Sozialdemokrat 8entralorg>ein auffallender Umschwung zu bemerken. Der Uinstand, daß. Reichskanzler Hitler in Angelegenheit Spanisch-Marokkos so schnell nachgegeben hat, wird, an politischen Stellen einerseits damit erklärt, daß England fest auf Seite Frankreichs stand, andererseits und vor allem jedoch mit der Entschiedenheit des französische» Vorgehen- gegenüber den spanischen Rationalisten und gegenüber Deutschland. Dem französische«« Außenministerium wird mitgeteilt, daß nach der Unterstützung, welche der französische Konsul in Tetuan mit dem spanische«» Oberkommissär!in Marokko, hytte, der spanische Oberkommissär idem französischen Militärattache in Tanger ein dauernde- diplomatische- Geleit zusicherte, welche- diesem ermöglicht, sich in der ganze» Zonne Spanisch-Marokko- frei zu bewege».. Schacht fährt nach Paris Gegen abend- gab die deutsch« Botschaft in Pari- bekannt, daß der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht zn der am 16. Jänner stattfin» denden feierlichen Grundsteinlegung zum deutschen Pavillon auf der Paris»» Internationalen AuS» stellung in Pari- eintrefsen wird. gsllllM habest, Am, Hstfendamm fajj?» gerqdx. Me Sache noch einmal zurückzukommen. zwei Schiff«, der dänische Dampfer„SIgne" und g n monat-langer Arbeit wurde niit Unter- der norwegisch, Dampfer„Saga", vor Anker, 1 stützung des Kulturverbandes von dessen S.-Ire- akö fenjö Aufständischen-Flugzeuge mit großer jAx Bildiverl vorbereitet, das, richtig und Schnelligkeit über 100 Brandbomben über der objektiv gestaltet, eüie nützliche Funktion hätte Stadt abwarfen und gleichzeitig zwei Kreuzer erfüllen können. Im ersten Rausch der„Volksge- der Aufständischen etwa 206 Schüsse abgaben.| meinschaft" hat man sich aber zu iveit vorgeivagt ® skandinavischen Schiffe fuhren mit und auch ei««« Reihe von Aufnahmen der SdP II Sa MA X /Ulf. /Chiia« Oll„„fa.lk.M„...„.„ Zwischen den Stühlen Wir hatten in der letzten Zeit Gelegenheit, uns in zwei Darlegungen mit dein Deutschen Kulturverband auseinandcrzusetzen. Neben anderen Dingen bildete auch ein im Einvernehmen mit dem Deutschen Kulturverband vom Verlag E. Kaiser in B.-Leipa herausgegebenes Bildwerk den Gegenstand unserer Kritik, Jjm Probeband dieses Werkes, das nun unter dem Titel„Sudetendeutsch tu m" erschienen ist, waren eine ganze Reihe von Bildern enthil- ten, die Aufnahmen der SdP zeigten. Diese Tatsache veranlaßte uns zu der Feststellung, daß der Deutsche Kulturverband sich in politischer Hinsicht einseitig festgclegt habe. Das nun vorliegende Werk enthält die von uns bcanstante- ten Bilder der SdP nicht mehr. Dieser. Umstand hat dem Kulturverband wiederum eine deftige Kritik von Seite der SdP eingetragen. In der„Zeit" voin 3. d. M. hat Henleins Kmtur- papst, Herr H ö I'l e r, das Bildlverk nach alle«« Regeln der Kunst verrissen, da es die durch den Probeband getveckten Erwartungen der SdP- Leute enttäuscht hat. Der Kulturverband wendet sich nun in einem Pressebericht„gegen politische Kritik" und glaubt, aus dem Uinstand, daß er„schlechte Zensuren von links und rechts" erhalten hat, schließen zu können, daß seine Tätigkeit eintvandfrei und der „von ihin eingeschlagene Weg der richtige ist". Nicht nur deshalb, well wir darauf Wert legen, daß unsere aus rein sachlichen Motiven er- | flössen« Kritik nicht mit jener der SdP in emen Malaga ist am Montag vom Meer und von, Tops geworfen werde, sondern tveil wir gerade der Luft au- mit großer Intensität beschösse«« an diesem Beispiel nachweisen können, wie cs von worden. In der Stadt wurden große Schäden einer überparteilichen Organisation nicht ge- w.nixkqcht, Etwa.800 Personen.solle» de» Tod^ macht tverden darf, sehen wir uns veranlaßt, auf Seile 2 Mittwoch, IS. Jänner 1037 Re. II A u n u und zahlreiche Arbeiter-Kultur» organisationen gibt, wird schamhaft ver, schwiegen I DaS gleiche kommt auch Im Blldteil zum Ausdruck, in dem nicht lvcnigcr als sechs Bilder aus der Tätigkeit des Deutschen Turn» Verbandes abgedruckt werden I Kann der Deutsche Kulturverband daraus das Recht ableiten, in einem Pressebericht zu behaupten, das; er»sich mannhaft bemüht, einseitigen politischen Einflutz von seiner Arbeit fernzuhalten"? Oder glaubt er, das; zum Beispiel durch den in diesem Buch abgedruckten Beitrag von Dr. Fritz Koberg»Kulturleistungen der Sudetendeutschon" der Vorwurf der Einseitigkeit widerlegt wird? Herr Dr. Koberg bringt es zutvege, in der Reihe der„beachtlichen Dichter" jenen Emil L e h» m a n n zu nennen, von dem der tiefsinnige VerS stammt: „Wode, wilder Wobei Führ uns zum Lehen, führ uns zum Tode! Wode, wilder Wobei" und den gleichen Herrn Höller, der daS Buch später in Grund und Boden kritisiert, kann jedoch einem FranzÄ rundmann ebensowenig auf den Namen kommen, wie einem anderen Ar» beltcrdichtcr. Sollte das nicht doch ein wenig einseitig sein, Herr Professor Gegner? Und ist cs nicht auch einseitig, datz in diesem Aufsatz zwar einige höchst unbedeutende sudetendeutsche Dichter genannt werden, nicht aber ein Moritz Hartmann, ein I. I. David oder ein Alfred Meist» ncr, deren Wirken zwar auS dem deutschen Schrifttum nicht wegzudenken ist, deren G r o tz- mutt« r aber den Anforderungen eines bekann» ten— für den Kulturverband angeblich nicht gel» tenden— Rasseprlnzips nicht entspricht? Nein» so geht daS nicht I Der Deutsche Kul- turberband und seine Leitung mützte erkennen— und er mützte dies in seinem Interesse sehr bald tun!— das; die gegenwärtig von ihm eingeschlagenen Wege völligfalsch sind. Er hat geglaubt, die Sympathien einer auf di« Totalität eingeschlvorenen Bewegung dadurch gewinnen zu können, datz er an sie K o n z e s s i o n e n niacht. Er sieht nun zu seinem Schrecken, datz dies nicht genügt, er muh erkennen, datz dar Prinzip der Totalität eben völlige Unterwerfung bedingt. So weit kann er nun tvieder. nicht gehen, was ihm scharfe Zensuren, vielleicht sogar di« offene Gegnerschaft der SdP einträgt. Er verliert also durch seine Einseitigkeit gleichzeitig die Sympathien der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung sowie etlicher nichtarlscher Kreis« und gewinnt— weil er in seiner Bereitschaft zur Selbstentäuherung «ine gelvissc Grenze nicht unterschreiten kann— obendrein den Zorn der SdPl Er sitzt also, durch seine gegenwärtige Führung geschickt dahin manövriert, glücklich zwischendenStühlen! Mutz dies so sein? Keineswegs! Die Lei» tung des Deutschen Kulturverbandes mutz nur endlich erkennen, datz diese Organisation sich auf die von keiner Seit« umstrittene Schulschuharbeit beschränken und diese politisch neutral führen muh. Wenn sie weiter fortfährt, in anderen Arbeitsbereichen herumzupfuschen, dann wird sie scheitern. „Wir werden New Zealand an die Spitze aller Nationen des Britischen Commonwealth stellen"— erklärte Mr. Savage: und Mr/. H. T. Armstrong fügte mit gewollter Uebertreibung hinzu:„Wir werden solange nicht befriedigt sein, bis. di. Arbeiter dieses Landes den Standard des amerikanischen Millionärs erreicht haben.". Sozialisierung des Marktes. Nach den Arbeitern die Farmer. Sie hatten schwer unter dem konservativen Regime gelitten. Das Nationaleinkommen New Zealand» war von 180 Millionen Pfund(1028/29) in die Tiefe von 00 Millionen(1982/38) gestürzt; es war nahezu halbiert worben. Wie war dieser Verarmung zu steuern? Die Konservatwen wutzten nur den»inen Rat: Deflation. Sie senkten die Löhne, die Arbeitslosenunterstützungen, die Krlegerrenten für die Arbeiter- Ilaffe, und die Preise für die Produkte der Farmer. Arbeiter und Farmer litten gleicherweise. Die Arbeiterregierung zeigte jedoch einen anderen Wr;. Hatte die Regierun» die Lebenshaltung der Arbeiter gehoben, so galt«S nun, den Farmern eine menschenwürdige Lebenshaltung zu sichern: ihr Arbeitsertrag soll nicht mehr eine Beut« der Spekulation sein; der soziale Staat hat die Pflicht, den Markt zu organisieren. Die Labour-Regierung handelte mit revolutionärer Kühnheit: durch ein Gesetz, dem Pri- mayr Products Marketing Aet, wird der Staat verpflichtet, die ganze Ernt« der Farmer zu einem festen Durchschnittspreis aufzukaufen und st« selbst aus den Londoner Märkten zu verkaufen. Zwi- schenhandelsaewinn« und Spekulationsgewinne sind ausgesthaltet.'An Feiten hoher Weltmarktpreise erzielt der Staat Ueberschüsse; in Feiten niederer Preise gleicht er den Verlust mit jenen Gewinnen aus. Der Farmer selbst ist also nicht mehr den Preisschwankungen unterworfen; er cmpfänot«inen festen Preis für seine Arbeit und sein Produkt. Damit aber die arbeitenden Farmer und nicht die geniestenden LandlordS den Porteil haben, verbleiet ein besonderes Gesetz die Erhöhung der Pachtzinse. Garantiert also die Regierung feste, gute Preise den Farmern, so konnte sie wiederum den Arbeitern— durch den United WheatgrowerS Act— feste Preise für Getreide, Mehl und Brot aarantieren. Feste Löhne für die Arbeiter; feste Preise für die Farmer; feste Preis« für die wichtigsten Lebensmittel: die Stabilisierung der Lebenshaltung der breiten arbeitenden Masten wurde gesichert. Der Erfolg dieser umwälzenden Aktion hat die Arbeiterregierung zu weiteren Plänen ermutigt; sie hat angekündigt, datz sie in den sozialisierten-Markt-auch Industriegüter einbeziehen wird. Sozialisier«»» des Verkehrswesen- Die Eisenbahnen sind eines der grötzten Unternehmungen des Landes, bisher privatkapitali» stisch geführt. Die Regierung hat sie nun der Staatskontrolle unterworfen; ein weiteres Gesetz ermächtigt den Staat, di« Motor-Transport- Kompagnie zu sozialisieren. Ein« grobe Zahl die» ser privaten Gesellschaften wurde ausbezahlt und vom Staat übernommen. Auch der finanzielle Erfolg— nicht schlecht Dies also hatte die Labour-Regierung im ersten Jahr Ihrer Macht geschaffen. DaS alles erforderte grotze Summen. Darüber hinaus hatte sie Ein Jahr Labour-Regierung in Mew-Zealand Bon Julius Braunthal(London). Gerade vor einem Jahr kam in New Zealand die Labour-Partei zur Macht. Bisher hatte eine Koalition.der Reform- und United-Parteien das Land beherrscht. Sie wurden 1988 von der Labour-Partei vernichtend geschlagen. Die Labour-Partei verdoppelte die Zahl ihrer Sitze im House of RepresentationS von 24 auf 88; die konservattv-liberale Koalition verlor mehr als die Hälfte. ES war der gröhte Wahlsieg, der je in diesem Lande errungen wurde; er war end- giltig und absolut. Zum erstenmal in der Geschichte New Zealands kam die Arbeiterschaft zur Macht. Elf Wochen, die New Zealand veränderten Ohne einen Tag Verzögerung ging die Arbci» terregierung an ihre Arbeit. Mr. M. I. S a- v a a e, der Labour-Ministerprästdent, ein Australier von Geburt, kündigte an, datz die Minister■ private Fachleute heranziehen und ihre Einkünfte t mit ihnen teilen würden, um ja nur nicht eine Stunde zu verlieren. In einer kurzen Elf-Wochen« Sestion wurden 18 Gesetze geschaffen: sie veränderten die ökonomische Ordnung im Lande. Labour-Hände ergreifen die Staatsbank Zuerst und vor