Einzelpreis?!!(einschlleßl.ä Heller Poris) Aus dem Inhalt: Basser lesen. Herr Vrant I 17. Jahrgang Nr. 32 Samstag, 6. Feber 1937 Wirbel um Ribbentrop lll' FnuavlaiwM s^_■■_■—__* Privat-Industrien aabotiaran die Landes* Vartaltilgung Schlappen Francos vor Madrid ' n, 1 5 rwartuna der Kolonial-Offensive# Edens Urlaub Ribbentrops Benehmen bei Hofe Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich fr»h ^^^NMtdDerwalimg. Prag XU., Fochova 62— Telephon 88677— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag ks war wieder ein Hexenprozeß „Ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode" Von Friedrich Adler, Sekretär der Sozialisiisdhen Arbeiter-Internationale(Brüssel) • Zu bet nervöse» und wenig freimbllchen Sttminung, anf. die invch der Hstler-Rede der Botschafter Ribbentrop in London stoßen mußte, kommt seit DonyerStag die Erregnn« der eng«, scheu Gesellschaft über dab Beuelunen Ribben» tropS bei dem Besuch im Königliche» Palais. Ribbentrop begrüßte den König mit dem»deutschen Gruß"— der vorgestreckten rechten Hand — was in der englischen Gefellschast natürlich als schwerer Berstoß gegen die gutsn Sitten an- gesehen wird. Zum zweitenmal schreiben die Blät- ter, habe sich der Gesandte einer fremden Macht so taktlos benommen, nicht nach Borschrift, durch Me Verbeugung zu grüßen. Einmal sei eS ein Erste gewesen, der stch vor der Königin Viktoria auf den Boden warf, diesmal fei Herr Ribbentrop, derdiplomatische Sektreisende, gegen die Etikette verstoßen. Die"englischen Blätter kritisteren Ribben- trop und schreiben offen, er sei„n t cht m e h e erwünscht"(von Baldwin wurde er seit dem Herbst nicht mehr empfangen, als er ihm sein Wort gab, eS existiere kein deutsch-japanischer Vertrag und. zwei Tage später diesen Vertrag unkerschriebl). AbenbS meldet Reuter l-konisch, eS fe^icht richttg, daß Ribbuntrop nicht mehr er- wünscht sei, der Eindruck aber, den die Blättsr- stimmen hervor,ernfen haben, wird dadurch kaum verwischt. Man wirst Ribbentrop vor, daß er Nationalsozialistische Propaganda mache, daß er die Opposition gegen daS Kabinett nähre, daß er einen feiner Freunde,als Botschafter nach Ber- lhr bringen wolle. Seit dem Herbst wird ihm ja apch ooxgeworsar, daß or feine Beziehungen zu Mrs Sinhpson diplomatisch mißbraucht und dadurch die Thronkrise verschärft habe. Ferner Hetze er gegen die Sowjetunion, mit der England befreundet fei und endlich-alte er stch mehr in Berlin alb in London auf. Gefängnis für einen ehemaligen Premier Paris. Francois Mars al, der kurz nach" Len Kammerwahlen des Jahres 1924 vorübergehend, französischer/Ministerpräsident war, ist gestern zu zwei Jahren: Gefängnis«bedingt verurteilt worden. Als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Gesellschaft zur Erzeugung elektrischer Kabel mißbrauchte er das Vertrauen der Aktionäre dadurch, daß er das Aktienkapital der Gesellschaft in andere ähnliche Gesellschaften investierte und dadurch das Gesetz über die Aktiengesellschaften verletzte. Francois Marsal gehörte Al der Gruppe der„Republikanischen Union" und war ein vertrauter Freund des ehemaligen Präsidenten^ der französischen Republik, Mil- lekandi.• Die türkisch-italienische Annäherung <’ Ankara.(HavaS.) Regierungskreise treten enischieden'gegen: gewisse ausländische Auslegungen.der derzeitigen Verhandlungen zwischen Italien und der Türket auf, denen zufolge es das Bestreben Italiens sei, die Türkei dem Einfluß der Sowjetunion.zu. entziehen. Die'türkischen Stcgicrungslreise erklären: Zweck der Unterre« bunnc.ii.be? Außetzniiilisters Ruschdv AraS mit dem italienischen Minister des Aeußern jvär der Gedankenaustausch Über einen, eventuellen Beitritt Italiens zumAbkominen von Montreux und Prüfung der allgemeinen Probleme der. Sicherheit sowie Festigung.des Frieden? im Ostteil des Mittelländischen^Meeres. Diplomatische Kresse sind der' Ansicht: daß die Möglichkeit, nicht/aus« geschlossen sei, daß' in. absehbarerZeit die Teilnahme an einem Nichtangriffspakt im östlichen Mittelmeer durchberaten werden wird, der von der Tüvfti/ Italien, Griechenland und Jugoslawien unterzeichnet!-werden tvurde. Offizielle Kreise glauben/ daß eS'-in absehbarer Ze,t.zu einem Treffen des Außenministers Grafen- Ciano mit' dem-. lüsioslsswisch'eu' üitd'.dem griechischen AuhenMimster. kommen! iverde,- Der Urlaub, den Mr. Eben plötzlich angktretcn hat, wird mit bem Fang paS, bzw. ber Rückkehr Ribbentrops überhaupt, in Zusammenhang gebracht. ES scheint,'baß Eben nicht gewillt ist, die Kokonialfordcrungen anzuhören, die Ribbentrop, wie es nun heißt, zunächst mündlich Vorträgen wird. L o r d H a l i f a x, der alS deutschfreundlich ghlt, wird' Ribbentrop anhören und mit Ihm verhandeln. Wahrscheinlich will man verhindern, daß Berlin Eden und Frankreich für die Ablehnung der Kolonialforderungen Hitlers verantwortlich machen kann. Wenn ein deutsch* freundlicher Staatsmann sie ablehnt, wird daS zweifellos besser wirken. Wien.(Tfch. Pi-B.) In feiner Revue „Paneuropa" veröffentlicht der Präsident der Paneuropa-istlion Louden H.ove-Kalergi einen Artikel, iu welchem er sich gegen die nationalsozialistische Propaganda wendet, die derzeit von Berlin ans gegen die Tschechoslowakei inszeniert wird. Er schreibt u. i».: Seit dem Tode Dollfuß' hat die deutsche Propaganda in Mitteleuropa eilt neues Objekt für- ihm Angriffe gefunden, nämlich hie Tschechoslowakei. Berlin sucht der Welt glauben zu machen, die Tschechoflowaket sei ein. bolschewistischer Keil mitten kn Europa. Die einzige. Tatsache, auf die sich diese ganze Kampagne zurückführen läßt, ist da? tschechoslowakischrussische Defensivbündnis. Dieses Bündnis, das nie praktische.Folgen si.ibcn kabm, solange Deutschland keinen Angriffskrieg führt, hat mit der tfchechoflowakischen Innenpolitik ebensowenig zu tun, wie daS analoge Bündnis Frankreichs. Die.»weite Tatsache, die als angebliche Bolfche- wisiernng der Tschechoslowakei nmgcdeutet wird, ist, dckß die Tschechoflowaket die einzige Demoi krafie Mitteleuropas, gesiliehen.ist und eS in Berlin üblich ist, eine Demokratie al? Brutstätte des Bolschewismus zu betrachten. EinBllck auf die Schtdeiz, auf England, auf Skandinavien, genügt, nm diese Behauptung zu, entkräften. Was aber die 1 sch e ch o s l o w a k is ch e D e m o k r a t i e betrifft, so ist sie d e m B o l s ch e w i S m u S ebenso fremd wie die. Demokratie der nordischtn Königreiche, England?«nd der Schweiz. Heute gehört die Tschechoslowakische Republik zu' den gefestigtesten StaatSwesen Europas. Ihre Entwicklung ist stetig, ihre'Politik uUd Wirtschaft stabil, keine Revolution bedroht die Tschechoslowakei,, weder ein; nationale, noch ein« soziale. Die tschechoslo- wakischen Komm n n i st em sinh eiste u n b e• de«tende vVPositio«Spartet(»hne Einfluß twtf die Regierung oder aufdle Behörden. ES gibt tvpnige Dluate» in Europa, die vor einem kommunistischen Umsturz so sicher sistd wie Die Welt ist bescheiden geworden. Man atmet erleichtert auf: vier Angeklagte im Moskauer Prozeß kommen mit dem Leben davon, gehen„nur" für zehn Jabre in den Kerker.„Nur" dreizehn der Angeklagten sind erschossen worden und teilen das Schicksal der sechzehn Erschossenen vom August. Damals, nach dem Prozeß gegen Sinowjew schrieben wir:„Solche Prozesse dürfen nicht noch einmal stattsindcn, das müssen die Moskauer Machthaber endlich einsehcn." Sie haben es nicht eingesehen.. Sie haben den Prozeß gegen P j a- takow, Radel nsw. in genau denselben Formen durchgesührt, wie die früheren und sie kündigen an, daß neue Prozesse gegen Bucharin, R tz k o w, Rakowski und andere in allernächster Zukunft zu erlvarten sind. Kann man es in Moskau wirklich nicht einschen, welchen unendlichen Schaden die Soivjetunion durch diese Methoden des Gerichtsverfahrens erleidet? Versteht man nicht,, daß auf diesem Wege niemand von der Schuld der Angeklagten überzeugt wird, niemand überzeugt werden kann? Mit Ausnahme jener, deren Parteipslicht er ist, alles gutzuhclßen, lvaS Stalin tut, Eine Woche lang hat man aus Moskau die schlimmsten Anklagen, die man sich nur vorstellen kann, gehört.. Die Angeklagten legten das Geständnis ab, daß sie sich aller nur denkbaren Ber- brechcn gegen ihr eigenes Land, gegen die Sowjetunion, schuldig gemacht. Der stellvertretende Volkskommissär für Schwerindustrie, P j a t a k o w, gestand, daß er planmäßig durch. Jahre Aufträge gegeben habe, Sabotageakte in ihm unterstellten Betrieben durchzuführen, die merkwürdigerweise stets gelangen, ohne daß sein Vorgesetzter, der Volkskommissär Ordschonikidse auch nur das-Geringste bemerkte. Serebrjakow, einer der Haupwerantwortlichen für das Eisenbahnwesen, gestand, daß er ZugSentgleisungen planmäßig und im größten Stil organisiert habe. Der Hauptoffiziosust des Regierungsblattes„Jswestija", Karl Radek, der unermüdlich die Tschechoslowakische Republik. Zweifellos Ist heute die Ge fahret nerBol'sch ewisie» rungDentschlandS entweder durch einen Linksruck deS