/ «meintet» 70(einschNeßftSHellerPorto) Aus dem Inhalt: Wo steckt Herr Or. Brandt Colin Hob» aut Reisen Frankreichs Finanzpolitik b9J ItMg: Prag XII. FochovaSL«^Telephon 58V77— Herausgeber: Siegfried Laub— DerantwortlicherRedakteur: Karl Kern,Prag Donnerstag, 11. Feber 1V37 Nr. 36 17. Jahrgang Trotzki unterwirft sich Internationalen Gerichten Nach einer Mitteilung der Amerikanische« Telephongesellschast erlitt die Rede Trotzkis, die um 3 Ahr MEZ gehalten werden sollte, infolge Reißen- de» Drahte» in Monterey eine Berspä- tung. Die Ursache dieser Störung ist bisher ungeklärt. Da e» nicht möglich war, rechtzeitig dieuntertrochcne telephonische Verbindung zwischen Mexiko und New York wieder herzustellen, verla»- die- Rede Trotzkisauf der Versammlung von mehr al» 6000 Personen im New: Parker Hippodrom da» Mitglied de»' amerikanischen „Ausschusses»um Schutze Trotzki»", Gchacht- mann, der Trotzki in de» Bereinigten Staaten vertritt. Bürgerkriegstragödie Inmitten das Ozeans T leugnen, daß der Sieg der Aufständische» unter Mithilfe der Italiener und Deutsche» errungen worden ist. E» ist klar, daß die diktatorischen Staate» ihre Hand nicht nach ganz Spanien au»- stre-ken, sondern sich darauf beschränken,' sich Marine- und Flugbasen entlang der Küste der Pyrenäenhalbinsel zu sichern. Die Dentsche« erreichen so ihr Ziel,. Marokko zu bedrohe», die Italien«, Gibraltar. Auch wenn sie dann erklären, daß sie den Statu» quo im Mittelländischen Meer anerkennen, ereeichen sie in Wirklichkeit eine Umgruppierung der Kräfte, die hier so viele Saht« bestanden hat. Der„Oeuvre" sagt, daß über den A» gr i ff Marseille nach Taragona fuhr. Dem Kapitän gelang e», mit dem Schiffbaus die Sandbank hei Torreambagä aufzufahren. Rur rin Matrose wurde getötet. B i'l t a v.(Reuter.) An der Front von Cordoba unternahmen die RegierungStruppen trotz heftigem Regen eine» Angriff und schlugen de» Feind auf allen Abschnitten»»rück. Auf der Strecke Sevilla—Huelva wurde ei« M i l i t ü r> zu« vernichtet, u. zw. ist diese» Verdienst den RegierungSflugzeugen zuzuschreiben. vor Angriff von Göring und Mussolini beschlossen? ans Malaga bei de«Besuch Gö-1 nie» fortzusetzen. Der gleiche Trick wurde bereit» ring» in R o m Beschluß gefaßt worden ist.| im Falle von Abessinien und Mandfchuku» früher An dem Angrift sollten italienische Abteilungen i angewendet. Er bewährt sich heute neuerlich. Aus mit Unterstützung der deutsche» Artillerie teilneh-; welcher Seite liegt die Schuld s Die b r i t i- men. Die Italiener setzen sich in Mala,? fest. Ein s ch« R e gierung, schreibt da» Blatt, hat italienischer Oberst hat da» Kommando in der sich viel zufeig« und gleichgültig für Stadt übernoiymkn, wa» in England ziemlich«», daK.Schicksal der Demokratie gezeigt, al» um die Eindruck hervorgerufen hat.. Störer de» Frieden» in die Schranken zu weisen. „Populaire" bemerkt, daß die italienische Hilfe für den Fall Malagas entscheidend war. E» beweise die» da» persönliche Telegramm de» General Franco anMusso- l r n i, dessen Text eine spanische Agentur veröffentlicht hat und in welchem Franc» dem Duce für„die edle H i l k«, die Italien den ,Interesse» der nationale» Armee in Spanien ge- währt hat", seine Dankbarkeit auSfpricht. Italienische Kreuzer Valencia. Die spanische Regierung hat ein wichtige» Dekret über die Spionage angenommen und«eiter» eine Note veröffentlicht, in welcher konstatiert wird, daß«in« der erst««» Ursachen de» Falle» von Malaga die Zusammenarbeit der Ausländer bei dem Angriff auf die Stadt war. Weiter wird erklärt, daß am 7. Feber sechs Regierungstorpedobootzerstörer aus der Basis in Cartagena ausgelaufen sind, um die Auf- ständischenkreuzer anzugreifen, die die Küste bei Malaga lombardirrt hatten. Sie stellten südlich vom Kap Gata zwei Kreuzet fest, die sie zu beiden Seiten mit Unterseebooten einschlossen und in der Weise manövrierten, daß sie die Regie- rungoschiffe von den Stellen weglockten, wo sich die aufständischen Dampfer tatsächlich aufhielten. Cn der Rächt näherte sich einer dieser Torpedobootzerstörer einem der unbekannten Kreuzet und stellte fest, daß e»«in italienische» Kriegsschiff sei. Die spanische Regietung erblickt darin eine Verletzung de» Nichteinmischungspaktes. Malaga ist dieser Note zufolge da» letzte Beispiel der Einmischung in die spanischen Angelegenheiten. , vle»felge" britische Regierung London.(HaoaS.) Zum Falle Malaga» schreibt„Manchester Guardian": Ma» kann nicht sagen, daß der Fall Malaga» eine entschiedene Wendung im spanischen Kriege bedeutet. An jedem Fall« ist die Eroberung Malaga» vor allem ein italienischer-Sieg. Amlü.JSn- ner wurden 12.000 Italiener bei Cadiz gleichzeitig mit viel Krieg-material gelandet. ES scheint auch, daß die Italiener den ganze» Angriff leitete«. Die deutsche Beteiligung war weniger bedeutungsvoll, trotzdem muß aber betont werden, daß 60 deutsche Bomvardie- Mexiko City.(Reuter.) I» der Rede, welche in eine kommunistische Versammlung in Rew Park überttagen wurde, erklärte Drotzki u. a.: Men« Stalin» Beschuldigungen-gegen Trotzki einem in ternationalenGerichtS- hof vor gelegt werden und dieser nur eine» unbedeutenden Bruchteil der„verbrechen" aner- kennt, deren Stalin Trotzki beschuldigt, w erde sich Trotzki freiwillig der G. Pi U. »».» l t e f e t«. Weiter erklärte Trotzki: Da» Regime, da» Stalin in Rußland eingeführt hat, Untergang verurteilt.Die Zukunft tvird entscheiden, ob e» durch eine kapitalistische,Gegenrevolution»der durch die Arbeiterdemokratie ersetzt werdey wird,.. Vierjahresplan als Kriegswirtschafts-Programm In der Weltwirtschaft sind in de» letzte» Monaten Ansätze einer Wiederbelebung der Kon- junltur zu beobachte», doch bleibt die Besserung des Welt Handels bisher erheblich hinter dem Aufschwung der Welt Produktion zurück. Die .notivendige Aufhebung der Handelshemmnissc ist wohl in einzelnen Ländern durchgeführt worden; eine kollektive Aftion zur Aktivierung des internationalen Güteraustausches aber wird verhindert, so lange die europäischen Diktaturstaate» aus ihrer autarkischen Nationalwirtschaft beharren. Am Zentrum Europas hat das Dritte Reich die wirtschaftliche Absperrung und Isolierung in einem Mage gesteigert, daß alle Gesetze wirtschaftlicher Vernunft außer Kraft gesetzt wurden. Das Hitler-Regime hat die Zerstörung seines Außenhandels, die stärkste Belastung der deutschen Wirtschaft in Kauf genonnnen, es hat den breiten Massen Lohndruck, verlängerte Arbeitszeit, Teuerung aller Bedarfsartikel und Beschränkung des Konsums auserlcgt, es hat die Verschuldung des Reiches und die Anspannung des Kapitalmarktes ins Uferlose getrieben und einen gefahrvollen Rohstoffmangel heraufbcschworen— alles nur um Wirtschaft und Arbeit frühzeitig an den Zustand einer Kriegsblockade anzupassen. Die wirtschaftliche Mobilmachung für de» kommenden Krieg wird mitten im Frieden durchgeführt. Das ÄriegSwirtschaftsprogranim nennt sich Viersahresplan. Man erklärt nach außen, dass der Vierjahresplan die Ueberwindung des augenblicklichen Mangels an Rohstoffen und Lebensmitteln bezweckt und eine Steigerung der deutschen Arbeitsleistung für die Friedenswirtschaft erreicht werden soll. An Wahrheit ist-dieser-Lier» jahresplan da» Ergebnis eines sorgsamen Studiums der Erfahrungen, die Walter Rathenau, der Organisator der Kriegsrohswssversörgung im zurückliegenden Weltkrieg gesammelt und niedergeschrieben hatte. Wie kann ein im Krieg blockiertes Deutschland trotz Entziehung von Millionen Arbeitskräften für den Heeresdienst,'trotz Störung des inneren Kreislaufes der Wirtschaft durch den Kriegszustand und bei rascher Vernichtung von Waffen und Flugzeugen, seine Gesamtproduktion für den Kriegsbedarf nicht nur aufrechterhalten, sondern auch noch steigern? Dieses ausgesprochene KriegSwirtschastSproblem ist Inhalt und Zweck des sogenannten VierjahreSplanS. An einer Erläuterung zur Organisation der wirtschaftlichen Mobilmachung schreibt der Chef des Wehrwirtschaftsstabs im Wehrmachtamt des Reichskriegsministeriums, der Oberst des schon 1S36 konstituierten„Generalstabs des Hinterlandes", Thomas: „Schon der letzte Krieg hat uns zur Genüge bewiesen, dass in der heutigen Zeit die wirtschaftliche Schlagkraft genau so gross sein muss, wie die militärische. Die Wehrmacht kann siegreiche Schlachten schlagen, aber da» Volk wird den Krieg verlieren, wenn nicht die Wirtschaft ihn« alles das gibt, was zum Erkämpfen des Sieger notwendig ist... eine Wehrwirtschaft ist nur möglich in einem autoritär enStaat.,. Die Wehrwirtschaft wie wir sie als Soldaten fordern, ist ein Gebot der Stunde." ES wind dann weiter von allen Schichten des Volkes.MnchrwirtschaftlicheS Denken und Handeln" verlangt. Diese grundsätzliche Erllä-. rung von verantwortlicher Stelle findet im Vierjahresplan die denkbar präziseste Erfüllung. Diese umfassende Organisation aller materiellen und moralischen Kräfte der Nation, stellt alle wissenschaftlichen Disziplinen, wie Nationalökonomie, Recht, Philosophie, Naturwissenschaft uslv. in den Dienst des Krieges, sie beinhaltet die Unterordnung der Gesamtwirtschaft für den Kriegsbedarf von Heer und Volk. Für die Kriegswirtschaft werden neue Rechtsbegriffe geschaffen, die dein Privateigentum an Produktionsmitteln keinen Einhalt gebieten und auch die Privatinitiative der Unternehmernichtbeschränken. ES wird'nichts vom Staat requiriert, sondern der Staat schafft eine von SelbstverlvaltungSorganen der Andustri« getragene Organisation,> die alle erreichbaren Rohswfsbestände in einer Hand zusammenfäßt und sie dann an die einzelnen Produktionsstätten vertiilk. Das besondere Kennzeichen der Kriegsorganisation für die Wirtschaftest die Häufung von Reserven. Die Produktionskapazität der deutschen. Kriegsindustrie übersteigt turmhoch jeden Friedensbedarf, sie ist nur erklärlich auS der Absicht,' für die Zeit des Krieges über'eine Produk- tionSkrast-Reserve zu verfügen. P a ri s.Au den letzten Ereignissen in Spa-| tun gflngzeuge für einen Angriff auf Nirn schreibt„Petit Journal" unter dem Titel: die Schiffe der Regietung vorbereitet „Malaga— ein deutscher Sieg" t Niemand wird' waten. Die italienischen Abteilungen, die vor Malaga operierten, sind Elite-Korps, die sich bereit» im abessinischen Feldzug bewährt haben. Sie vertragen sich besser mit den spanischen Soldaten, al» die Deutschen. Die Italiener haben auch dir Stadt erobert. „New» Chronicle" verweist darauf, daß die faschistischen Staaten die ihnen verbleibende Zeit au-zunvtzen trachte«. Italien, obwohl es die Bereitwilligkeit ausgesprochen hat, sich in die spanischen Kämpfe nicht einzumischen, hört nicht auf, tausende„Freiwilliger" in da» unglückliche Land zu senden. Die Nichtintervention hat diesen Staaten die Untätigkeit Frankreich» und England» gesichert und gestattet ihnen, da» Werk der Z e r» störung der Demokratie in Spa- Sozialdemokrat F.wiealorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik '«escheiut mit««««ahme de» Montag»glich früh Hach Malaga:..HIcl»tlnterventions“-DämmerunB! Die Betrogenen merken etwas...