Einzelpreis 70 leinschlleßl.8 Heller Port») Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowaklschen Republil Erscheint mit Ausnahme dea Montag tSgiich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XL, Fochooa 62- Telephon S8077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang' Donnerstag, 28. Jänner 1S37 Aus dem Inhalt: Zuckenerbilligung auch vom Ausschussplenum einstimmig befürwortet 3500 Blsenbahnimtälle aut lrotskls Konto Kabinettskrise In Belgien Nr. 24 Ein historischer Tag Feierliche Uebergabe des deutschen Memorandums Dr. Hodiai««Der Erfolg der Aktion gesichert** Prag. Mittwoch, 27. ZSnner d. 3,. erfolgte im MinisterratSprLsidium die feierliche Leberreichung der Denkschrift, die die nationalpolitischen An- trikge der deutschen Noalitionspartelen enthält. An der Verspräche beim Ministerpräsidenten nahmen die Minister Dr. C z e ch, Dr. Spina«nd 3 a i i L e b und fllr die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei die Abgeordneten de Witte, Iaksch und Land, für die Deutsche chrlstlichsoziale Volkspartei der Vorsitzende Stolberg '«nd die Abg. Dr. LnschKa«nd Schütz, fllr den Bund der Landwirte de« Vorsitzende Hacker«nd Abg. Zierhut teil. Punkt 1 Ahr mittags sprach die Delegatton beim Ministerpräsidenten vor. Die Dorsprache nahm folgende« Verlauft Abermals erfolglose Angriffe Francos Ma d r i d. Dor Ausschuß für die Bertel- digung Madrids veröffentlichte Mittwoch nachmittags folgenden Bericht über die vor vier Tagen begonnenen Kümpfe um Araniuez. Die RegierungSabtellungen haben dem Angriff der Aufständischen viele Stunden standgehalten, worauf sie selbst am linken Flügel deS FeindeS zum Gegenangriff übergingen. Sie zwangen den Feind, um einige Kilometer zurückzuweichen. An den übrigen Fronte» herrschte Ruhe. Meldungen auS Gijon zufolge entfalten die bei Oviedo operierenden RegierungSabtei- lungen einen erhöhten Druck. Ihre Artillerie, di« in Stellungen placiert ist, von denen ans sie die Gegend beherrscht, beschießt die Gebäude, in welchen di« Aufständischen konzentriert sind. Die Aufständischen verlagern nunmehr die Front von Madrid in der Richtung zum Mittelmeer«nd üben hauptsächlich zwischen Jak»»nd Malaga einen Druck aus. Es ist zweifellos die Absicht General FrancoS, Jatn vom Süden und Malaga vom Norden her zu umzingeln und so chen Fall dieser beiden bedcutsansen Städte her» beizuführen. Die RegierungSabtellungen setzen sich hartnäckig zur Mehr und unternehmen an einige« Frontabschnitten auch Gegenangriffe, so insbesondere bei Poreuna im Westteile der Provinz Iain. Bei den letzten Hausdurchsuchungen in der Wohnung des Antonio Primo de River», des Führers der ehemaligen spanischen PhalangS, wurde hinter einem großen Velasquezbiid ein Raum voll von Waffen und Dokumenten-aufgedeckt, die die Teilnahme Antonio Primo de Riveras an dem spanischen Aufstand beweisen. Wer hat Näwaschln ermordet? PariS.(Tsch. P. B.) Die Untersuchung des PtordeS an Dimitrij. Rawaschin hat leine Fortschritte gemacht. Die Polizei verhört verschiedene Personen/ hauptsächlich auS den Reihen der ruffischen Emigration aller Abstufungen bis zu den Trotzkisten. Die Mehrheit der Mitglieder der ruffischen Kolonie und' der Emigrantenpreffe in Paris neigt der Ansicht" zu, daß Rawaschin von sowjetischen Polizeiagenten beseitigt worden ist. Demgegenüber behaupten die Organe der Linken, daß Rawaschin niemals seine Beziehungen mit den Sowjets abgebrochen habe. Der Sohn Trotzkis, der in Paris unter dem Namen Sedlow als Student lebt, erklärte beim Polizeiverhör, daß er Rawaschin. nicht- gekannt habe,«nd daß auch fein Bater mit ihm keine Beziehungen unterhielt. Der sozialistische„Populaire" betont neuer-- lich die'systematische Agitation Rawaschin- gegen den HitlexismuS. Das Blatt«rklärtstdast!la» waschin an der Spitze des AuSschüffeS zur Verteidigung der Rechte der Israeliten in Mittel» und Osteüpropa gestanden habe und daß dieser Ausschuß, hauptsächlich der systematischen Hitlerpropa» ganda in den Staaten Mittel»«nd Osteuropas entgegengetreten-sei. Rach den Aussagen einiger Zeugen waren in der'Wen Woche»n Rawaschin Zeichen. bedeutender- Besorgnis. zu erkennen. Deshalb forscht die'Polizei unter den Personen»"mit denen der Ermordete in seinen letzten Tagen verkehrte oder korrespondierte. . An" politischen Stellen hegt man bereit- Zweifel, ob der Mörder ivird ergriffen werden können» eS wäre denn, daß irgendeine unvor- hergesehen« Wendung eintritt. Diese Stellen sind brr Meinung» daß eS sich«m«ine» wohlvorberei» teten Mord handelt, wobei alle Maßnahmen getroffen tvnrdey»»m eine Ergreifung deS Täters zu verhindrm. Oesterrelchlsch-deutscher Handelsvertrag '. i Wien. Der neue österreichisch-deutsche Handelsvertrag"wurde Mittwoch"- nachmittags-im Bundeskanzleramte ünterzeichnet. Für Oesterreich unterzeichnete.- ihn der--StagtSsekc«tär Dr. Sch-mi dt,'.für Deutschland Botschafter von Pape<.~ Als erster ergriff Minister vr. Czech zu folgenden Ausführungen daS Wort: „NamenS der drei Minister und im Einver- nehme» mit dr» drei deutschen Koalitionspar». teien übereiche ich die von ihnen gemeinsam er» arbeiteten nationalpolitischen Anträge. Wir wollen sie mit einigen knappt» Sätze» einbe- glrtwn." DaS erste Wort' gilt der Feststellung, daß -die Initiative zu diefen Verhandlungen' vom Präsidenten der Republik«nd Ihnen, sehr geehrter Herr-Ministerpräsident, auSgeht. DaS gibt einen guten Ausblick. DaS läßt einen günstigen Verlauf der Verhandlungen erhoffen. Die Verhandlungen stehen in einem gute» Zeichen: Bor allem im Zeichen der— trotz aller ideologischen Gegensätze der deutschen Parteien ohne all« Schwierigkeiten erarbeiteten Verständigung über diese Anträge. Dann aber auch im Zeichen deS erfreulichen ll m» s ch w u n g r S, der sich hinsichtlich der nationalpolitischen Befriedung unseres Staates innerhalb deS tschechischen BolkcS vollzogen hat. . Wir gehen mit dem Bewußtsein in di« Verhandlung, daß die Deutschen ein StaatSvolk sind. Daraus ergibt sich dann ihre gleiche rechtliche Stellung im Staate. WaS wir wollen, daS ist dir B e r st ä n d i» gnng der Völker auf demokratischer Grundlage, mit demokra- tifchen Methoden und im d e m o k.r a- t i s ch e n G e i st e, der, sich in der Perfon unseres ersten Präsidenten ThomaS G.M a.- s a r y k und deS jetzigen Präsidenten der Republik Dr. Eduard Beneö so herrlich ver- körpert... Bei der-Verfassung unserer ,Anträge sinh wir.vox allem von.den?brennende« wirtschaftlichen« n d n a t i o N a l- p o l i t i sch e» R o twen diglei t en ' un fr r e S BolIeS auSgegangen ' und Halen auch jene Probleme nicht außer acht gelassen, die sich anS dem-Zusammenleben der ' Völker dieses Staates von selbst ergeben.'.. ES wird nun die S a ch e d« r B e r.-l h a n d l u n. g c» sein, das, waS wir an Grundsätzlich«» in unseren Anträgen ausgesprochen haben, zu prüfen, zu analysieren, tzurch konkrete Entscheidungen auszufüllen und zu vcrw'-klichcn.. vielfach handelt eS sich" in unseren Anträgen nur darum, an daS Bestehende anzuknüp- sen oder, waS bereits im Werden ist, zu untermauern und ihm auch ein gesichertes finanzielles Fundament zu geben. Dies gilt insbesondere von den Frage» der S ch«l-»nd J u- «endorganisatio n, die- gilt abel ganz besonders von den so trennenden Fragen der W t r t s ch a s t, bei denen wir mit den: vollen" Einverständnis aller-Teile.rechne» zu können glaube». Gelingt dann daS nunmehr in die Wege geleitet« veMndignngSwerl, dann,. sind wir überzeugt, daß damit' eine bedeutungsvolle, hi st«rische innerpolitische W-ende beginnt, wie sie von Millionen unserer Staatsbürger heiß ersehnt wird. DaS wünschen wir, sehr, geehrter Her» Ministerpräsident, de« tschechischen Volke, dem ^deutsche» Volke, Ihnen, aber auch UNS, die wir mit Freud» dabei am Werte sind. DaS geben wir unseren Anträge» als Geleit auf den Weg." Minister vr. Spina und Abg. vr Luschka verwiesen asS Klubobmänner auf die große Bedeutung des Werkes und die Erwartungen, die im sudetendeutschen Balke daran geknüpft werden. Sie erklärten die Einsatzbereitschaft de» deutschen Parteien für die vom Ministerpräsidenten cingeleitete und von deutschen KoalitionSpar- teien vorbehaltlos aufgegriffene BefriedungS- aktion. Sie appellierten an die Großzügigkeit und Autorität deS Ministerpräsidenten, die demotra- tifche BerständigungSaktion»wischen den tschechischen«nd deutschen Koalitionöparteieu, der historische und Internationale Bedeutung»»kommt, zum gedeihlichen Abschlüsse zu führen. ver Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodia antwortete im Wesen auf die vorstehenden Ausführungen folgendes: „Die Tschechoslowakische Republik ist fä- hig, ihre MinderheitSprobleme auch in jenen Abschnitten der öffentlichen Verwaltung zu regeln, in denen dir- bisher nicht erfolgt ist. Sch übernehme daher Ihre Dankfchrlft in >-. dem Bewußtsein, daß wir damit«Ine für de» '■ Staat und für daS deutsche Boll der Republik überaus wichtige Aktion rin- .leiten. Soweit sich schon jetzt konstatieren läßt, geht die Denkschrift in ihren Forderungen von der jetzigen Gesetzgebung a«S. D a m i t"i st der Erfolg der Aktion«»sichert, denn wir können der konstruktive» Minderheit-Politik keine festere Grundlage ge- !. te», als«S die Verfassung der Tschechoslowakische» Republik ist. Wenn Sie also die Minder- heitenforderungen auf diese Grundlage stellen, " will ich sie zum Gegenstand der Verhandlung »n alle» zuständigen Stellen.machen! , Der Ministerpräsident verabschiedete sich sodann von der Delegation mit den Worten: „Sei«» Sie überzeugt, meine Herren! daß dir Sache nicht scheit er» wird und »:i ch t- sch ei ter n da r f!^ Am gestrigen Tage, dem 27. Jänner 1937, hat sich ein fiir die Innenpolitik dieses Staates und die künftige politische Entwicklung der Republik bedeutsames Ereignis vollzogen: Vertreter der drei deutschen Regierungsparteien haben dem Ministerpräsidenten ein Memorandum überreicht, welches einige nationale Forderuimen enthält, von deren Erfiillung die lleberrcicher«in besseres Verhältnis der Deutschen zur führenden Staatsnation, eine Besserung der sozialen Lage des Su- detendeutschtums und die Verwirklichung des Grundsatzes von den Deutschen als der zweiten Staatsnation erhoffen. Wir wollen heute keinen übermäßigen Optimismus predige«: die Erfahrung hat uns in den letzten Jahren gelehrt, daß blindes Hoffen leichtfertig und darum verderblich ist, daß man die realen Tatsachen niemals übersehen darf. Mer die tapferen Worte deS Ministerpräsidenten Dr. Hodja— der sich da anschickt,, eine geschichtliche Prüfung seines staatsmännischen Könnens abzulcgen— daß das Werk gelingen werde und müffc, zeigen, daß die Voraussetzungen günstig sind für den Beginn einer neuen Aera der tschechoslowakischen. Innenpolitik. Wem fällt das Verdienst zu an dem Schritt, der da von beiden Seiten mit Entschlossenheit und Zuversicht getan wird? ' Im"tschechischen Volk bor allein zwei Männern: dem Präsidenten der Republik und dem Ministerpräsidenten. Der Präsident hat sowohl als seinerzeitiger Außenminister als auch später als demokratisches Staatsoberhaupt die Bedeutung des Verhältnisses von Tschechen und Deutschen voll anerkannt. Er ist unter die Deutschen gegangen und hat ihnen vorgetragen und mit ihnen gesprochen und er hat— im Geiste seines große» Vorgängers— seine politische und moralische Autorität dazu benützt, im tschechischen Volk für das Verständnis des deutschen Problenis zu werben. Er hat in Reichenberg im vergangenen Sommer geradezu feierlich seinen Willen kundge- tan, der in der Verfassung verheißenen nationalen Gleichberechtigung Blut und Leben zu verleihen. Er hat durch seine grundsätzliche demokratische Einstellung die demokratische Lösung der nationalen Frage, die eine soziale Frage der deutschen Bevölkerung ist, in die Wege geleitet. Ein glücklicher Zufall ist es auch, daß Benes einen Ministerpräsidenten gefunden hat, der nicht ein All- tagöpolitiker, sondern ein weitblickender Gestalter