Nationalsozialismus oder durch einen verlorenen Krieg« rötzer als die Gefahr einer Bolschewtsierimg der Tschechoslowakei. Gegen die Kriegsgefahr hat stch die, Tschnhoslo- wakei ist dreifacher Weise gesichert: durch ihr Bündnis mit der. Kleinen Entente, durch ihr Bündnis mit Sowjetrußland, durch ihr Bündnis mit Frankreich und durch ihre Freimdschaft mit England. Dieses B ü n d n i s s pst e m wird ergänzt durch eine erstklassig organisierte und gerüstete Armee. In diesem Sinne ist Prag nicht die Wacht MoS- kaus,-sondern dieWachtEnropaS. Eoudenbove versichert, daß Präsident Bene ii daß Dr. Hodj a und Dr. Kraft» Vorkämpfer einer europäischen Föderation und die wählen Erben deS„größten Europäer? T. G.MafarpkS" sind. * -' Die Aeuherung Toudenlhove-Kalergis, dessen Ürteil für die seiner Pan-Europa-Bewegung nahestehenden-Kreise besonderes Gewicht haben, wird, ist umso interessanter, als gewisse österreichische.Blätter in der letzten Zeit sehr bereitwillig/ auffallend bereitwillig die albernsten Goeb- bels-Lügen über, die Tschechoslowakei ausgenommen und verbreitet haben. Nicht nur.die getarnte Nazipresse tat dies, sondern vor allem Fun- d er-„R eich 8p ost", von der allerdings ver- lantet, daß sie von der österreichischen Regierung nicht mehr als offiziös anerkannt, wird und daß sie d'a S B lat t P ap e n s sei--(gelegentlichen Jagdgastcs in unserenSiaatSforstenund Hintermanns. der gehässigen antitschechoslowakischen PrÄagända in Wienl)> Ulstso gewichtiger ist das IMetl deS Oesterreichers Equdenhove-Kalergi als ejn Belegstück imKamps g.egeti; die wstchepstde, tückische G o ebb-el?lüge. Artikel im Dienste der Stalinschen Politik veröffentlichte, und der Stellvertreter im Außenministerium, Sokolnikow, gestanden, gleichzeitig im geheimen mit den Vertretern Dcutsäilands und Japans konspiriert zu haben, um die Inter- vention fremder Mächte in der Sowjetunion und schließlich deren Kriegsniederlage vorzuberclten. Und. alles dies und noch viel mehr geschah, wie alle„gestanden", im ausdrücklichen und direkien Auftrag Leon Trotzkis, dessen Hauptziel die Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion sei. Alles das, was die Angeklagten in ihre» Selbstbeschuldigungen und Denunziationen anderer vorbrachten, erscheint so ungchcucrlich, so unfaßbar, daß der nornmle Europäer daran vci- zweifelt, es zu verstehen. Aber die Kenner der Moskauer Prozesse haben einen höchst einfachen Führer durch diese Wirrnis. Alles, was sich, in der letzten Jännerwoche vor dem Moskauer Gerichte zugctragen hat, hat sich nämlich schon einmal in genau denselben Formen, mit genau denselben Beschuldigungen, mit genau derselben Rollenverteilung vor sechs Jahren in Moskau abgespielt. Der einzige Unterschied sind ein paar Namen. Was heute dem„Trotzkismus" zur Last gelegt wird, soll damals der„Menschewismus" verbrochen haben. Wer die Anklag- schrift, die Prozeßverhandlungen und das Urteil von 1031 heute wieder liest, wird mit steigcn-dcm Erstaunen erkennen, daß alles damals schon da- gewesen, was die Welt im jetzigen Prozeß gegen Trotzki in Bestürzung versetzt. ES wäre verlockend, die Zitate aus den beiden Prozessen neben- einanderzusehen und den Beweis so in jeder Einzelheit zu führen. Wir müssen darauf aus Raumgründen verzichten und begnügen uns, aus der „Prawda" vom 27. Feber 1931 das Resumö dcr damaligen Anklageschrift zu zitieren: „Die Aussagen der angeklagten führende» langjährigen Mitglieder der Dkenschewiki-Partei. Scher, Jkow, Ginsberg u. a-, beweisen, daß die menschewistische Partei sich in ihrem Kampfe gegen die Arbeiterklasse in eine bezahlte Agentur des französischen Imperialismus,-in einen unmittelbaren Berbündeten der geflüchteten Fabrikanten. Spekulanten, Kulaken und Weißgardisten verwandelt hatte. Diese Aussagen stellen die interventionistische und SchädlingS-tzlrbcit der Menschewiki in der Sowjetunion mit Unterstützung der Zweiten Internationale und in erster Reihe der deutschen Sozialdemokratie fest. DaS Ziel dec Menschewiki und der hinter ihnen stehenden Zweiten Internationale war die blutige Niederschlagung der proletarischen Revolution in der Sowjetunion, die das Fundament der sozialistischen Wirtschaft vollendet. Ihr Ziel war die Okkupation der Sowjetunion, ihre Austeilung unter den internationalen Räubern, die Rückkehr der Kapitalisten uno Grundbesitzer, Jahrzehnte weißer Terror gegen die Arbeiter und' Werktätige» der SowjeNmion, Folter und Mord an den Kommunisten und den Vorkämpfern der Arbeiterklasse nach dein Lutzkrr Vorbild."(Uebersetzung aus der„Prawda" in der kommunistischen Jnprecorr vom 3. März 1081.) Damals, im Jahre 1931, waren wir, die Vertreter der Sozialistischen Arbeiter-Internationale, darunter bei weitem nicht in letzter Linie Aon Blu m und Emile Vanderveld e, bie im Prozeß persönlich genannt würben, beschulbigt, „die blutig« Niederschlagung der proletarischen Revolution in der Sowjetunion i.'. die Okku pat i o n der Sowjetunion, ihre Au f- t e i l u ng unter den internationalen Räubern. die Rückkehr der Kapitalisten und Grundbesitzer" zum Ziel zu haben. Wir kannten die erbärnrliche VerleumdungSkampagn-, die damals beim Moskauer Prozeß gegen uns geführt wurde in allen Details und man wird begreifen, daß wir von höchstem Skeptizismus erfüllt sind, wenn wir nun wortgetreu dieselbe» Anklagen in Moskau gegen Leo Trotzki erhoben hören. Den Veranstaltern dieser Prozesse mangelt es stark, an Originalität. Jedes Detail von lös 1 wurde 1937 wiederholt. Damals erhielt das Moskauer„UnionSburcau" angeblich einen„Di- rektivbrief" bog Abramowitsch, in-dem die„Einstellung guf Schädlingsarbeit unb Hnterbentioii" verlangt'■ wurde.- Diesmal gestand Radek, de» „DIrektlbbrief" von Trotzki erhalten zu haben. Damals hat das Gericht natürlich den Direktiv- brief.nicht zu sehen bekommen!.der.unauffindbao „Prag- dleWacht Europas“ Ein sensationeller Artikel Coudenhove"Kalersls Stil« 2 Samstag, 6. Feser 1937 Sir. 33 war, ganz ebenso wie Radek Ihn schon vor zwei Jahren»verbrannt" hat. Aber heute wie da- mal» konnten die Angeklagten den Inhalt mitteilen und Radek konnte sogar ganze.Seiten aij> dem vor zwei Jahren vernichteten Brief formvollendet rezitieren». Der. damalige Brief existierte nicht und ebenso ist es durchaus wahrscheinlich, datz Trotzki, wie er behauptet, nicht an Radek geschrieben hat. Heute wie-damals wurde ein»Amalgam" ans Angeklagten','die miteinander keinerlei Beziehung haben', zusammengesetzt. Heute Wie damals liegt das'Hauptinteresse, darin, Abwesende zu verleumden-und zu diskreditieren. Damals das AuSlandSbureau der Menschewiki tn Berlin und die Sozialistische Arbeiter-Internationale, heute Leo Trotzki in seinem mexikanischen Asyl. Jeder wird verstehen, wenn sich die Soivjet» nnlon mit ganzer Kraft und mit aller Hiirt« gegen Hochverriiter, gegen Spione, gegen Agenten faschistischer Mächte zur Wehr seht. Aber das Unerträgliche, dar stets neu zur Empörung Aufreizend« ist di« Tatsache, da st das politische Gerichtssystem der Sowjetunion allen Zweifeln über die wirkliche Schuld der Verurteilten Raum gibt, das; nachweislich immer wieder Unschuldige venirtcilt und hingerichtet werden, Der englische Rechtsanwalt Dudley' Collard hat dem Korrespondenten des'»Daily Herold" in Moskau ein Interview gegeben, dar am 28. Jänner veröffentlicht wurde und das Moskauer Gerichtsverfahren in allen Richtungen mit aller Energie verteidigt. Herr Collard wird in der ganzen kommunistischen Presse als sozialisti- . scher Kronzeuge für die Moskauer Prozetzfiihrung geführt und wir sind daher genötigt, folgendes festzustellen.' Herr Collard stellt sich in dem Interview der »Daily Herald" als vollständig unbefangener Beobachter vor und sagt insbesondere folgendes: „Ich verfolge den Prozetz unabhängig und studiere jbn mehr von einem juristischen als politischen Gesichtspunkt. Während ich«ine allgemeine Kenntnis der Gesetzgebung und de» Gerichtsverfahrens der Sowjets besitze und häufig die Bolks- gerichtShöse besuche, ist die» der erste politische Prozetz, an dem ich wilnehm-." Wir haben dagegen allen Grund, an der Unbefangenheit de» Herrn Collard auf das ernstlichst« zu zweifeln. Das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiter-Internationale und ebenso der Internationale Gewerkschaftsbund haben nämlich schon am 26. August Telegramme aus Moskau erhalten, die die Unterschrift der Herrn Collard trugen und in der dezidierte Urteile Uber den Prozetz vom August gegen Sinowjew enthalten sind. Diese Telegramme begannen folgcndernmtzen: „Wir unterzeichneten Mitglieder englischer und amerikanischer Advokatenkananern, die gegenwärtig in Mokkan sind und den Prozeß gegen Sinochj«w, Kamenew und a,ndere, mit-'eindringlichster A u f m erks ä lii t«! t v i'r f o l g« n, wünschen empört gegen daS Telegramm der Präsidenten und Sekretäre der SAJ und JGB zu protestieren.. In Kenntnis des damaligen Telegramms wissen wir, iva» wir von den Aussagen de» Herrn Collard zu halten haben. Er versichert der Welt, datz von einer„Ausmachung" des Prozesies („Frame up out of question") keine Rede sein könne.' Nach seinen Kundgebungen im August und jetzt haben wir keine» Grund, über sein« Rolle im Zweifel zu sein. Wir tvollcn uns daher darauf beschränken, daS Hauptproblem, um das«S sich bei diesen Moskauer Prozessen handelt, an einer Behauptung deS Herrn Collard nochmals zu illustrieren. Er sagt, „datz da» SowjcigerichtSversahren dein der meisten kontinentalen'Staaten in her Form. ähnlich. ski> aber sich weitgehend vom britischen unterscheide". Wir müssen, da» kontinentgle Gerichtsverfahren, so Viele Mängel es immer haben möge, gegen Viesen Vergleich mit den sowjctrussischen Prozessen in Schütz nehmen. Der entscheidende. Gegensatz, um den eS sich handelt, ist der zwischen der scholastischen Methode der D e d u k t i o n, die da» ganze Mittelalter beherrschte, und der Methode der I n.