Sozialdemokrat gentralorgay der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint«tt Ausnahme de» Montag tSglich früh Röbaktion und Verwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 88677- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Einzelpreis 78 HüttCF(einschließl. 8 Heller Porto) Aus dem Inhalt: Demonstrationen In Düsseldorf Englands Interesse am Ostpakt Gefahr lür Nindorf 17. Jahrgang Dienstag, 9. Feber 1937 Nr. 34 Wahrend Edens Abwesenheit keine wirklichen Verhandlungen Paris.(Tsch. P.-B.) An Pariser informierten Stellen wird den größtenteils auS deutscher Quelle stammenden Nachrichten kein Glauben beigenwssrn, daß Botschafter von Ribbentrop mit dem interimistischen Vertreter deS Staats- sckretärs fiir Aeußeres Anthony Eden, Lord H a- l i f a r, über di« deutschen Kolonialfordernngen in Verhandlungen treten wird. ES heißt, daß während der Abwesenheit EdenS keine wirktichest Verhandlungen stattfinden werden und daß Anthony Eden auf der Rückreise von seinem Urlaub mit den französischen Ministern einen Meinungsaustausch pflege» wird. Di« französische Presse ist im Widerstande gegen die Rückgabe von Kolonie» an Deutschland entschlossen und einmütig. Sie erinnert neuerlich daran, daß hierüber nur«ine gemeinsame Konferenz der Signatare deS Versailler Vertrages entscheiden könnte. Ribbentrops Vorsprache Mittwoch oder Donnerstag . Lon d» n.(Reuter.) Der deutsche Botschafter von Ribbentrop hat Lord H a- lifax nm eine Zusammenkunft ersucht, dir wahrscheinlich am Mittwoch»der am De« n e r ö t a g im Außenamt, stattsinden wird. ES istaUerdingo Üblich, daß der Votschafl .itt eines fremden Staates, der nach längerer Abwesenheit ziiriickgekehrt- ist, im Außenamt «inen HöflichkeitSiesiich abstattet, die politischen Kreise zweifeln aber nicht, daß bei dieser Zusammenkunft auch über die letzte Erklärung deS Reichskanzlers Hitler verhandelt werden wird. Man erwdrtet, daß Botschafter von Ribbentrop einige Auskührungen HitlerS erläutern wird,«S wird.aber nicht erwartet, daß er detailliertere Borschläge in Angelegenheit der deutschen Kolonialforderungen vorlegrn wird.' Noch ein Denkzettel für Goebbels London. Der»Manchester Guar- bian"bringt an,führender Stelle einen Artikel, der die Ueberschrist„Die Tschechen und die Deut« schen" tragt. Es heißt darin:' Es ist klar unk eindeutig, daß die Tschechoslowakei um keinen Preis eine Aufteilung und Zersetzung ihres Staatsterritoriums zulassen werde. Deutschland ist cS auch nicht im geringsten gelungen, die Tschechoslowakische Republik in Mißkredit zu bringen. Am Gegenteil: Die Sympathien der ganzenzivilisiert e.n Welt sind auf der Seite dieses kleinen Staates, der es verstanden hat, sich die Freiheit seiner Bürger zu erhalten,, während nach dieser. Seite hin viele andere Länder'enttäuschten.' Hiebei begegnet die Tschechoslowakische. Republik den Angriffen der Propaganda ruhig und mit Bedachtsamleit, wobei sie die Entwicklung der Dinge mit Ruhe abwärtet. Trotz der ungünstigen strategischen Läge der Tschechoslowakei wäre es n i ch t e i n f a ch,'diesen Staat zu erobern. Es sei auch'sicher, daß die Tschechoslowakei sich nicht'selbst überlassen bleiben würde.' wenn es zum Schlimmsten kommen sollte. Man könne nicht Voraussagen,' welche Hllse, Ihr zute'l werden würde, doch ist es sicher, daß d'er deutsche Angriff die g rößt e G e f a h r f ü r Deutschlau d- seibst darstellen würde,' in« soweit in der Politik überhaupt etwas sicher sein könne. Es wäre für Deutschlands Geschick besser, wenn Berlin die'Tschechoslowakei in Ruhe'beließe,' DeutschlandblelbtlnderbIZ Basel.' Am Sitze der Bayk für. den Internationalen Zahlungsausgleich fand Sonntag eine Zns«Wn«nku»st.^-oer^ Notenbank- Gouverneure stqkt^in^Mssi Mittelpunkt. Mirteilüngin des.'deutschen Reichsbankpräsidentcn Dr. Sch ch t standen. Den Mitteilftngen'..Dr. Schachts war zu ent- üehmen, daß die Reichsbank sich n i ch t von. der BAZ zurückzieht, sondern ihre Mitarbeit'auf der Basis der böllige». Gleichberechtigung jortsetzt..'s Malaga gefallen Eden In Monte Carlo Im selben Hotel wie Beck Monte Earl». Der britische Minister für auswärtige Angelegenheiten, Anthony Eden mit Gemahlin, ist am Soimtag in Monte Earl» eingetrosfen. Er ist im gleichen Hotel aigestiegest wo auch der polnische Außenminister Beck Aufenthalt genommen hat. Deutsch-Italienische Offensive an allen Fronten? Regierungstruppen Im Vormarsch gegen Cordoba Der kombiniert« Angriff auf Malaga, der seit Tagen inrGMM'iSar.'dckk'Mourag niinSgS zur Einnahme'der Stadt durch die Kolmm« des Generäls Collis geführt, die von Siidwesten her längs der Küste gegen Malaga vordraUg. Die italienische Kabelstation in der Stadt meldete al> orstr den Sieg. Der Erfolg der Änfständischen.ist vor allem ihrem AngrisfSverfahren zuzuschreiben, daS die S e'e st r e i t k r ä f t e zweckentsprechend etnsetzte und die Stellung der RegiernngStruppen von der See aus dauernd unter da» flankierende Feuer der Schiffsgeschütze nahm. So war die entscheidend» Position, die Straße an der Küste nicht zu halte». Di« Einnahme erfolgte nicht durch einen letzten Gewaltstoß, sondern! nachdem sich die Milizen nach Nordosten zurückgezogen hatten, wo ihnen zwisschen Bele» Malaga, daS in der Hand der Rebellen ist, und dem Meere nur noch eine fünf Kilometer breite RückzngSlinie bleibt. Di« Gefährdung dieser Straß« war es vor allem, die für dir Preisgabe der Stadt ausschlaggebend war. In den Straße» des eroberten Malaga soll ein furchtbares Gemetzel im Gänge sein, wie eS ja nicht anders z» erwarte» war. DaS Verhängnis der Berteidi», g e r war zweifellos ihrie maritime V ch w ä ch e. Dä Malaga vom Laude her in weitem Halbkreis bis auf eine schmale Verbindung gegen Earthagen«—Balenzin eingeschloffen war, konnte eS nur von der See her Zuschnb erhalten. ES mußte sich aber auch gegen die Serseite verteidigen können. Dir Regierung verfügt aber nach wie vor über{eine entsprechend seetüchtigen Fahrzeuge. Die Seehemschaft ist seit dem aktive» Eingreifen der italienischen und der deutsche» Flotte auf die Rebellen übrrgrgangen. Di« Kreuzer FrckneoS haben Malaga in kurzen Abstände» unter, ei» verheerendes Bombardement genommen. Sie konnten das, well daS deutsche Panzerschiff„G r a f S p e e" die Flottlle Francos gegen Rordosten deckte.' Gegen.die. sechs. 88 Zentimeter-Geschütze der»Gnaf Dpee" wäre die ES- kader. der. Regierung, auch wenn man sie hätte rinsetzen wolle», auf jeden Fall unterlrgen gewesen. Wie eiiglische Blätter»ns Gibraltar mel- tdeni lieg«» zahlreiche Berichte von Augenzeugen — Briten— vor, daß in den letzte» Tagen m i n» d e st e n s 1<1.000 Et alt e« e r, also eine sehr starke Division, bei Cadiz und zum Teil bei Malaga selbst auSgeschifft wurde». Di« Dampfer, welche den Afttransport besorgten, hatten Übermalt« Namen, waren aber als Italiener kmntlich. ' ES kann alS gewiß imgenommen werden, daß der Angrisf auf Malaga erst«ach dem Einlange»«karr weiteren Welle deutsch-italienischer Verstärkungen unternommen wurde und Nur dank diesem reich«» Nachschub an Mann und Material t«kf»>A-WtS>:---- Auch an der Front vor Madrid und vir mache« sich A ng-e^ckpeir o s»- fenstver Bewegungen bemerkbar., Der Samstag einsetzeade groß, Angriff bei Madrid wurde zwar abgeschlagen, aber Franko versucht nun den Südslügvl der VerteidignngS- srout aufzurollen. Er drückt stark gegen den Jarama-Fluß und cs scheint, daß er die Berbindimg von Madrid nach Valencia unterbrechen will,' um die Evakuierung der Frauen und Kinder zu nnterbinden(van denen 450.000 bereits die Stadt verlassen haben). Während Franco so über Aranjuez auSzu- greifen versucht, um an daS linke Nfer deS Jarama zu komm««, treibt die Regierung eine Angriffs!»könne gegen Cordoba vor. Sie hat Torre Dnnjimen» beseht und dringt weiter westlich über P o r- e u n a Md Lopera vor. Diese Offensive, die in letzter Linie bdö auf Sevilla zielt, war vermutlich als EutlastungSstoß für Malaga gedacht und strategisch der beste Gegenzng, da ein« unmittelbare taktische Unterstützung der abgeriegelten Stndt nicht mehr möglich war. Bet weiterer Fortsetzung der Operation würde es sich darum handelst, wer seine rückwärtigen Verbindungen besser zu sichern und dm Gegner abzudrängen vermag. BeideArmeon, die über Malaga nördlich vorstoßenden Mauren und dir gegen Cordoba westlich vordrdrgeitde Volksarmee, riskieren, daß ihwetn der Gegner in dm Rücken kommt. Welche nnmittelbarenFolgender Fall MalagaS— abgesehen von der beklagenS- w'ertm moralischen Einbuße der Regierung— nach sich ziehen wird, ist schwer zu sagen. ES hängt davon ab, wieviel Truppen sich durch daS schmale Tor, von Bele» Malaga zu rette» vrr- mögm«Nd welchen Kainpfwert sie besitzt. Wem» sie eiste neue Front bilde» können, so wird Franco mit der Eroberung der. Stadt militärisch wenig gedient sein'(dies ist der Erfolg der rechtzeitigen Räumung). Nur ein« Kapitulation« der Armee von Malaga hätte größer«. Trupprnmaffrn freigemacht. Flutest die RegiernngStruppen aber, was zur Stunde nicht zu. übersehen ist, geschla- gm zurück, so könnten die bei Malaga aufgetrr- tenen Italiener wahrscheinlich demnächst schon bei Cordoba oder Aranjuez auftretm und dort gefährlich werden. Hayaschls Regierungsprogramm Tokio. Ministerpräsident General Hayascht hat das Regierungsprogramm mitgeteilt, das er im Abgeordnetenhaus vortragen wird: Klärung der nationalen Politik, die auf dem Prinzip itz«r kaiserlichen Theokratie gegründet ist, Schutz der Verfassung, Koordinierung der Prinzipien der japanischen Außenpolitik, Stärkung der nationalen Verteidigung und Entwicklung der Industrie. Die Kammer wird am 11. Feber zusammentreten, wenn sie nicht neuerlich vertagt werden wird. Um die sozialistische Einheit Nicht die Spalter können Ihre Träger sein! In den abgelaufenen Jahren schiverster i mit Geschick, Zähigkeit und gegebenenfalls unter Krise haben sich die Gewerkschaften als die f e st e Burg erwiesen, hinter deren Wällen geschützt die proletarischen Truppen sich gegen ihre voll kommene Verelendung verteidigt haben. Biele Zehntausende von Arbeitern sind von den Gewerk- schastsverbänden in der Zeit der Arbeitslosigkeit, des Mangels, des Hungers der Familien unter stützt worden, die Verbände haben sich als Mütter eriviesen, die ihre Kinder nicht im Stiche liehen. Wohl sind die Löhne unserer Arbeiter zurückge- gangen, aber auch da haben die Geiverkschaften das allerärgste" verhütet. Welchen Lohnentgang allein hat die Unlündbarkeit der Kollektivverträge verhindert? Hätte es das nicht gegeben,-die Un ternehmer hätten die Löhne weit unter die Ar beitslosenunterstützung herabgesetzt. Und kaum ist der Tiefpunkt der Krise überschritten, sind die Gewerkschaften in den Kampf um die Erhöhung des Lebensniveaus der Arbeitsmenschen einge- treten, ein Kampf, der erst begonnen hat und der Geordneter Rückzug .. In neuen Positionen ,.Almerias. Das OberkoiNssmndo der re- publikanischen Truppen hat die Räumung Mala gas angeordnet. Die rrpubli^ästischen Truppen haben sich in Ordmmg in ihre n««rn Positionen zurückgezogen,:...! munisten haben seinerzeit. das Vertrauen der Opfern weitergeführt werden muß. Von der Erkenntnis der außerordentlichen Bedeutung der Gewerkschaften für die Arbeiter und Angestellten in Vergangenheit und Zukunft muß ausgegangen Iverdcn, wenn man Stellung nehmen will zu dem Samstag uud Sonntag stattgefundenen Prager Kongreß der den Kvmmuni- sten nahestehenden„Zentrale der Jndustrievcr- . bände", auf welchem der Beschluß gefaßt wurde, I die Zentrale möge der Tschechoslowakischen Ge- . werkschaftsvcreinigung(Odborove sdruzeni) i beitrcten. Dieser Beschluß ist ziveifellos von dem finanziellen Zusammenbruch der„Roten Ge- tverkschaftcn" diktiert. Zapotoclh, der Hauptrcfe- rent deS Kongresses,' hat selbst voll der„organisatorischen Schwäche der Roten Gewerkschaften" gesprochen und zugegeben, daß diese„mit we- s e n t l i ch e n finanziellen Schwierigkeiten