Llnzelprel» 70 jltütT<«I»schNeßl.S-ekler Porto) Aus dem Inhalt: 17. Jahrgang Mittwoch, 27. Jänner 1937 Nr. 23 SS Tota alnar Grubenkatattrophe Erscheint mit An,«ahme bei Montag tSglich früh l^baa^inmbDeooalkung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 68077- Herausgeber: SftgMtzTastb- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag WM wird nach dem spanischen Krieg! Die Sintflut am Ohio Die nationalen Verhandlungen M«.^^e mittag» begeben sich die drei deutschen Minister, die Obmänner der Parlamentär,, scheu Klub» der deutschen Regierungsparteien «,» die drei sogenannten jun,aktivistischen Pott- MN»um MinisterprSsidentrn in« Kolowrat. Palai»,»in Memorandum zu Überreichen, mich»» einig« dringende Forderungen der deut, scheu«oaliti»n»partelen im Hinblick aus die natio- nafe» Verhältnisse enthält, von der deutschen sozialdemokratischen Partei nehmen an der Borsprache Minister Dr. Czech und die Abgeord. nrten Tau», dr Witt, und Saksch teil. Mit dem heutigen Tage also werden die nationalen Verhandlungen eröffnet, über die seit Wochen gesprochen wird. ES bandelt sich hiebei oarum, eine wirkliche- nationale Befriedung durchzufahren, einen Zustand zu schaffen, der in den deutschen Bürgern diese» Staate» das Gefühl wirklicher Gleichberechtigung berbeiführen soll.. Die. deutschen Regierungsparteien haben hiehei da» Ziel, der Formel.Gleiche unter Glei- chen".Leben zu verleihen und solche Verhältnisse herbelzuführen, daß der Deutsche in dem Staat nicht etwas Fremde» spüre, das ihm oft durch. Wegs in Gestalt andersnationaler Staatsorgane «ntgegentritt, sondern das,«r mitregiere und mit verwalte. Die schwere Krise der Wirtschaft, welche für. einen großen Teil des sudetendeutschen.Gebietes eine Katastrophe war, hat uns gezeigt, welch mächtigen Einfluß der Staat auf di« Wirtschaft und den ilrbeitSmarkt aüsübt und daß. ein« Benachteiligung des deutschen Elements Hunger.,und Verzweiflung für taufende braver, «wbeitsMer deutscher, Menschen bedeuten, kann. ,... E» sind also wichtig» wirtschaftliche, national- politlsche und Kulturinteressen, um die e» geht. Und.«» ist.im Jnts.esse der Demokratie und de» nationalen Friedens: daß die Besprechungen des Ministerpräsidenten mit den deutschen Vertretern zu einem positiven Resultat führen. Das würde die Demokratie im deutschen Volke befestigen und für alle realpolitischen, ehrlichen, arbeitswilligen und aufbauenden Elemente des Sudetendeuisch» tuMS ein« Stärkung sein. Bon der Einsicht der tschechischen Parteien hängt also nicht wenig ab. Amtlich wird über die Borsprache gemeldet: Der Vorsitzende der Regierung Dr Milan tzodja wird Mittwoch dtn Besuch von. Vertretern dep deutschen Regierungsparteien empfangen, dl» tzm einen gemeinsam redigierten Entwurf al« sachlich« Grundlige für Besprechungen über die Regelung einiger Fragen der Minderheltenpolitii überreichen werden. Der Vorsitzende der Regierung wird dieses Elaborat einem Studium unter- ziehen und dann über den weiteren Fortgang der Verhandlungen entscheiden. Nachtangriff vor Madrid abgeschlagen M a d r t d. Der Ausschuß sür dir Verteidigung Madrid» gab DIrnStag mittag» folgenden Bericht auS: Rach heftiger Artillerievorbereitung unternahmen di« Aufständischen in der vergangenen Rächt einen An,rjff auf die Stellungen der Rrgie- rungbtruppen im' Abschnitt von El Pardo nord- westlich von. Madrid. Rach heftigem Kamps« wurde der lil«» r I ff a igesch la gen. Justlrmlnlster fördert mächtige Revo'utlonsarmee 1 Justlzmtnister Olivier Gareia forderte lm Runtzfunk von Barcelona zur Bildung einer tnächtigsn Volksarmee auf. Er erklärte u. a>: „Ich war und bleib«, ein. Antimilitarlst. Ich muß aber heute, lm Hinhlick ans die.b.'droblicke Ha'- jung Deutschlands und. Jt-jlien» und Im Hinblick auf da» feige Verhalten der demokratischen Länder erklären, daß die Unabhängigkeit^>e»-spanischen Prqletärsat» nur durch ein. unabhängige» Spanien garantiert werden kann.. Diese» unab- Midige Spanien' kaiin niir durch ,ue..Bildung Ker m ächt« g e n R i« st l'U.t, Ni ck e e garanssert-werden.? Hierauf, waiwte sich der Minister in feinetn/Aisfrnf an- dir Milizionär«, die er zu einer geweinsamen Mion auf» fordert, am. so die Rechte zu sichern, die das Pro. Mrtat tzrrinigen hati Das Rätsel um dehTodNawaschlns GPU oder Gestapo als Mörder Pari». Die Ursachen der Ermordung de» russischen Schriftstellers und Journalisten Dimitrij Nawaschin»leiben noch ungeklärt und die Polizei ist hei ihren Untersuchungen noch auf keiner bestimmten Spur/ Die Polizei scheint Überzeugt zu sein, daß es sich um Ken politischen Mord handelt, doch wurde bisher nicht festgestellsi welcher politischen Gruppe»der Partei der Ermordete angehörte. Einig« hervorragende französische polittschr Persönlichkeiten, mit denen Rawaschln regelmäßige freundschaftliche Beziehungen unterhielt, so z. B. Minister für BolkSwittschaft Sv in ass«, welcher eben Montag mit ihm zu Mittag essen sollte, die ehemaligen Minister d e M» n z i« und Paul R e p n a u d, der Direktor de» Blatte»„La Re. putlique" Emil Roch« und ander« würdigen durchweg» die hervorragenden wissenschaftlichen Kenntnisse Rawaschln» und nehmen glrichsall» eine« politischen Mord an. In russischen Emigrantenkreisen und in der Pariser nationalistischen Presse ist-man der Ueber» zeugung, daß Rawaschln von der GPU(bet sowjetrussischen Geheimpolizei) beseitigt wer d e» ist. Rawaschln. ein ehemaliger Füh- rer der Sowjet», trennte sich von ihnen und unterhielt nicht nur mit den Führern der Trotzkisten- Bewegung,'darunter auch einigen, die soven in MoSkau vor Gericht stehen, sondern auch nitfortschrittlichen Mitgliedern der russischen Emigration fteundschaftliche Beziehungen. Andere machen aufmerksam, daß Rawaschln die aebrim« nationalsozialistische Propaganda in Rußland, Pelen.Oesterreich und in anderen Län- Debatte In der Pariser Kammer Pari». Die Kammer hat DienStag nachmittag» dir Interpellationen Über die R a t tonal v e r t.r i d i g u n g ausgenommen. Die Interpellationen, welche sehr ruhig und sachlich find, habe» einen technische», man kann sagen, fast akademische» Eharatter.. Der Deputierte der linken Mitt« I a c q u i- not bedauert, daß die Meinung vorherrschend ist, daß die französische Armee ständig defensiv und passiv und ungenügendermaßen aktiv sei. Er ist der Ansicht, daß das 'gegenwärtige Befestigungssystem zwar Frankreich vor einem plötzlichen Angriff schützen könne, jedoch keine Offensivmöglichleit biete. Letzteres könne durch eine systematische.Motorisierung der Armee erzielt werden, die immer noch unzureichend sei. Der Führer der Rechten, der ehemalige Minister Louis Marin fordert die Bereinigung der drei Ministerien für Natlonalberteldigung, Marine und Flugwesen und empfiehlt eine einheitliche Führung. Der unabhängige Deputierte der Mitt« Montigny stellt die Frag«, auf welche Weift daS Krieg-Ministerium auf die-ungeheueren Rüstungen Deutschland» antworten werde. Er er«, klärt, Frankreich müsse bereit sein, jeder lieber« rafchung die Stirne bieten zu können. Der Redner-Würde wünschen, daß da» französische Par- lament Innerhalb von drei-oder vier Wochen ein Sonderstatut für den Kriegs^ fall annehme. \ Der Führer der Mitte, der ehemalige Mint- - Wgshingwn. Der KreditauSkchuß deS RePrä-. sentationshauseS fordert«,«inen. Zusatzkredit von 790 Millionen Dollar für die Arbeitslosenhilfe bi» S0. Juni an. Rach einem Bericht de» Direktor» der staät- . lichen Administrative HopkinS wird auch in Zu»! kunft.»ei günstiger Konjunktur mit einer ständigen Arbeitslosen,ahl von etwa fünf Millionen zu rechnen sein Diese Ziffer bedeute ein M i» i m n m und werde durch , jede Wirtschaftskrise«Ine Erhöhung erfahren.! '"'' r" Bä dern enthüllte und systematisch anprangerte und daß er rin offener Feind deS deutschen Nationalsozialismus war. Der sozialistische„Populaire" stellt in einer fetten Ueberschrift die Frage, ob Nawaschin nicht da» Opfer der deutschen geheimen Staatspolizei sei. Da» gleiche Blatt schreibt, baß Rawaschln und seine Mitarbeiter vor zwei Jahren sehr wich tige Nachrichten über die militärischen Barber«- tungen Deutschlands erhalten haben. Kurz darauf sei einer der Mitarbeiter Nawaschin» unter sehr geheimnisvollen Umständen ermordet worden. Der GerichtSarzt konstatiert« nach der vb- duktton de» Leichnams Dimitrij Rawaschln», daß dieser'nicht durch Rcvolverschüffe, sondern durch eine» D»l ch st i ch»der durch den Stich mit einem anderen scharsen Gegenstand ermordet wurde. Die nach den Ursachen der Ermordung Nawaschin» forschende Polizei schließt autzer der Möglichkeit eine» politischen Morde» auch einen Mord au» persönlichen Beweggründen oder einen Racheakt nicht au». ES wurde festgeftellt, daß Nawaschin, der ehemalige Bankdirektor, auch Gelder lieh, die er oft erst durch Drohungen wieder Hereinbringen konnte. ES Ist deshalb nicht ausgeschlossen. daß r» sich hier um di» Tat«Ine» verfolgten Schuldner» oder eine» ehemaligen Ange stellten der Bank, in der er Direktor war,«der vielleicht um einen russischen Flüchtling handelt Di« Polizei sorsiht deshalb nach allen Einzelheiten in den Dokumenten de» Ermordeten. Die Vermutung«ine» politischen Morde» bleibt jedoch auch weittrbtn al» die wahrscheinlichst» aufrecht. ster Pauk R e y n a u d. erklärt, Frankreich müsse eine starke Armee hesitzen. Die Bestrebungen der Regierung und de» Parlamente» müssen aller versäumte schnell nachholen, und alle» für einen ordnungsmäßigen Ausbau einer starken Armee auswenden. Die Regierung müsse alle modernen Errungenschaften auf all»n Gebieten in militärischer, flugtechnischer und marinetechnische» Hinsicht unterstützen. AlS Revnaud dir Passivität kritisierte, mit welcher Frankreich den deutschen Schritt vom 1; März vergangenen JahreS(Besetzung de> Rheinzone durch Deutschland) aufnahm, meldett sich der ehemalige Ministerpräsident.F l a n d i n zu Wort. Er machte darauf aufmerksam, daß Frankreich nicht der alleinige Signatar der Lv- carnoverträge war und daher in diese Angelegenheit nicht für sich allein handeln konnte Deshalb könne man nicht nur Frankreich allein Passivität Vorhalte«. Italien oder die Blum-Rede verstimmt Rom. Der Havgs-Berichterstatter meldet auS Rom, die, italienischen politischen Krell: konstatieren mit einer gewissen Verwunderung, daß Ministerpräsident Äon Blum in seiner Lyoner Red« die französisch-italienischen Beziehungen überhaupt nicht erwähnt hat. Infolgedessen könne keine Italienische Reaktion. auf diese Rede erwartet werden, da»diese Rebe nur geringe» Interesse hervorgerufen habe und nichts an der gegenwärtigen Laie änderte.' - HopkinS steht bei dem jetzigen Stand der amerikanischen Wirtschaft unvermeidliche periodische. Krisen voraus. Für das Jahr lö37nimMt Hopkins ein« ArbeitSlqsenzahl von etwa 6,5. bis 7,5 Millionen an. Die amerikanische Industrieerzeugung müßte nach Hoptin» im-Jahr« 1987 gegenüber dem Vorjahre um 45 Prozent steigen, damit die Zahl- der Arbeittzsoftn ans den Stand vom Jahre 1929, d. i. aus 1,8 Millionen, zurückgeh«.- Gärendes Japan (G. B.) In dem Augenblicke, da diese Zeilen geschrieben werden, ist es noch unbekannt, welche Lösung die japanische Regierungskrise finden wird. Eins ist aber klar: DiedritteBe» amtenregierung, die Japan seit dem 15. Mai 1982, an dem der Ministerpräsident Jnukai ermordet wurde, erlebt, die Regie« ong Hirota— Arita— Baba— Terauchi, ist nicht sanglebiger gewesen als ihre Vorgängerinnen. Der letzte Grund für die Kurzlebigkeit der japanischen Beamienregierungen ist darin zu suchen, daß sie aus dem Grundsatz der vollkommenen gegenseitigen^ Paralysierung aller maßgebenden nationalen Kräfte aufgebaut sind. An der Regierung Hirota waren auch die beiden alten Parteien beteiligt, aber diese Beteiliqung gab der Regierung keineswegs einen parlamentarischen Anstrich. Ganz im Gegenteil, die Teilnahme der Führer der beiden Parteien, die in der letzten Zeit einander besonders scharf befehdeten, nahm dem Parlament jede Bedeutung, schaltete e» vollkommen von jeder Kontrolle aus. Da» klassische Schaukelspiel zwischen der Regierung und der Opposition, da» man England abgeguck, zu haben sich rühmte, das Ablösen der einen Par- teiregierung durch die andere, das als ein bestimmter Hemmschuh für die Willkür und Koreup- tion angesehen wurde, hörte auf. Das war der erste Grad der Paralyse. Der zweite Grad bestand darin, daß die zivile Bürokratie durch pie militärische und umgekehrt, vollkommen gehemmt wurde. Im modernen Japan ist die Armee wie die Marine seit je von der Regierung grundsätzlich unabhängig. Aber die Bildung einer parlamentarischen Regierung war stets von den. beiden. Klanen der Anne» und Marine abhängig gewesen, weil ja die beiden Wehrmintster aus diesen Kreisen stamme» mußten. So war es den mächtigen militärischen Kliquen in die Hand gegeben, jede nicht genehme Regierungsbildung zu verhindern oder jedenfalls jede unbequeme Regierung in jedem gegebenen Augenblick zu stürzen. Im Grunde genommen ist die Regierung Hirota weder eine parlamentarische noch eine Beamtenregierung gewesen, sondern«in Zerrbild beider, ein Instrument, das vor allem dem Aus» g l e i ch der widerstrebenden Interessen der mächtigen Kliquen dienen sollte. So ist der Finanzminister Baba, ebenso wie sein während des Putsche? vom 26. Feber ermordeter Vorgänger, der Vertreter der einflußreichen B a n k k r r i k« gewesen, die in der Bewilligung der uferloien finanziellen Anforderungen der mllitärllcheN Kliquen den Ruin der Volkswirtschaft erblickten. Graf Terauchi, der Kriegsminister, ist jedoch das Sprachrohr gerade jener militärischen Kreise, die alle BolkSkräfte in den Dienst einer größenwahnsinnigen Außenpolitik stellen wollen. Die Diplomaten Hirota und Arita versuchen«Ine Vermittlung zwischen den beiden Extremen, dies« »Mittellinie" kann jedoch nur Untätigkeit bedeuten. Die M IIltärkre i se, die zweifellos von deutscher Seite beeinflußt werden, entwickeln ein« hemmungslose Demagogie, indem sie.'ie Durchsetzung der wahnsinnigenMiii» tärforderungen mit radikalen Refouven auf wirtschaftlichem und_ sozialem Gebiet verknüpfen zu wollen vorgeben' Das Ziel ist die Bc- scjtigung jede» Einflusses.de» Parlaments und der Parteien auf die Gestaltung der Außen-, womöglich auch der Innenpolitik, vor allem die B e s e i- tigung deS Budgetbewilligungsrecht es. ES ist jedoch sehr fraglich, ob die Mili- tärkliquen, falls ihnen die Machtergreifung gelingen sollte, tatsächlich geneigt ivären, nun etwa zu einer hemmungslosen Außenpolitik, die in einen großen Krieg münden sollte, Überzunehen, vielmehr ist in diesem Falle- eine In hohem Grade opportunistisch« Außenpolitik zu erwarten. Die militärischen Kliquen sind übrigen» untereinander uneinig, die Reibungen zwischen! dem Kriegs« Ministerium und der Generalität sind in der letzten Zeit keineswegs geringer getvorden. Entlassungen und Versetzungen der Offiziere werden non Terauchi In einem bisher noch unbekannten Umfange betrieben. Terauchi selbst ist wegen seine» Opportunismus in den Offizierskreisen sehr unbeliebt.