ist, der versteht, tvaS die Befriedung des Sudetendeutschtums für den Staat bedeutet, der Mut hat, das zu tun, was für die Gesamtheit von Vorteil ist und der auch Initiative hat. Daß sich Doktor HodZa so hinter das Werk stellt, lvie er es in seiner Antwort auf die Ansprachen der aktivisti- fchen Politiker getan hat, bedeutet eine nicht zu unterschätzende Hilfe für die große Aufgabe, an welche die drei deutschen Regierungsparteien herangetreten sind. Die deutschen Aktivisten siich es auf der deutschen Bcrhandlungsseite, welche heute mit Stplz und Genugtuung auf das begonnene große Werk Hinweisen können. Seit Jahren haben sie allen Eifer und alle Zähigkeit darangesetzt, um im tschechischen Volke und bei den tfchcchischen Politikern das Verstehen der schwierigen sozialen und jnationalen Lage der großen deutschen Minderheit wachzurufen. Es hat Augenblicke gegeben, in denen manche von uns kleinmütig geworden sind und geglaubt haben, eS werde niemals gelingen, die Tfchechen von dem schweren Schicksal zu überzeugen, das- unserem Volke insbesondere in den letzten Jahren geworden ist. Wie viele Konferenzen haben die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften veranstaltet, In dem wir das Leid und das Elend unserer Menschen mit aller Eindringlichkeit geschildert und dennoch geglaubt haben, wir seien Prediger in der Wüste. Aber es zeigt sich auch hier, daß keinerlei ernste politische Arbeit umsonst getan ist und daß oft nach Jahren des Wartens und Hoffens doch der Tag kommt, an dem der Baum, den man gepflanzt, gehegt und gepflegt hat, die Blüten zeigt,.aus denen di« Frucht erwachsen ivird. Es sei auch einmal ausgesprochen, daß es in allen- Kreisen des Sudetendeutschtums, die nicht Seile 2 Donnerstag, 28. Jänner 1037 Nr. 24 t Dr. Baxa tritt zurück Resignation von seiner Partei bereits genehmigt Die nationalsozialistische Presse bestätigt die seit langem umlaufenden Gerüchte, dass der Prager Primator Dr. Baxa, mit Rücksicht auf sein Alter— er tviüd Heuer 78 Jahre alt— sein Amt niederlegen will. Er hat diese Absicht bereits seiner Partei belanntgegeben und als seinen Nach« In der letzten Sitzung deh, Ministerrate» förderte» die kiuhokifchen nnt' dle llberälen Mitglieder deS Kabinetts, daß di« Angelegenheit deS ermordeten Sohne» de» belgischen Gesandten Vorchgrave' in Spanien dem Internationalen Haager Gerichtshöfe oorgelegt werde und daß ti» dahin die belgischen diplomatischen Vertreter sowohl in Madrid al» auch in Valencia abberu- sen werden. Vanderoeide hat fich dem mit aller Entschiedenheit entgegengestellt. «rüffel. Da» Präsidium der sozialisti- schön Partei beschloß, seine Zustimmung dazu zu erteilen, daß Minister Vanderoeide seine Demission gebe. Am Donnerstag tritt da» Präsidium der sozialistischen Partei zu einer neuen Sitzung zusammen. Eine Petition verschiedener Städte! und' Genossenschaften, in Welcher die Herabsetzung der Getreidepreise für Notstandsgebiete und für die Arbeitslosenfürsorge gefordert wird, wurde nach einem Referat des tschechischen Sozialdemokraten L a u s m a n der Regierung mit der Empfehlung abgetreten, die ErnährupgSaktion für Arbeitslose förtzusetzen.und sie nach Möglichleit zu erweitern und zu vertiefen. den Illusionen und der Flüsterpropaganda erlegen sind, die Menschen ohne Verantwortung in einem von der Krise gepeinigten Bolle verbreitet haben, daß es in allen Sudetendeutschen, die real, d. h. po l i t i s ch denken, Zustimmung finden wird, ivenn die drei" deutschen Regierungsparteien sich zu der Altion zusammengefunden, über die auch Iveiter bestehenden politischen Gegensätze fich geeinigt und eine gemeinsame nationalpolitische Linie bezogen haben.' Gegenüber der nebulösen BolkSgemelnschaft ohne realen Anhalt, mit der die Sudetendeutsche Partei das Boll betören will Und die eine Vernebelung darstellt, in welcher alle wirklichen Interessen und politischen Tatsachen verschlvimmen, Ist hier ein Stück realer Arbeit geleistet worden, die ihre Bedeutung in der sudetendeutschen Politik behalten ivird. Da» unsinnige Gerede von der„nationalen Geschlechtslosigkeit" der Sozialdemokratie erweist sich an allen bedeutsamen Wendepunkten der deutschen Politik als eine Unwahrheit, der entgegensteht die unumstößliche Wahrheit, das; die deutsche Sozialdemokratie ein Stück des deutschen Volles ist und daß diese Partei die Leben-Interessen des Deutschtums vertritt. So war es zu Seliger- Zeiten und so ist es heute. Nun wird Über das Memorandum, da» mit Rücksicht auf die Verhandlungen im Schoße der Negierung noch nicht veröffentlicht werden kann, beraten werden. Aber e» kann gesagt werden, was wir anstreben: dieÄelten b*m achung der demokratischen Verfass u n g in allen Fragen des nationalen Lebens. Die aufgesteMen Forderungen können im Rahmen der Verfassung verwirklicht werden und sie werden, so hoffen wir, das deutsche Volk überzeugen, daß die Verfassung lein Fetzen Papier u,ü> die Demokratie lein lehrer Wahn ist. Gerade in der jetzigen europäischen Situation, da viele Staaten von Diktaturen regiert werden, die jede Minderheit brutal unterdrücken, bietet sich der Tschechoslowakei eine große Lhanee: der Welt zu zeigen, daß die Republik eine Ansel der Menschlichkeit ist, daß wir eine aktive Demokratie sind, daß wir imstande sind, unsere politischen Probleme zu lösen und für den Fort» schritt'der Menschheit zu wirken. Möge der demokratische Versuch der Herbeiführung eines Frieden» der beiden Völker la dieser krieg-bedrohten Welt, wie Minister Czech sagte, der Beginn einer Wende sein, wie sie von Millionen unserer Staatsbürger heiß ersehnt wird. Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Amtstätigkeit Vom Rechtsbeirat aasgearbeitet Pta». Mittwoch hielt im Ministerratspräsidium unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Dr. H o d i a und in Anwesenheit de» Justizministerium» Dr. Därer der Rechtsbeirat unter Teilnahme aller Mitglieder eine Sitzung ab. Den Gegenstand der Verhandlungen bildete der Gesetzentwurf über die Maßnahmen zur Beschleunigung der Amtstätigkeit, und zwar auf Grundlage der Vorschläge und Referate de» llniversitättprofeffor» Dr. Karel Last ü vl a. An' der Generaldebatte über die Leitgrundsätze der geplanten Regelung beteiligten sich: der Erste Präsident de- Obersten Berwal- tungSgerichteS Dr. H ä ch a, der ehemalige Minister Dr. Kallay, der Advokat Dr. Schauer, die Universität-Professoren Dr. Wcvr, Dr. Hoetzl, weiters Dt. Weiß und der erste Präsident des Obersten Gerichtshöfe» Dr. Fajnor. Nach den Schlußkuntdgebungen de» Referenten und de» Vorsitzenden der Regierung wurde ein S u b k o m i t e e des Rechtsbeirates errichtet, dessen Aufgabe es fein wird, in der nächsten Zeit den genauen Wortlaut de» Entwurfes auszuarbeiten, der dann nach Genehmigung durch den Rechtsbeirat dem MinisterratSpräsidium unterbreitet werden wird. folger den Stadtrat Dr. Peter Z e n k l empfohlen, der al» Sozialpolitiker einenRamen hat und, dem insbesondere der Bau der Masarykhäuser in Krk, de», großartigen Altersheims der. Stadt Prag, zu danken ist. Der Parteivorstand der tschechischen Nationalsozialisten hat die Resignation bereit» zur Kenntni» genommen. Wie e» heißt, wird Dr. Baxa von seinem alljährlichen Friih- jahrSurlaub, den er im Süden zu verbringen pflegt, nicht mehr in» Rathaus zurückkehren. Der Präsident der Republik empfing Mittwoch den NationalvertetdlgungSMiNister Mach» n i k und den Divisionlgeneral H u s ä r e l, weiter» die Vertreter de» Vereine» de» Slowakischen Hause» in Prag und schließlich den Generalin-' spektor der Wehrmacht Armeegenal S y r o v h. Die Trotzkisten, die„Lidovt Roviny" und die „Rote Fahne". In den«Ltd. Noviny" ist kürzlich ein Artikel erschienen, der in vielen Kreisen Staunen erregte! weil er zu der korrekten Haltung de»- Blatte» nicht■ recht stimmte. E» wprden darin einige Trotzkisten erwähnt, die Beziehungen zur Gestapo haben sollten! Die«Rote Fahne" hat da» triumphierend zitiert und— natürlich auch gegen die Sozialdemokratie— ausgeschlachtet. Nun schreiben die«Lid. Noviny" in ihrer Diens- iag-Ausgabe, daß sie sich in zwei konkreten Fällen davon überzeugt haben, daß die Angaben mindesten» eine. Ueberprüfung erfordern. Die zwei angegriffenen Trotzkisten haben ihre Fälle ausführlich dargestellt und beteuern die völlige Grundlosigkeit der Verdächtigung. Die«Lid. Novinn" wenden sich aber vor allem dagegen, daß die»Rote Fahne" die Notiz nach eigenem Gutdünken hergerichtet und zwischen die zitierten Stellen kommunistischen Eigenbau so eingeschobe» hat, daß der Eindruck entstehen mußt«, die„Lid. Noviny" hätten da» behauptet, wa» eine Behauptung der»Roten Fahne" war. Außerdem hab; die»Rote Fahne" in ganz ungehöriger Mess« versucht, einen Zusammenhang zwischen dieser Sache und dem Moskauer Prozeß herzustellen. Die»Ltd.. Noviny" erklären, sie wollen der kommunistischen Politik keinen Vorschub leisten und daher bi» zu einer völligen Klarstellung der erwähnten Fälle an ihren Behauptungen nicht weiter festhalten.— Fälle, in denen die kommunistische Journalistik nicht entweder'Unterschriften oder Zitate fälscht, Sachverhalte entstellt, den Sinn einer besprochenen Sache verdreht oder ähnliche Taschenspielerstückeln aufführt, erlangen nachgerade Seltenheitswert. Schließlich einigte man sich auf die Feststellung, daß die im September de» Vorjahres überreichte Petition durch die inzwischen erfolgte Erhöhung de» Margarinekontingente» gegenstandslos geworden fei. , Der stellvertretende Vorsitzende konstatierte hiezu, daß der Ausschuß in den nächsten Sitzungen Gelegenheit haben werde, sich ausführlich mit der Frage der Margarineproduktion zu befassen. P arl». RachMereinsftmmentzen Meldungen an» Belgien drohtdortztzer Ausbruch einer ernsthaften Kabinettskrise und zwar eine-teil» wegen de» mangelnden UebereinsÜmmenS der sozialistischen Regterungsmitgliedcr mit dem Ministerpräsidenten über die Spanien betreffenden Verhältnisse» andererseits wegen dr» Gegensätze» der Anschannngen innerhalb der sozialistischen Partei, bzw.»wischen dem vonBandervelde geführten linken Flügel und dem von Außenminister S p a a k geführten rechte» Flügel. Der vize- vorsitzende der Regierung und Repräsentant der sozialistischen Partei Bandervelde kündigte seine Demission an, doch wurde die endgültige Entscheidung bi» zum Abschluß einer gemeinsamen Beratung der sozialistischen Repräsentanten und Zuckerfabriken und der Wirtschaft de» Zuckerkartell», beziehungsweise um die Abgabe der Luckerüberschüsse zum Peel» de» denaturierten Futterzucker» an die Arbeitslosen und die notleidende Bevölkerung überhaupt.) Die Ueberprüfung der Gebarung werde ohnedies durchgeführt und auch der Staat habe al» Eigentümer von Zuckerfabriken hinreichend Möglichkeiten, diese Dinge auch vom praktischen Standpunkt in Evidenz zu führen. Der Absatz 6 enthalte eine ähnliche Forderung wie seinerzeit der kommunistische Antrag, die Getreideüberschüße an die Arbeitslosen zu verteilen. Da müsse man auch die wirtschaftlichen Konsequenzen eines solchen Antrages berücksichtigen. Der Zuckerexport habe für die Devisenbeschaffung große Bedeutung. Der Konununist Slanskh forderte.in einer Polemik gegen seine Borrednerin, daß der eventuelle Aulfall an Zuckersteuer-durch Verstaatlichung der Spirituswirtschaft für die Staatskasse wieder ausgeglichen werde. Schließlich wurde abed doch die vorgeschla- gene Resolution, ergänzt um den Punkt V, vom Ausschuß e i n st i m m i g angenommen. Die Resolution wird nun der Regierung zur weiteren Behandlung abgetreten werden. 