Ctajclp tcle 70(einschließl.5 Heller Porto) Aus dem Inhalt: Xu Büchner» 100.Todettag Freitag, 19. Feber 1937 Nr. 43 17. Jahrgang HAteiter-Wintersport- OlYmutade eröffnet starke Beteiligung/ Begrüßung durch den Gesundheitsminister Dr. Czech fffratnu 1 n£ t.1 i Sanierung der Schokoladetabrikanten auf Konten der Verbraucher t Sin Schweixer KommlMor für Danxlg Sonst genehmigte' der Ministerrat tt. o. ein« Verordnung über die Erhöhung der zulässigen Satzes einer auß« ror den tlichen Abschreibung bei direkten Steuern auf 20 Prozent/ sofern« er sich um im Jahre 1988 und 1987 begonnene otzer durchgeführte. Investitionen handelt; eine Verordnung über die UebertragungSbeträge und Rechnungsgrundlagen der Zenttalfozialversicherung und eine Verordnung" Mer einige Verschiebungen des Wirkungsbereiches auf dem Gebiete der Inneren Verwaltung' zum Zwecke der Erweiterung der K o m p et en» LerLandeSpräsiden« ten in Person alang ele g enh«it« n. ■‘ Auf dem Gebiete der administrativen Angelegenheiten wurde eine teilweise Aenderung der' bischerigen Richtlinien für die Verwendung der StaatS« flagge, der Fahnen und Staatrembleme im Bereiche der Militärverwaltung genehmigt. Ministerrat beschließt Richtlinien für Neuaufnahmen In den Staatsdienst z Weitere natlohalpolltlsche Maßnahmen angekündigt Prag In dem offiziellen Lkommuniquö über den Ministerrat, der Donnerstag abends stattfand, heißt es, daß über die Verhandlungen der«in» seinen engeren Ministerkomitees betreffend die aktuellen Angelegenheiten de- Arbeitsprogramms Bericht erstattet wurde. Insbesondere'«ahm der Ministerrat de« Bericht des Ministerdrüsiden- ten über die Beratungen deS politischen MinisterkomsteeS betrefsend die Durchführung der Sffentliche« Arbeite« und Dau» te« i« verschiedenen Gebiete« des Staates sowie ferner betreffend die Grundfähe, welche die Regierung bei der Aufnahme von Rräfte« in de« Staatsdienst auch unter Berüchsich. tigung der verschiedene« regionale« und nationale« Belange und Interesse«' befolgt, zur Kenntnis. Ebenso«ahm die Regierung den Bericht über weitere Maßnahmen Nation al politisch es Cha rak ters zur Kenntnis, über welche ein amtliche« Bericht veröffentlicht werde« wird. zur Ide« des Sozialismus steht und zu der Elite», truppe unserer Bewegung zählt. Und nun. lasten Sie uns von diesem geschichtlichen Boden aus, der vor fieben Jahrzehnten eine so schwere kriegerische Heimsuchung Wer sich ergehm lasten mußte, geloben, daß wir alle, unser« Kraft zum Kampf« gegen den Krieg vereinigen, für den Frieden kämpfen und uns, die Vertreter der tschech'» Min. Der erste DTJ-Läufcr belegte den 22. Platz mit- 87:06,. der beste Schlveizer Märki belegte den 28. Platz mit 88:01, der beste AtuS-Läuftr.wrc Reitlöhner auf dem 24. Platz mit 88:68 Min. . Um 7 Uhr abends fuhren die Besucher.der Olympiade. im Sonderzug zur Begrüßungsfeier nach. Tramenau.- Die städtischen. Augartensäle waren.überfüllt. Nicht nur aus Träufenau, sondern aus dem ganzen Kreisgebiet wären di« Sozialisten gekommen,. um sich, mit den Vertreten: der an der Olympiade'beteiligten Nationen, zu verbrüdern.' Die Kundgebungen der Genost>n Josef Diacks, Rudolf Silaba,- Franz Mykura waren umrahmt von Musik« und GesängSvorträ» gen. Für die Stadtgemeinde Trautenau sprach Lttzebllrgermelster Genosse Dr. M ü h l berge r, für die politische Bezirksbehörde Bezirkshaupt« mann Oberrat,Dri B o r e l. Ungeheueren Beifall, fand das Festspiel.„Begrüßung der Nationen^, in dem die Vertreter der verschiedenen Länder mitwirkten. Der Sonderzug führte dann die Olympiadeteilnehmer- wieder nach Freiheit-Jo- shgnnisbad zurück....,......... scheu und deutschen sozialistischen. ArbeitSmenschen, in engster brüderlicher Verbundenheit mit aller Kraft für die Zusammenarbeit der Völker Europa», aber auch, für die innigste. Verständigung. per Nationen unsere» Staate» einsetzen und alle» aufbieten werden, um nicht' nur"der faschistischen Gefahr zu trotzen sondern sie auch endgültig auszutilgen. . Werte Freundei Für.die Demokratie!. Gegen den. Faschismus I Für die Verwirklichung, der Ideen de» Sozialismus: da» ist der." Eidschwur, den wir heute leisten wollen. Gestatten Sie..Mir, daß ich Ihnen auch äl» Minister für öffentliche»' Gesundheitswesen und kör-" perliche Erziehung die.herzlichsten. Wünsche mit auf den Weg.gebe.und sie,mit der.Versicherung verknüpfe, ' daß unser Land stolz, ist,'diese von echtem.demokratischen Geiste, getragene, sportliche Manifestation au' seinem Boden begrüßen zu können. Der ckH.JnternatiynalenArbeiter-Wintersport» Olympiadeein.dreifache» Freundschäftli" NachrnlttasslSufe: Um halb 2 Uhr nachmittag» starteten Pie Frauen I zum S-Kilometer-Lauf, anschließend die Männer zum I in Waffen Jahresfrist ist die planmäßige Aufrüstung Englands im Gange. Nach den Unter» Hauswahlen von 1936 ging die Tory-Regiecung daran, die vernachlässigten Rüstungen des Empire, den dringendsten Erfordernissen der Stunde anzupassen. Aber im Frühjahr 1936 zeigte sich,'aß man mit einigen eiligen Maßnahmen keineswegs die Versäumnisse von Jahren nachholen könne. Wir wissen heute, was Sir Samuel Hoare, inzwischen rehabilitiert und Erster Lord der Adnu- ralität(Marineminister), gemeint hat, als er den Laval-Hoare-Plan, über den er im Dezeucher 1986 zu Fall gekommen war, vor dem Unterhaus rechtfertigte und mit innerer Bewegung erklärte, wenn dar Haus die Wahrheit erführe, würde es anders über ihn urteilen. Die Wahrheit ist: England, das großmächiige Empire, fühlte sich außerstande,«inen Krieg gegen Italien, den jahrzehntelangen Schützling und Vasallen Londons» durchzuhalten. Was die italienischen Karikaturisten damals zeichneten, den britischen Löwen ohne Zähne, der sich vor Mussolinis Peitsche duckt, das war gar kein« so große Uebertreibung. Vielleicht wäre England zur Not mit Italien fertig geworden, aber die Erwägung, daß der Krieg größeren Umfang annehmen könnt«,, ließ die britischen Staatsmänner für die Existenz des Empire das Schlimmste fürchten. Nun ging man daran, das mit englischer Seelenruhe Versäumte mit englischer Grundlrch- keit nachzuholen. ES begann«ine planmäßige und großzügige Aufrüstung für sämtliche Teile der Wehrmacht. Di« britische Flotte wird, wie Sir Samuel Hoare kürzlich erklärte, in Bälde wieder die stärkste der Wett und so gerüstet sein, daß sie jede andere Flott« zu schlagen vermag. England baut 85.000 Tonnen groß« Schlachtschiffe mit neuen Panzerdecks, die gegen schwere Fliegerbomben sicher fem sollen, es baut feine älteren" Schiffe, um, sie vor allem gegen Fliegerangriffe neu ausrüstend,«S hat schnelle Kreuzer und noch schnellere»Zerstörer" in Serien auf Kiel gelegt, es baut Flugzeugträger und Tauchboote: Die Land-, See- und Luftverteidigung des ganzen Empire wird systematisch auf das denkbar höchste Niveau gebracht. Die gefährdete Ost- und Südküste Englands selbst ist mit einem Netz von BeobachtungSstationen und Flak-Batterien besetzt» die Rüstungsindustrie wird systematisch an die atlantische Küste» hinter den schützenden Wall einer dreifachen Verteidigungskette zurückgenommen. London soll durch ungeheure, an Ballonen hängende dünne Stahlnetze und durch jene geheimnisvollen, kürzlich in dem Buch von Doberer(„Todesstrahlen"! beschrieoe- nen Abwehrmittel, die man künstlichen Stahl« nebel nennen könnte, geschützt werden. Im. Fernen Osten ersteht in dem neuen Singapore dr« größte kombinierte Festungsanlage der Welt mit Trocken- und Schwimmdocks,, riesigen Oeltanks, Flugplätzen, Munitionslagern, Fabriken und einem weitgezogenen Gürtel modernster Forts. Die Oel» und Kohlestationen, die Flugplätze des ganzen Empire werden äuSgebaut. Haifa, Famagusta(auf Cypern), Alexandria und Suez(diese beiden gemäß dem Bündnisvertrag mit Aegypten) im östlichen Mittelmeer, die atlantischen Stationen auf den Bermudas und in Guayana, .di« pazifischen auf Neuseeland und in der'Südsee, die indischen auf den Bahri-Inseln werden mit allem ausgerüstet, was eine moderne Festung braucht. 10.000 Flugzeuge mit 100.000 ausgebildeten Fliegern sollen bis 1988 im Mutterland selbst bereitstehen. Schon im Herbst dieses Jahres sterden es mindestens 5000 mit 70.000 Fliegern sein. In dem"eben vorgelegten Weißbuch erklärt der Schahkanzler" Neville Chamberlain— der kdmmende Premier— daß die Summ« von 1.5 Milliarden Pfund(etwa 210Milliärden llä) für deN Fünfjahresplan der Aufrüstung, also 800 Millionen Pfund (42 Milliarden KUI) jährlich n o ch n I ch t!) a 8 Höch st m a ß dessen darstelle, was England aufbringen werb«: um seine Weltstillung zu behaupten. Wie immer in schweren Situationen scheut das Parlament vor haktem Zugreifen nach dem Gesde auch der Besthklaffen nicht zurück. Die Erhöhung der Einkommensteuer vor.allem soll die ungeheuren Mittel beschaffen. Nur mit der Auf« rllftung der.Landarmee hat es, Schwierigkeiten, weil Rot/an. Rekruten(Freiwilligen) herrscht. Aber eS.ist längst bekannt, daß D u f f C o o p«« oder, wenn er es nicht zustandebringt, ein anderer KriegSyiinister, auch vor der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nicht zurückschrecken Wirtz, Die ersten Konsequenzen des Memorandums: 16-Kilometer-Lauf. Schon beim Start zeigte sich die technische Ueberlegenheit der Finnen und Norweger, die in beiden Disziplinen die besten Leistungen aufwiesen. Die ausgezeichnete Läuferin Elsa Seidl, die für den Atus zweifellos einen schönen Sieg gebracht hätte, mußte auf der Bahn wegen Brettel« bruch ausscheiden. Die sudetendeutschen Läuferinnen und Läufer(AtuS, Aruk, Naturfreunde) erzielten gute Durchschnittsleistungen. Bei den Leistungen ist di« außerordentliche Schwierigkeit des Gelände» zu berücksichtigen, da» starke Höhenunterschied« aufwte». auch war der Schnee leider naß. Bei den 6-Kilo» meter-Läufen.für Frauen belegte den ersten Platz RuokoSki(Finnland) mit 28:62 Min., den zweiten Platz Lathtinene(Finnland) mit 24:02 den dritten Platz M o n s e n(Norwegen) mit 24:48; di« erst« Tschechin belegte den sechsten Platz, und zwar Kohoutovä(svaz dSlnickych turistü) nut 82:00, die beste AtuS-Läuferin belegte den achten Platz, sie heißt Kirchschlager, und zwar mtr 88:41 Min. Die Ergebnisse" deS 16-Rilometer-LaufeS für Männer haben einigermaßen überrascht. Bi» zum 21. Platz konkurrieren lediglich die Finnen und Norweger; der erste war Partanen(Finnland) mt 47:68, der zweite der Finne Karhu mit 48:06, der dritte ist wieder eine Finne mit 48:28, der vierte ist Christiansen(Norwegen) mit 48:62 Vas sportliche Ergebnis des ersten Tages Unter außerordentlich starker Teilnahme auS dem In- und AuSlande wurde Donnerstag vormittag» die Dritte Arbeiter-Wintersport-Olympiade feierlich erlffnet. Diese Veranstaltung der Sozialistischen Arbeiter-Sport-Jnternationale verspricht nach den am ersten Tage vorliegenden Ergebnissen ein sportliche» Ereignis ersten Range- zu werden. Darüber hinaus aber gestaltet sich die Olympiade zu einer eindrucksvollen Kundgebung deS freien Arbeitersports und seiner Freunde für Frieden, Freiheit und Demokratie. Ununterbrochen hält der Zuzug der spott,estähl- ten Jugend und der.Zuschauer an. Daö Wetter hat sich aufgeheitett, strahlender Sonnenschein liegt auf der dichten Schneedecke. Der Kurplatz in JohanniSbad ist bunt umsäumt von den Fahnen der Republik und der beteiligten Nationen, Start- und Zielplatz find ständig Umlage« von einer dichten Menschenmenge, in der an di« zehn Sprachen durcheinanderklingen. Für DamStag und Sonntag ist noch der Zustrom einiger tausend Menschm angesagt. ES kommen wett mehr Besucher alS man noch in den letzten Tagen erwarten durste. Die guten spottlichm Ergebnisse deS erste« Tages werden zweifellos noch viele Freunde diese- schönen Sport» aus nah und fern herbeilocken, so mehr, älS die interessantesten Kampfarten erst SamStag und Sonntag gezeigt werden. ......