Sozialdemokrat aitiitlpttblO Akltk fettet$ßortB) Aus dem Inhalt 17. Jahrgang Nr. 29 Mittwoch, 3. Feber 1937 In Erwartung einer Hitler-Ueberraschung Die ipanitche Regierung rtimmt dem Kontrollplan zu !&“ I* n oL U h»««Mnnhanrnnni. sricdigung darüber aus, daß das Zutrauen in den schSstSbrrelch!als Letter der Sieg der Regierung in Spanien heute bereits fation der NSDAP^>b^seinettnterstellungalS| g tnBWWtB habe und verwies auf dir M-r"Er.dem Stellvertreter des Führers daß dieser Sieg s- schnitt al» mög. bleiben unberührt. Ikr nimmt an de» Sitzungen...—runae» werde, damit dir wirtschaftlichen Maschinengewehre gegen Chevrolet-Streikende Die Mauren haben als ausländische „Freiwillige" su gelten I Radeks Freispruch und Flawas chlns Geheimnis Antisemitismus gegen Türken In Berlin strafbar I Weitere 19 Milliarden Francs für. die Verteidigung# Der Wall Dünkirchen—Basel In kürze vollendet z Verstaatlichung der Rüstungsindustrie wirkt sich günstig aus Das braune Netz wird noch dichter gemacht Berlin.(Deutsches Nachrichtenbüro.) Wir mitgeteilt wird, hat der Reichskanzler Hitler am 30. Jänner einen Erlast über dir Einsetzung eines„El,cfö der Auslandsorganisation im AnS- würtigen Amt" unterzeichnet. In dem Erlast heißt«S u. a.: ,,8« r e i n h e i tl i ch e n B e» treunngder ReichSde«tschen im Au S l a n d wird ein Ehester A u ö» land S o r ganis a t i o n im Auswärtigen Amt eingesetzt, dem zugleich die Leitung und Bearbeitung aller Angelegenheiten der Reichsdeutschen im Ausland» im Geschäftsbereiche drS Auswärtigen Amtes übertragen wird." Zum Ehef der «uSland-organifation im.Au»«Srttg«n Amt wird der Leiter der AuSlandSorganifätion der NSDAP, Gauleiter B oh le,«mannt.Er ist, wir«S in dem Erlast Wetter heißt, dem RelchSaußenminister per- föttlich und unmittelbar unterstellt.^ Sein Ge- B a l e n e i a.(Fabra.) In der Dienstag« Sitzung deS Parlamente- in Baleneia hielt der Vorsitzende der Regierung Largo Laballer» eine bedeutsame Rede. Zn dem Plan einer Kontrolle der spanischen Grenze erklärte der Ministerpräst» dent, daß dir Regierung in Baleneia diesem Plan im Prinzip zu st i m m r, dast sie sich jedoch vor- t«Halle, daß ihr alle Recht« alS der legalen Repräsentantin deS spanischen BottrS»üerkännr werden. WaS dir Angelegenheit der Freiwilligen aus dem Ausland« betrifft, betonte Caballero, daß di« Regierung al», ausländische Freiwillige.auch die in den Reihen der Truppen de» Generals Franc» kämpfenden afrikanischen Mauren ansehe. Der Vorsitzende der Regierung sprach sodann seine Be» Pari». Die französische Kammer beendete um 20 Uhr die Aussprache über die Nationalverteidigung, die über eine Woche gedauert hatte. Die Kammer sprach der Regiemng mit 405 gegen ISS Stimmen das Vertrauen au». Die Mehrheit der Regierung Blum hat neuerlich um 40 Stimmen zugenommen. In der Debatte waren nach den zahlreichen Rednern der Rechten einige Kritiker von der Linken angetreten, vor allem Kommunisten, die größere AgitattonSsreiheit in der Armee forder« .ten und zugleich ihr« unbedingte Loyalität versicherten, sich auch' für die Beibehaltung der zweijährigen Dienstzeit«insetzten. Den Debattenrednern und Interpellanten antworteten der Luftminister Pierre Tot und der Kriegsminister Daladier. Beide er» klärten, daß die Armee und die Luftfloit« bereit seien. Tot versicherte, daß die französische Luft» macht an Qualität unerreicht sei, in der Zahl der Maschinen nur von Rußland übertroffen werde. Die Verstaatlichung der sieben großen Flugzeugfabriken habe sich auf die Rüstung gut a u S g e w i r k t. Di« Produktion werde durch die Bttstaatlichmß'üwso Prozent erhSht werden. D a I a d i e r versicherte, daß nicht» versäumt werde, Frankreich gegen jeden denkbaren Aeberfall durch einen der Diltaturstaaten zu sichern. Der neue, an die Maginotlinie anschließende Festungswall gehe der Vollendung entgegen, so daß Frankreich von Dünkirchen. bis Basel eine Festungsmauer besitzen werde, die aber auch für offensive Zwecke tauge. Falls Frankreich angegriffen werdet so könne die Armee sich hinter der Festungslinie zum Gegenstoß sammeln. Der Minister sprach sich gegen den Bau von Autobahnen aus, die Frankreich bei seinem Bahn» und Straßennetz nicht brauche. Weiter nahm der Minister gegen die Bildung einer BerusSarmee Stellung. Die. zweijährige Dienstzeit ermögliche es, innerhalb des VottSheereS Spezialisten aus zubilden und aus einer großen Zahl die bestgeeig» neten Leute auzuwählen. Auch Daladier betonte die gedeihlichen Auswirkungen der Verstaatlichung der Rüstungs betrieb«. Durch sie habe die Regierung di« Mög» lichkeit, eine wirklich umfassende Verteidigung zu garantieren. Weitere IS Milliarden Francs werden für die Landesverteidigung bereitgestellt werden. Beide Minister sprachen sich lobend über den. demokratischen und soldatischen Geist der Armee und ebenso lobend über die Arbeit des Generals Gamekin aus. Beide lehnten eine Politisierung der Armee ab. Die Armee habe sich in den Stürmen der letzten Monate belvährt. Wenn, sagte Daladier, Frankreich überfallen würde, dann werde«S ein paar harte Wochen geben, worauf aber mit Sicherheit und in kurzem der Angreifer besiegt werden würde. Die Kammer nahm die Reden der Wehrminister mit Mimischem Beifall auf. sich errungen werde, damit di« wirtschaftlichen Schäden und, die Opfer an Menschenleben nicht «och größer«erden. Erfolge del Villaverde Madrid. Der Rcgierungsausschuß für die Verteidigung" der Hauptstadt teilt!mit,- daß die Regierungyttuppen im Abschnitt von Aranjuez bei Billavetd«'üm üvü Meter vorgerückt sind. An ddr FtoÜt'vön Madrid^vürden Abteilungen der Aufständischen, die«inen Angriff bei El Plantio unternahmen, zerstreut. Verschleppung der Exporthilfe? Am 22. Immer hat der Ministerrat die Cxporterleichterungen für die Glas- und Porzellanindustrie beschlossen. Wir haben diesen Beschluß der Regierung ans vollem Herze» begrüßt. Schon vor Monaten haben wir Maßnahmen der Exportförderung für besonders notleidende Industrien verlangt und in dem Memorandum, welches die Spihcnkörperschaften der deutschen Arbeiterbewegung dem Ministerpräsidenten seinerzeit übergeben haben, Ivurde die Regierung auf di« Bedeutung dieser Forderung aufmerksam gemacht. Handelt es sich doch hier um Industrien, welche für das sudetendeutsche Gebiet von besonderer Wichtigkeit sind. Während sich in einer Reihe anderer Industrien bereits eine gewisse Befferung bemerkbar macht, so ist dies gerade in der Glas- und Por» zellanindustrie nicht der Fall. Esist ein" warnendes Zeichen, daß die Ausfuhr der Porzellanindustrie im Jahre 19 3 6 noch weiter zurückgegangen ist. Während diese Industrie'im Jahre 1S2S, vor Ausbruch der Wirtschaftskrise, Waren für 318 Millionen AL exportierte, ging der Export im Jahre 1985 auf 105 Millionen AL, also auf ein Drittel zurück und sank im Jahre 1936 noch weiter auf 98.5 Millionen AL. Gerade diese Industrie wirft für Löhne, Gehälter und inländische Rohstossproduk» tton, also für die heimische Wirtschaft, 97 Prozent ihre» Gesamtwertes ab. Sie braucht fast keine ausländischen Rohstoffe, während sie an Devisen wett'Aber 100-Millionen ALrinbringenkäunte.- Die Gebiet«, in denen die Porzellanindustrie einst blühte, werden zu Steppen des furchtbarsten Elends, die weitere Umgebung von Karlsbad wird zu einem einzigen großen Jndustriefriedhof—■/ eine der größten Porzellanfabriken der Tschechoslowakei, der Betrieb der»Epiag" in Altrohlau, hat soeben um die Stittegung angesucht. ' Von dem Gesichtspunkt der Notlage dieser Jiidustrien ist auch die Regierung ausgegangen, als sie ihren Beschluß auf Exporterleichterungen gefaßt hat. Leider ist aber in den Mt 14 Tagen, die seither vergangen sind, dieser»eschluß nicht durchgeführt worden. Gerade da tut aber Eile not/ nicht nur deshalb, weil tausende von Arbeitern nach Arbeit rufen, sondern weil zu Beginn des Jahres in der Porzellanindustrie ebenso wie in der Glasindustrie die großen Aufträge kommen. Wenn diese Zeit versäumt wird, werden Millionenaufträge für unsere heimische Industrie verloren gehen und tausende von Arbeitern werden weiter der Arbeitslosigkeit und dem Elend überantwortet werden. Umso empörender ist es, wenn gewiße wirtschaftliche Gruppen dieses Staates durch allerlei Ausflüchte die Durchführung der Exporthilfe für die notleidenden Industrien aufzuhalten bemüht sind und sich all-rlei Vorteile verschaffen wollen, obzwar ihre Gewinne schon ohnehin aufreizend genug sind. Die Export» auShilfe für besonders notleidende Industrien, wie die Glas- und Porzellanindustrie, sind k e i n K o m p e n s a t i o n S o b j e k t und kein Schachergegen st a n d und diesen Industrien" und' ihren Arbeitern muß geholfen werden, weil dies im Interesse deS Staates und der Gesamtwirtschaft ist. ES ist unerträglich, dem kraßen Egoismus und dein kapitalistischen Prositstreben auch nur die geringsten Konzessionen zu machen und die' Exportaushilse für die Elendsindustrien irgend. jemandem, der cs obendrein nickst nötig hat, irgendwie zu bezahlen. Die Staatsgewalt darf nicht znrückschrecken, das Notwendige zu tun, und die Regierung muß die Energie aufbringen, um die Interessen der gesamten Wirtschaft über alle anderen zü stellen iund ' den durch die Wirtschaftskrise verwüsteten'Gebieten zu helfen. Ein«Sabotage der Wirtschaftsge s u n d u n g. d a r f nicht geduldet w e r d e n, gleichgültig, von wem sie ausgeht Die.Kreise, welche sich der Initiative der Regierung hindernd in den Weg stellen, mögen bedeUken, daß sie mit dem Los von tausenden von Arbeitern spielen und'der Staat darf auf keinen. Fäll'zulassen,!.daß diese■ Menschen noch; tiefer.kn Elend und Verzweiflung! getrieben werden'. Die Demokratie unseres Landes muß.die Kraft-zeigen, mit gewissenlosen Elementen, aufzuräumen, welche'durch ihren engstirnigen Egoismus eine Gefahr für Wirtschaft und Staat bilden.. erscheint mit Ausnahme des Montag»glich früh _ und Verwaltung. Prag XII., Fochova 62— Telephon 38677— Herausgeber: EiegfriedTaub— BerantwortltcherRedakteur:KarlKern,Prag Es fchrint, daß die Welt doch langsam die Sprache des Herrn Hitler erlernt. Kaum hat er feierlich versichert, es werde von