gtajtipttto 70 geltet(«luschlleßl. 8 Heller Poet») Aus dem Inhalt: Itolaanda Verschuldung der Gemeinden Henlein und die relcfti* deutsche Propaganda Prof. Schlotter gestorben 17. Jahrgang Freitag, 22. Jänner 1S37 Nr. IS Erfchefot mit«»suahme des»oeteg tNgttch fr»- R«dM°nund Verwaltung: Prag XL, Fochova SS- Trkephm, 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- VerantworiNcherRedakieur: KarIKern,Prag Lenst einmütig Nir vium E S. Der Senat hat Donnerstag nach bretstandigrr Debatte mit 883 Stimmen ein- ", i.S den Gesetzentwurf Uber die Erteilung S!ü5 e.I e<^?T°^®l ,aew«»«macht für die Regierung betreffend da» Verbot der Rekrutierung und Entsendung von Freiwillige» nach Spauirn ange- nommrn." .,«°r der Abstimmung hatte LSon Blum das Wort zu einer kurzen Erklärung genommen. Er wies mit Schärfe die Stimmen italienischer und deutscher Blätter zurück, welche die einmütige Verabschiedung diese» Gesetzentwurfes in dec französischen Kammer eine Heuchelei nannten, und ersuchte den Senat, das, er durch eine neue einmütige Annahme den Beweis erbringe, das; d°d«anz- ParIament und die gesamte französische Oeffentlichk-it dieser Vorlage in lonaler Weise er. hebliche Bedeutung beimessen. Der Minister« «V^?^Elärte, daft die französische Regierung feletll^ die Verpflichtung auf sich nehme, jedwede Rekrutierung und Entsendung von Freiwilligen nach Spanien zu verbieten, und daß sie sich auch mit einer unparteiischen internationalen Kontrolle einverstanden erkläre, jedoch unter der Bedingung, dast auch die übrigen Staaten so handeln werden wie sie. Cranbome Ober die AntUCSR-Hetze . London.(Meuter.) In Beantwortung ein«: UuterhauSanfrage erklärte der UnterstaatS- sekretär im Außenministerium EranSorner Dt« Regirrung Großbritanniens hat nicht umhin können, einer gewissen Zahl von Artikel» Auf- mrrkfamkeit zu schenken, welche in der letzten Zeit in her reich-deutsch,« Presse«sfchirnr» und AN- griffe gegen dir Tschechoslowakei enthielten. Di, Erhaltung gutnachbarlicher Beziehungen zwischen diese» beiden Ländern ist naturgemäß der Wunsch brr«egterun, Großbritanniens und ich bin glück- lich, daß mir Gelegenheit gebot«» wurde, dies hier ganz klar zu erklären. Die Sprache Stalins Moskau.(Taß.) Zu dem bevorstehende« Prozeß gegen Radek und Genoffen schreib«« „Jsmestija": Die Genoffen TrotzkiS hätten ihre Heimat den schlimmsten Feinden deS Sozialismus auSliefrrn wolle». Radek fei»in sich windendes heuchlerisches und schmutziges Reptil, eine giftige trotzikistischeBiPer, die hinter einem schmeichlerischen Lächeln ihre Gistzähne verbarg. Er, der im Laufe seines ganzen politischen LebenS gegen Lenin gekämpft habe, sei vielmals geschlagen worden, ater er klebte wie rinGe» Würm ander mächtigen Eiche deS Sowjetstaates»md habe im Nu jede beliebige Färbung angenommen, um in tiefer Illegalität d i e R e tz e bar tonte»revolutionären Spinngewebe auSwrrfen zu können.■ Auch dir„Prawda" erhebt schwere Anklage» und erklärt, hinter jedem der in dem neue« Prozeß Angeklagten, ziehe stch eine Kett« ungeheuerlicher Verbrechen hin. klar die Abtrünnigen werden jüstlfflzlertl Mexiko City. Trotzki erklärte zu Journali- sten, im Zusammenhang mit dem am 28. JSuner inj Moskau beginnenden Prozeß gegen„weitere Opfer der GPU", daß er während der Dauer des Prozeßes, der„anständigen und unabhängigen Presse" zur Verfügung' sei«« werde. Er erklärte, daß sein einziges Ziel heute sei, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf den neuen Moskauer Prozeß in dem Bestreben zu lenken, die Rettung der. Angeklagten zu versuchen. Er hoffe, daß die mexikanische Negierung ihm gestatten werde,, frei seine Meinung über die ganze Angelegenheit a«fS- zusprechen.„Alle Mitglieder deS Zentralvollzug»« ausschuffeS der Sowjetunion aus den heroischen Zeiten der Revolution.mit Ausnahme Stalins", sagte. Trotzki weiter, werden heute als Agenten der kapitalistischen Restauration bezeichnet. Wer glaubt daS?" Trotzfl erklärte, daß er.'amtliche Beziehungen zu den Angeklagten von dem Augen« blick an abgebrochen habe, wo sie im Jähre 1027 die Opposition verließen. Auch in den Kerkern der GPU, sagte Trotzki, haben diese Abtrünnigen und die, wirklichen TkrotzkisteN zwei unversöhnliche Gruppen gebildet. ES sind g er ade dleseAb- t r u nnige n, über welche jetzt^die GPU zu Gericht sitzt und von denen sie„ein,'Geständnis" erzwingt, das ihr paßt. Systemkrise in Japan Der Konflikt zwischen Parlament und Regierung offen zum Ausbruch gekommen Die latente Krise deS politischen Systems Japans ist in der ersten Sitzung deS Parlaments offen zum AnSiruch gekommen. Beide Parteien deS Abgeordnetenhauses griffen die Regierung und einzelne Minister überaus heftig an. Der Abgeordnete Hamada erklärte, die Regierung habe die Ordnung in der Armee nicht Herstellen können. DaS Kabinett Hirota fei die unbeliebteste Regierung, die Japan je gehabt haie. Die Minister seien Puppen des Militärs. Der Kriegsminister Terauchl bezeichnete diese Worte für eine Beleidigung der Arme«, worauf Hamada erklärte, er werde Harakiri begehen, wenn ihm a«S dem Protokoll«ine beleidigende Aeußerung gegen di« Armee nachgewiesen werde. Andere Redner griffendieAußenpolitikAritaS und HirotaS an und bezeichneten sie als«ine Serie von Mißerfolgen. Kein Minister konnte stch Gehör verschaffen. Hirota, Arita und Baba wurden nirdergrschrien und ausgepfiffcn. Der Ministerpräsident mußte seine Rede abbrechen. Auch daS Herrenhaus zeigte sich oppositionell, indem eS die Erklärungen HirotaS mit eisigem Schweigen anhörte. Die Tagung deö Parlaments wurde zunächst auf zwei Tage unterbrochen. ES gibt nach Ansicht der Preffe drei Auswege nuS der Krise: R ü S t r i t t der Regierung, Auflösung deS Parlaments oder Abbruch der Session. Dir Armee fordert die Auflösung der Kammer. Die Entscheidung wird natürlich beim Mikado liegen, der zweifellos den Prinzen S a i o n j, den „Genro", zu Rate ziehen wird. Neurath spricht anders Zustimmung der deutschen feAAhhAla Diplomatie zur Eden*Rede CI» MUCUUCId Berlin. An Berliner diplomatischen Stellen wird die Rede, dieser englische Außenminister scheu Standpunkt ebenfalls näher." An ausländischen Nellen hat diesen Unterschied in der Beurteilung der Rede Edens an den deutschen diplomatischen Stellen, deren Sprachrohr die Korrespondenz ist.,und in den Blättern, die ihre Anregungen, wie sie zu dieser oder jener Angelegenheit schreiben sollen, direkt vom Propaganda-Ministerium erhalten, Aufmerksamkeit hervorgerufen. Innere Notwendigkeiten oder taktische Gründe können diesen Kontrast nicht er« klärlich machen. Wahrscheinlich beurteilen die beiden Ministerien die Lage nicht in der gleichen Weise. van der Beunruhigung, welch« in de» deutschen Preffe zu bemerken ist, günstig ausgenommen. Das offiziöse Organ des deutschen Außenamtes, die„Deutsche diplomatisch-politische Korrespondenz", schreibt u. a.: EdenS Red, wird so aufmerksam aufgenom- nren werden, wie sie eS verdient, nicht nur deshalb, weil ste daS spanische Problem betrifft, sondern auch deshalb. weil ste eine» Appell an Deutschland enthält. EdenS Konzeption„Spanien den Spaniern" ist die einzig richtige Lösung, welche den Interessen Spaniens und jenen Europas dienlich ist. In der Freiwilligen- ...„. ftag« kommt Ede» de» weite««»' Ausführungen Eden vorgestern gehalten hat, zum- ltnhiWrt-«r erwthuteu Korresponvrni zufolge dem deut« » e• Keine Aenderung vor Madrid Madrid.(HavaS.) Der Verteidigungsrat meldet, daß nach den heftigen Kämpfen auf dem EngelShügel bis Donnerstag abends keine Aendrrungen an der Madrider Front zu verzeichnen stnd. DaS Flugzeuggeschwader der Aufständischen, daS über der Stadt erschien, wurdr zum Kampfe gezwungen, wobei zwei dreimotorige Junkersflugzeuge abgeschoffen wurden. Republikanische Flugzeuge beschoffen den Hafen von Ceuta, wo«in Benzin-Magazin und ein Lager für BettiebSstoffe in Brand geschaffen wurden. Segen die legende vom „bolschewistischen Spanien“ London. Der Korrespondent d«S„Daily Herald" hatte in Paris eine Unterredung mit dem spanischen Außenminister del va-yo, welcher «. a. sagte: Die bolschewistische Gefahr in Spanien existiert nur in der Phantasie derjenigen, di« dies« Legend, geschaffen habest und«ine» Vorwanv zur Aenderung des heutigen Standes der Dinge im Mitteln»«er und in Afrika suchen. DaS spant- sche Boll hat durch di» letzte» Wahle» bewiesen, daß«a ta Frieden und unter einem demokratisch e n R e g i m«lebe» walle und daß»S de» Prinzipien der Freiheit treu bleibt. Dl« heutig« Lage ist allerdings daS Ergebnis des Kriegszustandes und ntenrand von«nS steht diesen Zustand als ideal an. Wir«verden dies nach unserem Siege dadurch beweise», daß wir die drmo- kratischen Freiheiten so rasch erneuern«erden, wie die-nur möglich sein wird, einschließlich der Freiheit' der ReliglonSütung. bomben In Lissabon Lissabon. Mittwoch nachts stnd an verschiedenen Stellen von Lissabon einige Bomben explodiert. Zwei Bomben explodierten fast gleich zeitig bei der Vorstellung im Spanischen Haus«, eine andere im Gebäude des Ministeriums, für Erziehung und schließlich eine im portugiesischen Radioklub, weshalb vorübergehend die Aussendung eingestellt werden mußte. Schließlich explodierte eine Bombe in der Nähe der Antenne der Sendestation der Post und in der Kanzlei des Personalsekretärs des KriegsministerS. Im ganzen explodierten neun Bomben. U-Boot Im Netz Barrel»» a.(Reuter.) Wie auS Tarragona gemeldet wird, ist«in Unterseeboot der Aufständischen in Fischernetzen gefangen worden. - Li s s a b o n. Lotsen an der Tajo-Mündung erklärten, daß sie 40 Einheiten«iner gegen Sü» den dampfenden britisch« Flotille feftgeftellt haben. Bor Madeira ankern zwxi.Division« einer französischen ESkadre. Beginn In Senf Genf. Der Völkerbundrat genehmigte Donnerstag nachmittags in seiner ersten nichtöffentlichen Sitzung unter dem Vorsitz des-chinesischen Botschafters Wellington Koo seine Tagesordnung und behandelte I die Vorschläge betreffend den' Schuh der Zivilbevölkerung in Spanien. Der spanische Außenminister D e l V a n o hob.hervor, daß der Schutz des Personals der Konsulat« und der.- diplomatischen Missionen in den spanischen Städten nicht zu. dem politischen Gesamtproblein gehöre, um deffen Lösung die spanische. Regierung den Völkerbund ersuchte. Zustand Plus XI. verschlimmert Stadt deS Vatikans.(Reuter.) Der Gesundheitszustand de» Papste» Pius XI.'verschlimmert sich immer mehr und wurde Donnerstag abends als ungewöhnlich föhlecht bezeichnet. Es besteht die Befürchtung, daß die erkrankten Füße von Brand befallen werden. Danzigs Gleichschaltung Die Frage des Freistaates vor dem Välkerbund Gdynia, Mitte Jänner. "Auf der Tagesordnung der Sitzung des Böllerbundrates, die eben ihre Beratungen beginnt, befindet sich hiebei wieder die Danziger Frage. ES handelt sich hiebei um die Ernennung eines neuen Hohen Kommissars des Völkerbundes in Danzig und um die Enw^ennahme eines Berichtes des polnischen Außenministers über das Verhältnis der Freien Stadt Danzig zum Völkerbund. Im Danziger Verfassungskonflikt ist man seit dem Juli des vorigen Jahres keinen Schritt weiter gekommen, im Gegenteil: daS Ansehen des Völkerbundes ist in Danzig fast auf den Nullpunkt herabgesunken. DaS der Danziger Bevölkerung vom Völkerbund feierlich zugesicherte Recht, ihr Leben in demokratischen Formen führen zu können, wird vom nationalsozialistischen Senat in Danzig täglich mit Füßen getreten. Die Stellung deS Hohen Kommissars des Völkerbundes ist völlig untergraben; der bisherige Hohe Kommissar L e st e r wurde in der Ratssitzung- im September 1988 zwar in Anerkennung feiner objektiven Haltung in Danzig zum stellvertretenden Generalsekretär des Böllerbundes-ernannt, wurde aber tatsächlich vom Bölkerbündrat dem nationalfo» zialistischen Danziger Senat zum Opfer gebracht. Das provokatorische Auftreten des Senatspi äsidenten Greiser in der Juli-Sitzung des Bölkerbundrates hat dem nationalsozialistischen Danziger Senat also vorläufig einen völligen Sieg eingebrächt. Wenn der Böllerbundrat nunmehr die Ernennung«ine» neuen Hohe» Kommissar» vornehmen soll:-so ist"diese Frage lediglich noch von Interesse, wenn«S sich dabei nicht nur um eine pro fürma-ErnenNung handeln soll, sondern wenn der Bölkerbündrat sich auch dazu entfch.udet, dem neu zu ernennenden Hohen Kommiffar die notwendigen Vollmachten und Unterstützungen zuteil werden zu lassen, die er zur Wiederinkraftsetzung der Danziger Verfassung benötigt. Tatsächlich ist es seit dem Juli 1936 für irgendeinen Danziger Staatsbürger nicht mehr