Sozialdemokrat gevtralortzan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei ln der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«»»«ahme de» Montas tiigiich srLH Redaktion und Verwaltung: Prag XL, Fochooa 62— Telephon 63077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag Einzelprel« 78 leinschlleßl. 5 Heller Porto) Aus dem Inhalt: Abg. JakicA über die nationale Frage Der Aussenhandel f936 40-Stunden wo ehe auf den Iranzöslsthen Bahnen 17. Jahrgang / Dienstag, 19. Jänner 1937 Nr. 16 s Machtvolle Manifestation in Karlsbad: diene, die Tschechoslowakei 6« isolieren, weil sie sich den prrnßischen Eroberungsplänen bindernd in den Weg stelle. Frankreich dürfe di» Tschechoslowakei«m keinen Preis verlassen. sich die Devalvation schon voll auswirken konine, war die Ausfuhr um 216 Millionen größer als ein Jähr zuvor, so das; von der gesamten JatueS- zunahme der Ausfuhr mehr als ein Drittel auf den Monat Dezember entfällt. So gibt die Entwicklung der Ausfuhr' in der allerletzten.»seit einige Hoffnung, daß bei tatkräftiger Durchfiib- rung der mit der Devalvation am 8. Olivier 1086 begonnenen neuen Handelspolitik eine weitere Steigerung der Ausfuhr, damit«ine weiters Belebung der Exportindüstrie und eine Besse» ung der Lage der sudetendeutschen Bevölkerung eintreten wird.. Wie notwendig eine Ausweitung unseres Exports ist, zeigt auch ein Vergleich der Ausfuhr: im letzten Kalenderjahre mit jener im Hoch.on- junkturjahr 1928. Damals erreich?« die tschechoslowakische Ausfuhr ihre höchste Entwicklung mit einem.. Wert, der ausgeführten Waren von 21.2 Milliarden ILt. An der Krise Ist dieser Ausfuhrwert bis 1988 auf 6.9 Milliarden, d..». aut 28 Prozent gesunken. Bis 1989 Ist der Wert un-erer Ausfuhr aüf rund ächt Milliarden d. f. 88 Prozent, also um 2.1 Milliarden Xi oder zehn Prozent(bet Ausfuhr von 1928). gestiegen.' Liese Ziffern sagen alles. Sie beweisen einen Aufstieg, der allerdings, langsam ist und welcher der Zu, nähtne'deS Welthandels nachhinkt. Dieser lang» ' sechs Monate für«in« PrrbuktionSbelebung und die erfolgreiche Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verlor««. Di« versammelte Arbeiterschaft fordert»brr auch, daß bei den Verhandlungen, die dem Abschluß von Handels- und RontingrntSverträgen vorauS- gehen, besonders der Porzellan- und Iteingut- induftrie, aber auch der Glasindustrie ein« größere Berücksichtigung für ihre Warenausfuhr nach de« betreffenden Land zuteil werd«, um auch auf diese Weis« teizptragen, eine günstige Auswirkung der listgwrtfllrderungS-Maßuahmen zu gewährleisten. Die Möglichkeiten einer erfolgreichen Be- ! zellan-, Steingut- und Glasindustrie durch För- ' derung der Warenausfuhr sind gegeben in einem In diesem Zusammenhang ist es nicht obne Nutzen, sich di« Entwicklung des Außenhandels der Republik iin abgelausenen Fahre 1989 anzusehen. ES ist erfreulich, das; soivohl die Euttuhr als auch die Ausfuhr gegenüber dein Vorjahre gestiegen ist. Die Einfuhr betrug 1986 rund 9788.9 Millionen, 1986 7994 Millionen,:hre Zunahme betrug 1196.4 Millionen, die Ausfuhr ist in derselben Zeit von 7418 aus 8914 allo uin 696.Millionen, gestiegen.. Eine Steigerung der Ausfuhr um fast 699 Millionen Kronen ist nn- * Hierhin bemerkensivert, Insbesondere wenn man I bedenkt, daß die Devalvation erst im Oktober k ir chlkch e L a g« i n D e u t sch l a n d bezogen habe.'Beim Vatikan find nämlich in der letzten Zeit immer schlechtere Nachrichten über die Verfolgung von Katholiken und hauptsächlich von Ordensgeistlichen«Ingetroffen. Verschiedene Fraucn-Orden, welche ihre Schulen sperren mußten, wollten einen.Te.il ihrer Ordensschwestern in das Ausland schicken, damit diese dort ihrem Lehrberuf nachgehen können. Die deutschen Behörden haben ihnen jedoch im letzten Augenblick, als sie bereits die Bewilligung und die Fahrkarten erhalten hatten, die Ausreise aus D«u; t s ch l a n d untersagt. Ferner könne man beobachten, daß In Deutschland systematisch daran geaicheitet wird, den GlaubenScifer der Katholiken einzuschläfern. kln Bumerang - London..(Reuter.) Die-„Times"> veröffeut- sichen einen Brief ihres Berliner Korrensponden» ten, der sich mit den deutschen Gründen für die Ablehnung der stschechoslowäsischen Einladung befaßt, daß der deutsche Attachk in Prag die tschechoslowakischen Flugplätze: besichtigen' möge, wobei die samstägige„Berliner Börsenzeitung" anführt«, daß solche gut vorbereiteten Besuche-nicht geeignet seien, das zu zeigen, was gesehen werden sollte.- Der betreffende Redakteur sagt, daß mit dieser deutschen Auslegung-.gerade jenes Bargehen. diskred i t i e r t- werde, da» Deutschland.häufig zu seinem Vor« teil auSnütze und welches eigentlich bewirkte,.daß es von.einem.„Siege" inder marokkani- schen A n g.ele ge nhe! t sprechen konnte.. ES ist notwjndig, dies zu-berücksichtigen, damit der Charakter der deutsch?»'Propaganda der lebten Jahre offenbar werde«, wenn' sie jetzt ver- sucht, Zweifel über den Wert aller amtlich ange- ördneten Inspektionen zu erwecken. Deirtsche Blscrofsabordnuna beim tapst Beschwerden Ober die Verfolgung der Kirche Rom. Der Papst hat>>I«Gilover LL durchgeführt worden ist. Gerade ,n> Dezember, da SSW Glas- und Keramarbeiter verlangen van der Regierung rasche Hilfe Die einstimmig angenommene Resolution hat folgenden Wortlaut:' ' DI« am 18. Jänner 1987 i« Karlsbad vrrsam» melteu 9990 Arbeiter und Arbeiterinnen verlange« von der Neglerimgdi« beschleunigt« Erledigung d«r ErporthilfSmaftnabmen für»«.'Porzellan», Stein- güt-«md Glasindustrie. Diese Industrie« mit.ihre« ausgesprochenen. Ervirtchargtter> weisen sch«» frit siel«« Fahre« ständig die stärkst« ArteitSiosigkeit auf, deren erfolgreich« vekämpsung nur durch. Maßnab- - mm der. Regierung..zur. Steigerungder Ausfuhr sowie des inländisch« Absatz«» mögllchist. . Di« Porzellan- und Stringutindustrie sowie di« hauptstichlichstm Zweige der Glasindustrie«eh««« Karlsbad. lEigmtericht.) In dm Rach-izm« größten Teil Im Zusammenhänge der ftattsin- mittagSstundm deS Montag stand die Im Winter- denden Frühjahrs- und Herbstmessen ihr« AuSlandS- lichen Schlaf liegend, Kurstadt Karlsbad ganz im autträge herein. Wcnn nicht eine beschleunigte Er- Bann« einer. gew°ltig-n Manifestation, ,U der der LaLtÄä »ertai»» bet GlaS- und«rramarbeiter dieAnge-."u m! hörigm dieser Berufe aufgefordrrt hatte. ES war wohl dir größte Kundgebung, dir jemals GlaS-, und Porzellanarleiter und-Arbeiterinnen in sol cher Zahl vereinigte und dir nur zu vergleichen' ist mit unseren Maidemonstration««. ES war «in AuSdrück der unerträglich gewordenen Lage,' in d«r sich die Arbeiterschaft dieser wichtigstm zwei Bemfszweige WestböhmenS befindet, die diese Manschen hier zusammenführte. I» stundenlan--- gen Fußmärschen find sie an diesem, litterkattrn. in»utobussm und mit der Bahn.n« ihren^dnrch.»JSÄ’ÄÄ lÄT man« verdolmetschtenForderungm Nachdruck,u.’Ä"'’« verleihen. Auf alle, die Zeugen diese» Massen- Staates. Hier, handelt es sich um°-Sges»r-chmi aufmarsches von gut 9990 Menschen waren.> bodmftändige Wirtschaftszweige, welche sehr geringe machte, dir Versammlung tiefen Eindruck, und sie Mengen von technisch« Robstoffm für die Prrdnk- ' wird die Wirkung sicher nicht verfehlen, die sic tion au» dem Ausland benöügen. In unserer Vor «zieletr follter vor allem den verantwortlichen’«ellim- und Sttingutindustrie beträgt der L»h«-«t«U Stellm in Prag begreiflich ,« machen, daß«»*I°»Eber GestehungSk-sten,-mb»le«l„- .. von der I«ent mif. ein gesteigerter Export wirkt sich hie», in seh» Hot«« Maß« in Form von zusätzlicher Arbeit»- i Di« Arbeiterschaft der Porzellansabrik Thun in Klösterl«, die sich wegen der großen Entfernung ! nicht persönlich- teteiligm konnte, hat ein Svm- pathletelegram«««schickt, ebenso di« Arbeiterschaft der Fatril Schult»«» in Gießhübel bei Buchau. Eine weitepe Kundgebung fand am gleichen Tage im vollbesetzten Saal des Gasthauses Becher in Ladowih für die-Betriebe in Dux, Likwih und Ladowitz statt,'in. welcher die Kollegen Roll deutsch und' Sch w«i n f u rck e i: tschechisch zu P«N' Forderungen der Keramarbeiter referierten. Tempel In Karlsbad hat gestern nachmittags eine Massenkundgebung stattgesunden, die tueit wehr als lokales Interesse beansprucht. Der Zweck dieser-Kundgebung war, die Oeffentlichleit und vor allem die Prager Zentralstellen auf die b e s v n- de re Krise aufmerksam zu machen, in der sich die Porzellan- und Glasindustrie und deren Arbeiterschaft befinden. Während eine Reihe von Branchen bereits deutlich eine Auflvärtscntivick- lung zeigt, hat d i e P 0 r z e l I a n i n d u st r i e 1986 weniger ausgeführt als 19 3 6 und auch in der Glasindustrie ist die Besserung nur eine geringe. Der ebenfalls gestern erschienene Bericht über den Außenhandel im Jahre 1986 zeigt, daß die Ausfuhr von GlaS und Glaswaren 1986 rund 699 Millionen gegen 679 Millionen ein Lahr zuvor betrug, wählend in der Gruppe Tonwarcn die Ausfuhr In derselben Zeit von 186 Millionen auf 182.4 Mill-onc» zurückgegangen ist. ES gibt Gebiete, wo seit 1929 etwa 79 Prozent der einstmals beschäftigte» GlaS- und Porzesianarbeiter arbeitslos sind. Diese noch immer katastrophale Lage In den beiden Industriezweigen erfordert besondere Hilfsmaßnahmen. Als solche kommt jetzt hauptsächlich die Resundierung der Handelssteuern in Betracht, damit die Industrien lo»Iur- renzfähig werden. Wenn ein Produktionszweig in einer solchen Bedrängnis ist, wie es hier der Full ist, dann muß man die heimische Industrie doch wenigstens in dieselbe Lage bringen wie die Kon« kurrenzindustrien des Auslandes, die ähnliche Lasten nicht zu tragen haben. Das müßte aber rgsch geschehen. ES ist unmöglich, dem Jndn- , striesterben in Nord- und Wrstböhmen länger tatenlos züzusehen, es wurde die Läge dieser beiden Notindustrien eingehend geprüft,«S ist— wie wir.hören— von den beteiligten Aennern alles vorbereitet worden und an der Regierung liegt«S nun zu entscheiden. DieseCntschei- d u n g mutz noch diesen Monat erfolgen, weil gerade im Jänner in den beiden Industrien die Ab- schlüssegetätiglwerden. ES wäre sonst ein halbes Jahr verloren und das könnte man nicht ruhigen Gewissens veranttvortcn. Mit aller Dringlichkeit sei daher die Forderung erhoben, daß in den nächsten Tagen die Erporterleuhte, gingen für die Glas- und Porzellanindustrie verwirklicht werden. Ganze Bezirke und Taufende von Menschen warten darauf. * beschafft«« an», Webel auch der Staat den Vorteil seftelgettrr Balutaelnfahr genießt. Di« schwer betroffene Arbeiterschaft der Porzellan-, Stelnznt- nnd Glasindustrie ist am Ende wwr Widerstandskraft gegen WirtschafiSnot und Krlfenelend angelangt und befindet sich in einer verzweifelten Situation. Die Porzellan- und Steln- gutindustrie weist im Jahr« 1989 wiederum einen Erpottrückgang«m rund 8 Prozent gegenüber dem Jahre 1985 auf. Aber auch die Glasindustrie verzeichnet nur«in« sehr geringe Besserung. Jede Verzögerung der Maßnahmen für den Wiederaufbau dieser. EUwrtindufttte« bedeutet«in» weiter» wltt- schaftliche Schädigung und eine Berschärsung der «HNüitS großen Arbeitslosigkeit. kein Auszug au» dieser Entschließung ging telegraphisch m all« zuständigen Minister ab.) * O.