nun an keine Überraschungen mehr gehen, zerbricht sich alle Welt den Kopf darüber, welches seine nächste Urbrrraschnng sein und wann sie erfolgen werde. Man weiß also sehr gut, daß Hitler» Besprechen nur insofern verläßlich ist, als er sicher das Gegenteil tn» wird! • Die englischen Blätter wollen darüber informiert sein, daß Ribbentrop sofort nach seiner Rückkehr nach London deutsche Kolonial fo r de r u n g e» überreiche» werd«. Die ReichSregiernng arbeite an. einem großen Memorandum, das Frankreich, England, Belgien nnd. Java», üherreicht werde» solle. ■ /"W ist amüsant zu sehen, Laß die eng- lische Presse, auch die sonst httlerfreund» lichcn Blätter, unisono erklärt, eine Rückgabe der von England verwalteten Kolonien komme n i ch t i n F rage. Wenn Hitler Eupen, Memel oder Danzig wolle, so solle er sich«ach Brüssel, Kowno oder Warschau wenden. Falls er in England anfrage, ob er Kolonie» haben könne, werde ihm ein entschiedene» N e i n antworten! Den AilSlandsjournalisten wird in Berlin erklärt, daß eine Mitarbeit Deutschlands im rnropSischeu Konzert so lange nicht in Frage komme, als Deutschland keine Kolonie» erholte n»d Frankrrich und England nicht berrü seien, mit Deutschland und Italien eine« Pakt gegen den Kommunismus zu schließen(welchen Bierer- paktsplan gerade Italien iutereffanterweise energisch dementiert hat!). Dr. Hodza eröffnet die Verhandlungen ■ Pra n. Amtlich wird gemeldet: Der Bor- sitzeiidc der Regieruuft Dr. MUan H o d j a hat am DleuStag die Verhandlungen mit den Regie- rungssaktoren über die Borschläge begonnen, die ihm die Bertrrter der deutsche» attivistifchen Parteien unterbreitet haben. Diese Berhandlnn- gen deS Borsitzenden der Regierung werden wahrscheinlich einige Tage dauem und cs ist zu erwarten, daß sie auch noch einen Teil der kommenden Woche in Anspruch nehmen werden. deS ReichSkabinrttS teil, soweit sein GrMstS- brreich berührt wird.■ London.(Reuter.) Nach. einer Ettlärung de» Ministers zur Organisierung der Verteidigung Jükkip.würden in der Zeit vom 1.. April bis zum 31. Dezember. 1988 im. Rahmen des-britischen Rüstungsprogramms-Bestellungen«in- eine« Gesamt» höhe^von 1g7.50S.000 Pfund Sterling-(fast LS Mik l i a r den AL) getätigt. In dieser^Summe fi„d jene Beträte nicht'enthalte». die für den Bau von Kriegsschiffen bewilligt wurden. Der Erfolg.der Offensive im Abschnitt von Aranjuez, gab der Miliz di« Möglichkeit, neue Stellungen zwischen Bastida und. der Waffenfabrik von Cigarral zu beziehen. Die republikanischen Mteiluügen haben mehrere Angriffe der Aufständischen zurückgeschlagen, welche- die Befestigung deS besetzten Terrains verhindern soll» ten. An den übrigen Abschnitten- der- Madrider Frönt sind keine nennenswerten Operationen zu verzeichnen. Zwei Jagdfluzeuge der Regierung gerieten über Malaga in einen Kampf mit zwei italienischen Eaproni-Flugzeugen, in' dessen Verlauf .eines der Aufftändischen-Flugzeuge in Brand geriet.\ Spanischer Dampfer voihdeutschem U-Boot torpediert M adbilü(Halms.) En der Röhe»er Küste zwischen Recja und Torrox griff ein Unterseeboots wahrscheinlich deutscher Zugehörig» seit, das spanische.Schiss„Delfin", an, das mit einer Warrnladüng nach! Malaga zurücklehrtr. Vorher war daS Schiff tzon..einem Flugzeug angegriffen worden, das jedoch durch das Maschinen^ gewehrfeuer eines in dcr Nähe befindlichen spanischen Kreuzers in die Flucht gejagt wurde. DaS Unterseeboot pcrfolgte daS Schiff und schoß zwei Torpedo» ab, die da» Schiff schwer beschädigten. Dir'Besatzung und die Ladung würden in Sicherheit gebracht. Frankreich wird jeden Dberfall Daladier und Cot über die Bereitschaft aRgfhl von Armee und Luftwaffe äDSQllICl^dl! Pierre Cot «ette 2 Mittwoch, 3. Feier 1087 Nr. 20 »Tapfer für ein gutes 'Gelingen kämpfen“ Za den VerhandlunKen über die nationale Fräse In der tschechischen Zeitschrift„Pro, gram" vcrössentticht Abg. Falsch unter dem Titel„Gegenwart kontra Vergangenheit" einen Artikel über dte soeben geführten Verhandlungen der deutschen aktivistischen Parteien mit dem Ministerpräsidenten, dem wir die nachstehenden Stellen entnehmen: Nach achtzehnjährigem Zusammenleben der Sudetendeutschen und Tschechen in der Republik bahnt sich endlich ein Versuch an, dte strittigen Kragen dieser gemeinsamen Häuslichkeit in demokratischem Einvernehmen zu regeln. Wir wollen die Schwer« dieses Versuches nicht übersehen, Sein Ergebnis wird von hoher Bedeutung für die Zukunft beider Völker sein. Darum ist cs in den nächsten Wochen und Monaten die Aufgabe aller Tschechen und Deutschen, die guten Willens sind, tapfer für ein gutes Gelingen zu kämpfen. Das Ergebnis der nationalpolitischen Verhandlungen wild in hohem Mähe davon abhängen, unter welchem Gesichtspunkte sie geführt werden. Können wir die gewaltigen Aufgaben der Gegenwart mit den Massstäben der Vergangenheit messen.., Di« geschichtlichen Erfahrungen kaffen sich niemals gänzlich auSschalten aus der praktischen Politik. Aus der Vergangenheit soll man lernen, aber sie darf die Gegenwart nicht beherrschen. Gestehen wir es ruhig ein: in der tschechischdeutschen DiSkuffion haben bisher die Reminiszenzen und die Ressentiments eine überragende und ungesunde Rolle gespielt... Es soll hier nicht gegen jene tschechischen Stimmen polemisiert werden, die in letzter Zeil eine Wiederholung der früheren»Ausgleich«' oder„Punltationen" rundweg ablehnten. Auf diesem formalen Gebiete wird sogar die Einigung nicht schwer sein. Die deutschen Verständigungsparteien wären schlecht beraten, wenn sie irgendwelche Vorbilder aus dem alten Oesterreich kopieren wollten. Weder die wechselnden Obstruktionen in den Landtagen, noch die diversen Sturmszenen im Wiener Reichsrat locken zur Nachahmung. In der Monarchie haben die kämpfenden Nationen einander wirtschaftlich und kulturell blockiert. Wir wollen nicht vergessen, dass die Forderungen der Arbeiterschaft nach einer gesetzlichen Altersversorgung nicht erMt werden konnte, weil die altösterreichische Gesetzgebung immer wieder durch wechselnde Obstruktionen lahmgelegt wurde. Die Sozialpolitik wird in Perioden nationaler Kämpfe immer wieder hintangescht und die wirtschaftlich schwachen Schichten zahlen schliesslich die Zeche für die zerschlagenen Fensterscheibe«. Nach all diesen Lehren wäre«8 schon an der Zeit, endlich«inen dicken Schlussstrich unter«ine Vergangenheit zu ziehen, aus der wir alles ' andere lernen können als nationale Verträglichkeit. Die Historie der nationalen Kämpfe im alten Oesterreich zeigt allenfalls der heutigen Generation, wie man cs nicht machen soll. W a s i n der Gegenwart zu tun ist, darübermüssen wirunSselberdie Köpfe zerbrechen. Die Völker müssen ihr Zusammenlehzn nach den Bedürfnissen der Äe» geMuart einrichten. Vergessen wir nicht, dass Tschechen und Sudetendeutsche seit Beginn der grossen Krise um 18 MilliaÄen KL weniger pro Fahr exportieren als vorher. Vergessen wir nicht auf die devastierten Industriegebiete und auf die vielen ElendSdörser lang» der Grenze. Bevgesseii wir nicht auf das jammervolle Dahinvegetieren eines Heeres voq Arbeitslosen, auf das Los einer Fugend, die durch keine politischen Heldensagen aus den siebziger Jahren über di« fehlenden Berufsaussichten im Jahre 1987 hinweggetröstet werden kann... Was vernünftige Menschen in solchen bewegten Zeiten tun können, ist,ihre ganze Kraft für de» Sieg der höheren menschlichen Ideale in die Waagschale zu werfen. Kein anderes Bedrohliche Lage In den bestreikten Flint.(Michigan.) In den bekannten Chevrolet-Werken, in denen vor vier Tagen die Arbeit ausgenommen worden war, brach«in „Streik mit verschränkten Armen" au». Als der Versuch unternommen wurde, di, Streikenden gewaltsam au» dem Betrieb zu entfernen, kam eS zu Zusammenstößen, bei denen geschossen wurde. 20 Personen wurden verwundet» davon zwei schwer. Die General- MotorS-Companv hat beim Richter Gabola Beschwerde erhoben und die Entfernung der Streikenden gefordert, welche„in ungesetzlicher Meise" zahlreiche FabrikSobjekt« besetzt hätten. Der Gouverneur beeilte sich, den Unternehmern zu Hilfe zu kommen. Um 2 Uhr morgen» umzingelte ein Regiment Rational- garde-Jnfanterir die Chevrolet- Fabrik. Der Gouverneur hat jedoch angeordnet, daß dir mit Maschinengewehren ausgerüsteten Soldaten vorläufig nicht in di« Fabrik eindringen dürfen, da «S sonst zu Zusammenstößen mit de« Streikenden kommen könnte. Der Kommandant der Rationalgarde richtet« eine Kundmachung an die Arbeiter der Automoiilfabriken, in der ihnen untersagt wird, dir streikende» Arbeiter, welche die Betriebe besetzt haben, mit Lebensmitteln zu versorgen. Hayashls Kabinett Tokio. Der Kaiser von Japan«mannte auf Vorschlag des designierten Ministerpräsidenten H a Y a s h i dar neue japanisch« Kabinett. ES hat folgende Zusammensetzung: Premierminister und vorläufig Aussen- und Kultusminister: H a y a s h i, Innenminister: Kawa- Harada, Kriegsminister: N a k a m u r a, Marineminister: gonai, Finanz« und zugleich Kolonialminister: AukI, Justizminister: Shi- o n o,'Reichsanwalt,' Agrar- und Verkehrsminister: Aamazaki, Eisenbahn- und Handelsminister: Admiral Ad Godo. Der einzige Parteimann Aamazaki. tritt aus der Showa-Kai-Partei aus. Die anderen Parteien lehnen die Beteiligung an dem neuen Kabinette Hayashir ab. Politisch« Kreise und die Presse sprechen von'einer Koalition auf mittlererLinie, die nicht von langer Dauer sein werde. Man erwartet, dass der Reichstag nunmehr nicht aufgelöst werden, sondern wieder zu arbeiten beginnen wird. An verantwortlichen Stellen wird der Wunsch geäuhert, dass der Staatsvoranschlag ehestens erledigt und der Bau der neuen Marineeinheiten nicht aufgehalten werde. Land ist so sehr dazu berufen, dem Elend der nationalen Zwietracht das höhere Ideal völkerverbindender Eintracht entgegenzuftellen wie unsere». Wir, die demokratischen Tschechen, und Deutschen/ haben in diesen Tagen einen kühnen Versuch unternommen, dessen Gelingen dem zerrissenen Europa ein gute» Beispiel geben kann. Die Schatten der Vergangenheit sollen uns nicht abschrecken, vor der Gegenwart unsere Pflicht zu erfüllen und vor der Zukunft ehrenvoll zu bestehen! Chevrolet-Werken Die Frauen, Schwestern und Freundinnen der streikenden Arbeiter haben sich nach Eintreffen der Militärabteilungen organisiert. Sie tragen rote Kappen«nd rot-weiß« Armbinden«nd sind mit starken Stöcken bewaffnet. Sie erklären, daß sie ihr, verwandten«nd Freund«, die die Fabriken hesetzt halten, verteidigen werden, fall» die Militärabteilungen elnschreitm sollten. Justiz und MGs für die Millionäre Flint(Michigan).