0o§ Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld Prag. Rach einer längeren Debatte, in der es noch verschiedene MeinnngSverschiedenhei- len auszuklären gab, nahm Mittwoch naichmittasS auch da» Plenum de» EnrährungSauSschuffe» den bekannten Antrag de» Snbkomitee» an, der die Herabsetznng dr» Zuckerpreises um 1.40 Ki pro Kilogramm verlangt. Auch dieser Beschluß erfolgte e in st l m m i g. kleter Antrag de» Agrarier» Haupt wurde di« Resolution de» Snbkomitee» noch durch«inen neunten Punkt ergänzt, der lautet: „Bet dieser Gelegenheit fordert da» Subkomitee, daß eine Neberprüfimg der Gestehungskosten verschiedener LetenSledaefS- artikel, namentlich der künstlichen Fett«, der Kohle ete. durchgeführt werde In einem weiteren Zusatz wird dagegen festgestellt, daß die übrigen Mitglieder de» Sub- komttee» dem Antrag de» Gewerbeparteiler» K e j.m a r, daß von den amtlich festgesetzten Zuckerpreisen zehn Prozent dem Zwischenhandel - zusaklen sollen, nicht beipflichten konnten. . lieber die Arbeit, de» Snbkomitee» referierte Ahg. Bayer. Er ist sich dessen beimißt, daß Verhandlungen mit der Zuckerindustrie und mit der Fi» »änzverwaltnng nötig sein werden und daß man auch die Jnieressen der Rübenbanern dabei wird schützen müssen. Die Boraursetzungen für die Herabsetzung der Zuckerpreise» sind aber gegeben;«ine eventuelle Herabsetzung der Staaiseinnahinen würde sich durch de» erhöhten Konsum de» verbilligten Lucker» auSgleicheu. Kejmar(Gew.-Part.) urgiert die Erledigung seine» oben erwähnten Anträge» und behauptet. daß dessen Annahme mit dem Referenten ver- einbart gewesen sei. Frau Mrsko-ovä(Agr.) verlangt, daß sich da» Finanzministerium zu dem Elaborat äußern solle und daß aü» der Resolution diePunkteSundÜ eliminiert werden sollen.(ES handelt sich um die Ueberprüfung der Betriebsbilanzen der «Ich werde nwrgen nicht ander» darüber denken", erwiderte er.„ES sieht morgen früh nicht hoffnungsvoller au». Schluß machen, Carola, noch heute Nacht. Ich hab einen Revolver in der Lade. Sag ja— in einer Minute ist alle» vorüber." Der Revolver lag in der Tischlade. Der Schlüssel steckte im Schloß. Er denkt nicht daran, ging e» Carola durch den Konk. „Bring mir ein Gla» Wasser",, sagte sie. Jhp fiel nichts andre» ein. Er mußte au» dem Zimmer gehen, für einen Augenblick. Als er gegangen war. drehte sie den Schlüssel um, steckte ihn in die Tasche. „Danke", sagte sie, trank.„Trink einen Schluck, Billy." Die Stille spielte ihre Melodie im Zimmer, ejn schwermütige» Lied, mit ungezählten Strophen. Er ging auf und ab, auf und ab. .„Du bist mir noch die Anttvort schuldig, Carola." „Ich werde dir hdute keine Antwort geben", sagte sie tonlos.„Ich kann mich nicht wegschleichen, selbst wenn ich wollte. Ich bin, nicht allein. Ich hab einen Vater, um den ich mich lümckern muß." „Ist er dir wichtiger al» ich?" /.Nicht wichtiger, Billy. Aber er'braucht mich." «Ich brauche dich doch ebenso wie er, Carola", flehte Billy. Er legte die Hände an die Schläfen, da» Blut sprengte hie Adern.„Ach brauch dich doch auch. Ich bin doch zu feig, e» allein zu tun.". „.Komm her, Billy", sagte sie.«Setz dich hier' nieder und sei ganz-still. An dieser Nacht und In jeder Nacht laufen hunderttausend Menschen durch ihr Zimmzr, suchen«inen Aulweg und finden keinen. Und hunderttausend"Menschen haben nicht einmal mehr ein.Zimmer, sie laufen durch die Straßen, ohne Ziel, sie irren, durch die Gärten, durch den Schnee, sie wissen nicht, wie sie die Stunden verbringen sollen, die fie noch vom Morgen trennen. Sie sind allein, Billy, mutterseelenallein, sie haben keinen Menfil der sich um sie kümmert, und sie haben keinen Menschen, um den sie sich kümmern dürfen. Wenn sie einen Revolver aü», der.Tasche ziehen und sich eine Kugel durch den Kopf sagen,, wenn sie einen. Strick nehmen und sich erhängen, ich würde e» verstehen, Billy. Aber du— aber wir beide? Wir haben doch eine Welt für uns, ein« Welt, die nur uns beiden'gehört, die kein andrer Mensch betreten darf, und die viel reicher.und schöner ist al» die Welt dort draußen. Wir beide sollten datwnlaufen? Weil ein Professor schlecht gelaunt war? Weil du eine Formel vergessen hattest?" „Nicht deshalb, Carola. Weil all da» Widerwärtige draußen auch unsre Welt zertrümmern wird." „Es wird sie nicht zertrümmem, BW. Wir werden«» nicht zulassen. Wir werden unsre Welt verteidigen mit Nägeln und Zähnen. Du verdienst dein Brot; wie. ist in diesen Zeiten doch ganz gleichgültig.' Und wenn du«» sticht verdientest—- ich habe doch eine Stellung, und. so- lange ich ein Stück Brot habe, wirst du nicht hungern, Billy.", „Du meinst e» gut, Carola,'db(t ich bin nickt der Mann, der sich von einer Frau erhalten läßt." «Billy— laß doch die großen Worte. E» Handeft sich doch nicht um erhalten. E» handelt sich um Zusammenhalten, durch dick und dünn; im- Guten und im Schlechten. Billy.",- „Es ist lieb von dir; Carola, daß du so zu Mir sprichst.. Wer ich hlw nicht die Kraft,' sü zu.. leben. Ich kann nicht weiter auf, die Gnade de» tzerrn Finsterbusch angewiesen sein. Wenn, ich Mich einmal mit der Avette zanke, flieg ich hjnau». Ach kann nicht der Pvette Bonbon» bringen, wie Alfred, oder, mich von ihr kujonieren lassen, ttzie Pelikchi." .(Fortsetzung folgt.)! Kabinettskrise In Belgien RUcktrltt Vanderveldes/ Konflikt wegen der Spanienpolitik Spaaks sondern unzusammenhängende Akkorde, ein chaotische» Getvirr von Tönen, die anschwollen und abklangen, übereinanderkletterten und in Schweigen stürzten, wußte sie alles. Er hatte seine Prüfung nicht bestanden, weil er sie nicht bestehen wollte. Sie schalt ihn nicht, es war geschehen und mußte hingenommen werden, nur was nun'folgte, war wichtig. Sie blieb den ganzen Abend in seiner Nähe, sie sprach mit ihm, sie versuchte, ihn aus andre Gedanken zu bringen; je mehr er sich mit seinem Mißerfolg beschäftigte, um so gefährlicher ivurde die Situation. Nachher, in seinem Zimmer. gestand er ihr, daß er leinen Au»weg mehr wüßte. Selbst wenn er weiterstudieren wollte— er war um ein halbes Jahr zurückgeworsen, und die Aussicht, daß er da» nächste Mal durchkäin-, war gering. Er schloß sich innerlich ab gegen den Stoff, den er zu bewältigen hafte, er warf die Bücher in den Winkel, er schrie:«Ich kann einfach nicht weiter,«S hat keinen Sinn, ich fange nicht nochmal» an, ich will nicht» mehr davon wissen." Sie beruhigte chn, die Welt bestünde ja nicht auS chemischen Formeln, es gebe noch andre Gebiete, auf denen er sich versuchen könnte, sir würden miteinander beraten, an einem ruhigeren Tag.. „ES gibt nur ein»", erwiderte er,„den Weg gehen, den Baal und Hugo gingen". Er lief durch das Zimmer, e» war tief in der Nacht und toten- still ringsum. Er stand vor ihr, er nahm ihre Hände, er sah in ihre Augen. „Wer nicht allein gehen, Carola", siebte er. „Nicht allein. Sie sind auch nicht allein gegangen." Er lief weiter, mit großen Schritten, er zündete «ine Zigarette an, er warf sie in den Aschenbecher, er nahm eine neue.. „Wir haben keine andere Wahl mehr, Carola, sagte er.„Wenn du mich lieb hast, gehst du mit mir."■' „Unsinn", sagte Carola,„Du bist gereizt, du bist verärgert, sie haben dich, wohl.geguähsi, hu hast vier Stunden gespielt. In djeier Stimmung saßt man keine Entschlüsse über Tod und sieben": Sv »Laß dar, shvetie.. Du wolltest einen Pelz?" Uvette strahlte.„In der Hauersteingasse, bei Kraitner, liegt einer im Schaufenster—" „Morgen. Morgen kauf ich dir den Pelz. Aber du schweigst, verstanden?" „Dummkopf", sagte sie.„Selbstverständlich schweig ich. Was geht da» die drüben an? Di.' haben«8 doch genau so gemacht wie du—" Avette ging in die Küche. Finsterbusch hob die KriegSkarte vom Boden auf, breitete sie auf dem Tisch au», ging mit dem Äug nochmal» den Linien nach, hier, lief der Schützengraben, dort lag die Batterie, hinter jenem Hügel war da» Lazarett. Dann nahm er die Karte, zerfetzte sie in tausend kleine Stücke, ballte die Schnitzel in der Hand zusammen und warf sie in den Ofen. Er nqhm den Kalender von der Wand, zerriß ihn, warf ihn in» Feuer. Er sah sich um, ob noch etwa» an den Krieg erinnerie. Eine Aschenschale stand auf dem Tisch, in blaugrauer Uniform grüßte ein Soldat zu einem Fenster empor, au» dem ein Mädchen winkte. Darüber standen die Jahreszahlen 1S14—1910. Die Aschenschal» schmetterte er zu Boden, er sammelte die Scherben ein, sie wanderten der Karte und dem Kalender nach. In dieser Stunde erst war der Krieg für ihn zu Ende. ni. Carola fragte nicht; als Billy Ins Cafä kam, die Note» auf das Klavier schleuderte, den Deckel ausschlug, spielte, nicht ein Lied, nicht einen Tanz, Zuckerverbilligung auch vom Rvsschul Plenum einslimmig befürwortet Die Resolution der Regierung Übermittelt Eine weitere Petition, in welcher verlangt wird, daß die Margarineproduktion keiner Beschränkung unterworfen werde, gab An laß zu einer längeren Diskussion, zumal sich der, W........ Referent Haupt(Agr.) gegen jede Er- de» Präsidium» der sozialistischen Partei, die für Höhung de» Margarinekontingents aussprach. I Mittwoch abend» einten,fen«netze, verschoben... Rr. 24 Donnerstag. 28. JSnner 1087 Leite 3 Ugslel velckt nickt Del* Mikado soll einsreifen Sotto. Nach verschiedenen Versuchen, zwischen General U g a 11 und der Wehrmacht zu vermitteln, beschloß die Wehrmacht, keinen Mini st er für daS Kabinett llgakizu st eilen. Kriegsminister Te- rauchi unterrichtete hievon Persönlich General Ugaki und erklärte, die Wehrmacht habe nicht daS vertrauen, daß ltgali die vom Heere sür unumgänglich gehaltenen Reformen durchführen könne, und ersuche ihn deshalb, feinen Auftrag zurück- »nlrgrn. Trotzdem erklärte Ugaki, er werd« keine Mühe scheuen, um den kaiserlichen Befehl durchzuführen. Er begab sich Mittwoch vormittags zum Kaiser und ersucht« ihn, den Militärkreisen anzuordnen, auS ihrer Mitte einen Kriegs» Minister zu wählen. Rach einem Gesetz auS de« letzten Jahren muh nämlich der KriegSminister ein aktiver General fein. fudctcndcutscficr Xeitepie^el nner-Nachwels m astHschecfeaslswaklsckes„Grenzlandtheater“ Viel sagen de Publikationen der Relchstheater kammer »Sie Bühne— Zeitschrift für die GestMung des deutsche« LheaterS" bringt in ihrer Ausgabe vom 13. Jänner zwei Aufsätze, die auch für die Tschechoslowakei von großem Interesse sein dürste«. - Der erste Aussatz beschäftigt sich mft der „Beschaffung der Urkunden aus dem Ausland«", beklagt sich über das geringe Verständnis de» Auslands für die Notwendigkeit der Rassenschei- dung, aus welchem Grunde es mit der Ausstellung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung nicht klappe, wenn jedoch solche Urkunden von ausländischen Negisterbehörden verlangt. Deswegen wird solchen Leuten empfohlen, bei der Anforderung solcher Urkunden die Vermittlung der zuständigen deutschen Konsularbehörd« in Anspruch zu nehmen. ES folgen dann«Winke" für die llrkundenbeschaffung in diversen Ländern. Und für die Tschechoslowakei wird da zwar kein reichsdeutsches Konsulat, wohl aber folgende» empfohlen: Zentralstelle für sudetendeutsche Fami- Nenforschnng, Aussig iöSR), Graste Wallstraste 9, übernimmt AuSkunftrrteilung und Vermittlung von ForschungShilfc. Nun««ist man also, welch« Stelle in der Tschechoslowakei die Rassenwohnvertretung für daS Deutsch- Reich übernommen hat. ES wäre sehr interessant und wichtig, zu erfahren, ans welche Ermächtigung sich diese Stelle für derartige Dienste an daS Dritte Reich zu stützen vermag, wie denn überhaupt die Gesetz- lichkeit solcher Tätigkeit innerhalb unseres Staates zu überprüfen wäre. E» scheint uns, als ob e»«ine demo» i kratische Tat wäre, wenn man dieser Zentralstelle da» Handwerk wenigsten» in dieser Brauche so schleunig wie möglich legen wolltet Nicht mindere Aufmerksamkeit aber al» diese Angelegenheit dürste der Inhalt des zweiten Artikels der zitterten„Bühne" bet uns finden, die sich mit dem Grenzlandtheater Zittau besaßt. Neber dieses vor wenigen Monaten„an der tschechischen G r e n z-e" errichtete Theater heißt eS. daß e» dem Intendanten dort gelungen sei, „einen Mitarbeiterstab zusammenzustellen, der Gewähr leistet für eine hochkünstlerische Arbeit an dem neue« Grenzlandtheater, daS an der Grenze das erste Bollwerk gegen fremde««l t« r e i«f l» f k e ist." An einer anderen Stelle wird dann der Freude darüber Ausdruck gegeben, «dost gerade auch die Sudetendeutschen aus Böhme« regelmästig die Aufführungen besuchen". Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn bei» svielSweise Herr M a stn y, der tschechoslowakische Gesandte in Berlin, von diesem»ersten Bollwerk gegen fremde Kultureinflüsse" Notiz nähme— denn e» könnte immerhin sein, daß er dann einen anderen Begriff von den..Kulturgemeinschaften" bekäme, mit denen er sich so sehr beschäftigt. Es könnte aber natürlich auch sein, Haß die Herren um Mastnh bei der Meinung bleiben, auch di» „regelmäßigen" sudetendeutschen Besucher diese» „Bollwerks" seien loyale Staatsbürger... iedo"i ebenfalls ungenützt verstreichen ließ. Statt sich zu bemühen, feine Verfehlungen so rasch al» möglich gutzumachen, seine Schulden an den verband anzudecken, nützte der Beschuldigte im Gegenteil die ihm gewährte Frist noch zu einem weiteren und letzten Betrugsversuche au», indem er die ihm anvertrauten Benzinblocks der.Widka" verkauft« und den Erlös hiefür nicht in» Kaffabuch«Intrug. Da man ihm jedoch nunmehr genauer überwachte, kam der Schwinde^ alsbald an» Tageslicht, worauf sein« sofortige Entlastung verfügt und endlich gegen ihn mich die Strafanzeige erstattet wurde. Rudolf Cisarsch hatte von dem unterschlagenen Gesamtbetrag« von 97.000 XL lediglich 2700 Xi durch Barerlag und durch Gehaltsabzug abgedeckt. so daß der verband um insgesamt 98.844 Xi geschädigt wurde. In der Bor- untersuchung gab Eisarsch die Schadenziffer Wohl zu, behauptete ater, er könne sich nicht erklären, wie diese hohe Summe zustande kommen konnte. ~ Wollner hört lieber Berlin Der SdP-Abgeordnete Wollner hatte vor kurzem in Dux eine öffentliche Versammlung. In dem Bersammlungsbericht der«Duxer Zeitung" finden wir folgende Stell«: ,Jm Parlamente wurde von gegnerischer Seite gesagt, die SdP sei nur deshalb" so groß geworden, weil e» keinen deutschen Sender gebe und man nun daran geh«. In Aussig oder Reichenberg«inen solchen zu errichten- Abgesehen davon, daß heute nur di« wenigsten Geld hätten, sich einen Radioapparat zu kaufen, genüge uni di« Prager deuffche Sendung vollkommen. wenn man anstelle der Marxisten und Emigranten ab und zu— Konrad Henlein sprechen lassen würde. Die Million für den deuffchen Sender könne fich der Staat sparen, denn e» werde keinem Sudetendeutscheu einfallen, seinen Apparat auf die Aussiger Welle einzustellen.(Stürmischer Beifall.)" Den Reim darauf kann sich jeder selbst machen:, Betriebsausschuß zur Qknze vom IMV besetzt In der Drahtseilsabrik Reiman u. To. in Saaz sollte Samstag, den 28. Jänner, die Wahl des Betriebsausschusses stattfiuden, welche ofie? entfiel, da nur die Liste des JDiv eingebracht worden war. Die freie Gewerkschaft besetzte somit alle vier Mandate. Das ist seit Jahren wieder das erstemal, daß in einer Saazer Metall- Warenfirma ein regelrechter Betriebsausschuß besteht. Hoffentlich lernen daraus die übrigen Metallarbeiter des Saazer Bezirkes. gelvmmew sind.' Weiter sagte der Angeklagte über. seine Spionagctätigkeit auS: Bereits im Jahre 1981. als er an der Kasan-Bahn tätig war, bemühte sich eine japanische Eisenbahnergruppe ihn für die Spionage zu gewinnen. Mit diesen Personen stand Knjasew späterhin in schriftlichem Verkehr. Lm Jahre 1984 trat er in Tscheljabinsk mit dem japanischen Spionagedienst in Verbindung und übergab seine Informationen dem japanischen Agenten Nr. 10. Dieser Agent habe ihm bei einer gewissen Gelegenheit auch gesagt, daß die trotzkistische Geheimorganisation von Japan unterstützt werde. Der deutsche Staatsangehörige S t e i n, als Zeuge vernommen, bestätigte selbstverständlich affe» nach Wunsch und Auftrag, * Internationale Kulturliga gegen das Moskauer Prozeßverfahren Die International« Kultur» llza protestiert zegen die Art, in der in diesen Tagen in Moskau der Prozeß gegen Radek und Genosse» durchgeführt wird. Diese Art zwang schon während deS gegen Sinowjew und Genossen geführten Prozesse» zu der Feststellung: Ein solche» Prozeßverfahren entspricht weder unserem Kulturempfinden, noch den wichtigsten der in allen anderen Kulturstaatcn im Interesse der Rechtssicherheit bestehenden Regeln der Strafrechtspflege. Ein Urteil nur auf«in— sachlich in keiner Weise nachgeprüste» — Geständnis der Angeklagten zu stützen, ist unvereinbar mit diesen Regeln.— DaS traurige Schauspiel, da» der Prozeß Sinowjew tot, soll stch jetzt wiederholen. Im Namen de» Rechte» und der Gerechtigkeit»««langen wir, daß Radek und seine MU- angellagte» nur auf der Grundlage eine» sachlich vollkommen einwandfrei erwiesenen Tatbestandes abgeurteilt werden. Wir verlange«, daß«» den Angeklagt« ermöglicht«erde, stch ausländischer Verteidiger ihrer Wahl z» bedienen. Auch müßte allen von den Angeklagten etwa genannt«, im Ausland« weilenden Zeuge« freie» Geleit« zugefichert werden. Tchjieß- lich dürft« nicht geduldet werd«, daß die sowjetrussische Presse während de» noch schwebenden, verfahr«» di« Köpfe der Angeklagt« fordert und so «I«» nnz»lässigen moralischen Druck auf da» wertest übt. E» liegt im Interesse de» Anseh«» der Sowjetunion, den Angellagten jede mögliche Recht»- türgschaft zu gewähren. Rur wenn die» grschishe, würde verhindert, daß der Prozeß Radek dm Eindruck emenerte, den der Prozeß Sinowjew hinterließt dm einer schrecklich« Vergewaltigung' der Gerechtigkeit und der einfach« Mm- schenrechte. /, International« Kulturliga ' Der Vorsitzende: Robert Klein, ■ Mitglied de» Abgeordnetenhaus«». Krach Im Brünner Henlelnlager GrUndung einer„deutsch-sozialen“ Partei »Lidovö Noviny" berichten über die Jahres- versammlung der Brünner Organisation der Ä>P. welche unter Teilnahme von 286 Personen— für die SdP in Brünn nicht viel— stattgefunden hat. Der bisherige Vorsitzende der Parteiorganisation, Senator Krczal, gab tn seinem Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Jahr zu, daß die Arbeit der Partei in Brünn durch ständige Streitigkeiten gehemmt wurde und daß die Ergebnisse der Tätigkeit völlig unbefriedigend. sind. Weder Funktionäre noch Angehörige der Partei haben Verständnis für deren Ziele. Persönliche und Gruppenintereffen haben sich vorgedrängt und eine Atmosphäre des Haffes und Neides sei entstanden. Die Mitglieder Haien kein Jntereffe für die Parteiarbeit, Funktionen zu besetzen ist sehr schiver, weil sich keine fähigen Kandidaten finden. Im übrigen Brünner Gebiet sind die Verhältnisse nicht besser, in Ober-Gerspitz sei an die Spitze der Organisation"ein Mann gelangt, der eines ver-. brechens befchukigt wird. Di« Finanzen der Organisation kamen erst in Ordnung, al»«in bezahlter Kassler angestellt wurde. Aü» allen diesen Gründen, erklärte Senator Krezal, lege er seine Stell« al» Vorsitzender. zurück. Für bit Neuwahl eine» Vorsitzenden waren zwei Kandidaten aufgestellt, von 286 Stimmen erhielt der Kandidat der Burschenschaften Jng. Krallt» s ch e k 128 Stimmen gegen den Kandidaten de» Kameradschaftsbunde» Dr. Tauschinsky, der nur 110 Stimmen erhielt. Auch In No rd mälfren sollen dieverhält- niffe für di« SdP nicht durchweg» erfreulich sein. In der letzten-Zeit beginnt die sogenannte Deutschsoziale Part ei der SdP Konkurrenz zu machen. In Brünn wird diese neue Gruppe von einem Jng. Herbst geführt, der bisher der Opposition der Henleinpartei angehört hat, in Olmütz von Dr. Libal und Hartl. Die neue Grupp« beschuldigt, die SdP insbesondere, daß diese die Interessen der Arbeiter schlecht be- treue. Sine Beratung der Deutsch-sozialen Partei, die unlängst in Schönberg stattfänd/haf dir entsprechenden Beschlüsse gefaßt, nm gegen die SdB im ganz« Lande vorzugehen. 3500 Eisenbahnunfälle auf Trotzkis Konto... Die nicht stattgehabten Attentate/ Attentatsabsichten, die nur aus dem Geständnis des»Schuldigen" bekannt sind! f■. Moskau.(Daß).,Dienstag wurde der Angeklagte Arnold verhört, ein Mann, der viermal in seinem Leben den Namen geändert hat, viele ausländische Pässe hatte, zweimal auS der russischen Armee desertierte, in Amerika, wohin er mH fremdem Paß kam, naturalisiert und Soldat der amerikanischen Arme« war; er verbrachte auch einige Monate in einem amerikanischen Gefängnis. Gleichzeitig wurde er Mitglied für die technische Hilf« des SowjewerbandeS, wohin er im Sichre 1928 kam. Er gelangte ursprünglich mit einer Gruppe amerikanischer Kolonisten in daS Kusnez-Becken. Die Trotzkisten b e m äch t i g- tenfichfeiner und hatten ihn wegen seiner Lunten Vergangenheit ganz in der Hand. Im Jahre 1984 betrauten sie ihn zweimal mit der ! Durchführung terroristischer Akte, zum erstenmal mit dem Attentat auf den Volkskommissar der iSchwerindustrie, Ordschonikidze bei seiner ! Ankunft in Kemerow, und zum zweitenmal aus den Vorsitzenden de» Rates der Volkskommissare ! Molotow. Beidemal« lenkte Arnold da» Auto und sollte eine Katastrophe herbeiführen. In betdenFällenbefielihnjedoch Im leh- iten Augenblick Furcht, so daß Ordscho- ! nikidze nichts geschah und bet der Reise Molotows l nur ein unbedeutender Zwischenfall sich ereignete. Bei dem verhör deS Angeklagten Liw- s ch i tz kam"zutage, daß er seit 1988 Eisenbahnfahrend«'^mte^Mdkä","°S.'''m.'''b.'^H.' gleich- tzbotage betrieb. Er war bi, 1988 Direktor der geworden. Beide Vereinigungen war« früher in i® Jj et^ahn Moskau Kursk. Im Aussig stattoniert und hatten ihren Sitz im Jahr« 2ahre 1988 Wuiwe er zum Vertreter be» voll». IMt nach Rttch-nb-rg Erlegt. Rudolf EIsarsch hatte al» Beamter de» verbände» d«„Widka" u. a. i auch die gesamte Geldgebarung überantwortet er- halten, die schließlich von ihm arg mißbraucht wurde.! Schon anläßlich de» Jahresabschlüsse» für 1982 ergab Me Revision durch die Kassaprüfer de» verbände»«inen Fehlbetrag in der Höhe von"nahezu 82.000 KL, über den der Angeklagte keine Aufklä rung'zu geben vermocht«. Da Eisarsch aber noch da» uneingeschränkte vertrauen der Berbandsmitglieder und auch de» v«rband»vorstände» genoß, wurde von der.Erstattung einer Strafanzeige umso«her Abstand g«omm«n, al» der Beschuldigte da» bindend« versprechen' gab, di« fehlende Summe voll zu er-" scheu. Beim Jahresabschluß 1988"fehlten jedoch wei tere 21.000 KC, worüber Eisarsch wiederum dl« Aufklärung schuldig bleib« mußt«. Der Berband»vor- ständ erstattet«'auch diesmal keine Anzeige, well der Beschuldigt« neuerlich ehesten» Ersatz mit der Vorspiegelung versprach; er werde, sich nun den ge- sainten Fehlbetrag von einem Verwandte» verschaf fen. Al» daim auch der Jahre»"tzer Fehlbit-' trag 100.000 KL erreiche« wird. i' Der Kassier Schmid«ar vor dem Kriege 80 Jahre lang Vorsteher der Gemeinde, bi» er «ach dem Umsturz von dm Sozialdemokraten ab gelöst wurde. Er erfreute stch unter der Bevölke- mng durchaus eine» gute« Le«mu«d» und war beliebt. Seit Montag sucht« man dm Abgängigen. Aber erst Mittwoch fand man, über und über mit Schnee bedeckt nnd dämm schwer zu entdeck«, dm Leichnam de» 70jährigen in der KnnnrrSdorfer Heide. Er hatte fich erhängt. In seinm Taschm fanden sich noch 800 KL vor. 95.000 KC veruntreut Sekretär kraftfahrender Aerzte wegen Veruntreuung vor Gericht AuS Reichenberg wird uni gemeldet: Der 87jährige ehemalig« Sekretär de» Verbände» deut scher krasffahrender Aerzte mit dem Sitze in Rei chenberg, Rudolf E i s a r s ch au» Aussig, hatte sich vor einem Strafsenate de» Reichenberger Krei»- gerichte» wegen de» Verbrechen» der Veruntreuung eine» Beträge» von 96.844 KJ zu verantworten. Der Beschuldigte, der zuletzt in OberleutenSdorf an sässig war, hatte im Jahre 1929 nach Konstituierung de» Verband«» der deutschen kraftfahrenden Aerzte die Stelle«ine» Sekretär» in Reichenberg erhalten und war nach Gründung der dem Verband« ange- gliederten WtrtschastSvereinigung deutscher krast- ,’ r:-‘* aeiiiB' aud; Jt&ohitlft' bicfe»^Örgmlstttwnizweig» i Südbahn. undspät-r^Direkwr der N^dkaukasi- Aussig" stattoniert^HM« VLitz^L^ j ' i an dieser Stelle die Sabotage-Akte nicht ousge- , I geben. Liwschitz bestritt bei der Untersuchung in | diesem Sinne seinen Untergebenen Instruktionen ! gegeben zu haben, macht aber jetzt da» Geständnis, mit den