Einzelpreis 7Ü teinschlicf,l.ü Heller Porto) Aus dem Inhalt 17. Jahrgang Nr. 18 Donnerstag, 21. Jänner 1937 Die politische Arbeit beginnt Zuckerverbilligung I Günstiges Echo der Eden-Rede Barlin hat Ban Franco- Putach vorbereitet I Streik zwingt Textiltlrma zu Verhandlungen sant fein, daß das Parlament sich der Einfluß- nähme auf die WirtschaftSpolitil begeben sollte: in der parlamentarischen Demokratie muß der Wille des Parlamentes der Tätigkeit der Regie- runll, die ja nach parlamentarischen Grundsätzen ein Ausschuß der ParlamcitSmchrheit ist, die Richtung neben, man auch der toilkrete NieSrr- schlag dieser Tätinkeit in der Form von Rcuic- rungsverordnunncn und administrativen Maßnahmen zum Ausdruck kommen. Jedenfalls bedeutet aber der Wiederbeninn der parlamentarischen Berhandluunen, daß unser ganzes politisches Leben wieder in lebhnfiercil Fluß kommt, die Wiedererösfnunn der Tagung leitet also einen Abschnitt in unserem politi'chen Leben ein, so daß es am Platze ist, einine unmittelbare aktuelle Probleme zur Erörterung zu stellen. Die Dezemberbilanz unsere« Außenhandels hat bewiesen, daß die zweite Devalvation der Krone die Hoffnungen auf eine Bctebunll des Außenhandels bis zu einem gewissen Grade gerechtfertigt hat. Die erfolgte Lockerung des BewillillunllSversahrens, solvie die Zuiam- menlegung des Devisen- mit dem BewilligungS- versahren hat zugleich gezeigt, daß der ernste Wille besteht, die unmittelbare Devalvations- wirkunn nicht verpuffen zu lassen, sondern au der Schaffung der Voraussetzungen für eine dauernde Belebung des Außenhandels zu arbeiten, von der in einem Exportstaat daS Schicksal der arbeuen-- den Menschen in so hohem Maße abhängt. Aus diesem Gebiete bleibt aber noch viel zu tun. Wir haben eine Reihe von Industrien, zu deren Wic- derbelcbung die Devalvation und die internaiw- nale Beruhigung der Währungsverhältnisse nicht flenüqt, die vielmehr unmittelbarer HilsSmaß- nahmen bedürfen. Die große Kundgebung unserer GlaS- und Keramarbeiter hat die Probleme einer der am schwersten betroffenen Industrien in «tndrinlllicher Weise auf die Tagesordnung gc- stellt und zugleich Wege zur Abhilfe gezeigt. Pier liegt also eine der dringendsten Aufgaben unserer Wirtschaftspolitik. Nicht minder aktuell ist da? Problem unserer Spirituswirtschaft. Die SpirituS- industrie ist in unserem Lande nicht nur ein sehr bedeutender Produktionszweig, sie ist auch eine Industrie, in der gewisse Grundsätze einer olan- mähigcn Bewirtschaftung schon in einer Zeil verwirklicht wurden, als das Schlagivori von der Ökonomie dirigöc, der vom Staate gelenkten Wirtschaft, noch nicht aNgemein geworden war. In der Spiritusindustrie wird alljährlich das Pro- duktionskontingenl vom Finanzministerium festgesetzt und in bestimmten Quoten auf landwirt- Roosevelts zweite Präsidentschaft Washington. Präsident Roosevelt begab stch Mittwoch früh unter Borantritt von Ehrenkom- pagnien der Polizei, der Armee und der Marine und begleitet von einer Abordnung des Bundesparlaments zum Kapitol. Dort legten Roosevelt und Bizeprästdent Garner vor Zehntausenden von Zuschauern den Cid auf die Verfassung ab. FaHkonium zurückgegangen London. Zur Rede des Außenministers Eden schreiben die„Times": Dir vom Außenminister umrissene Politik ist. nicht nur dir Polstik der britischen Negierung, sondern der ganzen britischen Ration. ES ist di» einzige Pvlltik» dir mit unsere» Traditionen übereinstimmt. «Dailv Hrrald" schr-ibt: EdenS Rede «ar ein Angebot an Deutschland und gleichzeitig auch eine Warnung, die nicht ütersehrn «erden darf, Die wirtschaftliche Belebung und politische Beruhigung Europa- erfordert allgemeine Zusammenarbeit. Dies« Zusammenarbeit bietet Eden ofsen mit Unterstützung der überwiegenden Mehrheit deS britischen Boltes an Wenn Deutschland sie annähme, kann es viel,, besonder» wirtschaftlich, gewinnen und nick» dabei verlieren. Nunmehr hat Reichskanzler Hitler da» Wort. Pari»., Auch die Pariser Presse nimmt die Rede Edens ist», Unterhaus s e h r g ü n st i g aus. Noch kein Streik-Ende New Nork. Die Konferenz zwischen Miß, Perkin», John LewiS und Murphys zur Bei-; l-gung d-S Etteile» in der Mtomobstlndustrie wurde vorläufig geschlossen,.ohne daß ein Ab- kommen über die Wiederaufnahme dir Arbeit er-; reicht worden iväre.-' der Kartellwirtschaft um T40 KE pro Kilo Zucker-Ueberschüsse für die notleidende Bevölkerung und dadurch auch durch einen größeren Steuer-! ertrag eingetracht werden. Bei dieser Gelegenheit ist nachznprüfen, bi» zu welchem Maße Sei den steigenden Preisen auf den Auslandsmärkten die Zuckerindnftrie die bisherigen Steuerrefundierun- gen und Tariferleichteryngen braucht? S. di« Zuckerüberfchüsfe sind durch Bermitt» lung deS Ministeriums für soziale Fürsorge den Arbeitslosen znzuteilen, welch« «ine Notstandsaushilfe beziehen, sowie auch der notleidenden Bevölkerung in den Notstandsgebie ten, und zwarznm Preise de» denatu rierten Futtcrznckcrs. Damit wird man am besten die Verwendung geschmuggelter Süßstoffe bekämpfen? 7. eventuelle bessere Erträgnisse au» der diesjährigen Kampagne sind auch zur Hebnng de» RüienpreiseS zu verwende::, da der gegenwärtige RübenpretS kein rentabler Preis, sanden» eher ein Berlustprei» ist: 8. zugunsten und im Interesse deS Obst baues und der Verbraucher ist die Bereitstellung billigen Zucker» znm Einkochen und Konservieren von Obst in Betracht zu ziehen. Nicht zugestimmt haben die übrigen Mit glieder des Ausschusses Pein Antrag des republi- um Verwaltungsakte handelt, zum Teil w-gen lgitsschen Abgeordneten H a u pt, die beantragte der durch da» Ermächtigungsgesetz erlveiierlen Zuckerpreissenkung um IE! 1.— bi» 1.40 pro Verordnungsgewalt der Regierung, die unmiirel- Kilogtamm auf'Rosten der" Verbrauchssteuer. bare, die formelle Zuständigkeit des Parlaments durchzuführen und den ErtragSentgang der Per»| stark eingeschränkt. Damit soll natürlich nicht gc- trauchSsteurr einerseits durch den größeren Kon sum zu decken und andererseits, soweit eS sich nm de» Restentgang handelt, ihn nach Bedarf mit Hilfe einer Produktionsabgabeo.» denKun st fetten zu ersetzen. * Interessant ist, daß der Verband der Zuk- kerfabriken und die beiden Spitzenorganisatiouen der Rübenbauern am selben Tag ein Kommuni- quee über ihre Verhandlungen betreffend den Rübenanbau im Lahre 1937 und über den Rü- benpreiS veröffentlichen. Darin heißt eS, daß der Standpunkt beider Parteien sich beträchtlich genä hert hat, so daß Aussicht auf eine baldige Eini- gung in dem Sinne bestehe, daß die vorjäh rig« Rübenanbaufläche<145.009 Hektar) um mindestens zehn Pro zent erhöht wird, wobei auch der Rübca- preisrer Vergrößerung. die man allgemein fordere und für die die ge plante Vereinbarung alle Voraussetzungen schisse. Erscheint mit»«««ahme de« Montag tSgttch früh ■u/.-ff*?** PragXII., Fochova 62— Telephon 58677— Herausgeber: Siegfried Taub— VerantwortlicherRedatteur: Karl Kern,Prag Naive Antwort Portugals London. Meuter.) Dem britischen Außenministerium wurde die Rote der portugiesischen Regierung vom 16. Jänner eingehändigt. Dir wurde dem Nichtinterventionsausschuß abgetreten. In der Rot» w>»t gesagt, daß Portugal den Antrag nicht annrhmen könne, daß aus seinem Gebiete entlang der Grenze»ine intenmtio- nale Aufsicht auSgeütt«erde, aber bereit sei, diese Aussicht selb st(k) durchzuführrn. VCII CIW UU| VIC di« z u wenig haben. „Echo de.Paris" erachtet die Rede EdenS als einen Beweis, daß England in keiner Weise di«,seinerzeitigen Prinzipien.deS ViererpalteS zu belebe« beabsichtigt. Mussolini habe vielleicht gemeint, daß das englisch-italienische Abkommen Uber da» Mittelmeer England in den Kreis dieser Ideen führen werde und daß Frankreich, um nicht isoliert zu bleiben, nachfolgen werde. Die Worte EdenS,. die dem nationalsozialistischen Regime gglten/werfen diese Berechnungen über dem Haufen..Eden trägt auch nicht,.dem italienischen Standpunkt Rechnung, daß nämlich eine eventuelle Einsetzung eines kommunistischen Regimes in. Katalonien eine Verletzung'de» Status quo in. Mittelmeer bedeuten würde,."in deren Folge Italien freie Hand in den Verhandlungen hätte. '■„Le Populaire" betont, daß der vßpant« Wirtliche britische Staatsmann klar das Prinzip dargelegt hat, daß Spanien das Recht hat, sich eß»:Regime.zu.schäffen, das es. s elb ft wUnsast. Neue Goebbels-Lügen!Parlamentarisches Subkomitee beantragt; Statt„Flughafen**:„Beobachtunaipoiten" Paris. Der Berliner Korrespondent des „Paris Midi" berichtet über die neue Press,- und Rmidfunkkampagnc Deutschlands gegen di« Tsche-■ choslowakri, in der trotz der Erklärung der tsche- choflowakischen Regierung behauptet wird, daß die Tschechoslowakei der„vorgeschobene Beobachtungs- Posten der USSR ist". Der Berichterstatter ver- weist darauf, daß den Anstoß zu der neuerliche»» deutschen Kampagne diesmal eine Depesche deS Budapester Korrespondestten deS Deutschen Rach. richten-BüroS gab, die behauptet, daß„ungarisch, MegierungSkreis« überzeugt seien, daß die tschech». slowakischen Flugplätze den Sowjets zur Ver fügung stehen". Luftangriff auf Madrid abgewiesen Madrid. Mittwoch vormittags bombardierte» Flugzeuge der Aufständischen, die von estrige» Jagdflugzeugen begleitet waren, ha» Madrider Dmviviertel Purnted« Valkeevstn Südoste» der Hauptstadt. Einig« Personen wurde» getötet. Jagdflugzeug» der RegierungStrup- pen schlügen die Franeo-Flieger in die Flucht. Ein Rückschlag Madrid.(HavaS.) Die RegiernngStrup- pen, die Dienstag di« Positionen der Aufständischen angegriften haben, habe:: sich in Ordnung in ihr» Ausgangsstellungen auf der Ebene unterhalb de» Hügel» zurückgezogen. Rach einem Berichte der Aufständischen au» Teneriffa bemächtigte» sich dir Aufständische» am DienSMg der Gemeinde Marbella und setzten den Vormarsch auf Malaga fort. Die Flugzeuge und di«"Flotte der Aufständischen haben den Hafen von Barcelona neuerlich bombardiert. Prag. DaS Sntkomitee, daS seinerzeit vom ErnährungSausschuß deS Abgeordnetenhauses un- . ter Vorsitz des Abgeordneten Falsch eingesetzt wurde, um di« Frage der Berechtigung der heutigen hohen Zuckrrpreise zu prüfen, hat nach ausführlicher Klarstellung der gesamten damit zusammenhängenden Materie durch dir Referate der Abgeordneten Bätkovä, Bayer, Haupt und L a u ö m a n am Mittwoch seine Arbeiten abgeschlossen. Die Ergebnisse der Ueberprüfung, dir nun- mehr dem Ausschuß vorgelegt werden, sind in einem Bericht»usammengefaßt, der nicht weniger besagt, alS daß daS Subkomiier eine Herabsetzung deSZuckerpreisrS u m Ai 1.40 p r o K i l o für möglich hält und auch ausdrücklich vorschlägt. Weiter» schlägt da« Sudko- mit««ine Ueberprüfung der Gebarung deS Zuk- kerkartellS m»d der einzelnen Zuckerfabriken vor und verlangt«eiterS die Abgabe von bikli- gemZuikcran Arbeitslose und die darbende Bevölkerung der Notstandsgebiete. Diese einmütige Stellungnahme deS ganzen SnbkomiteeS ist im Interesse der Konsumenten wärmstens zu begrüßen. Wie au» einem anschließenden Bericht hervorgeht, gedenkt da» Zuckerkartekl ans seine» ollen Privilegien zu bestehen und assch'vir Rütentauern durchs allerhand Versprechungen Nus dem Status guo st» der Zuk- kcrfrage festznlegen. Um so nötiger' wird iS sein/, daß nun auch daS Ausschuß-, bzw. daS Parlamentsplenum sich ebenso einmütig hinter die Anregung»:» deS SubkomiteeS stellen und ihnen mit dem nötigen Nachdruck zur' baldigen Verwirklichung verhelfen... Der für da» Ausschußplenum bestimmte Bericht hat folgenden Wortlaut: DaS Subkomite« de» ErnährnngSauSschuffeS ist zu dem Schluß gekommen, daß sich die Zuckerpreise zugunsten der Konsumenten und der Rü- benbauern und ohne Schädigung de» Kleinhandels »md der Zuckerfabrikangestellten herabset- zrn l»fsen. Rach Ansicht deS SubkomitccS kann eine Senkung um K6 1.40 pro Kilogramm deS im Inland verkauften Zucker» durchgeführt werde». Zu diesem Behuf« empfiehlt da» Subkomitee? 1. Ein« Revision der Kalkulation de» Pro- duktonspreifeS, unter Durchrechmmg der tatsächlichen mit dem Zuckcrcxport verbundenen Exportverluste.durchzuführen? 2.»ine Revision deS Zuckerkartellvrrtrage»? 