(Reuter.) Da» Gericht sällte DienStag einen Spmch zugunsten der General Motor» Company. Durch diesen Spruch wird angeordnet, daß di« Streikenden die beiden Fabriken der General Motor Gesellschaft binnen 24 Stunden räumen müssen. Gleichzeitig hat da» Gerichts den Streikenden die Aufstellung von Streikwachen bei den Fabriken verboten. Eine Stunde vor dieser Entscheidung hatte di« Ratio- nalgarde in der Mitt« der Straße vor der Chevrolet-Fabrik Maschinengewehre ausgestellt. Die Rationalgard« hat zahlreich« Streikwachen mit aufgepflanztrm Bajonett zerstreut«nd zwei Personen verhaftet. Vie Mussolini „Freiwillige“ wirbt Valencia. Da» Ministerium für Flugwesen und Marine veröffentlicht einen Bericht, in dem e» heisst: Am vergangenen Samstag sind fünf Italienische Flugzeuge in Andalusien über den Linien der RegievungStruppen abgestürzt. Einer der gefangengenommenen Flieger erklärte den Militärbehörden, dass In Italien schon von Anbeginn de» spanischen Bürgerkriege» Freiwillige für., die Franco-Armee gesucht wurden. Da nicht genügend Freiwiflige gefunden werden konnten, hiche man Zuflucht zu einer List genommene Italienische Piloten wurden unter Borspiege» lung von Uebungen in Abessinien eingeschifft und so nach Spaniengebracht. Der betreffend« Pilot wurde selbst ein Opfer diese» Vorgehen»; er habe Krankheit vorgeschützt, als"er den Befehl erhalten habe, zu einem sflug über die Kampflinien zu starten, doch wurde er bei der ärztlichen Untersuchung nicht al» krank anerkannt. Er habe deshalb mit der Eskadrillt abfliegen müssen, habe sich dann im Nebel verirrt und musst« in Andalusien notlanden. Die„Prager Festung“ London. Dir„Time 8" veröffentlicht an leitender Stelle und in auffallender Aufmachung einen Brief de» ehemaligen amerikanl- fchon Gesandten in Prag, Lewi» Einstein, in welchem dieser wörtlich sagt:„Zwischen Hitler «nd dem Schwarzen Meer bildet die Prager Festung da» größte Hindernis, welche die sich auf ihre Bündnisse stützenden Tschechoslowake« bewachen." Der Autor de» Briefe» macht auf dir deutsch« Propaganda gegen die Tschechoslowakei aufmerksam und deutet sie im Lichte de» pangermanische« „Mitteleuropa". Lew!» Einstein schließt seinen Brief mit der Feststellung: Die Lösung de» Rätsel» de» europäischen Frieden» wird tatsächlich davon abhängen, wie der Reichskanzler die Kraft und di« Widerstandsfähigkeit der tschechoflowatt- fchen Raffe und di« Wirkungskraft der tfchecho-. flowakifchen BerteidigungSpakte einfchSi.it. Immer langsam voran... London. Der Unterausschuß de» internationalen Nichteinmischungs-Komitee» ist Dienstag vormittag- zur weiteren Erörterung der Kontrollfrage zufammrngetreten. ES ist möglich, daß im Lauft dieser Woche noch eine zweite Sitzung des Unterausschusses stattfinden wird. In dieser Sitzung wird möglicherweise der Zett- punkt festgesetzt werden, von dem ab daS B e r» bot der Entsendung v on Freiwilligen nach Spanien gelten«nd dft Kontrolle der spanische« Häfen«nd Grenzen durchgeführt werden soll. Schweizer Sozialisten für die Demokratie Bern. Der in. Zürich abgehaltene sozialdemokratische Parteitag der Sckpveiz stimmte mit 87V gegen 77 Stimmen den vom Gewerkschast»- bunde angenommenen Richtlinien sür den wirtschaftlichen Wiederaufbau zur Sicherung der Demokratie zu. Die Partei bekennt sich zur Demokratte und stellt sich gegen jede» Paktieren mit Bewegungen und Organisationen, die nicht auf dem Boden der Demokratie stehen. Grundsätzlich erklärt sie sich bereit, fürdieBertei» digung de» Landes die notwen« digenKredite zu bewilligen. Die Partei fordert weiter die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie sowie die Gleichberechtigung zur Bekleidung militärischer Chargen nach der Eignung und Fähigkeit und da» verbot aller faschistischen, halbfaschistischen und au» Ausländem bestehenden Organisationen sowie jene« Organisationen, die vom Auslande abhängig sind. Vor neuen Kämpfen um Nalaga? Gibraltar.(Reuter.) Einer Nachricht au» glaubwürdiger Quelle zufolge werden die Aufständischen, welche etwa 10 Kilometer von Malaga entfernt konzentriert sind, in der nächsten Zeit mit Unterstützung der Flotte einen Angriff auf Malaga unternehmen. Der Regierung sollen zur Verteidigung der Stadt an 4V.VVV Mann Miliz zur Verfügung stehen. Washington. Wie au» amtlicher Quelle gemeldet wird, ist der Matrosenstreik an der Pazifischen Küste beendet worden. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Pauline wollte nicht Drexlers Geld; sie halft mehr Geld, als er. Sie brauchte für ihren Auftraggeber Zahlen über die Stärke der geheimen Armee, Angaben über ihre Ausrüstung, den Plan ihrer Organisation. Sie spielte mit offenen Karten, als sie ihn soweit gebracht hatte, dass er ihr verfallen war. „Du bringst mir morgen die Papiere, die ich brauche," sagte sie,„du bekommst«in Drittel der Summe, die ich für die Papiere erhalte. Ein . glattes Geschäft". „Ich bin doch kein Spion, ich kann doch die Leuft, die mir vertrauen, nicht verraftn". „Spiel nicht den Ehrenmann, Ludwig. Bor mir ist diese Komödie zwecklos. Wenn du mir nicht die Papiere gibst, die ich brauche, wiÄ morgen die Militärbehörde erfahren, dass du Hegeberg die Papiere bringst, die er braucht. Dft Sachlage ist doch ganz klar, nicht wahr, Ludwig?" „Wer ist Hegeberg? Ich kenne keinen Hegeberg". „Dummkopf. Dann bezahlt dich eben die Firma Rangger und Co. Das ist doch dasselbe, oder irre ich mich vielleicht?" Drexler verkrampfte die Hände ineinander. Die Tänzerin ging vor ihm auf und ab, sie trug einen silberbesehten weinroten Seidenschlafrock, rauchte au» einer langen elfenbeinernen ZIgaret« ftnipitze. Ihre Ausmachung war zu Hause nicht weniger kitschig, als auf der Tanzfläche: sie wusste, was auf Männer wie Drexler wirkte. „Ich hab dich doch lieb", sagte er.„Und du treibst mich da zwischen zwei Mühlsteine. Die Sache kann doch nicht gut ausgehen". „Unsinn. Du bekommst nun von zwei Seiten Geld, da» ist der ganze Unterschied. Du wirst mir nicht einreden, dass du au» Idealismus für Hegeberg spionierst. Dass dein Herz an diesen Leuten hängt. Dazu bist du doch viel zu vernünftig. Du arbettest für sie, weil sie gut zahlen. Die andren zahlen besser, folglich wirst du für sie auch arbeiten. Dein Name wiü> nicht genannt werden. Du photographftrst die Dokument« und bringst mir die Kopien. Wer lass Nicht deinen Freund die Aufnahmen entwickeln. Sonst verlangt er auch noch einen Anteil. Du gibst mir die Kopien und hast nicht» mehr mit der Sache zu schaffen. Ich zahle dir da» Geld' bar auf den Tisch, hier in meinem Zimmer." „Wem, ich wüsste, dass du mich wirklich gern hast, würde ich e» für dich tun." „Du sprichst wie ein verliebter Ueiner Leut-' nant. Ich hab nur Männer gern, dft sich aus ihren Vorteil verstehen. Und merk dir: du tust e» nicht für mich. Du tust e» Mr da» Geld. Das Geld ist Wirklich. Alfts andre ist romantischer Schwindel"; „Meine Liebe zü dir—* „Blödsinn. Wenn du die Papiere bringst, darfst du kommen. Wenn du die Papiere nicht bringen willst, darfst du nicht kommen,«und ich teile deinem vorgesetzten mit, wann er dich bei Rangger und Co. im Zimmer de» Herrn Hegeberg antreffen kann. So liege« dte Dinge, mellst Lieber". „Du wirst die Papiere bekommen. Lass mir Zeit—". „Ich brauche sie in einer Woche". Drexler fasste ihre Hand, al» sie an ihm Vorüberging. Er zog fft auf seinen Schoss, sie, legte den Arm um feinen Hal», den Kopf an seine Wange. «Hab' ich romantischer Schwindel gesagt, Ludwig? Da» ist, nur eine Redensart von mir". Sie blieS ihm den Rauch au» ihrer langen, elfenbeinernen Zigarettenspitze in» Gesicht, VI. Als am 1. Juni, da» Tas» war leer und Pelikan fing in der Küche Fliegen, Feiertag nach dem Frühstück an seinem Platz sitzen blieb, erinnerte ihn Alfred mit einem Blick auf die llhr daran, dass«S nun Zeit war, in» Büro zu gehen. Aber Feiertag nahm diesen Wink nicht zur Kenntnis. Es gab kein Büro mehr Mr ihn. Gesterm am 81. Mai um sechs Uhr nachmittag», hatte das Büro zu existieren aufgehört. Semmelhut hatte ein« Rede gehalten, dem scheidenden Beamftn im Namen der Firma Mr fein« treuen Dienste gedankt, die Kollegen Haien ihm einen Blumenstrauss überreicht— e» waren auch weiss« Rosen darunter— und ihn ersucht, doch noch manchmal seinen lieben, guten alten Kopf durch die Tür zu stecken und nicht zusammeNzufähren, wenn ein anderer aN seinem Schreibtisch sähe— er habe sich sein« Ruhe wohl verdient..' Zwar war seine Dienstzeit eigentlich noch nicht um, aber mit Rücksicht auf die ungünstigen Zeiten, die überall Einschränkungen erforderten, hatte man ihn vor der Frist pensioniert. Nun war da» Frühstück vorüber, eine Stunde brach an, die wie«in Abgrund vor ihm gähnte; ihr würden ändere Stunden folgen. Tage, Wochen, Monate, Jahre/vielleicht Jahrzehnt«, die keinen Inhalt mehr hatten, die nUr leere Zeit waren. Er hätte heute noch eine Weile im Bett bleiben können, äber er vermochte e» nicht;., die Weckuhr in ihm lftß sich siM abstellen. Er bat Alfred um ein paar Zeitungen, sie: konnten alt sein, da» macht« nicht», nun war e» nicht mehr schade um dir Stunden.diesieihm raubten, Run ' tonnten diese Stunden niemals wieder Beute eine» Räuber» sein, denn sie waren werflo», und Wertlose» raubt» niemand. Wäre Gtädttein schon au» dem Spital zurück, stünde er wieler in seinem! Laden, man hätte mit ihm schwatzen, ihn um ei« Buch anbetteln können; aber Städtftin lag noch in der Klinik, sie flickten noch an seinen Wunden, in seinem Laden hämmerten die Tischler, kletterten die Ansfteicher auf ihre langen Leitern.. Da Feiertag nicht bl» zum Mittagmahl im Cafö Finsterbusch sitzen und auf die Strasse starren konnte, zu BiMba, der in der Sonne lag, zahlte er und ging spazieren. Er