Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen. Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«nonahme d«.«ontag tAglich früh Redaktton und Derwalttmg:PragXll.,FochovaS2— Telephon 68077— Herausgeber: SiegfriedTaub,— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Donnerstags 18. Feber 1937 Cfairtyttl«70(jElfet(eInschließl.S Heller Porto) Aus dem Inhalt: Johannisbad Im naggenschmuck Kina gemeine Denunziation Wie die Sieger In Malaga wüteten Nr. 42 Ein fest der Demokratie und des Friedens Ums der Arbeiter-Wintersport-Olympiade In Johannisbad 50.000 Italiener bei Franco London.(haS) Zu den Beschlüssen deS NichtelnmifchungSauSschNffeS schreibe« die ,,T i» «ie8": Die erzielten Nebcreinkommcn sind ein willkommenes Ereignis für alle jene, die sich ehrlich um«ine Lokalisierung deS spanischen Konfliktes bemüht haben. Biel werde allerdings oon der loyalen Anhaltung und Wirksamkeit der Aeberwachung abhängen. ES sei bedauerlich, daß sie so lange verzögert wurde und Spanien gerade in der jüngsten. Zeit durch Freiwillige über^ schwemmt.wurde, die in den letzten Kümpfen eine große Molle spielten. Allgemein glaubt man, so schreibt daS Blatt Welter, daß die General Franko unterstützenden,Regierungen der Mtinung sind, daß sie ihm weiter hinreichende. Unterstützung werden gewähren können, damit er noch siegen könne, bevor die der obligatorische Embargo-Beschluß Wirksamkeit erlangt. DaS»Blatt meint, daß der Zustrom italienischer Abteilungen. während der vergangenen zwei Monat« mit wenigstens 10.000 Mann angegeben werde« kann, so daß dirGefamtzahldernnfSeiteFran- eos kämpfenden Italiener ans 60.000 geschätzt werden kann. L o n d o n.(Reuter.) Sm Unterhanse teilte der parlamentarisch« UnterstoatSfekretär Cran» bornc auf eine Anfrage mit, daß am 8. F eb r r nach einer"ihm»«teil gewordenen Information SO 00 Mann, darunter 8 0 00' Italiener, i n Malaga eingetroffen sind, ssünk Jahrgänge mobilisiert London. Einer Rentermeldmig aus Ba- leueia.infolge hat die spanisch«, Negierung die Mtoßlliflrrung der fünf Jahrgüu^ 1832»iS 1886 a»i«a»»et., Franlereick beratet die Frelwllligen-Sperre vor Pari». Donnerstag oder Frritag wird der Ministgarat zusammentreten, der das: Dekret, welches jedwede Rekrutierung und Entsendung von Freiwilligen nach Spanien verbietet, unterschreiben wird. Gleichzeitig ordnet die Regierung praktische Maßnahmen zur Durchführung dieses Dekretes an, insbesondere eine strenge Aufsicht»'n- der französisch-spanischen Grenze, Kontrollen auf den Flugplätzen, in den Häfen u. ä. Damit will die Regierung beweisen, daß sie die Absicht habe, die Beschlüsse des Londoner Nichteinmischungsausschusses,' betreffend die spanischen Angelegenheiten zu respektieren'und augenblicklich in Geltung zu setzen. Wien In Oer Habsburger-Frage neutral? Paris. Der römische Berichterstatter deS „Temps" Meldet, daß Italien gegenüber der Bewegung der österreichischen Monarchisten in der HabSturger.-Frag« n'entral bleiben werde. Di« Angelegenheit werde aber bei dem Besuche Schuschniggs in Rom iM nächsten Monat den Gegenständ«inrS ausführlichen Meinungsaustausches zwischen Mussolini und dem österreichischen Bundeskanzler bilde». Die Bukarester DIplomaten-AffBre Bukarest. Wie bestimmt verlautet, handelt es sich.bei den- fünf Diplomaten^ die durch ihre Teilnahme an dem,Leichenbegängnis der beiden in Spanien, gefallenen Mitglieder der«Eisernen Gardes' die. rumänische. Regierung> provoziert haben,'um die Vertreter Deutschlands,' Italiens, Japans, Portugals und' der., Regierung von Burgos. Die Meldungen, daß.die-Gesandten Deutschlands und.Italiens zur Berichterstattung em ihre Regierungen abgereist sind, wurden bisher nicht bestätigt Gerüsteinsturz beim Bau< der längsten Hängebrücke der Welt San Fr aneiSro. DaS gesamt« Baugerüst der. der. Vollendung«ntgegengehenden PrÜcki,''über daS ,,Gold«n« Tor", die di« l ün'g.st« Hiiuss ebrücke.derW« l twerden fgsttä, stürzte MUtwoch zusammen. DI« Trümin«r dmchschlugrn da» Sichorheitönetz und rissen eine Anzahl von Arheitern aus 70 Metor Höhe, mit sich.^Di« Zahl der verunglückten konnte noch,nicht scstgeftellt werden. Vortrag de Genossen Jaksch in London • London.(E. B.) Mittwoch abend» fand, in einem KommisfionSzimmer des Londoner Unterhauses ein« von den Parlamentsmitglieder» General Spear»(Konservativer), Wedge- w o» d(Arbeiterpartei)«nd Mander(Liberaler)«Inberufene Versammlung von Politikern und Publizisten sowie Funktionären der Frir» denSorganisationen»nd Völkerbundligen statt, in welcher Abgeordneter Genosse Jaksch über die Frage der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit in der Tschechoslowakei sprach und scharf di« Mög« likeit einer demokratischen Lösung des Rationali- tätenproblemS in der. Tschechoslowakei auf der Linie. B ä n« i und Hodja betonte. DI« Ausführungen deS Redners, welche vim Mckham S t e.« d übersetzt wurden, fanden wiederholt den Beifall der Versammlung. AuS der auf Grund von Anfragen.abgeführte» rege» Aussprach« ging hervor, daß man auch in England bereits da» Doppelspiel der SdP z» durchschauen beginnt. Besonders hervorzuheben ist dir Anrrgnng des Arbeiterparteilrrö Riley, welcher beantragt«- alle drei Parteien des Unterhauses mögen «ine g e m e i n s a m e D e l e g a t i o n in dir Tschechoslowakei zum Studium.der Wirtschaftlichen, sozialen und nationalen Verhältnisse entsende». . London. Schatzkanzler Neville C h ä m b t f, la in legte am Mittwoch dem Unterhaus die Fi» nanzresolution über die Staatsverteidigungsanleihe im Betrage von 400 Millwnen Pfund vor. In seinen Erläuterungen hiezu'sagte er u. a.; Ich'glaube, ich kann diese« Entwurf, der. in der Geschichte Großbritannien» t e i s p i e H o» dasteht, mit dem Hinweis auf die derzeitigen Verhältnisse' in der Welt begründen und.rechtfertigen, die'rbenfallS» h ne B e i f p i t l sind und «nS zu riesigen Aufgaben und dazu zwingen, uns dies» Ausgaben in verhältnismäßig kurzer Zeit zu beschaffen..., Wenn die Opposition von dem Betrag von 400 Millionen Pfund Sterling, den die Regierung Seiner Majestät als. innere Anleihe vorschlägt, überrascht ist, dann nur deshalb, weil'sie sich nicht die riesige Tragweite, der Aufgabe, vergegenwärtigt, vor welcher die Regierung steht., Wir. begreifen, daß diejenigen, welche diesen Angelegenheiten keine ständig« und ununterbrochene Aufmerksamkeit widmeten, sich nur schwer vorstel- len könne», daß die militärische Ausrüstung gegenwärtig viel t e u er e r ist als sogar in der letzten Zeit des Weltkrieges. Ach muß darim erinnern, fuhr Chamberlain fort, daß der Betrag von 1600 Millionen Pfund, auf den wir die Ausgaben für unser Rüftungs- Programm in den nächsten fünf Jahren schützen, nicht al» ab schließ«» d und auch n i ch t a l s fr st st e h e n d angesehen werden darf..'>•[';•> Rach einer Mitteilung de» Verteidigungsrates der Stadt Madrid haben di»,Aufständische» dir,'Angriff«, auf Madrid am Dienstag erneuert. Di«.in d«m Gebiet« von Arganda kämpfende d'r»t f chr In fanterie drang dreimal, hin- tereinander gegen di« Linie« dtp RegirrungS- truppen vor. Dir RtgierungÜtruppen drängten di« Ängrrtfex allen Stellen zurück«nd fügten, ihnen bedeutende Verluste bei. AnderFront v«n Madrid spielte sich.«Uv L uftkampf ab. Elf JunkerS-Bomlakdi«- rungSflugzeuge versüchten unter dem Schütz«' von 86 Beobachtungsflugzeugen dir RegirrnngSpofl- tionen zu ütrrflirgen. Die Jagdflugzeuge der Der, Wohlstand und das Glück der Arbeiter- Kasse basiert auf Freiheit, Frieden und Demokratie. Fehlt auch nur eines dieser Elemente der gesellschaftlichen Entwicklung, dann herrsche» unter der Arbeiterschaft Not, Sorge, Feindschaft und Unkultur. Mit der Entlvicklung von Freiheit und Demokratie wächst der Arbeiter als bestim- mender Faktor in Staat und Gesellschaft hinein. Er konunt mit der Größe der Aufgaben, die ihm Wirtschaft, Politik und Kultur zuweisen, zu wachsender Bedeutung. Er wird, seiner politischen Gleichberechtigung beraubt, wirtschaftlich entrechtet, der Gleichschaltung aller Kulturbestrebungen in der Gesellschaft unterworfen, wieder znr gleichen Bedeutungslosigkeit verurteilt, die er ehedem kannte. Man redet viel von ihm, läßt ihn oft zu Paradezwecken antreten, nennt ihn den Herrn unserer Zeit, aber die Politik, die Wirtschaft und Kultur formen jene, die den Vernichtungsfeldzug gegen die Arbeiterklasse organisiert und auf Befehl der Kapitalisten durchgeführt haben.. Der Arbeiter ist nur Objekt, nicht mehr Subjekt deS gesellschaftlichen Geschehens. ' DaS zu beweisen, fällt uns nicht schwer. Die Arbeiter Deutschlands haben innerhalb von sechzig ' Es würde nicht im öffenüichen Interesse liegen, wenn eine Vermutung ausgestellt würde, gegen wen wir Krieg führen wollen oder wer im Falle eines Krieges unser Verbündeter wär«. Unser Programm ist gegen keine Macht, sei eS welche immer, und auch gegen keine Mächtegruppe gerichtet, es ist aber die Pflicht der Regierung, dem Unterhaus ein Programm vorzuschlagen, welches sie für die Sicherheit Großbritanniens und für di« Durchführung der britischen Politik als unbedingt notwendig ansieht. Es ist nicht wqhr, daß die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen zu einem Kriege führen können oder müssen. ES sind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Friedens. Unsere zunehmende Stärke ist heute vielleicht da», größte und festeste Bollwerk des Friedens.' Wir sind überzeugt, daß die Durchführung dieses Programms eine Lebensfrage für unsere Sicherheit und gleichzeittg ein'großer Faktor für die Sicherheit der Völler ist und deshalb könnten wir nicht davon zurücktreten.. . Wir Sedaner» sehr, daß die Zivilisation durch immer größer«nd schwerer werdend« Last sich selbst das Genick bricht,-statt zu versuchen, ihr« Dlff«r«nz»n durch grgrnseitige Zugeständnisse zu regeln und dann alle ihre Energie, znr Durchführung der Aufgaben zu verwend«», welch« zum Wohlstand«nd zur allge- meinen Zufriedenheit führen könnten; so ater können wir nichts andere» kn» als die Durchführung deS Programms, für das wir unS entschlossen haben, fortzusetzen. Regierung zwange» die. gegnerischen. Flieger zum Kampfe. i» welchem zwei Bombardierungsflugzeuge und zwei Jagdflugzeuge der Aufständischen abgeschossen wurden. AuS dem«inen ANukerSflugz'rug sprang die Besatzung mit Fallschirmen ab und wurde gefängenge- nvmmen. Flugzeuge der Aufständischen bombardier- t«N die Ortschaft T a r a n c o n, wobei neun Personen getötet und SO Personen,.zumeist Frank» und'Kinder, verwundet wurden. . An der Guadalajara-Front bei. Abanados Wurde»''hie Angriff« der- Aufständische» leicht äbgrwirsen. Jahren in einem Reiche von sechzig Millionen Menschen Geschichte genmcht. Sie haben in der Zeit der deutschen Demokratie unvergängliche Arbeit auf allen Gebieten deS Lebens geleistet. Was an sozialen Werken noch vorhanden ist, entstammt ihrem Denken, ihrer Arbeit. Was die Deutschen heute noch an kommunalen, verkehrstechnischen, an kulturellen Einrichtungen anderen Völkern voraus haben, kommt aus der Epoche der Demokratie und der Freiheit der Arbeiterklasse. In der Knechtschaft wurde noch nie Großes und Erhabenes geschaffen. Italien ist in der Zeit des Faschismus nur durch die Aufrüstung, durch den Ausbau seines Militärapparates zu Bedeutung gekommen. Frie- denSwerke, wie etwa die Trockenlegung von Süinpfcn und der Bau von Riesenpalästen wurden immer nur als Vermäntelungsversuche des asozialen Gehaltes und der Kulturlosigkeit des Faschismus betrachtet. Der Arbeiter ist ein willenloses Glied der Masse, mit der Vie Diktatoren spielen. An Oesterreich zeigt man heute, drei Jahre nach dem Geivaltsiege del Faschisten, immer noch die Werke des sozialistischen Regimes, wenn man Fremden die Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien vor Augen führt. Der autoritäre Staat hat noch Nichts geschassim, was man als Ausfluß des neue» Geistes und des Arbeits-»nd An'bauwillcns zu Errungenschaft der Faschisten. So wird uns bei allen diesen Beispielen offenbar: der Faschismus bringt nichts anderes als einen die ganze Welt in Furcht und Grauen versetzenden Militärapparat h-«rvor, ganz gleich ob in Italien, in Deutschland oder in Oesterreich. Er verbreitet Schrecken und Blutgeruch, er hat keinen Sinn und lein Geld für Friedensarbeit und soziale Werke, er stellt an Stelle der Tat die Phrase. Er bereitet ein Ende niit Schrecken vor. Seine Losung ist der Tod I Aber noch hat der Wahnsinn des Faschismus nur einen Teil des Erdballs erfaßt. Die Mehr- heitderMenschenin Europa und Amerika glaubtandieDemokratieundver- teidigt sic. Denn sie ist wert, verteidigt zu werden. Sie äußert sich in der Freiheit der Arbeiter, ihrem Recht,-sich politisch, wirttchaftlich und luüurell jene Organisationen und Einrichtungen zu schaffen, dhne die sich die Arbesierschafr politisch keine Geltung in der Legislative,, kein Mitbestimmungsrecht im Betriebe und keine ihrer Aufwärtsentwicklung dienende Kultur zu erkäm- fen und zu erarbeiten vermag. Nur in der Demokratie kann sich eine Idee, aus der Arbeit heraus geboren, zur Wirklichkeit führen lassen. Denn nur hier läßt man neue Gedanken diskutieren,. läßt sie durch Hunderte Schleifsteine laufen, bevor sie zur endgültigen Gestalt und zur Tat werden. Nur in der Demokratie kann über den Sinn des Lebens und über den Unsinn des Krieges geredet und geschrieben werden.'Die Demokratie lamp'ft um dasLebenallerMenschen, sie kann den Krieg nicht brauchen, weil er zerstört und vernichtet, sie dient dem e w i g e n Aufbau. Zum Beweis dessen führen wir das LcbenS- und Kulturnivcau der englifchen, der skandinavischen Arbeiterklasse an. Erinnern wir an die fozialen Errungenschaften der französischen Arbeiterschaft in der letzten Zeit, die'soziale Lage der schweizerischen Arbeiterschaft und jener von Amerika. Nicht zuletzt aber diene die tschecho- slowakifche Arbeiterklasse zur Begründung unserer Behauptung:>FafchiSmus ist Tod— D emokra ti e i st L e bi« n l Der Arbeiterschaft unseres' Staate» ist es wahrhaft in den vergangenen Jahren nicht glän- zend gegangen. Hunderttausende litten unter der Arbeitslosigkeit, unter der Kurzarbeit, unter schlechten Löhnen und dem hohen Preisniveau. Aber wir hatten unsere Freiheit und diese gab uns die Möglichkeit, der Not und dem Elend, der Zermürbung unserer Klaffe mit Erfolg entgegenzutreten. /Wir haben dank dieser Freiheit alle Positionen, die wir innehaben, voll auSnützen können, /haben jede Stellung,, die wir im wirtschaftlichen und sozialen Kampfe befttzen, zum Vorstoß gegen die kapitalistischen Mächte dieses veispiellose Rüstungen Englands 1500 MÜiiönen Pfund In fünf Ohren noch nicht das Maximum 0ssotWk0mlvMtis«lDWiet Deutsche Infanterie zurückgeschlagen Regierungsflieger In Luftkümpfen überlegen Madrid.