möglich gewesen, den Hohen Koinmissar aufzusuchen oder ihm eine Bittschrift einzureichen, um ihn zum Eingreifen gegen die verschiedensten Ver- faffungSbrüche des nationalsozialistischen Senats zu veranlassen. TuS Gebäude des Hohen Kommissars war von Polizei umstellt, Perfonen, die eS wagten, ihm Schriftstücke zu unterbreiten, wurden von der politischen Polizei in wochenlange Schutzhaft genommen. In den nationalfozialisti« schon Zeitungen DanzigS wurde der Hohe Kom- niissar täglich aufs schmählichste beschimpft,-ohne daß er die Möglichkeit hatte, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Seit dem gleichen Zeitpunkt bestehen denn auch in Danzig völlig verfassungswidrige Zustände. Sämtliche nichtnationalsozialistischen Zeitungen sind seit dem Juli 1988 vollständig verboten. Es handelt sich um die sozialdemokratische-„Danziger Volksstimme", die katholische„Danziger Volkszeitnag", die deutschnationale„Nationale Zeitung" und dajüdische„Echo". Jede nichtnationalsozialistssche Propaganda und Aufklärung, Flugblätter etc. wird von der politifchen Polizei systematisch unterdrückt. -Die stärkste Partei der deutschen Opposition In Danzig, die Sozialdemokratische Partei, wurde am 44. Oktober 1988 von der Polizei aufgelöst. Zur Begründung fiihrte die Polizei an, daß sich drei Vorstandsmitglieder, der Partei im Besitze von Waffen befunden hätten. In allen drei Fällen hat die Polizei die«Waffenfunde" in Abwesenheit jedes Zeugen gemacht. Anschließend an die Auflösung der Partei wurden sämtliche Arbeiter» Sportvereine, Gesangvereine, Kultur« uNd litera- rifche Vereine, usw. von der Polizei aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Ueber di« zweitgrößte Oppositionspartei, das katholische Zentrum, ergießt sich in den letzten Wochen eine wilde najionalsozialistische Hetze. Man bezichtigt diese Partei der Zusammenarbeit mtt den Kommunisten. Eine Reihe prominenter Zentrumsmitglieder befinden sich bereit» in Hust. Mit einer polizeilichen Auflösung der Partei muß in Kürze gerechnet werden. Die dritte Oppositionspartei di« Deulsch- nationale vollSpartei, wird besonders durch polizeiliche Schikanen verfolgt. Ihr Führer, der ehemalige Senator Dr. Blavier, befindet sich seit fast drei Monaten in. Schutzhaft., «Seite 2 Freitag, 22. Jönner 1037 «r. 19 Trotz ist die Zahl von oppositionell Gesinnten, die sich seit vielen Wochen in Schutzhaft befinden. Augenblicklich dürsten sich mehr als 100 Personen in Schutzhaft befinden. Gegenüber den Schuhhästlingen läßt sich die politische Polizei zu rohesten Mitzhandlungen hinreihen. An den Folgen solcher Mitzhandlungen ist beispielsweise der Arbeiter Malinowski aus Danzig-Heubude in seiner Schutzhaftzelle am 6. Dezember 1036 verstorben. Die letzten von den Nationalsozialisten unter unerhörtem Terror veranstalteten Danziger VoltstagSivahlen vom 7. April 1038 verbrachten der NSDAP nur eine ganz lnappe Stimmenmehrheit. Eine von den Oppositionsparteien eingeleitete gerichtliche Anfechtung der Gültigkeit dieser Wahlen hatte zunächst keinen Erfolg. Das Danziger Obergericht«stellte zwar in einer Ge« richtsverhandlutig im November 1088 ausdrücklich fest, datz die Wahl zum grützten Teil unter verfassungswidrigen Formen vor sich gegangen tvar, erklärte aber die Wahlen nicht für ungültig, tveil, wie der Gauleiter Forster sich später össent- ltch in einer Versammlung rühmte, er dem Präsidenten des Obergerichts vorher„seine Meinung" gesagt hatte. Eine Petition der Opposition an den Völkerbund zum Zwecke der Aufhebung der Gültigkeit der Wahlen vom 7. April 1038 und zum Zwecke der Ansetzung von Neu» tvahlen in Lunzig, hat der Bölkerüundrat bisher nicht behandelt. Tatsache ist, datz die Nationalsozialisten die feste Ueberzeugung haben, im Falle StattsindenS demokratischer Wahlen, in Danzig verloren zu sein, wenn es ihnen nicht gelingt, die Opposition vor Stattsinden einer solchen Wahl restlos zu vernichten. Man rechnet in Danzig allgemein mit höchstens 80.Prozent nationalsozialistischer Stimmen, falls es zu Neuwahlen unter Einhaltung gewisser demokratischer Freiheiten (Pressefreiheit, OrganisationSsreiheit) kommt. Was die erstrebte Rückgliederung DanzigS an das Reich betrifft, so bestehen heute gewisse Unterscheidungen vom Reich auch oft nnr noch formal. In Danzig gibt eS die gleichen Parteisor- mationen wie im Reich. Die Danziger politische Polizei ist der reichsdeutschen Gestapo unterstellt, die uniformierte Polizei ist genau wie die ReichS- Ivehr-Jnfanterie bewaffnet. Es gibt in Danzig eine große Fliegertruppe mit 18 eigenen Kampfflugzeugen, die f.ormal allerdings eine„private" Organisation dacstellt. Die Danziger männliche Jugend, die sich in dem nach reichsdeutschen Gesetzen wehrpflichtigen Alter befindet, wird fast ohne Ausnahme gezwungen, Dienst in der deutschen Reichswehr abzuleisten. Im Falle einer Weigerung verliert der junge Mann die Arbeitsberechtigung, bzw. die Erwerbslosen- oder Wohlfahrts-Unterstützung, oder wird zu Abiturientenoder Gesellenprüfungen nicht zugelassen. In Danzig wird jetzt ferner die Wiedereinrichtung einer UnterseelMtÄÜerst btl-dee^FirmaSchichgu. Vorbereitet. Außenminister Beck wurde nun in der letzten ötatSsttzung im September 1036 beauftragt, das Danziger Problem zu prüfen und in der kommenden Ratssitzung einen Bericht darüber zu erstatten. Al» Folge dieses Auftrages haben nun mit Danzig feit dem 12. Dezember 1986 zwischen dem Senat und der polnischen kiiegierung Verhandlungen ftattgefunden, von denen Nutzen» Minister Beck in seinem Expost über die polnische Außenpolitik am 18. Dezember behauptete, datz sie günstige Fortschritte machten. Tatsächlich ist weder über den Stand der Verhandlungen noch über den Umfang der Fragen, mit denen sich die Verhandlungen beschäftigen, bisher etwas Post- tivcs bekannt gegeben tvorden. Richtig ist, datz zunächst. einige Danzig-polnische Streitfragen erörtert worden sind/bei denen die Nationalsozialisten^ kleinere formale Zugeständnisse gemacht haben. Tatsache ist aber auch, datz man danziger- seiiS sich bemüht,« die Frage’ des Verhältnisses TunzigS zum Völkerbund, die Frage der künftigen Stellung des fotzen Kommissars und-der künftigen Beachtung der Danziger Verfassung so gut wie gar nicht einer Prüfung zu unterziehen. So sieht man in den Kreisen jener, welche die Danziger Verfassung,.d. h. Demokratie und Freiheft im Freistüate«Herstellen wollen, der Sitzung de» Bölkerbundrate» mit großen.Zweifeln und wenig.Hoffnung entgegen. Wenn der Völkerbund weiter sein gepinge» Interesse an Danzig bekunden und seine«Autorität weiteruntergraben läßt, dann werden die Beherrscher Danzigs ihren Terror steigern— bis die völlige Gleichschaltung mit dem Dritten Reich hergestellt ist. Reform des Obersten Verwaltungsgerichts Entlastung und Vereinfachung— Prag. Der Regierungsentwurf über da» Ober st e BerwaltungSge richt wurde Donnerstag dem Abgeordnetenhaus borge« legt. Der Entwurf verfolgt die dauernde Besserung de» sehr ungünstigen Stande» der R ü ck st 8 n d e de» Obersten Verwaltungsgerichte». Derzeit ist da» Oberste Verwaltungsgericht derart überlastet, daß es normale Entscheidungen über Beschwerden erst nach, zweieinhalb bi» drei Jahren nach deren Eingabe fällen kann. Der RegierungSentwurf will nun da» angedeutete Ziel vor allem durch die Ausscheidung überflüssiger Beschwerden erreichen. Nach dem Negierung»gesetzentwurf sollen daher für die VertvaltungSbehörden die Rechts- grundfätzeverbindlich sein, die von dem erweiterten lneungliedrigen) Senat de» OBG beschlossen und die in entsprechender Weise veröffentlicht wurden. Hiebei soll den Ministerien die Möglichkeit geboten werden, dem OBG direkt vorzufchla- gen, daß eine Rechtsfrage, bezüglich deren das OÄG in der Rechtrauffindung bereit» eine bestimmte RechtSauffassuna geäußert hat, im erweiierten Senat durchberaten werde. Wird die Entscheidung einer Verwaltungsbehörde deshalb aufgehoben, weil sie die veröffentlichten Recht»grundsätze unbeachtet ließ, wird dar Gericht der VertvaltungSbehörde auferlegen können, daß sie dem Beschwerdeführer die Kosten derVersahrens vor dem OBG ersetzt. Au» der Kompetenz de» OBG sollen Stritte über öffentliche Abgaben und über Ersah der durch dar Berwaltungsverfahren aufgelaukenen Kosten ausgeschieden werden, wenn der Wert de» Streitgegenstände» 800 KJ nicht übersteigt, und außerdem gegen mutwillige Beschwerden auch Angelegenheiten der fteien Erwägung. Aber auch in Bagatellsachen wird da» OBG eine Be« schtverde zulassen können, wenn er anerkennt, daß die strittige Angelegenheit eine grundsätzliche oder für die Partei sehr ernste Bedeutung hat. Die Gebühren im Verfahren vor dem OBG sollen dermaßen eichöht werden, daß sie wenigsten» annähernd die Höhe der Gebührenpflichten erreichen, die für analoge Eingaben beim Obersten Gerichte vorgeschrieben sind. Die gegenwärtigen Strafausmaße für Mutwillen werden Won 2000 auf 10.000 siö erhöht. Die Erhöhung, der LeiswngSfähigkeit des OBG bezweckt der Entwurf dadurch, daß er die Einführung der Institution von Hilfsreferenten Vorsicht. ES werden die» öffentliche rechtskundige Beamte und RIchier fein, die dem OBG vrovisottfch — längsten» für drei Jabre— zugeteilt werden, damit sie die Berichte und Anträge für da» Gerichtsverfahren in den Senaten auiakbeiten, die Funktion de» Schriftführer» versehen und andere Konzeptsarbeiten verrichten. Daneben wird vorgeschlagen, daß die bisherige Amtstätigkeit der dreigliedrigen Senate auf Anae« legenheiten erweitert wird, die das Plenum aller Mitglieder de» OBG mit Genehmigung der Regierung bestimmt. Da» Verfahren vor dem ODG soll grundsätzlich nichtöffentlich sein, doch können die Parteien beanttagen, daß ein öffentliche» mündliche» Verfahren statttindet, so daß e» den Parteien an- heimaesiellt wird, ob diese» Verfahren ftattfinden soll »der nicht. Eine Beilage, die einen Bestandteil des Gesetzes bilden wird, beinhaltet den vollständigen Wortlaut de» Gesetzes über das OBG. Damit erhalten wir einen authentischen Wortlaut des ganzen Gesetze» in der Staatssprache. Ausfälle gegen das Judentum In der gestrigen Parlamer.tsdebatte Prag. Das Abgeordnetenhaus verhandelte am Donnerstag in seiner ersten Sitzung nach den Weihnachtsferien da» Gesetz Wer die Organisation der jüdischen Kultusgemeinden in den, historischen Ladern. v, Berichterstatter Dr. Goldstein wie» darauf hin, daß die Zahl der Juden seit 1890 in Böhmen von 1.62 Prozent auf 1.07 Prozent im Jahre 1080 zurückgegangen sei. Namentlich die ländlichen Kulturgemeinden hätten sehr viele Mitglieder verloren Eine Schattenseite der Vorlage liege darin, daß sie sich nur auf die h i st o r i s ch e n Länder bezieht. während in der Slowakei und Karpathoruß- land alle» beim alten bleibt. Auch der zweite Referent Dr. Kug el sprach sein Bedauern darüber au», daß in der Slowakei weiterhin ein großer Teil der südlichen Bevölkerung de» Wahlrechte- in die Kulturgemeinden beraubt bleibe, weil die Gemeinden u n- demokratischeStatuten haben und daher in der Hand von wenigen Leuten sind, die I eigenmächtig handeln. In der Debatte erklärte der sivwakische Polk»- parteiler Salat, daß„vom Standpunkt des Christentums" nichts gegen eine Ordnung in den Kitl- tuSgemeinden einzuwenden sei. Er richte aber an die jüdischen Mitbürger da» Verlangen, sich siowakischen und christlichen Dingen gegenüber korrekt zu verhalten und darüber nicht zu spotten: mich sollte die"jüdische Jugend weder offen noch geheim den BolschewiSmu» unterstützen. Dr. Domtn iNat. Ber.) kritisiert verschiedene De- tail» der Vorlage und wendet sich vor.allem dagegen, daß sie nicht allgemein für da» ganze Staatsgebiet Geltung habe. Jväk(Faschist) äußert seinen Antt- semitiSmuS im Gegensatz zu den Vorrednern schon ziemlich unverhüllt: Niemand wolle die Jpden verfolgen. aber die Juden müßten. sich den heutigen Verhältnissen anpassen. Leider enthafte die Vorlage keine Bestimmung, welche die KultuSgemelnden dazu zwingen würde, ihre religiösen Gefühle der heutigen Zeit anzupaffen. Die Gefahr liege darin, daß dar Judentum ständig nochamTalmudhäng e und daher all seinen Nächsten nur den Juden ansehe. Nach dem Schlußworte de» Berichterstatter», der u. a. dagegen protestierte, datz man jeden jüdischen Bolschewiken gleich dem ganzen JudenDas Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld «s Bauern fanden sie unter dem brennenden Wagen; sie wurden in die nächste Stadt gebracht. Hugo war tot, Baal starb eine Stunde später im Krankenhaus de» nächsten Städtchens. Sein Körper wurde in den Provinzort gebracht, in