zil sämpfen haben". Während die freien Gewerkschaften trotz der ungeheueren Unterstützungsleistungen, mit welchen sie die roten Gewerkschas- ten weit überragen, finanziell tvohl gelitten haben, aber nicht zusammengebrochen sind, wurde» die Roten Gewerkschaften vom Gewitter der Krise bis in die Wurzel getroffen. Die freien Gewerkschaften habe» desivcgen nicht die geringste' Absicht, diese Konkursmasse zu übernehmen und ihre eigenen Mitglieder für die schlechie Wirtschaft der Herren Zapotoclh und Konsorten büßen zu lassen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat ebenso wie di« Tschechoslowakische Gewcrkschaftsvereini- - gung.eS Äbgeleh»t,-ait.dcm Kongreß der Jndp-.. strieverbäude teilzunehmen oder sich vertreten zu fassen. Schon die Propaganda und die Methode der Einberufung dieses Kongresses haben in unseren gewerkschaftlichen Vertrauensmännern die Erkenntnis wachgerufen, daß eine ersprießliche Zusammenarbeit i>n Interesse der arbeitenden Klasse von der Prager Veranstaltung nicht ausgehen kann. Die Parole, unter der die Propaganda getrieben vnrde, hieß gewerkschaftliche Einheit. Diejenigen, welche die bestandene Einheit der sozialistischen Belvegung gesprengt und ihre Kraft geschwächt haben, können keinen Glaube«: finden, wenn sic jetzt plöülich vorgeben, aus Spaltungsfanatikern die lciocuschaftlichsten Ein- hcitsapostcl geivorde«: zu sciü. DieZentrale der Rote«: Geiverkschaften, selb st einGebilde der Spaltung, kann nichtderTrägerdesGedankenSder proletarischen Einheit sein. So wie nach den Worten Masaryks Staate«: sich nur erhalte«: könne«: durch die Ideen, denen sie ihre Entstehrmg verdanke«:, so könne«: auch Parteien und Geiverkschaften nur iveiterleben, wenn sie die Ideen verfolgen, dorentivegen sie entstanden sind. Nicht die Kommunisten und die Rote«: Gewerkschaften, sondern die Sozialdemokratie und die Freien Gcwerkschaftc«: habe«: i«: den Schicksalsjahren nach 1020 für die Einheit des proletarische«: Sozialismus gekämpft und nur sie können und iverdcn heute und morgen die Träger und Vollstrecker der Einheit sein. Auf ihnen beruht die Hoffnung, auf ein Ende des proletarischen Bruderkainpfcs, auf ihnen die Hoffnung auf die künftige Einheit der Arbeiterbewegung und des Sozialismus. Wäre aber selbst in unsere«: Reihen.nicht die Erkenntnis, daß sich die Spalter der Arbeiterbewegung nicht gut als die Apostel der Einheit ausgebe«: können, so wäre an eine Vorei«:igung der freien Gewerkschafte«: mit den von Moskau abhängigen, nicht zu denken, weil wir zu de«: Führern der Kommunisten kei«: Vertrauen habe«: und haben können, Die. Herrschaften-habe«: uns «nehr als ein Jahrzehnt beschimpft und des Verrates geziehen, haben das duinnfe und schädliche Wort von den.„Sozialfaschistei:" geprägt und unsere Kanchfkrast gegen die Feinde der Arbeiterklasse in einer Weise gelähmt, die Hochverrat an der Sache des Proletariats bedeutet hat. Wenn Herr Zapotockh, der in seinem Referat ein kurzes Gedächtnis bekundet, die Vereinigung, seiner Verbände mit den unseren als ei«:"Mittel preist, das „Eindringen des gelben GjfteS"i in hie Arbeiterbewegung.zu verhindern, so müssen wir seine Partei und die Spaltung der sozialistischen Reihen als,die Hauptursache dessen" bezeichnen, daß das gelbe Gift in solcher Menge In die Arbeiter dieses Staates eindringen konnte. Denn die Kom- Seit« 2 DienStag, 0. Feier 1037 Nr. 34 Arbeiter zur Sozialdemokratie zu untergrabe» versucht und diese schändliche Arbeit hat es den Gelben erst möglich gemacht, sich wieder einzu- nisten,' nachdem das Kriegsende mit dem gelben Gezücht Altösterreichs aufgeräumt hatte. Die Kommunisten waren eS auch, welche in den Arbeitern Illusionen geweckt, ihnen das Blaue vom Himmel versprochen haben. Statt aber die Arbeiter zu revolutionieren, haben sie der Reaktion ihr Spiel ermöglicht. StehabendieTore aufgerissen, aber herein ist nicht die Weltrevolution gestürmt, sondern der Faschismus. Und um es ausdrücklich zu bestätigen, daß zu den kommunistischen Führern kein Vertrauen aufkommen kann, erzählt dieselbe Nummer der„Noten Fahne", welche den Bericht über die Tagung der kommunistischen Gewerkschaften wiedergibt und zur Einheit aufruft, daß Friedrich Adler, an dessen Ge- sinnungSsozialiSmus die Smeralisten nicht im entferntesten heranreichen, sich„auf der Linie der Henlein-Rundschau" bewegt— weil er den Moskauer Justiz-Skandal in unscrein Blatte zu kritisieren sich erlaubt hat.„Sozialdemokrat"— Henlein-„Rundschau"—„Neuer Vorwärts"— Goebbels— eine Einheitsfront, die man sich merken must..." so schreibt die„Fote Fahne". Wollen sich die Kommunisten hier einreihen? Ent- tveder ist das, was die»Rot« Fahne" schreibt, dummes Gerede— dann verschone sie uns damit. Oder meint Ne es ehrlich mit der Einheitsfront von Adler bis Goebbels, dann möge sie uns keine Angebote der Zusammenarbeit wachen, weil sich die Herren sonst selbst ins Gesicht spucken müßten. Angesichts der ernsten Lage In Europa müßten die Kommunisten auch ernste Politik machen und die Schmöcke in der„Roten Fahne" zur Ordnung rufen. So lange den Kommunisten Demagogie, gedankenloses Schimpfen, wüstes Poltern, haltloses Verdächtigen höher stehen als die Liebe zur Wahrheit, Sachlichkeit, Erkennen der Realität und politischer Ernst, ist eine Zusammenarbeit mit Ihnen nicht möglich. An ihrer Propaganda und Presse, an ihren Methoden ist diese Umkehr, die wir wünschen würden, nicht erkenntlich. TS ist die Schuld der Gottwald und Zapotockh, daß der gewerkschaftliche Laden der Kommunistischen Partei bankerott ist. Es wird den Herren nichts anderes übrig bleiben, als ihre Gewerkschaften aufzulösen und den Mitgliedern den Eintritt in Organisationen zu empfehlen, welche sich in schwieriger Zeit als die treuen Sachwalter der Arbeiterinteressen bewährt haben. polens sorisllstlscke bevegung Aufstieg der Partei und Presse— Arbeiter und Bauern Das Verhältnis zu den Minderheiten Die Polnische Sozialistische Partei hat in der Geschichte ihres Landes eine große und für die Vergangenheit selbst von politischen Gegnern anerkannte Rolle gespielt. Unter ihrer Führung stand di« mit sozialrevolutionären Mitteln arbeitende nationale Freiheitsbewegung des polnischen Volkes gegen den russischen Zarismus. Die Erschütterung diese» reaktionärsten Staatswesens der Vorkriegszeit von innen heraus, welche seinen Zusammenbruch im Weltkriege vorbereitete, war von den polnischen Sozialisten nicht weniger eifrig und nicht weniger erfolgreich betrieben worden, al» von der russischen Arbeiterbewegung. Auch beim Aufbau des neuen Polenstaates standen Männer an der Spitze, die in der sozialistischen Bewegung aufgestiegen waren, wie der spätere Marschall Pilsudsii, der allerdings in seiner militärischen Tätigkeit immer weiter von den demokratischen Ansichten seiner Jugendjahre abkam. Seine tüchtigsten Helfer und späteren Gegensvieler blieben den. demokratisch-sozialistischen Ueberzeugungen auch weiter treu und suchten sie jetzt im Rahmen der selbständig gewordenen polnischen Republik zu verwirklichen. Zwei dieser treuen Vorkämpfer der Arbeiterbewegung find im, Laus« des letzten Jahres dahingegangenl Jgnacy Duszynski, einst der glänzendste Redner des österreichischen, später der Präsident des polnischen Parlaments und mehrmalige Minister seines Landes in Zeiten schwerster äußerer Gefahr,»nd Leon Wasi- l„ w s k i, der erste polnische Außenminister der Nachkriegszeit und bedeutende Historiker des osteuropäischen Sozialismus und der Nationalitätenfrage. Zeitweise schien es, als hätten die polnischen Sozialisten ihre Kräfte in so hohem Maße für die Arbeit am Staat hergegeben, daß Ihre Bewegung al» solche darunter leiden müßte. Aber ihre Ausschaltung au» der Verantwortung durch daS 1028 zur Macht gekommene Militär-Regime hat der Parteibewegung dieses Schicksal erspart und ihr durch die Rückkehr zur oppositionellen Agitation wieder neue Kraftquellen erschlossen. In der mittelpolnischen Industriestadt Radom, di« ebenso wie Lodz und andere große Fabrikorte eine sozialistische Mehrheit behalten hat, fand in den ersten Febertagen derParteitag der Polnischen Sozialistischen Partei statt, der ein Bild neuen, kräftigen Ausstieg» der klaffenbewußten Arbeiterbewegung gab. Di« Führer der Freien Gewerkschaften, welche eng mit der Partei zusammenwirken, konnten über Verdoppelung der Mitgliederziffer ihrer Verbände in den letzten zwei Jahren berichten. Die sozialistische Press«, welche während der Wirtschaftskrise zunächst starke Rückschläge erlitt, hat ihre Leserzahl neuerdings vervielfacht. Allein in Warschau bestehen jetzt drei sozialistische Tageszeitungen in polnischer Sprache nebeneinmider, zu denen noch ein besonder» erfolgreich verbreitete» volkstümliche» Wochenblatt und mehrere Zeitschriften kommen, ungerechnet die eigenen Organe der jüdischen Sozialisten, di« in Jargon-Sprache und hebräischen Lettern her- auSkommen. Auch die Jugend- und Bildungsorganisationen der polnischen Arbeiterbewegung konnten erheblich ausgebaut werden. Ein Teil der büraerlichen Linkspresse, welche in den Jahren nach der Beseitigung der parlamentarischen' Demokratie einen scharfen Trennungsstrich' gegen die Arbeiterbewegung zog, wendet dem demokratischen Sozialismus jetzt wieder wachsende Sympathien zu. Namhafte Dichter und Gelehrte scheuen sich nicht mehr, sich mit den kulturpolitischen und verfassungspolitischen Forderungen der sozialistischen Arheiter offen zu solidarisieren. Kurz, di« Partei wird nicht nur selbst stärker, sondern sie ist auch in der Oeffentlichkeit keineswegs isoliert. In einem Agrarlande wie Polen, von dessen rund 34 Millionen Einwohnern der Arbeiterklasse im engeren Sinne de» Worte» höchstens sechs bi» sieben Millionen zuznrechnen sind, ist vor allen: das. Verhältnis der sozialistischen Bewegung zur Bauern schaft von entscheidender Bedeutung für die Frag« nach den Aussichten de» Sieges. Der eigene Anhang der Partei unter den armen Kleinbauern, welche zahlenmäßig die stärkste Klasse de» Lande» bildech ist biöher nicht, sehr bedeutend, wenn'er auch in den Provinzen mit verhältnismäßig gutem Stand der Volksbildung und älterer politischer Ueberlieferung keineswegs fehlt. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung des flachen Landes steht aber hinter der bäuerlichen Volkspartei, einer Organisation mit entschieden demokratischem Geist und Programm, di« durch gemeinsame Schicksale in der Zeit der Militärherpschaft auch in enge Kampfgemeinschaft mit der sozialistischen Bewegung gekommen ist. Das Bündnis zwischen den demokratischen Bauern und den sozialistischen Arbeitern ist durch eine Botschaft des jetzigen Führers de; Bauernpartei, Raias, an den sozialistischen Parteitag aufs neue bekräftigt worden. Der schärfste theoretische Kopf der Bauernbewegung, der frühere Innenminister Thugutt, der im Genossenschaftswesen tätig ist, hat auch die Ueber- einstimmung der wirtschaftlichen Interessen beider Klassen klar herausgearbeitet und di« sozialistischen Führer,, darunter der Parteivorsitzende Niedzialkowski, vertreten vom Arbeiterstandpunkt au» für Polen dieselbe Auffassung. In einem landwirtschaftlichen Ueberschutz-Gebiet wie Polen sind ja alle die Interessengegensätze zwischen Verbrauchern und Erzeugern der Volk»« Nahrungsmittel nicht vorhanden, die sich in Staaten mit agrarischer Schutzzollpolitik ergeben können. ES fehlt In der Polnischen Sozialistischen Partei auch nicht ganz an Stimmen, welche die vorhandene Einheitsfront der demokratischen Arbeiter und Bauern auch auf die Kommunisten nuidehnen und das Experiment der französischen Volksfront auf den Osten übertragen wollen. Diese Taktik müßte aber in Polen von ganz anderen Vorbedingungen auSgehen als in Frankreich. Die unmittelbare Nachbarschaft der Sowjetunion und die miSschließlich illegal« Tätigkeit der Kommunisten in allen westlichen Nachbarländern des Rätereichs könnte das Volksfront-Experiment hier . Späte einsicht Paris. Der HavaS-Korrespondent in London zitiert liberale und labouristische Blätter, die sich mit dem Angriff auf Malaga befassen.