allem bemächttgte sich die Labour-Regierung der Reserve Bank of New Zealand. Die Staatsbank ist in jedem Lande die Schlüstelstellung der Kapitalsherrschaft. Ueberall versucht daher die Arbeiterklaste, zur Macht gekommen, die Staatsbank unter ihrer Kontrolle zu bringen, um die ökonomischen und soziale» Verhältnisse in ihren Tiefen umzuwälzen. DaS begriff Mr. Savage sehr wohl. Durch den Relerve-Bank-Act wurde die Unabhängigkeit der Bank gegenüber der Regierung aufgehoben; die Aktienbesitzer wurden ausbezahlt; die Arbeiterregierung gelangte zur absoluten Kontrolle über das Geldsystem. Nun war der Weg frei zur Durchführung eines grotzen, wohldurchdachten Wirtschaftsplanes. Umwälzung in den Arbeitsbedingungen. Arbeiter und Farmer sind in New Zealand die Träger der Wirtschaft, die Schöpfer des Reichtums; sie sollen nun teilhaben an dem Wohlstand des- Landes. Die Labour-Regierung führt« die v i 11• zig-Stundenwoche ein(für viele Gewerbezweig« wurde die Arbeit am Samstag für ungesetzlich erklärt); sie verfügte die Bezahlung der Urlaube; sie setzte Grund» löhne fest; sie verpflichtete alle Arbeiter,«in» schlietzlich der Bankbeamten,-' Polizisten, Hausangestellten, sich den Gewerkschaften anzuschlie»^ hen(alle New Zealänder werden in Zukunft Trade-Unionisten sein); sie erneuerte da» von den Konservativen entmannte Schiedsgerichtsverfahren zur Schlichtung von Konflikten zwischen Kapital und Arbeit; gewährte den Gewerkschaften da» Recht der Uebevwachung der sozialen Schutzgesetz« in den Betrieben selbst. Unmittelbar drängend war die Sorge um die Arbeitslosen. Die Labour-Regierung widmete sofort einen Betrag von 100.000 Pfund zur Verteilung unter die Arbeitslosen als „Christmas bonuses"; sie erweiterte da» Programm für öffentliche Arbeiten; sie ermächtigte durch vier local asct» die Gemeindeverwaltungen zur Durchführung besonderer Arbeiten. Das Kaffeehaus in der Se'.tengasse Roman von Fritz Rotenfeld so Sie hat etwas mädchenhaft-scheue» an sich, dachte er, sie ist gebrechlich bei all ihrer Stattlichkeit; sie mutz eine zarte Seele haben, wenn nur Hugo keine Dummheiten macht, dachte sie, er hat mich angestarrt, er ist in seiner Eifersucht zu allem fähig. Wir sollten in ein anderes Lokal gehen — doch wie bringe ich Mittelmeier das bei? Ich kann ihm doch nicht sagen, e» ist mir peinlich, mich im Caft Finsterbusch zu verloben, ich habe seit ein paar Wochen ein Verhältnis mit dem Kellner. Di« Tante würde auch Wert darauf legen, datz die Verlobung in einem Lokal mit Marmorsäulen und elektrischen Kerzen in goldenen Leuchtern stattfände. Prunk und Glanz seien«Ine gute Vorbedeutung für eine junge Ehe. Sie muhte noch Gelegenheit finden, mit Hugo zu sprechen, ihn zu beruhigen; verlobt sei noch nicht verheiratet, und bis Mittelmeier in Ihre Wohnung übersiedelte, mühte sich gar nichts zwischen Hugo und ihr ändern; und auch nachher werde sich ein Ausweg ergeben. „Geh' mm und zieh' dich um", sagte sie. „Ich mache mich schnell sertig, in einer Stunde bin ich im Caft. Freust du dich sehr?" «Ich bin sehr glücklich, Isabella", „Ich bin auch sehr glücklich, Lorenz, Ich hab' mir immer einen Mann wie dich gewünscht, der das Leben kennt, der eine Frau zu behandeln versteht und der ein gute» Herz hat". „Ich danke dir, Isabella. Du wirst e» immer gut bei mir haben". Die Tränen kamen ihm; seit der Hochzeit dec Schwester de» Baron Silbermann, im Jahre 1911, oder war eS 1909?, hatte er nicht mehr geweint. Sie blieb ruhig. Nun ja, sie war schon einmal verheiratet gewesen, aber sie liebte ihn, kein Zweifel. Eine Frage hatte er noch auf dem Herzen: Wie sich die Sache mit dem Kellner verhält. GennoS Gesicht damals hatte Andeutungen gemacht— als Bräutigam hatte er ein Recht, die Wahrheit zu erfahren. Aber es war nicht der richtige Zeitpunkt, sie zu fragen, sie könnte böse werden, wenn sie erführe, datz er au» Gennos taktlosem Scherz einen ernsthaften Verdacht ab- Icitete; doch«S mutzte noch vor der Heirat klar- gestellt werden, denn der Gefahr, lächerlich zu werden, durste er sich nicht auSsetzen. „Hast du eS dir überlegt?", fragte Finsterbusch seine Frau. „Ich habe dir gesagt, was ich dir zu sagen hatte. Daran ändert sich nicht» mehr". «Dann wirst du also gehen müssen". „Ich werde gehen". „Wovon werdet ihr leben, du und das Kind?" „Mach' dir darüber keine Sorgen". „Wenn du gehst, werde ich alle» sagen, warum du gegangen bist. Die ganze Stadt soll e» wissen. Niemand wird dir ein Stück Brot geben. Niemand wird dich auf der Strahe grüsten. Eine Ehebrecherin, die ihren Mann verlassen hatte, weil er da» Kind nicht aufsüttern wollt«. Sie werden alle zu mir halten". „Gestern sagtest du, der Skandal würde dich ruinieren. Nun willst du Profit aus der Sache schlagen." „Ich werde Prosit au» der Sach« schlagen. Ich werde mich nämlich nicht von dir scheiden lassen. Ich werde erzählen, du seist davongelaufen, du hättest einen Liebhaber gehabt, du hättest dich schändlich gegen deinen Mann benommen. So kann man doch wohl nennen, was du getan hast?" Sie wandte den Blick nicht von ihm. Da stand er, die Hände in den Hosentaschen, das Hemd offen, das Gesicht rund und rot, die Hosenträger waren von dep Schulter geglitten und baumelten hinter ihm her. „Du bist noch viel erbärmlicher, als ich dachte", sagte sie.„Mach dein Geschäft damit: Was geht da» mich an". Sie sah in ihrem Schreibtisch, ihr« Hände .vergruben sich in den Briesen und Papieren. Nun mutzte sie gehen. Nun konnte'sie nicht mehr bei Finsterbusch bleiben, er würde sie wie eine Zlr- kuSattraktion in der ganzen Gaffe zeigen: Sehl her, das ist die Ehebrecherin, die ihrem Mann zugemutet hat, das Kind ihres Liebhabers aufzufüttern, habt Mitleid mit dem armen Mann, kommt in fein Taft, es geht ihm schlecht. Weglaufen, au» der Gaffe, au» der Stadt. Aber wohin? Ihre Verwandten waren verschollen, selbst wenn sie den Weg zu ihnen fände, sie könnte nicht eine» Tage» an ihr« Tür klopfen und sagen: Nehmt mich-auf, ich bin meinem Mann durchgebrannt, ich habe ein Kind, da» nicht von ihm ist. Arbeiten? In. dieser Zeit? In ihren Jahren? In den Monaten, in denen sie da» Kind trug, in den Monaten, in denen sie e» an der Brust hatte? Geld, sie braucht« Geld. Sie öffnet« die Lade, in einer Schachtel, lagen Silbermünzen, in einem Briefumschlag Banknoten. E» war nicht viel, aber e» würde für ein paar Monate reichen. DaS Geld gehörte ihr so gut, wie cs Finsterbusch gehörte: sie hatte mehr Arbeit für das Taft geleistet, al» er, sie hatte nie«ine Forderung an ihn gesteNt, trug jahrelang ein alte» Kleid, ihr« Hüte waren unmodern und ihre Schuhe vertreten. Sie hatte ihren Schmuck verseht; seKst wenn er sie anzeigte, könnte sie beweisen, datz e». ihr Geld war, da» Geld für die Ringe, für da» Armband, die sie in» Versatzamt' getragen hatte, um die Rechnungen zu bezahlen. Sie öffnete da» Kouvert, sie zählt« di« Noten nach. Zweihundert, dreihundert; vierhundertfünfzig hatte sie für die hie Renten für pensionierte, Arbeiter, ausgedient« Soldaten, Brbeiterwitwen erhöht, die Länderver- tridlgung verstärkt— und dennoch zeigte da» erst« Budget der Labour-Regierung einen Ueberschutz von 18.000 Pfund. Der von den Kapitalisten befürchtete staat-finanzielle Zusammenbruch ist au»- geblieben. New Zealand zeigt, was eine tatkrästige, phantasievolle Arbeiterregierung zum Wohle de» ganzen arbeitenden Volke» leisten kann. LRrm In der tschechlsch-asrarltchen Presse gab es wegen der angeblichen Teilnahme tschechischer Sozialdemokraten und Nationalsozialisten an einer Beratung der Henleinjugend. Es handelt« sich um ein— merkwürdigerweise von der„Sudetendeutschen Jugendgemetnschaft" einberufen«» — Freundschaftstreffen inMoldau, dessen Ziel e» sein sollt«, die Ergebnisse de» Genfer Welt- jugendwngrestes zu besprechen. Tatsächlich nahmen einig« Jugendliche au» dem tschechischen Lager an dem Tressen teil, vor allem Angehörige der Delegation zum Weltjugendkongreh, in der auch die— tschechisch-agrarischeJugend ausgiebig vertreten war. Die tschechischen Sozialdemokraten und Sozialisten dementieren übrigen» entschieden di« offizielle oder inoffizielle Teilnahme von Jugendlichen au» ihren Lagern. Der Lärm de» „Venkov" ist also ziemlich sinnlos und offensichtlich darauf berechnet, die tschechische Oeffentlichkeit von dem guten Einvernehmen zwischen der tschechisch-agrarischen Presse und der SdP abzulenken. — Uebrigen» waren auch die deutschen Sozialdemokraten in Moldau nicht vertreten. Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den neuen rumänischen auherordent« lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister George P. S. Aurelian in Antrittsaudienz. Ferner empfing der Präsident den Gesandten in Sofia, Prokop Maxa, sodann den Direktor der Prager«Urania", Prof. Dr. Frankl und schlietzlich ein« Deputation der Professoren der tschechoslowakischen Handelslehranstalten und Ihrer Kuratorien. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodjsa hat Dienstag den rumänischen UntersiaatSsekretär des Aeuhern Victor Baduleöcu empfangen, mit dem er die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Rumänien und der Tschechoflowakei und zwischen den Staaten der Kleinen Entente besprach. Katholiken und Neuheidrn. Die„Deutsche Presse" gibt Mitteilungen des„Deutschen evangelischen VolkSkalenderS" wieder, aus denen her- vorgeht, datz im Jahre 1988 mehr Katholiken al» 1984 zum evangelischen Glauben Vbergetreten sind. Au» der Statistik geht hervor, dass die - Uebertrittsbewegung in jeüeü Gebieten am stärksten ist, in denen die SdP den grötzten Einflutz hat. Die„Deutsche Presse" bemerkt dazu, datz c» heute um das Wesen des Christentums gehe und datz es gelt«, die religiöse Einheit de» Sudeten» deutschtum» zu erhalten.— Andererseits macht sich die katholische Presse unsere» Lande» zum Beichün- deten der neuheidnischen Bewegung. So gibt da» Jägerndorfer„Volk" in seiner Ausgabe vom 10. Jänner einen Lügenbericht de»„Völkischen Beobachter" über angebliche Rekrutenwerbungen für di- spanisch« Volksfront in Frankreich wieder. Di« Unglaubwürdigkeit diese» Berichte» wird jedem aufmerksamen Leser sofort flar. Aber wenn e» gegen die„Roten" geht, verbinden sich die katho- lischen Netter des Christentum», die sonst um jede Seele bangen, mit Tod und Teufel. Ringe und das Armband bekommen, vierhundertfünfzig gehörten ihr. Finsterbusch stand hinter ihrem Sessel, sein« Hände legten sich: auf ihren Arm. „Latz das Geld liegen", sagte er.„Morgen kommt Vogel. Es ist die erste Nate".' „Da» Geld gehört mir". „Ich sage dir in aller Ruhe, latz da» Geld liegen". Er griff nach den Noten, sie ballte sie in der Hand zusammen, drückte die Hand an den Leib. „Gib das Geld her". „Ich gebe dir das Geld nicht". „Du gibst mir da» Geld nicht. Du bestiehlst mich also. Ich soll zusehen, wie du mein Gelt» stiehlst, und soll dazu schweigen. Du hältst mich für sehr dumm". Seine Pranke lag auf ihren Fingern, er drehte ihre Hand, ein stechender Schmerz fuhr in die Ellenbogen, er schob seine Finger in ihre Faust, er ritz sie hoch, er stand vor ihr, er keuchte, er war seiner Sinne nicht mehr niächtia, er Wichte nur: Morgen kommt Bogel, liegen die. vierhundertfünfzig nicht abgezählt auf dem Tisch, schleppt er die Möbel weg, mutz ich zufperren, bin ich, ruiniert, für alle Zeiten. . Sie begann zu schreien. .