Sozialdemokrat «entralorga« der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterparteien der Tschechoflowakischen Republi Erscheint mit«««nahm» de« Montag»»glich srvh Redaktion und Verwaltung: Prag XL, Föchooa 62- relrphon«8077- Hrrausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Dienstag, 26. JLnner 1937 Einzelpreis 78 ffiCuPF lelnjchllcßl. B Heller Porto) Aus dem Inhalt: Blums Rade in Lyon Waltoro Besserung der Wirtschaftslage Tolle Geständnisse Im Moskauer Prozess Nr. 22 Die Rundfunk-Rede des Ministerpräsidenten lojen LUsammenaroeir mark aovrmaen tauen unv~ r’" u 7/,.7. hat ans eigener Initiative die Schwierigkeiten Uber« j geklagten g e st a n b t g, unb tvenn auch das nicht und wo immer unb wie immer Einwände gegen bie tschechoslowakische Rtnberheitenpolitik vorbrachten. Noch ungeheuerlicher unb beshalb noch viel Weniger glaubhaft sind diesmal di« Beschuldigungen als im Sinowjew-Prozetz. Nabel unb seine Mitangeklagten sind beschuldigt, nicht nur Terrorakte gegen führende Männer des Solvjetstaates vorbereitet zu haben, sondern im Einvernehmen mit Trotzli ein llebereinkommen mit der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands getroffen zu haben. Trotzki habe versprochen, im Falle der Machtübernahme russisches Gebiet, abzutreten, Wladiwostok und das Ainurgebiet an Japan, die Ukraine an Deutschland. Er habe auch versprochen, daß Rutzland neutral bleiben lverd«, wenn Deutschland die Donauländer und den Balkan erobert und Japan China annektiert. Das alles sei bei einer Zusammenkunft Trotzkis mit dem Stellvertreter Hitlers, dem Reichsminister Hetz, endgültig beschlossen lvorden. Und wie im Sinowjew-Prozetz sind hie An- A r ni e e n a 4tet.cn Tokio. Mit der Vtldnn> des neuen Ikabi» nettS wurde der 79jähri»e General«gali.be- traut, der sich vom Kaiser in einer nächtlichen Audienz eine mehrtägige Frist für die Brrhand- langen erbat. General Ngakt war fünf Jähre hin- durch in früheren Kabinetten KrirgSministrr und auch eine zeitlang Generalgouverneur von Koren. Die militärischen Kreise, die die Rtgie« rungSkrise herbeigeführt haben, Md mit seiner Designierung.keinesfalls einverstanden/ Man wirft Ihm.liberale Anschauungen vor; auch seien durchwein Zutuninden Jabren 1922. und 1926' zwei Divisionen ans GrsparungSgründen aufgelöst worden. Er stand deshalb auch im Bor- saht'bei"dem Niedergeschlagenen Militärputsch auf der Liste derer, die ermordet werden sollten. Siegen GeneralUgaki haben.sich auch die industriellen Kreise ausgesprochen. Dagegen kommentiert die Presse der politi- Alexandrette*KompromlB Genf. Experten der französischen und türkischen Delegation arbeiten nunmehr an dem definitiven Wortlaut der Vertrages, durch den die Frage des Sandschaks Alexandrette geregelt werden soll. Dirkes Gebiet. wird.volle Auto nomie in der inneren Ber- w a l tu n g erhalten, während es in autzenpoli» tischen Angelegenheiten unter der Souveränität des syrischen Staates bleibt. Das französisch-türkische Militärabkommen sichert den Sandschak gegen jeden Angriff. Die Innere ÄutonoiNie wird vom Völkerbünde kontrolliert werden.- scheu Parteien die Wahl UgakiS In g ü n st I g e r Weise, Die Parteien Minseito und Sejukai sind geneigt,.ihn'zu unterstützen. Die Unterredung UgakiS mit den militärischen. Führe« Terauchi und Ragano bracht« noch keine Entscheidung über dir Frage, ob und unter' welchen Bedingungen sich dir Wehrmacht an der Kabinettsbildung beteiligen werde. Te- raucht soll.den designierten Premier auf dir gegen.' i h u herrschende Stimmung in drr/lrmke hingewiesen haben, der man Rechnung zu tragen habe. ., Trotzdem glaubt man in politischen Kreisen, daß die...'^.^...',7'.^'./ m ü tz t r, wenn Ugaki bestimmte Forderungen de» Heeres ännehme, und der kaiserliche Wille äußer- sten Falles nochmals»um Ausdruck gebracht werde. Tarauchi und Ragano werden DienStag ihre Entscheidung Mitteilen. GeneralUgakiMinisterpräsident Die militärischen Führer gegen, die politischen Parteien für Ihn zwischen den beiden Staaten„unverletzbarer unmöglich zu machen— es darf niemanden geben, Friede und aufrichtige uüd' ewige Freundschaft". der einmal Lehrer deS allwiffenden Diktators war. j besteht.(| Wir haben für Radek, einen der gehässig sten Bekämpfer der Sozialdemokratie, keinerlei Sympathien. Aber die Stellungnahme zu den Moskauer Prozessen, zur Kittungder stalinschcn Diktatur mit Blut, hat mit Sympathien und Antipathien nichts zu tun. Der Abscheu vor diesem zweiten Schandprozetz wird allein diktiert durch den Schmerz über dieSchändungder Arbeitersache durch eine Anklage, die die' LügeanderStirn trägt, durch einen Prozeh, in dem es keine Wahrheitssuche gibt, in dem das Urteil feststand, noch ehe der VerhandlnngS-' termin bekannt war,— und durch die neuerliche' Offenbarung des entsetzlich-grausamen Charakters der S t a l i n s ch e n D i k t a t u r als einer wah r« n S ch r e ck e n sh e rrschaf't.•''’ In seinem grossen Revolutionsroman'„Die Götter dürsten" zeigt A n a t o l France, wie das Schreckensregime Robespierres und Saint JustS unheimlich gesetzmässig den Kreis-der Opfer- mehr und mehr erweiterte und den-Kreis um Robespierre mehr und mehr verengte, bis die Basis so schmal geworden war, däh niemand mehr' zu den Sicheren, zu den Verlässlichen sich zählen konnte, bis-— wie Robespierre so lange köpfen -lieh,, bis. so ziemlich alle Feinde deS Regimes be-: festigt schienen. Dann aber stand er allein. Die „Bwlge Freundschaft** Zwischen Bulgarien und Jugoslawen Belgrad. Sonntag traf.der bulgarische MI- ren, ob e» möglich wäre, gemeine und allgemeine Kriterien zu finden, auf Grund deren wir das Vorgehen der einzelnen Regierungen zu den Minderhei-! Regelung der Minderheitenfrage wünschenswert. Ja direkt unvermeidlich Ausländische Einmischung entschieden»« verbeten Wicklung der verschiedensten ethnischen Gruppen dieses Staat«».' Daher' vine Bunkkatton, keine AuSgleichr- versuch«. ..-Vater- dem Gesichtspunkte- der' demokratischen Kontrolle besieht einfach' die selbstä-ndl'ge. Pflicht der Reeierun, in der Sorge dafür, daß., unstr». verfassane,.die. unseren Stolz. darstÄt. sicher und»auerbist in ihrem vollen Nmsayge wirkend, kel.n Padierfetzea bleibe, dass unsere Verfassung, welche di»»roh»'Moralische Legitimation unsere» Staates in der Welt darstellt, elhrn' leben- digen Beweis der staatöpolittsch« und ntoralischen Reise teil tschechossowakischen Belke», blldr. Deshalb soll sie auch zu den starken Garantien seiner Srlb» siändigkeit gehören. Der Standpunkt der Regierung, wr Minderheitenfrage ist sehr klar und einfach, sowohl in der Vergangenheit wie in der Gegenwart als auch für di« Zukunft. Wir verlangen keine Tschechisierung und Slowakisierung der Minderheiten und lehnen dieselbe direkt ab, ebenso wie wir. in unserem-Staate die Germaniiierung oder die Magyarisierung der Slawen-verhindern werden. Den ausländischen Kritikern unserer Minder- heitenpolisik antworten wir nicht mit Worten. Wir antworten ihnen mit der Anregung, die zuständigen Internationalen sfakwren mögen die Frage studie» ^MtllllLL tUULtll VKIQIIJII-UUIJIV dem Tode Lenins vergangen. Zivei Tage später, am 28. Jänner, begann in Mioskau ein neuer Prozess gegen bekannte Bolschewik!, gegen Radek, Pjatakow, Sokolnikow und vierzehn andere. Die Ausrottung der alten Bolschewik! wird fortgesetzt. Noch harren diese Angeklagten der Verurteilung und Hinrichtung und tenHällel'^"^eichmWg'regeln würden?"Ich: nennt man Namen anderer, denen das erwart« daher, dass zu dieser Reziprozität die-\ gleiche Schicksal droht, vor allem den Namen ienigen ihre Zustimmung geben werden, welche auf B u ch a r i n s, des auch den deutschen Sozialisten ihrem Staatsgebiete nationale Minderheiten haben: bekannten kommunistischen Theoretikers. ' In'der Einleitung hatte der Ministerpräsident daraus hingewiesen, dass Prag im Jahre 1942 die erste internationale Ausstellung In der Tschechosiowakei beherbergen wird-die eine Manifestation der tschechoslowakischen Arbeit und Tüchtigkeit stin soll.-Die Hauptstadt werde sich, sicher darauf vorbereiten, und ohne Untergrundbahn werde sie wohl nicht dar Auslangen finden. Auch die Regulierung der Moldau-Kais sei notwendig: ebenso müsste bis dahin der„Platz der Republik" wie die Paradestube in unserer geordnete»! Häuslichkeit aussehen. Im wirtschaftlichen Teil wies Dr. Hodsa darauf hin, dass eine konstruktive Handelspolitik die Voraussetzung für den Ausgleich psychologis I er und politischer Differenzen sei. Die-tschechoslowakische Regierung hat sich von'ihrer Linie der mitteleuropä- schen-Zusammenarbeit' nicht, abbringen lassen Und hu. UUB•'Uint. Vic UVV.» j wunden, die ihr«ine Zeitlang den Abschluss' eines Handelsverträge» mit U n g a r n verwehrten Luch die Schwierigkeiten, die sich solange einer EÜI-- gung.mit Oesterreich entgeg-nstellten, wurden bezwungen. Die handelspolitische Annäherung der Länder, der Kleinen Entente, an, dl« Länder des römischen Protokoll» entwickelt sich trotz allen störenden Momenten politischer Art günstig. Wir unternehmen' hoffnungsvolle Vorbereitungen zur Vertiefung und Konsolidierung unserer handelspolitischen Beziehungen zu Italien und Deutschland. Spät« stellt« Dr. Hodso nachdrücklich fest, bah in der Tschechosiowakei die Demokratie di«! Form der Manifestation der Bolkskraft bleib« und■ daß jeder versuch abgelehnt werd« müsse. Dem», krati«»eg« da» Nationalgefühl oder die Nationalität gegen den DemokratiSmnS auSzufpiel«. Di« tschechoflowakifche Demokraite bildet ein« Granit- »lock,«in« Felsen, auf dem unsere Staat». Verfassung, unser» Wehrhaftigkeit und unser« moralische Selbständigkeit sicher au früh«. Ministerpräsident Dr. Hodja hielt Sonntag knapp nach zwölf Uhr mittag» über alle tschechoslowakischen Sender«ine politisch« Rede, die erfreulicherweise nach ein paar Minuten auch in deutscher Sprache wiedergegeben wurde. Der Regierungschef beschäftigte sich mit wirtschaftS-, autzm- und innenpolitischen Problemen, wobei da», wa» er über die kommenden Verhandlung« mit den deutsch« Regierungsparteien sagte, auf deutscher Srste naturgemäß das stärkste Sn- ttrefft fand.■ Der Ministerpräsident betonte den Willen der Regierung, die öffentliche Verwaltung in bezug auf die national« Angelegenheit« zu„vervollkommnen",«aS Sitter nattnt und in der deutsch« v«völke«ng Zustimmung find« wird. Hodja ging noch weiter und meinte, daß über- Haupt die ganze Mnderhettmpolitik vervollkommnet«erd« müsse. DaS ist sicherlich«ine Formel, welche die großen sozial« Sorgen der arbeitenden Klass« des Sudet«d«tschtumS mit«inschlie- ßen kann und diese Auffassung findet eine Bestätigung in den Worten deS Ministerpräsidenten, »Vie tschechoflowakifche Berfassung solle kein Stück.Papier bleib«. Gerade weil wir da» poll, anerkennen, möchten wir bemerk«, daß.die Stelle, wo der Mi- nisterpräsidmt von den Punktatlon« und national« AuSglaichSverhandlungm de» alten Oester- reich, der« Form Hpdja verwirft, spricht, doch allzu sehr auf die tschechisch« Mentalität terech. net ist. Da» wurde noch durch die ungenaue Neberfetzung verstärkt. In der deutsch« Uebertra- gnng spricht der Ministerpräsident ab«isend(„smUtova&y") von den„Versöhnungsversuch«" in der Zeit der Monarchie, wobei der tschechische Ausdruck besser durch„AuSgleichSversuche" hätte ' übersetzt werd« können. BersöhnungSversuche lehnt der Premierminister sicherlich nicht ab, er wird im Gegenteil mit unS wünschen, daß diese Brrsuch« mst einem bessern Ergebnis«den al» in Altösterreich. Im innerpolitischen Teil seiner bedeutsamen Rede führte per Ministerpräsident über die Minderheitenfragen der Republik' etlvg folgende» au»: , Ach. will niemand« darüber hn Zweifel-lgss«, daß, wenn wir unier» Minderh-stenPelUil noch vor« vollkemmn« wollen,«S nicht dethatt geschieht, w« irgendjemand irgendwo l««Nölanbe-unsere. Minderheitenpolltik kritisiert hat. Die Minderheiten- »olitik Ist«in« Sach» unserer st oot. lichen Souveränität und nicht Sache eine» ander«. Aber nicht nur au» diesem f o r m a l e n Grunde lehnen wir jeden Versuch um Einmischung in unsere i n n er en An g e l e g en h ei ten aB. soweit er die international« Konversion über schreitet. Wir lehnen, einen jeden derartigen Versuch auch hauptsächlich au» dem Grunde ab, weil e» keinen Staat inEuropa gibt, der der Tsche choslowakei in ihrer freisinnigen, demolrasischen M:n» derhestenpolitik als Beispiel dienen könnle. In der Schweiz und in B e l g i e n handelt es sich nicht um Minderheiten. Wenn die Tschechoslowakei dem Beispiel« so vieler europäischer Staaten folgen »würde, aus deren Gebiet sich nationale Minderheiten befinden, dann könnten wir in Genf mit Recht a n d e n P r a n g e r g e st e l l t werden. Wenn wir h«t» unser« adminiftrativ« Praxis auch