Sozialdemokrat gentralorga« der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republi! Erscheint«1t Ausnahme de» Montag tSgiich früh Redaktion und Verwaltung: Prag Xll.,Fochova62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: KarlKern.Prag Einzelpreis78 Seiler(ciitjdjlicfil..*> Heller Porto) Aus dem Inhalt: SoilaWafflokraMich« Kulturarbeit™ beim Präsidenten Land Böhmen errichtet Selbstverwaltungs- akademie Exportkredite angenommen Mordproxess Velgo 17. Jahrgang Samstag, 13. Feber 1937 Nr. 38 MeunterredimgmitHamaxiMafirifi piwarM npnp Angriffe Vorkrisenlöhne London.(HavaS.) Rach dm dürftigen I IUmI IM VI WQI IVl IlVUVmiSl IIIV E i n_ Forderung Informationen, die überdie Unterredung«wischen............. der Arbeiter und Angestellten Allgemeine Wehrpflicht gefordert Gefangenen n» die RosaS unternahmen die Milizionäre einen er Norwesen zur 3ugend*lntematlohale Die Hauptleitung des Norwegischen Arbeiterjugendverbandes hat. soeben einstimmig beschlossen, dem Verbandstag im kommenden Mai den Beitritt zur Sozialistischen Jugend-Internationale vorzuschlagen. Damit folgt die Jugend dem Beispiel dtr freien Gewerkschaften Norwe- genS, die sich vor einem Jahr dem Internationalen Gewcrkschaftsbund angeschlossen haben. Zeitweise hat eS in der Nachkriegszeit drei Jugendverbände in Norwegen gegeben und zwischen ihnen wie auch in den einzelnen Organisationen waren sehr heftige Auseinandersetzungen vorgelommen, bis die Wiedervereinigung erfolgte. Der norwegische Jugendvcrband zählt 36:000 Mitglieder.(6n) Ein solcher Zustand kann.angesichts der all- mählichen Bssserung der Wirtschaftslage nicht er- tragm werden. ES ist. unmöglich, doch der Gewinn der'Unternehmer steigt,-daß an den Börsen unheimlich viel Geld verdient wird und Arbeiter.und Angestellte von der Besserung der Aiidi Belgrad dementiert den„Zerfall der kleinen Entente" Belgrad. Die'„Politika" veröffentlicht auf der ersten Seite in großer Aufmachung tinen dreispaltigen Artikel unter dem Titel:/.„Die Stärke der Kleinen' Entente'bericht in. der Solidarität ihrer Mitglieder" und reiht an dse Artikel Bilder der Auhenminister der drei Staaten der KleinenEntentean. In dem Artikel werden mst Entschiedenheit die-Nachrichten über«Inen angeblichen'Zerfall- der Klelnen-Entente zurück» gewiesen, Äls dereU-Urheber die. Ungarisch« Presse und Ungarisch« Nachrichten-Agenturen-bezeichnet werden.: Schiffsgranaten gegen Valencia Ein.Kriegsschiff der Aufständischen bombardierte in der Nacht auf Freitag B a l e n c i a ES wurden etwa 20 Geschosse in der Richtung gegen den.Norden der Stadt abgefeuert, von de» neu einige in der Näh« der DötfeS Alboraha-einschlugen. Opfer hat. daS Boinbardement nicht gefordert:. Dr. Eduard-BeneS-Technik In Brünn Annahme der Vorlage durch das ' Abgeordnetenhaus Prag. Freitag vormittags wurde in Anwesenheit der gesamten Regierung mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze vom Abgeordnetenhaus die Regierungsvorlage angenommen, wonach die Brünner tschechische Technik den Namen des Präsidenten Dr. Eduärd BeneS erhält. -Der Berichterstatter Vencl konnte darauf verweisen, daß die Beziehungen des Präsidenten zu technischen Fragen und zu den technischen Hochschulen schon vor dem Weltkrieg sehr lebendig waren: AIS junger Dozent erhielt Dr. BeneS die venia legendi auch für die Prager tschechische Technik, wo er für das Sonunersemester 1913/16 Vorlesungen über„Philosophie und Soziologie der Technik" ankündigte, zu deren Abhaltung es freilich-nicht mehr kam, da Dr. Benes ins Ausland ging. Bon der Brünner-tschechischen Technik ging im Vorjahr die Anregung zu der heutigen Vorlage aus. Das Schulministerium, das den einstimmigen Antrag des ProsefforenkolleginmS der-Regierung vorlegt«, empfahl, dieser Ehrung auf feierliche-Weis« durch ein Gesetz Ausdruck zu geben, auch wenn dies vom Standpunkt der Gesetzestechnik nicht unbedingt notwendig wäre. Um ihre Zustimmung kundzutun, erhoben sich alle anwesenden Abgeordneten bei der Ab- stimmung von ihren Sitzen. Der Abstimmung in bilden Lesungen folgte reicher Beifall. der Optimist London.(Reuter.) Der britische UnterstaatS- -sekretär- für Acuheres Cranborne erklärte in Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus, er glaub«, daß es nicht der Wahrheit entsprechen würde, zu sagen, daß die deutsche Regierung eine Beteiligung an den Verhandlungen betreffeno die'Regelung der europäischen Probleme abg-.- Ichnt habe. Wir hoffen noch immer, erklärte Tranborne, das es zu diesen Verhandlungen"kommen, wird, auch wenn seither, sicherlich eine- geraume Zeit vergangen ist. In Beantwortung einer weiteren Frage, ob eS nicht klar sei, daß die Frage der Friedensprojekt?, um die es sich handelt? von der deutschen Regierung, bloß als ein-Stück Papier angesehen würde,-antwortete Eranborne: Nicht» bedangt. •u-•.,......, I dem Botschafter von Ribbentrop«nd dem Lord Geheimsiegelbewahrer Halifax zu erlangen waten, scheint eS, daß die Besprechung nicht allzusehr zu einer-Annäherung des englischen und dentsche» Standpunktes belgetragen hat. Ribbentrop habe die Argumente seiner Regierung wiederholt. Er habe die Ansicht zurückgewlesen, dass die Kolonien Deutschland keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen würden: andererseits' habe er jedoch k eine konkreten Forderungen geäußert. Er soll ferner die Meinung ausgesprochen haben daß der französisch-russisch« Pakt mit den Locarno-Prinzipien nicht vereinbar sei. London. Wie verlautet, wird die englische' Regierung am kommenden Dienstag ein neues Rüstung S-W e i ß b u ch veröffentlichen. Ti» konnte damit der Forderung der oppositionelle» Parwt Nachkommen, dir den Wunsch-ausgesprochen hat, vor der Aussprache über die Rü- stungSanleihe von 400 Millionen Pfund weitere Einzelheiten über das englische RiistungSpro- gramm zu erfahren. Die Aussprache darüber ist auf Donnerstag-der nächsten Woche festgesetzt worden. In Parlamentarischen Kreisen gilt eS als feststehend, daß die Labourpartq und die übrigen Oppositionsparteien die Anleihe-Entschließung bekämpfen werden.- Italien italienischer Kreuzer hat einige tausend italienische Soldaten auSgeschifft, die zur Unterstützung der Aufständi- kchen-Truppen beim Angriff auf Almeria be- lftiinmt sind. Durchaus möglich... Paris.-(HavaS.) Der Korrespondent des „Journal" in Berlin verzeichnet das Gerücht, daß in einigen deutschen Kreisen der kuriose Einfall aüfgetaucht ist, daß nämlich Deutschland— da Reichskanzler Hitler das Prinzip der deutschen Kriegsschuld abgelehnt hat—■ dasRe. t habe, die Reparationszahlungen zurück z u f o r d e r n, die sie den Siegern, geleistet hatten. Werden wir vielleicht tatsächlich Zeugen dessen sein, fragt das Blatt, daß der Reichskanzler von Frankreich, Belgien, England und Jtallen die Rückerstattung der Revarationen, und der KriegSfchäden verlangen: wird? Wird er fordern, daß ihm die" Sieger auch däS Kriegsmaterial bezahlen, das sie auf Grund der Friedensbedingungen und des FpiedenSvertrageS vernichtet haben? Oder ist diese merkwürdige Idee iw Berlin entstanden, nur deshalb, damit wir- mehr Bereitwilligkeit iit Angelegenheit der Rückgabe der deutschen Kolonien beweisen? :„Rotes Obersteier Graz. In KnsttelseL in Obersteiermark gelang eS der Polizei, in dem Haus« eines Ge- werbetreibenden«ine. s o z i a l dem o kr a- tisch« Gkg-h,« i M dr u-ck e r e i auszudecken. In dieser.Druckerei wurde die illegale Zeitschrift ^.Pote«-Ohepsteier"' gedruckt. Gleichzeitig wurden zahlreiche PropagaWaschristen konfisziert. Auch wurden in diesem Zusammenhang zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. a Neuer Nachschub aus Malaga.(Reuter.) Ein Keine Anleihe für Deutschland London. An amtlichen britischen Stellen werden die Gerüchte dementiert, denen zufolge HäüdelsmMister Runciman und dir Letter der" Bank von England Sir Otto Niemeyer. mit bim amerikanischen Staatssekretär- Hüll über die PksiglichkeiteinerAnlefh e"für Deutschlau d. gesprochen haben sollen. Die Staatsangestellten bei Dr. Hodia ' Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodja empfing Freitag die Vertreter der Arbeits gemeinschaft der öffentlichen Angestellten, mit welchen er Wer die-Art der Durchführung der vorbereiteten Regelung der Abzüge von den Ge- hältern der öffentlichen Angestellten verhandette.,,...... Das finanzielle Ausmaß', dieser Regelung soll, j Privatangestellten, die gleichfalls«ine LebenShal- wie. aus.früheren Erklärungen des Vorsitzenden tung haben, die unter dem Existenzminimum der Regierung bekannt ist, ein« Höhe von-180 liegt. Millionen KS erreichen. Der Vorsitzende der Re-' gierung teille-gleichzeitig den Vertretern- dec Arbeitsgemeinschaft mit,-daß der Finanzminister ermächtigt wurde, alle-finanziellen.und admini strativen.Einzelheiten, der geplanten Regelung zu ibehandzln....... wird, wirst für alle Menschen, deren Einkünfte aus Löhnen uiü> Gehältern besteht, die Frage nach der Erhöhung ihrer Einkommen auf, um die in den Jahren der Wirtschaftskrise auf ei» untragbares Niveau gefallene Lebenshaltung steigern zu lönnen. Es besteht in der Tschechoslowa- kischen Republik leider keine die wirklichen Verhältnisse voll erfassende Statistik der Löhne und Gehälter, aus welcher die Lebc-Shaltung der arbeitenden Klassen deutlich zu ersehen wäre. Hun- derttausende von Menschen find arbeitslos gctvor- dcn und waren nur auf die Unterstützungen nach dem Genter System und aus der Ernährungsaktion angewiesen. Hunderttauscnde sind in ihrem Einkommen durch Kurzarbeit geschädigt lvorden und Hunderttausenden hat inan die Löhne im Verlauf der Krise herabgesetzt. Bei einem Vergleich der durchschnittlichen Tagesverdienste der bei der Zcntralsozialversicherungsanstalt versicherten Arbeiter in den Jahren 1929 und 1986 sieht man, daß der Anteil der in den vier niedrigsten Lohnklassen versicherten Arbeiter an der Gesamtzahl der Versicherten, gestiegen ist,-während dec Anteil der in den höheren Klaffen Versicherten gefallen ist. AuS der Statistik der Zentralsozialversicherungsanstalt ergibt sich auch sonst ei» geradezu erschreckendes Bild. So verdienten tut November 1936 bis AL 6.— täglich, das ist also bis KC 36.— wöchentlich von der Gesamtzahl der Versicherten nicht weniger als 11.03 Prozent. In der Klaffe 2(Tagesverdienst bis K£ 10.—) waren 22.14- Prozent-der Arbeiter-versichert. Zählt man diese zwei-niedrigsten Lohnklaffen zusammen, ergibt sich, daß 38.77 Prozent, also« i n bolles Drittel derversicherten Arbeiter höchstens AL 10.— täglich oder AL 60.— wöchentlich verdient haben. In der Klaffe 3(Tagesverdienst bis AL 14.— oder wöchentlich AL 84.—) waren 16.10 Prozent Arbeiter versichert, so daß also 48:87 Prozent der Arbeiter, daS ist also die Hälfte der sozialversicherten Arbeiter, nicht mehr als AL 14.— täglich oder AL 84.— wöchentlich verdient. In den ersten acht Lohnllaffen, das sind jene, welche das Existenzminimum(nach der Einkommensteuer) nicht erreichen, sittd 87.25 Prozent der Arbeiter versichert, so daß man zu dem Schluß gela.ngt, daß fast neun Zehntel der sozialversicherten Arbeiter das Ex istenzminimum nicht er- r« i ch e n. Es ist ein Bild des Jammers, das uns aus dieser Lohnstatistik entgegenblickt. Man darf aber nicht glauben, daß dieses Lohnelend nur die unqalifiziertcn Arbeiter trifft. Der FUrsorgeministcr Jng. NeLas hat in seinem Exposee im Abgeordnetenhaus« am 10. September 1935 erzählt, daß Glasarbeiter, die bei der Herstellung von Gablonzer Waren früher einen Stundenlohn von AL 5.