Mnzelprel» 78 9kükk lelnschließl.ö S-llcr Porto) 17. Jahrgang Nr. 17 Mittwoch, 20. Jänner 1937 beherrschen Der gute Witte zur Zusammeiuirbeit must sich In der Welse zeigen, dost er auf die Doktrin der nationalen Ausschließlichkeit verzichtet und alle europäischen Staaten alS imniittelbarr Mitglieder in der gesamten europäischen Rege- lung annimmt» die Rüstungen auf ein Nivean herabsetzt, daS vollkommen den Aufgalen der Ber- teidigmig und nichts mehr genügt und auch den internationalen Organismus zur Regelung aller Konflikte im Sinne des BälkerbundeS zum Wolle aller und keinesfalls zur Knechtung irgendjemandes annimmt. Mexiko liefert weiterhin Waffen Jedoch nur eigener Erzeugung Mexiko. Der Präsident von Mexiko Cardc- nas erklärte Pressevertretern gegenüber: Mexiko wird Such weiterhin der spanischen Regierung Waffen und Munition mexikanischer Provenienz liefern. WaS das Kriegsmaterial anbclangt, das im Auslände hergestellt wurde, darf es nur dann aus Mexiko ausgefülrt werden, wenn der Er- zeuger-Staat dazu seine ausdrückliche Zustimmung'gibt. Diese Erklärung wird in dem Sinne auSgelegt, daßFlugzeuge amerikanischer Provenienz, welche gegenwärtig in Veracruz eingelagert werden, nach Spanien nicht auSge- führt werden dürfen. Am Sonntag Rundfunkrede Dr. Hodlas Ministerpräsident Dr. Sodiia wird amSonn- tag, den 24. d. M., im Rundfunk sprechen. Di» Kundgebun'» wird von aller, tschechoslowakischen Sendern nach dem am Sonntag mittags Michen Glockengeläute gesendet werden. Sinn und Zweck des nationalsozialistischen Staatssystems ist einzig der und kann nur dieser sein: Das deutsche Volk unter unerbittlicher Ausschaltung, Niederhaltung, Austilgung jeder störenden Gegenregung für den „kommenden Krieg“ in Form zu bringen, ein grenzenlos willfähriges, von keinem kritischen Gedanken angekränkeltes, in blinde und fanatische Unwissenheit gebanntes Kriegsinstrument aus ihm zu machen. Thoma8 Mann „Ein Briefwechsel" erklärte, daß Großbritannien danach strebe, daß die Entsendung Von Freiwilligen nach Spanien— mag sie von welcher Seite immer und aus welchem Lande immer erfolgen— eingestellt werde. Großer Erfolg der Milizen Beherrschende Höhe südlich von Madrid erobert Madrid. Regierungsalteilrmge« umzingelten nach zähem Machtkampf die Kote Eerro de loö Angeles und schnitt den Aufständischen an dieser Stelle die Versorgung ab. DI« Anhöhe selbst hat eine graste strategische Bedeutung. Dm znletzt eingetroffmm Meldungen zu folge haben RegienmgSabteikungm auch die Höhe selbst bereits erobert. Dir Höhe, dir zu Deutsch„E n g e l S h ü g e l" heißt, liegt in der Nähe von Getafe, etwa 14 Kilometer südlich von Madrid. In Asturien beschoß RegirrungSartillrrje heftig die Waffmwerke in La Bega und den Nordbahnhof von Oviedo, wo sich daS Hauptqu artter der marokkanischen Abteilimgen befindet. Die Artillerie war auch an der Madrid« r Front, insbesondere im Sektor Barrio tätig, wo unaufhörlich Artillerie- und Gewehrfeuer zu h Sren ist. Der Führer der Liberalen, Sinclair, stimmt Im ganzen een Ausführungen Edens zu, ist jedoch der Meinung, daß die britische Regierung einen Bctveis ihrer großen Schwäche gegeben habe, als sie das britisch-italienische Abkommen schloß, ohne gleichzeitig dafür gesorgt zu haben, daß die italienische Regierung eine Verpflichtung hinsichtlich der Nichtintervention übernehme. WWWWWWWWWMWMWWWWEW^^W Deutschland am Scheideweg Die Zukmtst und di« Rolle, welche Deutsch- land in Europa spiele« soll, bildet. gegenwärtiS de» Hauptgcgeustand der Sorg, ganz Europas. Dieses■ große Bott von üb Millionen Menschen hat die Rasse und den Nationalismus zu seinem Glaubensbekenntnis erhoben. Di« ganze Welt stellt sich nunmehr die Frage, w o- hi« dies« Doktrin«« Deutschland «ndunSalleführen werden. Europa kann nicht zulassen, daß eS in dm Kräften der natimralen Rivalität und in Ideologien, welche einander in scharfem Kampf gegenüberstehen, zerrissen werde. ES liegt in der Macht Denischlands, eine» Einfluß auf die Wahl auS- zuüben, welche nicht nur fein eigenes Schicksal, sondern auch daS Schicksal deS übrigm Europa entscheid«, wird. Ein Dämpfer für Mussolini An dem Schlustteil seiner Rede sagte Eden u. a. an die Adresse der faschistischen Staaten: Wir müssen uns bewußt sein, daß eS verschiedene Sachen gibt, die wir n i e m a l S akzeptieren werden: Niemals werden wir zustimmen, daß Europa zwischen einer Diktatur von recht- und einer Diktatur von links wählen muß, niemals werben wir der Ansicht znftimmen, daß di« Demokratie ein günstiger Herd für die Propaganda deS Kommunismus ist(B eifall de8 gesamten Unterhauses), vielmehr betrachten wir die Demokratie als Gegengewicht gegenden Kommunismus. ««scheint mit««»nähme de« Montag tSglich früh ffioflXII., Fochova 62- Telephon 58077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag r Die von der Arbeiterpartei ver- langte Aussprache im Unterhaus Wer die spanischen Verhältnisse wurde Dienstag von Außen- minsster E d e n mit einer Rede eröffnet, in der er zunächst dem Bedauern Ausdruck gab, daß eS nicht in aften Ländern vofte Meinungsfreiyeit gebe, denn das verlangen after Völker nach Erhaltung deS Friedens sei sicher so groß, daß jede Bedrohung deS Friedens sehr leicht beseitigt werden konnte, wenn die Hindernisse, die einer freien Meinungsäußerung der«öfter entgegenstehen, saften würden. DaS Jahr 1937, fuhr Edm fort, muß ein Jahr ungewöhnlicher schwieriger intematlmmler Probleme werdm, gleich,eisig aber e i n I a h r internationaler Gelegenheiten sein, welche nicht verabsäumt werdm dürfen. Jeder einzelne für den Frieden gewminme Monat wird auf daS intcmationale Konto als A k t i- v u m gebucht werden. Die Situation in Spanien verdunkle afte übrigen Ereignisse der internationalen Situation; doch sei die Gefahr, daß dieser Konflikt auch das Wrige Europa in einen Krieg verwickle, definitiv eingeschränkt, wenn auch nicht vollständig beseitigt worden, Die Politik Großbritannims sei auf daS entschiedenste gegen jede Jnter- p- n 1 i o n gerichtet. Edep spate dg wjirjlich: ’Ich bdr überzeugt, daß die,Leute—wer immer eS sein ma,— in einem Irr t u m begrif. sm fütb, wenn sie glauben, daß die Folge dieses Bürgerkrieges die fein wird, daß irgmdeine fremde Macht, welche immer eS auch sein mag» Spanien beherrschen, über sein Leben entscheiden und seine auswärtige Politik, sei es auch nur für eine einzige Generation, leite» wird. Bon allen mögliche» Ergebnissm des spanischen Bürgerkrieges ist gerade dieses Ergebnis daS am wenigsten niöglichr, und deshalb würden wir unS auch einem jeden Ereignis von solcher Art auf daS entschiedenste entgegen st eilen. Wir wären nicht allein» 24 Millionen Spanier wären auf unserer Seite. ES liegt nicht im Interesse Großbritanniens, daß Spanien irgendeine besondere Regie» rungSform besitze,.mag eS sich um eine rechtsober«ine linkSorirntierte handeln. Rur d a S spanische Volk und niemand anderer hat daS