Einzelpreis («inschließl.5 Heller Porjp) Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratisch« Arbeiterpartei in der TschechoflowaNschen Republik Erscheint mit Ansnahme de» Montag täglich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegsried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: „Horning Post“ neuerdings gegen Henlein Sperre für Spanien-Freiwillige Prag gegen ein Viehmonopol 17. Jahrgang Samstag, 20, Feber 1937 Nr. 44 Die Wintersport-Olympiade Schöne sportliche Leistungen in Johannisbad Starker Zuzug aus allen Täten der Republik Einvernehmlicher Abschluß der nällOMlpolltlschen Verhandlungen Wie wir bereits gestern gemeldet haben, sind im donnerstägigen Mini» sterrat- die Verhandlungen. über die Denkschrift der deutschen aktivistische« Parteien»um Abschluß gelangt. Die freitägige Sitzung des politischen Ministerkomitees hat die getroffene« Vereinbarungen formuliert. Das angekündigte, amtliche Kommunique wird am SamStag erscheinen. Wie wir hören, haben,die Verhandlungen ein positives Ergebnis gezeitigt und find einvernehmlich abgeschlossen worden. *.. Ein Prager Blatt bringt bereits in feiner Samstag-Ausgabe detaillierte Mitteilungen über den angeblichen Inhalt der Beschlüsse des Mini» stcrrateS. Wir empfehlen unseren Lesern, das für Samstag vornlittagS angekündigte, amtliche Kommunique ahzuwarten, daS allein den tatsächlich a uth e n t i s ch en Text der Beschlüsse wiedcrgeben wird, Auch mit der ungarischen Minderheit erfolgreiche Verhandlungen P r ä g. Amtlich wird gemeldet: Gleichzei- lig mit dem. Nlelnungöaustansch mit den deutschen Regierungsparteien verhandelte der Mt». sitzende der Regierung Dr. Milan HodZa in der letzten Zeit auch mit den den Regierungsparteien angehörenden Repräsentanten der ungarischen Minderheit, und"zwar mit den Abgeordneten Esomor, Schule» und Stu«dä, über Fragen der ungarischen Minderheit, Bei diesen Berhandlungen, die fortgesetzt werde», wurde eln Einvernehmen über die Regelung einer Reihe von Fragen erzielt, die den Anhalt des im Herbste des Vorjahres dem Ministerpräsidenten überreichten Mcinorandums bildeten. Zwecks Regelung dieser Angelegenheiten werden entsprechende Vorbereitungen vorbereitet» bzw. sind diese teilweise bereits getroffen worden. Genosse Jaksch über seine Londoner Eindrücke Prag. Wie die samstägigen»LidovS Noviny" aus London melden, hat Abgeordneter Genosse Jak s ch. Freitag abends die'Londoner.Korrespondenten der tschechoslowakischen Blätter empfangen, welche ihn namentlich über scineLon» dogec Eindrücke befragten. Jaksch erklärte, dass seine Reise nach England mit Propaganda nichts zu tun habe und dass übrigens''die Tschechoslowakei, eine, solche Propaganda gar nicht benötige. In seinen Unterredungen habe er nur unsere Freunde^in England Über den Standpunkt der deutschen demokratischen Minderheit,'aufgeklärt. Die Tschechoslowakei hat, Wie sich Aaksch überzeugen konnfe,.in England eine 'glänzende Position;,-die westlichen Demokratien glauben mns und die.demagogische Propaganda, die gegen uns gerichtet ist, hat keinerlei Wirkung. Er habe in seinen Unterredungen und Vorträgen ist London die These vertreten,'dass.dieTschechoslopiakei der Schlüssel zur Ordnung.in''Mitteleuropa sst und dass wir ein Recht'äüf die wirksame Solidarität der westlichen.Demokratien. haben.. Jaksch 1 war angenehm überrascht über das Interesse für die Tschechoslowakei, das er in' England beobach- ten-konnte.,.'. Englische Rüstungsanleihe angenommen" L»n>»N: Die Entschließung, durch die der englischen Regierung Vollmachten für' die Auslegung von Rüstungsanleihen in Höhe bis 400 Millionen Pfund Sterling erteilt werden, wurde am.Freiing nach Wluß'der Aussprache, vom Unterhaus mit82V gegen 145 Stimmen ange- nommrn.' JohanniSbad. iE. B.) Auch der zweite Tag der Arbeiter-Wintersport-Olympiade brachte schöne sportliche Leistungen und starken Zuzug auS allen Teilen der Republik. Freitag Mittag hat starker Schneefall eingesetzt, der den ganzen Tag andauerte. Die schöne Landschaft ist in blendendes Weiß gekleidet, dicht liegt der Schnee auf allen Hänge», Wegen "und Bäumen. Sportler und Zuschauer sind in froher Stimmung. Alle kommen auf.ihre Rech nung. DaS Wetter bessert sich und dadurch auch die Aussichten auf gutes. Gelingen der ganzen Veranstaltung. Insbesondere.sind für die Svrungkonkurrenzen und für den Slälomlaüf am Sonntag die besten Voraussetzungen gegeben. ' Großes Interesse macht sich auch für die Trantruauer Kreiökonfereiiz bet Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei geltend. Bei dieser, bedeutungsvollen politischen Kundge bung, die im Rahmen der Olympiade in I»-' hanniSiad am Sonntag yattfinden wird, werden Fürsorgeminister Jng. Ne Las und der Generalsekretär der Deutschen, soöialdemokratt- schen Arbeiterpartei, Abgeordneter Siegfried T a u t'politische Referate-erstatte».- Telegramme an Masaryk und BeneS•."- ""-■^/DkrlllWsttg'MtnVtk^rtlsiSWkk'dSr'Dtä» ten Arbeiterwintersport-Olnmpiade in Johqiuiis- bad haben 5n die beiden Präsidenten Telegvansme gerichtet. Das Telegramm an den Präsidenten- Befreier Masaryk in Lana lautet folgendermassen: Die Teilnehmer aus sieben Ländern, welche auf der Dritten internationalen Winterolynipiade in Johannisbad versammelt sind, senden. Ihnen, teurer Herr Präsident-Pcfreier, ihre, aufrichtigsten Grüsse. Das Telegramm an den Präsidenten Benes hat folgenden Wortlaut: Bei der Eröffnung der Dritten internationalen Arbeiterwinter« spokt-Olympiade in- JohanniSbad gedenken Ihrer herzlich die beteiligten.Sportler von sieben Ländern und alle Anwesenden. Mit diesem Gedenken neunen Sie, geehrter Herr Präsident, im Rainen aller unseren herzlichen Olympiade-Gruss, freundlich entgegen. Anwesende Delegationen Bei der Olympiade sind viele Organisationen und Körperschaften vertreten. Die Vertretung der Partei besteht aus Genossen Ernst P a u I und Richard Re i h n e r, für den'parlamentarischen KlUb sind Senator Rehzl und Abgeordneter KrejLi anwesend. Ausserdem sind noch Vertreter der Gewerkschaften; Genossenschaften, der Republikanischen Wehr, des Sozialistischen' Jugendver« bandeS, des Arbeitervereins„Kindersreunde",dcS Verbandes der Arbeiterfürsörge anwesend.'.. Sportliche Ergebnisse der Winter-Olympiade • Jugend-Langlauf Freitag vormittags wurde' der: 10-KiloMeier- Langlauf der Jugendsportler und der 4-Kilomeiec- La'nglauf der. Augendsportlerinnen durchgesührt. Für dies«'Diszjpsinen hasten di« Nordländer keine Teil-! nehmer ausgestellt, so'dgh sich der Kämpf.im wesent- ltchen zwischen dem AtuS und DTJ abspi«lt«l- Ter erste AugindläUfert ist Kraus(Atas) mit 88:38 Mm,, der'zweite Fischer 1:05121, 45. Lang Karel(DTJ) 1:06:10, 46. Kule Nobert(Svaz diln. turistü) 1:06:28, 47. Doubel Jaroslav(DTJ) 1:06:41. 