3. eine eingehende Prüfung der Betriebsbilanzen aller Zuckerfabriken für da» verflossene Nach verhältnismäßig kurzer Pause— der Jänner pflegt parlamentsfrci zu sein— tritt heute da« Parlament zusammen. Ein Blick auf die Tagesordnung, welche die Regelung der Organisation der jüdischen Religionsgemeinschafi und zwei HandclSüberoinkommen enthält, zeigt, daß unsere gesetzgebenden Körperschaften vorläufig keinen bedeutenderen BerhandlungSstnsf vorsin- den. Auch unter den Vorlagen, deren Verhandlung in nächster Zeit zu ertvarten steht, befindet sich außer der Novelle zum Gesetz über daS Oberste Vcrwaltungsgericht, einem wichtigen Gesetz, zu dem wir noch Steliung nehmen werden, zunächst keine, die außerordentliche Aufmerksamkeit verdiente. Wohl ist der Entivurf deS neuen Bürgerlichen Gesetzbuches von der Regierung bereits genehmigt worden und eS ist zu erwarten, daß er bald zur parlamentarischen Verhandlung unterbreitet wird, doch handelt eS sich hier nicht nur um ein Gcsetzgebungswerk von ganz hervorragender Bedeutung, sondern anch von so großem Unifang, daß den Parlamentariern erst eine VorbereitungSsrist wird gegeben werten müssen, ehe die Beratungen darüber einsetzen können. DaS Schlvergcwicht der aktuellen Probleme liegt eben nach tvie vor in den wirtschaft- lichenFragen, da gerade die weichende Krise um so größere Anstrengungen erfordert, damit wir auS dem Stadium der leichten Besserung, von der die Massen des Volkes noch nicht viel zu i spüren bekommen haben, zu einem wirklichen Wiederaufbau der Wirtschaft gelangen. Freilich ist hier, zum Teil wegen der Natur der Sache, da eS sich bei den wirtschaftlichen Eingriffen vielfach Selle S Donnerstag, 31. Iliniier 1937 Nr. 18 Die„Neue ft r e i e Presse", also ein einwandfrei bürgerliches Blatt und obendrein in dein autoritären Oesterreich crschcl- neitd, bringt am 19. d. einen Artikel ihres Pariser Korrespondenten über die Lage der Negierung Blum, in dem es u. a. heißt: „Wenn die Negierung B!um Im Innern tiefere Gefahr«! aufgewühlt hat als Irgendeine frühere, so hat sie doch auch wieder wirksamere irrästrzurVerfstgung, diese Gefahren ,n zügeln. Trotz der schweren Störungen, dir die Wirtschaft unter den sozialen Spannungen erlitten hat, ist es gelungen, einen gewissen Aufstieg zu erzielen. Die Meßzahl der industrielle» Erzeugung weift für den letztermiltelten Monat Roveuiber eine Zunahme von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr ans. Tie Einnahmen der Eisenbahnen in der letzten Dezemberwoche zeigen auf gleicher VrrgkelchSgrund- lage eine Steigernng um zwanzig Prozent, die der Sleuerelngünge um zehn Prozent, auf., Tic Zah< lun»Seinstell«ngrn sind um achtundhreisjla Prozent zurllckgegangen, die Zahl der Arbeitslosen Ist nin acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen." Tas Reformwerk der Negierung wird sodann als sozial geivürdigt. ES sei nicht so, dass die Mehrheit abbröckelt, im Gegenteil sie wachse. CS gebe immer mehr Borlagen, für die auch oppositionelle Abgeordnete stimmen, weil die Vorlagen eben unumstritten nationalen, gesamtstaatlichen Interessen dienen. Das Blatt schließt den Artikel, der für die lvachsende europäische Autorität des Regimes Blum und für die lvachsende Erkenntnis von der geschichtlichen Bedeutung des Prozesses der fran- lm Schneesturm gesunken Berlin. Das BccsiichSboot„Welle", daS von der Kriegsmarine zur Bergung der Besatzungen eines gcstrmldeten SegelschonerS und eines gestrandeten BsrgungSdampferS eingesetzt wnrde, ist DienStag in einem schiveren Schneesturm westlich von Fehmarn(Schleöivig.Holstein) gesunken. Die Besatzung, 36 Mann, fand den SeemannStod. schafliichc und industrielle Brennereien verteilt. Das Produkt ist unter Sperre und ist nach deü Bestimmungen des Gesetzes über die SpirituS- beivirtschastung vom Lahre 1982 entweder vom Staate unmittelbar zu bewirtschaften oder es ist seine Bewirtschaftung auf eine Gesellschaft zu Wertragen, mit der Vie staatliche Finanzverwal» tung einen höchstens vierjährigen Vertrag abschließt. Unsere Finanzverwaltung hat von diesen beiden Möglichkeiten des Gesetzes die zweite ge- tvählt. Die vierjährige Frist ist schon im Borjahre abgelaufcn, die Entscheidung über das weitere Verfahren Wird also nicht mehr lange hin- auSgeschoben werden können. Wir halten die Bewirtschaftung des Spiritus durch ein--Privatmonopol, das reiche Gcivinne einheimst und dessen Gebarung zu berechtigter Kritik Anlaß gegeben hat, kcinestvegS für die glücklichste Lösung dieses Problems. Wir sprechen unS, wie dies auch die tschechischen Genossen bereits getan haben, für ein'Staatsmonopol aus, wozu, wie dargelegt, ja bereits das geltende Gesetz die Handhabe bieteti■ Natürlich ist mit der Hervorhebung dieser beiden brennenden Fragen der Umfang der wirt-■ schastSpolitischcn Probleme' keineswegs erschöpft, aber schon sie allein zeigen, daß bedeutungsvolle Entscheidungen zu treffen sind. Gleichzeitig lvendet sich aber die gespannte Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit den Verhandlungen über die nationale Befriedung zu, die nun, da die deutschen aktivistischen Parteien eine gcineinsäme Formulierung ihrer Vorschläge erarbeitet haben, in Fluß kommen müssen. Noch ist es verfrüht, Prognosen Über die ErsolgauSsichten dieser Verhandlungen zu stellen, verfrüht, Hoffnungen und vielleicht Illusionen zu wecken, aber ebenso verfehlt, vorzeitig in pessimistische Resignation zu verfallen''. Denn es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß eS hier nicht allein um Wünsche und Bedürfnisse der Deutschen geht, sondern um eines der zentralen Probleme des StaqjeS selbst. Wenn es gelingt, hier eine Tat zu setzen, einen Schritt vorwärts zu kommen, dann wird die Demokratie unseres Landes einen ihrer bedeutsamsten Erfolge errungen haben..\ f. So treten wir in den mm beginnenden Abschnitt unseres politischen Lebens mit dem festen Willen ein, das Unsere dazu beizutragen, daß die demokratische Zusammenarbeit sich bewähre und die Redensarten vom Abwirtschaften der I Demokratie zuschanden mache. Ein Wiener bürgerliches Urteil Das groBe Reformwerk In Frankreich über Blum zwischen Wiedergeburt zeugt, mit folgender Würdigung der Persönlichkeit Lton Blums: „An der Gesamthetrachtung der Lag« der Regierung kann dlePersünlichkeitihreS Führers nicht unerörtert bleiben. Man hat selbst In den Kreisen seiner Gegner Blnm JtealiSinnS und Subtilität znerkannt, man hat aber diese Qualitäten von einem Doktrinarismus überwuchert gesehen, der ste zur Unfruchtbarkeit zu verurteilen schien. Man gibt heut« auch in dm gemäßigten Krei- sm seiner Gegner zu, dast er in dm Monaten seit der Machtübernahme wesentlich gewachsen ist. Seine Subtilität, dir sich früher nicht selten in Haarspalterei verlor, hat stch zu einer ungemein verfeinerten Witterung ausgewachsen, die ihn dm schmalen, oft kaum mehr wahrnehmbaren Pfad zwischen Preisgabe von Autorität und zuräMveisen- der Unnachgiebigkeit mit sicherem Lnsttnkt entdecken läßt. Auf diesem Gebiet, daS für ihn als.Mitglied der sozialistischen Partei.- hesonderS,hcikeb jst,..bat Blum$.1«e Meist e r.s ch af.t. p n t> wickelt, die Ihn zum Staats mannvon Format stempelt. Die Umformung in Frankreich beschränkt sich nicht aus daS Soziale und Wirtschaftliche, sic erfaßt den Menschen als solchm, seine seelischeundgeistige H a l t u n g, die gesellschaftlichen Beziehungen, Freizeitgestaltung, Unterricht und Kürperkultur. Man würde Irregehen, wollte man In der gegenwärtigen Regierung nur daS Ergebnis einer zufälligen politische» Konstellation erblicken; sie ist au» dem jahrelang wachsenden Bedürfnis nach e.i nem Reform Prozeß hrrvarge-angen, den die anderen Partcigruppierun- gm in die Hmid zu nehmm nicht die notwendige Entschlossenheit fanden. Me Drahtzieher des Franco-Aufstandes Deutschlands Rolle Im Frühjahr 1996 Der General Franco ist erst iln Verlauf deS Bürgerkrieges an erste Stelle gerückt. Ursprünglich war er, wie Mola, CabanellaS und andere, eine Figur zweiten Ranges. Das Haupt des Aufstandes, der Möchtegern-Diktator, war der General S a n j r u j o, der frühere Graf von Lauen. Sanjurjo, einer der Vertrauten des ehemaligen Königs Alfons, hatte bereits 1932 einen Militärputsch gemacht, der aber rasch erledigt ivurde. Mit dem Herrn General verfuhr die Republik republikanisch milde; er durste sich unbeschädigt nach Lissabon zurückziehen, um dort in Ruhe weitere Anschläge vorzubereiten. Bei jedem Anschlag, bei jeder Konspiration, die in den folgenden Jahren aufgedeckt wurden, legte die Untersuchung die Fäden bloß, die zu Sanjurjo nach Portugal liefen. ES gab in Spanien niemand, toeder auf der Rechten noch auf der Linken, der nicht wußte, daß eines Tages der Schlag gegen das Regim« kommen werde und daß er von Sanjurjo geführt werd«. Während der Wahlkampagne i m F r ü h- j a h r 1986 tauchte das Gerücht auf, der General plane, einen Staatsstreich mit Hilfe des Militärs. Sofort dementierte Sanjurjo. In diesem Dementi hieß eS: um zu zeigen, wie wenig er an ein derartiges Unternehmen denke, werde er sich recht weit von Madrid wegbegeben;er mache ein« Reise nach Deutschland. Er fuhr nach Deutschland, wie«r sagte, zur Erholung. Sein Dementi war purer Hohn: sein« Absichten in Deutschland hingen eng mit seinen spanischen Plänen zusammen. Daß er dies«. Pläne nicht ausführen konnte, verhinderte nur sein Tod. Als er von Portugal nach Spanien flog, um sich an die Spitze der Rebellen zu stellen, stürzte das Flugzeug ab— man weiß noch nicht, ob infolge eines wirklichen Unfalls oder einer Sabotageaktion— und er kam umS Leben. Sanjurjos Reise nach Berlin fand im Frühling statt. Das nachfolgende Dokument") stammt aus dem I u n i. ES ist ein Brief deS Ortsgruppenleiters W a l z e r der Deutschen Arbeitsfront in Madrid an seine übergeordnete Stelle in Berlin. Der in diesem Schreiben erwähnte spanische General dürste Sanjurjo selbst sein; denn erstens war e r ja der Mann, der Berlin besuchte, zweitens wird man in Berlin „bestimmte Zusagen" tvohl nicht Untergeordneten gemacht haben, und drittens liegt B i g o, wo Oberst S o u z a, der Freund des „spanischen Generals" saß, dicht an der portugiesischen Grenze, also an einem Punkt, der«in Rendezvous mit spanischen Emigranten in P-r- tugal sehr leicht ermöglicht.„A. O." im Brief heißt„AuSlandöorganisation". Das isteinein Hamburg sitzende Stelle- die die Politik der Ausländsdeutschen in ihren Gastländern dirigiert. Stampiglie Ortsgruppe Madrid Vigo, den 17. Juni 1986. Geschäftsstelle D. A. F. Madrid Vertraulich. Gestern traf ich zufällig den Obersten Souzs, der mir sagte, er hätte sich bereits vor einigen Tagen schon mit Berlin(Luftfahrt) In *) Die Zeitung„Die soziale Revolution" iBareelona, 11. I. Nr. 2) gibt dar klischierte Faksimile des in Madrid aufgefundenen Briefes wieder, I das uns vorliegt. Verbindung gesetzt, und zwar mit dem betreffenden He-e.enten dort, der Ihm von Staffln qufgegeben wurde. Souza meint, die Lage hier spitze sich immer mehr und mehr zu, er habe wohl gebärt, daß ein ihm befreundeter spanischer General bestimmte Zusicherungen'aus Deutschland erhielt, die hiesigen nationalen Kreise bei etwaigem„Losschlagen" zu unterstützen, aber dennoch ist er sehr ungehalten über, die Verzüge, mag in Berlin. Vielleicht Ist es angebracht, wenn wir den Fall bei der A. O, anbringen, die sitzt näher beim Schult und kannte durch Intervention bei der Luftfahrt die Sache beschleunigen. Uns hier liegt alles daran, den Herrn Souza zu unterstützen. Die Lage ist wohl so hier, daß wir bei fortschreitender Machtausbreitung dar Marxisten hier, nichts gutes zu erwarten haben. Erbitte Ihre umgehende Rückantwort. Mit deutschen Grüßen: O. Gr. Walzer. Deutschlands Beteiligung am spanischen Aufstand, an der Erschütterung deS europäischen Friedens beginnt nicht mit dem Tag, an dem die ersten deutschen Gewehre und Granaten auf spanischem Boden aufgestapelt wurden, sondern spätestens im Frühjahr 1986. Im Juni, einen Monat vor dem Ausbruch der Rebellion waren die Verschwörer in Spanien ungeduldig, weil Berlinale Ausführung seiner Versprechungen verzögerte; und noch früher, noch vor dem Wahlsieg der Volksfront, hatte der anerkannt« Führer aller gegen die Republik gerichteten und zu richtenden Unternehmungen in Deutschland„Erholung" gesucht. Daß er ste, wenigstens seelisch, gefunden hat in konkreten Zusagen maßgebender Stellen, ist nicht zu bezwet- feinT*7***!T*'''ettspie£et I nun da» Ergebnis der Verhandlungen ab. Wäh- ner auch Big-bürgermeister Genosse Re ichelt rend des kurzen Streiks fand auch bereits ein« und Genosse B randstadter vom Kranken breitet werden. | Tür öffnet. Dieser da, von dem jetz: im Jserländchen .viel die Rede ist, hat für seinen Beruf nicht da» stellen konnten, dass der deutsch-polnische Palt vom Jänner 1934 die Probe auf seine Lebensfähigkeit gut bestanden hat. Die Konferenz Beck- Neurath dauerte fast eine Stunde. Sympathiekundgebung der gesamten Textilarbeiterschaft der Firma statt, die da» Verlangen ihrer Metallarbeiter-Kollegen auf das wärmste unter» stützten. Der Präsident der Republik empfing am Mittwoch den Gesandten Grohbrttannien» lk.H. B e n t i n ck, weiters den sowjetrufflschen Ge- R o m.