Recht, über dir RegiernngSform in Spanien zu entscheiden, und deshalb werden wir auch weiterhin jede äußere Intervention in die inneren Angelegenheiten SpanimS ablehnen. Auf daS britisch-italienische GmtlemenS Agreement zu sprechen kommmd, betonte Eden» daß sich darin n i ch t e i nm aleineinziger Buchstabe finde, der einer fremdm Macht, sei es welche immer, daS Recht geben' würde,> in Spanien einzuschreiten und zu entscheiden, welche Färbung die Regierung in jedem beliebigen Teile Spaniens tragen solle. DaS britische Interesse beruhe darin, daß der spanische Konflikt über die Grenzen deS eigentlichen Spaniens nicht hinan- greife, daß die politisch« Unabhängigkeit und die territoriale Integrität Spaniens respektiert werden.', Eden kam södaitn auf die Frag« der sogenannten»Frei willigen" zu sprechen und DasautoritäreSchilfrohr Schuschnigg zwischen Rom und Berlin . Es ist jetzt ein rundes Lahr her, daß der Bundeskanzler Schuschnigg seinen Besuch in P r a g abgcstattet hat und damit zu erkennen gab, daß es für Oesterreich neben dem römischen und dem deutschen Kurs vietteicht die dritte Möglichkeit eines österreichischen, aus die Zusammenarbeit mit den Partnern im Donauraum abgcstellten Kurses geben könnte. Dio lebhaften Bemühungen des Ministerpräsidenten Dr. H o d Z a um einen wirtschaftlichen Zusammenschluß der Donaustaaten kamen dieser Politik entgegen. Schuschnigg hat die Gegenoffensiven, die von Berlin und Rom sofort eingeleitot wurden und in denen alle Filialstellen der faschistischen Politik im Donauraum, die Budapester wie auch gewisse andere, ihre Rotte spielten, nicht durchgehaltcn. Er ließ nach den: ersten versuch von dem Plane ab, Oesterreich di« Stellung eines souveränen Staates zurückzuerobern, die es unter der Führung Renners und, in weit verringertem Maße, aber dank dem denio- kratischen System immerhin noch unter Seipel innegehabt hatte. Was seither österreichische Außenpolitik heißt, ist ein dauerndes Schwanken zwischen Berlinund Rom. Als Mussolini unter den Nachlvirkungen des abessynischen Krieges auf Hitlers Freundschaft angewiesen war, ließ sich Schuschnigg von den Nazis und den »betont Nationalen" den Vertrag vom 11. Juli abnötigen, der Oesterreich die Verpflichtung zu einem»deutschen Kurs" in der Auhenpolitil auserlegte und im Innern der nazistischen Wühlarbeit alle Wege ebnete.. DaS..Abkommen, hinderte. Schuschnigg nicht, im Herbste, als Italiens Macht und Bewegungsfreiheit wieder wuchsen, als Hitler der Bedrängte und Mussolini Herr der Entscheidungen war, eine»betont italienfreundliche" Außenpolitik zu machen, was nun auch eine gewisse Annäherung an die Kleine Entente zur Folge hatte. Der Tod Gömbös' trug dazu bei, die Aktien Mussolinis auch an der Wiener politischen Börse steigen zu lassen. Die neue ste Phase der österreichische» Außenpolitik ist aber- der inzivischen erfolgten Annäherung Berlins und Roms geniäß, ein deutlicheres Bekenntnis zu den hitleristischen Parolen des AntibolschewiSmus, eine neue Anlehnung an Deutschland, wenn man auch der formellen Anerkennung der wirtschaftlichen Tributpflicht, die Hitler im Handelsvertrag forderte, noch ausgetvichcn ist. Jedem Schwanken und jeder Schwenkung der Außenpolitik folgt in Oesterreich auch eine> n- ne»politisch« Drehung. Bald werden die Nazi eingesperrt, bald im Triumph aus den Gefängnissen herausgeholt, bald fördert man gewisse antinazistische Kräfte, bald gibt man de» Braunen, die im Staatsapparat«ingenistet sind, alle Vollmachten, ihre Gegner oder Konkurrenten niederzuknüppeln. Mindestens alle Quartale ist solch ein Kurswechsel, ein Pcndelschlag fällig. Das Ganze heißt autoritäres Regime mit festem Kurs und starker Handl Tatsächlich hat in Oesterreich seit den größten Opportunisten noch der Vorkriegszeit, in die man zurückgreisen muß, um Beispiele zu finden, niemand einen so wenig festen Kurs gesteuert wie Herr Schuschnigg. Eino feste Hand hat er nur, wo es sich um die Erledigung seiner Konkurrenten handelt. Das scheint das einzige Prinzip zu sein, das dieser autoritäre, katholisch-nazistisch-faschistische, in allen Schlichen des JesuitiSmus erfahrene Politiker hat: e r duldet keinen Nebenbuhler. Die ihm aufgenötigten außenpolitischen Kursänderungen nutzt er jeweils, um innecvolitisch den zu erledigen, der Ihm gerade am gefährlichsten scheint. Er hat den F e y, er hat den S t a r h e m- berg, er hatErnstKarlWintergestürzt, von den vielen kleinen Leuten nicht zu reden, di« zum Verschleiß des Systems Schuschnigg gehören. Als nach der Absetzung Winters und der Berlin-Reise Guido Schmidts die Nazis wieder sehr kühn wurden, als Herr Schmidt sich in Berlin schon den Segen dos Allerhöchsten für eine eventuelle Kanzlerschaft holte, al» G l a i s e in Deutschland Vorträge hielt und den Umstand seiner Braunauer Geburt Ins Licht rückte, begann Schuschnigg rasch Gegenkräfte mobilzumachen. Er förderte nun. den Legitimismus, obwohl er nach der„Kaifer-GeburtStagS-Feier", bei der ein Redner der Legitimisten das System wegen seiner Neger kämpfen für Franco Madri d.(SavaS.) Auf einem Abschnitt der Madrider Front sind Ne- ger-AbteUungen aufgetaucht. Ls Hemde« sich um Schwarze von der Sm« Fernando Po, die von den Aufständischen angeworben wurden. Schon wieder U*Boote in Tätigkeit Valencia.. SuS Tarragona wird gemeldet: Ein Unterseeboot,, dessen Nationalität nicht festgestellt wurde, hat zivei Torpedos auf dm spanischen Dampfer.Sustster" unweit der Mste am Leuchtturm La Punta del"'aro lanciert, l Der Dampfer wurde jedochmicht getroffen. DirnStag«m 2 Uhr früh bombardierte der Aufständischen-Kreuzer„EanarioS" den Hafendamm im Hafen von Barcelona. Er gab ins- gesamt 21 Schüsse ab, durch die er daS Petroleumschiff„Camoillo" treffe« wollte. Der Küstenartillerie gelang«S schließlich, dm Kreuzer z« vertteiben. DaS Luftfahrt- und Marinemtnisterium gab bekannt, daß die Luftwaffe im Laufe deS DImStag zahlreiche Erkundungsflüge untemahm. Alle Flugzeuge sind«»versehrt nach ihrer Basis zurückgekehrt. Gegenoffensive bei Nalaga . Gibralta r.„Bevor Sie das Auto ganz zertrünunern, schenken Sie es mir", rief der eine. Sie lachten und liefen Wester. Baal sprang an den Volant, hetzte den Wagen aus der grossen Ausfallstrasse in die Stadt zurück. * »Er war gestern nicht im Task", sagte Ta« rola, als Hugo am nächsten Tag nach ihm fragte.