— bis 7.— erhielten, heute nicht mehr als AL 1.50 verdienen. Ei» Heimarbeiter in der GlaSbrancho verdient bei vierzehnstündiger Arbeitszeit in der Woche AL 80.— bis 40.—. Bei den Bauarbeitern erreiche» die Stundenlöhne in einzelne» Gebieten nur AL 1.25 oder gar nur Ai 1.—.'Auch in der Metallindustrie gibt es Fälle, wo ein qualifizierter Metallarbeiter nur AL 1.50 pro Stunde erhält. Der Rückgang des Einkommens während der Krise hat aber nicht nur die Arbeiter, sonder» auch in hohem Maße die Privatange st eilte n betroffen. Nach einer Statistik der Allgemeinen Pensionsanstalt ergibt sich nach Abrechnung der Beiträge für die Versicherung die unglaubliche Tatsache, daß ungefähr 184.000 Privatangestellte, daS sind 56 Prozent der Privatange st eilten ein Gehalt beziehen, welches daS Existenzmini- m u m n i cht e r'r e i ch t,ünd nur ganz geringfügig überschreitet. Zu den neun Zehnteln der Arbeiterschaft, welches das Existenzminimum nicht erreichen, kommt also noch Wer die Hälfte der .der Arbeiter und Angestellten Die Beffcrung. der Wirtschaftslage in der __....,... I Tschechoslowakei, die in den FrühjahrSmonate» folgreichen Angriff. Bon der Froitt am Südrande üerinutlicl^ noch in rascherem Tempo^erfolge» der Hauptstadt ist ebenso wie von den andere» Ab-1"* schnitten der Madrider Front keine Nachricht über eine Aendernng der Lage eingegangen. ., Die Aufständischen melden, daß sie am Mittwoch die Straße von Madrid nach Valencia abgeschnitten haben. Es geschah dies im Abschnitt von Kilometer 17 bis Kilometer 21. Diese vier Kilometer der Straße sind von Hügeln umge ben, von denen aus die Aufständischen weitere Abschnitte der Straße in einer Länge von 400 bis 800 Meter beherrschen. Der Radioklub Teneriffa meldet, daß sich unter den in Malaga gemachten etwa 1500 Russen befinden. Madrid.-(HavaS.) Die Madrid verteidigenden Batterien der Regierung halten die Posi- tioncn der Franco-Truppen an den verschiedenen ! Abschnitte» der Front um Madrid ständig unter , heftigem Feuer. Das Geschützfeuer der Aufständischen Ist gegen Abend deS Freitag etwas abgeflaut. I» der Hauptstadt gewinnt man immer mehr den Eindruck, daß eine großeAktion zwecks Eroberung Madrids im Gange ist. Sämtliche Milizabteilungen sind zur Verteidigung eingesetzt worden. Flugzeug-Geschwader der Aufständischen kreuzte» am Donnerstag über Madrid, ohne Bomben abzuwerfcn..Die Straßen der Hauptstadt durchzogen Gruppe» von jungen Männern und Frauen, die Spruchbänder und Standarten mitführten, auf denen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gefordert wird, um den Kampf gegen die Aufständischen erfolgreich führen zu können. Die Mehrzahl der Madrider Blätter stellt nach der Einnahme von Malaga die Forderung nach allgemeiner Mobilisierung auf, da nur eine solche Maßnahme den Endsieg garantieren könnte. Außerdem: wird ein einheitliches Kommando und die Prüfung der Berant- wortung für den Fall von Malaga gefordert. Madrid, Der Rat für di« Bertridigung der Hauptstadt teilt mit, daß die Miliz nach dem' Abschlagen, feindlicher Angriffe im Raume deS Moncloa-Pnrkcs an der Madrider Front, einen Gegenangriff.unternahm,. wobei der Fein» große Verlust« erlitt: Die. Regierungstruppen eroberten einen Teil deS Terrains zurück, de» sie befestigten. Auch im Abschnitt, von LaS Rumäniens Außenpolitik unwandelbar Bukare st. Auf ein« Anfrage Wer außenpolitische Orientierung Rumäniens drückte Außenminister A n 10 n k s e u im Senat fein Erstaunen über die. Möglichkeit einer solchen Frage auS. Er kenne kein« Aktion, keine Erklärung, nicht einmal ein« Absicht der Regierung, welche'die' allergeringste Abweichung von der überlieferten außenpolitischen Linie Rumäniens bedeute. In allen Aktionen beweise die rumänische Außenpolitik, daß sie i m mer u n wandel- bar bleite, weil ihre Interessen unwandelbar seien. Seifp L Jfr. 88 GamStag, 13. Feier 1937 Wirischasislage anSgeschloffen sind. In einzelnen .Industriell ist eS zu Ende des vorige» Jahres zu WeihnachtSauShilfen und Teuerungszulagen tze- lomnien, die aber vielfach nur eine einmalige Aushilfe bedeuten und die Arbeiter durchaus nicht befriedigen. Da auch die Preise allmählich aiistei- gen, gerät ein großer Teil der Arbeiter und Angestellten in die Gefahr, daß ihre Lebenslage noch schlechter wird al» bisher. Es mutz das Bestreben der Arbeiterschaft' und Angestellten sein, zu« Prag. Zu dem bereit» angekiindigten Regierungsentwurf, durch den die Staatsgarantie für Exportlredite um den Betrag von 1500 Millionen erhöht wird, entspann sich am Freitag im Parlament eine Debatte, die gleich durch den ersten Redner, den ehemaligen Nationaldemokraten S p a C e!(Nat.-Ber.), einen politischen Anstrich erhielt. Nachdem Spaöek sich für die Vorlage ausgesprochen hatte, kritisierte er, daß in einer Zeit, da man von der Tschechoslowakei als dem Ge» genstand eines mögliche» Angriffes spreche, weder von der Ministerbank noch von feiten der Koalitionsabgeordnetcn jenuind Stellung zu diesen Problemen nehme. Von unseren internationalen Verträgen sei nur das Bündnis mit Frankreich effektiv. Bezüglich der Kleinen Entente Wiste man nicht, wär für Klauseln gegen einen andern möglichen Feind bestehen, als den, der den Anlaß zu diesen'Verträgen gab. Für dar Bündnis mit Rußland sei er nicht begeistert, aber es wurde vom Parlament genehmigt. Ob man es im Falle eines Angriffes verwirklichen könne, sei ziemlich zweifelhaft, da die dazwischenliegenden Staaten einen rustischen Durchmarsch nicht gestatten wollen. Man sollte eine Ergänzung der Sicherheitspalte beiJtalien und Polen suchen. Er behauptet weiters, daß die Spannung mit Deutschland zum großen Teil durch die großen Sympathien für die reichSdeutschenEmigran- t e n verursacht worden sei. Durch umfangreichere Zugeständnisse an die deutsche Minderheit könne sich die Situation der Tschechoslowakei nicht bester». Seine Partei wolle keine Ungerechtigkeiten gegen die Deutschen; als Gleiche mit Gleichen ja, aber nichts mehr. Genosse Zischka, der als nächster Redner zu Worte kam, reagierte sofort auf Spaöeks Ausführungen, soweit sie die Ablehnung jeder Proportionalität bei der Aufnahme von Deutschen in den Staatsdienst betrafen. SpaLek hatte versucht^ den Spieß umzudrehen, indem er erklärte, wenn die Deutschen diese Forderungen, stellen,' dann-sei-«» Aufgabe der< Tschechen,' dafür einzutreten, daß diese Proportionalität auch in jenen deutschen Gemeinden geivahrt werde, die keine tschechischen Angestellten aufnehmen.. Zischka hielt dem Herrn Spakek vor, daß er die Dhtg« so schildere, daß man förmlich an eine Unterdrückung der. Tschechen durch die Deutschen glauben müsse. Es gehe nicht an, die Dinge einfach auf den Kopf zu stellen. Wie sieht es denn mit dieser Proportion im tschechischen»der im gemischtsprachigen Gebiet aus, wo die Deutschen«in« Minderheit darstellen? Es geht nicht au, erklärte Zischka, in di« gegenwärtige Aimpspir« solche Forderungen hinelnzuschleudera und damit nur dazu teizutragen, daß. die Bestre- »ächst jene Löhne und Gehälter zu erkämpfen, wie sie vor Einbruch, der großen Krise, also eüva.m Jahr«'1929 bestanden haben. Diese,Löhne und Gehälter waren damals nicht unangemessen hoch und es ist daher nur eine Forderung der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, daß wenigstens dieses Niveau wieder erreicht wird. Vorkriegs- löhne und BorkriegSg e halte: das muß die Parole der Arbeiter und Angestellten sein! bungen nach einem vernünftigm Anbgkrich torpediert werden. . Dann. wandte sich. Zischka, der Export- kreditnovelle zu, Genosse Zischka erklärte, daß die Vorlage in mehr als eine« Hinsicht b t« t'Ü< stenSwert sei. Sie wird es auch unserer deutschen Industrie ermöglichen, verlorengegangene Ex» Portmöglichkelten und Verbindungen neu aufzunehmen. Es ist keine Kleinigkeit, wenn der Staat zu der bisherigen Garantie für weitere 1500 Millionen die Garantie und somit gewisser maßen das Risiko übernimmt, das mit dem Abschluß derartiger Erportgeschäfte verbunden ist. Die Vortage reiht sich an jene Maßnahmen an, die seit Jahr und Tag darauf hinauSgehen, zwar Schritt für Schritt, aber doch sicher eine Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse herbeizuführen. Zu diesen Maßnahmen gehörte dar Baugesetz, die ZinSfußherabsehung, die unserer verschuldeten Industrie zustatten kam, und die Devalvation, die im Herbst gegen die Stimmen so mancher Pessimisten beschlossen wurde.' Schon nach wenigen Monaten können wir feststellen, daß es sich hier um eine Maßnahme handelt, die g u t ist und besonders im Interesse der deutschen Bevölkerung, dieses Staates liegt. Endlich hat die Lockerung der Devisenbewirtschaftung unserer Industrie bei der Tätigung von Rohstoffeinkäufen im AuSlande ganz wesentliche Er- lelchteningen verschallt- D>o vorliegende Novelle, schließt den Reigen dieser Maßnahmen ab. st Die Erhöhung der Staatsgarantie um weitere 1509 Millionen ist schon au»'wirtschaftlichen Gründen notwendig. Unser'Außenhandelsumsatz ist von 1988 bis 1988 von 8878 auf 8888 Millionen gestiegen; die aufsteigende Tendenz hast an. Dabei rst festzuhalten, daß die Roh.stoffeinfuhr im Vorjahre wertmäßig um 28.8 Prozent gestiegen ist, also weit^mÄrvil» der Steigerung des. Grsamium- satzes(i5r.8' Prozent)' entspricht.-Mr'sind wohl zu der Annahme berechtigt, daß die verwehrte Rohstoff-' einfuhr deS-Vorjahres sich Heuer.in einer vermehrten Ausfuhr auSwirken wird. Da.ist e» ängezeigt, daß der Staat dar Auslandsgeschäft durch Uebernahme weiterer Exportgarantien fördert) AuS dem Motive,ibcricht geht nicht genau hervor. in welchem Umfang die Barantiemöglichkeiten von unserer Industrie auch konsumiert wurden; wir wissen aber, daß rund 1800 Millionen in Anspruch genommen wurden. Trotzdem wurde der Staat bisher»och»ie in die unangenehme Lage versetzt,' die Garantie auch zu erfüllen, und man hat allen Grund anzunehmen, baß«» auch ist der Zukunft so sein wird. Bei Staatsgarantien, die unserer Privatindustrie nach denr 8inanzgeset, gegeben werden, ist«S gewöhnlich umgekehrt. Di« Beamten im Finanzministerium pflegen darauf hinzuweisen; daß-bei solchen Anleihen der Stäat gewöhnlich- zum Handkuß kommt, zumindestens aber einlsehr große» Misü» überstimmt.. Wenn da» bei den Exportgarantien anders ist. so soll durch diese- Feststellung der Wert der Vorlage keinesfalls verkleinert werden. Weil wir der Ueberzeugung sind, daß mit der Annahme der. Vorlage die deutsche Industrie' die Miöglichkeit erhält, weitere Exportgeschäfte zu tätigen, und daran auch die deutschen Arbeiier entsprechend partizipieren werden/ werden wiv gerne.-f ü r das Gesetz stimmen.(Beifall.) Der tschechisch«'Sozialdemokrat Pik erteilte Herrn Spaöek ebenfalls ein« tüchtige Lektion über die E m i g r a n t e»frag e. Weder die österreichische noch die deutsche Emigration sei staatsfeindlich eingestellt; die deutschen stüe die österreichische» Emigranten waren vielmehr dl«,.größt« Stütze des.Staates.