Sozialdemokrat 8entralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakifchen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag»glich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62— Telephon 83077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: KarlKern,Prag 17. Jahrgang Sonntag, 7. Feber 1937 Einzelpreis 7ö|(D(I jeiufchlleßk. 5 Heller Port») Aus dem Inhalt: Brand kehrt zurück? Antonescu verteidig! Seba Wirtschaft der Welt Sozialversicherungs- Briefkasten Nr. 33 in den Reihen der Regierungstruppen kämpfen. Die Amerikaner wurden in Paris von den französischen Linksorganisationen herzlich begrübt. * Valencia.(HavaS.) Der abessinische Prinz Gehvet, der Sohn Ras JmruS, eines der tapfersten abessinischen Stammesfürsten, ist in Valencia eingetroffen und erklärte, daß er in die Internationale Brigade cintreten wolle. Bayonne.(HavaS.) Der Verteidigungsrat der Stadt Bilbao teilt mit, dass der im Jahre 1001 in Eupen geborene Arzt Wolfram Ennat« ten hingerichtet wurde. Er wurde am 5. Oktober des Vorjahres mit der Waffe in der Hand an der Front von Ochandiano gefangen und vom BolkS- gericht in Bilbao am 11, November zum Tode verurteilt. Rußland an den Nlchtinterventionsaysschuß London, lReuter.) Der NichtinterveniionS- auSschutz erhielt eine Note der Sowjetregserung, in welcher diese den Wunsch auSspricht, an der internationalen Kontrolle der spanischen Küste teilzunehmen. Die Not schlägt vor, die Kontrolle zu koordinieren,, statt sie nach Zonen durchzuführen. Der letzte Antrag deS Ausschusses lautete nämlich In dem.Sinne, dass die einzelnen Zonen der Kontrolle der einzelnen Flotten anvertraut werden sollten. Die Sowjetregierung knüpft aber an diese Anträge nicht die Bedingung ihrer Zustimmung zum Plan des Nichtinterventionsausschusses, wie das Reuter-Büro erfährt. Erfolgreiche Abwehr der Angriffe bei Malaga Vordringen In das Ausgangsgebiet der Rebellen Barcelona. Reuter meldet von brr Frout bei Malaga, daß die heftigen Kämpfe ins- besondere im Abschnitt Marbella anhakten, wo die RegierungStruppen auf allen Höhen halten, welche Marbella und die Straßen In der Rich, tuns nach Estepona und Ofen beherrschen. Ob- wohl die Aufständischen beträchtliche BrrstärtuN- gen erhielten, wurde ihr Bormarsch ,um Stehen gebracht. Freitag tauchte bei Aliune in der Provinz Granada der Aufständischen-Kreuzer„Almirante Eervera" auf und bombardiert« die Straße, welche Malaga mit Almeria verbindet. Er wurde von RegierungSslugzeugen angegriffen und mit Bomben beworfen. Der Kampf dauerte S0 Mi- nuten. Bei Madri d sind nach einem Bericht der Regierungsjunta seit 24 Stunden keine grösseren Kampfhandlungen zu verzeichnen. Hingegen wird von der Front bei Oviedo gemeldet, dass dort heftige Artilleriekämpfe tobten. RegierungSartiNericn zerstörten die vor kur- zem errichteten Befestigungen, Eich Nachricht auS Andujar bestätigt die Einnahme LillafrancaS de Cerda durch die Re» gierungStruppen. Der Ort liegt ungefähr 28 Ki- lomcter nördlich von Cordoba. Die RegierungS- truppen belagern jetzt da- benachbart» Monter». -Damit dNngnrllie MMzen allf ein Gebiet'vor, da- sich feit Beginn deS Aufstandes in den Händen Queipo de Llanos befindet. Die republikanischen Truppen rücken ständig vor. Franziskaner-Mönch von Aufständischen hingerichtet Gibraltar. Der Mönch des Franziskaner« Ordens Revilla wurde von den Aufständischen vor einiger Zeit verhaftet. Nunmehr wurde er zum Tode verurteilt und die Hinrichtung wurde bereits vollzogen. Bor dem Militärgericht wurde >>r Mönch gefragt, ob er ein Gegner des Favismus sei. Revilla antwortete, dass er ein ein- rcher gläubiger Christ sei und dass er nur im Namm Christi gegen alle G.eueltaten und Ge- lonlttätigkeiten protestiert habe, die sich die Aufständischen an der Zivilbevölkerung zuschulden kommen liessen. Diese Aussage bezahlte der Mönch mit dem Leben. Amerikanische Freiwillige Paris. Samstag verliessen etwa 100 amerikanische Freiwillige, die sich aus dem Wege nach Spanien befinden, in. Le Havre.das Schiff und trafen mittags in Paris ein. Sie werden dort Eden äbgereiSf, ohne mit Ribbentrop zu verhandeln Die Arbeitslosigkeit Im Jänner um 50.000 höher als im Dezember, aber nm 180.000 unter der Vorjahrshöhe— Kleinste Zunahme seit 1930 Nach der Mitteilung des Fürsorgeministeriums betrug die Zahl der bei den öffentlichen Bezirksarbeitsvermittlungsanstalten gemeldeten nicht untergebrachten Bewerber am 31. Jänner... 608.381 am 31. Dezember.. 610.143. Die Arbeitslosenziffer ist also im Laufe des vergangenen Monats um 40.238, das sind 8 Prozent, gestiegen, sie ist aber bedeutend niedriger als in der gleichen Zeit der letzten Jahre, und zwar gegmüter 1033 um 204.304 gegenüber 1934 um 170.601 gegenüber 1938 um 149.624 gegmüber 1936 um 181.629. In den letzten Monaten ergaben sich beim Vergleich der Arbeitslosenziffern.mit den jeweils um ein Jahr zurückliegenden stetig wachsende Spannungen. Im Dezember 1986 war die Arbeitslosigkeit um 176.000 gegenüber Dezember 1085 zu- riickgegangen und diesmal ist die Differenz weiter, auf 181.000 gestiegen. Dies kann ebensowohl als Beweis"für die weniger kritisch gewordene Esttwicklung gelten wie die nachstehende Uebersicht über die in den Jännermonaten der Krisenjahre verzeichneten Zunahmen der Arbeitslosigkeit. Diese betrug im Jänner 1930....«■. 21.082 . Sänner 1931.... 73.947 Jänner 1932«. 0. 96.778 '; Jänner 1983. 126.464 Immer 1934... 58.995 Jänner 1935... 65.677 Sänner 1936,.. 55.603 Von allen Krisenjahren ist heuer die Zunahme der Arbeitslosigkeit im.Jänner am niedrigste n., ,Beträchtliche Unterschiede weisen auch die verschiedenen Länder auf. Die Zunahme beträgt in Böhmen 16.030.... 5.4% Mähren-Schlesien 11.333. 6.1% Slowakei. 20,140.•'•■.17.5% Karpathorußland 826.•.16.4%.- Ohne Zwejfel drückt sich in diesen Ziffern auS, dass die Beschäftigung der Jndststrie^staxk.genug gewordenist, um ein AuSsetzen pon Arbeitskräften in grossem Umfang zu verhindern; den-weit- aus üö-rwi-gend-n Anteil an der^Vermehrung der Arbeitssuchenden hat die Unterbrechung der im Freien-durchgeführten Arbeiten. London.(HavaS.) Samstag verlieh Aussenminister Eden London, ohne dass es zwischen ihm und dem deutschen Botschafter v. Ribbeistrop zu einer Aussprache gekommen wäre. Deutsche»kreise lassen durchblicken, dass im Laufe der Verhandlungen, die zwischen Ribbentrop und Lord Halifax, der Minister Eden für die Zeit seiner Abwesenheit von London vertritt, stattflnden sollen, !der Botschafter die Kolonialfrage nach ihrer (prinzipiellen Seite hin aufwersen und dass andererseits wiederum ein Meinungsaustausch über, die Locarno-Probleme stattfinden tzönnt«. Hiezu wird mitgeteilt, eS sei unwahrscheinlich, daß eS Ribbentrop gelingen würde, Verhandlungen über die Kolonialfrage in Fluh zu bringen, und«£ heißt, daß Ribbentrop dir Dinge falsch sähe, falls er annehmen sollt«, daß dir Abwesenheit EdenS zu einer Aenderung der grundlegenden britischen Dispositionen führen könnte. Deutschland hätte«ine sehr falsche Berechnung angestellt, tvenn cs glaubte, daß eS beim konservativen, oder rechten Flügel der Regierung größere Sympathien für seine Kolonialfordernngen finden würde. Auch wenn zahlreiche Persönlichkeiten dem Misstrauen Deutschlands zu den Sowjets znstim- men, so bleiben diese Persönlichkeiten dennoch Hüter der englisch e n Traditionen. Der konservative Parlamentsausschuss für Angelegenheiten deS Britischen Reiches hat in seiner Sitzung am Montag neuerlich seinen gegnerischen Standpunkt zu jedem kolonialen Zugeständnis erhärtet. In Paris herrscht die feste Ueberzeugung, dass England in der Kolonialfrage nichts ohne ein Einvernehmen mit der französischen Regierung unternehmen werde. Es wird der. bisherige geineinfame feste Standpunkt der beiden Regierungen hervorgehoben, dass.die Regelung der Kolonialfrage nur'im Rahmen einer Gesamtregelung der europäischen Angelegenheiten gesucht und gelöst werden könne, die in der letzten Zeit die Minister Eden, Blum und DelboS sowie andere verantwortlich« englische'und französische Staatsmänner ausdrücklich erklärt'haben. Beschleunigte englische Rüstung London.: Der englische Minister für. die Organisierung dxr Verteidigung Jnspik erklärte; Ich hoffe, dgss wüt Engländer nie istehr einen solchen Fehler begehen werden, der fifr Unseke Verteidigung. Pnen.derartigen Zustäpd des Verfalles bedeuten würde, wie es vor zwei Jahren der Fall war. Es ist eine zwar in der besten Absicht gemachte teuere Erfahrung, aber sie lastete Dutzende von Millionen, um das Voll wieder e i l i g st aufzurüsten. Der Minister gab bekannt, dass einige seiner Kollegen mit den Repräsentanten der Arbeitgeber und der Arbeiter der Gewerkschaftsorganisationen darüber verhandeln, wie die zur Verfügung stehenden nichtqualifizierten Arbeiter ohne Schädigung des Programms für den Bau von Vollshäusern oder des Regierungspro- grammS von.Fabrikbauten für die Rüstungsindustrie verwendet werden könnten. Er fügte hinzu, dass die Aufrüstung nicht der Endzweck ist, sondern dass sie Hand in Hand mit einem Programm der Beruhigung gehen müsse, das nicht nur das britische Voll, sondcm auch die übrigen Völler der Welt zufriedenstellen würde. Auch wenn der Begriff des Ueberfalles definitiv auS der britischen Politik verschwinden würde, so ist Minister Jnspik der Ansicht, dass der Begriff der Verteidigung, wie niemals zuvor, fest in den Sinn der« Nationen eingeprägt ist. Kein Zutritt für Hltlergriißer „Der Lord läßt steh entschuldigen. Er ist zu Schiff nach Frankreich." Edens Urlaub Die sonderbare Art, in der die englische Politik auf di« Rückkehr deS deutschen Botschafters Herrn v. Ribbentrop aus Berlin reagiert hat, erregt berechtigtes Aufsehen. Während am Donnerstag die englischen Zeitungen berichteten, dass Herr v. Ribbentrop in London eingetrofsen sei, um sich beim König vorzustellen und dann mit Eden über die letzte Hitler-Rede zu spreche», meldeten sie einen Tag später, dass Ribbentrop bei der Königs-Audienz einen unliebsamen Zwischenfall durch Ausbringen dos Hitler-Grusses hervorgerufen habe und dass Mr. Eden beschlossen habe, auf Urlaub zu gehen. Inzwischen ist nun klargestellt, dass es sich um einen„Erholungsurlaub" und nicht etwa um eine Krankheit des englischen Aussenministers handelt, dass er diese» Urlaub in Frankreich verbringen und zu Aussprachen mit Blum uird DelboS benützen werde — und dass Herr v. Ribbentrop seine Erklärungen über die Hitler-Rede nicht Eden, sonder» dessen Stellvertreter Lord Halifax abgcbcn wird. Und da dieser Lord Halifax seit langem als der Mann im Kabinett Baldwin gilt, der Hitler ant geneigtesten ist, entsteht der Verdacht, dass man Eden auS den Verhandlungen über die Kolonialforderungen und die aussenpolitische Stellung deS Dritten Reiches ansgeschaltet hat. Tatsächlich deutet alles daraus hin, dass das Werben der bit- lerdeutschen Aussenpolitik um England jetzt in ein entscheidendes Stadium getreten ist. Die Rede Hitlers am 80. Jänner, in der er weder auf die Vorschläge Lson Blums noch aus die von der reichsdeutschen Presse zum Hetzgegenstand gemachte Tschechoslowakei einging, bewies, dass er sich von einer diplomatischen Sprengung dcS französisch-tschechoslowakisch-russische» Bündnisses nichts nehr verspricht. Die aggressive Art aber, in der er auf die letzte versöhnlich gehaltene Rede deS englischen Aussenministers Eden erwiderte, liess vermuten, dass er einen diplomatischen Vorstoss auf die englische Aussenpolitik vorbereite. Und diese Vermutung ist durch Ribbentrops Auftreten in London bestätigt worden, ein Auftreten, das auch«in im Sekthandel und in der Nazi-Partei geschulter Diplomat nicht anders als provozierend gemeint haben kann. Wenn der Gesandte einer Regierung, deren Oberhaupt soeben de» englischen Aussenminister öffentlich verspottet hat, nach England kommt, um diese Rede zu erläuterte und dabei nicht«in« Entschuldigung seines Chefs vorbereitet, sondern beim Besuch des Königs ein Heil auf seinen Führer ausbringt, dann kam« über sein« aggressiven Absichten kein Zweifel bestehen. Uird der Wunsch EdenS, diesen sonderbaren Abgesandten nicht zu empfangen, ist durchaus begreiflich. Beunruhigend ist nur, dass die Folge dieses Wunsches nicht ein Zurückwetchen Ribbentrops, sondern«in AuSlvcichen Edens ist. Ist sein Erholungsurlaub, ist diese Flucht nach Frankreich ein Vorspiel seiner Abdankung? Man wird diese Frage znnächst mit Nein beantworten müssen; denn dass Eden den Weg nach Frankreich antritt, bedeutet ja nicht, dass er die traditionelle Route aller England-Flüchtigen einschlägt, sondern dass er sich auf die Stätte seines grössten, wenn nicht einzigen Erfolgs begibt. Die Annäherung der englischen und der,fcun- zösischen Aussenpolitik unter der Regierung Blum war die einzige Genugtuung, die Eden nach dem Kampfe um Abessinien erleben konnte. Und dass zur gleichen Zeit auch der bisherige englische Botschafter in Berlin, Sir Eric PhippS, von Berlin nach Paris"übersiedelt, deutet darauf hin, dass der Plan besteht, den Schwerpunkt der englischen Aussenpolitik noch mehr als bisher nach Frankreich zu verschieben und die fruchtlosen Bemühungen um Hitlers Einsicht allmählich aufzugeben. Die Frage ist freilich, was hinter Edens Stücken geschehen wird. Denn schon damals vor einem Jahre, als Eden noch durch' Verbindung, der britischen WeltreichSinteressen.mit dem Interesse deS Völkerbundes die Schlacht gegen Mussolini gewinnen wollte, hat es sich gezeigt, dass Edens Macht im Kabinett Baldwin begrenzt war. Gegen Eden stand die Front jener englischen Konservativen,, die in der Wiederherstellung des guten Einvernehmens mit Italien die beste Sicherung' Englands im Mittelmeer und den.wirksamste». Schutz Westeuropas vor einem deutschen Angriffs zu sehen meisten: die Front, die im Kabinett durch Sir Samuel Hoare und Neville Chamberlain' vertreten ist, die beim Hoare-Laval-Abkommen' verstiess und dann, nach vorübergehender Niedrr- ! läge, sich bei der Zurücknahme, der