„Ich geb dir da» Geld nicht". Er pretzte die linke Hand auf ihren Mund,' die rechte wühlte in ihrer Faust, zerbrach ihre Finger, zerklammerte da» Handgelenk, seine Nägel gruben sich an da» Fleisch, ihrer Hand, sie bitz vor Schmerz in di« Lippen. Sie stieh mit den Fitsten gegen seine Knie, yr hatte sie an die Wand gedrängt, sie stemmt« sich gegen die Wand, sie saugte Kraft aus der Mauer, die ihr Leben eingesaugt hatte in zehn leeren, grauen Jahren. „Wenn du da» Geld nicht herglbst, hole ich. die Polizei". .(Fortsetzung folgt.); Sir. 11 Mittwoch, 18. ftanner 1087 tfudetendcutsmcr xeitepiegcf Indem wir Euch diese Umstände mitteilen, sind Stockholm. Die ordentlich« Session deS Reichstage» im heurigen Jahre wurde DieilStag vormittag» vom König eröffnet. Dir vom König verlesene Thronrede stellt u. a. sest, das« sich der Wohlstand de» Lande» weiterhin erhöht hat. Die Staatseinnahmen wachsen, erhebliche Summen sind dem Budgetentwurf zufolge zur Bezahlung der Staatsschulden bestimmt. Da» StaatSetat ist vollkommen ausgeglichen. Die Einnahmen und die Ausgaben erreichen die Summe von je 1.201,486.000 schwedischen Kronen. Man rechnet damit, daß der Stenerertrag in» heurigen Budgetjahr rund über 69 Millionen höher sein wird, alS im vorherigen Budgetjahr. Eine Erhöhung der Ausgaben wird vor allem der sozialen Fürsorge, der Besserung der viehälter der Staatsbeamten und Lehrer, sowie der Amortisierung schwebender Schulden dienen, die in den verflossenen Jahren zwecks Bekämpfung der Wirtschaftskrise gemacht worden sind. Sabotage in britischen Marinedocks Loudon.(Reuter.) In den Marinedocks in Devonport wurden strenge Maßnahmen getroffen, da man entdeckt hatte, dast verschiedene Dokumente in die Hände von Angestellten gelangt sind. ES wurden sogleich acht Mann entlassen, di« in nicht ganz zehn Minuten aus dem Unternehmen eskortiert wurden. Lastenauto» sitzend, beim Bahnübergang zwischen Schwetßing und Tachau von einem Motorzug überfahren wurde. Während der Anhänger mit der Ladung völlig zertrümmert wurde, erlitt Böhm so schwer« Verletzungen, dass«r ihnen kurz darauf erlag. Der Lenker de» Lastautos hatte da» Herankommen de» Motorzuge» übersehen und überhört. Tuberkulosen-Fürsorg«. Bei der Tagung der Deutschen Tuberkulosenfürsorge, die bet stärkster Beteiligung im Dezember v. I. unter dem Vorsitz I ihre» Gründer-, Hofrat Jaksch stattfand, berichteten Prtmariu» Dr. Altmann-Eger und MUDr. Gattermann-Prag, über den derzeitigen Stand der Fürsorgearbeit und den Weg für die Zukunft. Roch ist die Tuberkuio'e«ine der häufigsten Todesursachen. Der Aufwand für die Heilung der Erkrankten erfordert in der Tschechoslowakischen Republik von ösfentl. Institutionen, wie Krankenversicherung, Sozialversicherung, Pensionsversicherung, Land, Bezirk und Gemeinde jährlich mindestens 90 Millionen Kronen, wobei der Aufwand Privater auch nicht annähernd erforscht' werden kann. Der Gesamtverlust an VolkSver- mögen durch Verlust der Arbeitsfähigkeit während der Dnuer der Erkrankung läßt sich auf L Milliarden Kronen im Jahre schätzen. Dieser unge heure Schaden läßt sich durch gute Fllrsorgearbeit sehr heroBdrücken, wie es die erfolgreiche Tätigkeit der Fürsorgestellen in den größeren Städten zeigt. Auf dem Lande ist auf dem Gebiete der Tuberkulosenfürsorge noch zu wenig geschehen. ES wurde daher In der Tagung beschlossen, mit größter Beschleunigung tu allen Gericht S- bezirkenZweig st eilen l er Deutschen Tuberkulosensürsorge zu schaffen und das Landgebiet intensiv mit Schutzarbeit zu betreuen. Fremdsprachenuntorricht an unseren BolkS- und Bürgerschulen. Im Schuljahre 1086/36 wurden an den Bürgerschulen(ohne vierte Jahrgänge) mit tschechoslowakischer Unterrichtssprache 2830 Kinder in der karpathoruffischen Sprache, 270.081 in der deutschen Sprache, 310 in der magyarischen Sprache, 12.196 in der französischen und 210 Kinder in der englischen Sprache unterrichtet. An den Bürgerschulen mit deutscher Unterrichtssprache wurden 66.990 Kinder in der tschechoslowakischen, 866 in der französischen und 286 Kinder in der englischen Sprach« unterrichtet. D» die Zahl der Schüler an den tschechoslowakischen Bürgerschulen 849.308, an den deutschen Bürgerschulen 86.973 betrug, lernten also 77 Prozent der tschechoslowakischen Kinder die deutsche und ebenfalls 77 Prozent der deutschen Kinder die tschechosiowakische Sprache. Der französischen Sprache wird am den tschechoslowakischen Schulest weit mehr Aufmerksamkeit gewidmet als an den deutschen, bei der englischen Sprache Ist das Gegenteil der Fall. An den Volksschulen mit tschechoslowakischer UnterrichtSsvra'b- wurden bei einer Gesamtschülerzahl von 1,228.064 6848 Kinder in der karpathorussischeu, 130.413 in der deutschen Sprache(über 10 Prozent) und 86 Kinder in der magyarischen Sprache unterrichtet. Bon den 887.428 Kindern der deutschen Volksschulen nahmen 94.022(da» sind über 28 Prozent) am Tschechischunterrlcht teil. Arabar stellen Maxlmalfortferungen Jerusalem. Vor der König!. Kommission wurde erstmalig der arabische Standpunkt zur heutigen Lage in Palästina ossiziell dargelegt. Der Mufti von Jerusalem erklärte, das Ziel der Araber in Palästina sei deren nationale Unabhängigkeit. Ter Mufti forderte von der Königlichen Kommission, daß von dem Versuche, au» Palästina eine nationale Heimstätte der Juden zu machen, Abstand genommen, die jüdische Eimvandcrung und der Bodenverkauf an Juden sofort und vollständig eingestellt und das gegenwärtige Mandat aufgehoben werde, das durch einen Vertrag zwischen Großbritannien und den Arabern, zu ersetzen sei. Franz begeisterte. Die nächsten Leistinigcn stehen im Zeichen Alfred HuttigS, der Raimund»„Der Verschwender", zu de» Dichter» 100. Todestag mit viel Liebe erstehen ließ. Dabei zeichneten sich Huttig (Valentin), Groß lFloMvell), Peter lKammcrdie- ner) und Längauer au». Tiefen Eindruck machte »Die Heimkehr de» Matthias Bruck" von S. Graff, ein Baucrnstvck, in dessen Hintergrund da» Erlebnis de» Weltkrieges geistert. Prachtvolle Leistungen boten Groß,■ Peter, Huttig und Dagny-Servacs-Berlin(Bäuerin). Wer tüchtig lachen will(und wer tut da» nicht gern) geht zur „lustigen Begebenheit" von Hinrich»„W en» derHahnlräht...", eine allerdings recht geschickte Vergröberung von Kleist»„Zerbrochenem Krug", wobei die Handlung in» Bayrische verlegt wurde. Hier brilliert vor allem da» Aussiger Faktotum Hutterer, der ja in vielen Sätteln gerecht ist. Natürlich kämpft da» Aussiger Theater wie alle Bühnen einen schweren Kampf uip seine Erlstrnz, In dem e» bei der Stadtgemeinde und in den letzten Jahren in wachsendem Maße im Thcatervereine «inen Rückhalt findet. Tie Zahl der ständigen Theaterbesucher hat sich zwar auf einer ansehnlichen Höhe stabilisiert, sie genügt aber Immer noch nicht, um den finanziellen Aufwand einer Bühne zu decken, an di« die Aussiger recht hoho Anforderungen stellen. F. S. Vie österreichische Legion— Kanonenfutter für Spanien Wien. Der„Telegraph" verzeichnet Gerüchte, welche in den letzten Tagen über die seinerzeit von München aus geflüchteten österreichischen Nazis ausgestellte„österreichische Legion" kursieren. Diesen Gerüchten zufolge wurde oder Ivird die österreichische Legion nach Spanien gebracht werden. Die Gerüchte entstanden dadurch, daß tatsächlich zahlreiche Legionäre österreichischer Herkunft, welch« in Deutschland sind oder ivarcu, sich, wie ans Briefen hcrvorgcht, nach Spanien begeben tvollcn, oder sich bereits dorthin begeben haben. Es handelt sich um Elemente, die seinerzeit Oesterreich verlassen, sich von Deutschland nach Abessinien begeben haben und nun ihr Glück in Spanien versuchen wollen. Dorthin zielt Hitler! Spanisch Marokko— die Pforte zum Mittelmeer Aussiger Theaterbrief Ein« bemerkenswerte Erscheinung der Aussiger Bühne, die seit vier Jahren Alfred Huttig wieder leitet, ist die stark« Position, die di« Oper hat. In jahrelanger Arbeit wurde«ine Operngemeinde geschaffen, zu der sich ein bedeutender Teil der regelmäßigen Theaterbesucher bekennt und die über«in Dutzend Lpernerstausführungen mit durchschnittlich si«ben oder acht Wiederholungen bei einer siebenmonatlichen Spielzeit ermöglicht. Wenn da» gerade in den ersten drei Monaten der diesjährigen Spielzeit nicht so recht zum Ausdruck kommt, so verschuldet da» di« natürliche Reaktion■ auf die besondere Anspannung der Oper in der vergangenen Spielzeit! („Ring", Boris" u. a.), wie die zeitweise Abwesenheit de» verdienstvollen Opernchef» Franz Aller«. Mit dem„R o s e n k a v a l i«r" stieß die Oper bi» hart an di« Grenzen der L«istung»fähigk«it de» Heu-! rigen Ensemble» vor. Darstellerisch und gesanglich außerordentlich Maria Petzlbauer al» Marschallin.' In Lortzing»„Zar und Zimmermann" konnten vor allem Piero Pterotie al» Zar und Han» Paweletz, der mit End« der Spielzeit nach Prag geht,! al» van Bett ihr« künstlerischen Fähigkeiten beweisen.' „DerTroubadour" tPerdi), der nur.zu bald von der Bühne verschwand, gab Ale-ander Gillmann als Manrico Möglichkeiten zur Entfaltung! Ein Sippenabend de» Deutschen Verband«» in Rumburg sieht nach dem Berichte in der„Rumburger Zeitung" so au«:„Trotz fortgeschrittener Zeit spielten die wackeren Jarschel-Leute, immer wieder durch Händeklatschen um ihreSpiel« pausen gebracht, auf, man drehte sich, wirbelte und sprang, aufgeräumteste Stimmung herrschte überall und da auch für Gaumen und Kehle tnreichlichsterArtAtzungvorhanden war und kredenzt wurde, blieb Wohl kein Wunsch der Besucher dieses schönverlaufenen Stp- penabend» de» Deutschen Turnvereines Rumburg offen! Erst indenspätenMorgenstun« den de» Sonntag klang der letzte Geigensireich, der letzte Paukenschlag und da» Lachen und Singen— denn auch lustige Scharlieder wurden zwischen den Tänzen vom Stapel gelassen, verklang." — Dann haben die Mitglieder der Sippe den Rausch auSgeschlafen. Der Katzenjammer Ist nicht auSgeblicben, Der groß« Katzenjammer aller mit Hitler Versippten wird noch folgen. Bergarbeiter-Tod. Wie un» au» Falkenau a. d. E. berichtet wird, wurde auf der ZIedlitz» HaberSpirker Gewerkschaft der Bergmann Anton Heinz au» Kloben, Bater dreier minderjähriger Kinder, von niedergehenden Kohlenmassen verschüttet; alS man den Unglücklichen nach längerer Zeit befreit hatte, war er bereit» tot. J-7 T»dlich.verungla«t4ft, wie man-un» au* den soll.'DMs Dokument ist für die Geiste»^, Klan meldet, der 22jährige Franz Bohm au» Ein lappisches Manöver Wir haben bereit» vor einigen Tagen auf die Kampagne hingcwiesen, di« jetzt in der kommuni stischen Presse für die Herstellung der Gewerk