(Tsch. P.-B.) DaS Organ deö Vatikan, der»Observator« biomano" reproduziert Seit Wochen stehen die in dem grossen Textilbetrieb der Firma No-Stross In Liebanthal (Westböhmen) beschäftigten Metallarbeiter mit der Firma in Verhandlungen, um bessere Löhne zu erlangen. Alle Hinweise auf die gebesserte Wirtschaftslage und auf die schlechtere Entlohnung gegenüber anderen Betrieben fand bei der Firma k«i n e n A n k l a n g. Am Dienstag beschloss eine Versammlung der Metallarbeiter, einen letztenVersuch zu unternehmen, u>n die Finna-zu Verhandlungen zu bewegen. Für den Fall des Scheitern» auch diese» Versuche» wurde von der Bersanunlung die Vollmacht erteilt, di« letzte Waffe in dem Konflikt, den S t r e i k, in Anwendung zu bringen. Die Betriebsleitung beharrt« aber weiter auf ihrem, ablehnenden Standpunkt, so dass sich die Metallarbeiter de» Betriebe» geztvungen sahen, zur Arbeitsniederlegung zu greifen. Mittwoch um halb 12 Uhr vormittags verliehen die Metallarbeiter geschlossen den Betrieb. Damit war der Nerv de» grossen Unternehmens anarchistischen und kommunistischen Gruppen „nicht radikal genug" sind." DaS wäre also ein richtiger 89. Juni gewesen. Aber der echte hat immerhin mehr Opfer gefordert und war saubere Arbeit: Hitler mordete seine Freunde. Und ihm ist da» Morden von der„Rundschau" erlaubt. Hier aber, in Barcelona, haben Anarchisten und Kommunisten wegen des Streites um die Pfründen, der zwischen ihnen tobt, die Stadt verdunkelt und sich in der D u n k e l h« i t dann auf das Morden der Sozialdemokrat en geeinigt! Wenn die„Rundschau" schon dem„Daily Telegraph" nachlügt, dann sollte sie doch mit etwas grösserer Intelligenz lügen. So aber können selbst die geistig so bedvrfnISosen Henlein» anhängcr den Schwindel durchschauen. Betrugsprozefl Bude vor das Reichenberger Kreisgericht Bor dem Gablonzer Bezirksgericht sollte Mittwoch die Verhandlung gegen Josef Bude, den Vorsitzenden der Deutschen Arbeitergcwerkschaft, wegen Betrugs.mit Unterstützungigeldern und Beiträgen stattfinden. Zu Beginn der Verhandlung teiüe der Richter mit, dass die Akten an die Staatsanwaltschaft in Reichenberg abgetreten wurden und dass gegen Bude da» Strafverfahren wegen Betrug» vom KreiSgekicht Reichenberg eingeleitet werden wird. polen rollt die Kolonlalfrage auf 7 Warschau. In RegierungSkrelsen Ivird versichert, dass Aussenminister Beck dem Bölkerbuud- „Rote Fahne**— wie gewöhnlich I Eine dreiste Erfindung Aus einer Bemerkung in der sonntägigen Rede de» Ministers ZajiL«I schliesst die„Rote Fahne" mit gewohnter Logik, die deutschen Regierungsparteien hätten»der faschistischen SdP«in Einheitsfrontangebot gemacht." durch eine Vergrösserung de» alten entstanden ist, hat einen Belagraum von 29 Betten. Da aber die Betten reichlich Raum haben, wird es im Notfall« sehr leicht möglich sein, noch vier bi» fünf Betten mehr zu stellen. Die Einrichtung ist vollkommen modern. Der Pavillon ist durch drei .. Stiegenhäuser, respektive Eingänge, in vier von- 'Sofört nach dem Berfassen de« Betriebe» einander unabhängige Teile geschieden, so dass es Gegenbesuch Mu soünls bei Hitler? Paris. Der Berliner Berichierstatter der „Information Financitre" nieldet: An gewöhnlich gut Informierten Stellen wird behauptet, dass General Göring beauftragt war. Mussolini zu einem Besuche Deutschlands einznladen. Mussolini habe diese Einladung angenommen und werde.sich im März nach München begebend wo er mit Reichskanzler Hitler Zusammentreffen werde. Mussolini werde auf diese Weise den Besuch Hitler» in Venedig vom Jahre 1933 erwidern. republikanischen Behörden, auszuforschen, zu welcher Aktion die Henleinisten aufrufen wollen! Unmöglich kann der Inhalt de» Plakate» de» Augen des RegierungSvertreter» entgangen sein. Demokratie heisst nicht nur Diskussion, Demokratie muh kämpferisch sein, wenn sie sich behaupten und nicht ihren Feinden das Feld überlassen will... I KSK«JiKK 1 WSEJÄ natürlich gar keine Rede sein. Genosse I a k s ch hat am Sonntag in Marienbad kategorisch erklärt, dass uns die Meinung der SdP über unser« nationalpolitische Haltung ganz schnuppe ist. Trotzdem erdreistet sich die«Rote Fahne" zu behaupten, die deutschen Regierungs parteien hätten sich vergeblich Henlein angebiedert und Jaksch hätte eine einseitig« Absage an die Kommunisten gerichtet. Mit solchen Mätzchen soll der peinliche Eindruck verwischt werden, den das Egerer Auftreten Gottwalds hinterliess. Brief an den Zeitseiegel Wer unterstUht die Nazipropaganda gegen die ÖSR? Am Dienstag um 19 Uhr ließ in der deutschen Relation unser amtliches Pressebureau durch den Prager Bender verkünden, welch, neuerliches ablehnendes Echo die reichsdeutsche Gräuelpropaganda gegen die öSR in den westeuropäischen Staaten, besonders in England, gefunden hat. Eine Stunde später schon wurde über alle deutschen Goebbelssender gemeldet, daß sich die westeuropäischen Staaten von den tschechoslowakischen Informationen haben bluffen lassen, denn die Boi- sohewisierung der CSR sei doch vollsogen. Niemand anderer als der ehemalige tschechoslowakische Handelsminister Mato u Sek habe in den„Ndrodni Listy" dies an vielen Beispielen festgestellt. Und nun wurde ein Artikel Matouäeks fast zur Gänze zitiert und immer wieder angeführt:„So stellt der ehemalige tschechoslowakische Handelsminister Matouiek fest", ,jso schreibt der ehemalige tschechoslowakische Handelsminister." Warum werden alle Bemühungen um die Wahrheit von solchen„Patrioten" durchkreuzt f R. B. Abschied von Marie Kremser Gestern nachmittag wurde die Leiche der Genossin Kremser Im Brüxer Krematorium bestattet. Wie beliebt diese Frau war, betvieS noch einmal die Trauerseier. Von weit und breit waren die Freunde und Genossen erschienen, um unserem' Genossen Kremser in seinem grossen Schmerz Trost zu sagen, um der verstorbenen Genossin letzte Blumengrüsse zu senden. Man sah den Genossen Taub al» Vertreter dei Parteivorstandes, die Mitglieder der Kreisvertretung, viele Freunde und Genossen aus Prag, so unter anderem die Genossen Dr. Strauss und Hofbauer, ferner die Bürgermeister von Aussig, Teplitz und vieler Gemeinden. Die Krankenkassen und öffentlichen Korporationen, die Bezirks- und Lokalorganisationen, mehrere Frauensektionen und Kulturorganisationen hatten ihre Vertreter entsendet. Der Sarg lag umgeben von roten Nelken und Blumen, gebettet in einem grünen Blätterhain. Um 3 Uhr erklang Nikolai'S»Religioso", von Herrn Konzertmeister Löwen thal, Teplitz(Violine) und Herrn Süss, Brüx(Harmonium) ergreifend vorgetragen. Genossin Gusti Schaffer aus Karlsbads nahm in bewegten Worten von der guten Gästin^ Und Mütter/ von der überzeugten Genossin und Mitarbeiterin Abschied. Kein Auge bljeb trocken, al» sie ihr den Dank der Partei für ihr Wirken und die verständniSvoUe Aufopferung zum Ausdruck bracht«. Leise und wehmutsvoll erklangen die Hymnen au» Beethoven» Trauermarsch, der Sarg versank in die Tiefe; Blumen folgten ihm in» Flammengrab.— Genosse Heinrich Kremser hat seine prächtige Frau und Lebensgefährtin, Genosse Heinz Kremser die seelensgute und'sorgende Mutter verloren. Wir alle sind um eine tapfere Genossin ärmer. Und doch gilt e» nun im Sinn« der Verstorbenen und des trauernden Genossen Kremser weiter zu wirken-und zu arbeiten, um die Lücke auszufüllen, die ihr plötzliches Scheiden riss. v e ii i i li Ul iuhisiw vt-ii*iiiDHHiiini|in> viu vuiii vuhcipiiiiv* sandten A l e x a n d r o ws k tf, sodanck Ver- 1 rate den Vorschlag zwecks Errichtung eine» Son- treter der Europäischen Wirtschaft»- und Zollber- deransschusse» für die Prüfung der Fragen der ein» pnd schliesslich Vertreter der' Jugendorgant-, Rohstof f.- Distribution unterbreiten satten der tschechoslowakischen PolkSpgrtei. wirb.■ hauSauSschuss regen Anteil. LeffingS Witwe erhält doch daS Marlenbader Helmatrecht. Frau Ada L e s s i n g, die Witwe nach dem in Marienbad kurz nach dem Hitlerum- sturz ermordeten Professor Theodor Lessing, bewarb sich in der letzten Zeit um die Zusicherung Beck auf der Durchreise bei Neurath Warschau. Die Besprechung, die der aus seiner Reise»ach Genf begriffene polnische Aussenminister Beck im Lause des Mittwoch-Vormittags in Berlin mit dein deutsche» Aussenminister von Neurath hatte, diente, wie anS insor- Modernisiarung de» Letparr Krankenhauses. Sonntag, den 17. Jänner, erfolgte in B. Leipa die Eröffnung und Uebergabe de» neuen Jnfek- tionspavillon» beim allgemeinen öffentlichen Krankenhause. Schon viele Jahre hindurch litt da» Leipaer Krankenhau» an Raummangel. Besonder» der JnfektionSpavillon war ganz und gar unzulänglich- Ost mussten dort, wo nur 12 Betten vorhanden waren, 22 und mehr Kranke untergebracht werden. Dazu gab e» dort nur ein Klosett für.alle, Kranken, Der neue Pavillon, der T’la-Stunden-Schicht Im belalsci.en Bergbau Brüssel. Im Kabinettsrat erstattete der Arbeitsminister über den Verlauf der Vcrhaudluu- amtlichen Kommunique wurde folgende Regelung getroffen: Die Arbeitszeit in den Gruben wird mit sofortiger Wirkung auf siebeneinhalb Stunden täglich herabgesetzt unter Aufrechterhaltung der bisherigen TageSlühne, bzw. Erhöhung deS Stunden- lohne'S um sieben Prozent. Der Arbeitsminister hat daS Recht, notfalls Ueber stunden zuzulassen, für die ein Lohnzuschlag von 25 Prozent gezahlt wird. Zur Verhütung der Verringerung der Kohlenförderung wird eine st a a t l i ch e K o in m i i- s i o n eingesetzt, deren Ausgabe eS sein soll, für die Beschaffung der erforderlichen ArbeitSlräfte Im Kohlenbergbau zu sorgen, wobei erst iu zivcitcr Linie ausländische ArbeitSlräfte hernngezogc» werden sollen. Der Kongress der sozialistischen Grubenarbeiter muss zu dieser Regelung noch Stellung nehmen. des- eimatrechteS durch die Stadt Marienbad.! uver oen wernurbk»ttwnBiiin- Am Mittwoch fand nun eine Sitzung des Marien. 