Angeklagten Knjasew und Turok vom japanischen Spionagedienst in Verbindung gestanden zu sein. So.erfuhr Knjasew da» Material für den japanisches Spionagedienst. Knjasew teilte noch al» Direktor der Süduralbahn Lischwitz mit, daß-der japanische Spionagedienst, mit dem er sest 1984 in Verbindung steh«, da» verlangen stelle, Züge entgleisen zu lassen und daß der japanische Agent Rr. 10 von ihm vertrauliche Informationen verlange. Lischwitz übergab Knjasew vertrauliche» Material mit dem Bemerken, e» dem Agenten Nr. 10 zu übergeben. Mittwoch verhörte da» Gericht den Ange» klagten Knjasew, den Trotzkistenführer an der Süduralbahn. Knjasew erklärte, daß er nach den Weisungen Liwschitz eine trotzkistische Gruppe organisiert und SchädlingStätigkeit betrieben her Elbe ist bei Niedergründ zum Stehen gekommen-und dürste, wenn: die niedrige Temperatur noch einige Tage anhält,' bald Bodenbach erreicht haben. Die Schiffahrt ist eingestellt worden. Bei de« Katastrophe eines belgischen Flugzeuges'in Afrika sind zwölf Personen, und zwar vier Mann der Besatzung und ächt Passagiere zu- >» daraus antwortete Radek, gleich deutsch:„Ja, sollen wir denn unsere Lokomotiven'mit Resolutionen heizen?" Das war gewiß zynisch, dem Gegner ins Gesicht wär Radek nie rücksichtsvoll gewesen, was ling geschäht. Der Ministerrat-wird sich mit Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen beschäftigen. Präsident Roosevelt- beauftragte das Oberste Kommando der Armee, eine Masscneva- kuierung der Bevölkerung aus dem Tale des Mississippi, im Ausmaß, von.250.990 Quadratkilometern vorzubereiten. Für den Abtransport einer halben Million Menschen werden- 85.000 Lastkraftwagen mobilisiert.. Gestellte PhotoS. Die amerikanische Polizei hat jetzt«inen Unfug verboten und Uebertre» tungen mit Gefängnisstrafen bedroht, der.sich von Hollywood auS immer mehr ausbreitete. In den meisten amerikanischen Städten konnte jedermann sich Photographien anfertigen lassen, auf. denen er.(oder sie) in durchaus verfänglichen Situationen mit männlichen und weiblichen Stars zu sehen war. Die HersteUer,bereiteten in der Regel eine sehr geschickte Photomontage vor, zu der sie Szenen aus Spielfilmen.benutzten, und nur den Kopf der betreffenden Persönlichkeit einsetzten. Ursprünglich handelte eS sich um gestellte harmlose Photos, die aber sehr bald sogar für Scheidungsprozesse mißbraucht wurden. Anwaltöreklame im Gefängnis. Die Pariser . Anwaltskammer hat. eine besondere Kommission hatte Zerctelli auch die Behauptung der Bolsche- zur Verfolgung und Aufklärung einiger Mißwiki von einem„Befreiungswerk für die geknech- stände eii^cseht, die, wenn sie sich in allen Ein« tcten Arbeiter und Bauern Georgiens" durch den zelheiten bestätigen sollten, geradezu grotesk an- Hinwcis auf ihre Gier nach den Oelfeldern des! muten. Das französische Gesetz verbietet den An» georgischen Baku zu widerlegen versucht. Und Wällen grundsätzlich, Reklame zu machen, ja, sie gen wollte,' sandte seinen Sekretär Eamille| Dlec^ann-er Satzung uns acht Passagiere zu iivuiiv» vuiuj^u4L A ci|iii K.iun.u uun,„»>-",>»»--- H u ysINaN'S— jetzt Städipräsident von Ant«- gegangen. Da»^Flugzeug, das aus Elisa- deutschen Arbeiterbewegung unseres Landes tiefes wcrpen— nach Stockholm, um dort die Mit-'„ tymlle'kam, wmr m l-olonwechar mittags ge» Mitgcfiihl Hervorrufen. Der Verstorbene stand gliodsparteien zu einer Friedeäskonferenz zu F™“.®J-J"“®“."*!™ c ,"“5*® et fl'WusalS» seit dem Ende der achtziger Jahre bereits in der vereinigen. Dort lebte' noch vollkräftig HjäI-', np-Die Ursache.de» Unglücks ist ü------ r---marBranting,-S kam der.Holländer B an b-lE^man glaubt aber, daß die Kol und fm Frühsommer, trafen viele Delegatio- das Kommen' der Russen:'ÄchS'Mensch-Ww,! t&Ä?'«"Srt, daß da» Flugzeüg sich rechte und linke Sozialisten— Revolutionäre aü:' —. 77,7,Wölfe. Au» Oftpolen liegen Berichte vor, Sie"e«richt-ten"in"der' schwedischen' wonach Wölfe' sich in immer größerer Zahl indie Hauptstädt ein Pressebüro zur Information de'j, Kah« menschlicher Behausungen vorwagen. In Auslandes iiber die junge russische Republik. s«r Rabe von Staniflau in Ostgalizien.wurde in Inzwischen.waren Lenin und einige 70 der Nacht zum Mitttvoch ein Bauer auf.der Heimseiner Freunde aus.der Schweiz im plombierten fähttvon einem Wolfsrudel angefallcn, das ihn Wagen durch Deutschland uw> Schweden an die.""d die beiden Pferde zerriß. finnische, damals noch' zugleich russisches Greüzkf Die Flüsse steigen noch immer... Der Ohiogebracht worden und hatten daheim den Ber- Fluß steigt bei LouiSville sehr rasch. Nach Jnsor- nichtüngskampf gegen Kerensti ausgenommen.' mationen des HygienekommissärS der Stadl Auch sie hielten es für nötig, den Westen in ihrem starben fast. 2 0 0 P e r s o n e n an Sinne zu informieren— sie schickten Karl Epidemien. In einigen anderen Städten, R a d e I nach Stockholm.| wie Albana und Jcffcrsonville sind Viel mehr Mit seiner Frau und ihren Kindern wohnte Menschen gestorben.. In LouiSville wurde der und arbeitete Radek in dem Ort Ncglinge bei dem Belagerungszustand verkündet. Flugzeuge brin- 7~", 7 7,7-am ge.» Medikamente. Zur Sicherheit vor den erwar- Fjord, eine halbe Bahnstunde oder entsprechend tcten Waffermässen werden, wenn auch nach den längere Dampferfahrt von der Stadt. Dort be- bisherigen Erfahrungen vorausgesetzt werden suchte ich(der als Berichterstatter der reichsdeut- könnte, daß die Ueberschwemmung im Ohio- und schen Parteipresse drei Monate in Schweden ver» im Missippital ihren Höhepunkt erreicht hat, brachte) ihn,' an einem der fürchterlich heißen weitere Dämme erbaut.— Auch Südwest-E n g- Julitage jenes Kriegsjahres. Schon vorher hatten. l a n d wurde von Ueberschwemmungen heimge» wir in Stockholm Wiedersehen gefeiert. Wir kann« sucht, die große Schäden verursachten. Die durch ten einander ja schon lange aus Deutschland, wo ihr College berühmte Stadt Eton ist überflutet Radek als Redakteur der Parteiblätter.in Göp- und vom Verkehr abgeschnitten. Die Bevölkerung pingen und nachher in Bremen die Sache der wird von Flugzeugen au» versorgt. Da» Krieg»- äußcrstcn. Partcilinken Liebknecht-Luxemburg- Ministerium hat ein Genieregiment entsandt, um Pannekoek-Pieck usw. verfocht. Nach ÄriegSaus- bei der Ueberschwemmung des Flusses Medway bruch hatte er von der Schweiz aus als„Para«""'”" bellum" dielen Feldzug fortgesetzt."" ....... zu helfen,, wo das. Wasser, die Schützdämme, die bellum" dielen Feldzug fortgesetzt. Seine Frau, im Vorjahr« gebaut wurden, überflutet hat. Der eine Kinderärztin, war in Berlin-Charlottenburg Schaden wird auf einige Millionen Pfund Ster- geblicben, aber lange in.Schutzhaft— da mals noch ohne Mißhandlungen und sonstige Quälereien Wehrloser— gehalten worden. ES waren die Tage des ersten Bolschewiki- Aufftandes, den die Regierung Kerensti.noch niederzuschlagen vermochte. Gegen den Innenmini ster Zeretclli richtete sich die ganze Wut der zunächst noch pnterlcgenen, ihm gab man die.Schuld an dem- Eingreifen des Militärs gegen den Ver such des gewaltsamen, bewaffneten-Umstürze». Aber im Vergleich zu der Erbitterung seiner Frau war Karl Radeks Kritik noch milde... Drei Jahre später traf ich Radek wieder. Im Saal der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion war der erste und einzige Kongreß aller drei Internationalen zufammengetrcten: der Amsterdamer(Rechte), Wiener(Mitte) und Moskauer. Radek hatte im Knopfloch ein vier« eckiges blaues Mctallschildchcn. Auf meine interessierte Frage nach dessen Bedeutung sagte er lächelnd:„Ja— ZentralexekutivkomiteeI Ich kann Eisenbahnzüge anhaltcn." Und dann hielt Zeretefli— in russischer Sprache— seine ergreifende Rede gegen den lieberfall auf die demokratische Republik Geor gien und ihre Annexion durch Moskau. Darin frzialdemokratischen- Bewegung und begann bald nach dem Einigungsparteitag in Hainfeld eine be- ,<cuiuw>...... r..... dcutsame Rolle In der österreichischen Gewerkschaft nen ein. Wohl die größten Hoffnungen erweckte^7-es a or berhmdert Julius Deutsch, spanischer Brigade- General in seinem Arbeitszimmer nisse in einer völlig unzulässigen Weise für sich Reklame gemacht haben. Man hat festgestellt, daß im Pariser Zentralgefängnis, der Santö, eine Reihe von Wärtern berufsmäßig Vermittlung für Anwälte bewirb und insbesondere Untersuchungsgefangenen bestimmte Anwälte empfahl. Aus den Wänden der Korridore fand man Inschriften und kleine Klebezettel:„Wenn Ihr sreigesprochen werden wollt, wendet Euch an Maitre und ähnliche. Die bisher disziplinarisch bestraften Anwälte haben auch rückfällige Sträflinge in aller Form als Vermittler in den Gefängnissen gebraucht: Eine weitere technische. Methode der „Kundenwerbung" im Santö-Gefängni» mutet fast wie ein Einfall von Edgar Wallace an: es bat sich herausgestellt, daß man die Rohr« der Zentralheizung als Fernfprechleitungen der An» waltSreklame benutzt hat. Dazu waren besondere Frauen angestellt, die Sträflinge besuchten und ungeniert im Besuchsraum laut die Vorzüge Ihres Auftraggebers an den Rohren entlang sprachuu Das belastende Material aus dem Santö-Gefäng« nis ist sehr umfangreich. ES wird noch weiter durch Material aus dem Fraucn-Gesängnis„La Petit« Rocquette" vervollständigt werden. -Der dankbare Leser. Die berühmte.französische Schriftstellerin Colette ist vor einigen Tagen auf der Promenade des Anglais■ In Nizza von einem Handtaschendieb beraubt worden. Der Verlust, betrug 8000 Francs. Jetzt hat Madame Colette, nachdem die Mitteilung über diese». Raub durch alle Zeitungen gegangen war, einen ano» nymen Brief bekommen, der unversehrt' alle 'Geldscheine'enthielt'. In dem Brief entschuldigt sich dtr„dankbare Leser", daß er der Autorin der „Katzengeschichten"- soviel Kummer verursacht habe-. Er wäre nie zu seiner Tat fähig gewesen, hätte er gewußt, um wen es sich handele, denn er gehöre seit vielen Jahren zu den Bewunderern von Colette. Der stürmische Atlantik. An der portugiesischen Atlantikküste wütet ein schwerer Sturm. In Näzare hat die Sturmflut die unteren Stadtteile zum Teil .überschwemmt. Im Hafen von Lissabon sind auch große Swrmschäden' zu verzeichnen. Zwei Fischerboote sind gekentert. Ein Segelboot ist gesunken. Bisher hat der Swrm vier Todesopfer gefordert, Rrkordietrirb auf den staatlichen Aerolinirn. Im Jahre 1986 hatte der gesamte Flugbewieb unserer staatlichen Aerolinien«inen großen Aufschwung zu verzeichnen. ES wurden 17.880 Reisende(gegenüber 12.060 im Jahr« 1985) befördert, ferner 849.588 Kilogramm Frachten(gegenüber 284.998). Bei 4519 Start» und Landungen wurden insgesamt 798.846 Flugkilometer zurückgelegt. Die Regelmäßigkeit des Flugverkehr» erreichte Y9, auf einigen Strecken volle 100 Prozent. Absätze au» Seide. Die-japanischen Schuh- und Sandalenfabriken machen zur Zeit Versuche, Absätze au». Seide herzustellen. Diese Versuche sollen bisher ausgezeichnete Ergebnisse gehabt haben,-Di« Absiihe,-d>e aus mehrere». Lagen Seidendf bestehen, sind sehr.dauerhaft, elastisch und fast geräuschlos, Während Gummiabsätze«in Ausfuhrmonopol der Bereinigten Staaten darstellen, hofft die japanische Industrie mit diesen neuen Seidenabsätzen «ine wirksame Konkurrenz bilden zu können.. Jglau Im Schnee. Der Schneesturm wütet in der böhmisch-mährischen Höhe bereit» vier Tage. Bei- ständiger Zunahme de» Schneestandes wurden di« Schneemassen durch-den Sturm von den Hügeln in die niedriger,gelegenen Stellen heräbgrwrht.. wo sich stellenweise zwei- bis' drei Meter hohe Schneewehen bildeten. Die Fahrbahnen' der Wege und Straßen sind vollkommen verschüttet' und e». ragen nur den Schneewehen die Bäyme und, Telegraphenmasten hervor. Holzwehren, die auf den Straßen ausgestellt'wurden, haben die vollkommen« Unterbrechung, de» Verkehr», verhindert., EI bleibt-noch kalt. Da die allgemeine'Lust-, druckverteilung in Europa, eine andauernde Zufuhr der. kalten, konttnentalen Luft,.vom.Osten-. gegen Westeuropa veranlaßt, wird der bisherig« Witterungscharakter bei un»- voraussichtlich.