- Malaga ein Hellenischer Sieg Das Ringen um den SBdllllgel dar Madrider front _ n-».)■«tt». Taragona daß ri» Unwrsrehoat per Auf- ständischen Mittwoch abend» drei Torpedo»«gen de». Dämpfer„Navarra".lanciert haft der von (Sette 2 Donnerstag, 11. Feber 1037 Nr.' SO Die Träger deS„VierjahreSplanS" sind drei totale Zwangsorganisationen: Gewerbliche Wirtschaft Reichsnährstand Deutsche Arbeitsfront Die„Gewerbliche Wirtschaft" war bisher eine Dachorganisation der Handelskammern und Nnternehmerverbände, die gleichseitig mit der Deutschen Arbeitsfront in all ihren Gliederungen verbunden wurde. Nach dem Vier- fahreSplan obliegen ihr die wesentlichsten Borbereitungen für den Krieg: Die Bereitstellung aller industriellen Produktionsmittel, die Beschaffung und Verteilung der Rohstoffe, die Organisation des Groh- und Kleinhandels, das Verkehrswesen und die strategische Orientierung deS Außenhandels. Die Organisation Ist fachlich und regional untergliedert. Die bestehenden Kartell- verbünde sind, ohne ihre Autonomie zu verlieren, eingeschaltet. Die Kartellaufstcht de» Staates ist verschärft; ZwangSkärielle sollen errichtet Iverden. AUS den Erfahrungen des Weltkrieges berichtet Rathenau über die damaligen Massnahmen der deutschen Selbstversorgung, die sich bei den nach einiger Zeit knapp gewordenen Explosivstoffen.(Salpeierverbindungen) als besonders dringlich erwiesen hatte. Der Mangel konnte durch die Errichtung zahlreicher chemischer Fabriken zur Gewinnung von Stickstoff aus der deutschen Luft ausgeglichen werden. Der chilenische Salpeter war ersetzt. Im neuen VierjahreSplan sind Eigenversorgung und Ersatzstoffindustrie zu einem Zen- tralproblem geworden. Zum Ersatz ausländischer Baumwolle werden Zellwollindustrien errichtet. Der von den überseeischen Ländern bezogene Kautschuk soll durch die inländische Erzeugung des synthetischen.Kautschuks ersetzt werden. Eine völlige Autarkie hofft das Dritte Reich bei den Treibstoffen schaffen zu können. Die Verantwortlichen der deutschen Kriegswirtschaft wissen selbswer- ständlich, dass die Ersatzstoffindustrien mit ungeheuren Mehrkosten verbunden sind und Deutsch- lands Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt unmöglich machen. Aber der Kriegsbedarf ist allein entscheidend und die entstehenden Ueber- preise werden vom Staat getragen. Der Ersatzstoff ist der Kriegsnotbehelf— das ist entscheidend. Während die Organisation der gewerblichen Wirtschaft noch im Werden ist, verfügt der zur Sicherung der Bolksernährung im Krieg bestimmte Reichsnährstand bereits über einen fertigen Apparat. Dieses gewaltige Zwangskartell umfasst die landwirtschaftliche Erzeugung, die Nahrungsmittelindustrien, den Handel und den ganzen Markt mit Lebensmitteln. Man hat nicht gezögert, bereits jetzt mit der Rationierung von Lebensmitteln durch Einfiih- vung von Zeitkarten, Kundenlisten usw. zu beginnen und so daS Volk an die'Entbehrungen der Kriegszeit zu gewöhnen. Diese umfassende Organisation für den Rohswffschutz und die Lebensmittelversorgung für den Kriegsfall sollte von dem friedliebenden Teil Europas als organisatorische Leistung weder unterschätzt, noch verkleinert iverden. Dagegen lässt der VierjahreSplan die Finanzierung als eine offene Frage bestehen. Die Quellen für innere Anleihen und Steuern sind heute schon toeitgehend erschöpft und die Verschuldung des Reiches hat RiesenauSmasse angenommen. ES fehlt auch nicht an inflatorischen Kreditmassnah- men die in früheren Kriegen zur Amvendung ge- kmnmen, aber diesmal schon im Frieden vorlveggenommen worden sind. Die zusätz- Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld 81 Er warf den feuchten Rock in den'Winkel. Er trank den Tee, er rauchte eine Zigarette. Er trat an das Fenster, sah in den Regen hinaus. Er wusste nicht, wo er beginnen sollte; so viel war zu sagen, und so viel Verworrenheit war in seinem Herzen. „Drexler ist verloren," sagte er.„Er hat Dokumente verkauft, er ist ein Spion, er hat für zwei Parteien gearbeitet, nun ist sein Kopf zwi- schen die Mühlsteine geraten. Heute Nacht sollte er fliehen. Er ist nicht geflohen, eine Frau ist da, die ihn Mi; die Frau hat ihn hineingetrieben, die Frau gibt ihn nicht frei. Ich habe für ihn ge- bürgt; man hat mich dazu gezwungen, für ihn zu bürgen. Ich muss in ein paar Stunden zu dem Miann gehen, der sein Schicksal entscheidet, und ihm sagen, dass ich Drexler nicht nkehr retten konnte. Sie werden ihn jagen, sie werden ihn bi» ans Ende der Welt Hetzen— ihre Kugel wird ihn erreichen. Wenn ich nicht hingehe, falle ich mit. Ich muss ihn in ihre Hände liefern, schweige ich, kostet es mich den Kopf. Es gibt keinen Ausweg mehr, Carola, ich habe alles überdacht. Ich bin zu dir gekommen, um für die paar Stunden, die vor mir liegen, Frieden zu finden. Nachher wird es keinen Frieden mehr für mich geben." Er trommelte an die Scheiben, er hämmerte mit der Faust auf da» rostbraune, rissige Fensterbrett. „Städtlein hatte recht. Cs ist der Untergang. Aber wir können nichts dafür, Carola. Man hat uns mehr aufgebürdet, alS wir tragen löb liche Schuldenlast, die, dem Reich aus der Durchführung d?s VierjahreSplans erwachsen muss, wird von einer britischen angesehenen. Finanzzeitschrift mit weiteren mehr al» 80 Milliarden NM beziffert. Schliesslich ist die Erfassung der Arbeiterschaft als der schwächste Punkt deS Bier- jahresplaneS zu verzeichnen. Die„Deutsche Arbeitsfront", die von den Nazis in völliger Berken» nung des Klassenbewusstseins der deutschen Arbeiterschaft als GewerkschaftSersah gedacht war, ist ein wertloses Instrument geblieben, es sei denn, dass man die Beitragseinziehung als ihren Selbstzweck ansieht. Soweit es sich um die psychologische Beeinflussung der„Gefolgschaften" und um die innere Anteilnahme der Massen an der deutschen Kriegspolitik handelt, hat diese Arbeitsfront heute schon völlig versagt. Alle Gewaltmassnahmen deS FascknSmuS vermögen die grosse Kraft der Demokratie zur Gewinnung der Menschen nicht zu ersehen. Der totale Staat ist zwar der Exponent de» totalen Krieges, aber der innere Zusammenhang von Volk und Armee bleibt der Primat des demokratischen Staates. Im ganzen wäre der BierjcchreSplan unge- Gemelndewatilnovelle vom Senat geändert Prag. Der Senat verhandelte am Mittwoch die Novelle zur Gemeindewahlordnung, die vom Abgeordnetenhauses bereits im Sommer des Vorjahres angenommen worden war. Es handelt sich in der Hauptsache darum, dass künftighin auch die Gemeindewahlen jene Wahlgruppen, welche kein einziges Mandat erreiche», für die Kosten der Kandidatenlisten aufzukommen haben. In dem ursprünglichen Regierungsentwurf war die Möglichkeit vorgesehen, dass die Bezirksbehörden diesen Kostenersatz in berücksichtigungswerten Fällen nachsehen können. Diese Bestimmung war vom Abgeordnetenhaus gestrichen worden. Der Senatsreferent Riedl wies namens des verfassungsrechtlichen Ausschusses darauf hin, dass man doch jene Fälle berücksichtigen müsse, wo st a r k e Parteien, die im Abgeordnetenhaus oder im Senat vertreten sind, in Gemeinden, wo sie nur wenige Anhänger haben, Zählkandidaten aufstellen; sie sollten dafür im Falle eine» Misserfolges nicht bestraft werden. Er beantragt daher namen» des Ausschusses eine Ergänzung der Vorlage, wonach sich die Bestimmung über den Ersatz der Kosten der Kandidaten im Falle des Misserfolges nicht auf jene Parteien bezieht, welche bei den letzten Wahlen in einer der beiden Kammern der Nationalversammlung eine- Vertretung erzielten. Mit dieser Aen- derung wurde'die Vorlage auch vom Senat angenommen. Sie muss also neuerdings an da».Abgeordnetenhaus zurückgehen. Herr Llehm Uber die wahre Demokratie In der Debatte sprach von der SdP Senator Liehm, der behauptete, dass durch diese Aende- rung der Sinn des Gesetzes,' für das feine Partei im Abgeordnetenhaus gestimmt habe, geändert werde und dass sich die Aenderung mit dem Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz nicht vereinen lasse, weil nunmehr die im Parlament vertretenen Parteien gegenüber den rein lokale».oder im Parlament noch nicht vertretenen Gruppen denen. Wir sind im Krieg gckoren worden, wir gehen in einem Krieg zugrunde. Wir haben weniger Kraft mitbekommen, als andre Generationen, und sollen grössere Aufgaben lösen. Wir fanden eine zertrümmerte Welt vor und sollten mit unsrem unzulänglichen Werkzeug eine neue bauen. Wir haben die alte Form gehasst, aber wir haben keine neue Form des Lebens gefunden. Wir find nicht mit dem Leben fertig geworden und nicht mit den Frauen. Hugo nicht, Drexler nicht, ich nicht. Wir haben uns von Frauen nehmen und wegwerfen lassen, und wir sind an Frauen vorübergegangen, die besser waren als wir. Nur die Kleinen und Rückgratlosen, die alles ertragen, weil sie nichts wichtig nehmen, und über alle» hinwegkonunen, weil sie kein Herz im Leibe haben, werden diese Zeit überdauern, Die Finsterbusch und Mittelmeier, die Genno und Bürger. Ahnen steht der Fluchtweg ins Gestern und in die Lüge offen. Sie tragen heute dieses Zeichen und werden morgen ein andres tragen. Sie werden immer das Zeichen tragen, das sie an vielen Röcken sehen, das ihnen für heute Geld und für morgen die Wiederkehr des Gestern verheisst. Es war alles falsch, Carola, das Leben und der Traum, weil wir den Traum und da» Leben durcheinandergemengt haben. Wir müssen alles revidieren, wir müssen wieder von vorn beginnen. Wir waren stolz auf die modernen Häuser und wähnten, in ihnen lebten