dem seine Mutter lebte; Hugo wurde in die Stadt überführt und begraben, niemand folgte seinem Sarg. Erst al» Finsterbusch wegen des Kellnerwechsels mit seinem Kollegen in Verbindung trat, stellte sich heraus, daß Hugo nichts habe von sich hören lassen; Finsterbusch wendete sich an die Polizei, die ihm Aufklärung gab. An einem Sonntagvormittag besuchten Billy und Earola sein Grab; sie legten einen Strauß Blumen darauf, Nelken, Rosen, Tannenzweige, wie sie in billigen Läden zusammengestellt wurden. Es war der Sonntag, an dem Isabella Merten» und Lorenz Mittelmeier getraut tvurden. Dritter-eil -1. Da» Gerücht von der Verzweiflungstat der Frau Finsterbusch sickerte durch die Gasse, durch den Bezirk. E» hieß, sie habe einen Selbstmordversuch unternommen, weil sich die Erwartung, die sie in den Umbau de» Safis gesetzt hatte, nicht erfüllte. Durch sechs, acht Tage war da» Taft Finsterbusch nun voll; die Frauen, die nie ein Taft besuchten, die kleinen Pensionisten, in deren schmalen Etat sich die paar Groschen für ein Glas, Bier nicht mehr einordnen liehen, krochen aus ihren Verstecken hervor und saßen an den Tischen de» East Finsterbusch; sie raunten einander zu: dort hinten, neben der Küche, In dem dunklen Sack, liegt das Zimmer, in dem eS geschah. Sie suchten Vorwände, um in die Nähe dieses Zimmers zu gelangen, sie warfen gierige Blicke durch einen Türspalt, sie schlichen in den Hof des Hauses, um da» Fensterkreuz zu sehen, an dem es sich ereignet hatte, und sie hätten bares Geld auf den Tisch gezählt, hätte man ihnen gestattet, den Gürtel, mit dem e» vollbracht werden sollte, durch die Finger gleiten zu lassen. Sie schmeichelten Ludmilla, um von ihr Einzelheiten zu erfahren, die noch nicht bekannt waren; sie umwarben Pelikan, der wie der Hüter göttlicher Geheimnisse durch den Raum schritt, der Sendung, die er zu erfüllen hatte, bewußt. Die Er- lebniSlosen klammerten sich mit dem Heißhunger der Neugier an das Ereignis, hinter dem wie ein Schatten sich riesengroß der gemeinsame Feind aufrichtete, dem sie alle dereinst erliegen würden. Wer das Fensterkreuz gesehen hatte, tvar begnadet; er sammelte Jünger um sich und gab da» Bild, das er empfangen, wie eine heilige Lehre weiter. Sobald Frau Finsterbusch sich zeigte,, schraken sie zurück; sie hatte in jener Stunde mit dem Feind gesprochen, der für die anderen noch stumm.war, er wandelte hinter ihr her, und eS war besser, ihm nicht zu begegnen. Der neue Kellner, er hieß Alfred, trug eine Brille, hatte»in schmale», von feuchten, schwarzglänzenden Haaren umrahmte» Gesicht und eine Narbe quer Wer die linke Wange. Gr kam mit der Arbeit kaum nach. Gr notierte jede Bestellung auf einem Zettel, mit geheimen Zeichen, die nicht einmal Pelikan zu entziffern vermochte. Pelikan war gegen die Zettelwirtschaft, da» gute Gedächtnis war für einen Kellner von nicht geringerer Bedeutung al» die geschickten Hände; aber Alfred« wendete ein, die Gäste sähen e» gern, daß ihre Wünsche genau verzeichnet und ohne' den kleinsten Irrtum auSgesührt wurden. Finsterbusch beobachtete den neuen Kellner von der ersten Stunde an mit Mißfallen; er war nicht flink genug, er verglich die Tassen, die Ludmilla vor Ihn stellte, dreimal mit seinem Zettel, ehe er sie emporhob, er wählte weite Umwege, um die Engpässe zwischen den Stühlen zu vermeiden, durch die ein guter Kellner sich ohne jede Verringerung seiner Geschwindigkeit hindurchwand. AVer er schien gewissenhaft zu sein, er war unterwürfig, gegen die Gäste, gegen Pelikan, gegen Finsterbusch, und er war so häßlich, daß eine Wiederholung der Slandalszene de» Verlobungsabends kaum zu befürchten war. Frau Finsterbusch hatte den Schreibtisch in da» Schlafzimmer stellen lassen, da» nun ganz ihr gehörte; der Mann schlief in der Wohnstube auf dem Sofa. Sie verließ da» Schlafzimmer nur, wenn sie mit Ludmilla zu sprechen hatte; sie wechselte mit Finsterbusch nur die paar Worte, die die alltäglichen Notwendigkeiten de» Betriebs betrafen. Sie wußte, datz Finsterbusch ein Verhältnis mit gvette begonnen hatte, es schmerzte sie nicht, er mochte sich trösten, wie er e« für ratsam befand. gvette war oft in^ seinem Zimmer, sie hörte da» laute Kreischen des Diädchen» durch die Tür, ein spitzes, hysterische» Gelächter,.flackernd? und manchmal dem Meinen nahe. Sie hatte ihmein- mal offen in» Gesicht gesagt, sie habe gar Nicht» dagegen, daß er sich mit Avette amüsierte, aber es zeuge nicht gerade von Taktgefühl; daß er e» im Nebenzimmer tat, wenn sie, wie er wußte, zu Hause war. Er erwiderte, sie habe, kein Recht, sich Wer sein Verhalten aufzuregen, noch sei er der Herr im Hau». Da schwieg sie; die Gabe de» Verzeihen» war ihm nun einmal nicht verlieben worden, er konnte sich nur rächen, je plumper seine Rache war, desto tiefer befriedigte sie« ihn. Uvettc brauchte Kleider, wenn sie mft ihm auSging, Kvette brauchte Hüte,. Avette brauchte Schmuck, Avette verlangte zum Herbst einen Pelz. Au» dem Pelz wurde allerdings nicht», ein Mantel mit Pelzbesatz mußte vorläufig genügen. Da der Besuch de» Taft» sich hob, an verregneten tum zur. Läst lege, wurde die Vorlage angenommen.— Nächste Sitzung Freitag um halb 11 Uhr vormittag». ■ Der Senat erledigte Donnerstag nachmittag» rungsvorlage, durch welche nachträglich die Ueber» nach einem Referat Modraöek» die Regic- schreitüngen de» Budget» für 1988 genehmigt werden. In früheren Jahren pflegte man diese Ueberschreitungen nur indirekt durch Genehmigung des betreffenden Rechnungsabschlusses zubilligen. Der Referent gab feiner Befriedigung Ausdruck, daß die Regierung nunmehr Ihrer' Pflicht, ein eigenes Nachtragsbudget vorzulegen, nachkomme.— In der Debatte erklärte Maix- ner(SdP), feine Parte! lehne Butgetüber-. fchreitungen ab und werde es solange' tun, bi» dem deutschen Volk die vollste Gleichberechtigung zuteil werde...■• (Das heißt offenbar nicht» andere», al» daß dir' SdP gegen ein lustige» Draufloswirtschaften nicht da» geringste einzuwenden haben wird, sobald sie nur s e l b st in einer ausgesprochenen RechtSregierung mit drinnen sitzen wird! Die Red.) Den tschechischen Agrariern machte er das Kompliment, daß sie„eine der SdP nahe» sie h e n d e konservative, da» gesamte Bürgertum, im alten Sinne vertretende Partei" seien.. Er rät weiters sowohl der Regierung al» auch den deutschen Ministern„ernstlich" ckb, lediglich untereinander die Aussprache Wer da» sudetendeutsche Problem Wzuführen— Nächste Sitzung Freiiag um 10 Uhr früh. vne Niederlage des„VeCer“ Der-Beöer" hatte vor den Vertrauensmännerwahlen auf den Eisenbahnen behauptet, auf der Liste des Verbandes der Eisenbahner befänden sich lauter Henleinleute. Der betreffende»Bericht" war überschrieben:»Der nationale und soziale Verrat der Sozialisten." Dem-Veöer" wurde vom Verband der Eisenbahner eine den gesetzlichen Bestimmungen vollkommen entsprechende Berichttgung geschickt; er hatte sich geweigert, sie abzudrucken und wurde .deshalb verurteilt. Außerdem Werreichte der Verband der Eisenbahner gegen den»Veöer" die Presseklage. Dieser wurde vom Gerichte verhalten, die folgende Erklärung abzudrucken: Zu dem in diesem Blatte veröflentlichten Artikel vom 80. Oktober 1086 unter der Ueberschrjst: »Die tschechischen Eisenbahner werden weder Hen- lelnleuie noch Kommunisten wählen!— Der na- ttonale und soziale Verrat der Sozialisten" erklären wir, daß der Inhalt diese» Artikel» auf irrigen Informationen beruhte, daß wir alle Behauptungen, die den.Verband der Eisenbahner" mit dem Sitze in Aussig a. d. E. und seine Kandidaten für die Wahlen in die Vertrauensmännerausschüsse betteffen. durch die diese in ihrer Ehre . betroffen wurden, widerrufen. Vor allem können .. wir nicht behaupten, daß diese Kandidaten Henleinleute wären.. So endete da» Manöver de».Veöer" gegen die sozialistischen Eisenbahnergewerkschaften— e» feilte nämlich durch die Behauptungen de».Beker" die sozialistisch-demokratische Einheitsliste gefährdet werden— mit einer Riesenblamage. Umorganisierung . bei der Landesbehörde —rb— In der Organisation der Abteilungen der LandeSbehörde, die mit der Kontrolle der Selbstverwaltungskörper betraut sind, wurden so- I eben wichtige Veränderungen durchzeführt. Di- Sonntagnachmittagen nun kein Sessel frei war, an den Abenden sich die Tanzpaare auf dem Parkett drängten, hatte Finsterbusch freigiebige Stunden, die Avette zu nützen verstand. Sie unterließ es nicht, jede Banknote, die sie Finsterbusch au» der Tasche zog, Marion unter die Rase zu halten: Run waren die Zeiten vorüber, in denen sie sich von Marion eine alte Bluse hatte ausborgen müssen, die schmutzig war und deren Knöpfe fehlten; nun war sie gern bereit, der Koftegin, die von Gerleitner allzu knapp gehaüen wurde, ein alte» Kleid zu schenken.. Mit Ludmillas Kaffee, mit Alfreds Bedienung, mit Billys Myfft waren die Gäste, zufrieden; doch die Zeitungen, für deren Auswahl Pelikan verantwortlich war, begannen Finsterbusch Sorge zu bereiten. Immer öfter geschah e», daß ein Gast kleine, in Provtnzstädten erscheinende Blätter verlangte, deren Stirnseite nicht nur im Titel, sondern auch in Einladungen zu Versammlungen und an der Spitze von Ausrufen da» Zeichen trug. Richt nur auf dem-Adler", auf dem -Rufer" prangte da» Zeichen, e» schlich sich auch in die Kopfleiste der Zeitungen ein, die al»-Tagespost" oder»Nachtpost" bisher, wie andre Blätter, nur dem Nachrichtendienst und den Berichten Wer, die lokalen' Ereignisse gewidmet waren. E» ereignete sich, datz Gäste von Pelikan den-Adler" forderten und da» Taft empört verließen, weil er bedauernd erklärte, diese» Blatt nicht zu kennen; e» ereignete sich Wer auch, daß Gäste aufstanden und weggingen, weil sie. auf dem Nebentisch die »Nachtpost" liegen sahen. Pelikan beriet mit Finsterbusch viele Stunden, wie man der Gefahr, die dem Taft au» der wachsenden Verschiedenheit der Wünsche erwuchs, begegnen könnte. Sie wählten den Ausweg, die Blätter mit dem Zeichen nicht mehr aufzulegen; Pelikan trug sie zusammengefaltet in der Tasche und reichte sie nur den Gästen, die sie, auldrücklich begehrten. sFortsetzung folgt.), A Nr. 10 Freitag, 22. Jänner 1037 Seite 3 fudetendcutscfier£ettspiegcl Henlein und die reiclisdeutsclie Propaganda G i er sich zur Tschechosiowakikchen Republik bekennt ^* te hWlirÄ ± d-n Unterstützung der Wohnungsbauten und so». stiger zweckmäßiger Investitionen der Gemeinden zu verhalten und die Zuwendungen des Ministeriums für soziale Fürsorge zugunsten der produktiven Arb eitilosenfürsorge von 8 bzw. 10 XL pro Tag und Arbeiter auf da» Doppelte zu e r h ö h e n, weil die Gemeinden den auf. den. vollen üblichen Taglohn fehlenden Betrag und die Materialkosten nicht mehr ausürin« Und was Ist mit Ottwalt? Ole»Rote Fahne" Ankläger und Richter Professor Schlosser war als Gelehrter, Arzt und Lehrer eine der markantesten Gestalten und stärksten Persönlichkeiten, die in Prag und an der deutschen Universität wirkten. Trotz seiner Strenge als Prüfer und seiner Wortkarghctt als Arzt war er beliebt und geachtet, weil man seine Gerechtigkeit, sein hohes Können und seinen sittliche» Ernst würdigte. AuS der Schule Schlossers sind eine große Reihe Chirurgen und Primarärzte der su- dctendeutschen Provinzkrankenhäuser' hervorgc- gangen. Die Universität, daS sudctendeutsche Geistesleben und die medizinische Wissenschaft verlieren mit ihm einen ihrer würdigsten und besten Repräsentanten und geistigen Arbeiter. LandeSautschutzieisiher Stouval— Obmann, stellverlreter der tschechischen Agrarpartei. In der Mittwoch stattgefundenen Sitzung des erweiterten Parteivorstandes der tschechischen Aararpartei wurde der mährische LandeSaurjchußbeisitzer Viktor Stoupal einstimmig als Nachfolger des verstor- benen Abg. Stanik, der diese Funktion inne hatte, züm Obmannstellvertreter der tschechischen Agrarpartei gewählt.