(Beifall.) Dio' österreichischen Arbeiter haben für ihn daä Leben geopfert; Die Tradition, der.roichsdeutschen Arbeiterschaft sagt uns, daß gerade" in dieser Emigration die größte staatSbildende Kraft liegt. (Beifall.) Auch ist weder die eine noch die andere Emigration gegen unseren' Staat eingestellt Wenn Spaöek verlangt«, man-möge jn Kundgebungen, di«-andere Staaten betreffen, vorsichtig sein» so. müsse man in erster Linie der R e ch t S p r e s s e ans-H er z legen, sich in der spanischen Frage vernünftiger zu gebärden, denn dort gehe es um die Interessen der legalen' Regierung, die die Verfassung und die Ordnung verteidig«. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Sieg der spanischen Auf«' ständischen eine Schwächung Frankreichs und damit auch der Tschechoslowakei bedeuten würde. Nach Annahme der Vorlage in beiden Lesungen vertagt« sich das Haus auf Donnerstag, den 18. Feber, 11 Uhr vormittags. Auf der Tagesordnung steht der StaatSrechnungSabschluß und das Nachtragsbudget für 1988., eine Selbstverwaltungsakademle des Landes Böhmen Deutsche Abteilung bei mindesten»' ;• 15 deutschen Schülern Der Budgetausschuß der böhmischen Landesvertretung, hat sich gestern mit einer Angelegenheit befaßt, die schon längere Zeit Gegenstand der Erwägungen in dtn'Kreisen des LandeSouS- fchusse» und der LandeSvertretung ist und di« auch das Interesse der Oeffentlichkeit beanspruchen. ES handelt sich hiebei um die-Errichtung einer neuen LandeSanstält, und zwar einer Akademie' der Selbstverwaltung. In den letzten Jahren ist der Geschäftsbereich unserer.Gemeinden derart, gewachsen, daß sich eine systematische. Schulung der Genre indebeqm- ten oder solcher Personen, die es werden- jvollen, als notwendig erwies. Eine theoretische Vorbildung für den Gemeindedienst hat«S bisher nur für: Juristen gegeben, während der. größte Teil der Beamtenschaft auf. die. in der Praxis erworbenen Erfahrungen' angewiesen war. In der böhmischen Landesvertretung wurde schon vor längerer Zeit der Antrag gestellt, diesem Uebelstand abzuhelfen, und eine Schule für Gemeindeangestellte zu errichten. Der vom Rechts- auSschuß ausgearbeitete Entwurf'sieht als den Zweck der Selbstverwaltungsakademie sowohl die Ausbildung- von Gemeindebeamten als- auch Kurse für.die gewählten Gemeindefunktionäre vor, Nach Absolvierung der Akademie hat der Exportkredite angenommen ZurUckgewiesene Angriffe gegen die Emigration Das Kaffeehaus in der Seitengasse Roman von Fritz Rosenfeld so Der neue Klavierspieler halte am ersten Tag einen Streit mit gvette begonnen und war sogleich entlassen worden. Drei, vier andre folgten ihm, keiner blieb langer als eine Woche. Cs kam vor, daß Finsterbusch um sechs Uhr noch nicht wußte, wer un; halb neun bei ihm spielen werde,. An einigen Tagen siel die'Musik, aus, die Gäste gingen fort, Finsterbusch zankte mit Avette, sie vertriebe daS Personal, sie bringe den Betrieb auf den .tzunp, Hveite ließ einen Wolkenbruch' von Worten über Ihn niedergehen, dem er sich nur durch die Flucht zu entziehen vermochte. Seinen Zorn kühlte er an dem Kind. Er brüllte.«S an, wenn, es weint«, er machte seine Frau dafür verantwortlich, daß es in den Nächten nicht schlief:»Nichts verstehst du, gar nichts, nicht einmal mit einem Kind kannst du umgehen"- Pelikan saß iy einem winzigen Gärtchen am Abhang«ines Hügels, die Stadt lag unter ihm und er sehnt« sich nach ihr. Er hatte sich einen breiten Korbstuhl gekauft und weich« Filzpantoffeln, er blätterte in einem Katalog und rechneie aus, was sein« Briefmarkensammlung wert sei; trieb der Wind«ine Marke davon, fluchte, er stumm vor sich hin. An.einem Sonntag besuchte ihn Carola. Er fragte nach Billy; Billy sei Klavierspieler in einer kleinen Bar, er studiere nun weiter und es ginge ihm gut. «Mir geht es gar nicht gyt", jammerte Peli kan.»Ich hab nun nicht» von meiner freien Zest, von dem HauS und dem Garten, ich kann kaum noch gehen, und wenn nicht Ludmilla zu mir käme, für mich einkaufen ginge und di« Wohnung in Ordnung hielte, würde ich in meinen eigenen vier Mauern verhungern. Ich ertrag« die Stille nicht, sie lahmt mich, ein Mann wie ich muß unter Menschen leben. Aber dieses Haus ist nun wohl die letzte Station auf meiner Reise und das Ziel ist nicht mehr weit. Wenn man allein ist, stirbt man schneller, Fräulein Carola. Da» Häuschen soll Ludmilla erben, wenn ich die Augen schließ«. Dann kann auch sie endlich das Cast Finsterbusch verlassen und die stickig«, dumpfe Küche, in der ihr der Dunst den Atem verschlägt. Sie hat ja auch nichts von ihrem Leben gehabt, wie wir alle". »Nicht traurig sein, Pelikan. Nicht den Kopf hängen lassen. Sobald die kalten Tage kommen und sie nicht mehr'im Garten sitzen können, kaufen wir einen schönen geflochtenen.Korb, legen ein weiches Kissen hinein und setzen den Pjmba darauf", «Den Bimba? Glauben Sie bentt,; daß Frau Finsterbusch mir den Bimba geben wird?" „Ich werde sie darum bitten, Pelikan.' Er wird es gut.bei Ihnen haben, besser als imCasö. Die Avette mag ihn gär nicht". »Die gvettel An der Avette geht der Finsterbusch zugrunde. Ich kenn« dir Sorte Frauen. Ich war auch rinmal nahe daran— aber lasse» wir da», Fräulein Carola. E» ist lieb von Ihnen, daß-Sie sich um mich kümmern. Bin ja nur ein aller Mann—-". „Guter aller Pelikan— machen Sie doch kein so finstres Gesicht. Ich komm bald wieder. Und bring den Bimba—■" Im Dezember kam Vogel,«Ine Rate'war fällig!„Ich htch da» Geld nicht", sagte Finsterbusch.„Warten Sie bl» nach Weihnachten. Sin neuer Klavierspieler kommt.-Das Geschäft, wird wieder flott. Sie bekommen.Jhr Geld",'.--. Vogel ging, am nächsten Tag. kam ein Möbelwagen, die Spiegel wurden von der Wand genommen, die Tische fortgeschleppt, die Bänke weggetragen. Finsterbusch rannte wie«in Wahnsinniger zwischen den leeren Wänden umher, er lief zu seinem Anwalt,, der Anwalt zuckte die Achsel, die Klausel de» Vertrags war klar,«In Prozeß aussichtslos. Finsterbusch schrie, der Anwatt sei von Vogel bestochen, da wie» ihm der Anwalt die Tür, Die Leuchtbuchstaben in der Liliengasse glühten an diesem Abend nicht; di« Gasse sank in da» Düster zurück, und die Menschen gingen an ihr vorüber;., Al» Mia am nächsten. Morgen kam; sand sie daS Cast geschlossen. Sie lief in di« nächste Telephonzelle, warf ihre Münze in den Spall, stellte die Nummer, sprach, schwieg, sprach, verstummt«. Ein Wort, und da» Herz bleibt plötzlich still stehen, ein Wort, und alles Leben reißt ab, ein Wort, und der Boden öffnet sich unter den Füßen. Sie ergriff-ihr Köfferchen'und eiüe davon; Frau Weiler wartete, sie gab kein Trinkgeld, wenn Mia ein« Minute zu spät kam. Feiertag schlich durch die Liltengasse, Stadtlein kam, die Kataloge unter dein Arm, Gerlzit« ner, Mittelmeier. Sie blieben vor den erloschenen Fenstern stehen-und starrte»- in den leeren, kahlen Raum. Sie gingen weiter und sprachen kein Wort. Sie kämen wieder, dreimal da» Tages, als hofften sie noch immer,-die Leuchtschrift-würde wieder aufflammen- tet Ösen wieder., flackern, Ludmilla wieder mit den Kaitnen ünd Kesseln klappern und Alfred langsam- und bedächtig di« Tasse mit der weißen.Schgle anf shrev Tisch schieben. Sie gingen- in den- Hof und blickten auf da» Fenster, sie drückten da» Gesicht-an da» kalte Gla». Die Vorhänge waren zugezogen, sie sahen nüti.Schatten hinter den. Scheiben», manchmal schrie da» Kind.- Monate vergingen. Eine» Abends. pochte Schüler Prüfungen abzulegen und«i werden auch Zeugnisse ausgestellt werden. Vorderhand' Mn zwei' Abteilungen errichtet werden, jede zu etwa 80 Schillerst.''Die Dauer de» Kurse» soll sechs Monate'betragen. Diese Kursdauer wird-vielfach als ungellügend betrachtet, aber die jetzige Form der Selbstverivältunglakademie soll nur ein Anfang sein, an ihren Au-bstu kann man nach ihrer Verwirklichung denken. Die deutschen Landesvertreter waren von Anfang'gn. bemüht; das Interesse der Deutschen auch in dieser Frage zu wahren. ES handelt sich darum, daß auch deutsche Lehrkurse an dieser Akademie veranstaltet werden. Schon In der Rechtskommission der LandjSvertretung,' in. der die- Errichtung"der SelbstverwaltuNgSqkademie mit Rücksicht auf die Ausarbeitung eines Statuts zuerst zur Sprache kam,, machte Landesvertrfler Grund auf die Notwendigkeit auch einer deutschen Abteilung aufmerksam. In der Sitzung de» BudgetauSschuffcS der Landesvertretung nun, die Freitag stattfand, richtete Landesvertreter Dr. Strauß an den ReferentenObergerichtSrat Dr. Sychra di« Anfrage, ob man mit der Errichtung einer deutschen Abteilung der SelbstverwallungL- akademie rechnen könne. Der Referent«rwideüe hierauf, daß eine deutsche Abteilung errichtet werden wird, wenn- sich HIefür mindesten» 18 Frequentanten finden werden; ' Die Errichtung der Akademie für Selbstverwaltung, die voraussichtlich im Jahre 1938'erfolgen wird, ist als«In Fortschritt auf dem Gebiete der Selbstverwaltung anzusehen und wird mit Rücksicht darauf, daß auch die Möglichkeit der Schaffung einer deutschen Abteilung dieser Akademie gegeben ist, auch in der deutschen Bevölkerung Zustimmung finden. - Der Präsident der Republik empfing am Freitag, den 12. Feber, den Vizepräsidenten von Karpathorußland Dr. Jar. M e z n ik, ferner Vertreter der Bildungszentrale der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei und schließ? lich Vertreter der Stadt Kralovice, der Stadt Sobislav und der Gemeinde Ciftd, welche dem Präsidenten Ehreistürgerdiplome überreichten.' Der Mtnisterrat genehmigt«, am Freitag daS interimistisch« Handelsabkommen mit der Südafrikanischen Unipn und den Bericht über die Tagung der internationalen Elbe-Kommission, die im Haag im Jänner l. I. abgehalten wurde. Von den für die Nationalversammlung vorbereiteten Vorlagen wurde der Regiemng»entwürf.betreff» einiger Maßnahmen zur Abwendung volls- wirtschaftlicher Schäden, die durch Krank- h e i't e n der Haustier« verursacht werden, zugestimmt. Jn Personalangelegenhtiten wurden in^esondere im Rahmen der Organisierung des Gouverneur-AmteS in Karpathorußland die entsprechenden Maßnahmen betresst der Zuteilung;des Personals angenommen.‘• Uni ein neues Gebäude de» LandiSkultur- ratS in Prag. Die Leitung des böhmischen. Län- dcskulturrats in Prag bemüht'sich schon seit längerem einen Neubau ihres AintSgebäude?, das sich am Wenzelsplatz'befindet' Und ungenügend fein soll, durchzusehen, Der freitägigen-Sitzung des Budgetausschusses, der böhmischen LandcSver- tretung lag ein Antrag vor, in der Havliöekgasft, in der Nähe deS MasarylöahnhofeS, ein neues großes Gebäude zu diesem Zwecke zu- errichten, da» einen Aufwand von rund-15 Millionen KC erfordern würde. Di« Sitzung gelangt« hierüber zu-keinem Beschlüsse, da ein-Teil-der. Mitglieder deS Ausschusses gewisse Vorarbeiten- für dieses Projekt noch»st notwendig erklärte. Frau Finsterbusch an Carolas Tür.-Ihre Häyde zitterten;-ihr« Augen flämmten.' „Ich kann nicht länger bei ihm bleiben» Carola", sagte sie.„Er-hat heute da» Kind Wit? der geschlagen. Er schlägt da» Kind jeden Tag. Seit gvette ihn verlassen hat, trinkt er. Er komllit jeden Abend-betrunken nach Hause. Da»-Kind fährt auf und versteckt sich, wenn die Tür geht. Er weckt eS in der Nacht aus dem Schlaf und brüllt«s an. