8«ntralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiteryaktei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tSgiich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XU., FochovaS2— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Mu,elpr«Ie7ü l«knschkletzk.5-elle»P»rt«) Aus dem Inhalt: Interview Dr. Ho die» fflr die„Mornlng Post** Polnische Olympiade* Mannschart erhält keine Reisepässe Trautenauer Textil- Industrie wesentlich besser bascMINgt 17. Jahrgang Dienstag, 2. Feber 1S37 Nr. 28 WeOeWOnrecht und Hunger Eine deutsche sozialdemokratische Konferenz für Menschlichkeit In derArbeltslosenfürsorse Mangelnde Einsicht der Behörden Sonntag, den 31. Jänner 1937, fand in Prag im ZngenieurhauS eine vom Parteivorstand der Dentschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei ein berufene Beratung de« in den BezirkSsozialKommissionen tätigen Funktio näre der Partei statt. Dir Konferenz, an der S1 Delegierte teil- nahmen, wurde nach 9 Uhr früh vom Parteivorfitzenden Minister Dr. S» ech eröffnet, der i»S< besondere die Vertreter der ZentralgewertschaftS« kommission(W e i g l, B a u r), des Kleinbaucrn- verbandeS(Zenker) und des Jugendverban« des(Geißler) begrüßte. Sn seiner Eröff- inmgScknsprache legte der Parteivorsitzende den Zweck der Beratungen dar, der darin besteht, die Erfahrungen"der in der ArbeitSlosrnfürsorge tätigen Genossen anszutauschc» und die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, denn der Augenblick mache den Eingriff der Partei notwendig. Nachdem hierauf«in Präsidium, bestehend a«S den Genossen Dr. S z e ch, Abgeordnete» Katz (Falkenau) undN itschm a n n(Newtitschein) gewählt worden, war, erstattete Genosse Abgeordneter L a« v.ein ausführliches Referat. Der Referent legte den Stand der Arbeitslosigkeit itt' der Tschechoslowakei, insbesondere in den deutschen Gebiets» dar und wandte sich dann beson- derS der ErnährungSaktion zu, wobei er beit Inhalt der etngelnra Erlässe eingehend, darlogte und Die am-Sonntag, den 31. Jänner 1987 im AngsNieurhau» in Prag tagende Konferenz der Mitglieder der Bezlrkssozialtommissionen stellt folgendes fest.: > Die Arbeitslosigkeit weist im allgemeinen erfreulicherweise gegenüber dem Jahre 1988 eine sinkende Tendenz auf. Jimnerhin muh aber festgestellt werden, daß in unserem OrganisationSgebiete mit 81. DezeiNber 1988 noch immer eine Arbeitsloscn- zahl von 248.242 gemeldet wurde. Es darf nicht übersehen werden, daß die Arbeitslosigkeit in einzelnen Gebieten schon durch sieben Jahre hindurch dauert und'daß die lange Dauer der ArbeitSlosigkekt einen' außerordentlichen Not st a n d in den betroffenen Familien hervorruft. Schwere NSngei der Arbeitsbeschaffung Wir haben gern hur-Kenntnis genommen, düst sich di« Gekamtregierung,nunmehr mit deib Urfachcn der Arbeitslosigkeit und mit ihrer Linderung in erhöhtem Mähe beschäftigt Das von de» Deutschen bewohnt« Gebiet ist infolge- seiner besondere» wirt» fchafsilchan-Struktur vor allem hart dckoffen.. Da» Ausmah der Arbeitslosigkeit wird' durch die Rationalisierung. durch" die Auswüchse de» Kartellstzstem», durch die ungenügende Berückfichti- st-» n g d e S. v.o n.b en D t üt s ch e n h i» lv o b n t e nGebi et«»bei Vergeb u n g von Staatsaufträgen, durch die uug«,, nügeßde Dotierung der einzelne» Ressort»,' so des Ministerium» für soziale sflwsorge, de.» MiüliterluinS. für öffentliche Arbeiten, de». Ministeriums'für Äe-i sundheitSwesen ünd schließlich des Landwirtschaftsministeriums.sz. B. Förderung' der Baudewegung. StraßenftcheiieNv Durchführung von'Meliorationen.; von Wasserleitungen,'-Wasserstraßen, Elektrifizie-.' rnngSanlagen) und endlich, die vo.llig. unzu- «C.j'ch i n d e-S e'r'ä.nz Wh u'n.g d end e-u.t-- s'chen-B e w e'r b'e r bei B e's e tz it n'g'.v o n S t e l reif, i m»ü f f'e n'i"l'i ch e n Dri.enste U n d i»'S tza>ä"t s'-b'e t r Stunden über die politischen Probleme von heute. Ich begann mit einem HInwel» auf die samstägig« Rede de» Reichskanzler» Hitler. „ES wäre ein Fehler", bemerkte Dr. HodZa, „Hitler» Versprechen, datz e» keine Ueberraschungen mehr geben werd», autzeracht zu lassen. Hitler hat weder der Tschechosiowakischen Republik noch Rumänien» Erwähnung getan. Ich glaube, daß beide Länder diese» Unterlasse« so auSlegen werden, datz Hitler die Möglichkeit einer Verständigung nicht zu prSIudlzieren wünscht. Ich hoff» aber, daß«I keine weitere Propaganda über bolschewistische Flugplätze in der Tsche- choslowakei gebe« wirb. Wenn Hiller an die Tschechoslowakei gedacht hat, al» er von deutschen Minderheiten jen> seit» der Grenzen sprach", suhr Dr. HodZa fort,„so kann ich antworten, datz unser D t a a t aus de» Grundlage seiner Souveränität und seiner Verfassung die Mlnderheltenprobleme— wie die» die letzten Maßnahmen meiner Regierung»eigen—S t eine r an den Beratungen, fudetendeutscficr Xeitspiegel Polnische Olympiade-Mannschaft erhalt keine Reisepässe Warschau. Der sozialistische„Robot- n i l" veröffentlichte«ine Mitteilung der Leitung der Arboitcrsporwerbändc, dah dir beabsichtigte Entsendung einer»fslziellcn Repräsentoii, der Arvettersportverbände zur Winterolqmplade in der Tschechoflowakei nicht verwirklicht werden kann, weil dir Behörden die Gcwührun» von Reisepässen für die Arbeitersportmannschasten verweigerten. nähme strapaziert. Dieser macht sich seine Arbeit leicht: er tviederholt ganz einfach die Ansichten Hitlers und deklariert sie so als jene der SdP. Es fällt den„Loyalen" nicht im Traume ein, auch nur ein Wort der Kritik an dieser Rede zu sagen, obwohl sie zu ihr nicht nur als Deutsche, sondern auch al» Tschechoslowaken, vor allem aber als Demokraten zu einer kritischen Stellungnahme verpflichtet wären. Hitler kann sich auf seine Stellvertreter in der Tschechoslowakei blind verlassen. Die StaatSpoli^t in Komota« wird, wie au» verläßlicher Quelle gemeldet wird, bereits die ersten Tage im Fever die von der Gemeinde hevgerichtete Kaserne(ehemalig Hotel„Weimar") in ihre Obhut übernehmen. Di« Dienstübergabe wird etwa am 16. Feber erfolgen. Mit dem gleichen Tage werden natürlich auch die umliegenden Ortschaften von der Staatspolizei in ihren Dienstbereich übernommen werden. Die städtische Polizei wird«In Jahr lang gemeinsam mit der Staatspolizei Dienst versehen und erst dann wird es sich entscheiden, wer van ihnen in den Staatsdienst übernommen werden kann. Er wäre im Interesse der städtischen Wachmannschaft zu wünschen, daß dies recht viel« sein mögen. Di« Staatsprüfung für Bersscherungstechnlker, findet in der Zeit vom 6. bi» 8. April statt. Die schriftlichen Prüfungen werden am 6. und 7. April ab 8 Uhr, die mündlichen Prüfungen am 8. April schäft und Liebe versicherte. sich die Deutschen zunächst, als besser« Schütze»' Daran muss man erinnern in-einer Welt, Die Moral auf potemda „Mein« Kameraden!"