Elnzelprel, 70 HCHCf(etnschlletzl.8 HellerPortol Aus dem Inhalt 17. Jahrgang Freitag, 2S. Jänner 1937 Nr. 25 Wer hat Kirow erschossen! (Aus der Vorgeschichte des Prozesses) Novellierung der Sozialversicherung gefordert Hitzige Wehrdebatte In Paris «»schetnt mit-es Mont«g tNgNch frNH ....°ltung.Pr°gXll„F°ch«oaS2— Telephon 88077— Herausgeber: Siegfried Tapb— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Die nationale Befriedung? Dr. Hodta vom vollen Erfolg fest überzeugt! Antwort an'die SdP/ Henlein verspricht loyales Verhalten Prag.(Tfch. P.-B.) Donnerstag vormit- tags empfing der Ministerpräsident Dr. Hodja eine Abordnung der Sudetendeutschen Partei, bestehend a«S oe» Abgeordneten H. K. 8 r a n k, Ernst Kundt, Hann» Neuwirth und Dr. Gustav Peters. Die Aussprache hatte die nationalpolitische Lage zum Gegenstand. Die Abordnung legte dar, daß die Sudetendeutsche Partei nicht die Anschauung anzuerkennen vermöge, daß die Lage.durch bloße administrative Maßnahmen so grundlegend und dauernd gebeisert werden könne, daß die von Konrad Henlein eindeutig in Vorschlag gebrachte Verständigung zustande kommt. An der Hauptsache komme es darauf an, daß die Durch führung»gesetze zur Verfassung sowie weitere Gesetze die Sicherheit bieten, daß, wie der Ministerpräsident selbst in keiner Rundfunkrede gesagt hat, die Verfassung sich auch praktisch voll und ganz auswirke. Tie Sudeten« deutsche Partei betrachtet die letzt vom Ministerpräsidenten einaeleitete Aktion als den A b s ch l u ß des im Jahre 1SS8 b eg o n ne n en Versuches die nationalpolitischen Verhältnisse auf administrativem Wege zu bessern. Die Sudetendeutsche Partei sieht in den Grundlagen der gegenwärtigen Verhandlungen■ der Koalitions-Parteien für das Sudetendeutschtum, keine Möglichkeit, die natto- nalpolitischen Verhältnisse befriedigend zu regeln. Sie bleibt sedoch ihrer bisherigen politischen Linie gemäß, ihrer grundsätzlichen parlamentarischen Erklärung vom 10. Juni 1935. treu. Sie wird auch die gegenwärtigen Verhandlungen unter Vorbehalt der fachlichen Kritik nichi zu stören versuchen. Sie wird freilich nach wie vor kür die staatspolitische Gesamilökung des deutschen Problems in der Tschechoslowakischen Republik emtreten und ihren RechlSkampf mit vollem Einsatz weiterführen. Der Ministerpräsident erklärte, er finde eS begreiflich, daß dir Sndetendentsche Partei als eine oppositionelle Partei sich das dolle Richt der sachlichen Kritik Vorbehalt. Die Regie- r u n g ist aber dazu berufe», schbp'e» rischr Arbeit zu leisten wobei sie mit allen positiv Angestellten Kräften rechnen will. Der Ministerpräsident ist überzeugt, daß die tschechoslowakische Verfassung die volle Möglichkeit bietet, auch noch die ungelöst gebliebenen Nationalltatenprobleme der Tschechoslowakischen Republik zn lösen«ud gibt seiner festen Neb erzeug»» g A u s d r r tf, daß die Regierung in dieser R ich t u o g v»blei» Erfolg erzielen wird. Erfolge bei Madrid und Im Süden °dr i d. lSavaS.) General Maja er- IT*?. zahlreichen kühnen Kampfaktionen bemächtigten sich üiisere Abteilungen fast des ganzen westlichen Madrider Parkes. k t** Nutz Jäen wird ge- er. Amfe des gestrigen Tage« die repnblikanischc« Truppe« die Dörfer Quentar und Bcas de Granada und die Dörfer Colade, Dealgnacil im Abschnitt von Aleandrte angr- «nd genommen haben. Auch ans das Dorf P o r e» n a unternahm eine Kolonne der ArgierungStruppen einen Angriff, wobei es «-lang, Grabe« der aufstästdischcn Truppen ,n «ober«. Dir Aufständischen hinterließen am Kampfplatz mehr als 150 Tote nnd Verwundete. »Elaridad" veröffentlicht rin Telegramm aus A n d u j a r, wonach RegiernngSabteilun- ge« bereits in den ersten Gassen der Stadt Loper a kämpfen. Es wird erklärt, daß gegen die Stellungen der Aufständischen bei P-reona vou den RcgiernngStruppen ein Angriff unternommen worden ist. Wyschinski fordert 17 Köpfe Neuerliche Bezichtigung deutscher Politiker und Beamter • Der Moskauer Schauerprvzeß—„ekelerregend" nennt Ihn der Berichterstatter drS„TemvS", eine Reihe„erschlichener" oder erpreßter Geständnisse— geht seinem Ende entgegen, daS nur die Exekution an den angeklagten Gegnern StalinS und an den Mitangeklagte», dunklen Existenzen sein kann.'■ Die letzten Verhöre galten vor allem den kleinen Leuten, die auS dem Dunkel- kommen und von denen schwer zu sagen ist, ob sie Lockspitzel, bezahlte Agenten einer oder mehrerer Spionage- und Polizeiapparate, deklassierte Elemente oder arme.Teufel, sind, die der Zufall ,« Opfern macht. Die Verkoppelung heS Prozesses gegen die politischen Gegner Stalin» mit dem Verfahren gegen diese Mitangeklagten ist vielleicht der raffinierteste Trick der GP«, die ans solche Weise Verwirrung erzeugen und ein möglichst konfuse» BUd de»„trotzkistischen parallelen Zentrum»" schaffen will. RachdemWtzschinfki vier Stunden lang in der denkbar widerlichsten und unflätigsten weise d i e A n, e k l a, t e« b e s ch i mpft und» e rh» b n t hatte (wobei er vor allem Radek wegen dessen Artikel«egen Kamenew und Sinowiew höhnte), forderte er 17 Todesurteile. In den Verhören war am interessantesten eine Auskunft Radek» über angebliche Verband- langen mit deutschen Emissären. Daß in ähnlicher Weise verhandelt wurde, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Rur spricht alle» dafür, daß Radek dann im R a m e n S t a l i n» und nicht im Namen Trotzki» Brücken nach Berlin zu schlage» versuchte. Auf eine zusätzliche Frage des Staatsanwaltes sagt Radek aus, daß im Sommer 1035 ihn unerwartet in einem.Landhaus derselbe diplomatische Vertreter eines mitteleuropäischen Lande» besucht habe, der ihn 1384 sondiert hatte. Diesen begleiteten ein Professor der Königsberger Universität und ein Berater eines der Leiter einer der Provinzen dieses Lande». Seinen Besuch erklärte er dadurch, daß diese Personen für Radek von Interesse sein müßten, da Königsberg sich zu Rußland ander» verhalte, al» die übrigen Provinzen: da Preußen.sich'vor allem vor Polen befinde: Ihm nicht traue und daher an einem-aktiven Verhältnis zur Sowjetunion' stärker interessiert sei. wie Radek aussagt,, faßte'er die» al» Einleitung zu dem Gespräch und in Astbetracht des vo>n Zentrum gefaßten Beschlüsse» auf, mit Bertre- ternauSländischer Staaten in der Sowjetunion Mn hatten, kein Gläschen Schnaps mit Ihm trinken wollten. Trotzki hingegen sei seinen alten Ansichten über die Notwendigkeit der Freundschaft- zwischen beiden Ländern treu geblieben: Laut Aussage Radek» erwiderte er.Ihm, daß die Realpolitiker in derSowj.et- union die B e d e u t u n g diese: Freundschaft kennen und bereit seien zu Zugeständnissen, die zur Sicherung dieser Freundschaft notwendig seien. Radek versprach Ihm, ein.anderes Mal ausführlich und konkret Über, die Wege der Annäherung mit ihm zz sprechen. - Auf eine zweite Frage de» StaatStmtvästS sagte Radek au», daß Pjatakow nach der Rückkehr..au» Oslo' ihm Mer folgende Einstellung Trotzki» Mitteilung machte: Bon dem bevorstehenden Krieg sprechend Trotzki:\ Sie foltern meinen Sohn...1 Mexlko. Trotzki erNärte zu der Mel- dnng von der Verhaftung seines in Rußland le- benden zweite» Sohnes: Die Verhaftung Ser- »ej Setz» w» ist die'Antwort auf meine Erklärung z». dem Moskauer Prozeß.- Sie- unterziehen ihn rin«»ebnrmnngSloseu Folter, um ihn zum Bekenntnis der schrecklichsten und unmöglichsten Verbrechen zu zwingen. Stalin fordert da» Geständnis meines eigenen Sohne» gegen mich: er.ist vorbereitet, meine» Sohn zu morden, wir- er vorbereitet ist, Dutzende und Hunderte Personen zu dem alleinigen Zweck' zu morden, mich moralisch zn schädigen nnd mich zu hindern, der Welt zu sagm, was ich weist, und denke," Trotzki fügte schließlich hinzu, daß Sedow niemals politisch'tätig war und auch dem Kö»- somol niemal» augebört habe. Lohn für Jeschow— Abschied für Jagoda M»ökau. DaSZentralexekutibkomiterder Sowjetunion beschloß, dem VolkSkommissär für Innere Angelegenheiten Jeschow den Ran« eine» GeneralkommissärS für dl« StaatSstcherheil beizulegen und gleichzeitig den bisherigen Gene- 'ralkommiffär für die Staatssicherheit Jagoda in d r« R uh e.st a n d zu.versehen, ferner den Dienstgrad eine» stellvertretenden Bolkskom- missär» im Berteidigungswesen für die Seestreit- kräfte z« schaffen. Dieser bekleidet gleichzeitig den Posten eine» Oberbefehlshabers der See- streitkräfte der Roten Anne«. Auf diesen Posten wurde bestellt der Flottenflaggmann Ersten Ranges Orlow. Auf diesen Poste» deS Oberbefehlshaber» der Luftstreitkräste wurde der Kommandant Ersten Range» Jakow AlkSni» bestellt. General Motors dingen Gangster um Strelkführer zu beseitigen Flint(Michigan). Vier Mitglieder der Gewerkschaftsorganisation der Auto-Arbeiter, feie von Stadt zn Stadt.fuhren und den Widerstand der Streikende» gegen.dir Bemühungen der General Motor» 8, organisierten, die den Streik itiederbrechen will, sind da» Opfer eine» Angriffe» geworden. Ahr Automobil wurde von einem andere» Auto auf den Gehsteig geschleudert und durch de» Anprall, gegen, eine» Bauch zertrümmert. Dabei wurde auf die Insassen au» R r» v ,!l v e r.n' g e>s ch o s s e n. Drei Arbeiter«ur- dtn> schwör verletzt und in». Krankenhau» gebracht. Der vierte Arbeiter begab sich in Begleitung der Streikenden in» RgthauS, wobei.die Streike»-«»- riefen:»Wir sind-die- Opfer von Gangstern geworden, die von der General Mo-! tor» bezahlt/ sind".‘ . Havana. Da, kuhanlkh« Kabsneft stlmmte demi Vorschlag zu, durch den Präsident Roosevelt al» kubanischer Kandidat' auf den FriedenS-Nobelprew beantragt wird.-■-■ in keinerlei Verhandlungen,«inzutreten, sondern bloß kie Bollmachte» Trotzki», für diese verstand- lungen im AuSlqndzu bestätigen. Er begann«Ine D.i» k ü s s.i o n ü b e r. d i« R a fts e.n- f r ag e, an der sich auöh B u ch a r i n, der sich damals im Landstau» Radek» befand, aftiv beteiligte. Im. November de» gleiche» Jahre», auf einem der diplomatischen Empfänge, kam d f t tm i l i t ä r i s ch« v e r tret e r d e»- s e Iben L a n'd e S auf Radek zu und. begann sich über die völlige Veränderung der Atmosphäre zwischen beiden Länder» zu beklagen. Sr sagte daß z» Feiten Trotzki» zwischen den Armeen beider Länder bessere Beziehiingen bestanden, jetzt aber sogar jene Militär», die krüster mit- ihm zu und unter Bezugnähme auf sein Gespräch, mn Seß und,-anderen Persönlichkeiten In. Deutschland sagte Trotzki, daß der Krieg 19.37 bevorsteht, daß Deutschland seine militärische Borbereitung abqe? schloffen, stabe und-de» Jahre» 1SSÜ zur diplomatischen Sicherung der Rückendeckung bedürfe, und zwar: i. Für Sicherung der englischenNeutralität. . L. Fu einem Nebereinkommen mit Frankreich oder, dazu, um. gestützt auf die wachsende faschistische Bewegung. welche die demokratische Regierung Frankreich» schwächen werde, Frankreich durch eigen kurzen Schlag kampfunfähig zu-machen,, um sodann mit konzentrierten Kräften der Sowjetunion, den Schlag- zu versehe». Die Deutschen in der Slowakei (F. T.) Fast so groß wie Böhmen, umfaßt die Slowakei mehr al» ein Drittel des Gebietes unseres Staate», erreicht jedoch mit wenig mehr als drei Millionen Einwohnern nicht einmal die Hälfte der böhmischen Bevölkerungsdichte. Wald und Wiese, eine technisch rückständige Landwirtschaft und wenig Industrie charakterisieren dieses von Natur aus keineswegs arme, jedoch durch die magyarische Feudalwirtschast bewußt vernachlässigte Land, dessen niedriges Lebensniveau einen der stärksten Borwürfe darstellt, die gegen die jahrhundertelaNgeu Herren, die