48. Nagl Rudolf(AtuS' 1:06:43, 49. Lehnhart Ottomar(AtuS). 1:06:51, 50., Gansel Rudolf(AtuS) 1:06:56, 51. Nuss Wen- (AtuS) ,1:07:12. 52. Sedlak Josef(DTJ- 1:07:16, 58. BaSler Emil.(Naturfreunde) 1:07:85 öS: Richter Josef(AtuS) 1:08:48. 55. Kober Rudolf (Atü«' 1:08:58, 56. Josisek Antoni»(DTJi 1:09-26, 57. Krau». Arthur(Atu») 1:09:85, 58 Kohout Ottokar(Svaz diln. tUristü) 1:10:15, 59. Fischer Hugo(Naturfreunde) 1:10:20, 60. Vohnonr Josef(Svaz; dkln. turistü) 1:10:20, 61. Hanusch Willi•(Naturfreunde) 1:10:24, 62. Adolf Franz (Apuk).'1:10:27, 68. Scholz Johann(Aruk» 1(10:85, 64. Jakobe Bohou»(DTJ) 1:11:05 Std. - 6-Ktlometer-Langlauf der Sportlerinnenr --1', RuokoSki Inga(Fimiland) 23:52'.Mn., 2. Lathtinene(Finnland). 24:02, 8. Monken Bergbild-sNorwegen) 24:48, 4. Dahlsstrom Essen(Norwegen) 25:04, 5. Silvast Anna(Finnland) 25:22, 6.,'Kvhoutovä Bola(Svaz diln. turistü) 32:00, Kopeckä Marie(Svaz diln. turistü) 82:85, 8. Kirchschlager Emilie(-AtuS) 33:41, 9. Möhwald Elfi (AtuS) 84:05, 10. Wössner Anna(AtuS)-84:14 lli-Richter Anna(AtuS), 84:17'. 12-..Sinun Elfe '(AtuS) 84:40,13. Hampel Marie(AtuS) 84:52. 14;*Pörner Els«'(AtuS) 86:51, 15.-Rüdolf.'Berta (Naturfreunde)!8«:56,-16/ Kludskh Lore(AtuS) 4lkt8Sf 17; Kopekkä Zdenka(DTJ) 41:18, 18.-Hof- mauovä B.(DTJ) 43:16,19, Trejbälovä Pavla (DTJ).4S:03 Min.....'./. Vie neue Lage In Spanien Nichteinmischung garantiert? Beginnend mit dem Abend des 20. Februar wird die Nichteinmischung der europäischen Mächte in den spanischen Konflikt, also die Zusage, weder »Freiwillige" noch Kriegsmaterial an eine der beiden BürgerkricgSpartcic» zu liefern, von dem Gremium der Mächte, die seit vielen Monaten den Londoner Ausschuss für Richteinmischiing unterhalten haben, strenge überwacht tvcrden. Was von allem Anfang an das Ziel der französischen und englischen Politik war, soll also jetzt zur Tat werden, die absolute Neutralität in dem Ringen zwischen der spanischen Volksrcgierung und den rebellierenden Generalen. Spanische» Generalen? Spanischen Rebellen? Hier hat die Sache schon ihren ersten Haken. Italic» und Deutschland haben sich eben verpflichtet, vom 20. Februar an keine Freiwilligen mehr nach Spanien dnrchznlasscu, aber sie haben nichts verlauten lassen, io a Smit denbereits in Spanien I ä in p senden deutschen und italienischen Truppen geschehe» soll. Seit dem November 1936, seit dem ersten wütenden Ansturm auf Madrid, führt Franco den Kamps»ich: nur mit deutschen und italienischen Waffen, Tunis. Flugzeugen, Offizieren, Kanonen, Granaten, sondern auch vorzüglich mit deutschen und italienischen Truppen. Seine Mauren und Fremdenlegionäre sind längst zu einem kleinen Häuslein zufaminengeschmolzen, mit dem er noch vor Jahresbeginn den Kampf hätte abbrechen müssen. Es bleibt also auf jeden Fall ein Schönheitsfehler des Nichtcinnüschnngs-PnlicS, dass ci-- die bereits erfolgte Einmischung sanktioniert. Es sollen nach englischen, also kcincswens besonderer Links-Sympathien verdächtigen, Urteilen mindestens 50.000 Italiener und etwa 85.000 Deutsche in Spanien stehen. Zwischen dem Abschluss des Abkommens und dem Ternlin,- zu dem cs in Kraft tritt, lagen ein Paar Tage Frist. Es ist im Augenblick nicht zu entscheiden, ob in dieser Frist nicht neue Transporte abgegangeu sind, ob nicht insbesondere von Italien her, das ja eine kurze Seevcrbindung zu den Balearen und zu den südspanischen Häfen besitzt, lveitcre Zehntauscnde Soldaten zu Francos Armee gestossen sind. Wer garantiert dafür, dass nicht am Nachmittag des 20. Februar»och Zehntausende„Freitvilliger" in Cadiz und Malaga und AHeciraS ansgeschifft wurden? Das ist ein weiterer Mangel des Abkommens. Endlich fragt man sich: werden die beiden JnierventionSmächte nicht auch, weiterhin genau wie bisher Hintertürln finden, durch>die. sie den klaren Vertrag unigehen können. Mussolini hat wenige Tage, nachdem er das GcntlcmcnS Agreement mit England abgeschlossen hatte, rund 80.000 Mann gegen Malaga eingesetzt. Wird er nicht nach dem neuen iil.bkonnnen, das Frankreich und Russland streng bindet, dem sich auch die übrigen VölkerbuNdstäatcn angcschlossen habe», unbekümmert und mit jener Keckheit, die seine Politik auszeichnet, in der Intervention fortfahren? Das ist e iss weiterer Wermutstropfen in dem spanischen Wein, den der Nicht- interventions-Ausschuss Europa kredenzt. Dennoch bleibt das Abkommen e i n Erfolg, ein Fortschritt. Es schafft doch klarere Rechtsverhältnisse. Ein Vertragsbruch wird sich leichter feststellen, leichter beweisen lassen. Die Position Frankreichs wird günstiger, weil die Haftung Englands grösser wird. Die Gefahr, dass cS Italien und Deutschland gelingen könnte, weiter zu intervenieren, zugleich aber die Russen uns Franzosen der Intervention zu bezichtigen, ist geringer geworden. Die Intervenienten vor morgen müssen damit rechnen, dass sie mit England zu- sammenstossen. . Man wird fragen, was di« beiden faschistischen Mächte veranlasst hat,'sich-auf das'Ablmn- men einzulassen. Es scheint vor allem die energische Sprache der französischen Regierung und in zweiter Linie die wachsende Erregung der öffentlichen Meinung Englands gewesen zu sein, die in Rom und-Berlin gewirkt haben. Man hat im Westen, viel zu spät begriffen, dass den Faschisteu nur eine energische .Sprache imponiert.' Es ist aber mich möglich, dass Hitler seihst einen: Weg gesucht hat-sich aus der Affäre zu ziehen. Die deutschen Militärs haben dem Abenteuer von Anfang an widerraten. Das deutsche'Volk scheint auf die Abschlflchtung seiger Seit« L SamStag, 20. Feber 1V87 Vit. it Faule Ausreden Bukarest. Wie verlautet, soll die Antwort der deutschen Regierung auf die rumänischen Vor, stellungen wegen der Teilnahme des deutschen Gesandten an dec Bestattung der rumänischen Spa« nien-Kämpfer erklären, daß eS sich bei dieser Teilnahme um die persönliche Beteiligung deS deutschen Gesandten an einer ,ireligiöscn Feier" gehandelt habe. Diese Beteiligung bedeute in keiner Weise und in keiner Hinsicht eine Einmischung in hie inneren Angelegenheiten Ru- inäniens. Aehnlich soll auch der Inhalt der Antwort der italienischen Regierung lauten. Sühne in Spanien doch heftiger reagiert zu haben, als Hitler es gewohnt lvar. Es ist nicht ausgeschlossen, das; er das spanische Abenteuer, das sich länger hinzog, al» er wohl erwartet hatte, ab» brechen will und die Geste der Objektivität und Neutralität benützt, um eine Niederlage zu verdecken. Italien aber hat in Spanien niemals ideologische Interessen gehabt. Im Gegensatzzu Hitler hat Mussolini sich gewiß über di«„Bolschewisie- rung Spaniens" nicht im geringsten aufgeregt. Er verfolgt nüchterne militärische und wirtschaftlich« Interessen. Die sind aber vielleicht auch dann getvahrt, wenn er die Intervention nicht weitertreibt. Auch wenn die Negierung bei Madrid das Feld behauptet, wenn sie Franco aus Kastilien vertreibt, tvürden sich öv.