< d u k t i o n, von der di« moderne Wissenschaft au»- geht. Die gerichtliche Untersuchung sucht überall die wirklichen Tatsachen zu entdecken, in der Soivjetunion jedoch ist sie bereit, passen» erscheinende Tatsachen auch zu erfinden. Soweit «S sich um„Tatsachen"' im Bereiche der Sowjetunion handelt, ist deren Existenz, so unwahrscheinlich'sie in vielen Fällen sein mag, meistens-weder beweisbar noch wiederlegbar. Dagegen haben di« wenigen„Tatsachen", die vom Ausland herangs» zvgen werden, ein charakteristische» Schicksal. Sie erweisen sich immer wieder als plumpe Erfindungen und. werden doch stets nach demselben Schema wiederholt. Wir wollen nur«in Beispiel anfüh- rcn. In jedem solchen Prozetz mutz eine„Reise" al» Hauptbeweismittel Vorkommen. Im Men- schewiki-Prozctz von 1981 war e» die Reise ivon Abramowitsch au» Berlin nach Moskau.. Im Sinowjcw-Prozetz im August 1986 war«» di- Reife von Trotzki» Sohn von Berlin nach Kopenhagen. Im letzten Prozeß«war'es die Reise von Pjatakow von Berlin'Nach Oslo. Da» MerkwÜr« Vigh'ist»Nm dass keine di e,ser drei Reisen wirklich' stattgefnndeu hat. In allen drei Fällen handelte e' sich um reine Erfindungen, der GPU, aber um dämme Erfindungen, weil.stet» einwandfrei nachweisbar war,, datz es sich um Erfindungen handle. Die Moskauer politischen Prozesse kranke.' daran, datz sie in einer scholastischen Disputation über die Richtigkeit einer These bestehen. Solang« die Angeklagten nur dazu gedrängt werden«, sich zu theoretischen Definitionen de» Faschismus usw. zu bekennen, geht alle» in bester Ordnung. Sowie man aber in da» Reich der Tatsachen kommt, wenn von Hotels, Flugzeugen und ähnlichen Realitäten die Rede ist, gibt e» Betriebsunfälle. . Solange die Moskauer Machthaber an diesen Methoden der Prozessfichvung. festhalten, und nichr zum System der WahrheitSsorschung übergehen, wird da» Mitztrauen, das sie-erregen, unausrottbar und unüberwindlich sein. Die Sowjetunion hat nur zu gewinnen, wenn sie ihre politischen Prozesse nach den Grundsätzen der Rechtssicherheit führt. Hofs«»' wir, datz diese Einsicht sich in Moskau endlich Bahn bricht. Das Verwaltungsserichts-Gesetz Aenderunsen Im Subkomitee wahrscheinlich Prag. Im verfassungsrechtlichen Ausschuh deS Abgeordnetenhauses wurde am Freitag die Generaldebatte über daS BerwaltungSgerichtS- Gefetz mit der Einsetzung einer Tubkommission abgeschlossen, in die jede Partei einen Aertreter entsendet. Unsere Fraktion ist durch den Genossen K i g l 11 vertreten. DaS AuSschuhpritstdium wurde ermächtigt, im Fall« der Notwendigkeit auch um eine Verlängerung der für die Verhandlung der Vorlage gefetzten Frist anzusuchen. In der Debatte kam so ziemlich einhellig znm Ausdruck, dass namentlich die Bestimmungen über den Ausschluß der Bagatellsachen und derjenigen VerwaltungSakte, die dem freien E r- m e f s e n der Behörden anheimgestellt sind, allseits schwerste Bedenken Hervorrufen und da» Subkomitee wohl kaum unverändert passieren werden. Gleich der erste RÄner, Abg. Richter''. „Dann such' dir«Inen anderen Ober.'S» gibt genug stellenlos« Kellner". „Einen fremden? Der die Gäste. nicht kennt? Der mir die paar Stammkunden vertreibt?" -.Alfred ist dir nicht recht. Ein neuer Kellner ist dir nicht recht. Du willst also Fvette. Säg'es doch offen"., Finsterbusch schwieg. Er stand am Fenster, ein Wissdstotz verfing sich in den Acst'en deS Baumes, trieb angegilbte Blätter durch den Hof.' ,,E» wäre da» Vernünftigste"» sagte er,dann. „Abette kennt die Stammgäste, st« Ist' bet' ihnen beliebt", sie ist tüchtig"' " Frau Finsterbusch arbeitete, ohne zu ank- worten; weiter. Als sie zu ihmaufsah,' ob er denn' nicht weiterspräche, ob er denn nicht" nbch andere Argümsnte vorzUbtingeN hätte, MWette zu verteidigen, fuhr"er.förtL','. „Wir Müssen'auch'sparen». Der Sommer war schlecht. Ich.bring mit Müh' und Not»le Rate' füi Vogel zusanimtn. Wenn die Einnahmen im Herbst nicht steigen,, slssd wir'zu Weihnachten pleite". „Wird Avette dir. sparen.'Helsen?" fragte die.Frau.'. i• »Ich werde sie scharf im Zäun, halten. Ich w'etd« sie genau kontrollieren".’, .„So. Dü.tvixst sid' schapf.im. Zäun halte». Du.wirst sie genau lonirolliersn". ,>•«» .lFortsetzung folgt,)! Seite 3 /■ . Wt, 32 wir seit Beginn der Krise tun und was seit Beginn der Krise vom„Benkov" geflissentlich übersehen wird.- Wenn also eine Konferenz von Mitgliedern der Bezirkssozialkommissionen keinen Anlaß hätte, sich mit den spezifischen laiidwirtschafilichen Problemen zu befassen, so ist sic doch an. der Not der ' Kleinhäusler keineswegs achtlos vorübergegan- gen. Herr Bränt) hat auch hier, flühttg gelesen, ' sonst hätte er bemerkt, daß die unter Mitwirkung eines Vertreters des KleinbaüernverdaNdes zu- siaudegekonunene Entschließung im Punkt 9 ver- langt, dich bei der Durchführung der Ernährungsaktion auf die Klcinhäusler Rücksicht genommen .wird, auf jene Kleinhäurter,'welche dje Bürokratie von der ErnährungSaktiön ausschlletzt, weil sie-L an d w i r t e.sind, ünd welche, bei den landwirtschaftlichen Hilfsaktionen zu kurz" kommen, weil sie keine Ländtvirte sind. Wir bedauern sehr, daß Herr Vranh gerade diesen Punkt übersehen hak. DcnN Dränen scher die Not der deutschen KleinhäuSler vergießen und ihnen nicht einmal die LcbenSmittelanweisungen der Ernäh- riingsaktion gönnen, erscheint uns nicht folgerichtig. Oder sollte es etwa bloß nicht aufrichtig -seift? 1 Regierungsrat CharvAt als Präser Polizeipräsident vorgeschlagen ' Zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden'Polizeipräsidenten Dr. D o l e j i wurde von der Regierung der jetzige Chef des Präsidiums der Prager Polizeidirektion, Regierungsrat Rudolf Tharvät dem Präsidenten der Republik vorgeschlagen. R.-R. Tharvät wurde am 6. Dezember 1877 in'Prag-Karolinenthal geboren. Er begann nach Ablegung der Staatsprüfungen- seinen Dienst beim-Kommissariat« tu-der Bltfwdt, wurde wählend deS Kritger'-in das' Polizeipräsidium'versetz! und übernahm nach dem Umsturz die Leitung. des Kommissariats auf der Kleinseit«. Bon dort kehrte er als Präsidialchef in die Polizeidirektion. zurück, deren Leitung...«! jetzt übernimmt.-Rudolf Tharvät wird-allgemein als ausgezeichneter Fachmann.-anerkannt,--der-von der Pike auf gedient hat und alle Zweige der Sicherheitswesens als Praktiker gerichtlich kennt. : Der Präsident der Republik empfing am Freitag den-Minister' für Nationalverteidigung Fr.M a ch n 1 k. - Der Oberste StaatSverteidigungSrat hat am Freitag unter dem Vorsitz, des Vorsitzenden der Regierupg Dr. Milan'Hodjja eine: Sitzung abge- halten.- Lchlappen frsncos vor Madrid Madrid.(HavaS.) Nach zweintaligem Angriff und. Gegenangriff, bemächtigte sich dir Regierungsmili» der sogenannten Esc» le- b i l l a, einer' Position im- Frontabschnitt des Nniversitätsviertels, deren strategische Bedeutung ungewöhnlich wichtig ist. Üder Verteidigungsrat der Hauptstadt trllt mitr Jm Frontabschnitt"des westlichen Teiles der UuivrrsttätSstadt versuchten di«.-. Aufständischen mehrmals die Stellung zurückzuerobern, welch« neuerlich von den Republikanern■'- eingenommen worden sei. Diri A u f st ä n d i s ch« n wurden j r d es mal z u r ü ck geworfen. Der vrsSch des Ministerpräsidenten' 8aballrro a« der Madrider.Front wurde mit Begeisterung aufgenommen. Schwere Verluste der deutschen Söldner M a d r i b. Die in der Umgehung von LaS RozaS gefangen genommenen' 3V aufständischen Soldaten erklärten, daß gegen.10.000 Mann deutscher Soldaten in den erste» Mtzchen des Monates Jänner an der Madrider Front stände». Diese Soldaten.trugen Uniformen der spanischen Fremdenlegion. Rach den heftige» lkämpfrn, Pie sich an diesem Abschnitt abspielten ist dies« Trupp« nunmehr auf die Stärk« eines Regimenter(3000 Mann) zusammengeschmolsrn... '' vesetrte ffehrlhen In vetrolt.. -- D e t r o i d.(Reuter.) Zwei Fabriken, deren Räumung durch((Mi» Gericht angror'xnet würde, sind weiterhin noch durch streikende Arbeiter besetzt. In der Stadt herrscht große Spannung. 