(Hitler an die nationalsozialistischen Mörder de» Arbeiters Pietrzuch in Potembal) Die Mörder von Potemba hatten einen kommunistischen Landarbeiter des nachts überfallen, Opfer' deS Bolschewismus in Spanien diese; Meichswehrosfiriere und ihre maurischen Gegner schon mitgezählt hat, wird nicht berichtet... Italienischer Mieser sekangengenommen Meldungen aus Andujars zufolge überflogen Sonntag früh zehn Flugzeuge das dortige Kloster De la Carera, wo eine ziemlich starke Abteilung_. Zivilgarde seit Anfang des Bürgerkrieges von Schandtaten angeeiferti Nach dem 80. Jqnncr Milizionären belagert wird. Die Flugzeuge war- 1884 sind lvieder Hunderte gefallen: diesmal die fen über dem Kloster zahlreiche Lebensmittel-' Leute um Heines und Röhm, die schnöde verraten Pakete' ab. Beim Rückfluge stürzten zwei Flug-1 wurden von dem Manne, der— ausgerechnet!— zeuge ab. Einer der Flieger konnte sich mittels| Deutschland die Ehre„wiedererkämpft" haben Fallschirmes retten und wurde von Regierungs soldaten gefangen genommen. Es ist dies ein italienischer Staatsangehöriger, wie von RcgierungSquelle erklärt wird. Ziehung der Staatsbaulose (U n verbind l i ch.) Pro», 1. Feber. Bei der heutigen Ziehung der Staatsbaulose wurden nachstehende grössere Ge- j““ n winste gezogen(die erste Zahl bedeutet die Serie, waren! die zweite die Losnummer): 180.000 Ki: Serie 2186— Nr. 240, 8584— 280, 433— 386, 511— 114;, 50.000 K£; Serie 1188 Nr. 156, 8681—' stahl fremden Eigentums ist eö. Die Greuel der 272, 4897, 181, 377— 148, 2182— Konzentrationslager haben die deutsche Ehre be- 807^646^288^39341.^49 8809— 214 8966— fleckt, nicht aber der tote Schuldspruch des Ver- 151 44411^ 87 1451- 27:'• träges von Versailles! Es mag Deutsche geben, '20.000 klär' Serie 870— Nr. 78, 8862 diese Tatsache nicht zur. Kenntnis nehmen 837, 4847— 89, 644— 226,1850—177, 4844—' wollen. Sie sind um nichts besser als die Hcuch- 288, 2998— 374, 4808— 205, 3088— 278, 3082 ler und Meuchler, die heute Deutschland regieren. — 69, 233— 222. 4421— 299. 4184— 194,171! Da sagte der Gemütsmensch, der' Deutsch- — 380, 2221— 386,1024"^284, 3029— 4466 land angeblich die Ehre wiedergegoben hat— und ganz offensichtlich nur s elsin e meint! dass die nationalsozialistische Revolution angesichts der- Greuel der spanischen Revolution eigentlich das Recht gehabt hätte, mehr als 500.000 Menschen umzubringcn. Angesichts dieses„Rechtsanspruchs" zählen die. auf. der Flucht- Erschossenen und die Totgeprügcltcn freilich nicht! Und wahrheitsliebend, wie er schon ist,-verschweigt er, dass«8 sich in Spanien nicht um ei.ne von. der„Kommune". hervorgerüfenerR e v 0 l u t io n,- sondern um die Vom Rundfunk Emplehlemwertei au» den Programmen: Mittwoch Prag, Sender I: 7.88: MorgemNusll. 18.05 Deutsche Presse. 12.18: Operettengesänge. 12.85 Dr. Franzi»: Die Wochenzeitung. itz.2.6: Arbeiter- funk: ll. 01. Schwarz-Lciinleritz: Aktuelle Wirt-....,.„„, fchaftsprobleme. 18.48: So,t-»nsorm-«mien. 18.45: EA".Dpf-r nicht-auf^daS K-sito^des„Bolsche- Deutsche. Presse.--20,56: Rundtunkorchesterkonzert.*“** 22.25; Tanzmusik.— Prag, Sender II: 7.80: Sa lonorchesterkonzert. 14.15: Deutsche Sendung: Kin derstunde. 14.50: Deutsche Presse. 18.15: Salon quartett.— Brünn: 11.05; Salontrio. 17.40: Deutsche Sendung: Musik aus alter Zeit.—' Preß burg: 16.10: Populäre Musik.— Kaschau: 12.05; Unterhaltungsmusik-15.00: Rundkunkorchesterkon» zeit. 18.15: Slowakische Lieder.— Mähr. Ostrau: 18,00; Zigeunernütsik, 18,80; Populäres.Konzert«. Nr. 28 TIenStag, 2. Arber 1037 Seite 8 Tschechoslowakische Wlrtschaftsnachrlchten Vor einem Kartell der Batteriefabriken. Die maßgebenden Batteriefabrilen verhandeln Mer den Abschluß eines Kartells, durch das eine gemeinsame Neuregelung der Preise— also eine Preiserhöhung— erreicht werden soll. Der Wirtschaftsrat der Kleinen Entente wird in der zweiten Woche des Feber in Dubrovnik (Ragusa) zusammentreten. Vorher sollen tsche- choslowakisch-rumänische Vorberatungen stattfinden. Günstige AusjenhandelSentwIcklung mit Japan. Die tschechoslowakische Ausfuhr nach Japan konnte sich von rund 28 Millionen KC im Jahre 1986 auf 41 Millionen KL im Jahre 1986 erhöhen. In derselben Zeit ist auch die Einfuhr aus Japan von IS auf 41 Millionen KL gestiegen. Noch 9 Millionen Arbeitslose In den Vereinigten Staaten Seit seiner Wiederwahl werden anRoose- v e l t zahlreich« Forderungen seitens der Industrie- der Arbeiterorganisationen und der Arbeitslosen gerichtet, die sich auf neue Wege zur Bekämpfung der Arbeitslosig« k e i t und einen Umbau der betreffenden Verwal- tungsztveigo beziehen. Aus Geschäftskreisen wird versichert, daß in den kommenden Monaten die allgemeine Konjunkturbesserung sowohl saisonmäßig als auch sonst fort schreiten werde und daher eine große Zahl von Arbeitslosen neu eingestellt werden wird, weshalb die Kredite für die ArbeitSlosenunterstühung zu kürzen seien. Hingegen sind die Gewerkschaften und dieRegierungsstellen der Ansicht, daß infolge der wachsenden Maschinenverwendung und der schwierigen UnterbringSmöglichkeit für Arbeiter über 49 Jahren die Gefahr der Arbeitslosigkeit auch bei guter Konjunktur wächst. Daher seien die Unterstützungen als Dauer- einrichtung anzusehen. Die Statistik deS ArbeitSministeriumS weist darauf hin, daß zwar 1986 etwa eineinhalb Millionen Arbeitnehmer neu eingestellt wurden und feit 1984 etwa sechs Millionen Arbeitslose Arbeibgefunden haben, daß es aber dennoch zumindest neun Millionen Arbeitslose gebe. Nach seiner Rückkehr aus Südamerika hat Roosevelt im Weihen Hause eine Konferenz.der Industrie und deS Handels über die Arbeitslosenfrage einberufen. Obwohl eine große Propaganda für private Arbeitsvergebungen von halboffiziel» len Orgänisationen wie dem Lndustrierat, der Handelskammer usw. geführt wurde, ist der Präsident der Ansicht, daß diese Propaganda, noch Nicht genüge und daß man sich auch nicht ans die natürlichen Wirtschaftskräfte Verlässen könne. Vielmehr müsse jede Lösung deS Problems auf der Verkürzung der Arbeitszeit aufgebaut sein. Verschieden« Projekte befinden sich im PrüfungS- stadium, darunter das Bundesgesetz über Aktien« geseUschgften, eine eventuelle Verschärfung der Antitrustbestimmungen, eine Sondersteuer auf allzulange Arbeitszeit, Regelung der Arbeitsstunden und Arbeitsbedingungen durch staatliche Verträge, ferner ein Zusatz zur Verfassung über«In Recht des Kongresses, diese Fragen zu regeln. Die Gewerkschaften empfehlen die Einführung der Dreißigstündestwoche. Man"glaubt, daß Roosevelt diesmal der Frage,der Verfassungsmäßigkeit solcher Maßnahmen ausweichen und ein.System von Vereinbarungen mit der Industrie in dey Einzelstaaten vorziehen,wird, da vier Fünftel der Staaten solchen Maßnahmen gewogen sind. Alle diese Fragen sind" aber noch in Schwebe. NMsmrtsekast und äosiakpotlM !!