-IW 2 Nr. 1» DienStag, 19. Jönner 19» samc Aufstieg datzloiraufdemrich- iiflen Wege sind, aber aus diese in Wegezulnngsam marschieren. Gerade deswegen müssen wir bei der Durchführung weiterer Ausfuhrcrleichterungen ein rasche- Wlen.(Tsch. P.-B.) Die den Nationalso- zialistan erteilte itlmncstic hat nickt nur die Rückkehr von mehr als 18.000 Personen zu neuer illegaler Arbeit ermöglicht, sondern der Hitler- bewegung in Oesterreich auch den Mut zur Stellung neuer Forderungen verliehen. So streben die Nationalsozialisten und die mit ihnen verbündete sogenannte nationale Opposition(die.ehemaligen Grobdeutschen) die Bewilligung neuer Vereine und Organisationen an. Diese Bestrebungen sind vielerorts erfolgreich, so namentlich in Graz, wo soeben mit amtlicher Bewilligung der»O st m ä r k i s ch e Volksverein" gegründet wurde, der in ganz Oesterreich Zweigstellen gründen wird und so eine neue nationalsoziali st Ische Organisation aufbaut. Der Protektor der Organisation ist Minister G l a i s e- H o r st e n a u. Der ursprüngliche Statutenentwnrf enthielt auch einen Richtarier- paragraphen, der aber später gestrichen wurde. Madrid. Die GefcchtStätigkeit um Madrid lebt« Sonntag nachts von neuem auf und dieser Dampf dürfte, da beide Seite« alle erreichbaren Reserven ins Feld geführt haben, die Entschei- dimgsschlacht um daS Schicksal der Hauptstadt einleiten. 2n allen Teilen der Stadt konnte man daS heftige, andauernde Artillerie- und Gewehrfener hören. Der Verteidigungsrat für Madrid gab am Sonntag bekannt, das) Milizionäre den rechten Flügel der Universitätsklinik in die Luft gesprengt baden und in das Gebäude ringedrungen sind. Die Nationalisten, die sich in dem Gebäude ver» schanzt haben,, befinden sich nm> in einer kritischen Lage, da das StiegenhauS deS Gebäudes zerstört wurde, so daß sie nun von den oberen Stockwerken deS Gebäudes atgeschnitten sind. Einer.Erklärung des Generals Miaja zu» folge hatten während der sonntägigen Kämpfe um die Universitätsstadt di, Aufständischen 1090 Tot« und Verwundete zu verzeichnen. Der Minister für Marine und Luftfahrt gibt bekannt, dass nach einer vom UnterftaatSfekretär für daS Luflwefen ausgestellten Statistik im Monat Dezember 35 Flugzeug« der Aufständischen und fünf RegiermigSflugzeuge abgeschossen wurden. Rußlands Antwort Gegen einseitige Verpflichtungen Moskau. In der Antwort der Sowfet- regierung auf die britische Rote bezüglich deS Verbotes der AuSreise von Freiwilligen nach Spanien reS Tempo verlangen. Nach der Freigabe eines Teiles der Einfuhr, welche die Regierung im Dezember beschlossen hat, sind die Exporterleichterungen für die Glas« und Porzellanindustrie im Jänner auf der Tagesordnung. Diese neue Organisation, die in Oesterreich etwa 909 Zweigstellen gründen will, wurde im Gegensatz zu dem Standpmckt der Wiener Leitung der Vaterländischen Front gegründet, wriche während der vergangenen Woche wiederholt und einmütig erklärt hatte, datz keine politischen Organisationen neben der Vaterländischen Front werden geduldet werden. Auch die früheren Heimwehren suchen sich wieder politisch zu betätigen. Ein»Verein der. ehemaligen Hcimtvehrangehärigen in Wien", der von Freunden F e y S proponiert wurde, ist zwar von den Behörden nicht gestattet worden, doch wurde in Oberösterreich ein ähnlicher Heimwehrverein bewilligt, hinter den sich der Sicherheitsdirektor Revereta und Statthalter Wen« nier gestellt haben. Auch der ehemalige Heim- mehrführer Minister Neustädter-Stür- m e r befaßt sich mit der Gründung ähnlicher Organisationen in Wien, doch haben die Behörden diesbezüglich noch keine definitive Entscheidung getroffen. wird ans«in früheres Angebot der Sowfet- rcgicruug in dieser Richtung hingewirsen und neuerdings der Vorschlag gemacht» eine wirksame Kontrolle durch See st reit» I r ä f t e einiger oder aller im Londoner Richt- einmischmigSanSfchus) vertretenen Mächte durch- zuführen. Rach Ansicht der Sowjetregierung würden jedoch einseitig« ProhibitionSmaßnah- men seitens der einen Mitglieder deS Londoner KomitöS nicht»um erwünschten Ziele führen, da andere Teilnehmer von ihren Verpflichtungen nicht nur frei sind, sondern auch faktisch fortfahren, Truppenkontingente nach Spanien»«entsenden, sondern daß diese Maßnahmen sogar auf«in« Einmischung »ngunstenderAufständischen hinauslaufe» würden. FranzösischerZerstörer von unbekanntem Flugzeug angegriffen Paris.(HavaS.) Wie gemeldet wird,' ist der französische Torpedobootzerstörer ,,M a i l l t Breze" im Mittelmeer von einem Flugzeug, dessen Rationalität bisher noch nicht festgestrllt wurde, iombardiert worden. DaS Flugzeug warf auf den französischen Torpedobootzerstörer sechs Bomben ab, von denen jedoch keine einzige traf. Mussolini spricht nürnbergerlsch Berlin.(DRV) Der»völkische Beo», achter" veröffentlicht eine Unterredung seines Mitarbeiters Roland Strunk mit Mussolini, der. hierbei u. a. erklärte: In diesem Jahre ist diel geschehen. Wir haben dl« Achse Berlin—Rom geschmiedet. DaS ist ein Beginn zu esirrm europäische» Konsolidierung-Prozeß. Ich glaube nicht an die Bereinigten Staaten Europas, aber ich glaube an eine Art europäische Ide«, geschaffen von der Erkenntnis, daß unserer Kultur, unserem Bestand und»usercr Zivilisation nur«ine Gefahr droht: der Bolschewismus. Wir erleben«ine Zeitenwende, einen totale» Umbruch der Politischen und sozialen Ideologien. Die Demokratie« haben abgewirtschaftet. Sie sind heute bewußt oder unbewußt mir mehr Korrup- tionSherdr, Bazillenträger und Handlanger des Bolschewismus. Antwort aus Paris: Mit Benei für das„Dritte Europa" I Paris. Der Professor für vergleichendes Recht Mirkin Guetzevii antwortet in der „Ere Rouvelle" auf Mussolinis Interview im „Völkischen Beobachter" und führt aus, daß di« Zukunft im Gegentell de» Demokratie» gehören werde. Präsident Dr. Benes, schreibt Professor Mirkin Guetzevii, hat den psychologischen Schlüssel dazu gegeben, welchen Standpunkt die Demokratie gegenüber de» Drohungen mit einem„Hei- ligrn Krieg"«iirnehmen soll. Fürchten wir unS nicht, sagt Präsident Dr. BeneS. Dl« Bedrohung der Demokratie» ist zwar groß, ater wenn wir einig sein werden, wird die Sache der Freiheit siegen. Der Autor antwortet ferner aus die do» Dentschland und Italien verkündeten Ansichten daß zwei Europa, ei» kommunistisches und rin autoritär-faschistisches, existieren. Er schließt mit den Worten: ES gibt dreiEnropa und nicht zwei. DaS dritte Europa, daS demokratische, wird daS letzte Wort habe». Vie Deutschen In Marokko Ein neuer britischer Zeuge London. Die„TimeS" veröffentlichen ei» Telegramm ihres Sonderberichterstatters in Melilla über dir Tätigkeit der Deutschen in Spanisch-Marokko. I« diesem Bericht heißt«S: Die Deutschen scheinen in Spanisch-Marokko keine anderen Militärabteilungen als diejenigen zu haben, welche in der spanischen Fremdenlegion dienen. Aber unter diesen befinden sich Flieger, welche die hauptsächlichsten Flugplätze gut ^keitlten. Die deutschen'Plloten trugen' di« Un i- formderFremdenlegio«, als die britischen Marineoffiziere in der spanischen Marokkozone zu Besuch weilten. In Melilla und in Tetuan traf der Bericht, erstarr vielejungeDeutscheinZivil. ES handelt« sich durchwegS nm ne« angekommenr Personen, welche di« spanisch« Sprache noch nicht beherrschten. Sie gaben sich als Angestellte der BerkehrSgesellschaft ,Hlmfa" aus, doch führten die Bepbachtimgen und Nachforschungen, die der Berichterstatter anstellt«, zum dem Schluß, daß eS sich um ausgebildet« Militär- f l i e g e r handelt, welche täglich mit der Franco-Armee an der Südküste Spaniens zu- fammenarbeito». Sozialistischer Wahlsieg In Lille Lille Der Bruder deS im November deö Vorjahres durch Selbstmord a«S dem Leben ge- fchledeurn Innenministers Salengro wurde a t Sonntag zum Abgeordneten von Lille gewählt, und zwar als Kandidat der sozialistischen Partei. I» diesem Wahlgang hat die sozialistische Partei Lto» VlnmS eine noch größere Stimmenanzahl erhalten als tri dm Parlamentswahlen. Salengro erhielt von insgesamt 17.590 Stimme« 9890 Stimmen, um 1100 mehr als der sozialistische Kandidat im Mai erhielt. Der kommunistisch« Kandidat verlor grge« den Mai 800 Stimmen, her Kandidat der Rechte» 009 Stimme«. FUr die nationale Verständigung DaS„Prävo Lidu" vom Sonntag veröffentlicht zwei Artikel, in denen zur dfutschtschechischeii Frage Stellung genommen wird. In dem einen Artikel legt Dozent Dr. Josef Fischer dar, daß eS sich in der nationalen Frage um ein« Sache von zentraler Bedeutung handle.„Wir behaupten nicht", so führt der Autor wörtlich aus,»daß die Republik kein anderes Problem als das deutsche habe, aber am Verhältnis zu unseren Deutschen muß jede politische Gruppe und auch der einzelne, wie di« Dinge heule stehen, sein Verhältnis zur Demokratie und zur auswärtigen Politik des Staates beglaubigen... Eine neue Aktivität ist notwendig... und gerade mit der nationalen Verständigung mutz man beginnen. Die Sach« ist reif und heute der Eckstein der äußeren und inneren Politik der Republik. Passivität ist die größt« Sünde, wir dürfen nicht dulden, daß sie unter dem Schein verschiedener Schalmeien bei uns Heimatsrecht gewinne." In einem zweiten Artikel beschäftigt sich M i- loä Bank! hauptsächlich mit den Wirtschaftsfragen und glaubt, daß die wirksamste Hilfe, welche di« Tschechen dem deutschen AktiviSmuS leisten können, diejenige ist, die wirtschaftlichen und sozialen Probleme deS gesamten Staates rascher zu lösen und»den Aktivisten staatliche Hilfe in der Verwirklichung einiger spezieller deutscher Forderungen nicht zu verweigern." Schließlich verlangt Banik auch di« endliche Errichtung de» deutschen Senders, der die Aufgabe hätte, dem demokratischen Deutschtum in der Tschechoslowakei zu dienen, die Rundsunkpropaganda des Dritten Reiches zu paralysieren und das Ausland über die Tschechoslowakei zu informieren. .Der Präsident per Wpftilik empfing am Montag den Finanzminister Dr^ Kalsp», ferner den Unterstaatssekretar des' rumänischen Außenministeriums Viktor BaduleSeu. Rechtsbeirat«inberufen. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d Z a hat den Rechtbeirat für den 87. Jänner, 11 Uhr tzormit- tagS, zu einer Sitzung in das MinisterratSpräsi- dium«inberufen. Auf dem Programm dieser Sitzung befindet sich auch die Verhandlung Wer die gesetzlichen Maßnahmen zur Beschleunigung der Amtstätigkeit. Polizeidirektionen in Brüx und Tesche«. Ucker Auftrag deS Innenministeriums sind die staatlichen Polizeiämter in Brüx und Teschen als Polizeidireltionen anzusehen und als solche zu bezeichnen. vie österreichischen Nazi wittern Minister Glalse-Horstenau als Protektor Morgenluft In Oberösterreich auch Heimwehrvereine gestattet Neue Kämpfe um Madrid Das Kaffeehaus in der Se'tengasse Roman von Fritz Rosenfeld 61 Mitteüneicr war durchaus nicht davon überzeugt. daß Hugo in seine»! Wutausbruch nur haltlose Verdächtigungen ausgesprochen hatte, es nnißte doch einen Grund haben, tvenu ein Kellner bei einer VerlobungSfeier die Braut mit dem Vorwurf überfiel, sie habe zahllose Liebhaber gehabt. Die Liebhaber mochten erfunden sein, von ihm oder von ihr, das war gleichgültig; aber zwischen dem lkellner und der Frau war ettoaS vorgefallen, das konnte niemand mehr leugnen. Erst GennoS Gedicht, die Krawatte, die sie Hugo geschenkt hatte, nun dieser skandalöse Auftritt; er hatte sich den Auftakt zu seiner Ehe anders vorgestellt. Aber schließlich war er kein Spießer, er wußte, daß Frauen in Isabellas Alter nicht wie die Nonnen leben konnten; eS hätte nur nicht gerade der Kellner vom Cast Finsterbusch kein müssen. Der Kellner war entlassen, er hatte seine Strafe bekommen, er würde ihnen nie wieder unter die Augen treten; die Sache war also nicht gar so schlimm, lve sie auf den ersten Blick aussah. Er mußte darüber hinwegkommen, er war schon über viele» hinweggekommen. „Ich glaube dir natürlich, Isabella," sagte er,»und ich bedauere den Vorfall aufs tiefste. Wahrscheinlich hat sich der Kerl mit seinem Mädel zerzankt und wollte nun seinen Zorn an einer andren Frau auslassen." „Er ist in diese Carola verliebt, das weiß das ganze Caft." „In seinem Alter will man den Schmerz, den man durch eine Frau erlitten hat, an allen Frauen rächen," sagte Mittelmeier und kam sich sehr klug und überlegen vor.„Mit den Jahren gibt sich das." „Du bist ein gescheiter Mann," sagte Isabella. Er neigte sich über ihre Hand, preßte sie zärtlich an den Mund. »Gnädige Frau, ich bin Ihr ergebener Diener". »Ganz die Ihre, Herr Baron". Es war doch gut, daß man ein wenig Humor hatte, um sich die Widerwärtigkeiten deS Daseins vom Leibe zu halten. »Du hast mir viel Kummer gemacht, Leonore", sagte Finsterbusch. Er hielt ihre Hand in seiner Pranke, auf der roten Haut seiner Hand wirkten ihre blutleeren Finger noch blasser.»Ich bin doch kein Menschenfresser. Du hättest doch in Ruhe alles mit mir besprechen können". „Ich konnte nicht mehr weiter, iw mir wär alles abgestorben, nur noch eine einzige Leere. Ich sah leinen andren Ausweg". »Und was soll nun werden? Wir wollen doch in Frieden miteinander auskommen, nicht wahr?" »Wir werden in Frieden miteinander auS- kommen. Du mutzt versuchen, das Kind gern zu haben. Dann wird es dein Kind sein, wie eS meine» ist". Der Kopf sank auf seine Brust. Er saß da, In der Dämmerung, im Hof Huben di« Sperlinge auf dem Baum zu zwitschern an, in der Stille klangen ihre piepsenden Stimmen wie ein- Orchester. Er fühlte sich groß und' gut in Vieser Stunde, er wollte, daß sie lange währe, damit sein« Größe und seine Güte wüchsen; e» war viel aufzuwiegen au» früheren Jahxen, und Stunden wie diese kamen nicht oft. Die Augen der Frau hingen an seinem Gesicht, er wußte, sie erwartete nun die Entscheidung über ihr Leben und das ihres Kindes. Er erhob sich, er strich die Decke glatt Über ihrer Brust, er küßte sie auf die Stirn. «- „Bleib", sagte er. Ilm halb drei klopft« Baal an GerleiinerS Tür. Marion schlüpft« in ihren Schlafrock, Ger- leitner schob sie ins Nebenzimmer. Er öffnete, er fragte erstaunt und unwillig, er sah ungebetene Gäste nicht gern an seiner Tür: »Was wollen Sie, Baal?" »Ich hab mit Ihnen zu reden". »Das hat nicht Zeit bi» zum Abend, im Caft?" »Nein. E» ist dringend. Es hängt viel für mich ab von Ihrer Antwort". »Sind Sie krank? Ich ordiniere hier nicht. Kommen Sie morgen in die Klinik". „Ich bin nicht krank". Vaal stand in der Tür, den Hut in der Hand, betrachtete seine Schuhspitzen. Er will also Geld, dachte Gerleitner. Zu ihm kamen sie nur, wenn sie krank waren oder Geld brauchten. Er ging ins- Zimmer, Baal folgte ihm. »Es handelt sich um Folgende». Ich bin von meiner Firma entlassen worden. Abbau, die Kris« —- Sie wissen ja. Ich will mich. selbständig machen. Ich bin in meiner Branche gut bekannt, ich, habe Beziehungen, die Geld wert sind. Mir fehlt nur da» Anfangskapital. Ich könnte ein Ge« schäft in ein, zwei Jahre» in die Höhe bringen. Da» Geld würde sich reichlich verzinsen. Ich trage Ihnen außer zehn Prozent Hie Hälfte des Ge- winnes an". »Das ist ja ein fabelhafte» Geschäft",, sägte Gerleitner.„Darauf müßten sich Vie Geldverleiher ja stürzen. Dazu brauchen Sie mich doch nicht?- Baal wurde verlegen. Er konnte nicht sagen: Ich habe keine Sicherheiten zu bieten. Er konnte nicht sagen: Niemand vertraut mir. »Und wenn das Geschäft fehlschlägt? Wenn Sie pleite gehen? Wer zahlt dann Ihre Schulden zurück?" „Das Geschäft wird nicht fehlschlagen". »E» ist schön, daß Sie an sich glauben, Herr Baal", sagie Gerleitner. »Ich muß das Geld haben, Gerleitner", sagte Vaal. „Muß Ist ein großes Wort, lieber Baal. Sie haben doch Freunde in der Branche. Borgen Sie es doch bei Ihren Freunden—" „Die Firmen haben kein Geld flüssig. Sie könne» kein Geld aus dem Geschäft ziehen und verborgen—" „So blendend gehen also die Geschäfte? Und da soll gerade Ihre» blühen? Sie nehmen wohl an, weil ich nur so ein medizinischer Messerheld bin, können Sir mir das Blaue vom Himmel erzählen?" »Geben Sie mir das Geld, Gerleitner. Ich bitte Sie darum". »Nein. Ich hab gar kein Interesse an Porzellan. Ich hab kein Interesse an Ihrem Geschäft. Ich hab mein Geld nicht gestohlen, und ich werde «» nicht in Ihren Laden stecken".- Marion hustete im Nebenzimmer. Baal blickte auf ihre Handtasche, di« auf dem Tisch lag. »Sie haben Damenbesuch?" »Haben, Sie vielleicht etwa» dagegen? Haben Sie nie Damenbesuch gehabt? Sind Sie von der Sittenkommission zu mir geschickt worden?" Ausgeglitten, dachte Vaal. Marion scheint' Gerleitner für feiger zu halten, al» er ist. Es blieb nur noch«in»; Bitten, »Ich bitte Sie, beschwöre Sie, helfen Sie mir. Ich bin verloren, wenn Sie mir da» Geld nicht geben". „Um wieviel handelt e» sich denn?" Gibt er nach? Wittert er einen Vorteil für sich? »Um zehntausend". Nun brach Gerleitner» Gelächter lo». -(Fortsetzung folgt.), Nr. 16 Dlenbtag, 19. Sänner 1037 S.'llt 3 fudetendeutsdier Zeitspiele t Wir kämpfen uns durch! Glanzende sozialdemokratische Revanche-Veriammlung in Auschowltz Genosse Abg. Jaksch Uber die nationale Frage Marienbad. Für Sonntan hatte unsere-Be- zirkSorganisation nach Auschowitz, wo vor einigen Wochen unsere Kundgebung von Henlein- Kenten gesprengt wurde, wiederum eine ösfent- liche Versammlung einberufen. Die Anhänger »er SdP waren diesmal ferngeblieben, nachdem sie erfahren hatten, daß die Egerer Republikanische Wehr den Schuh unserer Versammlung übernommen hatte. Trohdem war der Pfeil- Saal von 600 bis 700 Besuchern überfüllt, so daß er schon vor der Eröffnung der Kundgebung durch Genoffen Suttner gesperrt werden muffte. Daß ivir uns in einem industrielosen Gebiete, wo die sozialdemokratischen Positionen verhältnis- mäffig schwach sind, in solchem Maße durchsetzen konnten, zeigt einen begrüffenswerten Wandel der Massenstimmung an. Der Referent, Genosse Jaksch, befaffte sich mit der außenpolitischen Lage, wobei er feststellte, daff sich bi« AuSffchten deS Frieden» gebessert haben. Die Berliner Kriegstreiber haben mit ihrer Lügenpropaganda gegen die Tschechoslowakei Schiffbruch erlitten. Bon England wurde ihnen klargemacht, daff ein Ucberfall auf unseren Staat einen europäischen Krieg entseffeln würde, von dem wir wissen, daff er mit einer Zerstückelung Deutschlands enden würde. Kommt Europa an einer kriegerischen Katastrophe vorbei, dann wird er auch an den unleugbaren Besserungstendenzen der Weltwirtschaft vollen Anteil nehmen. Die trostlosen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den Grenzgebieten erfordern eine gewaltig« Aufbauarbeit der staatlichen Wirtschaftspolitik. Gleichzeisig seht aber eine durchgreifende Besserung der sudetendeutschen Lebensverhältniffe die Beendigung der Grenzsperre durch die Autarkie-Politik des Dritten Reiches Vorau». In der gegenwärtigen Situation müssen wir schärfsten» gegen den bürokratischen Abbau der ÄrbeitSlosenfürsorge Stellung nehmen. Wenn die mechanischen Streichungen durch die LandeSbehbrde soweit gehen, daß die armen Tenfel von Dauer-ErwerbSlosen nicht einmal ein »her zwei Ernährungskarten pro Woche erhalten, oder wenn verlangt wird, daß eine Arbellerfami- li« von drei Monaten Notslandsarbeit de» Ernährer»' da» ganze Jahr leien soll, dann werden unerträgliche Zustände geschaffen. Die sozialdemokratische Partei braucht in ihrem Kampf um da» Stück Brot der Arbeitslosen die gesteigerte Unterstützung der werktägigen Massen. Zur nationalen Frage übergehend führte Genosse Falsch u. a. au»: „Bei den bevorstehenden nationalpolitischen Verhandlungen geht e» um die Einlösung de» Grundsatzes„Gleiche u n t« r G l« i ch e n". Wir betrachten«S als unsere Aufgabe, dem sudetendeutschen Bolk wirtschaftliche, soziale und kulturelle Erleichterungen zu bringen und zugleich dai Ausmaß de» tschechischen BerständigungSwillen klarzustellen. Auf deutscher Seite war e» notwendig,«In gegenseitige» Hinauflizitieren, welche» die Verhandlungen gefährden könnt«, zu vermeiden. Selbstverständlich darf anch der in der deutschen Bevölkerung vorhanden«, ehrliche Verstündigung»- wille nicht enttäuscht werden. , Ich kann hier den beiden anderen deutschen Regierungsparteien da» Zeugnis ausstellcn, daß sie im Lauf« der geführten Besprechungen ein hohe» Maß von Einsicht und gutem Willen an den Tag gelegt haben. E» würde der begrüßenswerte Fortschritt erzielt, daß das natlonalpolitifche Wollen der deutschen BerständigungSparteien einheitlich ausyerichtet ist und daß auch in taktischer Hinsicht volle Einmütigkeit besteht. Di« Meinung der SdP ist mtl Sozlaldruu- kraten gleichgültig. Bei ihren Kundgebungen muß man beachten, daß«» sich um«ine Partei von politischen Bankrotteuren handelt, welche innen« und außenpolitisch bereit» als gescheitert angesehen werden kann.. E» ist durch««»«täglich, daß di« SdP»ersuchen wird,«n» in Deutschböhme» zu überlizitieren und in Prag zu unterbiet««. Bezeichnend für diese» Gaukelspiel'ist, daß die Partei Henlein» die Autonomie Parole In- die sudetendeutsche Bevölkerung geworfen hat und selbst nicht den Mut aufbrachte, diese Forderung auf parlamentarischem Poden ernsthaft zu erheb«»! Mit einer solchen Doppelzüngigfeit lehnen'wlr jede Diskussion ab. Deshalb haben wir Sozialdemokraten unseren nationalpolitischen'Standpunkt ohne Seitenblick auf di«/SdP bezogen, die ihrem unentrinnbaren Schicksal entgegengeht. Wir fordern«Nr da», wa» feder friedliche Sude- tmdcutsche unterschreiben kann, und auch feder tschechisch« Demokrat al» lerechtigt anerkennen muß. Wa» wir