(DND.) Eine Klage gegen Dr. Kramäk. Die Groß» «inkaufSgesellschaft der tschechischen Konsumgenos- senschasten hat wegen einer im November 1080 in den»Nar. Lisch" erschienenen und von Abg Dr..Kramäk gezeichneten Artikels gegen diesen eine Klage eingereicht, weil Dr. Kramäk erklärt hatte, daß die Großeinkauf Steuer- und Tarif- Abteilung 0a, der bisher.di« Aufsicht über die wirtschaftlichen und Angestelltenverhältnisse der Bezirke und Großgemeinden oblag, wird in ihrer Wirksamkeit auf die Gemeinden beschrankt werden,, während die Bezirks» agenda der Abteilung 4 übertragen wird. Gleichzeitig wird di« bisherige Abteilung 6a weiterhin als neue Abteilung Se amtieren, also als Bestandteil der bisher einheitlichen Abteilung li» die nunmehr in drei Unterabteilungen zerfällt. Abteilung 8a wird für Gemeindevoranschläge und Gemeindeabgaben zuständig sein; Abteilung 8b für die allgemeine Wirtschaft der Gemeinden; Abteilung 8c für die RevistonSagenda. Während also der Abteilung 8 in ihren drei Unterabteilung gen die Aufsicht über die Gemeinden obliegen wird, wird die Abteilung 4 die gesamte B e« zirkSagenda versehen und die Abteilung 8 die gesamte LandeSagenda. Die Umorganisation hat, namentlich im Ressort der Abteilung 8 zu Verzögerungen der laufenden Angelegenheiten geführt, wobei eS vorkam, daß in einer anhängigen Sache sich in kurzer Zeit selbst drei Referenten ablüsten. Diese ÜebrrgangSkrise wird hoffentlich bald überwunden sein. zivecken dient, und datz auch die Beteiligung am\ Getreidemonopol den Interessen der Arbeiter widerspreche. Da Dr. Kramäk in die Veröffentlichung einer Richtigstellung, mit der auch die Redaktion einverstanden gewesen wäre, nicht ein- willigte, überreicht« die Großeinkauf die Klage in der auch Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden, sDRD.s schwer, sich über das Regime d?S D r I t t e n R e i- ch e S auSzusPr-chen? Das Dritte Reich führt in der letzten Zelt gegen die Tschechosiowakei einen scharfen Agitationsfeldzug durch, der im Ausland, besonders in England,«Inen sehr kleinen Erfolg batte, sa, dieser AgitattionS'eldzug des Dritten Reiches batte sogar eine völlig gegenteilige Wirkung. Minister ZaiiLek sprach sehr klar: Wir bekennen uns zur Gemeinschaft aller Deutsche», aber wir wollen nicht das staatlich- Regime in Deutschland und in Oesterreich; wir lehnen«Mein Kam»f" Adolf Hitlers ab. Wird Konrad Kenlein dm Mut haben, ebenw Aar zu sprechen? Wird er dm Mut haben, den A-sitationSfeld-ug deS Dritten Reiche- gegen die tschechoslowakische Demokratie cben'o klar abznlehnm. über dm er gut weist, dast er sich nicht auf dir Wahrheit stützt?» Zu den sehr richtigen Bemerkungen Gni- wirthS wäre noch zu sagen, daß wir die»Zeit" «eiche MaBnahmen sind notwendig? Die Finanzlage der Gemeinden hat sich trotz der Novellierung des Gesetzes Slg. 77/1027 nicht gebessert und die Auswirkungen der nun siebenjährigen Wirtschaftskrise zeigen inSbesonderS in den Randgebieten der Republik einen weiteren Rückgang der Einnahmen. Die besondere Er« werbSsteuer, deren Trägern das Steuergeseh und das Gemeindefinanzgeseh vom Jahre 1927 ein Geschenk von rund einer Viertelmilliarde Kö auf Kosten der Selbstverwaltung brachten, sinkt wieder infolge Abschreibungen und Anerkennung aller möglichen Investitionen als WzugSpost. Den dadurch entstehenden Abgang an Gemeindezu- schlägen kann der Mehrertrag aus der Hauszins-, Hausklassen- und Grundsteuer, zusammen von rund 178 Millionen XL, bei weitem nicht decken. Dvr Gesamtfehlbetrag der Selbstverwaltungsvoranschläge von 700 Millionen XL, dem nur 180 Millionen XL' Zuschüsse der Länder gegenüberstehen, bleibt also fast zur Gänze unbedeckt und di« Folge ist daS Ansteigen der Schulden der Gemeinden. ES ist daher die Einführung eines neuenSteuersystemSfürdieGeld- wirtschaftder Selbstverwal- tungSkörper nach den Grundsätzen der in der Konferenz der deutschen sozialdemokratischen Gemeindevertreter in Brünn 1080 beschlossenen Resolution notwendig, wobei noch«in B o r- rangsrecht für sozial gestaffelte Abgaben nach den örtlichen Bedürfnissen der Gemeinden einzuräumen ist. In die Steuer- und BerusungSkommissionen sind Vertreter der Selbst- verwaltungSkörper beizuziehen. Um den Kampf gegen"die Arbeitslosigkeit und die Not erfolgreich zu führen, ist ein« sichere, sofortige und auf di« Krisengebiete Rücksicht nehmende Durchführung der Arbeitsbeschaffung S p l ä n e der Regierung, einer gerechten, ungekürzten Ernährungsaktion, sowie der W o h n ü n g S b a u t e n nach dem Gesetze Slg. Nr.' 68/1980. dringend notwendig. Die Geldanstalten sind im Rahmen ihrer nach welchem eine besondere Konnnission von theoretischen und praktischen Fachleuten errichtet werden soll, die mit der Aufgabe betraut wird, in einer bestimmten Frist den Entwurf einer neuen Gemeindeordnung für Städte und Gemeinden vorzulegen. Zum RaubUberfall bei Rumburg Das Opfer verschieden Verhaftung eines Mitwissers Die feige Tat des Einbrechers Raus aus WarnSdorf hat in Rumburg und Umgebung große Erregung auSgelöst, um so' mehr, als daS Opfer seines feigen UeberfalleS, die 61 Jahre alte Wirtin des Gasthauses»Zur Jubiläumswarte" Rosa Berger, noch in der Nacht zum Montag im Krankenhause zu Rumburg ihren schweren Verletzungen erlegen ist. Bekannt wird noch, daß daS Opfer des Raubmörders nach den ersten Schlägen, die ihr der Unmensch mit einer alten Feile versetzte, zu flüchten suchte. Raus holte sie aber ein und brachte sie durch weitere Schläge zu Falle. Nach seiner Verhaftung verlegte sich der Raubmörder zunächst ausS Leugnen, gestand aber, als die inzwischen zu sich gekommene Wirtin, mit der er konfrontiert wurde, ihn mit Bestimmtheit wiedererkannte. Am Sonntag wurde von der Warnsdorfer Gendarmerie als Mitwisser, tvenn Nicht gar Anstifter des UeberfalleS, der 28 Jahre alte Arbeiter Johann Lorenz aus Warnsdorf verhaftet, der mit Raus im selben Quartier wohnte. Der Fall erscheint dadurch in ganz anderem Lichte, daß die Lebensgefährtin deS Lorenz,, namens Martha Münzborg, eine Nichte der ermordeten Gastwirtin ist. ES wurde erhoben, daß die Münzberg sich öfter geäußert habe, ihre Tante besitze sehr viel Geld, Tschechen fordern Klarheit Im»Närodni Osvobozeni" beschäftigt sich B. u t w i r t h mit der Stellung der SdP zur Demokratie und zum Dritten Reich. Nach einem Hinweis auf den klaren Standpunkt, den die aktivistischen Parteien«innehmen, fährt Gutwirth fort: »Zu einer so klaren Sprache haben sich bisher weder Henlein noch die Redner seiner politischen Partei aufgerafft. Bel uns bekennt sich di: Henleinpartel ständig zur Demokratie. In dei Anfängen der SdP versicherte Henlein seine Loyalität so, daß dies seinen Anhängern nicht gefiel. Aber Henlein sagte nicht, wie er über die politischen Ziel« des Dritten Reiches urteilt; er sagt nicht, wie er über das politische Regime im Dritten Reich urteilt, wie er urteilt über die Verhältnisse, die im Dritten Reiche herrschen. Henlein bekam von Hitler eine Olympiade-Auszeichnung. Sic CtaatMatnktattbn in tfrgg besetzt«dm gen können. 1. April 1087 die Stell« de» Vorstandes des Zahn treiben, indem ihnen ohne Rechtsmittelbelehrung Ausgaben aufgetragen werden, die für sie unerschwinglich sind, obwohl die Polizeibehörde.nicht einmal errichtet oder die geforderte Luftschutzmaßnahme notwendig oder zweckmäßig ist.. Die Gemeindeberatungsstelle stimmt der Besorgung der militärischen Agenda durch staatliche Organe zu. Soweit aber der vorbereitete Ent- tvürf'über die iRegierungSsekretäre in den Gemeinden Eingriffe in die Selbstverwaltung und in die Entschließungen der gewählten Organe vor- sieht und den Gemeinden finanzielle Belastungen äüferlegt, lehnt sie ihn mit aller Entschiede^- Wt ab. ElneNovellierung der gelten- den Gemeinden- d n u n«aus dem Jahre 1864 ist dringend notwendig. Die vielfach veralteten Vorschriften der G. O. sind für einzweckmäßige, geordnete und einheitliche Verwaltung unbrauchbar; eine den rechtlichen Bestim- müngen entsprechende kaufmännische, auf alle wirtschaftlichen Vorteile Bedacht nehmende Füh- rung der Gemeindebetrlebe ist, wie schon in der „Freien Gemeinde" und im Rundfunk dargelegt tvurbe, bei den gegebenen Verhältnissen unmög- sich. ES sei daher mit Genugtuung auf den Be- schluß der 19. Hauptversammlung deS„Svaz mist a obci" vom 18. Dezember 1080 verwiesen. «« Sur«/n u Die„Zeit"«ngetarnt. Auf der ersten Seite der»Zeit" vom 21. Jänner konnte man in einer Einrahmung das folgende Zitat von Ernst Jünger lesen: »Nur aus dem Blute empfangen digroßen Begriffe: Geschichte, Ehre, Treue, Männlichkeit, Vaterland, die In der wechselnden Beleuchtung deS Verstandes kalt und seelenlos erscheinen, Ihre lebendige Kraft. Nur hier ruht das tiefe Zusammengehörigkeitsgefühl einer Volkei." Die»Zeit" gibt sich also keine Mühe mehr, ihre Zugehörigkeit zur ReichS-SchristiumSkammer des Herrn Goebbels zu verschweigen oder zu tarnen. — ES mag wohl das stark vermischte Blut der Henleinleute daran schuld sein, daß die großen Begriffe: Geschichte, Ehre, Treu«, Männlichkeit, Vaterland in ihren Reihen keine Rolle spielen Ehristlichsoztale lehnen Kommunisten aß. Die deutschen Christlichsozialen, an di- sich die Kommunisten wegen der Bildung eines„Ausschusses für nationale Minderheiten" ebenfalls gewandt haben, lehnen in einer Antwort ihres parlamentarischen Klubs das kommunistische Angebot Wb. An der Einäscherung Marie Krems«» nahm neben den bereit» gestern genannten und vielen anderen Funktionären der Partei auch Senator Hackenbergteil, Professor Schlotter gestorben Prag. Donnerstag abends ist im Alter von 69 Jahren der Vorstand der chirurgischen Klinik der Prager deutschen Universität Prof. Tr. Med. Hermann Schlosser nach ztveimonatiger Krankheit an einem Herzleiden verschieden. Am 18. Mai 1868 in Graz geboren, promovierte er an der dortigen Universität 1892 und habilitierte sich an der Prager Universität im Jahre 1902. 1908 wurde er als Ordinarius nach Innsbruck und 1911 als Nachfolger Pros. Wölflcrs nach Prag berufen. Er war wirkendes Mitglied der Deutschen Gesellschaft der Wissenschaften und Künste für die ESN, korrespondierendes Mitglied der Kgl. Aerztegesellschaft in Budapest und der Gesellschaft der Aerzte in Wien sowie Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Aerztc- gcsellschaft in Innsbruck. Prof. Dr. Schlosser hat bahnbrechende Arbeiten auf allgemein chirurgischem Gebiete, insbesondere auf dem Gebiete der Dickdarmchirurgie, der Plastiken, der Gehirn-, Herz- und Gesäßchirurgie geschaffen. Als erster hat er die H y p o- physen-Operation unternommen. Seine Arbeiten über die Brustkrcbsoperation, Wundbehandlung und bakteriologischen Studien sind weltbekannt. Steigende Verschuldung der Gemeinden Beschaffung von Gebäuden, Räumen und Innen- einrichtungen für die staatlichen Polizeibehörden durch'die Gemeinden, Bezirksstädte sind die den Gemeinden übergeordneten Behörden zur g e» nauenBeachtung der gesetzlichen Bestimmungen zrs verhalten, um über- flüssige, für die Gemeinden' unerträgliche Härten zu vermeiden und einzeln« GelbstverwaltungSkör- per nicht in den finanziellen Zusammenbruch zu Bet der Durchführung de» Gesetze» Slg. Nr. ambulatorium» der Krankenkasse der Dtaatrbahnen 181/80 über die StaatSvertcldignng, des Gefet- in Komolau. Nähere- im Amtsblatt" und,im„An- zes Nr. 82/38 über den Luftschutz und der Regie« zeig« für Eisenbahnen und Schiffahrt"; i rungsverordnung vom 0. März 1980 betreffend vor kurzem aufforderten, die Wahrheit über di: »Sowjetflugplähe" in der Tschechosiowakei im Interesse der guten, auch von der»Zeit" angeblich gewünschten Beziehungen Tschechosiowakei— Deutschland bei ihren reichsdeutschen Lesern zu verbreiten. Di«»Zeit" reagierte selbstverständlich auf diese Aufforderung nicht, denn sie bringt grundsätzlich nur jene Nachrichten, die das Berliner Propagandaministerium billigt. In der Ausgabe vom 21. Jänner kommt da? Hauptblatt der Henleinpartei seit seiner Anprangerung durch unseren Außenminister zum erstenmal auf die sagenhaften Flugplätze zu spreche:.. Nämlich so: Die ungarisch« Quelle. Da» Tschechosiowa- kische Pressebüro meldet aus Pari»:»Der Berliner Korrespondent des»Paris Midi" berichtet über die Preise- und Rnndfunlkampagne Deutschland» gegen die Tschechoslowakei.— Der Berichterstatter verweist darauf, daß den Anstoß dazu diesmal«ine Depesche des Budapester Korresp-n- denten de» Deutschen Nachrichten-Büro» gab. die behauptet, daß ungarische RegierungSkreise überzeugt seien, daß die tschechoslowakische» Flugplätze den Sowjets zur Verfügung stehen." Die Aufmachung dieser Meldung in der „Zeit" läßt erkennen, daß dem.Hauptblatt der Henleinpartei im Gegenteil daran liegt, die R i ch- t i g k e i t der reichsdentschen Behauptungen durch den Hinweis auf die ungarische Quelle zu erweisen. Die»Zeit" hätte sonst müssen von sich aus diesmal und früher die Unrichtigkeit der ungarischen und der reichsdeutschen Informationen feststellen l B. Gutwirth und die ganze tscheckwsiowakische Demokratie werden lange warten müssen, wenn sie hoffen, daß die»Zeit" aus ihrem Loyalitätsgetuc gegenüber der Tschechoslowakischen Republik die Konsequenzen ziehen wird. Ernst gemeint ist nur die Loyalität der„Zeit" gegenüber dem Regime deS Dritten Reich». Wann wird man bei uns den Mut haben, di« faschistischen Blätter zur Wiedergabe der Wahrheit über die„Sowjetflugplätze" zu zwingen? Die'„Rote Fahne" ist mächtig aufgeregt' Er wurde zum Ehrendoktor der Breslauer Uniwegen unserer Feststellungen über die recht merk«| versität gewählt. Er war schon einigemale in würdigen Begebenheiten, dl« im Zusammenhang Deutschland. Gewiß weiß er gut, wie da» voli- mit der Berhaftung des Schriftstellers Ott- tische Regime in Deutschland befchaffen ist. Wenn w alt aus Moskau gemeldet wurden.