„News Chronicle" schreibt, es sei immer schwieriges zu glauben, daß da» ganze Nichteinmischungssystem nichts andere» sei alkein Nauchvorhang, den die Feig l i n g e zwischen sich und ihrem Geiviffen gestellt haben. In Paris und London wisse man sehr wohl, daß trotz aller Initiative der französischen und der englischen Regierung ständig neue Wäsfensendungen nach Spanien abgehen, al» würde ein Embargo überhaupt nicht existieren. Die englische Negierung habe, statt den normalen Weg zu gehen und der spanischen Negierung den Einkauf von Waffen zu bewilligen — da e» sich doch um eine regulär« Regierung handelt, die in ihrem Lande Ordnung machen will — den britischen Dampfern' verboten, Waffensendungen für Spanien an Bord zu nehmen, wie sie auch die Anwerbung von Freiwilligen für die spanische Armee untersagt hat. recht gefährlich machen und Rückschläge herbeiführen, deren Wahrschinlichkeit größer wär« al» alle möglichen günstigen Folgen, Da» ist jedenfalls die Meinung einer ganz überwiegenden Mehrheit der polnischen Sozialisten, welche auch in den Beschlüssen des Radomer Parteitage» zum Ausdruck kommen. Da» n ä ch st e Z t e l der Arbeiterbewegung in Polen ist die W i e d e r« erringung der Demokratie und zu diesem Kampfe sind die Kommunisten mit ihrer grundsätzlich antidemokratischen Einstellung nicht di« gegebenen Verbündeten. Einheitlich wollen die polnischen Sozialisten dagegen mit ihren Gesinnungsgenossen aus den nationalen Minderheiten des Lande»— Ukrainern, Juden und Deutschen — vorgehen, deren Abordnungen dieselbe Bereitschaft auch dem Radomer Parteitag versicherten. Hinter dieser gemeinsamen sozialistischen Front steht heute die Mehrheit der Arbeiterklasse Polens und hinter den verbündeten demokratischen Parteien die Mehrheit de» ganzen Lande». Englands Interesse am Ostpakt Erklärungen Im Unterhaus London. Der Unterstaatssekretär im Außenamte Lord Er.anborne erklärte im Unterhaus« in Beantwortung einer Anfrage hinsichtlich des Standpunktes der britischen Regierung zu dem sogenannten Ostpakt zwischen Polen, Sow-1 jetruhland, Deutschland, der Tschechoslowakei, den baltischen Staaten und'Finnland, von dem im Sommer des Jahres 1088 di« Rede war: Die Regierung Seiner Majestät ist ebenso wie früher auch jetzt überzeugt,'daß eine Milderung oder Beseitigung der Gegensätze oder des Mißtrauens zwischen verschiedenen Ländern Osteuropas r i n e r der Hauptsak- torrn für den FortschrittEuro- p a, ist. Lord Tranborne erinnerte ferner daran, daß Deutschland im Jahre 1086 den Locarnovertrag aufgehoben hat, wodurch die Lage geändert wurde, und fuhr fort: Di« Bemühungen der Regierung Seiner Majestät sind seither vor allem aus di« Erneuerung deS Locarno.Paktes für w e st e« r o P a gerichtet, wie aber in dem Kommunique vom 23. Ault 1936 angedeutrt wurde, erwartete die britische Regierung, daß sich mit dem Fortschreiten der Verhandlungen über einen neuen Westpakt der Umfang der Besvrechungen erweitern und in sie auch die Lösung anderer europäischer Probleme ausgenommen werden wird. Auf die weitere Anfrage, ob irgendeine Verpflichtung bostehr,. durch welche auf Grund de» ftanzSsisch-sMonschÄ BafteSGroßdrsimmien in etneu europäischen Krieg verwickelt werden könnte antwortete Tranborne:„Keinesfalls!" Auf ein« Anftage, ob er bestrebt sein werde, «ine Gelegenheit zu finden sür den Versuch, daß die kürzlich Holland und Belgien vom Reichskanzler Hitler versicherte Neutralität auch auf Dänemark und die Tschechoslowakei ausgedehnt werd«, erwiderte Lord Cran- borne: ES müsse sagen, daß die durch?di« Erklärung Hitler» entstandene Situation ihm nicht nügend klar sei, um irgendwelche Erklärung abgeben zu könne». Aus die Anftage, ob er diesen Versicherungen Hitlers eine große Bedeutung beilege, antwortete Lord Tranborne überbaut nicht. Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 70 „Ich sehe das klar vor mir, ich weiß eS, ich kann mich nicht von ihr losmachen. Es wird nur noch ein paar Wochen dauern, dann fliegt die ganze Geschichte auf. Die paar Wochen will ich noch mit ihr zusammen sein". „Gibt es keine Möglichkeit mehr, dieses Netz zu zerreißen?" «Keine. Wenn ich Hcgeberg die Freundschaft kündige, liege ich morgen mit einem Schuß durch die Schläfe In einem Straßengraben. Wenn' ich den Dienst quittiere, wa» meiner Eltern wegen nicht in Frage kommt, bin ich sür ihn wertlos', da ich zuviel weiß, wird man mich wohl auch in einem abgelegenen Wald sanft zum Schweigen bringen". „Du muht fort— aus dem Land— du hast doch Geld—" „DaS Geld reicht nicht lange. Aber Hegeberg» Hand reicht weit. Wenn sie ins Ausland ginge, ginge ich mit." „Ich werde mit ihr reden". „Du, Billy, du ahnungsloses Schaf? Du willst dieser Frau gegenübertreten? Sie wird dir den Rauch ihrer Zigarette um die Nase blasen und dich auslachen". „Du mußt fort. So schnell wie möglich. Morgen schon—" „ES geht nicht, Billy. Morgen tanzt sie eine neue Nummer." „Sie soll zum Teufel fahren mit ihrer neuen Nummer—" „Dar sagst du, Billy; du liebst sie ja nicht." Ein Dors, das im Dunkel lag, flog vorüber. Niedrige Häuser, Ställe, Scheunen. Menschen schliefen in den Häusern, die da» Zeichen haßten, und Menschen, die es entflammte. Menschen, die sich in einer zertrümmerten Wett, im Zerfall ihrer Zukunft, im Erlöschen ihrer Hoffnungen an dar Zeichen klammerten, und Menschen, sie in ihm den Anbruch der großen Dunkelheii, den Untergang der Erde in einem Taifun de» Haffes, einem Blutvausch des Wahnsinns sahen. Er stand über dem Land wie ein Gestirn, die einen beugten sich vor ihm wie vor dem göttlichen Licht, die andren deuteten e» als Mahnmal der drohenden Vernichtung. „Flieh, Ludwig", sagte Bjfly schnell.„Du hast Zivilkleider, du hast einen Paß. Du hast Ber» wandte im Ausland. Du wirst«inen Borwand für deine Reife finden." „Es nützt nichts, Billy, wenn ich ihren Namen in der Zeitung lese, komme ich zurück. Wenn die Stunde schlägt, in der sie auftritt, setze ich mich in den Zug und fahre nach Hause.". «Versprich«» mir, Ludwig. Du mußt mir jetzt versprechen, mit deinem Ehrenwort, daß du fliehen wirst." „Ich würde mein Wort brechen. Gib.dir keine Mühe, Billy." Drexler wendete den Wagen, sie fuhren die lange Thaussee zurück, die Dämmerung brach an, al» die Stadt auftauchte. „Ich komme am Nachmittag, zu dir, Ludwig. Ich muß noch einmal mit dir darüber reden." „Es ist vergeblich, Billy.".... .„Dann knalle ich sie nieder. Ich gehe abends in die„Bajadere"' und schieße sie über den Haufen—". „Aber Billy I. Du bist doch kein Kinoheld l Deine Hand würde ja zitterm wenn sie den Revolver berührt. Und selbst wenn du den Mut dazu aufbrächtest— es gäbe einen Skandal, und die Sache flöge trotz alledem auf.'" Um fünf Uhr früh fuhr Drexlers Auto vor Billys Haus vor. * Um acht Uhr kam ein Brief von Hegeberg, Billy sollte im Lauf« des VormiitagS sich zuverlässig bei der Firma Rangger und To. einfinden. VIH. Hegeberg warf eine Zeitung vor Billy auf den Tisch. In großen roten Lettern berichtet« sie, daß im Parlament eines Nachbarstaates eine Interpellation über die Bestimmungen de» Friedensvertrages zuwiderlaufenden militärischen Organisationen eingebracht worden sei. Billy la» den Artikel, reichte die Zeitung Hegeberg über den Tisch zurück. Hegeberg starrte auf die Aschenschal«, umgab sich mit einer Wolke blaugrauen Rauch» und sagte: «Die stattstischen Unterlagen dieser Interpellation sind richtig. Folglich mutz sie ein Verräter dem Feind ausgeliefert haben. Wir sind der Sache nachgegangen. Die Fäden führen zu Drexler." Billy wehrte ab— Hegeberg unterbrach ihn. „Leugnen Sie nicht. Sie wissen vielleicht nichts davon, aber e» hat gar keinen Zweck, Drexler zu verteidigen. Wir kennen die Dame, durch deren Hände die Fäden laufen. Wir würden sie der Polizei auslieferni.wenn wirst« nicht noch brauchten! Ich kenne Drexler seit Jahren, ich kenne seiUSn Vater, ich habe ihn immer gern gehabt. E» täte mir leid; Ihn ans Messer liefern zu müssen. Wer«».wird nichts andres übrig bleiben, wenn er'nicht jede Beziehung zu dieser Dame abbricht. Er ist. Ihr nicht gelvachsen; vielleicht.können Sie al» sein. Fr«und. Einfluß auf ihn nehm«». Unser Stab wollte ihn bereit»'beiseite schieben. Ich habe für ihn gebürgt; Ich bürge meinem Vorgesetzten mit; meinem Kopf dafür, daß Drexler keine Dummheiten mehr macht. Sie werden mit ihm«den. Und Sie bürgen mir.d»^ für, daß er von nun an unseren Befehlen gehorcht." Billy schüttelte den Kopf.„Ich kann nur mit ihm rede». Ich kann keine Bürgschaft übernehmen—" „Schweigen Sie. Ich habe Sie nicht für «inen Waschlappen gehallen. Wenn Sie bei dem ersten Auftrag, den Sie bekommen, zusammen« sacken, werden Sie sich wohl ball» wieder mit den Einkünfte» aus dem Taft Finsterbusch begnügen müssen." „Drexler hängt sehr an dieser Frau—" „Das geht un» nichts an. Wir sind kein Heiratsvermittlungsbüro." „Und wenn e» mir nicht gelingt, Ihn von der Frau zu treünen, was geschieht dann?". „Dann lassen wir ihn fallen."' Billy stand auf der Straß«. E» war, al» näherten sich die beiden Häuserfronten, al» würde die Schlucht zwischen ihnen immer enger, al» zerdrückten und zermalmten sie ihn. Drexler' wqr verloren, da» wußte- Billy In diesem Augenblick; dennoch wollt« er am Nachmittag noch einmal mit ihm reden.,- Wer auch er selbst war in Gefahr. Nur einen' Menschen gab e» auf der Welt,- mit dem er in dieser Stunde hätte sprechen können:' Carola. Doch zu Tarola konnte er nicht gehe». Städtlein, der«in Wort de» Trostes für ihn gehabt hätte, lag zerschunden und zerschlagen in seinem Bett. Frau Finsterbusch verstand von.all dem nichts, sie hätte sich schweigend, über ihr Kind gebeugt als wollte sie es mit ihrem Körver schilt-, zen..Tr,'lief durch dieStraßeni er hatte keinem Mantel, er schlug den Rockkragen hoch, der Regen kroch in sein Hemd und durchnäßte ihn bi» auf die Haut,. Um zwei Uhr war er bei Drexler. Dtexser brachte Kognak, Zigaretten. BW sprach auf ihn ein! Hegebcrg wisse alle».. Er habe ein klar«» Ultimatum gestellt: Trennung hon dieser Frau— oder da» Ende,. .(Fortsetzung folgt.)!;.- Nr. 84 Dienstag, 0. Feber 1087 Seite 3 „Gebt uns unsere Söhne wieder!“ Demonstrationen In Düsseldorf London. In einem Stimmungsbericht de! „Daily H e r a I d" über die Lage In Deutschland heißt«S: In der Straßen von Düsseldorf kam eS zu Manifestationen, bei welche dir Ruf« ertönten: „G r d t n n S unsere Söhne wieder, die in Svante« find!" An vielen Stellen der Stadt kam eS zu VolkSauf- läuft» und erbitterten Manifestationen, wobei die Polizei einschreiten und die Meng« zerstreuen mußte. Zahlreiche Personen wurde» .verhaftet. Dies« Ereignisse haben sich vor zwei oder drei Woche» abgespielt. Wie«S heißt, ist«3 auch in anderen Stödten, wie z. B. in Berlin und München, zu ähnlichen Demonstrationen gekommen. Hiezu sagt das Londoner sozialistische Blatt, daß der Widerstand in Deutschland gegen das spanische Abenteuer zunimmt. Zum erstenmal seit vier Jahren" sei auch verärgerte Kritik an der geheiligten Person Hitlers laut geworden. Trotz aller von den reichsdeutschen Behörden geübten Vorsicht habe die Bevölkerung Deutschlands erfahren, daß tausende von Deutschen in Spanien ihr Leben lassen muhten, für Interessen, die mit Deutschland nichts gemein haben. Den Eltern der in Spanien ums Leben gekommenen Soldaten werde einfach mitgeteilt, daß sie bei dm Manöver» einen„tödlichen Unfall" erlitten haben, wobei der Ort nicht angegeben wird. In der amtlichen Mitteilung werden dir Eltern ausgefordert, nicht Trauer zu tragen. 