neue Menschen. Wir übersahen die Millionen Menschen, die noch in alten, stickigen, eggen Häusern wohnten; sie waren in der Mehrzahl. Wir waren swlz auf den Geist einer neuen Zeit, die Freihest und Wohlfahrt zu bringen schien. Wir übersahen die Millionen Menschen, die noch im Geist von gestern befangen waren und bereit sind, jedem nachzulaufen, der da» Neue, das sie nicht, begreifen, zu zertrümmern verspricht. Sie haben diese Fahne getragen und tragen heute jene, und werden morgen eine dritte tragen; nicht auf die Fahne kommt es an, auf ihre Farbe, auf den Nienschen kommt je» an. der sie trägt. Wir haben Mitleid mit den eignet, eine Normalisierung der deutschen Friedenswirtschaft zu bringen und Deutschland wieder in den Weltmarkt einzuschalien. Er muss im' Gegenteil die schon sichtbaren krisenhaften Erschütterungen noch vermehren. ES' sind auch Phantasien, diesen Plan als Grundlage zur Gestaltung einer aktiven Konjunkturpdlitik erklären zu wollen. Aber das alles ist auch nicht sein Zweck. Die deutschen Faschisten sind nicht ilusiönär genug, um zu glauben, mit dieser Autarkie eine krisenfeste Wirtschaft erlangen zu können. Was sie wollen, ist eine blockadefeste Kriegswirtschaft. ES mag zutreffen, dass die Rohstoffmengen für eine weitere Rüstung auf vier Jahre nM ausreichen werden. Der Höhepunkt der deutschen Rüstung Ivird aber ohnehin vor Ablauf der vier Jahre erreicht sein. Eine finanzielle Belastung im heutigen Ausmasse tväre für das Dritte Reich keine vier Jahre tragbar. DäS alles kann nur bedeuten, dass die wirtschaftliche Mobilmachung wesentlich kürzer befristet ist, als eS die Ueber- schrist des VierjahreSplane» erkennen lässt. Die dem Plan innewohnende Kriegsgefahr für Europa aber wird damit um so ernster. 8. A. vorzugt würden. Er erhebt dann auch die Forderung nach Neuwahlen in den Gemeinden. Seine Rede las der Herr Senator aus einem Konzept vor, Ivobei er immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen wurde, er möge die „Vorlesung aus fremden Werken" gefälligst ein« stellen. Geradezu rührend war sein Eintreten für die wahre Demokratie, deren Einhaltung er in jedem zweiten Satz immer wieder forderte. Unsere Genossen setzten ihm durch Zwischenrufe zu: Wie steht es inDeutschland? Was ist mit dem Führer? Wer hat Ihnen das ausgeschrieben? Die verhinderten Hitleristen sind für die Demokratie! etc. Im Laufe der Auseinandersetzungen drohte der Redner u. a., sie würden nicht davor zurückschrecken, die Dinge vor aller Welt a u f z u z e i g e n, wie sie sind. Zum, Schluss beschäftigte er sich irrtümlich auch noch mit dem ungarischen Handelsvertrag, obwohl dieser erst als nächster Punkt der Tagesordnung zur Verhandlung kam. Das erregte allgemeine Heiterkeit. Der Handelsvertrag mit Ungarn vom 15, Juni 1086, der zolltarifliche Vereinbarungen trifft, wurde sodann ohne Debatte angenömmeh. Nächste Sitzung Don- terSiag, den 11. Feber, um 10 Uhr. Dr. Kalfus referiert Uber die Auslandsan’elhe Der parlamentarische SparauSschuss nahm, wie amtlich gemeldet wird, in seiner Sitzung am Mittwoch mit Befriedigung ein Expoft der Fi« nanzminister» Dr. Kalfus betreffend den Stand der Verhandlungen über die Ausländsanleihe zur Kenntnis, ebenso die Mitteilungen des Finanzministers hinsichtlich der Förderung de» Exportes und des Fremdenverkehrs sm Zusammenhang mit dem Devisentransfer. Einen weiteren Verhandlungspunkt bildete die Durchführung des Gesetzes vom Jahre 1086 über die Devalvierung der tschechoslowakischen Währung. Ausserdem wurden mit dem Finanzminister einige grundsätzliche Fragen betreffend die Kontrolle der Steuerabschreibungen verhandelt. Prag.(Tsch. P.-B.) Der Vorsitzende der Regierung, Dr. Milan Hodjja, konferierte Dienstag mit Finanzminister Dr. K a l f u» über die Einzel- Kleinen und Gestrigen gehabt und sie zu gewinnen versucht. Doch dies war zu wenig: Das Mitleid genügt nicht, um die Welt zu ändern, es braucht die Mitverantwortlichkeit für alle» 'Lebendige. Die Besten unter uns haben sie gefühlt; sie gehen daran zugrunde, dass sie ohnmächtig dem Grauen gegenüberstehen. Wir sind wie jene Generation der Wüste, die das Land der Verheissung sehen durfte, aber nicht betreten. Wir haben e» gesehen, wir wähnten uns ihm näher, al» jede«ndre Zett, Mr streckten die Hand aus und griffen ins Leere." Carola stand neben ihm, er legte den Kopf an ihre Schuller, er beugte sich nieder und sie fuhr ihm mit der Hand durch das Haar. Sie hatte eine leise, zärtliche Hand, die streicheln konnty, und sie hatte die Gabe des Schweigen», jenes tiefen und heilsamen Schweigen», da» allen Schmerz der Wett äuszulöschen vermochte, „Nun gehe ich meinen Weg weiter, Carola," sagte er.„Nun gehe ich ihn zu Ende. Ich werde dich anrufen, bei Grothau», ich komme in» Tast, am Wend, wer weiss, ob Finsterbusch sich nicht wird morgen einen andren Klavierspieler suchen müssen. Ich werde auch.noch einmal mit Drexler sprechen. Um seinetwillen: Ich muh ihm al» Freund offen sagen, wa» ihm bevorsteht."' Er stand an der Tür, hielt Carola» Hand. Sie sich ihm in die Augen, ihre klaren, blauen Augen waren von einer grossen, heiligen Aille. Ms er gehen wollte, schlang sie beide Arme um ihn, sie barg da» Gesicht an seiner Brust und weinte. Er löste ihre Arme, er küsste sie nochmal», er küsste die Tränen von ihren Augen. Sie klammerte sich an seinen Arm, sie wollte ihn sesth alten, als wüsste sie, dass er nicht wiederkommen wid>. Sie lief ihm nach, sie beugte sich über da» Treppengeländer, sie folgte ihm mit den Augen, bi» er im Hausflur verschwand. Sie lief an» Fenster, der Regen ging über ihr Gesicht, da» milde zärtliche Streicheln eine» tiefen, heilsamen Schweigen». Helten der Massnahmen, welche die Regierung und die gesetzgebenden.Körperschaften in Angelegenheir der Regelung der Abzüge von den Staattbeantteu- gehältern im Sinne der bekannten Erklärungen des Vorsitzenden der Regierung treffen sollen. Finanzminister Dr. Kakfui wird nunmehr auf Grund seiner Betrauung durch den Vorsitzenden, der Regierung mit den bevollmächtigten Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen Angestellten über diese Angelegenheiten verhandeln. Dlenstzulage fUr Schulinspektoren vom Kulturausschuß beschlossen Der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses nahm am Mittwoch nach längerer Debatte den Jni- tiatwantrag der Koalitionsparteien auf Regelung der Gehaltsverhälmisse der Echulinfpelloren mit einer Reihe von Aenderungen an. Au» dem Referat des Berichterstatters Dlouhh ging.hervor, dass in die Vorlage auch jene Professoren und Lehrpersonen^ die den Zentralämtern, beziehungsweise dem staatlichen VolkSbildungSdienst zugeteilt sind, einbezogen werden. Die Bedeckung wurde für da» heurige Jahr ab 1, Juki in Ersparungen de» Kapitel» 10 gefunden. Insgesamt wird der Mehraufwand jährlich fast drei Millionen betragen. Im Paragraph 8 wurden folgende. Dienstzulagen, die in die Pensionsgrundlage einrechenbar sind, festgesetzt: a) für Bezirksschulinspektoren und Professoren, beziehungsweise Lehrpersonen, die dem staatlichen VolkSbildungSdienst zugeteilt sind, jährlich 8000 K£; b) für Inspektoren der staatlichen Minnderheitsschulen etc..8600 Xi; c) für Inspektoren, Professoren und sonstige Lehrpersonen, die dem Schulministerium und seinen Referaten in Pressburg und Ujjhorod zugeteilt sind, 4200 Xä! dl für Inspektoren etc., welche den Landesschulräten zugeteilt sind, 8600 Xi; e) für Lehrpersonen, welche den BezirkSschulinspektoren zugeteilt sind, jährlich 1800 XL; für Lehrpersonen, die den Inspektoren der staatlichen Minderheitsschulen zugeteilt sind, jährlich 2400 Xi. Diese Zulagen erhöhen sich nach sechsfähriger tatsächlicher Dienstzeit um 060 Xi jährlich. Andere Dienstzulagen gebühren neben den oben erwähnten Zulagen nicht. Im Paragraph 4 wurde da» Reisepauschal pro Schule von 60 auf 40 und pro Klaffe von 80 auf 20 Xi herabgesetzt. Da» Schulminlsterium kann jedoch im Einvernehmen mit dem Finanzministerium da» Gesamtpauschal mit Rücksicht auf die besonderen Schwierigkeiten des Dienste», namentlich bei Kommunikationsschwierigkelten, erhöhen. Da» Pauschal wird jeweils für drei Jahre, festgesetzt, beginnend vom Tage der Wirksamkeit de» Gesetze», und zwar nach dem Durchschnitt der vorauSgegangenen drei Jahre. In der Debatte trat der Gewerbepartelker Chalupa für die Regelung der Bezüge der Lehrerschaft an den gewerblichen Fortbildungsschulen ein und verlangte, dass armen Lehrlingen, die Distriktsgewerbeschulen besuchen, müffen, ein Teil de» Fahrgelde» erseht werde. Der Vertreter de» Schulministeriums erklärte hiezu, dass für die Unterstützung dieser Lehrlinge in da» heurige Budget bereit» 200,000 Xi eingereiht sind. Die Vorlage.Wer die GehaltSverMtniffeder Schulinspektoren wurde dann in der oben erwähnten Fassung angenommen, ebenso drei Resolutionen, in denen der Aiigschuss fordert, dass die Frage der Titel jener Lehrpersonen geregelt werde die den zentralen Schulbehörden und dem DolkSbildiingS- dienst zugeteilt sind, dass ferner die Vorteile diese» Gesetze» auch den bereit» pensionierten Inspektoren zugute kommen mögen und dass die Regierung sobald wie möglich einen Antrag auf Regelung der Rechtsverhältnisse der Schul- inspeltoren vorlege. Der Präsident der Republlk empfing Mittwoch, den 10. Feber, den österreichischen ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Ferd. Marek. Welter empfing der Präsident Prof. Dr. Schoenbaum., IX. Billy ging in seine Wohnung, er hotte seinen Koffer hervor, trug seine Wäsche und seine Kleider aus den Schränken und Laden zusammen. Um zehn Uhr war er bei Hegeberg. Er erzählte» wa» gestern in Drexlers Wohnung vorgefallen, er gestand, dass er e» für aussichtslos halte, Drexler von der Tänzerin zu trennen; er würde immer wieder zu ihr zurückkehren. Hegeberg hörte, wandte keinen Blick von Billys Gesicht. Er sagte mit eiserner Ruhe, als Billy geendet hatte: «Es tut mir leid um Drexler. In dem Jungen steckte Talent. Sich an diese» Frauenzimmer zu hängen!" „Wa» wird mit ihm geschehen?" ftagte Billy. Hegeberg zog eine Schreibtischlade auf, entnahm'Ihr zwei Kuvert». „Sie werden heute in seine Wohnung gehen und diese Dokumente unter seine Papiere mischen. Dann werfen Sie diesen Brief in den Postkasten. Er ist an da» Heeresministerium gerichtet und lenkt die Aufmerksamkeit der Herren auf den Leutnant Ludwig Drexler, der verdächtig ist, im Dienste' der Spionägeabteilüng einer stemden Macht zu stehen. Da» wird genügen!" Billy sprang auf, „Ich? Ich soll ihn an» Messer liefern? Ich soll die Papiere in seine Wohnung schmuggeln? Ich bin doch sein Freund, wir sind zusammen in die Schule gegangen, wir kennen einander seit zwanzig Jahren—* „Ob Sie da» tun oder ein anderer,, ist für. den Endeffekt doch gleichgüttig. Die Hauptsache ist, dass nicht wir ihn erledigen, sondern seine eigenen Vorgesetzten. Derlei Dinge, überlässt man lieber dem. Gegner." Hegemann paffte au» seiner Pfeife. „Noch ein», mein Freund. Fäll» Sie ihn zu« Flucht Überrehen oder ihm bei der Flucht behilflich sein sollten—halten wir uns an Sie. Sie werdest UN» nicht entgehen.