„Ich habe erfahren, dah er entlassen wurde. Aber ich glaube,-r wird seinen Urlaubsplan nicht ausgeben. Gehen Sie zu ihm, reden Sie mit ihm, Hugo". Baal sah in seinem Zimmer, er war nicht angekleidet, er war nicht rasiert. Er liess Hugo eintreten. Er sah in Hugo» Augen und wusste alle». Er hatte diesen Kellner vor ein Paar Wochen verhöhnt, er hatte ihn aus Uehermut, aus Lauenenhaftigkeit, an blosser Freude am Wehtun vor allen Gästen in» Herz getroffen: In seinen Traum. Nun war er verhöhnt worden, nun war ein Stärkerer neben ihm gestanden und hatte ihm weh getan, aus Ueberlegejihelt, au» dem Bewusstsein einer Kraft, die er nicht mehr besah. Run waren sie gleich; Hugo war entlassen, Baas war entlassen, Hugo fand keinen Platz als Kellner, Baal keine Stellung als Agent, sie konnten sich die Welt von draussen ansehen, von dem grossen Schutthaufen, der Im Sternenraum lag und auf den täglich Tausende und Tausende gestossen wurden. Die Welt ansehen! Kein schlechter Gedanke, sagt« sich Baal. Fahren wir los. "»Fräulein Carola sagte mir, dah Sie auf ein paar Tage In die Berge fahren- Herr Paal. Ich hätte mir nie erlaubt, Sie darum zu bitten, aber da Fräulein Carola mich zu Ahnen schickt, ersuche ich Sie darum: Nehmen Sie mich mit. Ach werde Ihnen keine Angelegenheiten bereiten. Setzen Sie Mich irgendwo ab, ich werde mich schon weiter durchschlagen. Ganz egal, wie, ganz.egal, wo" Carola. Also auch da hatte Carola die Hand im Spiel. Ammer Carola. »Ach nehm« Sie gern mit, Hugo", sagt« Vaal.»Ach hlw Ahnen einmal weh getan; e» tut mir leid, Hugo, ich Bitte» verzeihen Sie mir". „Aber Herr Baal— da» ist doch längst vergessen—" »Wann wollen Sie losfahren?" »Wann Ich fahren will? Da» hängt doch von Ahnen ab, Herr Baal". „Sagen wir— übermorgen. Ich hab noch einiges zu ordnen. Sie halten sich bereit. Um acht Uhr früh. Ich hol Sie ab". »Sie wollen, mich abholen, Herr Baal?" »Da» spielt doch keine Rolle. Ich hab doch" da» Auto. Warten Sie am Fenster. Ich hupe dreimal. Haben Sie viel Gepäck?" »Nur meinen Rucksack". »Ach nehme auch nicht viel mit. Wir werden bequem Platz haben im Wagen". »Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Baal. ES ist sehr lieb von Ihnen »Also übermorgen. Um acht Uhr. Auf Wiedersehen, Hugo". „Auf Wiedersehen, Herr Baal". Auch Hugo wusste alle», als er vqal verliess. Er brauchte kein Gepäck; selbst der Rucksack war überflüssig. Di« Puppe nahm er mit, die‘ klägliche, kleine Stoffpuppe, die kein« Hände mehr Saite; er hüllte sie in Papier, er trug sie in der Tasche, all dl« Stunden, die er wartete, bis da» Auto vor seinem Fenster hupte. XV; An Sonntagvormittagen war da» Taft Finsterbusch leer. Ein- Grünwarenhändler aus der Hauersteingasse war der einzige Gast; er b stumm feine Zeitung. An der Küche zankten Marion und Avette. Marion hatte Pdette«ine Bluse geborgt, sie hatte sie zurückgebracht, ungewaschen, ein Knopf fehle. (Fortsetzung folgt) Rr. 17 Mittwoch, 20. Jänner 1037 S.-itr 3 ■fudctendeutscfier Zeitspiele t Forderungen der Glas- und Heramarheiter Die deutschen Bischöfe ratlos in Fulda anaetreten. Der Vatikan war über die gut I iiiliijutifl, acht Brände, vier AntounWe und SS getan haben, und sollte diese» Gesetz auch durch» worauf IErhebungen.- geführt werden, so wäre aus der politischen! geben N Basis ein Fortschritt erreicht, der für alsbald beginnende Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland von größter Bedeutung sein könnte. Jedenfalls wird man also in Paris bis zum 24. Jänner etwas deutlicher die Linien sehen, die sich auf dem politischen Firmament abzcich- nen. Warum bis zum 24.? Weil an diesem Sonntag LöonBIuminLyonein« St e d e halten wird, in der er ausführlich das Problem der französisch-deutschen Beziehungen erörtern und vor allem zu den Wünschen Deutschlands, zu einem Wirtschaftsabkommen mit Frankreich zu gelangen, eingehend Stellung nehmen wird. Wird er Bedingungen stellen? Niemand kennt noch das Redekonzept Blums, er selbst-wird eS noch nicht einmal im Kopfe festgelegt haben. Denn gerade die Tage vor der Rede können vielerlei Neues bringen, und d i e R e d e wird, so oder so, nur eine Antwort oder ein Echo auf daS darstellen, was sich in diesen Tagen ans einer ganz anderen Ebene ereignet haben wird. Eine neue Entdeckung Haven die Henleln- Zeitungen gemacht: die Sozialistische Arbeiter- Sport-Jnternationale sei eine Schöpfung der freien Gewerkschaften. Und da diese Internationale nach der Behauptung des Prager Zeitungs- diensteS(eines Unternehmens des früheren »Tag"-Thesredakteur» Max Karg) die spanische Regierung offen unterstützt, werden die freien Gewerkschaften gleich mit angegriffen; eS finde, so schreiben die Henlein-Blätter, bei den freien Gewerkschaften eine seltsame Vermengung von Sport und Politik statt. Und da nun Julius Deutsch, der seht in Spanien ist, zugleich Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiter-Sport-Jnter- nationale ist, meinen die Henlein-Blätter eine Gelegenheit zu haben, dem Arbeitersport mit Denunziationen eines auszuwischen.— Zu den Dummheiten, die in dem Artikel des Max Karg zum Aus- bruch kommen, sei lediglich bemerkt, daß die sozialistischen Sportorganisationen selbständige Gebild- sind und die freien Gewerkschaften auch. Und daß die Unterstützung der svanischen Negierung durch die gesamte Arbeiterschaft leider noch immer nicht jenen Umfang angenommen hat, den die Unterstützung der aufständischen Generale durch unsere b-imi>che Reaktion aufweiscn kann. Wenn es irgendwelche unerlaubte Verbindungen mit dem Ausland gibt, dann sind es die unserer Henlein- Blätter mit dem Hitlergeist. Leitung der Ortsgruppe in Klostergrab zufrieden geben mutzte. Der Krach in der Ortsgruppe Klostergrab steigerte sich von Versammlung z» Vcrsaounlung. Herr Dr. Eichhorn konnte noch vor einigen Wochen unzufriedene Kameraden aus der Partei ausschlietzen lassen(Haimann und Genossen). Am Freitag aber sand eine SdP-Ver- sammlung statt und siehe da, in dieser Versamm» lung wurde der Herr Ex-BezirkSführer und Ortsgruppenführer Eichhorn seiner Funktion enthoben. So konnte man Samstag in Klostergrab die Beobachtung ma-bcn, daß die SdP» Tafel vom Hause des H. Dr. Eichhorn entfernt wurde und die ausgeschloffenen Kameraden mit dem neugewählten Führer die Akten abholten. Auch in der SdP-OrtSgruppe Haan hat man im Verlaufe weniger Monate einigemal«inen neuen Führer bestimme» müffen; es kursieren die verschiedensten Gerüchte über Grund und Ursachen. In Lang-Ugo st nehmen die Auseinandersetzungen, innerhalb d SdP die schärfsten Formen an und soweit di« Berichte aus dem übrigen Bezirksgebiet vorliegen, kracht es in allen Fugen der SdP... l'»• o••• WM lU» HUIVII VUII|LUCII LUIULI. IUJU||| durch unsere braven Werber in die Reihen der Woche gewisse politische Entscheidungen in Ber- ...