- : Alle maßgebenden Kreise haben A n g stv ar eIne rwI-rklich« n E'n tsche i düng. Deshalb Ist eine Lösung auf einer-Mittellinie dawahrscheinlichste. In diesem Zusammenbange tauchte wieder der Name de» Prinzen Fumimäro Konoychdes Präsidenten de»Oberhauses, auf. Ist Frankreichs Armee gerüstet? Amerika rechnet dauernd mit 5 Millionen Arbeitslosen Sette 2 Mittwoch. 27. Sänner 1037 Er, der zu der ältesten Feudalaristokratie'gehört, steht in freundschaftlichen Beziehungen zu dem Prinzen Saionji, dem letzten»alten Staatsmann" sGenro), der die tatsächliche Entscheidung über die Regierungsbildung hat. Konoyt gehört zur Schule des alten Saionji, das heißt, er ist ein Mann des Ausgleiches. Aber es scheint, daß er die Tatenlosigkeit der letzten Regierungen verurteilt und gewisse faschistische Neigungen aufweist. In der nächsten Umgebung des Prinzen Nonoyi wurde bereits vor einigen Wochen davon gesprochen, daß, falls er diesmal die Regierungsbildung übernehmen sollte, er eine viel entschiedenere Politik machen werde, als man es in Japan bisher gewohnt war. Kouoyk ist übrigens nach japanischen Begriffen sehr jung, er ist nicht einmal fünfzig. U g o k i ist eine Zwischenlösung wie Hirota eine war. Er war wie dieser Gouverneur von Korea, wie Hirota war er untätig und wie Hirota wurde er wegen seiner Passivität vom Prinzen Saionji empfohlen. Bieler wird schließlich auch davon abhängen, wie sich die japanischen V o l k S m a s s e n in den nächsten Monaten verhalten werden. Die sogenannte SozialeMassenpartei(Shakai Taishuto), deren Vertretung im Parlament noch sehr klein ist, erfreut sich einer weitgehenden Unterstützung nicht nur in Arbeiterkreisen, sondern auch seitens der Kleinhändler, Intellektuellen und der niederen Beamtenschaft. Diese sehr gemäßigte Arbeiterpartei, die sogar durch die radikaleren Elemente gewisser Sympathien für den Faschismus verdächtigt wird, stützt sich vor allem auf die Gewerkschaften. In der letzten Zeit hat die Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 68 „Sie denkt so". „Nein. Billy. Ich kenne andere Menschen Ihres Alters mit anderen Ansichten und anderen Idealen". ■„Stubenhocker vielleicht. Bücherwürmer ohne Mark in den Knochen". „Sie irren, Billy. Sehr gesunde, lebendige, lebenswillige Menschen, denen die Bücher nur ein Werkzeug bedeuten, das ihnen helfen soll, eine neue Weit aufzubauen. Menschen mit Idealen, mit wirklichen Idealen, Billy, nicht mit Phrasen, die niemand beweisen und niemand fassen kann. Menschen mit einem Traum im Herzen— dem Traum der Gleichheit und Gerechtigkeit, dem Traum der Freiheit und des Friedens." .„Für die Heilsarmee habe ich nie etwas übrig gehabt," sagte Billy. Städtlein schwieg. Dann sagte er: „Nicht einmal dies ist neu an euch. Euresgleichen wollten immer das Große verkleinern, nm es leichter zertreten zu können. Aber das Große laßt sich nicht zertreten, es überlebt euch, weil es der wahre Sinn des Lebens ist." Städtlein erhob sich.„Sie können immer zu Mir kommen, wenn Sie sich mit mir aussprechen wollen, Billy, trotz alledem. Und noch eins: Sie stehen, heute nicht allein in der Welt. Denken Eie «i das Mädel. Denken Sie an Carola. Das Mädel leidet darunter, daß Sie mit Drexler und seinesgleichen verkehren. Sie werden sich zu entscheiden haben. Ich hoffe, daß Sie sich doch noch vernünftig entscheiden." Regierung einen großen Drück auf die.Gewerkschaften auSgeübt, mit dem Ziele, die Arbeiterorganisationen völlig"von der Politik auSzuschal- ten. Diese» Vorgehen hat jedoch zu einem entgegengesetzten Ergebnis geführt, nämlich zu einer Radikalisierung der Partei und der Gewerkschaften.®° haben vor einigen Wochen die Tokioter Gewerkschaft der Verkehrsarbeiter sowie fünf andere große Gewerkschaftsorganisationen, die bis jetzt eher in einer geivissen Opposition zu der Sozialen Massenpariei standen, ihren Standpunkt revidiert und die Unterstützung der Partei beschlossen. Man darf sich das heutige Japan keineswegs als»gleichgeschaltet" vorstellen oder die Voltsmassen dieses großen Staate» als passiv. Japan gleicht heute, im Gegenteil, einem brodelnden Kessel. Was aus dieser Gärung entstehen soll, ist schwer zu sagen. Aber Japan geht großen inneren Konflikten und gewaltigen Auseinandersetzungen in der Innenpolitik entgegen. Eine faschistische oder sozialistische Massenpartei gibt es bi» jetzt in Japan nicht, die Arbeiter, Handwerker, Kleinbauern, Beamten und Intellektuellen sind aber andererseits volllommen dafür reif, in dieser schweren Krisenzeit einer kräftigen politischen Führung zu folgen. Sollten die militärischen Kliquen und die faschistischen Geheimklub», au» Angst vor dem Volke e» nicht wagen, eine wenigsten» dem Scheine nach radikale Politik durchzuführen, so ist e» nicht ausgeschlossen, daß die verborgene Energie, die sich zweifellos in ungeheurem Umfange iN der japanischen Nation angehäuft hat, sich auf revolutionären Bahnen entlädt. Billy ging zum Klavier, Finstevbusch hatte ihm bereits zweimal im BorÄbergehen auf die Schulter getippt. Das Pack wollte tanzen. Da» Pack, das keine Ahnung hatte von Chlorwasserstoff, dem Satz nur war, was auf dem Tisch stand und Säure, was manchmal im Magen brannte, wollte sich amüsieren. Spiel auf Billy, dafür wirst du von Finsterbusch bezahlt! „Sie müssen stärker sein als Ich," sagte Städtlein zu Carola.„Es sitzt schon in seinem Blut. Alle seine Gedanken siÄ damit infiziert. Treiben Sie es bald aus, sonst ist es zu spät." n. Die Lampe auf dem Schreibtisch brannte, obgleich es erst zwei Uhr nachmittag war; im Hos fiel der Schnee, seit Stunden, in dichten, weichen Flocken. Frau Finsterbusch sah in da» weiße Flimmern hinaus, dessen ereignislose Gleichmäßigkeit die Gedanken trag werden ließ. Sie hörte von nebenan Avette» Stimme, flvette stritt. Mit Finsterbusch, sie stritten in den letzten Wochen oftmals. Das Geld, das Finsterbusch ihr gab, genügte nicht mehr; sie wollte die Macht, die sie Über ihn hatte, dazu benützen, auch das Cast in ihre Hand zu bekommen. Sie spielte sich al» Herrin auf. Sie widerrief Befehle; die Frau Mn« sterbusch erteilt hatte; sie gab Anordnungen, die den Grundsätzen, nach denen da» Taft bisher geführt worden war, zuwiderliefen. Die Arbeit wähte sie auf Marion und Alfred ab; nur in den Weinlogen, deren Gäste gute Trinkgelder gaben, zeigte sie sich manchmal. Stellte Frau Finstervusch ihren Mann zur Rede/ versprach er ihr, alles zu ihrer Zufriedenheit zu ordnen. Er nahm Avette zur Seite, erzählte ihr, seine Frau habe Klage geführt, Aoette sollte vorsichtiger sein, schließlich sei er noch mit der Frau verheiratet, sie müßten auf sie Rücksicht nehmen. »Warum läßt du dich nicht' von ihr scheitend" zeterte Fbette.»Sie kostet dich nur Geld. graphische.Darstellung, da» ist alles. Auf sie heftet jetzt Genosse Stft feinen Blick. Sie zeigt den neuen Aufbau einer Division de» Volks Heere», ihren Kommandostab, die Hierarchie Ihrer politischen Kommissäre, ihrer Unterteilung in Regimenter, Bataillone, Kompa-, nien, Sektionen und Sechsergruppen.—„Aus den Milizkolonnen", sagt er,»sind richtige Divi- siönen mit Regimentern und OsfizlerSsWen geworden; an der Arragonfront stehen sie bereit» und die Aufstellung der fünf Divisionen, die für da» Hinterland bestimmt sind, wird auch i'.Icht mehr lange auf sich warten lassen. Jede Division umfaßt 18.000 Mann. Katalonien wird also zu seinen Frontkämpfern noch eine unmittelbar einzusetzende erste Reservevon 00.000 M a n n in ständiger Bereitschaft haben." Die freien Gewerkschaften haben tatkräftig an der Geburt de» neuen Heere» mitgewirkt. In ihrem Sekretariat liegt eben ein aufschlußreiche» neue» Flugblatt versandtbereit:'„Arbeiter von der UGT: Da» BollSheer ist gegründet. Zu den Waffen für den Sieg!"— Die Waffen sind da, erläutert der Aufruf, aber wir können nur dann in sie vertrauen, wenn ein wohlgxgliederte» und disziplinierte» Vollshcer sich ihrer bedient:„An den Gewerkschaften vor allem liegt e», im Voll jene antimilitaristischen Vorurteile zu zerstreuen, die gut gewesen sind für frühere Zeiten, aber ein Verhrechen wären im gegenwärtigen Augenblick. Denn ohne Heer können wir nicht siegen." Dio Gewerkschaftseinheit Der allgemeine Gewerkschaftsbund, kurz UGT genannt, ist nicht die einzige Gewerkschaftsorganisation Spaniens. Neben ihm besteht noch die anarchistische Gewerkschaftsföderation, die CNT, die besonders in Katalonien ausnehmend stark ist. Die sozialistisch orientierte UGT zählte bi» zu den Juli-Ereignissen etwa» mehr, al» hunderttausend Anhänger in Katalonien. Seit damal» ist ihre Miigliedszahl sprunghaft gestiegen: Am Ende de» Jahres betrug sie bereit» 475.000.— Auch da» Wachstum der Anarchisten ist durch die Mllitärerhebung in gleicher Weise gefördert worden, unb es dürfte mit dem der UGT wohl Schritt gehalten haben.»Ich habe den Eindruck", sagt Genosse Stsö,»daß wir beide heute gleich stark sind in Katalonien." Immer festere Fäden spannen sich zwischen den beiden großen Syndikaten.»Sie rücken einander näher und näher", stellt der Generalsekretär der UGT fest:»Diese Entwicklung ist keine bloß durch die Umstände, durch die gemeinsame Gefahr bedingt. E» geht mehr und mehr einer organischen Fusion zu." Die Unifizierung der gewerkschaftlichen Kräfte ist eben' erst von Largo Caballero selbst propagiert worden, Dix. Anarchisten haben seinen Ruf^zustimmend ausgetioimnen. Gleichzeitig aber l will Caballero auch die-politische Union der proletarischen Kräfte, was durchaus noch nicht den Beifall der Anarchisten findet. Die marxistischen Parteien Kataloniens haben schon seit langem zur politischen Einheit gefunden. Sie sind in der P s u e, der Unifizierten sozialistischen Partei Kataloniens aufgegangen. Auch deren Mitgliedszahl ist seit dem Juli um da» Dreifache gestiegen: von 10.000 auf 80.000. B« den Anarchisten dürfte da» propor- tionelle Mißverhältnis zwischen' der Stärke der Gewerkschaft Und der Schwäche des politischen Organ» noch krasser sein. Vielleicht erklärt e» die relative Geringschätzung der Funktion einer politischen Partei. Genosse Sösk teilt sie keineswegs. In der Partei sieht er da» Gesamtorgan, Ich verstehe genau so viel vom Geschäft wie sie. Jag sie doch endlich fort". Finsterbusch hütete sich, vor seiner Frau da» alte Thema nochmal» anzuschneiden; ging Leonore, war er Avette ausgeliefert, sie würde ihn soweit bringen, daß er sie heiratete, dann gehörte das Cast ihr, dann tanzte sie ihm auf der Nase herum, dann würde er sie nie wieder lo». Nun brauchte er seine.Frau, notwendiger als jemals; nicht wegen des Betriebs allein, sondern um sich Avette vom Halse zu halten. Den Mut aber, ihr seine Meinung zu sagen, brachte er nicht auf. Die Auseinandersetzungen mit Fvetto endeten immer damit, daß er ihx Recht gab und sie um Entschuldigung bat; gewiß, seine Frau sei ewig unzufrieden, ihre Nerven seien angegriffen, sie brach Streit vom Zaun, sie verfolgte Avette mit blindem. Haß— da müßte eben gvette klüger sein und zum Schein nachgeben;, in der Sache selbst könnte.sie machen, was sie wollte. Avette begehrte auf, er fei ein Hasenfuß, ein Pantoffelheld, an feiner Stelle hätte sie der Frau Ängst befohlen, den Koffer zu packen und zu verschwinden; wo doch da» ganze Taft wußte, daß da» Kind, da» sie erwartete, nicht von ihm sei. Finsterbusch erbleichte, er zerrte Avette am Arm an da» Fenster, er packte sie mit Heiden Händen, er sah ihr in die Augen:, »Wer hat da» gesagt? Wer hat das erzählt? 