01« 40-Stundenwoche In Frankreich P» riS. Rach der Statistik deS französt- scheu Arbeitenministeriums genießen in Frankreich bereits über vier Millionen Arbeiter bte Vorteil« des Gesetzes über die 40-Ltundenwoch«. Die Mehrzahl von ihnen arbeitet sechs Tage in der Woche zu sechs zwei Drittel Stunden, die Übrigm, hauptsächlich dir Bergleute, fünf Tage zu acht Stunden. Wahlniederlage der ungarischen Regierungspartei Budapest.. Der bekannte.Führer, der christlichsozialen Opposition Abt Nikolaus G r i c g e r wurde bei den Ergänzungswahlen, für den Senat im Bezirk LovaSbereny mit 8000 Stimme» g egenden Kandidatender Regierungspartei gewählt, der 8000 Stimmen erhielt. Der Präsidmt der Republik empfing am Montag den bulgarischen Gesandten Ivan Popow, weiters«in« Deputation der Stefantk- Gesellschaft, Zweigstelle Bratislava, hierauf die Journalistin der»New Nork Times" O Har« Me Tormick und schließlich den Dr. Jng. I. Vojäiek aus Prag. Tschechen, lernt beutschi Unter dem Titel .Lernen wir deutsch I" fordert der Ehesredakteur des„Prävo lidu" Josef Stivin in einem Leitartikel dieses Blattes die Tschechen auf, deutsch zu lernen. Er schreibt u. a.:„Wir haben In der Republik große Gebiete, wo man von den StaatS- ibeqmten und Angestellten die Kenntnis der deutschen Sprache verlangt. Diese ist unter den tschechischen Bewerbern heut« genug selten. So z. B. wollte Man durch di« Verstaatlichung der Polizei in den deutschen Gebieten die nationalen Streitigkeiten eindämmen, mangels des Deutschen Mächtigen Bewerbern muhten Sicherheitsorgane entsandt werden, ivelche oft nicht«in Wort deutsch verstehen und so haben sich die Verhältnisse nach ^verschlechtert. Auf der andern Seite lernen unsere Deutschen fleissig tschechisch. Man sieht es Ün Verkehr mit ihnen. Wieviel deutsche Abgeordnete Und Senatoren haben"trotz ihres oft vorgerückten Alters leidlich tschechisch erlerntl Man sieht es im Gebirge, in den Städten und Dörfer» im Norden, wo man bei häufigerem Verkehr geradezu greifen kann, wie die Kenntnis des Tschechischen sich aus- breitet. Man hört von den diutschen Studenten, tvie sie fleissig tschechisch lernen, es bestätigen dies die militärischen Kreise, es bestätigt sich bei Staatsprüfungen vor Aufnahme in den Staats-, dienst." Gerade deswegen, so möchttn wir bemerken, weil die Kenntnis, des Tschechischen bei den deutschen Bewerbern uM öffentliche Stellungen wächst, müsste es möglich sein. bei der Durch- siihrung der Verstaatlichung der Polizei it» Grenzgebiete deutsche Sicherheitsorgane anzustellen,diedie Staatssprache beherrschen. Der jugoslawische BerkehrSminister Dr. Spaho traf Montag in Prag«in und stattete dem Vorsitzenden der Regierung Dr. Hodssa, dem Auhenminlster Dr. K r o f t a und deni Fürsorgeminister Jng. Neias, der den Eisenhahnminf- stcr Bechynk vertritt, Besuche ab."In seiner Be-' glcltüilg befindet sich der Ceneraldlrektor der ju- gosiawischen Staatsbahnen Naumovii.> fudetendcutscftcr Zeitspicget Fortschritte der Partei Im Reichenberger Bezirk Bei der letzten BezirkSkonfrrenz konnte der BezirkSvertrauenSmann Genosse F r« n z e l von einer erfreuliche» Aufwärtsentwicklung unserer Partei im Reichenberger Bezirke KennwiS geben. Di« BezirkSorganisation Reichenberg hat im ver» gangen«» Jahr« 200 neue Parteimitglieder gewonnen. Diese Tatsache, dir durch «in« intenstv« organisatorische Tätigkeit und durch «in« sehr befriedigende Kassierung erhärtet wurde, beweist, daß im Reichendrrger Gebiete der tote Punkt überwunden ist. Heimstätte Tetschen für arbeitslose Jugendliche Der erste Turnus dieser Heimstätte begann am 1..Dezentber 1986 und endete am 30. Jänner. Di« Heimstätte besuchten 88 arbeitslose Jugendliche, von denen sechs wegen Arbeitszuteilung und vier aus anderen Gründen ausschieden. Sie stammten aus zwölf Gemeinden des Gerichtsbezirkes Tetschen. Sie-verteilten sich wie folgt: Altstadt zwei, Amsdorf zwei, Biela fünf, Bodenbach neun, Böhmen einer, BUnauburg zwei, Elblei- ten zwei, Eulau drei, Kartitz einer, Riegersdorf drei, Stimmersdorf einer, Tetschen sieben. Die entfernt wohnenden konnten in der Jugendherberge in Bodenbach übernachten. 28Teilneh- merhat kenn och nie gearbeitet. Elf stammten aus Familien mit fünf Angehörigen, fünf aus solchen mit sechs und zehn aus solchen mit sieben bis elf Angehörigen. Die Teilnehmer" erhielten^ Frühstück,.Mittagessen und Nachtmahl in der städt. Volksküche in Bodenbach. Während dieser Periode wurden 1771 Tagesverpflegungen, da» sind"t>313 Einzelportionen ausgege- ben. Zu diesem Turnus wurden in der Hauptsache ungelemte Jugendliche zusammengezogen, di« i» Werkstätten im Gebrauch der Werkzeug« für di« Holz« und Metallbearbeitung unterwiesen und ÜN Rechne», und schriftlichen Verkehr, wie ihn das tägliche Leben bietet, unterrichtet und weiter gebildet wurden." SchulüngSort war die höhere StaatSgewerbeschule in Tetschen. Der Schulbesuch betrüg 97.8 Prozent. Durch da» Entgegenkom- > men der Besitzer konnten die Jugendlichen einmal 3. Arbeiter-Wintersport-Olympiade Die besten norwegischen Eisschnelläufer werden im Nahmen des olympischen Programms an den Start gehen. Fünf Läufer, von denen jeder ein Meister ist, werden den besten finnischen Läufern harte Kämpfe liefern. Die Norweger entsenden: Hakon Pedersen, Oslo snorwegischer Meister 1938 und 1986, siegte in Moskau gegen die besten russischen Läufer Melniloff, Anikanoff). Sein« besten Resultate sind: 800 Meter 42.6, 1800 Meter 2:20.8 Minuten(Weltrekord), Henry V a h 1, Trondheim 2600 Meter 4:16.2 Minuten, 6000 Meter 8:88. Die Zeit im 800-Meter-Laus ist besser al» die Zeit von Garmisch-Partenkirchen, die Ballan- grud erzielt«. Bernt Evensen, Oslo, Weltmeister 1938; Resultate: 1800 Meter 2:20.6, 2800 Meter 4:26,7, 8000 Meter 8:36.7(Welt rekord). Weiters nehmen teil: Henry B ah l, Trondheim, Thomas B Y b e r g, Trondheim, die letzten drei Läufer sind dir jüngsten der Delegation und berechtigen zu grossen Hoffnungen. Die Finnen entsenden T. Palmia, O. Larsen und O. Hel in. Die Namen verbürgen, dass«S nicht nur in den Slikonlurrenzen erst klassige Leistungen geben wird, sondern dass auch die Eisschnelläufe«ine erstklassige Besetzung aufweisen. Es ist das erstemal bei der Arbeiter- Olympiade, dass Eisschnelläufer in Ostböhmen an den Start gehen. Es wird also für die sportliebende Bevölkerung eine sich nie mehr bietende Gelegenheit geben, derartig gute EiSschncll- 'lüufcc zu sehen. Wenn wir weiter melden können, daß auch die Auswahlmannschaft der Norweger im S k i- lauf eine Vermehrung erfahren hat, Norivegen allein 16 KombinationS- und Spezialspringer stellt, wird jedermann überzeugt sein, daß die Arbeiter-Wintersport-Olympiade in Johannis- Thomas B y b e r g, Trondheim bad vom 18. bis 21. Feber ein gewaltiges sportliches Ereignis sein wird. * Sir schweigen uns nicht tot! Die gesamte bürgerliche Presse hat bisher keine Notiz von der Arbeiter-Winterspvrt-Olympiade genommen, auch jene Zeitungen nicht, die sich immer„unpolitisch" geben. Der'BraunaUer„Deutsche Bote""möchte jedoch die Veranstaltung, wen» er sic schon nicht totschweigen kann, wenigstens schädigen. Er schreibt deshalb, daß infolge des schlechten Wetters die Olympiade verschoben tvcvden wild. Wir können jedoch sagen, daß das Täuwetter keinerlei Veränderung der Schnecverbältnisse gebracht hat und die Schneedecke ausreichend ist. An eine Verschiebung ist nicht gedacht. in der Woche kostenlos die Schwimnihalle der Stadt Tetschen, das Jnvalidenlino und das Weltpanorama in Bodenbach besuchen. Oer Flord In Seidnitz Der furchtbare Raubmord an der 80jährigen Frau Marie Preinl-Joh» hat noch keine Aufklärung gefunden. Die Kriminalpolizei arbeitet mit grösster Intensität und hat bereits eine große Anzahl Personen einvernommen, ohne bisher der Aufklärung näher gekommen zu sein. Erschwert werden die Nachforschungen dadurch, daß bei der Evniordeten, die als eine mildtätige Frau bekannt war, jeden Tag Bettler und Fremde vorsprachen und eS ist nicht ausgeschlossen, daß sich einer davon mit den örtlichen Verhältnissen vertraut gemacht und die Tat begangen hat. Nach den bisher gepflogenen Erhebungen dürfte» dem Mörder einige tausend Ki in die Hände gefallen sein. Die Staatspolizei hat einige verdächtige Personen in Sicherungshast genommen, mit" denen die Verhöre fortgesetzt werden. Die Obduktion der Ermordeten fand am Montag statt. „Friedrich Adler verteidigt HItleragentenI" So verkündet in grosser Aufmachung das„Rudk Prävo". Es^.beschäftigt" sich nämlich auf sein« Weise"mit deü richtigen Feststellungen, die Friedrich Adler, der Sekretär der Sozialistischen Arbeiterinternationale znm Radekprozess gemacht hat und die auch von uns wiedergegeben wurden. Selbstverständlich geht daS„Rudö Prävo" auf die wn Adler vorgetragcnen ernsten Argumente gar < Icht ein. Dieser kommunistischen Zeitung genügt s, daß Adler an der Moskauer GerichtSkömädie iritik übt, um ihn zum Hitleragenten zu stempeln.— Nun steht Friedrich-Adler viel zu hoch, als daß ihm die niedrigen Schimpfereiey der kommunistischen Presse etwas anhaben könnten. Wenn sie ernstgenommen werden will, hätte sie wenigstens den Versuch machen müssen, die Beweisführung Adlers zu w i d e r l e g e n. Aber daS' kann sie nicht und das fällt ihr auch gar nicht ein.— In die gleiche Kerbe haut selbstverständlich auch die„Rote Fahne", deren Abhängigkeit von Moskau— und zwar die Abhängigkeit in' jeder Beziehung— nicht geringer ist ab» jene des„Rudi Prävo". Wer den Artikel Adlers gelesen hat, wird nicht ein Wort gesunden haben, daS gegen die Sowjetunion gerichtet wäre. Die Kritik Adlers— und unsere eigene I— richtet sich lediglich gegen die Schreckensherrschaft Stalins und seiner Clique. Den Redakteuren der„Noten Fahne" wird vorgeschlagen, entweder besser zu lese», oder aber auf Lügen über das Gelesene zu verzichten. Auf der sozialpolitischen Tagung der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die am 81. Jänner in Prag stattfand, nahm auch der Vertreter Zivittaus, Johann Etrich. das Wort, nm auf die Zustände auf dem Gebiete der Ernäh- rungsaktion in seinem Wirkungsbereiche hinzuweisen. Wir tragen dies hiemit nach. Gegen Fra» Lessings HeimatSrecht in Ma- rhsubad. Die Zusicherung des Heimatsrechtes an die Witwe des von Nazi ermordeten Professors Lessing paßt gewissen Kreisen nicht in den Kram. Gegen den Beschluß der Gemeindevertretung wurde Berufung eingelegt, in der natürlich nicht die eigentlichen Gründe angeführt werden, in der vielmehr mangelndes Verfahren behauptet wird, da angeblich einige Stadwertroter sich darüber im unllare» waren, wie die Fassung de» Antrages lautet«. Außerdem sind die Verfasser des Rekurses besorgt darum, dass Frau Ada Lessing einmal der Armenversorgnng der Stadt Marien- bad zur Last fallen könnte. Doppelselbstmord? Sonntag, den 7. Feber, wurde in einem Gasthof in Reischdorf die 38 Jahre alte Händlerin Anna Riedl aus Silberbach in bewußtlosem Zustande neben ihrcni bereits toten Gatten, dem 48jährigen Franz Riedl, aufgefunden. Im Komotauer Krankenhaus, wohin di« Bewußtlose sofort eingeliesert wurde, stellte man schwere Vergiftungserschei- nungen fest, doch weiß man noch nicht, welcher Art das Gift ist. ES kann sich sowohl um einen gemeinsamen Selbstmord, als auch um eine zufällige Vergiftung durch schlechte Nahrungsmittel handeln. Man hofft die Frau durchzubringen, und es dürfte wohl dann erst, bis sie vernehmungsfähig sein wird, gelingen, den Fall aufzuklären. Der Arzt stellte bei dem Manne fest, daß der Tod bereits vor zwei Tagen eingetceten sein muß. Da es dem Ehepaar in der letzten Zeit ausserordentlich schlecht ging, geht man wohl nicht fehl, wenn man annimmt, dass beide freiwiI» k i g aus dem Leben scheiden wollten. Ein Zwanzigjähriger sucht den Tod. Ja der Nacht auf Sonntag ließ sich" bei den Gemein-', dehäusern in Karlsbad-Donih ein junger Arbeitsloser von dem von Maricnbad kommenden Per- soncnzug überfahren. In den Taschen des Toten fanden sich Zettel, auf denen er mitteikt:, daß er seine Arbeitslosigkeit nicht länger ertragen könne. Dex Lokomotivführer, der den erst Zwanzigjährigen auf die Schienen zulaufen sah, konnte den Zug nicht mehr rechtzeitig zum stehen bringen. Glück im Unglück. Beim Bahnübergang in Fischern durchbrach Montag früh«in Personenauto die Schranken und wurde von dem eben durchfahrenden Schnellzug Eger—Reichenberg erfasst und völlig zertrümmert. Der Chauffeur erlitt jedoch nur leichte Kopf- uni Handvcrlctznngen, der Mitfahrer tvar noch rechtzeitig abgesprungen. Selbstmord. Freitag nachmittags wurde die Saazer Polizei von einem Gastwirt verständigt, daß in seinem Lokal ein Selbstmord begangen wurde. Die Polizei stellte fest, dass cl sich um den 84jährigen Oberkellner Franz Richter aus Weiden im Bezirke Kaaden handelt. Richter sollte um 8 Uhr seinen Dienst antreten, doch wurde er von dem Gastwirt, der ihm wecken wollte, tot aufgefunden. Er hatte sich durch einen Schläfenschuß aus seinem Browning getötet. Das Motiv dieser unglückseligen Tat ist unbekannt. Richter erfreute sich unter den Gästin wegen seines umgänglichen, korrekten Wesens großer Beliebtheit. Vock Deutsche In Marokko? Tanger.