(Hayas.) General Maja empfing am Mittwoch dir Journalisten«ad erklärte, daß Mittwoch früh dir Offensive an»Ne» Abfchnitten der Madrider Front und der Jarama-- Front begonnen hat. Die in Madrid rtngelangtr» Bericht sind zufriedenstellend. Seite S Donnerstag, 18. Feber 1987 «r. 42 • 4 llfuMutotefa Von Margarete Neumann Doch schon gebot die strenge Stimme der Mama Ja zu sich. Schnell trocknete Erna des Kindes Augen und es zärtlich streichelnd redete sie ihm gut zu: Nun, Ao, sei wieder gut, geh mit Mama!" Aline stand wartend an der Tür. Ihre kalte Stimme durchschnitt den Raum:»Nun, wird's bald, Jo!« WlS ob Zentnergewichte an des Knicken Füßen angebracht wären, bewegte er sich geseiften Kopses der Richtung zu, aus der die harte Stimme erklang. Aline Brachts sprach kein Wort mehr, nahm das Kind abermals bei der Hand und zog es in den Salon. Sie hob den kleinen Buben energisch in die Höhe, lieh ihn dann auf den Klavierstuhl nieder und befahl abermals:„so, und jetzt wird' geiibt und nicht gemuckstl Bis Papa kommt, sprechen wir Weiteri, Und ganz durchdrungen von ihrer Heldentat, gegenüber dem hilflosen kleinen Kind, stolzierte Aline zur Türe, diese hinter sich versperrend. Jo war allein in dem düsteren Zimmer, dessen Winkel in seiner Kinderphantaste die grauenhaftesten Gespenster zu bergen schienen. Bon der Mama blieb ein schweres, betäubendes Parfüm im Raum, das sich mit der muffigen Lust des Zimmers zu einem etwas widerlich südlichen Dust verdichtete. Noch immer liefen grohe Tränen aus den Augen des Knaben, ober wie schon oft richtete er — um sich Mut zu geben— seinen Blick auk das einzig lichte Ding in dem großen Zimmer— das Zifferblatt der antiken Spieliihr. Und als gar plötzlich ei» zartes Mennett die Stunde in glockenhellen Tönen zu spielen begann, verletzte es Jo in Verzücken, widerspiegelte seinen Blicken die so jä zerstobenen Sonnenstrahlen. Jo neigte sich ganz sachte ein wenig den Klaviertasten zu, seine Dingerchen begannen erst oberhalb der Tastatur, ohne diese zu berühren, ein geheimnisvolles Suchen, glitten mit einmal leise über die Elfenbeintasten. Ein zartes Pianissimo erklang durch den Raum, schwoll an, starb ab, zwitscherte, trillerte.— Jo's bleiches Gesichtchen bekam einen leisen Schimmer von Röte, seine breiten Lider bedeckten die Augen zur Gänze, die Seidenwimpern vibrierten wie Schmetterlingsflügel, während der Schmetterling an der Blüte saugt. Seine schmalen Lippen zuckten kaum merklich in ein Lächeln über, Jo vergab alles Böse, alles seine Kinderjahre Beschattende. Er spielte, er erlebte — das Haschen der Sonnenstrahlen. Wenn durch den Wohnraum Jo'» Spiel in die Küche drang, hielt Ern» in ihrer Arbeit inne. Lauschte ängstlich und schüttelte den Kopf. Sie konnte eS nicht fasten, dah ein fünfjähriges Kind so spielen könne. Weder Dr. Brachta, noch Aline, noch Alice, die Tochter BrachtgS aus erster Ehe, interessierte-daS Kind Jo. Für. sie existierte Jo daS Talent, ein Wesen, daS keinen Anspruch auf eine Kindheit-haben durfte, denn eS hat eben das Wunderkind zu tverden, das der berühmte Pro« festor aus ihm zu machen versprach.»Er hat das Talent von Angelus geerbt..., eS gilt, ihn streng zu halten, damit er nicht so wie dieser endet—", pflegte Dr. Brachta zu seiner Frau zu. sagen. In Her Chronik der Familie Brachta (ein altes polnisches Gutsherrngeschlecht) kommt ein ,,genial begabter Musiker" vor, von dem die Familiengeschichte aber schamhaft schreibt,„er sei leichtsinnig und verdorben gewesen,, hätte, anstatt seine Begabung auszunüden, sie nur nach Laune genützt, schließlich sei er völlig mittellos irgendwo in Berlin verkommen, einsam und vergessen.. Dr. Brachta hinaegesi erbte alle gepriesenen Vorzüge des alten Geschlechter, Habgier, Ehrgeiz Md Brutalität, AuS Habgier verzichtete er sogar der Stimme seines Herzens, die-schöne Aline zu ehe«. Staates gebraucht, tun den darbenden Arbeitern und ihren Angehörigen zu helfen, sie vor der Verzweiflung zu beschützen. Wir haben im Sturme des faschistischen Angriffes alle Kräfte zur Verteidigung unserer denckkratischen Positionen herangezogen und den Feind überall abgeschlagen. Nur so war es möglich, das; wir als Ausdruck unseres erfolgreichen Kampfes in der Republik unsere Arbeitersportfreunde aus einer Reihe von Ländern einladen konnten, die dritte Arbeiter-Wintersport« olympiadebeiunSinJohanniSbad abzuhalten. Wir konnten, während in den uns umgebenden Staaten der Arbeitersport mit dem der Bürgerlichen gleichgeschaltet wurde, unser« Kulturarbeit sortsetzen und nichts erinnert hierzulande daran, daß jenseits der Grenzen der Arbeitersport alö Träger einer herrlichen Arbei- terlultur auSgemerzt wurde. Wir wussten immer schon und wisten eS heute noch besser, daß der politische, wirtschaftliche und soziale Aufstieg der Arbeiterllaffe in unserem Staate nicht losgelöst werden kann von der Arbeiterkultur, die wir uns in jahrzehntelanger Arbeit unter schweren Opfern und großer Mühe geschaffen haben. Ohne Arbeitersport« und Gesangvereine, ohne die von Sozialdemokraten geleiteten Kullürorganisationen und Vereine iväre es de» Faschisten viel leichter geworden, ihr Werk der Vernebelung und der Gleichschaltung der Sudeteirdeutschen zu vollbringen. An unseren Organisationen wurde ihre demagogische Propaganda zuschanden, wurde ihrem Gesinnungsterror ein Ziel gesetzt, zerbrach die Offensive, die von Berlin aus gegen die sozialistische Arbeiterschaft des sudetendeutschen Gebietes in diesem Staate in die Wege geleitet wurde. Die dritte Arbeiter-Wintersportolympiade in JohanniSbad zeugt deshalb nicht nur von einer guten, festen Organisation der sozialdemokratischen Arbeiter im deutschen und tschechischen Lager der TSR, sondern noch viel mehr von dererfolgreichenPolittk, die wir in diesem Staate gemacht haben und noch mehr von dem erfolgreichen Abwehrkampfe gegenüber dem Faschismus. Ohne die Erkenntnis über das Wesen des Faschismus, ohne die zur Abwehr gegen den Faschismus notwendige Kampfbereitschaft, ohne Mut und ohne Opfer wären wir in diesem jahrelangen Kampfe nicht heil geblieben. Aber vor allem wären wir eS nicht ohne die in diesem Staate so gefestigte Demokratie, die nicht nur von klugen, sondern auch innerlich stzrrken Demokraten geführt wird. Für uns waren Männer, wie Masaryk und Benes, ein lMgramm, für uns waren die sozialdemokratischen Minister auch .„Führer im.schw^r.sten.Leb.enSkainp.fe.tzer.Arbeiter» ..klaffe um Recht,'Freiheit und Brot.'" Wenn nun in den kommenden Tagen die Ar- beitersportler über die blütenweißen Schneefelder des Riesengebirges gleiten/wenn sie in tollkühnen Sprüngen durch die Lust fliegen, wenn sie ihre Kunst auf dem Eisfelde zeigen, dann wird uns so recht zum Bewußtsein kommen: dieses herrliche Wintersportfest der Arbeitersportler ist rin Beweis des siegreichen Kampfes wider den Faschismus, ist ein Sieg der Kultur über Barbarei. So grüßen wir als erfolgreiche Kämpfer gegen den Faschismus alle Menschen, die in dtn Tagen vom 18. bis 21. Feber nach JohanniSbad und Trautenau kommen tverden. Wir grüßen vor allem dieaktivenSportler aus den Ländern der uneingeschränkten Demokratie, die Norweger, die Schweizer, die Belgier, die Franzosen, grüßen im Gedanken an den gemeinsamen Kampf alle unsere Brüder und Schwestern aus den Staaten, in denen der Faschismus noch nicht niedergerungen ist, grüßen aber auch auf das herzlichste die ungenannten Freunde, die in un« seren Reihen stehen werdens Mögen Ihnen allen, ob Sportler oder Gäste, die Tage von JohanniSbad ein schönes Erlebnis 0r. Zadlna: Margarine nur fUr Arme Prag. Im landwirtschaftlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses erklärte Mittwoch Minister Dr. Z a d i n a im Rahmen eines Exposes, das; sich die beginnende ivirischaftliche Besserung auch auf die Landtoirtschaft erstrecke, allerdings sei die Preisenüuicklung bei der Industrie. günstiger. Nach der Devalvation nmche sich wieder eine PreiSdisparität zuungunsten der Landwirtschaft bemerkbar, die bereit» 14 Prozent betrage. Große» Gewicht legte der Minister' auf die landwirtschaftliche Entschuldung mit Hilfe eine» eigenen Fonds. Die Regierung habe sich entschlosten, diese Frage im Zusammenhang mit analogen Flögen bei anderen BerufSfchichten, namentlich der Gewerbe- treibenden und der öffentlichen Angestellten, zu lösen. Die engeren Beratungen über den AgrarhilfSsondS wurden diese Woche begonnen. In der Margarinefrage hält der Minister an seinem bekannten Standpunkt fest, daß die Margarineproduktion eine Gefahr für die Landwirtschaft sei und unter Berücksichtigung der Landwirtschaft gelöst werden müsie. Dar ursprüngliche Kontingent von 4800 Waggon» müsie eingehalten werden: für die arme Bevölkerung könnte er genügen. Auf einen Zwischenruf, daß man dann die Margarine auf Karten verkaufen müsie, erklärte Ladina, daß m a n au ch d a r über r ed e n kön n«. Die Margarine müsse hinsichtlich der Steuern ebenso behandelt werden wie die einheimischen tierischen Fette, dir angeblich pro Kilo mit 8.70 Ai an Steuern und Abgabrn belastet sind. Den armen Schichten, namentlich den Arbeitslosen, müsie man aber den Einkauf billiger Fettsorten ermöglichen. Unsere Margarineerzeugung müsse in erhöhtem Maße einheimische Rohstoffe verwenden; im Verlauf«ine» Dreiiahr»- planeS soll eine Anbaufläche von 25.000 Hektar für Raps erreicht werden. Die für Prag bereit» bestehende Regelung der Milchwirtschaft soll zunächst auf Preßburg und Karlsbad ausgedehnt werden. In einzelnen Städten soll die Pastrurisierung zunächst ohne Zwang versuchsweise eingeführt werden. Bon einem Viehmonopol sei nicht die Rede, da e» undurchführbar wäre. ES handle sich nur darum, daß da» Biehfyndikat entsprechend umgeändert und befähigt werde, auch Biehhandel zu treiben. Diese» Syndikat soll den Auftrieb de» Vieh» zu den Laupt- märkten besorgen und nicht» mehr. Der Inland», markt werde sonst ganz fteijein: ebenso werde e» keine amtlichen Preise geben. Dem Äetreidemonopol werden etwa 70.900 Waggon» Weizen übrig bleiben. 