- ungeändert bleiben. Wahrscheinliches Wetter D o n.n e r» t a g: Noch unbeständig, Neigung zu- Schneefällen, andauernder, im allgemeinew jedoch, nachlassender Frost, Südostwind. W e i t e r a. u»- s i ch t e n f.ü r F r'e i t a g: Andauern der unbeständigen Witterung mit zeitweisen- Schneefällen Mrd ganztägigem Frost. 1 Donnerstag, 28. Jänner 1937 Seite st WksMrtscW und äo^latpoütiL Die Arbeitslosenunterstützung der Union der Bergarbeiter Sn einer Ueberstcht über den Verlauf bei Jahres 1986 stellt der.Glück auf!" fest, Last die Steigerung des Kohlenabfahe», die infolge der er» yöhten Elfen« und Stahlproduktion einigen Betrieben zugute kam, aus den Stand der Arbeitslosigkeit in den Bergrevieren so gut wie keinen Einfluß auiüben konnte. Der Tatsache, daß die Kapazität vieler Bergbaubetriebe vorher nur derart auSgenützt war, daß auf den meisten von ihnen trotz verminderter Arbeiterzahl nur an drei oder vier Schichten in der Woche gefördert wurde, konnte selbst durch die Erhöhung des Absatzes nur insoweit Abbruch getan werden, daß in einigen Betrieben«ine oder zwei Schichten mehr gefördert wurden. Zu Einstellungen der seit Jahren außerhalb der Betriebe stehenden Bergarbeiter kam. cs nur auf wenigen Gruben. In bezug auf die Beschäftigungsmöglichkeiten bietet die wirtschaftliche Lage, im Bergbau nach wie vor ein trostloses Bild. Die Gewerkschaftsarbeit der Union der Bergarbeiter mußte mit dieser Tatsache auch im vergangenen Lahr rechnen und neben der Abwehr von Entlastungen größeren Umfangs, der Einstellung von Betrieben und Verteidigung der KollektivvertragSIöhn« konzentrierten sich ihre besten Kräfte darauf, den Opfern der Krise Schutz und Hilf« zu gewähren. Weit mehr als zweieinhalb Millionen Kronen wurden im Jahre 1986 den arbeitslosen Mitgliedern der Union ausgezahlt, davon über 796.909 Kronen aus BerbandSmitteln. Gegenüber dem Jahr« 1988 vermindert« sich dabei die ordentliche Unterstützung mit dem StaatSbeitrag nur um rund 89.999, die außerordentliche um rund 19.999 Kronen. Di« uMvesenlliche Verminderung entspricht dem Uinstand, daß im Vorjahr der durchschnittliche Stand der arbeitslosen Mitglieder 727 gegen 789 im Jahre 1988 betrug. Die Anzahl der angefallenen Unterstühungsfälle steigerte sich um 681 auf 8721, während die Zahl der Tag«, für welche Unterstützung gezahlt wurde, von 188.198 auf 179.782 im Jahre 1986 fiel. ES ergibt sich eine Senkung der durchschnittlichen Bezugsdauer von 89.88 Tagen auf 48.26 Tage im Vorjahre, die auf die Erhöhung der Zahl der in Wechselurläub stehenden Betriebe zurückzuführen ist. Mit der im Jahre 1986 ausgezahlten Arbeitslosenunterstützung hat die Union der Bergarbeiter seit dem Jahre 1929 schon 8,748.849 Kronen aus Verbandsmitteln an Unterstützung ihren arbeitslosen Mitgliedern ausgezahlt, mit dem StaatSbeitrag 18,291.986 Kronen. Die Union der Bergarbeiter hat, wie auch die anderen freien"Gewerkschaften, für di« Arbeitslosen ein Werk der Solidarität vollbracht, neben dem die mit großer Reklame aufgezogenen Aktionen, die. unter dem Schlagwort der.Volksgemeinschaft" aufgezogen werden, Verblasten. Denn nicht au» parteipolitischen Bedürfnissen, sondem au» dem Geist der Arbeiterbewegung entsprang die Bereitschaft zu gemeinsamer Hilfe für die Krisenopfer und nur dem gewerkschaftlichen Kanwfe haben e» die Arbeitslosen zu verdanken, daß sie nicht auf gelegentliche.Liebesgaben" angewiesen sind, sondern den Anspruch auf die Unterstützung erlangt haben. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten vor einem Kartell der Baumwollweberelen. Zwischen den Zentralverbänden der tschechischen und der deutschen Baumwollwebereibesitzer finden in Kürze Verhandlungen über die Errichtung eine» Koahltisnenkartells statt. Bei seinem Zustandekommen, mit dem zu rechnen Ist, soll der Plan einer Erweiterung zu einem Kontingentkartell verfolgt werden. Höhere DerLrauchssteuer.Einnahmen. In den Ersten elf Monaten,1.936 sind-an Verbrauchs-, steuer'.»’ Weltzinnverbrauch 1986 um 11.500 Tonnen gestiegen. Der Internationale Zinnausschuß schätzt in seinem Jänner-Bulletin den Weltderbrauch 1986 auf 154.0ÜÜ'TonniN gegen 142.809 1988." Die ländermäßigen Verbrauchsziffern liegen erst für di« ersten elf Monate 1986 vor: USA verbrauchten 72.748 Tonnen, um 21.9 Prozent mehr als 1988; England al» zweitgrößter Konsument verzeichnet eine Abnahme um 8.8 Prozent auf 21.999 Tonnen. Die größt« Verbrauchssteigerung iveist Sowjetruhland mit 89.8 Prozent auf. e» folgt Polen mit 89 Prozent und die Tschechoslowakei mit 29 Prozent. Stärker al» der Ver« Wicdcrdoncrclhl... Von. Martin Grill Rudi schlief in dieser Nacht unruhig. Immer wider schreckte er auf und hatte da» drückend« Gefühl, in eine unangenehme Verpflichtung verstrickt zu sein. Lange bevor der Wecker schrillte, lag er wach und starrt« In die Dunkelheit hinein. DaS Frühstück schlang er hastig und schweigsam hinunter. Dann gab ihm seine Mutter, die ihn still beobachtete, da» Bündel, da» sie schon am Borabend fertig gemacht hatte, und dazu"einige, gutgemeinte Ermahnungen, die sein Verhalten in den nächsten Stunden betrafen. Sie erschienen ihm unnötig, und so brummte er mir irgendeine Antwort, Nahm da» Bündel, verabschiedete sich.kurz, und ging in den dämmernden Morgen hinaus.- Der kalte Morgennebel schlug ihm wie«in feuchter Lappen in» Gesicht. Er war lange nicht zu dieser Tageszeit auf der Straße gewesen. Be- lannte" hasteten an. ihm darüber, er-fühlte etwa» wie Haß gegen.sie aufsteigen: Die standen.fest an ihrem Platz, hätten ihr Leben in Ordnung,-und galten etwa» in dieser Welt; ob sie ihn bei ihrem morgendlichen Gang zur Arbeit auch nur ein«in- zigesmäl vermißt hatten? Gewiß nicht!-— Da kam schon der Nachtwächter;- den- er stnst immer erst an der Brücke getroffen hatte, und hier kamen die dn-i Frauin; an die hatte er überhaupt nicht mehr gedacht. Eigentlich hätte" vor! ihnen der alte Kellner gehen müssen, der immer- so müde ausgesehen hatte. Aber er, traf den weißhaarigen Mann überhaupt nicht;.wahrscheinlich war er schon abgebäut worden oder gestorben;, wer brauchte heute schon einen alten Kellner I.■ Aber nun,— zum erstenmWlinderte sich etwa» der Druck, der auf Rudi die ganze Zeit über gelegen hätte,— nun, Mußte ja da» schlanke Mädchen kommen mit den glänzendschwarzen. Zöpfen und den großen,-dunklen Äugen, die ihn" immer so fragend ängeblickt hattest. Zum Teufel I— heute wollte er sie aber bestimmt, grüßen,nicht mehr. so. blöd wie früher vorübergehen,"und abend», da würde er st« irgend etwa» fragen, etwa, ob ihr Chef heute gefolgt hatte oder irgend«inen ander n Unsinn, der di« Annäherung erleichtert, und dann wollte er wie zufällig nach den Zöpfen greifen, und dann... Herrgott, er war ja nicht mehr so dumm wie früher..> l Froher schritt er äuS, da stürzte auch schon sein Himmel zusammen: Da ging sie ja, dir Äugen dunkel und glänzend, schöner al» je zuvor, dieZöpfe über dieSchulter geworfen— aber an ihrer Geste, oa ging so ein geschniegelter, geleckter Äff« mit gebrannten Haaren und himmelte sie an. Und sie? Sie lacht« der Kleiderpuppe glücklich in»««sicht, daß dem erstarrten- Beobachter der- Zorn"und die Beschämung hochkamen. Da» war aber endgültig vorbei! Und Rudi erkannte die harte Realität eine» Jahre»:®» genügte, um«inen Kellner in Nicht» zu verwandeln und au» einem jungen, unbefangenen Mädchen—, kein unbefangene» Mädchen zp machen. ' In seine Bestürzung und sein Nachdenken hinein heulte eine fern« Sirene. Dreiviertel auf sieben!— Unser Bursche ging schneller und stand kume Zeit später vor dem Fabriktor, durch da» er vor-eistem Jahr in dem Glauben geschritten war, daß di« Fabrik nur einige Wochen, würde stehen bleiben,— aber erst vor acht-Tagen hatte man wieder zu arbeiten begonnen und heut« machte tt selbst sein« erste Schicht. „Da bistidn A.wieder", brüllte Ihn jemand Oft, der mit wippenden Rohren und Flacheisen beladen über, den-Hof. marschierte,»bist- auch nicht Picker geworden,«her dünner, schaust auS wie ein Gipsneger Im MpMchrin." Das war doch Karle, so brüllen" konnte kein anderer. Aber was fiel diesem Fuchsschwanz ein,' vor dem Läuten Material herastzithpken?! „Mach nur, däß du reinkommst-, sonst tvirft dich der Alte gleich am ersten Tag wieder hlpausl Wirst die Augen astfreisten,.wir habest«In neues Arbeits-Regiment oder so ähnlich. Pfui Spinne!" brauch ist 1986 die Produktion um 27.800 Tonnen auf 171.000 Tonnen gestiegen. 89 Prozent der Gesamterzeugung entfallen auf Malaya und 18 Prozent auf Holländisch-Jndien. Die sichtbaren Weltvorräte stellten sich Ende 1986 auf 22.695 Tonnen gegen 18.841 Tonnen 1988. Husikiul Vas Echo des Hexenprozesses In Frankreich lieber den Eindruck des Moskauer Prozesses in Frankreich wird der»Berner Tagwacht" berichtet: »Der Prozeß der Moskauer Tscheka gegen Radek, Pjatakow und Genoffen begegnet innerhalb der französischen Arbeiterbewegung und bei den freiheitlichen, der Sowjetunion im allgemeinen wohlgesinnten Intellektuellen noch viel größerer Aufmerksamkeit als der seinerzeitige Sinowjew- Prozeß. Das Mißtrauen gegen die russischen Justizmanöver ist allgemein und die»Humanitö" muß täglich mehrere Spalten mit Schimpf« und BerleumdungSartikeln gröbster Sorte gegen den »Trotzkismus" füllen, um wenigsten» die eigenen Anhänger bei der Stange zu hasten. Unter dem Barsch der bekannten Schriftsteller Madeleine P a z(SFJO), Victor Serge (Trotzkist), George» P i o ch(Pazifist) und Gal- t i e r- B o i s s i t r e hat sich«In überparteiliche» Untersuchungskomitee gebildet, das— allerdings vergeblich— für mehrere hervorragende französische Juristen, darunter auch den Lyoner Rechtsgelehrten Andrö Philip(SFJO) von der Pariser Sowjetbotschaft Bisa angefordert hat, damit sie sich al» Beobachter zum Prozeß nach Mo»- kau begeben können. Gleichzeitig hat Victor B a s ch, der Präsident der Liga für Menschenrechte, in deren Namen und al» Repräsentant der Ideenwelt der französischen Demokratie telegraphisch von der Sowjetregierung ungehinderte öffentliche Kontrolle de» ProzeffeS und Sicherung der BerteldigungSrechte für di? Angeklagten gefordert. Auch die Vereinigung der sozialistischen Rechtsanwälte Frankreichs verlangt in einer Entschließung die weitestgehende Sicherung der Ver« teidigungörechte, die Zulassung ausländischer Verteidiger, wie die» bei großen polistschen Prozessen zu Lebzeiten Lenins der. Fall war. Auch soll ig, politischen Prozessen keine Todesstrafe mehr ausgesprochen werden. Endlich hat der zentrale Parteivorstand der SFJO in seiner letzten Sitzung mit allen gegen «ine Stimme eine Resolution angenommen, die unter Ablehnung jeder Parteinahme für die An« geklagten,-, die ost al» heftige.Gegner der,Zwesten- Jniernationale aufgetreten"seien, gesicherte Ver» teidigungSverhältnisse. Zulassung von Perteidi- "gern, die nicht von der russischen Regierung abhängig sind und Verzicht auf da» Aussprechen der Todesurteile fordert. Während im»Populaire" Andri Le- roux den Prozeß eingehend kommentiert und die Leistungen der Radek, Pjatakow usw. historisch würdigt, geben auch der»Oeuvre" und da» weitverbreitete linke Wochenblatt»La Fische" der Kritik an den Moskauer Jusstzmethode» Raum." Der JSlam in Afrika.(AP.) Der Islam macht in Afrika in den letzten Jahrzehnten außerordentliche Fortschritte. Die Zahl seiner Beken» Und wie er die Augen aufriß! Es hatte sich sehr viel geändert: der Alte teilte ihm zur Begrüßung höhnisch mit, daß von nun an auch der Herr Oberstist eine Viertelstunde vor Arbeitsbeginn hier zu sein habe, die Gehilfen waren nervöser und leichter erregbar, dos Arbeitstempo war-schneller und dl« Flüche, die den immer ungeschickten Lehr« jungen um die Köpfe flogen, waren saftiger als je zuvor. Rudi bekam eine Arbeit an der Dreh« bmü, di« er früher Immer gern gemacht hatte, aber jetzt ging ihm nicht» von der Hand. Alle» ringsum widerte ihn an;«s war nicht mehr die alte Werkstatt. Er glaubt« plötzlich den Grund de» Unbehagen» zu erkennen, der ihn seit gestern bedrückte: er gehörte nicht mehr hierher, er hatte sich innerlich von.diesen Beruf gelöst! Wär« die Arbeitseinstellung nicht gekommen, heut« wäre er Gehilfe mit vertraglich garantiertem Gtundenlohn, aber so war/ er«in Richt», der jedem Wink. gehorchen mußse.