-... XUSl... h.—> «rfcheint mit«n«»ah»e de» Montag täglich fr»h Redaktion«»» Verwaltung! PragXll., FochovaSS- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Sozialdemokrat ntvalorga« der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik UM Die Eröffnung^erfolgte Donnerstag vormii- tag» um 10 Uhr unter Teilnahme des Gesundheitsministers Dr. C z e ch und vieler anderer.behördlicher Vertreter. An der Spitze des Zuges wehte die Fahne der Republik, welche'diese schöne Kundgebung des freien Arbeitersport» beherbergt und'so ihrer Friedensarbeit einen neuen Sten» einfügt." Der"Fahne der Internationale folgte La» Präsidium der Sozialistischen Arbeiter-Spott- Jnternationale und die Kämpfer und Kämpferinnen der" einzelnen Nationen in ihrer bunten Tracht, 400 an der Zahl. Bald, war der Kurplatz Licht bevölkert, die. feierlichen Klänge der Staatshymne und der Internationale ertönten, dann begrüßte der geschäftsführende Präsident der SASJ, Senator Heinrich Mül ler, Lio Erschienene» in tschechischer, deutscher und..französischer Sprache. Er begrüßte auch.die Arbeitersportler in den nichtdemokratischen Ländern und umriß die Aufgabm der Olympiade: Wir find'Sportler und Sozialisten, auch diese Veranstaltung, soll der Ausdruck unseres Willi«» sein"und unseres heißen Sehnens der Menschheit Kultur, Achtung vor der Heilizken de» Kippers, Bollsgesundheit, Frieden, Wohlstand und Freiheit- zu erkämpfen. Der Vorsitzende der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Ge» sundheitsminister Dr. Czech, stürmisch begrüßt und oft von. Beifallsrufen, unterbrochen, sprach tschechisch üntz" deutsch. Abgeordneter Leopold Vaverka überbrachte die Grüße der tschechoslo- wäkischen Sozialdemokratie und der DTJ. Dann sprach der Bezirkshauptmann Dr. B ö'r e l, der - Johannisbader Bürgermeister Zocher und."der Kürdirektor B ö h m i s ch. Dann traten.die Vertreter der einzelnen Nationen vor da» Mikrophon und Überbrachten FreiheitSgrüße in ihrer Muttersprache. Diese Kundgebung war außerordentlich eindrucksvoll. Wieder erklang.die Internationale, die Fahnen senkten sich zum Gruß. Die Dritte Arbeiterspott-Winterolympiade, diese einzigartige Kundgebung de» kulturellen Wollens der sozialistischen Arbeiterschaft aller Nationen, hat ihren verheißungsvollen'Anfang genommen. Dle llede des Parteivorsitzenden und Ministers Dr. Czech Dr. Czech führte u. a. aus: Di« gesamt« sozialdemokratische Arbeiterbewegung Unsere» Staate» entbietet der Internationalen sozialistischen Ärbeiter-Winterolympiade' herzlichen FreündschastSgruß. Wir freuest uns, Di« im herrlichen böhmischen Riesengeblrge-zu Gast zu haben, Hessen bezaubernde Landschaft"nicht nur dem Auge He prächtigsten Bilder erschließt, sondern mich da» typische Probier» und Kmnpffeld"für"den an» der sozialistischen Körper» rind Geisterkultur, erwachsenen Sport bildet. Gestatten-Eie Niir^ daß ich" vor allem unseren Freunden au» dem Aurland unseren ganz besonderen'Gruß' enMte.Sie sind'«n»' di« Sendboten der Ide« de:«Merfrietzen» und.der-Völkerversöo- nung, die einen der Stützpfeiler,unseres Staate» bildet und-in unseren Präsidenten Th. G- M a j a r h k uüd.Eduard B«ne»" eine'so herrliche VeMrperung siichet.:> i.--".'."-, .iUnser«. GM«' gelten aber auch den liebrn Fttunden, die au»"allen Teilen unsere» Lande» her", betgeellt".sind. t a::■«i• 11 •’ gleichtrMÄ« schlage« üiisers sHerzen"deis arbeitenden"Bevölkerüng diese» Gebiete» entgegen «te-— so hart"auchhie Prüfung ist, Lei: sie derAll« ^tüg-unterwirft'-—/.treu' zur Sach«' de» Proletariats, (Seite 2 Freitag, 10. Feber 1037 Nr. 43 Die Wehrgesetznovelle Prag. Die Novelle zum Wehrgesetz, welche die bisherig« Beschränkung deS jährlichen Sie. lrutenkontingentS auf 70.000 bis höchstens 75.000 aushebt, wurde am Donnerstag im Parlament vorgelegt und noch am Abend vom Wehr» auSschnß ohne Debatte genehmigt. Lediglich der Abgeordnete Dr. Dolanskh lKommunist) erhob im Namen seiner Partei Einwendungen gegen daS formale Borgeheir vom parlamen» torische» Standpunkt auö, obwohl auch er sonst im Interesse der TtantSverteidigung die Notwendigkeit einer ErhShung deS Soldaten» kontingent- anerkannte. Die Novelle wird nächsten Donnerstag im Plenum zur Verhandlung stehen. wenn es anders nicht gelingt, eine zahlenmäßig genügend starke Landarmee aufzustellen.' WaS hier geschieht, wird den Kenner der englischen Geschichte nicht überraschen. ES ist nicht dar erstemal, daß Britannien nach einem großen Kriege seine Rüstung vernachlässigt hat. Cs geschah 1086 nicht das erstemal, daß ein schlecht gerüstetes Britannien Demütigungen einstecken mußte. ES geschieht nicht zum erstenmal, daß England nüchtern und kalt rechnend seine Waffen auf die Höhe bringt, die ihm erlaubt, die britische Weltmacht mit dem vollen Gewicht ihrer mobilisierten Kräfte einzusetzen. »England", hat man ost gesagt,„verliert alle Schlachten bis auf die letzte". Daran ist viel richtig. Die Engländer lieben den Militarismus nicht um seiner selbst willen. Sie lieben In insularer Sicherheit ihre Ruhe, die friedlichen Geschäfte und den Alltag. Sie sind konservativ und geben ihre Ruhe ungern auf. Erst wenn das Dach über dem Kopf brennt, beginnen sie in Mion zu treten. Dann tun sie es aber gründlich. England hatte nach seinen Erfolgen unter dem älteren Pitt, nach der Niederwerfung des französischen Konkurrenten in Amerika den Abfall der Vereinigten Staaten hinnehmen müssen .(1784). ES litt noch in den ersten Kriegen gegen das neue Frankreich unter seiner schlechten Rüstung, seinen schlechten Finanzen. CS hat 22 Lahre Krieg geführt, um das Frankreich der Ne» volution und Napoleons niederzuringen. Seine Bundesgenossen wurden in sechs Kriegen geschlagen. Aber Waterloo, die letzte Schlacht, haben die Briten gewonnen; und Napoleon starb auf Sankt Helenal In den Krimkrieg gegen Rußland (1868—1866) trat England mit einer miserablen Rüstung ein. Die Delbrvck-Daniel-'sche Kriegsgeschichte berichtet ausführlich, wie das Fehlen eines modernen Trains bei der britischen Armee damals eine rasche Entscheidung verhin, dert und einen quälend langen, verlustreichen Stellungskrieg herbeigeführt hat. Aber England hat diesen Krieg und den langen Kampf gegen Rußland überhaupt gewonnen und auf dem Berliner Kongreß 1878 triumphiert. Um die Jahrhundertwende war Englands Flotte arg vernachlässigt. Mehr als zwei Lahre brauchte das Empire, um die kleinen Burenstaaten niederzuringen, und dauernd fürchtete eS. von einer französisch-russischen Flotte überfallen zu werden, dauernd beinühte cs sich um eine deutsche Allianz. Dann begann eS aufzurüsten. Aber erst währeno des Weltkrieges, erst dank Kitchener und Churchill I und Lloyd Georges hat es seit 1016 jene Wehrkräfte entwickelt, die es die großen Krisen vom Jahre 1817,(U-Boot-Krieg) und ISIS über» tauchen und bis zum Siege durchhalttn liehen. ' Die zweifelsfreie Niederlage Englands'.in Abessinien hat den britischen Löwen wachgerüttelt. England rüstet, weil es mindestens e i n e Schlacht schon verloren hat. In spätesten» zwei Jahren Ivird'es wieder die größte Militärmacht der Welt(trotz seinem relativ kleinen Landheer- und bis etwa 1042 wird es wohl auch die modernst ausgerüstete Macht sein, da alle anderen Rüstungen, die jetzt schon abgeschlossen sind, inzwischen gegenüber der englischen veralten und die jetzt gerüsteten Mächte erst wieder von vorn beginnen müffen. Die Geschichte lehrt noch etwas: wenn Am Dienstag, den 16. Feber, taz»e in Reichenberg eine Vollsitzung der Zenti aigewerk« schafiskommisiion. Sie verhandelte zuerst über die wirtschaftlichen Fragen, mit denen zur Feit die Gewerkschaften viel zu tun haben. Die dazu erstatteten Berichte vom Abg. Genossen M a c o u n und Genossen Weigel gaben ein übersichtliches Bild von der gegenwärtigen Wirtschaftslage, insbesondere von der Lage in den industriellen Randgebieten unseres Staates. Die verantwortlichen Stellen sind bemüht, durch geeignete Schritte die Beschäftigungsmöglichkeiten zu vermehren und das Wiederaufleben dariuederlie- gender Wirtschaftsgebiete herbeizuführen. Leider findet manche Maßnahme in der Bürokratie starke Behinderung, durch die unnötig viel Feit verloren geht. Unsere Gewerkschaften sind überall bemüht in den Aktionen und Körperschaften mit- zuwirken, die sich mit der Belebung der Industrie beschästigen. Dann nahm die Sitzung den Bericht der Exekutive von der Ablehnung der Einladung zum Kongreß der kommunistischen Lndustrieverbände in Prag zur Kenntnis. In der Aussprache über den Beschluß der kommunistischen Gewerkschaften herrschte nur eine Meinung, die, daß es sich dabei der Roten Gewerkschaft-zentrale gar nicht um den Ausstieg und die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung handelt, sonder» um die Erweiterung deS Betätigungsfeldes für die Propaganda der Kommunistischen Partei. Die Sitzung beschloß folgende Erklärung: „Nach viele»»oransgegangenen, mißglückten Etnhettsftonwersucheacher tschechoslowakischen Kommunistische« Partei setzte-vr einigen Wochen auf deren Befehl eine lebhafte Propaganda der Roten Gewerkschaften für die Herstellung der GewerkschaftSeinheit in unserem Lande ein. Wt alle» erdenkliche« Mitteln wurde versucht, in den Ortsgruppen der Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes insbesondere in de» Betrieben unter de» Mitglieder» der freie» Gewerkschaften Stimmung für eine» besondere« Bereini- gungskongreß zu machen. Die Kommunistische Gewerkschaftszentrale rief zur. Beteiligung an einen allgewerkschaftlichen Kongreß auf, ter die Vereinheitlichung der Gewerkschaftsbewegung in der Tschechoslowakischen Republik beschließe» ,elfte. Zu diesem Kongreß, der für de» 6, und 7. Feber dieses Jahre» einberufen wurde, wurde» die stürk- England gerüstet hat, dann hat eS seine Waffen auch gebraucht. E» ai im Guten" sozusagen, da- heißt mit der Drohung des Krieges, oder mit dem Krieg selbst seinen Willen durchgesetzt, die Entscheidung erzwungen, die eS etwa Deutschland gegenüber zwischen 1006 und 1014 imnier wieder gesucht hat— so oder so. Wenn Britannien anderthalb Milliarden Pfund in seine Rüstungen investiert, dann wird eS nicht abrüsten, ohne in der Welt für ein Menschenalter seinen politischen Willen zur Geltung gebracht zu haben. DamithatdieWeltzu rechnen. Und eS ist ein tröstendes Gefühl in dieser Feit wahnsinniger Rüstungen wenigsten» zu wiffen, daß Englands Willen, Englands Rüstung auf Frieden und friedliche Neuordnung der Welt zielt. sten Gewerkschaftszentralen O. S. C., die Gemeinsame Lande-zentrale, der Deutsche Gewerk» schastSbnnd und die Tschechische Ratwnalsoziali- stische Arteitergemeinde eingeladen und ausgefordert, Verhandlungen über den Zusammenschluß aller Gewerkschaften auf dieser Tagung zu ermöglichen. Die Gewerkschaftszentralen habe« die Einladung ,um Kongreß der Roten Jndustrieverbände abgelehnt und damit«um Ausdruck gebracht, daß sie die Kommunistische Gewerkschaft-zentrale nicht für berufen halten, eine solche Aktion in die Hand z» nehmen. WaS die Kommunistische Partei und die von ihr in» Leben gerufene« Roten Gewerkschaften seit ihrem Bestände getan haben, war gegen daS Wese« und de» Sin».der Gewerkschaftsbewegung gerichtet. Ihre Arbeit bestand in der Organisierung von Fraktionen und Zellen, die auf Anordnung der Kommunistischen Partei ge- wiffenlose Zersetzungsarbeit in den freien Gewerkschaften