20.000 Waggon» sollen in» Ausland verkauft, die restlichen 80.000 al» Reserve in» neue Erntejahr übernommen werden,. S11 Millionen soll die Steuer*Depuratlon einbringen Der Präsident des Obersten Rechnungskontrollamtes Dr. H o r ä k stellte im BudgetauS- schuß fest, daß die Aktion zur Ausarbeitung der Steuerrückstände im wesentlichen bereits beendet sei. Insgesamt wurden Rückstände von 2892 Millionen in die Aktion ausgenommen. Nach den bisherigen Ergebnissen sollen die Steuerträger inS- I gesamt 911 Millionen AL zahlen, waS als g ü n- werden I Mögen sie sich von. Arbeit, Gorge und Kampf echolen und neu gestärkt wieder an die Arbeit gehen! Mögen sie alle aü» den Tagen von JohanniSbad neue Kraft und neuen M u t für den Befreiungskampf der Arbeiterklässe schöpfen. Denn dieser Kampf, der unS das höchst« ist, geht weiter. In diesem Sinne: Freiheit! Freundschaft! st i g e 8 Ergebnis gewertet werden müsse. Bon den 849 Millionen Rückständen au» der Vermögensabgabe wurden in die Aktion nur 101 Millionen AL ausgenommen; der Rest kann erst nach endgülttger Regelung der UebernahmSpreise aus der Bodenreform verrechnet werden. Auf die 101 Millionen Rückstände sollen insgesamt.20.0 Millionen eingezahlt werden. Unangebrachte Weichheit Im»Prävo Lidu" beschäftigt sich Dr. Karel Ktij mit der Au»land»propaganda der Sudetendeutschen Partei, wobei er u. a. schreibt: Wir haben hier schon gesagt, daß wir mit Deutschland keine Konflikte hatten und daß wir auch gegen daS deutsche Boll keinen Haß empfinden. Wir wünschen uns eine Regelung des Verhältnisses zu Deutschland, aber wir lassen un» nicht bedrohen und nicht terrorisieren. Die deutsch« Kampagne werden wir mit ruhsgen Nerven überdauern, denn wir wissen, daß sie Deutschland verlieren wird. Jede Kampagne, die gegründet ist auf Lüge, nichtswürdige Nachreden und Intrigen muß scheitern. Das Problem liegt nur darin, auszuharren, sich auf alles vorzubereiten und sich nicht zu fürchten. Und diese Voraussetzungen haben wir erfüllt. Das aber bedeutet keineswegs, sich gefallen zu lassen, daß Herr Henlein seine Agenten in dir Welt hinausschickt, damit sie gegen die Tschechoslowakei Hetzen. Herr Rutha hat einen tschecho- slowakischen Paß und ist verpflichtet, all das zu befolgen, WaS ihn die demokratische Verfassung der Republik und die Treue zum Staat gebieten Tut er dies nicht, dann ist eS unrichtig, ihm die Möglichkeit zu geben, daß er diese Provokationen gegen uns unternimmt. Haben wir eS nötig, uns die an sich schwierige Lage noch durch eigene Schwäche komplizieren zu lassen? Wenn sich jemand die Mühe gäbe, objektiv die Meinung des demokratischen Teiles unserer deutschen Mitbürger zu prüfen, würde er dasselbe slststellen wie der Schreiber dieser Zellen, daß nämlich diese Weichheit dem Prestige der Republik unter unseren Deutschen arg schadet... Alle Provokationen, welche der Henleinpartei straflos durchgehen, all ihre Allotria, die man von ihr duldet, erhöhen ihr Ansehen unter unseren Deutschen und rufen unter den einfachen deutschen Wählern den Eindruck hervor, der übrigens noch durch demagogische Agitatoren geschickt erhöht wird, baß sich die Prager Regierung vor der Henlein- Partei fürchte. Seba tritt zurück Wie das»Eeflö Slovo" meldet, hat der bisherige tschechoslowakische Gesandte in Bukgrest, Jän Seba, an dessen Buch über Rußland und die Kleine Entente sich«ine internationale Diskussion geknüpft hat, dem rumänischen Minister« Präsidenten mitgeteili, er habe den Präsidenten der Republik Dr. Benes um Enthebung von seinem Amt« ersucht. lichen, zu folgen. Er heiratete Hedwig Palen, die Tochter des reichsten Lodzer Industriellen. Der Ehe entsproß Alic«. Als Alice zwei Jahre alt war, kam Hedwig auf ttagische Weis« ums Lcken. Während eine» Spazierganges riß sich das Kind los, eilte einem Ball nach, kam knapp vor einen heransausenden Straßenbahnwagen. Hedwig sprang hinzu, riß dar Kind beiseite, wurde aber selbst vom Zug« erfaßt und erlag den schweren Verletzungen. Jetzt war der Weg für Mine frei. Kaum war ein Jahr verflossen, heiratete Brachta Aline und dieser zweiten Ehe entsproß Jö. Sicher liebte Aline ihr Kind. Leidenschaftlich aber liebte sie Geld und Gesellschaft. Sie war leichtsinnig, doch Brachta. hielt die Zügel straff in Händen. So fthr er die schöne Aline liebte, da» Gold lickte er doch'mehr. Um die Rechnungen.der schönen Frau zu decken, die an Toiletten Vermögen aus» gab, erschloß er einen ihm unerschöpflich dünken« den Geldstrom—die musikalische Begabung de» kielnen Jo.' Es begann'ein Martyrium für Jo, dessen empfindliches Gemüt katastrophale Wunden davontrug. Don Natur au» scheu, müßte er den Mittelpunkt im Blickfeld der Umgckung bilden. Nach Liebe sich sehnend, stieß er überall, selbst Lei der schönen Mama, auf Strenge und Härte. Er wurde das Ausbeutungsobjekt feine» Vater», des Professors als Jmpressario, der Musik-Gouver« nente. Dieses Trio erschien dem Knaben Jo, solange er noch nicht selbständig dachte,^l» ein Wall, dessen Uckerspringen vollkommen aussichtslos sei. Erst al» er die Zusammenhänge'zwischen feinem Genius und dem Geldverdienen erkannte, sand er den Weg de» Widerstandes: Trotz und Haß. Er wußte jetzt genau: heute? wird' ihn der Vater züchtigen, morgen aber, wenn'er im Kon« zerthaus sein wird, ist, er der Stärkere. Die Liebe und Schmeichelei seiner Mama dem Vater gegen« über seine kühle Behandlung und Zurückweisung durch die Mutter vertieften den Haß gegen, den' Vater. (Schluß folgt.)' Longuet Uber die CSR Paris. Der sozialistische»Populalre" veröffentlicht unter dem Titel„Die Tschechoflowaket — ein Bollwerk der Demokratie und eine-Oase der Prosperität" einen Artikel des> ehemaligen sozialistischen Deputierten Jean Longuet(ein Enkel von Karl Marx), welcher vom Präsidenten Dr. Benes empfangen worden ist und schreibt: Der Präsident ist ein wachsamer und hellsichtiger Beobachter, der in bewundernswerter. Weise die Berhältniffe in Europa und kn der Welt kennt, der sich keineswegs von prahlsüchtiger Geschwätzigkeit und Drohungen beeinflussen läßt und, seinen Blick auf den Horizont gerichtet und an der Spitze eine» Staate» stehend, dessen Armee fest und gut auSgebildet ist, dtn aufmunternden Eindruck der Kraft und der ruhigen Bedachtsamktit erweckt. Sodann schildert Longuet auf Grund der Unterredungen, die er mit dem SenatSptäsidenten Dr. Soukup und mit den Ministern Dr. Czech und NeLaS hatte, di« Gliederung der politischen Parteien in der Tschechoslowakei, die sozialen Fort« schritte der Republik und widerlegt schließlich die deutschen Berleumdungen über shre Bolschewi- sierung. Präsident Dr. Benes— Ehrendoktor der Brünner Masaryk-Universität. DaS Schulministerium hat den einstimmigen Beschluß deS Pro- sessorenkollegiumS der philosophischen Fakultät iet Brünner Masaryk-Universität bestätigt, dem Präsidenten Dr. Benes für seine hervorragenden Verdienste und die soziologischen und politischen Wissenschaften die Würde eine» Ehrendoktors der Philosophie zu verleihen. . Dr. Kalfys referiert über die Finanzlage des Staates. In der gestrigen Sitzung deS Spar« auSschuffe» erstattete Finanzminister Dr. Kal« f u S einen Berickf über di« gesamte finanzielle Situation des Staate». In der anschließenden Debatte wurde über die Entvölkerung gewisser Gebiete und über die Population in der Tschechoslowakei sowie über die Auswirkungen verhandelt, die diese Erscheinungen auf das Wirt« schastsleben ganzer Gegenden haben, bzw. haben werden. Weiter befaßt« sich der SparauSschuß mit den L e h r e r g e h ä l t e r n, di: bisher vom Staat budgetmäßig in Form von Vorschüssen an die Länder ausbezahll werden, und mit einer Reihe von Angelegenheiten, die in die Kompetenz des Finanzministeriums fallen. Die Novelle zur Gemeindewahlordnung scheint Anlaß zu einem Konflikt zwischen Abgeordnetenhaus und Senat zu geben. Bekanntlich hat da» Abgeordnetenhaus schon im Borjahr aus dem RegierungSentwurf jene Bestimmungen gestrichen, die den Verwaltungsbehörden ist ziemlich> weitem Ausmaß die Möglichkeit geben' sollten, über den Kostenersatz für durchgesallene Kandidatenlisten nachfreiemErmyssenzu entscheiden. Der Senat nahm nun in der Borwoche an dieser Fassung des Abgeordnetenhauses' eine Aenderung vor, wonach Parteien, die' im Parlament oder im Senat vertreten find, den Kostenersah nicht zu leisten haben, auch wen» ihre Liste in dem einen oder andern Ott durchfällt. Der Senat-berschterstatter begründete dies damit, daß'die Parlamentsparteien auch in Orten, Wo sie schwach sind, die doch im öffentlichen Interesse Möglichkeit haben sollten, wenigstens 'Zählkandidaten aufzustellen und im Wahlkampf für ihr Programm zu werben, ohne dafür finanziell besttaft zu werden.— Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses, der die Borlage wieder zugewiesen erhielf, stellte sich gestern der Referent Dr. Hula auf den Standpunkt, daß der Kostenersah eine Sanktion für leichtsinnige Kandidaturen darstelle und man dem Senat in seiner Argumentation nicht beipflichten könne; man würde sonst die Stellung der politischen Parteien doch, etwas zu stark hervorheben. Der Referent empfahl daher, zunächst von der Regierung eine Auskunft einzuholen, ob sie von ihrem ursprünglichen Antrag zurückgetreten sei. In der Debatte waren die Ansichten verschieden. Genosse K ä g l e r setzte sich dafür ein, daß man die vom Senat getroffene Aenderung gutheiße, während die meisten anderen Redner dagegen waren. Der Borsitzende unterbrach schließlich die Verhandlung bis zur nächsten' i Sitzung. Differenz«»»!» die Parität de» Senate»..In der gemeinsamen Prästdialflhung der Heihen Kam- mern stand Mittwoch die Frage der Errichtung eine» gemeinsamen Ausschusses zur Dprchberatung del neuen Bürgerlichen Gesetzbuches, da» in absehbarer Zeit der Nationalversammlung unterbreitet werden wird, zur Verhandlung. Ein solcher Ausschuß müßte durch ein-Gesetz geschaffen Werden. Der Senat steht auf dem— auch von der anderen Kammer geteilten'— Standpunkt, daß er dabei Anspruch auf«ine gleich st a r t e Vertretung wie da» Abgeordnetenhaus habe, während di« Regierung nach Anologi« de» Ständigen Ausschusses das Verhältnis 1': 2 festseh«» will. In der gestrigen Sitzung wurde über einen Kmnpromiß« antrag verhandelt, wonach einfach die beide» Ausschüsse'«!» Abgeordneten»»» und Senat zusammen sich al» gemeinsamer Ausschuß konstituieren sollen, Die Beschlüsse diese» gemeinsamen vu»schuffe» wäret» nur für di«' Aulschußanträge' an da»-Plenum bin« dend, während die KaiNmern selbst immer noch eigen« Abinderustgen treffen' könnten. Ucker diesen Vorschlag wsrd noch sNit der Koalition und bei: Regierung verhandelt werden, worauf dann nächste Woche neuerding» da» gemeinsame Präsidium zur Weiteren Btschlußfassung zusammentreten soll. N-. ö2 DonnerStag, 18. Feier 1037 Seite 3 ^udetendeuiscfier Zeitspiegel Johannisbad Im Flaggenschmuck Norweger und Franzosen angenommen Ist Johannisbad ist ab Mittwoch Hoch, betrieb. Der Bahnhof in Freiheit weist einen außerordentlich starken Verkehr auf, die Ouar- tterkanzlei vermag kaum mehr allen Anforderungen' Nech^ nung zu tragen und ist bemüht weitere Massenquartiere zu schaffen, um die Gäste unterzubrinqcn. Johannisbad vrangt in vollem Flaggenschmuck und ist sehr belebt. Mittwoch sind nun ganz unerwartet Wettkämpfer und Gäste aus Frankreich angekommrn und Dienstag abends die 84 Mann starke Delegation aus.Norwegen. Die Fremden werden überall lebhaft begrüßt und bei ihrem Training bewundert. MMwoch, in den späten Abendstunden, ist auch Minister Genosse Dr. C z e ch mit feiner Frau, Genossifl Lilli C z e ch, in JohanniL- bad angekommen und hat im Hotel Johannishof Quartier genommen. Für Donnerstag früh werden viele Gäste aus Prag und Westböhmen erwartet. Das Wefter in Jo- honnirbad wie überhaupt im Riesenge- birge ist weiter gut. Während es in den Niederungen am Mittwoch regnete, fiel' in Iohauni 8 bad Schnee, so daß allo Wettkämpfe gesichert sind. Die UebungS- fahrten de: Wett- kämpfer, d>e man auf allen Seiten des Nie- sengebirges beobachten kann, lassen auf ernste Wettkämpfe nnd hohe Leistungen unserer Arbefter-Wintersportler schließen. Sonosss Mykura, 3er Techniker der Olympiade Zusammenfassung aller Kräfte I Dio sonntägige Gebietskonferenz der DSAP in Z w i ck a u beschloß folgende Resolution: Die in einem Gebiete der größten Arbeitslosigkeit und Rot, in Zwickau tagend«, vollzählig beschickte Gebietskonferenz der Vertrauensmänner der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei spricht den Abgeordneten und Senatoren der Partei für ihr unermüdliches Wirken und für die außerordentlichen Bemühungen, den Opfern der Krise, unseren Arbeitslosen und Kurzarbeitern und ihren Kindern di« größmögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen, den besten und aufrichtigsten Dank aus. Gleichzeitig erachten wir es für notwendig, dem Parteivorstqyh, eist« st, r a ff$ Z u sa m- men fa s su ng.ä llse r!,un L z u G« b"o t e' stehenden K r ä f t e in der Partei, Ge» werlschaft, Genossenschaft und wo immer es noch sei, zum Zwecke eines verstärkten An- grif.feS gegdndie Reaktion und denFaschismuSin unserem Staate zu empfehlen. „Trotzki-Zellen In der deutschen Sozialdemokratie" Eine„Sensatlons‘‘meldung der„Boten Fahne“ Die„Rote Fahne" vom 17. Feber Meldet unter dem obigen Titel dreispaltig, daß ihre frühere Behauptung, wonach trotzkistische Zellen in der deutschen sozialdemokratischen Partei arbeiten, einwandfrei bewiesen werden kann. Sie stützt sich dabei auf ein vom Sekretariat der deutschen sozialdemokratischen Partei an die KreiS- organisationen gerichtetes Schreiben. WaS'ist an dieser Meldung wahr? Ein Parteimitglied in Mähr. Schönberg hat in der Tat Propaganda für die Errichtung einer vierten Internationale betrieben. Daraufhin wurde eine im Parteistatut vorgesehene Kommission eingesetzt, welche sestgestellt hat, daß die Tätigkeit für die vierte Internationale unvereinbar ist mit der Mitgliedschaft in der deutschen sozialdemokratischen Partei. Dieser Beschluß wurde vom Parteisekretariat den Kreisorganisationen zur Kenntnis gebracht. Das ist allcsl Welcher Schluß läßt sich daraus ziehen? Doch nur der, daß wir Menschen, welche aktiv für den Trotzkismus eintreten, die Mitgliedschaft in der Partei aberkennen. Das ergibt sich zwingend aus dem 8 05 des Parteistatuts, in dem eS heißt: „Wer einer anderen Partei angehört oder für eine gegnerische Partei tätig ist, ist... aus der Partei auSznschlleßen." Das ist in dem Schönberger Fall angewandt worden, womit klargestellt ist, daß in der, Partei >w« d e r L r o tzki sten'N och S taH ni'ste n geduldet werden. Worum sich der Deutsche Kultur verband kümmert Der Pressebericht des Deutschen Kulturverbandes vom 18. Feber enthält eine Stellungnahme zum Arier-RachweiS. Es wird in ihm festgestellt, daß unsere Matrikenämter aus gesetzlichen Gründen den von vielen Ausländern und Inländern verlangten Arier-Nachweis nicht bescheinigen .können. In keinem Urkundenbuche bei uns fei etwas über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten»Nasse" zu ersehen. Dies scheint dem Deutschen Kulturverband, der sich so zum Anwalt der hitleristischen Rassenpolitik macht, nicht zu gefallen, denn er polemisiert also mit den gesetzliche» Bestimmungen: »Es handelt sich für unsere Matrikenämter b«' dem sogenannten» Ariernachweis also lediglich um die Urkunden, au» denen sich die Abstammung einer Person ergibt und dieser ÄbstammungSnachwri» kann nur durch gestempelte MatrikenauSzüge geschehen, die zu verlangen jedermann das Recht hat.