'Ich dreh dem Kerl den Kragen um...."' „Alle wissen e». Einer erzählt e» dem anderen. Da mußt du schon alle umbringen, du Held". »Ich laß mich von dir nicht verhöhnen, du lügst, du lügst, ihr lügt alle".' „Der einzige, der hier lügt, bist du", schrie Hvette. Sie faßte seinen Rock, rißi die Kriegskarte hervor, hielt sie vbr seine Augen;»Und das da— ist da» vielleicht nicht gelogen? Du hist Im Schützengraben gewesen?'Du haft gekämpft? Gedrückt hast du dich, in der Etappe bist du gelegen und hast gesoffen. Letzt spielst du den Helden—'* Was wird nach dem Krieg? Spezialinterview unseres Spanienkorrespondenten mit dem Führer der UGT »Wir wollen erst vom Krieg selbst sprechen", sagt Antonio Stsö, der Generalsekretär des Allgemeinen Gcwerkschastsbundes von Katalonien: „Ich hin durchaus optimistisch." Kurze Pause. Die Gedanken de» Sprechers wandern zurück.. »Nach dem 10. Juli", sagte er,»waren wir gewiß in einer sehr bedrängteck Situation. Das ganze wohlausgerüstete spanische Heer stand gegen uns, und seine Kraft wuchs ständig durch die nicht abbrechenden Hilfsleistungen au» dem Ausland." Waffen und Heer In Barcelona mußte man dieser Tage vor den Bäckerläden. Schlange stehen, eS gab kein Brot. Genosse Sksi erinnert an die ersten»KriegSschlan- gen" am 19. Juli, da die Arbeiter hinter ihren Kameradön in der Feuerlinie in-langer-Reiht warteten, nach vorne zu springen, wenn einer fallen sollte, um mit dessen'Waffe weiterzukämpfen:»Wir hatten praktisch so gut wie keine Waffen", erllärt er.»Heute, nach sechs Monaten, ist die Umstellung der Industrie auf den Kriegsbedarf soweit vorgeschritten, dqß die katalanische Region es auf sich nehmen kann, da» ganze Leichtmaterial des Krieges, einschließlich Maschinengewehre, dem Heer der Republik zu schaffen. In der Beziehung ist von Katalonien au» die fremdländische Hilfe an die Faschisten mattgesetzt." »Wa» ihre polifische Seite anlangt", erlläri Genosse Skst weiter,»so ist festzustellen, daß sich die Auslandshilfe in dieser Hinsicht nur günstig für un» ausgewirkt hat. ES gab weite neutrale Schichten, die so erst von dem Sturm patriotischen AbwehrwtllenS mitgerissen wurden: Sie erkannten, daß hier mehr als ein Kampf gegen den spanischen Faschismus vorgeht. Es ist ein Krieg um hie nationale Unabhängigkeit Spaniens geworden, ein Krieg gegen jene, die aus unserem Land einzweiteSAbessi- n i e n machen wollen." Den Generalsekretär der freien Gewerkschaften beschäftigt nicht nur die Erzeugung de» Kriegsmaterial, sondern auch das KriegSlnstrument selbst, da» Volksheer:»Den moralischen Kraftstrom, der alle Bevölkerungsschichten durchflutete, galt eS, ins Bett der Organisation zu leiten. Wir mußten dem faschistischen Heer unser BollSheer entgegenwersen." ES gab Schwierigkeiten auf diesem Wege, speziell in Katalonien.„Die anarchistische Tradition", erläuterte Genosse Sisi!,„ist hier äußer- ordentlich stark, und ihr Grundbegriff,'die freiwillige Disziplin, stand der.einer regulären Armee nötigen eisernen Disziplin entgegen. Wiederum waren eS die Tatsachen, di- uns weiterhalfen. Sie haben die unumgängliche Notwendigkeit der neuen Organisation jedermann offenbar gemacht. Nicht allein die leitenden Organe und die Presse der Anarchisten begriffen da»; das ganze Volk ist davon durchdrungen. Das neue reguläre Heer konnte formiert werden— diese Arbeit ist so gut wie vollendet." . Nüchtern und kahl sind die Wände de» schmucklosen Raumes, der dem Generalsekretär de» Gewerkschaftsbundes als Arbeitszimmer dient. Gegenüber dem Schreibtisch hängt eine riesige in der Gewerkschaft das Instrument zur vemlln tlgung eines Teilausschnittes de» Leben». ■ Die CNT-sitzt heute sowohl in der Regierung der katalanischen Region al» auch in/ der de» republikanischen Spanien. Damit ist/die Volksfront, der bis zum 19. Juli die Anarchisten noch nicht angehört haben, ungeheuer gestärkt. Genosse Stst stellt es mit Befriedigung fest. Bündnis mit Bauern und Mittelschichten Das liberale Bürgertum und die Klein« bauern arbeiten auf» engste mit der CNT und der UGT zusammen. Diese Union hat ihnen reiche Früchte gebracht.»Nehmen wir etwa die »Bauernschaft.", expliziert der Generalsekretär der UÄT,»Bi» zum 19. Juli war sie hier in Katalonien dem Landbesitzer, dessen Botzen sie oft seit Generationen bebaut, pachthörig. Die Renten, die sie bezahlen müßte, haben äst die Hälfte de» Ernteerträge» aufgesressen, Die Julirevolution hat den Bauern die Befreiung von dieser Zinsknechtschaft gebracht. Oder die Kleingewerbetreibenden Katalonien-. Sie haben sich zu einer Föderation zusammengeschlossen, die in Erkenntnis der Zeit den Anschluß an tzie UGT suchte. Wir haben den Verband al» moralischen Alliierten angeschloffen, wenn ich so sägen tzarf, Oder die Katholiken de» Baskenlandes: Sie stechen fest an unserer Seite, da ihnen die Revolution die Befreiung von der Vormundschaft eine» fernen Zentralstaates gebracht hat. Wohin man blickt,' immer fester wird da» Bündnis aller gegen den Faschismus." And nun können wir an die Beantwortung der Frage gehen; Was wird«ach dem Krieg?— Genosse Sksk lehnt sich in seinen Stuhl zurück.»Es ist absolut sicher", sägt er,»daß der Faschismus nicht siegen wird." »Wer aber wird siegen?.", und gedankenvoll noch einmal: „Was wird nach dem Kriege kommen?" Ohne Zweifel sei die Reaktion des Bolles auf den blutigen Überfall de» Faschismus anfänglich weiter gegangen als es dem Bündnis aller Antifaschisten entsprochen hätte. In diesen: Zusammenhang müßte auf das kürzlich erschienene Dekret über Kollektivikterung hingewiesen werden, in dein etwa zugunsten der liberalen Bourgeoisie, die am Staatsstreich de» Faschismus nicht beteiligt war, die Entschädigung-Pflicht im Falle der Enteignung ihres Besitzes ausgesprochen wurde. Wie denn Überhaupt da» ganze Gesetz und die ganze Tendenz der Politik den Stempel trage, die selbständigen Schritte der Arbeiterschaft zu regulieren. Was wird?— Konkret läßt es sich nicht sagen.»Aber ich will dariiber sprechen, wa» wir, die freien. Gewerkschaften, planen." 'HHWüWül’ 7?~ 7 »Wir wollen ein demokrati- scheSRegime. Man verstehe un» recht: Natürlich nicht eine solche parlamentarische Demokratie, die dem Faschismus auf» neue die Möglichkeit gäbe, sein Haupt zu erheben. In unserem demokratischen Spanien wird der Faschismus auSgespielt haben. Eine Bewegung, die den schrecklichen Bürgerkrieg entfesselt hat, die ganz Europa mit hineinzüreißen versuchte, darf sich nicht weiter unter dem Deckmantel de» Gesetzes breitmachen. Wir werden ihr jede ökonomische Bast» nehmen."\ Da» ist da» Programm der AGT, es ist auch bar Programm der Partei, Plue, ist. Niemand von uns verzichtet darauf, für sein Ädealregime zu Finsterbusch verlor den Kopf. Da» Zimmer tanzte vor seinen Blicken» die Figuren auf den Tapeten wurden lebendig und zogen Grimassen, die Sessel, auf die er sich sehen wollte, wichen unter ihm, der Tisch bog sich vor Gelächter, als, er sich aufstvhen wollte, die Decke sank nieder mit tosendem Lachen und begrub ihn.' Er faßte mit krampfigem Griff in Uvettes Haar, er ritz ihre» Kopf hoch, ganz nahe an sich, sie kreischte auf. »Wer hat das behauptet? Renn mir den Namen. Ich werde den Schuft zur Verantwortung ziehen. Bier Jahre war ich im Feld, und das ist der Dank. Wer war e»?" „Der Rumpler. Ich hab ihn gestern getroffen. Ich hab ihm alle» erzählt wer dich. Er hat sich den Bauch gehalten vor Lachen.", Nun schwieg Finsteübüsch. Er ließ Nvett» los, sie lief zum Spiegel, sie starrte ihr Bitt» an» sie kramte nach einem Kamm.. Rumpler war der Kommandant seiner Kompanie. Rumpler hatte er mit Schnaps und Zigaretten bestochen, daß er immer ihn, schickte, wenn eine Ngchricht an den Stab zu überbringen war. Rumpler hatte ihm einen Tritt gegeben al» er ging, und Ihm nachgerufen: Bleiben Sie gleich hinten, au» Ihnen wird nie ein Soldat. Rumpler hatte ihn auSgelacht, als er ihn eine» Tage» bat, ihn doch für die Tapferkeit-Medaille einzugeben; man kam nicht gern mit nackter Brust rwch Hause, wenn die Kameraden auf ihre Auszeichnungen wiesen. Sie, ausgerechnet Sie, wollen die TäpferkeitSmovaille? Wenn wir eineAuSzeich» nung für erfolgreiche Drückebergerei, hätten,.dann wären Sie der erste, der sie bekäme. And gerade Rumpler mußte der gvette über den Weg häufen. Run war er ihr ausgeliefert. Run bekenn sie Ihren Pelz. „Komm her. yvette", rief er. »Was willst du von.mir?" „Komm her."'’ „Wenn du dich nochmals so benimmst Priit vorher—" .(Fortsetzung folgte Nr. 23 Mittwoch, 27. Jänner 1937 Seite 3 kämpfen. Wir verzichten nicht auf den Sozialismus. Aber in der gegenwärtigen Etappe sehen wir nicht mehr als einen Teil des grossen Kampfes, der ganz Europa durchzieht. Erstes Angriffsziel des Faschismus ist die Demokratie. Indem tvir fie hier festigen, verschaffen der gesamten europäischen Demokratie einen neuen gewaltigen Kraftzuwachs und an ihm wird sich der deutsche und italienische Faschismus brechen." Schon ist die Stellung der ENT hinsichtlich der Union mit den demokratischen Schichten des kleinen Bürgertums Kar: Auch sie tritt für die Respektierung ihrer Rechte ein. Und diese demo kratische Union ist, wie Genosse Sösö betont, das einzige Programm, das sich in Spanien durchführen lässt:»Nur mit diesem Programm kann man den Krieg gewinnen." »Würde man ihn anders führen, wir ständen allein. Wir, die Arbeiter, im Lande ständen allein ohne die grosse Masse der demokratischen Keinen Bürger, und wir ständen allein In unserem Kampf in Spanien ohne die tatkräftige Hilfe der Demokratie der Welt. Es gibt nur einen möglichen Ausgang in diesem Krieg, und das ist der: Htn zur Demokratie l" Sudetendeutscher Zeitspiegel Brief an den Zeibgiegel „Am Sonntaff mittags sprach im tschechoslowakischen Rundfunk der Ministerprä- sident Dr. Hodea, dessen Rede dann auch in deutscher Sprache übertragen wurd6. Es war schon recht unerquicklich, daß zwischen der deutschen und tschechischen Uebertragung eine Pause eingesohoben wurde, die man mit Musik und niohtssagenden Mitteilungen aus• füllte. Völlig unverständlich aber blieb es, daß die deutsche Uebertragung tschechisch angekündigt wurde und daß es der Ansager, offenbar einer dummen Vorschrift entsprechend, nicht zweckmäßig fand, sie auch deutsch anzusagen. Mit solchen sinnlosen „Prinzipien" erweist man der sehr notwendigen Abwehr der Goebbelshetze keinen guten Dienst und schließlich müßten sich die maßgebenden Herren doch allmählich klar darüber geworden sein, daß deutsche 4nao- gen und deutsche Uebovtragungen im tschechoslowakischen Rundfunk für den Staat mindestens eben so notwendig sind, wie für die deutschen Hörer. So haben am Sonntag viele Deutsche eine Rede gehört, von der sie, wenn sie nicht tschechisch können, und es nicht aus der Presse erfahren hätten, niemand wüßte, wer sie hielt. Und wenn schon politische Klugheit hiefür nicht bestimmend sein darf, dann könnte man sohon aus Takt und Höflichkeit den deutschen Staatsbürgern sagen, daß der Regierungschef des eigenen Landes zu ihnen spricht." e. a., Bodenbach. Hitler erschlagt den Grenzverkehr Eine chrlstllchsoxlele Stimme Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den Minister des Innern Dr. Josef T e rnh, ferner eine Deputation der tschechoslowakischen regionalistifchen Zentrale. Netas und Taub zur Trautenauer Kreiskonferenz Am 20. und 21. Feber findet in Johanni Sb ad die ordentliche Kreiskonferenz der Kreisorganisation Trautenau unserer Partei statt. AIS Referenten werden angekündigt: Minister Jng. NeLaS(„Der soziale Aufbau der Republik") und Vizepräsident Taub(„D iepolitischeLage in d« r Tsch e ch o sl o w a I e t"). seinen Arbeitsplatz im BerbandSsekretariat und übernahm 1921 die Redaktion des„Keramarbei- ter". Nach der Verschmelzung seine» Verbandes mit dem der Glasarbeiter übersiedelte Barnert im Juli 1930 nach Teplitz, wo er Leiter der Arbeitslosenabteilung des Verbände» bis zu seiner Pensionierung Ende 1984 war. So wie in seiner Gewerkschaft, war Barnert auch in der Partei ein Vertrauensmann im wahrsten Sinn« des Wortes. Wenn ihm eine Funktion übertragen wurde, konnte man sicher fein, sie in guten Händen zu wissen. So war er durch viele Jahre bis zu seiner Uebersiedlung nach Teplitz Hauptkassier der Lokalorganisation in Fischern und an dem Aufschwung der Partei in dieser Stadt hatte er keinen geringen Anteil, obwohl er es immer vermied, von sich reden zu machen. Osuskf bei Blum Paris. Gesandter Dr. O s u s k h haste Dienstag mit Ministerpräsidenten Blum«ine Unterredung über den Fortgang der französisch- tschechoflowakischen Handels- und Finanzverhandlungen. Ausserdem sind am Dienstag die französische und die tschechoslowakische Handelsdelegation zu einer Plenarsitzung zusammengetreten und haben die Beratung sowohl der grundlegenden wie der Detailfragen in breiterem Rahmen ausgenommen. Achtung, Ferienaktion I Die Semesterferien in den Schulen werden vom 1. bis 8- Feber dauern. Wir fordern aKe AtuSvereine auf, mit ihren Kinderabteilungen' Wintersport«US« f l ü g e während der Semesterferlen zu unternehmen; Sin« oder ZweitagSauSfliige, je nach det Situation und den vorhandenen Mitteln, unter Ftchrung von Genossen oder Genossinnen,, die frei sind. "Wo grössere Aktionen unmöglich' find, organisiert RvdelauSflüg», leihet Rodel aus, damit auch die Kinder, die'keine haben, mitmachen können, Organisieret an den SonntagenKinderski- kurse, stellet da» Einvernehmen über diese Aktion Mit den Kinderfrettnden, der S. I, und der Josef Barnert gestorben In Dallwitz bei Karlsbad, wo er sich als Als er den Schober näher untersuchte, stellte sich die.Frau^ Sie wurde ins Krankenhaus nach Dux eingeliefert. Bei Briesen hielt sich in einem Strohschober seit Wochen der Arbeiter Jaroslav H a i z auf; durch Blutspuren, die zum Schober führten, wurde man auf den Mann aufmerksam. Als er entdeckt wurde, bat er die Leute, man möge ihn nur noch einige Tage im Strohschober lassen. Haiz In Spanien gefallen. Bor einigen Wochen begab sich der Arbeiter Rudolf Hable ast» B.