*^Fortsetzung folgLjj'. ttr. SS DonnerStag^tl^Febrr 1937 Gelie 3 Bilma Lahtlnen(Finnlaad). Bäckotelarbe!- terln, 1610 geboren. Im Skilauf vier Verbands* melaterachaften, zwei Aualandaaiege(in Sowjet- Rußland) und fünf Krelameiateracbaften gewonnen. Klub: JyväakylHn Velkot. tfudetendcutscficr Zeitspieget 3. Arbeiter-Wintersport-Olympiade Starke Beteiligung In allen Wettbewerben Die Teilnahme an den verschiedenen Wettbewerben ist derart stark, daß man sich schon mit dem Gedanken trägt, die angesetzten Startzeiten vorzuverlegen. Bei der ersten Konkurrenz am Donnerstag, beim Iki-Kilometer-Lauf, starten nicht weniger als ISO Läufer. Die Auslosung für diese Disziplin ergab folgender Bild. Als Erster mit Startnummer 1 geht der AtuS-Sportlcr Heinrich H o f ch k a auf die Strecke, mit Nr. S startet der Ungar Szegedi als erster Ausländer, dem mit Nr. 7 der Finne Korkelainen folgt, dann folgen einige Läufer der AtuS und der Svaz kesko- flovenskhch turlstü, als 17. und 18. starten die Finnen Tervanen und Rus k a u c n. der erste Schweizer, Will! lllbiz, hat die Startnummer LS. Als erster Norweger startet mit Nr. 80 Soll! Hilmar, gefolgt von Bendiksen(Norwegen) und Rosendahl(Finnland), ihnen folgt der erste .Läufer der DTJ, Bilem Benko; Albert Körner (Schweiz) hat 86, Perälä(Finnland) 87, Kri- stiansen(Norwegen) 88, ihnen folgt der gute Läufer de» AtuS Alois A n s o r g e, die übrigen Norweger starten mit den Nummern 41(Jensen), 44(John Bakken), 58(Kare Henriksen), 79(Elif Enlid), 84(Andersen), 101(Larsen), 105(Boder Dolden), 108(Trehoringen), ISO(Odmar Loken). Die Finnen starten weiter mit 68(Knfala), 111 (Partonen), 128(Kantola), 128(Nimie), der finnische Langlaufsleger Karhu hat 180, Halbe r s o n trägt 188. Don den bekannten DTJ-Läu- fern startet Äesvadba als 94, der vor«ügliche Läufer Ptikril al» 107 und der gleichzeitig sehr gute Springer S k o d a al» 115. An 71., 76-, 108.» 125. und 185. Stelle stehen die Schweizer Hau» Renser, Walter Brechbühl,Han» Findschi, Ernst Rui di und Han» Märki. Bon den bekannten Atu»-Sportlern startet Häuser als LO die vorfährigen Sieger Gansel al» 59. Kober al, 70, Lenhardt al» 7L, Alfred Hüller, auch ein guter Springer, startet al» 86, Walter D r e h» ler, der beste Mitteleuropäer bei der letzten Olym» piade, hat Nr. 90. Die Polen starten an 82., 50., 62, und 116. Stelle. Bon den Naturfreunden startet Alfon» Thoma» mit Nr. 52. Wenzel Kose) mit Nr. 12, Willi H a n i ch mit 21, Emil Ba»- lermit 188. E» wird also schon am ersten Tage der Olym« piade ein scharfe» Rennen geben; wir haben jedoch die Gewißheit, daß die Nordländer ihre überlegene Klasse neuerdings unter Beweis stellen werden, die übrigen Länder und Verbände werden stch gewaltig anstrengen müssen, um einen ehrenvollen Platz zu erringen. Informationsdienst. Alle Teilnehmer und Gäste, die an der Olpmpiade teilnehmen, Mägen sich bei der Ankunft in Freiheit-Johannirbad sofort in die Au»- kunft»- und Quartierkanzlei begeben, die sich direkt gegenüber dem Bahnhof befindet. Die Quartierkarten und Anweisungen werden erst in Freiheit» JohanniSbad ausgegeben. Anforderungen von Ouar- tierkacten find daher zwecklos. Aktive Teilnehmeri Alle Wettkämpfer, die dal Startgeld bereits bezahlt haben, haben die Dauerkarte erhalten, die in JohanniSbad für die Startkarte umgetauscht wird. Die Startnummern erhalten nur jene Läufer, die die Startkarte vorweisen können. Dar Startgeld muß daher vor dem Stau erlegt werden. Erlagscheine sind an alle Dereine geschickt worden. Olympiade-Abzeichen. Dasselbe ist nur noch in geringer Anzahl vorhanden. Dereine, die noch Interesse für den Bezug haben, müssen noch vor der Olpmpiade bestellen, da sie nachher vergriffen sein werden- Schneebericht. Die Schneelage in Johanniriad und Umgebung ist sehr gut. durchweg» 60 Zentimeter Schnee, dazu kommt täglicher Schneefall, so daß die III. Arbeiter-Wintersport-Olympiade vollkommen gesichert ist. Die Wettkämpfermeldung de» A t u S ist bereit» abgeschlossen; e» starten 18 Läufer über 15 Kilometer, 15 über 80 Kilometer, 20 Abfahrtsläufer, 15 Slalomläufer, 21 Jugendsportler, 22 Springer, 21 Sportlerinnen und vier Mannschaften. Montag wurden 882 Startnummern ausgelost, darunter 74 für den Sprunglauf. 160 für 15 Kilometer und 180 Abfairt»- und Slalomläufer. Wahrscheinlich muß für Springen und Abfahrt eine Ausscheidung vorher stattfinden. Die nunmehr auf über 100 Wettkämpfer angewachsene Wettkämpferdelegation de» Atu» wird voraussichtlich in F r e i h e i t privat untergebracht. So- wett die Möglichkeit besteht, sollen auch unbemittelte Ni ch twettkämpfer private Quartiere zugewielen erhalten. Weiter bat der Atu»-D-rhand in Freihe't eine Küche eingerichtet, wo für Mitglieder um etwa 10 Xö täglich eine reichliche Derpflegung zn erhalten sein wird. Die Fahrtermäßkgnng gilt von 15. bi» 25. F-ber. Wichtig ist, daß alle. Olvmvtadefahrer eine Decke mitbringen: wer Mallenlager in Anspruch nehmen muß kann bei Teilnehmern, die ist Privawnartier-n wahnen, eine-weite Decke erhalten lieber 1000 Kumvatbie-Ab-eich-n wurden bereit» verschickt, bestellet sofort diese» schöne Abzeichen (2 Xö), eS ist für jedem eine schöne Erinnerungl Der Bezirk Tepl, das Schneeschaufeln Ein trauriger Erlaß und die Arbeitslosen Die Straßenverwaltung des Bezirke» Tepl hat neuerdings einen Erlaß an die Bczirks- straßenwärier herauSgegeben, in dem es(auch sprachlich bemerlenswert) heißt: Zur Schneeschauflung sind Arbeitslose, welche «inen Staatsbeitrag nach dem Genter System beziehen, heranzuziehen. Sie haben daher diese Arbeitslosen bei der Gemeinde anzusprechen und sind diese Arbeiter auch von der Gemeinde zu den zur Arbeitsdienstleistung zu verständigen. Kein Arbeiter darf länger al» vier Tag« in der Woche für diese Arbeit verwendet werden. Die abgearbeitete Arbeitszeit ist in das ' Dienstbuch nach den geleisteten Stunden einzutca« gen, damit ersichtlich ist, wie viel jeder Arbeitslohn von seinem Staatibeitrag abgearbeitet hat.., Falls kein« Arbeitslosen. im Wohnorte de» Wärters sind,'können diese au» den unmittelbaren Nachbargemeinden mit herangezogen werden. Sollte einer oder der andere Ackeitslose die Arbeit verweigern, ist die» sofort, ohne daß sich der ' Wärter in irgendeinen Streit einläßt, anher be- knnntzugeben. Die Arbeiten sind sofort aufzunehmen und solange fortzusetzen, bi» die Schneeab- räumungen beendet sein werden. Der Wärter hat soviel Aibeitslose bei der Gemeinde an» ■ zufordern, damit die Arbeiten möglichst bald beendet sein.werden. Sind in einem Orte mehrere Wärter wohnhaft, istdieBerwendungvon Arbeitslosen gemeinsam, jd nach der Wichtigkeit der Strecken und Verwehungen aufzuteilen. Sie haben, sobald Ihre Wärterstrecke von Schneeverwehungen frei ist, dem Nachbarwärter mit behilflich zu sein. E» wird ausdrücklich bemerkt, daß nur der Staat»beitrag nach dem Genter System abzuarbeiten ist. Falls keine Arteitslosen mehr stnd, dürfen leine Arbeiter auf Koste« de» Bezirke» ausgenommen werden. Also„falls keine Arbeitslosen mehr sind", darf kein Arbeiter(etwa«in nicht unterstützter Arbeitsloser)«in paar Kronen betzn Schneeschaufeln verdienen! Dazu gibt der Karlsbader „Volksmille" noch folgendes zu bedenken: „Die Arbeiter bekommen nicht nur keinen Lohn(sie müssen ja eine Unterstützung abarbeiten), st« wenden auch nicht zu einer Krankenversicherung angemeldet, und ebenso zu keiner Uns allversiche« r u n g. Bricht sich einer ein Bein, so hat das eben seine Sorge zu sein, so ist er halt persönlich das Opfer einer Naturkatastrophe geworden. Sogar das Werkzeug sollen st« mitbringen, und viele haben das in ihrer Sorge auch getan, manche haben sich das Werkzeug auSgebovgt und müsien nun für eingetret'enen Schaden Ersatz leisten. Die Gemeindeämter sollen die Leute hintreiben zum Katastrophenplatz de» Schneefalls, von einem Katastrophenrayon zum anderen sollen die Schaufler geschoben werden, und die BczirkS- strahenwärter haben wie Robotvögte aus einer alten Zeit zu fungieren— im Jahre Neunzehnhundertsiebenunddreißig in der freien, demokratischen Tschechoslowakischen Republik! Selbst Frauen(aus Neudorf z, B.) hat,man so zur Arbeit herangeholt, Äwohl diese Frauen ganz bestimmt kein Schuhwerk an den Füßen haben, da» für diesen Zweck auch nur halbweg» geeignet wäre. Hinter den Frauen her der Bezirksistraßen« Wärter— im Jahre Neunzchnhundertsiebemmd« dreißig und im Mittelpunkt von Europa!" Verurteilung eines Gesinnungsterroristen Zu einem von der SdP in Tü f ch ka u veranstalteten Vortrag„Weltgeihel Bolschewismus" hatten sich auch marxistische Arbeiter elngefunden, weshalb die Veranstaltung nicht den gewünschten Verlauf nahm. Als am anderen Tage der L e h r- ling Josef Peter, der ebenfalls in der ver-, sammlung war, in die Werkstatt kam, schickte ihn der Meister heim; mit dem. Bemerken, daß Moskau oder Stzanien ein besserer Ort für den Lehrling wäre. Nachdem eine solche Lösung de? Lehr- verhältniffeS weder im 8 88 der Gewerbeordnung noch im Verhalten des Lehrling- FBst begründet war, müßte die Gendarmerie in dem Vorgehen de» Kenn Paul GestnnungSterror«Klicken, Ge gen Paul wurde die Anzeige erstattet und in der Hauptverhandlung am 8. Feber d. I. wurde der Angeklagte'-»einem Monat unbe- ding t, verschärft durch vier Aasten und W a hl- re ch t s v e r l u st, sowie Tragung sämtlich« Kosten verurteilt.