-jj. klärend genug Ifein werden. ES handelt sich darum, datz— vielleicht schon In dem Augenblick, wo diese Zeilen erscheinen— die Antworten Deutschlands und Italiens auf die englische Anfrage in bezug auf ein Verbot von Freiwilligen-Entsendungen nach Spanien bekannt sein werden. Autzerdem werden sich der deutsche und italienische Vertreter in dieser Woche im Richtinterventionsausschutz darüber äußern, ob ihre Regierungen den vom, Ausschuß ausgearbeiteten Kontrollplan akzeptieren oder ablehnen. - Sollt« sich aber der Horizont in bezug auf das Spanienproblem erhellen, sollte Deutschland ein ähnliches Gesetz gegen Truppenentsendungen erlaffen wie e» zuerst England und seht Frankreich Vatikan. I» informierten Kreffen verlautet, dajj der Vatikan die deutsche Regierung nm Aufklärung über die beabsichtigte Schließung aller katholischen Schulen ersucht habe. Die deutschen Kardinäle warten In Rom die Antwort auS Berlin ab, um hierauf mit dem Vatikan über ein weiteres Vorgehen zu beraten. Frelsewerkschaftllcher Erfolg Bei der am Montag, den 18. Jänner, im Betrieb der Firma Grohmann, Spinnerei in Wisterfckian kBezirk Teplitz), durchgeführte» Wahl des BetriebSauSschuffeS erhielt die Liste der »Union der Textilarbeiter" 182 Stimmen und fünf Mandate, die»Deutsche Arbeitergelvcrk- schaft" 72 Stimmen und zwei Mandate. Die überwältigende Mehrheit der Arbeiterschaft steht also auch in diesem Textilbetriebe zu der freien Gewerkschaft. worden seien. ES scheint, daß in Deutschland Maßnahmen vorbereitet werden, durch welche dl« Tätigkeit der katholischen und der protestantischen Kirch« für die Zukuuft nur auf die Abhaltung von Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den Rektor der tschechischen technischen Hochschule in Brünn Profeffor Jng. O. Voletov» skh. Ferner empfing er für den Vorstand der Böhmischen Sparkaffe den Senator Svöcenh und den Senator Dr. K l o u d a und schließlich den Generalsekretär der Safakik-Gclehrten«Gesellschaft Profeffor Dr. B. K l'e c a n d a. Dir Frage der Herabsetzung der Zuckerpreis« wurde gestern Im Sub'omitee des Ernäh- rung-ausschuffe's ausführlich behandelt; die Verhandlungen sollen heute abgeschloffen werdest, f ein ausführlicheres Kommunique auSge« werden soll. 'Kriminalstatistik. Der Egerer Gendarmeriefahndungsstation wurde im Jahre 1086 gemeldet, daß 178 Anzeigen erstattet, von denen 00 Fälle I klargestellt wurden. Davon waren 46 Diebstähle.' lacht Raubüberfälle, zwei Morde, ein Totschlag, !«ttsh ftAftdtKttttTirTirAo eint» Wi’ltia« Infolgedessen müssen wir heute mit aller Entsihiedenhelt»erlangen, daß dir geplanten Ex- porthilsSmaßnahmen für unser« Porzellan, und Glasindustrie seitens der Negierung sofort einer günstigen Erledigung zugeführt werden. Für eine erfolgreiche Bekämpfung der ungeheueren WirtschaftSnot unserer Exportindustrien gehört aber nicht nur die Bereitstellung finanzieller Mittel in Form der Refundierung der Handelssteuern, Gewährung von billigen Jndustriekrediten und Ermätzigung der Frachttarife,-sondern Beispielhafte Werbe-Aktion Im Trautenauer Kreis Wir lesen im Trautenauer»Echo": 60 neue Parteimitglieder wurden EämStag und Sonntag im Bezirk Trautenau MTP PariS. Die Tage um den 2V. Jänner werden in mancherlei Beziehung bedeutsam, ja vielleicht entscheidend sein, und zwar In erster Linie für die künftigen französisch-deutschen Beziehungen. Auf-einen Nenner gebracht, lautet daS ganze Problem: soll Frankreich dem Nachbarlande wirtschaftlich helfen, bevor eine allgemeinpolitische Klärung erfolgt ist, oder sind Wirtschaftsverhandlungen abhängig vom AuSgang politischer Besprechungen? Dies ist das'eigentliche Problem, aber in der diplomatischen Welt lassen sich selten Fragen wichtiger Natur so scharf umreitzen, di« Grenzen pflegen inclnanderzufließen, und auch dieSnml ist eS so, daß das Esttweder-Odcr nicht subordiniert, sondern koordiniert ist. Für Frankreich handelt eS sieb um ein Sowohl-Als auch. Denn eS ergibt sich-von selbst, daß ohne eine direkte Aktion von feiten Frankreichs in dieser Gestern berichteten wir über die grotze Karlsbader Manifestations-Kundgebung der GlaS- und Porzellanarbeiter, welche an Umfang und Bedeutung alle bisherigen Aufmärsche von Angehörigen dieses Berufes übertrafen. Ihre Forderungen, Forderungen der Arbeiter zweier von der Krise am stärksten betroffenen Industriezweige, verdolmetschte der Vorsitzende des Verbandes der GlaS- und Keramarbeiter, Genosse Neu m'a n n. AuS seiner Red« führen wir an: Trotz der allgemeinen Wirtschaftlichen Besserung hat sich die Arbeitslosigkeit in der GlaS- und Por- zellanlndustrie, die beide Exportindustrien find, uochnicht v e r m i n d e r t. Im Gegenteil, unsere Porzellanindustrie hat im Jahre 1VS0 noch einen weiteren Exportrückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahre aufzuweisen und auch die Flaschen- glaSindustrie weist einen vierprozentigen AuSjuhr- rückgang auf. Die- geringe Verbesserung, welche wir in den letzten drei Monaten vor Weihnachten aufzuweisen hatten, ist wieder zu Ende,. so daß die ArbellSlosigkett seit Anfang. Dezember in der Glasindustrie»m 20.6- Prozent, Porzcl. . lonindnstrie um 44.4 Prozent neuerlich angestie- gen ist und man mutz gegenwärtig die wirtschaftliche Situation in diesen beiden Exportindustrien geradezu kathastrophal bezeichnen. DI« Ursache hie» für liegt darin, das; wir auf Grund der Abwertung in den früheren Goldblockländern im doppelte» Ausmaß gegenüber unserer XL nicht nur neuerlich einen Teil des Absatzes nach diesen Ländern verloren haben, sondern, daß nun auch di« Porzellan« und Glasindustrie der früheren Boldblocktänder auf den übrigen Weltmarkt als neuerliche Konkurrenz auftritt; wodurch unserer Porzellan« und Glasindustrie eine schwere Gefahr droht und wir noch weiter« Absatzgebiete verlieren, wenn nicht schnellsten» Hilfsmaßnahmen für unsere Exportindustrien Platz greifen. Dl« erfolgreich« Belümpfung der großen Ar- leltSloflgkeit in der Porzellan«, Steingut- und GlaSInbustrl« liegt in der Hauptsache auf dem Gebiet« der Sttlgerung de» Exportes. ES wurde infolgedessen begrüßt, al» sich unser« Regierung dlesm Grundsatz zu eigen machte und sich mit dem Problem, der Exportsteigerung durch staatlich; Hilfsmaßnahme» für unser« schwer ledring- t«n Expottindustrie» beschäftigte. Die eigenartige Struktur, welche heute die Weltinarltlage aufweist, daS ständige zähe Ringen um jedes Absatzgebiet zwischen den Exportindustrien der einzelnen Länder erfordert aber«in schnelles und durchgreifende» Handeln, wenn die geplanten HilfSmatznahmen zur Förderung unsere» Exportes wirksam sein sollen. Für di« Porzellan- und Glasindustrie erfolgt der Abschluß de» Aus- So wie die Massen der SdP vor Monaten zugeströmt und der These der Volksgemeinschaft verfallen sind, so enttäuscht sind viele Menschen nach kurzer Zeit mit der Tätigkeit der SdP» Führung. Die„Duxer Zeitung" und die»Rund- schau" berichteten Im Jahre 1086, datz der Be- ztrkSführer Dr. Eichhorn in Klostergrab den Bezirk Dux hundertprozentig durchorganisiert habe und die Tätigkeit de» Führer» wurde als Muster dargestellt. Aber die Eingefangenen der SdP haben schon nach wenigen Wochen erkennen müssen, daß sie, doch nur die Jrregeführten sind und fo kam e» in den SdP-Versammlnngen zu stürmischen Auseinandersetzungen und schärfsten persönlichen Angriffen. Die Gewalt des Führers reichte aber damals noch hin, die Opposition zu unterdtttcken.»Alte Kämpfer" wurden aus der Partei ausgeschloffen, weil sie von der Leitung einen Rechenschaftsbericht über die Bersprcchungen abverlangten. Trotz der starken parlamentarischen Fraktion der SdP konnte,i die Herren auf keinen positiven Erfolg, verweisen und die Unzufriedenheit stieg. So kam eä, datz der Bczirksführer Dr. Eichhornabgesetzt wurde und sich mit der „Osslefcky Ist ein freier Mann“ .