wollen, ist, daß di« Demokratie al» Isnstruinent"der nationalen Gerechtigkeit gehandhabt werden soll. Die Lebensfragen der deutschen Be- völkerung können nicht allein dem Mehrheitswillen der Tschechen und Slowaken unterliegen. DeShalv streben wir die rechtliche Sicherung be» begründete« Anteil» der Deutschen an der StaatSwirtschaft, an . der Verwaltung und an den kulturellen Leistungen der Republik an. Wesentlich für das Ergebnis unserer Bemühungen wird auch die Methode der Behandlung der deutschen Wünsche im tschechischen Koalitionslager sein. E» gibt nur einen Weg zur Verständigung. Er führt über demokratischeBerhandlungen und demokratische Vereinbarungen zwischen den BerständigungSparteien beider Völker. Man fragt sich daher, ob da» BerständignngSwer! im voraus sabotiert werden soll, wenn einig« tschechisch« Blätter heut« schon«ine unzulässige Einschüchterung der deutschen Partner versuchen. Nach dieser Seite hin sagen wir mit aller Deutlichkeit, daß wir uns das Recht auf eine eigen« Meinung und auf«Inen eigenen Willen nicht streitig machen lassen. Nur freie Männer können an die Aufgabe Herangehen, das Innere Bekenntnis der deutschen Bevölkerung zu den leitenden Ideen de» tschechoflowakischen Staate» zu sichern. Gegen die Entmachtung der Gemeinden Zur Lösung dieses Problems ist etwa» mehr Taktgefühl und mehr psychologisches Berständ- Dle neue„Rundschau“ Nun ist die dritte Nummer der Henleinschen „Rundschau" erschienen. Man kann sagen, daß sie die erste an Liebesdienerei für Hitler übertrifft und alle Nummern in den Schatten stellt, die v o r dem Verbot erschienen waren. Es fehlt vor allem nicht die Danksagung, die Henlein für das Olympia-Ehrenzeichen Erster Klaffe an Hitler richtet..Herr deutscher Reichskanzler,!" ist die, schöne Anrede,„die der, StämmeSfÜhrer für seinen Chef hat.-Wa» immerhin nicht ohne Sinn ist, denn Hitler ist ja ein O e st e r r e i ch e r. Daff er deutscher Reichskanzler wurde, ist«in Zufall, auf den durch die Anrede immer hingewiesen werden sollte. Auf der ersten Seite der„Rundschau" wird, ganz im Stil« und offensichtlich im Auftrage de» Goebbels der Kampf gegen die„Kommune" geführt, mit der sich der Wollner in Eger bekanntlich verbündet hat. Die.Ltundschau" hat, man hör« und staune, durch ihre Enthüllungen über den Plan der.Kommune"— das Wort entstammt der Kaschemmensprache der Mörder von Potemba und ihres Freundes— die freien Gewerkschaften vor dem Aufsressen durch die„Kommune" bewahrt und auch sonst großes Unheil von der Tschechoslowakei abgewendet. In einem Artikel„Irrungen und Wirrungen" stimmt die„Rundschau" ununterbrochen das Zeugnis der agrarischen Presse für sich in Anspruch, und diese BundeSgenoffenschaft unserer Blastenei mit den Anbetern Hitlers ist mehr als bezeichnend.— In der Betrachtung„Der gemeine Spießer" zeichnet die„Rundschau" die Naturgeschichte de» Großteils der Henleingläubigen.— Eine vier- spaltige Betrachtung ist der Verbreitung der ..Wahrheit" über die Sowjetunion gewidmet, man liest da die wüstesten Greuelberichte, dafür aber wird die Wahrheit über Deutschland peinlichst verschwiegen. Alle» in allem: Man wundert sich nur, daff als Druckort Prag und nicht Berlin ausgewiesen wird. Aber unsere Demokratie ist ja geduldig... Eisenbahn-,,Dienst“ am Kunden Am vergangenen Samstag, in den ersten Abendsfunden, erlitt, ein L ast z u g im Bahnhof Saaz einen Unfall, durch den die Ein- und Abfahrt aü» dem Bahnhof für ein paar Stunden verhindert« wär. Di« Reisenden tm Schnellzug Prag—Karlsbad, der uist 17.20 den Wilson- Bahnhof /verläßt, erfuhren schon auf der Strecke von dieser Entgleisung— dagegen hat man unsere» Wissens der weiteren Oesfentlichkeit bis zum heutigen'Tage Über den Vorfall offiziell nichts mitgeteiltl Und doch waren'feine Folgen ebenso seltsam Ivie unangenehm. Denn besagte Schnell- zugrreisende müßten In Saaz, statt dort fahrplanmäßig,um 10116 weiterzufahren, bis nach %10 Uhr abends, das heißt also zweie iu- halb S f u n d e» w a r t e n. Erst dann war ein Zug äus Komotau in Saaz angekommen, esst dann konnten die Prager Reisenden in diesen, Zug uinsteigen und ihr« Fahrt bi» Komotau oder weiter'fortsetzen. Dabei bedenk« man, daff ejn Schnellzug von Komotau, nach Saaz fahr- planmäßig 22 Minuten braucht und daffder ni» von sichechischer Seite notwendig, als bisher an den Tag gelegt wurde. In dieser Beziehung war der Entwurf über di« Einsetzung staatlicher Gemeindesekretäre der größte Mißgriff In den letzten Jahren. Dl« Initiatoren diese» Entwürfe» mußten sich darüber klar sein, daß die nationale Verständigung nicht durch die Aufhebung der Gemeindeautonomie eingeleitet werden konnte. Man kann wegen momentaner außenpolitischea Schwierigkeiten keine Entscheidungen treffen, die das Verhältnis zwischen den Nationen dieses Staate» auf Jahrzehnte vergiften. Es war ein Glück, daß die demokratische Tradition der tschechoslowakischen Selbstverwaltung«inen starken Widerstand gegen die Auslieferung der Gemeinden an die Bürokratie entfaltet hat. Wir warnen vor jeder Maßnahme, die in der deusichen Bevölkenmg das Gefühl der Zurücksetzung steigert. Anschließend befaßte sich Jaksch mit dem Auftreten de» kommunistischen Führer» Gottwald in Eger und richtete an seine Adresse den Wunsch, er möge sich nicht in Dinge mischen, von denen er nicht» versteht. Ein Zusammengehen mit den Kommunisten I« der nationalen Frage kommt nicht In Frage, denn sie waren e», die durch die Zerschlagung der deutschen Arbeiterbewegung dem tschechischen Nationalismus den größten Dienst erwiesen haben und die notwendigen Lösungen uin ein volles Jahrzehnt verzögerten. Die BerstäiidigungSfrage kann nicht In einem parlamentarischen Ausschuß totgeredet werden, sondern e» ist vor allem Aufgabe der Koalition, sich mit dem Problem zu befassen und es zu klären. Die Versammlung verlief diesmal in boller Ruhe und wurde durch Absingen der„Internationale" geschloffen. Sie war ein großer moralischer Erfolg der Partei auf dem heißumstrittenen Boden des Egerlandes. Unfall am Saazer Bahnhof ja schon lang vor dem Eintreffen des Schnellzuges sich ereignet hatte. Aber man ließ die Reisenden in den SchnellzugSwagen, die niemand verlassen durfte, nicht nur solange warten, sondern man gab ihnen auch durchaus keine ausreichende Auskunft über den Grund dieser langen Verzögerung. Nicht ein einziger Beamter des Saazer Bahnhofs zeigte sich etwa den Reisenden, um ihnen den langen Aufenthalt zu ersiären. Nur hie und da kam der Schaffner, der immer wieder Aussicht auf baldige chlmsteigmöglichkeit eröffnete. Die Reisenden bekamen also einen sehr.sonderbaren Unterricht über den wahren Inhalt der üblichen Phrase, daß„der Berkehr durch Umsteigen aufrechterhalten" wird. Als Laie mußte man zu der Meinung kommen, daß im Falle einer wirUichen Katastrophe, die Menschenopfer gekostet, einen Hilfszug beansprucht und die Nerven der Beamten auf die schwerste Probe gestellt hätte, der Aufenthalt in Saaz bi» in den Morgen hinein gedauert hätte. Man hatte tatsächlich den Eindruck einer versagenden Organisation oder zumindest einer unbegreiflichen Unbekümmertheit um die Reisenden. Da» zeigte sich auch darin, daß in der BahnhosSrestauration niemand daran dacht«, den lange Wartenden Speise und Trank auszuwarten. Nachdem das Bedienungspersonal ungefähr genau so lange wie bei einem normal wartenden Zuge Würstel und Bier angeboten hatte, verschwanden die Kellner und mehr als-wci Stunden lang zeigt« sich niemand mehr etwa mit Wasser oder sonst einer Labung. . Fast im Finstern vollzog sich schließlich, nachdem man die Reisenden schon eine Stunde vorher aufgefordert hatte, sich zum Aussteigen zu rüsten, da» Umsteigen; und die» über einen etwa hundert Schritte weiten Weg, im Schnee, von halb vereisten Wagenstiegen hinab, an abschüssigen Stellen hinweg, die von ein paar Fackeln aber schon sehr dürftig beleuchtet waren. Und die gleisenden, die dann statt um ach Uhr um halb elf Uhr abend» in Komotau ankamen und aurstiegen, fanden dort den Platz vor dem Bahnhof leer vor; der letzte staatlich« Autobus war fahrplanmäßig um acht Uhr h«imgefahren— natürlich ohne Passagiere; und ohne Rücksicht darauf, daff die Passagiere eben erst nach Ueber- windung der Unfallfolgen eintvessen konnten, hatte niemand veranlaßt, daß der staatliche Autobus ausnahmsweise den endlich«intreffenden Zug erwarte, um die Reisenden wenigsten» dann nicht den weiten Weg in da» Innere der Stadt Komotau zurücklegen zu lassen. Jedermann wird sich vorstellen können, welch freundliche.Gefühle alle diese Dinge in den Leuten aulösten und daff man auch mit seiner Meinung nicht Hinterm Berge hielt. Wir sind hier Sprachrohr aller dieser mit Recht Unzufriedenen und verärgerten. Und wir hoffen, daß wir diese Keine Geschichte nicht vergeblich erzählten. . Sozlaldnmnkratlsther Vorsteher von Huridorf wiedergewühlt Am Sonntag fand in H u n d o r f die Wahl de»-Gemeindevorstehers statt, von 18 Vertretern gaben für den bisherigen Vorsteher, Genossen Franz R e i s ch l, 11 Vertreter ihre Stimm« ab, der somit wiederum mit der Leitung der Gemeinde betraut wurde. Die SdP halte im Sinne der Gemeindewahlordnung den Stellverireter beansprucht. Sie nominierte Rudolf Klaus- n i tz c r. Außer dem Vorsteher und seinem Stellvertreter gehören noch dem Gemeinderat an: Genosse Gustav Rößler, Franz P e st n e r von der SdP, Josef R u Z i i l a von den tschechischen Sozialdemokraten und Wenzel RujjIkka von den tschechischen Nationalsozialisten. RaubUb&rfall bei Rumburg Das Opfer schwer verletzt Der Tater verhaftet Am Freitag mittags wurde auf die 61 Jahr« alte Wirtin de» Gasthauses„Zur Jubiläumswarte" am Nauchberg bei.Nuinburg,.Rosa B er- g e r, ein Naubüberfall verübt. Gegen 1 Uhr mittags erschien in dem Gaslhause ein fremder Mann, der dort am Vormittag einen Kaffee getrunken hatte, und bestellte sich zweimal hintereinander eine Tasse Kaffee. Plötzlich drang er mit einem Stück Hufeisen auf die allein im Haus« weilende Frau ein— ihr Ehemann weilte einer Besorgung halber In Niimburg, was der Täter sich zunutze gemacht halt«— und zertrümmerte ihr mit einigen heftigen Schlägen auf den Kopf die Hirnschale, so daff die Unglückliche bewußtlos zn- sammenbrach. Der entmenschte Verbrecher entwendete hierauf einen Betrag von KC 8.35 und 20 Zorazigaretten und ergriff di« Flucht. Der heimkehrende Mann der Wirtin sand seine Gattin blutüberströmt mit bloffliegendem Gehirn auf dem Fußboden der Küche liegend auf. Er verständigt« sofort die Gendarmerie, der e» gelang, den Täter binnen kurzem in dem 27 Jahr« alten berüchtigten Einbrecher Karl Naus aus Warnsdorf zu verhaften, der sein« Tat auch eingestand und noch den Zynismus aufbrachte, dieselbe in allen Einzelheiten zu schildern. Die schwerverletzte Frau lvurde dem Numburger Krankenhaus eingeliesert, wo man wenig Hosfnnng aus ihre Rettung hegt. Der Verbrecher, der dem Kreisgericht in BLhm.