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich war bei Städiletn. Städtlein will mir Arbeit verschaffen. Es wird ein paar Wochen dauern. Ich werde mir dann ein kleine» Zimmer nehmen. Aber was geschieht bst dahin? Ich hab kein Geld für das Kind. Helfen Sie mir, Carola". „Ich hab nur diese» Zimmer, Frau Finsterbusch. Und ich verdiene auch nicht gerade viel. Aber es wird reichen, wir werden uns einrjlht'en, die paar'Wochen. Bringen Sie das Kind".'• Frau Finsterbusch nahm Carolas Hapd. „Carola, niemand weiß es, er weiß e» auch nicht. Es ist Billy» Kind". Carola schwieg. Frau Finsterbusch blickte an ihr vorüber.''. „Ich hatte«S Ihnen vielleicht nicht sägen sollen.'Ich hab Ihnen vielleicht weh getan. Aber ich mußte eS Ihnen sagen". „Bringen Sie bat Kind, Frau Finsterbusch. Es ist gut, daß Sie e» mir gesagt htwen—"- *ö-* Da» Kind faß in ter Mitte de» Zimmers. Ä: Boden, es stellt« sein« Bilderbücher wie im Kreis«' auf; Schillernde Vögel, Bären» Katzen; Löwen; Häuser, eine Brücke, Schiffe,«in Flugzeug; Blumen, Schmetterlinge, ei» Brünnen und.»ie Sonn«. Et lallt« vor sich hin und griff mit seinen kleinen Händen nach' pest Wesen und Dingen. ES büittte die ArmeaüS.eSöffnet« die Fällst«,«» sah Carolck-an und lachte; in'feigem Lachtn^in' seinem Traum umfing es die hunteweit« Welt.'- Lud«. fudctendeutecfter Zeitspiele! Sozialdemokratische Kulturarbeiter beim Präsidenten Prä«. Der Präsident brr Republik empfinft am Freitaft Re Vertreter der Zentralstelle. sür das BildungSweftn und die Redakteure deb Arbeiter-Jahrbuches Ernst Paul, Dr. Emil F r a n z e l und Richard Lorenz in länfterer Audienz. Unser« Genossen nahmen die Gelegenheit wahr, den Herrn Präsidenten eingehend über unser ArbeitrrbildungSwesen zu informieren. In Vertretung der Zentralstelle für das BildiiugSwcscn hielt Ernst Paul folgende Ansprache: Herr Präsident I Zeilen wirtschaftlicher Krise und" weltpoli- tischer Unruhe sind der Bildung«- und Kulturarbeit nicht förderlich; nnr allzuleicht werden in ihnen"durch die Sorgen, de« Tage«, durch die Sorge.um den Frieden die auf da« Geistige gerichteten Bestrebungen in den Hintergrund gedrängt. Niemals aber war, das ist unsere Ueber- zcugung, die Besinnung auf die gewaltigen Aufgaben der Kulturarbeit nötiger als gerade in dieser Zeit. Als sichtbaren Ausdruck dessen, daß die Kul- turarbcitcr der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei unseres Staates sich ihrer Verpflichtung bewusst sind, trotz aller Schwierigkeiten unbeirrt in ihrem Erziehungswerk fortzufahren, gestatten. wir. uns, Ihnen, Herr Präsident, unser mit Ihrem Bild geschmücktes Arbeiter- Jahrbuch zu überreichen. Im Verein mit vielen anonymen Mitarbeitern sind"wir unablässig beniüht, an der Hebung des"geistigen Niveaus der Arbeiterschaft zu wirken. Wir sind dabei auch von der Erkenntnis geleitet, daß dem demokratischen Staate nur eine wissende, geschulte Arbeiterschaft zu dienen vermag, die umgekehrt die Entfaltung der geistigen Kräfte der Arbeiterschaft wiederum nur in der Demokratie möglich ist. Wir erklären gleichzeitig auch unsere Bereitschaft zu tätiger MitäÄieit auf allen Gebieten des öffentlichen BildungSwesenS, des Rundfunk«, wie überhaupt in allen Bereichen, die neben der materiellen auch der geistigen Verteidigung unseres Staates dienen. Wir sind von der Ueberzeugung durchdrungen, daß alle BildungS- und Kulturarbeit vom Gedanken nationaler Verständigung und vom Willen zu befruchtender geistiger Zusammenarbeit der"Völker getragen sein muh. In diesem Sinne scharen'wir üHmemeistsM. mit,allen.demokratischen Kcästen ünsereZ.StäateS.üm jene Äurg, die Dank dem Werke der Präsidenten Masaryk und Benes heute in der ganzen Welt als. Sinnbild der Demokratie, des Friedens und edelster Geisteskultur in ehrenvollem Ansehen steht. Auf die Ansprache der Deputation gab der Herr Präsident folgende Antwort: Meine Herren! Ich dank« Ihnen, dass Sie gekommen find, um mich Über Ihre Arbeit zu informieren. Sie betonen insbesondere die Bedeutung der Kulturarbeit in der heutigen Zeit. Ich stimme mit Ihnen vollkommen überein. Die Demokratie ist «ine Verfass»ngSform für gebildet« Bürger, welche, sich in ihrem politischen Handeln in hohem Masse von der Vernunft leiten lassen und welche auch in grundlegender Weise darüber orientiert sind, waS in der Welt vergeht,.welche ebenso realistisch wie kritisch zp sein, verstehen. DaS alles bedeutet einen bestimmten angemessenen Kulturgrad der Mass« der Bürger, ohne welchen die Demokratie schwer denkbar ist,.— Ich sehe, dass ihn unsere Bevölkerung in weitgehendem Masse besitzt, und erkläre mir daS gute Funktionieren unserer Demokratie gerade damit. Denn mag eS auch für den Augenblick als ein Vorteil für die politischen Lenker erscheinen, wenn sie nninformierte Bürger haben, welche alles, waS ihnen vorgelegt wird, mit Leichtigkeit als bare Münze hinnehmen, so halte ich eS für die Tauer doch nur für daS vorteilhafteste, wenn der Politik^ eine politisch kultivierte, orientierte, selbstbewusst« Bevölkerung hinter sich hat,.welche ihm auS Besonnenheit und auS durch wohlerwogene Erfahrungen gewonnener Ueberzeugung folgt und welche imstande ist, bei seine«» Tun mitbestimmend auf ihn einzuwirken. Ein derartiges gegenseitiges Zusammenspiel, einer.derartige Partnerschaft zwischen dem. Politiker und der Masse ist nur dann möglich, wenn die Mass« politisch gebildet äst und"wenn beide Teile,, dir. Führenden«nd dir Geführtem«inen aktiven Faktor bilde«. Wie ich sehe, sind Sir bestrebt, auf dieses Ziel hlnz«arbeften. Ich.Wiederholer. Ich.teile di» Ansicht von der Notwendigkeit ei«erd«rar t i g« n Kult«rar beit, In.einem Staat«. wie dem unseren ist dieses Bestreben durch di« national« Zusammensetzung der Bevölkerung kompliziert— aber die nationalen Differenzen bedeuten auch, nur rin«» Grund mehr"dafür, dass"die einzelnen"nattonglen Gruppen wie in allen übrigen Belange« s» auch, auf dem" Gebiete hei' politischen Kultur einander gleichzukommen trachten: DaS bedeutet im demokratischen Staate, dass all« die gleiche Ansicht, dir gleiche Besonnenheit, haben und in gleicher Weise realistisch-kritisch sind. In diesem Sinn« kam« gerade Ihre Arbeit zum gegenseitigen Verständnisse der nationalen Gruppen, insbesondere zwischen den Tschechen und Deutschen, ausserordentlich viel beitragen. Ich danke Ihnen nochmals für Ihr« Begrüssung und für Ihren Bericht, Der Herr Präsident ließ sich über die Stiin- mung der deutschen Bevölkerung informieren und nahm mit Genugtuung zur KcnniniS, daß die wirtschaftliche Besserung ebensosehr Ivie der entschlossene BertcidigungSwille der Republik und das .Älbstbewußtscin" der europäifchen Demokratie überhaupt in der deutschen Bevölkerung die Ueberzeugung von der Sicherheit und der geschichtlichen Sendung der Demokratie und ihrer humanistischen Ideale festigen und verstärken. Der Herr Präsident gab wiederholt und nachdrücklich seiner unerschütterlichen Ueberzeugung Ausdruck, daß der Fr jede erhalten werden wird und daß wir den Tiefpunkt sowohl der ökonomisch wie jener politisch-moralischen Krise überschritten haben, die nur ein Intermezzo in der großen Umgestaltung Europas seit 1814 ist. Der Herr Präsident forderte die Vertreter unserer BildunqSarbeit auf, im Glauben an den Frieden und die Lebenskraft der demokratischen Idee in ihrer erzieherischen und kulturellen Arbeit zum Wohle. dcS Staates fortzufahren. In» Verlaufe seiner Ausführungen betonte der Präsident, daß eS keineswegs unsere Absicht ist, uns mit unftrer Auffassllng der politischen Methoden in fremde Verhältnisse und Regierungsformen einzumcngen, daß wir niemandem unsere Ideen aufzwingen wollen, daß jedoch sür uns diese Grundsätze richtunggebend seien und es auch bleiben werden. VkiNe Arbeiter-Wintersport-Olympiade Starke Beteiligung zu erwarten I Wie stark die Beteiligung der Wettkämvfer bei den einzelnen Disziplinen sein wird, sollen einige Zahlen beweisen. Wir habe» bereit» mitgeteilt, daß zum 16-Kilometer-Lauf 160 Langläufer antreten, fast ebenso stark ist die Beteiligung bei den anderen Wettkampfarten. Für den 86-Kilometer-Dauerlauf haben 94 Sportler ihre Nennungen abgegeben. Mr den AbfahrtSlauf sind 188 Wettkämpfer, sür den Slalomlauf 111 gemeldet; allerdings wird nur die Hälfte der Abfahrtsläufer für den Slalom zugelassen, für die Kombination starten 88 Teilnehmer. Eine starke Besetzung weist der Sprunglauf auf. 81 Springer für die Kombination und das Hauptspringen werden sich sm Wettkampfe begegnen. Es ist geplant, die KombinationSspringer bereits Freitag Über die Schanze zu lassen und Sonntag nur den Hauptsprunglauf m>Szutragen. Auch die Nennungen zu den MannfchastSläufen sind stark, 27 BerbandSmann- fchaften stellen sich den Startern, e» hat zu den Mannfchastsläüfen auch das Militär feine Meldung abgegeben. Es wird also in allen Wettbewerben.scharfe Konkurrenz geben. Auch die Wettkanipfarten der Sportlerinnen sind gut besetzt. 88 Sportlerinnen bestreiten den 6-Kilometer-Lauf, 81 den AbfahrtSlauf und 22 den Slalpmlquf.^.Aber auch die Rahmenkämpfer der Jügend werden intereffani-feini nahezu" 80 Jugendliche stellen sich zum lO-Kilometer-Lauf. schwächer ist der Lauf, der Jugendsportlerinnen besetzt. . Informationen: Alle"Teilnehmer und Besucher, die sich bi» heute noch nicht angemeldet haben, müssen die» wegen der Quartierbeschaffung sofort tun. Nur vne kommunistische Hochburg nach der andern fällt 1 FrelgewerkschaftHcher Sieg in der Apollo-Raffinerie Preßburg Einer der wenige» Betriebe PrcßburgS, in dem di« Kommunisten bis in die letzte Zeit hinein etwas zu sagen hatten, war die Apollo- Raffinerie. Noch vor einigen Jahren gab eS dort"nur Kommunisten." Im Jahre 1V38 hatten die Freien Gewerkschaften in« Betriebsausschuß ein Mandat gegenüber vier kommunistischen. Jedoch wie überall wirtschafteten die Kommunisten auch dort sehr schnell ab. Die" Arbeiterschaft wär mit den mangelhafte»« Leistungen ihres Betriebsausschusses auf das äußerste unzufrieden, die Kommunisten wußten, daß sich über ihren Häuptern ein. Ungewstter zusay«menzog, und so Verbündetem sie sich mit den tschechischen Nationalsozialisten,, um unter falscher Flagge gegen die Freien Gewerkschaften zu kämpfen und diesen den sicheren Sieg zu entreißen. Bei den Wahlen ün vorigen Jahre erhielten die Kommunisten nur mehr zwei Mandate, jedoch die mit ihnen verbündeten Nationalsozialisten bekamen ebenfalls zwei Mandate und di«" Freien Gcwerkschasten «nutztest sich mit dem bisherigen einen Mandat zufrieden geben. Doch sehr schnell.sahen die Arbeiter, daß der neue BetriebSausschuh nicht ein bißchen besser avbettete alS der"alte, daß die Kommunisten bloß einen der Mich«»«" Drehs gemacht hatten,«»» sich gn der Riacht zu halten, und so wurde im Dezem- ber 1986 eine Aktion eingeleitet, um die nach dem Gesetz» für- eine Auflösung des BetriebSaus- schussc« nötige Zweidrittelmehrheit von Unterschriften zusammenzubekömmen, Infolge der Empörung der Belegschaft gelang das sehr schnell, dle Bchövden mußten die" Auflösung aussprechen und. so gab«S s«tzt bei Apollo Neuwahlen. '!’ Sie sieht das Ergebnis ans: die beiden f r e i g"e w e r k sch ä ftliche n■ S3 e r- bände erhielten. 