(Ungestem- pelt« Auszüge dürfen nur für. gewisse amtliche Zwecke ausgestellt werden.) Wenn der Matrikenführer einen gestempelten Schein ausstellt, ist ei ihm gleichgültig, zu welchem Zwecke ihn der Gcsuchsteller benötigt, ob er damit vielleicht eine Erbschaft erlangen wird, die Schreibung seiner Namens belegen oder ändern will, ob er damit eine Stelle erlangen kann oder 0b er ihm nur auf die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnis(Familienerforschung) ankommt. AuS welchem Grunde sollte also«Mer Pri- vawerson, gleichgülttia, ob er ein In- oder Ausländer ist, die Ausfertigung ordnungsgemäß gestempelter Urkunden verweigert werden? Es Nit der Sache auch keinen Eintrag, ob sich der Gesuchsteller persönlich, brieflich, durch seine Verwandten oder sonst jemand bei dem zuständigen Matrikenamte uni die Ausfertigung solcher MatrikenauSzüge bemüht Dem Staate fließen durch die Stempelgebühren ansehnliche Beträge zu. Di« Matrikenämter erhalten ihre Schreibgebühren und für längere Sucharbett muß außerdem mich noch etwa» gezahlt werden. Dadurch kommt ähnlich wie flir W a r e n, die in» Ausland geliefert werden. Geld ins Land. Es ist also nicht einzusehen, warum den Gesuchstellern Schwierigkeiten gemacht werden sollen." Rührend ist diese Fürsorge des Deutschen KulturverbandS für die Staatssinanzen! Wenn aber nun die demokratische Republik justament darauf verzichtet, ihre Humanität und Fortschrittlichkeit gegen— übrigens schlechte— Devisen zu verkaufen? Ist cs da sust die Aufgabe des Deutschen Kultur Verbandes, der, wenn wir nicht irren, mit der Betreuung des Schulwesens genug zu tun hat, die schmachvolle Raffengesehgebung des Dritten Reiches zu unterstützen? Die Leiter des Kul- turverbandeS scheinen noch immer nicht begriffen zu haben, daß diese Organisation gut daran tut, sich auf ihre wirkliche Aufgabe zu-beschränkenl Ein Parteiveteran gestorben In Komotau verschied, 88 Jahre alt, Genosse Hubert Daniel Schlicker. Er gehörte der Arbeiterbewegung feit seinem 14. Lebensjahr an. In Wien hörte er das erstemal sozialistische Redner, in seiner Heimat Nordwcstböhmen stellte er sich dann in den Dienst der sozialistischen Organisationen. Als„Rädelführer und Aufrührer" war er den nordwestböhmischen Kohlenbaronen ein Dorn im Auge—. Wiederholt gemaßregelt hielt er trotzdem am sozialistischen Gedanken fest, blieb der Partei treu bis zu seinem Tod«. Bis zum letzten Tage interessierte er sich für all« politischen Geschehnisse, nahm an allen Aufmärschen und Veranstaltungen teil. Wenn er auch mit zwei Stöcken kam, in. seinem Innern glühte jugendliches Feuer. Nun ist dieses wertvolle Menschenleben ausgelöscht fiir immer. Die Arbeiterklasse gedenkt seiner in Liebe. Dr. Patern ernannt. Die bereits angekün- digte Ernennung des Ministerialrates Dr. Ernst Paters, eines Deutschen, zum böhmischen. Landesvizepräsidenten> wird im heutigen Amtsblatt amtlich verlautbart. Amtsübernahme durch di« Staatspolizei in Komotau. Montag, den 18. Feber, hat die Staatspolizei in Komotau nach einen: feierlichen Akte den Sicherheitsdienst übernommen. Gleichzeitig wurden auch. Exposituren in Görlau und in Sebastiansberg eröffnet. Die Uebernahme aller zuständigen Agenda erfolgt etappenweise, da die Amtseinteilung sich infolge verschiedener Ilmstände recht schlvierig gestaltet. Die städtischen Polizisten machen derzeit gemeinsam m:t den Staatspolizisten Dienst und sollen auf diese Weise Gelegenheit erhalten, sich in der Dienstsprache zu vervollständigen. Nach einer bestimmten Zeitperiode soll ein Teil von ihnen in den Staats- Vom Stadttheater in Teplllz-Schönau Als Im Jänner diese» Jahre» den Teplitzer Theaterbesuchern da» Gastspiel der Aussig» Oper mit dem»N o.s« n k a v a l i« r" angekündigt wurde, da konnte man allgemein die Klage hören:»Wer hät« da» gedacht, daß,wir einmal aus ein Operngastspiel der Nachbarin m: der Elbe angewiesen sein werden!"— Und wa» geschah? Der Direktor konnte dar Wagnt» einer Wiederholung dieses Gastspieles nicht auf sich nehmen, weil der„Roseiikavälter",«ine ganz ausgezeichnete Aufführung, zum Erbarmen schlecht besucht, war. Der Notruf, den die Direkt»« nach dem ebenso unglücklichen ey'ten Opernversutch mit„R off t n i in Neapel" an die Oeffent- lichkeit gerichtet hatk«, fand somit feine traurige Bestätigung)■„Lohnt«» sich, in Teplitz Theater zu spielen? Hat da» Publikum den Sin» für wirflich künstlerische Dinge vollkommen verloren?" Man kann beide Fragen, weder mit einem vollen„Ja", noch ,mit einem entschiedenen»Nein" beantworten.- Sie beleuchten nur«Inen der Viesen da» Schicksal de» Theater» heute beeinflussenden- Fak- storen: di« v ö l l i g e U n b e rechen b a r k« i t d e» Publikum»! Man bedenke:.»Per Ghnt", demkein Optimist gerne mehr al» vier flufführun» gen hätte voraulsagen.wollest, konist« neumckälvor sehr gut besuchtem Hause,gefMt'werden.^»Fi«»« ko" hingegen erlebte seine einzige Wiederholung nur. al» Schülervorstellung l Die überaus liebenswürdig« und-kostbare..Oper.„Ro.ssi.Nst.1;i,n.: Neapel" wurde hier im November für di« LiepMtk.uraufgeführt; ber. fübelnde Beifall' rettete- da», reizvolle Werk nicht vor dem Untergang, nach knapp drei Aufführungen mußte e» abgesetzt werden. Die ganz auf den-üblichen„Publikumsgeschmack" abgestimmten „Familienaffären" der Gertrude Jen- ning» konnten viermal mühselig mitgeschleppt werden; der sonst stet».abgelehnte historische Stoff interessierte in Bürte»„Kalte" auf einmal lang andauernd. Dagegen hat die Grschichte in der weitaus packenderen Form, mit viel dankbareren schauspielerischen Aufgaben und der mehr eindringlichen Sprache in, DubsiYS Drama»Johan n a, die Wahnsinnige" so gänzlich versagt^ daß nur zwei Aufführungen möglich waren. Nach welchen Formeln soll da«Ine Theaterleitpng di« Nachfrage de» Publikum»-errechnen? Sicher sind natürlich auch hier die»großen Schlager", so tvährend zwei» Monat«„Auf der grLnen W ies«". Auch„Zum goldenen jkipferl", der für die Republik^erstaufgeführten Operette von Robert Stolz, eilten sie in Hellen Scharen, um sich an den netten Empfindsamkeiten der Handlung unb den Süßigkeiten der Musik zu ergötzen, und neuerdings folgen alle„Axel an der Hi m m el» t ü.r",—. Einsam und vergessen blieb Kügnecke»„Dorfohne Glock e" zurück; auch die Bilder au» Komjckti»„Liebes- traum" verblaßten vor den Hellen, bunt wechselnden Farben de» leicht hintändelnden R«vue-Zaub:rS. — Die zur Jahreswende uraufgcfithrte Kleinrevue „Brandl.und Huber" prit der Musik de» flüssiger Kapellmeister» Dr. Suchanek blieb nur in her Silvesterstinnnung lebensfähig. Zum Ende de» Berichtsabschnitt«» übte ihren besonderen Liebreiz di« nette kleine. Lustspiel-Operette.„HochzeitS- r e t se" mit der Musik von Carl» Friel. Der oben al» schwankend gekennzeichnete Geschmack de» Publikums vermag allerdings auch, sich für da» Gute zu entscheiden. Er bowle» das bei Bilkm Werner»„M enschenaufderEiS» schölle" und bei dem„D r. m e d. Hiob P r ä t o r i u S" von E. Götz, lieh sich aber auch für «inen Reißer wie Paul Haufen»„Schuß an Bord" einfangen. Wilde»„FrauohneBe- d e u t ü n g" fand ebenso wenig Sympathien wir Nielsen» russische Schcnkenwirtin„K o n tusch o w k a". Man hielt e» für anziehender, wenn »Eine Frau lügt"(Fodor) oder Ivenn „Krckch im Hinterhaus" ist(Böttcher). Pi'el belacht wurde Fodor»„Matura". Au» früheren Spielplänen kamen(für da» jetzige Ensemble natürlich al» volle Einstudierung) zur Wie- derholuug:„Der Obersteiger",„Madame Pompa» dmir",„1001 Nacht",„Fatiniha",„Der Zavewiffch" ufld zuletzt-„Die Glocken von Corneville". . Die Gastspiele Waren nicht übermäßig glücklich. Da» Ensemble de» Jofcfstädtec Theater» hätte sich Birabeau»„SchtefenHut" getrost behalten können und hpS Prager Uraniaensembl« stellte sich mit Marl Twain»„Tom Sawyer" in einer ganz unzureichenden Besetzung vor. Den Uebergang vom Ernsten-zum Heiteren brächte da» Kleinkunstensemble»Hie Schaubude", das im Prvgramm und in seiner künst« lerffchen Gestaltung«inen vollen Erfolg hatte. Wo der Spaß'begann, dort setzten die„Dret.ku.sti- gen Gesellen au» Köln", die beiden Fröhlichkeitskünstler Hermann Leopofldi und Betja Milskaya und Dela L'ipinskaja fort. Sehr starken Zuspruch fgyden die. Kinder» aertzaklnngen, die jedesmal ausverkaust •s- Die Stimme ihres Herrn dienst übernommen werden. Gleichzeitig wurde in den größeren Judustriegemeiudc» des Komotauer Bezirkes die Staatspolizei eingeführt. Arbeitsgemeinschaft im Saazer Stadtthcater. Montag wurden zwischen der Stadtgemcinde Saaz und Herr» Stefan Prcußncr einerseits und zwischen dem Direktor Preußner und dem Ensemble andererseits die Verträge gelöst, weil die finanzielle Lage des Theaters so trist geworden war, daß die Direktion eine Weitcrfühcung ablchnte. Die Stadtgemeinde konnte weitere Subventionen nicht mehr bewilligen. In einer Aussprache, an der auch Vertreter des Musikcrver- bandeS und des Bühnenbundcs teilgeuommen haben, wurde die Weitcrftihrung dcS Theaters in einer„Arbeitsgemeinschaft" beschlossen, die sich auch bereits mit einem Ausruf an die Oeffentlichkcit gewendet hat. Saaz stellt der Arbeitsgemeinschaft den spielscrtigen Theatersaal unentgeltlich zur Verfügung. Wird die Türmiber Glasfabrik Krutiö stillgelegt? Der Türmitzer Glashütte, die seit langem einen schweren Kampf um die Fortführung des Betriebes führt, hat das Glaskartcll für da» laufende Jahr kein Kontingent zugeteilt. Dadurch ist die Wiederaufnahme des Betriebes, der seit November bis Ende Feber ruhte, stark in Frage gestellt. Ob die von der Werklcituug unternommenen Versuche, Vorsprachen beim Handels--und FUrsorgeministerium Erfolg haben werden, läßt sich noch nicht sagen. Durch die Einstellung würden 280 Arbeiter, oder rund 1000 Personen brotlos. LandesgefunbhekiSwerbewoche)sü37. In', der Zeit vom 14. bis 20. März 11)87 wird unter dem Protektorat des Ministers fiir öffentliches Gesundheitswesen Dr. Czech und des Ministers für Landwirtschaft Dr. Zadina eine gesamtstaatliche LandeSgesundheitswerbcwoche 1937 unter dem Stichlvorte«Gesundheitspflege im Dorf und Bauernhaus" veranstaltet werden. Auch der Reichsausschuß fiir ländliche Gesundheitspflege der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit veranstaltet im Einvernehmen mit pen deutschen landwirlschaftlichen Hauptkörperschaften in dieser Zeit eine Wevbcwoche fiir ländliche Gesundheitspflege. Während dieser Woche oder auch nachher sollen in möglichst vielen deutschen Landgemeinden von den landwirtschaftlichen Berufsvereinen oder Genossenschaften Werbe- und Aufklärungsversammlungen cinbenifen werden, in denen di« ländliche Bevölkerung insbesondere ans die Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse im Dorfe und im Bauernhöfe hingewiescn werden soll. Als Vortragende sollen Aerzte, Lehrer, Pfarrer, Samariter der Feuerwehr,- Pflegeschwestern oder sonstige Persönlichkeiten gewonnen werden. waren. In den Arbeitervorstellungen unserer Partei bewährt sich dar Abonnement. In Abstäiwen von vierzehn Tagen haben wir, regelmäßig am Sonntagabend, geschlossene Aufführungen. Der Besuch ist immer ausgezeichnet, so daß wir hoffen können, das Abonnement in eine stabile Besuchergemeinschaft überführen zu können. In der Operette gastieren ablvechselnd die Te- nöre M e d i n a und S u ck m a n n. Zuverlässige Stützen des Erfolges sind immer die beiden Sängerinnen Drexler und Bogner, die Soubretten Musil, Dolly und Vogl und die beiden Unverwüstlichen, Ritter und Münzer. In den gesetzteren Humor teilen sich E x n e r und K ö h le r. Die sichere Grundlage bietet der gut besetzte Chor. Im Schauspiel hat M Y l o.n g- M U n z die Herzen der schon und der noch immer schwärmenden Weiblichkeit erobert. Friedrich Kühne gebietet mit dämonischer Kraft der Ausdruckskunst. Viktor S a x l, Fritz K e n n« m a n n, Ernst Wagner und der noch jugendlich draufgängerische Rolf Schneider stehen im ersten Treffen. Soweif die Kuckst auch auf persönliche Vorzüge angewiesen ist, wird sie von den Damen Christi R a en h, Edith« H il l e, Vera M a n d i i, Henni M i n c r s t y und Toni E y d t repräsentiert, Im Charakterfach und mit fraulicher Reife wirken Grete B a e ck, Lsselott Reger, Leonie Diel m a n n und Anna M ü l l e r- P r e»i. Mit,der ganzen Kraft einer gläubige« Jugend. und eine» unzerstörbaren Arbeitswillen» steht an der Spitze de» Werke» Direktor Curch H u r r l e. Zu feinen wesentlichen H-lfem gehören di« Herren Otto Marx(Dramaturg), Herbert Weirkopf(erster Kapellmeister) und Otto Fröhlich,(Leiter der Operette. e Ernst Thö«er- Seite 4 Donnerstag, 18. FcberlV87 Rr. 42 Eine gemeine Denunziation und ihre erfreuliche Erledigung Unser Karlsbader„Volkswille".reproduziert im Faksimile folgenden Inhalt einer Karte, die an den Großgrundbesitzer Ledrb n r in Aich bet Karlsbad adressiert war und den Poststempel Dona w i tz trägt. 