kannte da» Gesicht der Strassen um diese Stunde nicht, da» Gesicht der Gärten war ihm fremd, die Kinder fehlten, die an Sonntagvormittagen mit Lärm und Lachen Ball spielten, nur dft ganz Kleinen waren da, mit ihren Wärterinnen und quietschten.. Da war auch Ludmilla, der kleine Karl lag im Wagen und schrie: Frau Finsterbusch wachte in der Küche Mer den Kaffeetopf, der um diese Zeit ohnedies nur selten in Anspruch genommen wurde, Studenten fassen auf den Bänken, mit Büchern und Heften, aber auch mimcher, der kein Student mehr zu sein schien; der erst, seit die Weltmaschine ihn auswarf,, die Zeit zu einem Buch fand. E» geschah, dass Feiertag sich eine Theaterkarte kaufte, obgleich' sein Abonnement ihm für den nächsten Tag eine Vorstellung zuspräch. Er fass auf der Galerie, auf einem billigen Platzunter jungen Menschen, au» deren Augen E« Wartung sprang, deren Blicke an der Bühne hingen wie an dem Gesicht einer Geliebten. DS fasste er zum erstenmal, dass Menschen in» Theater gingen, nicht nur um einen Abend totzuschlagenf dass sich«ine Welt eröffnete, sobald der Vorhang emporgezogen wurde; dass Träume lebendig wurden; Sehnsüchte sichtbar. Er nahm am nächste« Morgen Pelikan zur Seite und sagte ihm. mit dem Verkauf seiner Theaterkarten sei e» nun zu Ende- er ginge selbst, auch wenn ein ernste» Stück ge-. geben würde. (Fortsetzung folgt.)) St. 29 Mittwoch, 3. Feier 1937 Seit« 3 Hat Radek Material gegen Stalin? Dir Weltpresse beschäftigt sich lebhaft mit der Frage warum Radek nicht hingerichtet wurde. Die Anklage, der Prozess, der Strafantrag geben keine Handhabe für die Begründung drb milderen Urteils. Entweder war die Anklage richtig, dann waren natürlich alle 17 deS TodeS schuldig— oder sie war erlogen, dann hätte man alle frei- fprrchen müssen. Einige Blätter wollen wissen, daß Radek rechtzeitig verschiedene Dokumente, die Stalin belasten, inS Ausland geschafft habe,«in Stalin noch anS dem Grabe zu treffen. DaS hab« man erfahren«nd Stalin «Ugetcllt. Rach einer Version soll der in Paris ermordete R a w a f ch i n der Bertvahrer der Radekfchen Dokumente gewesen sein. Demnach hätte die GPU noch einen gewaltsame« versuch gemacht, sich die Geheimpapiere anzueignen und als trotz deS Mordes der versuch misslang, Stalin ein mildes Urteil gegen Radek nahegelegt. Dasselbe, waS hier von Radek und StaU» behauptet wird, ist deS öfteren über daS B e r- HLltnkS Streichers zu Hitler gesagt worden. Hitler habe angeblich schon»ft den Wunsch gehabt, sich deS unappetitlichen Kampfgefährten zu entledigen, aber Streicher habe im sicheren Ausland schwer belastendes Material gegen die NSDAP verwahrt, so dass Hitler nicht wagen könne, den Mann zn fällen, der dem Ruf deS Nazismus in der Welt wohl am abträglichsten ist. * Einzelne Blätter bringen dir Nachricht, dass »mrmehr auch gegen Litwinow die An- klage vorbereitet werde. Er soll mit trotzkistischen Agenten im Ausland verkehren. Di« Meldung, daß Litwinow,«in politisch wenig exponierter Beamter, dem nächsten Karren angehöre» werde, ist schon nach dem ersten Prozess im Sommer ausgetaucht mck hat sich dann nicht bestätigt. Die Krupskaja noch nicht verhaftet London. Wie das Reuterbüro aus Moskau meldet, wurden die von einem Pariser Abendblatt veröffentlichten Gerüchte, denen zufolge die Witwe Lenins, Krupskaja, verhaftet worden sei, amtlich dementiert. Der Bolkskommissär für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, erklärte diese Gerichte für absurd.(Gar so absuüd sind sie wohl nicht, wenn man an die beiden Prozesse denkt, die Litwinow schon vergessen zu haben scheint!). Ehrung des„Sozialdemokrat" Wien. Das Bundeskanzleramt hat das am 16. Ficher 1984 verfügte und am 7. Feber 1988 bzio. 19. Feber 1986 erstreckte V e r b o t der Verbreitung der Zeitung„Sozialdemokrat", Erscheinungsort Prag, im Inland für die Dauer eines weiteren Jahns verlängert. Hitler ernennt neue IVIlnIeter Berlin. Laut DNB hat Hitler den Postminister Baron Eltz von Rübenach— einen der Ueberreste der Harzburger Front von anno 82— entlassen. Zum Reichspostminister hat Hitler den Staatssekretär Ohnesorge ernannt(wohl den einzigen Minister des Kabinetts, der ohne Sorge sein dürste), zum Reichsverkehrsminister den Generaldirektor der Reichsbahn Dorp- müller. London. Meuter.) König Georg VI. hat die Ernennung Sir Eric Phipp» zum brittschen Botschafter in Paris an Stelle TlerkS, der in einigen Monaten in den Ruhestand tritt, genehmigt. Prager deutsche Abendsendung im Jänner Im neuen Jahr war der erste Teil der Programmes der deutschen Abendsendung de» Prager Rundfunks auf Rück- und Ausblick««Ingestellt. Wir möchten, wa» das künftige Programm anlangt, auf die Wichtigkeit der sozialen Reportage Hinweisen, wozu gerade jene Gebiete herangezogen werden sollen,, die wegen der Besonderheit ihr« Industrie vom Export abhängig sind. Im Rahmen der Arbettersendungen kamen zwei Vortragende zu Worte, di« die Jahreswende dazu benutzten, um Rückblick zu hatten und die Aussichten, teils auf politischen, teil» auf wirtschaftlichen«nd sozialen Gebieten anzudeuten. Josef Hofbauer, in Sprache und Aufbau der Vortrages beispielgebend, erzählt« von den Befürchtungen um den Frieden, sprach von den Wünschen all« ehrlichen'Menschen um die kulturelle Weiterentwicklung der Menschheit und gab den Hoffnungen Ausdruck, di« man aus der Zusammenarbeit der großen demokratischen Mächte schöpfen kann. Doktor Joh. Wolfg. Brügel hielt einen sozialpolitischen.Rückblick auf dar Krisenjahr 1986 uiid konnte mit Recht feststellen, daß er in gemeinsamer Arbeit mit den tschechischen Parteien gelang, auch auf diesem Gebiet Fortschritte zu erzielen, i Dr. Emil Strauß umritz da» wichtige Problem^ de» Wiederaufbau» der tschechoslowakischen Wirts ch a f t. Wir hörten eine klare Darstellung der tschechoslowakischen Wirtschaft im Vergleich mit fudetendeutedicr Arne Taksrud, Kongsberg A. I. L. 20 Jahre alt, Polierer. Teilnahme an öffentlichen Konkurrenzen zum erstenmal 1934. Br erreichte den zweiten Platz der Spartakiade Norwegens 1936, sonst mehrere Siege in Landeslauf 1936 und 1936. 67 landwirtschaftliche und VerschönerungSver- eine, 70 gewerbliche und industrielle, 41 Studentenorganisationen, 36 MuseumSvereine u. dgl., 132 Lese- und Unterhaltungsvereinc, 104 musikalische, 86 Turnvereine, 141 Sportvereine, 37 Schützen- und KameradschaftSvereinc, 44 Feuerwehrvereine, vier BersicherungSvercine, sieben LoSvereine, 198 Arbeitervereine und acht politische Organisationen. Der Präsident der Republik empfing Dienstag den Rektor der Deutschen Technischen Hochschule in Prag Prof. Dr. I a k o w a tz. Genosse Bojta Beneb, Inspektor des gesamten BolkSschulwesenS. Im Zuge einer Umbesetzung in den Sektionen des Schulministeriums wurde das neue Amt eines Zentralinspektors für das gesamte Bollsschulwesen in der ganzen Republik geschaffen. Mit dieser Funktion wurde Genosse Bojta Benes betraut. Krach bei den Faschisten. Wie„L. N." melden, beschloß eine zahlreich beschickte Tagung der Faschisten, demnächst einen Kongreß der Partei einzubcrufen. Hauptgegenstand des Parteitages soll der Ausschluß des„Führers" Gajda sein« dem vorgeworfen wird, mit einer Koalitionöpartei (den Agrariern) znsammenzuarbeiten. Die Parlamentsmandate haben die Faschisten bekanntlich den Agrariern zu verdanken. Gajda hat seinerseits in den letzten Tagen eine Reihe von Oppositionellen ausgeschlossen. Leistungen der„Arbeiter-Fürsorge** Sonntag, den 81, Jänner, fand die Jahresversammlung der„Arbeitersiirsorge" für den Bezirk Dux statt. Als Redner war der Beistandsobmann Senator Hackenberg au» Prag erschienen. Den anwesenden Mitgliedern wurde ein gedruckter Geschäftsbericht eingehändigt, au» dem zu entnehmen ist, daß der Bezirksverein auch tu dem Notstandsgebiet große Fürsorgearbeit geleistet hat. Nicht allein auf dem Gebiet der Unterstützung und Fürsorge, auch mit Rat stand er den armen Leuten zur Seite; die Geschäftsstelle wurde von 687 Menschen aufgesucht und für 887 Personen wurden Eingaben, Rekurse und Gesuche erledigt. Dr. Metz! hat vielen Parteien juristischen Rat erteilt und auch Bertretungen bei Gericht übernommen. Chefarzt Dr. E p st e i n hat so manchen Hilfsbedürftigen ärztlich behandelt. Säuglingswäsche wurde an bedürftige Mütter verabreicht und zwei Schwerinvaliden konnte durch Bermittlung ein Radio zur Verfügung gestellt werden.' Außer der NotstandSaktion„Winterhilfe" konnten LebenSmittelunterstützungen im Werte von 8168 AL gewährt werden. Die erste Mutter- erholungSaktion wurde im Vorjahre durchgeführt, wobei vier alte, sehr bedürftige Frauen vierzehn Tage im Heim der„Arbeiterfürsorge" in Hirschberg verbringen konnten. Aber auch die arbeitslose Jugend wurde nicht vergessen; durch 14 bis 28 Tage waren 18 Burschen und 10 Mädchen in Hirschberg. In JohnSdorf war durch vier Wochen die Ferienkolonie der„Arbeiterfürsorge" stationiert und 27 Kinder aus dem Bezirksgebiet Dux verbrachten im schönen Erzgebirge herrliche Tage. Dem Kassabericht war zu entnehmen, daß die Einnahmen 22.644.82 AL und die Ausgaben 28.768.88 AL betrugen, so daß daS Geschäftsjahr 1986 mit einem Defizit abgeschlossen hat. Das Kulturleben In Saaz Saaz hat seit zwei Jahren wieder ein«I g e» nes deutsches Theater; aber nicht nur das, in der heurigen Spielzeit hat Saaz wieder eine Oper. In einer Zeit, da andere Städre ihr Opernensembl« auflassen mußten, hat es die Direktion Preußner inSaaz gewagt, ständig-. Opernvorstellungen mit eigenem Ensemble durchzuführen. Der Versuch ist geglückt. Es ist sich« bemerkenswert, daß das Saazer Theater in kurzer Zeit folgende OpernaufführunMtt brachte:'„Rizo- letto",„Figaros Hochzeit";'„La Boheme",„Evan» gelimann",„Waffenschmied",„Freischütz",„Hoffmanns Erzählungen". In Vorbereitung ist „Mona Lisa". Direktor Stefan Preußner hat fast durchwegs sudetendeutsche Künstler verpflichtet und hat es verstanden, dem jungen Opernnachwuchs der Republik Gelegenheit zur Bewährung zu geben. Die Saazer lohnten die Bestrebungen der Direktion durch starken Besuch. Bemerkenswert ist auch, daß die Saazer in. ihrer Philharmonie, einem aus 62 Berufs- und Liebhabermusikern