■ Anläßlich des Zag«» der Briefmarke in Aussig wird am 14. Feber 1987 in. der Lesehalle der städtischen Bücherei«in eigener Postschalter de» Postamtes Aussig 1 errichtet werden. Der-Schalt« wird die Bezeichnung ,UstI nad Labem 1— Aussig 1 — Den poötovni znümky. Tag der Briefmarke" führen. Die Tätigkeit diese» Schalter» wird sich auf die Aufgabe gewöhnlicher und eingeschriebener Brief- postsendüngen und auf den.Postwettzeichenverkauf erstrecken. Monarchie nur auf Grund des Status quol Stellvertreter Genosse Karl M a r e t h wiedergewählt. Ihren Abschluß fand die einmütig verlaufene Bezirkskonfcrcnz mit einer Vertrauenskundgebung für den Vertreter der Pariel in der Regierung und für die Abgeordneten und Senatoren der Partei. Seltsames um Dr. Walter Brand Dr. Walter Brand wurde nach dem Ehrengerichtsversahrc» gegen ihn angeblich auS Aemtern der SdP entfernt. Nun erfahren wir, daß er noch immer a l S Redakteur der„Zeit" geführt wird. Sowohl feine MitglitedSbeiträge bei der MeichS- gewerkfchaft der deutschen Presse» als auch die Beiträge für di« Journalistenversicherung werden für Dr. Walter Brand weiterhin al» für den „8 e i t"- Redakteur Dr. Walt« Brand bezahlt. Fürwahr, ein seltsames Faktum, das nur einen Schluß zuläßt: den nämlich, dah die Mitgliedschaft der SdP belogen wurde, als man behauptet hat, Dr. Walter Brand sei aus allen SdP-Aemtern ausgeschieden. Denn Treu und Glauben stehon bei der SdP seit jeh-e in hohem Kur». Keine Fusion BdD und DKB. Wie die „Neue Morgenpost" erfährt, wollen der Bund der Deutschen und der Kuliurverband von einer Verschmelzung vorläufig absehen. Nur zu einer Vereinheitlichung ihrer Arbeiten soll eS kommen. Auch HenleinS Ribbentrop in London. Laut „N. Morgenpost" ist HenleinS„Bevollmächtigter für Nationalitätenfragen", der Architekt H. Rutha, in London eingetroffen, wo er«ein« fluftrciche Kreise" über die»Verhältnisse in der Tschechoslowakei" aufklären wird. Man wird kaum fehlgehen, wenn man annlmmt, daß die Aufgabe RuthaS in London vor allem darin bestehen wird, die tschechisch-deutschen Verständigungsverhandlungen zu diskreditieren I und unter Störungsfeuer zu nehmen. Da sich ; In England für diese Verhandlungen stärkstes Interesse zeigt und ihr Gelingen als eine wichtige Vorbedingung des Friedens angesehen wird, ist der Eifer der SdP verständlich. Wilhelm-Kienzl-Fei« in Troppau. DaS Troppauer Stadttheater verband dieser Tage«ine Aufführung der Oper„Evangelimann" mit einer Feier für den Komponisten, der eben seinen achtzigsten Geburtstag beging. Der Jubilar nahm an der Festvorstellung im Stadttheaier teil» ReuauSschreibung de» Stadttheater» in Gablonz a> R. Der Gablonzer Stadtrat hat da» Stadttheaier mit 1. Oktober 1987 an einen Direktor al» Unternehmer zur Pachtung neu ausgeschrieben- In der noch lausenden Spielzeit unter der Direktion Richter—Wenning werden Schauspiel», Operette gepflegt und gelegentlich Opernvorstellungen gegeben Persönliche Derhandlungcn mit Pachtinteressenten werden bi» spätesten» 20. Feber geführt. Für 2000 Xö Nickelplatten gestohlen. In der Nacht vom 8. zum 9. d. M., wurden au» der Gal- vanisienmgSanstalt W. Hasse in Bodenbach Nickelplatten im Werte von 2000 Xö gestohlen. Die Erhebungen werden von der Kriminalabteilung geführt. Bezirkskonferenzen verzeichnen Aufwärtsentwicklung Die Bezirksorganisation GraSlitz hielt am 7. Feber ihre ganzjährige Bezirkskonferenz ab. 98 Delegierte nahmen teil, sämtliche Lokalorganisationen waren vertreten, außerdem alle befreundeten. Organisationen, in besonderer Stärke die freien Gewerkschaften. Die Berichte zeugten von einer erfolgreichen Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge für die Krisenopser und der Arbeitsbeschaffung; die organisatorische Arbeit war eine sehr rege, in 191 Versammlungen, Konferenzen usw. war die Bezirksleitung vertreten. Der Markenumsah wurde um 685 erhöht, dii Fahl der Abnehmer der Parteipresse bedeutend v e r b e s s e r t, die Kasiagebarung wieder aktiv gestaltet. Auch die Berichte der befreundeten Organisationen waren fast durchwegs gut zn i nennen. Genosse Wondra! als Vertreter der. Kreisleitung Karlsbad hielt ein sehr instruktives| Referat, das mit reichem Beifall ausgenommen wurde.— Genosse Josef Häring wurde wieder zum BezirkSvertrauenSmann gewählt. Genosse! Wunderlich entwickelte einen umfangreichen Arbeitsplan für die nächste Zeit, der einmütige Zustimmung fand. Die Konferenz zeigte ein Bild freudiger Bereitschaft zur weiteren Arbeit im Dienst« unserer guten Sache und bot die Gewähr daß die BezirkSorganisation GraSlitz auch im achten Krisensahr eine feste Position der klassenbewußten Arbeiterschaft bleibt. Am vergangenen Sonntag hielt mich die B-- zirksorganisation Mährisch- Trübau unserer Partei, deren Wirkungskreis sich über den Gerichtsbezirk Mähr.Trübau erstreckt, unter Teilnahme von 62 Delegierten ihre JahreSkonfcrenz ab. Aus den Berichten war zu entnehmen, daß allen ungünstigen Umständen zum Trotz die M i ♦» gliederzahl und auch der Markenumsatz eine beträchtlich«Erhöhung erfahren konnte. Al» Vertreter der Kreisparteileitung nahm Genosse Bruno Rother(Brünn) an der Konferenz teil. Genosse Friedl und Genosse Rother erstatteten über die wirtschaftliche sowie innen» wie außenpolitische Situation beifällig aufgenommene Referate. Zum BezirkSvertrauenS- mann wurde Genosse Josef Friedl und zu deffer eine oMrlvse österreichische Erklärung— Wiederherstellung des alten Reiches ausgeschlossen— Der legitime Monarch„kann warten** Wien.(Tsch. P. B.) Die„Amtliche WienerZeitung" befaßte sich Mittwoch mit der Frage der Restauration in Oesterreich und erklärte u. a.:„Die Befürworter einer monarchistischen Restauration würden sich einem verhängnisvollen Irrtum hingeben, wenn sie der Meinung wären, di« Monarchie könnt« genau dort wieder anknüpfen, wo die Entwicklung infolge deS Umsturzes unterbrochen wurde. Das Schicksal, da» die Bourbonen nach den napoleonischen Kriegen in Frankreich sich bereiteten, müßte als eine starke Warnung dienen. Man sollte vielleicht am besten da» Wort„R e st a u r a t t o n" ü b e r- h a u p t vermeiden, weil es mit dem Beigeschmack verbunden ist, nicht» gelernt und nichts vergessen zn haben." Die Frage müßte so gestellt weröen: Wie kann die monarchistische Staaten o rdnung auf dem Boden de» h e u ti g e n O e st« r r« i ch neugcgrün« d e t werden? Das Volk sieht in dem Monarchen die Verkörperung der Ordnung und der Stabilität. Es verurteilt die Behandlung, die man dem Herrscherhause zugefügt hat. Diese beiden Faktoren haben der. monarchistischen Bewegung ihren Auftrieb gegeben. Den entscheidenden Anstoß empfing sie allerdings erst dckrch die außenpolitische Gefährdung, die sich gegen unser Vaterland erhob. Wer da» Vorhandensein einer stärken monarchistischen Bewegung allein genügt noch nicht, nm dem monarchistischen Gedanken den Sieg zu verschaffen; Jnnerpolitisch gesehen: Die Monarchie kann nicht in der Form eines Umsturzes neuer« dings Wurzel fassen. Außenpolitisch aber hat gerade' das.Wort von der„Restauration" mehr Schwierigkeiten hervorgerufen, als notwendig war. Die legitime Lösung der Frage der Staat»- form in Oesterreich könnte mit imperialistischen Zwecken niemals«twaS zu schaffen haben. ES könüte stch um so weniger darum handeln, die alte Monarchie wieder herzustellen, al» dies ein schlechthin unmögliche- Beginnen wäre. Die Aufgabe, die dem heutigen Oesterreich unter den Donaustaaten zugewiesen ist, besteht in der Vertretung eines Programmes der Anerkennung der verschiedenen selbständigen Glied« de» mitteleuropäischen Raume». Dieses Programm wird Oesterreich auch pflegen müssen, ganz gleich, wie die Staatsform beschaffen ist. Dkutft man auf dies« mannigfachen Fragen hin, so appelliert man auch schon an das Verständnis dafür, daß die Ncubcgründung der Monarchie in Oesterreich nicht als spontaner,Akt, sondern nur al»«ine Folge der hiefür gereiften Verhältnisse vor sich gehen kann. Ein M o n a r ch, der stch für sein« Aufgabe legitimiert fühlt, braucht nicht aber wie ein Usurpator auf Hintertreppen oder durch Gewalt in fein Erbe zurückkehren. Er kann w a r t e n, bis die Zeit für ihn genügend vorgearbeitet hat. Solle die Monarchie die Leistungen vollbringen, die man von ihr erwartet, so muß sie einigen Spielraum verlangen,.um ihre Fähigkeiten neu entfalten zu können. Sie darf nicht sofort vor undankbare Aufgaben gestellt und durch usizählige Reibungen aufgerteben werden. Nicht sie har den Revolutionsschutt zu beseitigen. Dieser muh erst weggeräumt worden sein, bevor ein Monarch in sein Erbe wiederkehren kann Donnerstag, 11. Feber 1037 Nr^ 3«' - Seite 4 BUrgcrhriegstragödie inmitten des Ozeans? Die icldtenfimde an der Küste der vendte . Matrosen- und- Militärbesatzung, sei«S der Franco-Armee,.fei e»-der Milizen./' Im Hafen von Santander-ankerten'wiederholt solche Schiffe, und jetzt entsinnt man sich, daß" die Polizei auf dem Dampfer„Monä-Mendi? hät-Äuhe schaffen müssen, weil dort.die. Matrosen, mit dem Dutzend Milizionäre'ist Streit geraten war. Dieser Dampfer blieb bis Mitte Oktober im. Hafen, dann stach er in See, und er ist möglich, daß die Milizionäre nicht mehr die Küste der brennenden«Spaniens erreichten. Das find drei Monate, eine etwas zu lange Seit,, als daß die Leichen noch erkennbar ge- Ivesen wären. Aber solche Tragödien sind im/spanischen Bürgerkrieg'ja alltäglich und konnten sich auf einem Schiff, anderen Namens, aber durchaus gleicher Art, wiederholt haben.', Dir Totenfunde an der- Bendöe-Küftr. Durch die Seziernng der neun Leichen, die an der Küste in der Dendöe an die Küste gespült wurden).wurde festgestellt, daß die Leichen keine Verletzungen weder am Kopf noch anderswo aufwiesen.' Man nimmt daher an, daß die Unglücklichen lebendig inS' Meer geworfen wurden. Deutschen zu reden. Und wir haben keine Ver- anlassung, mit der Meinung hinter dem Berge zu halten,, daß gleichgeschaltete Deutsche,, daß freiwillige Diener Hitlers um so' weniger das Recht haben, bei uns zu sprechen, als dieses Recht in Deutschland gegenwärtig den Anständige n Versagt ist! Willkommen! Dienstag, den 9. Feber, kam auS dem Dritten Reich unser Alfred Raa den aus. Natschung-Heinrichsdorf zurück. Er hat für seine sozialdemokratische Ueberzeugung drei Jahre im. Zuchthaus zugebracht.. Wir begrüßen den treuen Streiter, der sich, nun wieder, in. unseren Reihen befindet, auf das herzlichste. Anläßlich d«S 100jährigen, Todestages Puschkin- beschloß'das Zentralcxekutivkomitee der Sowjetunion dem Staatsmuseum- der. bildenden Künste- in Moskau und dem Leningrader drama- 'tischen Akademischen Staatstheater'.den- Namen Puschkins beizulegen. Die Stadt Detskoje Selo wurde in Stadt Puschkin umbenannt. Auch einige Straßen und Plätze, in Moskau und in- Leningrad wurden nach dem großen Dichter umbenannt. Eingebrochen und ertrunken.. In Huffowih (Brünn) vergnügten sich zwei'Brüder,, der sieben- und der vierjährige Kienradl,. auf der zugefröre- nen Zwitta. Plötzlich gab das Eis nach-und beide Knaben, brachen ein. Während der größere, sich retten konnte, geriet, der Vierjährige unter, das Eis und ertrank. Die. Berufsfeuerwehr hat- den Leichnam geborgen. Raubmord in> Kirschau..' Dienstag, den".'0. Feber, um 22 Uhr erhielt die Kaschauer Polizei die Anzeige, daß.in. den Geschästsräumlichleiten des Hauses. Nr. 9 in der MukaLiho.irlice die"40- jährige Geschäftsfrau Josefa Kroupovä■ ermordet worden ssei. Die Polizei-Patrouille.