2°""nKohl-"bcrnban-Konfükt Aericht. Na» dem Lader Stadtrates statt, in welcher da» Ansuchen| der Frau Lessing glatt abgelehnt wurde. In der darauffolgenden StadtvertretungSsihung empfahl namens der deutschen Sozialdemokraten Stadtrat Suttner die Bewilligung des An suchen», um damit zu dokumentieren, dass die Be völkerung der Kurstadt Marienbad das seiner zeitige Verbrechen an Theodor Lessing verurteile. Für die A b l e h n u n g des Antrages auf Einbürgerung der Frau Lessing stimmten n u r d i e Bürgerlichen, die in der Minderheit blie ben, fo dass also die Einbürgerung angenommen wurde. Für die Verleihung' de» Heimatrechtes stimmten die deutschen Sozial demokraten, die Arbeit»- und WirtschastSgemeln-- schast, die jüdische Partei und di« tschechische Wahl- qemcinschaft. Die bürgerlichen Parteien suchten sich für ihre Niederlage weniasten» noch dadurch zu revanchieren, dass sie die Gebühr für die Einbürge rung auf 2999 Kä hinauftrieben. Ein Exekutor unselige» Angedenken». Man schreibt un» au» Gablonz: In Gablonz hat sich! Auch der Vatikan die e X nc’ Manne, versichnrt, der w| gegen die Berliner LQgenkampagne Ein neuer SO. Juni 7 Wir lesen in der„Rundschau": „Anarchisten— Kommunisten. Ueber die anarchistischen-Zustände in Barcelona und di« ' Zwistigkeiten der verschiedenen kommunistischen Gruppen untereinander bringt der„Daily Telegraph" einen höchst bemerkenswerten Bericht. Danach. war dieser Tage in' Barcelona unvermutet die Verdunkelung der Stadt angeordnet worden, so dass die Bevölkerung an einen unmittelbar be- eorstehenden Luftangriff glaubt«, Dies« Annahme wurde verstärkt durch die Tatsache,, dass in mehreren Teilen der Stadt Gewehrschüsse gehört Mut« . den. Lisch einer Verdunkelung von 18 Minuten Dauer wurde die Stadt wieder beleuchtet, uNd ein Rundfunksprecher macht« die unbestimmte Mittm- lung, dass di«„Gefahr vorüber" sei. In Wirklichkeit hatte sich folgende» zugetragen: In letzter Zeit wär die Gegnerschaft zwischen den grösseren Gruppen der Anarchisten und Kommunisten infolge. von Meinungsverschiedenheiten Über di« Verteilung der einträglicheren Pfründe immer bedrohlicher geworden, so dass eine dieser Wrup. pen beschloss, unter dem Schutze einer.Luftab- Wehrverdunkelung" di« Konkurrenz zu vernichten. Nach dem„Daily Telegraph" forderte der borge, täuscht«.Luftangriff".hierbei 1.00 Tote und 189 Verletzte. Die Mehrzahl der Opfer sind.'katalanische Sozialdemokraten, die nach Ansicht der genug sich in der Rolle eine» kleinen Tyrannen gefühlt hat. Die Not im Jsergtbirge ist gross, in den Häuschen der Glarschleifer ist der Hunger längst kein„ seltener Cast mehr, und wo die Not zu nisten be- ein grosses i'md schöne» Lichtbild deö Kreuze«,"das ginnt, stellt sich gewöhnlich auch sehr bald der Exe- anlässlich des Katholikentage« deö Jahre» 1935 in kutor ein, der Mann mit der Aktentasche, dem der. Prag aufgcrichtet war und vor kurzem inr Garten hart nm» Dasein ringende Mensch erblassend die p,s Kloster« von Etrahow zur Aufstellung ge- ..>>-—-•> langte. DaS Blatt sagt, daS Kreuz blick« auf Prag, die Hauptstadt der Tschechoslowakischen vic- publik, al« ein Zeichen deö Segen« und de« Schirmrö. ES ist bezeichnend, dass da« vatikanische Blatt darauf verweist, wie in der Tschechoslowakei das Symbol der Christenheit einen so herrlichen Platz erhält in einer- Zeit, wo a n S .Deutschland so viele Berlenm- Geschlossene Arbeitsniederlegung zwingt grofle Textilfirma zu sofortigen Lohnverhandlungen ' tragen 789.999 KC und werden zur Gänze voni Lande getragen, fo dass den Steuerträgern von B. Leipa keine Mehrbelastungen zugemutet werden brauchten. Die Bauzeit betrug nur 19 Wochen. Ausführende war die Baufirma Richter s und Zupelli. An dem Zustandekommen dieses Baue» hatte neben dem Bürgermeister W i e»- erlahmt. Spindeln und Webstühle gingen lang- sanier und standen schliesslich still.| C-'........ wurde der B-rbandsöbmann de« Internationalen! ohnewettere» möglich ist, die" einzelnen Kranken, Metallarbeiterverbande» Genosse Kaufmann ihrer Krankheit, zu sondern. Selbstverftänd- von dem Ausbruch de» Streiks verständigt. Kurze»Ich gibt e» Mr jede Abteilung ein eigenes Klosett, Zelt später ging seine Antwort ein, in der er den!«ine eigene Badeanlage und eine eigene Teeküche. Streikenden seine Sympathien ausdrückte und' Ebenso sind Räume für die Aerzte und die mitteilte, dass inzwischen die Firnm durch den Sn-1 Schweste^ vorhanden. Die Kosten de» Baues be- dustriellenverband den Vorstand deS JMB davon' verständigt habe,, dass sie bereit fei, Verhandlungen mit ihren Metallarbeitern anszunehmen. Die Einigkeit und da» entschlossene Handeln der Metallarbeiter hatte also in kürzester Zeit ihren Zweck erfüllt! Die Metallarbeiter nahmen am Nachmittag die Arbeit wieder auf und warten. Wehe denen, die nicht folgen...1 Bor einigen Tagen hielt die SdP Konrad Henleins in Grotzprtesen ihre Generalver sammlung ab. Im Versammlungsraum leuchtete im Hintergrund des Präsidententisches eine grosse rflte. Fahn«,-flankiert von.zwei. Plakat«», Das. linke Plakat-trug die Inschrift:... „Wehe denen, die nicht folgen, wann wir sie rufen...!" Die stark an die Propagandamethoden der nationalsozialistischen Partei eine» ausländischen grossen„Führer»" erinnernden Worte sind un missverständlich. WaS denen droht, die"nicht fol gen, wenn sie gerufen werden, kann man sich nach den Vorgängen seit der Machtübernahme durch die grossen Vorbilder einer hierländischen Bewegung-, lebhaft vorstellen. Konzentrationslager und mitgebracht, wa» wünschenlwert und notwendig ist: Schlimmeres... ES wäre auch Sache unserer«in bisschen verständni» mit den armen Teufeln, ,u i denen er pfänden kam. Oft ist e» zwischen ihm und den Leuten, die er in seiner amtlichen Eigenschaft aufsuchte, zu scharfen Au»einanderfetzungen und heftigen Zusammenstössen gekommen, weil' der... D Pfandmann allzu rigoro» sein« Amtspflicht er-! dn'nge»"über'dien nge bl i ch e Bn l- Men au müssen glaubte. Der jetzt von der"j s ch, w t s t« r u n g der Tschechoslowakei ver- Gablonzer Staatspolizei wegen Bestech- ltchkeit verhaftete Exekutor hat «» nicht verstanden, mit diplomatischem Etnsüh- len in die Psyche der von ihm besuchten Leute gefährlich« Zuspitzungen zn vermeiden. Und so wird c» begreiflich, dass die Festnahme de» Manne» im Jsergebirge mit einer Genugtuung aufgenominen wurde, die da» Mass der Abneigung so deutlich zeigt, dass sie'selbst einem Exekutor gegenüber er« . stannlich ist. I. Die ArteitSiiemeinschaft ver westblhmischen Der SinweW deS chrlstlichsozlalen Politiker» aiif genehmigte da, mit der„Hapatz' ge-1N'ierten Kreisen mitgeteilt wird, der Besprechung ”,> trottene Ueb-r-inkomm-n wornacki di- Savaa" mit des Gesamtkomplexe» dec polniich-dentichen Be- die Ablehnung eine» nationalpolitischen Zusam- I V-»ieSunaen wobei die beiden Anücmniniiten icit- mengehens durch die SdP bezog sich s-wsw-rständ.!" lich auf die Zeit vor dem Regierungseintritt fei-,®? flen. ein' n A^nerfatz von^099 Reichsmark ntt Partei übernimmt.®«„tzapag" verpflichtet sich, die Ver« Bon irgend einem Angebot der deutschen Re-, der w-stböhmlsch-n Kurorte in allen ihren > nehmen. Bet Zustandekommen de» Vertrage», der noch der Bestätigung durch die Direktion der„Hapag" bedarf, wird die.bisherige AuSkunstSstelle der west- böhmifchen Kurorte in Berlin mit 89. September d. I, ausgelassen. An der Leipziger Messt werden sich die westböhmischen Kurorte Heuer nicht beteiligen. Hingegen würde eine gemeinschaftliche Beteili- güng an der Weltausstellung in Pari» im Rahmen de» tschechoslowakischen Pavillon» und an dem Ro- tarh-Wtltkongress in Nizza in Aussicht genommen. Beabsichtigt ist ferner die Durchführung einer Son- terwerbeaktion anlässlich der KrönungSselerlichkeiten in London, worüber mit der tschechoflvwakischen Gesandtschaft in London da» diesbezügliche Einvernehmen gepflogen wird. Seife 4 DonnerStng, 21. Sttmter 1037. Nr. 18 S I» 1 f ff'j TtALSNEg^eitm ^mrikckes Ksuäerwelsck Der DND schreibt: „Dir uiunöglichc stilistische und gramma- tiknlische Form der in den verschiedenen Amts, blättern veröffentlichte» Kundmachungen war in der lebten Zeit wiederholt Gegenstand sehr begründeter Beschwerden. Ein Kapstel sür sich bildet das Deutsch dcS Schulverordnungsblattes. Seine Ausgabe Nr. 11 voin Jahre 1936 ist ein wahres Sammclsurinm sprachlicher Schnitzer. Eine Glanzleistung ist wohl der Erlast Nr. 111 „betreffend die Nblassung(?) von der gegen- seifigen AuSfalgung der UcbcrweisungSbcträge bei Ucbcctritten(l) der Lehrer der öffcntlichcif Volks- und Bürgerschulen auS dem aus der PcifsioifSvcrsichcrung anSgenonnucnen Dienst in einen anderen solchen Dienst". Ein einziger Ab. say, auf Seite 430, zählt nicht weniger als 110 Wörter!" In diesem Znsammenhang kann auch dar- aus verwiesen werden, dast die neue S ch u l- vrdfiung für Mittelschulen in ihrer deutschen Aifsgabc von sprachlichen Fehlern w i m in o l t, weil das Unterrichtsministerium,>vie es scheint, niiudcsfeus in der „zuständigen" Abteilung keinen des Deutschen wirklich kundigen Bcanitcn hat. Wie elend es niit dem UebersehungSdicnst der staatlichen Remter bestellt ist, zeigt auch ei» Werbe-Ausruf sür dicVerteidi- g u n g S a n l e i h e, der seinerzeit in den Schulen ausgchäugt war. Wir fvissen nicht, welches Amt für ihn verantwortlich^ zeichnete, ob das Schul- oder das Finanzministerium, aber jedenfalls hing er in deutschen Schul zinnncrn und tinser Gewährsmann war Zeuge, wie dieser Auf- ruf, der doch sür die Republik werben sollte, von deutschen Besuchern eines Vortrages, der in einem Schulrauin staitfand, mit Recht belacht wurde. Da hicst cs ctlva:„Ihr w ä ch st... unter ihren demokratischen Ordnungen". Den Kindern wurde versichert, dast die Republik „euch, euren Teueren und Freunden" das Leben sichere, und zwar„in der Zeit der... U in st ü r z e.,. i n d e n v e r s ch i c d e n e n O r t e n der Welt". Die Kinder sollen, hieb eö weiter,„vor der Blutvergiestung... und vor den Tränen über den Lebens- v e r l u st und über das Verderben der Städte und Dörfer bewahrt werden".■ Das Vorhaben ist gcwist löblich, aber zu- tiüchst einmal sollten die Schüler und die drci- cinvicrtel Millionen deutschen Staatsbürger überhaupt sowie auch die deutschsprechenden Fremden, die ins Land kommen, vor derartigen Sprachschönheiten bewahrt bleiben. Ganz ab- gesehen von der Mistachtung der deutschen Bevölkerung, die sich in diesem Deutsch der Remter auSdrückt, ist cS ja der Staat selbst, der von solcher Kontra-Propaganda den Schaden hat! Schiss« in Seenot. Die Besatzung des bedrohten Dampfers„Trlin" musste de» Versuch, den Dampfer„VenuS" in Rettungsbooten zu erreichen, aufgeben, da das Meer äußerst stürmisch Ist. Die„Venus" hat durch Radio bekanntgegeben, dast sie selbst versuche, zwei Rettungs» Sdircdccn über USA Die neue Welle der Verbrechen MTP. New gort, Mitte Jänner. Der neueste Kidnapper-Fall mit seinen grauenhaften Einzelheiten ist nicht das einzige Verbrechen, das das Publikum der Vereiniglen Staaten in Atem hält, obtvohl es dazu belgetra- gc» hat, das allgemeine Gefühl der Sicherheit in einem schwer vorstellbaren Maste zu erschüttern. Der amerikanische DurchschnittSbücger ist gar nicht so gesund und kraftstrotzend, wie man sen- scits des grasten Teiches oft annimmt. Jedenfalls ist die Kehrseite dieses Vorzuges eine Hysterie, die nur sehr unvollkommen Angst- und Bcklem- mungsgefiihle zu verdecken vermag. So hat seit Tagen ein phantastischer Run auf die privaten Detektivinstitute eingesetzt, von denen es Hunderte im Lande gibt. Jeder Familienvater, der es sich leisten kann, hat für sein Rind oder seine Kinder einen Privatdetektiv engagiert. Die Preise sind nicht niedrig, man zahlt bis zu 20 Dollar pro Tag, ohne Verpflegung. In den Tagen der Lindbergh-Affäre hatte schon einmal ein solcher Run stattgefunden, und das ganze Land war von derselben Erregung und Angst befallen ivorden. Seitdem sind Jahre eines verzweifelten Kampfes der NegieruilgSbehördcn und der Polizei gegen das Gangster- und Kid- nappertum vergangen, und bis vor kurzem schien es, als sei der Kampf zugunsten des Gesetzes entschieden ivorden. ES kamen zivar immer wieder Kindesentführungen vor, aber es ivaren sozusagen säst alles leichtere Fälle, und die Verhängung der Todesstrafe für Kidnapper hatte doch viele verbrecherische Naturen abgeschreckt. Jetzt zeigt, der furchtbare Mord an dem zehnjährige» Charles Matson, daß alle Mühe boote hinunterzulassen und sie zu dem bedrohten Schiff zu entsenden. Um Mitternacht funkte der Dampfer„Tryn", dast seine Lage mit jedem Augenblick schlechter werde. Auch die„BenuS" konnte die Rettungsboote nicht hinablaffcn. Die Besatzung schüttete jedoch ununterbrochen Oel ins Meer, um den Wellenschlag zu beruhigen, der den Dampfer ,,Tryu" vollständig zu vernichten droht — Der russische Dampfer„Jkmen" teilt radiotelegraphisch niit, dast er bereits neun Stunden steucrloS auf dem Meere umhertreibe und bat um Hilfe, da seine Situation kritisch sei. AuS Oslo ist ein Schiss zu seiner Rettung ausgefahren.