61, bzw 66 Stimmen, di« vereinigt«»'Kommunisten und» tschechischen Nationalsozialisten 86 Stimmen. Demzufolge gibt es im nettenBetriiebsauSschüß d r ei" f r e i g e w e r k« s ch a!f t l i ch« B« r't r«ter, was bei einer Gesamtzahl von fünf die Mehr h«it bedeutet. .. Zum erstenmal seit hie. Apollo-Raffineries besteht, ist damit dort eint freigewerlschastliche noch vereinzelte Privatguartiere stehen zur Verfügung, alle Meldungen für die Massenguartier« müssen ab heute direkt an Alois Fuckner, Marschendorf I. gerichtet werden Es können nur jene Gäste berücksichtigt werden, die sich für Massenlager vorher gemeldet haben. Decken sind mitzubringen. Die Massenlagcr sind geheizt und stehen zum Preise von 3 K£ zu Verfügung. Ein Mitkämpfer der Olympiade: ..... Beider Hangen, Birkebeineren 26 Jahre alt, Fabrikarbeiter. Brate Teilnahme an Ski-Konkurrenzen lm Jahre 1923. Norwegischer Arbeitermeister im Sprunglauf 1938 tmd 1936. Sieger bei der Spartakiade 1936. Nimmt am Sprunglauf teil. Mehrheit erreicht worden. Wir hoffen, daß nun auch ehestens die letzten kommunistischen Säulen dieDhnamitfabrik und die Zwirn- fabr i k, fallen. Das ist die beste Einigung der Arbeiterschaft, die eS gibt, nämlich die von unten über den Kopf der kommunistischen Führer hinweg im Rahmen der sozialistischen Organisationen." Freidenker-Bundestag in Tepilb-Sdittnau Der Bund proletarischer Freidenker hält an den beiden Pfingsttagen in Teplitz-Schönau sei- nm Bundestag ab, der zusammen mit der sür den Pfingstsonntag Vormittag geplanten großen Manifestation auf dem Marktplatz eine eindrucksvolle Kundgebung für die Forderungen der fortschrittlich denkenden Menschen in diesen« Staate werden soll.■ Der Samstagabend wird eine Kultur» feier mit wertvollem Programm bieten. Am Sonntag Vormittag demonstrieren die Freidenker an. ihrem zweite»« Tag der Freiheit gemeinsam mit ihren tschechische«« Genossen gegei« die Angriffe" der Kulturreaktion und für die Anerkennung ihres Programms als Weltanschauung in diesem Staate. Deb Sonntag Nachmittag und der Pfingstmontag Vormittag ist den K'ongretzbe- ratungen gewidmet. Die Herausgabe eines wirkungsvollen,.künstlerischen Werbeplakates wurde beschlossen. Der Rundfunk soll in bett Dienst der Werbung für! den Bmrdestag gestellt werden. Um der Pfingstkuirdgebung der Freidenker dic^Wucht eistheitlichen Vorgehens zu geben, wird bereits jetzt bei den VorbereitungSarbeitcN das Einvernehmen mit den tschechischen Freidenkerverbänden gepflogen. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche:!• Sonntag, ,14. Feber, 14.86—14.48: Raffenseele und BolkSgeist(Dr. Otto Loew«), .»Mitt w o ch, 17. Feber,. 18.26—18.46: Dee Rohstosstampf im Südosten(Paul Malles), - Freitag, 19. Feber, 18.88—18.48: Aktuelle zehn Minuten, Sonn.tag,21. Feber, 14.80—14.48:Wehrhafte Demokratie(Johann Stör ch). Seite 8 Brief an den Zeitwiegel Ein mährischer Leser schreibt uns aüs Z.» Nach dem Erscheinen des„Briefwechsels!" von Thomas Mann, in dem er sich mit seiner Ausbürgerung und seiner Stellung zum Deutschtum befaßt, ging ich sofort in eine Buchhandlung, um dieses Buch zu bestellen. Der Verkäufer machte ei» bedenkliches Gesicht und sagte nach einigem. Hin. und Hpr: „Wissen Sie, ich kann nicht garantieren, ob wir Ihnen das Heft so glatt beschaffen können. Das ist doch jedenfalls in Deutschland verboten und unser Kommissionär wird die Bestellung wohl kaum übernehmen können. Für alle Fälle wird die Beschaffung längere Zeit in Anspruch nehmen."— Darauf ich:„Das macht nichts und ist mir gleichgültig; Sie können ja direkt beim Verlag bestellen. Notieren Sie; Oprecht& Helb- ling, Zürich. Aber versuchen Sie es zuerst doch beim Kommissionär. Werden abwarten, wie er die Sache dreht.“ Nach drei Wochen und zwei Tagen kam ich in den Besitz des„Briefwechsels“. Der Kommissionär hatte ihn besorgt, aber vorsichtigerweise in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift: ,Filr die Geschäftsleitung! E nthält Listen unseresBarsortiments!“ Ich zahlte zum Preise das nicht unerhebliche Briefporto hinzu und war nun im Besitz des „Briefwechsels“. Wie ich bei einem Blick auf den Innentitel mit Freude feststellte, hat es der, r Briefwechsel“ in der kurzen Zeit von vier Wochen bereits zu einer zweiten Auflage (%. bis 8. Tausend) gebracht, und nun, da ich auch seinen Inhalt kenne, weiß ich es gewiß: Der„Briefwechsel“ wird seinen Weg machen trotz aller Bedenken einer sudetendeutschen Provinzbuchhandlung und ihres Kommissionärs, noch viel mehr: er wird als Zeitdokument in die Geschichte eingehen und man wird ihn noch lesen, wenn man auf Hitlers „Kampf" und ähnliche Werke vergessen haben wird. Allerhöchste Auszeichnung. Wie hiesige Hen- leinblätter aus Berlin berichten, hat der„Führer" den beiden, in Berlin lebenden und sichs wohlseinlassenden tschechoslowakischen„Emigranten" Hans Krebs und Rudolf Jung das„goldene Parteiabzeichen" zu verleihen geruht. Es dürste daS die Dankabstattung dafür sein, daß Fung demselben„Führer" nach der Münchner Bürger- bräuhanswurstiade den Titel einer„eitlen Primadonna" taxsrei verliehen hat. ■ Die Feindschaft gegen Henlein wird in Trop- pau-immer größer, Bor.kurzem.i grllndeten aüch dort oppositioneile Henleinleute eine Ortsgruppe der Deutschsozialen Partei. In einer programmatischen Erklärung»vcnden sie sich gegen die Totalität der SdP.. In« Kampfe um die nationale Gleichberechtigimg stimmen sie mit der Taktik der aktivistischen Parteien überein. J>n übrigen stellen sie sich eindeutig auf den Boden der Republik. — Die Henleinpartei kommt in Troppau aus einer Krise in die andere. Vor kurzem mußte der K'äsehändler K o r z e r, der schon manchen Oppositionellen erledigt hat, dem Drucke der Opposition ioeichen und sein Bezirksführeramt einem anderen„Pg" übergeben. Mutterschulung i» Prag. Am DienStag, den 16. d., beginnt der erste Kur» für Mutterschulmig, welchen die Deutsche Hauptstelle für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Prag unter Leitung dcS Prof. Dr. B. Epstein, Ches» der II. deutschen Kinderllinik, veranstaltet. AlS Vortragende haben ihre Mitwirkung zugesagt: Prof. Dr. B. Epstein(Pflege und Ernährung deS Säuglings und Kleinkindes, Krankenpflege im Hause), Prof. Dr. H. Hilgenreiner (Erste Hilft), Prof. Dr. Ernst Hoher(Ehe, Familie und Muttersihuft), Prof, Dr. Hermann Knaus (Fraucnhygiene, Schwangerschaft, Wochenbett), Doktor Kindermann(Vererbungslehre, Bevölkerungspolitische Lage), Frau Gertrud Pinsker(Erzft- hungSfragen, Beschäftigung de» gesunden und kranken KindeS). Neben diesen Vorträgen finden praktische Hebungen an der II. deutschen Kinderklinik unter Leitung Prof. Dr. B. Epstein statt. Restliche KurSanmeldu»«gen an die Deutsche Hauptstellc für Kinderschuh und Jugendfürsorge, Prag I.,. Mals näm. 11. Elsenbahnabkommen mlt.Deuhchland vor dem Abschluß? In der nächsten Zeit soll das Abkommen mit Deutschland über die Rcgelipig der Verhältnisse auf den Eisenbahnen im Grenzgebiet ratifiziert werden. Das Abkommen hat für die Grenzbahnhöfe große Bedeutung. U. a. wird der Verkehrsdienst auf der gemeinsamen Bahnstation Eger neu geregelt werden, deren Verwaltung der tschechoslowakische Staat übernimmt. Ferner soll die Strecke Reichenberg— Grottau—Staatsgrenze von der tschechoflowäki« scheu Eisenbahnvertvaltung übernonnnen werden. Die faktische Durchführung dieses Abkommens ist noch durch die Vereinbarung'von Sondervereinbarungen mit Deutschland bedingt, deren Ent- ' würfe bereits vorbereitet sind. Seite 4 SamStag. 13. Feier 1037 Nr. S». darunter der Nevierinspektor der Polizeiwache Jan■ Vel«ekts. der seinerzeit dar UeberfallSkommando der Polizei herbeigerusen batte. Er sagt« aus, dass die Leiche.BelgoS auf dem Boden der.Wanne lag. Lernt!, der einen wasserdichten Want«! trug, batte den Äermel fast bis zur Schulter durchnässt. Der Zeuge Karl Siranäk, Nevierinspektor. der beim Bette Lerntss im Krankenhaus die Aussicht führte, bestätigte, dass Lernt! ihm gegcnilbcr zusammenhängende Aussagen. Wer alle Einzelheiten der Tat machte, ohne Zeichen der Erregung zu zeigen. Der Zeuge Karl Hüläk-Zabovkesky, der im gleichen Hause wie Lernt! wohnte, sah Frau Velgo zweimal auf dem Hofe des Hauses, lann aber nicht sagen, warum sie kam. Der Zeuge Josef Jukstek sagt über den Ausflug mit Rat Velgo aus. Dann wurde an die Verlesung der Schriften gesebrit. ten, wobei Frau Velgo zahlreiche Fragen Dr. Loch- nians und der Gerichtsvorsitzend« beantwortete. Auf die Frage deS Vorsitzenden, ob sie ihre Tat bedauere, erwiderte Frau Velgo bositiv. Di« Verlesung der Schriften dauerte bi» in die späten Abendstunden. Für den Llndbergh-Erlririerüngsflug Unser Bild zeigt den Entwurf eines Schnellfl ugzeugeS, wie«s von England in Auftrag gegeben wurde. Al» 14sihige Maschine gebaut, soll e» am Lnftrennen New York—Paris im August teilnehmen, da» anlässlich de» 10. Jahrestages des Lindbergh-OzeanflugcS veranstaltet wird. 9er McrdproieH Velgo Datinn vom iü. Feber 1080 geschrieben und unterzeichnet habe, in dem er sein« Fra» enterbt« und seinem Kinde den Pflichtteil vermachte. Al» Z-uain darüber sprach, dass die AngeNagt« Ihre ehe. malig- Schülerin ist, dass sie in der Schule brav und anständig wär und dass ste ihr sicherlich gerne Ratschläge erteilt Mtte, wenn sie sich an sie um Hilf- gewandt hätte, bat die Angeklagte Velgo weinend mit gefalteten.Händen die Zeugin, ihr zu verzeihen, und bricht später neuerlich in Tränen au», al» ihr am Schluss dit Zeugin versichert, dass die Familie Velgo für da» Kind, dessen Erziehung sie übernom- men bat, mit mütterlicher Liebe und Gewissenhaftigkeit sorgen werde. Nachmittag» wurden weiter« Zeugen verhört. Xwelter vertiandiunvstag Brünn. Wie stets bei grossen Prozessen solcher Art, zeigten auch bei der Freitag fortgesetzten Verhandlung die beiden Angeklagten Anzeichen der Ermüdung und Depression. WenzelEer- n h hält seinen Kopf hach aufgerichtet, was aber keine Geste des Stolzes und der Hartuäiklgkelt, sondern dadurch bedingt ist, dass ihm infolge seines SeGstmordversucheS da» rechte Auge herauS- genoinmen werden musste. Zunächst wurde den Angeklagten ihre am ersten VerhandlungSiage abgelegt« Aussage vorgehalten, welche Wenzel Eernt) bestätigte. Er versuchte allerdings neuerlich seine GedächtNiSschtväche, wenn auch in nicht sonderlich geschickter Weise, zu demonstrieren. Auf die Anfrage deS Verteidigers Dr. Karsten erklärte§ernh, nervös zu sein; während des Kriege» sei er verletzt Ivorden und sei auch an Malaria crkrairlt. Marte Velgo beharrt auf ihren gestrigen Aussagen. Sie fühlt sich schuldig. Auf die Frage de» Vorsitzenden nach dem Grund der Tat erklärt sie, nicht gctvusst zu haben, was sie tue, da ste nicht mehr ein Meirich, sondern ein gehetztes Geschöpf gewesen sei. Ursprünglich hatte sie die Absicht. Velgo zu iöien, al» sie jedoch sah, dass der Mordplan ver- wirklichr werden sollte, zögerte sie. Die Frage de» Verteidigers Dr. Loria über da» serielle Verhältnis zwischen de» Eheleuten Velgo lässt der Vorsitzende nicht zu. Der Staatsanwalt stellt sodann eine Reihe von Fragen betreffend die Korrespondenz der Marie Velgo und deren Bekanntschaften mit einigen Männern. Wer ihre finanziellen Verhältnisse und moralische Wohlverhaltenheit, wobei es zu einer Kontroverse zwischen dem Verteidiger Dr. Loria