(Erklärung der Reichsregierung) Einen so wertvollen Menschen, wie ein■ sieben Einbrüche und Kaffeneinbrüche,«ine Münz Nobelpreisträger tot, muß man doch] bewachen.. entscheidende Woche KlSrung der französisch-deutschen Beziehungen? landSgeschäfte» in zwei Abschnitten für daS ganze Lahr im Zusammenhang der Frühjahrs- und Herbstmessen. Der erste Abschnitt des Auslandsgeschäfte» steht iwn unmittelbar bevor und wenn die geplanten Exporthilfsmaßnahmen der Regierung nicht sofort verwirklicht werden, sind weitere sechs Monate verloren. Dadurch wird die ohnedies große Arbeitslosigkeit verlängert, nebstdem besteht über die Gefahr, daß sie auch noch ein größerer Ausmaß an- nimmt, weil jede Verzögerung für die Schaffung i einer erfolgreichen Konkurrenz, den dauernden Ver- i lust bestehender Absatzmöglichkeiten bedeuten kann. DSAP gebracht. Bi» jetzt sind im Bezirk Trau-! n n getroffen werden müffen, di- ohnehin auf, tenau mehr als 800 Parteimitglie------«—<---«*•--------- der geworben worden. Die.Werbung wird nunmehr auch im Bezirke Hohenelbe ausge nommen werden und zu den im Arnauer Bezirk bereit» geworbenen 120 Parteimitgliedern wer den sicher noch mehr al» hundert kommen. Auch im Bezirk Braunau haben einige Orte im ersten Anlauf sehr gut abgeschnitten und m e h r a l S ISO Parteimitglieder geworben. Der Wandel In der SdP... Schwere Auseinandersetzungen Im Duxer Bezirk Mr unserer Porzellan- und Olla-wartn beim in Fulda anstetreten. Der Vatikan war über die LNUwW stch täglichverschlimm-rnd- Lage der Katholiken müßte unserer Prozellan- und Glasindustrie in der Handelspolitik eine Vorzugsstellung eingeräumt werden, denn hier betragen die Löhn« bis zu 80 Prozent von den Gestehungskosten. Die Rohstoffe r■'... r.-'.... M.r Produkte werden vom Ausland« benötigt.. Unser Streben gilt dem Wiederaufbau unserer Exportindustrie», weil nur dadurch dem von Wirt schaftSnot und Elend schwer bedrängten Menschen un deutschen Randgebiet ohne Unterschied der natio nalen Zugehörigkeit wirklich geholfen werden kann. Wenn eS der Jndustriearbeiterschaft in unseren Gebiete» wieder besser geht, dann wird auch die übrige Bevölkerung wieder eine bessere Existenzmöglichkeit auszuweisen haben. Wir verlangen Arbeit durch Steigerung de» Absatzes unserer Porzellan- und GlaSwaren. Un sere Arbeiterschaft sordett di« Erhaltung ihrer LebenSexiften» und Anteil an der wirtschastlichen Brfferung, sie verlangt mit aller Entschiedenheit von der Regierung, da- alle notwendigen Maß nahmen für die Schaffung von Arbeit und Brot sofort verwittlicht werden. Sie verlangt di« Siche rung ibre» Arbeitsplätze» sowie der sozialen Er» rvngenschaste», Ausbau derselben und Besserung ihrer EinkommenSverhältnIsse infolge von Lohn zulagen. Mögen die Regierungsstellen erkennen, daß die Situation ernst Ist und dementsprechend behandelt werden muß. Aber auch die Unternehmer sollen zur Kenntnis nehmen, daß die Porzellan- und Glasar beiter bereit sind, für eine bessere Lebensberechti gung zu kämpfen." in Deutschland eingehend informiert worden. In gutinförmierten Kreisen verlautet, datz die Er« | gebenheitSkundgebungen und der BerständigungS- .,—....——..... Wille der deutschen Bischöfe von der deutschen Re- sind alle im Inland- und lediglich einige chemisch« gierung bisher vollstSndigignori«rt Vor neuen Verfolgungen der Kirche im Dritten Reich Gottesdiensten beschränkt werden soll. Sticht nur auf dem Gebiete der Jugenderziehung, sondern sogar auf dem Gebiete der Krankenpflege>md des Wohl» fa h r tS w es enS soll dir Tätigkeit der Kirchen vollständig aufhöre». Auch die deutsche Diözcian- Prcssc soll ihr Erscheinen einstellcn. Die Verfolgung der Katholiken sei bereit» keine Angelegenheit der nationalsozialistischen, Partei mehr, sondern werde auch von den Regie« eungSstellen aus betrieben. Rom.(Tsch. P.-B.f Die deutschen Kardinale und Bischöfe au» Berlin und Münster hatten Sonntag nachmittags und am Montag neu:rlich l tpichtihe upd lgnge Unterredungen mit dem Kar- ' alle di^Mahnahmen Müssenunterstützt werden' dinal-Stäatsfekretär P a c e l l i. Die Reise nach durch«ine größere Rücksichtnahme auf die Au».| Rom hatten sie unverzüglich nach ihrer Konferenz Eriel an den Zeitsnieael Zu unserer Notiz ,.Unhaltbare Methoden der Steuerbehörden" schreibt uns ein Ausslger Genosse: Auf meine Reklamation um Abschreibung der Steuerrückstände aus den Jahren 1922 23, wurde mir, nach Begutachtung meines Ansuchens durch die Finanzkommission, seitens der Aussiger Steueradministration unter dem 30. Juli 1930 der Steuer- r ü c k s t a n d bis einschließlich 1923 g o- strichen. Trotzdem wurde ich in den Jahren 1931, 1932,1933 und 193j regelmäßig um Zahlung g e mahnt, darunter zweimal mit Exekutionsbefehl. Dem Herrn Finanzrat, dem ich bei einer neuerlichen Mahnung 1935 endlich in ziemlich unverblümter Weise meine Meinung sagte, da er im Jahre vorher in meiner Gegenwart in der Buchhaltung die Ordnung meines Kontos verfügt hatte, erklärte sehr von oben herab, daß er sich an gar nichts erinnere; und nur wenn ich in der Lage sei, den Originalbescheid vorzulegen, wäre die Exekution zu vermelden. Wohlgemerkt, nicht das Amt hat die betreffenden Akte in Evidenz zu führen, sondern die Partei, die doch im Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Behörde derartige Schriftstücke etwa nicht jahrelang verwahrt, ist einfach vogelfrei, wenn sie nicht Nachweise bringt! Nun, ich war so vorsichtig gewesen, den Bescheid aufzuheben, legte ihn dem Herrn Finanzrat vor und damit schien die Angelegenheit definitiv erledigt zu sein. Pünktlich im Oktober 1936 erhalte ich die üb li c h e Mahnung der Steuerrückstände aus den Jahren 1922/23, lege dem Referenten, einem Herrn JVC. der Steuerbehörde, den Abschreibungsbescheid vor; der Herr konstatiert, daß ein Steuerrückstand bei mir tatsächlich nicht vorliegt und erklärt sich bereit, mir die schriftliche Bescheinigung hierüber zugehen zu lassen. Dies war im Oktober 1936, jetzt tot es Mitte Jänner 193t, die zugesagte Bestätigung habe ich nicht erhalten... 