(HavaS.) In der Nacht auf Samstag überfielen vier in einem Automobil fahrende Männer"in einer Gasse in Tanger einen Spanier namens Tapiero und haben ihn, wie verlautet, in die spanische Marokkozone entführt. Die Entführer sollen bekannte Phalai giften sein. Bier Personen wurden unter dem Verdachte, verhaftet, die Urheber dieser Entführung zu sei». Delvlgne nach Spanien Brüssel. Der Generalsekretär der Belgischen Arbeiterpartei Jean D e l v t g n e ist nach Spanien abgeretst, wo er als Delegierter der sozialistischen Arbeiterinternationale und des Internationalen Verbandes der Gcwerkschastsorgaaisq- iionen bis zum Abschluß des Bürgerkrieges verbleibt. Aufgabe Delvigne ist eS, in Spanien zu kontrollieren, auf welche Art und Weise die Sendungen von Lebensmitteln unb Sanitätsbehelfe» zur Verteilung gelangen. S-Ite l DienStag, 9. Feber 1987 Nr. 3L auf Skiern_ Ein neuer Wintersport, Skijöring über Hindernisse, wurde Im Soninetal in Idaho(11821)' eingefiihrt. Nach dem Gesichtsausdruck des Skiläufers zu urteilen, ist der neue Sport eine ziemlich aufregende Angelegenheit. TlAesnemgLeiten. Uon Feuchtwanger hat Gedanken Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger, bekannt durch seine virtnos geschriebenen Romane („Iud Süsz",„Erfolg",„Der jüdische Krieg", „Die Geschwister Oppenheim" u. a.), hat in letzter Zeit unangenehm viel von sich reden gemacht. Unangenehm, weil er durch sein respekt- loseö lind schulmeisterliches Auftreten gegen Andrb Gide, ebenso wie durch seine Zustiin- mnngScrllärnng zu dem Prozess der Siebzehn wieder jenen Gegnern der Sache der Freiheit und Menschlichkeit Wasser ans die Mühlen getrieben hat, welche auf die Zwieschlächtigkeit, Wankelmütigkeit und charakterliche Fragwürdigkeit so mancher Vorkämpfer des Antifaschismus hin- lociscn. Für Montag war ein Vortrag Fcucht- wangcrS, vielmehr eine Vorlesung aus seinen Schriften für Prag angesagt. Die Polizei hat dog Vortrag ohne Angckbe von Gründen verboten. WaS wir von solchen Verboten halten, brauchen wir kaum noch zu sage». Sie sind auch dann unklug und iiberfliissia, wenn man sich, wie cS geschehen mag, aus kommunistische Taktlosigkeiten berufen könnte, an denen es in jüngster Zeit im Prager, vor allem ini tschechischen Prager Kulturleben nicht gefehlt hat. Fcuchttvanger hat anscheinend das Bedürfnis, der Polizei nachträglich eine Begründung für das VertragSverbot zu liefern. Die Erklärungen, niit denen er in den Montagsblättern ausrückt, lassen sich nur so begründen. Sie sind eine Fortsetzung der taktlosen und herausfordernden Erklärungen, mit denen Feuchtwanger schon von Moskau aus Schaden gestiftet hat. Dass Feuchtwanger jetzt erklärt, er sei k e i n Kommunist und billige viele Einrichtungen Solvjetrusskands nicht, macht die Sache eher schlechter. Was er missbilligt, verrät er nicht und wenn er, ohne Kommunist zu sein, trotzdem ein Konformist ist, so hat er nicht einmal die Rechtfertigung für sich, einer Corpsdisziplin zu gehorchen. Ucbcr Russland berichtet Feuchtwanger, dass die Verhältnisse dort nur dadurch zu erklären seien, dass sich d a 8 L a n d s ch o n i m Kriegszustand fühle. Die Armee sei der alles, auch das geistige Leben beherrschende Faktor, SozialpatrotiSmuS die vorherrschende Ideologie. Den Prozess, dem er— ohne russisch zu verstehen!— beiwohnte, erklärt Feuchtwanger für eine„Diskussion"(mit 18 Hinrichtungen!). Russland brauche Disziplin. Der Prozess beruh« auf einen» Irrtum. Die Trotzkisten' glaubten, dass die „Demokratisierung" nach der neuen Verfassung eine freie Erörterung aller Probleme möglich machen. Das lasse aber die Kriegsgefahr nicht zu. Erfreulich Ist immerhin, dass Herr Feucht- lvanger nicht mit den Eisenbahnunfällen, der Spionage und der Abtretung der Uraine aufwartet, sondern offen zugibt, dass man die Trotzkisten abschlachtet, weil sie die Stalinsche„Demokratisierung" ernst nahmen und einige Fragen frei besprechen lvollten. Herrn Feuchttvanger imponiert die Disziplin, di« so was mit dem Tode bestraft. Ain übrigen herrscht Freiheit: „Ach durfte iminer sagen und drucken, was Ich wollte." Es sieht eher so ans, als habe er iinmer das gesagt»nd gedruckt, was er durste! lieber die Trotzkisten sagt der Literat Feuchttvanger: „Radek istderTtzpuSdeSLiteraten. dcriichaufdaSTerrain der Politik begeben hat. Auch Trotzki ist. fcinein Wesen nach, Literat. E r h a t E i n f ä I l e... di« kein« Gtdanken sin d." Zum Beispiel den Aufbau der R o t e n?l r m e e! WaS ist daS schon gegen die weltbewegenden Gedanken dcS Herrn Feuchttvanger, der von Politik anscheinend soviel mehr versteht als Radel und Trotzki I Soviel, dass er sogar folgendes noch versteht und billigt: „Das Volk liebt mehr denn je Stalin. Sein Namen ist ein Svmbol... Stalin weiss selbst, sehr genau, dass dieser Kult nur ein Svmbol ist. Wenn er daher selb st brimWorte „Stali n" applaudiert, so applaudiert er dem Werke, das mit seinem Namen verbunden Ist." Genau so dürfte cs sein. Gut, dass man es endlich erfährt. Herr Hitler, der cS soweit noch nicht gebracht hat, tvird hoffentlich die Anregung anfnehmcn, bei Nennung seines eigenen Namens z» applaudieren, da cs ja symbolisch ist und dem Werke gilt. Weit erfreulicher wäre eS, wenn ge- wisse Leute einmal zu jenen» Grad der Selbsterkenntnis Vordringen wollten, der sie veranlassen könnte, bei Nennung des eigenen Namens ungeniert auszuspucken! Masaryk-Schulfriern am ü. März. Ein Erlass des Sckmlministcrs trägt allen Schulbehörde»» auf, für Ivürdige Feiern des 87. Geburtstages des Präsident-Befreiers M a f a r y k Sorge zu tragen. Die?liiitsvorständc, Direktoren und Schulleiter, bzw. deren Vertreter, werde»» aufge- fovdert, sich offiziell an den von öffentlichen Korporationen veranstaltete»» Feiern zu beteiligen. Da der Geb»»rtstag Masaryks diesmal auf einen Sonntag fällt, sind entsprechende Schulfeiern bereits am Vortag, d. i. S a m s t a g, den 6. März, in der Zeit von 19 bis 12 Uhr vormittags z»l veranstalten. Der Unterricht ist an diesem Tage. uin 12 Uhr zu beenden. Die Schulgebäude sind vom 9. März früh 8 Uhr bis 8. März früh 8 Uhr in dci» Staatsfarben zu beflaggen. Der Morgen-Schulrundfunk wird vom zweiten Halbjahr 1988/87 angefangen, für die deutschen Schulen am Montag und Freitag, für die tschechische»» Schulen am Dienstag und Samstag gesendet werden. An diesen Tagen wird um 8 Uhr früh das Zeitsignal gesendet, woran sich ein weiteres geeignetes Pro- gramin in der Dauer von drei bis vier Minuten anfchliesst. Ein wackerer Mann. Heber die sonntägige Eisbewegung werden aus dem Revnicer Gebiet zwei Fälle gemeldet, in denen eine rechtzeitige Warnung daS Leben zahlreicher junger Menschen gerettet hat. Der Lokomotivführer eines Schnellzuges hatte gesehen, dass die EiSinaffen der Beraun in Bewegung geraten waren. Er setzte in Revnice die Geschwindigkeit herab und rief den Kindern, die auf dein Flusse sorglos Hockey spielten, zu, sie mögen sich in Sicherheit bringen. AlS der letzte Spieler das Eis verlassen hatte, brach dieses plötzlich ein und die Cismaffcn stürzten über das 190 Meter lange Wehr herab.— Auch in Tkebäi» geriet Sonntag das Eis in Bewegung, als sich gerade zahlreiche Kinder auf seiner Fläche tummelten.‘ Im letzten Augenblick gelang es, all.' hu retten. Keine Hochwassergefahr für Böhmen. Die Hydrographische Abteilung des Landesamtes in Prag meldet: Die Lage auf den Flüssen Böhmens bleibt im allgemeinen ohne Aenderung. Auf der oberen Moldau und auf der Lufchnitz ist das Eis noch fest. Die Eismassen der Otawa, die sich Sonntag in Belvegung setzten, haben sich zum Teil bei Letostice und zum Teil oberhalb von Sticho- vice sowie an der Sazawa-MUndunq oberhalb von Davie gestaut. Die Sazawa ist ruhig. Auf dem Gesamtlauf der Beraun hält der Eisgang bei mässig erhöhtem Wafferstand noch an. In Pilsen wurde ein Stand von 198 Zentimeter, in Beraun ein solcher von lt>0 Zentimeter verzeichnet. Der Eisgang durch Prag lässt sich für die nächste Zeit nicht mit aller Wahrscheinlichkeit Voraussagen, da der erhöhte Durchfluss der Moldau nicht genügt hat, die Eisdecke über den Prager Wehren zu durckiüccchcn und jetzt bereits ein mäßiges Sinken des Wafferstandes auf allenFlüssei» gemeldet wird. Die Moldau unterhalb Prags und die schiffbare Elbe unterhalb Melniks sind bis nach Raudnitz eisfrei. Die Eismassen dieser Strecke sowie diejenigen des Unterlaufes der Eger Haven sich zwischen Lobositz und Leitmeritz angehäuft. Die mittlere Elbe und die Äser sind ruhig, das Eis steht vnd taut allmählich. Hochwassergefahr droht nicht) da es bei dem Tauwetter nirgends ausgiebiger geregnet hat. Aus dem Hotelfenster gesprungen. Montag vor 18 Uhr sprang aus dein dritten'Stock eiiies .Brünner Hotels der 82jährigc Dr. Siegfried S i« l b i g e r aus Bielitz in Polen in den Lichthof. Er erlitt eine Verletzung des Rückgrates, zahlreiche Knochenbrüche und eine Risswllnde in» Gesicht. Der Schwerverletzte wurde ins Landeskrankenhaus LbergefÜhrt. Das Motiv der Tat ist nicht bekannt. Raubmörder Schäfer verhaftet. Am Schwarz. Wald ist der vierfache Raubmörder Josef Schäfer fcstgenommen worden, von hem man vielfach angenommen hatte, dass er nach der Tschechoslowakei entkommen sei. Schäfer hatte, um sich in den Besitz von AÜsweispapiercn zu setzen, nacheinander vier Personen ermordet und dies«. Mordtaten bei seiner Verhaftung auch eingestandcn. Am vergangenen Montag sollte er. in einem Wald» einer seiner Opfer zeigen, das dort ausgcgrabeu Iverden sollte. Bei dieser Gelegenheit, gelang eS ihm jedoch,'zu entfliehen und seither trieb er sich im Schwarzwald.umher, während ein Kesseltreiben'nach dem Mörder Veranstalter würde. Nu» siel es aber einem Jäger auf, dass'an den Baume stämmen Moosstücke fehlten, und es gelang ihm, den Mörder tatsächlich hinter einem Häufen von Moosstücken verborgen zu entdecken. Schäfer,liess ■ sich ohne Widerstand festmHmen. Groh« Urberschwemmungen in Frankreich. Die seit fast 14 Tagen anhaltenden Regenfälle in Frankreich haben Ueberschtvcminungen der Flüsse zur Folge und ans zahlreichen Gegenden Frank- reichs, namentlich aus dem Norden und dem Osten, aus der Normandie und der Bretagne, wird Hochwassergefahr gemeldet. Auch die Rhone ist in ihrem Unterlauf an einigen Stellen über die Ufer getreten. Ebenso ist die Seine in Paris und Umgebung gestiegen; in der Pariser Vorstadt St. Denis, nördlich von Paris, mussten im unteren, am Flusse gelegenen Stadtteile zahlreiche Häuser eiligst evakuiert werde». Herrenlose Dollar-Obligationen. Im Zuge von Lemberg nach Danzig fand ein Schaffner auf der Toilette ein Paket amerflanisch« Obligationen im Werte von 12.009 Dollars. ES handelt sich wahrscheinlich um einen Versuch von Devisenschmuggel.. Großstadtjugend 1937. Ein sehr dreister Einbruch, der in ein Iuwelengeschäft in Nantes vor wenigen Tagen verübt worden ist, wobei der Besitzer schwer verletzt und seine Frau getötet worden ist, hat eine, schnelle und erschütternde Aufllärung gesunden: es Ivar der eigene Sohn des