zusammengesetzten Orchester, einen ausgezeichneten Tonkörper besitzen, der gegenwärtig vom Dirigenten Josek Reichert geleitet wiÄ. Nicht zu übersehen ist auch die Leistung des deutschen Stadtbildungsausschusses Bedeutende heimffche und ausländische Wissenschaftler kommen hier regelmäßig zu Wort. Bemerkenswert ist, daß in den letzten Jahren zu diesen Borträgen Immer größere Säle gemietet werden mußten und daß sie jetzt im größten Saale der Stadt, dem Schützenhaussaale, stattsinden müssen. Ein politischer Einbruch. Am Sonntag wur« den aus der Kanzlei des Prager Advokaten Dr. D e m b i tz k i Schreibmaschinen, Aktentaschen und Kleider entwendet. Der Bestohlene selber vermutet, daß es sich um einen politischen Einbruch Han» deü, da er feststellte, daß die Einbrecher Notizbücher, Akten und Dokumente durchstöberten und Papiersäcke, in denen Dokumenien-PhotoS sich befanden, aufrissen, um die Photos zu besichtigen. Dr. Dembihki meint, daß die Einbrecher sich insbesondere für die Dokumente über den Fall P e u k e r t besonders interessierten, die aber vorsichtigerweis« nicht in der Kanzlei aufgehoben Wurden. Man habe In der letzten Zeit wiederholt versucht, Juristen in die Kanzlei elnzuschmuggekn, um so zu den Dokumenten zu gelangen; und auch das Büropersonal wollte man bereits zu solchem Mißbrauch ihrer Stellung veranlassen. Die Mitnahme anderer Dinge durch die Einbrecher sei nur «lS Tarnungsversuch zu werten. BergarbeiterloS. Zu unserer kürzlichen Notiz „Bergarbeiterschicksal", in der wir von der Verschüttung zweier Arbeiter im Tagbau der Königsberger Kohlen- und Brikettwerke berichteten, erfahren wir, daß durch das niedergehende Material der Arbeiter Georg Unger aus Königsberg und der Tischler Josef Hoyer auS Maria« kulm verschüttet wurden. BIS zur Stunde konnten die beiden noch nicht geborgen werden, so daß mit ihrem Tode gerechnet werden muß. Am Samstag wurde fieberhaft an der Rettung gearbeitet, dann ging aber weiteres Material nieder und gefährdete die Teilnehmer an den Rettungsversuchen. Nachdem alle Vorsichtsmaßregeln ge« troffen worden waren, wurden die Bergungsarbeiten fortgesetzt, bis jetzt allerdings ohne Ergebnis. Ein Kind stirbt dr» Flammentod. Aus dem etwas abseits gelegenen als Notwohnung eingerichteten Brückenmauthaus in A i ch bei Karlsbad erschollen SamStag abends entsetzliche Hilferufe. Als herbeieilende Passanten die Wohnungstür mit Gewalt aufgesprengt hatten, fanden sie das fünfjährige Töchterchen Herta des Arbeitslosen Richard T o h a u e r von Kopf bis Fuß in Flammen gehüllt vor. Als es den Helfern gelungen war, die Flammen zu ersticken, war eS bereits zu spät. Das Kind hatte derart schwere Brandwunden am ganzen Körper erlitten, daß cs bald nach seiner Ueberfiihrung ins Krankenhaus verschied. Die Kleine befand sich allein in der Wohnung und hatte sich wahrscheinlich beim Ofen zu .schaffen gemacht, wobei sie von dest.Flammegerfaßt wurde. Ähre Mütter steht demnächst der Geburt eines zweite» Kindes entgegen. Vom Post-Neubau in Saaz. Bon der Stadtvertretung wurden seinerzeit die Abtragungsarbeiten auf dem Kraupner- und Mariannenhof den Bauherren Jng. Giebisch und Jng. Schranz übertragen, da auf diesem Platze der Neubau derPost erstehen soll.! Die beiden Baufirmen haben bereits Montag mit den Abtragungsarbeiten begonnen und vorläufig 18 Arbeiter eingestellt. Das aus der Demolierung gewonnene Baumaterial wird von der Stadtgemeinde in den Winterhof geschafft und dort für künftige Arbeiten deponiert werden. Die Steine wird man zu EIn- fassungsarbeiten der Parkwege verwenden. DaS Übrige Schuttmaterial wird in den toten Egerarm geschüttet werden.' DaS BeroinSleben in Reichenberg. Von starker Intensität ist das Reichenberger BereinSleben: denn in der Stadt ünterm Jeschken gibt eS gegenwärtig nicht weniger als 1893 Vereine, also um zehn Vereine mehr als Ende deS Jahres 1988. Diese Vereine verteilen sich auf 84 religiöse, 108 humanitäre, 293 sich gegenseitig unterstützende, Vom Rundfunk Empfehlenswerte» au» den Programmen: Donnerstag Prag, Sender I: 10.08: Deutsche Presse. 10.80: Schallplatte». 12.10: Lieder au» Tonfilmen. 18.00: Au» dem„Barbier von Sevilla". 17.10: Bach: Orgelsonate. 17.48: Deutsche Sendung: Jugendstunde„Das Meer". Hörspiel. 18.20; Landwirtschaft, 18.48: Deutsche Presse. 18.38: Deutscher Kulturbericht vom Tage. 20.48; Puschkin: Eugen Onegin, für den Rundfunk bearbeitet und gespielt vom Kol-, lektiv E. F. Burian.— Prag, Sender II: 7.80: Populäre» Konzert. 14.18: Deutsche Sendung: Dollinger: Wünsch« der Wirtschaft an die Berufsbildung. 14.60: Deutsche Presse. 19.10: Tanzmusik.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk Anna Moder: Richtige HauSspelsekarte. 20.00: I Bolkikonzert.— Pressburg: 11.08: Militärkonzert. — Kascha«: 12.88: Rundfunkorchesterkonjert.— I Möhr. Ostrau: 16.10: Populäre» Konzert. der Weltwirtschaft, beließ«S aber nicht bei der Aufzählung dieser Tatsachen, sondern gab auch Forderung«» kund, di« gerade für die sudetendeutschen Gebiete von Bedeutung sind und di«, werden sie erfüllt, sicherlich mit dazubeitragen würden, auch bei un» den gleichen Aufschwung«intreten zu lassen, wie er endlich im Weltmaßstab elngeleitet wurde. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Ausführungen Franz Krümmel» hingewiesen, der di« Lag« der Glas- und Porzellanindustrie darlegte und die berechtigt« Hoffnung kssndtat, daß tatsächlich alle Maßnahmen zu ihrer Hilf« eingeleite: wurden.— Franz Seidel belebte durch«inen ge sichtlichen Aufriß der Stadt Offek unsere Arbeiter« sendung. Der sehr gute Sprecher.erreicht« damit., daß man viele» hörte, wa» fesselte. Diese Art der Vorträge möge fortgesetzt werden,. Au» der großen Zahl der übrigen Borträg« kam nur«in Teil der Besprechung unterzogen werden. Max Hib.sch vom DHV erzählte, auf Grund, der vorliegenden Statistiken und eigenen Erhebungen, wie.sich die Lage de» Prtvatangestellten der-, schlechter«. Also.ist die Volksgemeinschaft eben nur. eine Phrase, denn ohne Kampf wird der Angestellte nicht mehr erhalten. Im übrigen sei den Mitgliedern de» DHV gesagt: Für solche kritischen Wor-e gäbe e» ander-wo. Konzentrationslager I Der Vortragende zog aus seiner Krittk aber keine Folgerungen, denn dann käme er zu Konsequenzen, die eben die„Volksgemeinschaft" leugnen.— Dr. Walter Simon gab wertvolle Aufklärung über Erzie- hungSfragen in d er Familie.— Erwäh» I nenswerr wären noch die Vorträge Prof. Fältln» i über das S t r a f g«fetz und Dr. Mara» übe: „Stimmen über Masaryk". Fachlehrer Ouoika aus Saaz sprach mit großem Wissen, aber in schlechtem Dialektdeutfch über die Pastoralmessen. Im wirtschaftlichen Relief Max Horner» waren zu viel Zahlen, die man sowieso schon au» der Presse kannte und keine Schilderungen der Wirtschaft-Vorgänge bei un». Warum betrachte: man nicht kritisch die Vorgänge an der Börse? Wo bleiben wirtschaftlich vorausblickend« Referenten? Reben rein fachmännischen Borträgen hörten wir im Landwirtefunk im Jänner zwei, die breiter« Zuhörermassen zu fesseln wußten. Wir hörten zum erstenmal«inen informierenden Vortrag über di« Größe und Bedcuwng der Staatsgüter, von denen gewiß der größt« Teil unserer Bauern eine fälsche Vorstellung hatte. Ein anderer ließ die Stellung de- Lehrer» im Dorf doriiberziehen. Er ist der geistige Mittelpunkt und hat die wichtigsten kulturellen Funktionen am Land zu vollziehen.. Wie wäre e» gut, wenn in den Lxh» rerbildungSanstalten nicht allein auf die Fachkenntnisse, sondern auch auf diese Tätigkeit geachtet würde! Interessant war die.Darstellung de» Leben» de» Vattern au» zwei Schrifttümern. Da» Hörspiel wird.weiterhin gepflegt; wir hörten im Jänner einige gelungene Sendungen: Klabünd».TV8" fand«ine wirksame Wiedergabe, Kreische»„Nachtvorstellung" interessierte kehr und„DerÄauernrichter" von Jelinek war von starker Dramatik. Weniger wirkte der„Görkauer Faschingrwtentanz". Hörfolgen^ wie die über die ersten öffentlichen Konzerte'n Prag find wertvoll; solche au» der sudetendeutschen Provinz, wie die au» Trauten«u, haben keinen Wert. Soll schon unsere Landschaft betrachtet werden, so muß der Fachmann de» Rundfunks vorher alle Poraursetzungen untersuchen. Bei uns in de« Provinz spielt der Dilettantismus ein« Rolle und er verdirbt mehr, al» er nützt. In einigen Vorträgen gelang die Schilderung unserer Landschaft ausgezeichnet, z. D. In einem(Kviegespröch über daS Rtesengebirge im Winter, verfaßt von Dr. Schneider; oder Paul Leppins Erinnerungen auS„P r a g u m 19 0 0". In musikalischer Hinsicht brachte der ganze Jänner außer der Uraufführung von Walter Kaufmanns Klavierkonzert und Han- Feiertag» Suite nicht» Besonderes. Unser« heimischen jungen Komponisten sollen gefördert werden, aber sie müßten originell« sein, um zu gefallen. .Einige Kultur berichte fielen durch ihre« JnhaltSreichtum auf. Wäre eS nicht angepaßt, di« Verfasser zu nennen? In einer gelungenen Funkwochenschau erfuhr man Interessante» au» der Arbeiterbewegung im sudetendeutschen Gebiet. Leider bleiben sie nur«In Stückwerk, solange nicht Originalaufnahmen gesendet werden. Die„Aktuellen zehn Minuten", Dr. Moucha» Bücherberatung' und die Rechtsberatung sind wesentliche Bestandteile des Rundfunk» geworden, die man gerne und mit starkem Interesse abhört.. Wenn es gelänge, die Sendezeit nur um eine Stunde, später zu verlegen, würden gerade dies« Sondersendnngen weit über den Rahmen de» Staate- starke Bedeutung erlangen. Richard Bäuml» Seife l Mittwoch, 3. Feier 1037 Nr. 29 Stirbt die Zigarre aus? Ein Rekord der Zlgarettemtopfer H-esnmlgKeitea Wie man's macht. ist's nicht recht dieser sinnige Spruch, den nmn gelegentlich als Wandschmuck oder' Tellerbemaluna in Gast. Häusern entdecken kann, hat für die Bewohner des nunmehr ins fünfte Jahr getretenen Dritten Reiches feine besondere Bedeutung. Das mag man aus folgender Meldung deS Tsch. P.