- Kamnitz nach Spanien und hat dort auf feiten der Internationalen Brigade an den Kämpfen teilgenommen.' Dieser Tage langte in B.»Kamnitz die Meldung ein, dass Hable bei den Kämpfen uM Madrid gefallen ist. Schneestiirme im Erzgebirge. Seit Tagen herrscht im oberen Erzgebirge ein fürchterliches Schneetreiben, das den Verkehr stellenweise unterbunden hat. Meterhohe Schneewehen verhindern die Passage von Autos und Fuhrwerken. Dazu ist es bitterkalt und eisige Stürme treiben die Menschen von der Strasse in ihre Häuser. Kenner der Verhältnisse erKären übereinstimmend, dass sie seit. vielen Jahren einen solchen Winter nicht mit« gemacht hätten. Die Erzgebirgler wären heilfroh, wenn dieses Wetter, über das sich die Wintersportler freuen, bald zu Ende ginge. sehr günstig. Beweist, dass Ihr in wenig Tagt» etwas organisieren könnt, wie das bei Wintersport notwendig ist. Die AtuS-BundeSlritungl General Ugaki ziehung Sugijama gemeinsame ErKärungen ab, in denen e» heisst, die Armee werde, falls Ge« neral Ugaki mit-der Kabinettsbildung betraut hletbe, den Kriegsminister nicht Vorschlägen. Terauchi selbst machte ausserdem persönlich UgaK darauf aufmerksam, dass er in den Militärkreisen keine Mitarbeiter finden werde. Infolgedessen er« Kürte Genexal Ugaki, dass er die,Verhandlungen mit der Armee abbrechen werde. Nach späteren, noch nicht bestätigten Meldungen soll Ugaki seine Mission bereit» zurückgelegt haben. Ugaki gescheitert? Tokio. Blättermeldungen zufolge gaben Prinz Kanin, der gewesene Kriegsminister Terauchi und der Inspektor für Mtlitär-Er« Im christlichsozialen„L a n d b o t e n" lesen wir unter dem Titel„3-Marksperre und Devisenheft erschlagen den letzten Grenzverkehr. Ab 15. Jänner die Grenze tot" folgende Betrachtung über die letzte LiebeStat, welche das Dritte Reich für die Sudetendeutschen gesetzt hat: „.Trotz aller Mahnungen und Vorbehalte kam nun doch mit 15. Jänner die neue Dreimarkgrenzsperre für die Reichsdeutschen, die praktisch den Tod de« Grenzverkehrs bedeutet. Schon die Zehnmarksperre hat sich für die gesamte sudetendeutsche Wirtschaft furchtbar auSgewirkt. Die trostlose Bilanz der nordböhmischen Sommerfrischen, Badeorte, Wintersportorte und Grenzgemeinden gibt ein trauriges Bild über da» Absinken des einst so massgeblichen Verkehrs von Sachsen nach Nordböhmen. Dazu aber kommt nun noch eine weit fühlbare Fessel, der Zwang zum Devisenheft für die Grenzbewohner bzw. Grcnznusweisbesitzer, in denen die reichsdeutschen Zollämter oie Gelder ein« tragen müssen. Ist diese Eintragung schon an und für sich für jeden Reichsdeutschen eine genaue Kontrolle der Zahl seiner Grenzüberschritte, muss ihm also peinlich sein, so bedeutet sie praktisch eine zivar nicht gesetzlich laut ausgesprochene, dagegen aber tatsächlich« Unterbindung deS Verkehrs, denn ehe sich jeder Grenzbewohner wegen seines Ausfluges dieser hochnotpeinlichen Prozedur unterzieht, wird er mit 99 Prozent Sicherheit auf den Grenzüberschritt verzichten. Während also von tschechoslowakischer Seite aus keine Hindernisse gemacht«erden, ist der Grenzverkehr ab 15. Jänner durch die neue reichsdeutsche Verordnung buchstäblich abgewürgt. Dabei trifft die ganze Härte der Auswirkung lediglich die ohnehin so schwer notleidende sudetendeutsche Bevölkerung, die die reichsdeutschen BolkSbäder zu Tausenden füllt, die Grenzlandtheater besucht und bei jeder Gelegenheit noch immer nach Deutschland strebt." Vereidigung der Beamten auf Hitler Verfassungsgeldbnls aufgehoben Berlin.(DNB.) Die Reichsregierung verabschiedete in ihrer am Dienstag stattgefundenen Sitzung zunächst das deutsche Beamtengesetz und im Zusammenhang damit die Reichs« dienststrüfordnung. Im Gegensatz zu der in der Weimarer Verfassung festgelegten Verpflichtung auf die Verfassung tritt im neuen Beamtengesetz ein Treu«Verhältnis zum Führe r. Die NSDAP wird in das Gesetz eingebaut. ' erhalten zu haben, in welchen Trotzki Weisungen zur Organisierung terroristischer Aste gegen Stalin, Woroschilow, Kaganowitsch und Kirow«r- tellte. Auf die Frage des Staatsanwaltes, warum der Angriff auf Molotow nicht geglückt sei, sagt« Muralow aus, dass diesen Schesww vorbereitet habe, der dazu den Ehauffeur des Automobils Molotows ausersehen hatte. Dem Chauffeur wurde die Weisung erteilt, an einer Schlucht, an der er vorbeifahren musste,«ine scharfe Wendung zu machen und das Automobil in die Schlucht hinabzuschleudern. Dieser Weisung sei der Chauffeur Arnold- nicht nachgekommen, weil er um sein Leben fürchtete. Auf Ersuchen des Staatsanwaltes bestätigten die Angeklagten Schesww und Arnold die Aussage Muralows. Schestow, der sodann weiter verhört wurde, sagte aus, dass er«in Anhänger Trotzkis seit dem Jahre 1923 sei. Im Jahre 1981 habe er in Berlin mit einer ganzen Delegation Bestellungen für die sowjetrussische Regierung aufgegeben. Damals habe ihm Sedow vorgeschlagen, seine dienstlichen Verbindungen mst der Firma»Freilich Kluepfel und Daiünann" zur Aufreckiterhal- tung der Verbindung zwischen den Anhängern Trotzkis im Auslage und in der Sowjetunion auszunützen. Schestow sei mit dem Direktor der Firma und seinem Gehilfen in Verbindung getreten. Er habe mit ihnen vereinbart, dass die Firma in das Kusnetzbecken Agenten entsende, welch« sich zurEntgegennahme ihrer Befehle zwecks der unterminierenden Tätigkeit bei Strojlow zu melden hatten, der ihnen auch Arbeit in den Gruben verschaffen werde. Schestow gesteht des weiteren Morde, Dynamikanschläge u. a. ein. i Geständnis j 1 Osl m>,Dagbladet" schreibt: Im Moskauer Prozeß erklärte der Angeklagte Pjatakow, er sei im Dezember 1935 in einem Sonderflng- zeug ans Berlin z« einer Beratung mit Trotzki «ach Oslo gekommen. Diese seine ErKärung ist unwahr, da im Dezember 1935 i« Oslo keinFlngzrug ausBerliu ringetroffcn ist. Ein übler Kriminalroman Die ProzeBkomOdle der GPU Moskau.(Dass.) DaS Gericht vernahm Dienstag«inen der Leiter der sibirischen trotz« kistischen Organisation, Boguslawski, der im Auftrage PjatakowS Schädlingstätigkeit im Eisenbahnverkehr Sibiriens betrieb. Boguflawfli gestand ein, dass zwei Anschläge auf Molotow vorbereitet wurden und dass terroristische Akt« auch gegen Kaganowitsch und andere Würdenträger vorbereitet wurden. Der Staatsanwalt warf die Frage auf, wodurch hervorgerufen wurde, dass Boguflawfli, acht Tage nach seiner Verhaftung seine Verbrechen gestand und ob das Geständnis nicht durch irgendwelche spezifisch« Bedingungen seiner Haft oder durch Druckmahnahmen sowie durch irgendwelche Versprechungen betreff» Erleich terung seines Schicksals nach, seinem Geständnss hervorgerufen wurden. Boguflawfli verneinte kategorisch alle diese Fragen und ersuchte das Ge richt, ihm zu gestatten, die Beweggründe-seine offenen Geständnisses zu erKären. Boguflawfli sagt aus, dass in den letzten drei Jahren di« verbrecherische Tätigkeit der Trotzkisten und die Fäul nis innerhalb der trotzksstischen Organisation chn ost bedrückte. In den ersten acht Tagen seiner Haft durchdachte er endgültig seine Taten und hält eS nunmehr für notwendig, in der Gerichts verhandlung alle seine konterrevolutionäre ver brecherische Tätigkeit einzugestehen, auch das ihm über die Tätigkeit der gesamten trotzksstischen Or ganisation bekannte restlos aufzichecken. Ferner wurde der Angeklagte DrovniS einvernommen, der fest dem Jahre 1984 über Beschluss der trohkistischen Organisation Sabo- tagearbeiten im KuSnetz-Becken bollführt hatte. Auch dieser Angeklagte hatte Instruktionen von Pjatakow erhalten und benützte zu deren Durch- fiihrung verschiedene Ingenieure von gegenrevo lutionärer Gesinnung. Auf Befragen deS Staatsanwalts gibt Drovnis an, dass er dem Angeklagten Schestow die Weisung gegeben habe, nichtsentimen« t a I zu sein und bei der Sabotage vor einer Tötung von Arbeitern nicht haltzumachen, well dadurch auch die Autorität der Sowjetregierung untergraben würde. Dann wurde Muralow verhört, der vor allem erklärt«, während seines Aufenthalte» in Nowosibirsk von Berlin einige'Briefe von Sedow Portugal dementiert Prag. Die hiesige portugiesische Gesandtschaft ist ermächtigt, kategorisch alle Gerichte über Verkauf, Abtretung oder Verpachtung portugie-- sischer Kolonien an irgendeinen fremden Staat zu dementieren. Es handelt sich um di« auch von uns wieder« gegebene» Meldungen aus englischer Quelle, dass Portugal beabsichtige, Deutschland die afrikanische Kolonie W e st- Angola auf 100 Jahre zu verpachtens• Im Strohschober aufgefunden... Ein Paar, die P. Hochhäuser und ein gewisser Rehwald aus Haan, hatten sich zwischen Haan und Ossek seit 28. August 1936 in einem Strohschober etabliert, ohne dass die BcvöNerung etwas davon wusste. Rehlvald nahm der Frau w die Kleider ab, wenn er den Strohschober verliess, Pensionist niedergelassen hatte, ist Dienstag Ge-! damit die Frau ihm nicht davonlausen könne, nosse Josef B a r n e r t, der langjährige Kassier! Vor einigen Tage» ging ein Mann in der Nähe und Redakteur des Verbände» der Porzcllanarbei-! de» Strohschober» vorbei und hörte eine Stimme, ter, verschieden. Bor 68 Jahren in Schlesien als'""'— jj— Kind armer Leute geboren, wählte rn^denBerun eine» Dekorationsmalers. Als er nach der Auslehre nach Wien kam, schloss er sich sofort dem Verband der Porzellanarbeiter an. Bald stand er in der Wiener Ortsgruppe des Verbände» in der' vordersten Reihe, und Ende 1912 wurde er in die i Verband-zentrale nach Fischern berufen, wo ihm das Amt eine» Zentralkassiers anvertraut wurde.-—-—-----j-— Während des Kriege» staitd er an der serbischen wurde in emem furchtbaren Zustand gesund-n: Front. Nach dem Umsturz trat Barnert wieder an i Aue ganzen Schuhe an den Füssen, keine warnten --! Kleider, im Gesicht verwachsen, die Füsse erfro ren, die grosse Fusszehe direkt abgefallen und alle anderen Zehen stark vereitert, so dass wahrschein« lich eine Operation erforderlich sein wird- Der Mann liegt nun im Krankenhaus in Dux. Er wollte im Strohschober sterben... Völkerbundkommisslon für Rohstoffe Genf. Der Bölkevbundrat hielt Dienstag nachmittag» drei Sitzungen ab. In ntchtöffent- licher Sitzung setzte der Rat den 6. Mai für die Sitzung de» Präsidiums derAb- rüstungskonferenz fest. Man rechnet auch damit, dass die Mai-Session Heuer später stattfinden und wahrscheinlich erst am 24. Mai eröffnet werden wird. Zum Schluß genehmigte der Rat auch noch einan kurzen Bericht über die Frage der b r s s e- reu Aufteilung der Rohstoffe, wobei Minister Eden sich für die Beschleunigung der Einberufung der Sonderkom mi f- sie« für Rohstoffe aussprach. . In der Sandschaksrage wurde erst spät abend» über die prinzipiellen Punkt« des fran« zösisch-türksschen Uebereinkommen» Beschluss ge fasst. Die haupssächlichste Streitfrage war die offizielle Sprache im Sandschak, da die Türkei nicht-Ukassen wollte, dass äusser der amtlichen tür kischen Sprach« noch als zweite offizielle das Ara- bische-gelte. Erst nach Intervention de» Aussen minister» Eden wurde ein Einvernehmen erzielt. Lebensmittelkarten In Madrid Der Zivilgouverneur von Madrid erliess«ine Verordnung, derzufolge ab l. Feber nur diejenigen Personen da» Recht haben werden,-Nahrungsmit tel anziikaüfen, welche mtt einer besonderen netten Anweisung auf Nahrungsmittel vesfehen sein wer den,, welche vondersogenannten Madrider Kom-...„„ Mission für Volksernährung ausgegeben sein wird.