“ Wir hatten nach dem„Prager Montags« zu^ihrer^D:mokrätie: wiew ist^es ihm dann so blatt", von dessen Bericht wir sagten, er sei noch” JC J!e““ W m j 1 zu überprüfen, wenn aych glaichtvürdlg, mitge-' teilt, daß der verhaftete Ottwalt als Kronzeuge gegen Radek auftreten soll, dah man Ottwalt selbst al» Gestapo-Agenten überführen wolle, indem man Briese, die er im Auftrag Moskaus und zu seiner Tarnung aus Deutschland ins Ausland geschickt hat, jetzt vorlegt und als„Be weise seines Hochverrats" aurlegt. Wir hatten erklärt und haben hier Wohl nur auSgodrückt, was jeder Mensch mit einem Rest von Anstand empfin det, daß dieses Verhalten eine bei spiellose Lumperei wäre. ES ist interessant, daß die ,Liote Fahne" mit keinem Wort auf den Fall Ootiwali eingeht, daß sie in raffinierter Weise, einzelne Worte zittierend, die Sache so dreht, als hätten wir von Radek, Pjatakow und dem Prozeß gesprochen, als hätten wir in d i«s e m Zusammenhang daS Wort Lumperei gebraucht, als hätten wir die Ange klagten im voraus für unschuldig erklärt. Was sich die«Rote Fahne"- hier keiftet, ist einfach ein Dreh,«in Taschenspiekerkunststück, mit stali- nisttfchem PathpS vorgeführt.-- ' Wir'stellen demgegenüber wieder fest: Die„Rote Fahne" sch w e.i g t z ü m F all Ottwalt. Di«„Rote Fahne" wagt bisher nicht einmal di« Meldungen der Presse Wer-den Fall Ottwalt zu deinentieren, obwohl sie es doch keicht hätte, einfach abzuleugnen. Die„Rote Fahne" stellt unsere Bemerkun gen Über die Sache Oft waltfälschlicher weise als Polemik zum Radek» Prozeßhin. Die„Rote Fahne" bezichtigt un», wir hät ten die Angeklagten im voraus für unschuldig er klärt, weil wir auf di« merkwürdigen Umstände de» Prozesses hingrwiesen und die lächerlichen Behauptungen der Snkkage skeptisch aufgenom» , men haben. Die„Rote Fahne" selbst aber spricht wie die ganze stalinistische Presse noch vordem Prozeß von den Angeklagten als vonSchuldigen. Sie also wartet das Urteil nicht erst ab, sondern identifiziert sich vollkommen mit den Behauptungen de» Staatsanwaltes und wohl auch mit den Schimpfkanonaden der „Jswestija", die sich wie Rufe aus einer Gummi zelle lesen. Seit« 4 Freitag, 22. Jänncrlvg?- Rr. 10 Zeitung hingewiesen-wurde- mit der Bemerkung, daß diese Markenserie-„das Bildnis des: König» Wenzel.I. von Böhmen trägt,, der bekanntlich auch Herzog Won- Luxemburg war." Gemeint ist damit Köttig Wenzel IV.', der dritte-in der Reihe der: böhmischen Könige äuS luxemburgischem Sause, dpr von, 1078 bis 1419 regierte und zugleich auch bis zu seiner im Jahre 1400 erfolgten Absetzung! deutscher König war.denn der böhmische. König- tag: Wechselnd bewölkt, nur ganz vereinzelt leicht« Schneefall,-Temperatur meist unter dem Gefrierpunkt. Im Osten der Republik an Orten mit aufklärendem Himmel ziemlich strenger Frost.— Wetteraussichten für S a m S t a g: Im Westen des Staates leichter Tauwetter nicht ausgeschlossen, im Kar« pathengebiet Fortdauer der winterlichen Witterung. „Agentur Stefani", Rom. Radek, Agent des Kapitals „Radek hatte die Absicht, auf Bajonetten von Imperialisten," zum Preise einer militari- scheu Niederlage des sozialistischen Batcr- landeS, den Kapitalismus in Sowjetrußland wieder einzuführen". Militärflugzeug verunglückt.(TRO) Donnerstag vormittags gegen 10 Uhr havarierte bei Schießübungen auf ein Bodenziel«in Militärbeobachtungsflugzeug bei Üakovice. Die aus dein Leutnant Friedrich Pisarik und dem Pilot-Ge- „Wille und Weg", Berlin. Die Trikolore auf dem Atlantik Größere Einheiten der französischen Flotte liefen in den Atlantik aus, um-an der marokkanischen Küste größere BcrbandSübungen durchzu führen. Eine Torpcdobootsflottille sticht in See. Schloß Krawarn niedergebrannt Troppa«. Donnerstag gegen 4 Uhr morgens brach in dem Schloß von Krawarn ein Riesenbrand aus,, der das. ausgedehnte einstöckige. Gebäude, in dem ztvei staatliche Schulen untergebracht-wgrew, in Asche legte. Obwohl mehr als zehn Feuerwehren-tätig waren, gelang es nicht, das wertvolle Gebäude zu retten, nur die Einrichtung des Schlosses konnte zum Teil in Sicherheit gebracht werden. Bon dem bis auf die Grundmauern«i-dergebrannten-Gebäude blieb nur dir- Schloßkap'rlle erhalten. Der Schaden wird einschließlich der vernichteten Schuleinrichtnng auf- über zwei Millionen XL beziffert, wobei aber die vernichteten Kunstwerte nicht voll berücksichtigt sind. Bei den Löschungsarbeiten wurden drei Feuerwehrleute leicht verletzt. Noch in den Abendstunden schlugen aus den Trümmern des Schlosses an verschiedenen Stellen Flammen empor.' Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Man nimmt an, daß das Feuer durch Kurzschluß zum Ausbruch kam. Die Untersuchung ist im Gange. DaS alte Schloß Kraivarn gebörte dem alten Grafengeschlecht der Herren von Krawarn. Der neue. Schloßbau, der nunmehr«in Raub der Flammen wurde, wurde in den Fahren 1721 bis 1728 errichtet und gehört dem Spätbarock an. Die Erbauung erfolgte im Auftrage des Freiherrn Georg Rudolf Eichendorff. Das Schloß bestand aus einem 70 Meter langen und 40 Meter tiefen Mitteltrakt und zwei 70 Meter tiefen Seitenflügel, sowie aus einer achteckigen Kapelle mit einer hohen Kuppel. Bei dem Brand dürften In der Gemäldegalerie viele Fresken uyd auch wertvolle" Ocl- gemälde u. a. ein Bild von Menzel, vernichtet worden sein, das den preußischen König Friedrich II. darstellte. DaS Schloß, das sich eine Zeitlang auch-im Besitz des deutschen christlichsozialen Abgeordüe« ten Luschka befand, würde im Fahre 1921 vom Landwirtschaftsministerium übernommen, das dort eine staatliche landwirtschaftliche Schule, eine staatliche Mädchenhaushaltungsschule und ein Pensionat untergebracht hat. Irrtum um Wenzel IV. Eine Briefmarke und ein Kapitel böhmischer Geschichte Luxemburg hat kurz vor Weihnachten Wohlfahrtsbriefmarken in einem Sah zu sechs Werten herausgegeben, auf die in einer. Prager deutschen Vas Gesicht Europas Modernes Ehrenzeichen „General Russo, Generalkommandant des Stabes der faschistischen Miliz in Rom, übergab denr Generaloberst Göring einen Dolch dec Milizlcgionäre" Eintritt in die Firma? „Gestern besuchte der Herzog von Windsor in Begleitung des englischen Gesandten Sir Walsord Selbst den Generalkonsul Julius Meinl, unter dessen Führung er die Fabrik- anlagen der Julius Meinl A.-G. besichtigte". „Der Wiener Tag". BlumS„Bois chewiLmuS" „Die französische Strafverwaitung beschäftigt sich mit einer umfangreichen Reform des StrasvollzugSsystems, die zur vollständigen. Abschaffung deS Bagnos und zu einer nach den Gesichtspunkten der modernen Psychologie um- gestalteten Fürsorgeerziehung für die fügend- .lichen Verbrecher führen soll". „Times", London. * Müdes England „Sogar die pessimistischen Ausführungen, die Churchill vor kurzem im Unterhaus über die Saumseligkeit der englischen Regierung machte, sind optimistisch übertrieben. Denn die eng- lischc Luftrüstung hat im Jahre 1936 nur die Hälfte des beschlossenen NeubouprogrammS durchgeführt". General Groves im„Observer", London. „Prawda", Moskau, ck Die neueZeitrechnung „Mit den Gedichten Baldur von SchirachS hat daS Jahr 1 der nationalfozialiftifchen Dichtung begonnen" . Vom Rundfunk Empfehlenswert.* au* den Programmen! SamStag Prag, Sender I:. 7: Moraenmustk, 10.05: Deutsche Presse, 10.80:„-nzmusik, 15: Unterhaltungsmusik und Gesang, 17.55: Deutsche Sendung:. Sporworschau, 18: Ein Hörspiel, 18.45: Deutsche Preise, 18.55: Aktualitäten.— Prag, Sender II.' 7.80: Populäre» Schallplattenkonzert. 14.10: Deutsche Sendung: Moderne Musik: es spielt das' neue Prager Trio, 14.50: Deutsche Prelle, 18.15: Schrammelkonzert.— Brünn. 16.45: Dealer für di« Jugend. 17.40: Deutsche Sendung: musikalische Märchen, 19.85: Tanzmusik. 21.10: T-lkSkonzert. — Prehburg. 11.05: Salonorchesterkonzert. 19.15:. Slowakische Tanzlieder.—Raschau. 12.05: Schallplattenkonzert.— Mähr..Ostrau. 18: KItberkonzert. seiner Abstammung aus luxemburgischem Hause erst nach 1888-gehabt.'- Aber— und damit klärt sich der Irrtum auf — Karl IV. hatte einen jüngeren, 1887 geborenen Bruder Wenzel, einen Halbbruder, denn während Karl IV. der Ehe seines Vaters Johann von Böhmen mit der Pkemyslidin Elisabeth, einer Schwester König Wenzels III. entstammte,-war sein um- 21 Iah» jüngerer Bruder Wenzel ein Sprößling der zweiten Ehe König Johanns-mit, Beatrix vo„ Bourbon— die Familiengeschichte der Luxemburger Böhmenkönige ist so verwickelt, wie es für ein Shakespeare-Drama genügen würde. Da Karl IV. sein weit ausgedehntes Reich, das bis nahe an die Reichsstadt Nürnberg heranreichte, Schlesien und später auch die Niederlqusih' und die Mark Brandenburg umschloß, nicht allein' zu beherrschen-vermochte, übertrug er einzelne Teile seines Machtbereichs an seine Brüder. Jo-' Hann Heinrich erhielt die Markgrafschaft Mähren' als böhmisches Lehen und Karls jüngster Bruder Wenzel bekam die Grafschaft Luxemburg, diel 854 zum Herzogtum erhoben und unter Wenzel mit Brabant vereinigt wurde. Diesen Wenzel stellt daS Bild auf der Briefmarke dar. Er war der erste Herzog(Due bedeutet Herzog) von.Luxemburg, Im Jahre 1888 starb.er kinderlos und nun, nach seinem Tode ging Luxemburg an seinen Neffen König Wenzel kV. über, der es 1888. an seinen Neffen Jobst, von Mähren und späterhin, 1411 an den mit seiner Nichte-Elisabeth von Görlitz vermählten Herzog Anton von Burgund, verpfändete. Somit' bestehen also nur ziemlich lose Beziehungen König Wenzels IV: zum damaligen Herzogtum Luxembtlrgünd zudem sind sie' viel vertvickeltcr, als es die irrtümliche Deutung des BriefmarkcnbildeS annimmt,' Die Erklärer, haben sichm dieser verwickelten Geschichte verirrt, und den Herzog Wenzel mit. dem.König Wenzel,s den Onkel'mit. dem Neffen, den.Brüder Karls IV. mit dessen Sohne verwechselt.• Ed g a r H a h:ü«iv»Dd.-- hei dem Unfall den Tod. Die Ursache der Havarie j ist wahrscheinlich darin zu suchen, daß der Pilot infolge des verschneiten Terrains die Höhe schlecht I abschätzte und mit dem Flugzeug gegen den Boden! stieß. An den Unsallsort hat sich eine Militär- kommiffion begeben. Leutnant Pisaiik war 20 Jahre alt und aus Üjezdec bei Prerau gebürtig, Gefreiter BureS stand im 22. Lebensjahre und war nach Chrudim zuständig. Obst von Thomas Mann. Als Thomas Mann in Proseö das Heimatrecht bekam, widmete er den Proseöer Armen einen Betrag von 2000 KL. Die Gemeinde beschloß jedoch, diesen Betrag nicht zu verteilen, sondern für Ihn Obstbäume anzuschafsen. Die Früchte dieser Bäume, bzw. der Ertrag aus ihrem Verkauf, sollen alljährlich an die Armen von P-roseö verteilt werden. So wird auf diese Weise den Armen von ProseL alljährlich eine Gabe aus der Hand Thomas Manns zugeführt und außerdem die Erinnerung an ihn wachgehalten werden. Die Obstbäume werden von der Gemeinde ProseL betreut werden.- Weitere Ostrauer Halden verschwinden. Die bekannte Halde hinter dem Theater in Ostrau ist bereits verschwunden und 0000 Waggons Schutt wurden beim Bau der Eisenbahnstrccke von Weißkirchen nach Lidei verwendet. Ab:r das Material der einen Halde genügt« nicht, weshalb nun die Abtragung der Halde des Anselm-Schach« teS in PeterShof begonnen wurde. Ein drollige Meldung. Am Mittwoch mittag» hat sich der Deutsche Rundfunk wieder einmal zu einer Glanzleistung verstiegen. Man sei schon überzeugt- so berichtete er, daß das bisher noch nicht agnoszierte Flugzeug, das vorgestern den französischen Torpedobootzerstörer„Mäille Breze" an der nordspanischen Küste bei San Sebastian bombardiert hatte: ein sowjetrussisches Flugzeug gewesen sei.