einerseits und deut StaatSaiUvalt Dr. Dusik und dem Vertreter der Privätbcieiligten andererseits kommt. Um JO Uhr erstatteten der Direktor de» Brünner Institut» für Meisteikranke Dr. Jelinek und Do- zestt Dr. K o h o u t ihre Gutachten Wer Lernh und die Velgo. AuS den Berichten geht hervor, dass Eornü bei der Tat geistig vollkommen gesund und auch di« Velgo vollkommen zurechnungsfähig war. Ter von Dr. Kohout erstattete Obduktionsbefund stellte fest, dass die Verletzung VelgoS nicht tödlich war und dessen Tod durch Ertrinke» in der Badewanne herbeigeführt wurde. Der Verteidiger der.Velgo, Dr. Loria, beantragt sodann die Einvernahme einer Reihe von Zeugen, die Vorlage de» Tagebuches der Angeklagten und ihrer Korrespondenz, Photographien und photographischer Platten, di« in ihr«r Wohnung beschlagnahmt worden sind. . Die weiteren Anträge der Verteidigung, die in ziemlich schonungsloser Art allerlei intime Details aus dem Privatleben d«S Ermordeten beträfen, die nach Ansicht d«S Verteidigers seiner Klienten mildernde Umstände sichern sollten, führten zu einem scharfen Protest des Staatsanwaltes, der diese Anträge als Beschmutzung des Toten bezeichnete und sich gegen ihre Zulassung aussprach. Der Ankläger betonte, dass er sich hier nicht um di: Erörterung des Privatlebens des Ermordeten Handl«, sondern einzig und allein um die Schuldfrage der Marie Velgo. Das Schlvurgericht lehnte hierauf die Beweisanträge der Verteidigung zum grössten Teile ab. Hierauf begann die Zeugeneinvernahme Als erster sagt« der Rat des Berlchterstatwng»- dienstes Otakar Zamrazil aus, über dessen Wohnung die VelgoS wohnten. Er erklärte, er habe am Abend des Tages der Erinordnng VelgoS aus dessen Wohnung ein ungewöhnliches Poltern, Stampfen und Hilferufe gehört. Er habe sofort den Verdacht gehabt, dass in der Wohnung ein Mord verübt wurde, und sei deshalb zu dem Hausmeister gelaufen, den er ausgefordert habe, die Polizei her- beizurusen. Die nächste Zeugin, die Lehrerin Iren« Velgo, eineSchwester deSErm.or- d e t e», sagte über die Bekanntschaft ihres Bruders mit der Aimeklazten und über seine materiellen Verhältnisse aus. Sie bestätigte, dass er zu dem Testament vom Jahre 1034«inen Zusatz mit dem Vom Rundfunk Empfehlenswerte» eus den Protr«. Seile 5 Ehedt-kusslon vor dem Mikrophon. Die amerikanische Rundsunkgcsellschaft„National Broadcasting Company"' hat«ine originelle Diskussion vor dem Mklöphon verunstaltet. Sie hatte verheiratete Männer und grauen«ingeladen, sich öffentlich über Eheprobleme zu unterhalten. Di« Speaker waren«in« MrS. Lowe und ein Mr. Brown. Die Teilnehmer an der Diskussion wurden nach Geschlechtern geschieden: die Männer saßen links, die graben rechts. Sie beteiligten sich mit Zwischenruf«» an der Unterhaltung von Mr., Brown und MrS. Lowe, deren Ausführungen zum Teil von hier«inen Seite be» Saales mit Beifall, von der anderen Seite mit Zischen beantwortet wurden. Die Ikebertragung hat in den Kressen der amerikanifcheu RundfuNkhörer so viel Anklang gefunden, daß sic regelmäßig fortgesetzt werden soll;.■ Die jüdische» Dörfer in Palöstime. End« des Jahres 1938 gab eS inPalästina insgesamt 203 jüdische Dörfer mit 97-000 Einwohnern. Bor zehn Jahren hat«S in Palästina nur 110 jütische Dörfer mit 80.000' Einwohnern gegeben. Di« Zahl der jüdischen, Landwirte in Palästina ist während der letzten zehn Jahre um volle 827 Prozent gestiegen. Weiteres.»Was sagen Sie zu dem fürchterlichen Gewitter heute. nacht?"»Gewitter? Ich habe nichts'gehört?" Aber eS hat doch gedonnert, als ob die. gänz« Welt«ingestürzt, wäre!"„Da weist ich. wirklich nichts davon. Ich schlafe nämlich hintenhinaüi."—„Sie tragen immer so feine und elegante' Anzüge. Ich möchte Sie um die Adresse Ihre! Schneiders bitten."„Die sollen Sie haben, aber unter einer Bedingung: Sie dürfen ihm nicht die meinige geben." H RADION .7-1 Illi WÄSCHT ALLEIN ,h. er v xLL"I jt)* 1 ■| // Denn M|t ld> mit ..JA J Radlon wasche, *' bedarf es keine«- Vorwäschen« mehr! DasVorwa« sehen war doch eine rechte Flage.« Jetzt steile ich die Wische direkt aus der Einweichlösung «um Kochen zul Keine Angst« dofe der' Sdimula einbrenntI Radlon Ktat selbslUtlg den SdimuÜi Radlon wascht ohne Plage. In kaum mehr als 15 Ml- 7 nut«n wird die Wasche blendend- welk... bei geübter Schonung. mit der Wäsche? ••.• J VEsmirtsekast«ml ässiaipoütiL Uümai mH Dculsdiland iHiftrzcidiiKt Erhöhung das Exports bis um ein Viertel ermöglicht Gewinn für den Bäder- und Reieeverkehr - Di« Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland wurden Donnerstag mit einem Abkommen abgeschlossen, Wer welcher daS nachstehende Kom- muniquee äuSgegeben wurde: »Di«'fünft« Tagung des tschechoslowakischdeutschen Regierungsausschusses, di« am 1. Feber d. I. in Prag eröffnet wurde, wurde mit der Unterzeichnung eines Protokolls über die Regelung der gegenseitigen Warenverkehrs für das Jahr 1087 abgeschlossen. Gleichzeitig wurde auch das Abkommen über den gegenseitigen Reiseverkehr bis gum 81. Dezember d. I. verlängert. Die beiden Regierungsausschüsse waren bestrebt, den gegenseitigen Warenaustausch zu heben. Da- vereinbart« Protokoll über den Warenverkehr läßt auch ein« erhebliche Steigerung deS Reise- und BäderverkehrS sicherzustellen." Wie die ,,Pr. Pr." dazu bemerkt, dürfte die' Steigerung unserer Ausfuhr gegenüber dem Jahr 1083 ungefähr zehn Prozent in Reichsmark, delfinach ungefähr 23 Prozent in Kronen betragen. Unter Berücksichtigung-des Devalvationseinflusses auf die Preise würde die mengenmäßige Steigerung 13 bis 20 Prozent ausmachen.' Bekanntlich ist im vergangenen Jahr der tschechoslowakische Export- nach Deutschland in» fotz« deS Clearing-Verfahrens zurückgegangen, während die Einfuhr stark stieg, so daß einer aktiven Handelsbilanz im Jahr« 1083«ine passive-im. Jähre 1086 fotzte. Daö neue Abkommen kann als eine günstige Wendung in den Handelsbeziehungen mit Deutschland. gewertet werden, wähei es für die deutschen Industriegebiete von wesentlicher Bedeutung ist,, ob an der angebahn» ten Steigerung unserer Ausfuhr die Kontingente der Fertigwarenprodukte einen genügend hohen Anteil haben werden. Starke erhöhte Dotierung des Büdericontos Einen Gewinn bringt das Reise- und Bä- derabkonunen unserem Fremdenverkehr und unseren Kurorten. Die Steigerung läßt sich auf. die Hälfte des bisherigen Umfangs, wertmäßig auf ungefähr 30 Millionen Kronen im Jahr schätzen. Die getroffene Regelung bringt auch insofern einen Fortschritt, als die schnelle Abwicklung des Dotierungsverfahrens vorgesehen ist. Investitionstätigkeit aut dem Gebiete der Elektrifizierung Nach dem Gesetz über di« svftematisch« Elektrifizierung des Staates wurden seit dem Jahr« 1010 nacheinander insgesamt 24 elektrische Unternehmungen im ganzen Staatsgebiet als gemeinnützig« Unternehmungen-erklärt. Es handelt sich arösttenieils um neugegründete Unternehmungen. An 17 dieser Unternehmungen ist der Staat- finanziell beteiligt; seit dem angeführten Lahr bis Ende des Jahres 1083-beträgt seine Teilnahme daran insgesamt Kä 182,030.800. Dies« Unternehmungen tragen in bemerkenswerter Weis« zur Linderung der Arbeitslosigkeit bei. Sie selbst beschäftigten im ganzen 4600 Angestellte und etwa 700 Saisonarbeiter. Im Jahr« 1083 allein investierten sie insgesamt 04,818.000 Kö. Davon haben sie nur für zirka 10 Millionen Ki Arbeiten in eigener Regie durchgeführt. Außerdem bestellen sie aber für Erhaltungsarbeiten verschiedene Waren für 17:3 Millionen Ki jährlich. Der Gesamtwert der von ihnen gemachten Bestellungen hat daher im abgeführten Jahre den Betrag von 100 Millionen Ki Überschritten. Diese Bestellungen tragen zur Linderung der Arbeitslosigkeit nicht nur auf dem Gebiet« der Maschinen», der elektrotechnischen, der Porzellan- und der.Holzindustrie, sondern auch zur Beschäftigung von Industrien bei, welche mit der Elektrifizierung nichts zu tun haben, denn cm angeführten Jahre wurden ünr fjir eiicgesührteS Rohkupfer an 8,000.000 Ki für Elektrifizierungizwecke dieser Gesellschaften verausgabt. Diese Bestellung von Rohstoffen ermöglicht wieder eine Erhöhung des Exportes von Textilien und anderen Erzeugnissen. -Ihre Investitionstätigkeit gibt aber gleichzeitig auch den Impuls zu privaten Installationen. Im angeführten Jahre sind im Gebiete der erwähnten Gesellschaften nach"einer Schätzung dieser Gesellschaften bloß kleine Investitionen bei Kleinabnehmern für ungefähr 28,000.000 Ki durchgesührt worden, abgesehen von Iveiteren zahllosen Investitionen bei den Verbrauchern, deren Häuserzeugung namentlich die Entwicklung dieser shstematischen Elektrifizierung deS Staates ermöglicht hat. Der Verbrauch der Kltinkonsumenten erhöht sich ständig. Das Wertvollste an dieser Investitionstätigkeit bildet aber der Umstand, daß diese Gesellschaften das dazu erforderliche Kapital unter normälen Bedingungen beschaffen und dieses Kapital aus dem Ertrag ihres Unternehmens verzinsen und amortisieren, so daß diese Investitionstätigkeit einen regulären und normalen Charakter Hai Ferner haben diese Investitionen den Borzug, daß sie auf ein« große Fahl von Produktionszweigen im ganzen Staatsgebiet verteilt sind. Sie bilden bloß vereinzelt bemerkenswerte technische Werke; vorwiegend sind«s einzelne kleine technische Arbeiten, die fast unmerklich entstehen, aber um so wertvoller sind, weil ihre Erhaltung, Amortisierung und weitere"Ausdehnung weder staatliche noch öffentliche Güter, sondern ihre eigene Fweckmäßig- keit belasten, 'Unter den erwähnten 17 gemeinnützigen Unternehmungen sind die Elektrischen Betriebe der Hauptstadt Prag, dar UeberlandS-ElektrizitätSwerk in Reichenberg, die Genossenschaftsbetriebe in Drgjsic« und:die vier südböhmischen ElektrizitätSwerkSver- bände nicht inbegriffen. Woche der Fürsorge, für die Gesundheit der Landbevölkerung Freitag fand im Prager„Haus der kand- wirtschaftlichen Kultur" eine Beratung von Vertretern^ ganzstaatlicher Korporationen über die Vorbereitungen für die heurige„Woche der Fürsorge für die Gesundh it derLandbevö.kerung"statt, die unter dem Protektorate des Gesundheitsmini- sters Dr. Czech und des Landwirtschaftsministers Dr. Zadina steht. LandeSausschußbeisitzer Aypr führte aus. daß die heurige Aktion der Herrichtung der Landgebiete; besonders der grossen brachliegenden Flächen und den Vorbereitungen für eine großzügige BewaldungSaktio» gelten wird. Prpf. Cmun.t sprach über Frage» der Vadd- und Fremhenverkehrsorie; Dr. Kellner über Angelegenheiten der Hygiene auf dem Dors.. Die General Motors Werk« haben bekannt- gegeben, daß am Monmg 183.000 Arbeiter die Arbeit wieder aufnehmen werden. Wenn bis Donnerstag die übrigen Werkstätten in regelmäßigen Gang treten,.werden weitere 23,000 Arbeiter die Arbeit aufnehmen. Der. durch den Streik' den Werken verursachte Schaden wird auf 100 Millionen Dollars geschätzt. . Französische Regierungsmassnahmm gegen Preissteigerungen angekündigt. Volkswirtschafts- Minister Spinasse erklärtein seiner'auf dem Jah- reSbankett der Importeure und Exporteure gehaltenen Rede, daß, wenn das Ansteigen der P r eise so rasch vor sich gehest würde wie das Ansteigen der Einnahmen, das Experiment der gegen- tvärtigen Negierung zum Scheitern verurteilt wäre. Bisher war es möglich, fuhr der Minister fort,- bedeutsame Resultate durch Ur berge u.