in den Mtnderheitmbezirhung« regeln, so tun wir die» begreiflicher Weise in Neberelnstimmung mit all«,-also auch mit den deutschen Koali» t ton Spa r t.c I e n, die zugleich mit uns dl« verfassungsmäßige Verantwortung trag«, der ein« jede verfassungsmäßige Regierung und jede Parla- mmtömehrheit unterliegt. Ich bin überzeugt, daß dies» Regelung vom Standpunkte' der demokratischen Ordnung In der öffentlichen Verwaltung wünschenswert ist und direkt unvermeidlich ist vom'Standpunkt de» tschechischen Nationalismus. ' Jawohl, vom Standpunkt de» tschechischen Natio- naliSmu». Denn der Nationalismus kann nicht ander» als anerkennen. und an-rkennt auch ideologisch folgerichttg chen Rationalismus ander e r Nationen. Wenn schon,iemand.ini der Welt, ko sind«» gerade die prinzipiellen Nationalisten, welche sehr- genau wissen, dass selbst die kleinsten Abweichungen von der national« FreiheitSijesinnung eine Quelle sehr ern< stcr Staatskrisen zu sein pflegen. Per tschechische und im- geschntstäatlichen Begriff tschechoNowafische Nationalismus bat sicher nicht dar geringste Interesse daran,:dass unter Staatswesen dauernd beunruhigt werde. Indem sich ein Keimherd politischer Krisen bild« würde. Auch der traditionelle tsche chisch« Nationalismus ist./.somit- an der richtigen Lösung der Minderheitenvrobleme Interessiert. Bestimmt bedeutet di« Regelung der administrativen Minderheitenpraxi» keine Analogs« dessen, wa» in der Geschichte der tschechischen Politik al» odiose Erinnerung.an Punktationen. und Ausgleich»« versuche" s weiterlebt. Punttasionen und Ausgleichs versuche hatten ihre Begründung' im Habsburger- Reiche, weil die Konstitution des ehemaligen Reiche» weder den bürgerlichen geschweige denn den Vorau»- setzungen einer vernünfttam Staatspolitik entsprach.' Deshalb ging auch da» Reich-unter.. Der tschechoslowakischen Verfassung hat, niemand borgeworfen und. wird, auch niemals jemand vorwer« fen'künnen.'dass si« der'vollen'nasionglen r rrechtia- keisi nicht genügend: Raum liesse und dass sie nicht Garantien bieten würde wr eine selbständige Ent- Tschechisch:„smtkobarky*. mehr überraschen kann, so doch die Seltsamkeit, patz-sie n o ch me h r g e st e h e n, al» ihnen zur Last gelegt wird/ däh Radek»geständ", er hab« die Hauptrolle bei der Ermordung Kirows, gespielt.. Dah wütende Beschimpfungen der russischen Presse nicht nur den Prozetz begleiten, sondern ihn einleiteten, dah die DZA Radek ein falsches Reptil nannte, einen Erzgauner und abgefeimten Lügner, ist nicht verwunderlich. Nun, da der Prozeh begonnen hat, werden auch die Resolutionen der Betriebsbelegschaften, die stürmisch den Tod der Angeklagten fordern, nicht ausbleiben. Alles das gehört bereits zu den gewohnten Erscheinungen sowjetrussischer politischer Prozesse. Uns sind nicht alle Angeklagten bekannt. Nicht alle standen so im Vordergrund« ivie Radek, Pjatakow und Sokolnikow. Nadel, den alle Welt kennt als einen der geivandtesten kommunistisch« Journalisten, der schon vor dem Kriege, als er in Deutschland am Bremer sozialdemokratiichen Blatte Redakteur war, auf dem.linken Flügel der sozialistischen Bewegung stand und während, des Krieges zum Kreise Rosa Luxemburgs gehörte, ist gewitz keine allzu sympathische Erscheinung. AVer gerade jene seiner Eigenschaften, die am wenigsten gefielen, seine Sophistik, seine Skrupeliosig» nlsterpkäsi'dent Kjoffejwanow"im Sonderzug hier‘ kett, sein überheblicher Hohn, seine Kunst des ein, um im Außenministerium in feierlicher Weise I jonglierens mit der Wahrheit, machten ihn viele d-n Fr-undschaftsv-rtrag zwischen Bulgarien und Z°b« lang zum wertvollsten kommun stischen Jugoflawien zu unterzeichnen. Dem Gast wurde.?°urnal'stem Radek ist auch ein sehr kenntmSrei- «in herzlicher Empfang und grotze Ehrungen zu-<*>«- vielbelesener Mann,— Eigenichasten, die ihn teil, U. a. erhielt er auch vom Prinzregenten Paul dazu befähigten, der literarische Ratgeber Stalins «inen hohen Ofden. Der Vertrag setzt fest, dah öu sein. Das allein müßte freilich genügen, ihn zwischen den'.beiden Staaten„unverletzbarer unmöglich zu machen—*7''.--7 Sette 2 DienStag, 26. Jänner 1637 Nr. 22 Revolution hatte alle verschlungen, die ihre Träger, ihre Kämpfer gewesen. Damit war RobeS- pierres Ente gekommen. ES gibt in der Geschichte keine vollkommenen Parallelen, mir Ähnlichkeiten. Darin aber waren bis jetzt alle Diktaturen einander ähnlich, das; sie ununterbrochen Feinde zu beseitigen hatten, daß der Diktator um di« Alleinherrschaft rang und jeden beseitigte, der sie ihm streitig machte oder zu machen schien oder hätte gefährden können, und darin unterscheidet sich Stalins Diktatur, eben weil sie Alleinherrschaft eines einzelnen ist, nicht von anderen. Der Diktator mag des Glaubens sein, das; seine uneingeschränkte Herrschaft notwendig sei für die Idee; in deren Namen er herrscht,— als Diktator ist«r Mensch, der den Gesehen der Diktatur unterliegt. Stalin mag des Glaubens' fein, daß er des Sozialismus wegen keine Kritik, keine andere Meinung, keine oppositionelle Strömung dylden darf— und die hündische Unterwürfigkeit aller, die in seinem Schatten an der Macht teilnehmen, mag ihn— nicht anders als die Speichelleckerei der Höflinge eines absoluten Monarchen— in seiner Auffassung bestärken. DaS Ergebnis ist doch, dah in Sowjet- rußland fast im selben Tempo, in dem der wirtschaftliche Aufbau fortschreltel und die Produktionsziffern steigen, der Sozialismus vernichtet wird, das Wesentlich st e des Sozialismus, sein eigentlich st er Sinn, die Menschlichkeit. Der doppelte Aweck der Blutprozesse wind zunächst erreicht weiden: wer Stalin je gefährlich Die Stimme Frankreichs; Ivar,, sei es auch nur als bissiger Kritiker, wird beseitigt— und lähmender Schrecken wird sich auf das weite Laad legen und die harmlosesten oppositionellen Regungen zurückjagen in die verborgensten Geheimkammern der Herzen. Und so mag es dann lange Zeit bleiben: laute Bekundungen der Zufriedenheit und ängstliches Abrücken der Massen von allem, was Politik ist— wenn man unter Politik etwas anderes versteht als das überlaute Ja-Sagen. Aber freie Menschen entwickeln sich unter diesem System nicht,— innerlich freie Menschen. Die Millionen Sowjetruffen werden ein Volk gehorsamer Untertanen. Sie werden es nicht für alle Zeiten, nicht für die Ewigkeit, aber für beträchtlich lange. Der Gott dürstet. DaS„Licht der Welt" duldet kein andere» Licht neben sich, nicht einmal das flackernde Irrlicht des Radekschen Geistes. Mehr und mehr erweitert sich der Kreis derer, die als Opfer der Stakinfchen Diktatur fallen. Aber nur scheinbar wird dadurch der Kreis derer, die die Diktatur tragen, ein breiterer. Ein stummes Volk, auch wenn es fein Schwelgen binter begeistertem Jubel verbirgt, ist auf die Dauer, keine Maffenbasis. Gibt es in Stalins Umgebung keinen Kenner der Geschichte der Revolutionen mehr, der den Mut hat, ihm zutage», dah sein Weg gefährlich für So- ivjetruhland, für den Sozialismus, und daß j e d e r d e r S ch ii s s e, die gegen die Opfer der Schauprozeffe fallen, den Sozialismus trifft? ■■■■■■■■■■■■ gegenwärtigen Augenblicke diese Möglichkeit ausschließlich von D e u t s ch» land a b hängt. Ich möchte mich über diese Sache mit vollkommener Offenheit auSsPrechen. Mann kann im gegenwärtigen Augenblick sehen, Ivie der deutsche Staat seine gesamte organisatorisch« Geschicklichkeit und die gesamte Macht sein'S nationalen Willen» anspänNt,' um die ernsten Schwierigkeltenwirtschaftli» chen Charakters zu überwinden. Jr zahlreichen Köpfen ist also spontan die Idee irgend eine» Austausches, irgend eines Vertrag:» entstanden, wonach Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiete Hilfe erhielte, die es durch zufriedenstellende Teilnahme an der friedlichen Regelung der europäischen Situation kompensier>.a würde. Ich möchte mich nicht auf diesen Boden stellen. Ich glaube nicht, daß wir Deutschland etwas anbieten sollen, was einem Marktfeilschen ähnlich wäre. Wir haben ein viel zu tiefes Gefühl unserer nationalen Würde, wir sind.allzu sehr entschlossen, deren Respektierung im Augen- blick der Notwendigkeit durchzusehen, al» dah wir nicht selbst die Würde anderer Nationen respektieren würden. Wir sind noch mehr entfernt von dem Begriff der gleichzeitig falschen und gefährlichen Idee, dah die Verschlechterung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands e» eines Tages dazu zwingen könnte, um Hilfe zu bitten und sich deren Bedingungen zu unterwerfen. Wenn eS eines Tages zu Abkommen kommt, können sie und dürfen sie nicht ander» abgeschlossen werden, als im Geiste des Ber. trauen» und auf Grundlage der Gleichheit. Dann fuhr Blum fort: ES muh die offene Wahrheit lonstatiert werden, vor der niemand beim gegenwärtigen Stand der Dinge in Europa die Augen verschließen kann, wo überall das Wettrüsten in rascherem Tempo als vor dem Kriege fortschreitet. Wie kann man wirtschaftliche Abkommen begreifen, die von der politischen Regelung unabhängig sind? Welche Nation würbe einer Zusammenarbeit mit einer anderen Nation zustimmen, z. B. dadurch, daß sie ihr Kredite eröfsne,»der ihre Versorgung mit Rohstoffen verbessere»ber ihr di« Möglichkeit einer besseren Ansiedlung »der Kolonisierung beschaffen würde, wenn dir Befürchtung bestände, dah die Hilfe, die sie gewährt, sich eine» Tage»«egen sie selbst zu wenden droht, daß der Kredit und dir Rohstoffe eine» Tage» die militärische Kraft und den militärischen Potential vergröhern, derendirrkte Opfer er selbst »der seine Freunde wäre«? ES ist also ein unerlählicher Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf der«inen Seite und der politischen Organ:« isicruna und der E in st«I lung des W e t t- rüstens aus der anderen Seite.' Damit d'r Arbeit gemeinsam sein könne, ist«S notwendig, dah sie in Frieden geschehe. Dieser Zusammenhang ist ebestso offensichtlich, wenn tvir das Pri- blem umkehren. Die übermähigen Rüstungen, davon bin ist fest überzeugt, werden Europa dazu zwingen, neuerlich die Frage der Abrüstung in Erwägung zu ziehen. Der Vertrag über die allmähliche Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen muh ein gewichtiger Bestandteil der Gesamtregelung der europäischen PrMeme werden. Lson Blum sagt,«S sei nicht möglich, einen internationalen politischen Vertrag über die Abrüstung in Erwägung zu ziehen» der nicht als Ergänzung Abrüstung, Wirtschaftsfrieden, iSÄ« kollektive Sicherheit! Auf dem Bankett der Volksfront in Lyon, an dem 6066 Menschen teilnahmen(2666 muhte wegen Platzmangels da» Eintrittsgeld zurückgegeben werden) und da» zu einem der bedeutendsten politischen Ereignisse der französischen Politik der letzten Jahr« wurde, sprach SonntngS L. Blum. H e r r I o t führte den Vorsitz. 17 Mitglieder der Negierung waren anwesend. Sämtliche Sender Frankreichs übernahmen die Rede. Blum ging von der deutschen Forderung nach„direkten Besprechungen" aus. Er erklärte dazu u. a.: Direkt« Besprechungen existieren, aber Ich befürchte, wenn von diesen direkten Besprechungen gesprochen wird,, wird in Wirklichkeit ost an ein« andere Sache gedacht, man denkt an den Abschluß eines dauernden Abkommens zwischen Deutschland und Frankreich, an Ve- Handlungen zu zweit ohne Anwesenheit anderer Staaten. Leon Blum sagt, dah Kanzler Hitler offen einer solchen Methode den Vor-ug gibt, d'e denAbkchlutzzweiseitigerBerträge anstrebt, immer getrennt zivischen zwei Staaten, Verträgen, die direkt die Interessen der zioei Staaten betreffen und die mit Vorbedacht getrennt vpn den anderen Staaten geführt Iverden. Dies« Methode, sagt Lion Blum, ist nicht die Methode, die di« französische Regierung verkündet und leitet. Indem ich dies bemerke, will ich nicht verkünden, daß jemandem theoretisch der Vorzug zu geben ist. Ich gebe einen Beweis der Realität, wenn ich erkläre, dah wir d i e französische Sicherheit nicht vom e« rop 8- ischen Frieden trennen«ollen. Wir wollen dirS nicht, weil wir eö nicht können. Wir sind überzeugt, dah keine wie immer geartet« Berpflichtung gegenüber Frankreich den Frieden Frankreichs sichern würde und diese Ueberzeugung drückt die»st schlecht auf- gesaßte Formel„von dem untcilbiiren Frieden" auS. Wir können in Europa nicht gleichgültige Zuschauer bleiben. Wir sind Mitglieder deS Völkerbunde?, treu seinen Prinzipien, Irr» dem Pakt haben wir Freundschaften abgeschlossen, denen wir vollkommen solidarisch^ bleibest, haben wir ' Verpflichtungen übernommen» denen wir voll treu bleiben werden. Unser Ziel bleibt, um' abermals einen Ausdruck aus dem Londoner Kommnnique zu gebrauchen— dir Gafamt- regclung der europäischen Probleme. Wir haben bewiesen, dah wir zur Erzielung dessen bereit sind, di« aufrichtigste Mithilk« zu gewähren. Aber die Lösung des französisch, deutschen Friedens suchen wir zum Zwecke der Gesamtregelung. Ich glaube voll an di« Möglichkeit dieser Regelung, wenn sämtliche europäischen Nationen mit gleichem guten Willen dazu beitragen. Aber ich glaube, daß dies Anthony Eden in seiner DienStag-Rede km Unterhaus gesagt hat, daß Im Dos Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld «r „Warum nicht? Man muh heute jede Arbeit leisten, die bezahlt wird. Bezahlt, Carola, mit richtigem Geld bezahlt, nicht mit ein paar lumpigen Scheinen, wie bei Finsterbusch. Ich bin nicht dümmer, als Drexler, was er trifft, werde ich auch treffen". .