^Acbeiterfürsorge Her. Die Schneeverhältnissc sind Seite 4 Mittwoch, 27. Iknntt lvtt? Nr. SS Die Sintflut am Ohio 700.000 Menschen obdachlos/ Der Kegen läßt end Ich nach Üincinuati. Die Zahl der Toten im Ul er« schwemniten Ohiotal hat sich bis zum DienStag- morgen auf etloa ISO erhöht. Die Zahl der durch die Ueberschtveinmung obdachlos gewordenen Personen ist auf 700.000 gestiegen. Die Behörden ordneten die sofortige Räumung der Stadt Fa- dueah in Kentucky an, die 84.OVO Eintvohner zählt, ferner der Stadt Cairo(JIlionis) mit rund 18.000 Einwohnern sotvie verschiedener anderer.Ortschaften. New Nori. Die Flüsse Mississippi, Ohio und; ihre Zuflüsse sind ständig in bedrohlichem Anstei«; gen begriffen. Das 1000 Kilometer grobe Ge-' lande von Pittsburg in Pennsylvanien bis nach Cairo in Illinois bildet eine einzige Wasserfläche. Der Sanitätsdienst lämpft gegen Epidemien, Wie Scharlach, Grippe und Lungenentzündung, die sich im Staate Andiania verbreiteten, an. An vielen Städten ist k e i n T r i n l w a s s e r zu er-' halten. Bei den RettungSarbeiten macht sich besonders das Fehlen des elektrischen Lichtes und, der Gasbeleuchtung bemerkbar. Flugzeuge, die das ausgedehnte überschwemmte Gelände■ Uber- I kreisten, brachten die Meldungen, dab viele Menschen auf Anhöhen und auf den Dächern der Häuser Zuflucht gesucht haben. Alle Sendestationen arbeiten mit der Regierung zusammen, weil sie die vollständig unterbrochenen telephonischen Drahwerbindungen ersetzen müssen. Der einzige Trost bei dieser Katastrophe, die«ine der ernstesten ist, die je die Bereinigten Staaten heimgesucht hat, ist, dab der Regen nachgelassen hat und die Meteorologischen Stationen eine Wetterbesserung melden. In der Stadt Ripley im Staate Tennessee wurde ein aus Holz bestehendes Wohngebäude von den reibenden Fluten des aus den Ufern getretenen Flusses weggeschwemmt. 14 Personen, die sich in dem Hause befanden, ertranken. Der Stadtrat von Cincinnati ernannte am Montag einen„NotstandsdIktator", der weitgehende Befugnisse zur Unterstützung der Opfer der UeberschwemmungSkatastrophe hat. Der Ohio erreichte am Nachmittag bei Cincinnati eine Höhe von fast 27 Metern oder acht Metern über dein Stand der Flut im gesaiuten UeberschtvcmmungSgebiet. Die Wohnhäuser sind teils zehn Meter überflutet. Das Hilfskomitee des Roten Kreuzes und zahlreiche andere Organisationen arbeiten mit aUer Kraft an der Zufuhr von Lebensmitteln und Arzneien in die Ueber- fchwemmungSgebiete. Cairo(Staat Illinois). Der Bürgermeister der Stadt Cairo erliess einen Aufruf an die Bevölkerung, in der er zur E v a k u i e r u n g aller Frauen und Kinder aufsorderte. Ingenieur Bugdick, der die Rettungsarbeiten kettet, berechnete, dab die Stadt Cairo am Montag gegen Abend(Dienstag eur. Z.) vollständig unter Wasser stehen iverde. Die einzige aus der Stadt führende Strasse, die am Vortag noch frei war, war bereits seit den Morgenstunden von Automobilen und anderen Fahrzeugen aller Art, die Frauen und Kinder nach der Stadt Saint Louis brachten, vollkommen blockiert. Die Zahl der Opfer steigt weiter. In den Obdachlosenlagern, die eilig errichtet wurden, treffen ständig, ganze Karawanen von durch das Hochwasser aus ihren Wohnungen vertriebenen Personen und Familien ein. Einer Freiwilligen- abtcilimg ist es gelungen, in einem Dorf unweit der Stadt Cincinnati aus dem zweiten Stockwerk des Schulgebäudes 400 Knaben zu retten, die sich dorthin vor dem steigenden Wasser zurückgezogen hatten, das bereits bis zum ersten Stock reichte. StHrme über dem Pontus Istanbul, lieber Anatolien und besonders an der Küste des Schivarzen Meeres wüten erneut heftige Schneestürme. Die Schiffahrt zwischen Istanbul und den Häfen des Meeres ist unterbrochen. Im Hafen von Istanbul liegen 15 ausländische Schiffe, die die Ausreise nach dem Schivarzen Meere nicht unternehmen können. Ein rumänischer Dampfer von 4000 Tonnen ist bei der Einfahrt in den Bosporus ausgelaufen. An der Bosporuseinsahrt stieben im Schneetreiben ein dänischer und ein griechischer Dampfer zu- Vom Rundfunk Emptehlentwarte* am den Programmen: Donnerstag Prag, Sender I: 10.08 Deutsche Presse. 10.18 Deutsche Sendung: Frauen-Lieder. 10.80 Schallplat- tey. 11.06 Salonorchesterkonzert. 17.48 Deutsche Sendung: Jugendstunde:„Tiere klagen an". 18.10 Oberlehrer Blau: Ter Lehrer aus dem Dorfe. 18.26 Landwirtschaft. 18.48 Deutsche Presse. 18.88 Aus dem deutschen Kulturleben. 19.26 GeigenfoloS. 20 00 Oper aus dem Studio: Boris Godunow.— Prag, Sender Ur 7.80 Populäres Konzert. 14.16 Deutsche Sendung: Die Weit des Kindes. 14.60 Deutsche Bresse. 18.00 Militärkonzert.— Brünn: 16.00 Rundfunkorchestcrkonzert. 17.40 Deutsche Sendung' Dr. Frey: lieber die englische Berfassung.— Prejj- iurg! 10.18 Rundfunkorchestcrkonzert. 19.26 Slowa. lisch« Tanzlieder.— Kascha«: 12.06 Opernfanta- iicn.—Mährisch.Ostrau: 18.10 Deutsche Sendung: Dr Lorenz: Neber Puschkin. 21.16 Rundfunkorche- sterkonzert. Epidemie, Hunger, Panik sammen und erlitten schwere Beschädigungen. Auch in der Bucht von Smyrna geriet im Schneesturm ein großer amerikanischer Frachtdampfer auf Grund und mub abgeschleppt werden. Tornado In Sydney London. An Sydney(Australien) wurden von einem Wirbelsturin,, dem ein verheerender Hagelschlag folgte, mehrere Häuser, Geschäfte und Fabriken zerstört. Auf einer Strecke von"fünf Kilometern wurden zahllose Bäume und Telegraphenstangen umgeriffen. Bier Personen wurden getötet und mehrere verletzt. Hundert Kühe, die sich in einer Hürde befanden, wurden durch berabfallende Hochspannungsdrähte auf der Stelle getötet. LouiSvllle. Etwa 1100 reguläre Truppen haben alle wichtigen Stellen der.Stadt belebt. Der Gouverneur des Staates Kentucky hat mit Rücksicht auf die gegenivärtigen Verhältnisse den Belagerungszustand verkündet, obwohl ihm nach der Verfassung nicht das Recht hiezu zusteht. Der letzte Trotzkistenprozeß Ort: Moskau. Zeit: etwa 193!). Alles andere wie sonst. Der Staatsanwalt: Angeklagter Josef Stalin I Sie sind überführt worden, einen Mordanschlag gegen den Vater der Völker, die Sonne des Sozialismus, den einzigen Nachfolger Lenins, Josef Stalin, vorbcrestet zu haben. Sind Sic geständig? Der Angeklagte: Ich gestehe, mir in mörderischer Absicht ein Schiffsgefchütz, 38 Zen- \ timeter Kaliber, au3 dem Arsenal von Kronstadt angccignet, es in meinem Schlafzimmer aus dem Nachtkästchcn ausgestellt und versucht zu haben, es gegen mich- abzufcuern, um mich— ich will sagen, um Josef Stalin, den Führer der Völker— zu töten. Staatsanwalt: Warum wollten Sic daS tun?."mc Der Angeklag t e: Ich war Mitglied des appendizitisch-paralytisch-konfusionären okto- genalen ekliptisch-peripetalen ZentrifugiumS.. Staatsanwalt: Lügen Sie nichtl CS handelte sich um ein zweifelsfrei astigmatisch, katarrhalisch-psychoanales Parabolisch erogenschizophrenes Zentripetal-Zcntrum I Der Angeklagte: Ich gestehe, daß cs sich also... Staats anwalt: Was waren die Ziele dieser Organisation? Der Angeklagte: Wir wollten die Sowjetunion, ein Sechstel der Erdoberfläche, völlig zerstückeln,-in die Luft sprengen, mit Benzin begiessen und anzünden, hierauf im Meere \ versenken und das so entstandene Loch den fascht- stischen Mächten abtreten, nachdem wir in ihm die Zarcnherrschaft wiederaufgerichtet hätten. S-taatsanwalt: Wer hat Sie an- gestistet? Der Angeklagte: Ich war im Jahre 1937 bei Trotzki in Mexiko; zur Reise benützte ich einen Fischerkahn, in dem ich von Herrn Göring über den Ozean gerudert wurde. Trotzki beauftragte mich, Stalin zu ermorden. Sedow schrieb mir, ich möchte das Schiffs- geschütz dazu benützen, und stellte mir einige Kardinale, sowie einen preussischen Generalfeld, marschall als Gehilfen zunr Verfügung. Staatsanwalt: Bereuen Sic? Der A n g e k l a g t e: Ich bin der elendeste Wurm, der jemals versucht hat, die Sonne zu fressen, ich bin ein Trotzkist, ein Ultratrotzkist, ein Biicharinist, ein Stalinist— Staatsanwalt: DaS geht zu weit! An die Wand mit dem Reptil! Im Hof dcS Gefängnisses vor dem ExckutionS. peleton. Offizier: Haben Sie einen letzten Wunsch? D e l i n q u e n t Stalin: Ich möchte einen Stalinisten sehen, der an meinem Ge- ständnis zweifelt. Offizier: Dieser Wunsch ist un- e r f ü l lb ar. Sie.haben es a l le geglaubt. Totschläger. Montag abends kam es In einen: Gasthaus in Muglinov bei Ostrau zu einem Streit zwischen dem 8Sjährigen Kohlenhändler Leon Ktijkovskh und dem Bergarbeiter Franz Napravil. Der Streit entstand wegen der Bezahlung des Mietgeldes für ein Lastautomobil. Kkij» kovskh stürzte sich mit einem Dolche auf Napravil, der aber auswich und, eine geringfügige Schnittwunde erlitt. Hierauf stürzte sich Kkiztovskh aus den 22jährigen Landwirt-Josef Du!«: der vorher mit Napravil- an einem Tisch gesessen war. Er brachte Dula einen Stich in die Brust bei, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Kkijlovslh wurde verhaftet. Die Leiche DulaS wurde in die Totenkammer gebracht, wo- sie obduziert werden wird. WaS mag Goebbels zusammenlügen... In eine Mädchenschule in Tetschen geht ein Mädchen, das mit seinen Eltern vor nicht langer Zeit aus Deutschland in- die Tschechoslowakische Republik übersiedelt ist. Vor einigen Tagen erhielt dieses elfjährige Kind von einer ihrer ehemaligen Schulfreundinnen in Deutschland einen Brief, In welchem das reichSdeütsche Mädel die Frage stellt ob das nach Tetschen übersiedelte Mädel in der Tschechoslowakischen Republik— deutsch sprechen dürfe. WaS mag da an den reichsdeutschenSchulen im Auftrage des sittlichen Krüppels Goebbels alle» an Lügen verzapft werden! 120.000 Grippefälle in Warschau. Die Grippe-Epidemie nimmt in Polen und insbesondere in Warschau gefährlichen Umfang an. Seit einigen Tagen werden in den Krankenkassen allem bis 10.000 ErkrankungSfälle an Grippe für den Tag gemeldet. Diese Statistik umfasst jedoch keineswegs die erkrankten Personen, die sich In häussicher Pflege befinden. Die Zahl der Grippekranken in Warschau wird mit annähernd 120.000 angegeben. Bisher mussten infolge der Massenerkrankungen auch unter der Schuljugend mehrere Gymnasien und Vollsschulcn gesperrt werden. Gegen 80 Prozent der Beamtenschaft öffentlicher Acmter und privater Betriebe sind an Grippe erkrankt und manche Aemter, darunter auch einige Postfilialen, mussten infolgedessen ge- ickloffen werden. Theaterbrand. In der Nacht zum Dienstag brach im Theater der Stadt Cremona ein Brand aus, der das Gebäude vollständig vernichtete. Nur die Umfassungsmauern des Hauses blieben stehen. Der Schaden wird auf etwa drei Millionen Lire geschäht. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht.ermittelt werden. ' Dänemark im Eiö. Südoststurm und Eis behindern von neuem den Schiffsverkehr im Norden.- In einer Reihe von Sunden und Fjorden staut sich das Packeis bis zu fünf Meter Höhe, so dass der Schiffsverkehr völlig lahmgeleqt ist. Die Anköln im Smaaland-Meer sind völlig vom Verkehr abgeschnitten. In besonders schwieriger Lage sind die Bewohner der kleinen Insel Roemoe, die seit dem 0. Jänner ohne jede Verbindung mit dem Festland'ist. Brav», Rigger! Bei einem Unglück, von dem In Miami ein AuwbuS durch den Sturz in einen tiefen Kanal betroffen wurde, wobei etwa. 20 -PersonenÜümS'LtkM-latnen, gelaiig» eS'einen: Reger,- ein Fenster-des tief unter- dem Wasser liegendcn Autobus einzuschlagen und zwölf Personen vor dem Ertrinkungstod- zu rette n. Durch Solidarität gerettet. Drei Bergarbeiter, die 40 Stunden lang in der. überschwemmten Grube in Wheal Reeth 800 Meter unter der Erde- eingeschloffen waren, wurden Montag abends geborgen. Die BergungSmannschaft hatte unausgesetzt bei der Schöpfstation gearbeitet, um das Niveau des Wassers zu senken, daS Samstag früh die Grube überslbwemmt hatte. Leichenfledderer verhaftet.- Der»Paris Solr" veröffentlicht eine Depesche aüS' Perpignan, der'zufolge französische Zollbeamte mit Rücksicht auf die nach der letzten Verordnung auS« geübte verschärfte Kontrolle an der französischspanischen Grenze in dem aus Barcelona eintref- senden Schnellzug einen Spanier verhaftet haben, der in zwei unauffälligen Paketen 160 grosse Goldmünzen im. Werte von 60.000 Peseten, ein Dutzend Taschenuhren mit Brillanteinsah. 20 Gold« und Platinringe, 72 goldene Halsbänder -und zwei Perlen, viele Broschen und. Halsbänder mit Edelsteinen,- grösstenteils Brillanten und 53 Tote bei einer Grubenkatastrophe Santiago de Chile. Durch Unvorsichtigkeit ereignete sich in der Kupfergrube „Chuyuicamata" der Annconda Copper-Gesellschaft am Montag morgens eine schwere Schwarzpulverexplosion, die 53 Todesopfer forderte. Verletzt wurden 68 Personen, i Smaragden, einige goldene Medaillons und viele GoldzähNe mit sich, führte. Die Polizei beschlagnahmte diese Wertgegenstände, welche aus über eine Million Francs geschätzt werden, und lies ferte den Spanier ins Gefängnis ein, der erklärt«, er fei beauftragt worden, diese- Wertgegenstände in Frankreich zu verkaufen.' Die französischen Behörden nehmen an, dass diese Schmucksachen aus Diebstählen an Leichen erschossener oder Hingerichteter Personen-stammen. Birmingham versorgt die Polizei. Birmingham spielt eine" besondere Rolle im internationalen Poll» zeiwesen. In der dortigen Polizeischule werden Polizisten aus vielen Ländern— von China bis Südamerika— ausgebildet. Die ansässige Industrie liefert seit langem Handschellen und Trillerpfeifen an die Polizeibehörden vieler Länder/ Die Mechanisierung der Polizei hat Birmingham in den letzten Jahren viele Aufträge gebracht: diesmal für Motorräder. Die holländisch-indische Polizei hat soeben 02 neu« Motorräder mit Beiwagen bestellt. Diese Behörde allein besitzt bereits, fast tausend solcher Räder aus Birmingham. Die Behörden in Südafrika, Neu« südwales, Hongkong, TaSmania, Kalkutta, Uganda und Cypern haben ebenfalls kürzlich Motorräder bestellt, während die Polizei in Madras und Damaskus motorlose Fahrräder in Auftrag gegeben hat. Wenn man im GeslngnIS Fett ansetzt. DaS StaatSgefängni» von Mitrowitza erfreut sich sonst einer erheblichen Stabilität. Aber 28 Leute einet Bande liessen nach ihrer Einlieferung zur Verbüssung ihrer langen Gefängnisstrafen keinen Augenblick ungenützt verstreichen, sie begannen sofort mit dem Graben einer Tunnels, dessen Eingang tagsüber sorgsam bedeckt wurde. Jetzt— nach einem Jahr— war man so weit: die Flucht sollte in Szene gesetzt werden! Als Erster wurde Iwan K r a l e e in den Tunnel hineingeschickt. Er war der„geistige Vater" der Ausbruchiplanes. Er hatte die GrabunzSarbeiten geleitet. Doch wie das U«»: glück es will, hatte er in den letzten Wochen plötzlich starke Neigung zur Fettsucht entwickelt. Er krocht in den Tunnel hinein, konnte aber an der, anderen Seite nicht heraus, weil er eben zu dick geworden war. Inzwischen aber waren die anderen 27 Mitglieder der Bande gleichfalls in den Tunnel hinein-, gekrochen, und hatten den rückwärtigen, Eingang zugeworfen. Es blieb alko nichts'anderer' übrig, als Iwan Kralee so kräftig an den Beinen zu ziehen, dass er laut um Hilfe schrie. Die Gefängniswärter eilten herbei und befreiten den dicken Flüchtling— und zogen nach ihm die 27 Gefährten' aus dem engen-Schacht.