7 M f\ 1 Seite 4 Mittwoch, 20. sannet 1037 Nr. 17- Schwerer Unfall In der PreBburser Waffenfabrik DlenStag nm Halb elf Uhr vormittags ereignete sich im Preliinrger Betrieb der Tschechoslowakischen Waffensabrik ein Unglück. Bei der MaterialanSgabe fiel dnrch einen unglücklichen Zufall eine Kiste mit Kapseln für Jagdflinten herab. Die Kiste explodierte. ES wurden zwei Arbeiter getötet, u. zw. der 86jährige Arthur Bock, ledig, aus Devin und der 3"-übrige verhriraiete Bohnmil B ü u m e I aus Dk- vinfka Nova BeS. Weiter wurde der Arbeiter Josef Gal ans LamaL schwer verletzt. Der Gang deS GebändeS wurde zum Teil demoliert. Der Fall wird miterfncht. Bratislava. Der schwerverletzte Josef Ql dl ist kurz nach Mittag feinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen, so da» die Zahl der Opfer insgesamt drei beträgt. Ein« Explosion in Lodz Warschan. In der Papierfabrik der Firma- Laskowski in Lodz erfolgte wahrscheinlich infolge deS starten Frostes die Explosion eines Dampf-« kessels, die das Fabrildach und eine Seitenwand des GebändeS schwer beschädigte. Wenige Minuten nach der Explosion stürzte die Seiienwand des Fabrikgebäudes ein. Dnrch die Explosion wurden acht Personen zumeist sbchver, beim Mauereinsturz weitere drei Personen verletzt. Vorsicht bei Beruffunsen! Die Gefahren unrichtiger Einbringung I ---rb— Dieser Tage fällte da» Oberste Gericht in Prag eine bemerkenswerte Entscheidung. Die Direktorin eine» FtauenpenswnatS, die einen Prozest vor dem Arbeitsgericht gegen lhre Dienstgeber verloren hatte(der Tatbestand tut nichts zur Sache), brachte knapp vor Ablauf der Be»| rufung»frist Berufung an das, als zweite In» 1 stanz fungierende Zivilkreisgericht ein- Die Berit-1 fung wurde aber nicht, wie durch die Zivilprozeßordnung vorgeschrieben, bei der e r st e n Instanz eingebracht, der dann die Weiterleitung obliegt, son-, dern direkt bei dem Berufungsgericht. Dieses Gericht schickte amletztenTagderBe- r u f u n g»f r ist die Berufung an die zu deren Ent. aegennahme allein berufene erste Instanz (also an da» Arbeitsgericht, besten Urteil angefochten werden sollte), wo die Berufung einen Tag nach Ablauf der Berufungsfrist eintraf. Die Folge war, daß da» Berufungsgericht die Beru- sungseingabe als verspätet eingebracht ohne weitere» abwieS. Die BerusungSwerberin rekurrierte an das Oberste Gericht, das dahin entschied, daß für die zeitgerechte Einbringung lediglich darDatumdeSEinlaukeSbeidem zuständigen Gericht maßgebend sei. Im vorliegenden Fall mäste die Berufung al» verspätet eingebracht angesehen werden, da sie einen Tag nach Ablauf der Berufungsfrist bei dem zuständigen Gericht einlief. ES spiele dabei keine Rolle, daß die BerufungSinsMnz die Eingabe noch in»offener Frist" an die zu ihrer Entgegennahme einzig berechtigten ersten Instanz ab gefertigt habe. vor„Stürmer" des Streicher, Symbol der deutschen Kultur, wie Hitler sie auffaQt und Henlein verehrt, hat in Nr. 84 das nebenstehende Bild ver- öff entlieht. Die Streicher-Kultur Hauses, in dem sich die Redaltion des jiddischen anerkannt werden mutz, daß solche falsch einge- inen, namentlich wenn sie. erst kurz vor Ablauf? en frühen Morgenstunden in der Rödal- ricia ein. Er brachte drei Spanier mit, von denen darüber beruhigt hatte, daß der spanische Gesandte im demokratischen Dänemark kein Franeo- mann ist, erklärten sie sich einverstanden damit, daß die Gesandtschaft benachrichtigt werde. Da die„Lifland" nicht nach Kopenhagen weiterging, wurden die drei Spanier in„Schutzhaft" genom- Diese Entscheidung ist geeignet, ans die Gefahren aufmerksam zn machen, die auch bei Einbringung von Berufungen gegen Entscheidungen und Verfügungen verschiedener Behörden erster Instanz bestehen, zumal solche Eingaben meist ohne Beiziehung einer rechtskundigen Person erfolgen. Wer gegen ein Erlenntnis der Bezirksbehörde, der StaatSpolizeibehürde, der Steiierver- waltung, der Bezirksunterhaltskommissionen nsw. Berufung einlegen will(mag es sich nun um eine Polizeistrafe, um die Verweigerung einer Konzession, der Ablehnung einer Unterstützung, une Steuervorschreibung u. dgl. handeln), wird in der Regel wiffen, an welche übergeordnete Behörde er Explosion in einer Molkerei. Im Gebäude I der GenossenschaftSmölkerei in Wels explodierte Reklamegoi- Thomas Mann Sst der Thomas den« ein Mann, wenn ec weiter sonst nichts kann? Rufe aus und teilte mit, daß das Steuer gebrochen und der Dampfer dadurch manövrierunfähig geworben sei. Um 22 Uhr befand er sich 60. Seemeilen südwestlich der norwegischen Küste^ In der . Depesche wird weiter hinzngefügt!„Allmählich i sinken wir." Der norwegische Postdampfer„Venus") der die SOS-Rufe auffing, ist sofort, ungeachtet der auf der See herrschenden Stürme, dem Dampfer zu Hilfe geeilt. Nach vierstündiger be- " schleunigter Fahrt erreichte der Dampfer das ge- * fahndete Schiff„Tryn", aber es war offensichtlich, daß die Rettungsarbeiten erst in den Morgenstunden werden ausgenommen werden können. Höllenmaschine in einer Redaktion. In SOS. Montag vor Mitternacht in der Nacht 1 auf Dienstag sandte der norwegische 8000 Ton- • nen-Dampfer„Tryn" mit einer Besatzung von lich verpflegt. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Organisation von Frideriria suchte sie alsbald auf und sorgte auch weiter für ihr Wohlbefinden, Sie fuhren dann nach Kopenhagen, wo sie allerdings einige Zeit werden bleiben müssen, da zunächst alle nach Spanien auslaufenden Schiffe für Franco-Häfen bestimmt sindl „Man braucht keine Zivilisatwnl" Drape r Elton ist ein reinblütiger Indianer, aber ein millionenschwerer Mann. Es war von ihm deshalb schon Mehr eine Laune, wenn er sich dazu ent» schlotz, den Annehmlichkeiten seines Daseins zu entsagen und für einige Monate in einem bestimmten Waldbezirk zu leben und nichts anderes mit sich zu nehmen als die Kleider, die er. auf ?dem"Leibe_trug. So lauteten jedenfalls die Bedingungen einer Wette, die er mit ein paar reichen Freunden einging. Vor ein paar Tagen ist er aus der Einsamkeit zurückgekehrt. Er hat in der letzten Woche 100 Meilen zurückgelegt. Im übrigen aber beschränkte er sich darauf, gewisse Moosarten und unter Schnee hervorgegrabene Beeren zu essen und auherdem von Wurzeln zu leben, die er nach alter Jndianerart anzurichten verstand. Er hat die Ueberzeugung gewonnen, daß man gar keine Zivilisation benötige. Krönungsmarken. König Georg VI. hat seine Zustimmung zu der Ausgabe von besonderen Briefmarken erteilt, die aus Anlatz seiner Krönung m Umlauf gesetzt werden sollen. Die Marken welben vom Mai bis zum Dezember d. I. bei den Postämtern verkauft werden. Auf ihnen werden das Königspaar sowie die Krönungs-Kleinodien abgebildet sein. Slawistische Zentenarfeier. Die Karls-Universität gedachte deS 100jährigen Jubiläum» der Herausgabe der Geschichte Palackh» und der Slawischen Denkmäler Safakiks in einer Festversammlung, die Dienstag vormittags im Collegium Maximum.der juridischen Fakultät stattfand. Britische Matrosen vermißt. Nach einer beim englischen Kolonialministerium eingegangenen Meldung wird eine auS sechs Offizieren und Mannschaften bestehende Landungsabteilung des britischen Forschungsschiffes»DiScovery 2" in der Antarktis seit einiger Zeitvermitzt. An der Suche beteiligen sich auch das britische Kriegsschiff ,Ajax" sowie eine Reihe von Walfängern. Der Leibarzt de» Regn». Bor dem Sofioter Strafgericht fand, eine Verhandlung gegen den ehe- maligen Leibarzt des Kaisers von Abessinien Halle Selassie, Dr. Jordan Schirokow, statt, der zu elfemhalb Jahren schweren Kerkers wegen eines fchwe- ren Sittlichkeitsverbrechens verurteilt wurde. Doktor Schirokow lebte lange Jahre am abessinischen Kaiserhofe, wo er. sich der besonderen Vertrauens des ehemaligen Kaisers erfreute. Während des italienisch-abessinischen Krieges kam/ er nach Sofia, wo er zahlreiche Vorträge über Abessinien hielt. Dr. Schirokow wird seine Strafe kaum antreten, dehn er. wurde gegen Kaution'in Freiheit gesetzt bevor das Gerichtsverfahren noch begonnen hatte und hält sich gegenwärtig im Iran auf. Die neuen Fünfkronenftücke. Wie bereits gemeldet, ist eine Novelle zum Gesetz über die Scheidemünzen in Vorbereitung, wonach neue Fünfkronenstücke au» reinem Nickel geprägt werden sollen, di sich die bisherigen Fünfkronenstücke,. die au» einer verhälinismähig weichen Silberlegierung bestanden, im Gebrauch allzu rasch abnützten. Die neuen NU» kelmünzen werden acht Gramm wiegen; siesollen binnen zwei Jahren die alten Silbermünzen vollständig ersetzen.