ungarische Gentry, erhoben werden können. In den gegenwärtigen Grenzen weist die Slowakei erhebliche nationale Minderheiten auf. Etwa zwei Siebentel sind weder Tschechen noch Sloivaken, sondern Nngarn oder Deutsche. Bei der letzten Volkszählung wurden rund 709.000 Ungarn und 100.000 Deutsche gezählt. Während aber die Ungarn zum größten Test in geschlossenem Siedlungsgebiet im Anschluß an die ungarische Staatsgrenze wohnen, sind die Deutschen auf mehrere Sprachinseln verteilt, ohne jeden unmittelbaren Zusammenhang mit den sudetendeutschen oder— von Preßburg abgesehen— deutschösterreichischen Bezirken. Sie waren immer nationale Minderheit, wenn auch in Feiten. des Absolutismus und Analphabetentums das Nationale- nicht die Rolle gespielt haben mag wie heute.. Und so können die Deutschen in der Fips, im Göllnihtal, in der Deutsch-Probener und Kremnitzer Sprachinsel, iu Pceßburg und den deutschen Weinbauerndörfern der Umgebung vergleichen, tvaS die Gründung der Tschechoslowakischen Republik gegenüber der Vergangenheit für sie bedeutet, wa» an Hoffnungen in Erfüllung ging und was nicht. Dieser Vergleich fällt durchaus zugunsten der Tschechoslowakei aus. Die deutschen Schulen, die von den Ungarn gesperrt worden waren, hat- der neue Staat geöffnet. Es gibt wieder ein kulturelles deutsches Leben. Die deutsche Sprache und der deutsche Staatsbürger genießen den Minderheitenschutz. Und die Nachrichten, die über die ungarische Grenze heriiberdringen und berichten, wie dort 800.000 Deutsche national völlig rechtlos sind und nicht die geringste deutsche Schulbildung^ genießen, daß dort brutalste Madiarisie- rungSpolitik getrieben wird, die selbst vor der Ueberfetzung jahrhundertealter deutscher Familiennamen nicht zurückschreckt, festigen diese Erkenntnis. Die Deutschen In der Slowakei sind auch nicht belastet mit lener verhängnisvollen Erinnerung an Feiten, da„man" Herr gewesen war, während man setzt„Minderheit" Ist, die gerade In den sudetendeutschen Gebieten breiten Kreisen des älteren Bürgertum» und seines Nachlvuchses die Eingliederung in die Gegenwart so erschwert. Und trotzdem hat der deutsche Chauvinismus, repräsentiert durch die Karpathendentsche Partei, Führer Konrad Henlein, auch hier erheb- kich um sich gegreifen können. Wie kommt das?. Selbstverständlich können Im Zeitalter de» Radios, der Rotationsmaschine, de? ErpreßzugeS und des Autos auch Sprachinseln nicht unberührt bleiben von dem starken Wellenschlag, mit dem da» nationalsozialistische Deutschland den Inneren und äußeren Frieden ganz Europas erschüttert. Ferner sind In den deutschbiirgerllchen Kressen der Slowakei: wenn auch keine Herrentradition, so doch Erinnerungen an gesellschaftliche Gemeinsamkeiten mit der ungarischen Herrenschicht wach, so daß eS den ungarischen, grundsätzlich oppositionell eingestellten Parteien unschwer gelingt, diese deutschen Kreise mitzureißen. Die Fipser deutsche Partei des Abg. N i t s ch ist genau so.wie di« deutschen' Christlichsozialen- in der Slölvakei nicht» al» ein Anhängsel der Ungar». Es eint sie die Abneigung gegen„die neuen Herren", wobei ihnen bewußt Ist, daß diese Abneigung zwangsläufig zur Gegnerschaft gegen die Demokratie führt. Der größte Teil der ftowakischen Deutschen besteht jedoch au» armen Industriearbeitern(In Preßburg, Hnndlovä, Deutsch-Proben, Kremnitz, Schmöllnitz, Metzenseifen, Matzdorf uiw.l und hat keine solchen Traditionen. Wen» auch in diesen Kreisen der Senleingeist'merklich gewirkt hat,, müssen schwere Fehler geschehe» sein. SIe zu erkennen ist die Voraussetzung, um sie ausznmerzen. Borweg muß festgestellt werden, daß sich die deutschen Parteien um die slowakischen. Deutschen Seite 2 Freitag, zg. Jänner 1037 Rr.SA In den ersten Jahren des Bestehens unseres Staates zu wenig gekümmert haben. Das war nicht schlechter Wille.. Die schwere Zett rollte tätlich neue Probleme auf, man lebte politisch Von der Hand in den Mund, die nationalen Fragen der historischen Länder beherrschten dal gesamte Denken und Fühlen, dann kamen die ungeheuren Entfernungen— so blieben die Deutschen der Slowakei im großen ganzen sich selbst überlassen. Kümmerten sich die deutschen Parteien zu wenig«im ihre slowakischen Deutsche», so erst recht nicht der Staat. Zwar erhielten diese automatisch die Minderheitenrechte der tschechoslowakischen Demokratie und taten damit einen gewaltigen Schritt vorwärts, aber sie blieben doch im Schatten. Man legt« amtlich die deutschen Ortsnamen einsprachig slowakisch fest, kümmerte sich nicht um die mehr als dreitzigprozentige Minderheit in Preßburg und gestattete nur Bratislava, macht« aus dem reindeutschen Johannesberg«in Piargy, aus Wagendrüsiel ein BondriSel, aus Metzenselfen«in McdZev und wenn jemand mit dem deutschen Ort-namen adressiert, riskiert er, daß sein Brief nicht ankommt, wie es von dem Entgegenkommen der Gchalteicheamten abhängt, ob ihm auf die deutsche Ortsbezeichnung hin eine Fahrkarte ausgefolgt wird. Unterscheidet sich schon in dieser Beziehung dl« Regelung von jener in den historischen Ländern zuungunsten der slowakischen Deutschen, tvurde dieser Unterschied noch dadurch verstärkt, daß in den ehemals ungarischen Ländern die ungarischen Gesetze zum allergrößten Teil erhalten blieben, was eine erhebliche Verringerung der staatsbürgerlichen Rechte gegenüber den historischen Ländern bedeutet. So herrscht beispielsweise in der ganzen Slowakei der„Notar", vergleichbar den Gemeindesekretären, die. jetzt für die historischen Länder propagiert werden. Man kann nicht sagen, daß sich die Behörden bei Verhandlungen mit den slowakischen Deutschen unfreundlich einstcllen, im Gegenteil, man wird meist echeblich mehr Konztlianz feststellen können als man in der Regel in den historischen Ländern antrifft. Bis zur Erkenntnis jedoch, daß die Frage der Deutschen in der Slowakei«ine Angelegenheit von grjjßter staatspolitischer Bedeutung ist, ist noch ein großer Schritt. Bis zum heutigen Läge ist es nicht gelungen, im Preßburger Sender, von bloßen Nachrichten abgesehen, eine deutsch« Sendung durchzusetzen. Wer in der Slowakei deutsch« Sendungen hören will, schaltet, wenn er ein« deutsche Sendung aus Brünn oder Mähr. Ostrau nicht erreichen kann, Wien, BreSlau oder— Budapest«in. Denn Budapest wendet sich immer wieder in deutscher Sprache an die„verlorenen" Deutschen in der Slowakei. Selbst bei antirevisionistischen Kundgebungen wird der deutsche— und der ungarische — Redner vom Preßburger RuNdfuNk; von den anderen slowakischen Sendern gar nicht zu reden, boykottiert, als ob es nicht gerade aus agitatorischen Gründen auf die MindertzeitSredner ankäme. So verbohrt kann nationaler Chauvinismus. fein! Deutsche Schulen sind eröffnet worden, doch sie sind vielfach äußerst unbefriedigend. So besitzt die Slowakei nicht«ine einzige öffentliche deutsche Bürgerschule, was vorhanden ist, besteht nur als Anhang an eine slowakische, wobei dann oft der Fäll«Intritt, daß mehr deutsche als slowakische BüvgerschuMaffen vorhanden sind. Die Kinder müßen Schulen besuchen, in denen nicht eine einzige deutsch« Aufschrift geduldet wird, deren deutscher Lehrkörper mit dem slowakischen Direktor in schwerem Konflikt lebt, wodurch natürlich der Unterricht leidet und schließlich jedes Kind vom ersten Schultage an die Vorstellung erhält, daß «S nur«in Aschenbrödel sei» "-Zu all dem kommt, daß bei vielfach gleichen Preisen hier die Löhne viel niedriger sind all in den historischen Ländern,-die Arbeitslosigkeit'keinesfalls ein geringere» Problem dadstellt und der häufige Mißbrauch der Politik im Kampfe um den Arbeitsplatz um so verheerender wirkt. In der Kremnitzer Sprachinsel bekommt kein Arbeiter in einem Privatbetrieb mehr all XL 2.20 Stundenlohn uiw selbst in den staatlichen Gruben werden nur XL 2.80 für die Stunde bezahlt. Wenn Henlein hier Erfolge hat, ist es nackte Verzweiflung, die verhungernde Menschen in das Netz der Demagogen treibt. Die Bedeutung der ganzen Frage sieht man heul« auch im Lager der staatspolitisch denkenden Tschechen durchaus ein. Die«Lidovi Noviny" haben sich erst, vor kurzem sehr ausführlich mit diesen Zusammenhängen beschäftigt und dargestellt, wie die deutschbürgerlichen Parteien der i Slowakei dem AktlviSmuS untreu geworden, wie di« Sekretär«, mit fliegenden Fahnen zu Henlein Übergeläufen sind und heute eiti bürgerlich aktivistisches Lager in der Slowakei nicht mehr besteht. Wa» die„Lwovt Noviny'.' nicht schreiben,-'ist, daß die deutsche Sozialdemokratie, die schon bei den letzten Wahlen hier einen Stimmengewinn buchen konnte, al» einzige aktivistische Partei bemüht ist, ihre Organisationen auszubauen und zum Gegenangriff gegen die nationalistische Pest überzugehen. Zusammenfasiend läßt sich sagen, daß eine einseitige Staatspolitik e» nirgend» leichter al» in der Slowakei hätte, die Deutschen, die in jedem Falle nationale Minderheit sind, von dem Wert der Tschechoslowakischen Republik für ihre natio- nale Existenz zu überzeugen. Bei den Verhandlungen der Vertreter der deutschen Koalitionsparteien mit. dem Ministerpräsidenten über ihre gemeinsamen nationalen Forderungen wird auch das Deutschtum der Slowakei entsprechet Be- i rücksichtigung finden müßen. Waiite» für Vandervelde Ins Kabinett? Prüf fei.(Havaö.) Zum Nachfolger Ban- tzerveltze» im Gesundheitsministerium wird wahr- scheinlich Arthur Want er», der Direkter de« „Peuple", ernannt werden. WauterS war früher Senator und wurde bei den letzten ParlamentS- wahlen zum Deputierten gewählt. ES scheint, daß e» auch noch zu weiteren Aenderunge» innerhalb der belgischen Regierung kommen wird. So« im Braunhemd Leckerbissen für katholische „Brücker bauer* Paris. Der Berliner Korrespondent de» HavaS-Büro» teilt mit, da die nationalsozialistische Verwaltung von Anhalt die Grundsätze de» Religionsunterrichte» an de» Schule» festgesetzt, und da» amtliche und administrative Verhält, nt» de» Nationalsozialismus zum Christentum definiert bat. In der Anordnung heißt e» im wesentlichen r Die für den Nationalsozialismus begeisterte Jugend hat sich vom Christentum entfernt. Der Nalionalftztaltst kann jedoch nicht ohne Religion sein. Daher ist e» notwendig, daß der- Religionsunterricht die Netereinstimmung de» Nationalsozialismus mit dem Christentum zeige. Diese beiden Ideenwelten schöpfe» in gleicher Weise au» Gott ihre sittliche Kraft. Die ganze Gesetzgebung der Nationalsozialisten ist der Ausdruck der ewige« göttlichen Ordnung. Die Religion wird picht in Dogmen begründet sei«. Da» Alte Testament, da» der typische Ausdruck de» jüdischen Geiste» ist, wird nur nach geschickt auögewählte» Auszügen gelehrt werden. Im Zentrum de» Neuen Testament» wird Jesu»„Der Held ohne Furcht" sein, der unerschütterlich gegen den jüdisch e n Geist kämpf t. Daher ist Christ»» nicht Jude vom raßischen Standpunkt au». Der KatechiSmuS wird von der Kirche gelehrt werden. Die Pwlmen und Kirchengesänge werden inter» prettert werden könne« und sie werde« nur In dem Falle unterrichtet werden, wenn sie im Einklang mit dem nationalsozialistische» Geiste sind, Die Schule wird niemand verlaßen, ohne eine feste Ueterzeugung gewonnen zu haben. I» Moskau.