-B. ersehen: Berlin. Der 88jährige Georg Preus;, ein scharfer Antisemit, der auf offener Straße einen Zusammenstoß mit einer Gruppe von Spaziergängern von orientalischem Aussehen hervorgerusen hatte, wurde gestern z» fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte die Spaziergänger auf das gröblichste insultiert und, da er. siefiir Juden ansah, ihnen schließlich angedroht, daß man sie aus dem Lande hinaurjagen werde. Die insultierten Spaziergänger tvaren aber ein L e g a t i o n S s e k r e t ä r der Ge» saudtschaft des Irak in Berlin und zwei türkische Freunde desselben, die dann gegen Preuß die Klage erhoben. Die Blätter verschleiern den Sachverbalt, indem sie lediglich mitteilen, daß Georg Preuß zwei Ausländer ohne Grund in grober Weise beleidigt habe. Dieser Rllter Georg mit dem symbolischen Namen Preuß— dem der bayerische Instinkt so gern das Sau- voranseht— hat doch sicher alles getan, um sich seinem Führer treu, gehorsam und nühlich zu zeigen. Er ist ein Eiferer. Er hat seinen Streicher mit Nutzen gelesen und gewiß allabendlich noch in„Mein Kampf" geblättert. Bei der Lektüre jenes schönen Kapllels, in dem der geile Wüstensohn geschildert wird, der stundenlang den ar'schen Mädchen auslauert, bis sie ihm zum Opfer fallen, stieg dem Georg— zu preußisch Orje— bann gewiß das Blut zu Kopf, et träumte ba• von, ein zweiter Horst Wessel zu werden; gedacht — getan, ging auf die Straße und, was dgö Glück will, es läuft ihm gleich ein Rudel elender Wüstensöhne in die Arme. Den kleinen Irr- tum, der ihm unterlief, soll er nun fünf Monate im Kittchen büßen, die kleine Fahrlässigkeit, nicht erst den Ahnenpaß verlangt zu haben, obwohl die Orientalen zweifellos den im„Stürmer" täglich abgebildeten Wüstensöhnen aufs Haar glichen, bringt einen der Treuesten ins Ge- fängnis.;; ES gibt eben keine Gerechtigkeit mehr. Und wenn zwei dasselbe tun, ist eS nicht dasselbe. WaS dem Preuß fln Jud, ist' dem Streicher fkn Nachtigall und was sich da noch mehr dazu sagen ließe... Das Nation alsozialistlsche Strafrecht hat einige Lücken, wie dieser Fall zeigt. Es sieht fiir die kleinen Fehl- griffe und Fahrlässigkeiten, die einem Pg. unter- laufen können, weil er doch andererseits fürchten muß, als schlapp, gleichgültig, verjudet, wenn nicht als Meckerer und Kulturbolschewist zu gelten, keine entsprechenden mildernden Umstände Vor. Man hat es schon bei der Hinrichtung so manchen Lustmördcrs feststellen müssen, daß im Dritten Reich zweierlei Recht herrscht: in der Uniform darf man, aber ohne die Uniform darf man nicht. Im„Stürmer" darf man und aus der Straße nicht, vielmehr auch, aber nicht wenn es um irakische Diplomaten geht. Wie soll sich der schlichte Saupreuß da auskennen I Es ist ein rechtes Hakenkreuz für ihn und das Ende vom Lied wird sein, daß solch ein wackerer Ritter Georg im Kerker degeneriert und sich nach dem Höllcngrcuel der„14 Jahre" eines Rechts- staateS zurücksohnt, während derer man zwar auf der Straße keine Juden Prügeln durfte, aber dann auch nicht Gefahr lief, wegen Beleidigung orientalisch«: Diplomaten eingcsperrt zu werden. MSF■ An der juridischen Fakultät der Prager tschechischen Universität fand Dienstag vormittags die feierliche Promotion des Prof. Louis E i j e n m a n n von der Pariser Universität zum Ehrendoktor der Philosophie statt. An dem feierlichen Akt nahmen die Vorsitzenden deS Abgeordnetenhauses und des Senates Malypetr und Dr. Soukup, Ministerpräsident Dr. Hodja, Außenminister Dr. Krofta, Schulminister Dr. Franke, «in« Reihe von Diplomaten und Vertreter,der Prager Hochschulen und zentralen Behörden ete, teil, Der Dekan Prof. Dr. Salaö erklärte, daß die, Verleihung des Ehrendoktorates an Prof, Eisenmann; der an der Pariser Sorbonne slawische Geschichte und Kultur vorträgt, den Dank für seine Verdienste um die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Frankreich sowie"auch für seine wertvollen Dienste, die er dem tschechoslowakischen Befreiungskampf im Ausland erwiesen hat, zum Ausdruck bringen soll. „Mit tiefster Empörung und mit Abscheu berfolgten die Werktätigen der Tschechoslowakei den Verlaus des Prozesses gegen die trotzkistjschen PeÄrecher." So heißt eS in einem Telegramm der Die Mitteilungen der Statistischen StaatramteS vom.80. Jänner 1087 enthalten unter anderem ein paar interessante Ziffern über die Entwicklung des Tabakverkaufs in den letzten Jahren, nämlich von 1080 bis einschließlich 1080, das heißt also in den Krisenjahren.. Das Auffallendste.an dieser Statistik ist die ständig sinkende Kurve der Zigarren Verbrauchs. Wenn man die Menge der im Jahre 1029 bei uns verkauften Zigarren mit 100 annimmt, so ergibt sich in den darausfolgenden Jahren ein ununterbrochener Sinken bis zum Jahre 1080, für da» die Statistik nur mehr die Zahl 48 angibt; mit anderen Worten: die Menge der verkauften Zigarren ist in den letzten Jahren bis auf mehr als die Hälfte zuräckgegangen. Wie weit diese Preisgabe der Zigarre mit der Krise zusammenhängt, läßt sich aus diesen Angaben um so weniger schließen, als sie ja keine Angabe über den Rückgang der einzelnen Sorten enthalten, eNva über ein Sinken der verkauften Dienge gerade bei den billigen Zigarren. Aber man geht kaum fehl, wenn man diesen rapiden Rückgang des Zigarrenkonsums wenigstens teilweise durch die. Krise erklärt, da ja die Zigarre als die teuerste unter den Rauchwaren zu bezeichnen ist. Abgesehen davon aber ist wohl sestzustellen, daß die Zigarre auch sonst immer mehr an Beliebtheit KP§ an die Moskauer Machthaber. Das mit der Empörung und dem Abscheu stimmt. Die Verbrecher wird sich die Geschichte aus der Nähe besehen I— Selbstverständlich wird dem Stalin selbst in diesem Mord» und Schandtelegramm hündisch geschmeichelt. ES sei der kommunistischen Partei Rußlands unter der Führung des„großen Stalin" gelungen, die Äden aufzudecken. Und dem„großen Lehrmeister der internationalen Arbeiterklasse, Gen. Stalin," werden angesichts der Leichen die brüderlichen Gefühle der proletarischen Solidarität ausge» drückt!— Nach der Behauptung des Telegramms begrüßte die gesamte proletarische und fortschrittliche Oefsentlichkeit der Tschechoslowakei den Prozeß und das Urteil. Aber die Stalinisten sind das Gegenteil von fortschrittlich und fiir sie schämt sich das, was wirklich fortschrittlich ist. Die Penetranz dieser Gesellen geht noch mehr auf die Nerven als das Blut der Gemordeten!. Ossietzky neuerlich nach Norwegen eingeladen. Einige unpolitische Organisationen Norwegens haben den Träger des Friedens-Nobelpreises Ossietzky zu einem Besuch Norwegens eingeladen. Much der Nil meldet sich., Der Wasserstand des Nil hat eine, ungewöhnliche Höhe erreicht, so daß der Wasserspiegel nur noch 15 Zentimeter vom oberen Rande der erhöhten Dämme entfernt ist. An 49 Stunden wird das Hochwasser Kairo erreicht haben. Es bestehen Befürchtungen, daß das Wasser die Dämme und die sie verstärkenden Sandsäcke überfluten wird. Der Kampf um den Himalaja. Prof. Dyrenfurth,-er(mit der Goldenen Olympia- Medaille ausgezeichnete) Schweizer Himalaja-Forscher berichtete in seinem am Montag in der Prager„Urania" gehaltenen Vortrag über seine Erlebnisse im höchsten Gebirge der Erde, das er in den'Jahren 1089 und 1984 mit zwei, großen Expeditionen, von seiner. Frau begleitet, besucht hat. Bon der Ausdehnung des Himalaja vermittelt die Angabe,eine Vorstellung, daß der Hiinalaja sich über eine Strecke hinzieht, die der Entfernung Madrid—Warschau entspricht, und von seiner Höhe kann man sich ein Bild machen, wenn man erfährt, daß er vierzehn Gipfel aufweist, die höher als 8999 Meter find. Der Himalaja ist nicht nur das höchste Gebirge der Erde, er ist auch eines ihrer jüngsten und noch immer im Wachstum begriffen. Prof. Dyrenfurth machte die Feststellung, daß der Himalaja jährlich um L.biS 19 Zentimeter wächst. Eine Expedition in diese Bergwelt ist selbstverständlich ein ebenso schwieriges wie kostspieliges Unternehmen, und der Vortragende beschrieb sehr anschau- verliert; e» scheint,, daß' unsere raschlebige Zeit nur mehr verhältnismäßig wenige' Menschen produziert, die noch die Geruhsamkeit de» öltest ZigärreiwaücherS aufbringen. Immer mehr.ist die Zigarette al» Symbol dieser neueren Lebensart anzüsehen. Zwar ist auch die Vienge.der verkauften Zigaretten in den letzten Jahren sehr zurückgegangen; nach einem kurzen und bescheidenen„Aufstieg" seit 1929, sank die Meng« bi» zum Jahre 1985. auf. neun zig P r o- z e n t. 1980 verzeichnet wiÄer, mit dreiundneunzig vom Hundert(gegen 1920) eine leichte„Besserung", Beim erst sinkenden und nun allmählich wieder steigenden Zigarettenverbrauch hat man e» zweifellos mit Begleiterscheinungen der. Wirtschaftskrise und nun. der teilweisen Belebung zu tun. Interessant ist in dieser Hinsicht, daß sämtliche Krisenjahre einen Mehcverkauf an Zigarettentabak.aufwiesen, also dem billigsten und ökonomischesten Rauchmaterial. Bei der Annahme von hundert im Jahre 1929 wird.1088 mit 122 ein Rekordjahr der Zigaretten st op fer und auch 1980 liegt mit 118 noch in ungefähr der gleichen Entwicklungskurve. Merkwürdigerweise sehr zum Unterschied vom Pfeifentabak,- dessen Verkauf stetig zu- rückgeht und im Jahre 1080 mit 84 ppm Hundert,(wieder im Vergleich zu 1929) den seither tiessten Stand erreichte. lich die mühevolle und gefährliche Bergsteigerarbeit, die sorgfällige Organisation und die Lösung des Finanzierungsproblems, bei seiner letzten Expedition, von 1984, bei der er zum Zwecke der Geldbeschaffung einen Spielfilm in den Himalaja-Bergen und in Tibet, aufnehmen mußte, den„Dämon des Himalaja", der auch in Prager Kinos zu sehen war. Die Expedition führt« ins Karakoram-Gebiet des Himalaja, über den Baltoro-Gletscher zum„Goldenen Throne" und zum 7689 hohen Queen Mary-Massiv, nicht weit von jenem Nanga Parbat, bei dessen Besteigung im gleichen Sommer 1934 eine deutsche Expedition tragisch verunglückt ist. Der„Internationa». len Himalaja-Expedition" DyhrenfurthS gelang die Bezwingung des Queen Mary-Gipfels, wobei die Gattin des Forschers einen weiblichen Bergsteiger-Rekord ausstellte. Die Lichtbilder, die der Vortragende zeigte, vermittelten überwältigende Eindrücke von der großartigen Schönheit der Himalaja-Bergwelt und von dem seltsamen Reiz der Landschaften von Kaschmir und Balti» stau im Nordwesten Indiens und von der tibetanischen Hochebene. Die. Schlußworte des Vortragenden bewiesen, wie sehr er diesem Reiz erlegen-ist:.Hi«; waren eü;.Loblied, auf den Frieden und: die Größe ÄnnerasienS, gesprochen von einem Manne, den die Wirten und'der Kulturverfall Europas enttäuscht haben und der mit derselben Gläubigkeit, die. auch sein Film schon spüren ließ, von den übernatürlichen Töten der tibetanischen Eremiten und von der hellseherischen Gabe der Eingeborenen erzählt.