— Der Marseiller Rundfunk hat eine, Nachricht aufgefangen, die besagt, dast der Dampfer„Savonna" aus eine Untiefe in der Nähe des Songvacr Fjords in Norivegen aufgefahren ist. Ei» Irrer der Mörder des Matson-Knabe»? Die Polizei hat in Tacoma den 40jährigen George Wilson, welcher der Ermordung des junge» Mat- son verdächtig ist, verhaftet. Bei dem Verhör erklärte Wilson, er bekenne sich mit Freuden zu der Ermordung des Knaben, er sei jedoch nicht selbst der Urheber dieser Tat. Er fügte hinzu, er tvürde gern die ganze Familie Matson auSrotten. ES Ivurde scstgestellt, dast es sich um einen Geisteskranken handelt, der kürzlich aus der Irrenanstalt in Louisville entlasten worden ist. Trotzdem, wird Wilson mit den Zeugen der Entführung des jungest Matson konfrontiert werden.' Ein tolleS Gangsterstück hat sich in Monroe Im Staate Michigan ereignet. Zivei Polizeibeamte, die in ihrem Dienstlvagen eine Streife unteriwh- n>en, hielten einen Personenkraftwagen an, weil sie in den beiden Jnsasten die Entführer eines'Geschäftsreisenden vermuteten. Einer der Beamten stieg in den Privatwagen über, während der andere Beamte einen der Verdächtigen zu sich in den Wagen nahm, um zur Polizeistation zu fahren. Auf dem Wege dahin zog der Verbrecher plötzlich seinen Revolver und zwang den Beamten, mit dem Dienstlvagen einen anderen Weg einzuschlagen. Mit der Pistole trieb er den Polizisten zu größter Geschwindigkeit an. Der Kamerad des Polizeibeamten nahm mit dem Privativagen sofort die Verfolgung auf, konnte aber den Dienstwagen nicht mehr erreichen.— Am Abend fand man den vergebens war. Psychiater werden umsonst sich abmühcn, plausible Erklärungen über die Natur von Menschen abzugeben, die derartige Taten begehen. Denn die Ermordung eines entführten Opfers geht ja weit über das Ziel hinaus, das sich die Kidnapper gesteckt haben. Für sie ist ja die entführte Person nur Mittel zum Zweck: man will Geld erpressen. Im Falle Matson waren aber zweifellos psychisch entartete Elemente am Werke^ sadistische Naturen, die ihr Opfer in der bestialischsten Weise gefoltert haben. Auch ein ztveites Verbrechen, das Amerika und insbesondere New Aork in Schrecken versetzt, hat, soweit man bisher weih, einen absolut normalen Hintergrund. Die Ermordung von Mrs. Mary Harriet Case in ihrem Badezimmer durch den schwarzen Hotelporticr Major Green, ist ebenfalls mit beispielloser Brutalität vor sich gegangen. Der Mörder selbst schildert die Tat in grauenhaften Einzelheiten, ohne bisher angcben zu können,, welche Beweggründe ihn dazu veranlaßt haben. Dast der Mörder ein Neger ist, erschwext den Fall für Amerika ungemein, und schon geht die allgemeine Meinung dahin, daß auch die Ermordung des jungen Matson nur Farbige auSgefühct haben könnten, denn Weiße, seien einer solchem Tat nicht fähig. So falsch diese Verallgemeinerung ist, so wird sie doch jetzt, und zwar mit großer Leidenschaft vorgebrächt, und'vieles deutet darauf hin, daß man in der USA vor einer .neuen Welle von mehr oder minder sichtbaren Aktionen gegen die schwarzen Bürger und Bürgerinnen der Staaten steht. Ein Beweis dafür ist die-in diesen Tagen überraschend durchgesührte Riesenrazzia der New- Aorker Polizei in Harlem, dem New-Aorker Negerviertel, bei der 70 Personen festgenommen wurden. Diese Razzia wmü>e von dem Spezialt« Polizei beamten außerhalb der Stadtgrenze mit.den Polizeihandschellen an einen Briefkasten ange- schlojfen, erschossen auf. Zwei Leichen in Säcke eingenäht. In Jena wurde ein schweres Verbrechen ausgedcckt. Seit vier Wochen vermißte man die 48jährige Hausbesitzerin Else G a a r und ihren Vater, der sie zu Weihnachten in Jena besucht hatte, nämlich den 80jährigen Photographen Gustav Wild auS Regensburg. In der Nähe der Villa, die Frau Gaar besaß, fand man jetzt die Leichen der beiden Ermordeten i n S ä ck e e i n g e n ä h t an verschiedenen Stellen auf. Vermutlich wurde das Verbrechen an einem der beiden WcihnnchtSfeier- tage begangen, während das Dienstmädchen in einem Krankenhaus« lag. Sämtliche Mieter der Billa, die Frau Gaar gehörte, sind in Haft genommen worden, da alle Umstände darauf schließen lasten, daß das Verbrechen auf eine» Racheakt zurückzufUhren ist. Der Rundfunk in der Sowjetmiion. Der Rundfunk hat in der Sowjetunion außergefvöhn« liche Bedeutung erlangt nud ist zu einem maßgebenden Faktor des gesellschaftlichen Lebens und der Kultur der Sowjetbürger geworden. Außer dem Sender„Komintern", der mit einer Leistung von 800 Kilowatt viele, Tausende von Kilometer': von Moskau zu.höffn.zst,. senden Dutzende, von Stadien,.so,.daß hie' Sowjetunion allein schon kn. dieser Hinsicht in Europa den ersten Platz einnimmt. Sie verfügt, heute allein über 7 5 S.e n•' der, deren Gesamtleistung 1800 Kilolvatt übersteigt. Im Lande arbeiten 7000Rundfunk- vermittlungsanlagen. Das Sendened umfaßt bereits die entlegensten Randgebiete, selbst solche j e n f eit sdes Polarkreises. Dem, entsprechend ist auch der Rundsunkempfang in de> Sowjetunion außerordentlich verbreitet. In einzelnen Gebieten besitzt bereits die Hälfte dec Häuser der Kollektivwirtschaften Empfangsapparate und bis zum Ende dieses Jahres wird es-in den Häusern aller Kollektivbauern Lautsprecher geben. Die Zuhörerschaft des Rundfunks in. der Sowjetunion setzt sich aus vielen Nationalitäten zusammen, die nach Sprache und Kultur sehr verschieden sind. Deshalb wird in der Sowjetunion i n 6 6 Sprachengesendet.(Tah.) stcn für Racketeers und Gangster, dem Kommissar Thomas E. Dewey, in einer ganz neuartigen Form duribaeführt. Im Gegensatz zu den bisherigen Methoden wurde das ganze Stadtviertel ganz lautlos abgeriegelt, sonst kündigten die Polizeiäutos durch lautes Sirenengeheul ihr Kommen von weither an. Ob diese Mion mit den letzten großen Verbrechen im Zusammenhang steht, ist nicht bekanntgegeben worden. Charakteristisch ist nur, daß die Oeffentlichkeit gerade diese Razzia in Harlem mit besonders laut geäußerter Genugtuung begrüßt. Das Problem, wie man den Gangstern und vor allem den Kidnavvern endgültig das Handwerk legen kann, ist freilich nicht damit gelöst, wenn es der Polizei gelingt, die Mörder des jungen Matson i» die Hände zu bekommen. Die Frage kann überhaupt nicht von der lciminalisti« scheu Seite allein her gelöst werden. Auch der Erlaß von noch so schweren. Strafen wirkt,wie man jetzt sieht, auf die Dauer nicht,abschreckend'genug. Das ganze ist vornehmlich eine Frage des Er« ziehungs« und Fürsorgewesens. Es geht darum, den Boden zu schaffen, auf dem derartige Verbrechen überhaupt gar.nicht mehr- möglich stich. Das ist freilich eine Aufgaben die in den Staaten besonders schwer durchzuführen.ist, erstens wegen der räumlichen Ausdehnung des Landes, zweitens wegen der außerordentlich- großen Zahl' von Fremden und Einwanderern.! Die Gefängniffe jedenfalls— und es gibt davon genug tn USA .—sind überfüllt, und es hat wenig Sinn, noch neue-zu bauen,«s wäre dies eine. Kett« ohne Ende. Jenseits der Sensation, di« die jüngsten Ber- brecheraffären hier, erregten und' noch erregen, steht also vor den zuständigen Behörden In' ihrer ganzen Schärfe die Forderung nach einer endgültigen Lösung dieses ganzen Komplexes. George Sulltvart. 20V Chinesen ertrunken Schanghai. Am Mittwoch ist ln den Stromschnellen des Westflusses, etwa 80 Kilometer südlich von Kanton ein Fährdampfer im Nebel auf ein Felsenriff gelaufen und gesunken. Von.den 400 Fahrgästen des Dampfers sind 200 ertrunken oder werden vermißt. Autonnfall Minister KanyaS. Der Kraftwagen des ungarischen Außenministeriums, in welchem sich Außenminister Kanya befand, stieß Dienstag In. den Abendstunden auf einer infolge deS Schneefalls glatten abschüssigen Straße des Ofener Stadtviertels mit dem Kraftwagen einer Budapester Firma zusam» nieyj Die Karosterien der beiden Kraftwagen wurden beschädigt. Außenminister Kanya blieb unverletzt und setzte seine Fahrt mit einem Mietauto fort. Die Polizei nahm ein Verhör vor, um festzustellen. ob jemand für den Zusammenstoß verantwortlich Ist. Dänemark elngeschneit. Infolge der Schneestürme, die seit Tagen große Teile Dänemarks Heimsuchen, haben auf Jütland und Fünen mid jetzt auch auf Seeland fast alle Eisenbahnlinien den Betrieb eingestellt. Eine ganze Anzahl von Zügen ist stecken geblieben, so u. a. der Nachtzug aus Kopenhagen nach Aarhus und der Jütland-Expreß auf dem Wege nach der Hauptstadt. Stärker noch als der BahnveAehr ist der Autoverkehr auf den Landstraßen betroffen, der vor allem in Jütland völlig zum Stillstand gekommen ist. Darunter leidet die Lebensmittelversorgung vieler Orte. Auch der Staatstelephonbetrieb In Nordjütland mußte eingestellt werden. Die Fährenverbindung von Helsingoer nach Helsingborg(Schweden) mußte eingestellt werden und auch über den großen Belt fährt zur Zeit keine Fähre. Das Hochwasser des Mlkstfstpi und des Ohio sowie Ihrer Nebenflüsse überflutete am Dienstag große Gebiete In den Staaten Illinois, Missouri, Tennessee, Arkansas, Indiana, Pennsylvanien und Westvirgi- nien. Viele tausend Personen haben ihre Dörfer und Farmen verlassen und befinden sich auf der Flucht vor den Wafferinassen. Zahlreiche Fabriken in den überschwemmten Gehieten sind geschloffen und zahlreiche Bergwerke mußten stillgelegt werden. Bisher sind sieben Todesopfer der Fluten gemeldet worden. Die KrönnngSfeierlichkeiten in London werden genau 82 Tage dauern und am 8. Mai mit einer Rezeption am königlichen Hofe eröffnet werden. Nach der Ankunft der offiziellen Vertreter der Staatsoberhäupter findet am 10. Mai das erste und am 18. Mai das zweite feierliche SwatSbankett statt. Am Tag« der Krönung, am 12. Mai, wird König Georg VI. eine feierliche Kundgebung im englischen Rundfunk halten. Am 20. Mai wird eine große Marineschau stattfinden. Außerdem wird eine ganze Reihe von Festlichkeiten veranstaltet, insbesondere am 14. Mai ein Bankett im Foreign Office und am IS. Mai ein Mittagessen beim Lordmayor in der Gusldhall. Am 28. Mai, dem Geburtstage der Königin-Mutter Mary, findet im Bncklnghämpälast ein Hofball statt. Die feierliche'Parade der englischen Armee, und der Armee der Dominions wird am Geburtstag« König Georg VI. am S. Juni stattfinden. Am 27. Juni wird dann«in Aufmarsch der ehemaligen Frontkämpfer auS dem Weltkriege erfolgen. In den Tagen vom 8. bis 12. Juni besucht das Königspaar Schottland, in den Tagen vom 14. bis 16. Juni Wales und am 22. Juni werden die Feierlichkeiten durch«in großes Gartenfest im Buckinghampalast, das mit der Vorstellung junger Damen der hohen Gesellschaft deS Imperiums und des Auslandes verbunden fein wird, ihren Abschluß finden. Erfroren. Dienstag vormittags wurde in einem Schupfen einer Hauses in der Doktor-Herzekgaffe in Ujhorod ein Bettler erfroren aufgefunden. Es wurde in ihm der 71jährige Andreas Nyul aus liZhorod festgestellt. Nadbruch und Entgleisung. DI« Direktion der Staatsbahnen in Königgrätz meldet: Am'20. Jänner um 11.80 Uhr entgleiste infolge Bruches eines Radkranzes beim Zuge Nr. 1826 auf der Strecke Belkh Osek—Kolin ein unbesetzter Waggon zweiter Klaffe.. Der Oberteil des Waggons wurde leicht beschädigt. Verletzt wurde niemand. Bis in die Abendstunden wurde der Verkehr eingleisig abge- wickelt. Weiter« Schneefälle. Im Zusammenhang mit einer Störung, die sich über Jugoslawien ausbreitet, ist auf der Balkanhalbinsel Tauwetter eingetreten. Auch in Karpathorußland hat die Kälte Mittwoch nachmittags- nachgelassen. Im überwiegenden Teile des Staates schneit es und auch Donnerstag wird der Himmel bedeckt bleiben und Schnee fallen. Der schwache Frost wird überall andauern.— Wetter aus s i ch t e-n fü r F r e>i» tag: Vorwiegend bedeckt, stellenweise Schneefall. Vom Rundfunk j ta*MM(M«irlH au* 4m PruaraauMui Freitag Prag, Sender 1.10.06: Deutsche Presse. 10.10: Blechqüintett, 12.10: Operettenlieder. 17: Schubert:' Geigenguartett, 18.10: Deutsche-endung: Sekretär Hille: Aus der nordböhmischen Steinindustrie. 18.20: Obergerichtsrat Weinhuber: RcchtSberatung für jedermann, 18.86: Arbeiterfunk: Aktuell«.'gehn Minuten, 18,46: Deutsche. Presse., 18.86: Au» dem Kulwrleben, 22,26: Tanzmusik.— Prag, SenderII. 7.80: Salonormesterkonzert. 14.16: Deutsche Sendung: Lichtenstein: Skihaserl» Laufbahn. 14.26:- Schallplatten, 14.85: Allerlei über Marlensammlerel. 14.60:' Deutsche Presse, 18.20; Russische» EesangS- lonzert, 18.40: Tanzmusik..— Brünn. 17.40: Deutsche Sendung: Au» den. Svortleben.. Orlet: Handweberei.— Prestburg. 18.10: Rundkunkorche- sterkonzert,.21.16: Schubert: Schöne Müllerin.. — Mähr.