Getöteten. Stiefsohn des'Besitzers,- der einen Studienfreund zu diesem Einbruch' veranlasst und ihm genaue Anweisungen dafür gegeben hat. Es handelt sich'um den Studenten Robert Garnier, der seine Tage weniger in der Sorbonne als in den Cafös des Quartier Latin, und seine Nächte in den Dancings des Montparnasse verbrachte, Er stand vollkommen unter- dem Einfluss einer unter dem Namen Denise in diesen Kreisen bekannten,. erst 22jährigen. bildschönen blonden Frau, für die er immer wieder'bei seinen Ellern Juwelen stahl. Aber Denise wollte höher hinaus: sie wollte Besitzerin'eines bekannten Nachtlokals am Montparnasse werden. Dazu gehörte viel Geld, und so wurde der Raub jn Nantes mit einem Freunde des Paares, dem Studenten Michaud verabredet. Dieser, der kein geübter Verbrecher war, führt« den Einbruch so ungeschickt aus, dass die Besitzer erwachten. Er zog seinen Revolver, der Kampf alarmierte die Polizei, und er wurde auf frischer Tat'verhaftet. Er legte alsbald ein Geständnis ab, auch Denise bekannt«) von dem Plan gewusst- zu haben, und so. sitzen heute alle drei jungen Leute in dem Santö-Ge- sängnis. Die literarische Produktion In Zahl«n. Wir lesen in der„Novä Svoboda":„Nach der Statistik der nichtperiodischen tschechoslowakischen Druckerzeugnisse, die vom Statistischen Staatsamt herausgegeben wird, sind im Jahre 1988 insgcsaint 9218 Bände, erschienen, um 74 weniger als im vorangegangenen Jahre. Wissenschaftlicher und belehrender Natur waren davon 67.8 Prozent, künstlerischer 82.2 Prozent. Dieses Verhältnis ändert sich in. den letzten Jahren nur unwesentlich. Auf Original-Literatur entfielen.92.8 Prozent, Uebcrsetzungen haben etwas nachgelassen. Inhaltlich. stehe» die Sozial«, und Rechtswissenschaften mit 2853 Bänden an der Spitze, es folgen die schöne Literatur mit 2010, die künstlerische mit 1408 Bänden, dann hie angewandten Wissenschaften mit 999,: Geschichte und Geographie mit 882, Werke allgemeinen Inhalts mit 881, Religion 477,. Mathematik 289: Philologie 198, Philosophie 69. Bände. In der Gruppe der schönen Literatur kommt hinter der tschechischen Produktion gleich die deutsche, dann erst die slowakische, ferner dl« englflch«, französische, russische, ungarisch«,- polnische, serbokroatische, lateinische u. a. Produktion. In- der Abteilung Philologie führt die deutsche Produktion, dann erst folgt die. tschechische, flowakische und französische. Nach der. toten lateinischen Sprache, eigentlich erst am'Ende der Reihe, kommt: di« übrige slowakisch^ Philologie. Die Produktion.ist im. Dezember am grössten, nach den Orten der Herausgabe haben Prag und Böhmen, den Bor- täng, dann folgt: Mähren-Schlesien; im- Auslande erschienen, bztv. ivuroen für-das Ausland gedruckt, 80 Bände.:.iniszuhelfen.- Der tschechoslowakische Strumpf erobert dir Welt. Di« Ausfuhr von Kunstseidenstrümpfen betrug 1988 42.2 Millionen KL gegen 24.3 Millionen KL im Jahr« 1983. Seidenstrümpfe wurden für 7.1 Millionen KL exportiert. 1983 kamen für 2.7 Millionen KL zur Ausfuhr und 1984 gar nur für 9.8 Millionen KL. Bedeutende Exportaufträge für dir Leber» induftrir. Di« tschechoslowakischen Spezial-Lederfabriken verzeichnen gegenwärtig einen guten Auftragsbestand au» zahlreichen europäischen und überseeischen Ländern. Der gut« Beschäftigungs stand ist noch für längere Zeit gesichert, um so mehr, als damit gerechnet wird, dah die schwierige Frage der Rohstosfversorgung doch eine befriedigende Lösung sinden wird. Der Bedarf an Häuten kann nur schwer gedeckt werden, weswegen sich die Lederindustrie gegen die Ausfuhr von Häuten und Fellen aus der Tschechosloivakei wehrt. Kohle« und KokScxport auS dem Ostrau» Karwiner Revier. Im Jänner zeigte sich die Fortsetzung der aufsteigenden Linie, welche in den letzten Monaten zu beobachten war.' Insbesondere stieg, im Vergleich zum Vorjahr, die Ausfuhr stach Italien, Polen und Ungarn, neu kamen als Abnehmer Schiveden, Norwegen und die Schiveiz hinzu.. Es wurden insgesamt 7783 Waggons für den Export verladen, um 1943 oder ein Drittel mehr Äs im Jänner 1985. Vie japanische Gewerkschaftsbewegung (FGB) DSn neuesten Angaben zufolge gibt e» In Japan 3,9 Millionen Industriearbeiter. Die Zahl der Gewerkschaften aller Richtungen, beträgt 959 mit insgesamt ca. 499.999 Mitgliedern. DI« Zentral« der freien Gewerkschaften, die nach Jahren innerer Unsicherheit heut« als festgefügte Spihenorganisation betrachtet werden kann, führt den Namen Nihon Rodo Kumiai Kaigi. Sie umfaßt 288.914 Mitglieder, d. h. 65. Prozent der organisierten Arbeiter. Es sind ihr 9 Organisationen angeschlossen:-der japanische Seeleuteverband mit 194.999 Mitgliedern, die All-Japanisch« Gewcrkschaftssöderation(Zen- Nihon Rodo Sodomei) mit 94.928 Mitgliedern, der Verband der Hafenarbeiter(18.488 Mitglieder), der Verband der SchiffSosfiziere der Handelsmarine(18.988 Mitglieder), der Verband der Eisen» und Stahlarbeiter(12.599 Mitglieder); der Allgemeine japanische Arbeiterverband (Nihon Rodo Soremmei) mit 8988 Mitgliedern, die Organisation der Arbeiter der elektrischen Kraftwerke von Tokio(2459 Mitglieder), die Porzellan- und Keramarbeiter(8599 Mitglieder) und der Verband der Arbeiter in staatlichen Unternehmen(19.599 Mitglieder). In neuester Zeit ist cs zur Gründung einer Landeszentrale der sogenannten patriotischen, d. h. nationalistischen, Gewerkschaften, gekommen. Dieser Spitzenorganisation sind 14 Organisationen mit ca, 89.999 Mitgliedern angeschloffen. Di« größte dieser Organisationen"zählt 29.958 Mitglieder(Nihon Rodo Kumiai Sorengo); bei den übrigen handelt eS sich um kleinere Verbände. Außer diesen beiden Hauptrichtungen gibt eS noch eine Reihe von selbständigen Einzelorganisa- Honen mit insgesamt mehr«IS 59.999 Mitglie« dernr^üjes«^Verstände: haben die verschiedensten, Tendenzen. Eiste dieser Ortzänisationest(kommunistisch) ist vor allem illegal tätig. ES gibt eine anarcho-syndikalistische Organisation mit 2899 Mitgliedern, die links stehend« und für eine VoUsfront eintretende Nihon Rodo Kumiai Zen- koku Hyogikai mit ca. 15.999 Mitgliedern, drei Organisationen, di« mehr oder Westiger neutral sind, und eine nationalistische OrganisaUon der Flottenarsenalarbeiter mit 89.999 Mitgliedern. Die GewerkschaftSfrage im Detroiter Streik. Die Verhandlungen zur Liquidierung des Streiks beim Genexal-Motor-Konzern wurden bis Montag unterbrochen. Der Gouverneur von Michigan, Murphy, erklärte, daß fast alle strittigen Frage» bereits beigelegt sind, doch wird zivecks definitiver Lösung entschieden werden müssen, ob das Syndikat der Arbeiterschaft der Autoliwustrie das einzige Organ ist, daS zu Verhandlungen im Namen der Angestellten qualifiziert ist. Die General- MotorS-Direktion hat erklärt, daß sie diese Gewerkschaftsorganisation für Verhandlungen in Angelegenheit der Mitglieder dieses Syndikates anerkennen, daß sie sich jedoch das Recht vorzubehalten beabsichtige, außerdem auch mit anderen Gruppen der Arbeiterschaft zu verhandeln. Schuschniggs Sorgen spiegeln sich allgemach auch in unserer heimischen Katholikenpreffe. So lesen wir in der Sonntagsausgabe der„Deutschen Presse" in einem Artikel über Oesterreich u. a.: „Die wirkliche Gefahr für diesen Kurs kommt denn heut« auch nicht von dieser Seite, sondern vielmehr von den durch die Wirtschaftskrise radikalisierten und teilweise bolschewijierten Arbeitermassen. Die Arbeitslosigkeit wächst und die Preis« steigen." Das christliche Regime, das von der„Deutschen Presse" so begeistert begrüßt und leidenschaftlich verteidigt wurde, hat also Oesterreich alles andere denn Heil und Segen gebracht. In Kürze s Warschau. Wie die Korrespondenz„Ate" incl- dct, sind Radek, Sokolniww, Arnyld und Stroilow üister starker militärischer Begleitung aus dem Moskauer-Zentralgefängnis nach Nartfchynak in Sibirien verschickt worden, um in den dortigen Bergwerken Zwangsarbeit zu leisten. Shanghai. Di« chinesische Agentur Central News bringt die Meldung, daß die Truppen des General» Janhutschen und die ehemalige Armee TschangsucliangS Siangfu zu räumen beginnen. General Janhutschen ließ den Obersten Sumintschiu, den Urheber der Revolte, zu welcher es am Dienstag in Siansu kam, hinrichten. Belgrad.(Avala.) Der türkische Außenminister Ruschdi Ara» ist heut« um 7.49 Uhr mit dem Sim- plon-Expreß nach Ankara abgereist. GemMIde In Moll Von O. Barling Professor Carsten hatte sich in seinen Arbeit»« fessel zurückgelehnt ustd schaute ins Leer«; diese Leere war eine eintönige grüne Tapete. Plötzlich wandte er sich zu Dori», seine Tochter Und Privatsekretärin in einer Person.„Weiht Du, Doris, an diese grüne Wand gehörst eigentlich Dui" Ihr Vater bewachtet« sie aufmerksam. Doris Mit ihren 19 Jahren svar hübsch, schlank und groß, die blauen. Augen und blonden Locken hatte sie von ihrer Mutter mit auf den Lebensweg bekommen," und der lachende Mund— man soll al» Mann nicht' eitel sein, aber der war von ihm.„Du läßt dich malen!" Doris riß vor Staunen den Mund auf:„Richtig ist Oel..."—„Der junge Andersost ist ein begabter Maler, der wird's bestimmt gut'treffen."—„Also gut— aber, da» eine sag ich dir, er muß fix machen, lange Sitzungen hock ich nicht still!" Fred Anderson war.durchaus mit dem Borschlag des Professor» Eapstest einverstanden. Väter, die ihre Töchter malen'lassest wollen; sind heutzutage selten.'•;- Doris Carsten stieg fünf steile Treppen zu dem Atelier herauf. Fred Anderson geleitete sie zu dem einzigen Sessel, der mitten im Raum stästdl" Daneben war«ine Staffelei aufgestellt.. Fred And.erson.misrm.elte einige Begrüßungsworte und betrautet« Doris Mit scharfen Augen. Die kam sich vor wie ein Dpfer, sie müßte e» sich ruhig gefallen lassen, daß' sie'samt Sessel hin» und her« gerückt würde, daß der Maler ihre Schultern' herunterdrückte, ihr Kinn hochhob, ihre Frisur ordnete ustd bei all diesen seltsamen Handlungen stet-'.«ist Auge zukniff. Als er,-dqnst dr«^ Schritte zurücktrat und sie mit schräger Kopfhaltung musterte, mußt«. Dori» lachest.„Warum bewegest Sie sich gerade jetzt, Fräulein Carsten, ich hatte gerade eine gut« Beleuchtung Ihre» Gesicht». Bitte', sitzen Sie doch In den ersten Stunden recht still."— Doris gehorchte schuldbewußt und ver suchte, ihre frühere Stellung einzunehmen, wieder rückte rückte Fred Anderson an ihrem Kopf herum, wie ein Zahnarzt. Dann setzte er sich vor seine Staffelei und zeichnete mit groben Kohlestrichen die ersten Konturen vor. Doris konnte noch nicht einmal sehen, wa» mit ihr m:f der Leinwand gemacht wurde. Sie saß artig in ihrem Sessel und ihre Augen wanderten im ZimMer umher. Da war aber nicht viel zu erblicken. Sie wollte mit ihrem Maler ein Gespräch anfangen, bekam aber nur einige hm, hm und ja, ja zu hören. Auch der Blick au» dem Fenster bot keine Abwechflung.. Dieser Blick war gär nicht so einfach, denn sie wagte eS nicht, den Kopf dabei zu bewegen. Aus einem Fenster im fünften/Stock, da» obendrein noch schräa war,, sah. man nur den Himmel. In Himmel ustd Wolfen zu schauen, ist zwar sehr romantisch, aber auf die Dauer langweilig. Dori» fielen die Äugen zu. „Um'Himmelswillen", fuhr Anderson auf, und Doris etschrak so, daß sie ganz au» der vorgeschriebenen Stellung geriet,,„nicht die Augen sckillehest, eist Gesicht ohne Augen ist tot."— Doris Augen wanderten wieder im Zimmer umher—dann blieben sie an der Hand de» Malers haftest, ganz unwillkürlich folgten sie erst jeder Bewegung, dann aber fing diese Hand än, Doris zu interessieren. Lange, schmale) durchgeistigte Finger Meten graziös den Pinsel, ausdrucksvoll straffte und entspannt« sich die Hand, blau schimmerten dje Adem durch dje Haut. Trotzdem Dori» die Leinwand nicht sehen konnte, fühlte sie doch bei jeder Bewegung den Strich, den diese Hand, au»« führte, sie glgübte zu ahnen, ob der Pinsel helle oder dunkle Töne auf das Bild setzte, und einmal bemerkt« fie sogar', wie ärgerlich di« Hand zuckte, als eist Strich nicht'gut geraten war. Dori» war ko ist ihr Studium vertieft,'daßsie erstaunte, al» Anderson aüfsiastd und sagte:„Na, für heute wol- len wjr e» einmal geüstg sein lassen, Sie haben 'mir sehr brav gesessen, Fräulein Tätsten."