- Leiva eingeliesert wurde, ist schwer vorbestraft und wollte u. a. kurz vor Weihnachten 1033 einen Naubüberfall auf den Lagerhalter einer WarnS- dorfer Konsumvereinsfiliale verüben, konnte aber damals von der Polizei rechtzeitig an seinem Vorhaben verhindert werden. Rekordspruna des Amtsschimmels Aus Ritfchka im Adlergebirge wird nnS folgende iranisch-komische Geschichte mitgeteilt, die vor allem auf den Geist in gewissen Steuerämtern ein besonderes Licht wirst. Erhielt da eine» Tages ein Einwohner von Rilschka folgende Zuschrift: „Wir ersuchen Sie um augenblicklich« Mit- tesiung, ob die Eheleute Franz und Emma Kleiner ' noch am Leben sind. Wenn sie noch leben, sind sie, "verpflichtet,"ihren eventuellen Tod"dem Steuer«' amt« binnen acht Tagen zu melden zum Zwecke usw." Daß sich die Adlergebirgler über einen solchen Unsinn, der dazu noch von einem Amte lommt, halb krumm lachen, ist selbstverständlich. Die Tranerfeier für die verstorbene Genossin Marie Kremser au» Teplih-Schönau findet am Mittwoch, den 20. Jänner, um 3 Uhr nachmittags im Krematorium in Brüx statt. „Dir Zeit" hat aus unseren Vorschlag nichr reagiert, die Wahrheit Über die Sowjetflugplätze in der Tschechoslotvakei in dem für Ihre Verbreitung ossenstehenden Deutschland kundzutun. Dafür setzt sie aber ihre Hitlerpolitik mit unverminderter Kraft und Kühnheit fort. Sie bekennt durch ihr Verhalten ein, daff ihr an einer Besserung des Verhältnisses Tschechoslowakei—Deutschland in Wirklichkeit nicht das geringste liegt, wenn diese Besserung nicht auf der Grundlage einer Demütigung der Tschechoslowakei vollzogen wird. Immerhin wird man sich für unsere Jnnenpoliiik merken: der Henlein de» Herrn Stoupal fühlt sich den Lügen Hitlers mehr verbunden als der Wahrheit über die Tschechoslowakische Republik. Eine Greisin im Bette verbrannt. Auf furchtbare Weise kam In B. L e i p a eine 85jäh- rigo alleinstehende Frau um» Leben. In der Töpfergasse Nr. 450 wohnte in ärmlichen Verhältnissen die 85 Jahre alte Frau Theresia Lenz. Ihre Verhältnisse gestalteten ihr nicht, ihre Wohnung mit elektrischem Licht anszustatten und sie bediente sich zumeist einer Kerze zur Beleuchtung der Wohnung. Am Sonntag, den 17. d. M., früh machte sich in dem bezeichneten Haus: starker Brandgeruch bemerkbar und als die Hausbewohner feststellten, dah dieser nur aus der Wohnung der alten Frau kam, wurde die Türe gewaltsam geöffnet. Der Anblick war furchtbar. Da» Zimmer war mit Qualm gefüllt und in dem verbrannten Bette lag die stark verkohlte Leiche der Greisin. Man nimmt an, daß die Frau wie gewöhnlich die Kerze angezündet hatte und sich bann zu Bette begab. Sie mag dann eingeschlafen oder von Unwohlsein befallen wordin sein, dabei vielleicht die Kerze umgeworfen haben, die in>> Bett fiel und«S in Brand setzte. Durch den sich entwickelnden Rauch dürste die arme Frau erstickt und dann verbrannt sein. Mit gebrauchten Briefmarken aller Wert«, ob in« oder ausländische kann ieder zur Unterstütziing von bedürftigen Kriegsbeschädigten beitragen. Größer« Mengen sind erbeten al» Paket und kleiner« al» Muster ohne Wert an die Adresse: Bund der Kriegsverlehten, Witwen und Waisen. Reichenberg, Lessingstraße 2. Seit« 1 DienStag, 10. Jänner 1037 Nr. 18 3agpesfteiugfceiteft II -J." MUUNN«er auasien einen wieoit in oer Poqe inno grunomomy per öiufljeug oeptoett) nnro pro. LnbE- Kundfiinfsvlsl sssn-(galonlrfn-~ ine«fu I"°n 10 Millionen Francs freigegeben.- greffiv durchgeführt werden. Lunächst sollen die Zu. X5“ f&n Bä 1on“«t^- RnM I m. >efanb fitfi I Aufruhr im Zuchthaus. In der Strafanstalt schlag,m innerfranzöstichen Verkehr herabgesetzt 18.05: Schallplattenkonzert.— MSHr.-Oftra». Arrest bon Guelphi(Ontario) haben während des Mit- werden, um alsbald völlig zu verschwinden. Auch die. is.i0: Unterhakwng»k°n,ert. 18.80: EchaMatten« J fhJnJeÄ. tagessens etwa 700 Häftlinge ihre Zellen verlas« Lustposüästen werden dann überflüssig werden. I'konzert. nicht mehr zu erwähnen. Mer es scheint, daß Mrs. Sutherland in einem fashionablen Restaurant in London Bemerlungen über die Rolle, die Mr. Simpson in der ScheidungSafsäre gespielt hat, in aller Oeffentlichkeit gemacht hat, die für diesen so verletzend waren, daß nicht einmal die Presse sie wiedergeben kann, ohne sich ihrerseits in die Gefahr einer VerleumdungSllage zu setzen. So, findet man in den Zeitungen vorlqusig. nah sucht, der im Mai in London stattfinden und den Charakter eines Karneval-Umzuges tragen soll. In ihrer Begründung führen die beiden Künstler an, dah sie eine warme und herzliche Stimmung schaffen wollen,„damit die Ausländer, wenn auch im Mai, die Londoner Kälte nicht allzustark fühlen".' Die Identität deS Kidnappers festgestellt. ES ist gelungen, die Identität des Mörders des Heb nen Charles Mattson durch Vergleich vönFin- gerabdrücken, die in Tacoma unweit der Tatstelle aufgefunden wurden, festzustellen. Man ist der Meinung, daß sich der Mörder irgendwo in der Nähe verborgen hält bisher nicht gefunden werden. Wohl über den Durst getrunken... Ein Tran»- portwageu mit Musikern derSS, die an einem Festzug in. Bernau tellgenommen hatten, stietz während der Rückfahrt nach Oranienburg mit einem Berliner Privatauto zusammen. Dar Lastauto stieb gegen einen Baum und mehrere Insassen stürzten kopfüber auf die Straße. Einer von ihnen fand hiebei den Tod. Zigeunerschlacht. Auf dem Republik-Platz in Mähr.-Oftrau fand Montag dec übliche Pferdemarkt statt, an dem auch Zigeuner teilnahmen. ES fanden sich die zwei Zigeunerfamilien Berouöek und NespiSws ein, die SS Mitglieder zählen. Zwischen ihnen kam er zu Meinungsverschiedenheiten und hierauf zu einer blutigen Auseinandersetzung, so dgb die Polizei Verstärkung herbeiholen muhte, um die kämpfenden Zigeuner zu trennen. ES waren Männer und Frauen aneinandergeraten. Bei der Rauferei benützte ein Zigeuner einen geschliffenen Säbel, ein anderer gab ächt Schüsse aus einem Armeerevolver ab. Bon dem Kampfplätze wurden drei schwerverwundete Zigeuner weggetragen und ins Krankenhaus gebracht; die drei Schwerverletzten setzten aber ihre Tätlichkeiten noch im SanitätSaiito und hierauf auch noch im Krankenhaus fort. Im ganzen wurden zwölf Frauen und acht Männer verhastet. Sie wurden in die Hast der Polizeidirektion gebracht. Unter den Verhafteten befinden sich vier leicht verletzte Zigeuner.; Kein Flugpost»Zuschlag mehr' In Frankreich. k-Der Postminister Järdiller hat den Vertretern der Verbrecher beim Transport entsprungen. Der Heiratsschwindler und Urheber mehrerer Einbrüchsdiebstähle in Kaschau Viktor M a r e k aus.Mähr.- Oftrau wurde am 18. Jänner ans der Haft des Kreisgerichtes Olmütz in die Haft des KreiSgekichteS Kaschau eskortiert. Der Verbrecher entfloh jedoch in Olmütz. vor dem Bahnhof dem ihn eskortierenden Gendarmen. Die sofortige Verfolgung wurde dadurch erschwert, dab der Entflohene zwischen fahrenden Elektrischen hindurchlief. FahndungSpatrouillen mit Automobilen nähmen sofort in verbliebener Richtung die Verfolgung auf. Schließlich gelang er dem Gendarmen, der'ihn eskorfiert hatte, ihn In Rad- vanice bei Prerau zu ergreifen, so dab die Eskorte fortgesetzt werden konnte. Im Zusammenhang mit der Schmuggelaffäre deS Professors Seewarth wurde in W i e n der Kaufmann Salomon Körner verhaftet' und dem Landesgerichte eingeliefert, während drei weitere mitschuldige Personen rechtzeitig flüchten konnten. Weitere fünf. Personen, die sich als Kuriere betätigten, wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt. Schon wieder Wärmegefahr. Ueber den. britischen Inseln hat sich eine fiese Störung auigebU» bet. An ihrer Vorderseite ist eine starke Erwärmung eingetreten. Die warme Lust breitet sich weiter gegen dar Festland aus, sie wird jedoch bei ihrem Fortschreiten durch Zufuhr kalter Luftmaffen von Südosteuropa aufgehalten. Es kann bisher noch nicht festgestellt werden, welche der beiden Luftströmungen in Mitteleuropa Uebermacht gewinnen wird. Es ist daher die weitere Entwicklung der Wetters bei uns sehr unsicher.— Wahrscheinlicher Wetter D i e n»» tag: In Böhmen, Südwestmähren und in der Slowakei ziemlich bewölkt, vereinzelt Neigung zu Schneefällen; in den übrigen Gebieten' vorwiegend .hditer, überall GanztatzSstost.— Wetteraussichten■' für Mittwoch: Weitere Wetterentwicklung sehr unsicher. ES kann jedoch erwartet werden,.' daß der Frost überall noch andauern wird. •. Ein oroßer Tag ln Parl« In Paris fand eine Ministerratssitzung statt, in det ein- Gesetzentwurf über daS-Verbot?für Anwerbung und Entsendung.von> Freiwilligen nach Spanien ausgearbeitet wurde. Die>sran- zösische Kammer nahm, mit,501 Stimmen einstimmig die Regteryngsvorlage an. Unser Bild'. zeigt von links nach rechts Außenminister Delbos. Handelsminister Bastid, Ministerpräsident' - Blüm und Mr.-Spinaffe beim Verlassen deS Elyst,-- Vom Rundfunk mm«Imi Oriari Mittwoch Prag, Senker I. 7: Morgenmustk, 10:15: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen, 12: Unterhaltungskonzert, 18.40: Deutscher ArbeitSmarkt, 15: Orchesterkonzert Fok, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Maras: Aus dem fichechosl. Kulturleben).18.20: Arbelterfnnk: Dr. I. W- Brügel: Sozialpolitische Jahresbilanz, 18.40:' Sozialinformationen,• 18.48; Deutsche Prelle, 10.20: Militärmusik, 20; Jazzkonzert, 22.48: Liederkonzert,— Prag, Sender H. .7,80': Salonorchesterkonzert, 14.18: Deuische'Sen- dung: Kinderstunde,. 14.40.: Schallplatten,..18.18: Tamburizzenkonzert.— Brünn. 17t40: Deutsche ' Sasontrio.,j-— Ziehung der Klauenlotterle uNv erb, n dlich.. Prag. Bei der Montag« Ziehung, der 88.- tschechoslowakischen Klaffenlotterie würden^nachstehende Gewinste gezogen: 80.000 Kfi du Los Nr. 101202. 20.000 KO du Los Nr. 36803. 10.000 Kö die Lose Nr. 88043, 103484, ,102958. 8000 KO die Lose Nr. 67352, 21998, 81628, 61869, 88821, 64441, 59611, 83979, 48792, 48946, 12941, 76280. 2000 KB die Lose Nr. 72419, 21831; 24984, 39880, 24878, 37863, 81423, 63629, 38987, 103128, 84234, 82846, 17806, 89729,. 