-Ostrau- 12,86: MittagSsonzert, 18.10: Deutsche, Sendung: Dr, Glesinger: Ueber Kinderkrankheiten. Ne. 18 Donnerstag, 21. Jänner 1937 IWfcswtecfcaft uml äoÄatpoLlM Fettkonsum zurückgegangen Auch der Fleischverbrauch kleiner >- Drosselung des Margarinekonsums wird den Landwirten nicht helfen DaS Statistische Staatsamt veröffentlicht die Ziffern über den Gesamt« und Durchschnittsverbrauch von Meisch und Fett Im November 1986, verglichen mit den Ziffern aus den Monaten Olto» ber 1986 und November 1936. Danach betrug der Gesamtverbrauch(in q) im Oktober SS Slobemb. SS Novcmb. SS Rindfleisch 127.684 117.121 186.668 Schweinefleisch 128.861 146.261 186.448 Schweinefett u. Speck 64.766 68.882 69.466 Fleisch zusammen') 286.668 291.696 864.467 Fett zusammen') 74.771 72.681 79.674 Auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet ergibt da«(in Kg.) r Rindfleisch Oktober 86 Novemv. 36 Novemb. 85 6.84 6.77 0.89 Schweinefleisch 6.82 0.92 6.86 Schweinefett u. Speck 6.42 6.42 6.46 Fleisch zusammen') 1.88 1.92 2.01 Jett zusammen') 6.49 0.48 0.58 Der Fleischkonsum lag im November 1936 also nur unbeträchtlich über dem Konsum im Oktober, aber tiefer als im Jahr zuvor. Der Fettkonsum zeigt im November 1986 die niedrigste Ziffer von allen drei VcrgleichSmonaten. War das bedeutet..ermißt man. erst recht, wenn man sich daran erinnert, daß gerade, im November die letzten Margarinevorräte, besonders der billigen Sorten, zu Ende gingen und daß damals die Agrarier ihrem Wunschziel recht nahe kamen: den Absatz tierischer Fette dadurch zu heben, daß sie der Bevölkerung die Möglichkeit zum Kunstfettverbrauch nehmen oder wenigstens aus ein Minimum einschränken. Welchen Erfolg diese Politik hatte, zeigen jetzt die amtlichen Ziffern. Sie sind eine ernste Mahnung an alle jene, die an dar Ernäh» rungS- und Absahproblem mit Gewaltmethoden heranwollen und lieber jedes andere Mittel anzuwenden versuchen, als das einzig mögliche, die Kaufkraft der Bevölkerung zu steigern und ihr die Möglichkeit zu geben, das teuer« Fett statt der billigeren Margarine zu kaufen. Für. die elf Monate deS Jahres 1986, bzw. 1985 ergeben sich folgende Ziffern: ,.j ,> ross 1 cm- 1035/ kvobner a k«.. q Rindfleisch 1,448.669 9.86 1,898.667 16.84 Schweinefleisch 1,899.828 16.86 1,616.662 16.66 Schweinefett und. -. Speck- 680.813 4.50 663.124^- 8.78 Fleisch zus:')-- 8,464.877-22.77-8,662.817 24.22 Fette zusammen') 786.412 5.19 678.696 4.86 Auch im Jahresdurchschnitt ist der Fleischverbrauch also zurückgegangen. Der etwas größere Verbrauch von Fetten ist auf die bessere Beschäftigung und die größere Gesamtlohnsumme der Arbeiter-und Angestellten zurückzuführen, die im vergangenen Jahre eintrat. Auf diese Besserung hat der Verbrauch ebenso— günstig— reagiert, wie er dann im November— ungünstig— auf di« Preise und die wieder ansteigende Arbeitslosig» *) elnslbUepNch der nMt besonders angesübrlen Fleisch» und FeUarlen. 1 Ein» ' loobner ks. leit reagierte. Der Einfluß der Margarinever« knappung, von dem die Agrarier so viel erwartet haben, ist also auSgeblieben. Sie könnten sich MN selbst davon überzeugen, daß sie durch eine Kunst- fettrestriktion zwar den Konsumenten schaden, sich selbst aber nicht nützen könnten. Außenhandel nach Mindern Der Ausweis über den tschechoslowakischen Außenhandel mit den wichtigsten Ländern im Jahre 1986, bzw. 1988 zeigt folgende Daten(in Millionen Kronen): Einfuhr Ausfuhr Ehemaliger Goldblockr 1986 1985 1986 1985 Clearing-Länderi Deutschland 1.887,9 1.165,9 1.160,4 1.188,8 Oestereich 858,3 807,8 •716,5 754.5 Ungarn . 148,8 183,2 157,2 .189,1 Rumänien 861,4 260,0 879,9 888,2 Jugoslawien 846,9 862,4 429,7 818,2 Bulgarien 42,8 70,7 68,6 91,7 Griechenland 67,4 55,0 81,4 68,5 Türkei 88,5 74,4 156,9 77.7 Frankreich 479,1 875,5 848,0 815,8 Holland 884,4 290,8 887,1 288,2 Schweiz 811,1 201,4 877,6 781,8 Pfnndblock: England 474,7 866,7 721,0 542,8 Dänemark 46,8 52,7 54,1 67,5 Norwegen 78,1 45,0 181,1 76,7 Schweden 202,5 150,7 241,7 192,5 Andere europäisch« llcbersce-Staaten: Staaten: Spanien 60,6 70,1 80,2 69,0 Polen 220,2 250,5 164,6 257,8 Belgien 284,1 172,1 192,8 158,1 SSSR. 90,4 78,8 180,4 104,2 USA 482,6 898,7 729,8 615,8 Kanada 14,4 15,8 55,0 48,1 Argentinien 165,6 186,0 98,8 105,2 Brasilien 81,8 60,8 48,2 48,8 Südafrika 28,6 17,7 84,8 60,0 Aegypten '171,0 119,8 68,4 52,4 Brit.-Indien 802,2 288,8 78,1 86,4 China 81,2 28,5 56,8 82,8 Australien 77,6 54,6 48,5 84,1 Arbe'tskämpfe Im Dezember Nach.den Mitteilungen des Statistischen StäätSämteS gab es inriDczembe^498g'--in- 49. (67)-Betrieben 18 Streiks(im November lll), davon 18(16) Einzel- und 6(6) Gruppenstreiks. In den betroffenen Betrieben waren 9966(4222) Arbeitnehmer, von denen 8662 (8719) streikten und 866(117) infolge Streik» feierten. Die Streikenden versäumten 11.882 (33.677) Arbeitstage und verloren an Lohn 273.687(766.662) I«. Die infolge Streiks Feiernden versäumten 827(2666) Arbeitstage und hatten einen Lohnverlust von 8823(46.876) KL. Insgesamt betrug also der Verlust an Arbeitszeit beiden Streiks 11.669(86.732) Arbeitstage und der Lohnverkust 28 2.4 76 (796.932) rre. Nach Gewerbeklassen entfallen fünf Streiks auf die Metallindustrie(6178 versäumte Arbeitstage) und das Baugewerbe(728), drei Streiks auf die Holzindustrie(1676), Mei Streiks auf die Textilindustrie(3947) und je ein Streik aus den Bergbau(266), die Papierindustrie(264) und die Waldmanipulation(—)'. Hinsichtlich derForderungen wurde bei einem Streik eine Nichtkürzung der Löhne(266)', bei acht Streiks eine Lohnerhöhung (6878) verlangt, bei vier Streiks waren sonstige Lohnforderungen(4617), bei vier Streiks sonstige Förderungen i(1633) und bei einem Streik ist die Forderung bisher nicht bekannr (154). Das Endergebnis war für die Arbeitnehmer in fünf Fällen ein voller Erfolg(888), in vier Fällen ein Teilerfolg(453), in vier Fällen ein Mißerfolg(4264) und in fünf Fällen ist das Ergebnis noch nicht bekannt(6846).. Nach Ländern entfallen auf Böhmen zehn Streiks(6955), auf Mähren und Schlesien vier Streiks(8946), auf die Slowakei zwei .(88) und aus Karpathorußland zwei Streiks (464). Aussperrungen gab es im Dezember nicht. verlebt der Arbeitsvermittlung Uder die Arbeitslosigkeit in Nordböhmen Die Landcszentrale für Arbeitsvermittlung in Reichenberg, welcher 46 Bczirksanstalten unterstehen, berichtet über die Arbeitslosigkeit in ihrem Gebiet: ES waren gemeldet am 36. November. 162.463 am. 81. Dezember. 169.156 Arbeitslose, so daß die Steigung im Vormonat 6.6 Prozent gegenüber 21.1 Prozent im ganzen Staat betrug.(Wir haben in der Mittwochnummer über die Arbeitslosigkeit in allen deutschen Bezirken Böhmens und Mähren-Schlesiens berichtet. D. R.) Diese Zunahme ist kleiner als in allen vorangegangenen Jahren. Sie hat betragen im Dezember 1931.. 33.246 Dezember 1932.. 22.372 Dezember 1933-« 13.319 Dezember 1984.. 9.917 Dezember 1985.. 12.652 Dezember 1936.» 6.753 Die Arbeitslosenzahl ist auch niedriger als in den Jahren seit 1986, und zwar gegenüber 1931 nm 16.266 gegenüber 1982 um 51.712 gegenüber 1933 um 35.336 gegenüber 1934 um 27.954 gegenüber 1985 um 81.965 Die. Arbeitsvermittlungsanstalten konnten im Dezember 11.109 Vermittlungen bei"18,898 gemeldeten Stellen erzielen, vor allem in Aussig, Reichenberg, Friedland, Teplitz, Gablonz, Bodenbach, Saaz und Brüx. Ueber die Lage in den Hauptberusszweigen in dem genannten Gebiet gibt die nachstehende Tabelle eine Uebersicht: 1982 1985 1936 Landwirtschaft 4.518 5.068 4.846 Bergbau 4.595 4.057 8.154 Glasindustrie 24.185 14.869 10.741 Metallindustrie 11.887 10.077 6.567 Maschinenindustrie 8.807 2.817 2.869 Holzbearbeitung 5.869 6.294 4.088 1982 1985 1986 Textilindustrie 29.483 22.908 18.087 Bekleidungsindustrie 8.840 4.140 8.874 Bauarbeiter 18.885 17.499 14.92» Hilfsarbeiter 22.888 21.775 15.75'?. Handels- und Jndn- strieangestellte 8.925 5.115 4.878 Tagarbeiter 18.711 11.191 9.889 HauShaltungSpecs. 3.190 8.625 3.484 Lehrlinge und Lehrmädchen 239 906 1.847 Deutsch-italienischeS Kompaniegeschäft. Die Gründung einer Bergbaugesellschaft für Jtalic- nisch-Ostafrika gibt„Giornale d'Jtalia" Anlaß, auf die Bedeutung sowie auf die ZnkunftSmöglich- keiten der deutschen Mitarbeit an der wirtschaftlichen Erschließung ActhopienS hinzuweisen. DaS Blatt berichtet, daß diese Gesellschaft in Mailand mit einem Grundkapital von 56 Millionen Lire, das durch bereits sichergestellte Mittel bis auf 260 Millionen Lire erhöht werden kann.errichtet wurde und die planmäßige Ausbeute der Bodenschätze in Acthopieu bezwecke. DaS Charakteristikum der neuen Gesellschaft sei die freundschaftliche und wertvolle Mitarbeit der deutschen Finanz und Technik, wobei, da 49 Prozent deS Kapitals durch die Berliner B e r n- hardBerghauS-Gruppc gezeichnet wurden, die Mehrheit in italienischen Händen verbleibt. Deutschland, das seine Jntercsten in Aethopicn bei Italien«»meldete, habe dadurch eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit Italien in Aethopien erreicht. Die neue italienisch-deutsche Gcsellschast habe den Zweck, die Gebiete von Wollega, West- und Ostharrar nach Kohle, Eisen, Kupfer und Bleivorkommen zu erforschen. Mit der Forschung werde demnächst unter der Führung des bekannten deutschen Geologen Professor Leo von und zur Mühlen(Berlin) begonnen werden. „Berband nbgcslraftcr Nationalsozialisten." Das katholische„LinzerBolksblatt" stellt die jüngste Amnestie von Nationalsozialisten den nationalsozialistischen Bereinsgründungcn gegenüber. DaS Blatt stellt fest, daß die durch die Terrortaten der nationalsozialistischen Parteigänger in Oesterreich verursachten Schäden in den letzten Jahren mindestens 84 Millionen Schilling betrugen. Was die Nationalsozialistische Partei in Oesterreich hinterlassen hab«, sei Blut, Tränen und Elend. Die österreichischen Nationalsozialisten geben sich nicht mit der Schonung zufrieden, di: durch die Amnestie der österreichischen Regierung geübt wird, sondern weil man sie geschont hat. glauben sie, für ihre Wiederzulassung zu den politischen. Geschäften Bedingungen, zu stellen. Warum, fragt das Blatt ironisch,-solltrnsie nicht einen Berband ab gestrafter Nationalsozialisten gründen dürfen, der weitreichenden Einfluß auf die politische Gestaltung hat? London. Im Gegensatz zu den Nachrichten, die sich, in der amerikanischen Presse zeigten, wird in offiziellen Londoner Kreisen gesagt, daß die Möglichkeit einer gemeinsamen britisch-amerikanischen Anleihe an Deutschland nicht erwogen wurde. London. Amtlich wird mitgeteilt, daß nach dem verstorbenen Wigram im britischen Anßenamt W. Strang Vorstand der Abteilung für Mitteleuropa wird. K Raden, Lenins Retter Eine unbekannte Epleode aus dem Leben Radeks Von M. S.(Kopenhagen) In wenigen Tagen beginnt in Moskau der zweite Trotzkisten-Prozeß. Es ist schwer vorauS- zusagen, wer von den Angeklagten die Zentralfigur deS Prozesses sein wird. Eins ist beim Studium der Angcklagtenliste klar: di« interessanteste und im Auslände die bekannteste Persönlichkeit unter ihnen ist der Publizist K. Radek. Es soll in den nachstehenden Zeilen keinesfalls Stellung für oder gegen ihn genommen werden. Aber eine unbekannte Episode aus seinem Leben dürfte im Zusammenhang« mit dem Prozesse interessieren. ES wär im Juli 1917. An der Spitze der russischen Regierung stand Kerenski, es war aber das Chaos, das damals regierte. Der bolschewistische Juli-Aufstand war soeben unterdrückt wor- den. Lenin gelang«S nach Finnland zu flüchten, wo.er sich in einer verlassenen Bauernhütt« versteckt hielt. Kamenew und Koslowski wurden verhaftet. Die bürgerliche und die menschewistlsche Presse verlangte, daß auch Trotzki verhaftet werden sollte. Trotzki richtete an die Presse einen Brief, worin er sagte, daß er sich gar nicht versteckt halt« und daß Kerenski seine Petersburger Adresse genau bekannt sei. Er wurde" auch, bald eingekerkert, aber zwei Tage später, erschien-in früher Morgenstunde Kerenski im Gefängnis und ordnete die Freilassung Trotzkis an.