schaftseinheit geführt wird. Die Ursache diese« Kampagne ist darin zu such««, daß die von den Kommunisten geschaffenen SpaltungSgetverkschaf« ten mit ihrem Latein zu Ende sind. Wenn sie ihren Mitgliedern den organisatorischen uitd ideo logischen Bankerott eingcständen, bei dem sie jetzt angelangt sind, würden die politischen Fol gen der sehigeschlagenen kommunistischen Geiverk- schaftStaktik nicht ansblciben. Also bemüht man sich, die Ausmerksamkeit der kommunistischen Ge» iverkschaftsmitglieder von ihrer eigenen Organisa»....... tion auf die freien Gewerkschaften abzulcnken. Den! 11 e b I g e a n d e r'e F o'r m und Methodeder Mitgliedern soll für den Fall, daß die freien Ge- Bereinigung zurück.,.. . werkschaften die jetzige„VcrcInIgungS"«Taktik der'‘ Kommunisten ablchnen, weiSgcmacht werden, die Schuld an der Gefährdung ihrer gewerkschaftliche» Interessen hätten die freien Goiverkschastcn. DaS geht auch au» Richtlinien hervor. die von der Reichskonfercnz der Roten Gewerk schaften am 16. Dezember für die Durchführung der Vereinigungskampagne aufgestellt wurden. Am 17. Dezember wurde zu den Richtlinien sozusagen eine Durchführungsverordnung be- kanntgcmacht, in der die genauen Weisungen zur Organisierung der Bereinigungskampagne enthal ten sind. Darin heißt cS u. a.: «Zur Erleichterung der Anbahnung persön licher und offizieller Verbindungen unserer rote» GcwerkschaftSgruppcn mit den in Frag« kommen den reformistischen Gruppen und. zum Zweck« der konkreten Stellung der Frage der Gewerkschafts vereinigung legen wir Euch da» Muster eine» Briefe» bei, In dessen Sinne die Gruppen der RG «Inen eigenen Brief au»arb«tt«n, oder unser« An sichten zur Vereinigung vermittel» einer Delega- tion.nsw. übermitteln sollen. Wir betonen neuer dings, daß e» dabei notwendig ist, überall ge meinsame AuSschußsihungen oder Plenarversamm lungen der roten Gewerkschaftsgruppen mit den resp. der reformistischen Gruppe anzustreben und die Annahme eine» gemeinsamen Beschlüsse» für die Gewerkschaftsvereinigung zu bewirken." Un» liegt auch da» Muster jene» Briefe» vor, mit dessen Hilfe di«„unwiderstehliche Volksbewe gung" zur Erreichung der„Gewerkschaftseinheit", so wwdie^MwMVen.sie.wLnschen,ssitfpKtwep,, Haltung derUmünisten undihren JesuitismuS^hoiieschau.der, auf dem"Anhänger eines seiner gediegenen Stimmittel. Al» Leonore gastierte Maria Hussa mit großem Erfolg. In der vorweihnachtlichen Zelt erfreute Humperdinck»„Hänsel und Gretel" mit Wolf Bassin« al» Peter und Milla Trummer-Latzko al» Gäste. Szenisch ließ die VorbereiwNg diese» Werk«» manchen Wunsch offen. In der Operette bewährte sich vor allein„D i e Fledermaus", die die Spielzeit wirkungsvoll .einleitete. Einen ansehnlichen Erfolg erzielte„D e r goldene Pierot"(Musik Walter Göetze), während ,^lly-Polly" und„Ein Kaiser ist verliebt" ihren musikalischen Herrn und Steiftet Walter Kollo arg im Stich« ließen. Da« zwischen agierten„Der lachende Ehemann" (Eyßler) und da»„Weiße Rössel" mit wechselvollem Erfolg. Schließlich sei der großen Operette von Robert Stolz:„G l o r i a u n d ihr Elown" gedacht, der Alfred HMtig eine glanzvolle Uraufführung am Silvesterabend bereitete. Die Stützen der Aussiger Operette sind Liess Ander» gast und Hilde Längauer, Hugo Rucker und Anton W« n g«r s k y. Dr. Kurt S u ch a n e k ist ihr verdienter musikalischer Leiter. Im Oktober gastiert« bei fast allen musikalischen Ausführungen Hedy Psundmayer mit Ihrem Ensemble von der Wiener Staatsoper mit mußerordentlichem Erfolg. Das Lprechstück ist; leider nicht recht zur Ent- fgltnna"«kommen, Wohl gab es einen großen Auftakt: Schisser»„Räuber", in denen Peter al» ein« teilweise Bereinigung zu verhandeln, d. i. über di« Vereinigung der roten Gewerkschaften, sei«» auch nur mit e i n e r in Frag« kommenden Gewerkschaftszentral«, damit so der erst» praktische Schritt zur Gesamwereinlgung der Gewerkschaften gemacht werd«, wenn infolge de» Widerstande» der anderen Gewerkschaftdzentralen r» nicht gleichzeitig zur Bereinigung aller kommen sollte. Was die Form und Art der Durchführung bet Vereinigung anbelangt, sind die roten Gewerkichak- ten der Ansicht, daß der hoste Weg di« Durchführung von Pereintgungtkongrefsen der beteiligten Gewerkschaftszentralen und Verbände wär« Wenn aber diese Form ein Hindernis für di« Ge« ; werkschaftSelnheit sein sollte, dann weisen die roten I Gewerkschaften nicht Verhandlungen über«i n« b«» Schweden— ein glückliches Land Die Krise unter sozialdemokratischer Führung überwunden Kommunisten und Gewerkschaftseinheit so bezeichnend, daß e» in vollem Wortlaut wiedergegeben sei:. „Antrag eine» Briefes einer roten Gewerkschafts grupp« an eine reformistische tzftwerkschaftSgruppe. (Als Beispiel.) Wert« Fr«und ei Sicher fühlt auch Ihr schmerzlich die Zersplit terung der Arbeiterbewegung, besonder» in der jetzi gen Zeit, wo sich die Reaktion vereinigt, Anschläge gegen da» Volk, gegen die Demokratie und gegen di« Republik anzetteli.' Wie ganz ander» könnte sich die Arbeiterschaft mit Erfolg dem allem widersetzen, wenn sie ver einigt wäre! Und wir glauben, daß gerade die Ge« werkschaftborganisationen dazu berufen sind, den An fang zu machen. Wir sind der Ansicht, daß gerade auf gewerkschaftlichem Gebiet man verhältnismäßig am leichtesten der Svaltung ein Ende bereiten uns die Bereinigung aller nichtfaschistischen Gewerk schaftsorganisationen zu einer mächtigen einheitlichen Gewerkschaftsorganisation herbeiführen kann, die im stande wäre, der gesamten Arbeiterschaft«ine Hebung de» Lebensniveaus zu bringen, die«in fester Wall gegen da» gelbe Streikbrechertum, die Reaktion, den Faschismus und eine mächtige Waffe kür die Ver teidigung der Demokratie und Republik sein könnte. Diese Erwägungen veranlassen un» dazu, uns an Eure Organisation zu wenden. Wir teilen Such mit. daß om 6. und 7. Feber 1987 In Prag der 7lllgewerkschgftSkonareß der roten Gewerkschaften stattfindet. Dieser Kongreß w>rd darüber verhan«\ dein, wie man in der Tschechoslowakei die Getverk- schgftreinheit herb-Iführen kann. Auf den Kongreß wurden folgende GewcrkschaftSzentraten eingeladcn: • a) Tkch-chossowakische GewerkschaftSverelniguna (OSL). b) Mclchenbcrgcr Gewerkschaftskommission, e) Tschechische Arbeitergemeinde(TOD). Die Einladung zum Kongreß Ist von dem Ange bot der Zentrale der roten Gewerkschaft begleitet, daß alle vier Gewerkschaftszentralen sofort Verhandlun gen über dte Bereinigung«inleiten. Dadurch wärt e» in kurzer Zeit möglich,«ine einheitliche Gewerk- schrftSorganikation zu bilden, die Über eine Million ^Mitglieder zählen würde. Die vereinigte Organi sation könnte diese Zahl rakch zumindest verdoppeln, wie da» Beispiel von Frankreich beweist, wo di« Ge werkschaften vor der Berelniglmg kaum eine Million Mitglieder batten, aber schon wenige Monate nach der Bereinigung auf mehr, al» 6 Millionen Mit glieder anwnchsen. Jedermann begreift, wie sich mit einem Schlage di« Läge der Arbeiterssasse so wohl in den Betrieben»»!» auch im gesamten öffent lichen Leben der Republik bessern würde, wenn sie sich mit«ine ko mächtige einheitliche Gewersschaktt- organjsation stützen könnte. Bon den«ingeladenen Gew"kschafi»zentralen bänat«1 ab. ob mich bei un» in ab'ebbarer Zeit ein solcher Zustand erzielt wird Indem, wir un» bemühen, daß esaufs schnellste zur Bereinigung aller nichtkaschiktlschen GewerkschaftSnrganisatianen kommt,- erklären die Roten Gewerkschaften Ihre B»reitfchast, auch über den Inhalt diese» Briefe» berhandeln und zur ggnzen Sache der G-werkschaftSeinheit Stellung nehmen wüÄe. Zur besseren Klärung aller Fragen, die mit der Gewerkschaftseinheit zusammenhängen, beantragen wir ein« persönliche Aussprache der Vertreter unserer und Euerer Organisation und eventuell ein« ge■ meinsam« Plenarversammlung der Mitglieder beider Organisattonen. Dir erwarten ehesten» Eure Antwort und verbleiben mit kameradschaftlichem Gruß: Stempel, Unterschriften, Adresse." Man vergleiche diesen Brief mit den„Aeuße- rungen au» Arbeiterkreisen", di« Im Laute der BereinigungSkampagn« etwa von der„Roten Fahne" wiedergegeben wurden: all« dort veröffentlichten Kundgebungen verraten den gleichen Stil wie dieser Musterbrief. Die Bestrebungen der Kommunisten nach Vereinigung der Gewerkschaften stellen sich also al» da» Bemühen dar, von den Schwierigkeiten Io»-, wir der'Ansicht, daß e»'ftir dte Arbeiterfäch«' sehr gukommen, in di« sie ihre roten Gewerkschaften nützlich wär«, wenn Eure Gewerkschaftlorgantsailon I brachten. Lotte 4 Mittwoch, 13. Jänner 19Y7 Nr. 11 Der o.gentlidieLelter desFranco-Heeres, der deutsche Geschäftsträger Faupel Nach der Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens in.Salamanca wurde der neu ernannte „Geschäftsträger des'Deutschen Reiches", General a; D. Faupel(rechts), beim General Franco(Mitte)'eingeführt' TlAesnMMelten -^us dem Dickicht des sudetendeutschen Urwalds wo er am düstersten ist, also aus dem Blatt Konrad HcnleinS, des Mannes mst der böhmischen Großmutter, und WannenmachcrS, eines Man- nds mit vielfach skeptisch beurteilter Ahnentafel und GeburtSstättc, im Blatte der Hollube, Obrlik und so vieler Germanen ohne Selbstlaut im Namen, aus der„Z e i t" also, ertönt folgende Stimme zum Besuche und der Borlesung Thomas Manns in Prag: In Profttsch ici Skutsch bei Pardubitz. In Prosctsch bei Skutsch bei Pardubitz hat THamas M a n n dank vcr Litcraturbegeisterung einer dortigen WäscheerzeugerS nunmehr endlich eine Heimatgemeinde gesunden. Trotz der etwas abenteuerlichen Umstände, die ihn— wie der gefeierte europäische Dichter bei seinem gestrigen Vortrag in der Prager„Urania" selbst erklärte — zu dieser neuen Staatsbürgerschaft führten, sei er stolz darauf, nunmehr diesem Staate anzugehören. Um so mehr, als er seit je den europäischen DcmokratiSmuS der Tschechoslowakischen Republik verehre und auch ein Bewunderer der tschechischen Literatur sei. Mit Leichtigkeit habe er seine StaatSzugehörigkeit zu wechseln vermocht, da eS ja immer als eine Eigenart des Deutschen gegolten habe, die Dinge der Kultur über die Dinge dcS Staates zu stellen. Durch die Vorlesung eines Kapitels aus seiner neuen Novelle „Lotte in Weimar" und einer Damengesellschasts» szene aus seinem Roman„Joseph von Aegypten" gab er Proben dieser Kultur. Mit betontem Pathos hatte er vorher erklärt, daß er sich nunmehr der groben deutschen Minderheit dieser Staates anschliebe und die feste Ucberzeugnng hege, ein guter Deutscher und zugleich ein überzeugter Angehöriger des tschechoslowakischen Staates sein zu können. In diesem Zusammenhänge könnte man nur darauf verweisen, dab auch zur feurig st en Anschluß- kundgebung ein Partner gehört. Wir hegen starken Zweifel, o b sich ein solcher im vorliegenden Falle in Asch oder Eger, in Tcp- litz öder Karlsbad finden wird. Biel eher vielleicht in Prosetsch bei Pardubitz. Was ja nur eine Ehre für Prosec und eine Affenschande für die Gegenden wäre, in denen man nach