üüü Italiener im Süden und auf den Balearen noch lange halten können. Das Fcuerchen'würde weiterglimmen. Bricht der große-Krieg au», so hat-Mussolini-aber-bereits seinen Brückeickopf in Spanien. stine Aufmqrsch- basis gegen Gibraltar, gegen Marokko, argen, Englands Atläntik-Position. Es ist äuffälllgi daß die Italiener gerade auf dem NebenkriegSschau- plah bei Malaga in so großer Zahl eingesetzt wurden. Ähr überraschender Einsatz bei Aranjuez hätte vielleicht den Fall Madrids bedeuten können. Ist Mussolini an dem Fall Madrids weniger interessiert als an dem Ausbau der südspanischen Positionen, die zusammen mit den Balearen für Italien so wichtig sind? Mussolini hat allerdings die Integrität Spaniens garantiert. Nun, in Sevilla und Malaga, auf Mallorca und Menorca, in Tetuan und Melilla würden eben wie bisher formell»spanische" Offizier«, die. Trabanten Francos, regieren, faktisch die Italiener. Auch dieseLösung, dieTeilungSpanirns auf lange Sicht, die Konservierung des Bürgerkriegs als Dauerbrand hur Bedrohung Englands ist denkbar. Es ist heute schwer, über den Ausgang der neuen Phase zu urteilen, die jetzt beginnt. Denn auch weiter hängt das meiste von den undurchsichtigen Plänen der faschistischen Machthaber ab. Sicher aber ist' das eine: daß" im-Falle einer w i r k lichenDurchführung der Nichtinterde n t i o n nach dem 20. Februar das s p a- nisBoll den Kampf um Madrid wohl gewinnen, die Demokratie wenigstens sür den Großteil Spaniens reiten wird. Volkswirtschaftslehre /an Ulnel-ehuM In der von Dr. Artur Werner herausgeae- bcnen Zeitschrift»Neue Zeit", d!e.sich nun„Zeitschrift für nationale Verständigung" nennt/ befindet sich ein Aufsatz des Schulminister» Doktor Franke über„Neue"Wege im Unterricht", aus welchem sich der Minister mit der Einführung deS Unterrichts in der Volkswirtschaftslehre an Mittelschulen beschäftigt. Mainächten den Ausführungen des SchulMinifterS hinzufügeN, daß die Anfangsgründe- der WirtschaftSkund« auch an Bürgerschulen unterrichtet werden sollten. Än dem erwähnten Aufsatz heißt eS: -- Bezüglich der Volkswirtschaftslehre als dem zweiten Element in der Erziehung- de» Mittelschulstudenten zum selbständigen Staatsbürger wird der Mittelschule tatsächlich der berechtigte Borwurf gemacht, daß unsere Studierenden-für das. praktische Leben, ungenügend vorbereitet sind, wenn sie Wer die Grundfragen'der Volkswirtschaft'nicht'in höherem Ausmaß belehrt werden als bisher. Der neue Lehrplanentwurf schreibt zwar in der Geographie als Unterrichtsziel di« Ergänzung der geographischen Erkenntnis der Welt durch die Elementarkenntnisse der Volkswirtschaftslehre vor, die für das Verständnis der gegenwärtigen Wirt« schastslage erforderlich sind, und räumt diesen Fragen einen'wichtigen Platz im Unterricht ein. Doch kam dieser Teil des Unterricht» bei der Bewältigung deS Wrigen Lehrstoffe» bisher zu kurz. Dafür gibt e» mehrere Griinde. Dazu gehören namentlich: Der Mangel fachlich gebildeter Mit» telschulprofefforen, die während ihrer Hochschulstudien nicht verpflichtet waren, an den"juridischen Fakultäten Vorlesungen über Volkswirtschaftslehre zu hören und die während ihres Fachstudiums nicht viel Wer diese Fragen gehört haben, und dann der Mangel an passenden Lehrbüchern- Deshalb wurde di« Absicht der Schulverwaltung, die Volkswirtschaftslehre im Rahmen des bisherigen heimatkundlichen Unterrichts in größerem Umfange als einen weiteren, gleichwertigen und selbständigen Bestandteil der Heimatkunde einzuführen, günstig ausgenommen. C» ist unstreitig, daß di« Kenntnis der Volkswirtschaftslehre für alle Menschen von großer Wichtigkeit ist. Es darf sich allerdings nicht um Kenntnisse handeln, welch« di« überlebten klassischen Theorien von irgendeinem„homo oeconomi» cus" erneuern würden, sondern um Kenntnisse, die den ganzen Menschen erfassen und sein Wissen, das er früher an der Schule auf irgendeinem anderen Gebiete erworben hat, auch bezüglich der Wirtschaft al» einer wichtigen Funktion de» Gemeinschaftslebens ergänzen würden.-' Bei der Einführung diese» neuen"Ärg«n-; ständes wird man'vor allem solgenbe Fragen zu' lösen haben: Die fachlich« Ausbildung' pon Mit- tekschulprofessoren in Fragen der Volkswirtschaftslehre, geeignete Lehrbücher, welche alle volkswirtschaftlichen Grundbegriffe behandeln, würden, und die Restringierung des bisherigen Unterrichtsstoffe» in Geschichte und Geographie, damit e» nicht notwendig wird, die Zahl der Unterrichtsstunden in der obersten Klasse zu vermehren. Der Prager Beeudi der französischen Parlamentarier 1* Siebzehn Mitglieder des sozialpolitischen und de» GesundheitS-AuSschusse» der französischen Kammer weilen, wie schon kurz gemeldet, seit Wir beginnen heut« mit dem Abdruck de» Roman»’ H «Dor Freund'*< Von dngor Jarcho Dieser Retnan Ist vor einigen Fahren l» Deutschland in Buchform erschienen und viel beachtet worden. Sein Berfaffer war«in au» dem Kaukasus stammender Soztaltft, der nach dem Ausbruch der Barbarei au» Deutschland flüchten mutzt«, nach Prag kam und HI«r«in f«hr kümmerliche» Leben frist«!«. Bor wenigeit Wochen ist Genoffe Jarch» der Krankheit, die ihn 's» lang« quülte, der Tuberkulose, erlegen. Kurz' vor seinem Tod« haben wir s«i»«n Roma« zum Aidruck erworben. «Der Freund* 1 ist ein Roman, der un» in da» Rußland der Borkri«g»,rlt führt, in da» Rutzland nach des Niederlage der Revolution von IMS. Die re»o- kutlenäre Bewegung hatte auch dl« Schüler ter Mittelschule ersaht; nun, da di« Reaktion ge- . siegt hat, versucht sie mit grösster Brutalität jede freiheitliche Regung in dm jungen Leuten zu ersticken. Datei werden jung« blühende Menschenleben zerstört, werden in vi«l«n junges» Seelen furchttare verwüstungm angerichtet. Ist dieser schrecklichen Situation, in dem Augenblick just, da v«rst«hmder Rat mW kameradschaftliche Hilf« besonder» nötig sind, erwächst dem Schüler, der diese» Romane» Hauptperson ist,«Ist treuer, warmherziger Freund in jenem Mensche«, den er bisher am gründlichste« mitzder- standen hatte, i« seine« Bater. Der Roman führt in«Ine unserer Leserschaft ziemlich fremde Welt. Ater er macht sie vertrant mit.einem interessanten Teilgebiet de» russischen Lrten» der BorkriegSzrit und mit de« Seelenleben junger Menschen, lind diese» ist, auch wen« von russischen Gvmnaflafien erzählt wird, im Grunde, da» Seelenleben junger Mensche« überhaupt. Sonntag in Prag, um di« Sozialpolitik in der Tschechoslowakei kennenzuleräen und mit den leitenden Institutionen, insbesondere der Sozialversicherung, in Fühlung zu treten. Die Delegation erhielt Montag im Ministerium für soziale Fürsorge alle gewünschten Informationen. Dienstag besichtigten die Gäste nach einem Empfang beim Kürsorgeminister Ang. Neia»«ine Reihe von Einrichtungen und Anstalten, welche für die Sozialpolitik und da» Gesundheitswesen von Bedeutung sind. Freitag wurden-die Gäste vom Präsidenten der Republik ,empfangen..Km Prograinm der französischen Parltünentarier ist 'die Besichtigung einiger'Institutionen auch außerhalb Prag» und zum Schluß eine Reise in die Tatra, wo die dortigen Hellanstaüen, besucht werden sollen vorgesehen. Der Präsident der Republik empfing am Freitag den Redakteur der Blatte»«Petit Journal", de la Rochefoucauld. Ferner empfing der Präsident die Mitglieder der Abgeordnetenexkursion der französischen Kammer, die.