— Zu bedauern ist, datz nach einer DDUWDDMDM.„..„> Mitteilung des Finanzministeriums die neuen Nickel» men, in einer geräumigen, und sauberen Zelle I münzen die Prägung der bisherigen Silbermünzen I herrschen strenge Fröste. In Lemberg mutzten 87 j des Gefängnisses untergebracht, aber sofort reich- Personen mit Erfrierungen an Händen und Fühen inS Krankenhaus geschafft werden.— Der Ohio(USA) ist aus seinen Usern getreten. Tausende von Einwohnern mutzten in grotzer Eile auS den bedrohten Wohnobjekten evakuiert wer den.— Ein schweres Unwetter brachte in der ..... Nähe von Jenin zwei Häuser zum Einsturz. Elf sich zu wenden hat und regelmässig auch die in Personen fanden dabei den Tod. dem betreffenden Bescheid angeführte Frist ein- ballen. Weniger bekannt ist der Grundsatz, datz, solche Berufungen(Rekurse, Beschwerden) b e i' 's._<«—nen»LXimpser„L,ryn mir einer»eiayung von -« k>^ i™ h bl? 19 ft eil ee in- 10 Mann, der sich auf der Fahrt von Norwegen “x?!' n Middlesborough n England befand, SOS fe ch te n de Entscheidung oder„„ a, lnh hna Verfügung heranSgegeben hat. Es kommen immer wieder Fälle- vor, wo. der BerufungSwerber(Beschwerdeführer, Rekurrent) infolge mitzverständlicher Auffassung der betreffenden Belehrung seine Eingabe di-! r e 11 an die zur Entscheidung berufene zweite' Instanz richtet, die nichts anderes tun kann, als die Eingabe der ersten Instanz zur Entgegen-! nähme und Weiterleitung abzutreten. Auch im besten Fäll entsteht auf solche Art ein überflüs-. siger Zeitverlust. Unter Umständen kann ein sol-1 ches Versehen aber auS rein formellen Gründen zum Verlust eines Anspruches führen, der seinem i Inhalt nach sonst vielleicht gute Aussicht hätte, I.7— in der zweiten Instanz durchzudringen. Obwohl Shhjo explodierte heute in den Kellereien eines anerkannt werden muh, datz solche falsch einge-■ Hauses, in dem sich die Redaktion des jiddischen brachte Eingaben von den zweiten Instanzen lblattes„Wilnaer Tog" befindet, eine Hollen- regelmätzig sofort an die richtige Stelle erster maschine, wodurch das Redaktionslokal und teil- Instanz abgefertigt werden, kann es doch vorkom»’ auch^ie Druckerei stark beschädigt wurden. inen, namentlich wenn sie. erst kurz vor Ablauf* n ,^n frühen Morgenstunden in der Redal- der Berufungsfrist eingebracht wurden, datz diese l>on meinaird anwesend war, hat die Explosion Frist inzwischen abläuft und die Eingabe kurzer-1 l"Ne Opfer' an Menschenleben gefordert. Hand als verspätet.eingebracht ohne weitere Behandlung abgewiesen wird....._ or Allerdings stehen die Verwaltungsbehörden, Dienstag vormittags ein Generator. Die Innen. im Gegensatz zu der eingangs erwähnten strengen- einrichtung der Molkerei wurde demoliert, die oberstgerichtlichen Entscheidung, die bloß für ge- Wände wurden zerstört und ein vor dem Gebäude richtliche Stritte Geltung hat, auf dem Stand- stehender Waggon wurde zertrümmert. H>ie Mon- punkt. datz in solchen Fällen die Frist n i ch t a I s teure Rudolf Eder und Josef Melweg wurden versäumt gilt,. wenn die betreffende zweite durch die Explosion getötet. Vier weitere Ange- Jnstanz noch vor Ablauf der Berufungsfrist-die stellte des Unternehmens erlitten schwere Ver« Sache an die zur Entgegennahme bestimmte Stelle. lctzungen.' expediert hat. Irgend einen rechtlichen An- j Spanier in Dänemark,(bn.) Dieser Tage sprach auf solche rechtzeitige Erledigungen hat der[ Nef der Dampfer„Lifland" der dänisch-französi- Hlnschreiter aber natürlich nicht und wenn b«e scheu Schiffahrtslinie in dem Hasen von Fride- Eingabe zu spat expediert wurde, mutz er die Fos- rieia ein. Er brachte drei Spanier mit, von denen gen der unrichtigen Einbringung eben trägen. Es einer englisch spricht, so datz man sich mit ihm ver- üs also im Interesse eines jeden, der gegen eine ständigen konnte. Wie der Kapitän berichtet, hörte ^hordllche Entscheidung oder Verfügung berufen man bald nach der Abfahrt aus dem spanischen will, datz er sich darüber im Klaren ist, welche Hasen Huesva, der in der Gewalt der Franco- Stelle zum Empfang seiner Eingabe kompetent Rebellen ist, jammernde Rufe aus dem Schiffs- K und datz er auf alle Falle die Einbringung bauch. Man ging ihnen nach und fand drei Män- dieser Eingabe bis aus den letzten Tag verschiebt,«er,/von denen einer ,wch Unisormreste am Leibe | hatte, die anderen beiden waren in Lumpen ge- Stürme und Fröste. lieber der Nordsee hüllt. Sie erzählten, datz sie der Negierungsarmee Ivüiet orkanartiger Südoststurm in der Stärke von angehörten, aber in Gefangenschaft gerieten und 11 bis 12,' der starke Schneemasien vor sich her- erschossen, werden sollten. Sie bereiteten sich schon treibt.. Autzer dem norwegischen Dampfer„Tryn"^zumTvde vor, als es ihnen im letzten Augen hat der deutsche Dampfer„Schleswig" aus der blick noch gelang, sich auf das spanische Schiss, zu Ilnterelbe Maschinenschaden erlitten..— Im! retten und sich darin zu verstecken. Auf die Frage, A e r m e l k a n a l wütete Montag ein heftiger. ob sie in Dänemark bleiben wollten, erklärten sie, Sturm. Der Schiffsverkehr zwischen Dover und, das sei keineswegs der Fall, sie möchten so schnell Dunkerque muhte eingestellt werden.— Wegen als möglich wieder nach Spanien, aber natürlich starken Frostes wurde die O d e rs ch i f f ah rt" nur in einen Regierungshafen. Nachdem man sie vollkommen eingestellt. In der. Nacht wütete in''*. Deutschland ein Schneesturm, der sich auch auf das Baltische Meer erstreckte, wo viele Schiffe von ihm überrascht wurden. Die Schisse suchten eiligst in verschiedenen Häfen Schuh. Die Menge des gefallenen Schnee» ruft im. Eisenbahnverkehr Schwierigkeiten hervor.