«»•■ JIM Was ist mit Uglanow? Der Krach des Bankhauses Weiner und Webereien sind seit einigen Wochen besser. aus dem jahrelangen Notstand herausführen mit Arbeit versorgt. Allerdings ist eine ganze I würden. Reihe dieser Betriebe vollständig eingestellt worden und bei anderen betvirken finanzielle Schwierigkeiten eine Einschränkung der Arbeit. Diese Gründe haben auch bei einigen BeredelungSbe- trleben eine weitere Stagnation zur Folge. Trotz dieser Besserung"zählt man in der Trauienauer Textilindustrie aber immer noch 8790 Arbeitslose, davon im Bezirk Trautcnau selbst 2699, in Braunau 2179, in Hohenelbe 872 und in Rochlitz 892. Wären seit 1919 nicht 42 Betriebe mit damals 7286 Beschäftigten gänzlich stillgelegt worden, so hätten sie jetzt, von der Belebung Nutzen ziehend, trotz der Nationalisie- rung die noch arbeitslosen Textilarbeiter aufnehmen können. Auf der andern Seit« ist jedoch festzustellen, daß in den letzten Jahren in elf Fällen kleinere Betriebe neu entstanden, oder bestehende Zubauten vornahmen. In einigen leerstehenden Betrieben wurde auch eine andere Produktion ausgenommen. Ueber die weiteren Aussichten der Beschäftigung kann man nicht mit Bestimmtheit aus- sagen. Fest steht, daß sehr viel von tveiteren fördernden Maßnahmen, insbesondere einer Exportförderung abhängt, die das Trautenauer Gebiet Ein Unglückskarussell Wo bleibt die Verantwortlichkeit der Aufsichtsbehörden? Prag,-rb- Vor etwa einem Jahr gastierte der Jnhaver eines sogenannten ,,»clicn,tlarugl.IS" Johann P rochäztainRalonitz und fand den üvtichen Zumuf. Gleich am ersten Lage ereignete sich indessen ein sapverer Unfall, der zur Folge hatte, daß der Karujsewesitzer gestern unter der An- tlage deS Vergehens gegen dieSicher« hettdeSLebenS vor dem Strafsenat des GR N o v o t n h erscheinen mußte. Der Mechanismus terschicd, daß die Echauleljthe der Benützer ourch einen Motor im Kreis herumgewirbelt lverden. Das Karusfel des Angekwgten verfügte, nach den Feststellungen der Sachvcrnändigen, über einen allzustark e» M o t o r, der gleich bei Beginn der ersten Stunde mit allzugroßcr Kraft«insctzte. Da die Drehachse außerdem in dem aufgeweichten Boden unzureichend verteilt war und der Angeklagte sein aus Kindern bestehendes Publikum I unvorsichtigerweise nur auf eine Seite verteilt hatte, söhne für dar entsprechende Gegengewicht zu sorgen, neigte sich das Karussell plötzlich auf die überbela- ' stete Seite und seine Besatzung flog mit voller s Wucht in die gaffende Menge. Die Folgen waren- Englands gegenüber der Frage des Sandschak Alexandrette verursacht haben. Im WSllerödorfer Konzentrationslager herrscht seit Wochen eine sehr erregte Stimniung. Sie wurde zunächst dadurch hervorgcrufen, daß die von Schusch- | nigg öffentlich versprochene VerwaltungSamnestie auSgeblieben ist. Sie wurde gesteigert durch die skan- I dalöse Behandlung der Angehaltenen. Nach der Toll- ' fuhverordnung, durch die die Naziinstitution der An- > Haltehaft in Oesterreich«ingesührt worden ist, sind die Angehaltenen keine Sträflinge. Man beraubt sie ihrer Freiheit, weil sie politisch verdächtig sind; aber | im übrigen sollen sie keinen Quälereien ausgesetzt werden. In Wirklichkeit werden sie wie Sträflinge behandelt. Ihre Menschenwürde wird täglich gedemütigt. Sie werden zur Zwangsarbeit, und zwar auch für die privaten Bedürfnisse des Lagerkommandanten, verhalten. Es regnet Strafen: Post- und Besuchsverbot und Arrest in Wiener Neustadt. Kranken wird die ärztliche Hilfe verweigert. Seit Neujahr hat die Regierung da» Taggeld gekürzt und ist infolgedessen die Kost empfindlich verschlechtert worden. Da» Essen ist so elend und unzulänglich, daß die Angehaltenen einige Male zum Zeichen de» Proteste» da» Essen verweigert haben. Zur Strafe wurde allgenieine Postentziehung angcoodnet. Fünf Jahre wegen einer Spanlrn-Samm- lung. Vor dem Schöffengericht in Klagenfurt hatten sich am Freitag vier Kommunisten zu verant worten, di« für die spanische Volksfront Geld spenden gesammelt hatten. Einer von ihnen, der 28jährige Schuhmachergehilfe Eduard Pöschl, der Vertrauensmann der BnndeSgewerkschaftS- organisntion ist, erhielt fünf Jahre schweren Ker ker mit der Begründung, daß die Ziele der spanischen Volksfront mit der Mission der verbotenen kommunistischen Partei Oesterreichs identisch sind(I), so daß die erwähnen Sammlungen strafbar sind. Die übrigen drei Angeklagen wur den freigesprochen. Die faschistische Kulturschahd«. Aus Bur gos kommt die Nachricht, daß Antonio JosL von den Faschisten wegen seiner sozialistischen Gesin nung erschossen worden ist. JosL ist der Organi sator deS Chores von Burgos und ein ausgezeichneter Komponist gewesen. Einer seiner Chortänze hat auf dem lehtjährigen internationalen Musik kongreß in Barcelona außerordentlichen Erfolg gehabt. Unschuldig hingcrichtetl Das zu glauben ist man gezwungen, wenn num die Berichte per Sowjetpresse über den Prozeß gegen Radek, Pja« takow, Sokolnikow, Muralow, Serebjakow, liest. Unschuldig hingerichtet wurden jeweils die ZngS- führer der Eisenbahnzüge, die verunglückten. Jetzt aber, in dem Prozeß in Moskau, sagt einer der vielen Mitangeklagten,«in gewisser Kn' a- s e w aus, er habe im Auftrage des inpanischen Spionagedienstes 3599 Eisenbahnunfälle(1984 bis 1988) mit Absicht verursacht. In dieser Zeit wurden von sowietrussischen Gerichten, wie da malige Pressemeldungen lauten, immer wieder sofort nach Eisenbahnunfällen die verantwort- lichen Lokomotivsührer hingerichtet. Wird Wischinskv. dieser unentwegte Entlarver aller alten Bolschewiki als Konterrevolntionäre, Spione usw. alle Fälle, zu denen sich der Spion,., «B'KÄiSÄSÄ« der Werktätigen der ganzen Welt" die Angehöri gen der Hingerichteten unschuldigen Lokomotiv führer, Zugsbegleiter, Streckenwärter usw. sür das Unrecht entschädigen? Wird die»ge rechteste aller Justiz«»", wird die Sowjetgerichts barkeit die Namen der Unschuldigen für Vergehen eines»Spions- und GegenspionS" Hingerichte ten öffentlich in der Sowjetpresse rehabilitieren? Sie wird es nichtl Sie kann es nichtl Petroleum bei Alexandrette. Die Zentrale der englischen„Irak Petroleum Company" in Haifa, di« die Eigentümerin,—«—»—-— der Konzessionen M ÄL Delselder,;»^ MMistsf l-we^MSchMna^ erlitt ezm».SM t,b r u ch,. hat nach Beirut Beamie^ntsandt, um. dort Arheifr!