-fand'die Kroupovä in ihrem.Geschäfte mit.einer Schnittwunde am Kopf und einer Zuckerschltur Mi den Hals auf dem Boden liegend vor:.'Es würde'festgestellt, daß' es sich-um einest-Raubmord handelt. Um-4 Uhr.früh ist es der. PoMi! gelungen,.-die Mörder- zu verhaften. Es handelt-.sich- um jugendliche Handlungsgehilfen, di«: eipgest'anden; haben, die Kroupovä ermordet und auS ihrem- Geschäft 6800 llä in bar geswhlen zu hädest.'/die.'diesPoli- zei bei. ihnen fa^>. Die-beidem Täter, wurden in die' Haft deS Polizeigerichtshofes- in- Kaschau.gebracht. Der Mord- wird-weiter untersucht. Fünf Opfer der. Arbeit. Äjif. der eheipaligen Lithandra- jetzt Wandqgrube beiNeudorf.in Polen ereignete'sich ein tragischÄ Unglück,.welchem drei.Bergftuft zum Opfer fielen^. Ain. Freitag abends führen. 8'Bergleute in einen der.Schächte ein, der sehr tief'isü Dort eMchteten sie/eist«.provisorische Brücke, Um. ihre Arbeitest fortfetzen'zu können. Plötzlich gabidiefBrückenach-undalle drei Bergleute-stürzten 150 Meter tief hinunter,lso daß der Tod auf der Stelle eintrat und. ihre Körper zugleich schrecklich zugerichtet würden.'' Abgestürzt und im Schlamm begraben, Das regelmäßige Flugzeug der United Air Lines.ist in die Bucht von.San Francisco abgestürzt. Rach, fünfstündigen anstrengende»' Nachforschungen wurde es acht Kilometer von der Küste entfernt im Schlanun vergraben gefunden. Es hatte elf Personen an Bord.. Omnibus mit 25 Personen abgestürzt. Auf der Bergstraße estva 220 Kilometer nördlich-von Manila stürzte ein Omnibus in eine 670 Meter tiefe Schlucht. 25 Insassen wurden getötet.. Die Trümmer des Wagens mrd die Toten konnten bisher noch nicht geborgen wenden, ha die Schlucht schwer zugänglich ist. L. A. Salome gestorben. In Göttingen, ist furz vor Vollendung ihres 70. Lebensjahres die Dichterin und ehemalige Freundin und Förderin Nietzsches und Rainer Maria Rilkes, Fran Lou Andreas Sa- loniö, gestorben. Ihrem Wuüsche entsprechend, wurde erst nach ihrer Einäscherung die Mitteilung von ihrem Tode au-gegeben. Louis« Andreas Salomö war die Tochter des Generals von Salomö, der«inst in russischen Diensten swnd. ,. Mumienfund. Der junge britische Archäologe Emery entdeckt« in Saklara die Mumie eines hohen Würdenträgers aus einer erhabenen ägyptischen Dynastie, u. zw. handelt es sich um die Mumie" eines Provinzial-Gouverneurs, der unter Azaba, dem fünften Herrscher der ersten Dynastie, wirkte. Die Grabstätte stammt aus der Zeit um 8200 v: Ehr. und war später von Plünderern heimgesucht worden, die der Mumie den Kopf abgeschnitten hatten, um sich der wertvollen-Halsbandes zu bemächtigen. In der Gruft, welch« die Mumie barg, wurde eine Sammlung kunfwollrr Gegenstände gefunden,, di« einen unermeßlichen Wert besitzen. Die Mumie wurde in dar Museum von Kairo überführt. „Milchlager" in Flammen. Das fünfstöckige Hauptlager der Stockholmer Milchzentrale, A.-G., ist durch Feuer zerstört worden, Während der.Lösch- arbeiten wurde ein Feuerwehrmann getötet. Fünf Feuerwehrniänner trugen zum-Teil schwere Verletzungen davon. Zur Absperrung und zur Auf- räumungSarbeit mußte Militär eingesetzt werden. Roch immer neues Land. Der Flieger Widerov, der«ine norwegisch« SüdeiSmeer-Erpeditien begleitet, entdeckte am 4. Feber neuer Land zwischen dem 85. und 40. Grad östlicher Länge und warf auS dem Flugzeug die norwegische Flagge auf 86 Grad östlicher Länge und 69.80 Grad südlicher Breite ab. Das neurntdeckte Land besteht aus einer Bergkette, die sich in einem nach Süden und- Westen offenen Bogen erstreckt. Konkurrenz der Wasserfälle. DI« Südafrikaner machen, und zwar nicht ohne Berechtigung, die größte' Anstrengung, kulturell und technisch..vorwärts zu kommen und.die. alten Kontinente zu schlagen.--Zu den alten Kontinenten zählt nach Ansicht Südafrika» offenbar-auch Nordamerika, jedenfalls ist zwischen den beiden Staaten«in heftiger Wettstreit um.die Frage entbrannt, wo sich der größt« Wasserfall der Erd« befindet. Bisher war der Wasserfall-Rekord des Niagara unbestritten. Nun aber erklären die.Südafrikaner, daß sowohl der Tugela-, wie. der Victoria- Wasserfall auf dem Zambesi ein viel stärkerer Gefälle als der Niagara hätten. Und zum großer Aer- ger der Amerikaner erzählen die Südafrikaner. folgende Anekdote: 1927 hätten amerikanische Touristen zum ersten Male die Bicioria-Wassersälle«r- blickt und seien darüber.so in Erstaunen geraten, daß sie an den damaligen Präsidenten Eoölidge ein Telegramm.sandten, dar nur zwei Worte. enthielt, nämlich:'„Verkauft Niagara.". Zehn- Jahr« in Ketten. In dem. Weller Beanre« voir in der Nähe von St. Ouentin machte Man in dem Haus« des- Schmiedes Georges BoSquet«ine grauenhafte Entdeckung: man fand feine- eigene Tochter, die jetzt 88jährige" Marguerite Georgette, in einem vor Schmutz starrenden Bptt mit schweren Eisenketten, gefesselt vor. Diese Haft erlitt di«, Unglückliche- volle zehn Jahre. Sie hatte 1927 ein Kind von ihrem eigenen Vater zur Welt gebracht,, und dieser hatte sie aus. Angst vor Entdeckung des Inzestgefangen gehalten. Vorbereitung der Aerzte für Arbeiten in der Krankenkaffenverstchernng. Im Präger Aerzteheim lLökarsst)- dlim) wurde ein Kurs de» ZentraläuS-- fchusses der Krankenkassefl und Aerzte für-die Vorbereitung der-Aerzte in der Krankenversicherung eröffnet,' der drei Wochen dauert und an dem 88 Aerzte aus d«r ganzen Republik;, darunter zahlreiche Amtsärzte der Krankenkassen, teilnehmen.. Zweck der Kurses ist, die Aerzte-.für die verantwortungsvollen' Arbeiten m-der Stellung amtlicher und-behandelnder Aerzte in- der Krankenversicherung vorzubereiten, die dielfäch'-besonderen Arbeitsbedingungen, unterstehen,. Die-Leitung der Kurses hat das Institut.für soziale Hellkundeander'KarlS-Universität übernommen.,: Dip kalte Lust, welch« in.drn letzten Tagen- den Ostzipfol der- Republik erfaßte,'weicht, nunmehr nach Rußland zurück.. Mt einer StabUisierung der. Wetterlage kann. noch- nicht-gerechyetwerden., Heber Frankreich, bilden-.sich neue Druckstörungen aus, welche.mit dem westlichen Winde, gegen das Binnenland vorrücken. In unseren Gegenden herrscht in dm tieferen-. Lagen- überall Tauwetter, auf.den.Bergen behauptet-sich jedoch auch tagsüber' mäßiger Frost.—- W a h r s ch e i n l ich«» Wett ix.> Donnerstag: Unbeständig. und.strichweise Schauer..Temperaturen allgemein ohne größere Aenderung, vorwiegend westlicher Müh.. W e t f.i r a u'S si'ch'.t.« n f ü r F rci t-a g: Roch einzelne Schmier, ein wenig kühler."•-•••* hatte der Lenker deS Lastwagens, der über di« kleine Holzbrücke bei Maubeuge fuhr, die unter. der Last des Autos zusammenbrach. Es handelt sich. um«ine provisorische Brücke auS der Kriegszeit, di« jedoch während der zwanzig Jahre, ihres Bestehens nicht überholt wurde. Ar. 36 Donnerstag, 11. Feier 1987 Sette 6 DEsmirtseW iwul äosüchroiM Frankreichs Finanzpolitik MTP Paris. Die letzte Finanzdebatte in der! Kammer, die so heftige Formen annahm, ist nicht etwa, wie Beobachter im AuSlande annehmen könstten, der Ausdruck einer politischen Krise oder auch nur der Widerschein wirtlicher finanzieller Schwierigkeiten des Landes. Sie spiegelt vielmehr nur, wenn man von der realen Grundlage, nämlich der, Devalvation einerseits und der verstärk» ten» Aufrüstung andererseits absieht,"die Tatsache wider, das; die Regierung des Front Populaire, obwohl sie ihre Stellung in den letzten Monaten außerordentlich gefestigt hat und auf absehbare Zeit überhaupt nicht stürzbar ist, dennoch bei jeder sich bietenden Gelegenheit heftig attackiert wird. Solche Attacken gehören einmal zum französischen Parlamentarismus überhaupt, und beispielsweise"Laval und Tardieu, von Elemenceau und Poincart ganz zu schweigen, konnten sich über allzu viel Ruhe bei Debatten im Palais Bourbon keineswegs beklagen. Es ist sogar ein Fortschritt zu verzeichnen," wenn man will: während bis vor kurzem die Opposition der Blum- Regierung vor jeder Zuspitzung der parlastienta- rischen Lage triumphierend verkündete, die ko>n< inende Debatte werde das Kabinett beseitigen, hat man diesmal von vornherein auf derartige Prophezeiungen verzichtet. In, der Tat ist die Finanzlage Frankreichs, wenn man sie"genauer untersucht, im, Augenblick wenigstens keineswegs bedrohlich, eine Tatsache, die auch von einem Teil der OppositionSrednor, insbesondere von Paul Reynaud, offen zugegeben wird. Zwischen einer bedrohlichen und einer ausgeglichenen"Lage gibt es aber zahlreiche Nuancen, Und eben um die Feststellung, welche Nuance die zutreffende sei, geht der Streit aller Untersuchungen. ES gibt kein parlamentarisch regiertes Land, in dem nicht der jeweils amtierende Finanzminister mit einem gewissen Recht darauf Hinweisen kann, daß er mit einem Stand der Finanzen zu rechnen habe, wie sie ihm von seinem- Borgänger überlassen wurden. Und da Frankreich eines jener Länder ist, das von der schweren Wirtschaftsdepression jener letzten Jahre erheblich betroffen wurde," so" fand Auriol ein großes Defizit vor: wenn der Finanzminister nicht Auriol geheißen hätte, wäre das Defizit doch daS gleiche geblieben. Nun sind die Geldanforderungen, die die Front Populaire-Negierung zu stellen