18. 2. 1986 P.. T!, r' ES erregt unser Befremden, datz Sie die Tochter des s o z i ä l d e m o k r a t i s ch e» Borstehers und Freidenkers, aus Tröstau in ihrem Haufe beschäftigen. Wäre nicht ein braves, ch ri st l i ch- deut.s ch e S Mädchen vorznziehcn? Jur Beruhigung' unseres Gewissens bitten wir darum. Einige C. Schwestern. Der- Empfänger hat- die Karte verächtlich ze r r i s s e n, wohl,in der Meinung, daß hier'ein' feig er Anonymus aus politischer Gehässigkeit einen e h r.l.i ch e n M e n s ch« n um» Bw o t b r i n g e n will und daß auch die Unterschrift „Einige C-Schivestern" nur erdichtet sei, um die Caritas-Sch Western in ein schiefes Licht zu setzen. Die Uber den Anhalt der Karte befragten Caritas-Schtvestern haben mit Ent rü st u n g auch nur den Gedanken daran zurückgewiesen, dag sie mit der schäbigen Denunziation, etwas zu tun habe».• ■ Milderung des Photographlerverbotte» auf offenem Gelände.. Mit Kundmachung vom 5. September v. A. hatte die B riixe r Bezirksbehörde den Zutritt bzw. die Annäherung an Baustellen, auf denen im Interesse der Staat-Verteidigung bestimmte Baute» zur Ausführung gelangen, sowie das Photographie» re» solcher Baustellen und ihrer Umgebung im Umkreise von einem Kilometer verboten. Mit Kundmachung chom 11. d. M. ändert nunmehr die Bezirksbehörde dieser Verbot de» Photographieren» dahin ab, daß im Bezirke dar Photographieren in'jenem Gelände verboten.wird, welche» durch Warnungstafeln begrenzt wird, di« die Aufschrift„Da» Photographieren ist verboten" tragen und von der Bezirktbehörde unterschrieben find. Die Uebertretungen diese» Verbote» werden mit einer Geldbuße bi» 5000 Xi oder mit einer Arreststrafe b!» zu 14 Tagen bestraft....' Förderung der Volksgesundheit. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für.Volksgesundheit gibt die Zeitschrift„Gesundheit" heraus, deren neuerschienene erste Nummer für 1887 zur Gänze der hygienischen VolkSausklätung gewidmet ist. Wir finden zunächst eine„Anatomie de» menschlichen Körper»". I» durchaus wissenschaftlicher, aber leicht verständlicher Weise werden die Leser mit der Beschaffenheit de» menschlichen Organismus vertraut gemacht. Am zweiten Teil werden genau« Anleitungen zur.ersten Hilfeleistung bei Verletzungen und Krankheiten gegeben.— Angesicht» der Tatsache,' daß daS Kurpfuschertum wieder in die Halme schießt, ist dieser ernste Versuch, wirkliche.hygienische Aufklärung zu verbreiten, um so höher, zuwerten.alretmit der ununterbrochenen Mahnung Hand in Hand geht, sich einem ordentlichen Arzt anzuvertrauen. Da» Bedürfnis nach derartiger Aufklärung und derartigen Anleitungen besteht zweifellos in den breitesten Volksschichten. Aus diesem Grunde wär« der Zeitschrift„Gesundheit".weiteste Verbreitung zu wünschen.-.Der JatzreSbezugSpreiS' beträgt nur 12.— Xi. Anleitungen zur Krankenpflege bringt die erste Folge dsr Zeitschrift„Gesundheit", welche von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit hcrauSgegeben wird. Dar Heft gibt einen Ueberblick über die Anatomie de» menschlichen Körper», und gibt Ratschläge über all da», waS im Erkrankungsfalle zu tun ist, bevor der Arzt zur Stelle ist. In einem Ein- führungSartikel weist JUDr, Riedel, der Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit,, auf die Notwendigkeit hygienischer Volksaufklärung hin.. Interessant sind die Ausführungen über die Ziele der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit und über die Leistungen der Deutschen Tuberkulosenfürsorge. Bezugspreis jährlich K4 12.-—. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Volks» gefundheit, Prag II, Prcslova 7, Deutsche» Hygienische» Institut. Sozialdemokratischer Bürgermeister von Lodz nicht bestätigt ■ Warschau. Zum Bürgermeister der Stadt Lodz, in der bei der letzten Gemeinderatswahl im Vorjahr die Sozialisten«ine starke Mehrheit gewonnen hätte», wurde seinerzeit der ehmalige sozialistische Abgeordnete Norbert Bar lickt, eitler der Brester. Häftlinge,' gewählt. Der Annen- minister hat jedoch diese Wahl n i chtbestä- tigt. Infolgedessen..wird eine Neuwahl des Bürgermeisters-von' Lodz vorgenommen werden. Gestapo Methoden bei der japanischen Polizei Tokio.(Reuter.) Im japanischen Oberhaus herrschte Dienstag vormittags große Erregung, als bekannt wurde, dah die Polizei» in einigen Bezirken-Personen/ die. der Nebertretung de» Wahlgesetzes beschuldigt werden, durch W i tz h a n d- In n g« nzu einem Geständnis zwingen wollte? Ein Abgeordneter erklärte, in verschiedenen Präfekturen hätten die Polizisten• den- zum Verhör vorgefiihrten Personen W a s. s er: ist: d i e Ä a f« g« s p r4 tz t, m i t. dem- Kopf n a ch' u n t-em a u f.g e h ä-ng.t Md ver- schicdene andere Methoden in Anwendung.» gebracht.'Der. Innenminister erwiderte,'daß dii e sch ul l d:i'g e n' P o l i z i.st r ni b« st r oft werdendUnd- die' Regierung. Maßnahmen l zwecks Beseitigung dieser-Methoden treffen-werde. -’i v a- 3. Arbelter-Wintersport-Olymplade Deutsche Kyltur und„Rundschau" Nach der Meinung der„Rundschau" ist „deutsch" nur das, was von den Potemba»Mör» der» und ihren Freunden gutgeheißen wird. WaS die nicht erfreut cder etwa gar gegen sie gerichtet ist, ist auch für die„Rnndschau" undeutsch uno sie zögert nicht, eine andere Auffassung ohne Rücksicht auf die Person, die sie äußert, rüde zu bekämpfen. '. So regt sie sich z. B. im Leitartikel ihrer letzten Ausgabe darüber auf, daß Kanzlet S ä m a l auf eine Umfrage nach seiner Meinäng über die heften deutschen Bücher de» vergangenen Aahres Konrad Heiden»„Adolf Hitler" genannt hat. Die„Rmidschau" bemerkt:-„Spricht d i e s eAntwörtnichtBände? Die literarische Erbauung sucht Kanzler Sämal in Emigrantenromanen und sein politisches Lieblingsbuch ist die g r ö b st e B e s ch i m p f u n g des deutschen Reichskanzlers". Die„Rundschau" spricht von einer„Selbstenthüllung"'des Kanzlers Sämal, die. durch diese Bemerkung vollzogen fei. Was sie damit eigentlich ausdrückcn will, geht aus den folgenden Sätzen der„Rundschau" hervor: „Nach solchen Bekenntnissen wundert«SunS nicht mehr, daß heute in» Tschechische fast nichts -mehr von der'wirklichen deutschen Dichtung überseht wird, wohl aber alle Hauptwerke jener Literatur, von der da» deutsche Voll mit Recht wünschen möchte, daß sie auch noch aus der deutschen Sprache in eine'a nd e re emigrieren möge." .. Davor, daß die außerhalb Deutschlands erscheinende Literatur etwa in die Sprache Hit« l e.r s- emigrieren könnte, bewahrt sie im allgemeinen nicht nur ihr sittlicher,' sondern auch ihr künstlerischer Gehalt. Am übrigen kann man m>t der„Rundschau" selbstverständlich-nicht über die deutsche Kultur diskutieren, ebensowenig wie mit einem Blinden. über Farbenlehre. Die„Rundschau" findet die Bemerkung des Kanzlers Sämal«b e s ch ä m e n d", ivas wieder nur ein Beweis dafür ist, daß man. auch-über Fragen. desGefchmacks mit der„Rundschau" nich: streiten kann. ES ist schließlich auch nicht unsere Sache, den hitleristischen Bemühungen der„Rundschau" zu begegnen, die darauf gerichtet sind, der Prager Burg den Lesestoff zuzuteilen. Dies eine aber'wissen wir: so wahr Konrad Heiden» Buch eines der ernstesten, sachlichsten und wissenschaftlichsten Werke der politischen Gegenwartsliteratur ist, so ivahr hat es der Verfasser deS„Rundschau"-Aufsatzes n i ch t gelesen. Denn der-Mann heißt Franz Höller und ist Leiter des Kult Uramtes der SdBk -Die„Rundschau" will bei uns eine neue An der'Zensur einführen, die cs den Zensoren'gestattet/ von den Büchern nicht Kenntnis, zu nehmen, die-sie-dem Volk, der Regierung oder der Burg verbieten.- Wenn man schon beim Lesen der „Rundschau" meint,' eine' Zeitung' des Dritten Reichs- vor sich zu haben— weshalb sollten die Schreiber dieser Zeitung nicht der Meinung sein,'ihnen, sei alle» erlaubt, was Goebbels befiehlt? . Der mysteriöse Fall einer 14jährigen Mütter. Wie die Blätter berichten, ist die Prager Polizei mit der Nachforschung eines vorläufig. nach ganz ungeklärten Falles befaßt. Bor elf- Tagen quartierte sich in einem Prager Hotel et» Soldat in Begleitung eines jungen Mädchens ein, das er bei der Anmeldung als seine„Lebensgefährtin" bezeichnete. Am folgenden Tage vormittags begab, sich-das Mädchen auf das Klosett, wo es längere Zeit blieb. Als das Stubenmädchen-dann aus-der Toilette: Kinderweinen vernahm, holte es die Polizei,-Gie-die Ueberfiihrung des Mädchens, datatsächlich auf- dem Klosett niedergekommen war, -in'die Gwäranstäli veranlaßte. Bei Aufnahme-der Personaldäten ergab sich die Tatsache, daß die angebliche' Lebensgefährtin des Soldaten, in welchem > Jjn, o uJ. ,0 /> g u U/ i o ch p Lil der 28jährige V. K. festgestellt wurde— erst vierzeh nJahre alt wär. Abgesehen von dem zweifellos vorliegenden Sittlichkeitsverbrechen, das der geschlechtliche Mißbrauch eines Mädchens unter. 14 Jahren darstellt, liegt der Ver», dacht vor, daß die Absicht bestand', die Geburt zu verheimlichen, ivaS- ein weiteres Delikt darstellt. Wieder ein Autobus abgestürzt. Bei VoloS in Thesialien stürzte ein mit 24 Fahrgästen besetzter Autobus in eine 50 Meter tiefe Schlucht. Vier Fahrgäste fanden den Tod,- während 15 Verletzungen erlitten.* Wetterkatastrophe in. Südafrika. Einigen Meldungen zufolge sind in Mozombiare anläßlich einer Ueberschwemmung der Flüsse Jmcomati und Nmbeluzi etwa 2000 Eingeborene ertrunken. Infolge heftiger Rcgenfälle, welche fünf Tage anhielten,-wurden viele. Stellen des Gebietes von der Welt abgeschnitten. Es- sind nur kurze radiotelegraphische Meldungen über diese Wetterkatastrophe eingelangt. Flugzeuge, welche, des Sturmes nicht achtend, das Gebiet überflogen haben, melden große Schäden in der Gesamthöhe von ungefähr einer Million Pfund-Sterling,.. Ein merkwürdiger Klub. Acht Mitglieder der japanischen politisch-religiösen Sekte.«Wir wollen sterben", die eine klein? Gruppe der Nichiren- Gekte bildet, verschwanden Dienstag abends in Änem-Motorboot in der- Tokyo-Bucht'.' Man nimmt an, daß sie den Freitod gewählt-haben. Fünf weitere Anhänger dieser Sekte versuchten Mittwoch auf offener Straß« Harakiri, u. zw. vor dem Wohnhaus des Ministerpräsidenten Hayaschi, vor dem Kaiserpalast,' dem Reichstag und dem Polizeipräsidium. Es handelt sich- durchwegs um junge Männer. Es ist anzunehmen, daß sie durch ihre Hmrdlung auf ihre politische Auffassung Hinweisen wollten. Die polizeiliche Mitteilung besagt,' daß es sich um krankhaft'veranlagte-Sektierer handelt. Da»„geheimnisvolle Flugzeug", welches in den letzten Tagen über Wien verschiedene Rauchabzeichen zeichnete, hat indirekt den Tod eines jungen Manne» verschuldet, nämlich den de» 25jährigen Anton Rosen» mayer, der am Freitag der Vorwoche um 9 Uhr früh das Flugzeug sichtet« und dessen. Flug auf einem Fahrrad« verfolgte, wobei er mit einem-anderen Fahrzeug zusammenstietz. Er erlitt dabei schwere Verletzungen und mußt« in das KrMkenhauS gebracht werden, wo«.Mittwoch gestorben, ist. .Die Pcrlcnbraut. Maud Benderson, die australisch« Perlenbraut, hat sich verheiratet. Sie hat ihrem Mann ein Perlenkollier al» Mitgift in die Ehe gebracht, da» nicht nur sehr kostbar ist, sondern-dessen einzelne Perlen Stück für Stijckvpn Maud Benderson selbst gefischt wurden. Sie war.eine der.Arhnsten Perlenfischerinnen Australien», und die Abcuturr, die sie erlebte, sind ungewöhnlich. So, ist sie einmal in die. Arme eines Riesrnpolypen gefallen und-wurde im letzten Moment ohnmächtig, an Land gezogen. Sie hat jetzt ihrer Leidenschaft Adieä gesagt, denn sie mußte ihrem Bräutigam versprechen, nie mehr' auf Perlenfischerei zu gehen? ' Heitere». Der Lehrer:„Was hat der Nationeck» sozialismu» mit dem KlerikaliSmu»' gememsatn?" Der Schüler:„Das F,a st/e n'.-.."—.„Meine Ehe ist ausgezeichnet."—^.s,Streitet ihr euch nie?" —„Doch, aber wir sind sofort-wieder gut."— „Wie kommt da«?"—„Ganz einfach. Wenn.mein« Frau wütend ist, wirft sie mir die. Kohlenschaufel nach.. Trifft sie mich,' lacht f i«, trifft-sie mich nicht, lache ich.".» ' Verlängerung, der GesüchSfrift Uber die Vor» schreibüng direkter' Steuern.für- da»-Jahr 1987 ans Grundlage'des Durchschnitte».-'-«-Jahr« ,1988 bis 1985: Gemätz Artikel 1, Abski 5 de» zweiten Teile» des Gesetze» vom 2. Juli 1086, Z. 226 S. d. G. u. V., durch welches da», Gesetz.