^"».«. l?».S? Anprall eine s^chtv e r e i" filr Bobr,innen im«,«1». uim<*».«"ekle tz« n g; zwei weitete Perso- Vie Trsuteneuer Textilindustrie seit der»weiten Kronen-Devalvatlon wesentlich besser beschäftigt Im Trautenauer Gebiet, welches durch die Krise zum auSgesproMnen Notstandsgebiet wurde, ist seit einigen Wochen eine ausgespro chene Besserung zu verzeichnen. Wie der»Tex« tilarbeiter" ausführt, ist bip ArbeitSvermchrung auf die im Herbst durchgefiihrte Kronenabioer« tung zurückzuführen, wobei in der Leinenindu strie auch Staats- und HeereSaufträge«ine Rolle spielen. Die StiUegung vieler Betriebe und die Rationalisierung haben jedoch zur Folge, daß immer noch eine hohe Zahl von Textilarbeitern ohne Beschäftigung ist. Vor allem in der Flachsindustri« ist eine gute Beschäftigung feststellbar, welche die Arbeit auf Wochen hinaus sichert. In keinem Betrieb wird mehr verkürzt gearbeitet oder ausgesetzt. Voll beschäftigt ist auch die Juteindustrie, mit Ausnahme von zwei Betrieben. Gegenwärtig sind auch di« Leinenwebereien gut beschäftigt, ebenso die Spinnereien. In beiden Branchen macht sich • sogar ein Mangel an Facharbeitern fühlbar. In den LeinengarnveredelungSanstalten sind Aussetzungen derzeit nur gering und auf einige Bezirke beschränkt. In diesen Betrieben war der Beschäftigüngsstand lange Zeit hindurch geradezu katastrophal. Auch viele Baumwollspinnereien Weltwirtschaftliche Kurzberichte Die Wettgewinnnng an Roheisen und Roh stahl konnte angesichts der stürmischen Nachfrage in den letzten Monaten ein« neue Rekordhöhe erreichen. Nach den neuesten Berechnungen wird die Welterzeugung von Nohstahl für 1986 auf 128,7 Millionen Tonnen und für Roheisen auf 91,9 Millionen Tonnen geschätzt. Die Nohstahl- gewinnung hat daniit die Produktion von 1929 um etwa 1,6 Millionen Tonnen überschritten, ivährend die Roheisengewinnung noch um knapp acht Millionen Tonnen hinter der des letzten Hochkonjunkturjahres zurückbleibt. Wie aus den neuesten Produktionsstatistiken hervorgeht, hat sich das Tempo der Produktionszunahme in einigen Ländern verlangsamt, da die Werke teilweise — wie z. B. in England— mit voller Kapazität arbeiten und in anderen Ländern die Versor gung der Werke mit den notwendigen Erzen fchwieriger:>wipd. VW» tzsiÄV ixUmitt. st . i-Internationale Znckerkonferenz. Im April->ocainicu;iiiii>iwi, u>» oa», soll in London eine internationale Zucker-Konfe- ter für Bohrungen im Bereiche von Alexandrette'®® J**• 1"" 1*® n«. zwei AAtte Perso- cnu mdanuneniMten. um die Möglichkeiten deS anzuw-rb-n. Wie mitgeteilt wird, wurden in louc!)^nach dürchgeführter^ Verhandlung schuldig Abschlusses einer Vereinbarung betreffend die- Alexandrette Petroleumquellen ge« erkannt und zuzweiMonaten strenge» Produktion und Verteilung des Zuckers zu prüfen, funden und die Konzessionen einer französischen^Arrestesbedingt verurteilt. Mit dieser Bereits in den nächsten Tagen sollen an die inter- j Gesellschaft erteilt, die mit der Firma„Irak. Verurteilung ist auch seine Ersahpflicht für die effierten Regierungen Einladungen verschickt" Petroleum Company" eng liiert ist. Diese Kon- schwebenden Schadenersatzprozesse festgestellt, di« werden.! Zession soll aüch einen Umschwung in der Haltung sicherlich stattliche Fordernngen darstellen. Es wäre I wohl angebracht, in derartigen Fallen die verant- ' wörtliche Aufsichtsbehörde in erster Reihe verantwortlich zu machen. (ie) Ursprünglich sollte das alte Mitglied des ZK, einstmals der Führer der wichtigsten Parteiorganisation, nämlich der Moskauer, Uglanow, zusammen mit Radel-Pjatakow auf die Anklagebank kommen. Im letzten Augenblick ist er aber von der Liste gestrichen worden. Sein Name taucht hin und wieder beim Verhör auf, sonst ist aber Uglanow plötzlich nicht„aktuell" geworden. Für den Mechanismus der Moskauer Prozesse ist das außerordentlich bezeichnend. Die Regie serviert diesen oder jenen Angeklagten je nach Bedarf der Polittk. Uglanow ist aber eine allzu interessante Persönlichkeit, um an ihm einfach vorbeizugehen. ES ist auch wenig wahrscheinlich, daß man ihn veogessen hat. Uglanow ist nämlich eine derStalinschen Kreaturen und sein Glück und Ende sind typisch fürdieletztePhasedeS Bolschewismus. Jedenfalls verdankt er seinen raschen und unerwarteten Ausstieg der Gunst Stalins. Zlk Lebzeiten Lenins blühte Uglanow im Verborgenen, irgendwo auf den unrer- geordneten Posten der Petrograder Parteiorganisation. Sein Ausstieg beginnt mit dem Jahre 1922, al» Stalin, zum Generalsekretär der Partei gewählt, begann, seine Kreaturen überall in den Lokalorganisaiionen vorzuschieben. Uglanow bekam damals den wichtigen Posten des Parteisekretärs von Rischni-Nowgorod, 1928 wird er bereits auf d«r Stalinschen Liste in das ZK hineingewählt. 