3000Mann bewaffneter Ratioualgarde sind für alle uchglichen Fälle bereitgeftrllt. SamStag,»i Feber 1937 Sudetendeutscher Zeitspiegel Riesenfehlbeträge bei der Ausslger Meisterkrankenkasse Ein von der Ausslger Bezirksbehörde in den BerwaltungSrat der Krankenkasse für Gewerbe- nnd Handeltreibende eingesetzter Komniissär, der die Finanzgebarung der Kasse zu beaufsichtigen und eine Revision vorzunehmen hat, stellte erhebliche Fehlbeträge fest. Die Bilanz zum 81. Dezember 1988 weist, bei einer Einnahme von Ai 600.000, ausständige Mitgliedsbeiträge in der Höhe von Ai. 80.800 und. einen Verlust von Ai 8120 auf. Zu Ende des vergangenen Jahres war die Summe der ausständigen Beträge auf Ai 90.000 angestiegen. Einer von den sieben Inkas« sistcn der Anstalt hat Unterschlagungen in der Höhe von Ai 10.000 eingestanden. Seit vier Monaten wurden keine Bücher mehr geführt, wodurch die resolut durchgeführte Untersuchung auf Schwierigkeiten stößt. Trotzdem kann schon setzi festgestellt werden, daß der Schaden in die Hunde r tt a u se n-d« gehen, wird. SdP-FunktlonMr verhaftet Der Arbeiterstandesvertreter der SdP, der Elektromonteur Josef K i l l m a n n aus Friedland, wurde vergangene Woche nach vorausgegangener Durchsuchung seiner Arbeitsstelle und seiner Wohnung von der Staatspolizei verhaftet und.1» die Untersuchungshaft des Reichenberger KreiS- gerichteS eingeliefert. Die Ursache seiner Verhaftung, die jedenfalls in der»loyalen" Betätigung der SdP liegen dürst«, wird geheim gehalten. Ole prägen Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag,?. Feber, 14.80 bis 14.45: Kanonenkönige und Filmmagnaten(Gab M. Lip» man n),- Mittwoch, 10. Feber, 18.20 bis 18.40: Börne und Büchner— za ihrem 100. Todestag. (Josef Hofbauer), F r e i.t a g, 12. Feber,. 18.38 bis 18.48: Astuelle zehn Minuten, S o u n t a g, 14. Feber, 14.80 bis 14.48: Rassenseelr und BolkSgeist(Dr. Otto L oe w«). DI« christlichsoziale» Gemeindevertreter in Leitmeritz sind aus dem gemeinsamen Klub' der deutschen Gemeindevertreter des Leitmeritzer Stadtverordnetenkollegiums ausgetreten, weil dje LandrSbchörde dem Vorschlag, nicht.stattgab, den derzeitigen christlichsozialen zweiten Vizebürger- meister zum Bürgermeister zu emennen. Der. älteste Reichenterger gestorben. Mittwoch verschied im-Versorgungshause der Stadt Reichenberg der älteste Bürger dieser Stadt; der ehemalige Tuchträger und Altmeister der Reichenberger Tuch» machergenoffenschast, Herr Wilhelm Elger, im 97. Lebensjahr«. Der Verstorben« war«in Veteran vom Jahre 1866. Er wurde damals als„gefallen" gemeldet, kehrte jedoch nach zweimonatiger preußischer Gefangenschaft, in welche er mit seiner ganzen Batterie, geraten war, wieder gesund in sein« Vaterstadt Reichenberg zurück. Di« Rollburg bleibt erhalte». Die Ruine R o l I bei Niemer, soll mit Unterstützung der Denkmalamtes schon im Laufe der heurigen Jahres so weit gesichert werden, daß sie nicht stärker verfällt. ES liegen bereits entsprechende Vorschläge und Ko» steNaufstellungen vor. Der erforderliche Aufwand wird zum Teil durch Subventionen lDenkmalramt) gedeckt,- zum Teil wird er von der GebirgSvereinS- ortSgruppe Niemes aufzubringen versucht. Vries amten Zeitsniegel Ein Prager Genosse schreibt uns Im Hinblick auf bekannte Mißstände bei der Abfertigung von Sportztlgen auf dem Prager Wllsonbabnbof: Drei Genossen wollten mit ihren Frauen und Kindern zu den Semesterferien einige Tage auf die Naturfreundehütte ins Riesen• gebirge fahren. Wir waren im ganzen acht Personen, also so viel, als in einem Halb- coupi Platz haben. Da wir die Verhältnisse bot der Abfertigung der Sportzüge einigermaßen kannten, hatte ich mich schon Mittwoch, als ich die Karten beim Schalter No. 13 kaufte, erkundigt, ob es nioht möglich wäre, gegen eventuelle Aufzahlung ein reserviertes Halbcound zu erhalten. Der Beamte erklärte mir, daß dies nicht möglich, ia sogar ausnahmslos verboten ist. Unsere Frauen waren mit den Kindern Samstag schon um Uhr auf dem Bahnhofe, wurden aber erst um-%e Uhr auf den Perron gelassen, wo ein Zug stand, der zur Gänze aus reservierten Abteilungen bestand. Ein diensthabender Beamte vertröstete uns auf den nächsten Zug. Als nun ein zweiter Zug, der außerhalb des Bahnhofes rangiert wurde, einfuhr, svrang ich rasch entschlossen in den sich noch langsam bewegenden Zug. Wer beschreibt aber mein Erstaunen, als ich den Wagen schon zur Hälfte besetzt fand. Es muß ■also am Wilsonbahnhofe verschiedene ,,Hintertüren" geben und es wäre im Interesse der Reisenden, die das Geld für diese„Hintertüren" nicht haben— ich hörte snäter aus Gesprächen, daß man für ein Halbcoupd 100 K6 gab— daß hier energisch eingc- schritten wird. „Der Weckruf", die Zeitschrift des Arbeiter- AbstinentenbundeS In der Tschechossowakischen Republik, Heft Nr. 2, Feber 1987, ist erschienen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor den Artikel„Für das staatliche SpirituShandellmonopol", welcher auf di« geheimen Freunde des Spirituskartells aufmerksam macht und zu der Frage der Verstaatlichung Stellung nimmt. Zwei weitere Artikel sind dem aktuellen Thema„Alkohol und Verkehr" gewidmet, ein populärer Artikel des berühmten Physiologen Professor Emil Abderhalden in Halle zeigt die zerrüttenden Wirkungen, des Alkohols auf die einzelnen Köppiworgone.^Eins.Rundschau über den Stand der Alkohölftage in den verschiedenen Staaten^ besonders in Schweden, bietet viel Belehrung. Die Zeitschrift ist für Nichtmitglieder zum Preise von Aö 9.— jährlich bei der Geschäftsstelle des Arbeiter-Msti- nentenbunde» in TeplitzSchönau, Theresieügaffe 18, zu beziehen. Irbeiler-Wintersiort-Olympiade Johannisbad— 18. bis 21. Feber Neber 300 Wettkämpfer gemeldet.— Die besten Wettkämpfer am Start.— Jntcr- . nationale Beteiligung.— Laugläufe, Eisschnelläufe, Mannschaftsfahren, Abfahrtskäufe, Sprungläufe. Feierliche Eröffnung Donnerstag, den 18. Feber, um 10 Nhr vormittags am Kurplatz ..in JohanniSbad. Privat-Industrien sabotieren die Landesverteidigung Washington.(HavaS.) Ein ungewöhnlicher Konflikt zwischen der. Regierung und der Industrie droht.ernstlich die. Realisierung des Programms des. MarlneMlnlsteriumS aufzuhalten und die bereits bestehende Spannung in der In« dustrie, die eben jetzt-sehr unter der. Ausdehnung der Streiks leidet, noch mehr zu verschärfen. Die jn-.t.'f a llur g i sch e F n d ustri e hat die staatlichen B e st e l l u n g e n für Stahl und Kupfer a b g-e l-e h n t, da sie sich weigertj in detz heüttgen gültigen Konjunktur die Zahl ddr.Arbeitsstunden auf 40 In der Woche«in« zuschränken und erklärt, daß die staatlichen Bestellungen-bei einem.Vergleiche mit den privaten Bestellungen. verhältnismäßig unbedeutend seien. Nach'deut Gesetz von Wälsh-Heqltz ist nämlich die 40-Stüstdrnwoche.(statt-'.48 Stunden) für die Fabriisen. aNgeordnet, die. für den Staat arbeiten. Wenn die Bestellungen-nicht bald auSgeführt werden, wird'.man angeblich.nicht mit dem Bau vonzwei.Payzierkreüzern beginnen können. Ans dem gleichen Grunde wird guch, nahezu' vollkommen di« Tätigkeit des- Arsenals in Portsmouth im,'Staate'.Nejv'Hampshire, unmöglich geniacht. Das' Mariueministerium. hat- deshalb vom Staatsdepartement gefordert,' daß'.das Gesetz: Walsh-Healy zeitweilig'aufgehoben werde, damit dje. staatlichen. Bestellungen in-den Fabriken an« 'genommen werden können. Asterding» soll das ArbeitSininisterium, das unter der Leitung einer Frau, Miß Pcrkins steht, hiezu angeblich nicht bereit sein und auch der Führer der Arbeiterschaft LewiS stellt sich entschieden dagegen. Cot greift durch Paris. Der Minister für Flugwesen Cot hat gestern die R e q u i r i e r u n g-der privaten F l u g z'« u g f a b r i k S a u I n i e r Moräne in der Pariser Vorstadt Puteaux angeordnet. Die Maßnahme wird damit begründet, daß die genannte Fabrik in unzulässiger Weise die Lieferung von Flugzeugen für die französischen Lüftstreitkräfte verzögerte, daß die Fabrik,-statt mit Volldampf zu arbeiten,. Arbeiter- cntlassungcn vornahm und die zeitgerecht bestellten Mugzeuge nicht geliefert hat. Vorläufig bleiben, die. Privateigenftimer an der Spitze der Leitung, nziiss Genosse Camille Huyömans, Sekretär der Sozialistischen International« bis zum Weltkrieg und 1017 des Holländisch-Skandinavischen Komitees, da» in Stockholm«Ine sozialistische Welt- friodenskonferenz, zusammenbringen wollt«, ist daß alle» Gift; da» sie dem schwarzen John in den Körper jagen, nutzlo» ist, St« beißen ihn nicht mehr, sondern äffen, sich von ihm dressieren. Höchsten» wenn ein junge» unerfahrener Tier kommt, dann schnappt«» noch dem Arm«der dem Bein d«»'schwarzen John. Der lacht nur, wenn«r da» Gift nutz der Bißwunde drückt, vatertdyll in USA, Die„Rew York Time»" zeichnet«in sehr interessante» Bild de» Familienleben» de» Ehepaare» Smith au» New Jersey. Er ist Ingenieur. Sie— Arzt. Sie haben ein vier M-rt« alte» Baby. DI« Mutter hat eine große Prägt» und muß ost fort. Der Vater arbeitet zu. Hauses Seitdem aber da» Kind da ist, obliegt ihm nun auch dir Sorge um da» Baby. Diese» Baby zeichnet sich keineswegs durch Sanftheit au». Immerzu muß dir Papa vom Schreib- und Zeichenttschfort, um e» zu schaukeln, zu fitttern und zu unterhält««,. Run verfiel der Ingenieur Smith, dem diese Art von vater- sreuden nicht behagte, auf einen Einfall. Gr km- ftruierte«inen Motor. mW bracht« die Maschinerie an der Wiege d«» Baby» an. Sobald da» Bady zu brüllen anfängt) drückt Papa auf'«inen Knopf, der Motor beginnt, zir, arbeiten, die Schaukelei, geht automatisch lo», dazu schäM sich— ebenso automatisch—«in Grammaphon ein, da» di« Schallplatte mit Papa» BeruhigungSliedchen abspielt.'Aber damit V. in Brüssel, er werd« den König besuchen und ihm erzählen:„Ich war vor kurzem in Madrid und habe gesehen, wie die Schwedische Gesandtschaft(die außerhalb der Stadt liegt) von Rebellen beseht ist, di« sich dort verbarrikadiert haben und auf die RegierungStrpppen schießen."