— Also, höher geht» wirklich schon niinmcrl Die Franzosen haben zwar einen. Militärpakt mit Rußland' und die faschistische Presse behauptet ununterbrochen, daß Frankreich nur ein Werkzeug Rußlands zum Zweck- der Boljchewisie- rung des europäischen Westens sei; aber gleich darauf schicken dieselben Faschisten die Meldung hinaus, daß ein russisches Militärflugzeug ein französisches RrieaSschisf bombardiert habe. Und dl» lieben Hörer nehmen eS hin ,. ScemannStod. Der finnische Dampfer„Sa- Kautschuk-Platteg. verwendet werden.' Diese Platten von Maa" ist auf der Höhe von Landoe in der-sind horizontal in drei gleiche Teil« geteilt. Der Nähe von Mandal im Sturm gescheitert. Die 20 ober- Teil ist dunkelbraun,, der mittlere grün, der Mann starke Besatzung hat in den Wellen den Tob untere wasterklar. Fährt da« Auw auf von Sonnengesunden. Kältetod am Wüstenrand. Aus Amman wird gemeldet, daß die Kältewelle, die augenblick-| durch den unteren toafferklaren Teil, bekommt er nacht» grelle» Scheinwerferlicht, dann blickt er einfach durch den oberen dunkelbraunen Plattenteil. Mit einer leichten Handbewegung kann man die Platten verdrehen, dab.au» der horizontalen Einteilung eine vertikale wird,, so daß die Augen auch gegen Störlicht von der Seite geschützt werden. Der Hauptvorteil besteht in der außerordentlichen Billigkeit der Kautschukbrille. Puschkin-Feier an den Schulen. Der Minister für Schulwesen und Bolk»kulwr Dr. Franke hat folgenden Erlaß ausgegeben: Auf den 10. Feber 1987 fällt der 100. Jahrestag de» Todes de» russischen Dichter» Alexander Sergejewitsch Puschkin,' dessen große Bedeutung durch den- ehrenden Beinamen eine»„rustischen Nationaldichters" ihre Würdigung fand. E» werden Maßnahmen getroffen, daß an den höheren Stufen der Volksschulen und an den Bürger» und Mittelschulen in einer Unterrichtsstunde um dist.1.0,.Feber 1987. den-Schülern da». Andenken Püschltnt' m'Wiistnerpng'«bracht und/feige Pedeu--' tung"iü entspr'echender Weise erklärt werde. Kaiserin Elisabeth-Münzen. Wie die.„Reichr- post" meldet, werden heuer Doppelschillmge mit dem Bildnis der. Kaiserin Elisabeth geprägt werden. Nur noch eine« Ta» Winter? Im-Zusammenhang mit einer' sehr tiefen Druckstörung in der Nähe von Island verstärkt sich wieder der Zufluß warmer Luft vom Ozean-gegen da» Festland. Bei allgemein östlichem-Wind kann damit gerechnet werden, daß di« winterliche Witterung in unseren Gegenden zunächst noch anhalten'wird; über die böhmischen Länder kann sich jedoch-später eine Erwärmung vom Westen her au»breiten.— Wahrscheinliche» Wetter Frei- Wenzel I.(1280—1258). gehörte ja noch dem Stamm der Ptemysliden an. Dann brächte dieser-Tage eine tschechische Tageszeitung di« Abbildung einer dieser Marken unter der Bezeichnüng„Tschechische Motive auf ausländischen Marken" und mit der Erläuterung: „König Wenzel' I V.,.als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Wenzel I.". Briefmarkenhandlungen haben das auch schon ausgegrissen; dieser Tage sah ich in der Auslage einer Prag-r Handlung den Markematz ausgestellt mit-der Bezeichnung: „Bild König Wenzels IV." Das- aber ist ein Irrtum, der recht verwunderlich ist in einem Lande, dessen Volk seine Geschichte im allgemeinen recht-gut-kennt,.bestimmt bester als vergleichsweise' das deutsche Volk- die seine, und. verwunderlich auch' deshalb,- weil die Marke schon.selbst, den Irrtum-widerlegt. Sie-zeigt das historische Portrgit-als Brustbild:.im Profil, geschmückt mit-der- sonderbaren gotischen Kopfbedeckung. Zwischen den Jahreszahlen.1858 und 1888 steht der.französische.' Text:-„Wcnceslav 1er. D.uc-de Luxembourg." Der böhmische König Wenzel IV., als dessen Portrait das Markenbild gedeutet wird. ist aber-erst 1381 geboren worden; er.entstammt, der-Ehe- König Karls IV. mit seiner dritten Gemahlin Anna von Schweidnitz. Au» den beiden.EhebUndnissen Karls IV. mit Bianca,-der Schwester des. französischen Königs' Philipp Vl„ und-dann mit- Anna von der Pfalz waren- keine Söhne- amLeb'en geblieben,'und-die übrigen Kinder Karls IV., drei Töchter, der spätere König Siälsmund.'undiJohann entstammen! erst seiner vierten- Ehe mit Elisabeth von PomNtern. Wenzel, -Karls' IV.--ältester: Sohn, wprde schon alszwei- - säbrigeS Kind zum König- von Böhmen gekrönt'ünd s in seinem zehnte» Lebensjahre mit Johanna, einer - Tochter des Herzogs Albrecht I. von Bähern, ver- :: mählt. Seitl378 war er Mä.rkgraf. vonPranden- bürg.'-1878.w-nW iKWtn-römischen MNig..er« r tMhl^Üd i878!!fMtWc?sejisem',Päter^Kaxl^iV. >- auf dem böhmischen und deutschen Königsthron, i Beziehungen zu Lüxembuvg-HÄWenzel'lV" außer schein beleuchteter Straße, so blickt der Wagenlenker durch die mittlere, grüne Schicht; will er die Instrumente im Wageninnern kontrollieren, dann schaut er sich über ganz Transjordanien herrscht, bisher ungefähr hundert Tote gefordert hat. Schlagende Wetter. In ein-r Kohlengrube in Ducknanton bei Chesterfield ereignete sich eine Sch gwetterexplosion. Man befürchtet, daß vier Bergleute umgekommen sind und zahlreiche verletzt wurden. Eine Rettungsmannschaft ist bereits in den Schacht abgestiegen und hat vier verletzte Bergleute geborgen. Verhaftungen in Kärnten. Die Kärtner Gendarmerie hat in St. Jakob eine loinmuuistische Zentrale mit einer geheimen Druckerei ausgeforscht, in welcher u. a. hie Zeitschrift„Der Bol- schewil" hcrgestellt wurde. Das Büro und die Druckerei waren in einer unterirdischen Betonräumlichkeit untergebracht' und mit der Außen-, wstt durch einen langen unterirdischen Gang und einen Brunnenschacht verbunden..- An^ der Stelle wurden auch Bajonette,- Maschinengewehre unk. andere Waffen gefunden: Im Züfämmenhäng mit dieser Aufdeckung hat die Gendarmerie«ine ganze Reihe von Perfonen verhaftet. Die meisten Hausbesitzer Wiens— Tschechoslowaken. DaS„Zentralblatt für Realitäten und Bauwesen" errechnet, daß in Wien 2017.größere ..... Objekte Ausländern gehören. Die meisten, 058, freiten Jaroflav BureS bestehende Besatzung fand sind Eigentum tschechoslowakischer Staatsängehö- n.r<»'->- ml- s" rsger. Reichsdeutschen gehören nur 174, Italie nern 188 Objekte. . Autobrille aus Kautschuk. Der ungarische Automobilist Oberst Benko konstruierte eine neuartige Autobrille, bei der statt Gla» dünne, durchsichtige Nr. 10 Freitag, SS. Jänner 1037 Sette 5 NMsMftsckaft mul äoMkpotM daß, nachdem, im Jahre 1083 alle Deiciligicn über den Wortlaut der Neuordnung einig waren/, das Ministerium für soziale Fürsorge der Friedensstörer Ivar und die bessere Regelung der' Arbeitsvermittlung verhinderte. ES dürfte Herrn Dr. Fernegg ganz unmöglich sein, für diese Behauptung den Wahrheitsbeweis zu erbringen. Nur für unseren Teil gesprochen, sei angeführt, daß unsere Arbeitnehmervoreinigungen, kaum, das; der Wortlaut des Entwurfes für die Neuregelung der Arbeitsvermittlung bekannt wurde, sofort mit aller Entschiedenheit dagegen Einspruch erhoben haben. Die Gründe dafür kennt Herr Dr. Ferncgg und sie. brauchen daher an dieser Stelle nicht angeführt zu worden. Festgo- stellt sei weiter, dah nicht das Ministerium für soziale Fürsorge der Friedensstörer war, sondern das genannt« Ministerium ist auf die Ablehnung deS Entwurfes durch die Arbeitnchmcrorgani- fationon zu feiner Stellungnahme veranlagt worden. Wir hötten«wartet, das- gerade der Reprä- sentant deS deutschen Nnternehm«tumS zur Arbeitsvermittlung einen anderen Standpunkt elnnimmt, damit auch hierzulande endlich«in brauchbar« Arbeitsnachweis für die beiden an der Produktion hauptsächlich beteiligte» Gruppen geschaffen wird. Antreten zum Gurgeln Die London« Gesundheitsbehörden haben umfassende Maßnahmen getroffen, um die Gefahr der weiteren Ausbreitung der Grippe'zu verringern. Al- wesentliche.Borbeugung sieht man da» Gurgeln an. Hier sieht man Insassen eine- Waisenhauses in London zu einer Gurgelparade antreten. sich handelt. Schließlich ist Herr Dr. Fernegg sehr unzufrieden damit, daß in letzter Zeit„sich auch einzelne Gewerkschaften an die Arbeitgeberverbände mit dem Ersuchen um den gemeinschäft- lichen Antrag auf Errichtung von FacharbeitS- vermittlungsstellen" gewendet haben. Das find also die strittigen Fragen der Arbeitsvermittlung, die der Verordnung Nr. 217/1986 anhaften, die, nach Ansicht deS Herrn Dr. Fernegg„an Flüchtigkeit kaum zu überbieten ist", Dem Führer de» Deutschen.Hauptver- bdndeS der Industrie geht es also vor allem um Nebensächlichkeiten der Arbeitsvermittlung, die züsammengetragen und angehäuft werden, damit da? grundsätzliche darunter verschwindet. Abschließend sei noch eine Anführung richtig gestellt. Herr Dr. Fernegg führt in seinem Aufsatz in der„Bohemia" an: „Nach zahlreichen Vorarbeiten, Entwürfen i und langen Vorberatungen hatten sich Ende 1988 alle beteiligten Behörden, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervereinigungen im Wirtschaftsbeirat auf ; einen Wortlaut geeinigt. Kaum war er nieder- .! geschrieben, widersprach ihm bereit» da» Fürsorge, 1 Ministerium, trotzdem dessen Vertreter für ihn ver- ■■ antwortlich waren." Dem Leser, der von diesen Dingen nichtweiß, drängt sich förmlich die Ueberzeugung auf, Mrd Roosevelt dir Verfassung ändern? Nach einer Meldung des-Daily Herold" wird Präsident Roosevelt in Kürze eine Konferenz einbe- rufen, die über gesetzliche Maßnahmen zur Reform des Ober st en Gerichtes der Bereinigten Staaten beraten soll. Durch Urteile des Obersten Gerichtshofes sind in der ersten Regierungsperiode Roosevelts die wichtigsten Gesetzesbestimmungen des-New Deal", vor allem der NRA(die planwirtschaftliche Regelung der Industrie) und der AAA die(landwirtschaftliche Regelung) als verfassungswidrig verworfen worden. Der Gerichtshof, der aus neun Mitgliedern besteht, von denen fünf mehr als 79 Jahre alt sind, ist die höchste Instanz in BersassungSstreitig-. leiten in den Bereinigten Staaten,(eis) 18 Rechtsanwälte verurteilt. Bor etwa zwei Monaten fand in Jugoslawien ein Prozeß gegen 45 Landarbeiter statt, die als Führer det Laitd- arbeiterstreikeS in Star! Becej angesehen würden. Am Vorabend der Verhandlung hatten sich die 18 Recht-anwälte, die die Verteidigung der Ange- klagten übernommen hatten, zu einer Besprechung zusammengesetzt- Der Polizeipräsident von Novi' S a d, wo die Konferenz der Rechtsanwälte statt- faitd, hatte von der Konferenz der Verteidiger.erfahren und eine Untersuchung'eingeleitet. Vor kur»• zem wurden alle 18 Rechtsanwälte vom Polizeipräsidenten mit je zehn Tagen Arrest und 599 Dinar Geldstrafe bestraft, und zwar-weil die Bersamni-' lung nicht angemeldet war und ohne Anwesenheit eine» Polizeikommigar- stattsand".- die„Sozialistische Liga" aus der Labour-Party auszuschliehen, wenn sie dabei bleiben sollte, die Politik der Partei zu durchkreuzen. Inzwischen regt sich auch in den Kreisen der Unabhängigen Arbeiterpartei Kritik an dem Einheitsfront-Beschluß. Man erwartet, daß auf der Ende dieser Woche stattfindenden JahrcSkonserenz der schottischen Unabhängigen Arbeiterpartei in Glas-■ gow der EinheitSfrontbeschluh heftig diskmiert werden svird. Unter dem Einheitsfront-Manifest befindet sich, wie der Sekretär deS„EinheitS"- K'omiteeS offiziell erklärt, auch'die Unterschrift des Professors Harold LaSki, eines der führen-. den Theoretiker der Labour-Party. borgehoben— die im Gegensatz zu ihren Klassengenössen demzweck mäßig en Ausbau der A r b e i t S v e r m i.t t.