1928, nach der Niederringung der großsn OppositionKewegung für die„Partei- demokratie", wobei Uglanow mit Stalin durch dick und dünn ging, bekommt er al» Belohnung einen der höchsten Parteiposten: er wird Sekretär der Moskauer Organisation. Bald danach hat Uglanow seinen Chef au» einer sehr gefährlichen Situation herausgehauen, als nämlich die Leningrader Opposition unter Sinowjew sich das.Ziel setzte, Stalin vom Posten des Generalsekretär» zu.beseitigen. Für seine Dienste hat nun Uglynbw eine n e u e Belohnung bekommen: er wird nicht nur wieder in da» ZK.gewählt, fönderm. auch zum Mitglied de» Org«Büros, zum Kandidaten für das Polbüro uns schließlich zum Sekretär de» ZK. Run stand Uglanow vor der höchsten Stufe der Parteihierarchie. Er brauchte, nur noch Mitglied des Polbüro zu werden, um der höchsten Macht teilhaftig zu werden. Uglanow hat auch weiter seinem Chef treu gedient, besonder» während der schweren Zeit des Kampfes gegen den„Oppositionsblock" Sinowjew-Kamenew-Trotzki in de» Jahren 1926/27. Aeber schon damals hat zwischen dem Chef und seinem treuesten Untergebenen eine Abkühlung begonnen. Jedenfalls ist Uglanow im Jahre 1927, nachdem man Sinowjew und Trotzki aus dem Polbüro auSgeschifst hat, nicht auf einen der frei gewordenen Plätze gewählt worden. Er blieb Kandidat, und al» im Jahre 1S28 gegen Stalin sich die letzte oppo- sittonelle Welle erhob, die„rechte Opposition", gesellte sich dieser Opposition, unerwartet für alle, der verschnupfte Uglanow zu. Uglanow hat seinen Ausstieg der richtigen Wahl zwischen Sinowjew und Stalin verdankt. Al» ein Streber reinsten Wasser» hat er sich für Stalin entschieden, weil er ihn für stärker hielt. Als aber die rechte Oppositton entstand, setzte Uglanow auf das Triumvirat Bucharin-Rhkow- Tomsli, die drei angesehensten Mitglieder des Polbüros. Diesmal hat er sich gegen Stalin entschieden, verlor! aber seinen Einsatz und damit seine Karriere und wahrscheinlich auch seinen Kopf. Merkwürdigerweise hat sich aber Uglanow hier al» hartnäckig erwiesen.. Wahrscheinlich hat er eingesehen, daß er bei Stalin nicht» mehr erreichen könne. Er setzte seine oppositionelle Tätigkeit gegen Stalin weiter fort, auch nachdem er seine Posten al» Sekretär der Moskauer Organisation verloren hatte(November 1928). Bald danach ist er auch von seine» übrigen Parteiposten entfernt worden und schließlich, iyi Juli 1989, hat man ihn au» dem ZK ausgeschlossen. Seinen Poste», ql» Volkskommissär für Arbeit hat er am 8. August" 1939 verloren, Am 9. Oktober 1982 ist yglanow. au» der Partei ausgeschlossen Wörden. So vergeht der Ruhm der Welt.!. Jetzt erwartet yglanow tm Moskauer„inneren Gefängnis" daSUrteil) das.sein früherer Chef und Gönner ümr ihn fällen soll. Nach sechs Jahren: Leichte Anklage für BiesenUbcrschuldung Prag,-rb- Die skandalösen Einzelheiten des Krachs der Weinberger„ObLanstä ZätoZna" sind noch in irischer Erinnerung. Gestern wurde vor dem Strafsenat Tro st ein Prozeß ähnlicher Art eröffnet, der die Hilflosigkeit unserer 184 Jahre alten Strafparagraphen gegenüber derartigen, in der Sphäre de» WanIkapitalS spielenden Tatbestän- . den drastisch beleuchtet. Der vorliegende Prozeß, der ! ans drei Tage berechnet ist, betrifft die Teilhaber de» verkrachten BankhausesJgnaz Weiner, das im Jahre 1980(1) seine Zahlungen einstellte. Auf der Anklagebank sitzen der 40jährige Handelsvertreter Ottokar Poläk und der 89jährige Börseyagent Artur Philipp, seinerzeit Gesellschafter der bankrotten Bankfirma. Di» 1928 waren sie Teilhaber, seit dieser Zeit führte der Angeklagte Poläk da» Bankhaus auf eigene. Rechnung. Schon im Dezember 1929 stellte dann die Firma ihr« Zahlungen ein und brachte den Anttag auf gerichtlichen Ausgleich ein, der mangels hinreichender Aktiva an einem katastrophalenKonkurs wurde, wobei eine Ueberschuldung von 2.5 Millionen zu Tag« kam. Die Anklage selbst beruft sich darauf, daß P 0 l ä k in dem Zeitraum von 1928— 1929 für sich 988.999 KL abgehoben habe, der Mitangeklagte Philipp„nur" 600.990 KL. Ter verursachte tatsächliche Schaden wird mit 1,200.000 KL veranschlagt. Im wesentlichen handelt eS sich um Lombardierung(Belehnung) anvertrauter Wertpapiere, deren Auslösung dann durch die sich rapide ver- schlechternde Geschäftslage der Unternehmen»/ nich: mehr möglich war. 1 Die. Staatsanwaltschaft erhob(nach sechs Iah-. ren) die Anklage und..diese Anklage— lautet—• «Ine sprechende Illustrierung für den Zustand UN-. seres Wirtschaftsstrafrechte»— auf das Vergehen, der fah r läs s i g en Krida.und die. Uebertretung de» Gesetze» über di« Sorgfalt eines Bankiers bei Verwahrung anvertrauter Wertpapiere! Dies sind die einzigen„gesetzlichen Tat-, bestände", di«/der öffentliche Ankläger, im Sinne, der geltenden gesetzlichen Bestimmungen geltend machen konnte;—— Wie weit sind doch die Ma-. scheu, dieses vorsintflutlichen Strafrechtes! Bei dem schnellen Ablauf der Verhandlung dürste da» Urteil schon heut« erfolgen. Seite a „Sozialdemokrat" Dienstag, 2. Feier 1937. Nr. 28 Kunst und MsE Z^-8pLek-Xörprrpstege DerdoanacftdcMea ' Europa-Meisterschaften Im Eisschnelläufen Weltmeisterschaften für Frauen In Davor gelangten die Europa-Meistecschaj- ten für Männer und die Weltmeisterschaften für Frauen im Eisschnelläufen zur Austragung. Europameister wurde der Norweger StakSrud, der in der Gefamtwertung 187.087 Punkte erzielte, vor seine r Landsmann Engnestangen und dem Finnen Äasc- niuS. Bei den Frauen errang die Norwegerin Schon- Nielsen den Titel. Neue Weltrekorde erzielten bei den Männern: 500 Meter: Engnestangen 42.8 Sek., 1800 Meter: StakSrud 2:14.0 Min.; bei den Frauen Schou-Nielsen über 800 Meter in 46.4 Sek./ lOO'i Meter in 1:88.8 Min., 8000 Meter in 8:29.6 Min. und 8000 Meter in 9:28.8 Min.. tag 8 Ubr: Salzburgausverlauf t, 8 Uhr Jean, Gastspiel L. K r a m e r und P. Glöckner. Wochenspielplan de» Renen Deutschen Theater». Dienstag halb 8: D i e Zarenbraut, A 2. — Mittwoch halb 8: F r ä u l e i n E I s e, B 1. — Donnerstag halb 8: J e a n, Gastspiel Leopold Kramer und Pepi Kramer-Glöckner, C 2.— Freitag halb 8: Fräulein Else, D: — Samstag halb 8: Aida, B 2.— Sonntag halb 8: Matura, Ärbeitervorstellung, halb 8: Der Kutz. C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8 Uhr: Firma.— Mittwoch 8: I e a n, Gastspiel L. Kramer und P. G l ö inet, Bankbeamte II und freier Verkauf,— Donnerstag 8: Axel an der$ i m m e 1 8 t ilr.'—Freitag 8 Uhr: Jean, Gastspiel L. K r a m e r u n d P. Glöckner,. Theatergemeinde des Kulturverbander und freier Verkauf,— Samstag 8 Uhr: Jean, Gastspiel L. K r a m e r und P. ÄI ö ck n e r. Sonn- Internationale Skimeisterschaften■ der Tschechoslowakei In Banska Bystrica wurden am Sonntag die internationalen Skimeisterschaften mit dem 4X10- Kilometer-Staffellauf eröffnet. Siegreich blieb Tschechoslowakei!