^ zum Studium d«r hiesigen sozialen Verhältnisse sn die Tschechofiowakei gekommen sind; die Exkursion geleitete der französische Gesandte de Lactoixzum Präsidenten. Mittag» begab sich der Präsident nach Läny zu dem üblichen Mittagessen mit dem Präsident-Befreier T. G. Masarqk. Sperre für Spanien-Freiwillige Ausreise-Verbot ab Samstag-NacM Prag.(Amtlich.) Der Beschluss de» Internationalen Ausschüsse» für dw Nichteinmischung in den spanischen Konflikt, dass sämtlich« Mitglieder de» NichtinterventionS-Abkommen» sich verpflichten, von Mitternacht auf Sonntag, den 21. Feber alle Massnahmen in Geltung zu bringen, durch die sie anf Grund der Gesetzgebung ihre» Lande» di« Abreise oder Durchreis« von Freiwilligen nach Spanien verhüten können, ist auch für di« Tschechoslowakische Republik al» Mitglied deS MchttnterventionSabkommrnS bindend. Diese Verpflichtung zu erfüllen, ist für die Tschechoslowakei nicht schwer, da die in der Tscheche« ilowakischen Republik geltend« Rechtsordnung- die» ermöglicht. Damit die Oessentlichkeit gebührend be- lchrt und gewarnt wird, wird folgender angeführt: Rach ss 176 der Gesetze» zum Schutze de» Staate» Rr. 131/86 macht sich jeder eine» Verbrechen» schuldig, welcher ohne Erlaubnis der Regierung.Angehörige der Republik für den.Mli- lärdienst,.einer auöliindischen Macht oder. für. den 'Dienst in einem ausländischen bewaffneten oder nach militärischer Art organisierten Korps. Verein oder Gruppe anwirbt sowie auch derjenige, welcher eine derartige Amoerbung vermittelt: er wird mit Kerker von sechs Monaten bi» zu fünf Jahren bestraft. Aber nicht bloß die unerlaubt« Anwerbung von Soldaten ist strafbar, sondern auch der unerlaubte Eintritt tschechoslowakischer Staatsangehöriger in ausländische Militärdienste lss 6 und de» 8 16, Abs. 2, des WehrgejetzeS) wird streng verfolgt. Die» bezieht sich auch auf die Fälle, in welchen der tschechoslowakische Staatsangehörige, welcher hiezu von niemanden verleitet oder angeworben wurde, selbst auf eigene Verantwortung'freiwillig in ein« ausländische Armee eintritt.• Die tschechoslowakischen Sicherheit»- und Grenzbehörden wurden angewiesen, tschechoslowaftschen Staatsangehörigen, bei welchen der begründete Verdacht besteht, daß sie sich in da« Ausland begeben, in der Absicht, in«in« der beiden kriegsfvhrenden spanischen Armeen einzutreten, dieAbreis« zuverwehren. ihnen die Rcisedokumente im Hinblick auf die Bestimmung de» 8 7 de» Voßgesetzes abzunehmen und gegen die Schuldigen die entsprechende Strafuntersuchung einzuleiten. Die tschechoflowakischen Grenz» und staatlichen Sicherheftibehörden werden fremdländischen Staatsangehörigen den Eintritt in da» Gebiet der Tschechoflowakischen Republik verweigern, welch« sich nach Spanien zweck» Eintritte» In eine der beiden spanischen Armeen begeben, und'.»eben sie, wenn sie bereit» auf dem Gebiete der Tschechoflowakischen Republik betteten werden, wiederum in ihren Heimat»- siaat zurücksenden. Schließlich wird darauf aufmerksam, ste^ macht, daß gemäß dem Beschluß' de» erwähnten Knternationalen Ausschusses vom 21. gebet 1087. ab niemand nach Spanien eingelassen wird, der sich nicht mit einer besonderen Bescheinigung ausweisen wird,, Ivelche für die tschechoslowakischen Staatsangehörigen die Paßabteilung de» Außenministeruims von Fall zu Fall ausstellen wird, und zwar nur Personen, deren Reise nach Spanien zulässige und unbedenkliche Zweck« verfolgen. Die eine solche Bescheinigung fordernd« Partei muß deshalb der Paßabteilung de» Außetuninisterium» eine Bestätigung der staatlichen Polizei» oder politischen Behörde erster Instanz vorlegen, daß gegen’ die Ausstellung einer derartigen Bescheinigung kein« Einwendungen bestehen. ROMAN VON GREGOR JARCHO i. Verschweigen möchte ich in dieser— sonst durchaus wahren Geschichte'— nur: den Namen der Stadt, in der sich alles zugetragen, und den Namen der Lehranstalt, deren Direktor eine ge- tvichtige Rolle dabei gespielt hat. Ich möchte nicht de» Eindruck ertoecken, als ob ich mich rächen tvollte. Darüber hinaus Hofs« ich, daß sein« Kinder alle noch leben, mW cs wäre doch Hari, ihre wahrscheinlich weit angösiehmeren Erinnerungen au jene Zeit zu entstellen. Es haben viel Leute die Gewohnheit, Fehler der Kinder, um weher zu tun, als Erblaster zu bezeichnen, den ganzen Stamyi für„schuldig" zu erklären und dabei auf das Naturgesetz hinzuweisen, demzufolge da» Sprichwort vom Apfel und Apfelbaum entstanden ist. lind es gibt da»och ein anderes Gesetz der Natur, da» Kinder Persehlungen ihrer Väter ohnehin büßen läßt. Soll ich dieser Grausamkeit, di« ich verurteil«, durch Preisgabe von.Namen oder durch Andeutungen, die immerhin Fingerzeigen ähnlich sind, Vorschub leisten? Ich lehne da» ab und werd« den Direktor' kurz Direktor, und die Lehranstalt einfach Lehranstalt nennen. Und ich bin überzeugt, daß der Ltser mir durchaus recht geben wivd. . 