— Doris erhob sich, ihre Glieder waren etwa» steif, der linke Fuß eingeschlasen, sie humpelte zu ihrem BUd und bettachtete es kritisch: der Anfang war gut! Rach getaner Arbeit wär Anderson bedeutend lickenswürdiger, er kniff nicht mehr ein Auge zu, sondern dozierte über di« Kunst im allgemeinen und die Malerei im besonderen. Und Doris schauie wieder auf seine Hand,.die jede» seiner Worte mitzusprechen schien. Aber erst als Anderson sie ihr zum Abschied reichte, fühlte Doris, wie energisch und hart diese Hand war. Die zweite Sitzung war von Anfang an nicht langweilig. Doris hatte ja zu tun, sie mußte die Hand studieren, die ihr Ebenbild auf die Leinwand warf. Und bet dieser zweiten Sitzung machte fie-etne neue Entdeckung: die Augen Fred Anher- son»! Nie hatte sie so scharfe Augen gesehen.' Blitzend sahen sie von der Staffelei auf, Wenn sie da» Modell musterten. Künstleraugen sehen tiefer al» die Äugest gewöhnlicher Sterblicher. Dori» empfand diesen streng sachlichen Blick, des Malers seltsam, so hatte sie noch niemals ein Mann angesehen, so inttressiert und doch so fremd, wie au» einer anderen Welt. Bei.der dritten Sitzung bemerkt« Doris neben der schönen Hand und den intereffantm Augen, daß diese Äugen In einem hübschen Kopfe sahen, ihr gefiel die hohe Stim und vor allem der Mund,, in dem die Zunge sich im Takte des Pinselstrichs hin und her bewegte. Da» sah sehr lustig au». Bei der vierten Sitzung mußte sich Dori» gestehen, daß sie sich in Fred Astderson verliebt hätte, sehr seltsam,, stückweise sozusagen. Zu der äußerest Erscheinung, die sie nach, und nach ent» deckt hatte, kämm jetzt der'Ernst, ststt dem er bei der Arbeit war, die Fähigkeit zur Konzentration; die Schaffensfreude. Die fünfte Sitzung, die letzte, war gleich zu Endkt Und doch hatte..Fred Anderson sein Gegen« Über bisher stur al» Modell betrachtet. Doris.war gekränkt, sie war ihm nur Objekt für sein künstlerisches Schaffen, nicht» weiter!„Nun, Fräulein Carsten, wie gefallen Sie sich?" rief Fred Ander son und ließ den Pinsel sinken,„bis auf ein paar Kleiniqlelten, zu denen ist Sie aber nicht brauche, bin ich fertig." Doris stand auf und betrachtete daS Portrait— es war wirklich ein Kunstwerk. Nach minutenlangem Betrachten meinte sie zögernd:„Finden Sie nicht auch, daß die Partie um das Ohr nicht richtig erfaßt ist, seien Sie mir nicht böse, ich möchte nicht kritisieren." Anderson erwiderte:„Sie mögen recht haben, ich muß dann leider noch zu einer Sitzung bitten!" Bei der sechsten Sitzung hatte Doris Gelegenheit zu neuen Studien: sie sah, wie die Hand sich abmühte, wie die Augen sie öfter denn je fixierten, wie die Zunge besonders heftig über die Lippen strich; Doris Überlegte sich, daß es eigentlich grausam sei, einen Künstler so zu quälen und trotzdem, als er sie fragte:„Glauben Sie nun, daß es richtig ist?", sagte sie:„Vorher gefiel eS mir bessert" Jetzt war Andersons Geduld erschöpft, sein Gesicht wurde rot:„Ich wußte, daß es Ihnen nicht gefallen wird, ich wußte, daß Ich nicht den Geschmack des Publikums treffe, well ich mein eigenes Selbst in mein« Bilder lege! Ich ändere keinen Strich mehr» ich kann nicht gegen meine Ueberzeugung malen... Warum quälen Sie mich so?"....„Weil ich Sie liebe!" fuhr es Doris heraus—„weil St« in Ihrer Wut herrlich sind, Fred Anderson!" ,,,, Fred Anderson verschluckte sich vor Schreck, er wurde noch röter— jetzt aber aus Verlegenheit. Auch Doris war rot geworden, auch sie' vor Verlegenheit,. Da sagte Anderson nach langem.Schweigen: „Bisher habe ich dich nur als Künstler gesehen-.- jetzt sehe ich dich.. Es ksopsfe an der Ateliertür, Professor Carsten trat ein:„Na, ich muß doch mal sehen, wie weit Ihr hier oben seid,"„Oh, sehr weit, lachte Dori?... Der Professor stellt« sich vor die Staffelei:'„Ausgezeichnet, meine Tochter.gefällt mir sehr gut." „Mir auch", bestätigte Fred Anderson.. ''''' MTP. Seile 6 DienStag, 9. Feber 1937 Nr. 3k SVocjer AMmg Der Gedanke des Eintopfsonntages macht Schule „Erst kürzlich konnte man aus S p a n i e n lesen, daß sich. dort der in Deutschland c n t st a n d e» e Brauch einzubürgernb-:» ki i n n t. Jetzt hört Man aus Oesterreich ÄehnlicheS. Die Parole lautet:„Brothilfc durch Opfertan". Im Jänner wurde bereits der Anfann nemacht. Man k a n» nur w ü n s ch e n..." Man kann nur wünschen, dasi daS lediglich Im „Völkischen. Beobachter" steht. Leider steht es aber nicht dort, sondern^ im völlig allem„Parteiengetriebe" entzogenen„Prager Kirchenboten" lSiachrichten aus der deutschen evangelischen Gemeinde, Prag, Jahrgang 81. Nr. 2, Seite 6.) Wir haben mit der Einbürgerung deutscher Bräuche in Spanien derartige Erfahrungen gemacht, datz wir sie in Prag nicht wiederholen möchten, unter tvelcheni Deckmantrl immer. Wir hoffen aber, der Prager„Kirchenbote" wird gelegentlich an Hand von Photos über die Slums berichten, in denen Gelegenheitsarbeiter der„Zeit" vegetieren, und-über die Masseygrablumpen(.Meiderspenden") der hiesigen SdP-Winterhilse, die sich in Prag so wenig eingebürgert hat, datz sie nur ganze 86 Patienten betreut, die alle schimpfen... Auf je zehn Mann kommt«»'.„Amtswalter" fiir die„Bctteuung", weshalb sie demgemätz mager anssällt. DaS Personal in der Vocelova 12 hat zwar überwiegend gegenüber deni Vorjahr an Haupt und Glieder» gewechselt; nachdem der eine Treuhänder allzu gründlich inS„Goldene Kreuzl" ging und der aiidere Treuhänder Runtschik sogar unter die Detektive. Nichts Gewisses Iveitz man heuer nicht, weil vorsorglich vor dem Allerheiligsten eine Barrikade von Ladentischen errichtet wurde, die nur vor absolut „Zuverlässigen" geöffnet wird. Vorsorglich müssen alle Betreuten einen Spendenbogen blanko unterschreiben, ehe sie noch was gesehen haben. Man Ist richtig auf Posten, Plebiszite unter 86 Mann, deren Ehehälften gvwöhnlich zufällig vergessen werden, dürfte man kaum veranstalten, und ter SchlutzauS- tveis wird schon recht wacker auSsehrn. Was hinter den Barrikaden vorgeht,— wir werden es nie erfahren, falls nicht tvieder ein Mann unter die Dotek- tive geht und Auskunft gibt. fadchte&aal Der Goldschatz der alten Witwe Prag.—rb— Die arme alte Frau, die als Geschädigte in diesem Prozeß auftrat, mutzte Mitleid erregen. Die Witwe Elisabeth Trpälek ist 73 Jahre alt und bringt sich mit Zimmervermieten durch. Einer ihrer LogiSgaste, der gestern angcklagte L 1jährige Karl Sedivy hatte irgendwie auSge- kundschastet, datz seine stoasSfrau in dein Schrgnt, der in seinem Zimmer stano, Wertsachen aufbewahrt hatte, und am in einer ggnz einfachen, leicht zu öffnenden Kassette. Sedivh machte sich die unbe- greisliche Unvorsichtigkeit seiner Quartiergeberin zu- nntze und entwendete die Kassette, in welcher sich zwei handgrotze und ziemlich schwere Leinwandsäckchen befanden. Diese enthielten verschiedene alte Goldmünzen, vom Dukaten bis zum altösterreichischen ZehnkronenslUck, zwei alte Golduhren, Ohrring: u. dgl., autzerdem lagen in der Kassette 26 Schuld- Verschreibungen der Hypothekenbank. Mitwisser und vielleicht Mithelfer bei dem Diebstahl, der die alte Frau um alles brachte, was sie und ihr verstorbener Mann im Läufe ihres Lebens aufgespart hatten, war rin Kumpan des Angeklagten,«in gewisser Schief- f e r, der aber in der Folgezeit Selbstmord verübt hat. Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten schweren und verschärften Kerker! bctnriult. 1 Weit interessanter als dieser Diebsgeselle ist indessen tzte Gesellschaft, die sich später mit der Verwertung des gestohlenen Goldschatzes befaßte. An der Spitze dieser ehrsamen Gilde steht die berüchtigte 60jährige Anna H r u b ä, die durch zahlreiche abenteuerliche Gaunerst ncke den Gerichten wohlbekannt und siebenmal vorbestraft ist. Bei dem gestrigen Prozetz war sie mitangeklagt gewesen, brachte aber Einwendungen gegen die Anklage ein, die das Obergericht bisher nicht erledigt hat, so datz die Verhandlung gegen sie auSge- fchieden werden mutzte. Dieser Verfahren wird, wenn es-zur Verhandlung kommt, autzerordentlich interessant sein. Sonderbare Funktionäre des„Nirodnl sjednocenl“ • Prag.—rb— Die„Nationale Vereinigung" hat mit der Wahl ihrer Amtswalter wenig Glück, wie verschiedene Strafprozesse der letzten Zeit beweisen. Diesmal Ivar der 86jährige Rudolf Tesar, ei» ehemaliger Privatbeamter, zuletzr Kreissekretär der von dem bekannten Dr. Hübschmann geleiteten Jugendbewegung im„Kreis Prag II" vor. dem Strafsenat Pernt verschiedener Delikte angeklagt..Zunächst wegen des Verbrechens der Unterschlagung, weil er im Jahre 1984 ein Radio auf Raten gekauft und dann sofort— trotz Eigen- tumLvorbchalteS der Firma— ohne weitere Anzahlung verschleudert hatte.' Ein Jahr später unterschlug er einer vertrauensselige» Dame einen Phow- apparat und einige andere Wertgegenstände; die sie ihm zu Reparaturzwecken anvertraut hatte. Dann wurde er Sekretär des Närodni sjednocenl, wo er sich in ähnlicher Weise betätigte. Er Netz eine„Ander- tvöob" im angeblichen Werte von 1600 AL(für die er aber im Versatzamt nur 800 Ak bekam), ferner bestellte er.auf den Namen de» KreiSführerS Doktor Hübschmann bei einer Finna 600 Abzeichen der Bewegung, 20 Stück„Unisormkrawatten", d.'h. Halsbinden fürs Uniformhemd, und 20 Jahreskalen- der. welche Gegenstände er dann unter den- begeister» ten Anhängern zu eigenem Gewinn verkaufte. Autzerdem soll er. mit der anvertrauten Kassa leichtfertig umgegangen sein, was er aber mit der Behauptung bestritt, eS sei„ohnedies kein Heller drin gewesen". Diese Behauptung wurde aber von anderen Funktionären widerlegt, die erklärten,, der Kreis Prag II sei-„prima", d. h. finanziell ergiebig. Jedenfalls befanden sich die Bücher in einem solchen Zustand, datz die Revisoren sich seinerzeit energisch weigerten, überhaupt die Revision vorzunehmen, da daS bei der herrschenden Unordnung ein Ding dec Unmöglichkeit sei. Die Verhandlung endete mit Verurteilung deS Angeklagten zu vier Monater schweren Kerkers unbedingt und der Verurteilte wurde, da er gegenwärtig unterstandS- loS ist, sofort in die Untersuchungshaft abgeführt. Autobuskatastrophe Prag.—rb— Die Schwarzkosteletzer Straße ist in letzter Zeit mehrfach der Schauplatz schwerer Autounfälle geworden. Am 19. September v. I. ereignete sich abermals«in schwerer Unfall, der eine Bezlrksorsanlsation Präs Im grossen Saale des Handwerkervereines, Prag, SineLk», findet Freitag, den, 12. Feber, um 20 Uhr, die « Generalversammlung der Bezirksorganisation statt. Auf der TagcSord, nung Berichte und Neuwahlen. In unserer Folge vom Sonntag stand statt 12. Feber 12.