(Svaz) in 2:20:08.4 Std. voc Jugostowten in 2:28:87, SK Neustadt in 2:28:00.4 und Tschechoslowakei II(HDW) in 2:28:26 Std. ES starteten 19 Stafetten, von denen nur eine ausgab. An dem Schauspringen am Nachmittag auf der Stefanik-Schanze nahmen 40 Springer teil, von denen Lahr(HDW) mit 68 Metern den weitesten Sprung erzielte. Die bekannten Svaz-Sprin- ger Steinmüller und Budarek kamen auf 69 bzw. 50.5 Meter. Montag wurden die Abfahrtsläuse der Männer und der Frauen ausgetragen. Bei bin Männern siegte, über die 4 Kilometer lange Strecke, die einen Höhenunterschied von über 1000 Meter aufwies, der Jugoslawe Hubert Heim in 8:88.2 Min. vor Berauer.(HDW) 8:88.4 und Ascher (Svaz) in 8:66.2 Min. Den Frauenlauf über drei Kilometer gewann Beinhauerovä(Svaz) in 0:01 Min. Die HDW-Läuferinnen Baumann und Streit kamen auf den 4. bzw. 5. Platz. Ein richttger Mann. Da der Film in Amerika, wo er entstand, den Titel„The magnisieent brüte" trug lwa»„Der grotzartige Viechskerl" bedeutet), ist anzunehmen, datz seine Hersteller nicht— wie der hiesige Titelgeber— die Hauptgestalt des Films al» Ideal aller Männlichkeit betrachtet wissen wollten. E» handelt sich um einen rauflustigen, abenteuerlichen, kraftmeierischen Kerl, der dabei zu denen, die ihn bewundern, sehr kameradschaftlich, zu den Frauen trotz rauher Manieren sehr anständig und in der Fabrik al» Arbeiter unerhört tüchtig ist,, eine Art amerikanischer Stachanow, der den Ehrgeiz hat, ProduktionSrekorde zu schlagen(weniger um der Produktionssteigerung als um der AergerS willen, den er dem Rivalen bereitet). Die Geschichte dieses Manner, der durch die Tücke des Nebenbuhler» in den Verdacht der Unterschlagung gerät und nur durch die Liebe einer Frau(und eines Knaben) wieder zu Ehren kommt, ist eine nicht ungeschickte Magazingeschichte, die von dem Regisseur John B l y st o n e effektvoll verfilmt worden ist. Die Szenen im Stahlwerk sind autzerordentlich. Und dann hat der Film einen Hauptdarsteller, der den„Viechskerl" vollkommen repräsentiert: Victor Mae L e g l e n, der einst, in Wildwestfilmen wirkte und dann als „Denunziant" bewies, war In ihm steckt. Da» Rauhe und dar Edle, das Grobe und dar Noble seiner Rolle bringt er zur Geltung— und ist in jedem Augenblick von strotzender Natürlichkeit.—eis— Ein entzückende» Ereignis nennt sich zu Unrecht ein neuer tschechischer Film der. den der hinreichend bekannte Regisseur Vladimir S l a v i n- skh nach einer Vorstadtoperette(die„Reich dem Glück die Hand" hietz und angeblich ein Erfolg war) gedreht hat— mit derselben Freude an Aufdringlichkeiten, plumpen Scherzen und Rührseligkeiten, die man an ihm gewohnt ist Mag sein, datz ein Teil der Publikums sich mit dieser Sorte tschechischer Filme abgefunden oder gar befreundet hat. Dar kann uns nicht hindern, festzustellen, datz sie für die Entwicklung und den Ruf der heimischen Produktion eine Gefahr.sind, eine Gefahr auch für die Schauspieler, wie. man hier an Vira Ferbasovä beobachten kann, deren muntere Begabung in derartigen Filmen abgewürgt zu werden droht. DFV-Verbandstag 95 Prozent der Ausgaben fttr die Administrative I Der Deutsche Futzball-Verband hielt am Sonntag in Warnsdorf seine Generalversammlung ab, die entgegen allen Erwartungen, die sich aus den diversen Gautagungen ergaben, ruhigen Verlauf nahm, da die verschiedenen Gegensätze in einer am Samstag von 8 Uhr abends bis 4 Uhr früh dauernden Vorbesprechung bereinigt oder insoweit gemildert werden konnten, damit dar Schauspiel von Aussig nicht eine Wiederholung fände. Ein Jahr sang haben neue Männer die Geschicke dieses Verbandes in. Händen gehabt und wenn man sich der Tage erinnert, in der die von einer anderen Seite bezcgenen Schlagworte, wie.Kameradschaft",„Gemeinnutz geht vor Eigennutz",„Jugend voran" usw. auf'der Tagesordnung jener standen, die glaubten, datz ihre Zeit gekommen sei, so mutz doch festgestellt werden datz.die geleistete sportliche Arbeit nicht im Verhälmi» zu den von ibnen in Aussig aufgestellten „Programm" stand, und steht. Die in Warnsdorf eben stattgefundene Tagung gibt in dieser Beziehung — wenn man e» nur sehen Willi— genügend Auf- schlutz. Die Berichtest» einzelnen„Amtswalter" lagen gedruckt vor und wurden ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Von Interesse ist jedoch wer Kassaberi-5t, der darauf verweist, daß die Einnahme au» der Verbandssteuer um rund 20.000 Ai z u r ü ck g e g g n g e n sei. ES ist schlietz- lich auch keine Ueberraschung— wenn man sich du auf den Gautagungen gerügten hohen Spesen vor Augen hält—, datz 96 Prozent aller Ausgaben nur für die administrative Tätigkeit Verwendung fanden und fast keine M i 11 e l für die sportliche Arbeit übrig blieben. Der Obmann Dr. F i e ch t l besprach die einzelnen S ch W i e» rigkeiten und verwies darauf, datz es sehr schwer sei/ diese zu überbrücken, da angeblich dir Gauvertreter Sonderinteressen'jenen des Gesamtverbande» vorziehen. Bon-Bedeutung ist auch, seine Feststellung, datz der DFB, trotzdem er über 42.000„organisierte Sporrler"!vereinige, finanziell sehr schlecht dastehe. Deshalb konnte auch für die Jugend nicht» getan werden. Sportlich ist la die Bilanz der DFB bekannt' Sie rundet dar. Bild von der Tätigkeit der DFB/ unterstrichen durch die oben zitierten Bericht, vollends ab. Die. Gablonzer Jubiläumsveranstaltungen ende» ^l^niteinem schönen Defizit, die Schaffung dec. SJ Prag. G ruppeWcinberge: 8. Feber, 8 Uhr, Smekky 22, Generalversammlung. Referent Karl Kern: Aufgaben der sozialistischen' Jugendbewegung. Anschliessend Diskussion. Beu- Wahlen.. Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker, Prag. Heute spricht um 8 Uhr abend» im.Heim Genossin Adler über„Die gegenwärtige Lage in Europa".*' AtuS Prag. Am 8. Feber imVereindeutschec Arbeiter um 8 Uhr abends wich tige Ag»schütz-> s i tzu n g und Sitzung der Techniker.:'• .. Allgemeiner Angefteüten-Brrband, Ortsgruppe Prag.(A m t s st u n d e n M ittw o ch 6 bis V-8 Uhr.) Monat-Versammlung Mit tw o ch. den- 8/ Feber. 8 Uhr abends im Heim Smekky. Kurze'' Berichte und Film mit Vortrag:„Kärnten'im. Sommer und Winter".— Unser Ball findet am 27. Feber statt.