„Ich weih zwar nicht, was Drexler befon- dreS leistet, aber wenn sie ihn dafür so reichlich - bezahlen, dürfte es sich wohl um ein« schmutzige Sache handeln". „Er spioniert. Nichts anderes. Er ist ihr Spion in der Armee. Er photographiert die Papier«, die sie brauchen. Sie bereiten«ine Aktion vor, deren Gelingen von der Stellung des Heeres abhängt. Sie müssen wissen, welche Regimenter ihnen günstig gesinnt und welche zu Widerstand entschlossen sind. Sie müssen wissen, was die Heeresleitung im gegebenen Fall gegen sie unternehmen wird. Dies auszukundschaften ist Drexlers Aufgabe. Dafür bezahlen sie ihn". Carola schien Billys Worte nicht zu berste» ' hen. Sie strich über die Stirn, sie, sann nach. Drexler war ihr nie sympathisch gewesen, sie hatte für gekünsteltes Draufgängertum, für die Feldherrnpose eines kleinen Leutnants, nicht» übrig. Aber sie hatte ihn für einen anständigen Kerl gehalten, der mit dem Herzen an seinem Beruf hing. Nun war dieser Beruf nur noch«in' Vprwand, er hätte den Dienst wohl längst quittiert, wenn er ihm nicht die Möglichkeit geboten hätte. Dokumente in die Hand zu bekommen, die für die anderen von Wert waren. Da hatte sich im Staat ein zweiter Staat gebildet, mit militärischen Organisationen, mit einem Generalstab, einer Bürokratie, eigenen Gesetzen und einem eigenen Spionagedienst. Man las davon, in den Zeitungen, seit Jahren; Verräter wurden im Wald niedergeschlagen und verscharrt, Spitzel, die lästig wurden und Erpressungen versuchten, vor«in Femegericht gestellt und abgeurteilt. Das war alles in nebelhafter Feme geschehen, es war nur halbe Wirklichkeit gewesen; nun wurde eS gespenstig nah, nun konnte sie die Gestalten dieses Spiels greifen. Wenn Drexler sich soweit vorgewagt hatte, aus Hunger nach dem Abenteuer oder aus Hang am Geld, konnte er wohl nicht mehr zurück; aber Billy mußte gerettet werden, er war verloren, wenn er dem Zeichen verfiel. Sie ging zu Städtlein.„Sie haben mir geholfen. Städtlein, helfen Sie auch ihm. Sie sind der einzige, der es kann. Er wird auf sie hören. Mir antwortet er, ich verstünde als Frau nicht» von diesen Dingen, Politik sei ein« Männerwelt, man dürfe sie nicht aus der Perspektive der Sentimentalität betrachten, nicht Gefühle entscheiden in ihr, sondern eiserne Notwendigkeiten. Er spricht von eisernen Notwendigkeiten, Städtlein, er hat sich bereit» damit innerlich abgesunden, er ist entschlossen, hinüberzulausm, er gesteht e» sich nur noch nicht ein. Er wartete die Prüfung ab, um sich vor sich selbst zu rechtfertigen; fällt er durch, gebt er den Weg, den er schon heute gehen will. Sie werden ihn zugmnde richten, wenn sie ihn in die Finger bekommen. Er, ist glicht stark genug,'er ist nicht brutal genug, er kann ihnen ioeder Widerstand leisten, noch wird er sich bei ihnen durchsetzen können. Sie werdest, ihn für ihre Zwecke gebrauchen und dann fortwerfen. Er ist ein Waschlappen. Ich würde mich seiner schämen, Städtlein, wenn Ich ihn nicht so gern Hütte". „Ich kann nicht mehr tun, als mit ihm reden, Carola", erwidert« Städtlein.„Selbst wenn ich sein Vater wäre, könnte ich Ihn nicht mit Gewalt zurückhalten. Da» ist der furchtbare Fluch: Wir Menschen, die Augen im Kopf und offene Herzen haben, sehen, wie sie in» Verderben rennen, wir mfen sie, wir betteln, aber sie hören nicht, Ne gehen weiter, denn irgendwo lockt sie eine Trommel, die lauter ist als unsere Stimme. Ich werde mit ihm reden, noch heute abend». Ich werde tun, wa» in meinen Kräften steht, Carola." » „Sie sehen die Dinge ganz falsch, Städtlein", sagte Billy.„Sie sehen sie mit den Augen von vorgestern. Eure Schlagworte von Demokratie und Humanität sind längst lächerlich geworden. Seit Jahrhunderten wird Humanität gepredigt; hat sie einen einzigen Krieg verhindert? Seit Jahrzehnten werden Staaten demokratisch regiert. Haben Sie nicht an den Kriegen teilgenommen? Der Krieg ist stärker, der Krieg ist da» ewige Gesetz, Genno hat recht." „Die Humanität ist ein Ideal geblieben, well di: Menschen noch nicht reif für sie sind; aber sie kommen ihr immer näher. DI« Demokratie hat Fehler begangen; weil sie jung war und sie wurde mißbraucht, ihr Inhalt wurde verfälscht von denen, die sie hassen. Man muß den Ideen Zeit lassen, zu wachsen, wie den Pflanzen und den Menschen." „Wir haben aber keine Zeit, Städtlein, da» ist es jal Wir können nicht warten, bis sich in hundert oder zweihundert Jahren eure schönem Ideale verwirklichen. Wir lehen jetzt, und wir wollen leben. Wir hungern in den Jahren, in denen wir studieren; wenn wir Doktoren sind, dürfen wir weiter hungern, weil keine Stellen' für uni freigemacht werden. Wozu studieren wir also? Um* der heiligen Wissenschaft zu dienen? Sehen Sie' sich mal den Formelkram an, glauben Sie, dawächst.einem Menschen an» Herz, da» erfüllt die Seele eine» Menschen? Wenn man sein Brot damit verdient— schön. Wenn nicht— dann hol'» der Teufel." «in internationales Wirtschaftsabkommen hätte. Damit geht er zu dem' Gedanken über, daß es gut wäre, gemeinsam die Ausstattung der Staaten und daS Problem der großen europäischen Arbeiten, der koloniale» und internationalen zu organisiere». Lt'on Blum erinnert bei dieser Gelegenheit an den Plan, der am Beginn der gegenwärtigen Krise von ihm dem internationalen Arbeitsamt im Einvernehmen mit den Gewerkschaftsorganisationen borgelegt wurde und er erinnert weiter» an den Plan der Lösung deS Reparationsproblem», das nach dem Weltkriege die Sozialisten vorgelcgt haben. Die Red« Blums spricht— gewiss in sehr .höflicher, in französisch höflicher Form— aber doch mit aller Entschiedenheit an», wie ernst heute die Lage in Europa ist. Hinter d:n Worte» Blum» steht die klare Erkenntnis, dass eine Fortsetzung der bisherigen Rüstungspolitik auf längere Frist für alle Staaten und Böller untragbar ist. Abrüstung tut not, denn o h n e d i e Abrüstung wird der Krieg schon deshalb unvermeidlich, weil wie 1814 auch die Staaten da» Wettrüsten nicht anshalten. Aber Blum weiss al» Sozialist auch sehr gut, dass dir heutige Scheinkoujuuktur eines Sektors der Weltwirtschaft auf de» Rüstungen beruht. Abbruch der Rüstungen bedeutet Einbruch einer schwere» Krise. Also fordert Blnm zngleich mit der Abrüstung ein W i r t s ch a s t s n b e r e i n k o m- m e u, al» dessen Vorbild er die Pläne der freie» Gewerkschaften und der Sozialistischen Internationale bezeichnet. Man weiss, dass sürHitler beides untragbar i st: die Ä b r ü st« n g wie auch eine Wirtschaftspolitik, die zur Zusammenarbeit und zu sozialistische» Lösungen führte Blum fordert aber auch ein dritte»; die Wieder^rstellnug der kollektiven Si- ch e r h e i t, Verzicht auf da» System der zweiseitigen Berträge, die zu Kriege« gegen Äeine Völker, zu Ueberfällen und Raubzüge» führe» müssen. Kin autoritativer Völkerbund ist mirr- lätzlich. Auch diese Forderung ist für Httler selbstverständlich nuanuehmbar. Die deutsche Presse, einschliesslich der offizielle» Dipl. Korrespondenz, lehnt denn auch Blums Fordernngen a b. Roch ehe Hitler gesprochen hat, ist zn ersehen, dass er ablehnc» wird.' • Die französische and die britisch« Presse betone» andererseits, daß Blnm nicht nur im Namen ganz Frankreichs, sonder» dass er i m Name» allerfriedenswillige» Staatsmäuner der Welt gefpro- che» habe. I» der WeU ist man überzeugt, dass Blums Worte vom Sonntag auch die Meinnag der britischen und der amerikanische« Politik darstelle». Blnm war der Dolmetsch einer gewaltige» Koalftion, die Hitler ein letztes Ber- ständignugsangebot macht. Bleibt e» bei Hitler» Ablehnung, so wissen Paris, London und Washington, wessen man sich zn versehe» hat und sie werde» demgemäss entscheide»! „Billy, Sie sehen die Dinge nur von außen.' Wenn Sie diese Uniform anlegen und hinter dieser Fahne herlaufen wie tausende und tausende, die verwirrt sind und mit Phrasen und Lügen gefangen werden, dann schaffen Sie sich ja nicht nur ein Stück Brot, dann dienen Sie ja auch einer schlechten Sache, dann helfen Sie ja mit, die Gehirne verkleistern uüd die Blicke vernebeln, sie ziehen ja wieder zehn andere mit in» Unglück, wie Sie von diesem Drexler in» Unglück gezogen wurden." Lieber Herr Städtlein, ich bin alt genug, um selber entscheiden zu können, was für mich ein Glück und was für mich ein Unglück ist. Sie wollen mich zurückhalten, natürlich, weil Sie alt sind und, Ihr Gehirn mit vermoderten Begriffen verrammelt ist. Ihr zittert ja alle, vor uns, weil wir die Jugend sind, weil wir mit dem Plunder aufräumen werden, den ihr angesammelt habt, weil wir euch den Staat aus der Hand nehmen wollen." „Es hat noch keine Jugend gegeben, die. nicht behauptet hätte, die vorhergehende Generation habe alle» schlecht gemacht und sie werde. nun die begangenen Fehler' wieder gutmachen. Wir waren auch einmal jung, Billv, und haben gegen unsere Väter dieselben Borwurfe erhoben. Aber nicht mit dem Revolver in der Hand, BW nicht in-der Uniform«ine» Söldnerheeres". „Jede Zeit hat ihre'Form,' Herr Städtlein'. „Es tpt mir leid, Lilly, daß Sie so sprechen. Ich hab Sie Immer für einen vernünftige» Jungen gehalten. Jetzt hat e» auch Sie gepackt". ,,E» geht, nicht um Vernunft, Herr Städtlein. E» geht darum, ob wir leben dürfen oder, verrecken müssen. Es geht um eine ganze Generation; Herr Städtlein". „Sie übertreiben ein wenig, Billy. Es wäre sehr schlimm, wenn die ganze Generation so- dächte, wie Sie. (Fortsetzung folgt.). Nr. SS DicnStag, SS. Jänner 1937 Sette 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel IC Der Streit In der völkischen" Häuslichkeit Weitere Bessenng der Wirtschaftslage den Inhabern des Betriebe» stellt« sich ein Che- sert sich weiterhin sichtlich, die Belebung erfaßt, der Rohstoffeinfuhr, sowie FertigwarenauSfubr NlieinMseiir P« n« v vor,«Üf Bulgas«, der niit. allmählich weitere BrqJchen.! sowohl wert« al» auch mengenmäßig. Konjunktn- kommen, das durch diese Berhandluiigen erzielt ivurde, das ist, daß die Faschisten Trotzki unter« stützen werden, der als Ersatz dafür ihnen eine Reihe wirtschaftlicher und territoriale« Äonzcssio- »en, u. a..die Abtretung derllkrai n e, an" den deutschen Faschismus machen wird.. Im Verlauf dieser Verhandlungen warf Heß die Frage der Zusammenarbeit der Trotzkistischcn Tätigkeit Im Soivjetvcrband mit der deutschen Wehrmacht tvährend eines Krieges auf. Die„Rumbnrger Zeitung" beschäftigt sich In ihrer SonntagauSgabe ausführlich mit der Be» West-Angola In Erbpacht? London. Die Agentur Stefan! bringt eine Meldung deS„Daily E r P r e ß", derzufolge Portugal West-Angola pl» Erbpacht auf hundert Jahre an Deutschland abtreten werde. DaS Blatt- fügt hinzu, daß England keinen negativen Stand- punkt einnehme, weil nach dem Abkomme» von Windsor, da? wegen drö Weltkriege» nicht verwirk, licht imu*-, Deutschland die Zone von West- Angola adg..reten werde» sollte. Be icht der Nationalbank: Der Reichstag für Samstag einberufen' Berlin. Wie Dr. Goebbels bekanntgab, wird der deutsche Reichstag am 80. Jänner um 18 Uhr zufammentreten. Der Reichskanzler wird eine Regierungserklärung abgeben. In sämtlichen Betrieben werden die Arbeiter geschloffen an den Lautsprechern versammelt sein. Um 17 Uhr trit: daS Reichskabinett zusammen. Um 20 Uhr wird Hitler ein Fackelzug dargebracht. Die Bcvölke« rung wurde ausgefordert, am 80. Jänner ihr» Wohnungen zu beflaggen. s.Deutsche Schulfunkprogrammer„Winter Inden BeSkiden". Erwin Ott.(Oberstufe am 28. Jänner ab 11.08 Uhr).—„I n der Glocken stp b e": Eine Friedländer Schul« klaffe, an der Spitze Fachlehrer Blumrich, besuchen unter Führung des Glöckner» die Glockenstube auf einem Kirchturme."(Mittelstufe^ am 27« ner ab lO.lü-Uhr).— Lustiger Fasching im Schulfunk:„St. Peter und Die Landsknecht e". Den bekannten schwank von HanS Sachs hat E. K. Berndt zu einem heiteren Funkspiel umgearbeltei.(Oberstufe am 8. Feber üb 11.06 Uhr).—„Eule ns piegelander Hochschule".(Unter« und Mittelstufe am 10. Feber ab 10.18).