Wanncnmachors Urteil wohl den Bauchaufschwung fiir die hehrste Kultur- leistung, Karl May, des„Führers" Lieblings- Poeten für den Gipfel deutscher Klassik und Fußballplatz, Kneipe und allenfalls, für Wannenmacher, die Börs',. als die einzig- zulässigen Nährboden'nationaler Kultur ansieht.' Zur Ehre von Asch, Eger, Teplitz und Karlsbad sei hier behauptet, daß auch in diesenStädten außerTroglody- t e n noch Deutsche leben, die sich gegen die Pauschalbeschimpfung durch die braune Jahrmarkttrommcl beleidigt fühlen würden, wenn anders sie von dieser Seite beleidigt werden könnten. Eine Journalistik, die ihren schalen Kaserncnhoftvib in der„Ironie" gegen die tschechoslowakische Deinokratie, die tschechische Kultur, gegen Thomas Mann und die deutsche Dichtung austobt, nur nm wieder einmal ihre Visitenkarte an dem rückwärtigen Eingang zum braunen Himmelreich abgcben und den Aftermietvertrag dortselbst neu bestätigen zu können, eine solche Journalistik ivird erfreulicherweise nicht nur in Proscö. das im Gegensatz zu Brannan am Inn und den östlichen Geburtsorten der Rosenberg, Heß etc. ein Ort von europäischem Rang ist, sondern sogar in Asch nach Gebühr b e w c r t e tl ThomaS Mann reiste gestern von Prag nach Budapest, machte aber Station in P r o s e t, seiner neuen Hcilnatsgemctnde, deren Vertreter diesen ihren größten Angehörigen um seinen Besuch gebeten hatte. Proscö, zu dessen Bürgern nun Heinrich und Thomas Mann zählen, ist eine etwa tauscndköpfige Gemeinde bei Skuteö im Bezirk VYsokö M h t o. Nm die Einbürgerung Thomas Manns hat sich der Proscker Gemcindevertreter Rudolf Fleischmann, ein Wäscheerzeuger, besonderes Verdienst erworben. Im Proscker Rathaus wurde Thomas Mann mit Familie vom Biirgernicistcr und dcsien Stellvertreter im Beisein der Gemeindevertretung und geladener Gäste begrüßt, tvorauf ihm und seinen Familienmitgliedern dis Hcimatscheine überreicht wurden. Thomas Mann dankte in warmen Worten siir die herzliche Aufnahme und erklärte, daß sein erster Besuch in der Tschechoslowakei nach Prag Proseä gelte. Die erste automatische Signalanlage tei Bahnübergängen. An der Kreuzung der Staatsstraße Vodüany—Graslitz mit der Eisenbahn Bkeznice-—Blatnä-^-Stralonicc in Km. 28.5 wird in der nächsten Zeit eine automatische Signalisierungsanlage in Tätigkeit gesetzt. Sie ist mit einem normalen'Warnungskreuzversehen, unter dem drei rot« elektrische Glüblampen angebracht sind. Beim Nahen des Zuges beginnen die roten Glühlampen abwechselnd zu blinken, außerdem wird ein Glockensignal erschallen. Nach dem Passieren des Zuges wird die SignalisierungSanlage automatisch abgcstellt. Im Falle einer Störung werden die Glühlampen durch eine dreieckige weiße Tafel verdeckt, deren Ränder mit einem schtvarzcn Rand umsäumt sind, in den Reflexgläser eingesetzt sind. Diese Anlage wird heuer probeweise in Betrieb gesetzt. Für alle Fälle müssen in der Probezeit die Fußgänger und die Lenker von Fahrzeugen die bisherigen gesetzlichen Vorschriften beachten und vor dem Betreten des Bahnüberganges sich selbst vergewissern, ob keine Gefahr droht. Die Geliebte ermordet und vergraben. Im Gebiet von Vsetin bei Krcmstrr wurde am Dienstag der Knecht Karl S t a n i k aus Jvanüic« bei Brünn verhaftet, der wegen Ermordung seiner Geliebten, des Dienstmädchens Dvokääkövä, gesucht wurde. Er war mit ihr in einem Dorf beschäftigt und versprach ihr den Posten einer Köchln in einem Sanatorium, tvo er eine Tante habe. Die Dvokäö'ovä war zum Silvester mit Stankt fortgegangen und wurde seit dieser Zeit vermißt Bei denr Verhör gestand Stankk, die Dvoräökrvä wegen 8000 Kd, welche sie als ihre Ersparnisse mitgenommen, hatte, getötet und.die Leiche in einem Anwesen. vergraben zu haben. Es handelt! sich demnach um einen Raubmord. Die-Gendarmerie ist der Ansicht, daß Stankk einen Mittäter hatte. Der zehnjährige Mattson bestialisch abge» schlachtet. In der Näh: der Stadt Everett(Staat Washington) wurde im Schnee die furchtbar verstümmelte und unbekleidete Leiche eines Knaben' gefunden. Die Vermutung der Polizei,- daß e» sich um den vor zwei Wochen entführten zehnjähe rigcn Sohn des Arztes Mattson aus Tacoma handle, wurde durch sofort hcrbeigcrufene Verwandte des Arztes bestätigt. Die Leiche lag In der Nähe der Landstraße und tvar offenbar kurze Zeit vor der Auffindung aus einem Auto ins Gelände geschleift tvorden. Das Gesicht der Leiche bildet eine einzige blutige Masse, der Kopf weist ein großes Loch auf, das mit einem stumpfen Gegenstand verursacht wurde. Ferner sind dem Knaben einige Vordcrzähne eingeschlagen worden. Dor Knabe war vor den Augen seiner zwölfjähbi- gen Schwester von einem bewaffneten Räuber entführt Worten, der eine Maske trug. Dieser hatte in den Händen des Mädchens eiiwn Brief zurückgelassen, in dem er ein Lösegeld von 28.000 Dollar verlangte. Die Familie Mattson hatte In-der vergangenen Woche das Lösegeld an den Entführer gezahlt, ohne daß der Verbrecher das Kind vereinbarungsgemäß freigab. Dieser brutale Entfiihrungsmord, der dem Verbrechen an dem Kind Lindbcrghs äußerst ähnlich ist, hat in ganz Amerika ungeheure Empörung hervorgeriifen. Schiiecstiirme. In der Nacht auf Mittwoch Ivütcte in Rumänien ein heftiger Schneesturm, der vielfach die telephonischen Verbindungen unterbrach. Auch der Eisenbahnverkehr wurde gelähmt. In der Dobrndscha und in Bessarabien erreicht der Schnee die Höhe von zwei Metern. Auf dem Schwarzen Meere wütet ein heftiger Sturm. Geradezu mitteleuropäische Zustände.' In dem jüdischen Geschäft Brüder Hirschfeld inmitten der Stadt Warschau explodierte eine Petarde, die-ein Unbekannter dort hinterlegt hatte/dem es gelang, unerkannt zu entkommen. Eine Person wurde ernstlich verletzt und zahlreich« Fenster zertrümmert.— In dem Dorfe Tumierz in' Ostgalizien kam es zu blutigen Zusammenstößen aus religiösen Gründen. Die Mehrheit der Dorfbewohner tiverfiel nämlich das Haus eines' Bauern, in welchem die vor kurzem gegründete Sekte der Bibelforscher ihre Zusammenkünfte abhielt, Die Teilnehmer der Sekte, die-sich zu einer Andacht zusammengefnnden Hatton, wurden blutig geschlagen. Einer der Bibelforscher fand hiebei den Tod, fünf andere wurden-schwer verletzt. Der Teppich Mahometö kehrt heim. Am 2. Feber wird ein Pilgerzug feierlich die ägyptische' Hauptstadt perlassen, um sich nach Mekka zu be geben und dorthin den heiligen Teppich Maho- mets, den„Mähmal", zu bringen. Schon vor zehn Jahren sollte der Teppich, ein wunderbares Kunstwerk' mit Gold- und Silberstickerei, nach Mekka überführt werden, doch wurde der Pil- gerzug von den fanatisch orthodoxen Wahabiten angegriffen und zur Umkehr gezwungen, weil sie in der begleitenden Musikkapelle eine Profanierung des Heiligtums sahen. Infolge dieses Zwischenfalls wurden 1926 die B.'ziehnngen zwischen Aegypten und dem Wahabitenreich, dem Königreich HedschaS, abgebrochen. Ein neuer Vertrag ist erst vor kurzem zustandegekommen, der auch die Zahlung eines ägyptischen Anteils für die Heiligtümer in Mekka, die seit 1926 ebenfalls nicht mehr geleistet' wurden, vorsieht. Allerdings wird auch jetzt der Teppich des Propheten nicht von den ägyptischen Pilgern bis nach Mekka gebracht werden. Die Aegypter werden ihn im Hafen von Dschedda den Begleitmannschaften Ibn Sauds übergeben. Patentsarg gegen Dchetnwd. Der'Erfinder— von Beruf staatlicher Buchhalter—, der jetzt seinen Antlschsintod-Sarß'zuüi Pätent anmcldcte, wird vermutlich Präsident jener Liga in Budapest werden, die sich die Bekämpfung der Scheintodes oder der Bcgra- bung von Scheintoten zum Ziel gesetzt hat. Der ein wenig kostspielige Patenisarg des Buchhalters besteht aus einem großen Kasten, in dem sich nicht nur einig« elektrische Hebel befinden, sondern wo manaucheigen sogenannten-eisernen Eßvorrat vorfindet,"- während durch eine. Saucrstofspatronc die nötige AtemlUst fist sechs Stunden- geliefert werden kann. Der Scheintot« braucht, wenn er im Sarg erwacht, nur einen Kontakt ganz leise zu berühren-—, und schon heulen an der Erdoberfläche sechs Stunden lang ejn-paar laute Autosirenen— so lange, bis man sie abgestellt hat. Göring bekommt noch eine Uniform! Anläßlich der 44. Geburtstage-' Görings hat ihn HUler zum Ehef der SA-Wachsstandarte„Feldherrnhalle" ernannt,.le etwa 2600 Mann umfaßt, und den Kader für den kommenden Fllhrernachwuchs darstellt. Der finnisch« Lastdampfor„Johacma Phordan" Ist unweit von Pentlandfirth in heftigem Sturm gescheitert.- Der Dampfer befand sich' auf seiker ersten Fahrt von New Fort nach Helsinki. In- Southro« nalidshaye ist einer der Rettungsboote' mit sieben lebenden und zwei toten Mitgliedern der Besatzung «ingetrofien. Ein großer Rettungsboot, in welchem sich 26 Mann befanden, wird vermißt. Es scheint, daß seine Insassen ertrunken sind. Eine ehrwürdige Kalesche., Soeben wurde mit der Reparatur de» 176jährigen Wagen begonnen, in welchem das englische Königspaar. zur Krönung,in die Westniinsterabtei fahren- wird.- Die Reparatur wird, einige Wochen dauern. Der Wagen, wird, zur Gänze neu vergoldet werden. Sanatorium.Proseknice. Der-Verein„Huma- nitä" registriert in einer vom Genossen Johanis verfaßten Broschüre bemerkenswerte Daten über die Tätigkeit des-vorbildlich gelegenen und geleiteten Lungenheilsanatoriums Proseknice. Die Broschüre und ein Plakat sind unentgeltlich in der Kanzlei des Vereins„Humanita" in Prag'N, Hävllkkovo näm. 22, erhältlich. Die. Zeitschrift heS genannten Vereins, .iLdravi", beginnt jetzt, ihrest zehnten Jahrgang, -- Ehrendoktoren.- Dl« tschechische Karlsuniversi« tät in Prag hat den Professor fist slawische-Geschichte- und Kultur an der-- Pariser- Sorbonne, Louis Eisenmann,-zum Ehrendoktor,' die Brünner tschechische Technik den lsüdssawischen-Physiker'. Niko l a TeSla zum-. Ehrendoktor'- ernannt und das Ministerium-hat beide Ehrungen-bestätigt. Prof,. Louis Cisenmann gehörte meben'Denis und Seton Watson zu-den bedeutendsten fSorkiimpfern für die Rechte der slawischen Nationen MiiteleuropaS in.der. Vorkriegszeit. Er trat. für. die Föderalisie-l rnng dcr österreichisch-ungarischen Monarchie ein, der er-als wirtschaftlichem und knlturellem Gesamt» organismu» positiv.-und freundlicher.gcgenüberstand als etwa DeniS,.'.-,.... Die Verlosung der Prämlenkupons der von der Tabakregie auSgegebenen W e k'h- n a ch t» z i g a r e t t e» und Z i g a r r en erfolgte Dienstag im Gebäude der Etaatslotterie in. Prag im Beisein einer großen Zuschauetmenge. AuS- gelost wurden 66.682 Prämien im Werte von 760.000 Ki.. Die beiden Hauptgewinne(Rauchwaren im Werte von je 4000 K£) entfielen auf die Kupon» 109.269 und 260.489. 8.—g. Preis(Rauchwaren für je 2000 K£): 86.469, 611.616, 886.464 und 862.968; 7.—12. Preis Rauchwaren für je 1000 KJ):- 414.668, 182.740, 66.071, 898.686, 222.684, 72.807; 18.—20. Preis(Rauchwaren für je 600 Kf): 118.281, 01.622, 650.619, 688.120, 492.789, 498.272, 261,877, 608.069; 21.