z« leiste« hatten. Die einzelnen gewerkschaftlichen Mionen wurden durch demagogische Manöver von den Roten Gewerkschaften gestört und fast jeder Lohnkampf dazu benützt, der sreigewettschaftllchen Führung Verrat an den Interessen der beteiligte» Arbeiter anzudichten. Auf die Abwehr der kommunistischen Vorstöße gegen die freien Gewerkschaften mußte viel Kraft verbraucht werden, Kraft, die für den Kampf der Arbeiterklasse um ihre Ziele viel besser hätte angewendet werden können. Daß nach de» traurige» Erfahrungen von 17 Jahren die klar urteilenden Arbeiter«»»'mit tiefem Mißtraue» jedes Angebot auf Verständigung in der Organisationsfrage, .da» au« den Reihe» der Kommunisten( kommt, auf nehmen, ist nur zu verständlich;^Eö-kimwimch ter Beschluß deS letzte» Kongresses de»'Kommunistischen Jndustrieverbände gar nicht mders bewertet werden, wie alle anderen vorausgegange- ne» Einheitsfrontangebote der Kommunisten und der von dieser Partei geführten und von ihr abhängigen Organisationen und Gewerkschaften. Daraus ergibt sich die Stellung der freien Gewerkschaften zu diese« Beschluß, mit dem wieder nur beabsichtigt wird, die politischen Bedürfnisse der Kommunistischen Partei innerhalb der Ge werkschastsbewegung zu besorgen." Dann wurden noch mehrere Organisationsfragen erledigt und der Termin der Abhaltung der im Jahre 1087. fälligen KreiSgewerlschafiS» kommksswnSkonferenzen bestimmt. Gewerkschaftliche Beratung Für die Beschleunigung der notwendigen WlrtschaftsmaBnahmen Entschließung zum kommunistischen Einheitshontversuch s liluüdedtitote la Von Margarete Neumann Und auf diesem kindlichen DorneMveg keine einzige mitfühlende Seele? Kein kindliches Wesen, das er als Freund haben durste? Brachta entzog ihn dem Kollektiv der Schule, hielt ihm Privatlehrer. Es kam der grausamste Einschnitt in daS Leben Jos. Er wuchs heran, aus dem Kinde wurde ein Knabe, ein Jüngling. Zu dieser Zeit erreichte Jo den Höhepunkt seines Genius. Wäre ihm damals rechtzeitig ein beratender Freund zur Seite gestanden, wie anders wäre die Entwicklung gekommen.— Die ersten Anzeichen der Pubertät traten auf. Ruhelosigkeit, Ekel vor sich selbst, allem Weiblichen, und doch unbezwinglicher Drang hinter das Geheimnis der zeugenden Natur zu kommen. Der einzige Wegweiser: ein berechnender Geldmensch, der fest entschlossen war, daS Heranreifen des JünglittgS zu verheimlichen, um es als Wynder-ttKind" immer mehr auSnützen zu können. Immer schärfer gerieten die Gegensätze aneinander, immer häufiger wurden die Züchtigungen, immer tiefer verdichtete sich der Haß. Nnd kein Entrinnen, kein Ausweg. Beginnender Irr» sisin.,. Jo fühlte eS genau bei vollem geistigen Bewußtsein... » Ich schreite im Pyjama durch daS Zimmer zum Spiegel. Bin ich verrückt? WaS soll der Kragen und die Krawatte, vergaß ich sie abzulegen? Angestrengt denke ich nach. Da öffnet sich leise die Türe’... Alice ist eS. Also bin ich im Hause der Judasse, die ihr Kind verrietenl WaS wollen sie schon wieder von mir. „He, Sie dortl Fassen Sie die Türe nicht mit ihren Händen an.». Chichichi r— war die aber schnell wieder fort. Fürchtet sie sich vor mir? Sehe ich so böse aus? Hm, ja der Kragen und die Krawatte sitzen verkehrt— vorne statt hinten — so, jetzt ist es gut. Im Spiegel sehe ich, wie sich die Nixe hereinschleicht.„Guten Morgen, Kleinei Ich zwinkere ihr lustig zu..Komm, komm nur Schätzchen... Ist die aber schnell herausgeflitzt. Fürchtet auch sie sich vor mir? Ach, so, ich vergaß ja das Kopftuch abzubinden... so, jetzt ist eS gut... Wo bin ich? Ist das nicht des kleinen Jo Kinderzimmer? Und dort an der Wand— mein Flügel. Vielgeliebtes, langentbehrtes Instrument! Gleich, liebe, gute Mama, gleich will ich die Elfenbeintaste lenken, in Sphären unirdischer Civigleit.... Cis, dis, fiS, gis... Umströmr mich Klänge vlbrirender Seiten! Jauchzt, schluchzt, flammt... Jo ist genesen von seinem Wahn!" ,r®ör(t du Alice, Schwesterlein, liebes, hörst du? Du weinst! Nicht weinen, Mce, horch— der Totentanz der Puppe Clark— er sqnk in Ber- gessenheiti Neu ist da» Leben in mir erwacht— jubelnd erklingt: DaS Hohelied des kleinen Wunderknaben Jo zu seiner Auferstehung aus geistiger Umnachtung. Hörst du eS, Erna, Lichtstrahl meiner Kindheit? Durchdringt eS die Enge dieses SiaumeS — strömt zu dir— Papa! Verzeihend, liebend, vergessendi • Strahlen die Lichter der Kerzen oder ist eS deS Mondes bläulicher Schein? Ich weiß es nicht. Ich sitze vor den Elfenbeintasten, gelblich und schwarz. Eine Sinfonie von Tönen durchströmt meinest Leib. Mein Kopf entschwebt— hoch— hinauf in die Lüft«— Hört Ihr der Musik zauberische Weise?— 7—— Wie wird mir? Bebt die Erde, schwinge ich mtt den Tönen in di« Un endlichkeit? M—a—m—a... der Lichter Manz... wo? Ich— ich se—he— sie ni,—cht—. Es ist so fin—sterl Ma—m—a hilf— ich— ich— ster—ibel * Nachwort Al» ich dem berühmten Juristen des Wunderknaben, Jost Brachta, Tagebuch übergab, er es las und ergriffen meine Hand faßte, war er nicht gleich eine» Worte» fähig. Nach einer Pause, während der er nochmal» darin blätterte, sagte er: Jo ist nicht einsam gestorben. Sein Spiel hörten die Eltern und voll Freude lauschten sie vor feister Mr.„Nun ist er vollständig genesen— und unser« Schuld gesühnt", spyach Doktor Brachta zu seiner Fra«. Da hörten sie einen Mißton, die Töne rissen jäh ab— Leichenblaß stürzten sie in da» Zimmer: Jo war bewußtlos mit dem Gesicht auf hie Klaviertasten gesunken» Tag und Nacht pflegte ihn Alice.— Keinen Besuch empfing sie, so oft ihn Fieberphantaflen befielen, lag ihre kühl« Hand auf Jo» glühender Stirne. Sie rang mit dem Tod um ihr Kind, unterlag» Ja starb in ihren Armen.— Einmal kam er noch zu sich, flüsterte liebevoll: Mama! Doktor Brachta aber, ist seit Jo» Md ein alter Mann, und fast täglich steht er an der Aschenurne seine» Kinde».—Nach einer weiteren Pause:„Und darum übernahm ich seine Berteidl» gung. Denn durch den Tod Jost» sind die Eltern mehr gestraft als jemals ein Gericht sie schuldig sprechen könnte. Ach ging. Nachdenklich und tief ergriffen. And sehnlichst wünschend: mögen Ettern von Wunder» kiydern, diesen seltenen Pflanzen im Garten der Menschheit, rechtzeitig Verständnis und liebevolle» Sinleben in ihre doppelt empfindsame Gefichlswelt angedeihen lassen. Dann, ja dann hat der/kleine Märtyrer Jo nicht umsonst gelitten— und sein Tagebuch wird assen Eltern.genialer Kinder eine heilsame Warmmg'seini' .(Schluß.),,| Parlamentskritik an der Staatswirtschaft Herr Kopeekh schlägt nationale und demokratische Töne an Prag. JnfAnschluß an ein detaillierte» Referat deS tschechischen Sozialdemokraten R e m e S über den Staatsrechnungsabschluß und das Nachtragsbudget für 1086 entspann sich im Abgeord- netenhauS am Donnerstag eine rege Wirtschaftsdebatte, in der an der Staatswirtschaft und namentlich an der wenig erfreulichen Wirtschaft der staatlichen Unternehmungen ost eine ziemlich starke Kritik geübt wurde. Da» Referat der Berichterstatters Remeä deckte sich in den Hauptzügen mit dem dienstägigen Ausschußreferat. Ueber die erheblichen Defizttziffern de» Abschlusses haben wir bereits berichtet: Rem»S kommt da auf eine Gesamtziffer von 8.162 Millionen. Abschließend gibt der Referent der Hoffnung Ausdruck, daß wir besseren Zeiten entgeaengehen und die kommenden Rechnungtabschlüffe schon besser sein werden.' In der Debatte leistet« sich der Agrarier Hrubh ziemliche Angriffe auf die Arbeitslosenunterstützungen, dl« man»von Grund auf" werde revidieren müssen; dafür reklamierte er im selben Atemzug für die, Landwirtschaft höhere Getveidepreise, den Entschuldungsfonds etc. Frau Zemtnovtl(Rat.«Soz.) begrüßt« unter starkem Beifall der Koalition die parlamentarischen Besuche au» England und Frankreich, die zur Feit in Prag weilen. Wir werden e» den englischen Frauen, erklärte sie an die Adresse der englischen Frauendelegation, nie vergessen, daß sie sich in einer Feit der heftigsten und haßerfülltesten Angriffe der revisioni- stischen Staaten gegen die Tschechoslowakei an unser« Seite gestellt haben. Auch an die französische Parlamentsdelegation, die unsere sozialistischen Einrichtungen swdiert, richtete die Rednerin herzliche Be» grüßungsworte. Dr. Stüla(Rat. Per.) bezeichnete die Wirtschaft der staatlichen Unternehmungen als unhaltbar; sie sollte eine.Warnung" sein, den.privaten Unternehmergeist" nicht zugrunde zu richten. Es fehlen natürlich auch Seitenhiebe auf da» Genossenschaftswesen nicht. Dr. Peters..Fortsetzung der- Debatte- Freitag, den 10. d. M„ um 10 Uhr.- Die nächste Senatssttzung wurde für Mittwoch, den 24. Feber, um 16 Uhr«inberufen. Auf der Tagesordnung stehen zwei Wirtschaftrabkommen mit Uruguah und Jugoflawlen, ein Auslieferungsbegehren gegen den SdP-Senator Bock nach dem Schuhgesetz und hie Regierungsvorlage über die Einführung de» Befähigungsnachweise» für da» Gastgewerbe in der Slowakei und Karpathorußkand. Dienstag vormittags ttitt da» Subkomitre zur Beratung de» Eisenbahngesetzes zusammen. Die Sanierung der„Deutschen Landbank" und der„Deutschen Bolksbank". In einer Jnier- pellatlonsbeaniwortung führte Ministerpräsident Dr. Hodja aus, daß die"Regierung nach der Regelung der Zentralbank-Angelegenheit auch an einer analogen Regelung der Berbiudlichkeiwn der Deutschen Landbank in Letschen undderDe.utschenBolksbank inLeit- meritz arbeitet. Das Finanzministerium hat eine Regierungsverordnung zur Abänderung de» Gesetze» über den Allgemeinen Fonds der Geldinstitute-ins interministerielle Verfahren geleiter, die den Zweck hat, diesem Fonds, namentlich seinen Gruppenteilfonds„C" finanziell zu st ä r k e n. Au» dessen Mitteln soll zur Befriedigung der Gläubiger der beiden Geldanstalten ist einem größeren Ausmaße beigetcagen werden, als diesder Vermögensstand dieser Anstalten zuläßt, Ei« Gesetzentwurf über Lehrlingsschule»- Der Kulturausschuß de» Senat» stellte ani Donnrrstag einen Gesetzentwurf über Lehrlingsschulen fertig, der von einem Subkomitee auf Grund verschiedenes Initiativanträge entworfen worden war. Das Ela«! borat wird dem Schulministerium fiir da» interministerielle Verfahren mit Frist hi» 1. Mai borge»! legt. Ein« eigene Deputatton de» Ausschusses sprach bei den- Ministern Dr. Franke und Najman vor, um sie zu ersuchen, di« strittige Frage der Kompetenz zwischen dem Schul» und Handelsministerium im gegenseitigen Einvernehmen so zu lösest, daß die Verhandlung der Vorlage nicht weiter verzögert werde- Das Ergebnis dieser Awtsprachrn war befriedigend,. Spanien-Konferenz der Internationale Paris. In Paris ist der entere Vorstand der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. nutz deS Internationalen Gewerkschaftshundes zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten. ES wurde beschlossen, für den 10. und 11. Mär, n a chL» u d, u eine gemeinsame. Kanferen, ritt» zuberufe«, die sich mit dem sp a n k sch e n P r odle m befassen wird. Von der Konferenz treten die VortereitungSauSfchüffe ter Seide« Internationalen zusammen., Nr. 43 Freitag, 10. Feier 1037 Seite 3 fadetendeMteditt Zeitsirieöet Das Programm der Olympiade Freitag, den 19. Feber 1937: 9 Uhr: Fortsetzung der EiShockehspiel« in Trante«»«. 9 Uhr: 4-Km.-Laugla«f für Jugendsportlerln» ne«, Start WicsrnhauS. 9.30 Uhr: lO-km.-Langlauf für Jugendsportler, Start Waldbau». 8t 9 Uhr vormittags: Probespringen auf der Rütezahlschanz«. 14 Uhr: 4-Km.-Mannschast»lauf für Frauen, Start Wiesenbaus. 14 Uhrr 10-Kml-MannschastSlauf für Münner, Start Waldbaus. 18 Uhr: Endspiel im Eishockey in Trauten««. Samstag, den 20. Feber 1937: 9.s0 Uhrr 4.Km..