— Uebertragung au» dem deutschen Theater in P^rag für diedeutscheJugend. Am 18. März überträgt da» Radiojournal im Rahmen des Schulfunks- aus dem Deutschen Theater in Prag für die deutschen Kinder den„Freischütz" von Karl Maria Weber. Die nationale Gliederung der Angestellten im PostdireltionSbezirl Brünn ist nach den Mi» teilungen de» Verbände» der deutschen Staatsangestelltenvereinigungen das folgende: Bon 88 besetzten Stetten von Konzeptsbeamten entfallen 7 auf Deutsche(20%), von zwei Stellen von Aerz- ten keine, von 88 Stellen im technischen Dienst vier(12.1%), von 82 RechnungÄuamtenstellen drei(3.6%); im technischen Hilfsdienst von 88 Stellen sechs(17.1%), bei den VerlehrSbeamtcn von 2884 Stellen 248(10.8%), den Kanzleibeamten von 88 Stellen sechs(7.1%), den Ex» vedienten von 178 Stellen sieben(8.9%), den Hostgehilfen von 486 Stellen 88(7.2%), den Unterbeamten von 618 Stellen 84(18.8%), den Angestellten von 987 Stellen 98(9.7%), den AuShilfSangestellten von 618 Stellen 88(8.8%) und den Boten von 1019 Stellen 189(18.0%). Keine» natürlichen?T»deS gestorben? Vor einigen Tagen wurde die Leiche de» seit, einiger Zelt dermißten Greises Fridolin Ratsch aus Stadltz von seiner verheirateten Tochter auf dem Böden des Wohnhauses der Fdmilie Werner aufgefunden. Die Gendarmerie in Türmitz, an die Anzeige erstattet, würde, nahm auf Grund ihrer Erhebungen und der ärztlichen Untersuchung der Leiche zwei Berhaftungen vor. Der herbeigezogene Arzt konnte die Todesursache nicht feststellen, weshalb die Obtzuktion der Leiche angeordnet wurde. Jp: Orte stnä" verschiedene Gerüchte im Umlauf. Räch der Abgängigkeitsanzeige forschte.die Gendarmerie in den, umliegenden Wäldern nach, ob der Vermißte nicht, vielleicht Selbstmord verübt habe. v. Betrug an Han Glaswerken KrutiS in Tvr- mitz. Kurz- vor der Einstellung des Betriebe» der KrütiStverke in-TUrmitz. durch di« rund 200 An« gestelll«.und'Arbeiter'broflüs wurden, ereignete W!«Wveinist, derKroheSAufsehen erregte. Bei ansah, daS ist die Ergreifung der Macht durch eine kriegerische Niederlage des SowjctvcrbandcS. Dieser Brief enthielt auch das ganze Programm der Erneuerung des Kapitalismus „ M„ und territorialer und wirtschaftlicher Konzeffio- Ägenten In Berlin beigestellt wurde, nach Os lo nen und Privilegien für den siegreichen Fafchis« ab, lvo er mit Trotzki zufammeutraf. Ihr Ge- muS. sprach dauerte zlvei Stunden. Trotzki lvarf ihm~ band an sich reißen könnte; eS war jedoch llar, ! daß Trotzki als reell bloß eine einzige Möglichkeit Goebbels, Henlein md die„Rumburger Zeitung Aus der Häuslichkeit unserer„Völkischen** Tolle Geständnisse: Radek will Kirow ermordet haben Trotzki tritt die Ukraine an rtltler ab/Endziel Radeks der Faschismus... Moskau.(Tah.) Samstag wurde der An-’ hört. Er sagte aus, daß er von Trotzki drei Briefe gellagte Pjatakow verhört. Er legte dar, wie ec, mit Richtlinien in dieser Sache erhielt. In dem im Jahre 1981 auf der Reise nach Berlin mi ersten Brief vom April 1034 hätte ihm Trotzki dem Sohne Trotzkis Sedow zusammentras, der geschrieben, daß die Installierung des faschisti« ihm im Namen seines Vater» neue Aufträge Uber«, scheu Regimes in Deutschland und die Vcrschär- gab. Sie enthielten die Richtlinien für die ter-1 jung der Situation im Fernen Oste» den Krieg roristischen Aktionen und die Sabotage und die nahegebracht habe, der unabivendbar zur Nicder- Bcrwendung de» internationalen Forums gegen| läge des Sowjetverbandes führen und so die di- Sowjetregierung. Trotzki ordnete ein«ntschie- Voraussetzung schaffen werde, daß sich der Block deneS Vorgehen gegen die führenden Persönlich« die Macht an sich reiße. Daher sei eS im Jnter- kciten der Sowjetunion an. Nach der Rückkehr! effc des Blocks, daß dieser kriegerische Zusammen« nach Moskau erhielt Pjatakow«in Schreiben, i-> stoß beschleunigt werde. Trotzki warf Sokolnikow welchem Trotzki verlangte, daß ein Attentat gegen; und Radek vor, daß sie sich im Kampf für den Stalin ausgeführt und alle Kräfte vereinigt tver«|„Frieden" allzu sehr persönlich engagieren. Er den, die gegen die führenden Persönlichkeiten des verlangte, daß Sokolnikow und Radek in ihren Sowjetverbandes und der Partei kämpfen. Pjata»! Gesprächen mit den ausländischen Vertretern in kolv bestätigte, daß er in ständigem und engem, Moskau die Bereitwilligkeit des Blocks Verkehr mit Bucharin stand. Im Verlauft>zu wirtschaftlichen und terri- deS Jahre» 1932 hatte er einige Beratungen mit t o r i a l e n Konzessionen erklären. In Radek, der seine Zustimmung gab, daß er zum einem Radek gesandten Brief vom Dezember Sturz der Sowjetmacht zusammenarbeiten werd?.! 1036 erwähnt Trotzki zwei Varianten, wie der Der Angeklagte Radek bestätigte die Au»«, Trohki«Sinotvjeiv-Vlock die Macht im Sowjctver« sage Pjatakow». Der Angeklagte Pjatakow sagte weiter au». daß er im Jahre 1038 mit Radel die Zusammenkunft mit Trotzki vereinbart habe. Er hätte da zu eine Dienstreise nach Berlin benützt und reist! mit falschem Paß mit einem S o n d e r f l u g«, zeug, das ihm mit Hilfe eines Trotzkistischcn „Rumburger Zeitung" verboten worden. Da» Rumburger Blatt behauptet, ein solches die„Rumburger Zeitung" und die„Zeit" Fremdkörper in einer demokratischen Journalistik sind und daß die Berbandelung dieser beiden Blätter mit dem Hitlersyüem kaum noch übertroffen werden kann. Der„dritte“ Karren In Steht Rylow, Uslanow, Bucharin Kopenhyge».„Politiken" meldet au». Warschau, daß R y k« w» der Vorsitzende de»' RateS der Bolkökrmmiffär« war, von der Göll in seiner Wohnung verhaftet worden sei. Unmittelbar nach de» Aussagen Radek»»nd Pjatakow» ....................., in dem großen Moskauer Prozeß seien gestern "' r'.» Gericht verhörte sodann den Zeugen' st^en Offiziere tur MoSkau-r Garnison, fern« Ducharzew.,* Die sonntägige Verhandlung galt dem Ver hör Karl Radek». Er sagte an», daß er im Jahre 1032 von Trotzki einen Brief erhielt mß der Aufforderung, den aktiven Kampf unter An- Wendung von Terror wieder auszunehmen. Radek war bekannt, daß Sinowjews Anhän ger in einigen Städten terroristische Gruppen ge- bildet hatten, daß die Ermordung Stalins und anderer Führer der Partei und der Regierung sowie die ErmordungKirowS in Leningrad vorbereitet war. Znr Organisierung dieses Mor de» an Kirow ertvählte Radek s e l b st Prigoschin. Nach diesem Morde hatte Nad:k ein Gespräch mii Bucharin. Beide mußten anerkennen, daß der -..| Sowohl da» Niveau bet Großhandel»- als rell charakteristisch ist besonder» die starke'Roh- gearbeitet hab« und imstande sei, da» ljnterneh» auch der-Kleinhandelspreise befindet sich in der stoffeinfuhr. men I» die Höh« zu bringen, bei'der verantwort- Tschechollowakci in mässigem Ansteigen. Der An den Auslandsbörsen zeichnete die tsche« lichen Leitung anscheinend hohe» Vertrauen fand Hauptfaktor zu dieser Bewegung scheint da» An- choslowakische Devise auch in diesem Zeitabschnitt Sie nahmen seine Dienst« für da» Wirk unver- schwellen der Weltrohstoffpreise zu bilden. ruhig und stabil. Her Schauprozeß gegen„den zweiten Karren“ Politischer Nord In Paris an e nein TrolzkMtuisen Paris. Montag nachmittag» wurde Im Boi» de Boulogne der Leichnam des 47jährige» Ruff«», Dimitri N a w a f ch i n, WirtschaftSredakteur» und Mitgliedes der Sowjetkolvnie In Paris, gefunden. Nach der Uebrrzengnng ocr in Paris lebende» Rnffen handelt es sich um einen politi- scheu Mord. Nawaschin war biS vor kurzem in der Radek wurde weiter, über di- außenpoliti«' lA-trussisch-n Kolonie In Pari» hervorragend schen Pläne deS Trotzki-Sinowjew-Blockes ver-, deziehnngen zu ihr ab«nd > ging zu de» Trotzk-sten über. Er soll ein vertrau« ter Freund PjatakoivS und de» ehemaligen Botschaftsrates Sokolnikow gewesen sein, die zurzeit vor dem Moskauer Gerichtshof stehen. Wie später gemeldet wird, wurde Nawa- schin, der in Begleitung zweier Hunde spazieren ging, von einem Mann durch drei Nevolverschüffe getötet. Bevor Hilfe znr Stelle war, gelang r» dem Mörder zu flüchten. | i In der Ändustrieerzeugung wird von zahlreichen Unternehmungen eine weitere allmähliche, Beffernng der Beschäftigung gemeldet: Die Arbcitsloscnznnahmo in den Sai- sonzweigcn wird im heurigen Winter durch die erhöhte Arbeitsgelegenheit in den nichtsaisonmäßigen Branchen gedämpft. DaS Weihnachtsgeschäft war Heuer bedeutend lebhafter als im Vorjahr; charakteristisch hiefür war dak Kaufintereffe für qualitativere Ware. Die Dezemberergebniffe de» Außenhandels 'reflektieren die neue Uchsatzsteigerung und die ihres Hauptorgans zu den Hitlerbehörden tverf-n und die Zusammenhänge der SdP-Politik mii verbot existiere nicht. ANevding» habe die„Zeit" I^^L'";7^'/°tur klar erweisen. Schon daß die «in solch-, verbot bettieben, um die ,,Rumburger Ktung^e» deutschen Rund fu n'l^s bedienen M-n Kampf gegen bie. Iann> 6j(h) baft bet wische Rundfunk die Nach- führt, wirtschaftlich zu ruinieren. Die. richwn der„Zeit" sozusagen als seine eigenen „Zelt" habe, um die„Rumburger Zeitung" im übernimmt, läßt allerhand Schlüffe auf di- Be- Reiche zu diffamieren, sogar den deutschen ziehungen SdP-HItler zu. Rundfunk irregefiihrt.. Die„RumburgerZeitung" unterhält Ihrer- Tatsächllch steht die«Rumburger Zeitung" seit» offenbar nicht weniger rege Beziehungen zu gegen die SdP in scharfer Opposition. Aber nicht! den Behörden de» Dritten Reich». So ist sie in «twa deshalb, weil die SdP der„Rumburger der Lage, eine vertrauliche Information Zeitung" zu wenig demokratisch, son- des„Sudetendeutschen Dienste»", Berlin W 60, der» weil sie ihr„zu wenig" national«. Postfach 89, wiederzugeben, in der unter der sozialistisch ist. Man kann die»Rum«, Ueberschrift„Verbrecher am Werk", heftige An« bUrger Zeittinq" als das Sprachrohr de» Herrn nriffe ge->en die„Rumburger Zeitung" erhoben Jung bezeichnen und man hat In diesem iverden. Der betreffende Artikel im„Sudeten- Blatte noch keine einzige Zeile gefunden, dl- dem. deutschen Dienst" stammt von dessen Prager Be« Hitlerregime nicht genehm sein könnte. ES be« rlchtcrstatier, der c» nicht Ivcit zu den RedaktionS- nimmt sich unter den Augen des tschcchoslownki- räumen der„Zeit" haben dürfte. Man bedenke, schen Zensors so, als rb e» auf reichsdcutschem daß also die SdP auf diesem Wege sogar in der Boden erschien«. Zum Beivei» dessen, daß sie' Lage ist, In Berlin vertrauliche Informationen, „brav" ist, führt die„Rumburger Zeitung" den bziv. Weisungen an die gleichgeschal« reichSdeutschen Behörden in ihrer SonntagauS« tete Presse zu erteilenI Die„Rumburger gäbe auch die Urteile vor Augen, die in der Z-itnng" läßt sogar die Vermutung offen, die sozialdemokratischen Presse unsere»!..Zeit" habe zu den„zuständigen" reichsdeutschxn Lande» über diese» Blatt gefällt werden und eS Stellen so gute Beziehungen, daß sie von der vergißt nicht, unsere F-stst-llung in Fettdruck Absicht oder der Tatsache de» Verbote» früher wieder,«geben, daß eS sich freiwilllg der Politik erfahren kann al» die eigentlichen reichsdeutschen deS Dritten Reiches restl-S gleichgefchaltet hat!, Behörden. Nun, man wird da doch sehn... k Auch daß sie In der Svanienfrage getreu den.‘ Weisungen der GoebbelSzcntrale gehandelt hat, j zeigt der demokratischen Oeffentlichkeit nur, daß vergißt-dle„Rumburger Zeitung" nicht anzu merken. In der Tat wäre nicht einznsehen, weshalb ein solches Blatt im Dritten Reich verboten wer den sollte, wenn nicht die Hitlerbehörden e» für notwendig erachten, der SdP einen Liebesdienst , zu erweisen. Dies aber würde wieder ein bezeich« häuptung. der„Zeit", in Deutschland sei die nende, Licht auf die Beziehungen der SdP und , v... Auf die Frage des Staatsanwaltes erllärte vor, daß die SchSdlingStSiinkeit in'dcr Soivjet» Radek, in Wirklichkeit handelte es sich nicht um Union schwach sei und drang darauf, sie zu ver«' BonavartiSmuS, sondern um eine f a s ch i» schärfen und Maffenterror gegen die Führer der sti sche Form des Regimes, die in den Sowjetverbände als Haup.kampsmeihode anzu«^Diensten de S Finanzkapitals tuenden. Er verlangte dies im Hinblick auf den dcran deren Länder stünde. Krieg, der, wie er überzeugt sei, im Jahre 1037|, In der Abcndsitzung erfolgte zunächst die auibcechcn werde und er erklärte, daß der FaschiS- Einvernahme des Zeugen Ro m m. Sodann wurde mu» die wichtigst« reale internationale Macht sei, der Angeklagte Sokolnikow einvernommen, daß man also die Verbindung mit ihm aufrecht« der u. a. gestand, von der Vorbereitung des Anerhalten und sich seine Unterstützung sür den Fall schlages auf Kirow gewußt zu haben. Sokolnikow sichern müsse, daß die Trotzkisten sich der Sowjet«' gab auch zu. daß er Kenntnis von den Berhand« macht bemächtigen. jungen gehabt habe, die zwischen den Mitgliedern Er machte Pjatakow Mitteilung von seine» des Vereinigten Zentrums und der Rechten(B u« Verhandlungen mit Hitlers Vertreter der Ratio» Schari n, R hkow, Tomsk: und U g l a- nalsozialistischen Partei, Heß, und von dem Ab« now) geführt wurden. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Na«| Der bisherige Verlauf des heurigen Winters tionalbank hielt am LS. l, M. seine ordentliche mit dem ständigen Wechsel von Frost und Tau- MonatSfttzung unter dem Vorst'.« des Gouver-' weiter kam der unter dem Durchschnitt liegenden neurS JllDr. Karl S n g l i i ab. Dem vorge«. W i'n t e r f a a t sowie namentlich dem schwa- brachten Geschäftsbericht entnehmen wir fol-: chen Korn, keineswegs zustatten. Alle überwin« gende»: ternden Kulturen würden sehr der Ruhe unter Sn' dl«- unsicher« int-rnattonäl- politische b-r Schneedecke bedürfen, welche In den Haupt- Lage der letzten Wochen greift d-S erhöhte Be« produktion-gebietsn so lange auSblieb. streben der Großmächte nach Neutralisierung de» spanischen- KonlliktS und d." Schritte zur Befe» jtigung dcr«politischcn Konsolidierung auf dem .Balkan beruhigend ein. Auch da» stetige Ansteigen I der Weltkonjunktur mäßigt die Störungen in der Weltwirtschaft und im Internationalen Güteraus tausch, Nachdem durch den Pretaaufstleg die nö« ige Finanz und Währungsstabilität In die Roh« - sfoFgebkete allmählich zurückkehrt. Die Weih» nachtisaison war heuer im Ausland bedeutend lebhafter al» in den Vorjahren. ,»Die Wirtschaftslage der Tschechoslowakei bes« günstige Entwicklungstendenz, auf dem Gebiete zvglich in Anspruch, ohne über die Person deS Mannes nähere Erkundigungen einzuziehen. Die angeblichen organisatorischen Fähiakeiten, daS ge wandte Auftreten und di« Sprachkenntniffe, mach ten e» dem Betrüger leicht, von der Firma rund 70.000 Kronen herauszuschlagen. Vielleicht hätte sich. di«->Tätigl«it Penevs noch tveiter erstreckte wenn-nicht die Aussig«« Staattpolizei, die über. den Mann durch die Prager Polizeidirektion gut unterrichtet war, und di« auch, allerdings vergeb lich, die Firma gewarnt hätte, seine lleberführung nach Prag veranlaßt hätte, auch dort hat er nieh« rere Großbetriebe um erhebliche Summen geschä digt. Jetzt sttzt er in Pankrcke. Milderung de» Photographierverbote». Die Be» zirksbchörde in Titschen verlautbart folgende Kundmachung:„Mit dem Bescheide vom 14. September 1086, Zahl 881—preß, hat die BezirkSbehörde in Tetschen da» Photographieren im Freien sür den ganzen politischen Bezirk Tetschen bi» auf Widerruf überhaupt verboten. Im Sinn« de» Artikel» 8, Ab satz'!, de» Gesche» vom 14. Juli 1087, Zahl 128, S. d. G.«. B., ändere ich diese» Verbot de» Photographieren» dahingehend ab,- daß diese» Ver bot nur für die Zeit militärischer Bauten gilt und nur für Orte, wo solche Bauten tatsächlich durch geführt werden und für die betreffende GebietSzone, welche durch besondere Warnungstafeln gekennzeich«_... net ist. E» wird die» ein Raum von ungefähr 600 Mord nicht die erwarteten Folgen hatte, denn es Quadratmeter im Umkreis« de» betteffenden Baue» entstand in den breiten Schichten keine Panik. sein. Im übrigen gilt jene» Verbot und insbeson dere dessen Sttafbestimmungen weiter." V H• v vvh(in v»*•••••. seinen Angaben, daß er piel« Jahre in Amerika| nun In die Höhe zu hringen, bei der verantwort- Tschechoslowakei in mäßigem Austeigen. Der Sie nahmen seine Dienst« für da» Werk unver- schwellen der Weltrohstoffpreise zn bilden. I I der frühere Oberbürgermeister von Moskau, Ngkanow, der Sekretär PjatakowS, Mask a l j o w, und daS Mit-li.'d der Komintern «nd Mitarbeiter DImitroffS, Legi«, festgenommen worden. Seite 4 DicnStag, 26. Jänner 1667 Nr. 22, Zu m Radek-Prozeß „Und deutschenKarten mit eingezeich- neten angeblichen russischen Flugplätzen in der Tschechoslo- wakei zustande gekommen sind! Aber damst man nun in der Welt nur gar nicht etwa glaubt, jetzt, nachdem die Männer vom Fach ihren guten Rat erteilt haben, höre de: „kindliche" Schwindel auf, bemerkt, aufs höchste gereizt durch den Professorenratschlag, eine besonders bissige Viper der Hitlerci im geographischen Bezirk, die„Zeitschrift für Geopolitik" zu der Angelegenhest: „Gewiß werfen die politischen Kartenbildner der Kartographie der Vorkriegszeit vor, datz sie ohne den rechten politischen Instinkt Sprachenkarten aufdruckte, die in Versailles mit augenfälligem Schein der Rechts gegen Deutschland zeugen mutzten... Es kommt nichts» darauf an, dah jemand die ältere Kunst sein eigen nennt, als datz er heute den jüngsten, zeitgemäße st enBeitrag zu liefern imstande ist"- Setzt Euch also, liebe Professoren! Hier hat Goebbels selbst gesprochen. Womit eS also auch— als„zeitgemätzestem Beitrag"— eben auch bei dem kartographischen Schwindel mit den Sowjetflugplätzen in der&. S. R. bleiben wird. F. E. Roth. Griechischer Dampfer gescheitert. Auf dem Wege von Konstantinopel nach Hamburg ist gestern abends der griechische Dampfer»Spy« res", der 2100 Tonnen Weizen geladen hatte, bei Bau(Portugal) auf einen Felsen aufgelaufen. Ein Teil der Besatzung versuchte das Festland zu erreichen. Bet dem starken Sturm schlug jedoch das Boot um und sieben Mann ertranken. Mord nach dem Ball. Als Sonntag nach Mitternacht in Eivice bei Pardubitz der 80jäh- ! rlge Witwer und Arbeiter- V. Jonas mit dem [ 34jährigen Arbeiter Josef Hakl und dessen 28- jähriger Gattin Maria von einer Tanzuntcrhal- tung nach Hause zurückkehrten, feuert« Jonas vier Revolverschüss.' ab, von denen zivei das Ehepaar Hakl trafen. Hall starb bet der Uebersüh- rung ins Krankenhaus, seine schwerverletzte Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Jona- wurde verhaftet. 23 Autobus-Passagiere ertrunken. Bel Miami In den Bereinigten Staaten überschlug sich infolge Bruches eines Vorderrades ein großer Ueberlanüautobus mit 29 Fahrgästen und stürzte in einen Kanal. 28 Reisend« ertranken. Brausen gegen Vperit. Die Aerzte-Arbelts- gemeüllchaft in Lutein macht gerade Versuche mit ciger Brauseeinrichtung, welche zur Assanation von Leuten, die mit flperit oder einem anderen Kampfstoffe verletzt wurden, dienen soll. Di« Lösung wird in drei Standardtvpen für Hand-,' Motor»-oder kombinierten Antrieb vorbereitet. Die größte Tnpe soll zum Duschen bis z» 200 Personen pro Stunde dienen. Di« Aerzte-ArbeitS- gemeinschaft hat diese Einrichtung mit einer wichtigen Kombinationsvorrichtung zur Assanation ergänzt, so datz sie sich auch für Unterstände eignet. Die Konstruktion der Brauten mit den fachmännisch durchgeführten technischen Details ist zum Patent angemeidct. Im Frieden können diese Duschen als Brausebäder für Turnvereine, Schulen üsw. verwendet werden. WaS man auf deutschen Anschlägen Nest: In den tausend Schuhfabriken der Pfalz und der Saar bängen folgende Vlakate aus:„Wer sich die Hände wäscht... Außer der Notwendigkeit! der. Händewaschens-zur Sauberhaltung der in der Verarbeitung befindlichen Schuhe,-dürfen di- Kände nur nach Schluß der. Arbeitszeit gewaschen werden. Zuwiderhandlungen werden mit sofortiger Entlassung bestraft."— Wer unerlaubt austritt, wird fristlos entlassen. Jeder Betriebsangehörige. ob Arbeiter oder Angestellte der während der Arbeitszeit unerlaubt seinen Arbeitsplatz verläßt, wird sofort entlassen."—(Entnommen aus dem„Angriff", dem Organ der Deutschen Arbeitsfront, Nr. 292 von 12. Dezember 1980.) Das Besindm des operierten rumänischen Kronprinzen Mihai wird von den behandelnden Aerzten als befriedigend bezeichnet und auch die katarrhalische Grippe, die hinzugekommen ist, erweckt keinerlei Befürchwngen. Englands Sorgen. Die Abhaltung der prunkvollen Krönungsfeierlichkeiten ist In den letzten Tagen durch die Erkrankung einer Großoheims de» jetzigen Königs, des Herzogs von Connaught, ernstlich in Frage-gestellt worden. Der Herzog ist 87 Jahr« alt. Im Falle seines Todes müßte«ine sechsmonatige Hoftrauer angeordnet werden, so datz zahlreiche Festlichkeiten des Krönungsprogramms ausfallen würden. Kirschweng, der jedoch in der Wohnung der Ermordeten nur einen Betrag von 1800 Lewa fand.- Verlängerung der Sonntag-Rückfahrkarten zu den Semesterferlen. Au» Anlaß der Semesterserien hat das Eisenbahmnintsterium die Gültigkeit der er» mäßigen Sonntag-Rückfahrkarten verlängert.'.Für die Hinfahrt gelten die-Karten wie sonst nur am Samstag und Sonntag(80. und 81.'Jänner),'für die Rückfahrt dagegen von Sonntag, den 81,-Jänner, bi- elnschltetzlich Montag, den 8. Feber.- Am letzten Tage mutz die Rückfahrt spätesten» um 12 Uhr mittag» angetreten werden. Reue Schneefälle. Aus Rutzland, wo auch-am Nachmittag rund minus 20 Grad Celsius verzeichne! wurden, strömt di« Kaltluft weiterhin gegen unsere Gebiete. Dagegen ist über dem westlichen Mittelmeer eine weitere Erwärmung eingetreten'und stellenweise überschritt dort die Temperatur plus 2i> Grad Celsius. In der Nähe der Wärmegrenze" bilden sich Druckstörungen aus, die gegen das Binnenland verrücken. Im Zusammenhang damit hat fich der Himmel am Südwestrand der Republik bereits umzogen und stellenweise hat er ein wenig geschneit; im übrigen Staatsgebiet wär er gleichzeitig'noch heiter.— Wahrscheinliches Wetter Dienstag: Vom Süden her weiter« Bewölkungszunahme.leichte/ Frostmilderung untz vielerorts Schneefall wahrscheinlich."'Ink Nörvoftt'eil der Republik nachts noch sehr streügei Frost.—. Wetter- aussichtcn für Mittwoch: Andauern der wmteklichenkWitterung, strichweise Schneefall. Vom R un dl unk Emplehlemwertes aui den Programmen:. Mittwoch Prag, Sender I: 7.00 Salonorchesterkonzert. 10.08 Deutsche Presse. 10.18 Rundfunk für deutsche Schulen. 12.10 Schallplattenkonzert. 18.00 Gcigen- auartett. 18.10 Deutschen Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher. 18.20 Arbettersendnng: Franz Seidel, Teplth-Schönanr Offek. 18.40 SozialinforuiatiönrN. 18.48 Deutsche Bresse. 19.20'Militärkonzerts-21:20 Gesangskonzert der Prager Lehrer.'22.80: Klavierkonzert.— Prag, Sender Ur 7.80 Sawstoxchester- kouzert. 14.18 Deutsche Sendung: Kinderstunde:„Ttie 'Nachtigall". 18.16 Schumann-Lieder..— Brünn: 1" 88 Ruiidfunkorchesterkonzert. 17.40 Deutsch« Sendung: Konzert.. 19.80 Au» dem LandcStheater: Die lustigen Weiber von Windsor"!— Pretzbnra: 18.80 Mozart: Svmphonie, c-dur. 22:80 Tanzmusik. — Ko schau. 12.05 Unterhaltungskonzert.'— Mähr.. Ostrau: 18.00 Schallplattenkonzert.- 1 Borgarbolterstrolk In Belgien.'... Die belgischen Bergarbeiter sind zur Erlangung höherer Löhne und-Beicküäung der ArbeitS«: "zeit ist den Streik getreten.— Unser Bild zeigt stilliegende Bergwerke in Les Mvns.^nrder.' ' Borinage. Rr. SS Dienstag, 26. Jänner 1627 Seite 6 Wie H. G. Wells seine Zukunft sieht Eine amerikanische literarische Zeitschrift veröffentlicht seit einiger Zeit in jeder Nummer die Meinungen'berühmter Leute darüber, Ivie sich ihre Zukunft nach ihrer persönlichen Ansicht gestalten wird. In der letzten Nummer kommt H. G. Well» zu Wort und seine Antwort verdient er, zitiert zu werden. H. G. Wells stellt ein Kalendarium darüber auf, war er in den nächsten Jahren zu erwarten hat. Die Daten lauten folgendermaßen: ,,1038: schwer verwundet während einer faschistischen Demonstration, weil ich mich abfälliger Bemerkungen über die Diktatur nicht enthalten konnte." „1918: einige Monate Konzentrationslager, weil ich ein Feind de» zur Zeit herrschenden kommunistischen Regime» war." „1988: ich erhielt endlich für meine früheren Verdienste eine kleine Rente von der Regierung." „1968: ich verstarb, 97 Jahre alt, im Hospital von Paddington an Herzschwäche. Bi» zum Schluß konnte sich die Welt darüber nicht einig werden, ob ich unter die Humoristen oder unter ernste Schriftsteller gerechnet werden mühte." Den Zauberer zu ernst genommen! Der Zauberkünstler George» Lalonde liegt zur Zeit mit einer schlveren Stichverletzung im Hospital von Shamville in Quebec. Er hatte auf der Bühne, wie sein allabendliche» Programm e» vorsah, den berühmten Trick der„zersägten Frau" vorgeführt. Während der Vorstellung hörte man au» einer entfernten Ecke de» Saale» di«„bestellten Rufe" de» Entsetzens, al» die Säge knirschend durch die Kiste fuhr. In diesem Augenblick sprang «in Mann auf die Bühne, griff zu einem auf dem Tisch liegenden Säbel und schlug mit diesem auf den Zauberer ein. Er schlug und stach so lange, bi» Lalonde zusammenbrach. Man konnte den Attentäter verhaften. Er versicherte, er habe nur da» Mädchen in der Kiste von den Grausamkeiten de» Zauberer» erretten wollen und die besten Absichten gehabt, als er den Zauberkünstler niederstach. Es gibt also noch Menschen, di« ganz fest an» Zaubern glauben. 