(Taß.) Nach Beendigung der Vernehmung aller Angeklagten hörte da» Gericht die Sachverständigengutachten über die Havarien, Und Eplösionen, die sich infolge der Schädlings» und DiversionStätigkelt der Angeklagten ereignet hatten, an. Die Sachverständigen stellten fest, daß alle Havarien und Explosionen infolge böswilligen Vorsätze» eintraten, London. Ministerpräsident Baldwin legte dem Unterhaut am Mittwoch«inen Gesetzentwurf vor, welcher die Frage der Regentschaft für den Fall regelt/ daß der Herrscher bei der Thronbesteigung da» 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hac oder wegen Krankheit seine Herrschirrechte nicht au»« üben kann. Da» Unterhaus hat den Entwurf in erster Lesung genehmigt. Haag.(Reuter.) Der holländische Vizeadmiral de Graäff. hat die ihm angebotene Würde eine» Hohen Kommißarl für Danzig abgelehnt. Blätterstimmen zi den Ausgleishsverhandlungen Dar Interesse der gesamten Oeffentlichkeit an den Verhandlungen HodjaS mit den deutschen Regierungsparteien ist groß. Die tschechische Presse sttmmt fast zur Gänze zu, die»Zeit" reagiert sehr sauer durch die kommentarlos« Wiedergabe des amtlichen Berichte». Die DeutscheLandp»st"'schreibtu.a.: «Bei der Verwirklichung der deutschen Forderungen sind, wie die Dinge heute liegen, die Tschechen sicherlich die Gebenden, aber wenn man den Worten Hodjja» richtig folgt, so ist die» doch nur scheinbar der Fall, denä die ruhig« Entwicklung de» Staates und seine-innere Sicherheit, die durch eine vernünftige und gerechte Lösung de» deutschen Problem» beziehungsweise der Minder- hkitenprobleme bewirkt werden soll, ist in dem Maße in erster Linie ein Interesse der Tschechen. In dem sich die Tschechen als da» erste Staatsvolk betrachten." In der christllchsozkalen»Deutschen Presse" lesen wir: »Zu vorzeitigem Jubel besteht also kein Anlaß. Vielleicht werden in den kommenden Verhandlungen noch manche kritische Stunden kommen, die da» verstSndtgung»werk gefährden könnten, aber da» e i n e ist sicher: E» gibt keinen andern Weg, deutsche Forderungen durchzusetzen, al» den, der gestern von den deutschen Re- aierunaSvarteien eingeschlagen wurde. Ein günstiges Zeichen'für die Zukunft'ist die'Tatfache dir- Zusammenarbeit der deutschen ReaierungSparteien in nationalpolitischen Fragen. Mögen auch tiefgehende programmatische Unterschiede di« heutigen deutschen RegierungSvarteien in vielen Dingen trennen— in der Forderung nach Lösung der nationalen Fragen sind sie sich einig. ES ist hier' ein starker politischer Will«, der auf tschechischer Seit« unbedingt gewertet werden muß, wenn da» Bekenntnis zur Demokratie ehrlich gemeint ist." Di««Närodnk Lksth" bemerken trübsinnig: »Werden in der gleichen feierlichen Weise die Forderungen der Tschechen und Slowaken Verhandelt werden?" Di«.NärovniPoltttka" schreibt u-a.; »Den deutschen Regierungsparteien geht e» nicht nur um die Lösung administrativer Fragen, sondern sie wollen in die nationalen und politischen Fragen tiefer eingreifen." »Närobni Osvobozeni" bemerkt: «Wir halten e» für eine bedeutsame Bürgschaft für den Erfolg der weiteren Verhandlungen, daß das Gespräch HodZas mit den deutschen Re» glerung»uartei«n tn einerAtmosvhäreherz« l i ch e r A u f r i ch t I g k e i t eröffnet wurde. Die deutschen Unterhändler verbargen nach der Audienz nicht die besten Eindrücke, die sie durch die Art de« Empfanges durch Dr. Hodii'a gewannen. Sie werteten insbesondere den würdigen Verlauf der gesamten innerpolitisch so außerordentlich bedeutsamen Verhandlungen und di« Gewichtigkeit der offiziellen Erklärung de» Premier». Teilnehmer an den Verhandlungen, mit welchen wir Gelegenheit hatten zu svrechen, sind überzeugt, daß gut und würdig ein Weg beschritten wurde, der zur Anerkennung der realen und gerechten Forderungen unserer deutschen Mitbürger und zu einer neuen Stärkung unsere» gemeinsamen Vaterlandes führen wird." Der Präsident der Republik empfing am Donner-tag den Korrespondenten der„Time»". Peter Fl«,gri ng.^SHann fuhr d^Präsidentin da» Atelier'de» Professors Kafkä^wd"er die Detail» des Siefanik-Denkmal», da»'für Preßburg bestimmt ist, sowie da» für das Befreiungs- mal in Zijjkov bestimmten Zijka-Denkmals besichtigte. Eisenbahnminister Rudolf vechynii, der Stellvertreter de» Vorsitzenden der Regierung, ist am 1L. Jänner an einer leichten Lungenentzündung und eitrigem Bronchialkatarrh erkrankt. Gegenwärtig befindet er sich in Rekonvaleszenz, welche er in der Tatra verbringt. Während der Dauer der Rekonvaleszenz empfängt der Minister keine Besuche und erledigt kein« Korrespondenz. Im Amte wird er durch den Minister für sozial« Fürsorge Jng. I. N e L a S vertreten. Da« Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rotonfold 70 „Die Gäste haben dich gern, Billy, Finsterbusch wird sich hüten, dich zu entlassen." „Die Avette kommandiert, nur die Avette." Nun klammerte er sich an einen Gedanken, der ihm seine Lage noch schwärzer- erscheinen ließ al» sie war. Nun niuß ich um ihn kämpfen, dachte Carola, aber sie wußte bereits, daß e» vergeblich war. -„Ich werde mit meinem Vater sprechen", sagte sie.„Mein Vater hat Verbindungen in allen Kreisen, er wird sein Möglichste» tun." „Carola— wenn du selbst daran glaubtest, daß er«Uva» erreichen könnte, hättest du doch längst mit ihm gesprochen." Sie schwieg. Er lief wieder durch das Zimmer, dann legte er sich auf da» Sofa, neben sie. Sein Kopf lag auf ihrer Brust, sie fühlte das Blut in seinen Schläfen pochen. Sie neigte sich über ihn und küßte ihn auf die geschloffenen Augen. Er sprach nicht mehr, sein Atem ging langsamer, nach einer Weile war er eingeschlafen. Sie schob seinen Kopf auf da» Kissen, zog den Schlüssel au» der Tasche, nahm den Revolver au» der Lade, barg ihn in ihrem Handtäschchen. Sie beugte sich nochmals über ihn,«r schlief fest, erschöpft, traumlo». Leise öffnet« sie die Tür, leise schloß sie die Tür hinter sich. Allein tastete sie sich durch den Schnee nach Haus«. Er war vier Uhr, als sie ihr Zimmer betrat. Am nächste« Morgen ging Billy zu Drexler. IV. Da» Hau» glich jenen Mietskasernen, die In den Achtzigerjahren reihenweise erbaut worden waren; seine Fassade war geMichgrau, um die Fenster wanden sich phantastische Stukkaturen, der Balkon der Hausherrenwohnung im ersten Stockwerk wurde von zwei nackten Frauengestalten getragen. Rechts Mg der Laden eines Fleischers, daneben eine Blumenhandlung, links de» Hausflurs hatte ein kleiner Kürschner sein Geschäft. Der Fleischer war der erste gewesen, der das Zeichen auf dem Rock getragen hatte; ihm folgt« der Hausherr, dann der Kürschner und schließlich der Verkäufer au» dem Blumenladen; die Besitzerin war eine alte Frau, di« mit diesen Dingen nichts zu schaffen haben wollte. Im Hoftrakt de» Hauses standen vier Räume leer. Über deren Fenster noch au» den Zeiten des früheren Mieter» ein Firmenschild„Rangger& Co., Südfrüchtenhandlung" lief. Da» Schild hatte man an der alten Stelle belaßen, in den Zimmern aber hingen die Fahnen mit dem Zeichen, standen die Schränk« mit den Mitglieder- verzeichniffen, lag da» Propaqandamaterial; in den Kellerräumen, die der Firma gehört hatten, lagerten die Waffen. Wer die Geschäftslokalt» täten der Südfrüchtenfirma Rangger u. Co. betrat, kam in ein hell getünchte», mit dunkelbraunen Äüromöbeln eingerichtete» Zimmer, tn dem drei Stenotypistinnen eifrigst auf ihren Schreibmaschinen klapperten. In dem zweiten Raum saßen acht bi» zehn Männer in Uniform und spielten Karten; die Revolvergurte und die Kappen hingen an den Kleiderständern. 2m dritten standen zwei groß« Schreibtische und verschlossene Schränke. Sm vierten amtierte Hegeberg, Hinter thm hing riesengroß da» Bild eines Mannet,' der die Pose Napoleon» mit dem Blick eine» Julius Cäsar» vereinigen wollte, jedoch eher an einen Heiratsschwindler erinnerte denn an«in kriegerische» Genie. Unter dem Bild breitete sich eine Landkarte au», die mit bunten Fähnchen besteckt war; sie bezeichneten die Ortsgruppen. Rechts und link» bedeckten Fahnen die Mauer, breitströmende Farben, das Zeichen grell und zackig in der Mitte. „Ich bin unbedingt dafür, daß Sie vorläufig Ihre Stelle im Taft Finsterbusch behalten", sagte Hegeberg.„TS würde auffallen, wenn Sie freiwillig auf Ihren Posten verzichteten, keine Einnähmrquelle nachweisen könnten und dennoch mehr Geld ausgäben al» bisher. Sie können gar nicht genug vorsichtig sein. Wir sind von Feinden umstellt. Die Preße hetzt gegen un». Die Behörden schicken un» Spitzel auf den Hals. Wenn wir nicht Freund« In allen Dienststellen hätten, die un» rechtzeitig warnen, wäre unsre Arbeit vielleicht ganz unmöglich." Hegeberg zündete die erloschene Pfeife wieder an. „Sie werden auch keine Uniform tragen und kein Abzeichen anstecken", fuhr er fort.-„Ihre Zugehörigkeit zu unsrer Bewegung muß im Interesse der Sache geheim gehalten Iverden. Sie werden viel mit Drexler zusammen, sein, e» würde vor allem Drexler in eine ungeheure Gefahr bringen, wenn sein Begleiter unser Abzeichen trüge.". „Watz habe Ich zu tun?" fragte Billy.' „Sie werden in unsrem photographischen Laboratorium arbeiten", erwiderte Hegeberg. Im vorderen Trakt de» Häuft» haben wir auf den Namen einer Kanzleikraft ein Zimmer gemietet. Sie stellen sich dem- Hautwart unter diesem Namen vor. StefiNden tn dem Zimmer, wa» Sie brauchen werden. Drexler wird Ihnen die belichteten Filme geben, Sie werden sie entwickeln und da» Negativ sowie die Kopien, deren Anzahl jeweils von mir bestimmt wird, zu.meinen Händen abliefern. Sie.bürgey mir mit ihrem Kopf dafür,/daß außer Drexlet und mir niemand von der Existenz/de» Laboratoriums- erfährt oder jemals ein« der Aufnahmen In di« Hand bekommt, Der geringste Verdacht kann, un» in» Zuchthaus und Drexler vor die Gewehr« bringen." „Ich stehe für Billy ein", sagte Drexler. „Er weiß, was auf dem' Spiele steht und wird sich keine Unvorsichtigkeit zuschulden kommen lassen." „Tie melden sich, sobald Sie mich aufsuchen, bei dem Personal unter einem Namen, den ich Ihnen noch angeben werdet Wenn Sie hier anrufen, nennen Sie niemals den eignen Name«.- Das Telephon wird zeitweise Überwacht, Sie verlangen am Telephon Nur de« Chef. Mein Name'darf nicht fallen. Und Sie sprechen ausschließlich von Bananen, Feigen und Orangen,- Ich werde einen Schlüssel ausarbeiten, wir wer-, den für jede» wichtige Wort eine Deckbezeichnung wählen. Das Honorar geht Ihnen an jedem Monatsersten von einer privaten Stelle zu. Der Absendername wird fingiert sein; Sie vernichten die Abschnitte der Postanweisungen sofort," Hegeberg klopfte die Äsche au»-seiner Pfeife In die Schale. Er sah nur auf diese Schale, als er sagte:' - /.Für Versäumnisse' oder Fehler gibt e» keine Entschuldigung. Sollten Sie unserer Bewegung durch«in voreilige» Wort, durch eine unvorsichtige Bemerkung fchckieN,-mit oder ohne Willen- mit oder ohne Absicht, werden wir Sie zu finden wissen. Ich habe volle» Vertrauen zu Ihnen, aber e» ist meine Pflicht,, offen zu Ihnen zu fein,"'■-%'■-'■i’M.wpis Die Unterredung war beendet/.-Hegeberg stand hinter seinem Schreibtisch, dft Pfeift im Mund. Er reichte Billy nicht die Hand, er grüßt« mit einem leichten; schnellen Nicken;- 's„Du wirst Carola erzählen,^daß du' weiter studierst Md am Tage in ber UniverWtSbibkio« thek arbeitest", sagte Drexler.