- g u n g zu erlangen. ES ist aber möglich, daß dies in Zukunft nicht hinreichen und die Regierung lverde um Vollmachten, ansuchen müssen, welche ihr einen ausgiebigen Einfluß stuf die Bestimmung der PreiShöhe sowie auch Sanktionen gegen diejenigen ermöglichen würde,’ Sie di- Preise unberechtigt'erhöhen. Verstaatlichung der türkischen Industrie. Der türkische Minister für Volkswirtschaft beendete das Studium'eipeS Gesetzentwurfes, durch welchen die gesamte Industrie sukzessive in die Verwaltung des Staates übergeführt werden soll. ■ Körner müssen es sein, aus denen der' hochwertige Perolo- Kornkaffee gemacht wird. Da den schweren Körnern alles entzogen wird, was zur Herstellung eines guten Kaffeegetrönkes unnötig ist, werden sie so leicht, dal) 22.000 auf% kg gehen. In% kg Perola sind also die wertvollen Stoffe von 22.000 Roggenkörnern enthalten. Di« Arbeitslosigkeit in England' betrug am letzten Jänner nach der Statistik des. Arbests- ministeriumS 1,689.000, war demnach. um 60.300 höher als Ende Dezember.• In Oesterreich wurden am letzten Jänner.316.000 unterstützte Arbeitslose gezählt, um 8300 mehr als am 15. Jänner...:. An der Hochkonjunktur der englischen Wirtschaft hat der Kohlenbergbau nur einen bedingten Anteil.. Wähl sind die Kohlenlieserungen an die Industrie und damit auch die Kohlenproduktion gestiegen. Aber die britische Kohlenausfuhr weist auch für 1986«inen weiteren Rückgang auf. Sie beträgt'in. diesem Jahr« 8-1.3 Millionen longt. gegen 88.7 Millionen langt. 1985. Die Verminderung beträgt demnach etwa 14 Prozent.... ^GROSSE Todesflut Uber USA MTP, N e w 8 o r k, Anfang Feber. lieber drei Staaten der NSA— Ohio. Indiana und Kentucky—fluten die entfesselten Wässermassen des Ohio und Mississippi. Mehrer« Millionen Mensche« sind in Lebensgefahr, Tausende bereits ertrunken, weitere Hunderttausend« auf kleinen Inseln inmitten des Zerstörungsmeeres von jeder Verbindung mit der Außenwelt nbgeschniiten. Mehr al- 200 Millionen Dollar beträgt schon heut« der angerichtete Sachschaden, und. noch ist«in Ende der Katastrophe oder wenig»! stenS«in Stillstand der Ueberschwemmung nicht abzüsehen. !' Die gespannt« politische Lage in Europa hat einen großen Teil der Oeffentlichkeit verhindert, sich-' Umfang und Bedeutung dieser ungeheuren Katzstrophe voll zum Bewußtsein zu führen..Ein Vergleich,ermÜglicht dies in.voller,Klarheit: wären statt der Wassermassen des Mississippi und Ohio diejenigen der Sein-übet ihr« Ufer getreten.und 80 M«M überHxen gewohnten Spiegel gestiegen,, so würden mehl al- zwei Drittel der Hauptstadt Frankreichs tjerschtzundey seis und der Eiffelturm bis' zum. zweiten Stockwerk,, die Rotre Dame- Kirche sogar bis zur Hälft« ihrer Gesamthöhe— also bis über die Höhe der Kanzel— unter Wässer stehen... - Die Astronomen sind um. di« wissenschaftliche Erkläpung der-Katastrophe nicht verlegen.» Sie führen sie auf di« von ihnen beobachtete Vermehrung der sogenannten„Sonnenflecken", d. h. auf die' vulkanausbruchartige Entzündung ungtheürer GaSmassen des Sonnensystems, zurück. Diese Erklärung mag richtig oder unzutreffend sein; an den Tatsachen selbst vermag sie nichts zu ändern; ja ste vermag nicht einmal zweckdienliche Fingerzeig« für dl«. Abwehraktion zu bieten. Tatsache ist, daß die Staaten Ohio, Indiana und Kentucky- zum größten Teil unter Wasser stehen. Tatsache ist, daß' die Städte Cjneinnati, Portsmouth, Frankfurt, Pittsburgh und Monon- gahela unter den Fluten verschwunden sind, ohne daß der größte Teil ihrer obdachlosen Bevölkerung die Möglichkeit hatte, auch Nur den' unentbehrlichsten Besitz zu retten. Tatsache ist, daß di« in dreijähriger Arbeit mit einem Kostenaufwand von 50' Millionen Dollar errichteten Dünen und Dämme deS Mississippi von der Flut.weggewaschen wurden. Tatsache ist, daß di« Waffermaffen'in' den niedrig gelegenen Vororten von Thineinnatt die Höh« von, 6 Stockwerken«reicht Höchen. Tatsache ist, daß Riesenreservoire mit Tausende von Litern Petroleum^Und Benzin durch den ungeheuren Wasserdruck explodiert sind und die Schrecknisse des Hochwässer- durch di« Schrecknisse- riesiger Feuersbrünste noch vermehrt haben. - Retter und Helden Daß all« sonst Wlichen RettungS- und Abwehrmöglichkeiten in diesem, engxmen Katastrophengebiet voM Flächeninhalt einer europäischen'Großmacht von vhncherein auSscheiden müßten, verstand stch von selbst, Hf« mußten ganz neu« Wege gesucht werdkn, und man fand.sie auch. Ist die Katastrophe selbst die^umfangreichste der letzten Jahrhunderte, so ist daS Rettung-Werk der amerikanischen Bundesregierung-ebenso fraglos da- bisher größte und am genialsten organisierte Hilfswerk aller Nationen. Radio und Flugzeug wurden in. bisher Noch nie dagewesenem Umfange in den Dienst-der Rettungsaktion gestellt.' Die. Radiostationen deS überschwemmten Gebiete- arbeiteten bis zur letzten Minute, übermittelten den Behörden ihre Beobachtungen und ermöglichten so die Rettung von hunderttausenden von Menschenleben. Der Telegraphist der Sendestation Monongahela stand 60 Stunden hindurch vor dem Mikrophon und sandte seine^SOS-Rufe hinaus, bis die«indringenden Wassermassen über ihm zusammenschkügen. Bon überall her kamen diese Hilferuf«, von Cincinnati bis Süd-Kentucky, und wiesen den herbeieilenden Flugzeugen Weg und Ziels. ' Inzwischen waren bereits überall, durch die örtlichen. Behörden primitive Hilfsaktionen organisiert worden. In Frankfurt ließ man sogar die Strafgefangenen frei, die sich in der Tat unter Führung eines Offiziers der Bundesmiliz in auf», opferndster Weise am Rettung-Werk beteiligten, ohne den geringsten Flucht-, Plünderungs- oder Meutereiversuch zu unternehmen. Da sich, di« Flugzeuge des von Taptain I. F. Ellwt kommandierten LuftrsttungrdiensteS der Bundesregierung als. zahlenmäßig unzureichend erwiesen, wurden außerdem noch«in« Anzahl Militärflugzeuge«nd Flußstreitkräfte aufgehpteN. 500 Flugzeuge überfliegen nun ununteürochen das gesamte Kätastrophengebiet. und 100 Luft- verPflegungSdienste versorgen di« auf den Wie Inseln auS dem-Meer aufrggenden Bergen und 'Hügelkuppen züsammengedrängten Flüchtlinge mit LdbenSmitteln und.-Medikamenten.-Kistchen Mit Konserven und Mais werden, an Fallschirmen befestigt, abgeworfen.-Nicht immer erreichen sie ihr Ziel: oft ist die Höhe,' auS der sie abgeworfen werden, zu gering, als daß die Fallschirme sich entfalten, und die Kisten kommen zerschmettert »Uten an. Zuweilen werden sie auch durch widrige Luftströmungen ins-Wasser getrieben. Man hat deshalb eine neue Art Fallschirme konstruiert, die nur einen Sard. Durchmesser besitzen, speziell zum Abwurf von Arzneimitteln verwendet werden^ und für sichere Laüdung größere Gewähr' bieten.: vis Hyiinen der Katastrophe- Aber nicht nur höchste-Aufopferungsbereitschaft und tatkräftigste Menschenliebe sind-durch dies« gewaltig« Katastrophe zur-vollen Entfaltung gebracht, ftoroen, sondern— leider— auch die niedrigsten Instinkte. In den halbüberschwemmten Städten Hausen Gangsterbanoen. um unter dem Deckmantel des Rettungswerkes Raub und Plünderung zu treiben. Sie sind straff, militärisch organisiert, mit den modernsten Waffen und Verkehrsmitteln versehen, und Jeff Connalu, der berüchtigte ehemalig«„Ldjutant' John Dillingers, hat ihr« Führung Mruommerf, Di« nm» deSregierung hat ein Sonderlommando von Wf Militärflugzeugen, 80 Offizieren und?0Ü MgsiN Militär gegen dies«.Hyänen" eingesetzt, und jeder gefangen«.Plünderer wird auf der Steste standrechtlich erschössen.-■; tz So entfesselt die gigantische Katastrophe im gleichen Atemzuge die höchsten und die niedrigsten menschlichen. Trieb«« , Man'E^ Kji n g. «Seite a ßanißtaa, 13. Feber 1337 Nr. 38 Die Stärke der deutschen und der russischen Armee (Nu.) Dem umfangreichen Parlamentär!» schon Bericht zmN französischen BertcidigungS- bau»Hal. entnehmen lvir folgende Angaben über die relative Starte des deutschen und russischen FricdcnShcercS. Die Ausgaben für'die Berteidi- gunst, die im Jahre 1934 in der Sowjetunion bloß auf ßi/2 Milliarden Rubel geschätzt wurden, erreichen bereits im Jahre 1335 rund 15 Milliarden Rubel, Für 1937 sind für die Verteidigung rund 23 Milliarden Rubel vorgesehen. Diese Steigerung der militärischen Ausgaben der Sowjetunion geht Hand in Hand mit einer ebensolchen Steigerung der militärischen Ausgaben Deutschlands. Wein» in'der Solvjetunion im Durchschnitt der letzten drei Jahre 14 Milliarden Rubel für die Verteidigung ausgegeben wurden, so erreichten die entsprechenden Ausgaben Deutschlands rund durchschnittlich 4s^ Milliarden RA!, pro Jahr. ES ist allerdings unmöglich, diese deutschen und russischen Ausgaben nach ihrer Kaufkraft zu schätzen..Aber man kann doch feststellen, datz die beiderseitigen militärischen Ausgaben im Laufe der letzten drei Jahre sich rund verdreifacht haben. Die russische Armee erster Linie, die im Jahre 1334 die Stärke von 530.000 Mann erreicht hat, wurde gegen Ende 1983 auf 1,300.000 Mann geschätzt. Die deutsche Armee erster Linie erreicht gegen Ende 1933, nach amtlichen Angaben, 850.000 Mann (Friedensstand). Wenn man zu diesen Grundzahlen noch die nächsten Reserven hinzufiigt, die bereits am ersten Mobilmachungstagc eingezogen werden, so muß man zu der Roten Armee die 200.000 Mann der Territorialtruppen und zu der deutschen Armee die 280.000 Mann aus den Arbeitsdienstlager» hinzuzählen. Die Sowjet» Union wird also in den ersten KricgStagen über eine Armee von nicht weniger als 1% Millionen Maun verfügen, lvährend Deutschland über eine Armee von nicht iveniger als 1,080.000 Mann verfügen, wird. In Wirtlichkeit werden die beiden Armeen erster Linie bereits zu Kriegsbeginn über bedeutend mehr Mannschasten verfügen können, aber man kann doch daS Verhältnis der deutschen zur russischen Armee wie 1 zu 1^ als Ausgangspunkt für die Beurteilung der relativen Stärke der. beiden Heere nehmen. Man kann also feststellen, datz das Friedensheer der Sowjetunion, bei einem kleineren Territorium, bereits wesentlich die Friedensstärke des Zarenheercö überschritten hat. Die militärischen Kräfte der Sowjetunion sind auf folgende Weise verteilt: 50 vH. an der Westgrenze, 25 vH. in Fernost, in Mittelasien und im Kaukasus, und 25 vH. an der Wolga und im Uralgebiet. Das deutsche Heer ist zu 80 Prozent an der Westgrenze konzentriert, während sich etwa 20 Prozent an der tschechoslowä- kischen und polnischen Grenze besinden. Präsident Sloosevelt unterzeichnete Donnerstag eine vom Kongretz bereits angenommene Gesetzesvorlage, die den Bundesbehörden n o ch- m als 20 Millionen Dollar zur Verfügung stellt zur Gewährung von Notstandsdar- lehen an Opfer der Flutkatastrophe im Mississippi- und Ohio-Flutzial. Mitteilungen aus dem Publikum. Von einer 20 Bieter hohen Leiter heruntergesprungen. ES handelt sich um eine Wette, die der Springer gewann. Ec sprang nämlich von der untersten Sprosse weg. DaS tvar natürlich ein Bluff. Doch Ivettete er auch einmal ehrlich und gewann wieder. Kein Mensch konnte eS nämlich glmtben, datz wirklich 22-000 Körner in einem% Kg. Perola-Kornkaffee enthalten seien, und doch ist eS fo. 22.0000 schön glänzende, gehaltvolle Körner sind in einem l4-Kg.