hat, vielleicht- größte, als es die einer anders zusammengesetzten Regierung^gewescn wären, und zwar aus zweierlei« Gründen:- die Front Populaire» Regierung hat" begriffen, daß Frankreich angesichts der internationalen Lage und nicht zuletzt mit Rücksicht auf seine BundcSgenoffen aufrüsten muß". Zweitens hat sie große öffentliche Arbeiten vergeben,- um di« Arbeitslosigkeit zu vermindern und dringende Aufgaben, die nie auSgefllhrt wurden, endlich zu erledigen., Beide Progrämmpünkte losten Geld. . Ilm Geld zu bekommen, gibt,es vielerlei, aber hauptsächlich zwei Möglichkeiten: Steuererhöhungen und Anleihen. Es muß schon sehr schlimm um die wirtschaftliche Lage Frankreichs stehen, wenn sich eine Regierung,,mag sie sich Noch so sehr auf die breiten Mässen stützen, neu« Steuern einzuführen leisten darf. Das ist so ungefähr, die unpopulärste Maßnahme,. die man in Frankreich durchführen könnte. Andererseits ist Frankreich das Laijd der Anleihen, und die Rentner haben von jeher sich mit Staatspapieren eingedickt. Und an diesem Punkte kommen wir zu dem Kern"der ganzen Finanzdebatte. Warum, so haben die Redner der Rechten gefragt, haben sich die Staatseisenbahnen sechs Milliarden Francs von, England geliehen, statt eine Anleihe i m I n« lande aufzulegen? Das war eine sehr scheinheilige Frage, und Auriol hat sich nicht geniert, sehr deutlich zu erklären, daß gewisse Bank» und Aürsenkreise seit langem, und zwar lediglich aus. politischen Gründen, ihre Kunden daran hinderten, Geld für französische Staatsanleihen herzugeben. Man habe schon vor Monaten versucht, neue Anleihen unterzubringen, es sei aber nicht möglich"gewesen, sie zu placieren. DaS Ganze ist. wiederum ein Beispiel dafür, tote-verschieden immer noch, und-gerade heutzutage, die Begriffe Patriotismus und Berantwort» lichkeitSgefühl aufgefaßt werden, und zwar geradehin jenen Kreisen, die behaupten, diese Begriffe geradezu gepachtet zu haben. Frankreich ist" nicht daS einzige, Beispiel: in den USA beklagt sich, die Regierung, von Washington heftig über bie' Sabotage der eigenen Stahlproduzenten, die den Kriegsmarinewerften nicht" genug Material liefern, so daß die UMtn Kriegsschiffe nicht gebaut werden können— Md das alles asts dem ein» zigenGrunde, weil die Industriellen mit der So» zialpölitik Roosevelts nicht einverstanden sind, und vor allem nicht mit der Einführung der 40-Stun» den-Woche in den USA. " Das ist in der Tat ein« ähnlich« Form von Patriotismus wie die gewisser einflußreicher Kreise"in-Frankreich, die um nichts in der Welt bereit sind, Anleihen für eine Regierung zu zeichnen, die ihnen nicht genehm ist— möge selbst die Aufrüstung darüber nicht- durchgeführt werden können und das allgemeine Geschäftsleben, eine Stockung erfahren: Nun, wenigstens hat sich gezeigt, daß die verantwortlichen Männer der Regierung erkannt haben, woher die Sabotage kommt. Man tvird ihr zu begegnen wissen. Vie Senossenschsften haben in den letzten sechs Monaten ihrer Tätigkeit weitere gute Ergebnisse zu verzeichnen. In ihrem Dreijahrsplan war für das Berichtsjahr 1986/88 eine Steigerung des Umsatzes um 80 Millionen Kronen vorgesehen. Nunmehr ist es wahrscheinlich, daß dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten wird. ES ist allerdings zu bedenken, daß ein Teil der wertinäßigen Umsatzsteigerung auf die seit der Devalvation zwangsläufig gestiegenen Preise zurückzusühren ist. Die Zahl der Mitglieder ist gleich geblieben, obwohl die Genossenschaften die nichtkaufenden Mitglieder aus den Verzeichnissen gestrichen haben und ebenso diejenigen, die in der statutenmäßig vorgeschriebenen Frist ihren Geschäftsanteil nicht bezahlt haben. Diese vorgenommenen Ausscheidungen werden vollkommen ausgeglichen durch di« große Zahl der Neubeitritte, welche für die Weckekraft des genossenschaftlichen Gedankens das beste Zeugnis ausstellt. Die TeurrnngSauSHIlfe für die Bergarbeiter im Kladnoer und Schlauer Revier wurden, nach Längeren Verhandlungen in emem Ueber- einkommen festgelegt, wonach jeder Bergarbeiter, der am 81. Dezember 1088 in Arbeit stand, eine Aushilfe von 60 KL und für die Frau und Kinder(bis zum 18. Jahr)«in weiterer Zuschuß von 10 KL pro Person erhält. Im Ostrauer und im Pilsner Revier weigern sich die Grubenbesitzer noch,- TeuerustgsauShilfen zu gewähren. Im Ostrauer Revier bieten sie Aushilfen von. 80 KL fiir jedes Kind an, so daß die ledigen und kinderlosen verheirateten Arbeiter leer ansgingen. Im Pilsner Revier haben die kleinen Grubenbesitzer bereits eine Aushilfe bis-zu 100 KL auSbczahlt» während- der- Westböhmische- Bergbau-Aktien» Verein nur ein ungenügendes Angebot gemacht hat. Prager Technisch« Messe voll besetzt. Im Rahmen der kommenden Prager. Frühjahrsmesse wird wieder eine Technische Messe abgehalten. Die ihr vockehaltene Fläche ist bereits voll besetzt, so .- ffiWr Nachdem Roosevelt.auch sm Kongreß "LÄp^^n^Ä^ältigcE^cyMkr-chcrfÜgrAmo die Opposition der Republikaner auf diese Weise" bedeutungslos geworden ist,- bestehen von dieser Seite keinerlei Hindernisse mehr für die schon lange geplante Reform der Verwaltung, die vom Kongreß zpm Gesetz erhoben werden soll. Das Ziel Roosevelts ist weniger die Erreichung von Ersparnissen als die Stärkung seiner Stellung an der Spitze der Exekutive. Die Zahl der Mini» sterien soll von zehn auf zwölf erhöht werden. Es handelt sich um die Errichtung eines Ministeriums für Bolkswohlfahrt und eines Ministeriums für öffentliche Arbeiten. Der Präsident will also, wie daraus deutlich hervorgeht, seine sozialpolitischen Absicht«,» intensivieren. Sein zweites Ziel ist die Konzentration der Verantwortlichkeiten.-Mit der Neuschaffung der Ministerien soll eine umfassende Reorganisation des gesamten Behördenwesens verbunden werden. Die mähr als 100 Einzelbehörden, auf die im Laufe der Entwicklung die ursprünglich allein dem Präsidenten Übertragene Exekutivgewalt im Zuge der Dezentralisationsbestrebungen abgeleitet worden. war, sollen aufgelöst und, je' nach ihrem Arbeitsbereich den zwölf Ministerien eingegliedert werden. Die für die Arbeit der einzelnen Ministerien verantwortlichen Staatssekretäre aber sind selbst nur d.em Präsidenten verantwortlich. Daher bedeutet diese Maßnahme praktisch eine außerordentliche Festigung der obersten Regierungsinstanz. Damit hängt mich die Abschaffung eines Postens zusanimen, dessen Inhaber bisher durch seine Vollmachten eine weitgehende Kontrolle über die Regierungsarbeiten aüsWon und sie maßgebend beeinflussen konnte, nämlich die des FinanzkontrolleurS. Er hatte bisher zu prüfen, ob die vom Kongreß bewilligten Gelder auch in der Weise verwandt wurden, wie eS vorgesehen war. Seine Funktion soll nun auf einen jÄer» rechnungShof Übergehen, der nachträglich zu prüfen hat, ob die Ausgaben ordnungsgemäß erfolgt sind. Um dem Präsidenten eine wirksamere Kontrolle Wer di« Finanzgebarung Werhaüpt zu ermöglichest, soll daS Haushaltsbüro, das jetzt dem Schatzamt untersteht, aus diesem herausgelöst und dem Präsidenten selbst unterstellt werden. ,- Eine besonders wichtige Maßnahme aber ist der Sch lag gegen das Parteibuchbeamtentum und gegen das sogenannte»Beute-System", ,das zu d«n Traditionen der amerikanischen Politik gehört und darin bestand, daß bet jedem Präsidentenwechsel von der untersten Lokalbehörde bis in die Wersten Verwaltungsposten die Parteigänger des Präsidenten ist die öffentlichen Aemter gebracht wurden.- Man hat zwar erkannt,'daß dies Verfahren eine Ursache vieler Uebel war, und es hat nicht an Versuchen gefehlt, dies System zu beseitigen-Und- an Stelle dessen ein Bernsöbeamtentum zu schassen. Zu diesem Zweck, würde schpn 18H8 eine Eivil Servst« Eoin» daß die diesjährige Veranstaltung die,größte seit 1980 sein wird.. Zur Vorführung,kÄninen alle Maschinentypen und technischer Bedarf. Die auS- stellcndcn Maschinenfabriken haben ihre Stände vielfach vergrößert. Gesuche um Unterstützungen au» der SanitätS- «mkage. Das Ministerium" für Gesundheitswesen macht aufmerksam, daß alljährlich auf Grund des Erlasses über die Hygiene-Zuschläge Unterstützungen an private Heil-Institute und Einrichwngen gewährt werden. Um Unterstützung können juristische Personen lVerbände, Stiftungen u. a.) für die Erhaltung von privaten Heil-Anstalten, die ansonsten Krankenhäusern zustehende Aufgaben erfüllen, einreichen. Die Gesuche müssen spätesten» bi» zum 28. Feber 1987 beim obgenannten Ministerium in Prag ll., BySehradslä 16, abgegeben werden. In den Gesuchen sind die Gründ« anzuführen, die die Unterstützung notwendig erscheinen lassen, die Zahl der Anstalts-Krankenbetten, der Behandlungstage im Jahre 1986, der Behandlungsgebühren und schließlich«in kurzer Tätigkeitsbericht für daS Jahr 1986. Weltwirtschaftliche Kurzberichte Für die Umwälzung, di« der Fortschritt der Technik in der Produktion hervorruft, sei als Beispiel die Feinblech erzeugung in den Vereinigten Staak-en". angeführt. 1927 erzeugten die Streifenwalzwerke 600.000 Tonnen Breitband. 1988 war ihre Kapazität auf 7 Millionen Tonnen gestiegen: Nach Fertigstellung der in Bau befindlichen Anlagen wird di« Kapazität mehr als 10 Millionen Tonnen betragen. Diese Produktionskapazität wird jedoch bei weitem nicht ausgenützt, denn die Erzeugung der amerikanischen Feinblechwerke betragt" in: Durchschnitt der, letzten 16 Jahre zwischen"4,8 bis 8.8 Millionen Tonnen, die der Weißblechwerk« etwa 2 Millionen Tonnen.— Es scheint, daß sich neuerdings auch in der" englischen Feinblechproduktion.eine"ähnliche Entwicklung anbahnt. i Sowj etrußla n d hat im Jahre 1986 mehr als 5000 Tonnen Kraftwagen zur Ausfuhr gebracht. Es handelt-sich dabei vorwiegend um Lastwagen, deren Ausfuhr besonders in der zwei» ten Jahreshälfte außerordentlich gestiegen ist. Ein bedeutender Abnehmer ist Iran.