12594, 17841, 103629, 23878, 92786, 90781, 81157, 109562, 40363. i nenn Tore durch die ganze Strafanstalt und vernichteten alles, was ihnen in den Weg kam. Viele Aufseher wurden verwundet, als sie den Häftlingen Widerstand leisteten. Der Gesamtschaden beläuft sich-auf zirka 40.000 Pfund Sterling. An vielen Stellen legten sie Feuer an und gingen mit Stöcken gegen die Aufseher vor. Auf dem s Hose griffen sie die Aufseher mit Ziegelsteinen ~„„r.v.a au, ungeachtet eines Regens, der eben über der »"® Landschaft niederging. Erst mit Hilfe der Feuer- wehr und 100 bewaffneter Polizisten-gelang er, * I die Ruhe teilweise wieder herzustellen und die Häftlinge:in die beschädigten Zellen zurückzuschassen.' Die Häftlinge-protestierten gegen die Verpflegung. Es bestehen Befürchtungen, daß es etwa 150' Gefangenen gelungen ist, zu flüchten. Ein lustiger KrönungSzug? Die bekannten englischen Clowns. Jimmy Nervo und Tedy Knox haben bei der Londoner Polizei um die Bewil- bofle«Gütungen, und um-so^hr.Lefurchiet..P^j^ tin fe„ fatiB„^ eg Interview gegeben, m-n. dab be. dem VerleumdungSprozeffe Dtzige er w bfl3 P^inisterium zur °N»,K°"°n w-rden, d,e man lieber ver-' g eit mlt iec Ausarbeitung eine- technischen Besör- schwiegen hatte. Mrs SutherIand, eine der ele-. d-rungSplan-S beschäftigt, der er ermöglichen soll, gantesten Frauen Londons, hat die C.ty verlaffen, bie bisherigen Flugpostzuschläge aufzuhebm. Die , Post, s° führte der Minister°'auS Ube^hme milder ordnungsgemäßen Frankierung einer Briefer threr- seitr die Verpflichtung, diesen so schnell wie möglich an sein Ziel zu befördern. Bl» vor kurzem war die» noch immer die Beförderung per Eisenbahn. Jetzt aber, wo dar Flugnetz auch in Frankreich, so auSgebaut worden ist, daß alle größeren Städte in einem. Bruchteil der bisher benötigten Zeit durch da» Flugzeug erreicht, werden, müffe sich auch, die Post grundsätzlich auf die neue Beförderungsart einstellen, ohne daß dem Publikum dadurch Mehrausgaben erwachsen. Diese Reform, die ein völlige» Novum im Postwefen darstellt,»» zahl Emigranten verhaftet wurde, befand sich' erlitt« C eincn^®Iu?ft^irA’imb^n^ftt”'inS^fltonlen» Haus geschafft werden. Wohl konnte er wieder in seine Wohnung entlassen werden, aber die Er-""""""“**““* holung war nur eine vorübergehende. Nach zwei neuerlichen Blutstürzen war er so geschwächt, daß er das Bett nicht mehr verladen konnte. Am Sonntag hat ihn der Tod von seinen Leiden er löst. Auch Gregor Jarcho, ein guter, warmher ziger Mensch, ist ein Opfer des deutschen Faschis mus. Der Urbaner, f“ Balles vom 14. Jänner veröffentlichten wir fol genden, efivas mystischen Erguß des sudetendeut schen Blubodtchters Hugo Scholz: „Der' Urbauer war in seinem Glauben und in seiner, dem kosmischen Willen ergebenen Art der Begründer deutschen WesenS und deut schen Blute», aus dem die Helden der Jahrhun- derre wuchsen. Der neue deutsche Mensch muß gei stig zum Urbauer werden, um Träger der deut schen Lebenskraft sein zu können." In das rätselhafte Dunkel, was unter dem„Ur-, ligung für einen„lustigen KrönungSzug" ange- bauer" Zu verstehen sei, bringen vielleicht nach stehende Tatsachen einiges Licht. Urbau ist ein kleines Landstädtchen in Südmähren, von etwa 1000 Einwohnern, das bisher vornehmlich durch den süffigen Wein bekannt war, der dort gezogen wird. Die Urbauer wissen demnach einen guten Tropfen zu schätzen, aber daß sie von einer beson deren,/„dem kosmischen Willen ergebenen Art" sind, aus den„die Helden der Jahrhunderte tvuch'en"; dürste ihnen selbst bisher nicht bekannt gewesen sein. Vollends aber werden die Ein wohner dieses sympathischen OertchenS davon überrascht, sein, daß der„neue deutsche Mensch geistig— ausgerechnet,—zum Urbauer werde» Antwort eines Deutschen an Hitler ImVerlagOprecht,Zürlch, Ist der Briefwechsel erschienen, den Thomas Mann mit der Berliner Universität anläßlich der Ab erkennung seines- Ehrendoktorats geführt hat (Thomas Mann: Bin Briefwechsel, 16 S., 1.20 Fr.). Die Antwort, die Thomas Mann der Ber liner Universität erteilt'— wobei er die schwere Mitschuld an allem gegenwär tigen Unglück, welche die deutschen! Universitäten auf sich geladen ha ben“, festnagelt— sollte jeder Deutsche lesen, dem es noch vergönnt ist, ein mutiges Wort in unverfälschtem Deutsch lesen zu können. Was Thomas Mann den akademischen Bütteln des braunen Gelichters antwortet, Ist zugleich auch die Antwort an die Adresse jener Spei chellecker Hitlers, die hierzulande den deut-.... sehen Dichter im Namen deutscher Gangster muß, um Trager der deutschen Lebenskraft fein angegriffen haben. zu können." Da wird wohl nichts anderes| 10 DIenStag, 10. Sännet 1037 Seite WksMrtsckaft und äo«iatpHÜM ßuafaai Ausfuhr Einfuhr 687.265 707.186 222.264, 806.745 67486 84.046 40.075 88.861 52.110 88.215 55.016 54.458 27.997 89.802 87.682 52.108 196.719 181.449 91.485 76.797 88.245 08849 49855 81.794 86.680 956-202 579.659 506.248 870.815 408:688 228.198 '408,051.: 291.886 889.887 254.598 858.885 295.220 275.800 211.908 804.704 274.750 185.026 186.999 231.887 174.677 89851 189.055 230858 182.422 147.501 247.858 162.428 81.878 149821 Wuppertalprozcsse ohne Ende,(bn.) Freilag hat rin weiterer Abschnitt de» Wuppertaler Se- rienprozeffes neuen die 600 vor einem Jahre verhafteten und zum Teil bereits auf lang« Jahre .ins Zuchthaus geworfenen Sozialdemolraten begonnen. Aber diesmal find lauter Juden ange- llagt, denn der Prozeh soll„beweisen", daß nur Juden an den niedrigen Löhnen und der überlangen Arbeitszeit in der dortigen Metallindustrie schuld seien. So will man, wieder einmal die Empörung der ausgebeuteten und ausgehungerten Arbeiter gegen die alleinverantwortlichen Nazis auf die verfolgten und entrechteten Juden ablenken. Aber diese edle Absicht haben die Justiznazis selbst durchkreuzt, indem sie lauter solche Juden anklagten,.die früher demokratischen Organisa- 589.069 460.089 420.777 260881 863.828- Dezember 1986 1.016,520.000.— 907,886.000,— Honen angehört haben, und sie des Hochverrats. und besonders der Sammlung von Geldern für die Verteidigung der Sozialisten in früheren Prozessen- anlla'cn. Sechs dieser nun Angeklagten liegen an den Folgen der polizeilichen„Vernehmungen" im Krankenhaus und ob sie der Verhandlung werden beiwohnen können, ist fraglich. Aber sie werden der von vornherein feststehenden Verurteilung ebensowenig entgehen wie die anderen, die man alle auf neudeutsche Art»vernommen" hat, die aber schon wieder„verhandlungSsähig" befunden worden sind. .Höchstkaliber für Schlachtschiffe. Das britische Außenministerium hat erfahren, dah die italienische Regierung bereit sei, die Versicherung abzugeben, dah sie ihre Linienschiffe unter der Bedingung, dah alle in Betracht kommenden Flottenmächte die gleiche Beschränkung annehmen werden, mit höchstens llzölligen Geschütze» bestücken werde. Diese Erklärung hat in London besondere Befriedigung hervorgerusen, da sie bedeutet, dah auher Japan wahrscheinlich alle großen Flottenmächte sowie eine Anzahl kleinerer Flottenmächte diese 14zöllige(42 Zentimeter) Geschiitzgrenze annehmen werden, wodurch das Risiko einer ständigen Vergrößerung der Tonnage der Kriegsschiffe und des Kalibers ihrer Geschütze vermindert würde. .Militärische Hintergründe? Auf die Zugspitze an der österreichisch-bat>rischen Grenze füb- ren zwei Bergbahnen, eine österreichische und «ine bayrische. Die Aktiengesellschaften dieser beiden, lonklirrierenden Bahnen sind privat. Deshalb Hal die bayrische Gesellschaft schon längere Zeit den Kauf der österreichischen Bahn angestrebt, um deren Betrieb früher oder später einzustellen. Bis in die jüngste Zeit haben die Oest'erreicher diese Versuche kategorisch abgelehnt. In der letzten Zeit hat sich aber die Situation geändert und es haben sich drei' Delegierte der Aktiengesellschaft gemeinsam mit dem Fiüanzreferenten der Tiroler Landesregierung nach Berlin begeben, um neue Verhandlungen über den Verkauf der österreichischen Zngspitzenbahn einzulei- ten.' Die österre ichische Bahn ist nun für 1,850.000 Schilling verkauft Ivorden, obwohl sic mit einem Aufwand voit sechs Millionen erbaut wurde. 1986 +1.165,407.000.— + 596.158.000.— 10.7 Prozent). In der Gruppe der tierischen Nahrungsmittel festigten sich Rindfleisch,mil 10.8 Prozent, Kalbfleisch um 8.8 Prozent.''Schöpsenfleisch um 22.2 Prozent, ausländische» Schweinefett um 0.7 Prozent, Butter uni 0.8 Prozent und Eier um 2.8 Prozent. E» verbilligten sich Schweinefleisch um 0.8 Prozent, und inländisches Schweinefett um 8.9 Prozent. Bon den sonstigen Nahrung»- und Genuß« Mitteln verteuerte sich am stärksten Rohzucker für die Erzeugung von AuSfuhrrafftnade um 7.6 Prozent, weiter» Kaffee und Tee. Dagegen gehen die Preise von Kakao, Hopfen und Malz zurück. In der Gruppe der Metall« hält da» starke Anziehen der Preise der unedlen Metalle an, so besonder» bei Blei<25 Prozent), Kupfer(11 Prozent) und Zink <6.6 Prozent). Für Braunkohle wird al» Grundlage der Jndexberechnuna seit Beginn d. I. 1987 der gewogene Durchschnitt der erzielten Preise aller Arten von Heizkohle verwendet, und zwar elnerseit» au» dem Juliu»-Schacht(für Brürcr Kohle) und andererseits au» dem gesamten Revier für Falkenauer Kohle; diese Preise für Braunkohle verzeichnen gegenüber dem Vormonat nur eine geringe Festigung um 0.5 Prozent. Die Olrupve der Textilien weist«in allgemeine» Steigen der Preise iau». Es verteuerte sich: Rohleder<15.6 Prozent), in geringerem Maste auch Häute(8.6 Prozent), Petroleum<2.8 Prozent), Leinöl<4 Prozent); ferner Holz, namentlich harte»(10 Prozent) und Zellulose<8.8 Prozent). Eisen und Eisenwaren Gla» und GlaSwaren Baumwolle, Garne und Waren daraus Getreide, Malz, Hülsenfrüchte, Mehl, Reis Wolle, Wollengarne und Waren Leder und Lederwaren Kohlen Obst, Gemüse Pflanzen ■■ Unedle Metalle und' Waren daran» Seide u. Seidenwaren Papier u. Papierwaren Konfektionswaren Flach», HäNf, Jute; Garne und Waren daraus Tonwaren Zucker Maschinen u. Apparate Tierische Produkte Fahrzeuge Mineralien ter sich, ein Beweis dafür, daß mit einer Fortsetzung d:r ausstelgenden wirtschaftlichen Linie gerechnet werden kann. Stark gestiegen sind auch die Fertigwarenimporte, von 167 auf 276 Millionen, in geringerem Maste die Import« von lebenden Tieren. Lebensmitteln und Getränken. Bet den Exporten ist ein Steigen der Ausfuhr von Lebensmitteln uns Getränken sowie von Rohstoffen festzuftellen, vor allem aber der Fertigwaren; Gegenüber 498 Millionen Fertigwarenexp ort im Dezember 1935 wurden im Vormonat 622 Millionen exportiert, um rund 180 Millionen Kä mehr. Dar Paffivum der Dezemberbilanz ist infolge der rapid steigenden Einfuhr, hinter welcher di« Ausfuhr weit zurvckbleiit, auf 108 Millionen gegenübed 61 im Dezember 1985 gestiegen. Dezember 1985 754,274.000.— 698,044.000.— . 108,682.000.— . 110,401.000.— 1986 + 262,246.000.— + 214,792.000.— Die Stoßtaktik der„V“-Attacke Aktivum.,» Mit den Ergebnissen de» Außenhandel» im ganzen vergangenen Jahr beschäftigen wir un» an leitender. Stelle. Wir führen nachstehend die wich tigsten Teildaten de» Jahre»au»weiser an(in Mil- lionentlö): Jän-—Dez. Jän—Dez. 1986 1985 1986 1985 Lebende Tiere 242 165 2 2 Leben»mittel und Getränke 979 1084 497 402 Rohstoffe 4808 8598 1670 1619 Fertige Waren 2861 1874 5885 5872 Seite 6 «Sozialdemokrat' DirnStag, 10. Jänner 1087. Nr. 1V TkMerAMmg Prager Vinter *. Was den Pragern als Winter geboten wird, ist eigentlich eine einzige traurige Schweinerei- Es ist Nebel, Rauch, Dunst, Rust. Wie ein brauner Polyp lagert dar tagelang, wochenlang über der Stadt, es quillt und wälzt sich durch alle Straßen und streckt" seine Polypenarme aus in alle Täler und Büchten von Smichov bis Nnsle, von Lieben bis Podol. Von hochgelegenen Punkten aus kann man den braunen Dunstleib lagern sehen, von den Kirchtürme» tranchiert. ES ist eine Art Astralleib, von dem umhüllt, abgesperrt von Licht und Luft, die Prager ihr winterliches Dasein führen. Ein Dnnstleib, bestehend aus Staub, Rauch und Ruß. Wenn es kalt wird, zieht er sich dichter zusammen. Er verfinstert die Stadt, und um zehn Uhr vormittags kannst du schon wieder „Guten Abend" sagen; nur das„gut" stimmt dabei nicht.