— In ganz Polen unverändert übernehmen sollen. E» ist ja bekannt, daß die Fünf- und die Einkronenmünzen s e h r o f t verwechseit werden, da ihre Rückseite vollkommen gleich ist. Wenn nun schon neue Münzen ausgeprägt werden, dann sollte man doch die Ge». legenheit benützen, um die Rückseite der neuen Münzen von jener der Einkronenstücke etwa» zu unterscheiden, zumal sich ja die neuen Nickelmünz-> auch durch Farbe und Glanz von der Legierung, au» der die Einkronenstücke hergestellt sind, noch weniger unterscheiden dürften als bisher die Silbermünzen. Die Kosten für einen neuen Prägestempel dürften denn doch noch zu erschwingen feint Frost oder Siegen? In Karpathonihland hatte sich der Frost bei heiterer Nacht erneut verstärkt. I a f i n a meldet ein Minimum von—80, Bolovö von—28 und Chust von—19 Grad. In Westdeutschland hat sich eine starre Grenze zwischen den kalten kontinentalen und den warmen ozeanischenLuft« masten ausgebildet. In der kontinentalen stuft wurden Dienstag um 14 Uhr fünf bis zehn Grad Kälte, dagegen In der ozeanischen Luft fünf bis sieben Grad Wärme verzeichnet. Die Grenze schreitet nun sehr langsam weiter gegen Osten fort. Nichtsdestoweniger veranlatzt das Aufgleiten der warmen Luft über die untere kaUe Luftschichte, datz der Himmel bei ! UNS bedeckt ist und datz stellenweise Schnee fällt. ES ist jedochnicht möglich, eindeutig festzustellen, ob sich die warme Lust bis in da» Gebiet unsere» Staates ausbreiten wird,»der ob sie von der östlichen Strömung zurückgedrängt werden wird.— Wahrschkeinliches Wetter Mittwoch: Weitere Weiterentwicklung unsicher. In den Niederungen Böhmens dürfte leichte» Tauwetter eintreten und die Schneefälle dürften in Regen übergehen. In den übrigen Ländern ziemlich bewölkt, Schneefälle, andauernder Frost; in Karpathö« rutzland Nachlasten de» Nachtfrostes.— Wetteraussichten für Donnerstag: Vorwiegend bewölkt, Neigung zu Niederschlägen, besonders im Osten de» Staate», Ganztagsfrost; in Böhmen in den Niederungen jedoch nachts Tauwetter möglich. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dienstag-Ziehung der zweiten Klaste der 86. tschechoslowakischen Nlastenlotierie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 130.000 K£ Lo» Nr.: 24.182. 60.000 Ke Lor Nr.: 101.292. 20.000 Kö die Lose Nr.: 29.299, 86:808; 118.748. 10.000 K6 die Lose Nr.: 14.488, 88.048, 102.691, 102 988, 108.484, 110.460. 8000 Ke die Lose Nr.: 12.941, 17.812, 21.998, 27,206. 48.946, 48.792, 86.821, 67.116, 69.611, 61.869, 64.441, 67.882, 70.916, 78.464, 76.280. 81.628, 88.979. 2000 Ke die Lose Nr.: 10.112,12.694,16.888, 17.412, 17.685. 17.806, 17.841, 21.120, 21.881, 22:809, 28 766, 28.879, 24.878, 24.984, 27.789, 80.264, 81.207, 81.428, 82.846, 84.284, 87.668, 88.987, 89.880, 40.868, 48.811, 68.629; 69.986, 72.419, 81.167, 82.887, 89 729, 90.781, 92.786, 102.629, 108.128, 108.629, 109.662, 111.074, 118.914 usw.' Vom Rundfunk tacWilMiwcrtai aus dm Ptwicmn Donnerstag ' Prag, Sender 1.10,06: Deutsche Preste, 10.80: Opernarien, 11.05: Orchesterkonzert Fok, 12.10: Schallplattenkonzert, 17.16: I, S» Bach: Klaviersonate, 17.45: Deutsche Sendnn»: M:cie Hübner, heimische Djchterin, Hörfolge von Streit, 18.15: Dr. Frank: Sinn und Sendung de» Dilettanten in unserer Zeit, 18.26: Landwirtschaft, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben, 20.80: Mozart zum 1. Male in Prag.— Prag, Sender II. 7.80:. Populäre» Konzert, 14.15: Deui'be Sendung: Sekretär Fuhr: Da» Gewerbe und- seine Selbsthilfe-Einrichtungen,. 14.86: Schallvlmten, 14.60: Deutsche Presse,.— Brünn. 16: Nachmittagskonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Dr. I. W. Brügel: Rückblick auf 1886.— Prehburg. 12.86: Rnndfunkörchesterkonzert.—, Raschau. 12.06: Operettenlieder, 16:10: Äitndfuisk- orchesterkonzert.— Mähr.-Oftran. 18.10: Deutsche Sendung: Au» der Oper.Faust"-- wir den juristischen - Fachzeitschriften zu näherer Erörte- rung empfehlen möchten. Der so hart Bestrafte wird sich mit der philoso» vhischrn Erwägung trösten können, dass er glimpf-, kicher davonaekommen wäre, wenn ec(inen Mord i ner, 8 Uhr. Smeöky 22.— Gruppe begangen.hätte.. Denn da sind die Gericht« meist Prag II: Marx-Engels-Äbend. 22. Jänner, 7 Uhr, recht mich«.....,. I Spälenä 46. und grössteüteilr ungedeckten Schaden sühnen, zu berücksichtigen sei. Beide Verurteilten erbaten sich di« Dreitägig« Bedenkfri st, während Staatsanwalt Dr. Gaslavskh Berufung wegen zu niedrigen Strafausmasse» anmeldete.' Gleichzeitig beantragte der Staatsanwalt, die beiden Verurteilten wegen Fluchtgefahr sofortin Haftzu nehmen, welchem Antrag der Gerichtshof gegen den Protest der Verteidiger auch staitgab und die sofortige Abführung der beiden Defraudanten anordnete. Diese wurden unter starker i Bedeckung in» Gefängnis gebracht, denn auf dem Korridor hatte sich inzwischen die erregte Menge der Besucher vrrsammett, die den UrteilSspruch mit so spon tan em Beifall ausgenommen hatte, dass der Vorsitzende energisch«inschreiien musste. Neben Beifallsrufen waren auch Stimmen laut geworden, wie:„An d.en Galgen mitden Ha l u n k« nl", sodass die getroffenen Vorsichtsmassregeln ihren guten Grund hatten. Di« Verteidiger hatten bei ihrem Protest gegen die sofortige Festnahme ihrer Klienten auf di« erlegten Kautionen hingewiesen. E» ist in diesem Zusammenhang« bemerkenswert, dass diese Kautionen, deren gleichzeitige Freigabe von dem Gericht verfügt wurde, nicht etwa von den Angeklagten, die ja„absolut.mittellos" sind, erlegt wurden. So erlegte für den Kassier Schiller, dessen Anwalt al» mildernden Umstand die'„Not" seines Klienten ins Treffen geführt hatte, dessen Gattin die Kleinigkeit von 200.000 KLI Es besteht wohl kaum«in Zweifel darüber, dass für eine durchaus behagliche Existenz der Defraudanten nach erfolgter Strafverbüssung hinreichend gesorgt ist. für eine Existenz, um die sie ein Grossteil der von ihnen bestohlenen kleinen Sparer beneiden dürste. des gleichen Delikte» zu zwei Jahren verurteilt wor-| Verhandlung nicht nur die^NIchtigkeitSbeichwerde ab, den war. Kurz nach seiner ersten Strafentlassung““ mietete er sich in einem Hotel in Kbely bei Prag ein und fabrizierte wohlgelungene Fünfzigkronen-«»*--. nölen, von denen er auch ungefähr zehn Stück in Waffe— unfeteä Wissen» der erfte Fall einec Sei Umlauf setzt«. So behauptete wenigsten» die An. n.rt.r.« ma,™ feh. klage, die sich im wesentlichen auf I n d i z i e u aufbaute und auf dem Geständni» de» Bru der» der Angeklagten, da» dieser aber bei der Hauptverhandlung w I d e r r i e s mit der Begründung. er habe nur deshalb bei der Polizei ein Geständnis abgelegt, weil man ibm in Ausstch; stellt«, dass Im Falle eines Geständnisses seine AuS« Weisung au» Prag rückgängig gemacht werden würde. B« z u g» b« d t n g» n g„n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 18.—, vierteljährlich Ki 48.—, halbjährig XL 86. ganzjährig XL 182.—.— Inserat« werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass..-. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bet Einsendung der Relyyrmnrken,— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft« und Del« graphendirektion mit Erlass Rr. 18.800/V11/1880 bewilligt.— Druckerei:.KrbiS", Druck-, Verlags«' und 8eitungS-A.-G. Prag.