über bif direkten Steuern abgeändert, und ergänzt wjrd/ können Steuerträger, welche die.betreffenden dort- statuierten Bedingungen erfüllen,, ansuchen,' daß, ihnen' für daS Jahr 1987 die Steu«c.gentätz dem Durchschnitt der Jahre 1988 bi» l.OSS vy'rgeschrieben'wird.'Jm Absatz 1 der DurchführungStzerordnüng zijm zitier» l'en Artikel l?Abs.'ö?wird.ifestgesetzß'pah diese»-Gesuch bis zum-14.' Feber 1987 i eingebracht'/yjerden mutz sowie'-datz^ diese Frist^ von den' Behörden ver». I längert lvcrdcn kann,.Nachdem- diese DurchführungS- 8ven Nalveroen, Hhnland, der Sieger lm Haupt- und Komblnatlonssprung- lauf, geht auch in’Johannisbad an den Start. Irma Rüokokski,' die dritte Teilnehmerin der Finnen in Johannisbad. Verordnung zu dem Gesetz über die.direkten.Steuern bis.zum. 14. Feber 1987 in der Sammlung'der Gesetz« und Verordnungen' nicht erschienen ists verlängert da» Finanzministerium auf Grund der im Art. 12 deS. zweiten Teile» des Gesetzes Nr.'. 226/1986 S. d. G. u. V. enthaltenen. Vollmacht,die Gesuchs» frist für di« oben, angeführten Gesuche bis Endes Feber 1987^ ES wird kühler. Di« Lufdruck» und Temperatur--. Verteilung-in.,Europa.ist bisher'.noch nicht derart günstig, datz. bei uns bereit» beständiges. Wetter'eintreten könnte. Entlang der Küste Deutschlands schreiten gegen den-Osten vereinzelte Störungen. fort, die In Mitteleuropa' Schauer. Hervorrufen.,'. Infolgedessen wird auch bei uns di« unbeständige Witterung. andauern; die Temperaturen werden jedoch auch in den Niederungen sinken. Auch auf den Bergen herrscht bereit» GanztagSfrost,— Währschei'nliche»' W'e t t e r D o n»erst a g:.-Veränderlich,.Neigung zu Schauern,' Abkühlüng, auf den Bergen andauernder Frost, Windrichtung' gegen- Nordwesten. — SB e tte-r au» si ch>t/i u f ü.r 8-t-e itäg:, Noch unbeständig, zeitweise-Schmier, in!den Riede-' rungen untertags-leichte».-Tauwetter,-, iw der. Nacht-t Frost, am f d e n B e r'g.e ntG an z t a g»- frost, Nordwestwikid/' . Vom Rundfunk CmpfthlNi swsrtss aus den; Proframmem •'- Freitag.-! Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Presse, 11.85: Schallplatte», 12.10: Unöer» haltungsmustk, 17.': Fcanz'.Schuöerti KlaLiertrio B» Dur, 18.10: Deutsche-Sendung: Rudolf.-Ztvittau: Da» Kseinwohnhau» und seine Forderung,durch den Staat, 18.-20: Dozent. WeleminSktz:.Verhsitchngund Heilung, per-Tuberkulöse,!. 18.85: Arbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten,-18/45:.'Deutsche Brösse,.. 18.55:. Deutscher Kültutb'erjcht' vom'Täge? 22.25:- Tanzmusik.'— Pxag, Send elr-II: 14-l'4i! Deutsche, Sendung: Dr.Meyer:-Antereffante» aü»! der Bak» terientvelt? 14.80: Schallblatten.. 14,50/. Deutlche.. Pvrss«, 18.20;-.Salonorchester.'.'—' Brstnn 16,10: Unterhaltungsmusik,,-17,40:..-Deutsch«. /Sendung:- Sportaktualuäten,.., 19,10; i.s'GchäMtritenkPnzett,. 19.80: Uebertragung mi» dem LandeStheäter:„Der still« Don"',.Hpep.'von-'DzMtÄi."-^/Htchßtura'-'. .10.15: Kammermusik,.'-l'9;10:- KMorWt'eri,.— I Mühr.-Vstra«- lü.'Sö:' M»tä'a'»könzeM?!> l'6.10:/ Deutsche-Seitdung t-- Dr."i /GAtlg;:'- Etwas< l-über" T Chirurgie,-■>;-.-,; i».'XTyJi'/li msi: Nr. 42 Donnerstag, 18. Fever 1937 Seite 8 Der Außenhandel im Jänner um 31 Prozent Ober'dem Vorjahr—Fertigwarenexport um 88 Millionen gestiegen Der Ausweis über den Außenhandel im gende Daten an: Reiner Warenverkehr. Jänner 1987 Einfuhr.. SS9,474.000 Ausfuhr.... 649,686.999 Jänner 1987(bzw. im Jänner 1986-. 889.488.999 496.699.999 Jänner 1986) führt fol. 1987 169.916.696 188.684.696 Paffivum.... 49,818.666 An die außerordentlich hohen Ziffern deS Dezembers reichen diese letzten bei weitem, nicht heran, doch ist alljährlich im" ersten JahreSmonat eine derartige Reduzierung des Außenhandelsum» fangs feststellbar, so 1938/86 von 698 auf 496 Millionen, 1984/86 von 767 auf 476 Millionen, 1988/84 voy 686 auf. 876 Millionen und 1932/88 sogar von 788 auf 888 Millionen.-Die heurigen Ausfuhr bleibt also sehr hoch über den in den Krisenjahren erreichten Ergebnissen und überstejgt die vorjährige um 81 Prozent. ES ist bemerkenswert, daß der Monat mit den seit dem Aufhären der Konjunktur höchsten Exportziffern, nämlich der Dezember 1986, den ihm entsprechenden Bergleichkmonat, Dezember 1986, ebenfalls in demselben Verhältnis von 81 Prozent übertraf. Ob die nächsten Monate auf demselben höheren.Niveau bleiben oder es übertreffen wer- 34,486.696 den, wie es notwendig wäre, wird wesentlich davon abhängen, ob die in der Regierung beratene Exportförderung rechtzeitig und ausgiebig verwirklicht wird. Die auch das Vorjahr wert» und mengenmäßig gestiegene Einfuhr von Rohstoffen stellt zwar der Beschäftigung eine günstige Prognose, sagt aber an sich nichts darüber aus, ob sich darin der wachsende Inlandsbedarf oder steigende Exportabsatzmöglichkeiten ausdrücken. . Die Daten über die wichtigsten Warengruppen lauten(in MiNionen Kronen): Jänner 1987 Jänner 1986 Eins. Ausf. Eins. Ausf. Lebende Tiere 12,7 0.4 16.1 20.8 Lebensmittel. 91.9 66.7 64.6 28.1 Rohstoffe.. 418.9 189.9 897.4 117.2 Fertigwaren. 298,9 442.1 159.5 354.5 Investitionen in Lähmen Der böhmische Landesausfchuß genehmigte in seiner Sitzung am 17. d. M. 899. Gemeinde- und 89 Bezirksvoranschläge und bewilligte. 846 Gemeinden Abgaben. Für JnvestitionSarbeiten von Gemeinden bewilligte der LandeSausschuß Anleihen in der Höhe von rund' vier Millionen Kronen, und zwar u. a. für den Bau eines Armenhauses in Teplitz-Schönau ffä 1,600.009.— und in Loosch KC 806.000.—, ferner. für die Uebernahme der Einrichtung der elektrischen Leitung und Straßenregelung.in Schwaderbach(Bez. GraSlih) Ki 660.999.—, für den Wasserleitungsbau in Machendorf(Bez. Reichenherg) 425.999 KL. Der LandeSausschuß nahm, zur Kenntnis, daß der Gesamtaufwand für die im Jahre 1987 vorgesehenen Arbeiten des staatlichen Wasserwirtschaftlichen Fonds ungefähr 196 Millionen Kronen betragen wird, zu welchem das Land 19 Millionen Kronen beitragen wird. Sowohl Weltproduktion als Weltverbrauch liegen demnach 1936 bedeutend höher als im Jahre 1929. Außerdem hat in den letzten zwei Jahren der Verbrauch die Produktion überschritten, so daß also auch ein Rückgang der Weltvorräte zu verzeichnen ist. Der bedeutendste Nickelproduzent der Weltwlflschaftllche Kursberichte Di« Wektproduktion und der Weltverbrauch in Nickel sind durch die internationale Rüstungs welle stärk angetrieben worden. Es betrug: die Weltproduktion der Weltverbrauch Metertonnen Metertonnen 1936 99.000 99.290 1985. 76.600 80.790 1934 71.500 61.900 1983 46.800 48.000 198Ü 21.900 28.000' 1929 58.000 68.000 Welt ist Kanada, das allein etwa vier Fünftel der Gesamtproduktion liefert: Italien größter Stapelfaser-Produzent. Die Erzeugung von Stapelfaser(Zellwolle) wird für das Jahr 1986 auf 269.7 Millionen lbs. gegen 186.7 Millionen 1986 geschätzt. Die Erzeugung hat sich somit fast verdoppelt. Der größte Produzent ist Italien mit 199(66) Millionen lbs.. es folgt Deutschland mit 65(82) und Japan mit 49(18.5) Millionen lbs. Englands Ausftihr an Stapelfasern betrug 1936 8.7 Millionen lbs., wovon 1.6 Millionen nach den USA gingen. Die Tschechoslowakei war mit 259.178 lbs. fjinft- größter Abnehmer. Die industrielle Produktion Japans hat Im Jahre 1986 ihren Aufstieg weiter fortgesetzt, trenn auch nicht mehr in dem stürmischen Tempo wie in dem vorhergehenden Jahre. Auf der Basis des Depressionsjahres 1928 ist gleich 199 stand der Index des Gesamtumfanges der japanischen Industrieproduktion gegen Ende 1986 auf 217 gegen 167 Ende 1934. Unter den wichtigsten Gruppen sicht die chemische^Jndustrie,„die. in Ich- ter'Zeit einen großen Aufschwungs erlebte,^mik einer Indexziffer von 450 Prozent bei weitem an erster Stelle, dann folgt die ebenfalls in letzter Zeit stark entwickelte Eisen- und Stahlindu- rstie mit 289 Prozent. Die monatliche Roheisenerzeugung beträgt zur Zeit etwa 239.696 Tonnen, die Stahlerzeugung-429.960 Tonnen. Die Textilindustrie stagnierte in letzter Zeit auf 186 Prozent der Produktion von 1928, während vor zwölf Monaten ihr Index 174 Prozent betrug. Daß diese Entwicklung für die Massen des japanischen Volkes keine Erhöhung ihres Lebensstandards gebracht hat, ist schon daraus zu ersehen, daß der Tiefstand des Index für die Produktion der Lebensmittel« und Getränkeindustrie nur um ein Prozent höher ist als vor. acht Jahren, obwohl indessen ein recht beträchtlicher Bevölkerungszuwachs eingetreten ist. Südspanien- italienische Kolonie? Wie die Sieger in Nalasa wüteten .(bn.) Chalner M i t ch e l l, ein bekannter englischer Schriftsteller, ist aus Malaga nach dem Einzug der Francotruppen, vor. allen, der Italiener, von einem britischen Kriegsschiff abgeholt worden— nicht ohne daß ihm die Eroberer mit vorgehaltenen. Pistolen das„Ehrenwort" abgepreßt hatten, nichts-von dem-zu berichten,-was er gesehen hatte'....» Indessen hat ein amerikanischer Geschäftsmann, der gleichfalls aus Malaga nach Gibraltar- kam, folgenden Bericht" gegeben: Es wurde noch sn der Vorstadt, Mattio Perche gekämpft, als in der Hauptstraße von Malaga bereits Posten der Eroberer ausgestellt wurden und die Durchsuchung der Häuser der. Innenstadt, begann. In Gruppen zu 50 wurden Republikaner, zumeist friedliche Bürger- zusain» mengetrieben und durch Maschinenge« wehrfeuer niedergemäht. Am Morgen nach der Besetzung hat der Amerikaner selbst zehn bis zwölf solche schauerliche Gruppen zu» sümmengeschossener Menschen auf den Straßen liegen gesehen. Die meisten der Ermordeten wurden im Laufe des Tages in den Fluß geworfen, oer die Stadt durchströmt, andere wurde» in große Bunker geworfen und verbrannt. Der Beobachter war nahe daran, ob dieser Wahrnehmungen wahnsinnig zu werden, er weigert sich, zu schildern, was mit den Frauen Malagas gemacht wurde, als die Soldaten in das Inner« der Häuser stürmten. Ucberall hörte man verzweifelte Stimmen, die um Gnade flehten: In einer Straße sah er die L e i ch e N 'dreier jungen Fragen liegen, die sich aus dem obersten Stockwerk heruntergestiirzt hatten, um den viehischen Mißhandlungen durch die italienischen Soldaten zu entgehen. In einer Vorstadt traf der Beobachter drei kleine Kinder, die irrsinnig gewogen waren durch die Schrecken, die sie hatten erleben müssen. Am Tage seiner Abreise, Freitag, lief ein italienisches Kriegsschiff in den Hafen von Malaga ein, landete Truppen, Tanks und sonstiges Kriegsmaterial. Der Hafen wurde gegen den Zutritt aller Spanier abgcsperrt. Ein Berichterstatter des„Daily Heralö", der längst wieder Sevilla verlassen hat, be richtet über, seine, dort.gemachten Beobachtungen: Ich habe zehn' Tage in der italienisch-deutschen Kolonie Sevillaer verbracht. Wenn ich cs nicht selbst gesehen hätte— ich hätte es nie^gcglaubt, daß italienische Offiziere in einer spanischen Stadt mit der Reitpeitsche in der Hand spazieren gehen und auf jeden Spanier, einschlagen, der das Unglück hat, ihnen zu begegnen. ! Ich habe gesehen, wie ein Taxi-Ehauffcur, der Bezahlung der Fahrt forderte, von einem italienischen Offizier brutal ins Gesicht geschlagen wurde. Ebenso ging es einem Straßenbahnschaff- ner, der einem Offizier Mussolinis zumutete, einen Fahrschein zu kaufen; der Offizier bedrohte die Fahrgäste mit dem. in der Linken gehaltenen Revolver und schlug indessen den Schaffner, den er durch einen herbeigerufenen italienischen Posten ins Gefängnis schleifen ließ—weil der Angestellte seine-Pflicht zu erfüllen versucht hatte. Das Schicksal des Mannes konnte ich nicht erfahren. Ucberall in der Stadt Sevilla hört man deutsch und italienisch reden. Italienisches Geld ist überall gangbare Münze, man bekommt schon öfter italienisches als spanisches Geld beim Zahlen als Restgeld heraus. Der ungeheure i tatic- nischc Terror hat die Bevölkerung so eingeschüchtert, daß ich meinen Rcisezweck— etwas über die Zusammenstöße zwischen spanischen und italienischen Offizieren zu erfahren'— nicht erfahren konnte. Ist doch von den Italienern T o- desstrafe darauf gesetzt, wenn ein Spanier mit einem Ausländer überhaupt nur spricht! Die Landstraßen von E a d i x nach Sevilla sind Tag und Nacht überfüllt durch Miliiär- transporte. Die Papiere der Reisenden werden unzähligemal beschnüffelt. Täglich kommen in Cadix italienische Schiffe' an mit Kriegsmaterial aller Art, auch. Flaistmcn- Werfer. Auf den Kasernen weht die italienische Fahne. Ein größerer Teil der Stadt ist für Spanier gesperrt und die Italiener regieren dort ganz alleint Nach allen Informationen sind zur Zeit 56.000 deutsche und italienische Soldaten in Spanien und weitere 89.909 sind bereits für den Rest dieses Monats angekündigt. Hitler schreibt Kirchenwahlen aus Berchtesgaden. Der Rcichsminister für die .kirchlichen Angelegenheiten Kerrl hielt gm Man«. Mg dÄÜ RenhSkasizler H i t l e r Vörtöag übe'r-'die- kirchenpolitischr-Lage. Hitler gab im Anschluß an den Vortrag folgenden Erlaß heraus: -„Da es dem ReichSkirchenauöschuß nicht gelungen ist, eine Einigung der kirchlichen Gruppe», der deutschen evangelischen Kirche herbeizuführen, soll nunmehr die Kirche in voller Frei/ heit(?l) nach eigener Bestinimung deS jw» chenvolkeS sich selbst die neue Berfasimig mch damit eine neue Ordnung gehen. Ich