2- Damals— man schrieb 1910— wohnten Wir in der russischen Stadt N. Ich, der älteste Sohu meiner Eltern, war nicht ganz sechzehn Jahre alt und besuchte eine der staatlichen Lehranstalten jene» Ortes, di« neben zahlreichen pri vaten Realschulen und Gymnasien ein« Pforte zur Hochschule, eine Bildungsstätte, eine Lichtspenderin hätte sein sollen und nicht» als eine Krüp- pelfabril und ein Hort der schwärzesten Reaktion war. Diese Reaktion—«in Rückschlag der Geschichte nach den Ereignissen de» Revolution-jahre» 1908 und— wenn man will— ein Atemholen der'Entwicklung vor den Schlägen, die 1914, 1917 und 1918 kamen und alles wegfegten, war das alte Rußland seit Jahrhunderten ausgemacht hatte—, diese Reaktion ließ sich damals auf allen Gebieten des öffentlichen und privaten Leben» im riesigen Zarenreiche so unerhört stark spüren, daß sogar ihre eigentlichen Träger, die offenen uns geheimen Beamten der Regierung— sofern sie nicht Sadisten waren— darunter litten. Die Jugend aber, und da» war zu jener Zeit alles, was da» dreizehnte Lebensjahr überschritten hatte, die Jugend, die vor kurzem noch einen uiizeheueren Aufschwung enttveder.selbst erlebt oder— zusehend— gefühlt, empfunden hatte und Mtzlich, in geisttge Daumenschraube» gelegt, den Zerfall alle» Errungenen schweigend mit ansehen mußt«, nicht einmal laut stöhnen durste und immerfort auf Hemmungen und Schikanen stieß, diese Fugend, die das Heiligste, was es für sie— für die Russen überhaupt— gab, die Menschenwürde, btrhöhnr sah, hätte plötzlich drei Ventile entdeckt, in die sich turmhoch angestiegene ausweglose Kräfte, vom, Schmerz und von Unlust getrieben, hinetndrängten. Es brach ein« Selbstmordepidemi« aus, wie sie erschütternder wohl in keinem Lande erlebtworden war und zu keiner Zett,-seitdem e» Menschen gibt. Junge, blühend«, an sich und an der Umwelt Verzweifelnde Menschen sahen da» Leben auf einmal als etwa» Feindliche», dem Geist, d«m Menschentum an sich unglaublich Widersprechende» an. Vergaßen, daß alle» Menschsein, nur durch! da». Leben erst— und sei es noch so unwürdig— ermöglicht.wird. Haßten diese» Leben. Ber- achteten«». Haßten und verachteten sich selbst, als Teile dieses Lebens. Oder konnten keine Brücke mehr finden zu dem grellen Tageslicht des Tatsächlichen aus all der schwebenden Verträumtheit, au» all dem stürmenden Emporfliegen, der für kurze Zeit zur Mahrbeit gewordenen Sehnsucht Sie vermochten«» nicht mehr zu Werwinden, daß nach den Wochen allgemeiner FreWe und gegenseitiger Liebe Mißtrauen, und Etel die Lust von neuem verpesteten, daß man nicht wiff«n. konnte, ob auch der eigen« Bruder nicht ebenfalls«in Spitzel war, daß aller, was ihnen bisher al» daeinzig Wertvoll« erschien, mit Kot bespritzt, verfolgt und— verraten wurde. Mit. spöttischen Achselzucken die Starken unter ihnen, mit Schluchzen die Schwächeren, und manche, von. denen man nicht weiß, ob' sie stark waren oder schwach— weil sie schon vor dem Tod« längst gestorben waren und nicht» in ihren.Augen hatten al» kaltgrinsen-e Verzweiflung— sie legten alle Hand an sich, löschten sich miS, klappten sich zu wie«in schauerlich:« oder langweiliges Buch und gingen van un». Dir meisten wußten wohl-nicht, daß sie allem«in'End« machten. Sie stießen da» Leben von sich, st« flohen vielleicht, aber nur weil sie.«ine Veränderung erstrebten, ganz gleich um welchen Preis. Junge Menschen, die noch so viel de» Leben» vor ssih haben, glaWen nicht an den Tod,.er ist ihnen höchsten» Kapitelschluß, Wer' nicht mehr. Ein Fpeund hon mir, der gerettet wurde, erzählte m'- später, er wäre Buddhist. Er war dqmal» siebzehn Jahre alt.„Lieber als Katze wievergeboren werden, al» alle Leiden der Menschen zu ertrggen und doch nicht Mensch sein dürfen", sagte'« mir drei Tag«' nach dem Selbstmordversuch,. al» ich ihn.im Krankenhaus« besucht«. Spater lebte er aber gern. Unter den Selbstmördern jener Fahrwaren sicherlich nicht die mindecwertigen Vertreter ihrer Generation.'Biel BluweWießen wäre wohl dem späteren. Rußland, erspart geblieben, wenn sie seinerzeit nscht ihr eigenes Blut vergossen hätten. - Das zweite Bentil war— wie immer zu Zeiten großer Depressionen— die Erotik. Hier verbünd sich alle» spezifisch Russische mit allem, was allgemein. menschlich ist aus diesem Gebiet, zu einer-seltsamen Mischung, die ihresgleichen-nie und nirgends gehabt hat. Die erstickend« Freihc't d«S Geistes nahm Zuflucht zur Freiheit des Körper» und gebävdete sich zügellos. Junge Mädchen hielten es für unwürdig, jungfräulich zu sein,- und gaben, sich jedem unterschiedlos hin— nicht aus Lust, nicht aus Hrang— aus Ueberzeuguna: „Liebe" Ivar Unfug,„Freie Liebe" menschenwürdig.'Dazu kamen Nachklänge der Revolution. Es mußte feder für sich sorgen, da» Leben vom Geld« der Eltern war eine Schande—- also verkauften sich die jungen Damen auch von Zeit zu Zeit, wenn sie Geld brauchten. ES war immerhin„anständiger", al» die paar Rubel den„vollkommen Im Kleinbürgerlichen persumpsten Eltern" abzunehmen, mit denen man ja doch nur„notgcj drungci» etwa» zu tun hatte", hieß eS dann. Auch heute noch überläuft e» mich kalt, wenn Ich an all diese Dinge zurückdenk«. Die jungen Menschen, die damal» den Ueberschuß Ihrer Kräfte in„Alpe" umsetzten, würden heutzuwge Rekorde auf allen möglichen sportlichen Gebiettn stapeln.-Mn, Sport ist bedeutend gesünder, aber zu viel Sport Ist auch nur«In Ausweg für zu schwache Geister. - Da» brüte Benttl war da» altHergebrächte, traditionelle GeheimbÜndeln, an dem auch ich teilnahm, nicht etwai daß wir den Umsturz al» solchen vorbereiteten, keineswegs. Aber wir bereiteten uns vor! Sehr, viele Bücher waren, in Rußland dazumal— namentlich für Schüler r— verboten. Sogar sonst allen und jedskn zugänglich» Werf«, die man in jeder Leihbibliothek bekommen und in jeder'Buchhandlung kaufen konnte, Wrsten. von Gymnasiasten, Realschülern und Zöglingen iande- rer Lehranstalten nicht gelesen werden. Schwerste Strafen drohte« den allzu Wißbegierigen.. Psffä- rowlMichaliowfltj sollte mein auch den Namen nach nicht kennen.-•*’ -.-■•,■0(Fortsetzung folgt:)'■’Slr'Wj;! Seife 3 Snntffnn, SO. Seter 1037 jQcteiideii: ihm versichert, bei ruhiger Lebensweise ein hoher Alter erreichen; das Herz bat durch die furchtbaren Verletzungen ebensoivenig gelitten wie bei den Nachfolgenden kosmetisch-chirurgischen Eingriffen, und auch alle anderen inneren Organe sind durchaus gesund. Der künstliche Millionär hat festge». stellt, daß er bisher Insgesamt vierundvierzig Operationen'und kleinere/Eingriffe hinter sich hat. rind daß er Körperteile ans Holz, Silber, Elfen- befn!'Gummi, Stahl, Mas und Paraffin besitzt— ein Rekord, der gewiß nicht mehr übeckoten werden kann,, außer wenn es infolge einer neuen Katastrophe notwendig werden.sollte,, dem künstlichen Milliönär noch'ein Goldröhrchen an Stelle der Luftröhre einzusehen.' I. B. Erst ans dem Auöschußbericht über die Novelle zum Wehrgesetz, durch welche die bisherige Höchstgrenze' für das Relrutenkontingent aufgehoben wird, erfährt man, daß die Novelle bereits auf jene imVorjahr assentierten Wehrpflichtigen Anwendung finden soll, die— soweit ihre Zahl die bisherige Höchstgrenze des Kontingents übersteigt— nach den Bestimmungen des 8 158, Ms. 1 der.Wehrvorschriften 141/27 als überzählig nach fünf Monaten aktiver Dienstleistung in die Ersatzreserve überseht werden sollten. Diese fünf Monate lausen Ende Feber ab. Der . Vom deutschen Lehrerbund Am 18. und 14. Feber fand in Prag eine Sitzung des Bundesausschusses des Deutschen Lehrerbundes im