«bfahrtSlauf für Münner, Start Schwarzenberg. 9.30 Uhrr S.Km.-AtfahttSlauf für Frauen, Start Zineckerbirude. 13 Uhrr 30-Km.»Da«erlauf für Münner, Start Kurplatz.'■. 18 Uhr: Fackellauf und HSHenfeurr. SO Ubrr Festabend in der Wandelhalle in JohanniSbäd. Sonntag, den 21. Feber 1937: 9.30 Uhrr Slalomlauf für Münner(Rühe von JohanniSbad). 10.30 Ubrr Slalomlauf für Frauen(Kühe von JohanniSbad). 13 Uhrr Ausmarsch der Wettkämpfer zum Springen. 14 Uhrr Sprnnglanf auf der Rübezahlschanze. 19 Ubrr Schlußfeier und Siegerehrung in Johannittotd. veutscke ItuIturpNege Die„Prager Presse" schreibt in einem Leit» artikel obigen Titels über bas„Institut für Volksbildung" und über die von der SdP gegen diese Gründung entfaltete Hetze unter anderem: Die Angriffe, die bereit» gegen das Institut gerichtet werden, sind bezeichnend. M a n w a g t er nicht, das D e u t s ch t u m der Män- n e r, in deren Händen die Leitung der Institutes liegen soll,zu b e z w et f e l n, aber Niäst"versucht er zu verdächtigen. Es ist so einfach geworden, jemandem nachzusagen, er sei«In„M a r- S i st", als ob dar eine Beschimpfung wäre und al» ob dar die nationale Gesinnung aurschlösse. Die Artikelschreiber und BersammlungSredner der Henleinpartei machen es sich zu leicht, wenn sie derart die Methoden de» reichrdeutschen Rundfunks und per Hakenkreuzpresse getreu nachahmen. Außerhalb der Dritten Reiche», und nicht nur in der Tschechoslowakei, gibt«S noch Marxisten genug, die g u t e N a t i o n a I i st e n s i n d. Hier braucht der Marxismus nicht verteidigt zu werden, aber eS soll doch auf den bodcn- ' losen Unsinn hingewiesen werden, der von den Polemiken der Sudetendentschen Partei getrieben wird, die glauben, Menschen diffamieren zu können, indem sie ihnen eine Bezeichnung anhängen, die im Dritten Reich sür diffamierend gehalten wird. Da» zeigt, wie sehr sie schon in der Denkart de» Dritten Reicher und seiner Propagandamethoden befangen sind, denn wenn sie»och andere Länder vergleichsweise in Betracht ziehen würden, nicht einmal nur die westeuropäischen Demokratien, sondern etwa die nordischen Staaten, so würde ihnen vielleicht der Unsinn zum Bewußtsein kommen. Zum Schluß des Artikels heißt es(wieder an die Adresse der SdP): 1 In ihrer Ohnmacht stoßen■ sie Drohungen au», Sie drohen mit Boykott von Theatern, von Büchern usw. Die richtige Antwort wäre wohl,, ihnen Gegend o Hungen vorzuhalten,' ihnen jene praktischen Methoden der'undemokratischen Länder in Aussicht zu stellen, di« si« be- ' wundern! solange sie ihnen nicht unterworfen find. Aber darauf kann man ruhig verzichten. Gerade auf kulturellem Gebiet wird die Demagogie keine dauernden Erfolge erringen. Da» Institut für deutsche Volksbildung Inder Tschechoslowakischen Republik darf sich nicht beirren lasse« und muß jene Ideale humaner Kultur pflegen, di« al» Leitsterne de» deutsch«» Volker über dessen besten Zeitsn, leuchteten. V« der..Freien Schulzeituns“ nicht paBtl Unpassend ist, wenn ein''Bezirksschulinspektor ein Buch empfiehlt, in dem aufrecht« Demokraten zu zeitgemäßen pädagogischen Fragen Stellung nehmen. Da» wenigstens ist die Meinung der.^Freien Schulzeitung"! die,dies« Ansicht auch 14.000' sudetendeutschen Lehrern beibringen will. Eine derart unerhört« Schreibweise verdient' unserer demokratischen Oeffeytlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden. Damit aber auch jene, die nichp im Bilde sind, wissen, worum es sich handelt, sei folgendes sestgeftelltr Die Reichsvereinigung deutscher sozialdemokratischer Lehrer hat die wichtigsten Borträge ihrer 5. Pädagogischen Woche unter dem Titel „Die neue Schule" als Broschüre hcrausgegeben, um sie einem größeren Lchrerkreise zugänglich zu machen. Bon den Mitarbeitern sind Prosesior 6 i z e k, der Leiter der Studienabteilung des tschechoslowakische« MittelschullehrervcrbandeS, der bekannte Prager Schulresormer Direktor Dr. Ny k l, Oberschulrat Dr. Schroubek und Stabskapitän Balls politisch vollkommen un- gebunden, bei Prof. W ä l a ist die Gesinnung nicht bekannt, bleiben also von acht Personen drei Sozialdemokraten übrig. Aber auch diese vermeiden in ihren Ausführungen jede Proselytenmacherei und verfolgen allgemein kulturpolitisch-fortschrittliche Ziele. Nur in einem sind alle Berichte kompromihloS, in der Haltung zum Faschismus. Seine Anprangerung verträgt wahrscheinlich die„Freie Schulzeitung" nicht und protestiert deshalb gegen die Empfehlung des Buches„Die neue Schule" durch einen Bezirlsschul- inspektor und bezeichnet diesen Vorgang als „sanften Druck" und„Verlassen der Neutralität". Wer die Haltung der„Freien Schulzeitung" kennt, wird ihren Zorn begreiflich finden, 'aber die sozialdemokratischen Lehrer sind dem Faschismus gegenüber nicht„neutral", sondern bekämpfen ihn in allen seinen Erscheinungsformen, zum Nutzen der sudetendeutschen Schule und ihrer Lehrer. Diesem Zwecke dient„Die neue Schule", das ist Pflicht und Aufgabe der Be- zirksschulinspektoren und darum haben jene recht gehandelt, die sür die Verbreitung dieses Buches eintraten. Die„Volksgemeinschaft“ Ein verprügelter Bürgermeister— Fünf Verhaftungen In Zuckerhandl bei Znaim gab es, Ivie uns von dort berichtet wird, am Faschings-Montag eine lustige Unterhaltung, die aber ein recht bewegtes Ende nahm. ES entstand nämlich unter den„VolkSgemeinschaftlern" eine solenne Prügelei, bei der die Sessel krachten und die Gläser splitterten. Nicht einmal vor dem Bürgermeister machten die„Kameraden" halt; sie versetzten ihm niehrere Faustschläge. Es ging so„volksgemein» schaftlich" zu, daß die Gendarmerie fünf Verhaftungen vornehmen mußte... Vereitelte SdP-Versammlung In Munkai.7 Die sudetendeutsche Henleinpartei.hatte unter dem Schilde der Karpathendeutschen Partei nach Munkai! eine Versammlung einberufen, in der Erwartung, daß sie auf diese Art die zahlreichen deutschen Kolonisten in der Umgebung von Munkai! für ihre Bewegung erfassen werde. In der Versammlung sollten die Hcnleinisten Senator C z a k e r t aus Bodenbach, Abgeord neter Böhm aus GraSlitz und Jng. B i h a.l aus Munkai referieren. Es stellten sich tatsächlich zahlreiche deutsche Kolonisten aus der Umgebung von Munkai, insbesondere aber deutsche Arbeiter aus Palanok, ein. Die-Palanoker Deutschen machten aber die Versammlung, noch bevor sie begonnen hatte, durch ständiges Rufen»Fort mit dem HitleriSmusi Wir wollen mit dem Hit- leristen nichts gemeinsani haben!", unmöglich. Der Rummel dauerte fast eine halbe Stunde an uno konnte auch von der Polizei nicht verhindert werden. Die Veranstalter sahen hierauf von der Abhaltung der Versammlung ab. Die Hcnleinisten- redner zogen unverrichteter Dinge ab. „Wir warnen eindringlich..." Die BezirkSkonferenz Elbo- g e n, die am vergangenen Sonntag in Altsattl stattfand, hörte nach Entgegennahme verschiedener Berichte ein OrganisattonS-Referat Bruchs an. Darnach wurde zwar— infolge der besonders traurigen wirtschaftlichen Verhältnisse und der Not vieler Parteimitglieder— der Markenumsah de» Vorjahres zwar nicht erreicht, dennoch die Mitgliederzahl gesteigert. Und die beginnende Werbeaktion brachte dem Bezirk bereits im Jahre 1037 wieder zweihundert neue Mitglieder.— Das politische Referat erstattete Abg. Katz.— Die Bezirksvertretung wurde(mit geringen Aenderungen) wiedergewählt. In der einstimmig angenommenen Entschließung der Konferenz heißt es: Der Bezirk Elbogen ist von der herrschenden Wirtschaftskrise am härtesten betroffen, weil die vorhandenen Industrien(Bergbau, Porzellan und GlaS) infolge der Exportschwierigleiten vollständig darniederliegen. Deshalb begrüßen die versammelten Vertrauensmänner und Frauen die von der Partei und den Gewerkschaften bereits eingereichien Forderungen um Förderung des Exportes und erwarten, daß vom Staate alles geschieht, um diese Forderungen raschest in die Tat umzusctzen. Die Konferenz anerkennt die schwere Arbeit unserer Genossen im Parlament und in der Regierung, sie würdigt diese auch insbesondere bezüglich der Hilfe für unsere Krisenopfer, und ersucht alle Funktionäre, in diesem opferreichen Kampfe auszuharren. Die ordentliche Durchführung des Gesetzes über die Arbeitsvermittlung muß verwirklicht werden. Die Richtlinien zur Ernährungsaktion müssen verbessert und genauer umschrieben werden. Den Beamten muß die arbeiterfeindliche Auslegung dieser!-Richtlinien unmöglich gemacht werden. Wir fordern die rasche st e Erfüllung unserer der Regierung am 18. November 1036 überreichten Forderungen; geschieht eS nicht, dann soll man sich in Prag nicht wundern, wenn die hungernden deutschen Menschen in das Lager der Staatsfeinde abwandern. Wir warnen eindringlich und fordern Handlungen, bevor eS zu spät ist. Ilie Gegenoffensive gewinnt Raum Madrid. Der Rät für die Verteidigung der Hauptstadt teilt am Donnerstag mit: Bei der gestrigen Offensive an der Jarama-Front wurde der Feind zur Räumung zahlreicher Positionen gezwungen, von donen auS er während der letzte» Woche di« Verbindung Madrids mit Valencia zu bedrohen versuchte. An einigen Stellen wandte sich der Feind in großer Unordnung zur Flucht. Die republikanischen Abteilungen sind durchschnittlich um sünf Kilometer vorgegmrgen. Die von den republikanischen Abteilungen im Abschnitt vonMarranotz besetzten Stellungen werden vom strategischen Gesichtspunkt als sehr wichtig angesehen. Eine ESkadrille von JunkerS-Bombenflngzeugen wollte unter dem Schutze von etwa 20 Jagdflugzeugen einen Luftangriff auf Madrid unternehmen.' Die republikanischen Flugzeuge hjplten jedoch den Angriff auf und schlugen ihn ab. Zwischen der Regierung von Katalonien und den Vertretern der Regierung vo» Valencia wurden am Mittwoch die Berhandlimgen über ei» gemeinsames taktisches Vorgehen«nd andere aktuelle Angelegenheiten fortgesetzt. Nach den Be ratungen wurde mitgeteilt, daß in Bälde ein Abkommen getroffen werden wird, wonach die beiden Negierungen zwecks Erzielung eines einheitlichen mUitärischen Kommandos zusammen- arbeiten werden. Durchsichtige Börsenmanöver gegen Blum Paris. Der„Popnlaire", das Organ des Ministerpräsidenten, beschäftigt sich mit den Gerüchten über die Umbildung der Blumschen Negierungsmehrheit, die Mittwochs aufgetaucht stno «nd noch am selben Tag dementiert wurden. „Popnlaire" sägt, daß die Gerüchte über eine Aenderung der Politik und der Mehrheit der Regierung Blum im Zusammenhang stehen mit den Gerüchten von der Demission deS Finanz- Ministers Vincent A u r i o l, die reine Erftndun- gen sind. Der Ministerpräsident habe mrhreremale öffentlich sein politisches Programm'bekanntgege- ben und beharre bisher darauf. Di« Anstrengungen«ach dessen Aendeeung sind vergeblich. Finanzminister Vincent Auriol ist entschlossener und für sein Programm begeisterter denn je«nd alle Gerüchte, die ihm zu Ohre» kommen, beantwortet er mit einem Achselzucken«nd mit den Worte«:„Ich bin weder ei«. Feigling, noch ei» Verräter. Sch«erde mehre Aufgabe bis zum Ende im vollen Einvernehmen mit unserem unbestrit- tenm Führer erfüllen". Ma» müsse im Auge behalten, daß die Gerüchte im Zusammenhang mit den f i N a«» p o- l it i sch e« M a n ö ve r n stehen, die»on Lon don und Paris auSgehen und am Mittwoch an der Börse, in einer fühlbaren Bewegung der Renten ihren Ausdruck fanden. Aber da» Manöver fei allzu durchsichtig, grob angelegt und werde wie die übrigen scheitern. kln Schweizer— Kommissar für Danzig Genf. Bom Bälkerbundsekretariat wurde folgende Mitteilung auSgegeben: Gemäß der Entschließung des Rates vom 27.'Jänner hat der amtierende Ratspräsident nach Beratung