-Und wozu hatte er denn in dem Abendkur» Schreibmaschine und Stenographie gelernt? Um hier'hocken zu bleiben? Am besten wäre er, er haute sofort ab. Am besten wäre«».., „Borco diol"Du Riesenschaf", brüllt« ihn der Aste an, ,warum! drehst du denn in den Dorn hinein?"\ Rudi fuhrzusammen und gab dem Führung»- pad einen Ruck, leider nach dir falschen Stile- Im nächsten^Augenblick hörte man nur ein Krächzen und Krachen, dann sauste"»in Stück Drehstakl an de» Meister» Kopf vorüber, der vor Wut dunkelblau anlief. Da» Donnerwetter, da» nun los- brachi ,blieb lange Zeit" im Gedächtnis der Umstehenden bgsten. Rudi aber rannte mit demDreh- ststhl'in-die Schmiede," stm esxwieder zu einem gebrauchsfähigen Messer auszuschmieden," " Er starrte mutlosin das Feuer, das den dunklen Stahl rasch erwärmte..DieMahnung, seiner Mutterfjel ihm ein, sich gut zu halien. oamit er" nicht wieder al» erster quSsetzen mußte. Einige Kollegen grinsten ihn wegen des Mißgeschicke» hämisch(in; alle» hatte sich gegen ihn verschworen; alle Menschen waren gleich: entweder lachten AGße Sedtandtectie f&ckw'VcJXnujßcA, enthalten In unverändertem Zustande nur DIANA-VOLLMILCH-MALZ, Nur diese allein werden nach einem speziellen Verkehren aus frischer Vollmilch erzeugt und sind daher besonders nahrhaft, heilsam und mlldschmeckand. ner wird jetzt in diesem Erdteil mit 58 Millionen angegeben. Davon gehören 28 Millionen zu den Bantustämmen, die in letztet Zeit in großen Scharen der Lehre des Propheten beitraien.Dem» gegenüber zählen di« verschiedenen christlichen Bekenntnisse, einschließlich vier Millionen Abessiniern, nur 11 Millionen Anhänger. ES wird behauptet, daß dort, wo in Negerasrika Christen und Mohammedaner miteinander in Wettbewerb treten, auf einen bekehrten Ehristen zehn bekehrt« Mohammedaner kommen. Die Sendboten des Islam durchziehen vom Norden und Nordosten aus den ganzen Kontinent. In folgenden zwölf Gebieten sind neun Zehntel der Bevölkerung mohammedanisch: Marokko, Tunis, Rio de Oro, Aegypten, Sudan, Libyen, Tripolis, Mauretanien, Zanzibar, Britisch-, Französisch- und Jta- lienisch-Somaliland. In folgenden sieben Ländern ist die Hälfte mohammedanisch: Algier, Senegambien, Guinea, Nord-Nigeria, Süd-Nigeria, Tschad-Distrikt und Erythräa. In zahlreichen weiteren Ländern umfassen sie ein Drittel der Bevölkerung. Die mangelnde Einheit des Islam hat im übrigen nicht zu seiner Schwächung beigetragen. Den Ausschlag geben die ans der Azhar-Universiität in Kairo und von den Führern ,der Ahmadiya-Bewegunz in Indien (Lahore) ausgehenden modernen Richtungen. Sie versuchen, den Koran mit der modernen Kultur in Einklang zu bringen. Ein paar Beispiele für die intensive Arbeit: In Französisch-Westafrika gibt es 7600 Koranschulen mit 60.000 Schülern, in Dahomey 184 Koran-Schulen. In Liberia roden mohammedanisch« Neger die Wälder, um Raum für ihre Siedlungen zu schäften. In Lagos, dcr HauptstadtMigerias.'gibt-eS-heuie. 50 Moscheen. In Abessinien machen die JMiener den Mohammedanern weitgehende Konzessionen, insbesondere in der Provinz Harrar. Pari». Der Direktor der Abteilung für Handelsverträge Alphand reist Donnerstag nach Berlin, wo er mit den Bettretcrn de» Reichswirtschaftsmini- steriums Beratungen über einige französisch-deutsche HandelSfragen pflegen wird. Es wird betont, daß diese Beratungen reinen Handelsfragen gewidmet sein werden und daß nicht über die bedeutsamen Wirtschaftsangelegenhelten verhandelt werden wird, die von Aon Blum in Lyon erwähnt wurden. sie ihn auS oder sie beschimpften ihn. Nun hatte er es satt; in jeder der verflossenen vierundzwanzig Stunden hatte er das Unheil gefühlt. ES war alles verloren, er mußte umsatteln, noch heute wollte er türmen, er wollte... In diesem Moment bekam er einen mächtigen Schlag auf di« recht« Schulter, der ihn fast zu Boden warf, neben ihm stand gutmütig lächelnd Jaro, sein bester Freund, ein Riese von Gestalt, der eben zu einem zweitenSchlagll ausholte. Dabei sagte er:„Nun wach aber auf, Mensch, und laß deine Wut an dem Stahl aus, sonst verbrennt er dir noch und dann frißt dich dec Alte mit Haut und Haaren!"- Entsetzt blickte Rudi, in das Feucr, der Stahl war strahlend hell, fast sprühte er Funken. Blitzschnell griff er zu, riß ihn heraus, legte ihn auf den Ambos und schlug auf ihn ein, daß die Funken stoben. Den ganzen aufgespeicherten Zorn legte er in seine Hammerschläge: dieser Schlag galt dem hämischen Alten, dieser t..n feixenden Karle, ocr dem Jaro, der nächste der schwarzhaarigen, falschen Katze, die nicht einmal«in Jahr hatte auf ihn warten können. Sein Hammer tanzte einen rasenden Wirbel auf dem glühenden Stahl, der sich streckte und schmal und glatt und lang wurde, wie eS sich für ein richtiges Drehmesser geziemt. Und Schlag und Schlag... Alles, was ihn bedrückt hatte, zerschlug er: seinen Kleinmut, seine Zweifel, seinen, Haß, sein« Furcht bor dem Kommenden. Zurück blieb nur der Will«: Ich werde es "ihnen schon zeigen, Ich werde es schaffen! Zurück blieb dar Gefühl: Ich bin doch nicht unter gleichgültigen Menschen, ich gehöre hierher! Und als ihm Jaro noch eins versetzen wollte, wich er geschickt aus und knurrfe ihn dankbar rauflustig an: „Warte nur, in der Mittagspause, da kannst du etwa» erleben!*/ - Nun erst war er, wie sich die Wirtschaftler so schön au'zudrückest pflegen, in den Arbeitsprozeß wieder ein gereiht... Seift 0 pSo.ilnO’tiitoTrnf Donnerstag, 88. Jänner 1C37. Nr. 24 Jftwist und Mssen Zn Beginn dieses Jahres verlegten sie sich auf Kalleneinbrüche und raubten, die feuersichere Kasse Ein Soldat iibcrsahren. Der. Chauffeur Ernst Lernh aus Wysotschan überfuhr gestern vormittags MilitärverratSprozeh in Brünn. Der Senat der Kreisstrafgerichtes in Brünn für Angelegenheiten des Militärverrate» verurteilte unter dein Vorsitz Les Rates Dr. Prostijovfth den Kurt Karl Äotyczka wegen des Verbrechens de» Militärverrate» und de» Verbrechens der Verleitung zur Desertion zu zehn Jahren schweren Kerker» und zu einer Geldstrafe von 1000 Ke. welche im Falle der Uneinbringlichkeit in weitere zehn Tage Gefängnis umgewandelt wird. Der Verurteilte hat, die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufuna eingeiracht. ^alskkrougon ohne Ende unter drei wegen falscher Zeugenschaft. ES zeigte sich, daß er verschiedentlich al» professioneller Zeugei und zwar mit Vorliebe in Autosachen, fungiert hatte. Diese Enthüllung wirkte wahrhast sensationell. Staatsanwalt Dr. Svoboda beantragte sofort anschließend unter Hinweis Mitteilungen aus dein Publikum. Mit frischer Vollmilch werden'einzig und, allein' nach einem speziellen. Verfahren- die, Diana-Boll» milch-Malz erzeugt.' nabmewegen dringendenVer- dachte»ein er weiteren falschen Zeugenschaft. Nach kurzer.Beratung gab der Gerichtshof, dessen Vorsitzender seine Entrüstung über derartige Methoden nicht verbarg, dem Antrag de» Staatsanwalts statt und Dlouhh wurde sofort in Untersuchungshaft abgeführt. So reifte schließlich nach langstündiger Verhandlung die Sache gegen di« Mandlovä dem Urteil entgegen. Diese» lautete nach Erwartung. Adina Mandlovä wurde schuldig erkannt de» Verbrechen» der falschen Zeugenaussage und des Vergehen» gegen die Sicherheit des Leben» und zu vier Monaten schweren Kerkers verurteilt. Die Kosten wurden al» elniringlich erklärt. Der Berurteilten wurde dreijährige Bewährungsfrist zu, erkannt. Militärverrat Der Senat des KreiSstrafgerichtcS in Prag für MilitärvcrratSangelegenheitep verurteilte am 27. Jänner 1987 nach einwächiger Verhandlung den Beamten Heinrich Traxler wegen de» Verbrechen» des Militärverrate» zu IS Jahren schweren Kerker» und zn einer. Geldstrafe, Don 15.000. KC Anton Schwarz, Gastwirt-in Testi Velee- niee(Bmündi undRtchardSchlvtlkz, jüse 12 Jahren schweren Kerker» und zu einer Geldstrafe von se 12.900 US, eventuell 120 Tagen schweren Kerker», JosefSchwarz zu sieben Jahren schweren Kerker» und zu einer Geldstrafe von 7000 KL, eventuell 70 Tagen schweren Kerker», mit entsprechender Verschärfung und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Franz Schwarz, Kellner io Eeskö Veleniee, wegen de» Verbrechen» der Nicht- anreige des Militärverrates zu acht Monaten Kerker unbedingt. Die Klage vertrat Staatsanwalt Dr Z'tek. In der Käninsstraße in Wysotschan«inen Soldaten aus Leitmeritz, der ebenfalls Ernst Cernü hieß. Der Soldat fiel aufs Gesicht und blieb belvußtlor liegen; mit einer schlurren Gehirnerschütterung wurde er in» Divisionsspital am Karliplatz gebracht. Die Ortsgruppe Stufte und Umgebung de» Deutschen Kulturverbande» hält am Samstag, denSO. Jänner d. I.. im Handwerkerheim, Smeikagaffe 22,.um 8 Uhr(kleiner Saal) ihre ordentliche Jahreshauptversammlung ab. verbunden mit einem Lichtbildervortrag Sekretär Jeitschko» (Winter in Kärnten u.,«.). Freunde und eingeführte Gäste.willkommen. Die AubflugSzÜge zu'den Semesterferie« In die Hohe Tatra 550 Ke. in» Rlcsengebirge.800 KC,. in» Adlergebirge 816 KJ,' s in d g«sich er t. Anmeldungen können' noch vorgenommen werden. KartenauSgabe Samstag, den' SO. Jänner, von 8 bis 12 Uhr im Bazar neben dem WIlsonbahnhof Tel. S8SS6. eine dringende Sendung anzubringen —rb- Die Mandlovä zu vier Monaten verurteilt Die Kunst _...,___.. ötnncneiiiuiuajc unv luuuiun uie tcucliiojcic oiunt an den Abendschaltern der Prager Hauptpost bcS Magistrates in Bkevnov aus; kurz vor der Bor. nlnn nnnirnnnn Hnnnnn» nnenlwlnirna/..._— Bezlrksorsanisatlon Prag der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Freitag, den 2S. Jänner, im Großen Saal deS AandwerkerSvereineS, Prag II., SmeöKh, spricht«m 8 Ahr Genosse W. Jaksch über das Thema „Die ttcbeebmlovakltehe Ltssttldee und unsere sozialistische Aufgabe" Der Winter in Amerika Ein Bild von den schweren-Schneestürmen, die über Kalifornien niederglngen. Ein Schnee« Pflug macht die Straße stach' Point» East frei/- Feodor Schaljapin, der weltberühmte russische Basiift, sang vorgestern Im großen Luzernasaale vor einem ebenso zahlreichen wie begeisterten Publikum. Sein Liederabend war di« erste Beranftalfting «ine» drei Sonderkonzerte umfassenden Zyklus von Meisterkonzerten und trug da» Motto„Der geniale Künstler— dem genialen Dichter". Denn das Programm der Liederabend» umfaßte zum Überwiegenden Teile Verwnungen von Dichtungen de» vor hundert Jahren tragisch verunglückten große» rusiischen Dichter» A. S. P u s ch k i n; Lieder und Gesänge der ruffischen Komponisten Tschaikowsky, Rimfty-lkorsa- kow, Musiorgsky, Rubinstein, Borodin und anderer. Der gewaltige Stimmkrösu» von einst ist Schaljapin nicht mehr; in der Höhe hat sein Organ nicht mehr den richftgen Schmelz und da» große Volumen, und auch die Tiefe wirkt nicht mehr so vrofund und rund wie einst. Dafür aber ist der Vortragskünstler Schaljapin womöglich noch vollkommener und vielseitiger gelvorden. Sein dramatischer, durch Gesten und Mienenspiel unterstützter-Vortrag' ist einzigartig und unerreicht, ebenso die Kunst seiner Parlando-Dekla- mation, die dem Gesang da» gesprochene und geflüstert« Wort ebenso wirkungsvoll dienstbar macht wie den gebundenen Ton. Der große Gesangskünstler Schaljapin zeigt sich auch in der erlesenen Kultur seiner Stimme, deren Piano nicht minder ergreift wie ihre Kunst de» Schwelltones erregt und ihre gelegentliche offene Behandlung dramatisch packt. Daß Schaljapin auf diese Weise das Balladeske im Gesang, das Opernnahe am heften liegt, ist klar. In Maria Kalamkarian hatte sich der stürmisch gefeierte Meistersänger«ine delikat und anschmiegsam spielende Klavierbegleiterin mitgebracht. 8.