'Ein Ausstellungs-Franc? Das nationale Co- mits für Außenhandel hat der Leitung der Pariser Weltausstellung 1987 einen dringenden Plan zur Schaffung eine»„Ausstellungs-Franc" vorgelegt, der von dieser sehr beifällig ausgenommen worden ist und in nächster Zukunft dem Finanzministerium unterbreitet werden soll. Es handelt sich um die Schäftung einer neuen, zeitlich begrenzten Binnenwährung, nach dem Muster der Touristen-Mark und Touristen-Lira. Sie soll allen Besuchern der Ausstellung zu einem verminderten Kur» im Ausland zur Verfügung gestellt werden; die„AuSstellungr- Fraucs" haben aber nur innerhalb von Frankreich Gültigkeit, Allertzing», Jiafy#, sich gegen,WsenHÜM bereits Bedenken- geltend gemacht. Denn einerseits würfle die Einführung^ einer scharfen Devisenkontrolle an der Grenze wie in den Ländern mit Devisenbewirtschaftung, notwendig. sein, eine Maßnahme, vor der man zurückschcut. Andererseits befürchtet man, daß die Einführung solcher Ausstellung»- francS zu Spekulat'.onskäufen auSgenuht werden könnte, indem die Ausländer hier nicht nur ihre Hotel- und VergnügungSrechnungen bezahlen, sondern Wertgegenstände oder sogar Wertpapiere mit mlnderwärtigem Geld erwerben. Di« Realisierung de» Vorschläge» dürst« als» nur möglich sein, wenn sehr genaue AuSfühungSvorschriften erlassen würden, und«S ist nicht wahrscheinlich, daß da» Finanzministerium sich dieser sehr schwierigen Aufgabe unterzieht. Nelson-Brief« unter dem Hammer. Am 18. Feber findet, in London eine Autographenversteigerung statt,- die bereit» heute dar lebhafteste Interesse der Sammler hervorruft. Denn unter anderem werden auch einige Briefe Nelsons veröffentlicht, die keine Liebesbriefe sind, sondern sich mit seinem groben Gegner Bonaparte beschäftigen. Ta» Glanzstück der Sammlung ist ein Brief vom 28. Juli 1799, den Nelson an Bord seine» Flaggschisfe»„Fou- drohant" in Neapel geschrieben hat. Der Brief lautet:„Bonaparte ist am 12. am Bein verwundet wordenI' Bier Generale, 88 Ossiziere und 4996 Mann sind getötet worden. Die Belagerung(von Saint-Jean d'Acre») ist aufgehoben worden, die Franzosen. steeLen alle, an Skorbut,. Gott sei Tank! So geht die Kanaille endlich zugrunde!" Dies« Freude Nelson» war verfrüht, denn Bonaparte Ist am 12. Juli keineswegs verwundet'worden, sondern befand sich damals in Kairo, und am 28. wat die Schlacht bei Abukir.-Immerhin ist der Brief histo» risch schon darum interessant, west erden ungeheuren^Haß Nelsons, gegenüber-Napoleon verrät. Die tnerkwürdigsten. Gesetze, der U. S. A. Vor kurzeinttst eine'vollständige Sammlung aller in den verschiedenen Staaten der U. S. Ä. geltenden Gesetze erschienen. E» gibt davon mehr al» eine Million, von deneg' die Mehrzahl jedoch nicht' angewendet wird, obgleich'sie niemals'anher Kraft gesetzt worden sind. Man. sigdtt darin, die seltsamsten' Bestimmungen noch «»» der Zeit der ersten Pioniere. So dürfen In San- Jost, in Kalifornien Personen verschiedenen Geschlechts'nicht gleichzeitig«int Bank in öffentlichen Parks benutzen. In South Carolinamüssen die Betten-«mchrbft.Ehegatten 69. Zentinieter Abstand voneinander haben und in Pennsylvanien darf nicht mehr al», eine, Person, gleichgeitjg in die.Wanne steigen. In Mittelwest ist börgeschrieben, daß die Hunde am Schtoanz'röte Schlüßltchtrr tragen müssens u.u die nächtlichen Passanten nicht zu-erschreckens 2'. Nevada darf man nicht auf Kamelen re!ten, währen' es in Virginia verboten ist, Löwen frei Herumlaufen zu lassen. In Meddletown ist e» verboten, au» Morse. fahrzeügen Wild zu schießen, mit Ausnahme von Wal«»-.,.. Marie Cebotari in'dem Film„Das Pensionat der Zarin" Am 4. Juli 1938 wurde mit Unterstützung deS rumänischen GelvcrkschaftSbundcS auf gewerkschaftlicher Grundlage der Verband der Landwirte ins Leben gerufen. Infolge dec politischen Verhältnisse und der behördlichen Verfolgungen wurde die Entwicklung dieser besonders für die ärmeren Baucrnschichten notwendigen Verbandes verhindert. In den Provinzen Sie- benbürge» und Banat wurden die Gewerkschaften von den zivilen wie Militärbehörden besonders scharf verfolgt. Im ganzen Lande wurden di. Gewerlschaftcn durch Nichtgenehmigung von Versammlungen oder Einmischung in die inner; Tätigkeit sowohl von den zivilen wie den militärischen Behörden in der Entfaltung behindert. Obwohl einzelne Behörden mit der den Gewerkschaften gegenüber geübten Gesetzesverletzungen etwas nachgelassen haben, so ist die Gewerkschaftsbewegung doch noch imnier behördlichen Verfolgungen ausgesetzt. IWfcawlrteduffi und S&mlpolttifc Das Doppelspiel der agrarischen Margarinehändler Wer hat die Not der Kleinbauern verschuldet? Der Kampf der Agrarier gegen die Marga- rincversorgung ist nicht neu, er wird aber in letzter Zeit besonders weitgehend zu demagogischer Agitation im Dorf verwendet. Die Argumente der Agrarier sind bekannt. Sie lassen sich dabei auch dadurch nicht stören, dah sie selbst die größten Nutznießer der Kunstfetterzeugung sind und den Verkauf der Margarine auf dem Dorf weitgehend monopolisiert haben, ihn mit großer Propaganda betrieben und nicht wenig an ihm verdient haben. Margarine ist ja eine der wichtigsten Waren der „Drujjky", der agrarischen VerkaufSgesellschaften. Man hat nichts davon gehört, daß die Agrarier ihre Margarinefabriken stillgelegt und den Verkauf in den„Drujjky" verboten hätten. DieS schon auS dem einfachen Grunde nicht, weil der verarmte Kleinbauer und Häusler sich heute ohne Margarine auch nicht ernähren kann. Produziert er Butter, ist er gezwungen, sie sofort zu verkaufen, weil dieser Verkauf oft seine einzige Einnahme ist. Er selbst muß sich an das Kunstsett, halten. Wer ist aber schuld an diesen Verhältnissen? Die Agrarier waren eS, welche die Preise der Futtermittel so weit hinaufgetricben haben, daß die Butterpreise für den weitaus größten Teil der Konsumenten unerschwinglich wurden und an der Butter nur die Molkereien— die unter dem agrarischen Patronat stehen— verdienen. Zur selben Zeit wurden Unsummen für den Export wertvoller Futtermittel geopfert, mit deren Hilfe man die Futtermittel, die der hiesige Kleinbauer braucht, verbilligen konnte. Die verbilligte Butter hätte sich gegen die Margarine behauptet. Statt die Preise im Inland zu senken, ziehen die Agrarier e» vor, die Butter zu einem Preis von 11 bis 12 Hi ins Ausland zu verkaufen. Di: Futtervertcuerung, in deren Folge der Schweinebestand im Jahre' 1988 um 800.099 Stück zurückging, ist ausschließlich ein Werl der Agrarier in der Monopolgesellschaft. In Ungarn, wo damals die Futtcrmittelernte genau so schlecht war, wurde den Bauern durch zollfreie Einfuhr und Festsetzung von Maximalpreisen geholfen. Woher hat Ungarn die Futtermittel beschafft? Der Bericht der ungarischen Landwirtschaftskammern führt an, daß vpn der Tschechoslowakei 12 Millionen Ui bewilligt wurden, für welche aus Rumänien Mais eingeführt wurde. Die damit gezüchteten Schlveine wurden dann in die Tschechoslowakei ausgeführt. Hätte man unseren Kleinbauern Mai» für 49 und nicht für 180 UL für einen Meterzentner gegeben, wäre die Fleisch-, Fett- und Butterbersorgung zu billigen Preisen möglich gewesen. Den Kleinbauern wäre der Geivinn für die Zucht- und Mastarbeit nicht entgangen und die Konsumenten hälfen ebenfalls Vorteil davon gehabt. Auch die größte Demagogie wird die Tatsache nicht verschleiern können, daß von der agrarischen Politik dabei nur die Großgrundbesitzer, welche Futtermittel produzieren, profitiert haben. Verminderung der Welzenanbaufläche um 100.000 ha In Kreisen der Getreidegesellschast ist man mit den Ergebnissen der Anbauflächenschätzung vollauf zuftieden. Wenn auch die Einschränkung der Weizenanbausläche auf nur 780.000 Hektar nicht voll erreicht wurde, so bedeutet doch die Einschränkung um 100.009 Hektar die Rückkehr zu den Verhältnissen im Jahre 1981. Die Verminderung um 199.999 Hektar entspricht einer voraussichtlichen Emteverminderung um 18.999 bis 29.099 Waggons Weizen, womit der erste Schritt zur Lösung des Weizenproblems, das auch oas'sthiverstt-iftstlmziell«"Problem der Getreide»: bewirtschaftung darstellt.'-'getan ist. Ein Großteil der durch die Einschränkung der Welzenanbaufläche betroffenen Landwirischast wird durch die voraussichtliche Erweiterung deS Rübenanbaues um etwa 89.999 Hektar entschädigt, außerdem erträgt auch der Anbau von Futtermitteln und Jn- dustriopslmizen beträchtliche Erweiterungen. Verhältnismäßig am stärlsten war di« Einschränkung der Weizenanbaufläche in Karpathorußland und zwar um 27.8 Prozent deS Ausmaßes von: Vorjahre auf insgesamt 28.698 Hektar. In Böhmen beträgt die Einschränkung bei einer nun festgestellten Weizenanbaufläche von 288.877 Hektar 19.8 Prozent, in Mähren-Schlesien bei Insgesamt 189.818 Hektar 19.8 Prozent und in der Slowakei bei einer Gesamtanbaufläche von 882.899 Hektar 9.2 Prozent.(DND) Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Porzellanindustrie geschlossen zur Prager Frühjahrsmesse. Die Porzellanindustrie, welche mit den Grundstock der Prager Messe bildet, wird sich auch an der nächsten Frühjahrsmesse(8. bis 14. März) wieder vollzählig beteiligen. Die Zahl der anSstellenden Firmen ist bereits jetzt auf der Höhe der" Messe 1936. Zur Vorführung kommen wieder alle Porzcllansorten wie Geschirr- und Hotclporzellan, Zier- und LuxuSporzcllan soivie Elektro, und sanitäre» Porzellan, Auch die an« geschlossene Gnippe Feinkeramik, in der Steingut, Fayencen, Terrakotta etc. ausgestellt werden, ist voll besetzt. Schätzung der Anbauftächen von Winter- getre'.de. Die erste-Änbauflächenschätzung ergab -(In Hektar): Winterwelzen 796.729(im Vorjahr 802.692, minus 10.7 Prozent), Winterroggen 990:294(997.897, misiuS 9.8 Prozent), Wintergerste 7881<7808, plus 0.6 Prozent) iist ganzen Staat.' In Böhmen- Winterweizen 288.877-(32,8.284,.minus. 10,8 Prozent), Winterrogen 8181664(811.172,-plu» 0.9'Prözent). In Mähren-Schlesien Winterweizen'"160.818 (167,68-1, minus 10.4 Prozent),, Winterroggen 248.8^49(244.7Y1, plus 0.8 Prozent). ende des Handelskrieg zwischen-Australien und Japan ■ Der Handelskrieg zwischen Australien'-und Japan, ist. durch-ein Abkommen beendet Wörden. ES handilt,.sich um"eine starke Erhöhung der australischen Absperrmaßnahmen gegen, die billigen japanischen Textilerzeugnisse, worauf Japan mit dem Versuch geantwortet hatte, seine»-Wollbedarf in anderen Ländern zn decken. Beide Staaten waren, von dic'em Konflikt empfindlich betroffen, der eine als Produzent, d:r andere Infolge Idrr Schwierigkeit, sich auf ander« Rohstosssorten umzustellen. Das neue Abkommen gilt vom 1. Jänner 1987 bis 80. Juni 1938 und enthält die Beseitigung aller besonderen Beschränkungen seitens Australiens, das überdies jährlich 102.5 Millionen Ouadratyard japanischer Baumtvoll» waren, eine gleiche Menge von Kunstseidenstosfen und 17.8 Millionen Ouadratyard Kalikowaren kaufen wird. Anderseits hat sich Japan verpflichtet, 899.000 Ballen australischer Wolle zu kaufen. Gegenüber den Ziffern von 1938 bedeuten die gegenwärtigen eine Verminderung. Die romanischen Gewerkschaften Im Jahre 1936 Behinderung In der' geweikuhäftllolien Tätigkeit Die Tätigkeit der rumänischen Gewerkschaften hat unter der Wirtschastslrife und dann unter den behördlichen Behinderungen der Gcwerk- schaftStätigkeit zu leiden. Das Fahr 1984 hatte wirtschaftlich ein« Besserung i gebracht, was die Mehreinstellung von Arbeitern und eine Stärkung des Einflusses der Gewerkschaften zur Folge hatte. Aber schon im Jahre 1988 ließ die wirtschaftliche Besserung Infolge der äußerst niedrigen Kaufkraft der rumänischen Bevölkerung nach. Lag doch d:° Kaufkraft um 44 Prozent unter-der des Jahre« 1929, dem Jahr der besten Konjunktur. Im Jahre 1986 trat dann wieder eine fühlbare Besserung. der Wirtschaft«in. Nach Berichten der rumänischen Gesellschaft für Konjunkturforschung war ein« Besserung der Industriellen Tätigkeit ausschließlich in derPro« duktionsgüter-Jn-dustri« zu verzeichnen, die Konsum güterlndustrie stagnierte weiter, nachdem sie im Jahr« 1938 gegenüber dem Jahre 1984 um etwa zehn Prozent weniger erzeugt hatte. Infolge der ansteigenden Teuerung fiel da» Realeinkommen der Arbeiterschaft. Stiegen die Preise der Bedarfsartikel vom Jänner 1988 bis zum November 1936 um 39 Prozent, so stiegen die Löhne in derselben Zeit nur um zwölf Prozent und die» auch nur für die durch Tarifverträge erfaßten Arbeiter. So fiel der Lebensstandard der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. Ilm vieles mehr aber ist der Lebensstandard der Unorganisierten und der i'irmerenBauern gefallen. Aber es waren nicht nur die wirtschaftlichen, es waren vor allem die politischen Verhältnisse, die der Entwicklung der Gewerkschaften«nt- gegenwirkten. Erfreuten sich die Unternehmer wie di« faschistischen Kreise von feiten der Regierung eines Wohlwollens, so wurde der verhängt« Belagerungszustand'ausschließlich gegen die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft und die auf demokratischer Grundlage organisierten Organisationen angewandt. Sowohl in der Häuptstadt wrr in'der'Provinz werden die Gewerkschaften von faschistischen Banden terrorisiert, was die Entwicklung der Gewerkschaften aufgehalten hat. Trotz der wirtschaftlich fchlechten Lage, der behördlichen Verfolgungen und der Behinderung der propagandistischen Tättgkeit konnten die rumä- »Ischen Gewerkschaften in den letzten zwei Jahren ihren Mitgliederbestand erhöhen. Besonder» die Verbände der Privatangestellten," Bau- und Holz« arveltrr, die jahrelang gegen fast unüberwindlich.' Schwierigkeiten,' gegen die Krisenerscheinungen wie gegen die hinterlistige kommunistische Propaganda,! zu kämpfen hatten, hatten In den letzten, zwei-Jahren beachtliche Erfolge zu verzeichnen.