— Di« eine Tochter HuySmännS', Maria, leitet seit Monaten in ständiger. Lebensgefahr die Kranken» fiirsorge und Lebensmittelversorgung in Madrid.' (bn) Gitta Fischt Opfer eine» Erpresser»? In dem Fall der Kindesmörderin Gitta Ftschl ist eine bedeutsame Wendung eingetreten. Die Fisch! hat bekanntlich«inen sechzehnjährigen Knaben als den Baier de» toten Kinde» bezeichnet. Dieser Tage fand ihr jüngerer Bruder unter den Briefschaften seiner Schwester einige Briefe, die offenstchilich e r P r e s s e r i s ch e n Charakter» sind. Er brachte sie seiner in Jungbunzlau lebenden Mutter, di« sie der Gendarmerie übergab. Au» diesen Briefen geht, wie die„Bohemia" meldet, hervor, daß der Schreiber,«in wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten entlassener Staatsangestellter, über die Angelegenheit der Gitta Fischl Infor riert wär und von ihr Geld zu erpressen versucht hat. Auch geht hervor, daß der Vater de» Kind«» nicht der sechzehnjährige Knabe, sondern ein Erwachsener, ein Verwandter Die Grand F|eet fährt In» ManBver Ein« schöne Aufnahme von den beiden riesigen englischen Kriegsschiffen»Resolution" und»Ramilie»", die in der Bucht von BiScaya in schwere See gerieten, al» sie sich zu den FrühjahrSmanövern ins Mittelmeer begaben. Vorn Rundfunk EMpl«hl*n(w«rt(* an»en Programmen: Sonntag: Prag, Tender Ir 8.46: Englisch-Kur», 10.20: Kammerkonzert, 12.46: Volkslieder, 17.86: Deutsch« Sendung: Klassisch« Zeugen, 17.40: Fünk« Wochenschau, 17.60: Rundfunkorchesterkonzert.„Karneval" 18.60: Deutsche Presse, 21.16: Phichar- monische» Konzert, 22.86: Tanzmusik.— Prag Sender Nr 14.80: Deutsch« Sendung: Artet:er- ftmkr Lippmann: Kanenenkönige und FUmageMen, 14.45: Am stillen Herd zur WibterSzeit.— Brünn 11.10: Rundfuntorchesterkonzert.— Preßt»»» 18.05: Karneval, Operette von Stolz, 20.16: Mandolinenkonzert.— Kascha» 10.40: Ziaeunermusik,— Mährisch-Ostrau 10.20: Schallplattenkonzert, 1616: Operettengesänge. ♦ Bareeloua sendet Nachrichten in deutscher Sprache aus Kurzwelle 42.08 täglich um 21.80 Uhr MEZ, d. t. 22.80 Uhr MEZ? auf welle 877.4 täglich um 28.15 Uhr WEZ, d. i. 24.15 Uhr M«Z. nun Biirgerm-ist-r von Antwerpen und Präsident«wachsen« rind schauen den gefährlichm Spielen zu, n flammet. Stoitwl:4a e, e. r fcie der schwarze John dort unten mit den Schlangen ;r"^'L^'^"?.U"tz b-»SchLaed°''-in'L?ustav.reibt. E, ist gerade so, al, ob ste eingesehen Mm, 9k. 32 SamSta», 6. Feier 1937 Seit« st M> M.000- tzMMe^eeKoAAö« M' wiegen tob 0.68 kg, geröstet 0.56 kg und nach einem besonderen Verfahren XU Perola umgewandelt, reichen sie gerade fOr ein halbes Kilo. Es steckt also die volle Kraft von 22.000 großen, gefunden Körnern In einem halben Kilo Perola, Ctuslaai Moskauer Zwischenbilanz (le) WarumsindRadek und S o 1 o b nikoss begnadigt worden, während Pjatakoff, Serebrjakoff und Muralosf erschossm wurden? Wenn man verschiedene, nicht nachzu- prüfende Bermutungcn beiseite lägt, so ergibt sich folgendes: Bon den 17 im zweiten Prozeß ange- klagten Personen waren nur fünf politische Per- sonlichlciten, eben Radek, Sokolnikoff, Pjatakoff, Serebrjaloff und Muraloff. Dabei gehören die drei Hingerichteten, nämlich Pjatakoff, Serebrja- koff und Muraloff, umnittclbar zur alten leninschen Garde. Es find alte Revolutionäre, die sowohl in der illegalen Bewegung, als während des Bürgerkrieges sich grobe Verdienste erworben haben. Muraloff hat im November 1917 die bolschewikischcn Truppen in Moskau befehligt und vier Tage lang gegen die Anhänger von Kerenski gekämpft. Serebrjaloff ist seit der Prager'Konferenz der illegalen Bolschewiki im Jahre 1912 Lenin persönlich bekannt, der Serebrjaloff bereits tin Jahre 1920 zum Mitglied des Polbüro, also zum höchstes Parteiamt, wählen läßt. Damals hat Stalin überhaupt keine Rolle in der Partei gespielt. Pjatakoff gehörte gleichfalls zur unmittelbaren Umgebung von Lenin. Dagegen ist der begnadigte Sololniloff, mit seinem richtigen Namen Brilliant, überhaupt kein alter Bolschelvik, sondern tatsächlich vom Hause aus ein Trotzkist, der sich allerdings von seinem Lehrer längst losgesagt hat. Irgendwelche Verdienste auS der illegalen Epoche oder aus der Periode des Bürgerkrieges hat Sololniloff nicht aufzuweisen. Schließlich find auch die Beziehungen Radeks zum russischen Bolschewismus in der Vorkriegszeit Nur lose gewesen, Hingerichtet wurden also die a l t enundverdie n st vollen B ol sch e- Wisten-Leninisten,.während die Außenseiter und»Trotzkisten" Gnade fanden, Das milde Urteil gegen Radek-Sokolnikoff ist wahrscheinlich darauf znrückzuführen, daß die beiden große Verbindungen in den ausländischen diplomatischen und finanziellen Kreisen batten. Sökol- nikoff Ivar ja einige Zeit Botschafter in London, Ivo er gute Beziehungen zu dem englischen Groß- bürgertum angeknüpft hat. ES ist außerdem anzunehmen, daß man Radek zur Inszenierung der künftigen Prozesse braucht. Im„Dailh Herold", dem Londoner Arbeiterblatt mit der weitaus höchsten Verbreitung, die jemals ein sozialistisches Blatt erreicht hat, ist ein Wechsel, in der. redaktionellen Leiwng eingetreten. Chefredakteur Stephenson ist in den Ruhestand gegangen und sein Nachfolger ist Francis Williams, der bisher, den WirtschaftSieil der Zeitung leitete und einer der angesehensten englischen Journalisten ist. lbn.) Skijöring Im Rahmen der Akademischen Weltwinterspiele hvZell am S.ee die Ausfuhr nicht diese gleiche einheitliche Entwicklung zu verzeichnen hat. ES betrug die tschechoslowakische Am stärksten ist die Zunahme der tschechoslowakischen Einfuhr aus Rumänien. Im Vergleich zu 1984 ist sie 1938 um beinah« 100 Pro- . zent höher. Annähernd in gleich günstiger Weife hat sich auch di« Einfuhr au» Jugoslawien entwickelt, doch ist hier gegenüber 1985 Widder ein leichter Rückschlag zu verzeichnen. Dagegen hat sich hie Ausfuhr der Tschechoslowakei nach Jugoslawien ganz außerordentlich gebessert. Für fast 170 Millionen K6 wurden 1986 mehr Waren nach Jugoslawien ausgeführt al» 1984. Rach Rumänien ist die Ausfuhr in derselben ver- Die Umstellung derWelthan« delsflot'tevon der Kohlenfeuerung auf Oclseuerung und Motor« antrieb hat in den letzten Jahren weitere Fortschritte' gemacht, wie aus der' nachstehenden Tabelle ersichtlich ist. gleichSzeit um 109 Millionen XL gestiegen. Nach Oesterreich hat die.Ausfuhr eine rückläufig« Entwicklung genommen. Auch die Ausfuhr nach Bulgarien und Griechenland weist nach einer sprunghaften Erhöhung im Jähre 1935 im vorigen Jahri wieder einen Rückschlag auf.. ■ Am erfreulichsten an dieser Ueberstcht ist, daß st« zeigt, daß vie Handelsbeziehungen mit den beiden Bundesstaaten der Kleinen Entente eine fortschreitend« Intensivierung erfahren, die gleichzeitig'eine Festigung und«inen Ausbau de» politischen Bündnisses der drei Staaten bewirkt. . Heftige Debatte In Genf um die Arbeitszeit in der.graphischen und chemischen Industrie Paris. Donnerstag trat in Genf unter dem Borsitze des tfchechostowakifchen Fürsorge,ninisterS Jng. Nein» der BerwaltungSauSfchuß des Internationalen Arbeitsamtes zusammen. Der Ber- waltungSauSschuß beschäftigte sich mit den Ergebnissen'der in Genf im Dezember de» Vorjahres erfolgten Tagung der graphischen und chemischen Industrie. Im Laufe der Debatte brachie der Vertreter des französischen Allgewerkschaftlichen Arbeitsver- bandcS, Jouhaux Vorbehalte hinsichtlich des Standpunktes vor, welchen die Vertreter der französischen Arbeitgeber, welche bei dieser Tagung, nur eine beratende Stimme als Experten haben sollten, eingenommen haben. Jouhaux beschuldigte sie geradezu der.iSoibotage", weil sie es namentlich' abgelehnt hatten, sich an der internationalen Aussprache' über da» Abkommen betreffend di« vierzigstündige Arbeitszeit zu beteiligen. Der Vertreter der dänischen Arbeitgeber Oersted protestierte gegen diese Behauptung Jouhaux und legte den gemeinsamen Standpunkt de» inier- nationalen Arbeitgeberverbandes dar. Er erklärte, wenn sich die übrigen Mitglieder des' Verwal- iungSäuSschuffeS des Internationalen Arbeitsamt«» der. Ansicht Jouhaux anschließen