- lungnichtw i der f p re chen. Diese Unternehmer, die es ablehnen würden, wenn mannst« deshalb als Philantropen bezeichnete, haben gar kein Interesse daran, ihre neu einzustellenden Arbeitskräfte nach ihren subjektiven Eigenschaften auSzuwählen. Ihnen ist«S völlig gleichgültig, ob der Stellenwerber Atheist, Buddhist oder Sozialdemokrat, ist. Ihnen ist es auch gleich, ob. ihre Arbeiter freien Gewerkschaften als. Mitglieder angehören. Sie wissen, daß es auch in ihrem Interesse liegt, wenn Lohn» und Arbettsverhält- nisse kollektivbertraglich geregelt find. Daß das auch für die Unternehmer seine gute Bedeutung hat, sei nur angodeutet. Alle diese Unternehmer werden bei der Neuaufnahme von Arbeitern weder nach Gesinnung und Weltanschauung, also nicht nach den subjektiven Eigenschaften, sondern nur darnach fragen, ob der Einzustellende die Eignungen und Fähigkeiten besitzt, die er für die zu leistende Arbeit braucht. Keiner von diesen Unternehmern wird daher der grundsätzlichen Schlußfolgerung des Herrn Dr. Fernegg zustimmen. Sollten, vor allem die Mitglieder des Deutschen Hauptverbandes der Industrie— die Unternehmer schlechthin der Auffassung sein, für die Einstellung von Stellenbewerbern müssen neben den objektiven Voraussetzungen auch die subjektiven Eigenschaften berücksichtigt werden, dann allerdings müßten die Arbeitnehmer davon Kenntnis nehmen. Dieses„zur Kenntnis nehmen" kann aber niemals gleichbedeutend fein mit dem fatalistischen„da läßt sich nichts machen", sondern das müßte zwangsläufig Gegenmaßnahmen auslösen. Auf feiten der AÄeitnehmer würden in diesem Falle alle Einwohner unseres Landes stehen, die Gegn« jede- GesinnungSzwange» find. Was He« Dr. Fernegg an der ArbeitSver- mittlung auszusehen hat, führt er in seinem Aufsatz in der„Bohemia" an. Ob die Beispiele, die er zitiert, angesichts der besonderen Bedeutung der Arbeitsvermittlung als Regulator unseres AtbeitSmarkteS, die Druckerschwärze wert find, die dafür verwendet wurde, wagen wir zu bezweifeln. Einzeln« ArbeitSvermittlungSst«llen— um Welche e» sich handelt, wird, nicht angeführt— beMjigeN' angeblich die MMung.desMeWMtH' jedes Dienstnehmers. Gin.Derartiges Verlangest findet jm Gesetz keine Stütze. He« Dr. Fernegg bestreitet jedoch auch die Weisungen des Fürsorgeministeriums auf die Meldung von Arbeitsplätzen für Heimarbeiter. Seiner Meinung nach wär« „die Meldung von freien Plätzen für Heimarbeiter übrigens auch tatsächlich kaum durchführbar." Das gleiche gilt für die Meldepflicht derjenigen Personen,.welche zwecks Aneignung'einer fachlichen Ausbildung unentgeltliche Arbett als Lehr- Praltilanten, Volontäre usw. annehmen". In der Reihenfolge der strittigen Fragen folgt nun die Anführung, daß Arbeitsvermittlungsstellen durch die Verordnung nicht gedeckt find,„wenn sie di« Meldung des Arbeiterstandes eines Betriebes fordern, um über di« jeweilige Besetzung einzelner Arbeitsplätze mit Arbeitnehmern unterrichtet zu kein, die zeitweilig nicht beschäftigt', sondern— wie der gebräuchliche Ausdruck lautet— ausgesetzt sind". Um welch« Arbeitsvermittlungsstellen es sich handelt, wird auch hier nicht angeführt. Es sei festgehalten, daß auch dafür eine gesetzliche Stütz« nicht vorhandm ist. Weiter heißt es in dem zitierten Auffatz:„Einzelne Arbeitsvermittlungsstellen verlangen die Angabe dex Arbeijs- und Lohnbedingungen, unter denen ein Arbeitsplatz besetzt werden soll". Auch hier fehlen Angaben, um welche ArbettSvermittlungSstellen es Latour-Party und„Einheitsfront“ Wie der Londoner„Daily Herald" berichtet, wird das Exekutiv-Komitee der Labour-Party in seiner nächsten Sitzung am 27. Jänner über den Beschluß der„Sozialistischen Liga"(der unter Führung von Sir Stasford Cripps stehenden Partei-Linken) beraten, mit der Kommunistischen Partei und der Unabhängigen Arbeiterpartei eine Einheitsfront zu schließen: Der Labour-Abgcord- nete Arthur Greenwood gibt in einem Interview der Meinung Ausdruck, daß dem Exekutivkomitee keine andere Wahl bleiben werde als Südtirol; . Italien hat rund 499 deutsche Schulen aufgelöst und an ihr« Stelle italienisch« Schulen gesetzt(Dekret vom 1. Oktober 1928, Einheitstext vom 22. Jänner 1985). Die deutscheSpracheist au» dem■ BolkSschulunterrichte auSgemerzt, in den höheren Anstalten wird deutsch als Fremdsprache an drei Wochcnstunden gelehrt. Die deutschen Sprachkurse werdcn nur in Bozen uni) Meran in ganz unzulänglicher Form. eingerichtet. Die.D rutschen Südtirol» haben weder in den staatlichen, noch kommunalen Aemtern«ine Vertretung. In den Staatsstellungen werden sie nur außerhalb Südtirols geduldet, in den freien Berufen wird ihre Tätigkeit erschwert, so daß viele junge Menschen zur Abwanderung nach Altitalien oder ins Ausland gezwungen sind. Die deutschenRichter sind entweder entlassen oder in dir alten Provinzen. SdiönlKitslchlcr auf der„Mise Rom-Berlin“ (zitiert nach:»Volksdeutscher Ruf", Schulung»- und Amtsblatt für Amtsträger im Bolksbnnd für da» Deutschtum im Au-la»d, 2. Jahrgang, Folg« 8.) Afrika and Südtirol— eine anlsdUuOreidie Gegenüberstellung Afrika: Italien richtet für die Staatsbürger lydischer Nationalität arabischeSchnlenein (Dekret vom 89. Jänner 1924). In Abessinien erfolgt der Unterricht in den Schulen außer in italienischer auch i n amharischer, arabischer, tigräischer, harra rischer, gälischer und kaffischer Sprache. Di« Stammeshäuptlinge haben eine Vertretung im»Rat« für Jtalienisch- Ostafrika", dessen Wirkungskreis sich auf na» ' tional«, kulturell«, wirtschaftliche und soziale Fra gen des Lander«streckt(Dekret vom 1. Juni ' 1986). Den Kewi» uitd einheimischen Richtern istderuntereGrad der Rechtsprechungvorbehalten. Amtliche Schriftstücke werden außer in italienischer auch in amharischer, arabi scher, tigräischer, gälischer, harrarischer und kaf fischer Sprache«Bgefaßt. Italien hat sich in Genf bereit erklärt, dem : Grundsätze- beizupflichten,-daß di« Eingebo- versetzt worden. In Südtirol selbst ist kein deut- r'enenpo'm'Milik ä'rd i e nst he'f.r'elt scher Richter mehr tätig. AmtlicheS'chrift- und nür'für dle örtlich« Polizei und die Bertetdi-'' st ück« sind äüSnäh'mslo» i't ä l i e'n'i's ch ge- gung des Gebiete» herangezogen werden sollen.■ halten, jeder deutsche Wort ist verpönt. Italien hat von den deutschen Südtirolern nicht bloß di« Erfüllung der MUitärdlenstlelftung s gleich den Italienern verlangt, sondern sie mußten gleich diesen in din afrikanischen Eroberungskrieg , ziehen und für denBedrücker ihr L e b e n l a s s« n. Er ist der Fall eingetreten, daß der Vater im Kampf gegen Italien, der Sohn im Kampf für Italien da» Leben lassen mußte. Strittige Fragen der Arbeitsvermittlung Eine notwendige Polemik Unter diesem Titel nimmt He« Dr. Rudolf i Fernegg schon zum zweitenmal zu der Regie rungsverordnung Nr. 217 vom 9. Juli 1986 Stellung. Den ersten Auffatz brachte das„Prager Archiv" in seiner Nummer 26 vom 18. August 1986 Und den zweiten Auffatz veröffentlichte«r in der„Bohemia" vom 1. Jänner d. I. Er liegt uni fern, dem Verfasser daraus einen Bortvurf zu machen, daß er zu Problemen, welche vor allem i Unternehmer und Arbeiter interessieren, vor aller' Leffentlichkeit Stellung nimmt Schließlich inter»' essieren die verschiedenen Fragen des Arbeit»«' rechtes auch die Allgemeinheit, denn die Grund» i läge des gesellschaftlichen Seins ist d t e Wert«, schaffende Arbeit. Nach den demokra»' tischen Grundsätzen unseres freien Lande» sind seine Bürger berechtigt, nicht nur zu diskutieren, sondern auch mitzuentscheiden. Deshalb soll jeder mann, der in der Oeffentlichkeit diskutiert und zu Fragen Stellung nimmt, welch« die Allgemein heit' berühren, sich betvuht sein, daß diese demo kratische Freiheit dazu verpflichtet, das Gemein same zu suchen und das Trennende abzuschwächen. . Herr Dr. Fernegg ist aber nicht nur Jurist, sondern'beruflich der Generalsekretär de» Deut-' scheu Hauptverbandes der Industrie. Es ist nun nicht'ganz gleich, wie der unbestrittene Führer der deutschen Unternehmer zu arbeitsrechtlichcn Fra gen Stellung nimmt. Nach Ueberprüfung der bei den Aufsätze im„Prager Archiv" und in der „Bohemia" müssen wir schon sagen, es befremdet uns ungemein, wenn Herr Dr. Fernegg in Wür digung der Regelung der Arbeitsvermittlung fol gend« Schlußfolgerungen zieht: „Verschärfung der Vorschriften müßten wie jede neu« Bindung der Unternehmertätigkeit ab gelehnt werden, weil sie für die langsam sich bessernde Wirtschaft«Ine Gefahr bedeuten, die nie mand verantworten könnte." Heißt da», daß die Arbeitsvermittlung an sich di« Unternehmertätigkeit binden, also fesseln kann? Anders kann doch der erste Teil des zitier ten Satzes nicht auSgelegt werden. Damit wir uns keiner Unterlassung schuldig machen, sei hervor gehoben: Herr Dr. Fernegg ist der Ansicht, jede wettere Verschärfung der gesetzlichen Bestimmun gen über die Arbeitsvermittlung würde die Un ternehmertätigkeit behindern, also fesseln und würde— wie er im zweiten Teil seine» ab schließenden Satze» anführt—„für di« langsam sich bessernde Wirtschaft ein« Gefahr bedeutet»". Daß nnsroe Arbeitsvermittlung noch nicht der klag los funktionisrende Regulator des Arbeit». markte», daher dringend reformbedürftig ist, wird weder von den Unternehmern noch von den Arbeitneh mern bestrittest. Einheitlich dürste auch di« Auf fassung darüber sein, daß die Arbeitsvermittlung nur dann ihren Zweck erfüllen kann, wenn zwei Boraursetzungen erfüllt sind, nämlich: die sofor tige unbedingte Pflichtmeldung jede« frei werden den oder' neu entstehenden AibeitSplatzeS und die Mellnmg der Stellensuchenden. Diese beiden Vor aussetzungen sind das Primär« für jede gut funk tionierende Arbeitsvermittlung. Die Art und Form der Vermittlung, also die Stellenbesetzung ist da» Sekundäre, das freilich je nach Zeit und Umständen und nach der ideologischen Einstellung des Einzelnen^hervorragende Bedeutung haben oder gewinnen kann. Es ist charakteristisch, daß gerade über Art und Form der Arbeitsvermitt lung die Ansichten der Arbeitgeber und Arbeit nehmer gegensätzlich find. Bon allen anderen strittigen Detatlfragen des Problems abgesehen— weil sie für diese Be trachtung untergeordneter Natur find— sei her- ausgestellt: jeder arbeitsfähige Mensch hat ein— derzeit freilich noch unverbllcherteS— Recht auf Arbeit. Er kann verlangen, daß ihm, je nach Möglichkeit, ejne seinen Fähigkeiten, seinem beruflichen Kön nen und körperlichen Kräften entsprechende Arbeit ijn Bedarfsfall« zugewiesen wird. Für die objek tive Stellenvermittlung, können daher nur.die sachlichen Kenntnisse und die körperliche Eignung de» Stellenwerbers für den zu besetzenden Ar beitsplatz in Frage kommen.(Dah Dr besondere Vertrauensposten auch noch andere subjektive Eigenschaften der Stellenwerber berücksichtigt Werden müssen, kann hier außer Betracht bleiben, da es sich dabei doch nur um Ausnahmen Hän de».).. . Bon dieser Axt der Arbeitsvermittlung, die wirklich ein Regulator unsere» ArbeitSmarktcS wäre, sind wir aber noch weit entfernt All« die dielen Versuche und Bemühungen,, unser« Ar beitsvermittlung in dieser Hinsicht auszugestalten, sind letzten Endes immer am Widerstand der Un ternehmer schlechthin oder einer Gruppe derselben gescheitert. . Gerade der Deutsche Hauptvrrtand der Indu strie hat sich in dem h a r t e n R i nz e n u m "b Vi Ausgestaltung unserer Ar- br,it»v«rmittlung allzu' ost jen«n reaktionäven Kräften»»gesellt, die. jede fort schrittliche. gesetzliche Regelung dieser so überaus wichtigen Einrichtung verhinderten. E S g i b t a ü e r a u ch d e,u t s ch e U n t e r n e h m e x— da» sei anerkennend Here Seite 6 „®oslnlbcmofrnt‘ Freitag, 22. Sänner 1937. Nr. 19 Vorträge Kager gükmg tlnen die Her- jahreS iggg tausend neue Wähler zuwuchscn. In ganz Groß-Prag ist die Zahl der Wähler um un gefähr 3709 gestiegen. IümsL utui Wissen, Feber: In» Adlergebirge 818 KL, in» Riesengebirge 890 Ki, nach Lubochüa 480 Xi und in di« Hohe Tatra 660 Kc. Informationen und Anmeldungen: Referat AuSftugSzüge Basar, neben dem Wilson- bahnhof, Telephon 888—85. Ein Schnupfen tattert 9 Tage, sagt man. Welch eine unangenehme Zeit! Sie sindmißmuilg und verdrossen. Ihre Tagesarbeit leidet ütiter Ihrer körperlichen Indisposition. Sehen Sie. sich, solchen Unannehmlichkeiten nicht aus..Für Ihre Gesundheit ast Abhärtung geboten durch regelmäßige Körper-Massage mit dem Alpa-Franzbranntwein. 