ermächtige daher den Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten, zu diesem Zwecke die W/i>l einer Generalsynode vorzuberesten und dir dazu erforderlichen Maßnahmen itf treffen." ' Annäherung Italien—Balkan-Entente. Die Belgrader»Politika" erklärt in Besprechung der Arbeiten des Ständigen Rates der Balkan-Entente,- daß alle in dieser Entente zusannneueeschlofsenen vier Balkanländer in der nächsten Zest zur Regelung ihrer Beziehungen mit Rom schreite«, werden, insoweit sie eS noch nicht getan habe».' Sie werden hiebei dir ^aemejnsgnu;gcir,-VjpMichiange>st fnr,., Auge behalten MV trotz-aMr-vE-Äeziehungemzit'-Atalien,-welche: Pb attstrcbeii'^t-imalS-ihre-Pflichtetr/füt'-den'Bölter» Hund vergessen, in dessen Rahmen die Balkan-Entente ihrc inscrnaiionalcn Beziehungen geregelt hat.' Terror über die Grenzen hinaus. Wie dir 'Wiener Blätter melden, werden alle im Auslande lebenden reichsdeutschen Staatsbürger einer strengen Kontrolle unterzogen.werden.. ES werden. Sonde---, kommissionen zusammengestellt werden, der«» Ausgabe es sein wird, die Zuverlässigkeit der. Vertreter und anderer Angestellter reichSdeutscher Firmen im Auslande zu überprüfen. In negativ ausgehenden Fällen wird den Angestellten der Reisepaß abgenom- mcn werden.. DaS„Rene Wiener Abendblatt" meldet, daß dscse Kontrolle sehr streng durchgeführt werden wird und hauptsächlich, den Zweck verfolgt, den im Auslande wohnenden reichsdeutschen Juden die deutsche Staatsbürgerschaft abzucrkennen.. Von der Ehra Im Wiener Saturn-Verlag erschien ei» ungemein interessantes, zu Widerspruch und Zustimmung reizende» Buch von Andreas Camp«»Segn» und Fluch der idealistische« Gesinnung", dem wir folgende ein wenig spitz formulierte, aber sehr zutreftend« Bemerkungen über die Ehre enMehmen. Die Ehre ist entstanden au» Ehrgefühl, Machtwillen und Dünkel. Sie ist aber nicht etwa eine Mischung aus diesen dreien, sondern ein Neugebilde, welches unabhängig von seinen Ursprüngen besteht. Ehrgefühl, ist der Trieb, sich selbst zu be« iahen, ins Ethische übertragen. ES ist eine Verbindung von Gefühlen und Vorstellungen über die eigenen- moralischen Qualitäten, wobei es weniger auf diejenigen änkommt, die man hat, als auf. jene,'die-man zu haben glaubt und zu haben wünscht.' ES' wirkt kulturfördernd:- hemmend geßdnüber Neigungen, die uns verwerflich scheinen,. ermunternd bei Leistuntzen,. die wir moralisch billigem//,. Das Ehrgefühl kann entarten: die Kontrolle und.Regelung deS eigenen Verhaltens wird dann ersetzt durch, die Ueberzeügung, daß es, in jedem Fall idealgemäß sei. Die Forderung kommt hinzu, auch der änderehabe eS zu'glauben, und sich entsprechend- zu benehmen. ' Man'nchme daS solcherwclse'entartcte Ehrgefühl, welches, feines mehr ist. Manchen!« es sich loSgeWvon dem individuellen Trägör.waS man nichtkann.-Man fasse es als Abstraktum apf,.und behandle(I als Konkretum. Man. füge Selbstgefühl, Stolz, WrchmMdst und Eitelkeit hinzu: und man hat die' Ehre. .. Man kann nachweisen,- tose. dse i Ehre, entsteht. Man kann zeigen, welche Wirkungen str hat. Man kann sie nicht definieren, und selbst einer abstrakten Beschreibung widersteht sie: sie ist ein erstaunliche» einzigartiges Gebilde. Eh gibt eine Jndividual-Ehre, und mehrere Kollektiv-Ehren, wie Standesehre-, Berufsehre, Nätionalehre. Alle zusammen bilden ein« Einheit, di« sich bald ausdehnt, bald zusammenschrumpft, bald sich in wenigen Personen konzentriert, bald sich auf viele zersplittert. Gelegentlich kann man Ehre erwerben. Im allgemeinen aber hat man sie oder man hat sie nicht, wie die Gnade. Im Unterschied zu dieser verliert man sie jedoch auf ebenso rätselhafte Weise, wie man sie erwirbt. Unbeschadet dieses übernatürlichen Wesens der Ehre, zeigt sie sich ost greifbar und exakt wie «in« BereinSordnung. Sie ist dann einem genauen Reglement unterworfen, ohne jiwoch ihren mystischen Charakter deshalb zu verlieren. Jedem Offizier lvächst mit seiner' Gradierung«kn.gewisses Maß Offiziersehre zu.. Die Ehre,' um-rin-Beispiel zu gehen, gestattet Schulden ßu machen, doch steht sie zu der Art der Schulden.in. eiii.em besonderen. Verhältnis. Spielschulden etwa sind Ehrenschulden, was. bedeutet, daß sich hier die-Ehre in privatrechtliche Beziehungen mischt: sie-verlangt, daß diese. Art Schulden bezahlt werden. Geschieht dies nicht, so geht di« Ehre verloren, e» sei denn, der Offizier-begehe Selvstnwrd, in welchem Falle-er sie behält.'- -'Wir- sehen, die Ehre- stellt Förderungen: Werden sie nicht erfüllt, so ist die Ehre dahin. Die Förderungen' lassen sich nicht auf ein einheitliches Prinzip zurückführen. Die Offiziersehre erfordert imtzr.andedem, paß der Offizier- seinen Beruss- pflichtcii Nachkömmt. Die Studentenehre..verlangt nicht, daß der Student studiert..... Ehre hat Anspruch auf Ehre und Ehrenbezeugungen. Werden sie gewährt, erhöht sich, werden sie verweigert, vermindert sich der Bestand an Ehre. Ehre ist unter besonderen Umständen und mit eigenartigen Folgen, übertragbar. Ehrt ein Mann mit viel Ehre einen Mann mit tveniger Ehre, so haben beide mehr Ehre. Die Ehre einer populären Figur tvächst Im Quadrat. Doch gehört schließlich die ständige Zufuhr von Ehre derart zu Ehre, daß ein Verfall stattfindet, wenn die Zufuhr zurückgeht oder aushört.- Teilweiser Verlust von Ehre tritt ferner'ein, wenn jemand sich weigert, von ihr Kenntnis zu nehmen. Die Nichtkenntnisnahme ist die Vorstufe zur Beleidigung: die den Totalbestand, gefährdet. Stumme Verachtung oder geistige Ueberlegenheit erweisen sich dagegen als unschädlich. Biele haben unterdrückt, verraten, beswchen, geraubt, geplstndert, gemordet. Waren sie vorher im Besttz von Ehre, so öleiben sie es auch nachher. Zur Zett des Dreyfusprozesses gab es in Frankreich viele. Franzosen, die sich schließlich von der Unschuld.des DreyfuS überzeugen mußten. Sie waren trotzdem gegen seine Rehabilitierung, um die Ehre des französischen Offizierskorps zu verteidigen. Nicht die unmoralische Handlung verwirkt die Ehre, sondern bestenfalls ihr Bekanntwerden. Die Ehre ist.festen gegen eine Untat, immer aber für. ihre Entschuldigung und Verheimlichung— vorausgesetzt natürlich,' daß eS ein Mann von Ehre ist, der?,sie begangen hat,' Sine-besondere Stellung unter tzen Kollektiv-Ehren nimmt die Nationälehre ein,. Die ist der stweiligen EnNvicklung des Militärwesens adäquat-., steigert sich-hei Kriegsvorbereitungen und erreicht ihren Höhepunkt im Krieg-selbst.. Jeder gewonnene Krieg, auch wenn er aus niedrigsten Motiven unternommen wurde, bedeutet ein außerordentliches Plus an Ehre. Der unterlegene Teil'erhält sich von seinem früheren Bestand um so mehr, je sinnloser sein-Widerstand gewesen ist. Ein Volk, welches sich ohne Blutvergießen dem Stärkeren fügt, hat keine Ehre.' Ost ist es schwierig, in Ehren zu leben. Doch känminan stets in Ehren untergehen.'... Kein Verhältnis, entgegen häufiger- Annahme» besteht zwischen Ehre und Ruhm. Berühmt kann man auch durch Leistungen werden, die unter Umständen Ehrungen-, aber keine Ehre einbringcn, also z. B. durch geistige. Viele besitzen Ruhm, aber leine Ehre, und wieviel« erst haben Ehre, ohne Ruhm! Auch Ehre und Wert Haven nichts miteinander zu tun. Wert erwirbt nmn nicht wie die Ehre dadurch, daß man in ein bestimmtes Volk Lineingeboren wird, daß man einend bestimmten Beruf einschlägt, idatz man in-den Krieg zieht. Wert ist meistens ohne Ehre, Ehre immer ohne Wert. Wer Hohn-und Spott ruhig auf sich Nimmt: wie Christus und Lausende vor und nach- ihm, besitzt niemals Ehr«. Durch Demut kann- ein Mensch an Wert gewinnen, an Ehre nur ber» ljeren,.' EntwicklüngSgeschichtlich betrachtet Ist die Ehre eine Entartungserscheinung. Ethisch betrachtet ist sie manchmal gleichgültig, gewöhnlich verwerflich.' Logisch betrachtet, ihrem Wesen wie ihren Wirkungen»ach, ist-sie die verkörperte .Sinnlosigkeit..,.• Aber, machtpolitisch betrachtet, welch ein Segen!-ch-..->'' p-- S-Ite 6 „Sozialdemokrat' Donnerstag, 18. Feder 1937. Nr. 4$ Direktoren wurden indessen mit ihrer Klage abgiwle- sen und legten Berufung an da» Kreisgericht ein. Dieser Tage fällte nun" diese zweike Instanz ihre Entscheidung, durch welche das erste Urteil bestätigt und die Berufung abgewiesen wurde.' Wer ist„geistiger Eigentümer*' des Inhaltes eines Interviews?,. ’ Prag.(—rb) Diese nicht alltägliche Streitfrage wird da? Prager UebertretungSgertcht zu entscheiden haben. Der Chefredakteur' des Nachmittagsblattes „Telegraf" Dr. Emil Synek bat nämlich gegen den Dramaturgen der städtischenTheater und verantwortlichen Redakteur der Theaterzeitung„Mtsstskä divadla Prafsskä-Dibadelni program" die Strafanzeige wegen, Uebertretung des Gesetzes über das Autorenrecht erstattet, weil dieser in der genannten Zeitschrift zwölf steilen aus einem Interview des Dr. Synek mit dem südslawischen Bühnenautor BojsoLovriL gelegentlich der Premiere von besten Stück ,.K a p i- tänNik o", und zwar unter der Ueberschrift: „D e r A u t o r sagt von seinem Stück:..Darin erblickte Dr. Synek einen Eingriff in sein Autorrecht, da er weder als Autor genannt sei, noch seine Bewilligung zum Abdruck eingeholt wurde. Wie er vor Gericht erklärte, verarbeitet der Interviewer seiner Meinung nach das ihm von der ausgefragten Person gelieferte Material in solcher Art, dass dieses eher als Ausdruck-seiner Meinung gelten müsse, denn als Meinung des Interviewtest. Es sei also' ein solcher Artikel al- geistiges Eigentum des Ausfragers zu betrachten. Dr. Tetauer, der seinerseits gegen Synek die Presseklage eingebracht hat, erklärte zur Sache selbst, es handle flch in diesem Fall um keinen wörtlichen Abdruck, sondern bloss um eine, gedrängte Angabe des Anhaltes jener In« terviews und sei überdies gar nicht au» dem„Telegraf" übernommen worden: Der Richter GR.- Dr. Kubiäek, liess die angcbotenen Beweise zu und vertagte die Berhandlung. Mtlitärverrat. Der Senat des KreiSstrafgekich- teS in Prag für Angelegenheiten des MilitärverrateS verurteilte am 17. Feber 1987 nach achttägiger Ver- handluirg unter dem Vorsitze der Gerichtsrate» Doktor Bernaiek wegen des ÄerbrechenS de» Militärver- räteS zwei Angeklagte, und zwar den»«inen zur Strafe des lebenslänglichen schweren Kerker» und zu einer Geldstrafe von 2000 Kd. den zweiten zu schwerem Kerker in der Dauer von 18 Jahren und zu einer Geldstrafe von 20.00» Ai mit den zugehörigen Verschärfungen und dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Ein weiterer .Mitangeklagter wurde wegen de» Verbrechen» der Httchtanzeige strafbarer Handlungen gemäss ß 12, Art. 1, Abs. 2, de» Gesetzes zum Schutze der Republik zu einer Kerkerstraf« von zehn Monaten unbedingt verurteilt und ein vierter Angeklagter wurde wegen derselben Straftat freigesprochen. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Zitek.(Amtlich.) Amtsverfehlungen bei der Prager Polizeidirektion? Das gestrige„Eefkö Slovo" richtet an da» Prager. Polizeipräsidium die Anfrage, warum die Oef« sentlichkett nicht über zwei hässliche Angelegenheiten näher informiert wird, die Gegenstand von Untersuchungen bilden.. E» handle sich um Unterschlagungen der sogenannten. BereitschaftSgebühren, die von den Veranstaltern jeder grosseren geselligen Vergnügung entrichtet Iverden müssen und als Entlohnung den diensthabenden SicherheitSorganen zukömmen sollen. Die Gebühren sollen aber vielfach in ganz andere Taschen geflossen sein. Dar Blatt meint, dass da» Schweigen der Polizeidirektion über diese, in der Presse bereit» festgesteliten Affären Wohl darauf zurückznführen sei, dass e» sich um höher« Beamte handle und erklärt, cS werde Wohl nicht» anderes übrig bleiben, als vom Innenministerium die dringend nötige Aufklärung zu verlangen. Todesfall.- Vorgestern starb in Prag im 48. Lebensjahr Fra» Christine.** ttritlch, die Gattin Unsere» Genossen Jubn* Köttritsch. einer der bekanntesten, rührigsten und treuesten Vertrauensmänner und Mitarbeiter der Prager BezirkSorgani- saiion. Namen» aller Parteigenossen sprechen wir dem Genossen Köttritsch unser aufrichtigste» Beileid zu dem" schweren Verluste aus, der ihn traf.