Sanllionen Seite 2 Lonning, 7. Fever 11)37 Nr. 33 itttb lürzlich bei dem seltsamen„Gentlemans agrqement" durchsetzte. Ms ihr scheint Eden seinen-Frieden gemacht-zu habent aber nun ist die ipveite Front an der.Reihe: bi$ Front der Hitler- Freunde, die in der Regierung durch den genannten Loiid Halifax und Sir John Simon vertre» ten, autzerhalb des Kabinetts von Lord London- derrh nm sichtbarsten repräsentiert wird. Die Vorgänge der letzten Zeit lasten vermuten, düst Ribbentrop diese Clique sehr intensiv bearbeitet bat, um jetzt mit ihrer Hilfe den grohen Vorstost zu wagen, der auch propagandistisch seit einiger Zeil sehr eifrig vorbereitet worden ist. Wer zum Beispiel die aussenpolitischen Leitartikel des Herausgebers der Wochenschrift„Observer", Mr. Garvin, verfolgt hat/ in denen die Athese vertreten wurde, das; England in Osteuropa überhaupt leine Interessen habe und nicht den geringsten Anlast, einem Vorstoß gegen die Sowjetunion in den Rücken zu fallen, wer ansterdem weist, dast der frühere Genetalmajor Fuller(jetzt Mitglied der Mosley-Faschisten) jüngst ei» Buch erscheinen liest, das unter dem Titel„Der erste Bölker- bnndSlrieg" ans dein abessinischen Konflikt die Lehre zieht, dast der Völkerbund eine kriegshetzerische Einrichtung, und die faschistischen Mächte die Vorposten der Ordnung und des Friedens sind, der ist sich klar darüber, dast hier eine Art Verschwörung am Werke ist, die sich gegen die auf der VülkerbundSidee fastende und gegen die faschistische Expansion gerichtete Politik EdenS wendet. EdenS Aktivität war immer durch die Rücksicht auf den Ilinstand gehemmt, dast England noch nicht gerüstet war, um Entscheidungen säl- - leit zu können, ein Umstand, den der Zauderer Baldwin innner wieder als Argument benützt hat. Je mehr sich nun der März nähert, der den Ab- schlnst des ersten grosten RüstungSprogrammS der Baldwin-Regierung bringen soll, um so mehr spitzen sich die Dinge zu: und auch der Vorstost Ribbentrops ist sicherlich im Hinblick auf den nahenden Augenblick beschleunigt worden, der für England vielleicht den Beginn einer neuen austenpolitischen Aera bedeuten wird. Man gibt sich in Berlin offenbar keinen Illusionen darüber hin, wie Eden Über einett zukünftigen Angriff Deuisch- landS auf Osteuropa denkt. Gewist hat er"englische Verpflichtungen— getreu dem Grundsatz der konservativen Partei— nur für Frankreich, Belgien und Holland anerkannt, aber da Frankreich mit der Tschechoslowakei und mit Rustland einen Beistandspakt geschlossen hat, würde England als Schützer der französischen Grenzen beim AuSbruch eines osteuropäischen Krieges nicht neutral bleiben können, und Edens viel beachtete Rede in Bradford, in der er Hitler vor einem Konflikt im Osten lvarnte, hat diesen Gedanken bestätigt. Das; der Schlverpunkt der Edenschen Aühenpolitlk'in Frankreich liegt: macht ihn.Hitler und seinem britischen Freunden begreiflicher-: weise unangenehm. Zugleich aber bringt es ihm iinmer deutlicher die Unterstützung von Leuten ein, die ihn früher wenig gefördert haben, von Leuten wie Winston Churchill und dem früheren Autzenminister Austin Chamberlain, die zwar innenpolitisch als Reaktionäre gegen die Baldwin- Regiernng oft opponieren, die englisch-französische Entente aber mit leidenschaftlicher Zustimmung begrüben und propagieren. Dast Hitler und Ribbentrop durch die Kolo« nialforderung die. britischen Imperialisten, also gerade die äusterste Rechte, nicht freudig überrascht haben, bedarf keiner Begründung. Die Absicht ist aber ivohl, diese Kolonialforderung nur als Erpressung zu vertuenden. Gegen Zustche- Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Friß: Rosenfold Frau Finsterbusch legte die Handarbeit auf den Tisch, stand auf, beugte sich über die Wiege, „Ich rate dir, deine dumme Eifersucht endlich zu begraben", sagte Finsterbusch.„Du hast wahrhaftig lein Recht, mir Vorwürfe zu machen". „Ich sag' ja nichts", gab Frau Finsterbusch zurück.„Ich sag' gar nichts mehr".. lieber den Hof schlich der erste Schatten. Wollen zogen über den Himmel, von fernher grollte der Donner. Als Finsterbusch das Zimmer verliest, schlugen die. ersten Regentropfen schwer und dumpf aust das Pflaster des Hofes auf". » Drexler kam auch heute nicht. Billy brachte. Carola bis an ihre HauStüre, dann fuhr er in die„Bajadere". Drexler fast an einem kleinen Tisch in der erste» Reihe, fuhr zusammen, als er Billy sah, lud mit einer Handüewegung ein/ sich neben ihn zu setzen. „Was ist denn los, Billy?" fragte er. Die Tänzerin klapperte mit den Kastagnetten, vom Tanzparkett, das im Licht roter Scheinwerfer lag, strahlte ein schwacher Widerschein in den Saal. „Ich hab' einen. Brief bekommen. Ich"soll etwas abliefern. Du hast mixnicht» gegeben. Du hast dich eine Woche nicht sehen lassen".! „Es ist nicht glatt gegangen. Ich glaub, sie galten Verdacht. Ich must noch warten*. rung einer englischen Nichteinmischung im Osten dürste Ribbentrop bereit lein, die Ansprüche, auf Kolonien aufzugeben: E» hängt viel davon äb, ob die englischen Koriservatiben,— bi» auf jene relativ kleine Clique, die sich zu Hitler» Vorspann gemacht hat ein so plumpes Erpressungsmanöver nicht mit einer sehr entschiedenen Ablehnung beanttvorten werden,, und ob nicht selbst Lord Halifax es als unmöglich empfinden wird, eine Rolle in diesem Spiel zu übernehmen. „Warum versprichst du Hegeberg dann die Papiere?" „Ich brauche Geld von ihm. Ich hoffe immer,«S würde am nächsten Tag möglich sein. Pechserie, Billy". Die Tänzerin fing mit geöffneten Armen den Beifall auf, der ihr entgegenschlug. Sie knickte tief ein, verschwand, der Saal lag wieder im Licht. „Kostet sie dich soviel Geld?" fragte Billy.- -ES war besser, er sprach mit Drexler offen. E» Ivar besser, Drexler erkannte, dast Billy nicht nur ein kleiner Chemiker war, den man in der Dunkelkammer gebrauchen konnte, dast er auch Augen im Kopf hatte und nicht blind durch die Welt lief. Drexler schwieg zuerst. Dann sagte er schnell, die Worte überstürzten sich, er bemühte sich, leise zu sprechen, aber in der Erregung schwoll seine Stimme an:- „Sie hat mich in der Hand, Billy, Ich licke" sie, sie lickt mich nicht. Sie weist alle» von nttr," ich weist nichts über sie. Ich glaube, Billy", ich hab das Spiel verloren?. «Unsinn, Ludwig. Du wirst wieder-von ihr loskonnnen—* „Da» werd« ich nicht. Du kennst diese' Frau nicht." Billy sah sich usu. Die Tische rechts und links waren dicht besetzt, da» Orchester schwieg, Kellner liefen hin und. her.- „Wir können hier nicht darüber sprechen. Ich warte"drüben im Cafe. Wie lange mußt du hier bleiben?" „Nach der letzten Nummer bringe ich sie nach"Hause. Dann" hole ich dich im Cafö ab". Billy ging, das kleine Cafö gegenüber war .leer, er kauerte in esnem Winkel, die Kellner schnarchten. Das Gewitter war"einem Landregen gewichen, leis« trommelten die Tropfen gegen die Scheiben, da» Licht der Strytzenläternen brach sich in der Feuchtigkeit der Luft und bildete upt die Birnen gelbe Kugeln.'". Ribbentrops Vorgehen.beweist, dast er alles 'auf«ine Karti gesetzt hat. Wenn er diesmal da» Spiel verliert, dann ist.Hitler».-Hoffnung auf England» Neutralität endgültU zuschanden' geworden. Und es kann geschehen, dast Edens Flucht nach'Frankreich nicht'mit- der" Abdankung de» englischen Austeiuninister», sondern mit einem erfolgreichen Vorstost der englisch-französischen Entente gegen die britischen Hitlerfreund« enden wird. " Zwei Stunden fast Billy im Cast..Die Kell, ner stellten bereits die Stühle auf den Tisch, die Scheuerfrau brachte ihre Requisiten; da zahlte Billy und ging auf die Straste. Er schlug den Weg in seinen Wohnbezirk ein, al» Drexlers Auto anfuhr. Er sprang in den Wagen, Drexler steuerte durch die Stadt, zu den Vororten, fuhr auf die Landstraste hinaus, liest den Wagen langsam über da»«gmfunlelnde. dunkelgraue Steinband gleiten. Er starrte geradeaus, er wandte keinen Blick vom Weg,'als er zu sprechen anfing: „Als ich daS erstemal,' bei ihr war, vor ün- gefähr sechs Wochen, sagte sie mir in» Gesicht,, sie Wüsttck, dast ich ein Spion sei und. Kopien der Papiere, die ich in die Hand bekomme, an Hegeberg verkaufe. Sie wolle schwelgen, wenn ich mich bereit erklärte, ihr Mitteilungen über Hegckerg, Mer unsre Formationen, den MannschastSstand, über die Bewaffnung und die militärische Schu« lung der Truppe zu machen. Mir blieb nicht» anderes übrig, als auf ihren Vorschlag einhugehen. .Ich gab ihr die Kopien einiger Schriftstücke, sie gab mir dyfür Geld. Das Geld bekam sie in der Gestalt von Juwelen und Kleidern wieder zurück. Für wen sie die Angaben brauchte, warmir rätselhaft; unsere Behörden haben genug Spitzel in 'den Organisationen und sind über all« Einzelheiten informiert. Ihr« Auftraggeber mußten 'also im Ausland sitzen. Du weitzt, datz man im Ausland unsre militärischen- Vorbereitungen genau beobachtet, weil man die Existenz unsrer Truppe für eine Verletzung der Friedensverträge hält. Ich hätte sie der. Polizei änzetgen können, dann hätte sie. mich angezeigt; ich liebe sie, und der Gedanke, sie zu berlieten, war mir damals so'uneriräglich, wie.er es heute ist, Ich hatte mich schön damit abgefunden,, sttr...diese".Frau esn« Schurkerei zu begehen; al».ich dahinter kam,'dast sie nicht,fair spieli.Unier den Papiere»: die Haeberg von mir haben wollte, sand ich diese Woche einen Plan, der eine plumpe-Fälschung".darstellt. Dr. Ernst Paters, der künftige Vizepräsident des Landesamtes für Böhmen Prozeß wesen Militärverrat Brünn. Der Senat des Kreisstrafgerichtes in Brünn für Angeleoenheiten de» Militärverrates verurteilte Samstag»ach viertägiger, ge- heiiner Verhandlung 0 Personen, die des Verbrechen» de» Militärverrates, beschuldigt worden Waren, u. zw. Wilhelm Lüttger zu 8 Jährest schweren Kerkers und 1000 Kc Geldstrafe, Josef Spatschek-zu 12 Jahren schiveren Kerker» und 8.000 Ki Geldstrafe, Frastz Freister zu 8 Monaten schiveren Kerker»" und 2000 XL"Geldstrafe, -Johann Keller zu 10- Monaten schweren ,i" kers und 2000 KL Geldstrafe, Wilhelm Galust., a-zu 4 JahreN schiveren Kerker» und-1000-KL-Geldstrafe und Heinrich Stiellestburg-zu 8 Jahren schiveren Kerker»'und 8000- KL Geldstrafe. Ursprünglich waren 10 Personen angeklagt, von denen 4 freigesprochen wurden. Alle Verurteilten verlieren'die bürgerlichen Rechte: Der Siaats- amvalt meldete die Nichtigkeitsbeschwerde gegen das freisptechenide"Utteil und die Berufung gegen da» Strafausmass der Verurteilten Lüttger, Spatschek, Galuschka und Stiellenburg an. Ministerantworten auf TdP-Beschwerden. Unter dem Titel„Sind die Deutschen in" der Tschechoslowakei unterdrückt?" sind im Orbi»- Verlag in Prag eine Reihe ministeriel^r Reden erschienen, die eine Antivort auf Beschwerden der SdP darstellen. In der Sammlung sind vertre» Dx.,Lodj^'JuM« .min'nter.,DrI'D R.T«eil und WinstoN T hu rchi11 für die Konservativen, Lloyd George für die Liberalen, C. R. Attlee und Hugh Dalton sür die Arbeiterpartei aufzählen, geht ein Aufruf zurück, der in beredten Worten der Weltöffentlichkeit die, überaus große Bedeutung des Völkerbundes für die Rettung des Weltfriedens vor Äugen führt.und angesichts der verschiedenen Vorschläge zur Reform des"Völkerbundes nachdrücklich davor warnt, bei dieser Reform die Bestimmungen über die friedliche Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten abzuschwächen.. An Frankreich haben sich dieser Aktion, ebenfalls hervorragende Politiker angeschloffen,"wie H e rri o t, Pierre C o t, Paul B o n c o u.r, G r u m b a ch, und auch in der Tschechoslowakei finden wir auf der Liste derer, die den Ausruf unterzeichnet haben, hervorragende Vertreter der Politik sowie Schriftsteller und die Vorsitzenden großer gesamtstaatlicher Verbände. Von deutschen Sozialdemokraten haben den Auf- "ruf die Abgeordneten T a u b und Jaksch unterschrieben. i In dem Ausruf wird darauf hingewiesen, daß es möglich ist, einen Krieg zu vermeide» und den Frieden dauernd zu bewahren, wenn, nur jene Staaten, die Mitglieder des Völkerbundes find, fest entschlossen bleiben, die aus dem Pakt «rfließenden Verpflichtungen zu erfüllen und alle Maßnahmen, und zwar im Falle der Notwendigkeit auch solche militärischer Natur, zu treffen, um"einem Angriff vorzubeugen oder ihn zu unterdrücken. Nur auf diese Weise kann eine friedliche Lösung der internationalen Konflikte erzielt werden. Wenn alle Mitgliedsstaaten des Völkerbundes sich zu dieser Politik vereinen, dann werden sie zusammen ein derartiges Uebergewicht haben, daß nieniand— auch wenn man ihm sonst einen Angriff zutrauen könnte, sich zu dem Abenteuer entschließen, wird, die Bereinigung von Mißverständnissen und Streitfällen auf friedlichem"Wege abzulehnen. Deshalb sollen im Rah- wen des Bölkerbundpaktes wirksame Maßnah- men für die friedliche Beilegung aller internationalen Spannungen getroffen werden, die Anlaß zum Kriege geben könnten. Den neueste'. Trick der Kommunisten, welcher ihnen aus einer verzweifelten Situation herauS- helfen soll, hat sich die Gewerksschassbewegung zum Objekt ausersehen. Mit den von unzähligen frü« Heren Versuchen schon bekannten Mitteln und Mittelchen trachten sie, in die festgefügten Organisationen der Gewerkschaften ihre Zellen zn schmuggeln. Diesmal treibt sie aber nicht nur der alte und:, immer" wieder unerfüllt^ gebliebene 8Üunsch',"'init'Hilfe anderer"und auf ihre Kosten zu Bedeutung zu gelangen, sondern auch dar.Bewußtsein, daß" sie"ihre verkrachte Wirtschaft'nicht anders retten können. Sie werden auch diesmal keinen Erfolg haben und werden sich davon überzeugen müffen, daß auch die klingendste Parole wirkungslos bleiben muß, wenn sie aus durchsichtigen egoistischen Beweggründen aurgegeben wird.'