(von deren hygienischem Zustand er allerdings ein beinahe groteskes BilDentwörfen hatte).—eis— Eine Saaldecke stürzt«in. Aus Bieb ers- d o r f bei Bensen, wird berichtet: Am Sonntag, len.81, Jänner, fastd hier im Gasthaus Weigel eine Versammlung, statt.. Als die Besucher das Lokal verlassen hatten.und die WirtSleute'schlafen gegangen waren, stürzte, mit großem Getöse die-Deck« des Saales, in. welchem, kurz vorher noch zahlreiche, Gäste, weilten, ein..Die Ursache deS Unglücks muß noch, festgestellt werden. Schlitten so Unsicher: wie Auw... Auf einem Bahnübergänge bei Wikolowo bei Katto» witz wurde ein mit acht Personen besetzter Schlitten von- einem Personenzuge erfaßt und zertrümmert... Vier Personen wurden getötet, die anderen schwer verletzt:. Bei einer Wirtin wundermild... In ein« 'Ortschaft bei Trier: hatte eine, Gastwirtin einem Gaste au» Versehen Formalin. eingeschenkt, nach dessen Genüsse der Gast stach. Die Gastwirtin wurde zu einer Geldstrafe von 599. RM verurteilt.: Ziehung der Staatsbaulose (U u v e t.B t.n d I i ch.)■> Prag, 2. Feber. Bei der heutigen Ziehung der Staatsbaulose.wurden nachstehende.größere Gewinste gezogen(die erste Zahl bedeutet die Serie, die zweite die Losnummer): 1,000.090 ttö Serie 186 Nr. BO.’..'. 500.000 Ki Serie 8778 Nr. 149, 2025 291. 100.909 KL Serie 008 Nr. 78, 1021 284, 2807 10. 3018 827, 061 187,. 151 180.• 50.000 KL Serie 1828 Nr. 878, 2867 857, 4809 228, 487 180, 2028 866. 20.000 KL Serie 2684 Nr. 42, 1244 181. 4067.828, 1480 801, 4471 88. 116 886,1686'57, 2474 861, 4869 861, 1188 167, 00 228, 8406 285, 2045 884, 467 182. 8181 884, 1514 110, 2701 61. Bei der gestrigen. Ziehung wurde statt der Heri« 1590 Nr/121, auf die ein Gewinn von 20.000 KL entfällt, da» Etsatzlo» Serie,8089. Nr. 244 gezogen. Mitglieder des Hellfonds können, wie das Eisenbahnmlnisteritun mitteilt, auf der Rückfahrt aus Heilanstalten de» Heilfönds eine fünfzigprozentige Fahrpreisermäßigung in Anspruch nehmen, und zwar nicht au» jenen Orte», für tvelche die Bäder», begünstigung gilt, sondern auch aus anderen' Orten, wo der Versicherte in einem Sanatorium oder einem Erholungsheim eine Kur gebraucht hat. Diese Orte sind in der Anweisung angeführt, auf Grund der« die Ermäßigung gewährt wird. Da» nationale Elixier. In einem tschechischen Fachblatt findet sich der folgende„Erguß" über ein nationaler Getränk:„Bier ist und bleibt da» typische Elixier unsere» nationalen Leben»,. aber zugleich auch«in Barometer seiner Zukunft", Daß diese» Züsainchentrtffrn kein zufälliges sst, liegt auf der-and pndgeht auch au» der Stellung-- nähme jene» Teiler der österreichlschrn.Presse hervor, der sich gegen den hier«ingefchlagenen Kur» doch mit mehr oder minder viel Energie zur Wehr setzt. Jeden-- fall» mag hier verzeichnet werden, daß da»„Liu») »er volkSblalt", da» Organ des Bischof» Gföllnec, wegen' einer solchen Stellungnahme Vber Detsuü-' der Wiener Sicherheit»,enttale kon- filziert wurdx. Der aufmerksam« Beobachttrder österreichischen Verhältnisse, kanneine ganze Reih« solcher geglückter Vorstöße der getarnten Nationalsozialisten und eine, oft merkwürdig«scheinende Geduld der verschiedenen! Behörden konstatieren. E» wäre aber falsch, darum von einem einheitlichen Kur» der österreichischen Innenpolitik zu reden,«I ist vielmehr so/ daß sich in' der Ssterreichischen Innenpolitik zwei- Richtungen bemerkbar machen. Die«ine katholisch« Gruppe ist durch den Namen de» Bunde»-' kanzler» Schuschnigg gekennzeichnet,. dir-ändere, die «Ine Verbreiterung der Regierung»grundlage„auf! nationaler Grundlage" sucht, ist vor allem vom„Be-' friedungßminist«" Gläise«- orst« nau und Neustädter-Stürmer geführt. E» ist«in er bitterte» Ringen, da» sich hinter den Kulissen abspielt, doch scheint e», al» ob di«»national Betonten" unter Zuhilfenahme verschiedener' Umstände immer die Oberhand gewinnen würden. Verstärkt wird dieser Eindruck noch dadurch, daß man unter den Ver- tretern der hohen und höchsten Ministerialbürokraiie, aber auch bei hohen Funktionären der Vaterländischen Front Immer wieder auf nationalsozialistische Partei gänger und auch auf Gedankengänge stößt, die zumindest durch die Erwägung bedingt sind, daß sich da» Experiment Hitlers in Oesterreich wird meiden lassen.. Einen großen Teil der Schuld an stellung wägt di« von Berlin inszenierte Antibolschewik rnhetze, von der sich Oesterreich geraume Zeit in» Schlepptau Nehmen ließ. Die Gefahr de» Bolschewismus wurde mit um so grelleren Farben gemalt, je weniger sie bestand und so wurde nach bewährter Methode der Boden für nationalsozialistische Gedankengänge vor bereitet. Einen anderen wesentlichen Faktor dieser Ent wicklung blldet di« Haltung der österreichischen Arbei terschaft. Sie hat zum Teil Wohl den Weg zu den neu gebildeten Einheitsgewerkschaften geftinden und sogar vielfach di« alten, von den Gewerkschaftslei tungen seinerzeit nominierten Vertrauensmänner bei den WerkSgemeinschaftSwahlen in. ihren Funktionen 'bestätigt, wobei allerding» nicht übersehen werden darf, daß ein großer Teil dieser Vertrauensmänner .ehemalige bewährte Freigewerkschafter Warin. We sentlich anders steht es aber mit ihrer politischen Eingliederung, und ihrer Stellung zur Vaterländischen Front, selbst wenn sie deren Mitglieder sind. Die .verschiedentlich gemachten Versuche und Ankündigun gen, die Arbeitenechte auszubauen und besser zu schützen, sind in den meisten Fällen eben nur Versuch« und Ankündigungen geblieben, die an. den Widerständen der Unternehmer verbände und jener'Kresse, die eine Befriedung der Arbeiterschaft auS' durchsichtigen Motiven ver eiteln wollten,- scheiterten.' Auch d(«. Einheitsgewrrk- schaften sind notwendigerweise.ein Anschauungsunter richt für den Klaffenkampf, und diese» Wort'wird wieder viel gebraucht, nur daß es diesmal den Unternehmerverbänden immer tmeder v org« w o rfen wird. Da» Ergebnis ist«in Abfeltsst-Hen der Arbeiterschaft und gerade dieser Um stand,'der«S verhindert,)' daß' sie»ihre. Kraft in die Waagschale der Politik wirst, ermöglicht das An wachsen und di« vorerst„kulturelle" Zusammenfassung der Nationalsozialisten in Oesterreich und ihren stetig steigenden'Einfluß auf di« inner« Gestaltung diese» Staate». 1 Die ehemals christlich« Arbeiterschaft unter Füh- rung Kunjchak» hat aber heute, wie stet» zuvor 1 verurteilt wurden. Der Kampf um eine Textilfabrik Wird der Betrieb Ziegler-Brünn stillgelegt? Die Firma D. Ziegler in Brünn gehörte zu den Betrieben, die durch die Krise außerordentlich stark zu leiden hatten. Die dort Beschäftigten wurden durch dauerndes Aussehen, ProduktionS- «inschränkungen, Lohnsenkung und Gehaltskürzung schwer. betroffen.''.'Mer, Gruiid bicje' Veite 0 „Sozialdemokrat' Mittwoch, 3."Neber 1937. Rr. 29 4 Für Kinder schon ab Kc 12 Vereinen acMefilen Que der Jartel Sport• Spiet• Xorpcrpfteflc, Kunst und Mssen Arbeitervorstellung„Matura", Komödie Henry Wilcoxon' in„Maria Krasnowa Der Winter ist die Jahreszeit«roter, gesell» schaftlicher Ereigniffe. Auch" wenn Sie nureinen einzigen Ballbesuch auf Ihrem Programm« haben solltest," dann werden Sie-gerad«'für diese« Ihr« Toilette und die Abendschuhe mit' größter Sorgfalt ouSwählen, damit Sie de» Tanz, ohne ja ermüden, genießen können. Daistnichtnur eine wohl,über« legte Wahl von Schuhen ynd Strünipsen nötig, son« der» auch sorgfältig gepflegte Füße. Besuchen Sir vor dem Balle die-Fußpflege und Die Jahreskonferenz der Bezirksorganisation Teplitz-Schöna« erledigte am Sonntag in achtstündigen Beratungen eine umfangreiche Tagesordnung. Die Berichterstatter Hegenbart, Löwe und KleCka sprachen über die Organisation der Partei und über unsere Parteipresse, während das Referat des Genossen Hcgcnbart die politische Tätigkeit des Jahres 1087 skizziert«, die Ausführungen des^Genossen Seidel den Krcisarbeitertag in feinen Grundzügen erläuterte und die Darlegungen des Genossen Doktor Heller einen politischen Ueberblick gaben. Die Debatte zu all de» wichtigen Organisationsfragen war außerordentlich g?cgc und beschäftigte sich eingehend und in sachlicher Weise mit der Kleinarbeit innerhalb der Partei.— Zum BczirkSvertrauenSmann wurde wiederum Genosse Anton Lippert(Klein augezd) gewählt. Die Skimeisterschaften der Tschechoslowakei wurden am Dienstag.mit dem 60-Kllometer-Lauf fortgesetzt. Post 40 Läufer kamen 46 ans Ziel. Sieger wurde Musil(SK. Neustadt in Mähren! in 8:46:06 Std.. gefolgt von seinen Bereinskollegen, den 22jäh- rigen Balvin in 8:48:41.8; den dritten Platz bez setzte der Jugoslawe Mrakmit 8:61:48 Std. Der HDW-Läufer Horn kam auf den achten Platz und lief eine Zeit von 8:66:1g Std.— Zn unserer gestrigen Meldung vom Abfahrtslauf der' Frauen ist .richtigzustellen, daß die Zeit der Siegerin, 4:01 Min. betrug. Mitteilungen aus dem Publikum. Die erst« Bedingung für eine spottNche Lei« ststng ist ein» tadellose Kondition. Tadellose Kostdi- tion bedingt in erster Reihe gesund« Füße. Bor allem ist dies bei Sportarten, wie Schlittschuhlaufen und Skifahrtn, der Fall.' Ein gewissenhafter Sportler sorgt vor allem für das Wohl seiner Füße und der« traut siechen Händen, der geschulten Pedikeure an. Die bereiten die Füße nicht mir für den Sport vor) sie erfrischen, sie auch nach den größ« t«n'sportlichen Strapazen.