschoss drang in den Kopf ein. Er wurde in dar DivisionSspital übergeführt. Seine Verletzung ist schwerer Natur. Die Ursache de» Selbstmordversuches wird untersucht. Rabiater Häftling. Gestern nachmittag» wurde die Polizei in der Pilsner Strasse in Lieben auf«inen Mann aufmerksam, der einen leeren Handwagen fuhr und in dem ste den 27jährigen, vor neun Monaten au» der Zwangsarbeitsanstalt in Brünn«ntssohenen Otto Bartoiek erkannte. Ta dieser der Aufforderung, sich zu legitimieren, nicht Nachkommen konnte, wurde er verhaftet. Anfangs ging er gutwillig mit; plötzlich versehw er jedoch dem Wachmann mit dem Karren einen heftigen Stotz gegen den Unterleib, datz dieser binsiel und verschwand im Hause gegenüber. Mit Hilfe eines Dctekiivr gelang es, ihn bald im Keller- des Hauser, in dem er sich versteckt hatte, zu finden. Auf der Wachstube wurde er tatsächlich als der gesuchte Bartoiek fichergcstcllt; er hatte in der lebten Zeit in Motol bei Kiner Mutier gewohnt. Der Vorfall hatte einen grösseren Mcnschenaussauf zur Folge. Kasseneinbruch: Beute 101.606 Ki. In der Nacht auf gestern wurde im Gebäude der Genossenschaft der Handwerker und Mewerbetrelbende« in Zijft kov. HuSstrasse 7VV,«in ausserordentlich frecher.Em« bruch verübt, bei dem die Täler sogar eine Mauer durchbtechen mussten, um in den Kassenraum zu gelangen. Sie drangen vom Nebenhause in der Dali-| milgasse aus in die Geschäftsräume der Firma „N o v u m", von hier aus über eine Wendeltreppe in die Räumlichkeiten der Firma Svoboda und von hier, nach Durchbrechung der Zwischenwand, in den Sitzungssaal der Genossenschaft, wo sie noch die Glastür zertrümmern mussten, um in den Kassenraum zu kommen. Hier bohrten sie die Kaffe auf und erbeuteten 161.666 Xi in bar. Der Schade ist durch Versicherung gedeckt.. Da die Räume im dritten Stockwerk liegen, hatten di« Diebe über mehrere\ aufeinandergestellte Leitern vom Lichthof kommen: müssen. Bisher fehlt jede Spur von ihnen. deutet, der die planvolle Weiterführuug unserer Arbeitervorstellungen erleichtert. Dass aber diesmal die Wahl gerade auf dieses Stück fiel, ist vor allem der Dürftigkeit de» allgemeinen Spielplans zuzuschreiben, insbesondere de» Opernrepertoire» (worüber wir an anderer Stelle berichten). Und wenn auch zur selben Stund«, da wir der ,Mebe eine» Fremden" teilhaftig wurden, In der Kleinen Bühne immerhin.Hauptmanns„Fuhrmann Henschel" gespielt wurde, so weist dennoch auch der Spielplan de» Sprechstücks ganz grosse Lücken auf. U:ü> besonder» solche Stücke, nach denen unsere für die Arbeitervorstellungen verantwortlichen Genossen' mit Freuden griffen, fehlen am Deutschen Theater derzeit fast völlig. Da» Soziale und gar das Revolutionäre hat dort keine Stäti«.— Das Publikum unserer letzten Vorstellung hielt sich an die Span- nungSmomente und da» Theatralische der Darstellung und spendete insbesondere der grossen Leistung Ernst Deutschs starken Beifall. L. G. folgenden Bedingungen zur Besetzung:. Tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Alter von mindesten» 16, höchsten» 85 Jahren! Körperliche- und geistige Eignung(ärztliche» Zeugnis). Unbescholtenheit. Der Bewerber muss die deutsche Sprache wenigstens in Wort beherrschen und zumindest absolvierter Handelsschüler sein. Mit dem Ansuchen, welchen«In« Lebensbeschreibung beizuschliessen ist, ist auch der Nachweis für die unter Pkt. 1, 2,8,4 und 5 angeführten Bedingungen durch entsprechende Originalbelege oder beglaubigt« Abschriften zu er» bringen. Bewerber, welche bereit» in einem Soziakver- sicherungSinstitute beschäftigt waren, werden bevorzugt.-,., Die Anstalt behält sich die Auswahl der Anzustellenden sowie Abweisung aller eingeheiwen Ansuchen ohne Angabe von Gründen vor und sst , an die eingereichten Ansuchen nicht gebunden. Ebenso behält sich die Anstalt vor, von einzelnen Bedingungen der Ausschreibung abzu« . gehen. Die Bewerber haben ihre Gesuche bi» spätesten» 25. Jänner 1987 bet der unterzeichnekn-Anstalt einzubringen.' Vorstellungen nur Mer autdrückllchen Wunsch der Anstalt.,. t SetlrtfttantemrflftraRiHiiftitt fttM am 6. Jänner 1987.•-' Der leit. Beamte: Der Obmann: E. Windhagar. Han»LepschI, Der Fall Braine spukt weiter in der interessierten Presse herum- Nach den neuesten Berichten soll Brain« einen demütigen Brief nach Prag.geschrieben haben, worin er auch angeblich seine baldige Rückkehr zur Sparta ankündigt. EiShockeh. T r o p p a u: Olmüher EV gegen EV 2:1. Am Vortag verloren die Olmlltzer 6:1.