• fudetendeußdier Zcitepiegc f Außenminister Antonescu weist die Angriffe auf den Gesandten Seba zurück lich« Arbeiten vermittelt das Schiedsverfahren. In Paris und Umgebung sind heute einige neue Streiks in der Lebensmittelbranche, in der Bauindustrie und auch unter den Dockarbeitern ausgebrochen. .. Bukarest. In der samstägigen Kammersihung beantwortete der rumänische Außenminister An- toneScu. die an ihn gerichtete Anfrage über das Buch des tschechostowakffchen Gesandten Seba. Außenminister Antontseu erklärte zunächst, daß ec nur durch seine Erkrankung verhindert gewesen sei> diese Anfrage sofort zu beantworten. Er bedauere, daß ein geachteter Diplomat.eines befreundeten.Landes-in di« Kammerdebatte einbezogen worden sei. Er wäre, glaube er, den Umständen angemessener gewesen, wenn die Herren, welche mit.dem Jnhalfe eines in Rumänien wenig bekannten Buches vertraut sind, ihre Kritiken dem Außenminister mitgeteilt hätten, ehe sie eine öffentliche Diskussion. hetbeigeführt haben. Der Minister bat die Kammer'vor allem, die außerordentlichen Verdienste in Erivägung zu ziehen, welche Gesandter S« b a in so vielen Fällen sich nist Rumänien'erworben hat sowie di« Tatsache, haß er es tzerstanden hat," fast ununterbrochenbi« Beziehungen zu entwickeln, die Rumänien und die Tschechoslowakei so eng' verbinden.(Änhaltetidei Beifall aüf" den Bänken der Regierung-- und oer Bauernpartei.). Es ist nicht gut und nicht richtig, fuhr Misti« ster Antonescu fort, wenn in einem Augenblick, in welchem sich die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern in so vvllkommener und fruchtbare« Harmonie vollziehe(Beifall bei der- Regierungspartei'und der>Nationalen Bauernpartei), in einem Augenblick, in. welchem wir bei der Prager Negierung«in solches Verständnis für Unsere Be- dürfniffe und so effektiv«, Hilf«'.für. di« rascheste AUSrÜstungunsereS Landes finden, wenn in einem solchen Augenblick der Bukarester Vertreter der Tschechoslowakischen Republik ist Unserem. Parlament angegriffen wird. Herr S« b a hat unser ganzes Land binnen- zulernen sich beryM, Herr Seba hat in so vielen Zusammenkünften) die Jügcnd und dl« Jntrlll- geitz auf die Notwendigkeit der rumänifch-tschecho- slowakischen Zusammenarbeit hingclenkt, er hat eSverstanden, hie großen Ziele, der Kleinen Entente in wärmster Weis« darzustellen. Ein solcher Mann kann.wissentlich ein Völk, dem er in Liebe zugetan ist, nicht beleidigen. DaS Studium des überaus umfangreichen Buches des Gesandten Seba erfordert Zeit.. Außenminister Antonescu bat die Kammer, ihm diese notwendige Frist zu gewähren.(Beifall auf den Bänken' der Regierungspartei.) Danziger Kathollkehfölirer verhaftet Warschau. Der Führer des katholischen Zentrums in Danzig, Dr. St a ch n i tz, ist von der Danziger Polizei verhaftet worden. Es befinden sich demnach bereits, alle Führer der Oppositionsparteien in Danzig in Haft. Das Organ der katholischen Partei,„Volkszeitung", die vor sechs Monaten verboten wurde und heute wieder erscheinen, sollte, ist nicht erschienen! Herausgekommen ist dagegen die„Nationalzeitung", die ebenfalls vor sechs Monaten verboten wurde. Sie ist das Organ jener Element« der deutschnationalen Partei,"welche sich nach und nach den Nationalsozialisten angeschloffen haben. Der Danziger nationalsozialistisch« Führer Forster erklärte, daß praktisch keine Opposition anderer. Parteien mehr existiert Die Politik der nationalsozialistischen Partei habe erfolgreich die Einmischung des Hohen Kommissars des Völkerbundes in die inneren Angelegenheiten Danzigs abgelehnt. ' Pariser Taxistreik unverändert Paris. Der Teilstreik) der Pariser Taxi« .chaufseurst dauert an. Gestern, und auch heute ist kein einzige» der 2080 Taxameter der Gesellschaft"„Eitax"^ausgefahren. Die Chauffeure sind mit dem" Personal der Garagen ist der Anzahl von 1800 Personen solidarisch," die die Direktion zu entlassen beabsichtigt. Der Minister für öffent- Goebbels etwas zahmer Keine„rassischen“ Flugplätze mehr Berlin. In der Rode, die der Propagandaminister Dr. Goebbels in der Hanseatenhalle in Hamburg gehalten hat, kanr der Minister auch auf die Tschechosloivakei" zu sprechen und sagt«: Man wirft uns vor, wir unterminieren den Balkan, wir hätten TItuleScu zum Sturz gebracht, wir versuchten die Kleine Entente zu sprenge», wir nähmen Griechenland und Jugoslawien unter unsere.Fittiche. Nein, nichts von alldem. Die Völker werden allmählich wach, sie sehen nun, was gespielt wird. Wenn man«ns Deutschen zum Vorwurf macht, daß wir entweder gar keine oder nur sehr unfreundliche Worte über die Tschechosloivakei fänden, so ist das darauf zurück- zuführen, daß wir den Eindruck hoben, daß ihr Militärbündnis mit Moskau ein« große Gefahr für Westeuropa darstellt."Wenn die tschechoslowakischen Staatsmänner uns entgegenhalten, daß es sich bei der Anlage ihrer Flugplätze nicht um rote, sondern um ffchechoslowakische Flugplätze handelt, so ist das ja ganz unerheblich. Es kommt nur darauf an, imim man die Flugplätze letzten Endes zur Verfügung stellt. Praktisch ist heute die Tschechosloivakei das Flugzeugmutterschiff Moskaus. Wim. Samstag drang die Polizei in ein Kaffeehaus im 7. Bezirk ein und verhaftete neun Personen wegen kommunistischer Propaganda. Gleichzeitig verhafet« die Polizei einige Kummu- nisten in der Kanzlei" einer Filmgesellschaft in dem gleichen Bezirk. Berlin. Wie man inshiesigen politischen Kreisen hört, beabsichtigt Reichsaußenminister von Reurath, demnächst Wien zu"besuchen. , Tokio.(Domei.) Politische Kreis« setzten voraus, daß" die Regierung gezwungen sein wird, den Kaiser zu ersuchen, da» Abgeordnetenhaus um. weiter« zehn Tstge zu vertagen, weil e» der Regierung nicht gelingen, dürft«, den Budgeteniwurf für die .Steuerreform vor dem 12..Feber einzubriqgen. Johann ProSke ein Sechziger. In Troppau feierte dieser Tage Johann ProSke seinen sechzigsten Geburtstag. Schon mehr als vierzig Jahre steht ProSke in der sozialdemokratischen Bewegung. Seine Gesinnung brachte ihm vor dcmKriege viele Verfolgungen ein: er wurde von cineni Arbeitsplatz zum anderen gejagt. Schließlich wurde er 1908 Sekretär der neugeschaffenen sozialdemokratischen Parteibezirksovganisation Würbemhal. Bor allem in dieser Funktion arbeitete er mit Oswald Hillebrand znsanunen. 1908 siedelte er in das Landessckretariat der. Partei nach I ä- gerndorf über. Hier übernahm er auch die Redaktion der„Volkspresse". Als diese 1910 in Troppau herausgegeben wurde, siedelte er nach Troppau über, wo er noch heute Ivirkt. Proskes Wirken beschränkte sich hier nicht aus die Zeitung. Er kümmerte sich buchstäblich um atlcs: um die Parteiorganisation, die Gewerlschaftcu, die Druckerei. Besonders im Kriege, als alle Ver- mitwortung für die Partei und ihre Einrichtungen auf seinen Schultern ruhte, leistete ProSke übermenschliches, ohne auch nur einmal mutlos und ungeduldig zu werden. Sein Glaube und sein Frohsinn halsen ihm über viel« Schwierigkeiten | hinweg. Aber di« Anstrengungen im Kriege untergruben die Gesundheit des Unermüdlichen. Er mußte sich nach Kriegsende aus der vordersten Lin!« zurückziehen, ohne jedoch seine Arbeit für ' die Bewegung vollkommen auszugeben. Proske betreut heute noch das Sekretariat der freige- workschaftlichen Organisationen.— Die ganze sudetendeutsche Arbeiterbetvegung wünscht Johann ProSke noch recht viele Jahre glücklichen, zufriedenen Lebens und dankt ihm für das, was er bisher für sie getan. Wieder ein Einbruch in eine KonfnmvereinS- filiale. In der Nacht vom 5. zum d. d. M. Ivurde in die Filiale des ArbeiterfonsumvereinS Bode n b a ch im Hause„Hainfeld" am Graben ein frecher Einbruch verübt. Die Diebe waren von» Hose auS durch das Fenster in den Abort eingedrungen, hatten dann die Tür zum Magazin eingedrückt und tvaren dann"in den Lade» gelangt. Hier stahlen sie aus einer Schublade die eiserne Händkaffe mit 2600 XL Inhalt. Alles andere ließen sie unberührt. Es wird angenommen, daß die Diebe genaue Lokalkenntniffe hatten. Die Kri- minalabteilung der Staatspolizei leitet die Nachforschungen. Der Konsumverein ist durch Versicherung vor Schaden geschützt, n Tritt 4 Sonntag, 7. Feber 1037 9Ir. 33 ÄMsneuiAkeltm Mauren ohne Ramadan Ramadan, das ist der Kalendermonat des Mohammedaners, in dem er von Tagesanbruch — vom Augenblick, in dem er einen schwarzen Faden von einem weißen unterscheiden kann— bis zum Sonnenuntergang fastet und dürstet. Solange die Sonne am Himmel steht, entsagt er dreißig Tage lang allen leiblichen Genüssen und eL ist verständlich, daß in diesem Monat auch jede Arbeit auf ein Minimum beschränkt bleibt. Ist der Mohammedaner als Söldner für einen Krieg der Ungläubigen geworben, so wird er kaum für die Papierscheine der Fremden feine Seligkeit auf das Spiel sehen. Er wird die Vorschriften deL Korans nach Möglichkeit einhalten und dadurch von einem Mondwechsel zum andern ein ganz miserabler Soldat sein. Theoretisch muß ein Armeeteil, der vom ersten Sonnenstrahl am Morgen an gehungert und gedürstet hot, durch einen bei Sonnenuntergang einsetzenden Sturmangriff eines frischen Geg- nerS gefährdet sein. Djese Chancen müssen fich gegen Ende der dreißigtägigen Fastenperlode, in den als besonderes heilig genommenen letzten zehn Tagen, multipliziert haben. Daß diese Erwägungen nicht nur theoretisch sind, ist daraus zu entnehmen, daß im Weltkrieg auch Frankreich seine marokkanischen Truppen auS der Front nehmen mußte. Diese Tatsachen sind bei der Abschätzung der militärischen Lage in Spanien und bei der Einschätzung der näclsstenS einsetzenden Aktiv- netz, durch außerhalb Spaniens sitzende Beob- achter nicht berücksichtigt worden. Möglicherweise spielen sie aber für die Beurteilung der Früh- jahrSangrisfe eine entscheidende Rolle. Vielleicht wurde eS gerade dadurch nötig, Mauren ohne Ramadan, Deutsche und Italiener, in solchen Kontingenten nach Südspanien vor Malaga zu schaffen. Die einzige Schwierigkest für den Beobachter, der den Ramadan in Rechnung stellen will, ist die Auffindung deS Datums für Beginn und Ende deS FastenmonatS. Alle Duellen, die den Ramadan schildern, umgehen diese Klippe. Ein bekanntes Lexikon setzt den Ramadan— und das auf ihn folgende durch drei Tage vollständiger Arbeitsruhe geheiligte Lesser Beicam — vom Ende deS Feber bis zum Ende d:S Mäxz fest. Diese Angabe hat den Nachteil, daß sie theoretisch garantiert falsch aber Praktisch einmal richtig sein kann. Da» mohammedanische Mondjahr ist nämlich elf Tage kürzer als unser Jahr. Anfang und Beginn deS Ramadan Wandern deshalb in einem Zyklus von dreiunddrei- ßig Jahren durch alle unsere Monate und Jahreszeiten. Durch Nachrechnung vom Beginn der mohammedanischen Zeitrechnung— 16. Juli 62st— und durch Vergleich mst den Mondtabellen kann man den Beginn des RamadanS mst dem 12. Feber gleichsetzen. Das wäre allerdings ein naher und entscheidender Zeitpunkt. Durch die verwickelte Art der hier verwendeten AüS- rechnung ist daher eine Nachprüfung auf onde- rein Wege erst entscheidend. KurtDoberer. Raubmord in der Slowakei. Die SSjährig« Juli« Dejmutovä wurde in ihrer Wohnung in der Schmöllniher Hütte bei Kaschau tot aufgefun« ben. Die GerichiSkommistion stellte fest, daß die Dejmutovä erwiigt wunde. Rach den Aussagen von Nächcharn übernachtete bei der Dejmutovä ein unbekannter Vagabund, welcher früh die Wohnung verlieh, ohne daß ihn irgendjemand gesehen Die besten Freunde Verhaftung von Kindern wegen Trotzkismus— unwahrscheinlich 1 PariS. Ein Vertreter des Reuterschen Be- richterstattungSbureauS sprach Freitag auf telephonischem Wege mit einem ausländischen Beobachter in Moskau. Das Resultat faßt der Berichterstatter wie folgt zusammen: Stalin und Woroschilow sind die besten Freunde und eS gibt zlvischen ihnen keine Meinungsverschiedenheit. Die Gerüchte, denen zufolge in Moskau wegen Spionageverdachtes 22 höhereSowjetoffiziere verhaftet worden sind, scheinen tibertüeben zu sein. 2m Verlaufe des letzten großen Moskauer Prozesses wurden zwar mehrer« Offiziere verhaftet, darunter auch der General Putna. Es ist u n w a h r s ch e i n l i ch, dgß di« Frauen und Kinder jener 18 Personen, die auf Grund d«8 Urteils im letzten Prozeß Erschossen worden sind, in» Gefängnis eingeliefert worden sind, so fuhr der Informator des Reuterschen Büro» weiter fort. Die Tochter Radeks befand sich gestern zum Beispiel noch immer, in der Schulei Es ist auch absolut falsch, di« Situation in Sowjetrußland als sehr gespannt zu .schildern. Seit dem Jahre 1027 gab es gegen die Sowjetregierung keine offen« Opposition, Der übertviegende Großteil des Landes, so beendet das Reuterbüro seine Information, steht hinter Sta« Jin und hinter der Regierung Sowjetruhlands. Ein Flugzeug für Land und Wasser In den Vereinigten Staaten wurde kürzlich dieses Flugzeug vorgeführt, das auf dem Land und auf dem Wasser niedergehen kann: In den Schwimmkörpern befinden sich Räder, die automatisch je nach der San- dungrstätte herausgestellt oder eingezogen werden können. hätte. Man glaubt, daß«S sich um einen Raubmord handelt. Die Nachforschungen nach dein Mörder wurden eingeleitet. Tödliches Gedränge in der Luft. In der Nähe von Alexandria stießen auf offenem Meer zivei Flugzeuge zusammen, von denen das eine ins Meer stürzte und unterging, wobei ein Offizier und der Nadiotelegraphist ums Leben kamen, während das andere auf dem Master niedergehen konnte. Beide Maschinen gehören zu der Gruppe der„Eourageous". Langsam sinken die Wästrr. Bei Memphia ist der Mississippi um einige Zoll gesunken und ebenso der Oslo bei Kairo. Im Ohio-Tal geht das Hoch» waffer ebenfalls allmählich zurück. Bisher sind 802 Opfer dieser UeberschwemmungSkatastrophe festgestellt worden. Die Notlage in den Ueber- fchwemmungSgebieten ist unverändert. Infolge der Ansammlung von Gasen erfolgen zahlreiche Explosionen, wobei viele Häuser in Flammen aufgehen. Tragisch« Hochzeltsfahrt. In der Nähe der westbulgarischen Stadt Küstendil stürzte ein Auw- buS um, in dem 17 Hochzeitsgäste fuhren. Der AutoS und mit ihm alle Insassen fielen in einen 35 snettt tiefen Abgrund. Vier Personen wurden dabei schwer verletzt, di« anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Oberst Lindbergh wird