4 Paul Hartmann in„Port Arthur' Ein bunter Regen von Konfetti fällt auf da» wogende Treiben und die sorglose Freude des Tanzes. So soll es In der Tanzfaifon immer zugehen l Die Boraursetzung sind allerdings leichte und bequeme Schuh« mit einem wundervollen Schnitt, welche zu Toilette und Strümpfen paffen. Schuhe und Strümpfe müssen daher von Bata sein. Verhngef überall WWWWMMM keineswegs gesagt sein soll, daß die Säuberung der Prager Straßen in einwandfreier Weise erfolgt. Im Gegenteil— wer die Schncebarikaden längs der Gehsteige durchwaten oder überspringen muß, wie sie sich z. B. noch gestern an einem so repräscntablen Ort wie vor dem Parlament oder dem Deutschen Theater häuften, wird ganz anderer Meinung sein Die unzureichende Reinigung der Fahrbahnen Mitteilungen aus dem BubNkum. Dl« Sperrstunde ist bereits längst vorbei und doch wird noch lustig weitergetanzt. Dar Parkett ist ständig überfüllt, frohe Mienen beweisen, daß selbst ein kurzer Fasching angenehm ausgenüht werden kann. Man merkt keine Ermüdung. Allerdings tragkn all. Tänzer und Tänzerinnen leichte, elegant« und dabei bequeme Tanzschuhe von Bata. Der Dichter Frtiia Srämek, Lessen sechzigster Geburtstag jetzt gefeiert wurde, hat seinerzeit auch Erfolge auf dem Felde der. dramatischen Kunst gehabt. Seine.Spiele: ,Löto"(„Der Sommer") und „Mösle nad kekou"<„Der Mond über dem Flusse"), vom Weinberger Stadttheater und Nationaltheater einstudiert, haben in verstärktem Maße zwei.wesentlich« Züge der Srämekschen Dichterkunst— die Jugend und den Naturzauber— zur Wirkung gebracht. Zu seinem. Jubiläum hat das Nationaltheater das Spiel:„Der Mond Wer dem Flusse", neueinstudiert und am 20. Jänner im Ständetheater zum erstenmal aufgeführt. Der Abend stand unter dem Einfluss« der herzlichen Verbundenheit, der fast zärtlichen Zuneigung„zu dem Dichter der Jugend", war auch in dem einleitenden Vortrag von Prof. Praiiäk zum Ausdruck kam. Da» Stück wurde sehr sorgfältig einstudiert und die Stimmung de» sommerlichen Abend», das sieghafte Drängen der Jugeüd, die auch mitten im Hexenkessel de» Weltkriege»„die Glocken der ganzen Welt zu hären" vermeint, kam zur vollen Geltung, E» ist ein« liebenswürdige Idylle von zwei Freunden, die mit Adlerschwingen die Welt Werfliegen wollten, um nach 80 Jahren beim Abiturientenzusammentreffen ihre Jügendträum« verleugnen, aber schließlich doch von der Jugend' besiegt.werden und' dem Zauber des Monde» Wer den Wassern verfallen. Herr Nosta al» ein Prager Biedermann und Herr S m o l l l als ein entsagender Papierwarenhändler, Frau Brch- lickä als di« Frau, welche die Adlerschwingen zu- zustutzen verstand, vor, allem.'Herr D o h n a l als die Verkörperung der stch immer wiederholenden Jugend, haben dem Stück zum neuen Erfolg verhalfen. In den Episodenrollen siel Herr Neumann al» leidenschaftlicher Fischer und Frau B echy.fi oyä al« die, zärtliche Und berechnende Frejmdin lauf. Die Rolle der Tochter, die eigentliche Trägvckn de, Stücke», spielt Frau Pülpä n ov ä mit Berständ- einem„Bericht", der von unwahren und entstellten Tatsachen nur so strotzte, angefallen hatte. Dieser Artikel erschien am 1. November v. I. und bezog sich auf angebliche„unerhörte Vorkommnisse" Leim Empfang des rumänischen König» am 28. Oktober. Unter dem schreienden Titel„Panil beim Museum" schilderte da» Blatt zunächst in grellsten Farben da» fürchterliche Gedränge, da» infolge der Absperrung des Wenzelsplatze» für den Einzug de» Königs namentlich In der Mezibranstä beim Museum geherrscht habe. In dieser lebensgefährliche Menschengewühl sei auf einmal unter rücksichtslosem Hupen ein„Luxusauto" hereingesahren und habe sich brutal Bahn gebrochen. Diesem Wagen sei ein weiterer— natürlich ebenfalls„luxuriöser"— gefolgt, in welchem Senatspräsident Dr. Soukup saß, der sich auf solche Art habe„dem Volke zeigen wollen." Verzweifelte Protestrufe seien laut geworden, Eltern hätten ihre Kinder„mit Ihrem Leibe geschützt" usw.„Viele verletzte Bürger, die in die Halle des Museums getragen wurden, wurden an Ort und Stelle behandelt. Auf dem Teppich, den Kopf auf dem untergeschobenen Mantel, verschied Franz Hudeiek, Vorsteher der uniformierten Reiterei Georg von Podöbrad». Ihn traf der Schlag wahrscheinlich aus Erregung... So endete der Bericht der„När. Listy". • Wie Prävo Lidu" bemerkt, wurde dieser Bericht, der in seinen Einzelheiten aufr gröbste entstellt und absolut unwahr ist, soweit er Dr. Soukup al» Schuldtragenden an der angeblichen„Panik" hinstellt von der Nazipreff« al»„sozialistisch-kommunistische Provokation"Kinb, HlimenlsM 4* ■ Fernsprecher 618g,: „integral-nationale“ Berichterstattuns Ehrenerklärung der„Nirodni Listy“ an Senatspräsidenten Genossen Dr. Soukup Prag.—rb— Unser Bruderblatt.,Prävo Lidu" veröffentlicht eine Erklärung der„integral-nationalen"„Närodni Listy", zu der sich diese» Blatt auf Grund einet Preffeklage des Senatspräsidente» Ge- nossen Dr. F. S o u k u p genötigt sah, den es in Deutsche Volksschule Prag VH.. Elternver- sammluna. Montag, 25. Jänner, um 2ü Uhr. Messe- palaiS. Dozent Dr. Scala: ErziebungSschwieriok-i- ten. ErziehnngSsünden, Erziehungsberatung. Gäste willkommen! Ein roher Vater. Gestern mitkag» brach der neunjährig« Sohn eines Eisenbahners au» Michle, Karl Sicinbauer, in der Taborstraße plötzlich zu» lammen und klagte über Schmerzen im Unterleib. Ein Vorübergehender wollte ihn nach Hause bringen, führte ihn jedoch, da niemand zu Hause war. zu den Nachbarn, wo zufällig gerade ein Arzt zu Besuch tvar. Dieser untersuchte den Knaben und stellte eine Verletzung an den Hoden und«inen Bluterguß im Unterleib fest. In» allgemeine Krankenhaus gebracht, gab der Jung« an, sein Vater sei am selben Tage früh darüber in Wut geraten, daß er sich zu wenig Wasser ins Waschbecken gegossen habe und hab« ihm einen Fußtritt in den Uirterleib verseht. Da» Verfahren wurde eingelcitet. .,.> Di« Gerichtsabteilung und die entsprechenden Wertes), aus welchem Preis die ganze Regie gedeckt Kanzleiabteilungen 2., 8.. 4.. 10., 11., 12. und 18. werden soll.| beim Exekutionsgericht in Prag amtieren im Ge- Die erbaulichen Notizen, in denen das vom; bände der ehemaligen Unfallversicherung Prag II. Himmel gefallene Brot gevriesen wird, sollten nicht, Na Pokiki 7. 8. Stock. Die Exekuttvabteilung und verschweige», daß diese» Brot recht spärlich und in die verbleibenden Gerichts- und Kanzleiäbteilungen sehr kleinen Portionen unter die große Menge der verbleiben vorläufig weiterhin Prag I. C-letnä 88. Hungernden fällt. s Vortrag Prof Max Adler in der„Urania"t Der Wiener UnIversitätSprofeffor Dr. Max Adler.hält heut e, ck>en 22. Jänner, um 8 Uhr abends in der „Urania" lKlimentsta) einen Vortrag Wer da» Thema„Gibt es einen Fortschritt in der Geschichte?" Da Max Adler einer der bedeutendsten Soziologen her Gegenwart ist, wird der Vortrag sicherlich außerordentliche» Interesse sindcn und wir empfehl«» unseren Lesern, sich Max Adler, der eine» der bedeutsamsten Werke über die materialistische Geschichtsauffassung geschrieben hat, anzithörey. Ausflugs-,ii-ie der Staatseisenbalm. Während der Semesterserien, d. i, vom 80. Jänner bis'7. „Brot vom Himmel ■—rb— Wie alljährlich, so waren auch heuer bei Eintritt der ersten größeren Schneefälle und längerdauernden Fröste in den Zeitungen die üblichen Notizen zu lesen, daß für zahlreiche Arbeitslose „Brot vom Himmel gesallen sei". Wenn wir un» au» der Sphäre der erbaulichen Phrase auf den Boden der nüchternen Wirllichkeit begeben, werden wir allerdings gewisse Abstriche an dieser wohlklingenden Borstellung vornehmen müssen. Abgesehen davon, daß dieses„vom Himmel gefallene Brot" in 'Wahrheit ein sehr sauer erschuftetes ist, zu dessen Erarbeitung nicht nur ein kräftiger Körper, sondern auch feste» Schuhwerk und Kleidung gehört, hat pi« fortschreitende Technisierung die Zabi dieser kurzfristigen Arbeitsplätze bedeutend vermindert. Die Gemeinde Prag beschäftigte bei dem letzten Schneefall nach den auSgegcbcnen Meldungen etwa 1200 Personen mit Schneeschanfeln. Früher ivarcn ihrer weit mehr. Inzwischen sind Schneepflüge und Kehrwagen eingestellt worden, von denen Vas Neue In der Sozialwissenschaft Vortrag Prof. Dr. Max Adler(Wien) In Prag Im Sozialen Institut in Prag hielt Donnerstag, den 21. Jänner, einer der größten lebenden Soziologen Prof. Dr. Max Adlern(Wien) einen Vortrag Wer da» obige Thema. Wir müssen uns darauf beschränken, au» der Gedankenfülle, die der Vortragende entwickelte, da» Wesentliche kurz wiederzugeben. Ist schon die moderne Naturwissenschaft nicht alt, ist die Sozialwissenschaft noch jünger: Ihre Anfänge fallen in die Zeit, da der Begriff der Kausalität tda» Gesetz von Ursache und Wirkung) in die Wissenschaft eindringt. In dieser Hinsicht hat H e- g e l Epoche gemacht, der die Äeränderungen in der Geschichte nach einem Gesetz, nach einer inner» notwendigen Bewegung zu erklären sucht. Er hat den Entwicklungsgedanken tn die Geschichte, in die Gesellschaft eingeführt. Nach Hegel erregt jeder geistige Zustand Widerspruch, der Geist ruht nicht, bis er den Widerspruch tn einem neuen Zustand überwunden hat. Diesen EntwicklüngSgedanken und dieses Gesetz des Widerspruche»(Dialektik) haben Marx und Engels übernommen. Während aber Hegel als die Ursache der Entwicklung den Weltgeist angesehen hat, haben Marx und Engels den Entwicklungsgedanken aus feiner ideologischen Hülle herauSge- fchält. Sie haben es besonder» getan durch den Begriff der Vergesellschaftung und ihre neue Auffassung der Dialektik. Der Begriff der Vergesellschaftung fußt, auf der Erkenntnis, daß der Mensch nicht anders als in Gesellschaft leben kann: Die Existenz der Menschen ist ohne die Existenz anderer Menschen nicht möglich, der Mensch ist denkmöglich nur in Gesellschaft, der Mensch ist ein vergesellschaftete» Wesen. DaS menschliche Geschehen ist nur möglich in der Vergesellschaftung und von diesem Geschehen handelt die Sozialwiffenschaft.(Während die Naturwissenschaft vom Naturgeschehen handelt.' DaS soziale Geschehen ist aber Willens- und Wer- tungSgeschehen oder wie Marx sagt:„Wenn wir in die Welt der Menschen treten, treten wir in die Welt der Zwecke." So ist also die Meinung, der Marxismus sei ein« mechanische Auftastung der Geschehen», vollkommen falsch. Der Marxismus wird eben mehr bekämpft als verstanden. Ein zweiter Begriff, der einen großen Fortschritt in der Auftastung von Marx und Engel» bedeutet, ist jener der Dialektik. Die Gegensätze in der Gesellschaft können für die Menschen nur real werden, wenn sie sie erleben und in ihr Denken aufnehmen. Dadurch werden sich die Menschen der Widersprüche bewußt und er entsteht der Wunsch, diese Widersprüche zu beseitianl. Die Erkenntnis wirkt somit auf"die Ereignisse beschleunigend; da» Denken wird zum Iti«, die Wissenschaft zur Politik. Wer diese Erkenntnis gewonnen hat, gleicht jenem, der auf einer Wendeltreppe au» dem Dunkel in» Licht steigt. Wenn er auch an einer Biegung angelangt ist, wo er das Licht nicht sieht— und in einer solchen Gegenwart leben wir— er weiß, daß er emporsteigt. Der Vortrag Adlers war fesselnd, geistvoll, ge- dankentief und anregend vom Anfang bis zum Ende. Der Vorsitzende Prof. Chalupnh dankt« dem Vortragenden, der Beifall des zahlreich erschienenen Publikums, unter welchem sich deutsche und tschechische UntverfitätSprofefforen, viel« Höhere MInisterial« beamt« und führende Funktionäre der öffentlichen Verwaltung befanden, war stark und eine Ovation für den großen Forscher und tapferen Bekenner. B. St, Zu dem„Brot, da» vom Himmel fiel" wird ioeiter das Eisbrechen auf der zugefrorenen Moldau gerechnet. Dieses gefährliche und mühsame Gewerbe hatte tatsächlich einmal, vor der Erfindung des Kunsteises, seinen goldenen Boden. Aber diese Zeiten sind längst vorbei. Das Natureis ist in seinem Werte so. gesunken, daß der Betrieb kaum die Regie deckt und die ehemals sehr ansehnlichen Arbeitslöhne auf die Höhe eine» Almosens herabgesunken sind. Die alte Generation der EiSsörderer — im Hauptberuf meist Flößer— ist rettungslos im AuSstcrben begriffen und ein Nachwuchs ist nicht da. Von den Arbeitslöhnen kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man bürt, daß eine ganze Fuhre CiS oft für 50 bis 60 Ki verschleudert werden muß(ein winziger Bruchteil ihres ehemaligen| 8800 WShierreklamationen Der gestrigen Sitzung der Reklaniations- kommission für Prag und Reichenberg lag der Bericht Wer die im Dezember erfolgte Kontrolte der Wählerlisten vor. Die Zahl der Reklamatio- i nen in Prag ist zwar gegenüber dem Juni 1938 um rund 8000 größer, bleibt über mit 8778 weit unter der vor den Parlamentswahlen erreichten Ziffer. ES äußert sich darin nicht nur die übliche bedauerliche Interesselosigkeit der Wähler, ,„..... welche erst nach Ausschreibung von Wahlen, dann jeder die Arbeit vieler Menschen ersetzt"'womit noch aber zu spät, sich um ihr Wahlrecht kümmern, n? MtllM in» San» oder bei Bezug durch die Post monatlich«r'ik—, Viertellährlich/Aö 48.—. halbjährig K£ SS.•. ganzjährig Kä 192.-.Z Inserate werden lernt/'• Sotif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen PreiSnachlasp-^Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei-Einsendung der Newurniärken.— Die ZeitungSfrqnkatur wurde von der Poft- und Tele» graph-ndir-ktion mit Erlaß Nr. lö.SÜÜ/VlI/lSöü bewilligt.- Druckerei:„VrbiS",Druck-. Verlag,- uUdZeltungS-A.-G, Prag, sondern auch die besser gewordene Verwaltung der Wählerlisten. Bemerkenswert ist, daß au» der Ueberficht über die erfolgten Löschungen und Eintragungen in die Wählerlisten wieder hervorgeht, daß sich die innere Stadt entvölkert, während der Zustrom in die Randbezirle anhält. Alle Stadt- ... teile von Prag VH bis XIX weisen eine zum und Gehsteige hat dazu geführt, daß manche der zahl-! Teil beträchtliche Zunahme von Wählern auf, vor reichen Prager„Passagen" sich in einen wahren allem Prag XI, wo im Laufe des zweiten Halb- Morast verwandelt haben, den zu beseitigen die Her- 1•«- reu Hausbesitzer offenbar nicht für 1 So konnten wir bemerken, daß zwei Herren beim- Betreten der„Brück l"«Passage mit einem Ausruf des Ekels zurückwichen und lieber den un- angenelunen Weg über den schmalen und stets über füllten Gehsteig ivähltcn. Es waren Ausländer, die vermutlich den Ruhm der Prager Straßenreiuigung in ihrer Heimat entsprechend verkünden werden. WWWWWWW .. Lustiger Mlm mit Sce- CbHi.