— Urlaubswoche vom 14. bisr, 21. Feber m Johannisbad, billige Quartiere. Gruppenfahrten am.17. Feber und 2,0. Feber. Anmeldun- gen bis 8. Feber. Fräulein Else Die Schnitzlersche Novelle, bekannflich bereits verfilmt, hat sich nun auch für die Bühne müffen dramatisieren lassen. E r n.st Lothar hat eine so sichere Wiener Theaterhand, datz da» Experiment einigermatzen glückte, freilich unter Preisgabe viele» wesentlich Schnitzkerschen. Erscheint un» Heutigen schon die Novelle al» genug seltsamer Bericht eines Einzelfalls von kaum tieferer Bedeutung, und nur psychologisch interessant im Hinblick auf bürgerliche fin de siscle-Stimmung, so scheitert aus der Bühne, die da natürlich Nohtger kommen mutz, die restlose Erfüllung der dichterischen und Bearbeiter-Absicht an dem Unvermeidlichen der Unglaubwürdigkeit. Nur wirklich grvtze Schauspielerschaft und nur ein überzeugend zwischen LebenShunger- und Lebensenttäuschtheit, zwischen Hysterie und Reinheit pendelnder Wesen könnte die Tragödie de» Fräulein Else glaubhaft machen, die in dem Augenblick Selbstmord begeht, da sie, um den Vater vor der Schmach der Einkerkerung wegen einer von edelster Gesinnung bestimmten Gesetzesverletzung zu retten, einem, Lüstling einen Augenblick sich nackt zeigen soll. LiSIMacheinerist sehr überzeugend und sympathisch da» vornehme Bürgermadel, dessen reiner Kern auch durch die Drohnenhafsigkeit luxuriösen Dasein» unberührt blieb; und auch noch in der Auseinandersetzung mit DorSday ist sie interessant; aber in der entscheidenden Szene, vor dem letzten Schritt, fehlt e» ihr an der Kraft sowohl des inneren Nacherlebens wie de» nutzeren Nachgestalten», so datz sich beim Zuschauer statt Furcht und Mitleib Langeweile und'Kühle einstellen, Weit stärker und bis zum Schlüsse fesseit dagegen Herr K1 i p p e l, der In DorSday eine seiner besten Nollen gefunden hat; ihm gelingt die schwierige Aufgabe, in den Abgrund eines matzlor verderbten und doch nicht bi» in die Wurzel verfaulten LiebeS- abenteuerer» blicken zu lassen, sehr gut. Prachtvoll spielt B a l k den(von Lothar hinzugedichteten) Vater, Gerda M e l l e r die Mutter, Lotte Stein die Tante. AuSnahmSlo» ohne Wirkung blieben die Nebenfiguren, obwohl die Regie(Liebl) für richtige Stimmung in richtigem Milieu und für Ausgleich zwischen Konversationston und Herzensklang gesorgt hatte. Als leider fast durchwegs misslungen muss Auftreten, Bewegung und Sprache berer bezeichnet werden, die den Hintergrunb zu bilden hatten.— Die Aufnahme durch da» Publikum war lebhaft interessiert. L. G. für die ihr über den Kreis der Kollegen hinaus zweifellos sehr viele kulturgesellschastlich interessierte Frauen und Männer dankbar sein werden. . Das tägliche Brot der Prager Bevölkerung -rb- Da» Statistische Staatsamt publiziert soeben eine interessante Erhebung über den Tagesverbrauch von Brot und Brotwaren in der Hauptstadt der Republik. Al» Stichtag dieser Statistik war der 16; November 1986 gewählt, also ein beliebig herausgegriffener Wochentag, dessen Ergebnisse wohl als brauchbarer Matzstab für den durchschnittlichen Tagesverbrauch dienen können. Insgesamt wurden an jenem Stichtag im Bereich Gross-PragS, das gegenwärtig mit etwa 980.000 Einwohnern knapp unter der Millionen- - grenze rangiert,' 160.600 Kilogramm Brot» 1,495.000 Stück Semmeln und 4080 Semmel- ivecken(grösstenteils zur Herstellung belegter Brötchen) konsumiert. Der Grossteil dieser Brotwaren(Militärbrot und Luxusgebäck sind in dieser Statistik nicht enthalten) wurde in Prager Bäckereien hergestellt. An„Landgebäck" wurden 32.000 Kilogramm Brot und 11.622 Sttick Weissgebäck eingesührt. Zur Transportierung der erforderlichen Schwarzbrotmenge wäre also täglich ein L a st z u g von siebzehn Zeh n- Tonnen-WaggonS erforderlich. Unbefriedigend ist der Konsum von Weihgebäck, der beweist, dass der Lebensstandard breitester Schichten nicht auf der notwendigen Höhe steht. Für manches Kind arbeitender und gar arbeitsloser Eltern ist die Semmel Immer noch ein unerreichbarer Leckerbissen. Jfehh Dar da» Theaterstück de» Ungarn BuS-Fekete dar Rampenlicht der Kleinen Bühne nur eines Gastspiels wegen erblickte, kann es kritischen Erwägungen entzogen bleiben. Nur soviel sei gesagt, dass er zur Serie jener^politischen" Komödien gehört, die Demokratie und Parlamentarismus als Nährboden häuslicher Konflikte benützen, und wenn dann eben der Kammerdiener des gräflichen Herrn Ministerpräsidenten zum Abgeordneten gewählt wird, den Ministerpräsidenten beruflich bedient und parlamen» .tarisch stürzt, dann ist das„politische" Theaterstück fertig, und wenn der Abgeordnete-Kamerstiener die Tochter de» Grafen liebt und um ihretwillen aufs Mandat verzichtet, dann hat der Autor auch die unpolitische Schlutzpointe, der zuliebe er sogar den sozialistischen„Prachtmenschen" veranlasst, einen widerlichen Karrieristen zum Minister zu machen. Wenn im Zuschauerraum gute Laune herrscht, kann eine solche Kette unwahrscheinlicher Verrenkungen und unbekümmerter Theater-Mätzchen schon wieder amüsant wirken, und da das gräfliche Mini- sterpräsidenten-Ehepaar von Leopold Kramer und Pepi Glöckner, von zwei beliebten alten Bekannten also mit vertraulicher Ungezwungenheit und dezenter Komik dargestellt wurde, war für gute Laune gesorgt. Insbesondere Pepi Glöckner, die keine ministerielle Würde zu wahren brauchte, konnte ihre Gestalt mit einer herzlichen, hausmütterlichen Heiterkeit erfüllen, die Freude machte. Und zu den erfreulichen Eindrücken des Abends gesellte sich auch Erna T e r r e l, die in der gefahrenvollen Rolle der Tochter Talent, Humor und Temperament auf natürliche Art zur Geltung brachte. An der(von Marfin Costa geleiteten) Ausführung, die zu Beginn etwas unsicher und zuweiten nicht straff genüg wirkte, waren in grösseren Rollen noch Walter Szurovy(ein vorbildlicher Kammerdiener, aber ein unbedeutender Abgeordneter) und Peter W inner(ohne besondere Merkmale) beteiligt.—eis— Aus einem„gutgelaunten Hause"» nämlich der Redaktion einer„Prager deutschen Tageszeitung" plaudert der A n t o n K u h in einem Montagsblatt. interessante Boudoirgeheimniffe aus:....... Ich hatte seine Bekanntschaft kn der Redaktton einer Prager deutschen Tageszeitung gemacht. Er aber war Tscheche. Ein stiller, noch nicht vierzigjähriger Mann, adrett, fast ein bisschen weltmännisch gekleidet, mit knochigem, fein ausgehöhltem Gesicht. Er hätte ein Student in vorgerücktem Semester sein können oder ein ExekuttonSbeam- ter auf diskreter Lauer. Wer glaubt man wohl war es aber wirklich, der so adrett, weltmännisch und fein auf der Lauer lag? Niemand geringerer als der wegen des Anschlages aus eine Prostituierte in Untersuchungshaft sitzende Herr PavelkalSo sollte es also doch wahr fein» dass dieser Lebemann, der einem armen Frauenzimmer beinahe vom Leben zum bitteren Tode verhalfen hat, in der Redaktion einer ),Prager ik- deutschen.. Tageszeitung", verhaftet wurde, wie das Gerücht wissen will? Unfw e'I ch e TagesNiillsissäbtt häsidM» W Welche' darf sich eines so noblen Umgangs rühmen? Wer es nicht ahnte, dass es sich nur um das Blatt der Dichter und Denker handeln kann, da doch kein anderes den Haut goftt des Verkehrs mit Pavel- las und Kühs zu schätzen weiss, der erfährt es nun auch vom Kuh persönlich: Zum zweiten Eindruck trug der Umstand bei, dass er in diesem gutgelaunten Hause(wo man es seit den Tagen seines guten Geiste» Karl Tschuppik mit den Formen nicht genau nahm) eigentlich kein Reffort zu haben schien, sondern einfach, ohne dass sich jemand drüber Gedanken machte, auch da war— zu jedem höflich und in jedermannsÄunst. Sein „Zimmer", wo man ihn allabendlich anirekfen konnte, war das eines anderen, hier nistete e r, in die Ecke gequetscht und glückselig, als Diener, Vasall, Anbeter, hauptsächlich aber: Kaffeekoch deS lliachtredakteurS.