mit seinem Flugzeug Rom verlassen, um nach Brindisi zu fliegen. Di« Maschine hat getankt und liegt ftartberett. Oberst Lindbergh.besichtigt« mst gröhtem Jutneste,.eingehend die Einrichtungen der italienischen Lust- schiffahrt und intereffierte sich insbesondere für die neuen italienischen Dreimowrenflugzeuge 188, die auf den Fluglinien deS Italienischen Reiches in Dienst gestellt werden. MustoliniS Sohn heiratrt. Samstag fand die Vermählung des Sohne» Mussolinis Bitw» rio mit Orsola Buvoli statt. Ein Erfinder-Wunderkind. Der Bchmiedelehr- ling Ajh aus Petrovgrad scheint, wenn nicht alle Anzeichen trügen, zu den hervorragendsten Erfindern der Gegenwart zu gehören. Der alt« Wunschtraum aller Erfinder, die Vorrichtung zum automatischen Verhindern von Zugzusammenstößen, hat auch ihn ängelockt, und er hat einen so sinnreichen Mechanismus erfunden, daß die deutsche Finna Siemens» Schuckert da» Patent erworben hat. von den zahlreichen weiteren Erfindungen de» Wundetkinde» sind hervorzuheben:,«in Ballon-Fallschirm, der jede Verletzung de» Fallschirmspringer» ausschließt, eine Gasmaske, die garantiert gegen jede Art von Atemgasen schützt und eine kombinierte Brand-GiftgaS-Explo» sivbombe, die die„Vorzüge" aller drei Bombenarten „sinnreich" in sich bereinigt und,, wenn sie zur Anwendung gelangt, die Schrecken des künftigen Kriege» wegen ihrer radikalen Wirkung wesentlich abkllrzen wird. 30 Millionen Schallplatten. Die amerikanische Schallplattenindustrie hat«ine ungeheure Erhöhung ihre» Absätze» zu verzeichnen, die namentlich durch die Schallplattenübertragungen im Rundfunk verursacht sein dürste, da die Hörer«ine ihnen gefallen« Platte besonder» gern kaufen. Während der Umsatz in Schallplatten noch 1982 nur.» Millionen Stück betrug,«rreichte er 1988 den Rekord von 89 Millionen Exemplaren. E» ist in diesem Zusammenhang interessant, daß über 22 Millionen Radioapparate, die zugleich al» Grammophon benutzt werden können, in den USA im Betriebe find. Weiterhin ist e» bemerkenswert, daß diese Hausse vor allem Musikplatten und besonder» diejenigen mit klastischer Musik, hauptsächlich Bach, betrifft. Das geheiligte Weekend. Innenminister Simon hat in Edinburgh auf einem Bankett de» königlichen Golfilubs bittere. Klage über Pie Nichtachtung geführt, mit der das übrig« Europa der geheiligten Tradition de» Weekends gegenübersteht. Simon führte aus:„Es ist schon darum allein unangenehm, um nicht zu sagen unmöglich, mit dem Kontinent zu arbeiten, weil die kontinentalen Politiker ohne weitere» Besprechungen für Weekend ansetzen, al» ob diese Un« sitte die einfachste Sache der Welt wäre. Vielleicht werden Sie mir nicht glauben, aber ich möchte Ihnen aus meinen Erfahrungen versichern, daß man auf dem Kontinent überhaupt.nicht begreift, was eigentlich ein Weekend ist, und wie notwendig e» ist, die Tradition des Weekend zu schützen. In Frankreich zum Beispiel würde ein Minister, der den sehr natürlichen Wunsch hätte," über Weekend aufs Land zu reisen, sofort durch ein Mißtrauensvotum gestürzt weiden. Ich will in diesem Iusammenhimge nicht behaupten, daß Briand. nur deswegen zu Fall gekommen ist, weil er mit Lloyd George an einem Weekend Golf spielte. Immerhin bleibt das Faktum bestehen, daß der Sturz Briands unmittelbar danach er- fotzte." '" Mehr Glück al» Verstand. In Haifa traf ein Vergnügungsdampfer der kanadischen Gesellschaft Tmpreß of Britain mit 499 Touristen ein, die eine Rundfahrt durch da» Mittelmeer unternehmen. Vom Hafen begaben sich die Touristen direkt nach Jem» salem."Erst im Hotel in Jemsalem kam die ameri» konische Touristin Mr». P. I. Ferry darauf, daß ihr ein Koffer mit Schmuckfachen im Werte von 89.999 Pfund(etwa 4 Millionen Xö) fehlt, Der Verlust wurde sofort telephonisch nach Haifa gemeldet. Am nächsten Tag wurde der Kosftr unberührt im Zollamt gefunden, wo er unbeachtet, zivei Tage gelegen war.. Kinderehen in.Amerika. In den USA herrscht starke Erregung über die Eheschließung zwischen der neunjährigen Eunice WInstead und dem 22jährigen Farmer Charles John» au» Tennestee und besonder» die Frauenverbände bestürmen den Präsidenten und die Gouverneure der verschiedenen Staaten, sofort eine gmndlegende gesetzliche Regelung herbeizuführen, die die legitime Heirat von Kindern auch dann unmöglich macht, wenn, wie im vorliegenden Falle, die Eltem ihr Einverständnis hierzu geben. Inzwischen ist«in neuer Fall einer Kindtrehe aufgedeckt worden, und zwar in Watertown im Staat« New fiork. Es handelt sich um die zwölfjährige Elisabeth Roshia, di« mit dem 19jährigen Stanley E. Backu» verheiratet war. Die Nachprüfung diese» Falle» ergab, daß ein Betrug vorlag; dem Standesbeamten wurden bet ter Eheschließung gefälschte Papier« vorgelegt,-wonach di« Braut bereit» 18 Jahr« alt sein sollt«. Die Ehe ist daraufhin sofort vom Jugendgericht de» Staate» New York für ungültig erklärt worden, und di« zwölfjährige Ehefrau wurde in«in Fürsovgeheim eingeliefert. Arbslter-Tum- und Sportverband, 5. Kreis(Fußball) Laut Beschluß der letzten Kreisspielausschuß» sitzung beruft die Kreisleitung für Sonntag, den 28. Feber 1987, vormittag» um halb 9 Uhr, in Aussig, Voll»hou», den ordentlichen Krels-FuDballertag «in. ' Tagesordnung: 1. Dahl eine» Präsidiums, Mandat»- und Wahlvorschlagskommission. 2. Protolollverlesung de» letzten KreiSfußballer-« tage». 3. Berichte der Bezlrkispielleiter. 4. Bericht der KreiSfußballeitung. 8. Wahl der Krei»fußballeitüng. 8. Olympiade Antwerpen 1987. Referent: Genosse Kunig. 7. Erledigung der eingebrachten Anträge. 8. Kreitangelegenheiten. Delegierungsrecht: Dasselbe wird wie im Vorjahre durchgeführt. Die einzelnen Bezirke delegieren auf je Lü gemeldete Spieler einen Delegierten. Bruchteile gelten al» voll. Die Delegierungskosten tragen die gesamten Vereine der jeweiligen Bezirke. Außerdem hat der BezirkSsplelleiter und Schi«d»richterobmann auf Kosten de» Bezirke» teilzunehmen. Anträge sind bi» spätesten» 29. Feber 1987 an den Krelrspielleiter zu übermitteln. Mandat«, Mitgliedsbuch und Parteilegitimation sind beim Eintritt in den VerhandlungSroum abzugeben, sonst kein Zutritt. Der Kreisspielleiter: Rudolf Werner m. p. Der Schriftführer: Karl gritschm-p- Das Ministerium für Schnlwefm und Bolks- ' ausklänmg setzte den Beginn der Anstellung»-Prü« > fungen für Professoren an Mittelschulen und-Lehrerbildungsanstalten im Jähre 1987 mit 1. März und 15. November fest. Wieder Frost? Hinter einem Ausläufer der Oft» seedeprestion, welcher da» Gebiet der Republik passierte, beginnt Über unser« Gegenden wieder kühlere Luft pur Nordwesten vorzudringen. Druckstörungen, welche sich über der Adria entwickeln, werden vor» aussichtlich auf da» Karpathengebiet der Republik Lbevgreifen.— Wahrscheinliches Wetter heute: In den böhmischen Ländern veränderliche, im. ganzen verringerte Bewölkung, nur vereinzelt« Schneeschauer im Gebirge, kühler..3m Karpathengebiet vorwiegend umzogen, strichweise Niederschläge, in den Niederungen leichte» Tawvetter, auf den Bergen vom Nordwesten her fortschreitende Abkühlung.— Wetteraussichten fürmorgen: Weitere Beruhigung, wahrend der Nacht auch in den Niederungen vielfach Frost. Vom■ R undfunk■’ Empfehlenswertes aus den Profremmeni Montag: Prag, Lender Ir 7: Salonorchesterkonzert, 19.98: Deutsche Presse, 11,85: Sinfoniekonzert auf Schallplatten, 12.88: Muijtk» Salonquartett, 18.80: «rbeltsmarkt, 16.19: Militärkonzert. 17.85: Dvo- käk: Sonate für Geige und Klavier, 18.19: Deutsch« ! Sendung: Dr. Försker-Rumburg: Die Besteigung de» Kilimandscharo, 18.25: Gedichte von Dreyhau» I sen, 18.89: Dr. Lampl: Behandlung der Schlaf» losigkeit, 18.45: Deutsche Presse, 22.29: Tanzmusik. I— Prag Sender H: 14.29: Deutsche Sendung: | Schlagerreise, Tchallplattenhörfolge. 14.89: Deutsch« Presse, 18.10: Konzert.— Brünn 17.49: Deutsche Sendung: Dr. Muller:' Bücherneuheiten aU» der Welt der Technik, 19.19: Französisch-Kur».— Kascha» 12.98: Lperettengesänat, 15: Rundfunkorchesterkonzert.— Mährisch-Ostrau 18.19: Deut- I sch« Sendung: Arbeiters»«!: Bnrkert: Naturfreunde» bans in llelada.— Arien au» populären Opern, 19.25: RundfunkorchesterkonherK Dienstag: Prag, Sender 1: 19.95: Deutsche Presse, 19.18: Deutsche Sendung: Für. die Frau, 19 89: Sinfoniekonzert auf Schallplatten, 11.05: Rundfun! für deufiche Schulen, 12.19: Schallplattenton- zert, 17.89: Klavierkonzert, 18.19: Deutsche Sendung: Fasching adel 18,48: Deutsche Presse, 18.58: Deutscher Kulturbericht vom Tage, 19.89: Fa» schingskabarett.— Prag Tender II: 14,15: Deutsche Sendung: Dr. Eugenie Schwarzwald, Wren: Au» meiner Sprechstunde. 14.80: Fastnacht überall und alle Zeit, 18: Schrammelkonzert.— Brünn 15: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsch» Sendung: Arbeiters««!: Sozial« Informationen.— — Urbane!: Vom Wochenmarkt.— Press bürg 12.85: Mittagskonzert, 17.40: Lieder nach Texten von Puschkin.—> Kascha» 11.05: Schallplattenkonzert, 16,19: Rundsunkorchesterkonzert.— Mithrtfch- Oftra» 18.10: Deutsch« Sendung: Landwirtschaft. Zu den Kämpfen um Malaga Von den Schwierigkeiten des Geländes gibt diese engltsthe Arrfnahme, die von den Gtellüugen vör Malaga gemacht wurde, einen guten Eindruck, Nr. 38 Sonntan, 7. Feier 1037 Seite 3 Zwischenbilanz der französischen Wirtschaftspolitik Sieben Monate ist bereits die Regierung Lion Blum am Ruder, und cS ist letzt an der Zeit, eine bestimmte Zwischenbilanz der französischen Wirtschaftspolitik zu>ziehen. ES kann sich allerdings bloß um eine Zwischenbilanz handeln, denn man must natürlich die Auswirkungen dieser Wirtschaftspolitik noch abwarten. Aber die Zwischenbilanz kann zweifellos als g st n st t g angesehen werden. Der Hauptzweck der WSH- rungsabwertung war der Ausgleich der Differenz zwischen den französischen und den Weltpreisen, die infolge der Verwi'rllichung einer Reihe sozialer Mastnahmen noch gröster wurde. Die Verwirk» lichung des sozialen Programms der»Volksfront", die vom politischen und letzten Endes auch sozialökonomischen Standpunkt notwendig war, hat zunächst zu einer Vergrösterung der Differenz zwischen den französischen und den ausländischen Preisen geführt. Vor der Durchführung des sozialen Programms ist der allgemeine Preisstand in Frankreich um rund 15 Prozent höher gewesen als der Stand dec Weltpreise. Die Erhöhung der Arbeitslöhne, die Einführung des bezahlten Urlaubes und die allmähliche Verwirklichung der 40-Stunden-Woche haben diese Differenzen bis zu 50 Prozent steigen lassen. Gerade dieser Umstand hat schließlich die französische Regierung zur Abwertung gezwungen. Die Ziel« der Abwertung müssen im allgemeinen als erreicht angesehen werden. Die Preise mustten allerdings steigen, aber die Erhöhung der Kleinhandelspreise ist im wesentlichen geringer gewesen als die Erhöhung der Grosthandelspreise. Vom Juni bis Ende Dezember 1030 sind die Grosthandelspreise um rund 48 Prozent gestiegen, die Kleinhandelspreise lediglich um 20 Prozent, während die Lebenshaltungskosten sich in dieser Zeit um rund 12 Prozent erhöht haben. Man must also einerseits eine bedeutende Erhöhung der Grosthandelspreise feststellen, diese Erhöhung ist aber geringer gewesen als der Umfang der WtihrungSabwertung. Andererseits ist der Aufstieg der Kleinhandelspreise bedeutend geringer gewesen als jener der GrosthandelSpreise, während die Kosten der Lebenshaltung sich bloß unwesentlich erhöht haben. Es must dabei betont werden, dast die bedeutende Erhöhung der französischen Grosthandelspreise zum nicht geringen Teil auf die rasche Steigerung der Weltpreise, zurückzuführen ist. Während der zweiten Hälfte von' 1030 hat die PreiSsteigernng für industrielle Rohstoffe und Lebensmittel auf den Weltmärkten rund 27 Prozent betragen. Dieser Umstand ist für die französische Wirtschaft austerordentlich günstig, weil dadurch das rasche Ansteigen der französischen Grosthandelspreise ausgeglichen wird. Allerdings wird di« Preissteigerung für Rohstoffe, die nach Frankreich eingeführt werden müssen, später den Aufstieg der französischen Preise fördern, besonders nach der Erschöpfung der alten Vorräte. Die Aufgabe der französischen Wirtschaftspolitik besteht heute darin, die unvermeidliche weitere Preissteigerung in einem bestimmten Rahmen zu halten. Dies ist aber nur möglich durch «Ine wesentliche Er Weiterung derPro- d u k t i o n, die zu einer Verringerung der Selbstkosten führen wird, wodurch wiederum die unvermeidliche Erhöhung der Arbeitslöhne und die gesteigerten Preise für die eingeführten Rohstoffe ausgeglichen werden. Die Anzeichen für die Ueberwindung der Krise in Frankreich.sind aber handgreiflich. Man muh hier vor allem auf die Ziffern des Eisenbahntransportes Hinweisen. Im Laufe des letzten Trimesters(September—Dezember) 1086 sind in ganz Frankreich 4,806.704 Eisenbahnwagen beladen worden gegenüber 4,189.692 Eisenbahnwagen, die tm letzten Trimester 1988 beladen wurden."Das ergibt eine Erhöhung von 7.8 Prozent. Dasselbe gilt auch für die Einnahmen aus dem Betrieb des Eisenbahnnetzes, die in den letzten beiden Monaten 1986 eine bedeutende Erhöhung erfahren haben. Diese Erhöhung wird gegenüber den entsprechenden Monaten des Jahres 1988 auf etwa 18 Prozent geschäht. Eine offensichtliche Besserung hat auch die Arbeitslosigkeit erfahren. Am Vorabend der Währungsabwertung, am 26. September 1986, hat es in Frankreich, nach offiziellen Angaben, 407.000 Arbeitslose gegeben. Am 10. Jänner 1987 hat die Arbeitslosenzahl 420.000 betragen, so daß«ine wenn auch unwesentliche Erhöhung der Arbeitslosigkeit um etwa 13.000 im Laufe der letzten drei Wintermonate festzustellen ist. ES handelt sich jedoch hier offenbar um eine Saisonerscheinung. In der entsprechenden Periode von 1938 hat sich di« Zahl der Arbeitslosen um 90.000 vermehrt. Die auf Saisonein- flüssen beruhende Steigerung der Arbeitslosigkeit hat sich also im laufenden Jahre als weniger bedeutend erwiesen. Am 10, Jänner 1037 hat es in Frankreich um 43.000 weniger Arbeitslose gegebenes»!