—82. Preis(Rauchwaren für je 200 Kfr): 818.912, 684.080, 627.668, 629.821, 661.260, 121.814, 621.866, 708.171, 157.948, 811.868, 69.676, 604.951.. WeiterS gewinnen alle Kupons mit den Endzif- fem 09 je zehn Regatta Media(Wert 20 KC); mit den Endziffern 68 je fünfundzwanzig Damar(Wert 16 K£); mit den Endziffern 67 je zwanzig Portoriko (Wert 12 1«); mit den Endziffern 28 je zwanzig Kurz«(Wirt 11 KO; mit den Endziffern 41r a) Zigarettenkupons: je zwanzig Iris(Wert 10 KO. b) Zigarrenkupons: je fünf San Felix(Wert 9 KO; mit den Endziffern 02: a) Zigarettenkupon»: i« zwanzig La Fleur(Wert 7 KO, b) Zigarrenkupons: fünf Trabuko(Wert Kü 7.60); mit den Endziffern 86: a) Zigarettenkupon»: je zehn Khedive(Wert 7 KO, b) Zigarrenkupons: je fünf Britanika(Wert K! 7.60); mit den Endziffern 21: a) Zigarettenkupons: je zwgnzlg Tatra(Wert 6 KO, b) Zigarrenkupons: je zehn Dama»(Wert 6 KO. Die 82 Hauptprämien werden durch die Zen« traldirektion der Tabakregie, ausgegeben, die kleineren Prämien durch die Trafikanten. Ernennung. Zum ordentlichen Professor der Astronomie an der deutschen Universität in Prag, wurde Prof. Dr. Erwin F. Freundlich von der Universität in Stambul ernannt. Ei» Rrflamekykeuder der StaatSbahnen, mit dem Bild der„Slowakischen Pfeiles" geschmückt, bringt die jedermann zugänglichen Fahrpreis« ermäßigungen in Erinnerung, über die viele. Reisende zu ihrem eigenen Schaden nicht hinreichend orienttert sind. Am meisten eingelebt sind sicher die Sonntags-Rückfahrkarten mst 88pro- zentiger Ermäßigung, die-: von jeder Statton in die Umgebung bi» zu einem IsmfreÜ, von etwa 80 Kilometer, in einzelnen Relationen'aber auch weit dar« über hinaus, ausgegeben werden. Die zulässigen Rielstationen sind in jeder Station au» einem eigenen Aushang ersichtlich. Ru ndreiselarten, die namentlich für touristische Zwecke sehr vorteilhaft: sind, weisen je nach der Entfernung und der Anzahl der Abschnitte eine Ermäßigung von 20. bzw. 80 und 40 Prozent auf. Streckenkarten sind für Reisende vorteilhaft, die öfters dieselbe kürzere Strecke fahren, also z. B. für Angestellte, die am Rande der Großstadt wohnen und täglich ins Büro fahren müssen. Reisende, die wenigsten» einmal wöchentlich eine bestimmst Strecke fahren, besorgen sich einen Streckenausweis für vier, bzw. zivölf Fahrten, der 80, bzw. 90 Tage Geltung' hat. Die Ermäßigung' beträgt 25, bzw. 68 Prozent. Jahres- und Halbjahreskarten für eine oder mehrere Direkrionsbereiche kommen hauptsächlich für Geschäftsreisende in Bestacht. Bei Gruppenfahrten werden bei Abnahme von mindesten» 12 Fahrkarten 26 Prozent, bei mindesten» 60 Fahrkarten 88 Prozent und bei mindesten» 100 Fahrkarten 40 Prozent Ermäßigung gewährt. Besucher der tfche- chofiowakischen Badeorte erhalten für di« Rückfahrt eine 50prozentige Ermäßigung.— Genauer« Informationen erteilt jede» Station»amt oder mich direkt jede Staatsbahndirektion. Die. kalt« Last, welche au» Rußland gegen Mitteleuropa strömt, ist bi» zur Nordgrenz« der Republik gelangt. Di« Grenzgebirge halten jedoch-einstweilen ihr weiteres Vordringen auf. Trotzdem ist bereit» auf den Kämmen des Riesengebirge»«Ine Abkühlung eirj'tceten. Au» Deutschland und Polen, wird leichte. Schneefall gemeldet. W a h r s ch e i n- lI ch e S Wetter heute: Weitere BetoölkimgS« zunahme von Nordost hex, Frost, Verringerung.der Tempsratnrschwanküng zwischen Täg und Nacht. Stellenweise leichter Schneefall. Wetteraussichten für morgen: Andautrn der winterlichen Witterung,, Ganztaghfrost. Vom Rundfunk Empfehl,«»werte«««• dea Programm««» Donnerstag Prag, Send«« I:10;0k>:DeutschePresse. 10:15: Deutsch« Sendung: Vorlesung au» Jungbauers .Luftige» Buch". 17.45: Deutsche Sendung: Jugendstunde mit Musik.' 18.46: Deutsche Presse.' 19.80: Au» dem Nationaltheastr: Oper" von Foerster: Nepkemojjeni. 22:80: Tanzmusik.— Dender II: 7.80: Populäre» Konzert. 14.16: Deutsche Sendustä:' Gluck-Aändel-Brahmi-Komposittonen. 14.60: Deute sche Bresse. 18.00 Volkslieder. 19.10: Solo am Tylo- vhon.— Brünn: 17.05: Orgelkonzert. 17.40: Deutsche Sendung. 20.20: Konzert-Akademie.— Pretzburg: 20.05: Mandoline'nkonzert. 22:45; Tanzmusik.— Kascha«: 12.06: Schallplattenkonzert. 12.85: Rundfunkorchesterkonzert.— Mähr. OftraU, 15.26: Rundfunkorchesterkonzcrt. 18.10: Deutsche Sendung au» den Werken der Maria Stona,-: Är. 11 Mittwoch, 13. Jänner 1937 Seite 5 DMsMktsckH und SomtpoAtifc A ka,uf)+! mit Polen nicht zum Abschluß gelangen konnte, paktierte man mit Japan; diese Alternativhandlung charakterisiert wie sonst nicht» die Absicht, von der Deutschland geleitet wurde: konnte man sich die westliche Grenze der Sowjetunion nicht„auibor- gcn", so mußte man sich die östlich« sichern I Klarer alr anderlwo erweist sich hier, daß die„antikommu- nistische" Politik deS Dritten Reich» ein« schlicht antt- lalcre Tendenzen bemerkbar und neue Gclvcrk- fchaftSverbände wurden-gegründet; die nach europäischem Muster modernste Kampftaktiken anwen- dcn. Es ist darüber innerhalb der Gewerkschaftsbewegung in Amerika schon zu Spaltungen gekommen; und auch jetzt wieder im Automobilstreik gehl der Kampf nicht zuletzt darum, ob es der jungen Automöbilgcwerkschast gelingt, sich innerhalb der American Federattion of Labor durchzusehen. Brückenproblem entstehen. ES gibt sogar in Frankreich 8000 bis 10.000 Brücken, di« die Last eines Tanks von fünf Tons nicht aushalten werden. In West-Ruhland sind aber die meisten, BtBcksN"n'oH nichtimstaitde, eine Ltisk von fünf Lons' ztl' tragen.^ Die'Panzerdivisionen' müßten also die Brücken mitführen, was wiederum mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Einige französische Fachleute behaupten sogar, daß infolge der ungelösten»Brückenfrage" die mechanisierten Truppen sich schließlich langsamer fortbewegen werden als die gewöhnliche Infanterie. Das mag eine llebertreibung fein, aber es ist zugleich doch sehr fraglich, ob die Bewegung der Panzerdivisionen jenen Charakter des»blitzartigen BorstoßeS" haben würde, wie man es anfangs angenommen hat. leiten des Transports von Brennmaterial im Kriege nicht unterschätzen. Ueberhaupt ist das Transportproblem für die Panzerdivisionen das wichtigste. Es ist übrigens beiner- kenSlvert, daß in der deutschen Armee nicht einmal alle TrainS motorisiert sind, obgleich doch jede Mechanisierung einer Armee mit den TrainS beginnt. Das ist in Hinblick auf den Osten geschehen, dessen schwierige Wege dem deutschen Generalstab noch seit dem letzten Kriege in böser Erinnerung sind. Ein Lastwagen auch mittlerer Größe hat dort meistens einen schweren Stand. Bor allem aber würde vor den deutschen moto- mechanisierten Panzerdivisionen das kaum lösbare werde da» Uebereinkommen unterzeichnet werden, zu dessen Formulierung Göring nun in Polen weile. Er bedeute eine Warnung an Frankreich und auf alle Fälle eine Kampfansage an den Kommunismus. Im Mai kam General Zaworski, der Chef der polnischen Staatspolizei, nach Berlin. Große Begeisterung in der braunen Metropole; der Innenminister Frick und Göring Überboten sich in Liebenswür- digkeiten, die sie dem hohen Gast erwiesen: Diner». Empfänge, Ehrenkompagnien der Schutzpolizei... Und. warum die» alle»?„Er ist kein Geheimnis", schrieb damals der Berliner Korrespondent der „Prager Presse",„daß der Besuch Zamorski» kei« ne»weg» bloß dem Studium der deutschen Polizeieinrichtungen gilt. Zmnorfli und seine Mitarbeiter führen augenblicklich mit den maßgebenden Stellen Besprechungen, die auf den Abschluß eine» Polizeipakte» abzielen, der die internationale Bekämpsung de» Kommunismus zum Gegenstand hat". Die» war Im Mai. Im November 1980 wurde da» deutschjapanische Abkommen zur Bekämpsimg de» Kommunismus unterzeichnet. E» ist nützlich, sich dies« deutsch-polnischen Besprechungen in» Gedächtnis zurvckzurufen. Sie zeigen, daß die deutsche Diplomatie, lange bevor sie mit dem fernöstlichen Partner zu einem Einver« ständnis gekommen ist, in Europa versucht hat, einen antikommunistischen Pakt zustande zu bringen. Nun muß man e», rückblickend, al» eigenartig empfinden, daß die Herren in der Wilhelmstraße sich gedrängt fühlten, gerade mit Polen zu verhandeln, nicht etwa apch mit Italien, mit Ungarn, mir Bulgarien, also mit Staaten, zu denen man damal» ausgezeichnete Beziehungen unterhielt lund die vom polen und der antirussische Pakt Im Jänner 1086 nahm der polnische Außenminister Beck, al» er nach Genf fuhr, den schon traditionell gewordenen Aufenthalt in Berlin und konferierte mit Göring und Neurath. Göring, der in der auswärtigen Politik de» Dritten Reiche» so etwa» wie den Polenfachmann spielt, fuhr im Feber zum wer weiß wievielten Male in die polnischen Wälder zur Jagd und anschließend nach Warschau, wo er erst zum richtigen Schuß zu gelangen hoffte. Die Berliner Offiziösen flüsterten damals: Die Vorbereitungen sür«in deutsch-polnische» Gentle- mcn-Agreement— nach dem Moskauer Besuch Laval» in Angriff genommen— seien nun so gut wie beendet; nach der Ratifizierung de» französischrussischen Beistandspakte» und al» Antwort darauf Brunnen und versandet« Wasseradern der Wüsten des Nedschd zu neuem Leben und schufen neue Oasen. Die Jchwan-Brüderschaften haben in unablässiger Arbeit in mehr als zwei Jahrzehnten etwa 800 solcher Niederlassungen gegründet, in denen sich ödes Wüsteirland in Gänsn rerwnudelte und in denen Mai», Dnrrha und Zit-onen blühen. Aegypten will es jetzt diesen Vorbildern gleichtun. Der Bänken-Konfllkt Verhandlungen neuerlich unterbrochen DienStgg. haben neue Verhandlungen über die Forderungen der Bankangestellten stattgefunden. Die Vertreter der beiden Bänken, der llmon- bank und der Bebca, legten ein neues Angebot vor, welche» jedoch wiederum ganz unzulänglich War. Die Vertreter der Angestellten erklärten daher kategorisch, daß dieser Vorschlag unannehmbar. ist. Die Verhandlung führte daher auch Dienstag zu keinem Ergebnis. Die Vertreter der Banken behielten sich jedoch eine neuerliche Stellungnahme vor, so daß es Ende dieser Woche zur Fortsetzung der Verhandlungen kommen dürfte. Urbarmachung der ägyptischen Wüste -■(AP) Die unfruchtbaren Sandwüsten be- decken fast eine halbe Million Quadratkilometer Aegyptens und werden von kaum 100.000 Nomaden bewohnt, denen sie die primitivste Lebensmöglichkeit bieten. Die. übrigen.13 Millionen Ein» tvohner müssen sich auf den restlichen' 83.000 Quadratkilometern zusammendrängen. Hier handelt es sich um eine Lebensfrage für Aegypten. Schon König Fuad I. hatte Mittel bereitgestellt, ui«.diesen Zuständen abzuhelfen. Es wurde, eine Gesellschaft'gegründet, die die Möglichkeiten einer systematischen Urbarmachung der ägyptischen Wüsten-untersuchen sollte. Schon 1032 wurde das ..Wüsteninstitut" eröffnet. Als Versuchsfeld' wählte man das Gebiet um Heliopolis au». Gleich hinter den letzten Häusern ist die Grenze der Vegetation, gibt e» keinen Halm und leinen Strauch, beginnt di« Wüst«, die noch ärnier. an Brunnen, noch auSgedörrter ist al» die Sahara, Um sogrä- ßer ist das