„Sie darf deinen Verdacht schöpfen.' Nimm dich auch vor Städt- lein in acht. Gegno ist zwar bei un», aber er ist ein.Schwätzer,' du darfst ihn auf. keinen Fall merken laßen, daß du mit un» zu tun hast,'... (Fortsetzung folgt)/ Seite 8 Freitag, 20. Jänner 1037. Sudetendeutscher Zeitspiegel £ TÄS Fofelsn°Hice Ist befriedigt ig fern werde, noch früher al- das System einer ff»«ffiÄÜ««»dumdl...Rumburg«Zeitung-’ Sekretär Cisarsch-Reichenberg: Siebe» Monate Kerker bedingt Wir haben bereit, auf den beim Preisgerichte in Reichenberg anhängig gemachten Prozeh gegen den ehemaligen Sekretär des V e r b a n- des deutscherkraftfahrender A e r z t e in der Tschechoslolvalischen Republik mit dem Sitze in Reichenberg, Cisarsch, hinge« wiesen. Cisarsch war der Unterschlagung eines Betrages von rund 08.000 KL angeklagt gewesen. Bei der am Mittwoch vor dem Preisgerichte in Reichenberg durchgcfiihrten Verhandlung konnte Cisarsch nur die Veruntreuung eines Betrages von 18.000 KL nachgewiesen werden, welche Verfehlung er auch zugestand, während bezüglich der restlichen fehlenden Summe Klarheit nicht geschaffen, bzw. kein Nachweis dafür erbracht werden konnte, dah Cisarsch sie unterschlagen hätte. Der Angeklagte wurde wegen Veruntreuung von 18.000 KL zu sieben Monalen schweren Kerkers bedingt auf drei Lahre und zum Strafkostenersatz verurteilt. Innerhalb dieser Frist hat er den dem Verband deutscher kraftfahrender Aerzte verursachten Schaden wieder gutzumacken. Kaue Ko e xur Frelwllllgenfrage London.(Reuter.) Die Regierung Groh« beim Hotelier-Gremium, Herr Radler, wie» darauf hin, dah durch de» folgenschweren Beschluss der Gremien die Saisonarbeiter der Kurbranchen in den weftbbhmischen Bädern zu aller Rotlage und Unsicherheit auch noch»m den Kredit beide» Kaufleutrngetracht wurden. Dir Bemühungen um die Sicherung de» Kurbetriebes müßten zwn allen Arbeiternrhmrr- vrganifationen kräftig unterstützt werde». Dir Wünsche der vrtrofsrnen werde» in einer Denkschrift an di» Regierung niedergelegt, dir durch die parlamentarische» Vertreter aller Partei« dern dah die Einfuhr sogar erwartet werd«. Die»Rumburger Zeitung" läht sich über den Versuch der„Zeit", sie durch wirtschaftliche Schädigung mundtot zu machen, in den heftigsten Worten aus und stellt fest, dah die»Zeit" in dieser Sache die Sprache verloren zu haben scheint. Im übrigen ist zu sagen, dah unsere Annahme sich bestätigt, die„Rumburgec Zeitung" werde in Deutschland als bewährtes Hitler» blatt angesehen. »Melden können sich um diese Arbeit nur Arbeiter tschechischer Nationalität..." Wir fragen: Gehört da» zum nationalen Ausgleich? Wird man in Neuhaus nach dem Rechten sehn? Rach dem Schutzgefetz verurteilt. Der in Reichenberg wohnhafte 47jährige Fabrikarbeiter Lindrich PreiSler unterhielt sich an einem Novembertag auf dem Weg zur Arbeit mit dreien seiner Bekannten über politische Angelegenheiten, wobei er in Meinungsverschiedenheiten mit dem Arbeiter Oldrich Melich geriet. PreiSler geriet dabei in einige Erregung und lieh sich dabei zu abfälligen Aeuherungen über die Zustände in der Republik hinreihen, wobei er gleichzeitig die Ver- hältnissc In Deutschland als beispielgebend für die Tschechoslowakei hinstellt«. Schliehlich nahm die Auseinandersetzung tätliche Formen an, wobei PreiSler den Melich leicht an der Nase verletzt«. Nach der von Melich erstatteten Strafanzeige wurde gegen PreiSler das Verfahren wegen des'Vergehen» nach dem Schuhgesetz eingeleitet, worüber nunmehr vor dem Reichenberger Kreisgericht die Verhandlung durchgeführt wurde. Der Angeklagte gab den Tatbestand zu, wenn er auch bemüht war, seine damaligen abfälligen Aeuherungen entsprechend abzuschwächen. Er wurde zu drei Wochen strengen Arrest» unbedingt verurteilt. Ein gräulicher Arteitiunfall. In der Brauerei In Neudorf a. d. B, im Bezirke Komo- tau ereignete sich gestern früh ein gröblicher Unfall, dem«in junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der 17 Jahre alte Brauerlehrling OSkar Oswald, der In Geestadtl wohnhaft ist, stützte bei der Arbeit von einem Dache in einen vier Stock tiefen AufzugSschacht und blieb mit zerschmettertem Kopf und Körper liegen. Bon einem Privatauto wurde der Unglückliche sofort in das Komotauer Krankenhaus gebracht. Aber; kurz nach der Einlieferung verstarb der junge Mensch. Ob diesen Unfall der Lehrling selbst verschuldete oder ob keine genügenden Schutzvorrichtungen vorhanden waren, wird erst die Untersuchung ergeben. ' Di, gefährliche«Stecke.(Tsch. P.-B.) Di« Elbe zeigte noch zum Wochenende«Inen Wafferstand von zwei Metern über Normal. Nun ist der Wasserspiegel um etwa 80 Zentimeter gefallen, wodurch unter dem Slbeei», da die Elb« vollständig zugefroren ist,«In Hohlraum entstand. Da» Betreten der Elbe ist deshalb lebensgefährlich, da da» EI» stellenweise einbricht. Bet Kteschltz brachen bereit»«in Mann und«In Knabe«in, die sich jedoch rette» konnten. Die»Rumburger Zeitung" teilt nun endgültig mit, dah für sie in Deutschland kein Verbot bestehe. Die retchsdeutsche Grenzstelle Seifhennersdorf habe mitgeteilt, dah das Zurückhalten der»Rumburger Zeitung" an der Grenze auf einem Irrtum beruhte und dah der Einfuhr der»Rumburger Zeitung" nach Deutschland nicht nur kein Hindernis in den Weg gelegt, son- f Nach JnSkip ergriff Winston Thur« i chill das Wort, der erklärte:»Großbritannien wird am 81. März d. I. tatsächlich nur 78 voll ausgestattete Luft-Eskadrillen besitzen, während Deutschland bereit» jetzt schätzungsweise 180 vollständige Kampf-ESkadrillen besitzt, von denen jede au» zwölf Flugzeugen besteht. Wir hatten angenommen, dah wir Ende März 124 Eskadril- len besitzen würden. Pari». Die französische Kammer setzte den ganzen Donnerstag hindurch die Interpellationen über die Nationalverteidigung fort. Ministerpräsident Lton Blum legt« in der Sitzung de» sozialistischen, Kammerklubs die Dringlichkeit dieser Arbeiten dar. Es wurde beschlossen, dah alle zum Wort gemeldeten sozialistischen Redner auf da» Wort verzichten und dah der Ministerpräsident den Standpunkt der Sozialisten im geeigneten Augenblick darlegen werde. Von den Jnterpellgnten sprach u. a.«in Deputierter der Mitte, Beauguitte, der dringend die Motorisierung der französischen Armee verlangte und die strategische Notwendig« lest von Strahenbauten für militärische ZIvecke hervorhob. Er machte darauf aufmerksam, dah Deutschland ein strategische» Straßennetz gebaut hat, dessen Gesamtlänge 28.000 Kilometer beträgt und dah die zu den Grenzen führenden deutschen Autostrahen 7000 Kilometer lang seien. Bcj dem gegenwärtigen Stand der Dinge würde Frankreich 18 Stunden zur Truppenentsendung aus dem Innen: des Landes an die Grenz« brauchen, während Deutschland nur vier Stunden hiezu benötigen würde. Der Deputierte der republikanischen Linken, ehemaliger Minister de Chappedelaine, sagte, dah Frankreich In den letzten drei Jahren für die Bedürfnisse der Nationalvertetdigung 87 Milliarden Francs aufgewendet hab«, während die entsprechend« Summe in Deutschland 188 Milliarden Francs und in Sowjetruhland fast 100 Milliarden Francs betrage. Redner erklärte, dah die Maginot-Linie zwar einen plötzlichen Angriff auf die Ostgrenzc aufhalten könne, dah aber jetzt auch an der Nordgrenze eine befestigte Grenzzone geschaffen werden müsse. Minister für Nationalderteldigung Daladier antwortete, dah schon längere Zeit an den Bc- fcstlgungslinicn in Nordfrankreich gearbeitet werde. Auf«in« andere Frage antwortete der Minister, dah die Grenzlinien auch am Sonntag hinlänglich von Truppen besetzt strck, so dah kein plötzlicher Neberfall z. B. am Sonntag befürchtet zu werden brauche. Der radikale Deputierte Po tut besaht« sich mit der Gefahr«ine» plötzlichen Angriffe» Deutschlands, dem begegnet werden müsse. Ein anderer Deputierter der Mitte, To- quillaud, bedauerte, dah da» französische Flottenprogramm sehr langsam durchgeführt werde. Er sagte, dah Frankreich über drei Jahre zum Bau eines Schlachtkreuzer» benötige, während Deutschland, nicht ganz zwei Jahre dazu brauche.--Redner- verlangte, dah"der Aühcn- minister die Initiative zur Einberufung- einer- internationalen Konferenz zur Beschränkung des Baue» von Kriegsschiffen ergreif«. Der unabhängige Republikaner O u e- nette ist der Ansicht, dah trotz der befestigten Maginot-Linie der Feind au» dem neutralen Gebiet nördlich von den Ardennen in Frankreich einfallen könne. Eine gut organisierte schläg erhoben wurde, sie dem Londoner Richtein- mischungSauSschuh mit dem Ersuchen zu übergeben, dah der AuSfchuh selbst da» Datum festsetze, an welchem da» Verbot der Anwerbung und der Entsendung von Freiwilligen in allen Län dern gleichzeitig verkündet werden soll. Di« britische Regierung begrüht und würdigt den er- spriehlichen Charakter dieser Anworten sowie den Umstand, dah der Vorschlag angenommen wurde, dah all« Regierungen aufgefordert werden, die entsprechenden verbot« sogleich zu erlassen, sobald ein Einvernehmen über, da» System der Kon- fafr troll««Zielt fein werde, oder, fall, di-, notwrn-i“““WW werde« soll, dig.sein Werd«, noch früher als da» System einer| R«'m und Berlin zum Aufdruck gebrach ten Bemerkungen fügen hinzu, dah die Regie rung Grohbritannien, die Forderung zur Kennt nis genommen hab«, dah all« nichtspa nischen Teilnehmer de» Bürger kriege, au,Spanienabbrrufenwerden. Die britische Regierung erklärt, dah ihrer Ansicht nach im Londoner NichteinmischungSausschuh über diese Angelegenheit verhandelt werden könne. Zwei„Bergherren“! ' Die Schuhmacher Uher und Mustkckt sind bekanntlich Besitzer der Gruben»Milada" in , Schiehglock und.Prokop" in Soborten. Beide Betriebe wurden wegen ständiger Vernachlässigung der bergpolizeilichen Vorschriften, durch die die Sicherheit der Beschäftigten gefährdet wurde, gesperrt. Und zwar der erstere Betrieb durch das Brüxer, der letztere durch da» Teplitzer Revierbergamt. Am verflossenen Montag erschien nun Mu« sikäk mit einem Teil der Belegschaft der Grube „Prokop" beim Teplitzer Revierbergamt, um die Aufhebung der Sperrung zu erzielen. Lm Zuge der Auseinandersetzungen behauptete er, dah die Wtederinbetriebsetzung der Grube.Milada" bevorstehe. Diese Behauptung entspricht— wie un» mitgeteilt wird — keinesfalls der Wahrheit. Die Sperrung der Grube wird erst dann aufgehoben werden, bi» die Besitzer den stcherheltSwtdrigen Zustand beseitigt und eine Kaution erlegt haben werden.— Da in der Vorwoche im Betriebe ganze zwei Mann beim Grubenausbau beschäftigt waren, muh angenommen werden, dah Uher und Musikckk überhaupt nicht den ernsten Willen haben, den Verfügungen der Bergbehörde nachzukommen und den sicherheitswidrigen Zustand zu beseitigen. UherundMusikäischuldenfür betdeGruben der Revierbruder- lade an Beiträgen KL 19 0.0 0 0.—. Außerdem schulde ns iedenam.Pro- Splnnereien Klazar in Mixdorf werden ver» legt. Wie bekannt wird, hat der Protest der Gewerkschaften und der Stadtgemcinde Nixdorf gegen die geplante, bereit» vor längerer Zeit angekündigte Verlegung des Nixdorfer Spinnereibetriebe» der Firma Klazar A.-A. keinen Erfolg gezeitigt. E» konnte lediglich da» Zugeständnis erlangt werden, dah die derzeit beschäftigten Arbeiter und Angestellten mit nach Brünn übersiedeln können, wovon aber nur etwa die Hälfte Gebrauch machen wird. Die Stadtgemeinde Nixdorf. die sich ohnehin schon In bedrängter finanzieller Lage befindet, wird durch die Verlegung der Spinnereien hart getroffen. ....... I:n-. Gehört VgS,. Spm-PuSglaich?^..Di^^BezirkS- hirr sind wieder.Arbeiter die Leidtragondm.! ArbeitSvermittlungSanstalt in.N.ephg.u S sucht »Bergherren" von besonderen moralischen Metallarbeiter. In Ihrer Kundmachung befindet I Qualitäten sind di« beiden Schuhmacher. Sie sich folgender Satz: ' wollen sich mit dem normalen Profit nicht be, | gnügen. Sie wollen vielmehr, dah die Bergarbei-1 | ter für sie in Betrieben schuften, die auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht Bergbaue, sondern Menschenfallen genannt werden müssen. Sie selbst stecken ja nicht den Kopf in die Schlinge, und Bergarbeiterleben, so sagen sie sich jeden falls, sind billig. Gegen Uher und Musikäk läuft beim Kreis gericht In Leitmeritz ein Strafverfahren wegen der Katastrophe am»Prokop"-Schacht Im Oktober 1988, bei der sechs Bergarbeiter elend um ihr Leben gekommen sind. i-: Wehrdebatten Im Werten Ist Frankreich bereit?