-.am 10. Jänner 1986. Mit anderen Worten, die Arbeitslosigkeit hat sich um 9 Prozent verringert. Auch die Steuereingäng«,haben sich in den letzten Monaten günstig entwickelt. So hat im Dezember 1986 die Umsatzsteuer dem Schatzamt« um 78 Millwnen Franken mehr«ingebracht als im Dezember 1938, also ist hier eine Erhöhung um 18 Prozent eingetreten. Im allgemeinen kann man nach allen Anzeichen auf eine offensichtliche Besserung der französischen Konjunktur schließen. Ihre weitere Entwicklung hängt aber nicht nur von inneren Faktoren ab, von denen oben die Rede tvar, also vor allem von der weiteren Steigerung der Kaufkraft und der Steigerung der Produktion, sondern auch von der Entwicklung der weltwirtschaftlichen Konjunktur. Konjunkturaufschwung in Schweden 1933—1936 Während wir es in Frankreich mit der Anfangsstufe eines wirtschafüichen Aufschwunges zu tun haben, hat Schtveden bereits einen guten Teil des Konjunkturaufschwüttges hinter sich und steht nun vor der Frage: weitere Expansion(AuSdeh- nuiifl) der Wirtschaft, Dämpfung des Aufschwunges oder bereits ein gcmästigter Abschwung. Aber auch hier, wie in Frankreich, ist es klar, dast man di« volkswirtschaftliche Entwicklung nur im Rah- me» der Weltwirtschaft verstehen kann. ' Für die schtvedische AuSfuhrist die Tatsache kennzeichnend, dast sie zum überwiegenden Teil aus Waren besteht, die stark empfindlich gegenüber industriellen Konjunkturschwankungen sind. Die wichtigstcn^Ausfuhrwaren sind nämlich" Eisenerz, Eisen, Stähl und mechanische Produkte nebft' Holzwaren und Papiermasse. Die Nachfrage nach diesen Waren- mit Ausnahme von Papiermassel ist unmittelbar abhängig von der Anlagetätigkeit des Auslandes,.und"sie steigt deswegen in d«r Regel schnell im Anfang eines. Konjunktur- äuffchwungeS in den Käuferländern. Ivom Standpunkt SKvedenS ist diese Konjunkturempfindlichkeit der L u S.f u h r zu» gleich ein Vorteil und ein Nachteil, Ein« Kon« junkturverbesserung in anderen. Ländern pflanzt sich rasch auf dje schwedischen Exportindustrien fort, aber auf der anderen Seite, treten die Rückwirkungen einer Depression sotvohl schnell, wie umfassend in' Erscheinung.. Deswegen ast es von Bedeutung, daß der Binnegnfärkt, dank dem rcla» tiv hohen Einkommen der breiten Masst des Pol-' les, sehr ausgedehnt ist und somit"wie ein Dämpfer wirken kann,, falls eine cintrctende Depression auf den Weltmärkten auf. die schtvedische Wirtschaft in ungünstiger Richtung«inwirken sollte. Die Ausfuhrindustrien sind außerdem für ihre Ausdehnung so gut wie unabhängig von der Einfuhr. Mit einigen wenigen Ausnahmen arbeiten sie mit heimischen Rohstoffen, und sogar die frühere Abhängigkeit von der Kohleneinfuhr ist sm hohen Grad« durch die Amoendung elektrischer Energie als Kraft- und al» Wärmequelle herabgemindcrt worden. Deshalb kann eine Steigerung der Ausfuhr, die von äUsten her durch die weltwirtschaft- liche Konjunktur angeregt wird, ohne nennenswerte Steigerung der Einfuhr vor sich gehen. Hieraus ergibt sich eine Berbesseru.ng der schwedischen Handelsbilanz im ersten Mschnitt des mmjunkturaufschwuNgeS, und im Zusammenhänge damit eine Vermehrung der Valutareserven und eine bodeutende Geldslüssig- ke.it. DaS.nächste Stadium in der Konjunkturent- wicklung Schwedens tritt ein,, wenn" die Verflüssigung de» Geldmarktes und die Steigerung der Einkommen der Arbeiter zu einer Belebung der einheimischen Industrien führt. Die wichtigste bön diesep. Industrien, dia für den inneren Markt atbeiten, ist die T e x t t l i n d u st r i e, di« praktisch ausschliestlich mit eilig«führten Rohstoffen arbeitet, und das Baugewerbe,, das Kon« strükttonSeisep in bedeuteiwen Mengen" importiert. Aühevdem'führt Schweden, abgesehen von Rohstoffen und Halbfabrikaten nebst Maschinen zur Versorgung der. Bimlenmarktindustrien, auch, reine' VeichrauchSwaren ein, wie Konscltions- waren, Weine, Automobile usw., deren Verbrauch bei jeder Erhöhung des Volkseinkommens, die sich aus, einem Wirtschaftsaufschwunge ergibt, sich von selbst steigert. Hieraus folgt, dast«ine einheimisch« Expansion auf ihrer zweiten Stufe auch in Schweden eine Einfuhrsteigerung hervorruft, und je schneller der wirtschaftlich« Aufschwung vor sich geht, desw größer wird die Einfuhrsteigerung. Di« Handelsbilanz must sich also wieder verschlechtern, besonders wenn die ausländische Nachfrage nach schwedischen Waren infolge der Konkurrenz sich nicht mehr vergrößert. Bei einer solchen Stellung Schweden» im Rahmen der Weltwirtschaft muß man e» verstehen, daß die sozialdemokratische R e g i e r u n g, die im Herbst 1982, also noch vor dem Beginn de» Wirtschaftsaufschwunges, ans Ruder kommt, nicht nur vom sozialpolitischen, sondern auch vom rein volkswirtschaftlichen Standpunkt die Stützung und den AuSbaudeS Binnenmarktes und damit die Steigerung der einheimischen Kaufkraft zum Hauptpunkt ihres Programms macht. Es war sicher von großer Bedeutung für die Krisen- bekämpfung, dast es gelang, da» Einkommen der Agrarhevölkerung, die mehr als ein Drittel des gesamten Volkes umfaßt, zu stabilisieren und sogar zu erhöhen. Es handelt sich bei der fchlvedischen Agrarpolitik im wesentlichen um eine Monopolregelung, die der tschechoslowakischen Getretdebewirtschaftung nicht unähnlich ist. Noch wichtiger für die Stützung und Hebung der inneren Kaufkraft war die Steigerung des Einkommens der Arbeiterschaft. Hier handelt es sich vor allem um die Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch ein umfassendes Programm der öffentlichen Arbeiten, das 1938 vom schwedischen Reichstag angenommen wurde. Im Dezember 1982 gab es in Schweden 161.188 gemeldete Erwerbslose. Die Zahl der beschäftigten Industriearbeiter war von 1980 bis 1932 um mehr als 12 v. H. gesunken. Im Frühling 1984 hatte die Erwerbslosigkeit noch immer einen derartiaen limsana, dast weitere Bewilligungen für öffentlicheArbciten nach den 1988 festgesetzten Grundsätzen als notwendig erachtet wurden; aber schon Im Jahre darauf hatte sich di« Lage so gebessert, daß di« außerordentlich« Anleihcnauf- nahme eingestellt werden konnte. Im Sommer 1988 gvir ja nicht das erste Mal mitsammen. Aber ivenn ich nicht so große Hochachtung vor Scotland Nard und ganz besonders vor Ihnen hätte, Inspektor Warden... . Aber wollen Sie mir nicht näheres über diesen Fall erzählen? Bis jetzt weih ich ja nur, daß fine gewisse Jane Wilford ermordet aufgefunden wurde, daß sich keinerlei Spuren ergeben haben und daß. kein Mensch eine Ahnung hat, wer der Täter sein könnte..."' »Keine Ahnung?"- wiederholte Inspektor Warden langsam.»Aber ganz im Gegenteil!" Die dicke, schtvarz« Zigarre in seinem rechten Mundwinkel qualmte stärker.„Ganz im Gegenteil, mein Lieber!— ■ Der Mörder heißt Sidney Harper, ist 42 Lahre alt, Inhaber der Harper-Werke in Birmingham. Für heute abend bin ich in seine Villa in Kensington geladen. Ec gibt dort einen kleinen Hausball.,. ■ Aber Sic scheinen ein wenig erstaunt? Ich lonßte gar nicht, daß es auch Dinge gibt, vor denen sogar waschechte Amerikaner die Sprache verlieren..Warden lachte leise, doch sein Gesicht spiegelte keinerlei Heiterkeit wieder. Bob Croone war aufgesprungen.„Donner- toctter!" rief er.„Donnerwetter!", »Sie wiederholen sich, mein Lieber", meinte Warden kühl.„UebrigenS ist das ganze gar nicht so inerkivürdig. Harper könnte ganz Scotland fjiard einladen, wenn es ihm bloß Spaß'machen würde. Wir haben keinen Beweis gegen ihn, nicht einmal den Schatten eines Beweises. Wir wissen bloß, daß er der Mörder ist— was leider absolut nicht genügt. Jane Wilford.war noch nicht ganz tot, als sie aufgesunden wurde. Bon Bullen-Joe, einem der schtverstcn Jungen von London-East. Sie hat noch ein Paar Worte gesprochen, ehe sie starb und Bullen-Joe hat sie mir hier, in diesem Zimmer wiederholt:„Sidney Harper Ist mein Mörder!" waren ihre letzten Worte.„Der reiche Sidney Harper..-.. Weil er mich los sein Ivollte.. . Das war alles. Harper erklärt Jane Wilford für eine gleichgültige, flüchtige Bekanntschaft. — Aber ich bin bereit zu beschwören, daß Bullen- Joe damals di«.Wahrheit gesagt hat. Leider'ließ ich ihn gehen. Am nächsten'Morgen-wär er. bei Sidney Harper und am Abend darauf, als ich ihn wieder vernehmen wollte, konnte er sich an absolut nichts mehr erinnern; erklärte, an-diesen« Abend schwer-betrunken-gewesen zu sein. Den- Namen Harper, den er genannt hatte kenne, er, weit er einmal dort Arbeit gesucht habe.— Dabei ist das einzige Berufswerkzeug, das Bullen-Joe anrüh- rcn würde ein Steinmeisen, oder eventuell ein Sauerstoffgebläse... > Aber feit-dieser Zeit schwimmt er in Geld und. die Kerls in- seiner Stammkneipe sind alltäglich so besoffen, daß sie nicht einmal mehr, einbrechen gehen:..-." ,-„Aber es muß doch möglich sein, den Kerl zum-Reden zu bringen!" warf Croone erregt ejn. ■„Wir haben leider hier in; England kein „Verhör dritten Grades".— Aber wenn auch: Glauben Sie, daß unsere Geschworenen den reichen, angesehenen Sidney Harper auf die Zeugenaussage eines zwanzignial vorbestraften schtve- ren Lungen-bin Perurteilen würden?- Francos Kulturmlsslon Dieses Bild Ist nach einer authentischen Photographie reproduziert.worden. ES stammt von der spanischen Nordfront und zeigt den Offizier der Aufständischen-Armee FrancoS, Puch Salas, welcher den abgeschlagenen Kopf eines ermordeten Gefangenen im Triumph herumträgt. Hitlers Deutsch ‘ Von Kurt Hiller Ich weiß nicht, ob ein großerStilist nicht zugleich ein großerLumP sein kann; was ich aber be- siimmt weiß, ist: daß in der Geschichte bisher dec große Staatsmann(welcher politischen Observanz auch Immer) ein starkes und produktiveSB-rhältniS zur Sprache hatte— man} eitle an Konfuzius, Caesar, Bacon, Napoleon, Bismarck, auch an zwei, drei Lebende(aus der slawischen BLlkerfamilie), so daß^subalterne Beziehung zur Spräche der eignen Nation, bereits vor allem kritischen Einsteigen ins Was des Gesagten, als Fragezeichen am Rande der„Größe" gelten, wenn nicht gar als Merkmal der Minderwertigkeit eines StaatSlen- kcrS gedeutet werden darf, ja muß. Unter dieser Perspektive habe ich den Wortlaut der Rede durchgesehen, die Deutschlands Despot letzten SamStag hielt, und war, gefaßt auf allerhand, dennoch überrascht. Man wußte, daß dieser Hitler auf schlechten« Fuß mit der deutschen Sprache steht; aber auf s o schlechten«— Kinder, Kinder! Pflücken wir die lieblichste«« Blüten ab und tun wir sie ins Wasserglas, der Welt zur Freude im FaschjngSmoud. „Ich ziehe... die Unterschrift feierlich zurück von jener... abgcpreßten Erklärung, daß Deutschland die Schuld am Kriege besitze." Man kann schuld sein an, man kann schuld- h a b e n, man kann di« Schuld tragen— die Schuld an ctlvas besitzen kann man nicht. „... den Irrtum richtigzustellen, daß Deutschland irgendwie eine Absicht habe, sich zu - isolieren..." Dies Irgendwie kommt in der Rede rund ein halbdutzcndmal vor und beweist einen Grad von Klarheit und Redlichkeit, über den lvir uns nicht zu unterhalten brauchen. Aber: Man keine eine Absicht haben; und man kann die Absicht haben, nämlich die, eüvas zu tun; eine Absicht, sich z u isolieren(oder auch irgendeine), kann man aus dem Grunde nicht haben, weil, könnte manS, dann auch die Möglichkeit bestünde, zwei oder drei Absichten deS Sick-Isolierens zu haben, was offenkundiger Unsinn ist. ' ,Lch könnte niemals einen Freispruch vor der Geschichte meines Volkes erhalten, wenn ich etwas - versäumen würde, was für die Zukunft notwendig ist. Ich muß eS ablehnen,«neine Auffassung als Ausgeburt bloßer Phantasie abtun zu lassen." Man kann einen Freispruch von der Geschichte erhalten, auch einen vor dem Tribunal oder Rich- terstuhl, vor dein man steht; vor der Geschichte kann man keinen erhalten. UebrigenS kann einen Freispruch nur wünschen, wer sich als Angeklagter fühlt. Dies Gefühl will Herr Hitler nicht etwa bekanntgeben. Er will sagen:.„Die Geschichte würde mich anklagen, wenn..<"; solcher. Anklage wünscht er zu entgehen; statt dies zu äußern, plädiert er für das, was(im Glücksfall) nur ein Angeklagter erhält: einen Freispruch!„Wenn ich versäumen würde"— falsch; statt richtig:„Ivenn ich versäumte". Und eine„Ausgeburt bloßer Phantasie"? Möchte er seine Aufsasiung liebe: als Ausgeburt bekleideter Phantasie abtun kaffen? Er meint:„als etwas, was bloß Ausgeburt der Phantasie sei"; allenfalls:„als bloße Ausgeburt der Phantasie"— wenn man schon die höchst sragwürdige Adjektivierung deS Adverbs „bloß" zuläßt. „Dieser Vertrag hat tatsächlich die erste Zer- . reißung Europas eingeleitet, die Aufteilung der Nationen in Sieger und Besiegte." Er will sagen:„... hat die Zerreißung Europas eingeleitet" oder„... hat Europa zum erstcnmale zcrriffen". Die erste Zerreißung einleite««— da fahren zwei Eisenbahnzüge der Logik ineinander und bäumen sich auf. „Ich halte diese bolschewistische Lehre für das größte Gift, das einem Volk gegeben werden kann.-." Man kann jemandem Gift verabreichen, Gift einflößen, Gift einspritzcn, Gift eingcben— Gift geben kann man einem nicht, es sei denn, man händigte es ihm mit dem HiMveiS aus, daß«S Gift ist, und mit dem Anheimstellcn, es gegen Ratten oder zu sonst einein Zwecke zu vcrloenden; dies meint Hitler mitnichten. „Herr Eden spricht von den deutschen Rüstungen und erwartet Begrenzung derselben. Dicke Grenzen haben wir selbst einst vorgeschlagen. Sie scheiterten daran, daß>.." Die Grenzen scheiterten...bei Bismarck würde auch sein erbittertster Feind an einen Druckfehler geglaubt haben;'bei Hitler hält man alles für möglich. „Wenn eS die Aufgabe des Völkerbundes nur sein soll, den bestehenden Weltzustand zu garantieren und alle Einigkeit bestehen zu lassen, dann könnte man ihm ebenso die Aufgabe zuweisen, Ebbe und Flut zu bewachen oder den Golfstrom äbzulenken." Gengu das Gegenteil dessen,"was'der)DMdkbr sagen w illl Denn er wendet sich gegen die konservative Funktion des Völkerbundes, gegen seinen NichtrevisionismuS, während Ablenkung des Golfstroms ja eine der radikalsteil aller überhaupt möglichen Revisionen, ein extrem unkonservartiver, ein im äußersten Maße mutativer Akt wäre. „Der Völkerbund wird... sich zu einem Organ evolutionärer Vernunft und nicht reaktionärer Trägheit umgestalten müffen." Er wirft ihm ja gerade reaktionäre Trägheit vor! Also braucht diese Institution sich seiner Meinung nach nicht erst umzugestalten, wenn sie sich als ein Organ reaktionärer Trägheit erweisen soll. Das Wort„nmgestalten", gültig für„Vernunft", ist fälschlich auch auf„Trägheit" bezogen! WuS soll man von einem VolkSinann, von einem Staatsmann, von einem Herrscher halten, der das Gegenteil sagt von dem, was er sagen möchte? Wer den Blick hat, vermag den Charakter s eines Menschen nach seiner Physiognomie z«l be urteilen.