- Langsame Erwärmung. Au» Südwest-Europa Ist eine stärkere Erwärmung bi» zum oberen Rhein- Gebiet vorgedrungen, wo Dienstag nachmittags plus 8 Grad Celsius bis plus 10 Grad Celsius verzeichnet wurden.. In unseren Gegenden hält dec Frost dagegen'überall an und die meisten Stationen meldeten hier um 14 Uhrminus 0 Grad Celsius bis minus 8 Grad Celsius. Nur auf den Kämmen des Erzgebirge» und de» Böhmerwalde» macht sich bereit» eine stärkere Erwärmung geltend, der Panzer hatte am Nachmittag nurmehr minus 8 Grad Celsius. In der Nähe der Wärmegrenze fällt -in der Republik, noch vielerorts Schnee. W a h sch einliche» Wetter Mittwoch: Vorwiegend bi», wechselnd bewölkt, zeitweise- noch Schneefälle, weitere Froftmilderung. Wetter- a u i s i ch t e n für Don n e.r S tag:' Andauer der unbeständigen Witterung, Niederschläge meist in Schneeform. 8m SUdwestteil der Republik Temperaturen, nahe Null,-sonst Frost, Trofckl nadi seiner Ankunft In Mexiko Dor Mann des.Oktobers,.Schöpfer der, Roten Armee,.Kampfgefährte Lenin», der nach den Behauptungen der GPU Russland zertrümmern und saschiftischtmachentlviys...-. ßlr. 23 Mittwoch, 27. Sännet 1037 Getto 5 UolkswirtecHt Mil äo^latpoütiL hak unter Vorsitz seine« 2. Präsidenten Josef genüge nicht. Eapekam 2. d. M. seine Entscheidung über die| Am Sin staitgegeben und die angefochtenen behördlichen Entscheidungen al« ungesetzlich aufgehoben. Ab« gewiesen wurden die Beschwerden natürlich, soweit sie die Gesetzwidrigkeit der Verordnung 162/85 geltend machten. Am übrigen entschieden die im Einzelfall vorliegenden konkreten Umstände. Aufgehoben wurde insbesondere die Nichtgenehmigung der„R u p a"- F i l i a l e t n Aussi g, die sich zur Zeit des Inkrafttreten» der Verordnung bereits im Betrieb befunden hatte. Aus dem gleichen Grunde wurde anderseits auch die Beschwerde des Handelsgremium- gegen die Genehmigung der Kulik-Filiale abgewiesen. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Scharfe Konkurrenz Japans am indischen GlaSmarkte. Im Lause der letzten Jähre ist eS Japan gelungen, der Tschechoslowakei am indischen GlaSmarkte viel Terrain abzügewinnen und selbst die Führung zu übernehmen. Während die Tschechoslowakei 1080/81 noch für 8.6 Mill. Ru- pieS Glaswaren nach Indien importierte, senkte sich 1084/85 der Anteil auf 1.0 Mill.; Japan erzielte im gleichen Jahre bereits 6.4 Mill. Rupie. Als typisches Beispiel der scharfen japanischen Konkurrenz kann die Einfuhr von GlaSringen (Bangles) dienen. Die Tschechoslowakei lieferte 1980/81 sür 2.1 Mill., 1034/35 aber nur mehr für 1.2 Mill. Bangle». Japans Anteil ist demgegenüber nicht zuiückgegangen und blieb auf 1.8 Mill. Rupie. Beim Bangleexport spielt der billige japanische Preis insoferne eine große Rolle, als bei religiösen Festen gewöhnlich die GlaSringe den Göttern geopfert werden. In Holland starke« Interesse für die Prager Messe. Berichten der Messevertreter zufolge besteht kn Holland für die kommende Prager Frühjahrsmesse starkes Interesse. Auch daS tschechoslowakische Konsulat In Amsterdam hat dem Messeamte erhöhte Nachfragetätigkeit gemeldet. Da Holland mit zu den besten Käufern auf ieder Messe gehört, ist die zu erwartende Besucherzunahme aus Holland für den Geschäftsverlauf der kommenden Messe von größter Bedeutung. < Zunahme^an ne»e^ Krasssghrzeugen.,^ Im Jahre 1936 wurden bei kden^Mihenzhehördskr 11.126 neue Kraftwagen und 9202 neue Motorräder(mit und ohne Beiwagen) eingetragen. Von der angeführten Gesamtzahl an neuen Wagen waren 10.058 Personenwagen, 1004 Lastwagen und 64 Autobusse. Tschechoslowakischer Erzeugung waren 10.060(90.4 Prozent), ausländischer Erzeugung 1066(9.6 Prozent) Kraftwagen. Von den tschechoslowakischen Marken erreichten: 1. Skoda 3018, 2. Tatra 2975- 3. Praga 2017, 4. Aero 1088, 5. Zetka 554, 8. Jawa 249, 7. Walter 179, 8. Wikov 85,9. groß. Büssing 8. Bon der Gesamtzahl an neuen Motorrädern waren tschechoslowakischer Erzeugung 8794 (95.6 Prozent), ausländischer Erzeugung 408 (4.4 Prozent). Von den tschechoslowakischen Marken erreichten: Jawa 5549, Ceskä Zbrojovka Das Oberste Verwaltungsgerlchtjsesw müßten, die Gewervebehörden Im Ein. «I 6er• Frage 6er Filialen zelfall Ihre Abweisung durch A n f a h r u n g '■. konkreter Fakta belegen. All- — rb— DaS Oberste Verwaltungsgericht gemeine Konstatierung der ungünstige» Wirkung hak unter Vorsitz seine» 2. Präsidenten Josef genüge nicht. Capekam 2. d. M. seine Entscheidung über die Im Sinne de» Angeführten wurden die Be- Beschweode mehrerer Großfirmen gegen die, schwerden teils abgewiesen, teils wurde Ihnen N ich tg e n e hm ig u ng von Filia!»"" Niederlassungen(Verkaufsstellen) aus Grund der Regierungsverordnung 162/85 pu bliziert, nachdem am 5. und 8. Jänner die öffent liche Verhandlung der insgesamt sechs Verwal« tungsbeschwerden stattgefundenchatte. Beschwerde führer waren die Firmen Rehera, Rupa und M 4 i n l wegen Nichtzulassung von insgesamt fünf verschiedenen Zweigstellen durch die Gewerbe behörden, auf der anderen Seite das P rag er HandelSgemium, da» wieder gegen die erfolgte Genehmigung der Filiale der Großfirma Kulik in der Hybernergasse Beschwerde ein gelegt hatte. Bedeutungsvoll wird die Entschei dung des Obersten VevwaltungSgerichteS beson ders dadurch, daß in einzelnen Beschwerden die Reg.-Vdg.. 162/85 als verfassungs widrig bezeichnet worden war, da sie dem 8 108, 2. Absatz, der VersassüngSurkunde, wider spreche, die eine Beschränkung der Erwerbsfreiheit nur aus Grün den des öffentlichen Interesses zulasse, welche Voraussetzungen für die Ver ordnung 162/85 nicht gegeben sei. Diestn ersten Haupteinwand der Beschwer den erkannte daS Be r waltungS- gericht nicht an. Eine solche Beschränkung sei auf Grundlage eines Gesetzes möglich und die angefochtene Verordnung 162/85 stütze sich aus das Ermächtigungsgesetz, Zahl der Sammlung der Ges. u. Vdg. 109/84 und 131/85, durch welches die Regierung zur Regelung der Produktions und Preisverhältnisse sowie des Geldumlaufes für die Dauer der außerordentlichen Verhältnisse er mächtigt wurde. Die Gültigkeit eines Gesetzes zu prüfen, sei nicht Sache des Verwaltungs gerichtes, sondern obliege dem Verfassungsgericht. Ebenso habe sich dar Verwaltungsgericht nicht mit volkswirtschaftlichen Zweckmäßigkeitsfragen zu befassen, sondern lsdiglich mit der Prüfung der Rechtslage. . Ein weiterer wichtiger Punkt des ergan genen Erkenntnisses bezieht sich auf die Frage, Wirbel solchen Filialgründungen vorzugehen sei, die schon vorJnkrafttreten der Ver ordnung 162/35' angemeldet wurden, da ein« zelne.' GewecheßehL^Wl/ dftfiickwififtnde Msr- kintg dejt'ÄeÄxhnußg^'sn einigen, der, inFrägp, stehenden Fälle nach Ansicht der Beschwerdeführer unrichtig auSgelegt hätten. In dieser Frage ent schied das Gericht, daß die Vorschrift über die rückwirkende Geltung auf solche Fälle anzuwenden sei, in welchen die zuständigen Gewerbebehörden zum Zeitpunkt des Inkrafttretens noch keinerlei Kundgebung in der anhängigen Sache erlassen hätten. Auf bereits in Betrieb befindliche Filialen beziehe sich also die Verordnung nicht. .. Bon Bedeutung ist endlich die Feststellung des Verwaltungsgerichtes, daß die Verordnung 162/85 kein a l l g em eines Verbot der Filialgründung beinhalte, soiwern nur für solche Fälle, wo die Gründung der Filiale einen ürcheilvollen Einfluß auf^die örtlichen gewerb lichen Konkurrenzverhältnisse auSüben könnte. 2551, Ogar 619, Böhmerland, 45, Praga 20. — Im Jahre 1985 wurden 9278 Kraftwagen verkauft. Wie Hitler den Krieg finanzieren will AP. An versteckter Stille kann man in mancherlei Zeitschriften finden, wie sich daS Regime die Finanzierung des Krieges vorstellt, und daraus ermessen, welche Leiden dem deutschen Volke bevorstehen. Im„Deutschen Volkswirt" wird erklärt, da e« heute keine deutschen AuS- landSanlagen von 20 Milliarden mehr gebe und da die Rohstofflager Belgiens und Nordfrankreichs diesmal„nicht so bald" zur Verfügung stehen würden, müsse man 1. sämtliche Steuern Im Ernstfall erhöhen, 2, den K o n s u m kürzen, und zwar in der Weise, daß die nicht Im Kriegsdienst oder in der Kriegswirtschaft tätige Bevölkerung mit dem psychologisch eben noch auskömmlichen Minimum vorlieb nehmen müsse, 3. würden die Kriegsanleihen wieder in Erfcheiniing treten, und zwar diesmal in Form von g w'a n g S a n l e i h e n, 4. wurden Maßnahmen nicht zu umgehen fein,'die auf eine Inflation hinausliefen. Im Finanzarchiv wird angedeutet, daß die Preise heraufgesetzt, die Löh ne dagegen stabil gehalten werden müßten. Also Kürzung de» ReallohneSI Die Sparkassen sollen ein A u S» zahlungsverbot erhalten und in gleichbleibenden Monatsraten soll die Kriegssteuer unter entsprechender Kürzung der Guthaben erhoben werden. Also die kleinen Sparer sollen die Lasten tragen, dagegen„sollen alle jene Besitzer ungeschoren gelassen werden, deren BermögenSverluste sich mit der durchschnittlichen volkswirtschaftlichen Verlnstquote decken", und dazu werde„dieMehrheit der Unteine h m e r gehören". In der„Deutschen Wehr" fordert Steinberger, daß bei KriegSbeginn die „unbegrenzte Dienstleistungspflicht" angeordner werde. Lohnerhöhungen seien weg- z u st e u e r n. Die Bevölkerung habe unentgeltich kriegsdienstliche Sachwerte aus ihrem Pri- vatbesitz(Photoapparate, Eheringe usw.) abzuliefern. Ein Dc. Tafel fordert sogar, die Arbeiter sollten keinen Lohn bekommen, sondern vom Staat ernährt werden. Im„Deutschen Volks- wirt" hat darauf der Generalstabsoberst'ThomaL ,erwidert,. daß. Gedanken»an Verstaatlichung in Deutschland nicht am Platze seien. Im V. Heft des Instituts für Konjunkturforschung meldet sich eine andere braune Leuchte, namens Stübel, zum Wort und erklärt, entgegen bisherigen liberalisti- schen Auffassungen spiele in einem autoritären Regime Geld überhaupt keifte Rolle. Man kann daraus ermessen, was bie[ Machthaber Deutschlands mit dem unterdrückten und ausgeplünderten Volke vorhaben. Die Zwangsjacke wird noch enger werden, als sie es schon ist. Im übrigen beginnt die Mobilmachung bereits. Nach zuverlässigen Informationen haben jetzt auch zahlreiche Frauen Nachrichten erhalsen, wo sie sich am Tage deS Kriegsbeginnes zwecks Empfangnahme weiterer Weisungen und zwecks Arbeitszuteilung einzufinden haben, z. B. auf Postämtern eie. Ckis/fln4 Indische Wahlen.(AP.) In diesen Tagen haben die Wählen für die Indischen Provinzpar» lamenie ihren Anfang genommen. Ilm insgesamt 1845 Sitze bewerben sich.mehr als 5000 Kandidaten. Die Provinzialwahlen sollen absichtlich den BundeSratSwahlen vorangehen, um gelvifferma« ßen ein Stimmungsbarometer zu haben. Ein Vergleich mit den europäischen Parteien ist bet diesem Verfahren nicht mögljch. ES stehen einander Gruppen gegenüber, die sich in ihrer Einstellung zur britischen Verwaltung voneinander unterscheiden. Die größte Gruppe ist die indische Kongreßpartei, die in sich nicht einheitlich, sondern in viele Richtungen gespalten ist. Ihr Führer, Pandit N e h r u, hat die Losung der totalen Befreiung von England aufgestellt, aber er weiß, daß eine ultraradikale Einstellung nur die Ausschaltung seiner Gruppe au» dem politischen Leben bedeuten würde. Daher duldet er, daß Anhänger seiner Richtung Aemter annehmen und sich an der Verwaltung beteiligen, obwohl die» eigentlich dem Programm zuwiderläuft. Gandhis Einfluß ist sehr zurückgegagen. Man hält seinen Hinduismus für rückständig und wirft ihm vor) zu nachgiebig gegenüber der oberen Kaste gewesen zu sein. Neuerdings sucht er dadurch Terrain zu« rückzugetvinnen, daß er den nationalen Gedanken über den religiösen stellt, das Kastenwesen kritisiert und sich der. Parias aunimmt, die bisher ihren Schutz hauptsächlich. bei England suchten und sogar schon einmal an England mit ter Bitte herantraten, sie in Afrika anzusiedeln. Der Feldzug gegen die britische Industrie ist dadurch nicht mehr so populär als früher, als heute die japanische Industrie für Indien viel gefährlicher geworden ist und Indien bei einer Schwächung der englischen Position immer mehr zum Opfer des japanischen Dumpings wird. Man sieht, Indien befindet sich in einem Zustand allgemeiner Umwälzung. Die Probleme haben sich gewandelt. Dem Ergebnis der Wahlen sieht man daher mit großem Interesse entgegen. Die österreichische Arbeitslosigkeit beträgt nach amtlichen Angaben 228.000, tatsächlich aber ungefähr 320.000, also mehr als 5 Prozent der Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeit ist beträchtlich größer al» in der Tschechoslowakei. Die Sperrung der Sunda-Straßr. Im Zusammenhang mit den Maßnahmen zum Schutze von NIederländisch-Jndien wird die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java durch Minen und 15.5 Zentimeter-Küstenbatterien geschützt werden. Soerabäja auf Ost-Java entwickelt sich zu einem mächtigen Kriegshäfen. Aeberall herrscht eine fieberhafte Tätigkeit" Es werden. Ricsenbehglter für. Oel und Benzin gebaut, Schiffswerften und Dockerrichtet, Flugzeug- und Munition-fabriken geschaffen. Die junge philippinische Armee wird von einem amerikanischen Generalstäbler, Generalmajor Douglas Mae Arthur, organisiert. Ihre aktive Stärke soll 8000, die Reserve 40.000 Mann betragen, Die Küstenbefestigungen der Philippinen werden zurzeit modernisiert, die Luftwaffe ausgebaut. Der Widerstand auf den Philippinen gegen Japan ist am Wachsen. Es gibt sogar Kreise, die es gerne sehen würden, wenn die Philippinen ein englische» Dominion werden würden.