-Jänner, was di« Leser selbst sicherlich bereits berichtigt haben. ganze Reihe Schtververletztcr auf dem Schauplatz ließ. In der achten Abendstunde dieses Tages wollte zwischen den Ortschaften Radosevice und UhkiniveS der von dem Chauffeur Jaroslav Polivka gelenkte Autobus der CSD einem andern, von dem Chauffeur Josef Kotal gelenkten vorfahren. Dabei erfaßte der mit 60 Stundenkilometern fahrende Wagen PolivkaS den andern, der in voller Fahrt in den Straßengraben geschleudert wurde, wo er sich überschlug. Fünf Insassen wurden schwer, siebzehn leicht verletzt. DaS Unglück hätte noch schwerere Folgen nach sich, ziehen. können, da ein dritter Autobus in der Richtung aus Prag beinahe auf den havarierten Wagen aufgefahren wär«. Der Chauffeur Polivka, der gestern vor dem Strafsenat deS OGR Dr. Hom an des Vergehens gegen di« Sicherheit deS Lebens angeklagt war, verteidigte sich damit, er habe vier Minuten Verspätung gehabt und außerdem einige Defekte an seinem Wagen sestgestellt, die er Wglichst schnell habe beheben- wollens weshalb er schneller yefghxen sei aljzuMig.''Ist Asibctrgchl der besonders gefährlichen Umstande, unier denen sich der Unfall ereignete, wurde Polivka zu.fünf Monaten strengen Arrestes, bedingt auf drei Jahre, verurteilt. lümst uiul Mssen. Der KuB Zur sonntägigen Wiederaufführung der Oper „Der Kuß" von Fr. Smetana am Prager Deutschen Theater tvar von der Direktion als Gastdirigent Erich Kleiber, der ehemalige nazistische Berliner Generalmusikdirektor, berufen worden. W-r haben unsere, grundsätzlich ablehnende und auch heute noch gültige politische Meinung und Haltung dieseui Dirigenten gegenüber schon seinerzeit gleich bei sei- nein ersten Prager Dirigentengastspiel kundgegeben! Wenn wir nun eine abermals von ihm geleitet: Opernauffühnmg am Prager Deutschen Theater be> sprechen, so geschieht dies des zur Reuaufführung aelangten Werkes wegen. Uebrigens ist dieses Dirigentengastspiel auch in anderer Hinsicht lehrreich. Hätten wir einen Opernchef; dann würde der seinen besonderen Ehrgeiz darin erblicken,. gerade die Gelegenheit der Interpretation eines hervorragenden bÜhncndramatischen tschechischen Werkes zu ergreifen und dann wäre die Berufung eines Gastdirigenten überhaupt nicht nötig gewesen, Die Oper„Der Kutz" ist neben der„Verkauften Braut" SmetanaS volksechteste und melodienreichste Oper. Da sie die erste nach dem Verluste des Gehörs komponierte Oper deS Meisters ist, ist der Ton ihrer Musik nicht so lebenrbejahend uno lebensfroh wie in der„Verkauften Braut"; sondern lhrischer, weicher,-besinnlicher- und elegischer, gedämpfter, dafür aber noch gefühlsstärker und wärmer im Ausdruck- Teilweise mag der schwerere Sinn der Musik zum„Kuß" auch daher rühren, datz die in ihnt handelnden Gebirgsbauern schwerfälliger und ernster sind als die-lebensbejahenden Landleute>n der„Verkauften Braut". An melodischen Perlen und prächtig aufgebauten Ensembles ist der„Kutz" nicht minder reich wie die beliebtere„Verkaufte Braut". Da Generalmusikdirektor Kleiberdie Oper nicht nur dirigiert«, sondern auch selbst neueinstn- diert hatte, gab sei» Gastspiel Gelegenheit, zum erstenmal seine eigentliche künstlerische- Bedeutung zu erkennen. Und da ist nun festzustellen, datz er «in Dirigent großen Formates und von- glänzenden Eigenschaften ist,«in. Dirigent, der vor allem bestrebt ist, ein einheitlich wirkender Ensemble.zu formen,.ein Dirigent, der ein ebenso blendender Dytza- mikcr wie Rhythmiker ist und der die Partitur mit anschaulicher Plastik interpretiert-und in wirksamster Phrasierung aufhant. Dabei, ist seine Haltung am Pult trotz. TemperämentäuswandeS frei von über triebenen Gesten. Orchester, Chor und Ensemble hat man schon lange nicht in so stilistischer Geschlossenheit, übersichtlicher Klarheit und zuverlässiger Sauberkeit und Genauigkeit gehört wie diesmal unter Kleibers Stabführung. Fast gleichwertig gut hielten sich die Solisten der Oper: Harriet Hend ers als namentlich in den lyrisch-zarien Stellen sehr schön singende Vendulka, der allerdings die Resignation besser liegt als der Trotz; Kurt Erich Rieger als stimmschöner und spielgewandter Lukas, der nur weniger offen und mehr gebunden singen sollte; Julius Gutmann als in Ton und Darstellung entsprechend bärbeißiger Vater BenduUaS, Hagen als warmherziger Schwager des Lukas. Elisabeth Wanka als Überraschend gut singende und spielende Martinka, Frau R a y n als stinnnfrischeS(mir einem SonderapplauS bedachtes) Dienstmädchen im Hause VenduIkaS, H e h als Schmuggler und Göllnitz als Zöllner. Die stimmungsvolle Inszenierung der Oper hatte Herr Mords besorgt, oer auch als den flotten Gang der Handlung fördernder Megisteuc tätig war. Das gut besuchte Haus erfreute sich sichtlich der ausgezeichneten und gerundeten Gesamtaufführung und spendete Kleiber und seinen künstlerischen Mithelfern reichen Beifall. E. I. Sptrlpkan des Neven Deutsche» Theaters. H«ute, Dienstag, halb 8r Orpheus, Gastspiel Rosette Änday, Al.— Mittwoch halb 8: Jean, Gastspiel Leopold Kramer und Pepi Kramer-Glöckner, Ä 2.— Donnerstag halb 8: Fräulein Else, CI— Freitag halb 8: Der Kutz, D.— Samstag halb 8: Hopsa, Erstaufführung, A 1.— Sonntag halb 8: Firma, 6: Die Meistersinger von Mrnberg, C 1. Sptelplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: Matura.— Mittwoch 8: Axel an der Himmelstür.— Donnerstag 8: Jean. Gastspiel Kramer-Glöckner.— Freitag 8: Der Illusionist, volkstümliche Borstel« lnng. SamStag halb 8: Wie es Euch gefällt, neuinszeniert.— Sonntag 8: Unentschuldigt« Stunde, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner. III. International« Arbeiter- Olympiade, 18.—21. Feber In Johannisbad Kommet zu sehen die hochstehenden Leistungen der Finnen, Norweger, Schweizer, Ungarn und der Repräsentanten des tschechoslowakischen Arbeitersportes! Die Europa-Meisterschaften Im Eiskunstläufen wurden am Sonntag im Prager Winterstadion abgeschloffen. Glanzleistungen wechselten ab mit Durchschnittskönnen. Bei den F r a u e n kam erwartungS- gemätz nach dem Abgang der Norwegerin Sonja Henie die Engländerin Colli dgevvt ihrer Lands» Männin Tayior in d«n Besitz der Titels. Bei den Männern fiel die Meisterschaft an Kaspar (Wien), welcher bei Anwesenheit Schäfers diesem wohl den Sieg schwer gemacht haben würde. Das Paarlaufen gewannen die Vertreter der Dritten Reicher Herber—Baier vor dem Wiener Ge- schwisterpaar Pausin. Die tschechoslowakischen Vertreter placierten sich in allen Bewerben ihrem Können entsprechend, obwohl der Abstand manchmal allzu deutlich war.. Unverständlich bleibt die Wertung des Schiedsrichterkollegiums; man sah da, datz bei ihnen, je nachdem, die Nationalität eine Rolle spielte. Kratz war dies beim Paarlaufen: das Wiener Paa« lief viel eleganter und fehlerfrei, während die Nazi drei grobe Fehler machten und dank der„guten" Wertung ihres Schiedsrichters zu dem Titel kamen. Bei den Tschechoslowaken tobte sich di«„Unparteilichkeit" dieses Nazi-SchiedSrichterS in fast demonstra- tiver Weise aus, so datz seine„Leistung" wiederholt zu Mitzfallensäußerungen und PfeiskonzerteN der Zuschauer Anlaß gab. In der Gesamtklassifizierung erzielte die neue Europameisterin Colltdge Platzziffer 6 und 876.2 Punkte; Kaspar Platzziffer 6 und 867.66 Punkte— Sharp(England), der schärfste Konkurrent der Wieners, bekam Platzziffer 10 und 861.66 Pusikte—; im Paarlaufen Herber—Baier Platzziffer 9 und die PausinS Platzziffer 12.— Die tschechoslowakischen Teilnehmer besetzten folgende Plätze: bei den Frauen Hrubä den 7. mit Platzziffer 86 und 886.02 Punkten, Niklovä den 8. mit Platzziffer 41 und 884.48 Punkten. Gegenüber diese günstige Placierung fa.- len die Männer etwas ab: Sadtlek wurde 9. nut Platzziffer 47 und 822.80 Punkten und der Meister Jng. Prajjnovsty wurde gar 12. mit Platzziffer 55 und 814.68 Punkten. Montag abends fand als Abschluß eine grob« Eisrevue fast sämtlicher Teilnehmer statt, der auch Präsident Dr. ÄeneS mit Gemahlin beiwohnten.' Die tschechoslowakischen Skimeisterschaften in Banskä Bystrica fanden am Sonntag mit dem Hauptspringen ihren Abschluß. Den weitesten Sprung erzielte der Svaz-Springer Steinmüller(Mähr- Ostrau) außer Konkurrenz mit 66 Metern.- Als Sieger des Springens ging Stejnmvller hervor, welcher 888.6 Punkt« erzielte und 69, 68 und 68.6 Meter sprang, vor Lahr(HDW) mit 827.4 Punkten, 60, 69, 63.6 Meter.— Am Samstag wurde di« Kombination mit dem Sprunglauf beendet! Den 18-Kilometer-Lauf gewann bekanntlich. der HDW« Mann Bcrauer, welcher beim Svringen im. ersten Gang auf 40 Meter kam, jedoch im zweiten bei 87 Meter stürzte, so daß dadurch Bräna(Slavia Prag) mit 67 und 67.6 Meter gestanden als Gesamtsieger hervorging. Die Organisation der gesamten Meisterschaften ließ wiederum Viel zu wünschen übrig. - Sonntag vormittags fand, der- ganzstaatliche Wehrhaftigkeits-Mannschaftslauf statt, an welchem sich 119 Mannschaft«» beteiligten. In der Kategorie der Milttärmannschaften über 22 Kilometer siegte das Geblrgs-JR 8 in<1:24:47.8 Std.; tn der ersten Klaffe über die gleiche Strecke LZK Prag in 1:17:82. zweite Klaffe: LK Vöika 1:26:81, Altersklasse«: Skiklub Banskä Bystrica in 1:61:04 Std. Außer Bewerb nahm auch«Ine jugoslawische Mannschaft teil, die mit 1:12:40.4 Std. die beste Zeit erzielte. In der dritten Klaffe siegte über 10 Kilometer KCST Banskä Bystrica in 47:17 Min. Slavia gegm Sparta 1:1(1:1). Die Ouvertüre der beginnenden Fußballsaison bildete ani Sonntag auf dem Spartaplahe dar Endspiel um den Mit- telböhmischen Cup zwischen den beiden Spitzenklubs der Liga. Sportlich stand er auf einem sehr dürftigen Niveau, daS noch durch besondere Gehässigkeiten der Spieler untereinander eine„Würze" erhielt und für die kommenden Spiele nichts Gutes erhoffen läßt. In der ersten Hälfte war noch so etwas wie Spiel zu sehen; nach der Pause— als das Unentschieden nicht geändert werden konnte— war dar Phlegma der Akteure kaum mehr zu unterbieten, als durch eist Zeitlupentempo, mit dem diese Spielhälfte erledigt wurde. Sonstige Fußballergebniffe. P r a g: Das Nüster Turnier wurde Sonntag beendet und ging als Sieger Cechie Karlin hervor. Die letzten Spiele ergaben folgende Ergebnisse: CAFC gegen SK Nusle 6:4 (2:8), Sparta Michle gegen ABC Brantk 7:4(2:1), — Pilsen: SK gegen Cechie Karlin. 9:9. Viktoria gegen SK Libeä 4:0.— Na chod: SK gegen SK Koniggrätz 11:1.— Brünn: Zidenice gegen Bohemians Prag 6:1, Mor. Slavia gegen DSV 7:1 -77 Protz'»ih: SK.gegen KraD Pple 6:1.— Preßburg: C-SK gegen ESE Neuhäusel 14:0. — Budapest: Ferencvaror gegen Budafok 4:1, Ujpest gegen Budai 8:0.— Wien: Floridsdorf«: AC gegen Wacker 8:2,. Rapid gegen FC Wien. 8:1, Sportklub gegen Fav. AC 8:0/ Admira gegen Helfort 4:2. Die Weltmeisterschaften im Tischtennis, welch« In Baden bei Wien ausgetragen wurden, sind"zu Ende gegangen. Die Amerikaner waren die Ueber- raschung der Veranstaltung: sie holten-sich den Swaythling-Cup der DiännerteamS und den Cor- billon-Cup der FvauenteamS, den Weltmetstertstel im Männer-Doppel durch Blattner—Mc Clure und im Männer-Doppel durch Blattner—Mc Clure. Dar Männer-Einzel gewann der Wiener Bergmann.und das gemischte wie das Frauen-Doppel wurde-«In tschechoslowakischer Erfolg durch die Paar« Botrub- covä—Bään bzw.. Votrubcovä—Depetirsovä., Das Frauen-Einzel brachte im Finale Aaron(Amerika) gegen Pritzi(Oesterreich) keine Titelvergabe.' Die letzte Weltmeisterin, die Tschechoslowakin Kettnerobä. mußte im Einzel mit dem dritten Platz vorliebnehmen. DI« Eiskunstlaufmeisterschaften des Deutschen EislaufverbandeS wurden in Troppau auSgetrq- gen. Bei den Männern siegte Losert, bei den Frauen Äetzner und das Paarlaufen gewannen Kowalczik— Losert. Der Troppaner EL will aus der StaatS-EiS- Höckey-Ltgameisterschaft— wie das„Montagsbl." berichtet— austreten, da er sich durch dar unseriös! Vorgehen Prager Klubs(besonder» der LTC).geschädigt fühlt. Falls die Beschwerde an den Verband keine Besserung herbeiführt, erfolgt automatisch der Austritt aus dem Meisterschaftbewerb. Di« Kimberley Dynamit«»», Kanada» Vertreter bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in London, siüd nun wieder, nachdem sie ganz Mitteleuropa bereist und abgespielt haben, in Paris gelandet; wo sie die WickingS Southampton mit 7:2-«»fertigten.■ VolkSsinggemeinde Prag. Wegen MitwirkenS^bei der Jahresb'ersammlüng' der' Partei.-v o llzäh- ligerB esu ch d er h e u,ti g« n Pro b e erbeten/- ,.-. Mitteilungen aus hem PtüilwM - Selbst Arrzt« empfehlen wegen-her besonderen Heil».und, Nährkraft Diana-Vollmilch,Malz. Verlanget überall Bez n g S b e d i n ft u n g« n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich AS 16.—, viertelsährlich AS 48.—, halbjährig Kä 96.— ganzjährig stä 192—i— Inserate werde« laut..'; Tarif billigst berechnet. Bei'öfteren Einschaltungen Preisnachläße— Rückstellung von Manuskripten erfolgt-nür bet Einsendung der Retöurmarken.— Di« ZeitnngSfrankatnr wurde von der Post- und Tele«.. . graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VI1/1980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck«, Verlags« und 8eitung»-A.«G. Prag.