„Der Stil", sagt Schopenhauer,„ist die Physiognomie des Geistes." Sie da: Adolf Hitlers Deutsch Ist f a l s ch. Weltrekord in Polygamie John Alnsivorth Christian, 7 Ehen, 4 Doppelehen, 20 Jahre Zuchthaus— Die 24 Ehen von Jean PUrard MTP London, Anfang Feber. Um jedes Mißverständnis auszuschließen, sei gleich zu Anfang nachdrücklich betont, daß es sich in diesem Bericht nicht um die Polygamie halbzivilisierter Völker handelt, und daß nicht entschieden werden soll, welcher der Häuptlinge irgendwo in Polynesien oder im innersten Afrika die meiste'« Frauen hat. Der Sport, um den sich die beiden Männer, von denen hier die Rede ist, besonders verdient gemacht haben, wird mehr, oder minderauffällig auch in zivilisierten Ländern getrieben. Aber das Besondere ihrer Rekordleistung Ivar, daß sie ihre polygamen Neigungen in legalen For- ^.nkm'MtSlebteii.""Der'eine hat Weist Gäivitf'gelegt, immer wieder unter Orgelkläng vor d-i« Altar zu treten, das war ihm wichtiger als chic strikte Einhaltung der Gesetze/und so machte er sich viermal des Verbrechens der Bigamie schuldig und wurde jetzt eben wegen rückfälliger Polygam«« zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt. Der an- dcre hingegen war ein Ehrenmann. Er bracht: es fertig, sich im Verkaufe des kurzen irdischen Daseins—(er ist beileibe noch kein GreiS)— nicht weniger als 24mal zu verheiraten und 28- mal scheiden zu lassen. Ihm gebührt bis jetzt d'c Palme; er hat den Weltrekord in Polygamie aufgestellt. Der erste heißt' John AinSworth Christian und steht heute erst im 41. Lebensjahr. Im Krieg war er noch ein blutjunger und sehr hübscher englischer Tommy, und eS ist darum nicht weiter verwunderlich, daß die Schwester- im Lazarett. -Miß Helen Mary, sich in ihn verliebte. Ein-.' I Kriegstrauung folgte, kurze Flitterwochen, dann ging John AinSworth wieder ins Feld, und«ton dort in».Gefäi(gni».- Er sagte; erhave desertieren wollen, um seine geliebte Frau wiederzusehen Aber tatsächlich hatte er Unterschlagungen begann gen, um die Hochzeit mit Helen Mary besonders prunkvoll zu begehen. Kaum war er frei, als er tat Jahre 1925 — er nannte sich jetzt Kapitän John Hugh Landon —- eine reiche junge Dame, Miß Evelyn Barry, heiratete. Er war noch immer nicht geschieden, aber das wußte Lady Stamp, die Gattin des Präsidenten der„London Midland and Scottish Rail- way", nicht, denn sonst hätte sie nicht an der Hochzeitstafel präsidiert. Diese Ehe ging daran kaputt, daß sich die Neuvermählten'nicht vertrugen und bald auseinandergingen. Sie blieb folglich straflos. Für drei Jahre hatte John AinSworth nun genug. Danach aber heiratet er Freda Bell, diesmal legal, denn er war inzwischen von seiner ersten Frau geschieden worden, und die zweite Ehe war ja ungültig. Aber auch seine neue Frau verli'ß ihn bald, da sie von seinen früheren Gattinnen gehört batte. MrS. AinSworth Nr. 5 war eine gewiff« Millic Palmer. Hier griffen, da nunmehr die Eh« mit Freda Bell bestand, wieder die Kriminalpolizisten ein und machten dem Glück etn Ende. Er bekam 17 Monate Zuchthaus. 1980 waren auch diese 17 Monate überstanden. Zwei Jahre wagte AinSworth nicht, die Reihe seiner Ehen sortzusehen, dann aber heiratete er Majori« Wilson, mit der er eine Hochzeitsreise »ach Spanien unternahm. ES gelang-ihm,- sic kurze Zeit loszuwerden, und er benutzte die Paus«, um seine Gattin Nr. 7, Senorita Rosita Rivero, nach spanischem Recht gültig zu ehelichen. Dann suhr er beruhigt mit Frau AinSworth jllr. 6 nach Südamerika, kehrte vor kurzem nach England zurück, als ob nichis gegen ihn vorläge und wurde soeben zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Ehe Nr.' 8 wird er also erst im Alter von 61 Jahren schließen können. Aber AinSworth ist noch ein unschuldiger Knabe gegen«inen belgische«; Don Juan, der tu Hollywood entdeckt worden ist.. UebrigenS ist die Entdeckung vermutlich darauf zurückzuführen, daß der Ruhm deS polygamen Engländers die. Leute in Hollywood nicht ruhig schlafen ließ. So stellten die Reporter fest, daß der ehrenwerte Jean Pisrard 24mal verheiratet war. ES ist aus technischen Gründen unmöglich eine Charakteristik aller seiner Frauen zu-geben, und sie seien darum in einer übersichtlichen Tabelle, wie die Sportsieze irgendeines anderen NekordmanneS, verzeichnet: 1. Louise Schniidt(Belgien), 2. Marie-Julian(Belgien), 8. Leona Philippe(Belgien). .4. Elfi«. Äauchel /Rußland)...b. Karolina Krako- lvih(Polest), ll, MarmMhste'Wesgien)7. Margareta Boutinier(Rußland), 8. Höllen« j>e Gue(Oesterreich), 9. Julie Panier(Frankreich), 10. Irma Colin(Italien), 11. Norma Grae:s (Deutschland), 12. Mary Stevens(Englanv), 13. Kristel Hoerl(Norwegen), 14. Frances Gen» nard(England), 15. Maria Augustine(Belgien), 18. Prinzessta Somminöw(Bulgarien) 17. Elvira Gade(Norwegen), 18. Julia Henck (Bulgarien), 19. Felicitas Hermann(Deutschland), 20. Marina Jtalina(Spanien), 21. Augustine Durinco(Rumänien), 22.-Adele Kir- ziski(Rußland), 23. Julia Jacobsen(Dänemark)-, 24. Marie Piörard(Belgien). BIS auf eine anfängliche Vorliebe für Belgierinnen und Russinnen ist: diese Liste-erfreulich international: Immerhin ist seine heutig« Frau Wiederum Belgierin. Er hat ist diesen 24 Ehen nicht viel Kinder gehabt, nur wenige seiner Frauen sind gestorben, von allen übrigen hader sich legitim scheiden lassen.>E. W. Nein.— Was wir brauchen, ist ein Beweis. Ein klarer, eindeutiger Beweis, der Harper zum Geständnis bringt! Das ist di« einzige Möglichkeit. Und da gerade das so viel wie ausgeschlossen Ist— es gibt nichts: keine Fingerabdrücke, keine Indizien, nur ein paar Worte,'die eine Frau mit einer Revolverkugel in der Lunge gesagt hat, ehe sie hinüber ist, eine Frau, für die sich keine, oder nur eine lose Verbindung mit Sidney Harper konstruieren läßt— ist der Mörder so sicher, als gäbe es überhaupt keine Polizei.— Bloß mich wird die Geschichte wahrscheinlich den Kragen kosten, wenn«sicht irgend«in Wunder geschieht..." Warden warf, sein Zigarrenende wütend in den bronzenen Aschenbecher. Er versuchte seine fchweren.Stiesel brüderlich zu denen Bob CrooneS auf das Rauchtischchen zu gesellen, fand diese Haltung aber bald reichlich unbequem. „Verdammte Schweinerei!" äußerte er tiefsinnig und es blieb unentschieden, ob diese Bemerkung Sidney Harper, Bullen-Joe, oder dem ziemlich zerkratzten Rauchtischchen galt, oder aber gar als profunde, lebensphilosophische Wertung zu betrachten war. Bob Croone aber dachte nach und auch Inspektor Warden jbegann vor sich hin« zubrüten. Erst nach ein paar Minuten begann Bob Croone wieder schwache Lebenszeichen von sich zu geben.„Ein schlagender Beweis... Geständnis f.." murmelte er.„Sie sind also absolut, jeden Zweifel ausschließend, der Ueberzeugung, daß Sidney Harper der Mörder ist?" '„Ja. ES gibt für mich keinen Zweifel!" „Gut. Lassen Sie mich Nachdenken..." lind dann.flog das arme Rauchtischchen plötzlich in eine Ecke des Zimmers, daß eS krachte und Bob Croone sprang guf.»Ich- hab'si" brüllte er.„Die Idee, Warden. Die rettettde Idee!"' „Los, erzählen Sie!" nun hatte auch Warden sein Phlegma verloren. „Nein, mein Lieber! Kommt nicht in Frag«. — Mein Spiel spiele ich selbst. Aber Ihre Roll« darin werde ich. Jhneir-verraten. Also, wollen Sie?" „ES bleibt mir wohl nichts andere» übrig, als Ihnen sreie Hand z«« lassen", sagte Warden säuerlich.„Mehr können Sie den Karren ja doch nicht verfahren Der Aankee lächelte ohne übertriebene Empfindlichkeit.„Schön. Hören Sie also zu, old boy: Sie gehen heute zu Harper» Fest. Dort sind Sie auffallend bedrückt.und verzweifelt: Harper Wirtz Sie-sicher fragen, welch« Fortschritte Sie-in der Bearbeitung. Ihres Falles gemacht haben. Sie erklären: Keine,, und daß die Sache Sie noch den Kragen kosten, werde, Dann aber laden Sie ihn unter irgendeinem Vorwande für' morgen-'ein Viertel vor zwölf, in Ihr Büro.—- Wenn er kommt, sind Sie dann wie. ausgewechselt. Sie sind aufgeräumt,, sorglos,' blen»' dend aufgelegt, Der auffallende Unterschied gegen den Vorabend' wird ihn sicher stutzig machen.rr wfrtz nervös werden und Sie aüszuholeft'.versuchen.— Und- hier setzt nün Ihr„großer Auftritt" ein: von diesem Moment an müssen Sie Harper die Ueberzeugung einhämmern,, daß di« Üedrr- sührung de» Mörder» im.Falle Jan« Wilford" nür mehr eine- Frage von Mnüten H! Davon, daß Ihnen da».gelingt,'voll und ganz, hängt alle» ab.—.'-.'.' Natürlich Wirtz er mit allen Mittelw.NähereS erfahren wollen, Sie aber. sind', sehr vorsichtig, deuten«t, lntß Sie selbst zwar- den Namen des Ar. SS Sonntag, 7. Arber 1037 Seite 7 I 1 t ♦ Die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland offiziellen„Arbeitsbeschaffung" ersaht wurden. Auch sie sind im Grunde als Arbeitslose anzusehen. denn sie erhalten ja leinen Lohn und leisten ?; AP. 8it englischen Blättern sind Echebun- gen Uber den tatsächlichen Stand der ArbeitS« losiglelt angestellt worden,.mit deren Ansteigen masi im ührigen.in England, in Kürze rechnet. Dfflztesl hätte Deutschland. 1038 etwas über Ü Mllllonew. Arbeitslose. Faktisch waren er freilich viel mehr. Wie ist nun der heutig« Stand? Selbst die nationalsozialistische Press« gibt 5)U, dah trotz der MUstüngSkonjunktur selbst in der besten Sai- sä»? eine Million' niemals Unterschritten wurde. Wsn» auch diese Zahl selbstverständlich' nicht stimmt, sogibt.sie doch wenigstens«Ine. Gründlinge. Recht.bezeichnend ist'der letzte Bericht des Instituts für Konfunkiursorschung, in.dem eS etwas naiv heißt, daß, da. die Wetterlage normal sei, die Fahl der Arbeitslosen.nicht allzusehr", zunehmen und das, sie höchstwahrscheinlich — 2 Millionen nicht überschreiten werde. So zart da» umschrieben Ist, klingt es doch wesentlich klcin- lautcr als die bombastischen Ankündigungen, die noch vor einem Jahre gemacht wurden. ...'' Man muss aber die unsichtbare ArbeitSloslg- .keit hinzunehmen, um ein richtiger Bild zu ersannen.. Die offiziellen Statistiken enthalten nicht diejenigen Arbeitslosen, die im Arbeitsdienst Unterschlupf gefunden haben, Ähre Fahl . beträgt gegenwärtig. 180.000 Mann. Dazu kömmt dd» ziemlich große Heer der N o t» .st an dS.arb e i te r und derfönigen, die von der keine produktive Arbeit. Ihre Fahl dürftö 880.000 auSmachen.. Was die 700.000 Mann anbetrifft, di« seit der Wiederherstellung der Militärdienstpflicht militärischen Dienst, tun, so kann mag natürlich nicht von einer Absorbierung der Arbeitslosigkeit durch produktive wirtschaftliche Lösungen seitens des Hitlerregimeö sprechen. Diese drei Kategorien zusammen ergeben die staatliche Fahl von 1,780.000. Da» wären also einschließlich dir zugegebenen inSges. 8,780.000. Auch diese Fiffer reicht nicht aus. Wo gibt eS«Ine Statistik über die Hunderttausend« von Frauen, die aus Betrieben und Büro» versagt würden, wo Uber die brotlos gemachten Juden, wo über di« KonzentrationSlagerinsaffen? Dazu gesellt sich da» RIrsenheer der Kurzarbeiter. Man muß bedenken, daß im Zusammenhang mit dem Rohstoffmangel die Kurzarbeit derart über« handnünmt, daß sie heute schon einen riesigen Prozentsatz der Beschäftigten betrifft. Da» ist die „Lösung" deS ArbcitSlofenproblemS durch den' Nationalismus, die keine Steigerung dersKauf- kraft bewirkte und in dem vorhandenen Ausmaß überhaupt nur durch di« unproduktive und verhängnisvolle Aufrüstung möglich war. Die Verhandlungen mit Frankreich Paris. Gesandter Dr Osuskh besuchte SamS- tag. den' Ministerpräsidenten Leon Blum, mit welchem er im Lauf« der Unterredung den derzeitigen Stand sowohl der siimnziellen als auch der. handelspolitischen, französisch-tschechoslowakischen. Verhandlungen durchbesprach. Der G«-. farmte legte dem französischen Ministerpräsidenten die noch verbliebenen unerledigten Fragen zu dem Zwecke vor, damit«in« baldig« Erledigung erreicht werde. •'’' In der Unterredung legt« der Gesandte dem fianzösischen' Ministerpräsidenten weiters sämtliche Fragen sozialen Charakters dar, die die tschechoslowakischen Staatsangehörigen in Frankreich betreffen, das sind. Fragen der Arbeits- losenuntrrstützung, der Untersttihung im Krank- hetts^lstz/Mp'<Ä?jialbe^sAi!kü'ng'und'. Miehlichi ^öi«. Fräße der tschechoslowakischen.. E'i n kv a»- derung nach Frankreich überhaupt. ' Außerdem besuchte Dr. Osuskh den Kolo- nialministcr Moutet, mit welchem er wirtschast- liche Fragen, die dessen Ressort betreffen, besprach. Preis, und Kontingent-Kartell In den Textildruckerelen Nach mehrmonatlichen Verhandlungen-unterschrieben bei der am- 5. Feber stattgefundenen Generalversammlung alle in der KonditionSorga« nifation der Textildruckerelen beim Textil-Spolek in Prag vereinigten Druckereien von Textilwaren de» Kartellvertrag auch bezüglich der Kontingente und Preise und genehmigten gleichzeitig auch ein- stimmig di« BereinSstatuten, auf Grund welcher -um Beglaubigung gemäß der Regierungsverord nung Rr. 228/1088 ngesucht wird. Die Verhandlungen mit den wenigen noch außenstehenden Druckerfirmen werden fortgesetzt. Prager Messe wächst weiter. Der Schwerpunkt der Messe wird, dem Charakter der Frühjahrsmesse«ntsprechend, in den 16 Export« abteilungen liegen. Rach dem heutigen Staube wird am stärksten die Glas-, die Porzellan« und die feinktvamische Industrie, ferner die Spielwarenerzeugung, Ledergalanterie, Maschinen, Möbel, Hau»- uiw Küchengeräte vertreten sein. Im allgemeinen ist gegenüber der letzten Meffe eine AuSstellerzunahme zu verzeichnen. BedauerlicheSiveise zeigen einige konjunkturbegünstigte Zweige eher«ine Zurückhaltung in der Messebeschickung. Diese Politik, die Verlust von Auslandsaufträgen zur Folge habe» ttzirdMM'so bedauerlicher, als da» Auslands,! Interesse für die Frühjahrsmesse besonders groß ist uiid alle bisherigen Messen zu übertreffen verspricht. In den typischen Mcffeindustrien ist erfreulicherweise eine weitere Ausstellerzunahme zu verzeichnen. Bedauerlichcrlveise zeigten einige kon- gruppe hat sich z. B. im Vergleich zu 1880 verfünffacht und die Porzellanindustrie wird durch die auf der Messe vertretenen Firmen bereits zu 80 Prozent der Gesamterzeugung repräsentiert. Die diesjährige Frühjahrsmesse wird' neben den bisherigen drei neue Sonderveranstaltungen in ihr Programm einschließen. Die Abteilung„Da'S tschechoslowakische Gewerbe" soll nach der Zielsetzung der Veranstalter der Oessentlichkeit den Wert handwerklicher Arbeit klarstellen und ihre kulturell« und volkswirtschaftliche Bedeutung aufzeigen; die FachschaudeSDruckereiwesen» Mörder» noch nicht kennen, ihn aber in wenigen Minüt«. wissen, werden. Sie sprechen von einem in-lrhter-Mtnute eingetrosfene» amerikanischen Kollegen, von einer ganz neuen,-sensationellen UntersuchungSmethodc... Und immer wieder: „Jnwenigen Minuten, Schlag zwölf-Uhr, weiß ich den Namen de»-Mörder»i" ..X! Dann aber,.wenn seine Nerven zum Zerreißt»,gespannt sind, dann kommt mein großer Auftritt....." »Und wollen Sie mich nicht doch in Ihren -Plan einweihen, Croone?" R.»Nein, Warden.