•< 11' Westböhmens Arbeiterwintersportler zur Olympiade serüstet tungen und viele gestandene Sprünge waren zu sehen. Die Rangliste des Sprunglaufes brachte eine Ueber- raschung, an der ersten Stelle stehen Johann Held (Abertham) und Äaumgartl(Neudek). Der westböhmische Atus-Kreis wird in Johannisbad de stärkste inländische Springermannschast stelwn. Die starke Teilnahme der Jugendspringer und besonders ihre Leistungen lasten gute Hoffnungen für die Zukunft erwarten. Es ist sicher nicht uninteressant festzustellen, daß die beste Note des Tages der I n g e n d s p r i n a e r Schütz(Bärringen) mit Note 10.188 und 86, 87, 86 Metern austvetst.' Eine schöne und würdige Arbeiter-Wintersport- Veranstaltung ist vorbei. Die Kinder des Erzgebirges werden, nun den Ruf des westböhmische», Arbeitersports vor ganz großem. Forum zu vertreten haben, daß sie dies mit ErfM tun werden, hat Abertham gezeigt. Arbeitervorstellung„Matura", Komödie von Fodor, am Sonntag, den 7. Feber, um halb 8 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Spielplan bts Reutn Dentfchen Theaters. Mittwoch, halb 8: F r S u I« t n E l s e. B 1. — Donnerstag halb 8: I e a n, Gastspiel Leopold Kram er und Pepi Kramer» Glöckner, C 2.— Freitag halb 8: Fräulein Else, D. — Samstag halb 8: Aida, B 2.— Sonntag halb 8: Matura, Arbeitervorstellung, halb 8: Der K u ß, C 2. Genosse Johann Grimm, der Sprecher der Werthamer Partei, stellte in seiner Begrüßungsansprache am Festabend fest, daß über den Olympiade- Ausscheidungskämpfen der 6. Atus-Kreises ein günstiges Geschick waltet: Eine fühlbare Verminderung der Arbeitslosigkeit, die viel zum Gelingen dieser Veranstaltung beiträgt. Aber auch das Sportwetter meinte es sehr gut: Schnee in Fülle und Güte, wie schon seit Jahren nicht. Schon am SamStag-Äormittags kamen Wett» känchfergruppen; zwei- bis vierstündige Fahrten auf den Brettern, ost ein zweites Paar Skier auf den Schultern. Um 1 Uhr mittags marschierten 40 Abfahrtsläufer auf den Pleßberg. Die steile und oft gefährliche Strecke vom Pleßberghotel über Kaff ins Modesgrundtal, welche einen fast einstündigen mühevollen Aufstieg erfordert, wurde in blcr Minuten durchfahren. Die Bestzeit von 8:66 Min/ und damit den Sieg in der Sportlerklaste erzielte Genosse Hüller(Unterrothau) und der Siege- im Jugendlauf Fischer(Bärringen) benötigte 8:67 Min. AIS besondere Leistung muh der Ab- sahrtslauf der Genossin S ei d l(GraSlitz) verzeichnet werden; mit 6:18 Min. qualifizierte sie sich al»! erste Konkurrentin für den internationalen Abfahrtslauf in JohanniSbad. Samstag nachmittags lockten, die Mannschaftsläufe nochmals. zahlreiche! Zuschauer zum Start- und Zielplatz. Die Mannschaft, des 1. Atus-BezirkeS Karlsbad, zusam- mcngcstcllt aus den besten Läufern des oberen Erz-' gebirgeS, lief mit 40:18 Min. auf der Sechs« Kilometer-Strecke eine hervorragende Zeit.' Die zweitbeste Leistung vollbrachte die Mannschaft, der AtuS-Jugend Bärringen mit 42:48 Min. Die Mannschaft der S p o r t l e r i n n e n deS:l. Be- zirkes, welche 61:82 Min. fuhr, gab so ,mancher Sportlermannschaft zu schaffen. SamStag hatte der Krejs-Samariterausschuß «inen musterhasten Hilfsdienst eingerichtet; der glückliche Verlauf bot jedoch keinen Anlaß zum Eingreifen,' Sonntag um halb 0 Uhr vormittag» ginge« 80 JugendläUfer auf der Zehn-Kilometer- SJPrag. GruppeWeinberge:8. Feber, 8 Nhr, SmeCky 22, Generalversammlung. Referent Karl Kern: Aufgaben der sozialistische» Jugendbewegung. Anschließend Diskussion. Neuwahlen. AtuS Prag. Am 8. Feber im Verein, deutscher Arbeiier um 8 Uhr abends w i ch t i g e Ausschußsitzung und Sitzung der Techniker. Allgemeiner Angestellten-Bcrband, OrtSgruvve Prag.(A in t S st u n d e n Mittwoch 6 b i S Ä8 Uhr:) MonatSversämmlunq Mittwoch, den 3. Feber. 8 Uhr abends im Heim SmeCky. Kurz« Berichte und F i lm m i t Vortra g:„Kärnten im Sommer und Winter".— UnserBall findet am 27. Feber statt?— Urlaubs Woche vom 14. Bis 21. Feber in.Johannisbad, billige Quartiere. Gruppenfahrten am 17. Feber und 20.,Feber: Anmeldungen bis 6. Feber. Spiclplnn der' Kleinen Bühne. Heute, Mittwoch, 8 Uhr:„I e a n", Gastspiel, Leopold Kramer und Pepi Glöckner, Bankbeamte II und freier Verkauf,— Donnerstag 8: Axel an d er H i m m e l s t ü r.— Freitag 8 Uhr: Jean, Gastspiel L. K r a m e r und P. Glöckner, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf,— SamStag 8 Uhr: Jean, Gastspiel L. K r a m e r und P. Glöckner. Sonntag 8 Uhr: Salzburgausverkauft, 8 Uhr Jean. Gastspiel L. K r a m e r und P. Glöckner. Ausweis für den klonst Jänner (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingellammette Wahlfonds.) Bodenbach: XL 11.700.—(2860.—), Brünn: Xi 4000.—(1000.—), Karlsbad: KC 6800.—(1700.—), Landslron: KC 66O.i—(180.—), Pilfen-BudwetSt KC 2060.—(740.—), Prag: KC 404.—(120.—), Preßburg: KC 400.—(100.—), Reichenberg: KC 1120.—(280.—), Sternberg: KC 8240.—(810.—), Teplitz-Saaz! KC 6880.—(1620.—), Trautenau: KC 2050.— (485.—), Troppau: KC 8800.—(700.—). Hochverräterische Denunziationen begeht die Hcnleinpresse am laufenden Band. Sie, die in Deutschland zngclasscn ist, tat nichts zur Widerlegung der Goebbels'schen Propagandalügen von den russischen Flugplätzen in der Tschechoslowakei. Das widerspräche der herzlichen Loyalität, deren sie sich dem Staate(dem anderen natürlich) gegenüber stets befleißigt. Hingegen sammelt sie fleißig Material, das die„Dolschewisicrung" unserer Republik darttin soll und denunziert es den deutschen Pro- Vaganda-Aemtern. Da von einer wirklichen Äol- schewisierung weder in unserem politischen Leben (siche die Niederlagen der Kommunisten bei den Be- tricbsrätewahlenl), noch im Kulturleben auch nur Spuren vorhanden sind, lügt die.Rundschau" und die.Zeit" jede Aenßerung der kämpferischen Demokratie in bolschewistische Aktivität um. So soll da? neue Stück von Boskovecund Werich,„Ruu a Tic"(»Glanz- und Kehrseite"), das sie eben mit großem Erfolge in ihrem Befreiten-Theater aufsüh- ren, ein kommunistisches Propagandaftück sein uns in der Tatsache, daß nicht nur die sozialistische Par» teipreste, sondern auch unabhängige, der Regierung aber nahestehende Blätter, wie die»Prager Presse" oder die»Lidovk Noviny",'günstige Rezensionen über B-i-W veröffentlichen, will die»Rundschau" von, 28. Jänner und die»Zeit" vom 20. Jänner den Beweis erblicken, daß der»KulturbolschewiSmuS" bei uns staatlich unterstützt wird. Wenn der Gewährsmann der Henleinpresse wirtlich im Befreiten Theater Ivar und bester tschechisch versteht als er deutsch schreiben kann, möge er auch nur eine einzige bol» s ch e w i st i s ch e Stelle ihres Spieles zitieren I Das Stück, gegen das künstlerische Einwände durchaus möglich sind, zu denen den Kulturgemeinschaftihubern init Streicher und Goebbels freilich jede Legitimation fehlt, kämpft gegen die faschistische Ärbeitermörderei, die Ideologie des Rassenhasses, die Demagogie jener „eindeutig Sozialen", die von den Fabrikanten ausgehalten werden, für die Demokratie! In„blich a Tic" siegt die Demokratie, nicht Weidas eine Naturnotwendigkeit wäre, sondern weil sie mutige und kluge Kämpfer, Arbeiter und Bürger, besitzt. Zu den wirksamsten Szenen gehört fraglich der Radioansrnf»Rckitct die Demokratie!", der an die Marseillaise erinnert und wie diese begeistert „Kämpft für die Demokratie!" ruft die Ansagerin auf der Bühne ins Mikrophon und feit Wochen quittiert ein stets anSverkaufteS Theater gerade diesen Kampfanfrnf für die Demokratie mit minutenlanger stürnlischer Zustimmung! Das soll Bolschewismus sein? Die„Zeit" behauptet cSl Aus Mangel an Urteilskraft oder aus Böswilligkeit gegenüber einer Demokratie, der sic Ergebenheit heuchelt? Die Antwort überlasten wir ihr selbst. lt. BezuaSbedingun gen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 16.—, vierteljähdlich KC 48.—, halbjährig KC 06.—'ganzjährig KC 102.—,.Inserate werden laut. Tarif'billigst berechnet..Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur.bei Einsendung der Retourmarken.,— Die ZeitungSfrankatür IvurdevonderPost» und Tel««: : graphendireltion mit Erlaß Nr. 1Ü.ÜÜÜ/VH/1080 bewilligt,--7 Dxuckereir„OrbiS", Druck», Verlag»« und Zeitungs-A.-G, Prag. V kür Damen schon ab Kc 25 Für Herren schon ab Kc 29 Sozialistischer Jugendverband, Kreis Prag Wir berufen für Samst' ag, den 27. Feber, und Sonntag, den 28. Feber 1087, unsere 6. ordentliche Kreiskonferenz ein. Tagesordnung: Berichte der Funktionäre,■ Referat, Neuwahlen der Kreisfunktio- när«, die weitere Ärbeiti freie Anträge, Genauer Ort. und Zeit wird noch bckanntgegeben,' Dir Kreisleitung. Strecke, ihnen folgten 8g Sportler, welche'15 Kilometer durchliefen. Sieger bei der Jugend wurden Oehm(Abertham) und Kraus(Bär ringen) mit 42:86 bzw. 42:40 Min., beide gehören der Klasse der 17- bis 18jährigen an. Der Sieger der 14- bis 16jährigen, Josef Eska(Abertham). benötigte 44:60 Min. Der 16-Kilometer-Langlauf wqr«ine sichere Sache des Aberthamer Sportlers Lenh ardt; er lief 68:06 Min. Sieger im 8 0- Kilometerlauf wurde SIegI(Neuhammer) mit 2:07:56 Sth. vor Kolitsch und Häuser(Bärria- gen), welche 2:11:08 bzw. 2:10:50 Std. liefen. Jin Sechs-Kilometer-Lapf der Sportle rinnen gab«S«Inen harten Kampf zwischen Wöllner(Neuhammer) und Seidl(GraSlitz), mit 18 Sekunden Vorsprung und einer Zeit von .48:20 Min. siegt« die Neuhammerin. Den Bi e r- Kilometer-Jugendlauf gewann'Genossin Lenhar.dt(JoachimSthal). , Weit über 600 Menschen umsäumten die Sla- lqm strecke. Nur fünf Wettkämpfer kamen sturz frei diirch, dennoch war auch bet den übrigen' wun derbare Skitechnik zu beobachten. Am' Slalom be teiligten sich auch Läufer'der RW und der Natur freunde. Als gut« Techniker, zeigten sich die In haber der Bestzeiten Reiter(JoachjmSthal) mit 4.6-7 Sek: ,und Künzl(Obcrrothau) mit 47 Sek. Der Sieger der Jugondklasf« Werner Eska(Wer-: tham) erzielte 47.7 Sek.. Die Werthamer Atus-Kapelle, welch« bereits' am Vormittag bei de» Läufen'durch ein Vlgtzkonzebt mitg'ewtrkt hatte, geleitete, um halb 2 Nhr nachmit tags den stärken Zug der' Arbeit'ertvintersportler nach' BärringeN zum Springen.,. Weit Über -tausend Zuschauer warteten| bei der„Rote n S ch a n z e". Einige BegriißungSwortedeS KreiS- vertreters.Genossen Mykn-rä und' ein. Appell für di« Oltynpiade—und schon ging als Erster der JugendspringerE S ka(Abertham). Über di« Schanze. .Kurz,sind di« ersten Sprünge, zu vi«l Schnee, und .Nhüschnee behindern den:Lauf!'Dcniiöch brachte»,,-... .es EskäufldUrhanauf.j«41 Meter!. W,SWn-i»erttauen Sie-Jhre Füße den geschult«». Pedi« ger- säßien über dey' Schanzentisch, prächtthe Hal-1 keüren an-■ lt IM vSA hfl