—M a- rienbad: DEHG Prag gegen WSV 8:6.— Buda p c st: Kimberleh DhnamiterS gegen Team 1:0.— Paris: Wiking» Brighton(England) gegen.German Kanadian» 9:4. 45.000 AL gesucht. Die Tschechoslowakische LiS- hockey-LIga Ist In grosser Sorge, da ihr obiger Betrag fehlt, um an den Weltmeisterschaften ln London teilnehmen zu können. Die österreichischen Eiskunstlauf-Meisterschaften für Männer wurden In Wien ohne Teilnahme der Welt» und Europameister» Karl Schäfer auige» trage». Schäfer hat angekündigt, dass er bei keiner offiziellen Veranstaltung an den Start gehen werde. Den ersten Platz besetzte demzufolge Kaspar(WEB). Einen neuen Weltrekord im Eisschnelläufen kür Frauen über 566 Meter erzielte mit 48.6 Sek- die Norwegerin Schou-Nielsen. 21jährigen ehemaligen Kürschner Alois Skriika, derzeit arbeit»- und wohnungslos. zu verhaften, der am Weihnachtsabend einen Einbruch in ein Pelzge- fchäft ln der Wassergasse, wo er früher beschäftigt tvar, verübt hat, da er wusste, dass die Besitzerin in» Gebirge gefahren war.' Er machte hiebei eine Beute im Werte von 15.666 Ai. Die Sachen verwendete wurde nach Pankrad elngeliefert. Für reichSdentsche Flüchtlinge, die in nächster Zeit auswandern, veranstalten die Sozialdemokratische und Demokratische Flüchtlingsfürsorge gemeinsam«inen Kursus für er st e Hilfe in Krankheitsfällen. KursuSleiter sind zwei erfahrene praktische Aerzte. Die Teilnahme ist auch für F r a u e n sehr wichtig und für alle Teilnehmer unentgeltlich. Flüchtlinge, die an diesem Kursus teilnebnien wollen treffen sich D i e n S t a g, den 12. Jänner, nach m. 8Uhr, imOdboro- v v düm. Na P e k ö t h n ü 11. Bei der PezirkSkrankenversicherungSanftalt Kap- litz gelangt dk'Stelle einer tschechischen Aushilfskraft unter 1. 2. 8. Glücklich vereint: HDW und DTV In Reichenberg genehmigte eine Bertretertagung. de» SDW dar Abkommen mit dem Deutschen■ XII: Max Barth: Erlebnisse in Katalonien. —.—--—---“*■ Mittwoch ,18. Jänner, 22. Arbeltervorstellung Sonntag nachmittag» gab es eine Arbeitervorstellung vor auSverkauftem Haus, sogar mit vollen Sitzreihen über dem gedeckten Orchester. Ernst Deutsch spielt in der ,Liebe eine» Frem« ! d e n" virtuos einen fünffachen Lustmörder, den«ine Auge Frau(von Liest Macheiner ausgezeichnet Großer Pelzdkbftahl. Ht°g"gelang" es, den! J 01«»""^°»ug der sechsten Mordtat hin- --"'s——'—— i bett Mit Literatur und Kunst— vom Schau spielerischen eben abgesehen— hat da» Stück Frank Vosper» nicht» zu tun, also auch nicht mit der eigentlichen Aufgabe, die unseren Arbeitervorstellungen gestellt ist. Da» wissen deren Veranstalter sehr gut selber. Wir halten die ausnahmsweise Einstreuung eines solchen Reisser» auch durchaus nicht für ein Jugendliche Attentäter Die Polizeikorrespondenz gibt bekannt: Sonntag, den 16. Jänner, in den Mittagsstunden wurden-in Prag die zwei Täter festgenommen, welche am 7. d. M. in Prag-Bhsoiantz einen Airschlag auf' den Chauffeur Franz Schneider aus Zäbilice Är. 1811 unternommen hatten. Bei beiden handelt e» sich um Jugendliche. Sie gestehen die Tat ein, Ivelche sie nach ihrer Aussage deshalb unternommen hatten, weil es ihnen in der Lehr« nicht gefiel. Sie wollten nach Ungarn stiehen. Der eine der bei-„„ bcn Burschen kann Awarisch, der ziveltc. welcher«In aU( j) zukommende Ehrenpflichten. Der Weber- Auto zu lenken versteht, wollte vorerst irgendwo ein°...^........ unbehütete» Auto stehlen, doch beschlossen beide Bur- j® t? en n*£?..J n!^wmfiet. schen später, ein Taxi zu mieten, um dann an ent- unberücksichtigt gelassen und nicht einmal die in Aus- leqcner Stelle den Chauffeur zu überfallen und mit! sicht gestellt«„Freischütz-N-uauftührung kam zu- dem Wagen wcgzusahren. Sie leugnen, die Absicht j stände, obwohl Weber durch sein Wirken am Prager gehabt zu haben. Geld zu stehlen. Zur Durchführung! Theater eine besonder« Ehrung verdient hätte. Selbst der Tat nahm einer der beiden Burschen von zu wenn die„Fr«ischütz"-Reuaufführung nun doch noch Sause«ine Sacke mit sich, mit welcher dann der| zustande kommen sollte, hat sie al» post festum be- Chauffeur überfallen und Verivundet wurde. Die wirkte Weber-Ehrung nur geringen praktisch-künst. Wn^LMLidM^T. sw?« ÄMÄ