■ Die Kälte poliert das Steinpflaster der Gehsteige und der Wind treibt den ekelhaften, kalten, grauen Staub von einer Bordkante zur andern und wieder zurück. Und wenn cs ivieder wärmer wird, verwandelt sich der Staub In eine zähe Schmiere, die dar Pflaster glitschig macht; dann ist die Erfindung der Gummiabsätze besonders amüsant. An den Schuhen trägt man diese Schmiere in die Wohnungen, auf die Teppiche, und aus diesen wird sic als trockener Staub allmorgendlich von den Prager Hausfrauen und bediensteten Klopfgeistern mit Leibeskräften wieder herausgeklopft. Der Staub wirbelt hoch, finkt herab und der Kreislauf nimmt kein Ende. Und alle Bazillen, die der Grippe zumal, nehmen eifrig an ihm teil; munter gedeihen sie, und sie sorgen dafür, daß alles röchelt und hustet. Es gibt Bilder von Prag, auf denen die Stadt in winterlichem Weiß prangt. Ich glaube, daß die Photographen ständig auf der Lauer liegen, um mit ihren Kameras sofort loSzustürzc», wenn es in Prag wirklich einmal schneit. Schnell photographieren sie die KarlSbrücke, weiß beschneit, mit den Heiligenfiguren darauf, die alle weiße Kappen und Pelzver- brämungcn tragen- Die Aufnahmen müssen ganz schnell gemacht werden, denn eine Stunde später ist dar Phänomen schon dahin; der Schnee verwandelt sich in eine braune schlickerige Sülze, die dann zu Staub eintrocknet und den Dunstleib des Polypen schnell wieder ausfüttert- An den anderen Wintertagen schneit er zwar auch, aber eS sind schwarze Flocken, federleicht und fettig— Flocken aus Ruß- Der Wind treibt sie auf dem Pflaster vor dir her. Wie schwarze Fliegen huschen sie. Sie setzen sich dir inS Gesicht und du sichst auS, als hättest du mit dem Winde„Schwar- zen Peter" gespielt. Am Morgen ziehst du frische reine Wäsche an— und schon am Abend desselben Tage- zeichnet ein weißer Streifen den Sitz des Sockenhalters auf der rußgeschtvärzten Wäsche ab. Das Dauamt der Stadt Prag hat cs genau berechnet; eS hat an vierundzwanzig verschiedenen Punkten der Stadt eigen» konstruierte Gefäße zum Messen der niederfallenden Ruß- und Aschepartikelchen aufgestellt und nach einem halben Jahre ans ihren Inhalt untersucht. Dar Ergebnis ist schrecklich: dreitausend Tonnen Ruß und Feinasche fallen im Laufe einer Jahre? auf Prag herab. Am schlimmsten ist Vyso- tany betroffen, wo in einem Tage auf einen Quadratkilometer Löt' Kilogramm Ruh und Asche fallen, an zweiter Stelle steht die Umgebung der Masa- rykbahnhofer mit 415 Kilogramm Ruß und Asche, an dritter Smichov mit 870 Kilogramm. Die gesun- rest« Gegend Groß-Prag» ist jedoch bei Kri, wo aus einen Quadratkilometer innerhalb 24 Stunden bloß 177 Kilogramm Ruß und Asche fallen. Und dar Bauamt versichert uns, daß der Anteil von Staub dabei verhältnismäßig gering ist; was für Staub gehalten wird, ist fliegende Feinasche, die durch den Luftzug aus den Feuerstellcn gerissen und dar ganze Jahr aus Zehniausenden von Schornsteinen auf di: Stadt geschüttet wird. Dreitausend Tonnen— aber in Wirklichkeit tverden cS wohl dreihundertsünfundsechzigmal dreitausend Tonne» sein, ha ja nichts verloren geht und die ganze Fülle tagtäglich hochqewirbelt und In Umlauf gefetzt wird unh als ein ewiger Aschenregen auf uns herabfällt. Der Winter in Prag ficht einfürallemal schwarz aus. ES ist ein wahres Ruß- Land, in dem wir leben. Und wenn erst einmal die antitschechische Propaganda daraufkommt, wird sie daS als einen neuen Beweis für die Bolschewisierung der Tschechoslowakei skrupellos auSnützen. Vortrag Prof. Max Wlcr in der„Urania": Der Wiener Üniversttätsprofeffor Dr. May Adler hält am Freitag, den 22. Jänner, um 8 Uhr'abends in der„Urania"(Klimeniska) einen Vortrag über daS Thema„Gibt e» eigen Fortschritt in der Geschichte?". Da May Adler einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart Ist, wird der Vortrag sicherlich außerordentliches Interesse finden und wir empfehlen unseren Lesern, sich Mar Adler, der eines der bedeutsamsten Werke über die materialistische Geschichtsauffassung geschrieben hat, anzuhören. Mordversuch an einer Prostituierte». Gestern früh fanden hie Angestellten des Hotels Bristol in her Lange Gaffe die 28jähria« Emilie Vanik,. die zwischen 4 und 5 Uhr morgens in Gesellschaft eines unbekannte» Mannes das Hotel betreten hatte, schwer verletzt und bewußtlos im Bette liegen. Die Rettungsstation brachte sie ins allgemeine Krankenhaus. Ihre rechte Stirnseite weift eine 6 Zentimeter lange Schnittwunde auf; außerdem wurde ibr beim linken Mundwinkel eine Stichwunde und Blutunterlaufungen am Nacken unh hinter dem Ohre zugesügt, was a:if einen Kampf schließen ließ. Die Verlebte konnte, als sie das Bewußtsein wiedererlangt chatte, den Mann, der sie angefallen hatte, als einen etwa 88jährigen Menschen mittlerer schlanker Statur beschreiben, der einen laimen braunen Pelz mit Maul» wurfjsutter und Otterkragen trug; er trug auch einen braunen Rock. Sonst wußte sie nur noch zu sagen, daß er braune Haare hatte.— Der Polizei gelang es, den im Jahre 1800 in Brünn geborenen, in Prag I. in Untermiete wohnenden Privatbeamten Jan P a v e l k a als Täter auSzuforschen und in den Abendstunden des Montag zu verhaften. Er gab an, daß er mit her Vaükovä beim Betreten der Zimmer» ein Missverständnis hinsichtlich der Entlohnungchatte. Bei dem entstandenen Streit schlug er ihr mit einem Male mit der Faust fo heftig ins Gesicht, daß die Vankovä mit dem Kopf auf die Kant« einer marmorne» Tischplatte auffiel und zu Boden stürzte. Pavelka wollte sich weiteren Unannehmlichkeiten entziehen und verließ daher sogleich daS Zimmer. Er gab zu, daß er ihre Pcrsonaldokumente und ihre Zigarcttentasche mit sich genommen habe, und zwar angeblich nur deshalb, um zu erfahren, wer die Baükovä sei. Pavelka b e st r e i t e t dagegen, ihr einen Stich versetzt zu haben, und stellte auch in Abrede. daß die Tat sadistischen Eharakter trug. Pavelka wurde in Haft belassen. Straßenbahn tötet Obdachlosen. Samstag abends um 8 Uhr fuhr ein Straßenbahnwagen der 10er-Linir die Fochstraße hinauf, als der Wagenlenker, Jarosiav Berka, am Straßenrande«inen Mann bemerkte, der eine Konservenbüchse in der Hand trug und tat, als ob er die Elektrische nicht bemerke. Der Wagenlenker gab dar Warnungszeichen und verlangsamte die Fahrt; als er aber in hie Nähe des Mannes gekommen war, sprang dieser plötzlich vor den Wagen und wurde, trotz allen Bemühungen der Lenkers zu bremsen, von ihm erfaßt und zu Boden geschleudert. Noch während des Transportes ins KranlenhauS erlag er feinen schweren Der- lctzunge». ES gelang, in ihm den 40jährigen ehemaligen Tischlergehilfen Jan Häjek sicherzuftellen, der zuletzt arbeits- und wobnungSloS war und im Wysotfchaner Nachtasyl schlief. Kurz vor seinem Tode hatte er im GasthanS Na Bäclavce den Wirt gebeten, ihnl die Bierrcste ans den Gläsern trinken zu lassen, Ivar aber abgewiesen worden und fortgegangen. Eislauf-Rohlinge. Gestern nachmittags würde auf einem EiSlaufplatz auf der Moldau die 4Sjäh- rige Zdenka Stell aus Smichov von zwei unbekannten Schlittschuhläufern niedergestoßen, so daß sie bewußtlos liegen blieb. Mit einer schweren Gehirnerschütterung und Rißwunden im Gesicht wurde" sie auf die Klinik Jiräsek gebracht. Die beiden hätten sich schnell entfernt, so daß man ihrer nicht Habhaft werden konnte. Heute Urteil gegen die Funktionäre der Weinberger.Obtamkft zaloina* Staatsanwalt Dr. Caslavsky:»— dio Wirtschaft in dieser Sparkasse erinnert an dte Spielautomaten——“ Prag,-rb- Wie bereit» berichtet, nähm die Verhandlung gegen die Funktionäre der„Obianskä zäloZna" einen schnelleren Verlauf als ursprünglich erwartet. Gestern wurde daS Beweisverfahren zu Ende geführt, worauf vor überfülltem Auditorium Staatsanwalt Dr. Easlavskh sein Plädoyer begann, in welchem er unter Hinweis auf die Ergebnisse des BcweisversahrenS die Schuld der Angeklagten für nachgewiescn erklärt« und exemplarische Bestrafung forderte. In seiner Anklagerede verglich der Staatsanwalt. Die Wirtschaft der verkrachten Sparkaff« mit den Spielautomaten üblen Angedenkens, denn auf gleiche Weise hätten die Angeklagten in skrupellosester Art die Kronen der kleinen Sparer zu der eigenen Bereicherung mißbraucht. Bezüglich des Direktors M a r t i n e f verwies der Ankläger auf deffen Geständnisse, di« durch das BeweiSmaierial erhärtet unh ergänzt werden. Mit besonderer Schärfe befaßte er sich mit dem Kassier Schiller, wobei er bemerkte, daß dieser sich von dem VerwaltungSrat(der an sich unfähig und noch dazu von einer recht fragwürdigen Persönlichkeit als Vorsitzenden geleitet war— A. d. R.) im Jahre 1082, als die Malversationen schon vor dem Auffliegen stmrden, allerlei„Vollmachten" abstimmen ließ, offenbar um sich für das kommende Strafverfahren ein moralisches Alibi zu beschaffen. Als Nebenperson erscheint der Mitangeklagte Beamte Cech; Der Verteidiger des Direktor Martine! (Dr. Svoboda aus der Kanzlei Dr. Tobisch) beschränkte sich im wesentlichen auf Geltendmachung der mildernden Umstände(Geständnis, SchadenS- gutmachung und„N o t"), während Dr. S ü ß- land als Verteidiger des Kassiers Schiller darzutun versuchte, es handle sich bei seinem Klien- len, der als Beamter nur die Weisungen auSaeführt" habe, um keine Äetrugsdelikte, sondern allenfalls könnte eS sich höchstens in einzelnen Punkten der Anklage um das Delikt der V e r u n t r« u u n g handeln, welches aber, nach Ansicht der Anwaltes, durch„tätige Reue". straffrei geworden sei. Schließlich hielt cS gar. noch sein Klient für angebracht, sich gegen die Presseberichte zu verwahren, die ihn zu Unrecht als Dieb bezeichnet, hätten. Dann erklärte der Vorsitzende daS Verfahren für gefchloffen und der Gerichtshof zog sich zur Urteilsberatüng zurück. DaS Urteil wird heute gegen Mittag verkündet werden. Die Trunksucht des Gendarmeriewachtmeisters Prag,-rb- Wie wir aus Erfahrung wissen, be-" fleißigen sich die Strafgerichte im allgemeinen bei' Anklagen wegen falscher Zeugenaussage, einer ziemlich strengen Auslegung der GesetzeSparagravhen. Hi« und da greifen indessen auch sehr Milde Auffassungen Platz, so z. B. in diesem, vor dem Strafsenat de! GR Verner verhandelten Fall, in welchem ein pensionierter Gendarmerlewachtmeister dieses Deliktes angeklagt war.. In einem,, in feinen Einzelheiten recht häßlichen Scheidungsprozeß, in. welchem der Herr Wachtmeister nicht ebqn in.bestem Licht«.er-, schien, hatte dessen Gattin auch di« T r u n k i u ch t, ihr«» Mannes geltend^ gemacht, die der Wachtmei- stfr indessen, unser Zeugeneid in, Abrede stellt«, obwohl er seinerzeit aür eben, diesem Grunde sogar vorübergehend" entmündigt worden ist. Der Schei- dungSrichter trat also die Akten der Staatsanwaltschaft ab, di« auch die Anklage wegen falscher-Zeugenaussage erhöh. Die. Verteidigung der Angeklagten war originell. Er habe in gutem Glauben auSgesägt. Er höbe den Bettff der.