— Die Kammer fordert: Motorisierung, Straßen, Festungen **•*«X motorisierte Arme«, wie sie Deutschland besitze, könne 200 Kilometer an einem Tage zurücklcgen. Deshalb dringt Redner auf di« rasche Ergänzung de» Festung-netze» an der Nordgrenze und auf die organische Umwandlung de» Defensivcharakters der französischen Armee in eine schlagbereite Armee, die eventuell zu einem raschen Gegenangriff fähig ist. Die Kammerinterpellation über die nationale Verteidigung, die bi» dahin einen kehr ruhigen verlauf genommen hatten, gerieten auf politischen Boden, äl» oppositionelle Deputierte den Minister für Flugwesen Pierre Tot selbst einer Kritik unterzogen. Der Deputierte Dupont behauptete, dah da» französische Militärflugwesen tief unter dem Niveau de» Militärflugwesen» in Italien und in Deutschland stehe, und warf dem Minister vor, dah er das Politisieren und kommunistische Propaganda unter den Soldaten dulde. Der Minister für Flugwesen erwiderte, däh der moralische Zustand der Militärflieger au», gezeichnet sei. Die Atmosphäre in der Kammer wurde gespannt und zwischen der Rechten und der Linken kam eS zu heftigen Wortgefechten. Der radlkaksozjgllstlsche Deputierte Archim- baud, ein Fachmann auf dem Gebiete der 8an» deSverteldigung, brachte die Debatte für eine Zeit wieder auf sachlichen Boden. Er verwies darauf, dah Frankreich nur 480.000 Mann unter Waffen halte, während Deutschland 800.000 Soldaten besitze. Di« Debatte wird wieder erregter bei der Interpellation de» nationalen Deputierten, de» Chefredakteur de Ktrilli», der an Hand statistischer Daten auf die Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Armee hinweist. Der Deputierte de Ktrilli» weist nach, dah auch da» Material der französischen Fliegerab« wehrgeschühe veraltet und unzulänglich sei. Frankreich besitze nur 280 Batterien, davo.r 78 Fliegerabwehr-Batterien, welche Ziffer weit hinter dem unerkählichcn Bedarf der Staatsverteidigung zurückbleibe. Auch die Verteidigung der Stadt Paris vor Fliegerangriffen fei illusorisch, Frankreich bedürfe sofort 1000 neuer Jagdflugzeuge. Bon den 840 Bombenflugzeugen seien 180 abgenützt, weitere 180 hätten sich in Spanien al» unterdurchschnittlich erwiesen. Al» de Ktrllli» von den nach Spanien entsandten Flugzeugen sprach, unterbrachen ihn die Kommunisten und Sozialisten durch laute Zurufe, Während ihm die Rechte Beifall klatschte. ' Der Minister für. Flugwesen P i e r r t Tot greift in die Debatte ein und führt d'e Behauptungen de» Deputierten de Ktrilli» darüber, dah Frankreich ausländische« Staaten di:, modernen Flugzeugtypen geliefert habe, auf da» richtige Mah zurück und sagt, dah die Kämmet bereit» im Vorjahre über dies« Sache entschieden habe, al» sie dem Minister für Flugwesen mit groher Mehrheit das vertrauen aussprach. Englands Luftrilstung London.(Reuter.) Lm Unterhaus gaben di« Konservativen durch ihr Mitglied Simmond» dl« Anregung zu einer Debatte über die M i l i- tär- Luftfahrt. Simmond» legte eine Re solution vor, in welcher hervorgehoben wird, dah dl« Luftstreitkräfte Grohbritannien» immer noch unzureichend seien, und in der empfohlen wird, alle Mahnahmen zu einer be schleunigten Durchführ ungihre»^ Ausbau-Programm» i stützt auf private Informationell, Monds die Ueberzeugung aus, dah Deutschland zur Zeit über 18.000(?) Flugzeuge verfüge, v°n denen etwa 8000 den modernsten Typ» der brltannien, hat ihren diplomatischen Vertretern ersten Klasse angehören._ jn Paris, Rom, Moskau und Lissabon die Wei- Der Minister füö die Organisation der Ver-. sung erteilt, in ihrem Namen einige Bemerkun- Notruf der Saisonarbeiter In den westbtthmlschen Bädern Der Umstand, daß die Hotel-Gremien in den Badestädten Westböhmen» beschlossen haben, für die Saison 1987 solange kein Personal aufzunehmen, al» keine Sicherheiten für den Kurbesuch au» dem Ausland bestehen, hat in den Kreisen der Arbeiter«nd Angestellten der Kurbetriebe und Hotel» starke Beunruhigung hervor» gerufen Donnerstag vormittag» fand in der teidlgüng Ln»k t p"gäb'Erklärungen'überH' gen" zu den verschiedenen Antworten in Ange-! Bauprogramm der britischen Luftflotte, nach lkgenhelt der Freiwilligen vorzubringen. DI- Re-«tadtaemelnve welchem die britischen Luftstr-,tkräfe in-rstergi-rung Großbritannien» konstatiert mit’Ä ÄÄXlbMte to Linie auf eine Stärke von etwa-1780 Kainpf.zsriedigung, dah diese Antworten ge-ign-t«nb der«IrU^ flugzeugen gebracht werden sollen, mitgezählt d e sind, ,u einem definitiven Abkommen beizu-. vbm^n d^«-b»ftn-Ecktrike» HNftzugzL nicht eingerechnet ab«? di. Ma- tw-en und dah kein EtMvand gegen dm.Vor- J* Ä&SS JÄ ffi" rine-Üuftstreitkräfte. Außerhalb diese» Pro-i gramm» wird sich auch in erster Reihe der Bau einer groben Anzahl von Ersatzflugzeuge n>al» notwendig erweisen. Lm britischen Flugzeugbau Ist unzweifelhaft eine B«rzügerung eingetreten, deren «jne Ursache/ in der Notwendigkeit lag, den Polizeidienst im Mittelmeer zu organisieren. Die heütige Situation kommt durch die Zahl von 87 Eskadrlllen zum Ausdruck, die, wie sich mit Be- rechtigung annehmen lähf. End« März fertiggestellt und eingereiht sein werden. Anschließend erklärte der Minister: Rur die politisch« Mäßigung uyd die wirtschaftliche Zusammenarbeit können einen allgemeinen'Frieden vnrbereiten. den wir so aufrichtig wünscht». Solang«.«» jedoch hiezu nicht kommt, sehen wir da» Rüsten al» unsere P f l i ch t an. Wir werden in btzn Rüstungen fvrtfahren, soweit bi«» notwendig situ wird,«nd wir werden für dies« Rüstungen all die gewaltigen Quellen mtfere» bisher unbesiegten Lande» einsetzen, zum Schutze seiner Bevölkerung« Sette 4 Zur Vorgeschichte des Prozesses der Slebzohn < ist.' Das Rad durchschneidet selbst festes- Gestein ausserordentlich leicht und dürfte«ine Revolutionim Berg- und-Tunnelbau bilden: V'.ee.Johre«Inen Splitter im Herzen..'Im Jahre 1982:hatte eine nette junge'Dame-in Prag einen Autounsall. Sie brach hierbei den'linken- Arm, ausserdem drangen ihr einige. Splitter.in die. linke Seite. Seit jener Zett hatte sie dauernd„Herzweh". Diese» hatte jedoch, keinen seelischen Hintergrund, .sondern rein organische Ursachen. Sie entschloss;,sich daher, einen Herzspezialisten zu Rate zu zlehen. dir so seltsame Herzgeräusche wahrnahm, dass- er'm einer Operation riet: Bei dieser Operation-stellte sich heraus, dass vor vier Jahren einer der Splitter In die linke: untere.- Herzkammer eingedrungen' war,- seitdem darin stak und jene»„Herzlcid" verursachte, von dem die junge Dame jetzt befreit ist.- - Wahrscheinliches Wetter Freitag: Vorwiegend b!» wechselnd bewölkt, zeitweise Schneefälle, und-zwar besonder» im Osten des Staates. In.den: böhmischen Ländern Ganztagsfrost. In den Niederungen der'Slowakei und Karpathorusslantzs untertags leichtes Tauwetter möglich. Südwestwind.— W e,t t e t- au S sichten' für SamStag: Andauern>-de»: vorwiegend bedeckten, Wetters mit Schneefällen--In Böhmen-und ist Schlesien Ganztagsfrost.- Valencia, der SIU der spanischen Regierung Nr. 25 Rreitnn, 29. Jänner 1987 Seite 6 Entweder— oder Zu" den Moskauer Prozessen '- Ein namhafter deutscher Publizist stellt un ten nachfolgenden'Artikel zur Verfügung: Wer von den Freunden und Anbetern Stalins dazu noch fähig ist, wird aufgesordert, die nachstehend skizzierten Gedankengänge logisch zu prüfen.. Nach.den Gesetzen der Logik, die ja verlast« sig^noch nicht überall aufgehoben sind, gibt e» nur zweierlei denkbare Stellungnahme zu den Moskauer Anklagen gegen die bolschewistischen Parteiführer: Man, kann diese Anklagen e n t weder für wahr oder für unwahr halten. Auch der ergebenste Freund Stalins.wird nicht bestreiten wollen, daß es keine dritte Möglichkeit der Stellungnahme gibt. Die Annahme, daß in Moskau eine kranke Lugtntollwilt explodiert, ist unser« Annahme, und sie führt zur leidenschaftlichen Abkehr von diesem gesinnung-verderbcrischen Wahnsinn. Die Kommunisten aber stimmen mit uns sticht überein; für sie bleibt also nur die andere denkbare Annahme: daß die Moskauer Anklagen(und, was dasselbe heißt, di«»Geständnisse") pure Wahrheit sind. Wohin führt diese Annahme? Wir laden die Kommunisten und alle Freunde Stalins ein, die gedanklichen Schlüffe, die sich au» ihr zwin« g e n d ergeben, zu überlegen. ''< Die Anklagen gegen Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Radek, Smirnow, Pjatakow, Bucharin, Sokolnikow, Serebrjakow, Tomski, Rylow, Mu« ralow, Uglanow sind wahr? Dann hieße das: Die.Genannten sind(wenigsten» ihrer Absicht nach) Mörder, Briganten, Spione Japan», Spitzeln/ Deutschlands, Agenten» de» Weltkapitalis« mu»/Geben die Kommunisten diese erste Schlußfolgerung zu? Sie ist unabweisbar. - Alle Genannten sind Führer der russischen Revolution'gewesen. Fünf von ihnen(Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Tomski, Rhkow) waren Mitglieder von Lenin»»Politbüro", dem außer ihnen unll Lenin selbst^nur noch Stalin ange- hörte. Sind, die' gegen sie erhobenen Anklagen wahr,'dünn steht fest: Lenin'»„Politbüro"(also die Führung der Kommunistischen Partei Rußlands und der Oktober-Revolution) bestand zu mindestens fünf Siebenteln.au» Verrätern, Briganten,' Mördern, Spitzeln, Agenten faschistischer Mächte, Spionen: Geben die Kommunisten diese zweitö Schlußfolgerung zu? Sie ist unabweisbar. Alle Genannten sind seit mindesten»' 1919 in der revolutionären Bewegung Rußland» f ü h- r e st d tätig gewesen. Au» der Annahme.' die gegen sie erhobenen Anklagen.seien, wahr,, ergibt: sich'zlv e tovl e-t-i'-Äiach einem Bierteljahrhun-, dert fiihvender Teilnahme an der revolutionären Bewegung Rußland» stellt sich' heraus, daß der erzieherische Effekt einer solchen Gesinnung»« und Llwentgemeins chaft die Heranzüchtung von Spionen,-Spitzeln, Mördern, Briganten, kstlpitaltsten» knechten, käuflichen Verrätern gewesen sein kann. (Und zwar nicht ein gelegentlicher, zufälliger Effekt,'— denn die überwältigende Mehrheit aller noch lebenden Führer dieser alten Bewegung treten nun vor uns. al» Spione, Spitzel, Mörder,. Verräter, Briganten!) Mit einer Bewegung, die solche erzieherischen Effekte züchtet,' dürfte ein anständiger Sozialist schon: au» Gründen der Stubenreinheit nicht» zu tun-haben.. Geben die Kommunisten diese dritte Schlußfolgerung zu? Sie ist unabweisbar.. -Auf der gtmmettvalder Konferenz, die während de» Kriege» den Keim zur»Kommuni» stischen Internationale" legte, waven die Bolschewisten, durch Lanin, Radek.und Sinowjew vertreten. Von'Lenin, dem(vorläufig wenigsten») kein Prozeß gemacht werden kann, abgesehen, erweisen.