— Aber dafür schenke ich Ihnen den Ruhm, da» schwerste Kriminalrätsel LöndonS: geklärt und den. Mörder.der verdienten Strafe zugeführt zu haben.'.. I"'-- W* ltntersüchüngSnuthode?" Havper rückt nervös auf. seinem Stuhl hin und her.„Was zum Leiifel meine»®|» damit? I/'-, Geige frühere Iliberlegenheit ist, wiefortgeblasen und das gibt Äärsien seine Sicherheit wieder, Um sein«„größt Rolle" zu Ende zu spielen. »Lefder kann ich noch nicht darüber, sprechen",.erklärt ex geheimnisvoll.»Nur soviel will M''Ähnen ,vecraten, daß«» sich um etwa» ganz si.teues,' Sensationelles handelt. Daß. ich Schlag zwölf Ubr den Nam«» des Schürkin-Annin werde,- dex Jane Wilford ermordet hat.'"' Er blickt 'auf feine Armbanduhr.„Schlag zwölf. Also in MauzweiMinuten.<.7 R• ; Warden wischt Über seine nasse Ssirn. aber -dpch» daß auch auf, derMtry seines Gegenüber» klein« Schweißperlen stehen.—. ....R Dänn wird pMlich die Mre aMeriffen Und Bob Croone stürzt wie-ein« Rakete in».'-Zimmer. "'«llÜir haben ihn" brüllteründ. schwenkt«in Stückchen,Karton in der Luft,„Hier ist.das Bild des Mannes, vertane. Wilford-,hetötet hati-Die - Meueste Ersüidung^dex cnnerikanischeu- Polizei. Warden und jetzt werden Sie wohl nicht mehr schlecht-über uns sprechen: Die Netzhautphotographie der Ermordetenl Das.Bild des letzten. Eindruckes, den da» Auge in sich ausgenommen hat! Da» Bild des Mörder» I" Jetzt erst scheint er Harper zu sehen, der totenbleich in die äußerste Ecke des Raumes zurückgewichen-war. Croon« weicht in täuschend gespieltem Entsetzen einen Schritt.zurück.„War- deni" ruft er und seine Stimme scheint.sich vor Aufregung zu überschlagen.„Hier... dieser Mensch... Da» ist doch der Mann, dessen Bild ich hier habe... der Mörd«rk" Sidney Harper» Hand fährt in die Tasche. „Ja," stammelt er.„Ich habe.sie getötet... weil sie zu viel wußte... au» meiner Vergangenheit..Dann,«he die beiden Männer ihn hindern konnten, hatte er seinen Arm iw Stirnhöhe gerissen. Ein dumpfer, harter Knall, dann sackt sein Körper in sich zusammen. Ein Mörder hat sich selbst gerichtet... ..»Ihr Amerikaner seid doch wirklich tüchtige Kerle", sagt« Chefinspektor Guthrie von Scot- land-Nard zu Bob Croon«, nachdem er Inspektor Ward«» anerkennend auf die Schulter geklopft hatte.»Daß euch, die Netzhautphotographie doch endlich gegMt ist, nachdem- doch, alle Versuche hisher tn dieser Richtung so gründlich danebengelungen stnd..."" »Wahr gemacht? Netzhautphotographie?, erkundigt sich Bob Croon« erstaunt.»Sje-haben wohl noch nie Poker gespielt, Berehrtester— Und dabei gründlich geblufft?" Und' ,«c schwenkt da» Stückchen Karton, daS er noch Immer in-der Hand hält,,-so lange vor Guthrie» vor Erstaunen ganz groß gewordenen Augen herum, bi» diesem auch nicht der geringste Zweifel mehr bleiben kann, daß beide Seite» in sleckeglosex Reinheit erglänze» verfolgt den Zweck, dieses weiwerziveigte Fachgebiet einmal in AuSstcllungöform vdrzufllhrcn; schließlich wird auch' dein tschechoslowakischen ^Fremdenverkehr erstmalig auf der .Messe größerer Raum in Expositionen im Mitsieltrakte des Alten Ausstellungsgeländes gewidmet swerden»"•.. Hutindustrie erzielte 1036 über 110 Millionen KC Export. Im Jahre 1086 brachte die Tschechoslowakei für 110.4(i. B. 101.1) Millionen KC Hüte und Hutstumpen zur Ausfuhr. Die Ausfuhr von Stumpen aus Haarfilz hlicb mit 81 Mill.'KL auf Vorjahrshöhe(81.2 Mill.), während Wollfilzstumpen ihren Anteil auf 10)1(I. V. 6.2) Mill. KL erhöhen tonnten. Auch bei fertigen M ä nnerhüten verzeichnet Wollfilz mit 14.2(11.4) eine stärkere Ausfuhrzunahme al» Haarfilz(10.3 gegen 17.8 Millionen KL). Die Ausfuhr von Nicht garnierten Damenhüten ist leicht auf 28.4(20.2) Mill. KL zurückgegangen, garnierte Damenhüte "wurden demgegenüber mehr ausgeführt(8.2 i gegen 4.6 Mill. KL). Auch bei den Lbxigen Hut« ; forten trat«ine leichte Exportsteigerung«in. Herabsetzung des Kokspreises im Detailver» kauf. Samstag, den 6. Feber, wurde in,der volkswirtschaftlichen Abteilung deS Ministerpräsidiums in Awvesenheit der Vertreter des Ministeriums deS Innern ein Uebereinkommen zwischen der „Prajskä prodejna uhli" und der„Prodcjni kan- eeläk sdrujenhch ostravsko-karvinfthch kamenouhel- nhch dolü" verwirklicht, daß ab 1. Feber d. I. der Kok» im Dctailderkauf bereits zu dem herabgesetzten Preise verrechnet werden wird. Nur insoweit e» sich um Lieferungen im Detailverkauf, die bereit» getätigt und auch bezahlt wurden, handelt, tritt au» technischen Gründen die Ermäßigung erst ab 7. Feber d. I. in Kraft. Dir Tagung de» Rate» de» I. A. A. An Genf hat die ganze vergangene Woche hindurch der Rat de» Internationalen Arbeitsamtes getagt, der mit der Verwaltung und Leitung dieses iniernationalen Instituts betraut ist. An der Tagung nahmen zahlreich« Vertreter aller euro- pischen Staaten, aber auch Vertreter der amerikanischen und asiatischen Staaten teil. Den Vorsitz bei den Verhandlungen führt« der derzeitige Präsident de» VerwaltungSrate» de» internationalen Arbeitsamtes, der tschechosiowakische Minister für sozial« Fürsorge, Jng. Jaromir NeLaS. Die Konferenz besprach wichtige Industrie« und Wirtschaftsfragen, insbesondere betreffend die Textil- Kohlen, graphische und chemische Industrie, Große Aufmerksamkeit wurde von der Konferenz den AuttwanherungSfragen. gewidmet.. Außerdem würde die Beschickung der.voin Präsidenten Roosevelt nach Washington einberufenen Textil-Welt- konfcrenz beschlossen und das Programm der internationalen Arbeitskonferenz für da» Jahr 1038 ausgestellt. Der DetroUer Streik geht weiter. Die Konferenz der Vertreter der General Motors Co. und der GewerkjchaftSorganisationen der Automobilarbeiter wurde nach dreieinhalbstündiger Dauer vertagt. Keine der beiden Seiten hat sich zu irgendeinem Zugeständnis bereit erklärt. Der Innenhandel in der SSSR.(s) Der Jahresplan für den Detaillvarenumsatz für das Jahr 1936 war mit 100 Milliarden Rubel festgesetzt. Nach einem Berichte der„Leningradskaja Pravda" vom 4. Jänner, war dieser Plan bereits zum 20. Dezember 1886 erfüllt, und zwar in einem Ausmaße von 102 Milliarden. Ruhel. I» den ersten elf Monaten des Jahre» 1986 wurden im Vergleiche zur selben Feit des Jahres 1935 um 22.8 Milliarden Rubel mehr umgesetzt, was einer Steigerung mn 80.4 Prozent gleichkommt, während planmäßig nur 24.8 Prozent vorgesehen waren. Die Leichtindustrie hatte bereits zum 19. Dezember den Jahrespltzn für das Jahr 1936 zu 101.8 Prozent erfüllt, Die Erzeugung belief sich auf 8224,6 Millionen Rubel gegenüber 3.177,4 Millionen Rubel laut Plan. An erster Stell« stehen in dieser Beziehung das Moskauer und Leningrader Gebiet. hilft rauh bei Schmerzen In den Gelenken und Gliedern, Kopf- schmerzen und bei Grklituh* ?en. Haben Sie Vertrauen zu ogol E-n Veriuch überzeugt. Viele Ärztegu'.aehten. In allen Apotheken erhSIH. Ki 1 fr- u. 17*8». UMhnd Von den tnltteleuropBlscheri Kopfjägern Vor dem Linzer Schöffengericht wurde dieser Tage«in Prozeß wegen Betruges gegen einen gewissen Walter Schneider und seine. Helferin Herta Schubert durchgesührt. Die Heiden hatten Betrügereien verübt und waren Agenten der Gestapo. Schneider gab zu, daß er die ilbsicht hatte, Dr. Otto Strasser, der Führer der Schwarzen Front— den er angeblich als ehemaliger SF-Mann kannte—- über die Grenze zu locken und derGestapoaus- zuliefern. Er wollte sich die»Kopfprämie" verdienen, die auf Straffer im Dritten Reich ausgesetzt ist. Auf die Fragen de! Richters gab der Agent an, dah man ihm m i n d e st« n s 8 0.0 0 0 b i S 8 5.0 0 0 S ch i l l i n g(400.000 bis 420.000 KL) für den Kopf Strassers versprochen habe. Er behauptet, seins Pläne ausgegeben zu haben, weil er kein« Anzahlung bekommen habe. Der Staatsanwalt nimmt aber aü, daß er nur durch die Verhaftung daran gehindert wurde, seinen Plan auSzuführeu. Cs ist möglich, daß gegen den zu fünf Monaten tzlrrest verurteilten Schneider doch noch ein Prozeß wegen versuchten MenschilnrauheS durchgesührt wird. Verfassungsänderung in der Türkei, Die türkische Nationalversammlung nahm eine bedeutsame Aenderung der türkischen Verfassung an. Die sechs Hauptprinzipien der republikanischen Volkspartei, und zwar der nationalistifche, der demokratische, der etatistische, der Laien- und revolutionäre RepUblikaniSmuS, wurden als Bestandteil der Verfassung erklärt. Dadurch erfolgt ein vollkommener Zusammenschluß der repubiika- nischen Volkspartei mit dem Staate. DaS Parlament nahm auch de» Antrag auf Errichtung eines Unterstaatssekretariats in jedem Ministerium an. Woran dir Trotzkisten schuld sind,(eis) Der Moskauer Korrespondent der„DÄ ill-y Tale- g'rckp h"'Meldet, daß im'ZüstnMenhang mit dem Radek-Prozeß eine neue große„Reinigungsaktion" in der Sowjetunion eingesetzt habe.' In Moskau sind Meldungen' eingelaufen, nach denen in der Woche de» Radek-Prozesses hundert neue Verhaftungen erfolgt sind. ES fei die Frage, ob diese Verhafteten jemals vor einem öffentlichen Gericht erscheinen werden. Ein besonder» änf- sehenerregender Bericht über die Reinigungsaktion stammt von g e r sch o f s, dem Direktor der Äor- lowka-Werle für Kriegschemie im unteren Dön- Gebtet. ES behauptet, daß gerade in diesetn Werte die Trotzkisten«ine ausgedehnte Sabotagetätigkeit entfaltet haben. Durch ihre Schuld' sei das Werk seinerzeit schlecht gebaut worden, st daß sich jetzt Sprünge an den Türmen und Konstruktionsfehler t>n den Fundamenten feststellen lassen. Auch sei «S Schuld der Trotzkisten, daß die Pumpanlage von: Grundwasser isoliert sei. Verschaff macht weiter di« trotzkistischen„Banditen" für die schlechten Wohnverhältnisse in Gorstwka verantwortlich, wo 70 Prozent der Arbeiter in elende» Baracken Hausen müssen und wo«S für di« Bevölkerung(10.000 Manschen) kein einziges Bad und kein« Wäscherei gibt. Im Betrieb hätten die Schädlinge zwei schwere Explosionen in der Am- 'moniakabtcilung verursacht und die Initiative der Ingenieure und Techniker gelählnt, so dah der Betrieb nie ordentlich gearbeitet habe. Jetzt aber habe man Gorlowka endgültig von den„trotz- kisrischen Banditen" gereinigt. Während dieser Bericht ein bezeichnendes Licht auf die Hintergründe der Trotzkistenverfolgung wirft, wirkt'«» anderer mehr al» Kuriosum. Au8 Leningrad toivd nämlich genicldet, daß man dort den frühere» Leiter der Baltischen Schissahrtslitzie I. P. Bronstein verhaftet.hat, der seit 1918 Mtt- glied der Kommunistischen Partei war. Man wirft diesem Bronstein vor, daß er sich zu einer Zeit, als Trotzki noch Vollskommtffar war, seiner B e r w and t s ch a ft mit Trotzki (der von Hanse aus auch Bronstein hieß) gerühmt habe. Auhevdem habe Bronstein in seinem Prtvatbüra den Entwurf eitze» Lenindenk- mals aufbewahrt, dec„konterrevolutionären" Charakter hgtte.■‘« Englands Schuh gegen den Gaskrieg. Der Unterstaatssekretär des britischen Jsinenministe- riums Äeossret) Lloyd gab im UsitethauS bekannt, bahstehen hie Lagerräüme sstc die GaSmaSken. welche'für die Zimibevölleimng. von Manchester und, London besiunmt sind, sertiggestellt wurden. In jedem dieser zwei Magazine könne» bier Mil-, lionen Masken aufbcwahrt werden. Für den Ban weiterer Magazine in der Provinz'werden Vorbereitungen getrofsen. Außer. dieser zenitalen Magazin« sollen lokale BorxatSräuM« mit einem FaffungSraum für 80.600 Masken angelegt werden, von denen ay» die Masken äy die Bevölkerung ausgegeben werde» solle». fetitc 8 Sonntag, 7. Feber 1937 Nr.»3 i Aktionsausschuß Prag für den Besuch der Winter-Olympiade! Es find nun folgende Gruppenfahrten gesichert: - 1. Ä r I a u b s g r u p p e: Abfahrt Sonntag, den 14.. Feber, um 7.22 Uhrt Schnellzug nach Freiheit..Fahrgeld hi» und zurück 65 Xi. Anmeldungen noch möglich.>.. 2. U r l a u b» g r u p p e: Abfahrt Montag, den' 15. Feber, um 7.22 Uhr. Schnellzug nach Freiheit/ Fahrgeld hin und zurück 52 Xi. Anmeldungen noch möglich.' .'' 8. Ui lau bsgruppe: Abfahrt Donnerstag- früh 7 Uhr mit dem Autobus. Hin und zurück 60 Xi. Anmeldungen nur-bedingt noch möglich, daher sofortige Anfrage notwendig. . 4. U r l a u. b s g r u P p e: Wfahrt Freitag. Zeit noch nicht bestimmt. 6. G ä st e g r u p p.e: Samstag, den 20. Feber, mit dem Autobus bis nach' Petzer. Wfahrt nachmittags. 