— Die Einäscherung findet ani 19. Feber, um halb 9 Uhr im neuen Krematorium statt. Französische Gäste im RathauS. Die lOgliedrige Parlamentsdelegation aus Frankreich, die in die Tschechoslowakei gekommen ist. Um die sozialpolitische Gesetzgebung zu studieren sowie die sozialen und hygienischen Institutionen zu besichtigen, besuchte am 17. d. um 11- Uhr vormittag» das Altstädter Rathau», das zu Ehren der Gäste in den französischen StaatSsarben geflaggt hatte. Die von ihrem Vorsitzenden Abg. C o st e S geführte Delegation wurde am Grabe des Unbekannten Soldaten vom Primator der Hauptstadt, Dr. Baza, empfangen, worauf.die Gäste in der Rathauskapelle einen herrlichen Kranz mit Schleif«» in den französischen Farben niederlegten. Die Delegation besichtigte sodann mit Interesse di« altehrwürdigen Raimilichkeiten de» Rathauses und stattete sodann dem Primator in deffen Salon eine» Besuch ab. Englischer Besuch in Prag. Mittwoch früh trafen auf dem Biilsonbahnhof in Prag die Herzogin Katharine Märjory von Atholl, Frl. Eleanor Rathbon-, und Lady Eleanor Dorothea Layton zu mehrtägigem Studienaufenthalt in Prag ein. Die Herzogin von Atholl ist Mitglied, des englischen Parlaments für den schottischen Bezidt Mnrost and West Perth. Sie ist Mitglied der konservativen Partei. Sie bekleidet« da» Amt einer ParlametstSsekretärS de» UnterrichtS- ministertum» und ist in einer Rühe schottischer und englischer chatitoitlver Institutionen tätig. Die Herzogin von'Atholl ist auch literarisch-tätig und hat äusser Abhandlungen ihre? Fache» auch^ssücher historischen und andern Inhalt» verfasst. Die Delegation wurde noch am Vormittag vom Ministerpräsidtuten Dr. HodZa empfangen. llhwrkalkflasche für Luftschuhzwrcke al» Ezplo- sivkörper. Al» Mittel der passiven Abwehr von »Fliegerangriffen wird zur Entgiftung vergaster Räume Chlorkalk euipfohlen, das in besonderen hermetisch verschlossenen Flaschen in den Handel kommt. Er hat sich nun der Fall ereignet, dass in einer Prager Wohnung eine solche Cylorkalkflasche plötzlich explodierte, und zwar mit solcher Wucht, dass eS .pur einem glücklichen Zufall zuzuschreiben ist, dass niemand zu Schaden kam. ES wurde«ine Untersuchung eingeleitet, die hoffentlich mit besonderer Gründlichkeit und Strenge geführt werden wird. Dass Artikel dieser Art, die ja hinlänglich teuer sind, von bester Qualität sein und auch entsprechend adjustiert sein müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Nachlässigkeiten in dieser Hinsicht sollten strengster Strafe, verfallen. Es ist schwer' erklärlich, wie sich der Chlorkalk in der hermetisch verschlossenen Flasche entzünden konnte., Bon sachverständiger Seit« wird enwfohlen. derartig« Gefässe ankaltemOrt auf- zubewahren. AuSslugSzüge der tschss. GtaatSbahnen: Vom 20. Feber bis 1. März in die Hohe Tatra und nach Telgart 005 Ai(bereits gesichert), nach Karpatho- rutzland 425 Ai; vom 27. Feber bis 7. März»Eine Woche auf den R i e sengeb i rg Skämmeu" -100 Ai; vom 0. bis 15. März Hohe Tatra und Telgart 505 Ai. Anmeldungen und Informationen im Basar neben Wilsonbahnhof, Telephon 888-85. Phönix-Direktoren als Klüger vor dem Arbeitsgericht Prag.(—rb—) Als im vorgen Sommer di« Versicherungsgesellschaft„Phönix" zusammenbrach, kam es zu einer Reihe von Entlassungen. Unter den Entlassenen befanden sich auch höhere Funktionäre, die sich zur Zeit ihres GlanzeS natürlich äusserst günstige KUndigungSbedlngungen gesichert hatten, wie da» bei grossen Geldinstituten nun einmal üblich ist. Die KÜndigungSbedingunsien waren teilweise solcher Art,, dab sie-sich bei Liqusdation der verkrachten Gesellschaft als untragbar erwiesen und auf Grund der Regierungsverordnung über-die Liquidation des „Phönix" auch nicht erfüllt wurden. Die Direktoren Kafka und Myöi k, die übrigen» im Zusammenhang mit der Phönix-Aftäre in-Strafuntersuchung stehen, waren nicht gesonnen, sich ihrer glänzenden Vereinbarungen zu begeben und brachten beim Arbeitsgericht, die Klage auf Erfüllung ihrer Arbeitsverträge ein.. In. Heiden Fällen handett, es sich um sechs st e l l i g r B e t r ä g e. Die beiden Votikäge Im Vortragszyklus über„Probleme der Sozialversicherung" sprechen heute, Donnerstag, um 1420 Uhr im Wintersaal des- Fürsorgemini« stiriumS Dr. SB. Sottner über„Arbeitgeber und Sozialversicherung" und I. AleL über'„Ber, sicherte.und Sozialversicherung". AmÄ M Wissen, «rbeitervorftellung^„Der Kutz". Over' von Smetana,, am Sonntag.°den 21. Feber, um halb 8 Uhr.: Karten ab Donnerittssa täglich von halb 9' bi» 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Spielplan' de» Rene« Deutschen Theater», Heute, Donnerstag halb.8! Hopsa, L 2.—.Frei-t tag halb 8: Die Zarenbraut,.Ä,— Samstag,%8:' ToSca, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb.8: Der Kuss, halb 8; Das Nest, Gastspiel Tilla Durienx, B 1" Spielplan der Kleinen Böhnes.Donnerstag 8 Ahr: Matura.— Freitag 8: Wie e» Euch gefällt, Theatergemeinde de» KulturverbandeS und freier Verkauf.— Samstag 8: Das Nest. Gastspiel Tilla Durteux.— Sonntag 8 Uhr: Der Illusionist, 8 Uhr: Wie«S Euch gefällt.. Dee Sfo* Liebe Im Wirbelwind Diesen merkwürdigen Titel gab man hier einem, französischen Film(der„RemouS" heisst, wa» eine Wirbelbewegung des Wassers bezeichnet),' einem Film, der zu den Ereignissen der Filmkunst-gehört. Kann sein, dass er bet dem an Albernheiten, Knalleffekten und Ausstattung gewöhnten Publikum keinen Erfolg haben wird. Bei den wahren Filmfreunden aber wird er ehrende Anerkennung fiNdem Der(bisher kaum bekannte) Regisseur G rL- Ville; offenbar aus der Schule-von JacqüeS Fey- dcr(dessen GattinFränxoiseR 0 s ah hier eine,, wen» auch nebensächlich« Typcnrolle spielt), hat den Willen gehabt, einen Psychologischen Film zu schaffen,.fern von allen puppenhaft-hübschen Oberflächlichkeiten,«Inen Film,.der di« Wirklichkeit der menschlichen Gefühle und Schicksale' zum Gegenstand hat, xjnen. Film,; iw dem. dar Leben' nicht von Kulissen verdeckt,'sondern beobachtend enthüllt wird. Die Geschichte einer jungen'Eh« wird erzählt, die-mit einem Auwunfall bei- der Hochzeitsreise beginnt und mit dem-Selbstmord de» Gatten, endet,- der damals zum Krüppel tpurde und sefnp Frau an dem Konflikt zwischen per Lieoezuihm Und der unbefriedigten Ero« tik, die sie in di« Arme eine» andere», einer Gesunden-zieht, hilflos leide» sieht. Es geht aarnicht viel vor: nur, dass«ine Frau an der Seite der geliebten, aber körperlich untauglichen Manner leidet, sich sehnt und sich fürchtet, dem Drang der Körpers nicht widerstehen kann und„untreu" wird, ohne treulos zu fein, ein.„Glück" firw.kt, ohne glücklich zu sein— und datz dec Männ an ihrer Seite(den wenigstens seine'.'Arbeit befriedigt) sich ohne Schuld schuldig -fühlen muh. ES geht äusserlich nicht viel vor. Aber was innerlich vorgeht, hat Grtville in Bilder gebracht, die— ohne viel Worte-und ohne dramatisch« (Effekte, aber mit einer- seltenen Kunst der Beob- 'achtung undDeranschaulichung—an immer anderen Situattünen das. Reifest des Dramas, zeigen, die -Lockung der. Natur und. das Leiden-am.Gebrechen, den Trieb'und die'Liebe, dar Irren und Verstehen. Der Fttm hat- einen wahrhaft, dichterischen Schluh. Als die Frau von dem ehebrecherischen Besuch bei dem Borer beimkchrt und sicht; dass ihr Mann davon erfahren hat, beteuert sie ihm, dass sie )iie einen, anderen geliebt habe. Und er erwidert: „Ich habe nie daran gezweifelt, niemals"'— und sieht hinaus, um.sich zu erschiess«!. Die Frau aber, die er befreien will, fühlt sich nun an ihn,.der für sie starb, für immer gebunden-. .1 Es ist ein-oft rücksichtsloser, aber immer unendlich feiner Film,— eine Einheit, wie sie fast nur Franzosen: gelingen kann..ES werden hier keine HStarS" aufgeboten, aber Jeanne B 0 i t'e l spielt die weibliche Hauptrolle mit einer schlichten Genauigkeit des GefLNsauSdruckS, die echter wirkt als die beste Routine. Jean G a l l a n d macht die Gestalt de» verkrüppelten Gatten eindrucksvoll, ganz ohne Sentimentalität, die überhaupt in diesem Film vermieden— oder richtiger: durch Wahrhaftigkeit gebannt ist..—eiS— . Premiere ist der Name eine»-(zunächst in einer Vormifführung gezeigten) Film», der den Ehrgeiz hat, die amerikanische Mischung von Ausstattung und Kriminalgeschichte nachzuahnien, aber in der Ausstattung nicht den dekorativen und arttstischen Aufwand und' bei: der Mördersuche nicht die Spannung er« »eicht, die selbst der Durchschnitt von Hollywood auf» zuweisen pflegt. Der Regisseur Giza von B 0 lvart> hat«ine oft schleppende und. dürftige Angelegenheit -fabriziert. Der neue.„Star", die-aus Schweden stammende' Sängerin Sarah Leander, leidet teils unter der Kunstlosigkeit der Revue-Song», die sie hier(mit ihrer seltsam dunklen Sttmme) zu singen hat, teil» unter ihrer/ mangelnden Filmerfahrung, und aiUH Maria V a r d ergeht sich in fslni» fremden Theaterausbrüchen. Da der-sonst oft: komische Theo' L i n g e n eine recht unmögliche Rolle hat und Attila Hörbiger, einett unwahrscheinlich noblen: Polizeidetektiv im Sinöking svlelen'.'muss. bleibt Johanne T e r w i n in der Nebenspll« einer älteren Dame der. beste: schauspielerische Eistdruck de» Film».—ei»— BezugSbedin g.u ng« n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich AL 18.—, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig' Ai' 96. : Tarif billigst berechnet,' Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— T graphendirektion mit.Erlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.—.Druckerei:.DrbiS". Druck-, Verlags» und Zeitv Sozialistischer Uugendverhand,,' Kreis Prag Wir berufen.für. Samstag, den. 27, Feller, und G 0 n n t a g, den 28. Feberlb37, unsere K. ordentliche Krelskonkerenz’ ein. TageS 0 rdn u n.g: Berichte der Funktionäre, Referat,- Neuwahlen der Kr'eiSfunktio» närc, die weitere Arbeit, freie Anträge.'Genauer Ort und Zeit wird noch bekanntgegeben,' ... Die Kreisleitung^- Veremsaaeknekten. »W-Prss ' Heut« um 8 Uhr abend» im Vereinsheim Pfllditsbend Vortrag de» Genossen Dr. Franzel. Samstag Fahrt nach Johannisbad. Abfahrt de» Autobus vom Näm. Rep. um 14.80 Uhr. Kleidung wie im Zirkular angegeben. Ma«ken- und Kostüm-Ball des Allgemeinen Angestellten-Verbande», am SamStag, den 27. Feber, im Heine-Saal, Prag ll., gochova tk. Eintritt AL 10.—. Kapelle Papert.— Reklamationen E. Strnad, Prag ll.» Fügnerovo näm. 4. Lteraiur Arthur Koestler:„Menschenopfer«ner. hört. Ein Schwärzbuch Wer Spanien." Verlag EditionS du Carrefour, Pari». Die Berichte Wer die grauenvollen Metzeleien der blutdürstigen faschistischen Sieger im eroberten- wehrlosen Malaga, ürs- sen ein Buch besonder» attuell erscheinen, da» von einem Journalisten verfasst wurde, der nicht al» Beobachter bei den Regterungstruppen, sondern als Berichterstatter bei der Rebellenarmee war. Was, von der anderen Seite berichtet, vielleicht ali übertreibendes Gerücht erscheinen könnt«, da» wird hier, da an der Wahrheit nicht gezweifelt werden kann, zu einer fürchterlichen Anklage gegen den spanischen Faschismus, gegen feine deutschen und italienischen Helfer, aber auch jene» Europa, da» einen Feldzug angeblich zivilisierter Staaten gegen eine friedliebende, aber freilich auch fteiheitriiebende, mangelhaft bewaffnete Bevölkerung gestatttet. Koest- ler, derauf.einer 48 Sette» starken Bilderbeilag: die- photographischen' Dokumente zu seinen Worten liefert.'befässt sich' auch'"äüS'führlkch''stift der. verlogenen faschistischen Propaganda, die Spanien» Arbeiter und Bauern zu Bolschewisten zu machen versucht. Leider steht dieser tückischen Propaganda de» internattonalen Faschismus keine auch nur annähernd gleichwertige und gleich wirksame fteiheitliche Propaganda gegenüber. Im Europa-Verlag, Zürich, erscheinen dieses FrWiahr: Edgar Alexander:„Der Mythus Hitler", di« erste grundsätzliche Auseinandersetzung von prominenter katholischer Seite mit. dem Natignal- sozialismus. Konrad Heiden:),EI« Mann gegen Europa", der zweite Teil der berühmten Hitler-Biographie. Iwan Helltut:„Die öffentlichen Verleumder",«ine Widerlegung der nationalsozialistischen Theorien Über die Protokolle der Weisen von Zion, Illi« Racztr:„Pao— Roman eine» Regers." Erich Kahler:„Der deutsche Charakter in der Geschichte Europas", eine systemattsche und historische Darstellung der Deutschtum». Han» Spahn:„Geist Md Gewalt In der Bölkerpolitik." Der Schweizer Pfarrer nimmt Stellung zu- den brennendsten Problemen europäischer politischer Zusammenarbeit. - Im Verlag Oprecht, Zürich, erscheinen: Erich Kntwer:„Han» von Mare«»", die Tragödie des deutschen Idealismus", eine Biographie de» bekannten Malers. Elfe LaSker-SchüIer:„Hebräerland", Eindrücke einer Dichterin auf-einer Reise durch Palästina. Theodor Wolff:„Die Schwimmerin",' ein Roman de» früheren Chefredakteurs am„Berliner Tageblatt".— Im Verlag„Die Gestaltung", Zürich, erscheint: Hugo Marr:„Da» Judentum der Gegenwart",«ine knappe hiswrische Darstellung der Problem« de» Judentum». In der Reihe der lcichtverständlichen Büchlein über Gesundheitifragen, die der Falken-Verlag Erich Sicker, Berlin-Schildow, herausgibt, erschienen soeben zwei neu«. Dr. Ä. Wolf:-Nieren» und-Blasenleiden." 78 Seiten mit vielen Abbildungen. Preis kart. Mk. 1.80.—Die Darstellung der KranIhestSsympp tome und der Verhaltungsmassregeln zur Erhaltung der Gesundheit, die Schilderung de» Verhalten» im Krankheitsfälle sind von allgemeinem Wert«, und wa» Wer unsere vielfach fatsche Ernährung gesagt wird,(Gebrauch der Gewürze, der Genussmittel). verdient ernste Beachtung. lieber die KrankheklS- behandlung wird vom Standpunkte der Naturheilkunde gesprochen..—- In dem Büchlein„Gesund werden und gesund bleiben" gibt Doktor Fritz Hube naturärztlich« Lebensregeln für alle. (76 Seiten, viel« Bilder. Preis Mk.. 1.80.)- Besonder» diese» Merkchen kann empföhlen-werden, weil er, von Einseitigkeiten mch Nebertteibungen sich frei haltend, wertvoll, von jedermann leicht zu befolgende Ratschläge für vernünftige Lebensführung gibt. Volkszünticr -. ganzjährig A§ 192,—.— Inserate werden laut Zeltungzfrankatur wurde von der Poft»-und- Lebe«.■ ;S-A.-G. Prag.