tschechoslowakischen Staate statt. Obmann Rohn berichtete u. a. über die vom Kultüräüsschusse der deutschen Lehrerverbände ausgestellten Grundsätze zur staatsbürgerlichen Erziehung und über die Forderungen zur nationalen Selbstverwaltung des Schulwesens. Direktor E n d l e r, Gablonz, gab ausführlich Aufschluß über den gegenwärtigen Stand der Gehaltsfrage.'Im Einvernehmen mit-den übrigen deutschen und tschechischen Staatsbeamtenorganisationen wird die Aufhebung aller Sparmaßnahmen und die Valorisierung der Gehälter verlangt. Die Erhöhung der Uebertrittszztlage der Bürgerschul- lehrer und die Besserstellung der Lehrer an ein» klasskgen Schulen sind weitere dringende Forde- Der Mltzmannser Mord Zthn Monate... Am 15. November 1036 wurde Genosse Fxanz Pfeifer in Mitzmanns bei Znaim bei einer Rauferei durch einen Messerstich so schwer verletzt, daß er, starb. Am 10. und 11. Feber 1087 fand vor dem Kreisgerichte in Znaim die Schwurgerichtsverhandkung gegen Adolf Muhr statt, welcher angeklagt war, daß er Franz Pfeifer getötet habe. Bei der Gendarmerie und vor dem Untersuchungsrichter hat Adolf Muhr gestanden, später aber sein Geständnis zurückgezogen Und erklärt/ er sei von' der Gendarmerie durch Mißhandlungen zu diesem Geständnisse gezwungen^ worhen. AdolsMuhr wurde wegen To t sch la g und wegen Verleumdung der Gendarmerie angeklagt. Bei der SchwurgerichtSverhändlung leugnete Muhr die Tat weiter und blieb auch dabei, daß er von der, Gendarmerie mißhandelt wurde. Es wurde eine ganze Reihe von Zeugen vernommen, darunter auch die Gendarmen, welche Muhr angeblich mißhandelt haben. Die Geschworenen verneinten die Frage auf Totschlag, haben aber Muhr schuldig befunden, daß er während der Rauferei auch Hand an Pfeifer gelegt hat, so daß Pfeifer getötet wurde, ohne daß sich sagen küßt, daß gerade Muhr den tödlichen Stich geführt Hat, und außerdem/ daß Muhr die'Gendarmerie verleumdet hat. Muhr wurde zur Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von zehn Monaten unbedingt verurteilt. Dh Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 21. Feber, 14.80—14.45: Wahrhafte Demokratie(Johann Storch). Mittwoch, 24. Feber, 18.20—18.45: Sozial- demokratische Gemrindeführung la der Wirtschaftskrise(Bürgermeister Leopold Pölzl- Aussig)..'. Freitag, 26. Feber, 18.85—18.45: Aktuelle zehn . Minuten., Sonntag, 28. Feber, 14.80—14.45: Weltkonjunktur— und dann?(Fritz Freyberg). Vorstoß Flanclins gegen ß| um Paris. Der frühere Ministerpräsident Flandin, de» Obmann'der größten.französischen Partei des Zentrums, der.„D.c.nuokr.a- tischen Allianz", teilte mit, daß er Freitag nächster.Woche den Ministerpräsidenten.Blum über die tatsächlichen Absichten der Politik-- der Volksfrontregierung interpellieren werde. Bei diesem Anlaß sprach Flandin ösfentlich den Wunsch aus, es sei notwendig, daß Ministerpräsident Blum„zur französischen parlamentarischen Tradition zurückkehre" und das Primat der Mitteilung Uber die Absichten der Negierung den Mitgliedern des Parlamentes in der Kammer oder im Senate Vorbehalte und diese Mitteilungen nicht— Ivie er dies tue— bei den Arbeiterversammlungen am Baugelände der Ausstellung usw. mache. Unterschlagungen In Kaaden / Der Kassier der Stadtgemeinde Kaaden, Ernst Härmann, mußte vor längerer Zeit vom Dienste suspendiert werden, weil bei einer Revision Unstimmigkeiten in der Kasia festgestellt würden.. Die'damalige Ueberpvüfung hat einen Fehlbetrag von 82.000. Kd ergeben. Nach seiner Dienstenthebung suchte Haamann ein Nerven- sänatorium auf, um sich von seinem„Schock" zu erholen.'Nach einiger Zeit ist er wieder zurückge- keihrt um.seine Arbeiten, die zu seiner Entlastung notwendig erschienen, aufnehmen zu können. Inzwischen hat die Revision iveitere Fehlbeträge ergeben und heute macht das Kaffenmanko bereit- weit i'cker 40.000 KL aus. Seit ein paar Tagen ist der.Kassier schon abgKngiss und niemand weiß, -seinen Äuserubalü' Nachdem er ein tüchtiger-Nazi war, ist-eS'nicht-ausgeschlossen, daß-er-übcr-die' Greüze'gegangen ist. In seinem Schreibtisch, den man in-seiner Abwesenheit öffnete, wurden, eine Reihe, von Liebesbriefen und einige Bordellrech» nungen, nur kein Geld gefunden! Aus Haß verrückt geworden Die„R o t e Fahne" reproduziert an der Spitze ihrer Freitagnummer eine Aufforderung des henleinistischen ,Kamerad" an alle„Volksgenossen", die in Sowjetrußland ivaren, sich beim „Kamerad" zu melden. Mit Recht vermutet die „Rote Fahne", daß es sich hier um einen neuen Versuch handelt, Material gegen Sowjetrußland zu sammeln und damit die faschistische Hetze gegen den Sowjetstaat verstärken zu lönnen. Die„Rote Fahne" schließt aber ihre Betrachtungen über dm Ausruf im„Kamerad" mit folgenden Sätzen: In der Redaktion des„Sozialdemokrat", die ja der Henleinpartei schon zwei Lügenlumpen, von denen'sie erst selbst Gebrauch gemacht hatte, überlassen hat, ist-eine Kommission eingesetzt lvorden zum Studium der Frage, ob man dem.Jamerad" nicht einen ihrer Leibtrotzkisten abtretm soll.... ' Angesichts. dieser Auslassung der„Roten Fahne" bleibt uns nur die Vermutung,- daß der Redakteur dort, der diesen. Passus niederschrieb, überwältigt vom bodenlosen Haß gegen die Sozialdemokratie irrsinnig geworden ist. Soll das mit den„abgetretenen" Lügenlumpen und Leibtrotzktsten ein Witz sein? Wenn ja, dann ist er idiotisch. Sollte die„Rote-Fahne",aber mit die» -sen-Bemerkungen die Absicht, haben,, rneue Vecz leumdunhen in die Weltzusetzemdann'wünschest wir dem,, der es zu verantworten hat, rechts und links Ohrfeigen! Schwerer waren die Verletzungen, die er bet der Laböratoriumsexplosiön im Jahre 1934'erlitt;, während sein Assistent Dr. AnassiS den Tod. fand.Kvurde GeorgakopuloS„nur" auf scheußlich, Weise verstümmelt.' Der Luftdruck der Explosion eines kleinen Kessels warf ihn gegen eine Wand; die Trümmer des Kessels trennten ihm ein Öhr ab, durchschlugen seinen rechten Arm.unterhalb des Ellenbogens, zerschmetterten, ihm beide Füße, tzran- gen ihm in. den Körper; bei dem Anprall-an die Wand erlitt er dazu noch einen Schädelbruch und mehrere Rippensplitterungen. Als man ihn ins Krankenhaus schaffte, gab er kaum noch ein Lebenszeichen vost sich; dennoch gelang es nochmals, ihn in.verhältnismäßig kurzer Zeit wieder» herzustellen.' Rur wurde er jetzt zu dech„künstlichen Millionär", denn zu- der Leder-Gummi- Stahl-Linken, die er'bereits hatte,'Und zu seiner Paraffin-Nase bekam er jetzt noch ein Stückche" silbernes Schädeldach und silberste Nippen hinzu. Sein'^neüer Oht"- war eine geschickte Nachahmung aus bemaltem Holz; Prothesen für den rechten Unterarm und,für beide Füße ergänztest/.Liej'Zusammenstellung der- Ersatzteile,- ES .dauerte,' was bei der Schwere d,er- Verletzungen hegreiflich ist,, geraume Zeit, bis alles ausgeheilt bzw,, angewachsen' wär,,.doch dann konnte sich Mehhgn- GeqrgaköpnlöS bewegen, er lernte sogar mit Hilfe von Krückeg ziemlich-schnell, zu.gehen üstd.'