der Vertreter.Englands, Frankreichs und Schwedens als Mitglied des Dreierkomitäs für die Danziger Frage sowie deS polnischen Vertreters den Professor Earl Burckhgrdt(Basel), Mitglied deS Internationalen Komiiss vom Roten Kreuz, für die Dauer von drei Jahren zum Hohen Kommissär deS Völkerbundes in Danzig ernannt. Gleichzeitig wird die Ernennung von Wladimir Sokoline, Botschaftsrates der Sowjetil n i o n in Paris,' zum Untergeneralsekretär des VölkprbundeS bekannt,.. Kampf gegen die Grippe! Bester Grippeschutz durch gründliche Desinfektion der Mund- und Nasenhöhle, der Kehle sowie aller Atmungsorgane durch Menthol-Franzbranntwein ALFA Gurgeln und spülen Sie oft den Mund mit verdünntem Alpa. Einige Tropfen genügen für ein Wasserglas. Auch das Einatmen des unverdünnten Alpa wirkt ausgezeichnet Zerstäuben Sie Alpa in Wohn- und Gesellschaftsräumen. Hiedurch gründ liche LuftdeBinfektion. Fragen Sie Ihren Arzt! Portugal willigt In die Kontrolle ein? Lo nd on. DaS Reuterbüro erfährt, daß Domierstag vormittags in dem ncne» Nutcrans- schuß der Nichtintcrvcntionskonferrnz ei» bedeutender Erfolg erzielt worden fei. Dieser ncne Unterausschuß hat bekanntlich die Aufgabe, die portugiesischen Einwendungen gegen den Vorschlag einer internationalen Kontrolle der Beförderung von Freiwilligen nach Spanien tmrchznberaten. Es ist wahrscheinlich, daß noch am Abend ein Uebercinkoinmc» in der Sitzung eiueS anderen Unterausschusses erzielt worden wird, in der über die Kontrolle aller über portugtesisches Gebiet führender Zugänge nach Spanien verhandelt werden wird. Nach den letzten Meldungen wurde die Sitzung nach zweistündiger Dauer auf Freitag vertagt, ohne daß eine Entscheidung getroffen worden wäre. Nach einer Rcutcr-Mclduiig werden jedoch die noch bestehenden Differenzen wahrscheinlich durch ein« Kompromißformel beseitigt werden, welche Großbritannien gemeinsam mit Portugal auSarveitet. In Frankreich ab Samstag Grenzsperre Paris. Im Ministerrat erstattete Nußen- ministcr Avon D e l b o S einen ausführliche» Bericht über die letzten Londoner Abmachungen betreffend dl« NichtckninifchungSangelegenheit. Der Präsident der Republik unterzeichnete dann Me- gicrungödckrcte» die die Abreise von Freiwillige» nach Spanien verbieten. Diese NegierungSverord- nnngs» treten SamStag Mitternacht in Kraft. Die Dekrete ordnen eine wirksame Kontrolle aller französischen Häfen, Flugplätze und Grenzbahnhöf« an, von denen aus d'e Freiwilligen versuchen könnten, auf spanisches Gebiet zu gelangen. Der ewige Friede Belgrad-Sofia von der Balkan-Entente mit Dank zur Kenntnis genommen Athen. In dem amtliche» Komnniniqui über die eben beendete» Arbeite» des Ständigen Rates der Balkan-Entente wird zunächst die absolute Einheit der Ansichten der Vertreter aller vier Länder sowie die Solidarität unterstrichen, die si« verbindet. Die Tätigkeit der Balkan- Entente soll auch weiterhin in den Dienst der Festigung deS Friedens gestellt werden. Mit besonderem Nachdruck wird nach dieser Richtung das englisch-italienische Mittelmeerabkommen gewürdigt. Der FreundfchaftSpakt zwischen Jugoslawien und Bulgarien wird m i t Dank zur Kenntnis genommen und ausdrücklich konstatiert, daß sich dieser Freund- schaftSpakt in voller Nebereinftimmung mit deur Ziel der Balkan-Ententen d. i. der Erhalttmg uno Festigung deS Friedens auf der Balkanhalbinfel, befinde. Der Patt sei ein wertvoller Beitrag zur Schaffung der freundschaftlichen Zusammenarbeit aller Balkanvölker. Der Athener Sonderberichterstatter der Bukarester„Dimineata" meldet, daß nach seinen Informationen Rumänien dtn bulgarischen Vorschlag betreffend den Abschluß eines dem Pakt mit Jugoslawien nachgevildeten Vertrages nur dann annehmen würde, wenn ein ähnlicher Vorschlag von Bulgarien gleichzeitig an G r I e ch e n- l a n d gerichtet werden wird. Äntonescu habe in Athen überhaupt eine intensiveVermitt- lungStätigkeit ausgeübt und dadurch viel zur Stärkung der Balkan-Entente beigetragen. Bei Gelegenheit der Athener Konferenz hätten höhere Offiziere der vier Staaten auch militärische Details besprochen. Sette 4 Freitag, 10. Feber 1937 Nr. 43 Wintersporttag in Ober-Preschkau Sportlich gesehen Ivar diese Wintcrvoran- staltung ein schöner Erfolg für den Ains und die Arbeiterbewegung int. Preschlau-Tale. Begünstigt war die Veranstaltung durch die besonders guten Schneevcrhältnisse, die einen reibungslosen Verlaus aller Wettkämpfe von vornherein gerantier- tcn. Die starke aktive Beteiligung befriedigte die Veranstalter. Besonders fiel die Stärke der Äugend unter 18 Jahren auf. lieber 600 Skifahrer belebten die Gänge des Brcschkau-Talcs und übten sich in der Kunst und den Finessen des Skifahrens. 800 da-- von sind Lcistuiigsläufer und Springer. Mit dem Aufwand aller ihrer Kräfte bezwingen sie ihre vorgcschriebene Strecke. Wer die jungen Menschen aus der Fahrt durch ihr Gelände gesehen hat, empfindet, das; die Arbeiterbewegung einen harten, mutigen Nachschub erhält, der allen Hindernissen und Schlvicrigkeiten zu trotzen lernt. In mustergültiger Ordnung sammelten sich diese 600 Slifahrcr zu einem Aufmarsch und ziehen zur neue» Sprungschanze. An sie schlossen sich citva 800 Arbeiter des PreschkautalcS an. Es waren j jene ArbcitSmenschsn, die stolzen Anteil nahmen an dem Bau der Schanzen. 2800 Zuschauer umsäumten den abgegrenztcn Teil. ES starte» 22 Sprungläuser. Von 72 durch- gesiihrtc» Svrungläufen gelten 65 als gestanden. Unfälle" wurden keine verzeichnet. Unsere Sama- riter waren diesmal„arbeitslos". Diese Tatsache gibt den Erbauern die stolze Genugtuung, daß die Schanze fachmännisch einwandfrei errichtet wurde. Dank den Ober-Preschkauer Genossen für ihre aufopfernde Arbeit I Ihr habt einen herrlichen Stützpunkt für die tvinterliche Betätigung des AtuS geschaffen. LeistungSliste. 80 Jungens beim 2..h „Ächtung! Fertig Gebt Feuer!" Schüsse ratterten in die Hausmauern der Lützenbürger- strasse. Johannes Lautkin strahlte.-Nun begann er mit dem Zielschieben und„beschädigte den Turm der LudwigSkirche", wie es: daNn im Polizeibericht hiess. Erst das Ueberfällkommando machte dem prächtigen Manöver ein Ende. Sie holten Johannes Lautkin samt seiner Kanone ab. Wir wissen alle, dass aüöh die Republik immer ein warmes Verständnis für vaterländische Privatrüstungen hattx. Deshalb liess sie auch Johannes Lautkin, den„leicht" Geisteskranken, nach Beschlagnahme seines Schnellfeuergeschützes wieder frei. Und nun die Moral" von der Geschichte. Wiederholen wir: Normalist der, Zustand,. in dem sich die Mehrheit oder auch eine diktierende Minderheit befindet. Heute, nach sechs Jahren, wissen wir es genau. Dieser Johannes Lautkin ist entweder zwei Jahre zu früh„normal", oder auch zwei Jahre zu früh komplett verrückt geworden. Hätte"er sich eine niedrige Mitgliedsnummer der nationalsozialistischen Partei besorgt und wäre er mit seiner Kanone, zwei Jahre später, am 19. Feber 1933 ausgcrückt, so wäre er„normal" mit anderen„Normalen" gewesen und ein Held, ein grosser deutscher Mann geworden. v,,- Und noch eine Lehre: Männer wie Lautkin regieren hellte in Deutschland. Die Welt"nehme sich in acht, dass jene nicht, gekränkt durch Ablehnung.ihrer vielen„FriedenSpläiie"," eines schonen Tages von einem friedlich auSfehende» europäischen Balkon aüss zu.schiessen beginnen! K. D. Eisenbahn und Auto. Am 18. Feber. stiess der Personenzug"Nr. 5602 auf dem Bahnübergang zwischen den Stationen Pliesovec—-Säsa— Dobrä Niva auf der Streck« Krupina—Zvolen aus«inen Lastkraftwagen, Von den Insassen des Automobils" wurden eine. Person getötet und zwei schwer verletzt: Die Ursache des Zusammenstosses wird untersucht.(Von"der Staatsbahndirektion in Bratislava). Politische Witze. Einmal imJahre darf man in Deutschland etwas freier sprechen. Einmal im Jahre darf man sogar ein wenig Kritik wagen. Freilich nur in'jener Art, die-dieser-einmaligen kurzen Gelegenheit ziemt,., in der.Form des Faschingswihes. In- der FaschingSniupmer der „M. N. N."> die unter dem Titel„Münchner Netteste Nachrichten" erschien— wir haben schon über sie gesprochen—fanden wir folgende gallige Witze, die gewiss klarer als alles, was die Redakteure an allen anderen Tagen des Jahres schreiben,- die Meinung: der Schreibenden und— der Lesenden ausdrücken:„Wie wir. erfahren, ist an zuständiger Stelle die Mschaffung der Sonntage geplant. Sie sollen für künftig zu Winterhjlfs- Werktagen erklärt werden."—„Die Hellseher werden immer'weniger, und- vor allem die W a h r« S a g e r e i ist infolge der einschlägigen Gesetze fast völlig unterbunden worden." — Was soll man sagen, wenn beispielsweise ein Bollsgenosse seinen Fettvorrat so görsng achtet, dass er zwanzig Pfund einfach verliert I"—„ES ist verboten, die Milch der frommen DenkungSart in gärend Drachengist zu verwandeln." Dpnamit. In der Umgebung von Antofa» gasia(Chile) bei dem Dorfe Calama ist ein Dynamit-Lager explodiert, wobei sechs Personen getötet wurden. Sandsturm und Grippe. Oklahoma, Texas, Kansas und Colorado sind von einem schweren viertägigen Sandsturm-heimgesucht worden, der am heftigsten in Texas wütete, so dass buchstäblich nicht die Land vor-den-Augen zu sehen war. Der gesamt« Verkehr war lahmgelegt. Der Sturm verursachte in Hugoton(Kansas) eine- schwere Grippe-Epidemie. Die K-i r ch e musste in"ein Krankenhaus verwandelt werden. In Anbetracht der- schwer«» Flur-'und Ernte- schäden fordern di« Farmer dringend RegierungS- -hilf«.--.- Moderner Minnesänger. In Exeekfior Springs, Missouri, verfolgte«in gewisser Harold Hulen die schöne Florence Hurbutt.mit'seinen- Anträgen, ft« wollte aber nichts von ihm wissen. Daraufhin schlich sich Hulen in ihr Schlafzimmer; band sich.aus- derZen» lralheizung fest uyd erklärte,-nicht" zu. weichen, bevor sie ihn erhöre. Dar Mädchen legte sich ruhig schlafen, aber Hultn s a n-g di« ganze Nacht, war Hunderte von Neugierigen anlockt«. Am Morgen liess man die Heizung so heiß werden-wie nur-Irgend möglich, ab;r Hulen wich nicht. Seine Standhaftigkeit hat bei den-jungen.Leuten de» Orter Begeisterung auSgelöst; sie richteten an den Bürgermeister «in« Petition, man möge dar"Heizen'verbieten, um sein Martyrium zu beenden. ES ist nicht bekannt, ob Husen noch weiter-auf-der bereits- erkalteten Heizung sitzt.- - Prozeß um di« Melodie der„Dritten"Inter, nationale". Im" Sommer der vergangenen Jahres wurden-im rumänischen Ort. Sure«ava mehrer« Schülerinnen des dortigen Mädchengymnasiums' zur Anzeige gebracht,- weil sie die„Dritte Internationale" gesungen haben sollen. Dieser Prozess entbehrt" neben seiner Tragik nicht der Komik: Unzählige Male fanden schon die Verhandlungen gegen die angeklagten Schülerinnen statt. Winner wieder müssten sie vertagt werdem So wurde der Prozess einmal versagt, weil er der rumänischen-Siguranza(Geheimpolizei) nicht möglich wär, die Noten der Internationale zu beschaffen.- ES wuckie ein Musiksachverständiger beauskagt, die Noten der Internationale nach dem Moskauer Sender zn-Papier zu bringen. Als die Noten herbeigeschafft waren, erklärt«'der Musiksachverständige,-dass es dem Laien nicht, möglich sei,.festzustellen, ob die Internationale", oder eine ähnliche"Melodie gesungen" wurde. Nun hat das Gericht die schwer« Frage zu entscheiden, wieviel! „Internationalen" er gibt. Die Musiksachverständigen behaupten, er gebe nur«ine„Internationale", die Polizei aber behauptet durch den Rund"'.ihres Succeaver Polizeikommissärs Issar,.«z geb« mehrere Jnternationälen.-(hie>ch«i"ist.die Hymne.gemeint) und verpflichtet sich, die Roten der verschiedenen.Lniernationälen" zu"beschaffen..