- Paul Hörbiger 'in dem Film„Fiakerlied". Doktor beider Rechte—. mit 300 Kronen Monatsgehalt Der nachfolgeyd im Wortlaut wiedcrgegc- bene Brief stellt einen(Ivie üblich unter Umgehung der gebührenpflichtigen Form abgeschlossenen) Vertrag der Treuhand, und Revi- sionSgesellschaft m. b. H. in Prag l, Närodni tc. 87, mit einem Beamten dar: „Ich biete Ihnen meine Dienste als Beamter(Sekretär Ihre? Herrn Dr. Schönberger) zu den nachstehenden Bedingungen an: Meine Bezüge betragen 300 KL monatlich. Im Falle, datz das Dienstverhältnis von Ihrer Seite aufgelöst oder gekündigt werden sollte, ohne datz ich Ihnen zu einer Auflösung des Dienstver« hälinifscs oder zu einer Kündigung des Dienstverhältnisses gegründeten Anlatz gegeben haben sollte, habe ich Anspruch auf eine einmalige Gratifikation in der Höhe von 200.KL für jeden in Ihren Diensten verbrachten Monat. Den gleichen Anspruch habe ich auch, wenn ich selbst daS Dienstverhältnis nach dem 1. September 1937 auflösen sollte. Jrqendlvelchc andere Ansprüche habe ich nicht. DaS Dienstverhältnis ist für beide Teile unter Einhaltung einer einmonatlichcn Kündigungsfrist zu Ende eines jeden Kalendermongts auslösbar." Fußnote:„Wir danken für Ihr Angebot... und nehmen dieses an. Treuhand- und RevisionSgesellschaft in. b. H. ppa Dr. Schönberger." . Vermutlich wird sich die Firma noch gewundert haben, datz ihr trotz dieses noblen Gehalts in wenigen Wochen einige Beamte einfach auf und davon gegangen sind. Wir enthalten uns eines wetteren Kommentars, weil uns der sonst unaus- wciÄiche Prozeß mit dieser Gesellschaft nicht dafür steht. Der Prager Straßenlärm und besten Bekämpfung war dieser Tagt Gegenstand eines Dcbat» trnabends, wobei verschiedene Fachleute die einmütige Meinung äutzerien, datz dieses Uebel auf negativem Weg, d. h. im Wege bürokratischer Verbote und Vorschriften, nicht zu bekämpfen sei. Wenn Prag aufhören soll, di« lärmreichste Stadt Mitteleuropas(vielleicht sogar des gesamten Kontinents) zu sein, bedürfe es positiven Eingreifens, also der Bekäinpfung der Lärmursachen auf technischem Weg.. Die in verschiedenen Prager Straßen vorgenommenen Schallmessungen haben ergeben, datz als Lärmursachen vor allem die Strotzend ahn in Betracht. kommt(technische Knvpllkommrnheiten des Unterbaues und. der Wagenkonstruktion), dann die Eiseichereifung des S ch-w e r- fuhrweks in Verbindung mit dem stellenweise ganz schlechten Pflaster und endlich das ohrenzer- reitzcnde Hupenlonzert der Kraftwagen. Hinsichtlich des letztgenannten Punktes mutz festgestellt werden, datz verschiedene europäische Städte von Skandinivien bi» Italien es fertig gebracht haben, den Gebrauch der Hupe in ihrem Weichbild fast völlig auszuschalten, während bei un» diese» Lärminstrument wahre Orgien leiert, zumal verschieden« Firinen förmlich wetteifern, den Automarkt mit Hupen scheutzlichfter Klanafärbung und Tonlage zu beliefern, die geradezu ein Attentat auf die Nerven der Passanten bedeuten. Dazu kommt noch, datz manche Autobesiher ein, barbarisches Vergnügen daran finden, von diesen schrecklichen Lärminstrii- menten möglichst ausgiebig Gebrauch zu machen.- Die Bekämvfung des Prager Stratzenlärm» ist also auch — und dieses Moment wurde in besagter Debatte offenbar übersehen—• eine Frage der Diszipli» nierungderAutomobilisten und' natürlich auch der Fußgänger. In diesem Punkte wird die„negative" Methode nicht zu umgehen sein, nämlich durch energischer Vorgehen der Verkehrspolizei und allgemeines Verbot von Hupen, deren Klang einem normalen Trommelfell unerträglich ist. ' 5822 neue Gewerbeanmeldungen erfolgten im Laufe der erste» drei Quartale des Jahres 1983 her der Prager Gewerbebehörde,' davon 2277 handwerks- mätzige und 8045 für HandelSgewerbe. Größtenteils handelt es sich offenbar um Versuche einer bescheidenen Existenzgründung durch' Menschen,. die durch die Krise au» dem Produktionsprozeß ausgeschaltet wurden und die ihren letzten Spargroschen zur Gründung' eine» kleinen selbständigen Betriebes verwenden tvollen. Die Erfahrung hat leider' gelehrt, daß ein Großteil dieser neuen Gewerbetreibenden in kurzer Zeit scheiterte. Bezeichnend ist, daß- auf k o'n- zessignierte Gew erbe"nur 559 Anmeldungen entfallen, der weit überwiegende-Teil auf freie Gewerbe(unter ihnen wieder zum' Großteil auf GreiSlereien). Die Zahl der angeytel» deten neuen Gewerbe siir da» gesmnte Jahr 1983 dürfte mehr als 7000 betragen. Herr Shankara hatte Donnerstag nun doch seinen Abend im Heinesaal. Er wartete zuerst mit Lichtbildern„echter" Geister-Erscheinungen, bekannter Spiritisten und Hellseher au» aller Herren Ländern auf,.immer mit dem Zweck/etwa» zur Aufklärung gegen den Unfug des gewerbsmäßigen Ollul- tismus beizutragen. Dann zeigte Shankara ein paar telepathische Experimente, die er überzeugend als durchaus nicht geheimnisvoll erklärte, Und dann allerdings auch einige Kartenkunststücke eigener Er- fiadüng, deren Tricks er nicht verriet. Auf solch« Weise schlug der'Vortragende ein wenig sich selber - und eS wär gar nicht zu verwundern, daß er sich von einem Teil des Publikums, da» sich.- samt dem Vortragenden mehr wie-in einer Volksversammlung be- trug, mußte sagen lassen, daß von der versprochenen „Wissenschaftlichkeit" de» Abend» wenig zu spüren war. Allerdings war e» nicht nur ergötzlich, sondern tatsächlich dem. im Grunde lauteren Zweck des Vortragenden dienlich, al» sich, zum allgemeinen Gaudium herausstellte, daß e» sich bei den„Protestanten" vor allem um gewerbmätzig Betroffene handeltej vor allem um einen Men Planetcn-Verkäufer vom Wenzelsplatz I Trotzdem oder eben deKvegen wäre«» rötlich. wenn Herr Shankara in keinem Falle seine Aufgabe eines Anti-Okkultisten nicht durch Halbwiffen- schaftlichkeit und durch Artistik verkleinerte. G. Eine ganzstaatliche Propaganda- und Repräsentationsausstellung de» ZuckerbäckergewcrbeS wird vom 17. bis 24. April- im großen Saal« de» Lueerna-Palai» von der Zuckerbäcker-Genossenschaft Groß-Prag» veranstaltet werden. Xun&l und Msse-p Arbeitervorstellung„Der Kuß", Oper von Smetana, am Sonntag, den 21. Feber, um halb 8 Uhr. Karten ab Donnerstag täglich von halb 9 bi» 2 und 4 bis 3 Uhr bei Optiker Deutsch. Koruna. Wochenspiekpkan de» Neuen Deutschen Theater». Samstag halb 8: Hopsa, Erstaufführung, Al.— Sonntag halb 8: Firma, 3: Die Meistersinger von Mrnberg, anläßlich des Todestages Richard Wagner», El.— Montag, 3: Aida. Theatergemeinde der Jugend(2, Serie, grüne Karten) und' freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Das Nest, Gastspiel Tilla Durieux, Erstaufführung, AL.— Mittlvoch halb 8: Der Kuß, B. 1.— Donnerstag halb 8: Hopsa, C 2.— Freitag halb 8: Die Zarenbraut, D.— Samstag,^48: ToSca. volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Der Kutz, halb 8: Das Nest, Gastspiel Tilla Durieux, B 1. . Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. SamStag halb 8: Wie es Euch gefällt, neuinszeniert.— Sonntag 8 Uhr: Unentschuldigt« Stunde, 8 Uhr: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Montag 8: Wie eS Euch gefällt, Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag 8: Jean. Gastspiel Kramer- Glöckner.— Mittwoch halb 8: Wie eS Euch gefällt, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8 Ute: Matura.— Freitag 8: Wie eS Euch gefällt, Theatcrgemeinde des Kulturverband«» und freier Verkauf.— SamStag 8: Da» Nest, Gastspiel Tilla Durieux.— Sonntag 8 Uhr: Der Illusionist, 8 Uhr: Wie«S Euch gefällt: Der SUm Die Liebe des Droschkenkutschers Ferdinand. .Ein Wiener Film unter der Regie Emo». Filünsche Variationen um das Fiakerlied, dar Paul Hörbiger in einer Heurigenschenke singt. Glück und Tragik der letzten Fiaker. Das Milieu von Praterkavalieren und Wasterern, von noblen Fahrgästen, die nicht immer auch wirklich nobel sind und viel,, recht viel Sentimentalität. Ein Fiakerschicksal, für den Film zurecht gemacht. Der Film könnte gut sein, wenn er den Ehrgeiz hätte, da» Typische zu gestalten und den Droschkenkutscher in seinem hoffnungslosen Kampf mit der Automobilkonkurrenz zu zeigen. Paul Hörbiger, der zu den Prager Lieblingen gehört, spielt den Fiaker Ferdinand mit viel Gemüt. Sehr anmutig ist Gustl Huber. Ein paar ansprechenbe Szenen für alle, die Pferde gern haben, und freund- liche Aufnahmen au» Alt-Wiener Ga»cti und' Prater.— An deutschen Filmen werden noch gezeigt „Das Schl otz in Flandern" mit Martha Eggerth und Paul Hartniann, ein Film, m dessen Hintergrund düstere Kriegserinnerungen aufleuchten — er wurde hier anläßlich einer Pressevorführung besprochen— und im Uraniakino die deutsche Fassung von„P o l e n b l u t", ein in Prag gedrehter Film mit Annh Ondra, dessen tschechische Version lange Zeit gelaufen ist. jk Wissenschaftlicher Kurzbericht Bon E. Albt. Ueber Fluglelstung und Blutzuckergehalt der Honigbiene berichtet in„Forschungen und Fortschritte" Dr. Ruth Beutle rin München,. ,' Wenn« n s.ere Muskeln Arbeit, leisten, so muß Energie, in ihnen erzeugt werden. Diese resultiert vor allem-aus der Verbrennung von Zucker, der durchs Blut den Muskeln zugeführt wird. Die Zuckerreserven der Körpers werden nach Bedarf an da» Blut abgegeben, und-durch dieser den Muskeln zugeführt. Hormon«, vor allem da» bekannte Insulin, regulieren, unter Kontrolle durch da» Nervensystem, di« Zuckerabgabe-an dar Blut.' Je mehr Arbeit geleistet werden soll,-desto mehr-Zucker muß in den Muskelzellen abgebaut werden. Ein fliegendes Insekt vollbringt Muskelleistungen, dicuns, verglichen mit-den-unseren,, nahezu unvorstellbar erscheinen-. So führt eine Honigbiene in der Sekunde 200 Flügelschläge ast». Dar bedeutet, daß sich ihre Brustmuskeln'200 mal-in-jeder Sekunde zusammenziehen--und- wieder aurstreckcn muffen. Dabei ist zu bedenken, daß sie außer ihrem eigenen Gewicht«ine Honiglast durch. dick Lust trägt, die.ihrem Körpergewicht gleichkommt. Aüch hier müssen.Verbrennungsvorgänge ist den MpSkeln die Vudnsnwhdchten Der Deutsche LandeShilfSvereln für Lungenkranke in Böhmen hält am 21. Feber, um 10 Uhr vormittags in Prag II, Deutsche» Hans. Graben 28, 4. Stock, Probensaal, die 27. ordentliche Generalversammlung ab., Marken,«nd Kostüm-Ball der Allgemeinen Angestellten-Verbande», am SamStag, den 87. Feber, im Heine-Saal, Prag II., Fochova tt. Eintritt KL 10.—. Kapelle Papert.— Reklamationen E. Strnad, Prag II., Fügnerovo näm. 4. Der 17. M-Skenbnll der„Union der Geschäft», reisenden" unter der'Devise:„Eine Nacht in der Hölle" findet am 27. Feber d. I. im Lidovh düm. Hybernflä 7, statt. Reklamationen im Sekretariat, Präg ll.. Na Zbokenci 18. Tel. 47841—8. 8908 Filme in Prager UchlsplelMtasera Adria:„Menschen auf der Eisscholle"(Tsch.). — Alfa:.Rembrandt"(Engl.— Charles L a u g h- ton).— Apollo:„Seine Tochter ist der Peter" (D.).—Avion:„Dar Zigeunermädchen"(A.— Laurcl und Hardy).— Bcränck:„Ein Kamel geht durch ein Nadelöhr"(Tsch.— H. Haas).— Fenix: „Der große Bill" lll.— Garry Cooper, I. Arthur). — Flora:„Allahs Garten"(A.— M. Dietrich).— Hollywood:.Menschen auf der Eisscholle"(Tsch.— Baarovä).— Hvrzda:„Der Mann mit den hundert Gesichtern"(A.).— Julit:„Die Liebe der Fiakerkutschers Ferdinand."(D)—Kova:„DaSZigeüner- mädchen"(A.— Laurcl und Hardy).— Lacerna: „Der große Bill"