-- das Ein Prozeß gegen di« Notionallsten von Wale». In London fand ein Prozeß gegen die sogenannten Nationalisten von Wales statt, eine Gruppe, die es grundsätzlich ablehnt, sich der englischen Sprache zu bedienen und.-der englischen Negierung Steuern zu leistiist"Al>sMäindÄ'dlefer'-sesiriiilIstisthkn Organi« sationtn'WaleS wär der Lektor-der-keltischen Sprache an der Universität in Svgnsea, Saunders Levi», angcklagt. Der Prozeß endete mit. der Verurteilung Levi» zu schwerem Kerker in der Dauer von acht Monaten; weiters wurden der Rev. Edvard Valentin, Pfarrer in Llandudno, und David Wili« am» au» Fishguard verurteilt. Die Angeklagten weigerten sich auch, vor dem Gerichtshöfe in englischer Sprache auszusagen. Bei der Verkündigung des Urteils fangen sie die Hymne von Wales.Land meiner Väter". Vor dem Gerichtkpalais in Carnar« von hatte sich eine größere Menschenmenge angcsam- melt, der Mehrzahl nach Anhänger der nationalistischen Partei von Wales, so daß die Polizei«In- fchrciten mußte, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Parteitag in Polen.(I. I.) Die polnische sozialistische Partei lPPS) hat ihren Parteitag für" den 81. Jänner bis 2. Feber nach Radom einberusen. AuS der ungarischen Sozialdemokratie.(I. I.) Die Parteileitung der ungarischen sozialdemokratischen Partei hat an Stelle des verstorbenen Genossen Jakob W e l t n e r den bisherigen Parteisekretär Ilie» M ö n u S zum Chefredakteur des Zentralorgan»„Nepszava" gewählt, zum leitenden Parteisekretär den Genossen Josef Büchler. Rebellion der Mütter auch in Darmstadt. Darmstadt ist in den letzten Wochen mit besonders vielen Todesnachrichten aus Spanien bedacht worden. Da» heißt, die Verwandten und Eltern wurden in Kenntnis gesetzt, daß der Angehörige tödlich verunglückt sei. Weil keine nähere Angabe dabei war, haben sich viele Frauen an den Gauleiter Sprenger gewendet und ihm die peinliche Frage nach dem Verbleib des-Toten gestellt. Auch bei der Gauleitung sagt« man ihnen, das Unglück sei in Deutschland geschehen. Daraufhin wollten die Frauen unter allen Umständen wissen, wo der Tote zu finden sei. Darüber wurde die Auskunft verweigert. Die Frauen ergingen sich In den schwersten Vorwürfen gegen die Funktionäre der Gauleiwng. Sie sagten ihnen: Ihr belügt uns! Unser Junge ist gar nicht in Deutschland, verunglückt, sondern Ihr habt ihn nach Spanien verschleppt und dort ist er schrecklich um» Leben gekommen. Sie verlangten den Gauleiter Sprenger zu 'sprechen. Er empfing aber nur ganz wenige Frästen und als er gesehen hatte, wie die Stimmung immer gefährlicher wurde und sich gegen ihn wendete, ergriff er regelrecht die Flucht und verschwand nach Frankfurt a.-M., um dort zu bleiben, trotzdem ihm' Frankfurt wegen der für ihnvsehr ungünstigen Atmosphäre schon-seit langem-verleidet ist.— Die Bevölkerung steht in ihrer Masse zu den unglücklichen Familien,' die dem Kriege in Spanien ein Opfer bringen müßten. Und da noch viele andere in völliger Unklarheit über da» Schicksal der eigenen Familienangehörigen ,.,ib, hört das Gespräch über Spanien und die Kritik an der Negierung nicht aus. X8.».),, Seife li LIe>,«tag, 20. SSnner 1037. Nr. 22 fionwonift ein ausgesprochen nationaler russischer Gelegenheit. eine Halbzeit zu. führen, um nach der hiivr nurn»in« niinn«nnmmnrt(fni'n er» e..... Kunst und Mssen. Veremsnacimckten- Freie Verelnipunn sailalisBwIier lllMftwIfcer 8pvrt Zplet-Körperpstege ,,(So.UnIbcnto(rnl" JOudee E Itauuk Sparta(tcgctt Bohemian» 6:2(3:1). EIN ziemlich schwer errungener Sieg der Spartaner über die Wrsthowiher, deren Spielstärke ja genügend be» ninns von Vamhelm Das; da» Prager Deutsche Theater wieder kensammlung Verfolgt, Von der ein Teil bei der Haussuchung bei ihm gesunden Wurde. Auto blockiert ein Gelei». Montag um 4.8V Uhr früh zerbrach auf der freien Strecke zwischen den Stationen BLchoViee und Libeu die Achse eine» Last» automobil». Das Automobil konnte infolgedessen die Fahrt nicht fortsehen und verrammelte ein Gelei». so das; für den in den Morgenstunden herrschenden dichten Verkehr nur da« zweite Geleir frei war. über dar alle Füge in beiden Richtungen geleitet werden mutzten. Infolge dessen kamen alle Arbeiterzüge der Strecke Koliii—Prag mit grösseren Berspätungen (bis zu 58 Minuten) an.(Äon der Staatrbahn- direktion Prag.) Zn den Semesterferien hat das Eisenbahumi- msterinm auch die Gültigkeit der Rückfährtkarten für die besonderen Sportzüge, die am 8V. Jänner und am 0. Feber ins Riesengebirge, in den Böhmer« Alke Falke«, welche zu den Semesterferien in» Winterlager fahren, kommen Donnerstag um 5 Uhr ins Helm. Zur gleichen Zeit Bastelstunde.— Anfertigung von Kasperlpuppen. Helferrat. Donnerstag um 4 Uhr im'Heim wichtige Besprechung, irischen tschechischen Universitätsklinik Prof. Doktor MvsliveLek und als Svezialisten für Ohrenheilkunde Prof. Dr. Pkeeechtil, worauf die Verhandlung vertagt wurde. jedoch der DLAB auf seiner Tagung keine Stellung nahm. Wie dem auch sei, der DLAV wird, in dieser Beziehung anscheinend er nicht notwendig haben, seine Ansichten vorzubringen— wenn eS der»Wünsch des DTP ist. Allgemeiner Angestellten-Brrband, Prag N. Amts stunden: Mittwoch von 6 bis W Uhr.— Unser Angestellten B a l l findet Samstag, den 27. Feber, im Heinesaal statt. Reklamationen bei der OrtSgruppeuleitung.'-^1 Unsere Mitglieder sind zum Buchdruck er«Ball Samstag, den 6, Feber, im Handwerkerheim ringe»' laden. BolkSfinggemeinte Prag. Die am D i e n s t a g, den 20. Jänner stattfindende Probe m u tz u m eine halbe Stunde vorder!« g t werden. Frauen um halb 7, Männer"um halb 8 Uhr abends. RW. Donnerstag abends im Parteiheim Vorführung des Reichsjugendtagfilms und der.Hirschberger RW-FilmS. FaschingSball des Klubs deutscher Buchdrucker in Prag am SamStag, den 6. Feber, abend» 8 Uhr, im grotzen und kleinen Saale des Deutschen Handwerkervereines in Prag II., Be SmeLkäch 22. Masken und Trachten erwünscht. Bällmusik der Kapelle Die Ausführung unter Mar lös richtig vornehmer, kammerspielmätziger, allmählich beschleunigter und fühlbar sprachbedachter Regie, ist als ganz vorzügliche.Ensemble-Leistung zu werten, aus der allerdings insbesondere die weibliche Hauptfigur doch zu wenig plastisch hervortrat. Trude Wessely fehlt für die Minna zuviel an Wuchs und Bedeutung, auch an fühlbarer innerer Noblesse; sie wirkt neben der Jungfrau Franziska, für die E m'm YCarpentier den flotten und dabei diskreten Lustspielton sehr gut traf, nicht- wie die adelige Dame, sondern wie eine um nur wenige Grade distinguiertere Kammerjungser und erzielt nur mit einigen in solchem Sinne aufgesetzten dra» stischen Tönen einige Wirkung. Herr Siedler macht al» Tellheim ausgezeichnete Figur. Weit stärkeren Erfolg war den volkstümlichen Mannspersonen des Stücks beschicken. Vor allem Herrn Volker, dessen Wachtmeister eine ausgezeichnete Mischung von Rauhbeln und grundgütiger Seele, von altem Soldaten und humorigem Bürger darstellt. Mit scheinbar einfachen Strichen charakterisiert Herr Balk eindrucksam den Just und Herr Dud«.k macht den windigen Wirten durch liebenswürdige Komik zu einem fast sympathischen Kerl. Elsbeth Warnholtz— wie immer Nebenfigur— spricht mit kluger Reserve die paar Sätze der Dame in Trauer. Herr Schmerzenreich parliert den Riccaut perfekt, wirkt aber dennoch nicht genügend französisch charmant, ist mit zu wenig Grazie zu wenig überzeugend mauvai» sujet.—Die Jungen und Mädel, die da» Theater einigermassen füllten, schienen sich gayz gut zu unterhalten.. L. G. WWW WWWW der Arbeiterfürsorge finde« jeden Sam«- tgg vün 5—7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smekkagaffe Nr. 27, statt-..' Das; das Prager Deutsche Theater wieder einmal klassisch kommt, ist unter allen Umständen be« grützenswert. Mit der Jugend, für deren Theatergemeinschaft gestern„Minna von Barnhelm" gespielt wurde, freut man sich der adeligen Gesinnung, der erhabenen Gefühls und der kristallklaren Sprache Lessings. Im Uebrigen braucht er wohl, gerade Dienstag, den 28. Jänner, 20 Uhr im FBSA-Heim, Prag II, Spälenä 48. 2. Stock, Referat des Genosten Dr. E. S t r a u tz über „WirlfchaftSprobleme im Lichte de» MarzikmuS". Gäste, die unserer Vereinigung nahestehen, sind herzlichst eingeladen. Dienstag, den 2. Feber, Referat von Genoffin Trude Fanta über„Die heutige Lage in der Tsche- chofiowakischen Republik". B e z u g S b e d l n g u»g. n: Bei Zustellung in» Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich fit 10^—, vierteljährlich Ki 48.—. halbjährig lii 98,- ,- ganzjährig KC.11)2.—.- Juieraie werden laut - Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der ReionrmaxkenÄ— DieZeininisSsrankatür wurde von der Post» und Tete» «raphendtrektw«.mit'Erlass Nr. lst.S0ll/VlU19Sll bewilligt.— Druckerei^ ,KrbiS", Drnck«, Verlag»- und ZeitunstS-A.-G. Prag,' Pause ebenso glatt zu verlieren. Slavia probierte als Mittelstürmer ihre Neuerwerbung Tomann(vordem Nachod) an», der sich auf dem Schneeboden bester zurechtfand als manche andere Kanone. Da» erste Fujjball-Derbandsfplel 1937 sand am Sonntag in Paris zwischen Oesterreich und Frankreich statt. Die Oesterreicher, die ihren schnellen Gegnern in technischer Hinsicht überlegen waren, siegten nur knapp 2:1(1:1). Sonstige Fustballergebniste. Prag: Im Nüster' Turnier siegten Ccchie Karlin über Sparta Michle 8:1(2:1) und Nuselsky SK über Viktoria Nuste 6:0 (2:8).— Pilsen: SK gegen Olympia NÜrschan 11:1, Viktoria gegen Cesky Lev 16:0.—• Nachod: SK gegen SK. Kudrnak 22:1.— Asch: Sportbrü« der gegen DSV Eger 4:2.— Brünn: Zidenice gegen SK Hodonin 20:2, Mor. Slavia gegen SR Zabovkesky 6:2.— Pretzburg: CSK Ä gegen B 15:1.— Budapest: Uipest gegen UTE 8:8.— Wien: Vienna gegen Metallum 7:0. Fav. AC gegen Vorwärts 5:4, Wacker gegen Simmering 2:2 (2:1), FC Wien gegen Hakoah 8:8(1:1).— Belgrad: Admira Wien gegen Jugostävia 4:8. Braine spielt ruhig für Beerschot Antwerpen weiter und die Macher de» belgischbürgerlichen Verbandes sind iedenfall» ruhiger als die de» tschechoslowakischen ÄerbandeS, von denen einer— vor nicht zu langer Zeit noch einer der matzgeblichsten— in der»Rar. Pol. sogar recht chmwtniftische Töne in dieser Sache findet. Ist e» denn bürgerlicherseits nicht immer schon so gewesen, datz neben dem Geschäft auch der Nationalismus im Sport feine traurigsten Triumphe feiert? Eishockey". B.- BudwetS: LTC Prag gegen Stadion 12:0, Meisterschaft.— Juugbunzlaü: SSK Witkowitz gegen BK 8:2, Meisterschaft.— Eger: DEHG Prag gegen DEB 2:1.— Asch: DEHG Prag gegen DEÄ 5:1.— Marien bad: WSC gegen DFK Komotau 2:2.— Gablonz: EV gegen LTC Tnrnau 7:8.— Reichenberg: RSK gegen EV Zittau 7:2.— Pisek: LTC Prag gegen SK8:1.— Tropvau: EV gegen HC Tatra 2:2, Meisterschaft.— Basel: Kimberley Dyna- miters gegen Schweizer Kanadier 5:4 und gegen Schweiz B 10:4.— München: Streatham London gegen München und Göta Stockholm komb. 0:2.' Einen neuen Weltrekord im Eisschnelläufen für Frauen erzielte in Oslo die Norwegerin Schau-. Nielfen über 8080 Meter in 5:47.5 Mi«. Tödliche Wurst. Die 48jährige Angestelltenfrau rungrgefellschaft mit ihrem Anspruch auf Zuerken- Franzista OienäSek wurde gestern nachmittags in mmg einer 20prozentigen bleibenden Invalidität ihrer Wohnung beim Karlsplatz Nr. 17 nach dem abgewiesen, da eine solche nicht vorliege und Genuss einer Wurst von heftigen Magenschmerzen brachte schltetzlich beim hiesigen Handelsgericht die befallen. Der herbe.igeholte Arzt ordnete die f-for- Klage gegen die.Legie"«in. in welcher sie 48,000 tige Ueberführun« ins Krankenhaus an, doch starb FL«ns dem Titel der dauernden Invalidität bean- die OienäSek während des Transportes. Die Obduk- spruchte und ausserdem nach 8000 Ki, um welche sie tion der Leiche wurde angeordnet und da» Strafver- sich bei der Abrechnung de» versicherten Taggeldes fahren eingelettet.