.seine Prothesen wie Hände- zu gehrauchen; im" Vorjahre hat, er-auch geheiratet.' Die Öeffentlichkeit ist dieser Tage, erneut aus den.„kÜlfstlichenMillionär" aufmerksam geworden^ das wenige.Echte,da» an- seinem; Körper; bisher Francos Gegenangriffe abgewehrt Madr i d. DerRat für. dir Verteidigung Madrids gab am Freitag vormittags belamit: An der Front am Jarama-Fluß haben die Negi'eriiugsabteilunge» ihre Positionen trotz heftiger Angriffe der Aufständischen gehalten. Die lliegiernngsabteilungen eroberten fiendliche Stellungen im Abschnitt bei Morata de Tajuna. Der Angriff der Aufständischen in der Universitätsstadt ist gescheitert. Ueber den Madrider Vorstädten entspann sich ein Luftkampf, in dem der Feind sechs Jagd- »nd ein Bombenflugzeug verlor; ein RegiernngS- flugzeug wird vermißt. Barer lona. An der Aragon-Front unternahmen die Aufständischen einen Angriff auf einige wichtige strategische Punkte, wurden aber abgeschlagen. Ihre größte Niederlage erlitten sie im Abschnitt von Atontalban. Das Regierungs- konnnuniguee führt gleichzeitig an, daß die Aufständischen an der Südfront schwere. Verluste erlitten haben. In diesem südlichen Abschnitte unternahmen die anfständischen Flugzeuge. einen Anflug,«m den Angriff der aufständischen Abteilungen mit Unterstützung von Danks, Kavallerie und Freiwilligen-Abteilnngen vorzitbereiten, der aber von den Regierungstruppen v o l l st ä n d i g abgeschlagen wurde. „Mornlng Post** neuerlich gegen Henlein London.(Renter.) Die„Morning Post" bringt einen Artikel, in welchem darauf hingewiesen wird, daß sich unter den Forderungen Konrad HenleiuS die Errichtung eines föderalisierten tschechoslowakischen Staates mit voller Autonomie für die deutsche Minderheit befindet. Unter den weiteren Forderungen sei eine neue Außenpolitik in Uebereinstimmmig mit der reichsdeutschen und die Teilnahme der Sudetendentschen Partei an der viegierung. Das Blatt schreibt, daß die A n- nähme dieser Fordern.» gen bedeuten würde, die Tschechoslowakei zu zerlegen und sie D e u t s ch l a» d u n t e r- z u o r d n e n. Mit einem großen Teil Böhmens untee deutschem Einfluß würde die deutsche Armee die Tschechoslowakei beherrsche», die dann, ihrer Verbündete» beraubt, nicht imstande wäre, ernsten Widerstand z» leisten. Dao Blatt verweist ans die Uebertriebenheit dieser Forderungen und sagt, daß sie nicht den Anlaß ernster Erwägungen seitens der tschechoslowakischen Regierung bilden können. Sie kömien eine einzige Wirkung haben, daS Einvernehmen über andere Angelegenheiten zu erschweren, welches die tschechoflowa- tische Regierung zu erreichen bemüht ist. DaS Blatt schließt, daß nach Ansicht Londons Henlein durch die Stellung derartiger Forderungen seiner eigenen Sache schadet. Amerika will Flottenparitat beibehalten Washington.(Reuter.) Der Vorsitzende des MarineanSschuffeS des Senates Walsh erklärte, daß im Verhältnis zum AnSbau der britischen Marineftreitkräfte die Bereinigten Staaten von Nordamerika gezwungen sein werden, zur Ausarbeitung eines neuen Marine- programmeS zu schreiten. Portugal nimmt britische Kontrolle an? London. Es verlautet, die portugiesische Delegation haben die erforderlichen Weisungen erhalten, den britischen Kompromißvorschlng anzunehmen, demzufolge 50 bis 60 b r i t i s ch e Funktionäre zur Ausübung der Kontrolle entsandt werden sollen, denen die portugiesische Negierung bei ihrer Aufgabe behilflich sein wird. Sdineeberichte unserer Schutzhütten AtuS-KreiSHeim Zinnwald:—2 Grad, 10 Jim. Neuschnee, Schneefall, belvölkt, Windstille. Morbachhütte Mückenberg:—8. Grad, gleichmäßige Schneedecke, Schneefall, Windstille. RatstefreundehauS Rollendorf:—8 Grad, 80 Ztm. Schnee, Ski, und Rodel möglich, vereist, Südwestwind. Keil berg:—6 Grad, 75 Ztm. Alt», 5 Ztm. Neuschnee, Pulver, heiter. Pytzer:—2 Grad, 160 Ztm» Schnee, verharsch«, Nebel.. O Vierzigprozentiger Bevölkerungsrückgang in einer ErzgebirgSstadt.'FUr-die Hilfsbedürftigkeit.......... des Erzgebirges bieten die BevölkerungSzifsern Motivenbericht führt ausdrücklich an, daß man die besten Beweise, Die Stgdt Preßnitz— nur jene tatsächlich werde in die Ersatzreserve ein» Sitz einer Bezirksbehörde— zählte kurz vor dem reihen können, die nach dem neu. festgesetzten Kriege 5400 Einwohner. 2m Jähre 1020 waren Kontingent als überzählig zu betrachten sind. Der Künstliche Millionär Ein Rekord In Operationen Athen, Mitte Feber. ' Stephan GeorgakopuloS, Millionär und Kriegsinvalide, Mehrfacher. Hausbesitzer in Athen, Familienvatet,-kommt im äußeren, Austau seines Körpers den HomuNeuloS-Robot-Phantasiegestal» ten technischer FilMe sehr nahe.■ Er hat den Beinamen künstlicher Millionär", und den Ruf eines künstlichen Menschen-genießt er mit Berechtigung, denn er ist,in kaum glaublicher Meise von d.est Chirurgen zusammengeslickt Md mit„Ersatz- Mckest"-versehest-wPden.-:. ,7 Bei zwei Gelegenheiten büßte GeorgakopuGS wesentliche Bestandteile Fines Körpers ein und wurde darüber hinaus fast', in Stücke gerissene Während- des- türkisch-griechischen Kriege» schlug eisteGrängte in den Teil des Schützengrabens ein, in dem er. sich gerade! aufhielt; und bei einer Lä» boratoriumsexplosion sin seiner chemischen Fabrik am Piräus würde eö'außerordentlich schwer verletzt/ Die'-Granate friß ihm- die-linke.Hand fort uhd-defo'ömiette seine Rase.. Trotz-der/ Schwere der Verwundung war er aber bald Mieder herge» .stellt; schön j'm Feldspital gab man ihm eine künstliche„Linke aus Leder, Stahl und Gummi;-der Rasenreft würde ihm später In Athen entsernt/und durch eiste neue Nase aus Paraffin ersetzt; /der „kosmetische Chirurg" hatte so geschickt gearbeitet, daß auch bei genauerer Betrachtung GeorgakopuloS seine falsche Nase sticht anzusehen war. «le Herr K. H. Frank BUcher fabriziert Prag. Am Freitag setzte das Abgeordnetenhaus die Debatte über den Staatsrechnungsab- schluß für 1085 fort und vertagte sie dann abermals auf.die.nächsste.Sitzung, die für Donnerstag, den 25. Feber, um 11 Uhr früh anberanmt ist. Der tschechische Sozialdemokrat Benda wandte sich gegen gewisse Bestrebungen, das Genter System mit Forderungen anderer politischer Parteien' zu junktimieren, weil ein politischer Loskauf der Ar» beitSlosenfürsorge untragbar sei. Gleichfalls untragbar fei der Antrag, die Hälfte der Unterstützung abarbeitrn zu lassen.' Bergmann(Nat.-Soz.) befaßte sich vorwiegend mit Personalfrage» und mit der Auflockerung der Gehaltskürzungen der Staatsangestellten. Dr. Neumann(Nat.