-sich alle russischen Gründer der»Kommunistischen Internationale" al» Briganten,. Spione, Spitz»!, Mörder. Die offiziellen Führer, der „Kommunistischen Internationale" wären, von deren' Gründung an bi» zum Lahr« 1989, Lenin, Tryhki, Sinowjew, Radek,. Bucharin. Bi» zum Ja^re 1980 hatalle, ausnahmslos alle reprä« sesttativen Referate auf den»Weltkongressen" einer von diesen fünf Bolschewisten gehalten, hat ausnahmslos:« lle repräsentativen Aufruf« und Kundgebungen einer von ihnen gefertigt. Sind die Moskauer Anklagen wahr, dann stellt sich heraus, daß!7—'vom toten Lenin abgesehen— sie,.alle Briganten, Mörder," Spione, Spitzeln, Agenten de» WeltkapitaliSmu», Perräter; waren. Geben.' die. Kommunlsten.diesepierte Schlußfolgerung zu? Sieist'UNabweisbar. Bon Ttotzkt abgesehen; haben alle Genannten wiederholt beschworen.tveste Anhänger- Stalins, zu sein. Die. beschworen« Ergebenheit Stalin ,gegenüber.beweist.asso- weder, daß man. kelstiTpsöNxiioch; daß man kein Wrder ist. Da-' mit-Mt: daS'letzte Kriterium Weg, nach welchem man feststellen könnte, ob:'«W Fstliktionär der ,,Kommunistischen-Internationale"' ein. Bolsche» Wik'ooet' ein faschistischer Ageni' ist. Angesicht» der E^ahrunss^diMANMl^der.Wörivältigenden MeWest'MerM'Hnropä bekannten, bolfchewistt-- schen Führer gemacht hat, tst man—- die W a h r- h e t t. der Anklagen vorausgesetzt— nach den GeFtzlin,'der,'Logik,-/ der HahrfchtzistlichkeitSrechs nung und de». antifaschistischen KämpfesKve r» vflich'te.t, jedem Funktionär der»Hoaununtf stischxw.Jstternationale"ot>er,.einerthrer.S«ttio- nen. V d r s i.ch t» h a l/b e r-d«»"schärfste M i ß t r ä u e n«ntgegenzubringen. Ein Sozia« list, ein Feind Hitler» oder-de»'japanischen-Fa«: jchiSmtch,' ein Gegner des Kapitalismus, ein humanistischer- Gegner. der individuellen Mordlüst hat näwlich keine dringendere Pflicht, al» die: um j e-d en Preis die Berührung mit Spionen, Spitzeln, Mördern, Briganten, Agenten des Faschismus zuvermeiden; lieber zehn Menschen zu Unrecht mißtrauen, als einem einzigen Spion aussitzenl'Wenn' sich die überwältigende Mehrheit aller In der Revolution führenden Bolschewisten, wenn sich alle Führer der allen„Kommunistischen Internationale" als Abhub abgefeimtester Mordspitzelei erwiesen haben,. dann muß jeder Sozialist schon au» primitivster Vorsicht jedweden Verkehr und jedweden Kontakt mit dem Rest sofort abbrechen. Denn wer weiß, wieviel von den Restlichen sich d e m n ä ch st al» Spitzel und Spione erweisen werden? Sie sagen„selbst", daß sie— zum Unterschied von ihren alten Führern—zuverlässig sind? Aber bat der Brigant und Spion Radek bi» zum August 1989(als er schrieb:»An die Wand mit den faschistischen Hunden Sinowjew und Kamenew") nicht auch al» zuverlässiger Wortführer de» Welt« kommunismu» gegolten? Und warum soll man denn den in sozialisllschen Kreisen recht unbekannten jungen Leuten, die heute in Europa kommunistische Führer spielen, mehr Vertrauen»« kredit gewähren al» den alten, historisch beglaubigten Führern der Oktoberrevolution, die heute als Spione, Spitzeln, Briganten und Mörder uns vorgeführt werden?(Immer vorausgesetzt, daß die Moskauer Anklagen wahr sind; wobei noch, vorsichtshalber, vermerkt sei, daß all die schmückenden Beiworte, die hier zur Kennzeichnung der allen bolschewistischen Garde gebraucht wurden, der kommunistischen Presse entnommen sind.) Im antifaschistischen Kampfe ist höchste Borsicht oberstes Gesetz; können die Kommunisten das bestreiten? Lieber zehn Menschen zu Unrecht mißtrauen, als einem einzigen Spion aufsitzen! Wenn sich alle noch lebenden Gründer und(wenigstens bi» zum Jahre 1939) Führer der»Kommunistischen Internationale" als Briganten, Mörder, Spitzeln, Spione und Agenten faschistischer Mächte erweisen, dann muß jeder vorsichtige Antifaschist die Berührung mit dieser eigenartigen Organisation radikalablehnen. Geben die Kommunisten diese fünfte Schlußfolgerung zu? Sie ist unabweisbar. In der Geschichte revolutionärer Bewegungen hat e» leider ost Spihellum, Verrat, lieber« Am fünften Wend des vom Sozialinstitur der Tschechoslowakischen Republik veranstalteten Vortragszyklus„Aktuelle Probleme-der Sozial» Versicherung" sprachen der Direllor der Zentral« sozialversicherungranstalt Dr. Stern und der verantwortliche Mathematiker der Anstalt, Direktor» stellvertreter Prof. Dr. Lenz über aktuelle Fragen der Aller»- und Invalidenversicherung der Arbeiter. Den Ausführungen Direllor Dr. S t« r n» entnehmen wir: Entwicklung der Lsistungsagsnda Die Wirtschaftskrise hat in den letzten Jahreu die Zahl der Renwer rasch ansteigen- lassen. Ende 1939 brachte-die ZentralsoziaWersicherungSanswlt 141.990 Invaliden-,.98.009 Alters- und 27.000 Witwenrenten zur Auszahlung und gewährte an 82.900 Waisenstämme Renten. Die Zahl der Renwer der Zentralsozialver- flchernngSanftatt ist heute auf WSgesamt 299.009 Personen angewachse«, denm im Jahre 1989 tiler 987 Millionen AL anSgezahtt wurden; täglich wurden-als» tm abgelaufenen Jahr« im Durchschnitt .1,009.990 AL an»,«zahlt. Die Durchschnittszahl der der Invaliden- und Altersversicherung unterliegenden Personen im -Jahre 1929 betrug 2,288.000 und sank allmählich im Jahre 1984 bi» auf 1,981.000; im Jahre 1988 fetzte eine kaum merkliche Steigerung auf 1,992 09> ein; im- Jahre' 1939 betrug der-Jahresdurchschnitt 1,881.009: Versicherte; Daran» ist ,u ersehe«, da- di» Zmtralsozial- verficherungSanstalt t« Jahre 1989 um 1g Prozent weniger Versichert« hatte,, die Vettragliwrschrettnn» war aber um 89 Prozent niedriger«kS-tm Jähr« -|■ Die Wirtschaftskrise hat nlcht nur die Zahl der .Arbeitnehmer.verringert,' sondern gleichzeitig-eine -Abwanderung derselben au» den HSHeren ist die tieferen Lohnklassen gebracht.•' Die Wirtschaftskrise hätte die Invaliden- und Altersversicherung der Arseiter kaum.-tangiert, wenn es bei dem im urspränglichen Gesetze do« Jahre -1924. festgesetzten Bergcherungßbeiirag geblieben wäre, den» in allen Lohnklassen iba'ren damals die ap».der' Vrrstchermig ersliehenden Leistungen durch d«st VerstcherungSbeitrag gedeckt., ,- Durch die Rötzellen vom Jähre-1928 und.1984 wurde aberdrr-Versicherungsbeitrag herabgesetzt, wib- zwar;in den niedrigstenrKlaffen-'in-'erhöhtem Ausmaße,- so-daß heute für die BersicherUng aktiv fast nur noch die qualifizierten Arbeiter- im-and» werk«nd-in depFabrik sind»../ it Uoberlnvalldlslerung ' Die Krise hat ein rasches Steigen der Zahl de: .Renwer gebrqcht.. Gegenüber dem- vorausgesetzten Stande sind wesentlich mehr Invalidenrenten, weni« 8er Alters», Witwen- und,Waisenrenten, angefal- :n.' Unter-Berückstchtigung'der finanziellen Bueü- lüufer gegeben. Können die Kommunisten aber 1 r g e n d e i n e politische Partei der Gegenwart und der Vergangenheit nennen, in der sich die üb erwältigende Mehrheit der Führer als Spione, Spitzel, Briganten, Mörder, Agenten de» Todfeindes demaskiert haben? KöNnön die Kommunisten auch nur drei sozialdemokratische Führer nennen, denen Feinde(also 'etwa die Kommunisten bloß) Spionage für eine faschistische Macht börwerfen, geschweige denn machgewiesen haben wollen? Unter der Voraussetzung, daß die Moskauer Anklagen wahr sind, ergibt sich zwingend: Die bolschewistische Partei Rußland», die Partei der Oktoberrevolution, die Partei Lenins'wäre die grauenhafteste Pestbeule, die entsetzlichste Entartung, da» furchtbarst« Sammelbecken der Verräterei, des Spltzel- tums und der Käuflichkeit,— ohne Beispiel in der Geschichte, ohne di« leiseste Möglichkeit de» Vergleich» mit irgendeiner anderen entarteten Bewegung der Vergangenheit und Gegenwart. Gegenüber einer solchen Bewegung'wäre für einen Sozialisten kein Anderes Gefühl denkbar, al» da» Gefühl des Ekels, der Verachtung und des radikalsten Mißtrauen». Geben die Kommunisten diese sechste Schlußfolgerung zu? Sie ist unabweisbar.. Es bleibt dabei: Man kann die Moskauer Anklagen entweder für unwahr oder für wahr halten. Eine dritte Entscheidung ist undenkbar. Was sich ergibt, wenn man die Anklagen für u n w a h r hält, ist eindeutig und für die Beamten Stalin» vernichtend. Wa» sich ergibt, wenn man sie für wahr hält, lehrt die schlichteste lleberlegung. Die Kommunisten mögen sich nun für eine der beiden allein möglichen Annahmen entscheiden. Wir wollen dafür sorgen, daß diese Entscheidung keinem Kommunisten erspart bleibt: Man wird in Hinkunft mit ihm über nicht» andere» sprechen. Ein Kommunist, der sich noch einen Rest sozialistischer Gesinnung— ein, bloß von D e n k- kraft erhalten hat, müßte vom Himmel seine» Gotte» erstehen, daß die Moskauer Anklagen -unwahr sind. Denn sonst müßt« er s e l b st von jedem anständigen und verantwortungsbewußt«» Antifaschisten fordern, daß er ihn schon au» Gründen der vrimitivsten Vorsicht meidet, wie einen, d'er de» Spitzeltum» in der furchtbarsten Weise verdächtig ist. tung aller Renten(Invaliden-, Aller»-, Witwen- und Waisenrenten) überschreitet Ende 1939 die Gesamthöhe der Ausgaben für! Leistungen um 21.8 Prozent die Voraussetzungen, Mit der Besserung der Beschäftigung seit Ok- tobcr 1985 ist der Anstteg der Invalidisierung nicht nur zum Stillstand gekommen, sondern im Sinken begriffen. Reben der vorübergehenden auf die Krise zurückzuführenden— nunmehr absinkenden— Ueberinvalidlsterung muß man aber mit einer strukturellen Ueberinvalidisierung dauernder Natur rechnen. Mit der Rattonalisierung scheiden die allen Arbeitnehmer viel früher au» dem Arbeit-Verhältnis au» und machen daher im ganzen weit früher ihre Ansprüche auf Invalidenrente gellend, al» nach den BorkriegSerfahtungen angenommen werden konnte. Und so kommen die Invalidenrenten im Durchschnitt früher in Anfall und infolge der allgemeinen, wesentlich niedrigeren Sterblichkeit weit später in Wegfall. Ola Notwendigkeit einer raschen Novellierung Di« ZentralsozialverflcherungSanstalt wird, so» halb di« verüchermigSmathemattsche Bilanz zu« 1. Jänner 1985 rndgülttg»erliegen wird, um rasch« Novellier»«, de» Gesetze» ersuche«. Im Interesse der ihr ganzes Leben lang Versicherten ist eine Verlängerung der Wartezeit notwendig, um den spekulativen Eintritt in di« Arbeiterversicherung-u erschwerend Weiter müssen di« Beiträge in allen Klassen neu geregelt werden derart, daß e» kein« passwen Klaffen geben darf. E» darf nicht Übersehen werden, daß' die Renten der Versicherung insbesondere bei steigendem Lohnniveau in den Industriegebieten und insbesondere für qua« lifizierte Arbeiter und ihre Hinterbliebenen noch ständig unzureichend find. Dli versicherungsmathematische Frage Professor Dr.' Lenz ergänzte da» Referat Dr, Stern» vom' versicherung-mathematischen Gesichtspunkt au». Die Wirtschaftskrise— so führte er au»—: stellte in der Invaliden- und Altersversicherung per Arbeiter da» zur Anwendung gebrachte KapitalveckungSsystem auf eine schwere Protze, bei der, sich dies«» System voll belvährt hat. Denn während mqn.'in Deutschland und Oesterreich, wo. man infolge' del Währungifturzes da» Umlagensystem verwendete, zu ttef einschneidenden Aenderunaen so- wphh im Leistung»- al» auch wa» da» Beitragssystem betrifft, greifen Mußte,'genügten-bet uns verhältnismäßig geringfügige Korrekturen, um.di« solide ,-. Grundlage unserer Sozialversicherung auf« rechtzuerhalten. Böm-BersicherungSbeitrag der höheren Kläffen ter Arbejterversicherung entfällt ein weit größerer Aniessi auf-'die. Äerwaltung-kosien der niedrige»-«« Klassen;: der. Versicherungsbeitrag der niedrigsten Klaffe genügt nicht einmal zur Deckung der Leistun gen und daher führt in der Krise die Schrunipfung der Lohnklaffen und der geringere BeschaftigungS« stand zu einer passiven Entwicklung der Versicherung. Diese Passwität in der Krise erfährt eine Verschärfung durch erhöhte Ausgaben für Renten. Zu diesen regelmäßigen Begleiterscheinungen der wirtschaftlichen Entwicklung ist noch eine Verminderung der Sterblichkeit getreten. So sind der Arbeiterversicherung in der Krise nicht unerhebliche Verluste erwachsen. Sie lassen sich mit etwa 900 Millionen atzschätzen. Dieser Betrag erhöht sich um den Kapitalwert der Renten, um welche man in den nächsten Jahren