| verkürzt fühlt. In der Nhrmacherbude erstickt. Der 71jährige; lieber, diese Sache wurde gestern vor dem Han- lihrmacher Johann LalouSek aus Zijtov hatte ge» delsgericht(Bors. GR. S t i p t n a) die Berhand« fier» in seiner Holzbude, in der er wohnte, stark lnng fortgesetzt, bei der auch Rennfahrer Turek als eingeheizt und war darüber eingeschlafen. Während Zeuge einvernommen wurde, besten' ursprünglich der Nacht wurde er durch die entweichenden Kohlen- furchtbar entstelltes Gesicht durch eine ganze Reihe dämpfe erstickt. Die Leiche wurde ins Institut für. höchst komplizierter und schmerzhafter kosmetischer gerichtliche Medizin gebracht. j Operationen zum Teil wieder heraestellt ist. obne Pajjdiei verhaftet. Nach Blättermeldungen der« datz aber der Seilverlauf schon ganz abgeschlossen hastete die Polizei in der Stadt«rgenteuil in der wäre. Da» entscheidende Wort s» eien in derartigen Umgebung von Pari» auf Ersuchen der tschechoslo-' ebenso langwierigen al»»ostspieliaen Prozessen die lvakischen Polizeibehörden den 42jährigen Jakob, ärztlichen Sachverständigen, die über da» Vorbau- Pollak, der in Frankreich auf den Patz de» Dr. j densein und den Grad-einer dauernden Invalidität Arthur Heller au» Prag, der ihm geswhlen wurde, fachmännisch zu entscheiden haben. Das Gericht belebte. Er wird auch wegen Entwendung einer Mar- stellte als Sachverständige den Vorstand der vstichia- Die Zarenbraut. Die Aufführung der Oper.Die Zarenbrant" de» russischen Tonsetzer» Nikolai Rimsky-Kor» sakow am Prager Deutschen Theater ist au» zweierlei Gründen zu begrüben.. Einmal- als willkommene Belebung des in den letzten Monaten nicht allzu abwechslungsreichen Opernspielplane». Zum andernmale.al».musikalische Besonderheit, die diese»,russische Operywerk darstellt. Denn da» ton- Um die Invalidität der verunglück* ten Rennfahrerin Ella Slavlkovä Versicherungsprozeß vor dem Handelsgericht Prag.■—rb— Bei dem grotzen Autorennen „Tausend tschechoslo wakischeMei- l e n" am 5. Juni 1985 kam er bekanntlich bei der Ortfchaft Unter-PoLerniee, unweit von Prag, zu einem schweren Unfall, wobei der Rennsahrer Tu- r.ek und seine Mitfahrerin-Ella Stabikobä mit ihrem„Aero"-Wagen so unglücklich havarierten, datz, die Aerzte zunächst kaum Hoffnung auf ihre Wiederherstellung gaben.- Rennfahrer Turek erlitt eine furchtbare Kopfverletzung, die bis heute, nach Hunde rt über standen en Operationen,-noch nicht völlig ausgeheilt ist. Auch die Sla» bikovä wurde schiver am Kopf verletzt. Beide Fahrer waren natürlich bei verschiedenen Anstalten unfallversichert und die VerstcherungSansprüche Turek» sind auch inzwischen, anstandslos liquidiert worden. Nicht so glätt verlief die Liquidierung des Schaden» der Mitfahrerin, die bei der Versicherungsgesellschaft ..Legie" auf.200.800 Xi für- den Todesfall, 100.800 XL für tfn Fall bleibender Ganzinvalidität und 60'XL Krankengeld bis zur Dauer' von 208- Tagen versichert war. Frau Slavikovä,-die drei S ch ä d e l b r ü ch e tu der Länge von 8, 5 und 8 Zentimeter hatte, zu denen sich eine schwere Gehirn» hautentzündung gesellte,, wurde von der Versiche» dlchierische Schaffen Rimskb-Korsakows(1844 bi» 1988), de» als bedeutendsten russischen Musiker» seiner Zeit anerkannten Komponisten, ist den Mit tel- und Westeuropäern bisher fast ganz fremd geblieben. Man kennt Rtmsky-Korsakow allenfalls mach al» den der Berlioz-LIszt-Richtung folgenden bedeutenden Programmsymphoniker, aber sein noch bedeutendere» Schaffen al» bühnendramatlscher Komponist haben die deutschen Opernbühnen beharr-. sich übersehen. Die Nlchtberücksichtlgiing der Opern j kamst ist. MImfiy-Korsakow» in den deutschen Opernsvlelplänen Slavia«egen Viktoria Zijkov 7:8(0:2). Da» mag ihren Grund vor allem darin haben, datz dieser!„sie.Trainingsspiel" der Slavia gab der Viktoria . DTV hat einen guten Nasen Nun Ist der DLAV an der Heidel Der DLAB(Deutscher Leichtathletik-Verband) hielt Sonntag seine Generalversammlung ab, die sehr stürmt s ch' war und bei den Wahlen konnte man diesen Akt gar mit einer.Schlacht" zwischen den bähmtscheg und. mährischen Bereinen vergleichen..Gewonnen" hat Böhmen, La»-jetzt fast alle Funktionen besetzt. Vorsitzender ist nun Dr: Richter(Reichenberg): ' Bemerkt sei hiebei,datz die Berhandlun- g e n zwischen DL ABundDTB so,weit fortgeschritten sind, datz in der Vorwoche ein« erste ösft- zselle. Zusammenkunft stattfand, bet welcher' de:! DTV s ein e B orschlüge vorlegte,- zu denen- Madame hat A u S- "' A 1.— Musiker war, der auch feine bühnendramatischen Werke in der Mehrzahl mit der auSschlietzlichen Bestimmung für die russische Opernbühne schiss und aus diesem Grunde und zu diesem Zwecke für fast alle seine Opern— und deren zählt man gerade ein Dutzend— die textlichen und szenischen Unterlagen, Fabel und Handlung aus der russischen Sage und Geschichte nahm- Au» einem Grunde allerding»— und der kann nicht verschwiegen werden— darf man der Wahl dieser.Zaressbraut" nicht unbedingt zu» ftünmen. Au» dem Grunde näml'ch der Verpflichtung und Orientierung de» Sp'.elplane». Gewiss ist die ab und zu^folgende Wahl eine» Werkes der nationalen fremden Opernliteratur durchaus zu be- grützen und durchaus gerechtfertigt. Sie darf ober nur nebenbei erfolgen und ohne Benachteiligung de» übrigen Gesamtrepertoires. Das Prager Deutsche Theater ist ein deutsche» Kunstinstitut. So lange un» sein Spielplan wichtige und wertvoll« deutsche Opernwerke schuldig bleibt,— und hier ist neuerdings an die Ignorierung de» Weber-GedenktaqeS im Dezember vorigen Jahres und an die erst in den letzten Tagen wieder versäumte Aufführung einer Oper des 88 Jahre alt gewordenen, mit dem Pragec Deutschen Theater von früher her eng verbundenen Wilhelm Kienzl zu erlssnern—, scheint uns die Aufiühning eine» wenn auch wertvollen, aber nicht gerade hochbedeutenden nichtdeutschen OpernwerkeZ kein« zwingende Notwendigkeit gewesen zu sein. NImsky-Korsakows am Sonntag abend» im Prager Deutfchen Theater erstaufgeführte vieraktige Oper.Die Zarenbraut" bezieht ihren Stoff aus der rufsischen Geschichte: au» der Zeit Iwans des Schrecklichen- Sie behandelt da» tragisch« Schicksal der Zarenbraut Marfa, deren Leidensende der Wahnsinn ist. Es ist grausames Mittelalter, noch dazu in niederdrückender russischer Milieuschilderung, das uns in der Handlung und Szene dieser Oper entgegentritt. Rimsky-Korsakow, der souveräne Meister der Satzkunst und Instrumentation, hat dieser.Zarenbraut" da» entsprechende musikalische Gewand gegeben: wirksam und kontrastreich in den Farben aparter Harmonien und glänzender Orchestrierung, interessant und gekonnt in den bewusst und streng verwendeten klassischen Formen, von eigenartigem Reiz in der auf dem russischen ÄolkSIied futzen- den melodischen Linie. Die schönsten und besten Nummern der Oper sind die lyrisch weichen ussd ausdrucksvollen Gesangstücke Marfa», dann da» unbegleitete Lied LjubaS im ersten Akt, ein kanon- artig geführte» Quartett, die dramatisch packende WahnsinnS-Arie Marias, die wirkungsvoll illustrierenden symphonisch gehaltenen Partien und die stim- mungsstarken. der Handlung zugehörigen Chöre. Abzr trotz, manchen schönen Einzelheiten, und.Gekonntheiten ist diese.Zarenbraut" kein tnusikdramä« tisch wirksame» Werk. Die» zeigte sich auch in seiger Wirkung auf daS Publikum, da» sehr reserviert blick. Um die Neuaufführung der Oper hatte sich Kapellmeister Zweig al» ihr musikalischer Bereiter und Mittler da» Hauptverdienst erworben; er gab sich alle Müht, durch besondere Betonung der dynamischen und rhythmischen Gegensätze Lcken in die Musik Rimsky-Korsakow» zu bringen und ihre formalen Schönheiten besonder» hervorzuheben.. Auch die stilschönen Bühnenbilder Frank Schulte»' trugen nach Möglichkeit dazu bei, die Handlung und Musik de» Werker zu stützen. Renato M o r d o» Regieführung hatte sich auf die Einhaltung der Ordnung auf der Szene beschränkt. Unter den Hauptdarstellern ragte Theodor Scheid! al» der abge- wiesene und seine Rache mit grausamer Konsequenz zu Ende führende Freier Marfa» Gregor am meisten hervor. Harriet H e n d e r s war eine glaubwürdig schöne, gesanglich gepflegte und darftellerisch rührens hilflose Zaressbraut. Lydia Kind ermann gab die verschmähte Gelickte Gregor» darstellerisch wirksamer al» gesanglich. In kleineren Rollen wirkten noch mit: die Damen Hafenbraedl, W a n k'a und Merz sowie die Herren And ers en, Baum. Gutmann und Libal. E. I. sten deutschen Lustspleldichtungen sei, Gipfelpunkt der Wirkung der Siebenjährigen Kriege» auf die deutsche Literatur, erste» nationale» Drama au» dichterischer Zeitgenossenschaft, Vater aller Soldatenstücke. Und hoffentlich müssen sie nicht— wie wir e» mutzten.— sich monatelang mit dieser.Minna" beschäftigen, sie deklamieren, paraphrasieren und analysieren— denn sonst könnte e» sein, dass sie ihr Lebelang davon genug haben... zumal es strittig ist, ob der Jugend wie dem Alter von heute gerade dieser klassische Lustspiel noch soviel zu sagen habe, als beamtete Schulweisheit e» träumen mag. Denn solche gehäufte Mengen üoldener Herzen, wie Tetlhejm eine» trägt und iyje Minna sind FranziStq, Just sind Werner sie ihr tiaen.nennen,, ttitb-untw. Jugend auf ihrem Lebensweg leider kaum finden. Und in den zwei Jahrhunderten nach Lessing, so sehr gerade er mit seiner„Minna" Kulturgeschichte gemacht hat, haben wir selbst die moralische Anstatt . des Theaters, wenn auch just Lessing sie erschloss, j doch ander» wünschen und lieben gelernt denn al» ! eine grossartige Scheinwelt,. deren Helden noch in ! ihren Schwächen al» vorbildliche Menschen erscheinen. Und auch darin sind wir heute ander», datz wir in jenem gesteigerten Nattonalgesühl, da» in dieser „Minna" nur einen Windhund auf die Bühne stellt, um ihn einen Franzosen sein zu lassen, wohl „„n».... I bedeutsam Charakteristisches für jene deutsche Epoche, zu tvissen datz dieses Präparat wegen feines Gehalt» kaum aber mehr Lehrkräftige» für unsere Zeit an giftigen Alkaloiden(n. a. Morphium) nur nach 1 erblicken. Dagegen wirkt immer noch zeitlos, was ärztlicher Vorschrift gebraucht werden dürfte. Durch Lessing m seiner„Minna" über den innersten Un- den übermätzigen Genutz des Heilmittels sei er kör- wert Icker KnegSbegelsterung sagen latzt— aber in perlich und geistig heruntergekommen und ackelt»« d:eser Inszenierung gcstnchen^ift.. unfähig geworden. Seinen Anspruch gegen die be- i~'~ klagten Apotheker stützt Kläger darauf, datz diese ihm däS Präparat ohne weiteres verkauft hätten, obgleich e» nach ausdrücklicher Vorschrift nur gegen ärztliches Rezept abgegeben werden darf. Die 85 Beklagten hatten seinerzeit gegen den Kläger die Strafanzeige wegen Erpressung erstattet, doch wurde das Verfahren eingestellt und Kläger bloss wegen Uebertretiing nach dem Terrorgesetz zur Rechenschaft gezogen, aber vor dem Bezirksgericht freig.espröchen. Freitag sand die Erste Tagsätzung über die Zivilklage statt, die iegreislicher- Ivelse mit Interesse verfolgt wird. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen^Theater». Dienstag 8: Z'~ gang, Gastspiel Paul Hörbiger,.. Mittwoch 7lb: D i e Zarenbraut, B 2.— Donnerstag 7%: Ein Maskenball. C 1. — Freitag 7%:®nf der grünen Wiese, D.— Samrtag 7%: Fräulein Else, Erstaufführung. A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. DienS- SM tag 8: Firma.— Mittwoch 8: Gefängnis ohne Git-, Papert. Eintritt: im Vorverkauf XL 10.—, an der ter, Bankbeamte 2 u. freier Verkauf.— Donnerstag Kasse XL 18.—. 7%: Matura.— Freitag 8: Matura.— SamStag' 8:„Axel an der Himmelstür".. Hellpriiparet als extatenz* vernichtendes Narkotikum. Ein bemerkenswerter Schadenersatz* prozeß Prag.—rb— Ein interessanter Schadenersatz« prozetz wird vor dem hiesigen ZivilkreiSgericht durchgeführt iverden. Kläger ist«in Handelsvertreter, der gegen 85 Apotheker eine Klage auf Bezahlung von 554.000 XL und einer lebenslänglichen Monatsrente von 1688 Xi eingebracht hat. Der Kläger beruft sich darauf,, er habe vor einigen Jahren wegen heftiger rheumatischer Schmerzen zu dem Heilprävarat „Dieodit" gegriffen und sich so daran gewöhnt, datz er bi» 58 Tabletten täglich konsumierte, ohne ..1 r a V:” ,T xeninfl». AM ueüunen oraukyt es Ivoyl, geravt. d."Nd ws Erzgebirge abgeferligt werden bl» weil es sich um eine.Minna" für die Schüler han. einschliesslich 8. Feber verlängert.^ Diese Berlan- beite, nicht vieler Worte gerade über diesen Lessing, gerung bezieht ft» auch auf die für den 29. und Wir nehmen an, dass sie ganz eben so. wie wir e» 80. Jänner und für den 5. und^- fieber, vom eingetrichlert erhielten, lang und nachdrücklichst dar- D en: 8 b a h n h o f ausgestellten Mückmhrtkarten über belckrt wurden, datz diese» Stück eine» der be. für den Zug. Nr. 818.— Die Rückfahrt kann"''--- an den Tagen, an denen die besonderen Sportzüge i fahren(31. Jänner und 7. Feber), nur mit die- i sei: Sportzügen angetreten werden, an den übrigen> Tagen dagegen mit jedem fahrplanmässigen Perso-> uenzug: bei Benützung von Eil- oder Schnellzügen! ist die normale ZuschlagSkarte zu lösen.