- I. Eugen Cnicgitt im D 37. Eine Neueinstudierung von Puschkin» lyrischem Drama in einem Avant« gardtheater vom Schlage D 87, als eine Festvor- stellung im Reigen der Puschkinfeiern, mußte mit Spannung erwartet werden, gerade weil sich in Puschkin» Schaffen Werke finden-—. z. B. Boris Äodünov— die, aktualisiert, für die Burlansche Kunsttendenz mehr. Anhaltspunkte versprechen.- Im Vorwort zu dieser Neueinstudierung sucht Burian diesen Einwänden zu begegnen, indem er an Hand der Tatjana und Onjegin in den Mund gelegte. Verse beweisen will, daß da» Drama eine Auftehnung gegen die Gesellschaftskonvention darstellt, gegen die Abhängigkeit der Frau und die Ueberintellektuali« sierung der Manne». In der Einstudierung Burian» Ist aber diese» Moment, trotz der gerade an diesen Stellen mit Nachdruck deklamierten Versen, nicht stark und vorherrschend, da» Werk ist und bleibt vor allem lyrisch.— E» waren eigentlich zloei Aufführungen, die'sich da gleichzeitig vor dem Zuschauer entwickelten. Eine— wenn man da» Wort auf die Szenenreihe de» eigentlichen Drama»- anlvenden kann'— reale.und die zweite auf der Projektionsleinwand mit- und nebenher laufende, surreale: I Theater und Kino zugleich. Die Darsteller schufen die i eigentliche Handlung, die laufenden Bilder, die sinn» licht,'begleitende und erklärende zu den'einzelnen Szenen, wie die» einigemal stark ausgeprägt hervortrat.(Die Fahrt Onjegin» in» Theater, der Tanz Tatjana» mit Onjegin etc.) Diese» Doppelspiel versetzte den Zuschauer in eine Art Traumzustand, der — und dies sei trotz mancherlei Einwendungen zugestanden— suggestiv wirken konnte.— Die Hauptgestalten des Drama». Onjegin, Lenskij, Tatjana und Olga(Podlipnlj. Liska, Bureöovä und Stränftä) stellten sich mit charafterisierenden Versen in der Ein- leitungrszene gleichsam vor und ihre Darstellung blieb auf gleichmäßig künstlerischem, festgefügtem Niveau. Auch die Übrigen Darsteller und die einstu- djerten Tänze, vom klastischen Ballett angefangen, verdienen Erwähnung. Die Ausstattung loar, wie üblich, mit.wenigen Behelfen bewerkstelligt:'.die Projektionsleinwand, ztvar durchsichtig, ließ wohl die Bilder sanfter erscheinen, doch wirkte bei anderthalbstündiger Szenenreihe die vorherrschende Verdunkelung der Bühne ermüdend. Es war ein eigenarttger Versuch, ein Drama, besten Ban Imrch di« Tschai- kowsy-Over und durch unzählige dramatische Aufführungen feststeht, in dieser Weise, auf die Szene zu setzen. E. F. Burian hat zu seiner dramatischen Bearbeitung und dem Szenario die neuesten lieber« sctzungcn der Dichter I. Hora und Petr Kkiika benützt. Auch da» stellt die Einstudierung Burian» in die Reihe bedeutender Taten'de»-Puschkin-Jahre», m. i. Wochenspielplan de» Renen Deutschen Theater». Donnerstag 7%: Ein Ma skenb a l l. C 1„ — Freitag 716: Auf der grünen Wies«, D.— Samstag 74b: Fräulein Elfe, Erstaufführung, A 2. Wochenspielplan brr Kleine« Bühn«. Donnerstag 7sii: Matura,— Freitag 8: Matura.— Samstag 8: Axel an ber Himmelstür." Bezngsbe ding u n g o n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post-monatlich Xi iS.—, vierteljährlich KL 48.—, halbjährig KL SS.-- ganzjährig KL 192.—.Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei« öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rewurmarkeg.— Die ZcitungSsrankatur wurde von der Post- und Tele«- graphendirektwn mit Erlaß Nr. 18.800/V1U1980 bewilligt.— Druckerei:.^OrbiS", Druck-, Verlag»- und ZeitMgS-A.-G. Prag. . Haftung beraubten sie eine Kaste in'Prag II. Die Da» Prager Hauptpostamt amtiert gesamte Beute wurde In die Wohnung der SluSek zur Annahme von Briespost zwar bis in die nach Kyje geschafft,, wo vor ihrer Verhaftung auch Nacht hinein, lver aber gezwungen ist, in der sie-&' c Grüdcr Nildost und Oldkich Starh wohnten, die im., w>*«.»•..SÄäTJÄXi Sendung süzufertigen, ivird merken, dahdnS kein werden und wurde teil» den Bestohlenem ,o einfaches Unternehmen ist. Vor den-Schaltern. mirückgegebcn, teil» in gerichlliche Ausbcwahrpng stauen sich lange Schlangen mehr oder weniger übernommen. Bis auf Fiala sind alle geständig, geduldig Wartender, die nur sehr langsam vor rücken. Nachdem man sich angestclit hat und nach einer Viertelstunde glücklich um einige Plätze vor gerückt ist, erfahrt man durch Zufall, daß dieser Schalter und auch die beiden nächsten ausschließ lich für Anna hm e rekommandier ter Geschästspost reserviert sind und zwar .nur solcher Firmen, die Im Besitz eines. Rczipiß- buchcS sind, in welchem die eingeschriebene Post fortlaufend bestätigt wird, dem nicht Eingeweih- tcn oder gar dem Ausländer bleibt cS überlasten, durch unangenehme eigene Erfahrung hinter die ses GeheininiS zu kourmen. Man stellt sich also von neuem beim letzten Schalter an, Ivo man schließlich auch eine kleine Aufschrift entdeckt: „Nur für Einzelpost" und vor welchem die längste' Schlange steht, die noch ständig von' murrenden! Leuten verlängert wird, die ebenfalls, nach länge rem Warten vor den unzuständigen Schaltern, sich neuerlich als Letzte in der Reihe anschließen dürfen, um endlich doch, langsam aber sicher den» richtigen Schalterfenster entgegengcschoben zu werden. Warum verhindert nicht die Verwaltung des Hauptpostamtes solche ärgerliche und über flüssige Zeitverluste durch entsprechende Infor mierung ihrer Klienten? Und weiter: Man legt eine Expreß sendung vor, mit dem Ersuchen, auch die Rich tigkeit des Portos zu überprüfen:„Nur expreß?" fragt die Beamtin niit leichtem Tadel in der Stimme. Dann aber wird die Sendung doch ge wogen, das Porto für richtig befunden und— die Sendung dem Absender zurückgcgeben, mit der Weisung, sie in den Kasten zu werfen, denn am Schalter würden nur rekomman dierte Sendungen zu dieser Stunde entgegen genommen. Warum denn einfach, wcnnS kompli ziert auch geht?I krau von Pollak übe• Trotzki Unter dem Eindruck der großartigen Kampagne der GPllTsch und ihrer literarischen Commi» hat sich die Frau von Pollak,«jne auS Sage und Anek dote bekannte Dame der Gesellschaft, der KP(GPU> Tsch angeschlossen. Sie wird demnächst, in der lite rarischen Abteilung des Berl-Brecht-Klubs«inen Vortrag auf dar Thema:„Kampf der trohkistifchen Weltgefahrl" halten. In einer Unterredung mit dem bekannten kommunistischen Dichter ParalouiS Berg schildert sie ihren politischen Werdegang: „Schaun Sie. ich bin eine einfache Frau und vkrsteh' nichts von der Politik. Ich bitt' Sie, wenn man fünf Kiiwcr hat, hat ma scho Sorgen um die Dialektik, wo noch dazu unser Prager Deutsch davon ganz rein ist. seit es Karl der Große am Hradschi» von seinen Alchimisten hat erfinden lassen. Da» waren goldene Zeiten, damalsl Wen» einer RischeS gemacht hat, gleich hat der Kaiser Karl seine zwiil- GoleniS ausgeschickt mit ihnen Likörbündcln und sehen hätten Sic solle», wie da die Trotzkisten ge laufen sind. Wissen Sic, nach so viel Jahrcn, ich bin seither noch immer Karlisti». Was fragen Sie? Ob ich Monarchistin bin? Warum soll ich mich in solche Sachen«inlastcn? Ich hab Ihnen ja schon ge jagt, daß ich von der Politik nicht» versteh'. Aber wie ich das vom Trotzki gelesen habe, sind nur die Schuppen über» Gesicht gefalle». Ist es nicht so? Er wollt die Insel Sacharin an Japan abtrcten- Die hätten cs nur noch zu Dnmdumprcisen nach Europa verkauft, daß es unerschwinglich geworden wär. lind mein Mann hält wüsten seinen Kaffee bitter trinke». Sie wiffen doch, er hat, nicht ans Sie gesagt, Herr Dichter, die Zuckcrruhr. Echo wieder zwei Prozent mehr. Wenn er nur e bisserl mehr Rezitive hält, er könnt das Zuckerkartell nieder konkurrieren. Ich sag ihn: immer: lltobcrt, sag ich, c» geht ja schließlich un: deine Haut, schließ dich an, reih dich ein! Ijnd wenn d» ans deine alten Tage — gar so alt ist er übrigen» gar nicht und für seine Jahre noch gut restauriert— nicht in die Parte: kommen willst, geh wenigstens in den Bcrt-Brccht- Klub, wirft dich wohl fühlen unter die jungen Leu ten I Was meinen Sie, antwortet er? Ich soll ihn In Ruh lasten mit solchencn Sachen. So sind sic, die Männer. Man muß sie aufrütteln. Mit de: Einheitsfront unter Führung der kommunistischen Partei ging das viel leichter. Aber wir dürfen nicht erlahmen. Der Frau Blaschke, Sie kennen sie doch, nicht?— sag ich das auch immer. Eine brave Fran. Wird bald auch Kommunistin sein. S 0 gescheit ist die. Was man ihr sagt, sie glaubt es. Gegen Trotzki ist sie auch. Wie spät ist schon? Halb sieben? Höchste Zeit, daß ich nach Hans komm'. Wissen Sie. «nein Mann, wenn» Nachttnähl nicht pinktlich fertig ist. wird er manchmal grob. Hab ich das nötig? Also auf» Wiedersehen.. Rot Fronti" K. Ruprecht. . 21 Diebstähle— Bente: 70.000 KL. Gestern gelang e», eine vierköpfige Diebrbande, bestehend aus dem LSjähriaen Maschinenschlosser Emil Hluiek aus Kyje., den: SOjährigen Dachdecker m:s Sircöobic und der SOjährigen Vlasta Hlusek. Frm: des erstgenann ten, zu verhaften. Den angeführten Männern wurden 21 Diebstähle uachgcwicsen. Die Geschäfte, die sie anSraubten. waren die verschiedenartigsten: Pelz läden. Fleischhauereien. Schnittwarcnhandlnngen etc. Dramatische Schlußverhandlung— Prag.—rb— lieber den Fall der Filmschau spielerin Mandlovä haben wir erst vor wcniaen Tagen neuerlich berichtet, als zivci ihrer Ent lastungszeugen wegen salscher Zeugenschast in eben dieser Sache vor dem Gericht standen. Gestern fand nun die Schlnßverhandluna gegen die Mandlovä. selbst unter Vorsitz des LGR Dr. Hom an:: statt auf die. ganz unglaubwürdige Aussage de» Zeügen und nahm einen außerordentlich dramaiischen Wer-jim heutigen Prozeß seine sofortige Jnhaft- laus. Mit Rücksicht auf die Veränderungen in der Be setzung des Gerichtshofes wurde zmüichst das ganze umfangreiche Bewcismatcrial wiederholt. Wie be kannt. geht es dann::, lver bei jener Unglücksfahrt den Wagen lenkte. Die Mandlovä behauptet« unter Widerruf, ihres ursprünglichen GcständnisteS, daß ihre seither verstorbene Freundin Kukera den Wagen gcstcnert habe. Unter de» Zeugen, die kurz vor dem tödliche» Unglücksjall die Mandlovä mit Bestimmi« beit am Volant erkannten, Ivar der Filmoperatcur BlaZek, der sie aus dem Atelier genau kennt. Die Tatzeugen, die von der Mandlovä geführt wurden, waren indcsten kuriose Leute. Da sind die Ebauf- feure S t r a k a und V a n ä t k 0, die unmittelbar nach dem Unfall erklärten, sie hätten nicht» gesehen — um sich ein Jahr später„spontan", wie der Verteidiger Herr Dr. Josifto mehrfach betonte, zu «Pldcn, nachdem sie angeblich erst ans der Preffe von dein schwebenden Prozeß erfahren hatten. Gegen diese beiden läuft bckannilich eine Anklage wegen falscher Zeugenschast. Wie groß war das Erstaunen, al» bei der gestrigen Verhandlm«: mit einem weiteren Entlastungszeugen, der sich natürlich gleichfalls spontan gemeldet hatte, aufwartete. ES war bin äcwistcr Karl DlöUhh, der älS Zeuge tr- klärte. er sei unmittelbar nach dem Unglück z» der Unfällstelle gekommen, wo bereits eine bichie Men schenmenge versammelt war. ,Hier hätte er mit Män nern gesprochen, die ihm dem Aussehen und dem Namen nach bekannt seien, ohne daß er aber ihre Adresse angcben könne. Diese beiden Männer, nach denen die Polizei vergeblich forschte, hätten ihm als Augenzeugen gesagt, die Mandlovä sei nicht am Volant gesellen. Die Aussage dieses Zeugen, der nach eineinhalbjähriger Frist natürlich gleichfalls „erst aus der Zeitung" von dem Prozeß erfahren hatte, machte einen reichlich merkwürdigen Eindruck. Während nun Staatsanwalt und Verteidiger in hef tigem Wortgefecht begriffen waren, ereianete sich ein merkwürdiger Vorfall. D:m Beisitzer. GR V y c- pälek, der seinerzeit Untersuchungsrichter gewesen war, kam der Zeuge Dlouhh nänckich eigentümlich be kannt vor. Dlouhh leugnete zunächst, jemals mit dem Gericht etzvas zu tun gehabt zu haben, dann gab er „politische Delikte" zu und noch später auch einige andere.-Aber alle Erlvartungcn waren übertroffen. al» nach einiger Zeit StaaiSanwalt Dr. Svoboda dem Gerichtshof das inzwischen beschaffte Straf register des Zeugen vorlegte. Es ergab sich nämlich, daß Dlouhh elf schwere Strafen verbüßt hat, bar-