(Th.) Der Ktduapper seiner' selbst.-.Der ganze Ort. Versailler war dieser Tage in grössftr Aufregung wegen eine»- angeblichen Kidnapping-Versuches. an -dem elfjährigem Guy Riskier,-der. plötzlich, aus der elterlichen Wohnung verschwunden-war.. Di« entsetzten Eltern fanden. im» Briefkasten. der Wohnung einen Drohbrief, in deM eS HIess, weyn«in,LösegeId von 1000 Franc-nicht'innerhalb, von zehn Tagen" auf einer Strassenbank vor dem Hausehinterlegt würde, so würde der kleine.Guy getötet werden--: Ditz Bestürzung der Eltern war, grenzenlos, sie alarmierten sofort die.Polizei,.-furchtbare Gerüchte, durch, schwirrten die Stadt. Abtr bereit-- nach zwef Stunden: entdeckte man.den.kkipensGütz in einem Haus- Deanna Durbln. - in dem Film„Drei fesche Mädels" flutz in der.Nähe.der elterlichen"Wohnung- Als,man ihn"ausfrägte, gestand er" weinend, dass.er selbst der Autor dieser Briefer, sei.,-Er habe.nur ein. Spiel spielen-wollen. Die Verpflegung der-Zuschauermaflrn bei der KönlgSkrönnng. Im.englischen Aröeitenmlnisteriüm wurde in-der Frage der Verpflegung der anlässlich der- Krönyngsseierlichkeiten nach. London kommenden Menschenmasten«in ganzer BcrpflegSplan ausgear. beitet. Die Bevölkerung, die. in-den-Strassen zufam- menströmt, welche der KrönungSzüg passiert, soll genügend-Gelegenheit erhalten, sich Lebensmittel und alkoholfreie Getränke zu verschaffen. Insgesamt werden auf der ganzen Länge der Weges, den der KcönungSzug nimmt, 50 Buffets ausgestellt und im Hydepark-noch ausserdem 18 Fahrküchen ln Tätigkeit sein, Am Krönungstag und nach diesem werde» die Londoner Parks die ganze Nacht zugänglich und vollbeleüchtet sein,.Die Getränke werden nur bei den, Buffet-, und zwar- in Papierbcchern, zu haben seln?>die-nach-Gibrauch'in-bereitstehende ,Abfallkörbe geworfen werden müssen. Die Londoner Polizei" wird streng darauf ächten, dass die Strassen nicht durch Abfälle verunreinigt werden. .'. DaS Gedächtnis verloren. 2n der englischen H'äsinstadt' Brighton kam unlängst zur. Polizei eine sehr.elegant« Dame, welche erklärt«, ihr Gedächtnis verloren zu'haben. AIS ärztlich festgestcllt wurde, dass"" er, sich nicht um eine Geisteskranke handelte, würde sie"dem städtischen Krankenhaus zur Behänd» lwig cingcliesert. Die Polizei Hatz,die Nachforschungen nach^ der Herkunft der Patientin" aufgekommen und auch'festzüstellen versucht, wie sie. in die-Stadt kam," da festgestellt, wurde, däss-sie nicht aus Brighton stamme. Bisher ist-eS nicht gesungen,-über das Lehen der"Frau-etwas festzustellen.-ES handelt'sich offensichtlich um«inen Fall von Schizophremie. ; Oberst Lindbcrgh wurde nach dem Start in Kairo von einem Gewitter überrascht und auf..dem Flug nach'Bagdad zum Landen gezwungen..-.. Die Landung- erfolgte bei Rudbar. Er ist von-der. festgesetzten Flugroute abgewichen und. dann" nach. Basra gestartet:- - Eine. chilenische Bergsteiger-Gruppe, die den Aconcagua-Berg besteigen wollt«,.- ist-in-'eine, bedrängte Lage geraten. AIS sic den höchsten Punkt erreicht hätte,: kam starker- Schneesturm- äuss dtzr «inen-'.Abstieg! unmöglich machte.. Die. Expedition sandte ,SOS-Rufe- autz. Auf diese Hilferufe ist-eine Abteilung: Gebirgsjäger aüsgestiegen. Die Gruppe, die.zu wissenschaftlichen-Zwecken den Aufstieg indie Kordillieren. unternommen hatte, wird. von. dem Deutschen! Link geführt: ' Lawine zerstört Kraftwerk.' Die ElektrizsiätS- zenträle' in Berger im. Departement Dauphine würde--durch eine Lawine.vollständig.vernichtet.:Di« Lawine riss mindesten- 60.000.Kubikmeter? dichter SchNeetnassen ins Tal: Bei per Katastrophe'kam niemand umS Leben,-der angerichtete Schaden.ist jedoch'bedeutend.,-- !.Frost ans den Bergen. Der! Zufluss etwas, kühlerer: Luft-au- dem Nordwesten: gegen unsere Gebiete hat auf den Bergen-Wieder GanztagSfrost gebracht. In' den Niederungen ist jedoch' die Abkühlung nur geringfügig. Eine wesentliche Bessermig.dec Weiserlage kann noch, nicht erwartet' werden.- Wahrscheinliche» Wetter Freitag:-In den": böhmischen Ländern veränderliche- Bewölkung,-meist-niederschlagsfrei, Temperatur wenig geändert? 2m Karpathengebicte vorwiegend-umzogen,-zeitweise: Niederschläge, Wetteraussichten für SamStag:.Gesamter Witterungscharakter noch ünbeständig..Mässig warm, Westwind. . Vöm Rundfunk Empfahlaniwartas au« den Programmen: ,'. SamStag. . Prag, Sender I: 10,05: Deutsche Presse. 10.80: Operettenmuslk, 11.05: Orchesierkönzert" FOK. 12.10: Schallplattenmusik,.'16:50:.Theater.-für-die Jugend, 17-55: Deutsche Sendung:-Sportvorschau. 18: Singstunde beim: Thannn-Chor, Egerländer Hörfolge,: 18.45: Deutsche Presse, 18:55,; Deutsche ilktuätitäten.— Prag, Send« r.11: 44.10Deut- che. Sendung: Kleines Solistenkonzert: 14.50: Deut- ch« Presse.':—"Brünn 17:40: Deutsche• Seüdüng! Aktualitäten/ 10.15: Militärmüfik.-— Preßtmg 12.85: Mittag-konzert.— Raschau 12.05: Schallplatten. 15.80: Unterhaltungskonzert.— Mähr:- Ostrau 18,80: Tanzmusik. Engtische Kampfflugzeuge Uber der Wüste Gur eindrucksvolles Bild von einem Lustmanöver über dec Wüste.-Unten-"die Landungsplätze - und Flugzeughallen von Abulic nahe Alexandrien Nr. 43 Freitag, 10. Feber 1V37 Seite 3 Ausland IMtewwtecfcaft uml Somlpoßtife Der Handels- Vor einem Jahr sind die Bemühungen der Schokolade-Fabriken, ein Kartell zu bilden, gescheitert. Nunmehr werden sie wieder von neuem ausgenommen und leider mit verstärkter Aussicht Biehmonopol undurchführbar ist, begrüßte und die Ansicht vertrat, daß eine Reorganisation des bestehenden Viehsyndikats vollkommen genügen würde. In der Aussprache nahmen alle anwesenden Vertreter der Jnterestentenorganisationen einmütig und entschieden Stellung gegen den Entwurf. Im Schiußwort erinnerte der Vorsitzende Dr. Oberthor daran, daß die Zentrale ter Handelskammern einen ähnlichen Enttvnrf bereits abgelehnt hat. Zweifellos werde auch der jetzige Entwurf für die Kammerzentrale nicht annehmbar sein. Die Kammer in Brünn wird ein Referat ausarbeiten, in Ivelchem auf alle trährend der Verhandlungen vorgebrachten Wünsche Bedacht genommen wird. zum Vieh macht, um die unnatürlichen Bedürfnisse einer unbedeutenden und verdorbenen Minderzahl zu befriedigen? And dler Gesetz, unterstützt durch rohe Militärgewalt und durch dumme Pstsfigkeit seiner Agenten, dies G-'-tz ist.eine ewige rohe Gewalfl angetan dem Richt und der gesunden Vernunft, und ich werd« mit Mund und Hand dagegen ankämpfen, wo ich kann.-..'' ' Die Handelskammern gegen ein Viehmonopol Die Brünner Handelskammer hat für den 18. Feber, nach Prag leine.Beratung her Kammern-und Jntcreffenkörperschaften einüerufen. Die zahlreich beschickte Tagung verhandelt« über den Entwurf,/ mit welchem unter einer anderen Firma und in einer neuen Form das- Viehmonopol verwirklicht werden soll. Das Referat erstattete Dr. I. Mayer,_ welcher die Erklärung des Landwirtschaftsministers Dr. Zadlna« daß das verteuern, so daß letzten Endes die Verbraucher höhere Preise zahlen müssest. Eine Preissteigerung wird auch dadurch angestrebt, daß die Einfuhr von Kakaobohnen restringiert werden soll. Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, Devisen zu sparen. Tatsächlich können zwar schätzungsweise 8 Millionen KC dadurch im Lande gehalten werden. Nicht weniger sichet ist eS aber, da st dir Schäden diesen recht geringen Geivinn ungeheuer Übersteigen müssen. Nicht nur, dah eine Verknappung der Ware eben eine Preissteigerung nach sich zieht. Da für die Verarbeitung von 100 Waggons Kakaobohnen 8000 Arbeitskräfte notwendig sind, hätte die Beschränkung der Einfuhr um 200 Waggons, wie eS beabsichtigt ist, die Gefährdung von zehntausend Existenzen zur Folge. Ist dies dem Handelsminister Najman gleichgültig? Die Antwort auf diese Frage werden wir erhalten müssen, wenn der Handelsminister darauf beharrt, die Wünsche der Kartellmacher zu erfüllen. Wir sind auch überzeugt, dah nicht weniger begierig die Gewerbetreibenden sein werden, zu hören, auf welche Weise aus dem Ber- weter einer kartellfeindlichen Partei, der tschechischen-Gewerbepaartei, ein Helfer für die egoistischen Forderungen eines Klüngels wurde, welcher in gleichem Mähe. Arbeiter und Käufer auS- nühen will. Wenn, dis Schokolade-Industriellen so in die Sackgasse geraten sind, dah sie nicht mehr heraus, könnend(denn auch Schuldenmachen und Qualitätsverminderung erweisen sich auf die Dauer als untaugliche Mittel), so wäre zur Regelung der Verhältnisse die Schaffung eines Syndikats, in welchem-auch Verbraucher und Arbeiter vertreten wäpeü,.immer noch.vorzuziehen. Was jetzt von dem Industriellen, angestrebt wird, ist für-diese beigen Gruppen untragbar. Es dürfte sich zur Unterstützung solcher Pläne auch-niemand bereit- zeigen, besten Pflicht die Wahrung- allgemeiner- Interessen isfl- llnscr Handel mit England. Unter den Warenbeziehern a»S der Tschechoslotvakei nimmt England nach Deutschland und den Vereinigte» Staaten mit 721 Millionen KC im Jahre 1980 dir dritte Stelle ein. England hat 9 Prozent unserer Gesamtausfuhr ausgenommen. An der englischen Gesamteinfuhr beträgt der tschcchosiowakische Anteil allerdings noch nicht einmal 1 Prozent. Einschaltung in den Abessinienhandel. Unter Führung der Firmen Baka, Gebrüder Gutmann und der Riunione Adciatica ist eine tschechoslowakisch-italienische Gesellschaft für den Handel mit Afrika gegründet worden. Mit einem Stammkapital von einigen hunderttausend Kö wird sie sich mit der Vermittlung und Förderung des tschcchoflotvakischcn Handels mit dem von Italien geraubten Abessinien befassen. Die Tschechoslowakei int internationalen Preiökartell. Die tschcchosiowakische Gcschirr-Pvr- zellandindustrie hat mit Deutschland, Frankreich und Italien ein Preisabkommen getroffen. Dadurch soll der Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt gemildert, wenn nicht überhaupt beseitigt werden. $eln Loben Er war Dichter,- Philosoph, Medizinerund— politischer Emigrant. Er starb noch'nicht 2t Jahre alt' im Exil in'Zürich—>'’ ; Büchner, der Dramatiker, hat vor der Nachwelt bestanden. Büchner, der Prosadichter, konnte uns nur eine Probe seines Könnens hinterlasten. Dah dieses Können de» Dichters dem des Dramatikers -nicht nachstand, davon legt das Fragment:„Lenz" -Zeugnis ab. Der Untergang des unglücklichen, der Geisteskrankheit verfallenen Dichters Lenz beschreibt Büchner auf knapp zwanzig Seiten. Die Klarheit des Stils, die Schönheit der Sprache stellen dieses kleine Stück Prosa ebenbürtig neben die Kleists. Heute nach hundert Jahren ist Büchner, der Revolutionär— der revolutionäre Dichter, wieder lebendig für uns, lebendiger denn je in einer Zeit, die seiner Zeit so ähnlich ist, und in den Herzen von Zeitgenossen, deren Schicksal dem seinen gleicht..< Rudolf Steiner. Italien, Oesterreich und der Westen. Der Wiener Korrespondent des„L e I o u t“ schreibt zur Frange der Habsburger-Restauration in Oesterreich: „Nach Ansicht der Legitimisten wird cs Aufgabe der österreichischen Regierung, der Baterländischen Front und aller österreichischen Legitimisten sein, den günstigen Augenblick miSzunützcn, damit Otto Habsburg in Wien eher«inziehen könne als Hitler."