mehr, al» vorausgesetzt war, wird au»zahlen müssen; man gelangt so zu einem Betrag von 1.8 Milliarden Ki. Die versicherungsmathematische Bilanz zum 1. Jänner 1985 wird eine objektive Beurteilung ermöglichen, wie in Zu« kunst Einnahmen und Au-gaben so zu korrigiere» sein werden, daß das finanzielle Gleichgewicht m der Arbeiterversicherung wieder hergestellt wird. polnische Bergarbeiter fordern 36-Stundenwoche Kattowitz. Dienstag fand in Kattoloitz ein Kongreß der Betriebsräte aus allen drei polnischen Kohlenrevieren statt, der sich mit der Kür-, zung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau auf 9 Stunden täglich'untertags beschäftigte. Der Kongreß beschloß, die Regierung aufzufordern, im gesetzlichen Wege die 89stündige Arbeitswoche im Kohlenbergbau einzuführen. In einer Resolution sprach sich der Kongreß ferner kategorisch gegen die Pläne der Regierung au», wonach die eventuelle Kürzung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau vorläufig, nur auf die Dauer e s ne» Jahres ein* geführt werden soll. Dör Kongreß' veciastgt die Erlassung eine? Gesetzes, auf Grund dessen die 89stündige Arbeitswoche im Kohlenbergbau als ständige Reform«ingesührt wird und das sich auf alle im Bergbau beschäftigten Arbeiter erstrecken soll. Schließlich ermächtigte der Kongreß die Ber- ständigungSlommiffion aller Bergarbeiterorganisationen zur eventuellen Proklamierung der Generalstreikes im Kohlenbergbau für den Fall der. Ablehnung der Forderung. Wie seinerzeit gemeldet, hat Ministerpräsident Sklad» kowski zweck» Abwendung des drohenden Berg- arbeiterstreikeS im November vorigen Jahres den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen ver- spochen, daß die Regierung dem Parlamente noch in der lmifenden Session einen Gesetzentwurf betreffend die Kürzung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau unterbreiten werde. Ein solcher Entwurf wurde jedoch bisher dem Parlament noch nicht vorgelegt. Altersversicherung In USA verfassungsgemM Boston. Das Bundesgericht entschied, daß da» soziale SicherheitSgesetz, das eine Steuererhebung für. die Altersversicherung vorsteht und auf Gründ von Roosevelt» Newdeal-Programm vom Kongreß angenommen wurde, verfaffungS- mäßig ist, DaS Ende der freie« Stadt Lübeck. Das vom Reichskabinett befchloffene Gesetz über. Groß- Hamburg und andere Gebietsbereinigungen beseitigt vor allem die Unabhängigkeit Lübeck». Diese Stadt, die. auf eine ruhmreiche historische Vergangenheit zurllckblickt und schon 1229 Freie Reichsstadt wurde, war während de» Mittelalters da» bedeutendste Mitglied der Hansa. Eine Zeitlang mußten sogar die dänischen Könige von Lübeck bestätigt weichen. Altona, die bWrrige Provinzialhauptstadt von Schleswig-Holstein, wird mit seilten wehr al» 290.099 Einwohnern zu Hamburg geschlagen. Die künftige Stadt Groß-Hamburg wird durch die Vereinigung mit Mona, mit dem großen Jndustrieort Harburg und anderen Ortschaften von bbher einer Million auf etwa eineinhalb Millionen Einwohner wachsen. Andererseits gibt Hamburg das mehr al» 109 Kilometer elbeabwart» gelegene. Cuxhaven an Preußen ab.. Seinerzeit hatte. Hamburg Cuxhaven unter großen Opfern erworben,, wodurch, die großen SeedaiNpfer, die wegen ihre« beträchtlichen Tiefganges selbst bei Flut.nicht bis Hamburg gelangen konnten, auf Hamburger Gebiet in Cuxhaven anlegen konnten. Ml äosiachMiL . i Die Sozialversicherung der Arbeiter„,.. nach der Virtschsftslcrise- Direktor Dr. Stern und Chehnathematlker Prof. Dr. Lenz begründen die Notwendigkeit der NoveUlertang des Gesetzes ;clk 6 „SoAinlbctnurrnf Freitag, 29. Sännet 1937. Nr. 25 Straßenbahn entgleist. Gestern früh nach 8 Uhr entgleiste in der Podkbraderstraße in Zilkov vor dem Hotel Recht ein Motorwagen der 21er- Linie»nd fuhr auffl Pflaster. Verlebt wurde niemand; doch wurde der Verkehr auf eine halbe Stunde unterbrochen. Der Vorfall hatte einen großen Menschenauflauf zur Folge. Tramwah überführt ein Fuhrwerk. Vorgestern abends kam in der Chodekstraße in Prag III., das einspännige Fuhrwerk des Kutschers Anton Kloe au» Smichov auf der gefrorenen Straße ins Rutschen und fuhr einem Motorwagen der. 23er-Liuie in den Weg, mit dessen Schleppwagen es zusam- menstieß. Die im Wagen sitzende 67jährige Bedienerin Friederike Klap erlitt hiebei Rißwunden au Gesicht und Hals, der Kutscher wurde zu Boden geschleudert und erlitt ebenfalls Verletzungen am Kopfe. Im Wagen wurden einige Fensterscheiben zerschlagen, am Fuhrwerk die Achse zertrümmert. Städtische Abfuhr von Abfall. lKündmachung der Stadtamtes.) Die Besitzer von größeren Abfallgegenständen aus dem Haushalte, wie Strohsäcken, Matratzen und ähnliches, welche nicht In den auswechselbaren Abfallgefäßeu untergebracht werden können, werden aufgefordert, diese Gegenstände dem Bauamt der Hauptstadt Prag Abteilung 10 lStädt- reinigung) in Prag VII.. Bubenssä, Konskr. Nr. 416, Tel. 72641, zwecks Abfuhr entweder schriftlich, mündlich oder telephonisch anznzeigen, eventuell auch den Gemeindeaugestellten, die mit dem Abträgen der auStvechselbaren Abfallgefäße beschönigt sind, und zwar entweder mündlich oder mittels schriftlicher Anmeldung. Auf Grund dieser Anmeldungen wird die Abteilung 10 des Städtischen Bauamtes diese angemeldeten Gegenstände von Ihrxn Inhabern übernehmen und sie unentgeltlich durch ihre Angestellten und mit Gemeindefuhrwerken beseitigen. Von der Abfuhr sind Strohsäcke, Matratzen und Gegenstände von kranken Personen ausgenommen; diese muffen in einer vom Stadtphtzfikat vorgeschriebenen Art beseitigt werden. konzipientenelend Prag.—rb— Daß die Lage vieler jungen Advokaturskonzipienten infolge der andauernden Ueberfülluug dieses Berufes eine äußerst triste ist, ist eine bekannte Tatsache. Vielfach arbeiten die Anfänger zu einer Entlohnung, die diese Bezeichnung kaum mehr verdient. Die Söhne vermögender Familien sind von der unzureichenden Honorierung natürlich nicht betroffen, desto härter sind diese Hungerjahre für die vermögenslosen Anwaltsanwärter, zumal es ja stets heißt die Standeswürde zu wahren, war natürlich in erster Reihe von der Kleidung gilt.' Dieser TM«ar vor dem Sttafbezirkrgertcht ei« bemerkenswerter Fall anhängig',' der die Exftstenzlage vieler Könzipienien drastisch illustriert. Angeklägt der Uebertretung d e» Berr u g e S war ein junger Konzipient und die Strasanzeige hatte der Schneider des Angeklagten erstattet, der diesem vor vielen Monaten einen Anzug geliefert hatte, aber trotz zahlloser Mahnungen nicht zu seinem Gelde kommen konnte. Die Erörterungen um die formelle Schuldkrage drehte sich uasiirlich um den Punkt, ob der Angeklagte„in betrügerischer Absicht sich als zahlungsfähig auSgegeien habe", ohne es zu fein. Der angeklagte Konzipient erklärte lund niemand wird daran zweifeln) er habe den besten Willen gehabt zu bezahlen, doch habe er von feinem kleinen Honorar nie etwas für die Abzahlungen zu- riicklegen können, weil er kaum zum bescheidensten Leben reichte. Auch war von irgendwelchen Borsvie« gelungen keine Rede. Der Schneider hatte sich offenbar ohne weiteres darauf verlaffen, daß der Herr Doktor schön werde zahlen können und kam erst später hinter de» tatsächlichen Sachverhalt. Die Sache endete indeffeu glücklich für alle Beteiligten. Der Chef de» Konzipienten, der ihn ver- jeidigte, zog nämlich seine Brieftasche und zahlte dem Schneider seine Forderung und Kosten(Insgesamt 1600 XL) au», worauf dem Freispruch des Angeklagten nicht» mehr im Wege stand. Adln« Mandlovä nur z» strengem Arrest verurteilt.(rb) Infolge eine» Hörfehlers unseres Refe- renien bei der telephonischen Aufnahme de» Urteils gegen Adina Mandlovä, über deren Prozeß wir gestern berichteten, hat sich in den Text eine Unrichtigkeit eingeschlichen, die wir hiemit richtigstellen. Die Angeklagte wurde nur wegen de» Vergehen» gegen die Sicherheit de» Lebens schuldig erkannt, dagegen von der Anklagolwegen Anstiftung zur falschen Zeugenaursage freigesprochen, daher auch nicht zu vier Monaten Kerker, sondern in sehr milder Weise zu vier Monaten strengen Arrest'» verurteilt. Kunst Utld Mssm Französische Graphik Zwei kleinere Ausstellungen bieten gleichzeitig Gelegenheit. Proben zeitgenöffischer französischer Graphik zu beirächten. Im ManeS, in dem die sehenswerte KarS-AuSstellung noch airdauert, gastiert die Pariser Gruppe„Atelier 17" mit einer Kollektion von Radierungen und Lithographien. ES sind, wie die Namen vermuten lasten, nicht alle eigentlich französische, sondern wohl in Pari» lebende Künstler verschiedener Nationalität, die aber in der Art ihres Schaffens eine Einheit bilden. Sie gehören der Richtung der Kubisten und Surrealisten an und in ihren graphischen Kompositionen(dieser. Ausdruck kehrt als Bezeichnung' auf vielen Blättern wieder) lösen sie die dingliche Welt auf, um sie in irrealen Abstraktionen und Konstruktionen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. ES geht von diesen mit fast mathematischer Berechnung und mit technischem. Raffinement gemachten Blättern eine Kühle, ja fast Kälte ans. Es ist Kunst, ohne Frage, aber Kunst, die da» Erfühlte durch da» Errechnete, da» Sein durch Begriffe ersetzt, und neben den Zeichnungen von George Kars muten diese Blätter(mit-einigen Ausnahmen) an wie abstrakte Formeln neben den Erscheinungen des Leben». Ebenfalls ein Pariser Künstler ist A d a m. von dem man nicht mehr erfährt, al» nur diesen Namen. Von ihm sind satirische Zeichnungen und Nadierun- Bezlrksorganlsatlon Prag Heute, Freitag, 29. Jänner, int Großen Saal des Handwerkersvereines, Prag II., SmeLktz, spricht nm 8 Ahr Genosse W. Jaksch über daS Thema „Dietschechoslowakhche Staatsidee und unsere sozialistische Aufgabe** Der taUUgende krkagsckein ist«tr Ne«Mu»s der llöonnements-Mkr zu wrMwuten! Ufer im Rückstände WeUt, scüädlgt die Dutei und deren Hesse DI« Verwaltung gen im K u n st verein.für Böhmen ausgestellt. ES sind ätzend scharfe Glyffen auf menschliche Laster und Verworfenheit. Ein unbarmherziger Griffel karikiert dar Häßliche, Abstoßende und treibt e» in künstlerischer Steigerung zur Eelbstenthüllung. E» sind Blätter darunter, die an Visionen Baudelaire» denken lasten; er blühen viele„Blumen des Bösen" in diesen phantastischen Blättern, die nichts von Lebensfreude wissen und deren Spott nicht lacht, sondern pestimtstisch und glaubenslos zweifelt. Auch dar soziale Elend wird mit scharfer Geißel gestreift; die Blätter.Le pain"(Dar Brot),„Au Borjnage" lau» dem belgischen Steinkohlenrevier, in dem Zola» Roman„Germinal" spielt),.Kolonisation" sind soziale Pamphlete von anklägerischer Kraft. Wenn man vor Adam» virtuos gezeichneten Satiren an mancher erinnert wird, an Toulouse-Lautrec etwa, von dem ja auch ein Weg zu Beardslev führt, oder auch an George Groß, so sind da» mehr Anklänge der zeichnerischen Technik ober de» Erlebnisbereiches. Aber entstanden sind diese Satiren au» innerem Zwang. Es sind— so fühlt man es— Erkenntnisse und Bekenntnisse einer von ihren Visionen heimge« suchten Phantasie, geformt von einer starken künst- terischen Gestaltungskraft.. Id. „Die verkaufte Braut" erzielte bei ihrer Aufführung durch ein Ensemble des Prager Nationaltheaters unter der Leitung Talichr In Amsterdam einen ungetvöhnlichen Erfolg. Es«ab wiederholt— in Holland eine außergewöhnliche Seltenheit— Beifall auf offener Szene und Ovationen nach den Aktschlüssen. Nach der Aufführung ließ der tschechossowakische Unterrichtsminister Dr. Franke der „Wagnervereeniging"(der Veranstalterin) eine Zuschrift überreichen, in der die Tschechossowakische Musikwoche in Amsterdam als ein wichtige» Kapitel In den bisherigen kulturellen Beziehungen der beiden Länder bezeichnet wird. Am Anschluß an die Vorstellung fand ein Empfang der Gäste beim Vorstand der Wagnervereinigung statt. Sechste Arbeitervorstellung. Sonntag, den 7. Feber, um halb 8 Uhr nachmittags„Matur a", Komödie in drei Akten von Ladissav Fodor. Spielplau de» Reuen Deutschen Meuter». Freitag halb 8: Auf der grünen Wiese, D.