-.Trunkenheit" im Sinn« der Dienstinstruktion anfgefaßt, wo die.Symptome der Trunkenheit.(nämlich im Sinne der„Boll-, trünkenheit", die strafgesetzlich bedeutsam ist) ebenso detailliert als unzulänglich beschrieben werden: Unfähigkeit zu gehen, zu reden wahczunehmen usw. da besagte Kalamitäten bei ihm nicht vorgekommen seien, habe er geglaubt, die ihm zur Last gelegte Trunksucht als Zeuge bestreiten zu können. Nun— der genannte Strafsenat erkannte diese Verteidigung tatsächlich und sprach denHerra Wachtmeister frei. falle» möglich ist, so intelligent, wie" er Im Hinblick auf«in-Kriminalfilm-Publikum gerade noch zulässig ist, so witzig, wie e» die orientalische blüh« Charlie Chans erlaubt, und in jener mittleren Entfernung zwischen Möglichkeit und Unwahrscheinlichkeit, in der sich«ine nicht wilde, aber doch abenteuerliche Phantasie bewegen muß. Wenn, diesmal Charlie Chan(dem man jetzt einen Sohn namens Lee al» ständigen Begleiter belgegeben hat)" dar Verbrechen von Turf-Äangstern ausdeckt, die Rennpferde vertauschen, den mißtrauischen Besitzer um« bringen" und da» siegreiche Pferd mitten, im"Rennen erschießen, dann ist für die richtige Mischung von Aufregung und Nachdenken, Witz und Schrecken Spannung.und Ueberraschung wieder gesorgt, und da der Hauptdarsteller Warner O l a n d wieder Gelegenheit bat, seine bewährten Eigenarten z» zeigen, wird der Film-denen behagen, denen auch die bisherigen Charlie Chan-Film gefallen haben.—eis— Kirnst utul WUm VereiirsnackMten, Ser Mw kommenden Meisterschaftsspielen nicht mehr jene Rolle spielen wie"ehedem, denn diese» Facit läßt sich 8:2.— Garmisch-Partenkirchen: Kimberley DynamiterS gegen SC Rieffersee 4:1. Woher die Gangster? (Zu Sidney Kingsleys„Rewyorkfkh pklftav".— Die . Sack-Gasse.— Weinberger Theater.) Der amerikanische Autor ist bereits als Mil- lieu-Erfaffer aus dem Stück«„Die Menschen in Weiß" bekannt; das neue Stück, eine dramatische Reportage," Ist ein sozial erschütterndes Drama, in dem weder da» persönliche, noch da» Kollektivfchicksal in den Vordergrund tritt, obztvar. beides vorhanden. Sie werden von der Fülle der dem Leben abgelauschten niederschmetternden, wahrheitrtteu aufreizend gezeichneten Bilder Überdeckt. Im New Norker Hafen, dort wo auf dem in einer Sackgasse verlaufenden Damm die. Elendsguartiere der Proleten und die Luxusvillen der Reichen ancinanderstoßen, treibt sich eine Horde junger Burschen herum; verwahrlost, hungrig, sich von Tag zu Tag mit Neigen Diebstählen durchbringend,"ohne Aufsicht, tuberkulös und verlaust. Unter ihnen müßig und verzagend ein arbeitsloser Architekt und«In mutige».Fabrikmädel, da» brav Strelkpatrouillen steht, Knüppelhiebe erträgt und für den Bruder Tommy, den Anführer der Bande, mütterlich sorgt. Den dicken reichen Jungen de» Billenbesitzer» Griswald,nehmen die Burschen auf» Korn, locken ihn heran und lassen ihn beschmutzt und zerrissen wieder los." In.dem Handgemenge zwischen dem Vater der" Jungen und" der Bande sticht Tommy Griswald in den Arm, der ihm dafür die Polizei auf den Hals hetzt, um ihn.in die. Besserungsanstalt zu bringen. Daß dies einer Verurteilung zum Gangstertum gleichkommt, zeigt der Gangster Martin, der. von der Sehnsucht nach der Mutter und Geliebten getrieben,"in das Elendsviertel kommt, wo er geboren und woher er den Weg über die Besserungsanstalt zum Mörder und"Räuber nahm Auf seinen Kopf ist eine Belichnuna von 4000 Dollar ausgeschrieben und di« verdient sich her Jugendgespiele, d«r^»rb«ittlos» Architekt, nächden: Martin, von der Mutter verwünscht, an der Geliebten, die zur elendsten Pröstl- kuierten herabsank, verzweifelt, von der Polizei erschössen wird. Dem Architekten hilft da»"Judaigeld nicht zum ersehnten Glück, denn das Mädchen, von dem Elend der Slums erschreckt, bleibt bei dem. reichen Geliebten, und der Jacht. Trotzdem bleibt hier di« Möglichkeit, mit dem Geld« für das Leben des Gangsters einen Jungen vor dem Gangstertum zu Sparta gegen SK LIbeä 6:4(4:2). Da» bessere Spiel zeigten die Borstädter, welche nur von A u®5£ei’ Sc£^ t^ I‘ ut Jl.. e£n ß° n^iS e“ 8 Ergebnis ge- retten— au« der Hand der Polizei und vor s-zia- bracht wurden. Die Spartaner werden Wohl in den V" kommenden MeistersckastSsvtelen nickt menr tene Braine spielt in Belgien Dar ganze Theater um den sang- und klanglos von der Prager Sparta abgezogenen belgischen Mittelstürmer Raymond Braine hat seinen Höhepunkt erreicht. Noch vor wenigen Tagen wurde die Meldung ausgegeben, daß der tschechoslowakische bürgerliche Staatsverband dem Ansuchen des belgischen Verbandes um Freigabe. Braines nicht stattgegeven habe. In Brüssel sand am Sonntag ein Fußballmäich zwischen Beerschot Antwerpen und Withe Star AC statt, das die Anttverponer- dank der Mitwirkung Brames— der fast wie ein Rationalheld gefeiert wurde— mit 7:2(2:1)" gewannen. Daraus geht also hervor, daß der belgische Verband sich einen Schmarren darum kümmert, ob internationale Bindungen, verletzt wyrden, die im Rahmen der Fifa festgelegt wurden. Andererseits aber wirkt eS sehr eigentümlich", daß der tschechoslowakische Verband offiziell bisher»och.nichtS ernstliches unter- ncmmen hat, wie eS die bürgerliche Presse energisch fordert. Braine wiederum war auch nicht untätig; er soll sich in belgischen Zeitungen nicht gerade freundlich über die Verhältnisse im bürgerlichen Sport der Tschechoslowakei auSgcdrückt und auch dar. auf verwiesen haben, daß die Sparta für seine (BcaineS) Gastspiel« beim belgischen Verband von diesem immer einen ganz netten Betrag(angeblich nach unserer Währung je Spiel rund 40.000 llil erhalten hätte. ES ist selbstverständlich merkwürdig, .daß die betroffenen Kreise der CsAF wie der Sparta zu all dem und anderen, auch nicht besonder» schmeichelhaften Dingen, noch nicht den Mut aufgebracht haben, da» eine oder andere in Abrede zu stellen. Auch unsere von Brüssel stammende Meldung, wonach Braine vom belgischen Verband der Sparta abgekauft und an Beerschot> Antwerpen weiter verschachert wurde, hat weder hierzulande noch in Belgien"ein Dementi gefunden. Darum scheint Wohl die „Komödie Braine" eine Angelegenheit einer bei uns nur von Sensationen lebenden„bürgerlichen Presse zu fein, während mäst in Belgien bi« Sache vom ge» schäftlichen Standpunkt au» nüchterner betrachtet. Wo da ein unehrliches Spiel mit der öffentlichen Meinung 4>or sich geht— ist eigentlich nicht unsere Sach« festzustellen, doch ist e» de» Nachdenken» wert. Wochenspielplan de« Reu« Deutschen Theater». Dienstag halb 8: Aida, A 2.— Mittwoch halb 8: Set übende.Leichnam, Gastspiel>krnst Deutsch Mweft gegen Frankreich 8:1.— Düsseldorf: V°Me^ng. Abonmm°nt^ulgehobem-"LH! Stre-th-m.London.g-g-n.EG 7:4 und gegen T-am halb 8: Der lebende Leichnam,.Gastspiel. Ernst Deutschs B 2.—. Sonntag halb 8: Liebe- eine» Fremden, Abschiedsvorstellung Ernst Deutsch, halb 8: Die Znrenbraut, Erstaufführung, C 1. Spielplan der Kleinen Bühne; Dienstag ltü: Gefängnis ohne Gitter, Erstaufführung.— Mitt woch 8: Firma, Bankbeamte 2 und freier Verkauf. — Donnerstag 8:.Firma.— Freitag 8: Gefäng nis ohne Gitter," Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Gefäng- ' zu verlieren. Sonstige Fuhballergebniffe. Pilse n: SK geg, Doudlevce 5:8.— Wien: Wacker gegen Aakoah 2:0, Rapid gegen Postfport 6:1, Floridsdorfer AC gegen Helfort 2:1, FC Wien gegen Semperit 6:5, Simmering gegen Vacuum 4:2.— Grenoble: Sportklub Wien gegen FC 8:1,— Tel-Aviv; . Admira Wien gegen Team 7:1. Eishockey. Gablonz: DEHG Prag gegen DEB 1:4.— Eger: WSC Maricnbad gegen DEB 2:1, rohe» Spiel, viele Ausschlüsse, Krawalle der Zuschauer und am Schluß— Prügelei I— Inn g- bunzlau: LTC Prag gegen BK 19:0, Meisterschaft.— Troppau: EB gegen Bragadjru Bukarest 5:8.— Äitkowitz: SSK gegen Bragadirn Bukarest 2:1.— Poprad: Sparta Prag gegen HC Tatra 2:1, Meisterschaft.—Basel: den 28. Jänner, Referat,von Genossen Dr. E. Strauß über,,.Wirtschaftsprobleme im Lichte veo Marxismus". Ä ä st tz, Li« al»"künftige Mitglieder der FBSA in Frage kommen, sind"herzlichst einegeladen.." BolkSflnggemeindr Prag: Heut« um 7 Ilhr, bzw. 8 Uhr, Probe, wobei Teilnahme aller wichtig-ist, darin neue» Programm"einstudiert wirdl. Charlie Chan ans. der Remrdahn. Daßdle Filmserie" vom Chsiiesendetektiv Mr. Chan, sich ins Unendliche fortpflanzt, ist ein Beweis dafür, daßsie■— in den Grenzen ihrer Gattung— gut gemacht ist: so abwechsiunftsreich, wie e» angesicht» der unv«r- Snderlichen"Hauptfigur"und de»"obligaten- MordFreie Vereinigung sozinliftischrr Akademiker. , Heute um 20 Uhr, im FVSA-Heim, Spcklenä 48, nis ohne Gitter.— Sonntag 8: Axel an der Him-", 2. Stock, Mitgliederversammlung., Thema:„Dje melitür, 8: Matura. I FVSA und die anderen, studentischen Organisatio- •’' nen", Bitte pünktlich und. vollzählig!"Dienstag"; lem Niedergang. «Xi-«i-•.<., tf*. uiduc ipieien rote cucucm. wenn vieles tyucn icnji liai Dre Neate Salzers hat einigen jungen Schau-.' 0■ spielern die Möglichfeit geboten, bis in- Detail aus- aSliL»xrw-u k.« /A O C0/ n.Viktoria ÄKov ürl(2:1). Jugend zu schaffen; In erschreckender Wahrhaftigkeit DW Wrschowitzer haben.in dem aufihrem Platze ab- S. Lotar als Architekt", aber auch F. Svobodovä al» gehaltenen Turnier schlecht abgeschnitten und Bik- ArbeitSinädel, Herr Repa als Gangster Martin.!£°K£°t£ hnen den A-fall-w—wahrscheinlich^aus H-Ythum schuf«Ine äußerst originelle Ausstattung—,"MUich-n Rücksichten—. sich ln einer nicht liga- eine mehrstöckige HauSfaffade, da» die Elendsquar«; mäßigen Aufstellung dem Platzbesitzer zu stellen und tiere ahnen ließ,"die Trostlosigkeit des Damms mit dem aufgehäuften Unrat, und al» Nachbarschaft eine weiße, reine Pillenfront mit Gattentür; Im Vorder» gründ der Kanal, worin die Jungen» beim Hinetn- springen da» Wasser hochaufspritzen ließen, richtige»,, echtes Wasser! Kingsley.hat hier eine Antwort gegeben, auch für die verwahrloste Jugend Europa» und di« stinkenden Slum» unserer Städte. Die Wittung der Stückes war tief, dem Weinberger Theater kann di« Anerkennung für diesen Abend nicht versagt werden. m. i. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Poft monatlich Ab 16.—, vierteljährlich Kt 48.—, halbjährig K8 96. ganzjährig lit 192.—.—(Ufetatt roetben inut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- RNckfteNung von Manuskripten erfolgt, nur bei Einsendung der Rewürmarken.- Di« LeitungSfrankatur wurde von der Post, und Tel«« amnb.nd!rektwn mit Erlaß Nr. 18.S0Ü/V1M9S0 bewilligt.— Druckerei: Druck.. v«lagr-„tmd,Mlmq»,S.-G. Prag....