„P e t i t I o u r n a l" schreibt: Mit Rücksicht auf den ständigen Fortschritt auf dem Wege zum Anschluß, den Deutschland zu wünschen nicht umhin kann,-wird sich I tal i-enimmer mehr dem Prinzipe der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs mit Hilfe der Habsburger- Restauration zuneigen. Allerdings wünscht man weder in Rom noch in Berlin, daß irgendwelche Risse in dem italienisch-deutschen Abkommen entstehen. Das ist die Ursache der Diskretion, die man in Italien in dec Beurteilung der Rede Schuschniggs und in den Berichten über Oesterreich miserlegt. Frankreich und die deutschen Kolonlalansprüche. lAP.) Der bekannte französische Politiker und Abgeordnete Lkon A r ch i m b a u d hat sich kürzlich im „Oeuvre" mit der Frage der Abirewng von Togo und Kamerun an Deutschland befaßt und dazu u. a. geäußert: Die französische Kolonisation habe sich der deutschen als weit überlegen gezeigt. Wenn der Völkerbund ein Plebiszit veranstalten würde, sei sicher, daß dies für Frankreich günstig auSfallcn würde. Frankreich habe in die Mandatsgebiete die besten landwirtschaftlichen Arbeitsleiter und Techniker geschickt: Das Ergebnis fei sofort zu erkennen getvesen. Unter deutscher Herrschaft habe Kamen«» weder Bananen noch Kaffee produziert. Augenblicklich führe eS 17.000 Tonnen Bananen und 2000 Tonnen Kaffee aus. Er sei dem brasilianischen Kaffee so überlegen, daß manche Händler nicht zögerten, ihn als Columbiakaffee zu verkaufen. 1914 habe man in Kamerun 4000 Tonnen Kakao geerntet, und zwar 8000 Tonnen im jetzt englischen, 1000 Tonnen im jetzt französischen Teil. Heute produziere allein Französisch- Kamerun 20.000 Tonnen Kakao. Kamerun liefere jetzt 40.000 Tonnen Palmkerne gegen 15.000 Tonnen im Jahre 1914. Die Olivenölproduktion betrage 4000 Tonnen. Der Holzexport habe sich verzehnfacht. Die Methoden ließen sich nicht mit den Sklavenhändlermethoden vergleichen, die di« Deutschen angewandt hätten. DI« französischen Beamten seien die besten der Kolönialverwaltung und hätten schon in Aequatorial- oder Französisch-Westafrika ihre Feuerprobe abgelegt. Daher könne Frankreich gleich- gültig sein, was Hitler Über-die Kolonien rede. Und In England, müßten selbst die deutschfreundlichen Kreis« zwischen ihrer Deutschfreundlichkeit und dem Wunsch, keinen Fußbreit Boden herzugeben, wählen. Alle Mächte seien gezwungen, gegen die deutschen Ansprüche aufzutreten. Die schlimmste Politik wäre es, wenn jeder eS für geschickt hielte, auf seinen Nachbarn abzulenken, um selbst sicherer-zu bleiben. Daher werde Frankreich, das nicht so verfahren w?rdc, sich auch der Rückgabe von Tangänsika widersetzen. Deutschland sei mit Recht in Versailler für unmündig erklärt'worden, zu kolonisieren.- Der weltbekannt« rumänisch« Unlversitätspro- sesior Jorga legt« sein«- Professur- nieder, weil von 800 inskribierten Studenten nur 60' zu den Vorlesungen kämen, während der Rest Politik— natürlich im Ssnne der Hakenkrcüzler— treibe.. Die Nationalsozialisten haben ihre Sitten also schon mich Rumänien verpflanzt. die schmal«.Lebensbahn,-die. ihm zugemessen. war, intensiv genützt. ..--' Rach Abschluß des Gymnasiums- und-glücklich verbrachter. Jugcndjahre in einem Elternhaus, dar gu.thürgerliche Kultur und geistig« Interessen pflegte, bezieht der Siebzehnjährige die Straßburger Universität und studiert dott Zoologie und vergleichende Anatomie.- Der- Elnundzwänzigjährig« erliegt einer Gehirnhautentzündung, wird wie durch ein- Wunder vom Tode gerettet, kehrt wiedergenesen nach Darmstadt zurück und hält dort Vorlesungen über vergleichende Anatomie. Doch der jung« Büchner ist keine Gelehrtennätur— er ist Zeitgenosse, Nachfahr« der großen Französischen Revolution, ihr begeisterter Anhänger— Büchner ist Revolutionär— Sozialist, der für die Menschenrechte kämpft. Er wird Mitglied eines Geheimbundes, der den Kampf der Bauern organisiert und führt, verfaßt seine Flugschrift: „FriededenHütten— Krieg den Palästen!", in der er als der erste deutsche Publizist seit Luther— der erste Revolutionär seit Marat, in einer volkstümlichen und hinreißenden Sprache das Elind der Bauern, den Ucbermut ihrer Unterdrücker schildert und di« verfllavten Massen zum Kampf au stuft. Die Flugschrift fällt der Polizei in die Hände— die meisten Mitglieder des Bundes werden verhaftet und zu schweren Kerkerstrafen verurteilt—- Büchner, hinter dem«in SteKrief läuft, gelingt als einzigem die Flucht nach Straßburg. Dort habiMert er sich an der philosophischen Fakultät. Doch der Vertriebene resigniert nicht— er führt als politischer Emigrant den Kampf um«in freies Teuischland weiter— ja, die Fremde schärft den Blick-und Büchner erkennt, daß er nur einer ist im Millionenheer derer, di« im Kampfe gegen Gewalt und Unterdrückung stehen. In den Briefen an seine Familie spiegelt sich Büchners politische Entwicklung Aar: Straßburg, den 5. April 1888. Heute erhielt ich Euren Brief mit den Erzäh- lungen aus Frankfurt. Meine Meinung ist die: Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es die Ge- walt. Wir wissen, was wir von unseren Fürsten zu erwarten haben. Alles, was sie uns bewilligten, wurde- ihnen! durch^die Notwendigkeit- abgezwungeu. Und selbst wa»,.Bewilligte.wurde-uns hingeworken wie eine erbettelte Gnade, ein elendes Kinderspiel zeug um dem ewigen Maulafsen Boll seine zu eng- geschnürte Wickelschnur vergessen zu machen. ES ist «ine blecherne Flinte und«in hölzerner Säbel, womit nur«in Deutscher die Abgeschmacktheit begehen konnte Soldatchen zu spielen... Man wirst uns jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir aber denn nicht in einem ewigen Gewaltzustand? Weil wir im Kerker geboren und großgezogen sind, merken wir nicht mehr, daß wir im Loch stecken mit angeschmiedeten Händen und Füßen,«inen Knebel wa Munde Was nennt ihr An gesetzlichen Zustand?; ouf Erfolg, da sie Unterstützung von einer Seite Sri» ffllkVX l«fahren haben, die bisher stets als grundsätzli cher Gegner der Kartelle auftrat. Ohne vorherige Verständigung der Oeffentlkchkeit nahm das Handelsministerium die Einfuhr von Kakaobohnen, dem Rohmaterial der Schokolade-Erzeugung, in das Bewilligungsverfahren auf und dem„Verein der Schokoladeninduftrie", einer Zweigorga- nisation des Jnduftriellenverbandes, wurde dir Straßburg, im Juni 1888. Generalvollmacht erteilt, die Kontingente für die Ich werde zwar Immer meinen Grundsätzen ge-- einzelnen Produktionsbetriebe festznsetzen. Di-s- mäß handeln, habe aber in neuerer Zeit gelernt, daß Vollmacht bezieht sich nicht nur auf di« dem Ver- nur da» notwendige Bedürfnis der großen ein angehörenden, sondern auf alle Firmen! Der Masse Umänderungen herbeiführen kann; daß tzandelsminister hat damit die gesamt« Industrie alles Bewegen und Schreien der Einzelnen vergeb- einer einzigen nicht öffentlichen Stelle auSgelie- ltcheS Torenwerk ist. ferst, zum Schaden nicht nur für eine Reihe von An Gutzow. Straßburg 1888.| Produktionsbetrieben, sondern auch für die K o n- Das Berhältni» zwischen Armen und Mei- sumenten und für viele tausend Arbeiter - Der einzige Nutznießer diese? Vorgangs ist , jener Teil der Schokoladen-Jndustrie, der durch i eigene Schuld abgewirtschaftet hat. Ihm wird jetzt Gelegenheit geboten, sich auf Kosten anderer zu sattieren. Die Vollmacht, welche der„Verein" ‘ erhalten hat, wird so auSgenützt,- daß die Kontingente jener-Unternehmen, die rationell arbeiten, und den Konsumenten billig versorgen, Verkürzfl Kontingent« anderer Firmen über Gebühr erhöht werden. Diese Firmen verkaufen das Rohmaterial,' welches sie selbst nicht einmal verarbeiten können, zu Gewinnpreisen, ohne die geringste Albest und ohne jedwedes Risiko, den benach- ' teiligten-Betriebeni welchen keine andere Möglich- - kett- bleibt. Det Handelsminister hat allerdings ; dafür vorgesorgt, daß n i ch t all« Produk- i tionsunternehmen in diese Lage geraten. Er hat ' sich ein Kontingent von 80 Waggons Vorbehalten, ' von'welchem angenmrstnen wird, daß cs für zwei 'Schokoladen-Fabriken reserviert ist, die Angeyö- rigen der ts ch e ch i sch e n G e werbe- - p arte i. gehören und alles ändere als gut da- ’ stehen. Außerdem ist eine reichliche Zuteilung für - einige auf dieselbe Weike mit der Gewerbepartei verbundene Firmen- gesichert. ,.... Auf diesem Umweg wird einer Kartellierung ii in der Schokoladen-Jndustrie die Bahn- geebnet. : Es.geht.jedoch nicht nur darum, einem-Teil dec - Unternehmer. Vorteile zu verschflffcn und sie in i' die Lage zu setzen, Unbequem« Konkurrenten aus» . züschalten oder wenigstens’ ihre Produktion zu So von der Wirklichkeit ausgehend, deren Grundlage Büchners materialistische.Weltanschauung -war, schuf der Dichter ein Wert, das in der'Szenenführung,--in der Zeichnung der Charaktere bei aller „Wirklichkeit»treue" von dem poetischen Atem durchpulst, ist, das ihm seine Bedeutung über aller Zeitgeschichtliche hinaus als dem Drama der Revolution sichert. Eine Aufführung hat Büchner nicht 'erlebt. Mit„Woyzeck", der leider Fragment blieb, hat Büchner sein letztes Werk geschasien. „Woyzeck" ist die Tragödie der Soldaten, des gemeinen Soldaten, der einfachen Mannes, der einer höheren, Gewalt bedingungslos ausgclicfert Ist— dem Militarismus, der ihn nicht nur zertrampelt, physisch und psychssch, ihm den letzten Rest von Menschenwürde auS dem Leib reißt, sondern ihm auch noch den Glauben an die Menschen stiehlt, indem er ihm die„Liebste" wegnimmfl Damit aber ist die Demut der Kreatur zu Ende— der Erniedrigte erhebt sich, wird zum Rebellen und— mordet— er mordet das Mädchen, sein Mädchen, das ein Vorgesetzter verführt hat... Woyzck, der gemeine Soldat, der mw eines kennt, gehorchen, gehorchen,--horchen, der auf Befehl Erbsen essen muß und an die Wand pissen, damit der„Doktor".seine Studien betreiben kann— dieser Woyzek, der fein Mädchen liebt, bis ihm sein ...-Kamerad beweist, daß es nicht mehr sein Mädchen historisches Stück zu schreiben. Nicht Schillers Ziel: ijst, dieser Woyzek, der dann zum Mörder werden „Der scherzenden, der-ernsten Maske Spiel, der ihri.^uß- dieser Woyzek steht als Symbol für die ko oft ein willig Ohr und«ug gelieh'n, vereint uns, Unterdrückung aller Kreatur— er ist der namenlos« auf» Neu in diesem Saal"— stand Büchner vor, Prolet Im Wasfenrock, dem hier Unrecht geschieht— Augen, nicht ein Spiel mit ernsten oder heiteren der namenlose Prolet, der durch die Unterdrückung Masken wollte er geben, sondern da» Drama 1>k-jum Rebellen wird..'. französischen Revolution. Nicht ein schicksal- und ster-I-* riiwewwwriM nenumwitterter Wallenstein, nicht eine Jungfrau, die- Gott zur Schlachtenlenkcrin ernannt, nicht ein Teil, der aus„Familicngründen" einen Tyrannenmord begeht, reizt Büchner» GestaltnngSwillen— er wollte da» realistische Drama schaffen,— mit„Danton-- Tod" wurde e» geboren. „Danton» Tod" ist ein Zeitstück, darum schrieb Büchner e» nicht in fünffüßigen Jamben, sondern in Prosa; darum verzichtete er auf die Eingebungen sei ner Phantasie, er begnügte sich damit, die Wirklich keit sprechen zu lassen. Er ließ seine Helden so reden, wie sie im Leben gesprochen hatten, er dichtet« kein« Dialoge, er nahm die Berichte de»„Moniteur", die da» wörtliche Protokoll der Sitzungen der Jakobiner enthielten, und konnte e» wagen, den Konvent und da» Revolutionstribunal auf die Bühne zu stellen. « I,«W OWHUIWI UIIU UW, An ist das einzige revolutionäre Element in der Welt; der Hunger allein kann die Freiheitsgöttin... werden..> Die Straßburger Jahre sind die furchtbarsten. Büchner beendet sein-Studium. Daneben schreibt er .Danton» Tod" und den„Woyzeck", die beiden Dra>- men, die seinen Namen al»-Dichter der Nachwelt überliefert haben. In Zürich promoviert er zum Doktor- der Philosophie, 1880 wird er Privatdozent, sechs Monate später überfällt ihn«in Nervensieber, dem der überarbeitet« und geschwächte Körper wider» standslo» äuigeliefert ist— am 19. Feber 1887 ereilt den noch nicht Bierundzwanzigjährigen der Tod. Sein Werk In'den knapven-Räum von drei-Jahren. gepreßtsiegen'di« dichterischen Stationen,,..