Erstaunen, wenn man in dieser Wüste plötzlich«in Gebäude, im Stil der Mameluckenschlösser, mit einer byzantinischen Kuppel geschmückt, erspäht.' Da» ist das Forschungsinstitut mit seins» zahlreichen Laboratorien und Ber- MTP. Washington, Anfang Jänner. Der gegenwärtige große Streik in der Auwmobilindustrie von Michigan ist, wenn man von den einzelnen Phasen de» Kampfe» absieht und unabhängig von dem noch ungewissen AuSgang de» ganzen Konflikte», eine politische Angelegenheit von größter Tragweite. In Europa weiß man wenig vom Arbeitskampf jenseits de» großen Teiche», wenig auch vor. dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer uiü> noch weniger von der Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in diesem höchstentwickelten Industrieland der Welt. E» geht aber nicht nur darum, ob die General-Motor»-Werke ganz stillgelegt werden oder nicht, sondern die Bedeutung der Angelegenheit liegt viel tiefer. Zunächst einmal sind zwei Ursachen maß- gcbend dafür, daß Amerika zweifellos erst Im Beginn größerer Arbeitskämpfe steht. Roosevelts Wirtschaftspolitik ist zwar weder„bolschewistisch" noch„sozialistisch"—diese beiden Schlagworte au» der Wahlzelt sind übrigens völlig von der Bildfläche verschwunden—' wohl aber ist er ein Reformator, der auf dem Standpunkt steht, daß ein moderner Kapitalismus, wenn er sich Wer« Haupt halten will, der Arbeiterschaft und den Angestellten weit entgegenkommen muh. Das ist im Grunde ein einfaches Rechenexempcl: der innere Markt eines Landes kann sich nur dann heben und crtveitern, wenn der Konsum der Massen steigt, der Konsum kann aber nur steigen, wenn sich die Kaufkraft erhöht. Höhere Löhne und Gehälter heben den Umsatz, machen den Geldmarkt flüssiger, erhöhen di« Einnahmen bei Banken und Sparkassen,. und auf diese Weise.erhalten Industrie und Landwirtschaft höhere und billigere'Kredite. Die Wiederwahl Roosevelts, dessen Programm ja bekannt ist, hat der amerikanischen Ar» beiterschaft felbswcrständlich den Rücken gesteift. Ohnehin hat sich seit Ende 1983 die allgemeine Wirtfchaftskonjunktur gehoben, in den letzten Monaten sogar sprunghaft, und e» Ist bekannt, daß die Aktivität der Gewerkschaften und Arbeiter in' Zeiten."der Konjunktur besonders groß wird' UebrigenS eine selbstverständliche Folgeerscheinung: während der Konjunktur ist«S leichter möglich, Lohn und andere Forderungen durchzusetzen, während in Krisenzeiten die Arbeiterschaft entmutigt ist und, um nicht-arbeitslos zu werden, möglichstrtttmtzl Fächerungen stellt....^»n-juü "Die-AutomÄklindustrie in Amerika' bat' innerhalb der.allgemeinen AuffchwungSkurve der letzten Monat« eine besonders steil nach oben gehende Bewegung zu verzeichnen, woran gerade die Geneval-MotorS-Werke den Löwenanteit haben. Ford steht schon lange an zweiter Stell«, und e» ist kein Wunder, daß in der gerade veröffentlichten Steuerliste des Staatsdepartement» für die Einkommen für 1983 die Präsidenten und GeNerülditektoren der Gencral-MotorS-Werk« unter den ersten zehn höchsten Steuerzahler» zu finden- sind. Für da» Jahr 1988 dürfte das Einkommen der General Motors entsprechend höher sein, denn e» war das Rekordjahr seit ihrem Bestehen. . Andererseits sinddie- ArbeitSvcrhältnisse, wenn man ihnen europäische Maßstäbe anlegt, noch äußerst primitiv, und sowohl war die Arbeiter wie die Arbeitnehmer betrifft. Da» hängt zum.Teil mit dem Unikum zusammen, daß die USA nach wie vor eines der größte»-Einwande, rungsländer sind, und daß jeder Fremde, wenn er die regulär« Einwanderungserlanbni» in der Tasche hat, keiner besonderen Arbeitskarte mehr bedarf, sondern sich Beschäftigung suchen kann, wo. er will. Andererseits gibt cs Gewerkschaften, di« jedoch bi» heute nur 20 bis 23 Prozent der in. den Betrieben beschäftigten Arbeiterschaft erfasse». In vielen Ländern Europa» wird«» einem Arbeiter, der voll beschäftigt Ist, auf die Dauer schwer fallen, unorganisiert zu bleiben. In suchshäusern. Dort wird der WüsteWoden ge mischt, gedüngt, der Feuchtigkeit ausgesetzt. In diesen Boden pflanzt man— in Treibhausluft— junge Triebe. Danach erfolgen die versuche im Freien, auf den Versuchsfeldern, die von Hohen Mauern umgeben sind. Man hofft in der Tat, in Kürze weite Wüstenstricken urbar machen zu kön nen; Gleichzeitig werden einheimische Fachleute herangezogen. Hierbei sei vermerkt, daß nicht Aegypten allein solche Versuche unternimmt. Auch d-c Re gierung de» Irak beschäftigt sich seit 1028 mit diesem Problem und sucht die Wüsten Mesopota mien»-urbar zu machen. Uyd auch in Arabien tvurden solch«.Experimente.unternommen. Ibn Saud schuf bereits 1912 die erst« Kolonie der——... Jchtvan-Brüderschasten, bestehend au» Beduinen,■ Kommunismus nicht minder„bedroht" waren)— di« seßhaft gemacht worden waren. Sie erweck- sondern zunächst und ausschließlich mit dem west« ten mit den primitivsten Mittel» alte-verfallen«- lichen Nachbarn de» Sowjetlande». Und al» man den USA ist dies keineswegs der Fall, eben well di« Gewerkschaftsbewegung noch jung ist und die Arbeitgeber ihrerseits, von Ausnahmen abgesehen, gewerkschaftlich organisierten Arbeitern ablehnend gegenüberstchen. Es kommt daher leicht por, daß ein Ausländer, der gerade erst ins Land gekommen ist, weitaus schneller engagiert und sogar besser bezahlt wird ql» ein amerikanischer Arbei: ter, der Mitglied einer Gewerkschaft ist.' Der „unorgaÜMerte" Ausländer wird nämlich nicht so leicht emen Streik mltnmchen. Da» Sonderbarste aber ist, daß die amerikanische Gewerkschaftsbewegung, so jung sie ist,, außerordentlich schnell ihre radikale Tendenz verlor., Seit einiger Zeit machen sich wieder radi» Vie deutschen Panzerdivisionen (Ru) In der allerletzten Zeit haben die be», mechanisierten Truppen des Frledensstandcs rest- rühmten deutschen Panzerdivisionen eine wesent- los zu befriedigen, soll man auch die Schwierig« liche Veränderung in Ihrer Organisation erfahren. Bis jetzt bestanden die Panzerdivisionen au» je 300 bis 600 Tanks. Man ist nun zu der Ansicht gelangt, daß eine solche Uebcrlastung mit Kampf wagen sckKdlich ist. Außerdem will man die Be waffnung der P-Divisionen mannigfaltiger ge stalten. Laut dem neuen Plan soll die Anzahl der P-D auf s e ch s erhöht und ihnen auch an dere Waffen zugeteilt werden. Die drei ersten P-D sind in W e I m a r, Würzburg und'Düsiel- dorf stationiert. Die vierte Tankdivision steht in Nürnberg. Die zwei neuen P-D sollen ihr Standquartier in Stuttgart und Coblenz erhal ten. Die Verteilung der P-D in den an Frank reich und die CSR angrenzenden Bezirken ist ziemlich oflensichtlich. Jede P-D wird nun aus sechs Regimentern bestehen, und zwar aus zwei Tankregimentern, zwei Regimentern moto-mecha nisierter Infanterie und zwei Regimentern moto risierter Artillerie. Dazu kommen noch technische Truppen, unter anderem auch ein Fluggeschwader. Die Tankrcgimenter werden aus leichten Tanks zu 1.8 Tons und zu acht Tons mit einer Ge schwindigkeit von 40 Kilometerstunden, sowie au» mittleren Tank» zu 83 Tons bestehen. Diese sol len gegen die Anti-Tankartillerie mittleren Kali- i exS ziemlich ,gesichert sein.. Den. mgjo-mechgni-. ierten Jnfantericregimeiitern worden-Panzer- wagcn mit-Maschinengewehren-und-Geschützen beigegeben, Die motorisierte-Artillerie ist durch wegs mit Raupentraktoren versehen. Gegen dies« Intensive Mechanisierung der deutschen Armee lassen sich in der letzten Zeit so wohl in der deutschen al» in der ausländischen Fachpresse warnende Stimmen vernehmen. Bor allem werden Befürchtungen bezüglich der Nach lieferung von Brennmaterial für die Maschinen laut. Abgesehen davon, daß die Ersatzstoffwirtschaft von Göring bi» jetzt nicht imstande war, sogar die Bedürfnisse der moto- Vas lautende band steht still Der Stre’.k bei den General-Motors Die Gewerkschaftsbewegung lii den USA russische ist, und dir„Schutzmaßnahmen" gegen den Bolschewismus entpuppen sich als ein aggressives Vorrücken gegen die Landcsgrenze des neuen Eib- scinds. Die Amvesenheit des japanischen Militärattache» bei der Unterzeichnung des November-Ab- kommrn» muß al» Symbol gewertet werden. Artikel 2 de» Agreement», dec dritte Staaten zur Teilnahme auffordert, ist weniger eine Spekulation auf die Bolschewikenfurcht Europa- denn der Versuch einer Tarnung; der militärische Charakter de» Ganzen wäre ohne die» noch offensichtlicher al» er e» ist. E» wird eine Aufgabe fiir künftige Historiker sein, festzustellen, in welchem Maße gerade die Berliner Verhandlungen über«inen„antikommumsti- schen" Pakt auf die außenpolitische Neuorientierung Polen» gewirkt haben. E» scheint, daß In diesen Diskussionen den verantwortlichen Staat»mämiern Warschaus vollend» klar geworden ist, wohin die Lsäison mit Berlin führen muß— in den Krieg. Jedenfalls ist al» merkwürdige» Faktum zu verbuchen, daß der Besuch de» Polizeigeneral» Zamorski der letzte gewesen ist, der im Jahr 1986 zwischen Berlin und Warschau offiziell stattgefunden hat— sehr im Unterschied znr Praxi» der vorhergehenden Jahre. Dafür fuhr Rydz-Smigly im September nach Pari». M. Herb Hitlers Dank an die Bischöfe Wie die hitleristischen Neuheiden dem Katholizismus sein Bemühen danken,«» ihnen an Bolsche- wikenhehe gleichzuwn, zeigt die folgende Bemerkung der offiziellen Nazi-Korrespondenz„Jpa": „Der römische Katholizismus fühlt, daß er in Deutschland kein„Reich von dieser Welt" mehr sein kann. Und mit dem„Reich de» Jenseits" ist schwer Politik zu machen. Nun buhlt der Vatikan. Die deutschen Bischöfe haben einen„Hirtenbrief" publl- ziert— zuerst natürlich im Ausland. Die Bischöfe erklären sich bereit, gemeinsam mit Hitler den Bol- schewismn» zu bekämpfen und mit dem Reichskanzler zum Wohl« deS deutschen Volle» zu arbeiten. Dabei heben sie hervor, besonder» Deutschland sei vom Bolschewismus bedroht. Der Hirtenbrief ist— soweit man au» einer Meldung der Kipa(Kath. Intern- Presseagentur, Freiburg i. Ue.) bekannt ist— ein Dokument der Unaufrichtigkeit. Deutschland hat den Bolschewismus überwunden. E» hat den Feldzug gegen denselben in Europa organisiert unb die Abwehrkräfte mobilisiert. Der Vatikan aber hat bi» zur Stunde von Oesterreich, der Schweiz und Holland au» den Kampf Hitler» für da» deutsche Volk boykottiert, ja unterminiert. Der letzte Hirtenbrief zeigt eine neue Taktik de» politischen Katholizismus an, verlorene Positionen zurückzugewinnen. Eine schlaue Jesuitentaktil, aber erfolglos" Cuza gegen Bajda-Boevod.(AP) Unter den.' rumänischen Rechtsradikalen- ist ein Zwist auSgc- brachen. Cüzä.'dör FührerderChristllkh-Natio- nalen(Hakenkreuzler), wandte sich gegen Vajda- Boevods„Rumänische Front". Dieser Angriff ist: sensationell, da bisher die Rechtsradikalen zusam- mengearbeitet haben. Aber Vajda-Boevod geht den Hakenkreuzler» nicht weit genug. Cuza beschuldigt Vajda-Äoevod, daß er, obwohl er immer erkläre„Rumänien den Rumänen", in keinem Verwaltungsrat sitze, in dem sich nicht auch Fremd: befinden. Außerdem halte Vajda-Voevod an der Formel deS Numerus valachicn» fest. Dadurch würden die eingeborenen Rumänen mit den „fremden Eindringlingen" auf ein« gleiche Stufe gestellt. Hafenpläne in Jugoslawien.