- -" Da trat der Abgeordnete Alexinski auf"den Plan. Mit Hilfe, eines höheren.Beamten,-dem. die Kopien des Haupttelegraphenamtes in Petersburg, zugänglich waren, verschaffte er sich die damals so Viel-Staub und Alarm aüfgewhbelt habende telegraphische Korresppndenz Fürstenberg —Suhmensohn. Alexinski legte die Telegrammkopien auf den Tisch eines zuständlgeü Unter« suchuilgSrichlerS und zeigte Lenin, Trotzki und ihre näheren Freunde wegen Spionage zugunsten! Deutschlands an, I Wer waren dieser Herr Fürstenberg und Frau Suhmensohn? Fürstenberg gehörte während des Krieges zur kleinen russisch-bolschewistischen Kolonie in Kopenhagen. Die meisten waren, stille und wenig bemerkte Mitarbeiter des bekannten Publizisten ParvuS und arbeiteten in dem von ihm gegründeten Institut zum Studium der ökonomischen Auswirkungen des Weltkrieges. Fürstenberg gehörte nicht zu ihnen und lebte in Not. Er Hatto aber Bekannte in Rußland, die ihn— übrigens wie jeden Russen, der damals im neutralen Auslande lebt«:— mit Briesen und Telegrammen bombardierten, daß er ihnen Ware verschaffte. Fürstenberg begann, Handel zu treiben. Mit großem Erfolge. Ueber das Handelsbachhanal in den neutralen Ländern während des Krieges wurden schon dicke Bücher geschrieben. Die' breitesten Kreise kauften und verkauften alle», aber auch alles, was man bekommen-konnte. In Rußland war der Warenmangel besonders groß. Ordres kamen von dort tausendwetfe, Geld folgte ihnen prompt, die im Ausland lebenden russischen Kaufleute hatten volle Hände zu tun. Man kauft« sogar deutsche War« und sandte sie tonnenweise nach Rußland. Während die Presse donnerte und den ökonomischen Boykott Deutschlands auch nach dem Kriege propagierte, hat die russische Regierung die Einfuhr der. deutschen Waren gegen dreifache Zollabgabe gesfattet. So groß, war damals der Warenhunger im zaristischen Rußland. Fürstenberg verlegte sich auf die gangbarsten Artikel: Bleistift« und Druckknöpfe. Er bekam die zahlreichen KaufordreS aus Rußland, dmen prompt Geld fotzte. Führte auch die OrdreS geschäftsmäßig auS: auf dem dänischenMarkte war Ware genüg. Seine größte und. beste Abnehmerin war eine tüchtige Geschäftsdame, die Frau Suh« mensöhn hieß. Die Ironie des Zufalls wollte, daß fit in Zarfköje Selo lebte, dicht an-den Toren des Zarenpalastes. Fast imm«r, wenn sie aus ihrer Wohnung- zum Telegraphenamt ging, um Für« stcuberg neue KaufordreS zu geben, konnte sie die Zarin und ihre Kinder auf ihren Ausfahrten begrüßen. Die Polizei, die das ZarenpalaiS wohl zu behüten wußte, hatte gegen Frau Suhmensohn nichts einzuwenden, obwohl der Name so verdächtig deutsch klang. Und die Zensur auf dem Telegraphenamte ließ ihre Telegramme ohne weiteres passieren. Allerdings hat sich der Charakter dieser Telegramme während der ersten Kerenski-Periode etwas geändert. Fürstenberg brauchte nicht mehr seine politischen Sympathien zu verbergen und fügt« jedem Telegramm, in denen er die Ausführung der KaufordreS bestätigte, Grüße an Lenin hinzu. Mehrere Male bat er gar, einen Teil de» fälligen Betrages'Lenin zur Unterstützung seines gegen Kerenski geführten Kampfes auszuhändigen. Dies veranlaßte den Aufsichtsbeamten des Telegraphenamtes die Telegrammkopien an sich zu nehmen und dem Abgeordneten Alexinski zu übergeben. Dies war auch der Hauptgrund der offiziellen Anzeige des Abgeordneten. Druckknöpfe wurden, in seiner Phantasie zu deutschen Bataillonen und die Bleistifte zu Kanonen, und.war denn Zweifel, daß das Geld, worüber telegraphiert wurde, aus den deutschen Kriegslasten strömte? Der Unsinn der Beschuldigung war jedem vernünftigen Menschen klar. Wie, mußte man sich' fragen, war denn der wirkliche Inhalt der gewechselten Telegramme der so wachsamen zaristischen Polizei entzangen? Die vernünftigen Manschen hüteten sich aber, ihren Zweifel Ausdruck zu geben: Die damaligen Machthaber lebten.im Blutrausch. Verhaftungen wurden tausendfach vorgenommen. Die Henker hatten jeden Tag ihren Kopflohn. Alle und jeder wurden verdächtigt. Ein gewisser Nasimow bat einen Freund in Stockholm ihm Grammophonnadeln zu senden. Er wurde unter der Beschuldigung verhaftet, daß er als deutscher Agent die Nadeln mit dem'Hafer? vermischt«, um die russischen Pferde krepieren zu lassen, In dieser Blutaimosphäre drohte den nun- mehr beschuldigten Lenin und Trotzki der Galgen. Unter denjenigen, die es verstanden haben, war K. Radek. Er lebte damals in Stockholm, wo er zusammen mit dem später in der Schiveiz erschossenen Worowski eine Zeitschrift„Stimme der russischen Revolution" herausgab. Sofort ließ er einen Artikel erscheinen, in dem der Unsinn der Alexinski-Anzeige klargelegt wurde. Auch Fürstenberg telegraphierte an die russische Regierung und schwört«, daß er nur Handel getrieben hatte und seine persönlichen Grüße an Lenin nichts mit der Spionage zu tun hatten. Der Hohn in der ganzen patriotischen Presse war die Antwort, in ganz Rußland verlangte man„einstimmig" die Köpfe Lenins, Trotzkis, Kamenews und ihrer Genossen. Das Rezept, Ivie man Einstimmigkeit erlmigt, ist übrigens nicht verloren gegangen. Da reist« K. Radek nach Kopenhagen ab. Für ihn galt es, seine politischen Genossen zu retten. Er leistete auch in der dänischen Metropole eine ebenso enevgische, wie munitiöse Arbeit. Er besuchte alle beteiligten Freunde und Unbekannten, er ließ sie ihre Aussagen protokollieren und unterschreiben, er sammelte das ganze Handelsarchiv der beteiligten Kaufleute, er ließ sich von den Behörden Dokumente ausstellen, daß es wirklich nur KaufordreS waren,, daß die Waren auch abgesandt waren, daß das Geld auch an die betreffenden dänischen Lieferanten ausbezahlt wurde, daß... keine deutschen Kanonen an dem bolschewistischen Aufstande im Juli-Monate beteiligt waren. Sein Material Ivar ungeheuer groß und. überzeugend: die Petersburger- Machthaber wollten sich nicht lächerlich machen und ließen die Spionage-Anklag« gegen Lenin und Trotzki fallen. Lenin ist tot, Trotzki langst in Ungnade ge, fallen und der mitgerettete Kamenew war Unter den unlängst Erschossenen. Auf der Anklagebank sitzt nunmehr K. Radek. Die Anklage ist schwer, nach den jetzigen Begriffen Moskaus ungeheuer groß. Letzt droht ihm selbst der Tod, wenn auch statt Galgen die Revolvermethode gehandhabt wird. Wird er sich retten können, wie er vor 19 Jahren Lenin gerettet hatte?.,. Griff 6 (>SoAinn>tinofrnt‘ Donnerötag, 21. Jänner 1037. Nr. 18 Rmrst und- Wteacn in Spwt-Spiel-Xöcperpskegr Kerlciltssaat Astrid Allwyn, Herbert Marshall und Sylvia Sidney in dem Film»Die Zwanzigjährige" Josef Brinke stellt im- Kunstverein für Böhmen Graphik und Zeichnungen aus, die seine Beru- suna als Illustrator. erkennen lasten. Sie sind schlicht und klar, mit Gefühl für den Bikdraum auch im kleinsten Blättchen, durchdrungen von der»Lust am Fabulieren" und am ansprechendsten dann, wenn sie rein nur den graphischen Ausdruck anstrebe»; mit den bunten Regenbogenfarben, in denen der Zyklus zu Goethes»Märchen von der Schlange und der schönen Lilie" schildert, kann man sich weniger befreunden. Als Technik bevorzugt Prinke die Mono« ivpicn, aber auch die Radierung, den, Lino« und Holzschnitt wendet er an, wie er überhaupt gern technisch zu experimentieren scheint und eigene Druck- Verfahren ersinnt oder Zeichnungen auf photographischen Platten macht und sie dann wie photographische Negative auf Gaslichtpapier kopiert. l'd. Paul Hörbiger a. G. wird im Deutschen Theater Dienstag, den LV. Jänner, in dem Lustspiel »Madame hat AuSgang"(911) ein einmaliges Gastspiel am Deutschen Theater absolvieren. Sonntag abend» Erstaufführung„Dir Zaren- braut", Oper in vier Aufzügen von ÄImsky-Kor- sakow..(C I.)’ Spielplan de» Deutschen Theater». Donnerstaglbü: Der lebende Leichnam, Gastspiel Ernst Deutsch, C 2.— Freitag halb 8: Giuditta, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: Der lebende Leichnam, Gastspiel Ernst Deutsch, B 2.— Sonntag halb 8: Liebe eine» Fremden, Abschiedsvorstellung Ernst Deutsch, halb 8: Die Zarcnbraut, Erstaufführung, C 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Donnerstag 8 Uhr: Firma.— Freitag 8: Gefängnis ohne Gitter, Theatergemeinde de» Kulturver- bande» und freier Verkauf.— Samstag 8: Gefängnis ohne Gitter.— Sonntag 8: Axel an der Him- melstür, 8: Matura. Prager Rodelplätze für Kinder I» Prag wurden einige Gasten für das Rodeln der Kinder. freigcgebcn. An Wochentagen ist da» Schlittenfahren auf diesen Strasten in der Zeit von 15 bi» 19 Uhr, an.Sonn» und Feiertagen von 8 bis 19 Uhr gestattet. In dieser Zeit werden die betreffenden Strastenabschnitte für Fahrzeuge aller Art gesperrt sein. Prag VH: Gerstnerovä ulice; VHI: Primatorskä tkida, Lindnerovä(beide von der Kandertova zur Gaste ve Brchu); XI: Urajski zahradn, Rostislavova, Havliiikova, Zu Zijskovskou vozovkou, Kolärovo mim.; XIII: Tolstiho ul.(Teil von der Rnskä zur Kodaüskä tilda). Na kovärni (von der Palackiho zur Tyröova), Severnt I, Spokilov(Teil von der Schule bis zu ihrem unteren Ende), Severozäpadni I— Spokilov(Teil von der Hlavnl tkida bis zum unteren Ende de» Platzes); XIV: Nad Nuslemi(Teil vom Garten der Strafanstalt bis Pod Bilami), Boleslavova (von der Schule bi» zur Sobisiavova); XVI: die Gasse von der Taverlova und der anschliessende Abschnitt der Laverlova bis zum Platz der DTJ, die Straste, die das Bkevnover Stadion mit Smichov verbindet, und zwar in den Abschnitten vom Stadion bi» zur Villa Kiemen, Na Hkebenkäch; XVII: Skolskä(von der Plzciislä bis zur Havliikova); XVIII: Spojenä(von der Dilostteleckä bis Pod Voiechovlou), ulice Pevnosti und Slunnä(Teil von der. Dilostieleckä bi» zur Uebersührung der Bahn, Dvokeckiho(im Teil vom Gasthaus Lanka» bis zur Gaste des 8. November), U stkeöovickisch hkiöt) von der Batterie bis Na Pethnce); XIX: Na Nejdiöti in Bubentsch, Proboötskä in Desvice, Na Miiänce(von der Sareckä zur Na Klimentce), Na Klimentce(von der Sareckä bis Na Mliänce). Im Juni v. I. kehrten nämlich einige Kameraden in heiterer Stimmung von. einem geselligen Abend auf ihren Fahrrad heim. Sie hatten sich verspätet und keiner von ihnen hatte eine Laterne. Die» bemerkte eine Gendarmerie-Motorpatrouille, die ihnen den Weg" verstellte und die Radfahrer zum Halten aufsorderte. Der vorderste der Radler, der keinen rechten Überblick über die Situation hatte, sah plötzlich zwei Leute vor sich auftauchen;-die ihm befahlen, abzusteigen. Er gehorchte scheinbar, schwang sich aber gleich darauf in den Sattel und"fuhr davon, wobei einer der beiden Männer von-seinem Rad gestreift, auf die Straste fiel. Rur allzubald muht«.er erfahren, dast er gegen Wächter der öffentlichen Sicherheit gefrevelt habe. Der kleine Zwischenfall wuchs sich zu einer Anklage wegen Vereitelung einer Amtshandlung aus, wobei da» Fahrrad die Rolle der Waffe spielte. Da» Gericht glaubte indessen der Verteidigung des Angeklagten, er habe bei der herrschenden Finsternis in den lederbekleideten dunklen Gestalten keine Amt»versoney erkannt. zumal sie sich nicht als solche vorstellten. Der Angeklagte Jaroslav B. wurde also in der Hauptsache freigesprochen, dafür aber wegen leichter Körperverletzung.zu einer Geldbusse von 109 K£ verurteilt, denn das nächtliche Abenteuer hatte..sichtbare Merkmale" in Gestalt etlicher blauer Flecken an gewissen Körperpartien des umgestostenen Gendarmen hinterlassen. Das Kamel geht durchs Nadel&hr Frantitiek Langers Komödie, die das unsterbliche Kitsch-Thema vom armen Mädchen und vom reichen Jüngling mit satiris.,em Realismus wib versöhnlicher Ironie erzählt, ist von Hugo Haa» und Vävra sehr gelungen verfilmt worden. Bor allem ist die Gesahr vermieden worden, dast aus der Geschichte von der(unehelichen) Tochter au» der Kellerwohnung und vom erst degenerierten und nachher energischen Fabrikantenlohn nun doch wieder«in Kitschfilm wurde. Die Ironie ist in den Film hinüber gerettet worden, und auch die soziale Satire gegen WohltätigkettS-KomiteeS, vornehme Klubs, Geschäftsheiraten und Bürgermoral kommt zum Vorschein, ohne dast deshalb die armen Leute glorifiziert werden. Hugo Haas(der einen Bettler und Säufer ruppig und pfiffig im Dreigroschenoper-Stil darstellt) hat sich als Regisseur ein neues Berdienst um den tschechischen Film erworben: eine solche LiebeSkomödie ohne Gesang und Tanz, ohne Rührseligkeit und Plumpheit gab es hierzulande noch nichr. Auch gab es kaum einen Film, in dem alle Nollen so richtig besetzt waren. Di« weibliche Hauptgestalt, verkörpert Jikina Stipnikkovä und wirkt hier, in ihrer ersten modernen Lustspielrolle, lebendig, sicher und wirklichkeitsnah.