6. G ä st e g r u p p er Samstag mit dem Sportzug lü.27 Uhr Wilsonbahnhof.. Für alle dies» Teilnehmer wurden Quartier« gesichert. Die letzte Anmeldung ist noch möglich am Mittwoch, den 10. Feber, von 6 bis 8 Uhr abends in der Amtrstunde der Angestelltenverbandes im Handwerlerheim, Smeiky.— Es verkehren in». Riesengebirge nm SamStag mit Rückfährtpflicht am Sonntag abends nachfolgende Sonderzvge. von Prag aus: "Einheitspreis 49 Xi für dritte Klaff«, 64 Xi Mr zweite Klaffe, Fahrt bis Freiheit.(Nebst dem Fahrpreis-mph e'me Platzkarte gelüst werden.) Abfahrt Wilsonbahnhof 14:26, Ankunft in Freiheit um 18.54, Rückkehr 21,46. Denisbahnhof.— Wfahrt Wilsohnbahnhof 16.27, Ankunft in Freiheit um -20.00; Rückkehr 21.46-Denisbahnhof.— Abfahrt Wilsonbahnhof(Motorzug) um 18' Uhr,. Fahrpreis 64 Xi. Rückfahrt—- Ankunft— Prag um 22.80. -—Die Mitglieder der Naturfreunde genießen, wenn wenigsten» drei einem Ziel zufahrcn, 88 Prozent Er- mätzigung. Inhaber der’ Winiersportlegitimaiion haben als Einzelfahrer schon 88 Prozent, wobei die Fahrkarte für die Rückfahrt gelöst-werden muh, doch 16 Tag« Gültigkeit hat.—- Für die Olympiade ge- nietzen-die Wettläufer und- Funktionäre schon ab Montag, den 16. Feber, die-ävprozentige Ermähi- gung,-und zloar bis 22. Feber, di« übrigen Gäste ab Donnerstag, den 17. Feber, auch 50 Prozent Lr- mähigung gegen-eine-besondere Legitimation ver Konformist Uon Feuchtwanger Romanschriftsteller und früher auch,' ehe er A n d r ö G,i d e hcrabsctzeiid des Aesthetizis- mns zieh, ehe er also sich' dem-Stalinismus g lei ch s ch a l t e t e, auch Acsthet, dies noch ver« ratend in dem„Offenen Brief an die Mitbewoh- ner meines Hquses in Berlin",, den er am Montag in' Prag vvrlesen wird, erscheint morgen als Gast der keineswegs für den russischen Konformismus begeisterten Zeitschrift„Wahrheit"' am VorträgS- tische.'Fn dem Beifall, der hier jeden.,.Prominenten" ganz selbstverständlich begrübt, mag eine Stimme des Protestes untcrgehcn. Sie wird trotzdem erhoben, nicht de» Heute wegen, sondern.der Sache wegen,— die Stimme, des Protestes gegen die wirklich unästhetische, frivole, schnodderige und inner li ch u n w a hr h a f t i g e A r t, in der Herr Feuchtwanger Andrö Gides Schrift „Zurück aus Sowjetruhland" in der„Prawdä" abtun zu können glaubte. Feuchtwanger, der auf den Kern, auf das wirklich Wesentliche der Klagen und Anklagen Andrä Gides nicht einging, bezeichnete besten seinerzeitige Hinwendung zum Kommunismus als blohe Stimmungssache(eine Sache der Berechnung war sic freilich nichtl), er behauptete, Gide habe Sowjctruhland nur mit den Augen des-Nörglers-gesehen,— zu Gides entscheidenden Feststellungen, die gerade einen Intellektuellen, der Hitlers Gleichschaltungszwang anklagt, besonders bewegen mühten, nahm er überhaupt nicht Stellung, zu Gides Bemerkungen: „Jener kleinbürgerliche Geisteszustand, der, wie ich Mrchte, sich heute dort zu entwickeln bestrebt ist, ist in meinen Augen zutiefst und gründlichst konterrevolutionär." „Wäre e» da nicht besser, statt mit Worten zu spielen, einzugestehen, dah der revolutionäre Geist ( n n d s o g a r e i n f a ch d e.r kritische Geist) nicht mehr modren ist, dah man ihn nicht mehr braucht? War man heute fordert, ist das Akzeptieren, ist der Konformismus. Was man will uiü> fordert, ist eine Gutheihung alles dessen, was in der USSR geschieht..." Wie könnte Feuchwanger zu dieser schmerzlichen Feststellung Andrö Gides etwas sagen, da er so gut begriffen hat, was man will und fordert und selber so bereitwillig alles das gut heiht, was in-der USSR geschieht? Aber da in unserer Zeit Kritiker wahrlich nötiger sind als bedingungslose Ja-Sager, als freiwillige und unfreiwillige Konformisten, wird Lion Feuchtwanger i» der Hauptstadt eines Staqfes„blüh formaler Demokratie", die den Vettzkeich mit der ,,wirklichen Demokra-- tle", die er in dem Lande des Konformismus fand, zwar,«inen Augenblickserfolg haben,— dir Stimme aber, die über die Zeiten hinweg gehörtwerden wird, ist doch die des Aestheten und Dichters und— Wahrheitsfanatikers Andrö Sibel Die Rückkehr der Roten Falken auS Rollendorf wird nicht, wie die Kinder schriftlich mitteilten, mit dem Zuge, erfolgen, der um 18.26 Uhr in Prag eintrifst, sondern wahrscheinlich schon mit dem Zuge um 17.57 Uhr. Die Eltern werden jedenfalls gebeten, sich zum Äbholen der Kinder früher einzufinden. Das enrpfiehlt sich vor allem wegen des zu erwartenden Andranges. Bon der Stefanik-Sternwarte in Prag. Im Feber ist die Sternwarte dem Publikum auher an Montagen täglich um 18 Uhr zugänglich. Exkursio« neu von Schulen um 17 Uhr und von Bercincn um 10 Uhr. Massenbesuche müssen vorher-angekündigt werden.(Telephon 46805). Jeden Sonntag ist die Sternwarte vormittags von 10 bis 11 Uhr, nachmittags von 18 bi» 16 und abends von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Programm für Beobachtungen im Feber: Während des ganzen Monates bei heiterem Himmel die Planeten Venus und Saturn,- vom 17. bis 27. auch der Mond. Al» Ergänzung könnendem Publikum je nach Möglichkeit auch einige Dop» Pclgeftirne, die farbigen Fixsterne, Sternhaufen und Nebelflecken gezeigt werden, Nmst imd Mssen, inszeniert, C 8.—Montag halb 7: Minna von Barnhelm. Theatergemeinde der Jugend(2. S.rie, grüne Karten), freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Orpheus, Gastspiel Rosette Anday, Al.— Mittwoch halb 8: Jean. Gastspiel Leopold Kramer und Pcpi Kramer-Glöckner, B 2.— Donnerstag halb 8: Fräulein Else, El— Freitag halb 8: Der Kutz. D.— SamStag halb 8: Hopsa, Erstaufführung, A 1.— Sonntag halb 8: Firma, 6: Die Meistersinger von Nürnberg, C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Salzburg ausverlauft, 8: Jean,— Gastspiel Kramer und Glöckner.— Montag 8: Firma, Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag 8: Matura.-- Mittwoch 8: Axel an der Himmel»tür.— Donnerstag 8: Jean. Gastspiel Kramer-Glöckner.— Freitag 8: Der Illusionist, volkstümliche Borstellung,. SamStag halb 8: Wie-es Euch gefällt, neuin». szeniert.— Sonntag 8: Unentschuldigt« Stunde, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner. Der Dim Menschen auf der Eisscholle Nach Langers„Rcitecpatrouille" hat man nun auch Nilöm Werners Drama verfilmt, das zweite bedeutende tschechische Theaterstück der letzten. Zeit. Er ist—- Ivie im Falle der„Reiterpatrouille"— Bezirksorganisation Präs Im grossen Saale des Handwerkervereines, Prag, SmeLky, findet Freitag, den 18. Jänner, um 20 Uhr, die.. Generalversammlung der Bezirksorganisation statt. Auf der Tagesordnung Berichte«nv NeNwählen. durchaus kein Fehler, dah man sich bei der Verfilmung streng an die Vorlage gehalten, die Dialoge oft wörtlich übernommen, die Gestalten und die Handlung kaum verändert hat. Denn auf diese Art ist er gelungen, den Film in den Dienst der Verbreitung einer sehenswerten Leitstückes zu stellen— und so einem heimischen Film mehr Inhalt und Bedeutung zu geben al» ihn die durchschnittlichen Barran« dow-Produkte aufzuweisen pflegen. Der Regisseur Mac Frii hat die Gelegenheit diese» Spiel» von der sozialen und moralischen Krise der heutigen Jugend(und von der Verständnislosigkeit des nach alten Normen messenden Alter») benützt, um sich nach seiner Entgleisung mit dem„Pater Bojtöch" zu rehabilitieren. Er hat da» Wcrnecsche Stück mit dem nötigen Respekt, aber auch mit dem erforderlichen Sinn für filmische Auflockerung inszeniert, er hat e» lebendig und wirkniigSvoll als Filin Wiedererstehen lassen und— von Lida Baarovä abgesehen, die mehr eine Konzession ans Pubikum ist— die Rollen mit geeigneten Darstellern besetzt, unter-denen vor allem der sympathische Charakterdarsteller Frantiöek S m o- l i k und der talentierte jugendliche Komiker Ladifiav PeSek zu nennen ist.—eis—- . Aus dem amerikanischen Film„Ich wurde gelyncht" üus der Tackel Sitzung der Bezirksvertretung Montag, den 8. Feber, findet im Parteihcim eine Sitzung der Bezirksvertretung statt; und zwar im Hinblick auf-die Frauenversammlung bereits um halb 7 Uhr abends. Frauenversammlung Montag, den 8. Feber, abends 8 Uhr, findet im Parteiheim, Smekka 22, eine Frauenversamm- lung statt. Referent: Genosse Dr. Emil Str a u tz. Thema: Die Welt von gestern, heute und morgen. Das Frauenbezirkskomitee. Vockkäge Spiritismus, Geistererschelnungrn»der Betrug? Ueber dieses Thema spricht am Mittwoch, den 10. Feber, im Heinesaal in der Fochova, der- bekannte Kriminalpsychologe Shankara. BorverkausS- stellen:„Ceskö Slovo", WcnzelSplatz,„Prävo Lidu", Hybernska, Truhläkopä, Wetzler, Andree und Optiker Deutsch. Arteitertwrftellun»„Matura", Komödie von Fodor, am Sonntag, den 7. Feber, um halb 8 Uhr nachmittag» im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich pon 8 bis.2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Heute, SoNntäg. nachmittags halb 8 Uhr: Arbeiter- vorftellung Matura- halb-8 Uhr: Der Kuss, neu- Mlttellungen au» dem Publikum. Krankheiten de» heurigen Winter». Grippe, rheumatisch« und gichtische Beschwerden stellen sich Heuer fn weit verstärktem Matze ein als früher. Peinigende Schmerzen in den Gelenken, Muskelreitzen, Rückenstechen, Kopf- und Nervenschmerzen machen den. Kranken das Leben zur Oual. Verzagen Sie nichtl Durch seine rasche und sichere Wirkung-hat Togal schon vielen Leidenden wohltuende Linderung gebracht. Togal wird auch Ihnen- helfen. In allen Apotheken erhältlich. Veremsnaeimckiteir Frei« Bereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag, den 9. Feber; um 20-Uhr im Heim Referat von Genossen Franz Wei» über„Die Geschichtsauffassung de» Marxismus" als letzte Veranstaltung'vor den Semesterserien.—Mittwo ch, den 10. Feber, um 18 Uhr wichtige Au S schütz- sitzuug. Allgemeiner Angestellten-Berband, Prag. Masken- und Kostümball, Devise:„Rund um die Welt", am 27. Feber 1987, im Heinesaal, Fochova tk. Mitternachts-Programm des AtuS. Eintritt Xi 10.—. Kapelle Papcrt. Reklqmationen: E. Strnad, Prag kl.. Fügnerovo näm. 4. Der 17. Maskenball der„Union der Geschäftsreisenden" unter der'Devise:«Eine Rächt in der Hölle" findet am 27. Feber d. I. im Lidovh düm, Hybernskä 7, stätt. Reklamationen im Sekretariat, Präg ll., Na Zbokenci 18. Tel. 47841—8. 8908 Sozlalver$lcherung$- Brlelkasten In dieser regelmäßig am Sonntag er- scheinenden Rubrik werden-Anfragen unserer Leser über Sozialversicherungs-, Kranken-, Alters-, Invaliditäts-, Unfall- und Pensionsversicherungsangelegenheiten beantwortet. • R. S„ Aussig. AIS Verkäuferin in- einem Selch« Warengeschäft ist Ihre Tochter nach der Rechtspre« chigtg des Obersten BerwaltungSgerichter penstonS- versicherungSpslichtig, und zwar auch dann, wenn sie nebenbei untergeordnete Arbeiten verrichtet, wie Aufräumen des Äcrkaufslokals, Tellerwaschen usw. Wir empfehlen, den Arbeitgeber zu ersuchen, er möge Ihre Tochter mit dem Tage des Beschäf- tigungseintrittrS<1. Oktober 1986) nachträglich her der Amtsstelle B der Allgemeinen Pensionsanstalt in Prag XI zur Versicherung anmelden. Die bisher für die Invalidenversicherung eingezahlten Beiträge erhält er von der KrankenpersicherungSanstali zurück, sobald er den. Bescheid der Hensionsanstalt vorlegi. mit- welchem Ihr« Tochter für Pension-Versicherungs» pflichtig erklärt wird. Falls der Arbeitgeber.sich weigert,- die Anmeldung zur PenstonSversicherung durchzuführen, hat Ihre Tochter natürlich auch die Möglichkeit, sich selbst bei der Pensionsanstalt--zur Versicherung anzumelden. W. M„ Unfallvers.r Ihre Anfrage beantworten wir brieflich. Rr. 818.444—I: Unser Schreiben an die von Ihnen angegebene Adresse kam al» unbestellbar zurück. Wir ersuchen Sie um genaue Angabe Ihrer Anschrift. MiEttLAeN-kler 4l(WWl« „Unvergessliche Filme":„Dir freudlos« Gaffe" mit Greta Garbo, Asta Nielsen etc. Einleitungsvortrag: Willy Haas. Montag-19 Uhr. Dr. Eug. Schwarzwald:„Empfehlungsbriefe". Dienstag, 8 Ahr. Karten Urania, Wetzler, Andrö. Univ.-Prof. Dr. Utitz:„Der Mensch angesichts de» Todes". M i t t w o ch. 8 Uhr. Erich Juhn:„Gaukler, Fakire, Hellseher". Donnerstag, 8 Uhr. Karten Urania,-Wetzler, Flesch. Üranla-Kino Szakall, H. Thimig und Mazda Schneider in „Glück über Rächt", heut« 11, 2. 4, 6, N 9 Ahr, morgen U6 Uhr. M Dienstag„As ElnöMsasszonny" (Frl. Präsident), der ungarische Grotzfilm in Premier«. Filme Ir Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Glück über Nacht." Hermann Leopoldi—Betja Milskaja.— Adria:„Menschen auk der Eisscholle". Tsch.— Alfa:„Maria KraSnova." Amia Sten- A.— Apollo:..Seine Tochter ist der Peter." Tr. Stark. D.— Avion:„Ein entzückendes Ereignis." Tsch.— Beranek:„Kinder der Glücks." D.— Fettig:„Ich wurde geiyncht." Sylvia Sidney, S. Tracy. A.— Flora:„Der Untergang des Schiffe» Balkan." A-.— Hollywood:„Menschen auf-der Eisscholle." Nach Werner. Tsch.— Hvizda: „Der Mann mit den 100 Gesichtern." A.— Julis: „König der Verdammten.". Konrad Veidt. Engl.— j Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva: „Allahs Garten." Marlene Dietrich. A.— Lacerna: „Ich wurde gelyncht." Regie Fritz.LaNg. A. — Metro:„Metropolitan." Lawrence Tibbett. A.— Passage:„Burgtheater." W. Krantz. D-— Praha: .Ein entzückendes Ereignis." Tsch.— Radio:„Der Postillon, von Lonjumeau-" D.— Staut:„Charlie Chan auf der Rennbahn." A.— Svitozor:„Burgtheater." D.— Alma:„Romeo mck> Julia." Norma Shearer, L. Howard. A..— Baikal:„Romeo-und Julia." A-— Belvedere:„Ackna Karenin ä." Greta Garbo. A..— Beseda:„Eine Nacht^in der Oper."MarxBrotherS. A.— Carlton;„Pater Adalbert." Tsch.— Illusion:„Romeo und Julia." A.— Lido H:„Kapitän Jdnuary:" Sh. Tetnpl«. A. — Louvre:„Kinder des Glücks." D.—Macetka: „Romeo und Julia." A.— Olympic:„Der Postillon von Lonjumeau." D.—' Rozy:„Kinder des Glücks." D-— Tatra:.Vater Adalbert." Tsch.-— N Bcjvodu: „Villa Viva." Wallace Peery. A.— Valdekr „Die kleine Diktatorin.". Elaudctte Tolbert. A.— Beletrhy:'„Kinder des Glücks." D.. Verlanget überall Volkszünder Hochlelstungs-Drehbänka, Frismseklaan, RaflalkoknaascNata, Bohrwerke, SbMlai- a. 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