(Eines Eigen- - brötlerS, der nebenbei solcher Anbetung nicht unwert ist.) Man hat also vom ersten Augenblick an richtig geraten. Derselbe Ort, an dem die Prager deutsche Kultur erzeugt, gefördert und besprochen wird, ist auch die Kasseeküche des Pavelka gewesen und offen bleibt nur die Frage, ob dieser noch zur alten Garde gehörte und aus Verzweiflung über den Einbruch des Katz der armen Hure an die Gurgel gesprungen ist, oder ob er mit Katz ins Haus kam oder ob er endlich zu den wenigen gehörte, die aus der alten in die neue Zeit herüberragen. Richt'ganz so interessant ist dang die andere Frage, ob vielleicht gar der Kuh auch auS- qparttert wurde und sich durch die kleine Enthüllung revanchiert, ehe er vollends in die„W e l t- b'ü.h n e". und die„Rote Fahne" übersiedelt, wo er die PavelkaS vermissen und mit den Freunden des Henkers von Moskau wird vorlieb nehmen, müssen.' Der Klub der Bühnenkünstler hat, sich in der Lützowova ein Heim geschaffen, da» Zeugnis ablegt sowohl für die Rührigkeit der Klubleittmg als auch für ihr ernste» und dabei geschickte» Bemühen, die Atmosphäre zwischen allen theaterinteressierten Menschen.Prags ohne Unterschied der Nationalität auf jede Weise zu verbessern, dar Einvernehmen zwischen allen immer herzlicher zu gestalten.- Das nun eröffnete Klubheim in der Lützowova weist eine ganz stattliche Zahl gemütlicher Räume auf, ist aüf. originelle Weise malerisch geschmückt und bietet einen angenehmen Aufenthalt, zumal da bei Tag und Nacht für gute Küche gesorgt ist. Sänger und Schauspieler, Regisseure, Filmleute, Dramatiker, Journalisten treffen einander zwanglos in diesen Räumen, die vielleicht. zum. literarischen Mittelpunkt de» tschechischen, wie der deutschen Prag ausersehen sind. Wir beglückwünschen die Klubleitung zu dieser Tat, Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Po» monatlich AL 16.—, vierteljährlich AL 48.—, halbjährig AL 96.— ganzjährig AL 192.—.— Inserats werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschälwngen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeittmgssrankatur wurde von der Post-'und-Tele«... graphendirektwn mit Erlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei: ,F)rbis", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag. "Die tschechoslowakischen EiSschnellanfmeifter. schäften wurden am Soyjstgg auf dir Prager Moldau auSgetragen und siegte in der Gefamtwertung Turnovsky(BZL) mit 178.200 Punkten. Seine Einzelleistungen waren: 800 Meter in 80.6 Sek.. 1800-Meier in 2:48.6 Min. Die österreichische Paar-EiSkunftlausmeisterschaft wurde in Seefeld ausgetragen-und von dem bekannten Wiener Geschtoisterpaar P a u s i n überlegen gewonnen. Eishockey. Gablonz: DFK Komotau gegen EB. 2:0.— P ilsen: Sparta Prag gegen CLTK 6:1 und gegen Gauteam 10:1.— Poprad: LTC Prag gegen HC Tatra 5:2, Liga.— W i t köw itz: SSK gegen Slavia Prag 2:1.— Brünn: Wiener EB gegen Kral. Pole 9:1.— Garmisch-Partenkirchen: Brighton Tiger» gegen German Ea- nadians 8:1.— Zürich: Kanada(Kimberley Dy- namiterS) gegen Schweiz 6:2.— Cortina d'Ampezzo: Troppauer. EB gegen Auswahl-i team 2:2. Die Weltmeisterschaften im Zweiertoi wurden. Sonntag In Cortina d'Ampezzo beendet. Als Sieger' ging England hervor, gefolgt von Italien II. Schweiz und Tschechoflowakel(HDÄ). Der Bob I de» Dritten Reiche» kam auf den letzten sechsten Platz. Fuhballergebniffe. Prag: In der vorletzten Runde de» Nufler Turnier» siegten SK Kladno Über ABC Branik 7:2 und Cechie Karlin über SK Nusle 6:0.— Budapest: Iljpest gegen 8. Bezirk 9:0. Fereneharo» gegen SB Äaitzen 14:0.— Wien: Fav. AC gegen Vacuum 8:1, Liberias gegen Vienna- 2:1.—- Düsseldorf: Holland gegen Dritte». Reich 2:2(1:1). Division war begleitet vom Streite um die fetteren Bissen der gewichtigeren Klub» und die Autorität de» DFB erhielt manch harten Schlag durch die Extravaganzen de» Wild-Äestgau».- Bei den Neuwahlen wurde u. a. wieder Dr. Fiechtl zum Obmann bestellt; al» Verbandsspielleiter erscheint Vorbach(Gablonz). Die Tagung wurde elngeleitet durch eine Anzahl Begrüssungsreden, au» deren Reihe wir jene des Vorsitzenden der EsAF, Prof. Pelikan, berpor- heben. Prof. Pelikan verglich nämlich die„loyale" Zusammenarbeit der beiden.Verbände mit der Politik und hob hervor, dass.diedt— aktuell im Hinblick:auf das Memorandum- der deutschen aktivistischen Par» ielen— den„Politikern als Vorbild" dienen könnet Wir finden, dass Herr Prof. Pelikan, wider hessekes Wissen einen Vergleich.zoa, für den sich die politischen Faktoren deutscherseits besten» bedanken würden. Denn so weit uns bekannt ist, ist d i e s e Zusammenarbeit weit davon entfernt, al»„Vorbild" auch nur erwähnt zu werden. Verbands-Skiwettkämpfe der tschechischen Arbeitertouristen fanden am Sonntag in Kusov im Böhmerwald statt, an welchen sich 80 Wettkämpfer au» Prag, Villen, Kusov-usw,-beteiligten. Ein grosse» Handwap für dle Wetttämpftr viMte der Nebellinstin' den hähübe'n Lätzen der klebrige Schnee, welche leihe des-' seren Leistungen zuliessen. Die Männer absolvierten, eine Kombination, bestehend aus 16 Kitometer Lang- und 4 Kilometer Hindernislauf, während di-, Frauen einen 6-Kilomeier-Lattt durchführten. Siegerin bet den Frauen wurde. Sperlovä(Pilsen) in 48:02 Min. Die Kombinatton der Männer gewann Peil(Kusov), welcher über 16 Kilometer 1:18:06 Std. benötigte und da» 4-Kilometer-HinderniSlaufei> in 26:82 Äi». zurücklegte und somit eine Gesamtzeit von 1:88:67 Std. erzielte.