-r',-,»-, Der Erstling BUchueys..verdankt einem Zufalls seine Entstehung.''„Leone« und Lena" wurde' von' Büchner innerhalb.von sechs Wochen, nsehergeschrie- bon. Anlaß dazu gab«In»von-dem. Verleger Sott« in Stuttgart veranstaltete» Preisausschreiben für «».beste deutsche Lustspiel,Büchner entnahm den Swff,.'einer,aftitali«nischen, Novelle und., schuf diese» reizende satirische Scherzspiel von Leone-, der die Köma»w'chwr Lena liebt. aber' als" ärfner Schäfer mgycherlei Prüfungen durchmachen mbb,bis,erdurth List und Klugheit den Stumpfsinn des königlichen Schwiegervaters besiegt. Die Figur, de», alten-v-r- tcottelten König» ist ein beißende Persiflage auf den kleindeuffchen Byzantinismus." Sanierung derSchokoladefabrikanten auf Kosten der Verbraucher? 10.000 Arbeiter In der Schokoladenindustrie in Gefahr Minister Nalman als Schrittmacher der Kartelle Ein DleMergenle zwischen zwei Revolutionen. Zur Wiederkehr, des 100. Todestages-von'Georg Büchner, am 19. Feber 1937 Aber Büchner» Hoffnungen- wurden enttäuscht — der ideelle und der materielle Erfolg blieben au», xu,....« Erst mit seinem zweiten Werf„Dantons Tod" - ein Frvhvöllendete^be'r erreichte der jungt Dichter die Beachtung der Kritik all da» besaß.wal für'dle Jugend zukunftiverhelßeüd des Publikum».„Dantons Tod" Ist da» einzige ist: Begabung, Kraft, Phantasie, Begeisterung, und J?“!, da» Büchner uns vollendet hinterlassen hat. dabei jenen stet» Wachen SkcptiSmu», der gedeiht, die Bedeutung diese» Drama» siir seine Zeit wenn auf die junge und aufgeschlossene' Seele der richtig zu würdigen, mu» man sich vor Augen halten, Reif erster Erfahrung, ersten Schmerzes fällt.-.. i^ß in Wn" Cpoche die flachen und geistlosen Epigo- m crsah-....' nen Schmers di- Bühne beherrscht-, daß man den m. Ä ML^ustsw-lenund Possen eines Kotzebue-zujub°lt-,d-b ' die„Schicksalstragödie eines Müllner, Schauerdra» i men wie der„Müller und fein Kind" von RaUpäch die Gemüter erzittern ließen, daß Grillparzer» „Ahnfrau" über die Bretter huschte— daß, mit andern Worten gesagt, da» unwirkliche romantische Drama Bühne und Publikum beherrschte. Erst von solcher Perspektive au» gewinnt„Dantons Tod" entscheidende Bedeutung— so gesehen, erweist e» sich al» der geniale und wegweisende Wurf in die Zukunft—„Danton» Tod"' ist für da» Theater der kommenden Generation geschrieben. Büchner beabsichtigte mit dem„Danton" kein Seite 0 „Soninlbemoltnt*- Freitag, 10. Feber 1987 Nr..48? Iümst und Wissen, Lkratuc Arbeitervorstcllung»Der Kuß", Oper Zport-Zpiet-XÄPekpskgs In Kölle und Regenwetter nur Gummischuhe Verhandlung schuld! g erkannt und die Strafen entsprachen dem begründeten. Ruf, den sie als Spezialisten ihrer Facher genießen. Bohdan Sale wurde zu z w eie inhalb Jahren sch,we» ren K e r k e r S mit nachfolgender Anhaltung in der Zwangsarbeitsanstalt verurteilt, Josef S> rob au-f Lnfzehn Monaten, gleichfall» ergänzt durch nachfolgende Zwangrarbeit. Der Chauffeur H o l i f erhielt fünf» e h n Monate zudiktiert ohne Zwangrarbeitranftalt, dmn er ist verhältnismäßig wenig vorbestraft. rücklegt. Er wurden z. B. Tiere aus der Gegend von Berlin in Mecklenburg wiedergefunden. Biele Tiere bleiben in der Nähe oder wandern nut 80 bis 100 Kilometer weit. Im allgemeinen scheinen bestimmte Richtungen bevorzugt zu iwerden..Fast' immer wandern sie in nördlicher oder nordöstlicher Richtung. Dar ist auffallend, da auch die Vögel, die freilich viel größere Strecken zurücklegen und bei denen der Zweck ihrer Reisen viel einleuchtender ist, im Frühjahr in nordöstlicher Richtung ziehen,.um. in ihre Heimat zu gelangen. Der Abendsegler, der ein besserer Flieger ist al» dar Maurohr, legt viel größer« Entfernungen zurück. So war ein Tier bis nach Litauen, 780 Kilometer weit, gewandert. Zwei Rückmeldungen stammen aus. Polen. Ein sehr hoher Prozentsatz' der während der Winterschlafes beringten Tiere kann im Jahr darauf im gleichen. Winterquartier wieder aufgefunden werden. Ja, die Tiere suchen, nicht nur denselben Ort wieder auf, sondern auch di« gleichen Schlupfwinkel, selbst dann, wenn genüg ander« geeignete Räume vorhanden sind. Auch iii den Sommerquartieren findet man mehrere Jahre hintereinander dieselben Individuen an denselben Orten. Ein Rätsel bleibt er, wie diese Tier«, die nur im Dunkeln ihre Wanderungen durch die Lüfte zurü-gibt er Organe im-menschlichen Körper, welche gewissermaßen„Blut»DepotS" darstellen, von.denen aus im Bedarfsfalls, z. B. bei größeren Bluwer- luften, Blutkörperchen in Umlauf gesetzt werden kön» new Ein solche» Organ ist die Milz. - Ein-Budapester Arzt machte die. Intereffante. Feststellung, daß man'Gefahr läuft,«In falscher Mutbild zu erhalten, wenn' es sich, um die Untersuchung von schwer nervösen Ptrspnen handelt..Wie alle Vorgänge in-.unserem Körper in Abhängigkeit von nnse» rem Nervensystem.stehen, so-können auch hier,, wa» bisher nicht bekannt: war, infolge von, Erregungszuständen Veränderungen j- in\-bet Zusammensetzung der Blutes vorgetäuscht werden. Es kann-etwa di« Angst vor der-Blutentnahme»der dem Ausfall der 'Diagnose bewirken^ daß- die Zahl' der. roten Blutkörperchen infolge- nervöser, Entleerung-, der. Blutdepots bedeutend erhöhtist. Beruhigt-fich.-der. Patient,. ko -kann schon eine-halbe Stunde, später da» Bild-Wieder s«üi:ndkmaleS/.sein:'.'-'' V.'.' RW-Prag Abfahrt nach I o h a n n i Sbad SamStag, um 14 Uhr 80 Min. vom Näm. Rep. WW,,..... von Smetana, am Sonntag, den 21. Feber, um halb 3 Uhr. Karten ab Donnerstag täglich von halb Ö bi» 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch. Koruna. Vom Deutschen Theater. Am 1. März findet das Konzert des- Deutschen Männergesangvereins statt. Programm: Kodäiy:-„Spinnstiche"(deutsche Erstaufführung); Franz Schubert:„Stabat mater". Dirigent: Dr. Heinrich Swoboda.— Am 2. März „G i o c o n d a" von Pouchiellr mit Kunc, Baum, Schwarz, Kindermamr etc. Dirigent: Paul Breisach a. G.. Regie: Dr. Friedrich Schramm a. G. Spielplan de» Reuen Deutschen Theater». Freitag halb 8: Die Zarenbrant: D.— SamStag,$48: ToSca, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Der Kuß, halb 8: Das Rest, Gastspiel Tilla Durieux, B 1. Spielplan ter Kleinen Bühne. Heute, Freitag, acht Uhr:-„Wie-e» Euch gefällt", Theatergemeinde. de»' Kulturverbandes. und freier Verkauf.— SamStag 8: Da» Nest, Gastspiel Tilla Durieux.— Sonntag 8 Uhr: Der Illusionist, 8 Uhr: Wie er Euch gefällt. Ein Bursche au» Saveyen. Roman vonC. F. Ramuz..Deutsch von Werner Joh. Guggenheim. Illustrationen von G. Augsbourg- Paris. Verlag Büchergilde Gutenberg, Zürich. - Dieser spvoyische Bursche Joseph arbeitet auf einem Lastkahn, der Steine au» den Brüchen im Gebirge über den See fährt. Joseph, obwohl seinen Lebensumständen nach ein Bursche unter seinesgleichen und obwohl verlobt mit Georgette, einem Mädchen aus seinem Heimatorte, lebt innerlich sonderbar abseits seiner kleinen Umwelt, bedrängt und beirrt von einer dumpfen, dunklen Sehnsucht, der Enge zwischen Bergen und See zu entkommen- Ahnungsvolle Verheißungen der fremden Ferne nehmen eine» Tage» hie Gestalt einer Seiltänzerin an, die in künstlicher Schönheit vor seinen Augen erscheint,' urü in derselben Stund« unbekannt im Unbekannten zu entschwinden. Aber fortan ist sie dar Phantom seiner Sehnsucht. Und al» einer Tage» der Traimr sich in die Erscheinung einer männerlüsternen Kellnerin aus der Hafenschänle kleidet, stürzt diese» Erlebnis, durch dar er sein Trauuwild gefälscht und beschmutzt sieht, den jungen Mann in tiefe Verwirrung, die ihn zu unseliger Tat treibt;, er ermordet hie Kellnerin im Wahne, sich von einem Trugbild be» freien zu müssen. Die Liebe Georgette» überwinde: auch diesen Absturz in tragische Schuld; si« will den Geliebten retten- Joseph aber strebt in seelische- Wirrsal dem schimmernden Phantom seiner verirrten Sehnsucht nach und geht in einen freiwilliges: Tod... Diese balladerke Handlung, die in bezwingendem Ablauf diesen-Burschen nur Savoyen" in seelisch«» Dunkel führt, spielt sich ab vor einem Hintergrund, tn den«ich anderer tragische» Schicksal verwebt ist..-lh,' „WeltbÜrger Ossietzky", eln Abriß seine» Werke» mit einem Vorwort Yon.Wickham Ste-e-d. Die im Pariser Verlag Editionr du Carrefour erschienene Schrift, gibt ein« kurze Biographie Ossietzky»:- die Berthold Jakob geschrieben hat. und dann'einen Ueberblick über seine Schriften, indem sie zahlreiche — meist sehr kurze— Aufsätze Ossietzky» wiedtrgibt. Ossietzky erscheint hier vor uns al» der unbeugsame Friedensfreund, al» der zwar parteilose).aber doch entschieden link» gerichtete Sozialist, als der tapfere Kämpfer und tüchtige Schriftstelleri. Er wird der Unbeugsame vor unseren Blick gestellt, der mit so voller Äerechtigung den Robel-FnedenSprei» bekam. Naturwtsscnsdiattllfte Kurzberichte Von E. Aldi. Audi die Fledermäuse wandern Wie in der.Umschau" berichtet wird, werden jetzt in Deutschland Beringungsversuche zwecks Er- sorschung der Fledermauswanderungen angestellt. Nicht am Fuß, wie bei Vögeln, sondern am Unterarm bringt man die Ringklammern an, die die Bezeichnung der Beringungsstelle:„Zoologisches Museum Berlin" und fortlaufende Nummern tragen. Man führt die Beringung am besten im Winter auS, wenn die Fledermäuse ihre Winterquartiere bezogen haben, wo sie in großen Ansammlungen gemeinsam den Winterschlaf halten. Die Versuche sind 1082 begönne» worden und geben heute, also nach vier .Jahren, schon eine Reihe interessanter Aufschlüsse. Mau wählt« bisher für- die Versuche zwei Nedermausarieii, und zwar da»„MauSohr" und den„Abendsegler", Von ersterer Art wurden bisher allein in der Marl Brandenburg etwa 6000 Tiere markiert, über die bis jetzt mehr als 100 Rückmeldungen eingelaufen sinh. Von der letzteren Art beringte man etwa 700 Tiere während de» Winterschlafes. Nun wußte man wohl bisher, daß Fledermäuse ihren Aufenthaltsort wechseln, aber Näherer über ihre Wanderungen Ivar nicht bekannt. In den großen FledermauSgesellschasten der Winterquartiere find-.! man Männchen und Weibchen bunt durcheinander. Fast ein halbes Jahr bleiben die Tiere in der Gegend, in der sie den Winter zubringen. Im.März oder April brechen sie nach ihren Sommerquartieren auf. Männchen unh Weibchen trennen sich jetzt voneinander. Letztere sammeln sich in de» sogenannten Aochenstuben, in heuen sie ihre Jungen zur Welt bringen. Die biSherigen.Versuche haben ergeben, daß das Mausohr' Entfenuingcu bis. zu-168 Kilometer zu» Wovon die Zeitungen nicht schreiben..In den letzten Statistiken, welche ein Nachlassen der Grippe in der ganzen Welt bestätigen: wuthe eine bedeutsame Tatsache nicht verzeichnet: daß man nämlich gelernt hat, sich vor her Grippe zu schützen. AI» besonder» verläßliche» Mittel haben sich Galoschen et- wiesen. I« mehr Leute jetzt Galoschen tragen, nm so mehr sinkt die gahlder Kranken.- Galoschen und' Ueberschuhe Bala bieten auch Ihnen vollkommenen Schutz'.'''' 1 Urania-Kino, KUnwnhlrä 4. ,.... rem»prMh«r 61633,.-. „Die tanzende Venus* .a• V ArntsLe..PreGlerß^.V"'-, B e z u g S b e di n g n n g«n: Bei Zustellung in»Hau».oder bei Bezug dürch die Post monatfich KE 16i^—.-bterteliäbklich KE 48.—. halbsährig- KE 96.-—. ganzjährig KElSL—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet.'Bei öfteren Einschaltungen Preirnachlaß.— Rückstellung von'Manuskripten erfolatnurbei Eistsepdung der Rewurmarken..— Di« Zeitungssrankatur wurde von der Post- und Tele« grqphendirektion mit. Erlaß. Nr, lg.S00/VlI/lgSü. bewilliat^'—Druck-rei:„Orbi-", Druck-,.Berlagr- unL.ZeItungS'S.-B. Prar...-