sollten, die Arbeitgeber sich gezwungen sehen würden, die gesamte Frage ihrer Teilnahme an den Arbeiten de» Internationalen Arbeitsamtes von Anfang an. grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Der Delegierte der belgischen Arbeiter, Mertens, schloß sich der Ansicht Jouhaux an.' Weltwirtschaftliche Kurzberichte Die Weltausfuhr von Textilmaschinen wird in der Hauptsache von Großbritannien, Deutschland, den Vereinigten Staaten und der Schweiz bestritten. Auf die vier Länder Die Geschäfteleitung der Partei, deren Sih nach dem letzten.Parteitag von Bern nach Zürich verlegt wurde, wird in der gegenwärtigen Zusammensetzung mit Nationalrat Han» O p r e ch t als Parteipräsidenten bestätigt. Nur Genosse Doktor Klöti, bisher Vizepräsident, legi mit Rücksicht auf seine starke Inanspruchnahme al» Stadtpräsident(Bürgermeister) von Zürich, sein Mandat zurück; er wird durch Arnold(Zürich)«rjetzt. Al» neuer Parteisekretär wird einstimmig Doktor Stocker(Davor) gewählt, der sein Amt sogleich antritt. Der Verlauf und die Beschlüsse diese» Parteitag» bestätigen' eine Entwicklung, die In der Schweizer Partei unter dem Druck der Krise und her drohenden Nachbarschaft faschistischer Länder tn-»eit letzten Jahren zugleich mit«snem zunehmenden Einfluß der Schweizer Gewerkschaftsbewegung sichtbar geworden war. Ihren deutlichsten Ausdruck findet st« in der geänderten Haltung der Partei züt Frag« der Landesverteidigung.' Erft auf dem Parteitag von Luzern 1935 wurde nach heftigem Ringen das frühere Programm, abgeändert'und eine zustimmende Haltung zur Landesverteidigung festgelegt, jedoch unter der Bedingung, daß sie in den Händen einer »antikapitalistischen Volksmehrheit" liegen müsse. Auf dem Parteitag von Zürich 1986 wurde mit sehr kleiner Mehrheit die Zustimmung zu den von der gegenwärtigen Regierung verlangten Mili-. tärkrediten abgelehnt; trotzdem stimmte die überwiegende Mehrheit der Fraktion im Parlament dafür. Nunmehr.ist die Zustimmung zur LandeS- verteidigung in eine unbedingte und grundsätzliche ümgowandelt worden; zugleich ermöglicht di«.neue Orientierung der Partei mmmehr ihre Zusammenarbeit mit nichtprolelarischen Organisationen. ! sbrei Milliarden Franc» in dm AuSgleich»- fond». Der letzte Wochenausweis der Bank, von Frankreich, verzeichnet eive Abnahme der Goldvorräte um 8 Milliarden Franc».-Dieser Betrag wüÜe nach dem gütlichen Bericht auf da» Konto des StabilfsterungSwähriingSfond» gemäß. dem WährungSgejetz vom 1..Oktober 1986 übertragen, welches. die Regierung ermächtigt, bet der BawkUon Frankreich Gold anzukaufen. Di« Gold-- Vorräte betragen 57.858 Millionen Franc». Di« Deckung de» Papievgeldumlaufe» durch Gold ist vt'n 57.42' Prozent auf 54.67. Prozent gesunken. Der russische Aujjenhandek. Nach dcm amtlichen.. Bericht betrug der Außenhandel' der. Sowjetunion im Jahre 1986 2712 Millionen. Rubel, da» ist um 46 Millionen' mehr al» im Jahr«.1985.'. Im vergangenen Jahx betrug dje Ausfuhr 1859 Millionen Rubel und.die Einfuhr 1Ä53 Millionen Rubel. JndUstrieprodukte wurden 75.1 und landwirtschaftliche Produkte 24 Prozent exportiert. ■ Große türkische Aufträge nach England. Zwischen der-türkischen Regierung und englischen Finnen der Stahl- und Maschinenindustrie wurden diz Verhandlungen betreffend die Vergebung von Aufträgen im Betrage von rirka drei Millionen Pfund. Sterling beendet,. welch« an acht Firmen verteiu werden, die sich an der Durchführung de» zweiten türlischen FUnfjahrplane» der öffent». lichen Arbeiten beteiligen. Wenn die. Verhand- lungen, di« noch imZugestNd, und di« Vergebung vönMteren.'Aüsträgenbetreften.züetnemposi- tiven Ergebnis Mren, Mrden7Ptbelkon' int Be« trage von jtzjM»Mi,fstnf!Mllu«üti'itfdmd Ster-' linst vergeben werden.;;•■-)■ Der amerikanische Schtfferstreik»«endet. Da» End« d'e» Vchsfs»arbeiterstrelk» an der westlichen Küste wurde gleichzeitig' sitic all« Streitau»schüffe angeopdnet.' Di« Streikenden erhielten den Auftrag, die Arbeit heute morgen Wieder'Mszünsh- Men. Dep Streik hat 98 Tage gedauert.- Unser Handel mit 58dosteuropa Der tschechosiowakische Außenhandel mit den ausnahmslos höher al» im Jahr 1984, während südosteuropäischen Swaten hat sich in^ den letzten"-----......'.-. drei. Jahren, im ganzen gesehen, in aussteigen der Richtung entwickelt.- Die tschechoslowakische. Einfuhr au» diesen Staaten liegt im Jahre 1986 j' 1914 1926 1980 1984 1985 1986 Während also 1914 die ganze Welthandelsflotte bis auf einen Keinen Rest durch Kohlenfeuerung angetrieben wurde, trifft da» im Jahr« 1986 nur noch für knapp die Hälfte der Schiffe zu. Bis zum Jahr« 1985 hat sich die Oclseuerung stark auSgebreitet. aber cs- scheint, daß der Entwicklung durch den Motorantrieb günstigere Chancen gegeben sind. Wurden 1926 bereits 29.3 Prozent der Wekttonage mit Oelfeuerung angetrieben und nur 5.1 Prozent durch Motor, so hat sich'bis zum Jahre 1936 die Oelfeuerung nur noch um 1.6 Prozent vermehrt, während e» im gleichen Jahre 19.2 Prozent Motorschiffe gab, die Steigerung demnach 14.1 Prozent beträgt. Nollen- vel- Motor- fruerunn teuemns fdklft« entfielen in den letzten zehn Jahren durchschnittlich mehr als 85 Prozent, des Werte» der auf dem Weltmarkt umgesctztcn Textilmaschinen. DaS wichtigste Land für di« Versorgung de» Weltmarlies Ist Großbritannien, da» einen Teil von 85 bis 88 Prozent hat. Es folgen dann Deutschland, und in größerem Abstande die Bereinigten Staaten und die Schweiz. Bemerkenswert ist, daß seit 1934 auch Sowjetruhland Textilmaschinen zur Ausfuhr bringt und 1935 mit einem Anteil von 1.6 Prozent an der Weltausfuhr beteiligt war. Die Tschechoslowakei stellte in dem gleichen Jahre«inen Anteil von 0.8 Prozent. * Parteitag der Schweizer Sozialdemokratie Dio„Richtlinien“ angenommen: Demokratie, Gewissensfreiheit, Landesverteidigung, Wiederaufbau! -(I- I) Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz hielt am 81. Jänner.in Zürich einen außerordentlichen Parteitag ab, dessen Aufgabe «s war, über die Stellung der Partei zu den sogenannten«Richtlinien" zu entscheiden. Di«„Richtlinien" sind einAktion»« Programm, da» vom Schweizerischen Gewerk schaftsbund gemeinsam mit einigen niederen demokratischen Organisationen verschiedener Par» teirdhtung vertreten wird.(Dje beiden großen bürgerlichen Parteien, die Katholisch-Konserva tiven und die Freisinnigen, haben den Beitrift' zu den»Richtlinien" abgelehnt.) Die den»Richt linien". beitretenden Organisationen bekennen sich;> ' 1. zur vorbehaftlosen Anerkennümg der Demokratie unter Ablehnung jeder' Bindung oder Zusammenarbeit mit irgend einer antidemokratischen Organisation oder Bewegung;^ 2.> zur positiven E i n st e klung zur' militärischen, wirtschaftlichen und geistigen L a n- desverteidigung;•.'- 8. zur Achtung der religiösen lkeberzeügung;’'•.,• . 4. zur Verpflichtung auf ein gemeinsames Pro grammfü'rde n w i r t s ch a ftlichen W i e d e r a u f b a u und für die Lösung der so- zialen Problem« im Sinn« soziäler Gerechtigkeit' und gegenseitiger Solidarität. Diese» Programm enthält im' einzelnen Forderungen auf dem Gebiete der Kultur« und Staatspolitik, Wirtschaftspolitik, Kredit- und ^Währungspolitik, Finanzpolitik, Sozialpolitik. Der Parteivorstand der Schweizer Sozial demokratie hatte in seiner Sitzung vom 12. und. 18; Dezeinber 1986 über di«»Richtlinsen" bera- ten und sich'mit allen gegen fünf Stimmen, bei einigen Enthaltungen, für sie ausgesprochen. Die» geschah in der Form einer programmatischen Re« solution, di« insbesondere drei Punkte hervorhob: 1. da» unbedingte' Bekenntnis zur Demokratie und di« Ablehnung jeder Zusammenarbeit' mit Organisationen, di« nicht auf dem Boden' der Demokratie stehen(al» solche gelten die Kommu nisten); 2: die grundsätzlich« Anerkennung' der militärischen' Landestverteidigüng— die früher von dec Partei oibgelshnt worden war— verbun den mit der Ablehnung jede» Mißbrauch» der Arm« in der inneren Politik und mit der For derung nach der Verstaatlichung der Rüstung»-: Industrie, 3. daö.Verlangen nach wirtschaftlichem Wiederaufbau.' . Auf. dem Parteitag, der mehr al» 500 Dele giert«.vereinigt«, erstattete namens der Mehrheit de» Parteivorstand«» B r i n g o l,f(Schaffhau sen) da« Referat über di«»Richtlinien".’ Al« Vertreter der Minderheit' de» Partei vorstandes beantragt« Graber(La Thaux-de- Fond»). di« Ablehnung der Erkläning für die Landesverteidigung, Gewalt sei, die-Verneinung die» Recht»; man könne dem Militarismus nicht betpflichten, ohne den verhängnilvollen Nation«» li»mus zu fördern. Je mehr man der Armee'Mit- tel'bewifligt, desw mehr wurde sie- dies« gerade gegen die Arbeiterklasse gebrüuchen. Bet ds^Wstimmusist würde der dem Par- teitag al» Antrag vorgelestt'h Peschlstss' de» Pär- teivorständes. der.di« Zusiimmüng zu iftn»Richt linie^" ausspricht, mit Sfd'-sttWl 72 Stimmen angenommen».'-'' Einfuhr au» Ausfuhr nach 1986 1985 in Millione • 1984 n Kronen 1986 1985 1984 Oesterreich.. . 353.4 807.8 825.0 716.5 754.5 :• 770.1 Ungarn.. . 