— Samstag 7ist: Fräulein Else, Erst- auffübyust, K 2^,.„„<*...,■•«&,•<< Spielplau der Kleinen Bühne. Fxeitaa 8 Uhr: Matura. Samstag 8: Axel an der Hunmelsmr. Der Dim- Freigegebene Filme. Das Handelsministerium hat in der Vorwoche die Einfuhr von acht abendfüllenden Spielfilmen und 18 Beiprogrammfilmen freigegeben. Die Spielfilme führen die Titel:„Unter heißem Himmel"— Ufa,„Stärker als Paragraphen"— Beda Heller,„Der Fall Truxa"— Elekta,.Dir weiße Hölle von Piz PalÜ"— Wolfram,„Der große Bill"— Paramount,„Der Held der kanadischen Polizei"— Sochänovä, „Ernte"— Llohd,„Der Todesslug"— Sochääovä, natürlich, die wohl 18 Kä das Kilo gekostet haben mag? Da solch Untier fast nur au» Fett besteh«, dürften sich 10 Deka Gänsegriefen auf 1.80 Fi stellen— aber 8 Kf? Wie ist die Gan» da bloß hinaufgeklettert? In der schwindelnden Höhe kriegt man ja selber eine Gänsehaut! Ja, die T e u e r u n g Aber die Teuerung ist kein Naturprodukt, sondern ein Jndustrieprodukt, sie wird erzeugt! Wenn der Fleischer in seinem Schaufenster Schweines e t; mit 11 bi» 18 Ui, und daneben Schweine g r I e fe n, au» demselben Fett herausgeschmolzen, mit 20 K6 auSzeichnet, sich also für dieArbeit de» A u S s ch m e l- z e n» eine» einzigen Kilo» Fett 7 bi» 0 Ui berech-. net, wer. kann'» da dem Büfett verübeln, wenn e» sich für da» Ausschmelzen eine» Kilo» Gänsehaut SS Kd al»„angemessenen" Gewinn berechnet? Man muß aber auch nicht immer nur die materiellen Tatsachen' beobachten, auch solche, die im Film so romantisch-ulkig erscheinen, im Leben aber von grauset Tragik erfüllt sind. Ich sehe iil der Passage den arbeitslosen'jungen öder auch alte» Menschen stehen, mit leerem- Magen und Gedärm;' er stiert durch die Scheiben stuf eine schmatzende Menge da drinnin, und späht, ob auf. irgendeinem der Tische eine herrenlose Brotkrume herumliegt,, oder auf einem der noch nicht' abgeräumten Teller ein bißchen Soße, eine halbe Kartoffel, oder gar ein Nicht ganz abgenagter Knochen-stehen-geblieben ist; da schleicht er, wie der Dick in die Stahlkam- mer, geschickt in» Lokal, setzt sich wie der Blitz an den Teller und wischt mit der Krume die Soße au»; vielleicht hat er nöch da»' Glück, in einem der Bier» gläser einen schalen Rest zu entdecken, den' er beglückt auSschlürstl— So hat auch er wenigsten» etwa» von dem Abglanz der Herrlichkeit zu kosten bekommen, die un» diese Errungenschaft der. Großstadt beschert hat-— wenn ihn nicht der Pprtier schön vorher bemerkt und zur Tür hin« auSexpediert hst.tl. Utzo.»,. 81. 1288/87—k. Ausschreibung. Im städtischen Wöchnerinnenheint'(Luise Wein« mannstiftung) gelangt die Stelle einer zweiten Geburtsasfistenttn zur Besetzung. Bedingungen: Tschechossowakische StaatSbürgt.- schaft und Berechtigung zur Au»übung der-Praxi» im Anlande. Bewerberinnen haben ihre Gesuche mit Belegen über die Ausbildung, Praxi», Alter, Zuständigkeit, Kenntnis der tschechischen Sprache, Familienstand, bi» 10.'Feber 1987 an da» Stadtamt Aussig zu richten. Siadtamt Aussig, am 26. Jäniier 1987. Mos Der Bürgermeister: Leop. Pölzl. fitecofar Dr. Edvard Benes im Bild. Prag 1986, Verlag„Orbis", Nach dem schönen Niasarhkalbnm, da» der Verlag„Orbi»" seinerzeit herauSgegeben bat. erscheint in demselben Verlag ein Buch, da» den Präsidenten Dr. Bene» im Bild zeigt. Nicht weniger al» 96 Abbildungen sind in dem Buck, enthaltet), welche Photographien Bene»' seit seiner Jugend darstellen. Besonder» interessant ist die Reihe„Tharalteristische Gesten des Präsidenten". Eine wertvolle Bereicherung Ist da» glänzend geschriebene Geleitwort F.-k. Saidas. st. Ru.dvlf Brunngraber:„Radium". (Verlag A. Äeubert, Prag.) Deutsche Werke erscheinen in letzter Zelt Häufiger in tschechischer Ueber- setzung al» früher. Ein gute» Buch, welches jetzt'in tschechischer Uebersetzung HerauSgegeben wurde, ist BrunngraberS„Radium". Der Roman vom neuentdeckten Clement, welche» eine ganze Revolution in der Wissenschaft hervorgerufen hat und ihr ungeahnte Perspektiven eröffnete. Man lieft atemlos die spannenden Berichte iiher dieses kostbstrfte(He» Sonntag- de« 81. d. Ski-Anofahrt nach Straniiee! Abfahrt: 7.10 Uhr Wilsonpahnhöf Treffpunkt: Bahnhof in Straitäiee ment, welche» dazu ersehen war, die gräßlichsten Krankheiten zu heilen, aber von Kapitalisten zum Objekt ihrer Spekulatton gemacht wurde.'Der Asttoi glaubt aber an da» Gute-im Menschen und zeigt auch Idealisten, dje von einer hecrlichiß'Zakunft de» Menschengeschlechter träumen, welche» diese» Element ihm bringen wird. Um den wissenschaftlichen Kern de» Roman» schließen' sich interessante Bege- benheiten,. Liebesepisoden neben dem KriegSgetose, die Hast der NachkriegSjahre und die Poesie der ewi» gen Träumer. Unvergeßlich bleibt da» Kapitel Über dar Sterben der Arbeiterinnen, die mit Radium in Berührung kamen und in deren Gesichtern eine Ra», diumflatnme brennt und für alle Ewigkeit auch'im Grabe leuchten wird. Die gute und flotte Uebersetzung ist von H. Schütz. r. i. Der Staatrzufchutz zur Unterstützung Arbeit»^ loser, zusammengestellt und mit Erläuterungen ver- sehen von Dr. Josef Slijs(Preis Xi 2t.—, Verlag der Zentralgewerkschaftskommission des Dettt« schen Gewerkschaftsbundes, Reichenberg)..Die Zen« tralgewerkschaftskommiffion hat den'bereit» früher inj ihren) Verlag erschienenen Kommentar- zum Gesetz' über da» Genter Stzstem' einer vollständigen Um» I arbeit»»«. Modernisierung und.Ergänzung unterziehen lasten, die der junge Beamte de» Fürsorge, Ministerium» Dr. Slljj mit großem Geschick.und umfassender Sachkenntni» durchgeführt hat. So ist ein Werk zustandegekommen, da» sämtliche die gesetzliche Arbeitslosenfürsorge betteffenden Normen nach dem allerletzten Stand, in übersichtlicher Weise zusämmengefaßt. enthält und in bezug auf Vollständigkeit und«schöpfende Behandlung de» Themas auch von keiner tschechischen Publikation übertroffen, wird. Für alle, die mit den Fragen der Arbeitslosen», fürsorge zu tun-haben— und da» sind heute nicht nur die Funktionäre der Gewerkschaften,- sondern, überhaupt alle- Sachwalter der Arbeiterbewegung^ wird das Büchlein, für besten Herausgabe man der Zentralgewerkfchaft-kommistion und dem Bearbeiter Dank sagen muß, ein unentbehrlicher- Arbeitsbehelf,- sein, auf den' an dieser Stelle besonder»' hingewle« sen sei,. Mitteilunqen aus dem Publikum../ Der Aripperöwnvaleszent fühlt- allgemeine Schwäche und Ermüdung.'Die Muskeln sind schlaff, die-Nerven abgespannt. Massieren Sie üb« ärztliche;' Vorschrift mit Alpa-Franzbranntweln. Die» erhöht den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln, belebt die Nerven und hebt die Tatkraft. Zerstäuben Sie>Alpa-, In Wohn- und Gesellschafisräumen! Hiedurch gründ-.. liche Luftdesinfektion. Fragen Sie Ihren Arztl. 5 Urania-Kino, Kllmentshä 4. Femaoreclter 61628, DcrSdilKzcnhönlß Llchschlooee.. Seemiete. derttausende sind mit den Preisen bisher zufrieden gewesen— Man gönne dem Fleiß auch seinen Prei» dem Büfett seinen Gewinn; ich frage aber; was zwingt sie, die sich in wenigen Jahren schön fett; gemacht haben, plötzlich größenwahnsinnig zu werden? Warum kostet die besagte Riesenportion„Kartoffeln und Kraut" plötzlich anstatt. 1,60— 2 K2? Sind Kartoffeln und Kraut(dakj die Bauern Im Herbst haben verfaulen lasten müssen, weil sie nicht einmal die Bahnfracht bezahlt bekam« men!) teuerer geworden? Warunrbläht sich dl« Kronensuppe zu einer Einkronenfünfzig-, sogar zu Knödeln" befreit! Enthoben de» Zwangs, ein Biei Nebenspesen, mit Geschick nachgekommen, haben ziem« bestellen zu m ü s s e n, auch wenn man keinen Durst; sich hohe Kapitalien in ihr Geschäft investiert, Hun- „Kartoffeln mit Kraut" unter die Lupe genommen: Ein Viertelkilo Kartoffeln— das Büfett kaust ja im großen ein-— Einkaufspreis: 10 Heller; ein Sechstelkilo Kraut: 10 Heller; Kunstfett mit einem Grieferl oder Zwiebelfaser: 20 Heller;. Herstellung dieser einen Portion: 10 Heller—— verbleiben noch immer ein Verdienst von 160 Prozent, von denen ich 60 freiwillig als Beitrag zu der allgemeinen Regie in Abzug bringen will, damit dem Büfett ein Nettoverdienst von 100 Prozent verbleiben. Man darf in der Großstadt nicht kleinlich fein'; die Büfett» sind einem Großstadi- bedürfni» nach schneller, billiger Abfütterung ohne Unsere Büfette werden größenwahnsinnig Al» die ersten Büfett» in Prag ihre Pforten öffneten, hat unsere Metropole die letzte Prüfung zum Titel.Weltstadt" mit Auszeichnung bestanden. Zckntausende des Mittelstandes, der Angestellten, der Arbeiter begrüßten Ihr Erscheinen mit Jubel! Endlich aus der Zwangsjacke der Gasthaus-Speisekarten mit ihrem ewigöden Programm:„Dingsda mit Knödel und Kraut", oder„Dingsda mit Kraut und oder Lust darnach verspürt! Dem Wirt nicht sein Personal mit doppeltem Trinkgeld bezahlen müssen! Essen können, waS einem behagt— dem Fleischfresser rohe» Schabefleisch, dem Vegetarier Spinat I Von keinem Angestellten über die Achsel angesehen zu werden, wenn man nicht mehr als eine Krone auszugeben wünscht, oder öfter auch nicht-kann! Kein Nachbar, der einem in den Teller cker auf» Mau', guckt—. Jeder nur mit seinem Teller und mit feinem Maul beschäftigt kurz, da» Schlaraffen land unserer Märchenbücher ist Wirklichkeit geworden!'Und alles so fabelhaft billig!^'Was: man da alle» für die eine Krone kaufen kann: Einen einer Zweikronensuppe auf?„Weil» Fleisch teuerer Kaffee aus Arabien mit Milch aus Radliee, Gulasch- geworden ist!" Ja, liebe» Büfetterl, da ist sr suppe au» echtem Moldauwaffer, mit Paprika aus gar ke.in Fleisch drinII Die Teuerung, diese» der ungarischen Pnßta, in der sich einige kleine^abstrakteZünder, soll an den Bucherpreisen schuld Fleischknorpeln und Kartoffelstücke tummeln— die sein? Umgekehrt! Die Wucherpreise allein sind' Hundertelei belegten Brötchen und Törtchen! Und.schuld an der Teuerung! Die Profitgier.. legst du noch einen Fünfziger dazu, kannst du dich Der Kleine muß die Preise schlucken, dem Fei- mit einer Rieseuportion„Kartoffeln mit Kraut" snen kann'» gar nicht zu teuer sein; stet» hat'» richtig sattessen!— Wer aber glaubt, daß da» Dumme gegeben, die Geld gegeben, und Kluge, die'» Büfett bei diesen billigen Preisen mit Verlust ar»!eingesteckt haben.— Sehe Ich da auf einem der beitet, der Ist ein. schlechter Beobachter, und noch iSchautische eine Riesenschüssel Gänsegriefen:10 Deka' schlechterer Rechner. Zuletzt genannte' Riesenpyrsipn j kür 8 Kü; also da» Kilo 80 FH; von einer Mastgan» B e z u g» b e d i n g il n g. n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezugs durch die Post monatlich'Ab 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Xi 96.— ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werben laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.-- Mckstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Etnlendüuli der metöunnarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von du Poft- und Tete«, graphendirektwn mit Erlaß Nr. 18.800/V1I/1980 bewilligt.— Druckerei;„vrbi»", Druck«, Verlag»« und Zettuugß-A.-G. Prag.