(Nur der Photograph hätte sie zuweilen besser bedienen können.) Di« beiden Müt« terrollen werden von Antonie Nedobinskä und RuZena Elemrnvä ganz mühelos gespielt— und auch in den Nebenrollen gibt es keine Fehlbesetzung. ~~~ e:ö■ „Port Arthur" französisch. Nach der Prager Uraufführung des heimischen FilmS»Port Arthur" in deutscher Sprachfastung, gelangt nunmehr äni Freitag im Bio Juli» auch die französische Fassung zur Uraufführung. Adolf Wohlbrück spielt auch die Hauptrolle der französischen Version, doch ist nun Danielle Darrieux— bekannt aus»Wolga in Flammen",»Taras Bulba" und»Klub der Jungfrauen"— sein« Partnerin. „Seine Tochter ist der Peter." Der österreichische Film bat nun auch sein Wunderkind. ES ist in alpenländischem Tonfall herzig und rührend. ES heistt Traudl-Stark und man wird, must man befürchten, die Wiener Shirley Temple aus ihr machen. In diesem ersten Film ist es noch nicht so weit und das kleine Mädel, das wie ein Bub in Lederhosen herumläust, wird gewist alle Kinobesucherinnen erobern. Sie ist noch keine Schauspielerin, sondern Verlanget liberal/ WWWWMM noch«In Kind, dem auch da» Spiel vor der Kamera nicht» weiter al» ein heiteres Kinderspiel zu sein scheint. Die Geschichte, die man um die neue Entdeckung des Wiener Films gedreht hat, ist nicht» weniger als originell. Wieder einmal das Kind, dessen Mutter— eine grosse Sängerin natürlich— in der Welt herumfährt. Aber nach allerhand Zwischenfällen bekommt da» Mädel eine neue, nettere Mutter, die'schon vorher die innige Freundin de» Kindes ist. Da» alles spielt in Kitzdühel und Salzburg und wird verbunden mit geschickter Fremden- verkehrSwerbung, wie sie durchaus nachahmenswert ist. Die LandschaftSaufnahmen sind ganz ausgezeichnet und auch Bilder von einem Tiroler Kirchtag hübsch gemacht. Den Bater des Mädel» spielt Karl Ludwig Diehl sympathisch und mit überraschender Wärme, Maria Andergast eine junge Chemiestudentin mit ansprechender.Schlichtheit. Paul Hörbiger, die schöne Olga T s ch e ch o v a und die liebe, alte Frieda Richard echt und am rechten Platz in kleineren Rollen. Der Film, der wirklich ein gutes Stück über den üblichen Kinderfilmen steht, wird durch seinen Humor gefallen. E» ist nicht viel dran, aber das ganz« ist geschmackvoll gemacht. jk. DI« Tiuselöpuppe ist ein in feder Hinsicht schauerlicher Film, in dem zu sehen ist. wie ein aus dem Gefängnis entsprungener Bankdirektor, als altes Weib verkleidet, schrecklich Rache an seinen Kompagnons nimmt, die ihn ins Gefängnis gebracht haben. Der Rächer bedient sich dabei künstlich verkleinerter Menschen, deren Erfindung einem ebenfalls aus dem Gefängnis geflohenen Gelehrten zu danken ist, der die drohende Ilebervölkerung der Welt durch körperliche Reduzierung der Menschen abwehren wollte(dar Gehirn soll bei dieser Prozedur„perfekt" bleiben, war au» dem Verhalten der„Teuselspup- pcn" allerdings nicht klar' hervorgeht). Da der rächende Bankier auch noch eine Tochter und diese Tochter einen geliebten Chauffeur hat, gibt es nicht nur schauerliche Rache, sondern auch schauerlichen Kitsch. Den als alte Frau, maskierten Rächer muss Lionel Barrymore spielen, die Tochter spielt Maureen O'Sullivan, früher Tarzan» Braut. —eis— Silane erhält(Uten amerikanischen Brei». Dem ... der Schiveiz lebenden italienischen Schriftsteller Jgnazio Silone wurde für seinen letztes Jahr im Verlag Oprecht, Zürich, erschienenen grossartigen antifaschistischen Roman»Brot und Wein" der amerikanische Preis de»„Book of the Monih-Club" in der Höhe von über 20.099 Schweizer Franken verliehen. Schon sein« früheren Bücher„Fonta- mara", der Roman eines Bergdorfes in den Abruzzen, und fein Novellenband„Die Reise nach Paris" fanden grösste Beachtung. Der Roman„Fontamara" wurde bereits in mehr als 29 Sprachen übersetzt. Da» Gastspiel des.tschechischen Rationattheaterö in Amsterdam. Im ganzen werden sich 91 Mitglieder der tschechischen Nationaltheaters unter der Führung Prosessor Talich» nach Anisterdam begeben, darunter 9 Solisten. 48 Mit'gliüwr de» Chors und 17 des Balletts. Als erster traf Dienstag, den 19. Jänner, in Amsterdam der Opernarchivar des tschechischen Rationaltheaters ein, der da» gesamte Orchestermaterial mitbrachte, damit das Amsterdamer Orchester noch vor der Ankunft Professor Talichs da» Studium aufnehmen kann. Sofort nach der Ankunft Talichs, der in Begleitung des Regisseurs, des Aur- stattungichefs und einiger Solisten am 24. Jänner in Amsterdam erwartet wird, weichen die Orchesterproben ausgenommen werden. Auch«Ine„Brücke". In der Zeitschrift»Drücke" legt»Gerd!"(ein putziger Rezensent) bei der Besprechung deS.Prominenten"-Abend im Lucerna- Saal, Hauptgewicht auf folgende Bemerkungen: »In der Pause, in den Wantelgängen und am Büffet wurde dem Besucher offenbar, dass eS sich hier um ein gesellschaftliche» Ereignis erster Ordnung handelte. Herrliche Roben, denen er anzusehen war. dass das Rohmaterial von Schiller(Na Ptikopi 7/11) stammte, boten etn farbenprächtiges Bild. Bei einem Glas Whisky— natürlich Johnnie Walker— interviewten wir Hörbiger, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, wieder einmal... in Prag zu sein. Würdigen Abschluss fand der Abend in'der gemütlichen E.S.T. Bar, wo man sich noch munter bis tief in die Nacht hinein vergnügte. D o l l y, der Star der E.S.T. Dar, die mit ihren charmanten Borträgen die Gäste bezauberte, vertraute un» freundlicherweise an, dass sie die Modelle von Schiller praeferiere und die Stosfwahl dieser Firma ganz erstaunlich fände." Auch der Sperrdruck entstammt dem Original, das sich da also als sonderbare»Brücke" zwischen G e- fchäftSreklame und Kunst aufrichtet. Und so etwas hat in Prag noch gefehlti Der dänisch« Arbeiter-Sporwertand(AJFB) hält am 14. Feber in Kopenhagen seinen Berbands- tag ab. Die Schweizer SatuS-Skimeisterschaftm gehen am 28. und 24. Jänner im Skigelände von PrtS d'Orvin oberhalb Biel vor sich. Bereits 1988 fanden dort die ersten Meisterschaften statt und demnach sind die diesjährigen Wettkämpfe im gewissen Sinne eine Jubiläumveranstaltung. „Fall" Braine vor der FIfa. Sparta und die EsAF haben— wie man Prager Mittagszeitungen entnehmen kann— dem Sekretariat der Fisa in Zürich Proteste in Sachen Braine zugeschickt. Di« Fifa hat diese zur Kenntnis genommen und an den belgischen Verband weitergesandt. Der Sekretär des belgischen Verbandes soll sich dahin geäussert haben, dass genügend Unterlage» und Belege vorhanden seien, die die Spielerlaubnis Braine» für Belgien gestatten. Die Fifa wird später da» Urgenzenkomiiee einberufen, das die Entfcheidung fällen soll, wem Braine rechtlich nun gehört. " Prager bürgerlicher Tennisspieler in STSR. Der tschechischbürgerliche Tennisspieler Siba vom CCC Prag trug in Moskau seine ersten Spiele mit sowjetrussischen Sportlern aus, die er speziell im Einzel leicht gewann. Der Prager soll ausserdem noch in Leningrad, Kiew usw. spielen.— Die Moskauer »DZZ" vom 19. Jänner berichtet, dass Siba tschechoslowakischer T e n n i S m e i ft e r sei. Unseres Wissens besitzt Hecht den Meistertitel. Aber zwischen Prag und Moskau kann sich so was immerhin ändern. DaS schnellste Mädel der Welt ist bekanntlich nicht mehr die Polin Walasiewicz— die übrigen» zum Profitum übertreten wird—, sondern die Amerikanerin Helen Stephens. Unlängst lief sie bei einem Hallenmeeting in Boston über 109 8ards die sehr gute Zeit von 11.8 Sek. Amateur mit„Diäten". Der Weltmeister im Eiskunstläufen Karl Schäfer(Wien) hat bekanntlich für dieses Jahr auf die Verteidigung.seiner diversen Titel verzichtet und sich nach Amerika begeben, wo er Schauvorführungen absolvieren wird, für die er nach Londoner Meldungen 2 0.0 0 0 Dollar an„Diäten" erhalten soll. Das Fahrrad als„Waffe" Prag.—rb— Wer eine„Amtshandlung zu vereiteln" sucht, begeht nach dem Strafgesetz ein Verbrechen, das empfindlichen Strafen unterliegt, wie schon so mancher, der es eigentlich gar nicht so schlimm gemeint hatte, zu seiner peinlichen Ueberraschung erfahren musste. Hat jemand gar einer Amtsperson bewaffneten Widerstand geleistet, so winkt ihm ein Strassab von einem bis zu ftinf Jahren schweren Kerkers, wenn auch in der Praxis das Gericht regelmässig da» ausserordentliche Milderungsrecht in Anwendung bringt und unter den gesetzlichen Strassab geht. Dabei ist die Auslegung des Begriffes einer„Waffe" in solchem Zusammenhang im Sinne zahlreicher oberstgerichtlicher Entscheidungen der denkbar weiteste, indem die Gerichte bei solchen Fällen al» Waffe ziemlich jedes Ding verstehen, mit dem unter gegebenen Umständen Unheil angerichtet werden kann.'So wurde als Mittel eine» solchen„bewaffneten" Widerstandes, also als„Waffe" schon«in P f e t f e n r'o h r erklärt, aber auch Pfeffer, Salz und Schnupftabak, tvofern diese Materialien den Amtspersonen in di« Augen geworfen oder geblasen wurden, in einem Fall war die„Waffe" sogar ein P f« r d. da» der Kutscher auf einen Polizisten losgehen liess. Gestern erschien in gleicher Eigenschaft«in F a h r r a d. Wieder drei Anto-Opfer. Unter der Eisenbahnbrücke am Pkemyslkai überfuhr gestern vormittag» der 86jährige Viktor Höbelt aus Bubentsch mit sei» nem Auto i 24.718 die 66jährige Bedienerin Josefa Kuiera aus Nüsse. Er brachte sie ins Allgemeine Krankenhaus, wo ein Bruch des rechten Arms sowie mehrer« Riss- und Quetschwunden an ihr festgestellt wurden. Sie ivurde auf der Klinik Jiräsek belasse». Der Wagenlenker bestreitet di« Schuld; die Kuiera sei ihm durch einen unvorsichtigen Schritt geradewegs vor» Auto gelaufen, als er versucht habe, ihr auSzulveichen.— Vor der Badeanstalt bei der Karlsbrücke wurde gestern das 86jährige Dienstmädchen Augusta Kozel au» Prag I vom Auto P 25.699 des 89jährigen Chauffeur» Stanislaus Kopcckh aus Hollefchowitz zu Boden geworfen. In bewusstlosem Zustand brachte sie die Rettungsgesellschaft auf die Klinik Jiräsek, wo sie mit einer schweren Gehirnerschütterung und mehreren Fleischwunden in Pssege blieb.— Gestern nachmittag» warf da» Auto C 85.658 deS Ingenieurs Vitizssav Havelka aus Prag III In der Eisengasse den 69iährigen Kaufmann Ivan Wallfisch aus Prag I zu Boden und verletzt« ibn schwer. Auf der Klinik Jiräsek wurde äusser Risswunden im Gesicht und an den Händen eine schwere Gehirnerschütterung und ein Bruch beider'Beine festgestellt. Dem Wagenlenker wurde der Führerschein entzogen. DaS Glattei». In der Nacht auf gestern glitt in dec Jakobsgasse in Prag I die 58jährige Marie Kimi auS Zijskov auf dem gefrorenen Gehsteig au» und zog sich einen doppelten Bruch des rechten Fusse» zu. Sie wurde auf die Klinik Schloffer gebracht, musste aber wegen Platzmangels in häusliche Pflege entlassen werden. Pavelka In Pankraz. Der wegen de» Anschlages auf die Prostituierte Emilie Banik verhaftete Jan Pavelka wurde gestern vormittags unter der Anklage der- schweren Körperverletzung, der Falschmeldung und— eventuell— der Raube» ins Ge- fängis des Prager Krcisgerichte» gebracht. Gibt«S einen Fortschritt in der Geschichte? 'lieber dieses Thema spricht Freitag, den 22. d. Prof. Dr. Max Adler auS Wien als Gast der »Urania". Prag II., Klimentskä. Beginn 8 Uhr. Wir empfehle» allen unseren Genossen den Besuch (dieses Vortrages. Ermässigte Karten zu 8 Xi bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna". Die Prager BWCA vermittelt Korrespondenz zlvischen tschechischen und deutschen Mädchen zwecks Vervollkommnung in dec Sprache. Anmeldungen: Prag II., Zitnä. Jdndec L freunde Ortsgruppe Prag: M o n t a g, den 25. Jänner. um 8 Ahr abends im Partecheim Ausschusssitzung. BezugSbeding u n a>. n: Bet Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monaitich KC 16.—, vierteljährlich KJ 48.—. halbjährig K£ 96.— ganzjährig tii 192.—.— Inserate werden lau» Tarif billigst.berechnet. Wei. öfteren j Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarkefl.'— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele« graphendirektwtt mit Erlass Nr. 18.8Ü0/V1I/18L0 bewilligt.— Druckerei:.KrblS", Druck«, Verlags- und Zettunst»-A.-G. Prag. Bücher der Zelt Bernhardt Menne: Krupp, Deutschland» Kanonenkönige, gebunden,..... Xi 60.— Seydewitz-Doberer: Todesstrahlen und andere neue Kriegswaffen, gebunden... Xi 45.— Singer-Burger: Carl v. Ossietzky, brosch. Xi 26.25 Z« beziehen durch die Zentralstelle für dal BildungSwesen, Prag XU., Slezssä 18.