148.3 138.8 128.8 157.8 189.8 158.7 Jugoslawien . 846.9 862.5 > 199.8 429.8 818.2 258.9 Rumänien. . 861.4 260.0 185(7 380.0 888.8 271.Y Bulgarien. . 42.9 70.7 . 28.5 68.7 91.7 28.7 Griechenland . 67.5 55.1 51.7 81.4 68.6 51.8 SaM dir Mine in% der tnetfianlhfi attaelriebcnen 80.886 Stell 06.6 Zennnne 2.0 0.5 82.615 65.6 29.8 . 5.1 82.718 50.2 29.8 11.5 80.997 52.8 80.8 16.9 86.979 51.1 81.2 17.7 80.928 40.9 80.9 19.2 Skijöring Im Rahmen der Akademischen Weltwinterspiele in.Zoll am See Seite 6 „Sozialdemokrat". SamStag, 6. Feier 1937. Nr/ 82 V-rtrS-r . Spiritismus, Geistererfchelnmaen oder Bet««»? Neber dieses Thema spricht, am. Mittwoch, den 1V. Feber, im HeiNesaal in der Fochova, der belannic Kriminatpsycholog« S h ankara. Vorverkaufsstellen:„LesIL Slovo", Wenzelsplatz,„Prävo Lidu", Hybernska, Truhläkovä, Wetzler, Andree und Optiker Deutsch,... äer Partei Sitzung der Bezirksvertretung Montan, den 8„ Feber, findet im Parteihtim eine'Sitzung der BezirkSvertretung statt;, und zwar im Hinblick auf di« Frauenversammlung bereit-, um halb 7 Ahr abends. Frauenversammlung Montag, den 8. Feber, abends 8 Uhr; findet im Parteihelm, Smeika 22, eine Franenversqmm- lung statt. Referent.: Genosse Dr. Emil S t r au tz.! Thema: Die Welt von gestern, heute und morgen. Das FrauenbezirkSkomiste.•. Stow J&rnst tuul Mssm von Für die Wintersport-Olympiade Beginn machten die Frauen, die sechs Pflichtfiguren zu absolvieren hatten. Heut« setzten di« Männer mit den Pflichtübungen ein, während, die Frauen di« Meisterschaft mit der Kür abschliessen.■ Unter diesem Motto standen die Ausscheidungswettkämpfe de» 8. AtuS-KreiseS,- die am letzten Sonntag in Äbertham und Bärringen vor sich gingen. Unser Bild zeigt den Brettelwald der Teilnehmer auf dem Weg zur »Roten Schanze" in Bärringen, wo dar Springen bei den Aktiven ' wie bei den überaus zahlreichen Zuschauern grobe Begeisterung auSlöste. Die westböhmischen Arbeitersportler wollen aller daransehen, um ihrem Krei» und damit auch.der gesamten Bewegung neue Internationale, d.h. dicSMalvlym- pische, Ehren zuzuführen. Die ausländische Konkurrenz ist stark/jedoch die Vertreter WestböhmenS werden ihr Bester zu geben wissen. IleberstundeN berechnet dst Klage auf 4824;; dazu kommen 288 Sonn- und Feiertage mit insgesamt 2468 Ucberstundcn und weitere 1166 auf nächtliche Mehrarbeit, tvobei festgestellt wird, dab Herr Stktbrnh weder von dem Gcwerbeinspektorat, noch von der Bezirksbehörde die Genehmigung zu der Ueberstundenarbeit erhalten hat. Nebst Bezahlung dieser Arbeit verlangt die Klage auch noch die Bezahlung der gleichfalls vorenthalstnen Remuneration für das letzte Fahr. Die Verhandlung diese» interessanten Prozesses wurde vertagt. Metropolitan. Daß Eängerfilme für gewöhnlich eine unbeschreiblich primitive und unmögliche' Handlung haben, ist bekannt, und auch dieser amerikanische macht keine Ausnahme von der Regel, denn seine Pointe besteht darin, dab eine kleine Opernchoristin sich, ün Augenblick grösster Rot als Millio- uärstochier entpuppt und so dem. geliebten Sänger und den übrigen Kollegen zur glanzvollen Eröffnung einer schon beinahe gescheiterten Oper verhilft,/ die al» Konkurrenz gegen di« berühmte New Yorker Me- tropolitan-Oper gedacht ist. Man kann auch hier nur wiederholen, dass er dar Beste gewesen wäre in diesem Film nichts als Gesang zu bieten, da. alles andere nur lästige Unterbrechung ist. In diesem Film ist immerhin, mindestens die Hälfte Gesang, und er wird'von einem Mann produziert, den zu hören sich lohnt: Dem Bariton. Lawrence T t b b e.t(der-natürlich in Wirklichkeit.doch. an der Metropolitan- Oper, wirkt). Man hört ihn den EScamillo(französisch), den Barbier von Sevilla und den Bajazzo- Prolog(italienisch) singen und mutz seine Stimme ebenso wie seine natürlich-dramatische(«her humoristische als pathetische) Darstellung anerkennen. Neben ihm erscheint Virginia Bruce, die nicht glanzvoll, sondern nur angenehm singt, und in der Rolle eine» alten Dirigenten«in guter Typendar- steller, den. da» Programm verschweigt..Die Regie; die der verstorbene Richard Boleslawski führst, hat, soweit möglich, für attvechselndck Szenerie gesorgt.—eis— rcn überlassen. Seither sei der mvsteriöse Unbekannte aber angeblich verschwunden geblieben, ohne sich:vm di« Maschine oder deren Bezahlung zu kümmern. So habe der Angeklagte, als er schliesslich sein frühere» Eigentum erkannte, gar keine Möglichkeit gehabt, sich der verlorenen und.auf so wunderbare Art wiedererlangte Maschine wieder zu«ntäussern. Die Anklage betrachtet diese Verteidigung al» einen ziemlich plumpen Bluff. Wie da».Gericht die Rätsel dieser Faller beurteilt, wird fich erst zeigen, denn die gestrige Verhandlung mutzte schliesslich vertagt werden. Artelternorftellnng„Matura", Komödie.... Fodor, am Sonntag, den 7. Feber, um halb 8 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna, Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theaterß. Samstag halb 8: Aida, B 2.— Sonntag halb 8: Arteitervorstellung Matura, halb 8: Der Kutz, neuinszeniert, C 2.— Montag halb 7:- Minna'von Barnhelm. Theastrgemeinde dec-Fugend(2. Serie, grüne Karten),'.freier Berkaus, Abonnement aufgehoben.'— DieNStag halb 8:'OrphtüS; Gastspiel Rosette Andap, A I.— Mittwoch halb 8: Jean/Gastspiel.'Leopold. Kramer- und'.Pepi Kramer-Glöckner, B 2.— Donnerstag halb 8: Fräulein Else, TI— Freitag halb 8: Der Kutz:-Di— SamStag halb 8: Hopsa, Erstaufführung. A 1.,,—, Sonntag halb 8: Firma, 6: Die Meistersinger von Nürnberg,NC 1, Wunderbare Rückkehr . einer Schreibmaschine Prag.—rb— Eine recht verzwickte Vertei- dlgung produzierte gestern der 88jährige Chemiker Faroslav Streike k, der des Verficht- rungsbetruges angeklagt ist. Im April vorigen Fabres meldete er der BersicherungSbank „S l a v i a". bei der er gegen Einbruch versichert war, dass seine Schreibmaschine„Ideal"- Portable von imbekannten Einbrechern gestohlen worden sei. Der angebliche. Schaden wurde mit 2178 XL liaui- diert. Fui November kam indessen auf sonderbare Art zutage, dab die Maschine sich nach wie vor im Besitz de» angeblich Bestohlenen befand. Din« Entdeckung Ihr« Ausrüstung für die Arbciter-Wlnter-Oiumplade . f kaufen Sie' bett jeiosporT, Prag II■iMMlnt HHSeS!^=HSS«HeSSSe«MMHSSBSBeHSS „Handelsgärtner* 1 3IH Stflbrny als Dienstgeber (Arbeitsgericht.) Prag.—rb—Dass Herr Stkibrnh nicht' nur Fichaber des-./kenipo"-Verlages Und L'etapsgebec der sattsam bekäNnstii Pteffe- ist, soüdern auch eine Handelsgärtnerei betreibt, erfuhr man erst beim Arbeitsgericht, wo sein ehemaliger Angestellter, der Gärtner Franz Urner, eine Klage auf 18.140 Xi gegen seinen ehemaligen Chef eingebracht hat. die diesen Herrn als Dienstgeber in eigenartigem Licht zeigt. StribrnhS Gärtnerei befindet sich in Kara nh. wo er ein Gut besitzt. Der Kläger bezog einen Lohn von 180 XL wöchentlich, eine einmalige jährliche Remuneration von 880 XL und 18 Prozent vom Umsatz. Nach Lösung des DienstberhältuisseS, das drei Fahre gewährt hatte, machte nun der Gärtner seinen Anspruch aufUeberstundenentlohnung geltend, dfe ihm vorenihalten wurde. Wie. die Silage aussührt, arbeitete Kläger, der ganz allein die ausserordentlich unrfangreichen Arbeiten versehen mußte,' regelmässig von 6 dis 10 Uhr und anSonn- t ä g e n, die für ihn niemals Freizeit waren, von 7 bis 20 Uhr.'-'Die Zahl der an Werktagen geleisteten Verhaftung eines Prager Advokaten. Gestern wurde der Advokat Dr. Paul ParkuS verhaftet, und dem Prager Kreisgericht eingeliefert. Dr. ParluS war- früher der Rechtsvertreter der D'o m ini ka n e r in Prag. Er wird beschuldigt, daß er, als der Orden die Geschäftsverbindung mit ihm abbrach, über den Verbleib von 1,680.008. XL nicht Auskunft geben konnte. Die Affäre zieht sich fest dem Jahr 1888 hin, immer wieder wurde dar Strafverfahren verschoben. Nun aber wunde ein Steckbrief gegen ihn erlassen, der zu.seiner Verhaftung führte. Tödliches Auto-Unglück bei Prag. Gestern, kam cs vor Auval bei Prag zu einem Autounglück. In der Richtung Prag fuhr in einem. Personenauto der polnische Staatsbürger L. Hörner, der in Wien wohnt und in Prag bei Verwandten zu Besuch weilte. Im Wäldchen bei Auval begegnete er dem Personenauto, der Direktors der Böhmisch-Broder Zuckerfabrik, Jnz. Franz Tlapäk. Das Auto wurde vom Chauffeur Bilek. gelenkt. Hörner wollte ausweichen, der Wagen geriet aber ins Gleiten und fuhr in das Auto TlapäkS. Hörner konnte nur als Leiche aus den Trümmern des Autos gezogen werden. Jng. Tlapäk wuvd-> schwer, seine Gattin und der Chauffeur Bilek leicht verletzt. Am Tatort traf eine GerlchtSkom- mission auS Böhmisch-Brod und die Prager Gen- darmeriefahndungSabteilung ein. Der 18jährige iu Chräst bei Chrudim geborene, derzeit im Nachtasyl in Vhsokanh wohnhafte beschäftigungslose Arbeiter Ccnek Kratochvil wurde gestern in Lieben, als er einem zweispännigen GcfLhrt ausweichen wollte, unter dem Eiscnbahnviadukt von einem infolge des schlüpfrigen Pflasters inS Schleudern geratenen Lieferauto erfaßt und an das Gefährt geschleudert. Bei der Ueberführung ins Allgemeine Krankenhaus ist Kratochvil seinen Verletzungen erlegen. Der Chauffeur des Lieferautos, B r a d ä ü, wurde ungehalten und das Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. machte.niemand anderer als der— Gerichtsvollzieher, der bei Streike! pfänden wollte und feitsststte, dass die Maschine.Ldegl" Nr. soundsoviel keineswegs verschwunden.und dst Entschädigung.