„Alles, nur nicht Ja« p anl", daS ist neuerdings die Parole. Vier Tage Krieg... .. Vör einigen Monaten erfuhren wir,, wie der englische Romancier S. Fowler Right sich den Ausbruch de» nächsten Krieges vorstellt:»Der Untergang von Prag" erschien in vielen Sprachen und hatte jenen Sensationserfolg, der allen geschickt geschriebenen Äolportageromanen rechtens zukommt, Leider schnitt die Erzählung grad an jenem Punkt ab, wo die Probleme begannen; Prag war ein rauchender Trümmerhaufen und die britische Regierung stand vor der Alternative, entweder die nationalsozialistische Hunüeniqtanzüer« kennen iund sich als neutral, zu erklären oder die deutschen Flugzeuggeschwäder binnen wenigen Stunden über LondoN zu sehen, . S. Fowler Right hat Mitleid mit der Neugier seiner-Leser gehabt: in.«Vier Tage Krieg" („Four Days War", bei Robert Hale u. Co., London)/erzählt er.unS, wle'S weiterging. Selbstverständlich beschreibt er uns.nicht-«inen Krieg, der bloß vier Tage dauert— wo bliebe da dft künftige Beschäftigung, für sein, beträchtliches Fabuliertalent; sondern Fowler Rightggibt unS die Chronik der ersten vier Tage des Gemetzels, uns. wir dürfen wohl erwarten, daß,.ft nach der Dauer-, die derAujor, bem-neuem Krieg zubilligt, eine Eene von wer weiß wievielen Fortsetzungsromanen nachfolgen wird.-\•.•/:' Die britische Regierung weigert sich also, dem deutscheü Ultimatums stattzugeben..Man mobili- sierft vielMS inicht, man.telephoniert mit.Pari»." waS-l»st man,jun?, Losschlagen? Nein, liehet abwarten,., wie inan. eS stets-getan, und immer DüntonS..Worte auf,,den Lippen(als, er,'fühlte/ daß es aus wük mit ihm):«Sie werden'«» nicht Wagen I- Sie werden e» nicht wagen I"— bis er auf der Guillotine stand. Früher hatte er gerufen!«Kvhnheltl Kithnhettl Kühnheit!"— aber das war zu.feiner Glanzzeit und gehört nicht hierher; die Deutschen wagen es Mo doch: ein; fürchterliche Luftschlacht findet über London statt, halb London brennt, die Engländer schlagen sich glänzend, aber fast ihre ganze Luftflotte geht drauf und die Deutschen haben ungeahnte Reserven.....-.| Die in Paris bekommen dicke Köpfe: jetzt geht's gegen unSi Sollen wir nun doch eingreifend Ministerrat; wenn bloß die Russen etwas von sich hören lassen wollten! Wir fliegen von Westen her gegen Deutschland,'sobald sie.im Osteft attackieren; statt dessen schweigen sie sich aü». Da kommt- ein jünger- Angestellter einer Reisegesellschaft in den Ministerrat gestürzt, mit sensationeller Nachricht:. »Bor fast einer Stunde flog ein- russisches Geschwader westwärts über' die. bayerischen Bergei", »Sie sind sich dessen.sicher?" Monsieur Bonnier sprach ruhig, obwohl- seine Stimme zitterte. »Mein Herr,«S ist wirklich wahr. ES ist ja unser Geschäft, darin Bescheid zu wissen. Gin russisches Flugzeug kam am Glöckner nieder, nachdem eS in der Lust Feuer gefangen hatte." »ES fiel im Kampf gegen die deutsche Luftflotte?"'■ 1»Nein, Monsieur. ES war ein Unfall. Man sah. deutsche KriegSaeroplane, die ihn-n den Weg zeigten^" .,- Auf diese Weise erfährt der Ministerpräsident Frankreichs, daftdie-Russen ast der Seite der Hitlerflftger gen Alesteniziehn, wie r» ein lang existierender..Geheimvertrag, vorgesehen. hafte. - Bolschewismus- und'- Nationalsozialismus reichen sichdie'Bruderhandk So will e» die Phantasie de» Schriftsteller» Fowler RIM— oder doch feine Geschäftstüchtig- keift Dieser Autor, der bereits mit knapp zwei Dutzend Kriminal« und-Abenteuerschmökern am dem angelsächsischen Büchermarkt vertreten ist, verliert die Witterung sür den Publikumsgeschmack auch dann nicht, wenn er da» Tätigkeitsfeld seiner „Helden" au» den Kaschemmen in die Regierungspaläste Berlins verlegt; er weiß, daß dem braven britischen Bürger vor den Bolschewiken nicht weniger mies ist als vor den Nazis(ein Gemüts- und Geisteszustand, der ja ein Hauptgrund für die Unentschlossenheit der britischen Außenpolitik ist). So koppelt er einfach zusammen, und der brave britische Bürger atmet auf angesichts dieser literarischen Gestaltwerdung eines dunsten Wunschtraums: Hakenkreuz und Sowjetstern vertreten gemeinsam die Sache de» Bösen, drüben aber auf der anderen Seite steht die Front des Lichts, der Beharrung, der Solidität: ihr sollte man sich nicht anschliehen?—> DaS Buch dürfte in England ein Riesenerfolg werden. ' Nachdem der deutsche Luftchef von Teuffel sich durch die eigenhändige Ermordung des humanzögernden GeneralseldmarschallSan die Spitze der deutsch-russischen Luftstreitkräfte' gebracht hat, läßt er die Vatikanstadt samt dem Pontifex maxi» MUS in Atome zersprengen— symbolische Kriegserklärung an die christliche Religion. Italien schließt sich den Deutschen an, aber der Kronprinz flüchtet nach Ltbien und protestiert; die kleinen Staaten kuschen, was sollen sie andre- tun. . Die Kanadier schicken ihre Luftflotte dem Mutterland zur Hilfe, neuer heroischer Luftkampf, die beiden Flotten reiben sich fast auf, aber Deutschland verfügt über Immer neue Maschinen. Kanada ruft die übriggebliebenen Aeroplane zurück. Amerika, obwohl es sich zunächst für England ausgesprochen-Hütte, weicht der'Entscheidung au-, Britannien liegt wehrlos und verlassen da, preisgegeben dem Gefrierga» der Deutschen, durch dessen fürchterliche Wirkung sie. die Moral der englischen Zivilbevölkerung zerstören und den Frieden erzwingen-wollen. Einzelne Flugzeuge, mit dem Union Jack auf den Tragflächen geistern durch, die Lüfte undsuchenden Tod im. sinnlos gewor< denen Kampf, und England» einzige Waffe bleibt dke Geeflötte, die bi» jetzt noch nicht in'Aktion treten konnte. Weltuntergangsstimmung.... das Bild wird langsam abgeblendet.(Fortsetzung folgt.) Man ersieht aus dieser Mär, daß Fowler Right in seinem ersten Band sehr mißverstanden worden ist. Man erblickte in ihm den englischen. Propagandisten einer weltweiten Volksfront gegen die Nazis(und ein kommunistischer Versag ließ es sich nicht nehmen, das Buch deutsch herauszubringen). Aber Fowler vertritt weit eher die Konzeption des KriegSministers Duff Cooper: er propagiert die anglo-fränzösische Allianz. Dabei findet er ausgezeichnete Worte der Verdammung gegen die pazifistisch verbrämte Gleichgültigkeit, die England, bis vor kurzem ungerüstet und untätig verharren ließ und die eS beinahe an den' Rand deS Abgrunds getrieben hätte. In dieser beißenden Kritik liegt der Nutzen auch.des neuen Buche». Man könnte an ihm vorübergehen, wenn man den„Untergang von Prag" nicht zu einem Politikum gestempelt haben würde. Jetzt kann man über die Fortsetzung nicht Hinweggleiten, weil e» sich«nur" um einen Kolportageroman handle. Beide haben- ihre Wirkung.... Fowler Right hat der Sache, der er helfen will, einen schlechten Dienst erwiesen. Er übersieht, daß man— will man gegen die deutsche Gefahr wirklich wirkungsvoll aufrufen— jene Front des Friedens propagieren mich, die ganz- Europa umfaßt und deren erster Schützengraben- von Paris bis Moskau reicht. Während die Er-' kenntni» bei allen AnttnaziS des Kontinents längst. Gemeingut geworden ist/ daß die Sowjetunion einen der mächtigsten. Friedensgaranten darstellt,, und daß— ungeachtet der Systemverschiedenhes« ten— die Defensivbündnisse mit Moskau auSge< baut werden. lyüssen, macht der Engländer Fowler. Right opportunistischeZugeständnisse an jene Polt« liker-seines Lände», die durch ihre Haltung schließ« llch die Schuld daran tragen, daß Hitler zu der, Gefahr werden konnte, die er noch immer dar« stellft Max Herb. Mittwoch, 27. Mitntr 1037. Traqer Leitung unsere I Premierenkino lief. VereÜLSnaetlekKkst 8^rL-8pkt-Xör^erp^Lge 6 Rittdec E fawide Hortense fflalt) In„Burgtheater >l eoAla(hcmofrat< Da er heute unter den Schauspielern, die dem deutschen Film verblieben sind, zu den Besten gebürt, ist er berllbmt geworden, besonders in Prag, wo er friiber tätig war. Es gab also ein volles Saus und beim ersten Erscheinen der Gastes lauten Vorschuß- Applaus, dem auch nachber noch manche BcifallSsalve zu einer Zeit folgte, als Hörbiger selbst schon das Interesse an der Sache verloren batte und sich auf der Bühne privatim vergnügte. Unter den Mitwirkenden, die eS zum Teil genau so machten, ragte Gerda Meller in der weiblichen Hauptrolle hervor in der ste mit viel Kunst den Besuch machte, einer unmöglichen Figur Lebenswärme zu geben. —eiS— Verner verteidigte sich der Angeklagte damit, er sei nicht über den juristischen Unterschied zwischen bloßer Jnnechaiung und tatsächlichem Eigentum belehrt worden und habe deSbalb zuerst irrtümlich den geliehenen Wagen als sein Eigenttlin be-e'chnet. Das Gericht erkannte bie'e durchaus plausible Berteidiaung auch an und sprach den Anoeklaatcn in diesem Punkte frei. Außerdem war aber der Tischler ncch der versuchten E:ekutionSvereIt-lung angeklagt worden und der Uebertretung der A m t S- ebrenbeleidiguna. Wegen einer anderen Schuld wurde er einige Feit lväter von einem Ge- richtderekutor heimgesucht, der bet ihm«In Motorrad pfändete. Und wieder waren, als das plkandobfekt w-gac-chafft werden sollte, wichttge Bestandteile verschwunden. nämlich Schaltkasten und Magnet. Als Ibn der Exekutor mit strenge- AmtSm'-n« nach dem Magnet kraate. antwortete Sedina:„WaS kür ein Magnat? Mir scheint. Sie haben er notwendig, daß man Sie beim Sintern Nackt und binaurwirsi." "g-aen dieser beiden Punkte der AnAaae wurde Stdina schuldig erkannt,,nd zu vierzehn Tagen st rengen Arrestes unbedingt verurteilt. ohne 7ar- Bild bald' der ondt. stegreich. Nicht ganz geglückt ist der Stafcttenlauf, welcher von sechs Mannschaften bestritten wurde. An bescheidener Schneehvgel, mit großer Mühe vom Atur Unterreichenau errichtet, war der Schauplatz de» ersten Skispringens des Bezirkes. Schwerer Schneesturm machte fast alle» zunichte. Wenn doch 18 Springer über die Schanze gingen, will da» etwas heißen. Die Sieger stellie selbstverständlich der 8. Bezirk, und zwar bei den Sportlern: Gör« risch(Pcchbach) mit Note 80,18 und 19 Met»; bei den Augendsportlern: Denk(Eibenberg) Nöte 49,14 und 16 Meter, und bei den Schülern: W e sp lGraSlltz) Note 47.8, 11 und 14 Meter. Der weiteste Sprung de» Genoffen Görrisch führi« weit über die Schanze, welche nur auf 14 Dieter gebaut war. Es haben sich aber auch die neun- Springer' de» 8. Bezirke» wacker oehalten, so brachte er u- a. Schimmer(Unterreichenau) auf die Haltungsnote 46.8, 18 und 14 Meter. Die Rodelwett« kämpfe waren eine Angelegenheit der Unterreichenau er: die beste Feit fuhr der Dreisitzer Hc.fen« rich ter mit 8:14 Min, auch dir Fweisttzer Heid» ler erreicht« die schöne Feit von 8:18 Min. Da» Bezirkrtrcffen hat bewiesen, daß auch im 8- Bezirk der WIniersport eine gute Entwicklung nimmt. Am 8V. und 81. Jänner werden in Aber« tham die Ausscheidungswettkämpfe d«S 6. Kreise» für die Wintersport-Olympiade in Johannisbad durchgeführt, welche ein« sehr starke Beteiligung aufweisen werden. ' Westböhmisches Bezlrks- wintersporttreffen Im Schneesturm 100 Wettkämpfer aus 12 Vereinen am Start Der 6. AtuS-Bezirk im 6. Kreise veranstaltete am Sonntag, den 24. Jänner, imGrÜn-Lobser Gelände sein vierte» BezirkS-WIntersporttreffen, bei welchem bereit» eine erfreuliche Vorwärtsentwicklung gegenüber den früheren Jahren zu verzeichnen war. Obzwar nicht alle wintersporttreibenden Verein« de» Bezirk«» erschienen waren, war die Teilnahme, doch sehr befriedigend; außerdem hatten sich Läufer und besonder» Springer au» dem 8.. Bezirk eingefunden. Me FugangSwege nach Grün standen unter «inem.schweren Sturm, dennoch waren alle pünktlich.zur Stelle und di« 8-Kilometer-Läufer, tonnten laut Programm auf die Strecke gehen; hiebei zeigten sich unsere Genoffen al» prächtige Läufer.. Der Sieger, Genoffe Äörl(Unterreichenau), benötigte 48:29 Min. vor Moder(Altsattl), welcher 49:26 Min. lief. Bon über. 26, Augendläufern. Im-'-Kilometer-Lauf kam Denk(Elbenberg) In 21:41 Min.. al» Erster vor P e ch e r(Rothau) an. Al» Bierter vertrat Kugler sSchlaagenwald) die nun folgende Schär der 8. Bezirkes als Bester. Äon den Sportlerinnen wagte sich Genossin Bodermaper auf diese nicht leichte Strecke. Im Abfahrtslauf ter Kinder über 2.Kilometer erreichte Mora wetz (Altsattl) mit'7:68 Mm. die beste Fest. Bei den ^Kleinen" bliest Helmut Mykura in 9:28 Min. NA. Donnerstag abends Im Parteihelm Vorführung de» Neichsjugendtagfilms und de» Hirschberger RW-Film». Allgemeiner Angestelltcn-Verhand, Prag' II. Amtsstunden: Mittwoch von 6 bi» W Uhr.