— Die russisch« NähmaschinenauSfuhr entwickelt sich In, aufsteigender Richtung. Es sind besonders die"fernöstlichen Märkte, Ost» und Westchina, die Mongolei, die sie sich eroberte. Durchbruch zu verhelfen, und der es in der Tar gelungen war, einen Zustand zu erreichen, durch den drei Fünftel der Bundesbeamten in einem festen Anstellungsverhältnis stehen. Nunmehr soll dies aber zum allgemeinen Prinzip werden, sich also auch auf die restlichen zwei Fünftel erstrecken. Die Kommission würde dadurch Werflüssig werden. Die Folge würde sein, daß die amerikanische Verwaltung von den Zufälligkeiten des Wechsels der Parteien unabhängig würde. Natürlich müssen qlle diese Vorschläge erst vom Kongreß angenommen werden. Die Mehrheit des Präsidenten ist jedoch so groß, daß sie selbst auSreichen würde, wenn sich innerhalb der Demokratischen Partei ein« Opposition bilden sollt«. Die Entwicklung-steuert also auf eine Verstärkung der Autorität des Präsidenten. Damit würden praktisch aber nur die Recht« wiederhergestellt werden, di« im Laufe der Jahrzehnte durch daS Prinzip der Dezentralisation abhanden kamen. Roosevelts Stellung ist diesmal leichter als vor der Wahl. Damals waren die Machtver- hältnisse im Kongresse anders. Bei einer Um- Schöpferische Mitte? In einer Zeit, da die politischen Meinungsverschiedenheiten so heftig gegeneinander toben, daß nicht nur Systeme wanken und alte Ideal« zerfallen, sondern unsre ganze abendländische Kultur in Gefahr gerät; in einer Zeit, da es stets offensichtlicher wird, daß der Kampf um die Gestaltung unsrer Epoche nur noch alternativ- entschieden werden kann: im Sinn des sozialistischen Humanismus oder der saschistischen Barbarei; in dieser Zeit gehört Mut dazu, ein Buch zu veröffentlichen, das sich zur»Mitte" bekennt und den Kampf der Extreme entgiften will, indem es diese Extreme sozusagen zu entdemagogisieren, rationalistisch zu desinfizieren ustd so einander näher zu bringen versuchr. Felix Weltsch kennt die Schwierigkeit seiner Position; er weiß, daß die Basis der Mitte, auf der er steht,- verteufelt schmal geworden ist, und er gibt seinem Buch deshalb den bekennerischen Titel:„Das Wagnis der Mitte" (kürzlich erschienen bei Julius Kittls Nachfolger, Mishrisch-Ostrau). Liberalismus und Faschismus, Demokratie uW Diktatur, Individualismus und Kollektivismus, und noch andre„Ä.egensatzpole" betrachtet er theoretisch wie empirisch, und entblättert sie kritisch, bis er zu ihren„Wertkernen" vorgedcun- gen ist..Und als schöpferische Aufgabe der Mitt« erschient ihm, daS Positive dieser„Wertkerne" teilweise zu Wernehmen, die Teile synthetisch zuvereinigen— um so eine Politik betreiben zu kön» stenj die die Dynamik der Extreme wieder auf ein den;) geordneten bürgerlichen Staatswesen erträg» liches Maß zurückdrängt. Barbara Werks und Le» Earrlllo in„Sturmvogel" gehung desselben ergaben sich also automatisch Konflikte mit dem Obersten Bundesgericht, das auf die Wahrung der Verfassung bedacht war und sich vielfach gcgenWcr den Intentionen Roosevelts als Hemmschuh erwies. Die Ausschaltung des Obersten Bundesgerichtes ist ein zu sckuvie- rigcr Weg, zudem in einer relativ kurzen Frist," Ivie es die Dauer der Präsidentschaft ist, kaum gangbar. Indem der Präsident jetzt an den Kongreß wendet, ja an den Kongreß wenden kann, also eine Verfassungsänderung umgeht, ist diese Konfliktsmöglichkeit auSgeschaltet, also der Weg für Reformen frei. Selt-nS der Republikaner hört man nicht auf, Roosevelt einen„Bolschewisten" zu nennen. Die äußerste Linke aber nennt ihn— eine» Faschisten. Nirgends zeigt sich deutlicher, wohin diese- Verwendung von Schlagworten und die Sucht, unter allen Umständen, koste es, was es tvolle, eine politische Richtung oder Persönlichkeit einzurcgistrieren führt. In Wirklichkeit ist Roosevelt nichts anderes als ein Demokrat..Die Betrachtung seines Werks und seines Vorhabens ist unerläßlich zur Beurteilung dessen, was»tau heute als Renaissance der Demokratie bezeichnet. Roosevelt ist ein Beweis dafür, daß nicht die Demokratie schlechthin"versagt hat, sondern nur b e st i m m t e Forme n"derselben, daß es. auch eine aktive, eine m"j.litarnte.Demokrat.! e geben, kästnnrid daß^-^-ümM die Mei» matte Republik zu erinnern'^-t'nicht" naturnot- wendig zuni Wesen einer Demokratie gehören muß, passiv und selbstmörderisch zugleich zu seist, tatenlos dem eigenen Untergang zuzuschauen.". Di« deutsche sozialistische Arbeitspartei in Polen wird am 14. Feber das Fest ihres fünfzehnjährigen Bestandes feiern. Aus diesem Anlaß wird in Lodz eine Partei-Akademie veranstaltet, bei der außer den Vertretern der deutschen sozialistischen Partei io Polen und den Vertretern der anderen sozialistischen Parteien Polens"auch Abg. Eugen de Witte für pie-Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik sprechen wird." Mexiko City. Der Präsident von Mexiko, Ear- dcnaS, hat ein Amnestiedekrct unterzeichnet, wonach Strafen nachgesehen werden," die seit dem Jahre 1922 wegen Aufstand, Empörung"und Revolten verhängt worden sind. Die Amnestie betrifft" fast 10.009 Personen.- Präsident Cardenas glaubt, daß die FriedenSSra, deren sich Mexiko heute erfreut, einen solchen Akt gerechtfertigt erscheinen läßt- ES stehen ausgezeichnete Sätze in diesem Buch, kritische und erörternde, besonders in den Kapiteln über die Formaldemokratic und in.dem Abschnitt„Humanität" s man empfängt" dankbar viele"gedankliche Anregungen. Aber sobald di« positiven Vorschläge einer mittleren Position erfolgen, kommt der Sozialist aus den prinzipiellen. Einwendungen nicht mehr heraus. Die Gegenüberstellung von Sozialismus und Wirtschaftsliberalismus als„Gegensahpole" zeigt, daß Weltsch den" Begriff des Sozialismus nur als ökonomischen Begriff sieht(eine Verengerung, deren Unzulässigkeit freilich viele„Sozialisten" noch nicht begriffen haben). Auch könnest""wlr'nicht zugeben, daß der„Gegensatzpos" zum Faschismus der Liberalismus sei; es ist vielmehr esten jener neohumanistische- Sozialismus/-für den.-die. wirtschaftliche Befreiung des Menschen ein(allerdings überaus wesentliches) Teilziel ist., Weltsch verwahrt sich dagegen,,daß er-einem- „verlockenden",„gefahrlosen. Kompromiß-Mittelweg" die Argumente liefern wolle."- In der Tat wäre es dumm oder böswillig, ihm-derartiges vorzuwerfen; das„Wagnis-der Mitte".'.ist ein kämpferischer Aufruf. Aber"Weltsch sieht selbst die Gefahr, der seine Philosophie der Mitte(notwendigerweise) ausgesetzt"ist, sobald sie astsdcn Sphären der Theorie in die Wirklichkeit.übertragen, wird. Schöpferische Mitte dafUr-. fchlen im 20. Jahrhundert alle realen Voraussetzungen, Sein- Buch/ist ein-platonischer Beitrag zu den geistespolitischen-Problemen dieserZeit— in der philosophischen," aber auch In der angewandten Be- dcutüng des Wortes. Max Herb. Roosevelts Reformpläne mar, Vein^krmzipoes Berufsveamremums zunr Seife 6 Donnerstag, 11. Feber 1037 Rr. Sß MgerMtMg Reklame-Photographie Im Clam-GallaS-PalaiS veranstaltet die Ko- däk-Gesellschaft eine A u S st el I u n g i n t erna- t i o» a ter Reklame-Photographie, an der IS Länder beteiligt sind. An die Reklame- Photographie werden andere Anforderungen gestellt als an die bildmäßige Photographie, auch wenn es sich um die gleichen darzustellenden Gegenstände handelt. Der'Werbe-Photograph must vor allem auf den sogenannten„Blickfang" bedacht sein, der den Blick des Beschauers auf die Reklame etwa im Inseratenteil einer Zeitschrift lenkt. Auch wenn erst die Verarbeitung des Photos in Verbindung mit der Schrift das. gewollte Ergebnis bringt, must doch schon bei der Aufnahme darauf Bedacht genommen Iverden. In fast allen Fälle», besonders bei Aufnahmen für Prospekte und Kataloge, kommt eS weniger auf die sonst erwünschte Bildwirkung, sondern auf möglichst klare, präzise Darstellung des Gegenstandes und seiner Anwendung, auf deutliche Wiedergabe der Konstruktion, der Struktur; der Form, des Materials, der Ausführung an. Austerdem hat dec Photograph auch an die Art der Reproduktionstechnik, in der das. Photo tviedergegeben werden fall, zu denken. Mit dem einfack>en„Knipsen" ist er dabei nicht getan; im Gegenteil erfordert die Reklame-Pho.tographig mitunter alle Hilfsmittel der Phototechnik und der Kunstlichts und reiche Erfah- rung in der Wähl des Negativmaterials und der entsprechende» Filter, und auch dann kann es noch Vorkommen, dast ein gutes Reklamephoto erst nach fünf, sechs und noch mehr Filmaufnahmen gelingt. Die 885 Objekte der Ausstellung lasten die sehr unterschiedlichen Lösungen der Aufgaben recht aiischaulich studieren. Die Tschechoslowakei ist mit 87 Arbeiten vertreten, unter denen sich recht gute Beispiele befinden. Mit vielen sehr guten Leistungen stellt sich Frankreich vor. Die schwedische Abteilung ist in der Qualität der Material-Darstellung vorbildlich; Deutschland ist nur durch einen Photographen vertreten, desten zwei Zeitungsreklamen sehr geschickt gemacht sind. Unter den Arbeiten aus Dänemark sind einige noch zu sehr Genrebilder, Noch stärker ist das bei den Proben aus UTA der Fall, bei denen das Anekdotische sich so vordrängt, dast die Bilder wie Filmszenen wirken. Ganz schlecht vertreten ist Belgien. Auch Oesterreich tritt recht dürftig auf. ES wäre verlockend, an Hand einiger Beispiele zu erörtern, worauf eS ankommt; leider verbietet das die Raumknappheit. Für eine schlüssige Beurteilung wären auch mehr Beispiele der fertigen Plakate, Inserate, Prospekte usw. erwünscht, aiif denen die ReklamephotoS zur Anwendung gekommen sind. Aber auch so wird die Ausstellung so- Ivohl dem Liebhaber- als auch dem Berufsphotographen und auch allen sonstigen Interessenten reiche Anregung bieten. eh. Sonderbare Vortragsverschiebung. Gestern stbcnds sollte stn Helnesaai ein Vortrag des Auti- Okkultisten S h ank a r a stattfinden. Der Saal war überfüllt. Zur Ueberraschung des tschechischen und deutschen Publikum» erklärten Herr Shankgra und ein Dolmetsch, dast der Vortrag aus technischen Gründen nicht stättfinden könne, sondern auf heute verlegt werden müsse. AuS der reichlich unklaren Mitiellung und der Tatsache, dast der Vortrag heute stattfinden soll, lätzt sich schließen, dast es sich nicht um eine Maßnahme der Zensur, sondern um einen Fehler in der Ankündigung der Vortrages handeln must. Das Publikum machte seinem Herzen durch Mistfallensäuberungen Luft.— Wie uns Herr Shankara vor Blattschluß mitteilt, handelte eS sich doch um ein polizeiliches Verbot, das wegen einer Formfehlers erfolgte. F ü r h e u t e hat die Polizei den Vortrag g e st a t t e t. ES ist wohl die Frage, ob die Prager Polizei in dieser Zeit nicht andere Sorgen Hahen könnte,.als solcher Lappalien wegen dar Publikum zu schikanierens SonderauSflugS,iige der