(AP.) Jugo- flawien plant einen Ausbau seiner Seehäfen und seiner Schiffahrtsverbindungen mit dem Norden von Europa. Seit 1918 ist bisher für die Adriahäfen wenig getan worden. Die Regierung Sto- jadinowiä hat jetzt jedoch großzügige Pläne angekündigt, die sich u. a. auf die Vergrößerung des Hafens von Suöak durch Einbeziehung der benachbarten Bucht von Bakar, auf die Vergrößerung des Hafens von Split sowie aus die Schaffung eines neuen Hafens in P l o c e bei Meikotvii erstrecken. Es sollen Hafendämme, Hebewerke und Lagerhäuser gebaut und die Häfen vertieft werden. Von italienischer Seite ist bereits Mitarbeit angeboten worden, um so den Clearingsaldo abzutragen. Erwogen wird eine Verstärkung der Linien nach England. Bisher gingen die Verbindungen überlvicgend nach London, anstatt auch nach Liverpool und Manchester. Außerdem hält man die Zeit für gekommen, um eine direkte Verbindung auf dem Seewege zwischen Jugoslawien und Deutschland ins Leben zu rufen. Eine Ehrung der Internationalen Brigaden. Die Volksfront von Madrid erläßt«inen Aufruf, in dem sie die Internationalen Brigaden nicht nur wegen ihre» Heldenmutes und ihrer Taten vor Madrid rühmt, sondern sie auch als die Vertreter der europäischen Volksfront bezeichnet, die ihre Solidarität mit dem spanischen Volke bewiesen habe. Als Zeichen der Ehrung der europäischen Polksfront und ihrer Vertreter, den International« Brigaden, bereitet die Volksfront von Madrid unter dem Schlagwort„Die Volksfront von Madrid an die Volksfront Europas" die Uebergabe eines Albums an di« Internationalen Brigaden vor, in dem die Widmungen aller anti-- faschistischen Organisationen enthalten sind, die vor Madrid kämpfen. Jeder Brigade wird außerdem eine Fahne mit dem Stadtivappen von Madrid Werreicht werden. Schließlich wird eine Sammlung über ganz Spanien veranstaltet, deren Ergebnis den Internationalen Brigaden, den Vertretern der Volksfront Europas, als Zeichen der Verbundenheit des spanischen Volkes, übergeben wird. e-rifc n „SoAlnrbrtttofrnl Mittwoch, 13. Silnntt 1037. Nr. 11 8. Der Mm 8por» 8pirt Xöq»erppeze IlnentgeltliiBe Serotungsftunben lajClUCIlUC«OULb 0U‘JIIVHI•k’uvwi, svmsv». gestern vertagt. Die Entscheidung wird natürlich schritte. Schwere Krise der englischen Filmindustrie Die Londoner Filmindustrie ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten, deren Offenbarwerden zu einem«rossen Kurssturz der Filmakttcn an der Londoner Bork« geführt hat. Die britische Filmproduk- tion wird im neuen Jahr« stark eingeschränkt werden, ein gross-r Teil der zahlreich»» Londoner Atelierbauten wird leerstcb-n und B00 Angestellte der Londoner Filmateliers sind entlassen worden. Die enq- lisöbe Presse widmet der FIlmkris««inoeb-nde Betrachtungen und gibt»umcist der Ansicht Ausdruck, dass es sich nm eine Folge ungesunder Spekulation handelt: in dem Bestreben, mit Hollywood zu wetteifern und di« amerikanische Konkurrenz womöglich »u übertrumpfen, sind in die englische Filmindustrie wiet-nlummen Investiert worden, es wurden arosse Anleihen ausgenommen, und eine Schar von knnst- nnd fachfremden Unternehmern stü-»k-. sich auf die Filmbranche in der Hoffnung, mit Millionenaufwand auch Millionengewinn» erzielen zu können: Mkihtrnd 19°8 in England 98 Filme hera-fteskyHurden, erreicht- sm vorigen klähre die britische Fllmbroduksiön mit 229 Filmen Ihren Höhepunkt. Da der aröstte Teil dieser Filme Misserfolge waren und auch die besonders teuren Filme des issegisseurs Alerander Korda („Die M-lt in hundert Fahren",„Rembrandt" nsw.l nicht mebr d-n Welterfoia fanden wie seinerzeit „Heinrich VIII." und„Der rot« Vimv-rn-ll", war der Bankrott unabwendbar. Rach d-r Schässung der „Dailv^-rald" beträat der Verlust allein für das Fabr 1986 mehr als 1.6 Missinnen Vsimd. nach der t^chäwmg der„Dailv M-»il" beläuft sich das Ge» l-nntdefizit saagr auf 4 Mtssionen. Dennoch aibt d!« P-este der Ueberz-uauna AuSdnick, dass die britische Filmindustrie, die Krise ssberwind-n wind, w-nn sie ihre Produktion forian auf eine a-sssndere Basis stesst. t a g von 5—7 Uhr im Berrin deutscher Arbei» i ter, Smekkogassc Nr. 27, statt.,.. ihre assqemeinere Bedeutung haben, aber mich bloss im Rahmen diese? konkreten Fasse» betrachtet, von Interesse sein. Denn ein OffenbarunqSeid ist bekanntlich kein Ereignis, das den Schuldner wie ein Blitz aus blauem Simmel trifft, sondern nötigt diesen im Gegenteil durch die mit ihr verbundene» Formalitäten zu einer vorhergehenden gewissenhaften Ueberprüfung seines Vermögensstander. Eine Greisin üiersahren. Die 72jährige Eäcilie issosol aus ZiZlov wurde gestern vormittags in der Podibrader Strasse in Zijkov vom Motorrad 9174—P de» Josef Zük, der In der Richtung zur SuSgaffe fuhr, zu Boden geworfen und überfahren. Sic erlitt eine Verletzung des Rückgrats und einen Bruch des linken Armes und wurde von der Ret- tungSgescllschaft auf die Klinik Schlosser gebracht. Zellulose explodiert. Gestern vormittags waren einige Arbeiter im Lagerraum der Fabrik Waldes in Wrschowitz mit dem Schneiden von Zellulose beschäftigt, als diese plötzlich au» bisher unbekannter Ursache explodierte und die Flamme dem 47jährigen Franz Havel, der hcrbeilief, um zu löschen, in» Gesicht schlug. Die hcrbcigeeilte Feuerwehr vermochte da» Feuer in kurzer Zeit zu löschen: Havel wurdtz zum Arzt Dr. Klafter in Wrschowitz gebracht, wo sestgcstellt wurde, dass er ziemlich schwere Berbren- ....... an-v-sicktizh das Eio-niumSrecht seiner Gattin an dem Sparbuch anerkannte. LeSlie Howard als Romeo in dem Metro-Goldwyn-Maher-Fllm „Romeo und Julia"- Das war nun f--M Auck> b-i d»e V--handlnna b-bgrrte ec d^-gnf, er kövn» stch nicht erinnern, ein d--a-tla-z Dgkumen» v^t-^ezi-^-h-n zu hgh-n. Die Verhandlung musst« schliesslich vertagt werden. Der Offenbarungseid einer Aerztln Meineidsprozeß unter sexoalbiologischer Perspektive Prag.—rb— Ein ungewöhnlicher Fall beschäf- ligt, auf Anordnung dcS Obersten Gerichte», in neuerlicher Verhandlung den Strafsenat des OGR Dr. Päzderskh. Am 7. Jänner v. I. wurde die 41jährige Zahnärzti» Dr. JreneStränskt) au» Neu- Straschih wegen Meineides vor Gericht zn drei Monaten Kerker bedingt verurteilt. Die verurteilte Zahnärztin hatte beträchtliche Steuerrückstände, die das Steucramr nicht einzutreiben vermochte. Schliesslich trickb die Finanzprokuratur als Vertreterin des Steuerfiskus die säumige Steuerzahlerin zum Offenbarung s e i d und sie beschwor auch vor dem Bezirksgericht in Ncu-Straschitz, dass sie weder ein eigenes Vermögen, noch regelmässige Einkünfte habe, obwohl sie einen kostspieligen Haushalt führte, ein eigene» Auto, teuere» Pclzwcrk und Schmuck und andere Anzeichen eines sehr auskünunlichc» Einkommens öffentlich zur Schau stellte, wobei sie freilich immer betonte, dass diese schönen Dinge nicht ihr gehörten, sondern ihr bloss von ihrem Vater Isidor Stränskü vorübergehend znr Verfügung gestellt seien. Mit dem OffenbarungScid war die Aufmerksamkeit der Behörden natürlich nicht eingeschläfert — im Gegenteil. C‘. I Hebungen ergaben, dass die vor Gericht beschworene Vermögenslosigkeit der Doltorin im Gegensatz zu den Tatsachen stand. So bestätigte nicht nur ihr eigener Vater, dass die ertvähntcn LuxuSgegcnstände tatsächlich ihr gehörten, sondern auch ihre Kompagnonin, die Zahiitechnikerln Josefine Äopäkek, bekundete al» Zeugin, dass sie der Dr. Irene Stränskl), die mit ihrem Doktordiplom die Konzession deckte, monatlich 8006 Ke und 20 Prozent von dem Umsatz zahle, so dass ein sehr beträchtliches fixes Einkommen vorlag, welches die Angeklagte bei ihrem OffenbarungScid wissentlich verleugnet hatte. Der Reineidsprozess endete, wie erlvähnt, mit der Verurteilung der Dr. Irene Stränskij zu drei Moimten, bedingt auf drei Jahre.* DaS Oberste Gericht gab indessen der Nichtigkeitsbeschwerde der Verteidigung statt, hob daS Urteil auf und verwies den Fall zur neuerlichen Verhandlung an das Prager KrciSgericht zurück. Dem Kreisnericht wurde aufgetragen, das Beweisverfahren dahin zu ergänzen, ob nicht die Verurteilte, die bei Ablegung jenes Manifestationseides sich nach ihrer Behauptung in Menstruation befand, nicht in einem biologischen Zustand war. der Einfluss auf ihre strafrechtliche Verantwortlichkeit haben könne. DaS Verfahren, in welchem Wohl die medizinischen und physiologischen Sachverständigen da» entscheidende Wort zu spreche» haben werden, wurde imi. viv viv 1IC1J»”111^"lUPiCII I’M’HIIV, iiiv Freitan im AuSslugszüge-Referat im Basar neben, zu bekck>wö--n. erb->be niemalS I- n- 1lr- dem Wilsonbahnhof, Telephon 883.88.— In den künde um ter ich r!-b-n. di-'- Tagen vom 16. bis 24. Jänner werden Züge mit voller Verpflegung nach Spindlcrmühle sür 890 Ke. auf die Sokolbaudc für 446 Ke, In die Hobe Tatra oder nach Tclgart für 680 Kö abgefertigt. Prospekte mit Angabe von 50 Kä im AuSslugSreferat wie oben. B e z» g S b e d I n g n n g n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 16.—, vierteljährlich Kä 48.—, halbjährig Ki 96. Tarif billigst berechnet.. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.““--- graphendirektion mit Erlass Nr. 18.80Ü/V11/19S0 bewilligt. W.„ VWWff....—..WWWWW..UMt.'«,;. zViseratefwerdeHiniWTs^ Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Reioiirmarken- Die ZeitungSfrankatur wurde vo>i der Post» und Tete»$ t.< —'— Druckerei: ,lvrbt»", Dtuck-, Verlag»- uiü» Zeitung»-A.-G. Prag. x dürfte. Attentat auf eine Antiquitätenhändlerin. Gestern wurde der im Jahre 1800 In Deutschland geborene, nach Reichenberg zuständige Theodor Stanzer verhaftet, der, abgesehen von einigen kleinen Betrügereien, vor einigen Tagen einer Antiqnaritätenver- känferin in Prag V aufgelauert hatte, von der er festgcstellt hatte, dass sie abend» eine grössere Menge Wertgegenstände mit nach Haule zu nehmen pflegte. Zu diesem Zivcck hatte er eine Tüt« mit Pseffer bei sich, den rr der Verkäuferin in die Augen Wersen wollte, um sie zu berauben; auf die Hilferuse der Ucbersallcnen hin flüchtete er jedoch und konnie erst gestern verhaftet werden. Er ist geständig und wurde nach Pankratz eingelicsert. Todessturz. Gestern nachmittag» stürzte der 80jährige Arbeiter Josef Javürek an» Zisikov, der auf einem Neubau in der VSchradgaffe in Zsiikov mit dem Zusahrcn von Baumaterial beschäftigt war. vom Gerüst herab, al» er sich hcrabbeugtc, um nach dem Aufzug zu sehen. Obwohl er nur au» einer Löhe von etwa sieben Meter siel, stürzte er so unglücklich, dass er da» Rückgrat und zlvei Halswirbel brach und kurz nach der Einlieferung in die Klinik Schlosser verschied. AuSslngSzüge der Staatsbahndirektion in Prag. Veranstaltet werden folgende Züge mit voller Verpflegung: Acht Tage in Johannisbad im Riefengebirge 410 KL oder auf der Sokolbaudc 620 Ki; in den Böhmertvald nach