-xUnser Ange ft eilten B a l-l iln» det SamStag, den 27. Feber, im Heinesaal statt, Reklamationen bei;. der Ortsgruppenleitung.-— Unsere Mitglieder sind zum B uchdrucker- B all SamStag, den. 6. Feber, im.Handwerlerheim eingeladen.:. i'K'. FaschingSball des Klubs deutscher Buchdrucker In Prag am SamStag, den ö.Feber, abends 8 Uhr, im großen und kleinen Saale de» Deutschen,HÜstd!> werterbereine» in Prag II., Ve Smekkäch 22. Masken und Trachten.erwünscht: Ballmusik der Kapelle Papert. Eintritt: im Vorverkauf ttä 10,'—; att d«: Kasse tte lB.-y. Bezirksorganisation Prag ter Deutschen sozialdemokratischen Arbeit-rpart-l Freitag, den 29. Jänner'm Großen Saal des HandwerkervereincS, Prag I!., Smeiky, spricht um 8 Uhr Genoffe W. Jaksch über das Thema Me'tschechoslowakisch, Staatöidee und sozialistisch« Aufgabe A*fr'nn vor verdächtigen „Miiltärkameraden“! Prag.—rb— Auf ein einträgliche» Betrug»- oeschäft batte sich der 28iäbriae, oftmals vorbestrafte Benifsbetrüqcr AntonSkach spe-ialisiert. Er trieb sich in den Ortschaften der Praaer Itmgebung umher und besuchte Familien, d-ren Söhn- derzeit im Militärdienst standen. Er muß über aute Informatoren verfügt haben, denn er aing durchaus planmäßig vor. Den Eltern stellte er sich al» Kameraden ihre» Sohnes vor, wußte allerlei Einzelheiten zu er-äßlen und schloß damit, daß der Sohn demnächst vom Militär entlasten werde und ibn. als leinen besten Kameraden geschickt habe, damit er ibm von den Eltern Zivilfteider. Geld. Wäsche und Nahrungsmittel kür die Heimreise mitbrinae. Er hatte üb-rall E-iolg und ergaunerte auf diele Art in wenigen Taaen Mar» aeld und Sachen im Werte von über 8666 ttä. Großenteils handelt es sich um ganz arm- Leute, di« dem Bctri'iaer mif den Leim ginnen. Der.Strafsenat T r o st verurteilte den Angeklagten zu einem AahrkchwerenKerkerS und mit Rück- sicht auf leine zahlreichen Vorstrafen, zur Anhaltung in der FwanaSarbeitSanstalt nach verbüßter Strafe Vor verdächtigen„Militärkamera- den" solcher Art. die in letzter Feit mich verschied-ne Menenden de» deutschen Grenzgebiete» unsicher machen, sei nachdrücklich gewarnt I Eine NachlassauSstellung für Stanislav Lolek. veranstaltet die I e d n o t a umileu vüt- v a r n p ch. ES sind Bilder aus den verschiedenen: Schaffensperioden des Im vorigen Jahre verstorbenen Malers ausgestellt. Lolek hat als Impressionist begonnen, und in dieser Feit liebt er besonder» den Reiz lichtdurchfluteten Laube» vor sommerlichen Schattengründen. Sein„Wirtshausgarten" ist eine» seiner besten Bilder nicht nur au» dieser Feit, sondern überhaupt. Dann löst er seine Malwcise. auf zu einem Geflimmer nebeneinander und ineinander! gesetzter Farbtupfen, die für da» Auge zu flirrender Farbigkeit verschmelzen, ES entstehen Bilder, die an die Pointcllisten, an Segantini erinnern, freilich die Vorbilder zu erreichen. Aber die tosfelernte" ist ein durchaus bemerkenswerte» au» dieser Periode..' Lolek hat diese Techn'' wieder aufaegäben und sich Immer auSschließlick naturalistisch darstellenden Tiermalerei zua."' Seine vielen Tierbilder sind eigentlich mehr Jagdbilder, denn es ist fast ausschließlich jagdbare» Wild, da» er gemalt hat, Vielleicht hat ihn feine.anfängliche Laufbahn al» Forstadiunkt dafür empfänglich Betrunkener Chauffeur überfährt ein Fuhrwerk. Gestern stieß der 89jährige Chausfeur Josef Babla au» Prag II., der sichtlich betrunken ivar und durch sein Zickzackfahren schon vorher die Aufmerlsamkeir der Vorübergehenden erregt hatte, in der Ptcmysl- straße in Podol gegen dar Gemüsefuhrwerk de» 68jährigen Anton Brant) aus Branik. Die Deichsel des Gefährtes bohrte sich hiebei durch die Schutzscheibe quer durch das Auto, so daß der Wagentenker nur durch«inen Zufall einer schweren Verletzung entging. Dagegen wurde Brant) zu Bod:n geschleudert und erlitt mehrere— allerdings leichte— Rißwunden. Das Pferd vor dem Fuhrwerk wurde ebenfalls zu Boden geworfen und brach ein Bein: ein Teil de» Gemüses wurde auf der Straße verstreut und unbrauchbar gemacht. Sonst wurde da» Fuhrwerk leicht, das Auto schwer beschädigt. Babka wurde verhaftet und sein Führerschein beschlagnahmt. Wieder zwei Auto-Opfer. Vorgestern abend» nach 6 Uhr überfuhr der 28jährige Chauffeur Wenzel Rumler aus Prag I V. in der Karmelitergaffe den 68jährigen Zuckcrbäckercibesitzer Wenzel Jelinek au» Tchbor und verletzte ihn schwer. Die RettungSgesell- schaft brachte ihn in bewußtlosem Zustand und stark blutend aus die Klinik Jirüsek, wo er kurz nach seiner Einlieferung starb. Der Ehauffeur wurde verhaftet, sein Führerschein beschlagnahmt und dar Strafverfahren eingcleiiet.— Die 88jährige Marie Bäcker, Frau eines Handwerkers aus Prag XII., wurde gestern nachmittags in der Nähe de» WilsonbahnhofcS vom Auto des Ingenieurs Miroslav Grziniiä au» Zijjkov zu Boden geworfen. Das gleiche Auto brachte sie auf die Klinik Jirüsek, wo sie mit einem Bruch beider Beine in Pflege blieb. Dem Wagenlenker wurde der Führerschein entzogen. Entgleisung in Bubna. Ain 28. Jänner nach' S Uhr entMste beim.Perschi-ben auf,dem Bghnhgf in Bubna beim uilgeschutzten Bahnübergang de» Echleppgeleiser ein Waggon und fuhr auf dar Aus« stellungSgelände. Zwei Passanten, welche bei den Schranken der Hauptstrecke, die parallel mit dem Schleppgeleise verläuft, warteten, wurden verletzt. Die Ursache wird untersucht.(Von der Staatsbahndirektion in Prag.) Aktuelle Probleme der Sozialversicherung. Im Rahmen dieser Vortragsreihe de» Sozialen Jnsti- tiit» sprechen Donnerstag, den 28. d. M. um halb 26 Uhr abends im Winter-Saal de» Fllrforgeministe- riums(Prag II.. Palacktho näm. 4) Dr. E. Stern. Direktor der FentralsozialversicherungSanstalt, und Prof. V. Lenz, Bizedircktor dieser Anstalt, über „Akttielle Fragen der Arbeiter-, Alters- und Invalidenversicherung". Filmbilanz 1936 Im vergangenen Jahre wurden in den 19 Prager Premierenkinos im ganzen 261 Premierensilme vorgeführt, die zusammen 668 Wochen liefen. Davon waren 28 tschechoflowalische Filme(9.8 v. H.), 117 amerikanische(48 v. H.), 66 deutsche(28.8 v. H.), 26 österreichische(7.8 v. H.) und von den übrigen waren 18 französischer, 9 russischer, 7 englischer und 2 ungarischer Herkunft. Gegenüber dem Jahre 1988 Ist die Gesamtzahl der Filmpremieren um 21 zurückgegangen. also um 9 v. H. Nach Premierenwochen gerechnet, erzielten die englisch gesprochenen Filme In Prag im Jahre 1986 486 Wochen, die deutsch gesprochenen 286. die tschechostowalischen 126' und Sehaltsadkommen In der Länderbank Nach der Unionbank und der Bebca wurde auch in der Länderbank eine Vereinbarung über die GehaltSregulicrung für das heurige Lahr abgeschlossen. Danach wird das Avancement betragen bei Bcamten1020 bis 1206 ttc(86 Prozent avancieren um 1266 ttä), bei Beamtinnen 846 bis 1626 ttä(18 Prozent avancieren um 1626 ttä). bei.Elontisten 886 bis 666 ttc. bei bisher nicht schematisierten Beamten 1266(bei Eintritt vor dem 86. Juni 1988), bzw. 1626 ttä, bei den nicht schcinatisiertc» Beamtinnen 1626, bzw. 846 ttä(nach demselben Grundsatz), bei bisher nicht eingereihten Skontistcn 686 ttä, wobei in einzelnen Fällen in der letztgenannten Kategorie eine günstigere Regelung dürchgeführt werden wird. Aus Anlaß des Vertragsabschlusses wird der Betriebsausschuß einen Vorbehalt machen, der seine grundsätzliche Stellung zur Gleichstellung der Beamtinnen betrifft. i'B e z» g S b e d' n g u n g>. n: fflei Zustellung in»HauS«oder bei Bezugidurch die Post monatlich ttä 16.—, vierteljährlich ttä 48.—, halbjährig Ki 96.. ganzjährig ttt'192—.— Jnieraie werden lguz' 7 Tarif billigst berechnet. Bei öfteren' Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt,jnur bei Einsendung der Retourmnrken.— Die ZelttingSfrankasur wurde von der Boftt'und)T«I«-i» ,■ graphcndirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1080 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags, und ZeitungS-A.-G. Prag. Zwei Offenbarungselde um einen Leichenwagen . Eigentum und Innehabung Prag.—rb— Der TischlerUlrichS edina cm» einem Dorf bei Schwarzkosteletz hatte Steuerrückstände im Betrage von 2600 ttä. Da er nicht bezahlen konnte, wurde er auf Antrag der Finanzprokuratur zur Ablegung deSOffenbarungS- e i d e S genötigt, dessen er sich auch tatsächlich 1986 vor dem Schwarzkosteleher Bezirksgericht unterzog. In der VcrmögenSaufstellung, die in solchen Fällen auSzusüllen ist, hatte er als einziges Eigenttim einen Leichenwagen Im Wert« von etwa 1000 ttä angeführt, worauf sich alsbald der Steuerexekutor einsand, um den Leichenwagen zu pfänden. Als man ihn aber forischaffen wollte, fehlte da» eine Hinterrad und die Deichsel. Der Gepfändete behauptete zwar, nicht zu wissen, wo diese Bestandteile hingekommen seien, doch wurden sie bei der folgenden Haussuchung auf dem Boden versteckt ausgefunden. Als, der Erckntor mit der Gendarmerieassistenz Rad und Deichsel triumphierend herbeigeschleppt brachten, zeigte sich, daß inzwischen ein Vorderrad und die La- , terncn verschwunden waren. Schließlich wurde der Wagen, wenn auch in unvollständigem Zustand, ab- gzfchleppt.. Der Tischler brachte nun eine Eingabe ein, in der er erklärte, der Leichenwagen sei E i g e n t u m seine» in Prag lebenden Bruder s und ihm bloß..zu persönlichem Bedarf" geliehen worden. Diese Angabe beschwor er auch be- einem z w e i te n O f f e n b a r u n g S e i d. Aus dem' Widerspruch zwilchen den beiden Offen- barnngSeiden hinsichtlich de» Eigentum», an dem Tel" chcnwaa«» schloß.die Staatsanwaltschaft auf bewußten Meineid, und erhöh deshalb gegen.den Tischler Sedjna die Anklage. Por dem Straf.se n a ts Alle' Faltest, welch« zu den. Semesterferien ilnst Winterlager fahren, kommen Donnerstag ünr ty llhr, ins Heim. Für gleichen Feit Äastelstustde.— Aüf«v»-- tlgyng.von Kakperlpuppen./,'' ,: Ä i e Zarenstr ä u t. B 2.— Donnerstag 7si>: E i n Maskenball, E 1. — Freitag 7lb: Auf der grünen Wiese, D.— Samstag 7%: Fräulein Else, Erstaufführung, A 2. Wochenspiclplan der Kleinen Bühn«. Mittwoch 8: Gefängnis ohne Gitter, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.—Donnerstag 7tt>: Matura.— Freitag 8: Matura.— Samstag 8: Axel an der Himmelrtür. L.:' Da« erste NSHeckeqspiel Im At»» in—GraSlitz. Die AtuS-Turner und die'ÄtuS-Fußballe^von Gra»- lib Wen je eiste Eirhockctjmännfchaf! In'»' Leben gerufen, di sich am vergangenen Sonntag erstmal» gegenüberstanden. DI« Turner konnten dar Spiel mit 8:2(1:1. 2:0, 0:1) gewinnen. Da» ungemein flotte und abwechslungsreiche Spiel fand bei dein trotz ungünstiger Witterung zahlreich erschienenen Publikum großen Widerhall und brachte der Arbeitersportbewegung neue Freunde. Ein neuer Sportzweig ist Im Atu» erstanden, nur wär«-u wünschen, wenn er auch größere Verbreitung fände,und sich dadurch mehr Spielmöglichkeiten ergeben. Der Gau Pilsen de» tschechischen Arbeitettouristen- Berbande» trug am Sonntag, den 24. d., bei günstigen Schneeverhältnissen auf dem Berg«' Ehlum seine ersten Skiwettkämpfe au», an welchem sich im ganzen 87 Wettkämpfer beteiligten, Bei den Männern stegt« über 8 Kilometer R. Kule in 80:22 Min. Ueber 4 Kilometer gewannen bei den Alten Herren Salzman in 17:12, bei den Zöglingen Fr. Kantner in 16:88 und bei den Frauen Sperlovä in 18:49 Min.(Bestzeit über diese Sttecke). Dar Springen,.welche» am Rachmititag stattfinden sollt«, fiel aus technischen Gründen au». Paul HOrblger gastierte gestern im Neuen Deutschen Theater männliche Hauptfigur einer französischen.Kowödie »Madame hat AuSgang", hie in der Bearbeitung Hörbigers gespielt wurde, aber den Eindruck erweckte, daß sie auch vor dieser Bearbeitung schon dumm ge nug war. Daß sich eine reiche Dame, als Zimmermädchen verkleidet, in einen braven Mann au» dem Volke verliebt, und daß dieser brave Mann genug von ihr hat. als er erfährt, wer sie ist— diese ebenso wahrscheinliche wie bedeutete Angelegenheit ließe sich in einem einaktigen Sketch erschöpfend be handeln. aber die von Hörbiger bearbeiteten Auto ren Armont und Gerbidon haben sie über-ech» Bil der ausgedehnt, in denen es der Reihe nach anzüg liche, neckische und sentimentale Auftritte gibt, die nicht immer zueinander zu gehören scheinen. Herr Hörbiger müßte ein sehr großer Schauspieler sein um dl« Längen, Plumpheiten und Unmöglichkeiten dieser Stücke» rechtfertigen zu können. Er ist aber nur-In gut durchschnittlicher im ganzen stzmpatR--°«. o,°-«.» Met Darsteller komischer oder unglücklicher Lieb- di-fcmMisch-n 60. Den größten Erfolg erzielte der Ä 156