«r» schlichen, war.. Der Angeklagte verteidigte sich nach zwei'verschiedenen Versionen, die beide gleich. merkwürdig anmuten. Zuerst erklärte, er, die Maschine' sei: tat«, sächlich gestohlen worden und er hübe von einem„lfrt* Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Smn-tag bekannten Mann"«ine andere.gekauft,, ohne zu 8: Jean, Gastspiel Kramer und-Glöckner.— SonN« e r k e»n e u, dass e» seine entwendete Maschine sei.! tag 8: Salzburg auSverkmift, 8rJean,— Gastspiel Nach seiner späteren Darstellung ging die Sache noch Krämer und.Glöckner.—■ Montag 8: Firma, Bankabenteuerlicher zu. Jener.unbekannte Mann" habe beamte 1 und'freier Verkauf.—> Dienstag 8: Ma« ihm die Maschiiie offeriert und ihm zum AuSprobie- i tura.— Mittwoch 8: Axel an der- Himmelstür.'— Donnerstag 8: Jean. Gastspiel Kramer-Glöckner.— Freitag 8:. Der Illusionist, voUStÜmliche Vorstellung.'EamStag haÄ 8: Wie er Euch gefällt, neuin- fzenstrt.— Sonntag 8: Unentfchuldigte Stunde, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner. Die tschechoslowakischen.Skimeisterschaften. ist Banskä Bystrica setzten am Freitag mit'dcm 18 Kilo- meterlauf der Männer und dem 8 Kilometerlauf der Frauen ihr Programm fort... An dem Männerlauf nahmen 118 Wettkämpfer teil, von denen der HDW-Sportler Äerauer als Sieger in 1:16:82.2' Std. horvorging. Bei den Frauen siegst Lelkovä (Slavia Prag) in 48:37.2 Min.— Am Donnerstag wurde die alpitie Kombination beeidet: bei den Männern gewann Bcrauer(HDW) und bei den Frauen Bcinhauerovä. Dio Europameisterschaften im Eiskunstläufen begannen am Freitag im Prager Winterstadion. Den, I Nflturwlssen$clianil(lic Kurzberichte Von E. Aldt Neues über die Wirkungsweise von Ultraviolett-Bestrahlung Bon der Erfahrung, dass, vorsichtig dosierte Bestrahlung mit ultraviolettem Licht günstige Wirkungen, auf den Kräftezustand dess menschlichen OrganiS« muS auSübt, macht man schon seit langer Zeit auS- gedelmten Gebrauch. Worauf aber eigentlich die kräftigende stüirkung beruht, darüber war bisher nicht viel bekannt. Exakte messende Versuche, welche auf die Feststellung abzielten, wie der günstige Einfluss auf den Körperhaushalt erreicht wird,, wurden kürzlich ,im Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Arbeitsphysiologie durchgeführt. Prof. Günther Lehmann be« richtet darüber ausführlich ist„Forschungen und Fortschritte". Nach diesen Ermittlungen wird«ine Steigerung der ArbeitSkapazilät und eine Verminderung. der Ermüdbarkeit erzielt. Die Feststellungen beziehen sich speziell auf körperlicheArbeit. Herztätigkeit und Atmung werden unter dein Einfluss der Bestrahlung ruhiger, der Blutdruck sinkt, die Schweissbildung während der Arbeit nimmt ab. Der ganze Organismus-arbeitet nicht nur ökonomischer, sondern, waS besonders wichtig'ist, er erholt sich nach der geleistest» Arbeit auch' schneller wieder ' Zum Zweck dcS EnergiegewinneS werden in den Zollen des menschlichen'Körpers, ganz besonders aber, in' den Muskelzellen/, ständig'organische Stoss«, die der Nahrung entstammen',^.verbrannt", d. h. unter Aufnahme von Sauerstoff. z» einfacheren chemischen Verbindungen, schliesslich zu Kohlendioxyd, abgebaut. Das ist der Vorgang der„Zellatmung". Je mehr Arbeit ein- Organismus leistet,' desto mehr Energie wird verbraucht,- desto mehr Stoffe müssen also verbrannt werden. Auch im ruhenden Organismus spielen sich selbstverständlich Verbrennungsprozesse ab Denn hört ein Organismus gänzlich auf: Energie zu erzeugen, dann lebt er'nicht mehr.. Jenes Mass von Verbrennung, das aych im ruhenden Organismus, bei möglichster Untätigkeit sämtlicher Organe noch festzusstllcn ist, nennt man den„Grundumsatz". Für den. gesunden Menschen'sind.die? Zahlenwerte deS Grundumsatzes genau bekannt und werden Pro Kilogramm Körpergewicht errechnet. Für ein und dasselbe Individuum ist er unter'gleichbleibenden Verhältnissen ein fast ganz konstanter Wert. Unter dem Einfluss der ultravioletten Strahlen aber sinkt.-r bedeutend. Gleichzeitig ändert sich das Verhältnis der bei der Atmung abgegebenen Kohlendioxyds zum aufgenommenen Sauerstoff. Aus der Grösse dieses Zah- lenverhältniffeS pflegt man Schlüffe zu ziehen auf da»„Brennmaterial",, d. h. darauf, welche-Naht rungSstoffe von den Zellen hauptsächlich veratmet, also zu Kohlendioxyd verbrannt werden. Für. den Fall der Ultraviolettbestrahlung nun. ergibt, sich, eine Zunahme der Kohlehydratverhrennung gegeHbee dem Fetwerbrauch. DaS Kohlehydrat, um welches eS sich hier handelt, ist das G l y,k o g e ns. die.sogenannte Leberstärk«. Ess wird ini Körper erzeugt,: in der Leber gespeichert und, nach Bedarf dürchden.Blutstrom-an die Orte dcS.,Verbraucher transportierst Nun konnte man feststellen, dab die Bestrahlung nicht nur einen Mehrverbrgüch, an, Glykogen, sondern gleichzeitig eine. Zunahme' der Glpkogenreserven im Körper bewirkt. Dadurch arheiten-.die Muskeln nut einem, besseren' Wirkungsgrad. Die Sauerstofflnenge aber,'dst.nach einer bestimmten Arbeitsleistung vom Körper ausgenommen wird, erweist-sich als fleiner, verglichen mit der normalen. Da»'bedeutet,- dass der Sauerstoff der Einatmungsluft besser'auSgenützf wurde, dab also der Organismus sparsamer gearbeitet hat. Im ganzen stieg di« Arbeitsleistung bei verschiedenen Versuchspersonen um40 bis 60 Prozent. .. Vstle Menschen.sind suggestiven Einflüssen außerordentlich zugänglich und, solche Einflüsse können sich auch in Stoffwechselvorgängen geltend machen. Um' derartige Fehlerquellen mit Sicherheit ausschaltcn zu können, wiederholst man bei-Personen, dst besonder» auffallend gute BersuchSresul» tate ergeben hatten, sämtliche'Experimente,, schirmte aber dst ultravwsttten Strahlen der Beleuchtungslampe ab, wa» vollkommen unauffällig geschehen kann, ha schon gewöhnlicher Fensterglas, die. ultravioletten Strahlen nicht mehr durchlässt. Der Erfolg war, wie vorauszuschen,«in vollkommenes Ausbleiben, der geschilderten Wirkungen undlieferteso eine Bestätigung der Resultate.-' Schlangengift gegen Schnupfen Eine trostreiche Nachricht für'alle jene, die häufig von dem so lästigen und quälenden Schnupfen heimgesucht werden: Nach Angabe de» Wiener-Arzte» Dr. Mechner kann Schnupfen, selbst in hartnäckigen Fällen, rasch geheilt werden durch, Anwendung einer Schlangengif.t-Salb'e. Dieselbe wirdeinfach in die Haut desOberarmeSeingerieben. Räch: kurzer Zeit sind alle Beschwerden des Schnupfens geschwunden, auch in jenenFällen.wo es sich nicht um«ine Erkältungskrankheit: sondern umi einen' Schnüvfen auf.nervöser Grundlage handelt. Die. Heilwirkung der Salbe beruht wahrscheinlich, darauf, dab.da» Gift eine Verengung der entzündlich'.erweiterten Blutgefässe der Rasenschstimhaut bewirkt. VeremsaaeirnMen. ' Freie' Bereinigung sozialistischer Akademiker' und Sozialistische Jugend.' Genosse Josef KrrLek wird' am SamStag,, den 6. d. R., um 11 Uhr in der Kleinen Aula des KarolinumS zum Doktor der Rechte promoviert. Wir ersuchen alle Genossen und Genossinnen,'welchen dies möglich'ist,, anwesend zusein..'- FaschingSball des Klub»' deutscher Buchdrucker in Prag am SämStqg, den 6. Feber, abends,8 Uhr, im. großen und kleinen Saale de» Deutschen Sand« werkervereineS in.Prag I!., Be SmeLkäch 22. Masken und Trachten erwünscht. Ballmusik der Kapelle Päpert.- Eintritt: im Vorverkauf XL-10.—,, an. der Kasse XL 18.—._■• Allgemeiner Angeftelltrn-Verband, Prag. Masken- und Kostümball. Devise:..,Mund um die Welt", am, 27..Feber 1887, im Heinesaäl, Fochova tk. Mit» ternachtS-ProgrammdeS Atuss. Einstiit XL 10,—. Kapelle Papert. Reklamationen: E. Strnad, Prag !!., Fügnerovo näm. 4. Der 17. Wasskenball per„Union der GeschLft». reisenden" unstr-der--Devise;:.„Eine' Rochttnder Hölle"- findet, apr 27. Feber d. J. im Lid'ov'tj büms Hybernskä. 7-, statt. Reflamätionen- im Sekretariat, Prag, N., Na Zbokenci 18. Tel. 47841^. 8908 8 Die erste Dampfmplkerei und Käserei ' in Grilzea, Bihnerwili«tar empfiehlt ihre ersUtlaMi. Erzeugnisse'|M Beachten’Sie die Sohutamarke t* Bezunsbedinflilnfl u h: Bei Zustellunu ins Haus oder der Bezug durch die. Post monatlich Xi! 16.—^vierteljährlich KL 48.^-. halbjähriA^XL 96>—.^ganzlähriü^ü'192.'—.^ Inserate'tv-rden^läut-- Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß- NNckstellmG von Manuskripten erfolgt nur bei ELnse'nbW der Netoürmqrken.—.Die Z^tungSfrankatur wurde von der Post- und Leleh .graphendirektwn mit Erlass Ar. 18.888/Vt 1/1980 bewilligt,— Ptuckerei: ,jOrbi»",. Druck«, Verlag»« und 8ettmgS-A.-G. Prag..>» W4;■