-Toz.) beschäftigte sich eingehend mit den Propagandamethoden der Henlein- leute im Ausland, und zwar an dem konkreten Beispiel des Buches„Su d e t e n d eu tsck tum in Kampf. und Not", das der SdP-Abgeordneie K. H. Frank, der doch selbst in Karlsbad einen eigenen Verlag hat, in einem r-eichsdeutschen Verlag in Kassel erscheinen ließ. Die Bilder aus diesem Buch wurden für eine reichsdeutsche Propagandaschrift.200.000 Sudetendeutsche zuviel!" verwendet, da» ein Herr Kurt V o r b'a ch zusanunengestellt hat. Als Dr. Neumann sich in scharfer Kritik dieses Buche»-erging, kam es wiederholt zu heftigen 8 u f a mm e n st ö ß e n zwischen den SdP-Leuten und soziakistffchen Abgeordneten. Dr. Neumann zeigte vor allem auch eine Gruppe von Bildern an» diesem Buch vor. welche nach seinen Worten von der ’jll n-fe-tvorfit ä fsini t rtB c i t und auch von der Naivität" Zeugnis ablegen,.mit der sie ausgesucht, worden sind. Als letzte Rednerin kritisierte die Kommunistm Hodinova die Verteilungsmethoden der„Sudetendeutschen VolkShilse" und brachte allerhand Material über die erbärmlichen Schundlöhne, die SdP-Unter- nehmer den Volksgenosse» und Volkrgenossinnen zählen. .rungen. Der Obmann der Bundesrechtsschutzstelle,! es noch 4824 Menschen. Heuer, 1987, hat Preß- Dir. Katschinka, Brünn, sprach zum dro- 1 nitz nur noch 2800 Einwohner. Die Bevölke- henden Verlust« zahlreicher Schulen und Schul» i rungSzisfer in dieser Stadt ist also im Laufe von blassen infolge des katastrophalen Schülerrück» i 28 Jahren um rund 48 Prozent zurückgegangen, ganzes. Die Schulbehörden werden ersucht, ein» Die Unterernährung unter der Schuljugend ist so 'klaffige Schulen überhaupt nickt aufzubeben und'—” Seile 1 Samötag, SO. Feber 1037 Nr. 44 Arabische BatterieschUtjen In Stellung ' Ein Bild von dem großen französischen Wintermanüver im Gebiet von Hochsavoyen. JciAesneuigLeiten. eine Gefahr für den Unterricht In der Jänner-Sitzung des böhmischen Landesschulrats hat der Beisitzer Dr. Straus; eine Angelegenheit zur Sprache gebracht, die all« gemeines Interesse verdient. Es handelt sich dar» um, daß in dec letzten Zeit einer galten Reihe deutscher Schulbücher die Approbation entzogen lvurde. Insofern diese Maßnahmen politische Gründe haben,’ die darin gelegen sein können, das; diese Schulbücher in einem Geiste gehalten sind, tvelcher dem demokratischen Charakter der Tschechoslowakischen Republik widerspricht, wäre dagegen nichts cinzuwenden und die Entfernung solcher Bücher aus dem Schulunterricht zu begrüßen. Es handelt sich aber vielfach um Schulbücher, die jahrelang in den Schulen in Verwendung standen und deren Gebrauch nun das Schülmini- stcrimn— ohne Angabe von Gründen— verboten hat. Ein solches Verbot hat nun auch eine wirtschaftliche Seite, die nicht über« sehen werden darf. Durch die Abschaffung von drei Schulbüchern, wurden allein im Orte W e- lelsdorf, Bezirk Braunau, dec Ortsschulrat sowie die Ellern um 12.846.20 KL geschädigt. (Boi; den verbotenen Schulbüchern befanden sich im Besitz des Ortsschulratcs solche im Werte von KL 2609.16 und im Besitze der Schüler von KL 9647.06). An der Knabenbürgerschule in LandS- kron entstand aus diese Weise ein Schaden von 0489 KL(davon allein 2295.10 KL in der Armenbücherei). In anderen Orten wurden Qrtöschulausschüsse und Eltern noch um größere Beträge geschädigt. DaS ist heute keine Kleinig« leit, denn eS haben weder die Geineinden Geld, um große Anschaffungen von Schulbüchern zu tätigen, noch haben die Eltern der Schüler infolge der noch immer schlechten wirtschaftlichen Lage im Randgebiete die Möglichkeit, ihre Kinder entsprechend mit neuen Lehrbüchern auszustatlen. Dadurch entsteht di« Gefahr, daß dieK Inder nicht genügend Lehrbücher in dieHandbekommen, wodurch der Unterrichtsersolg gefährdet wird. Der angeführte Vorgang widerspricht aber auch dem Erlaß des Schulministeriums vom 6. Dezember 1982, wo dargelegt wird, das, bei Ber- lvendung von Lehrbüchern eine gewisse Stetigkeit eintreten soll, mit Rücksicht auf den Unterricht und um die Bevöllerung wirtschaftlich nicht allzusehr zu belasten. In dem Erlaß heißt eS weiter, daß Schüler selbst in den Büchern Textberichii- güngen vornehmen können, sofern dies notwendig ist und daß insbesondere Schulbücher, die für mehrere Lehrjahre bestimmt sind, beim Aufstieg der Schüler nicht auszuwechseln sind. Auch die Verfasser der Bücher und die Verleger werden durch die Praxis des Schulministeriums schwer geschädigt— die Folge davon ist, daß die Verleger sich allmählich von der Herausgabe deutscher Schulbücher zuriickzieheuk Aus Grund dieses Tatbestandes haben die den Regierungsparteien angehörenden Mitglieder der deutschen Sektion des böhmischen Landesschulrats Jllner, Dr. Strauß, Köhler, Spatzal, Dr. Ritter, Dr. Remiger, sowie oer Vertreter der Mittelschullehrer Dr. Steiner einen Antrag eingebracht, das Schulministerium möge gestatten, daß der Widerruf der Approbation gewisser Bücher erst von einem späteren Schuljahre an Geltung habe und daß die bis dahin notwendig erscheinenden Textänderungen unjpr Kontrolle der Lehrer vorzunchmen sind. Eifersuchtsmord. In der Florian-Straße in Ääschau erschoß der 24jährige Automechaniker Desidcr B e n d i L e l in der Nacht auf Freitag seine Geliebte, die 24jährige Tochter eines wohlhabenden Bäckers, Emilie Eliaöovä, welche in der genannten Straße mit einem anderen Manne eine Zusammenkunft hatte. BendiLel bestieg gewaltsam hinter der Eliaöovä das Automobil, in welches sie in der Florian-Straße einstieg, zog den Revolver und schoß sie mitten ins Herz. Die Eliaöovä ist mif dem Transport ins Krankenhaus gestorben. Der Mörder befindet sich in der Hast der Pölizeidirektion in Kaschau. Collin Roß— abgeblitzt. In der Vorwoche wendeten wir uns mit aller Deutlichkeit dagegen, daß solchen Leuten wie Collin Roß das Reden in der demokratischen Republik erlaubt werde; denn dieser bekannte Reiseschriftsteller hat das Ansehen, das er in der deutschen wie in der internationalen Oeffentlichkeit genoß, dazu mißbraucht, um diS braune Tyrannis zu verherrlichen. Und letzthin hat der mit dem jüdischen Haus Ulkst e i n ertragreich versippte Hitler- Knecht von Spanien aus mit dafür gesorgt, daß zugunsten Francos alle möglichen Lügeiunel- dungen über die Volksfrontregierung und Wer die Milizen in die Well gesetzt wurden. Weil uns dies alles bekannt war und weil etliche sudetendeutsche Städte, voran natürlich Asch, Vorträge Collin Roß' mit dem besonderen Hinweis darauf ankündigten, daß er auch über Spanien reden werde, warfen wir die Frage auf, ob denn niemand Adolfs Knecht am Auftreten bei uns hin- dem werde. Nun, die Frage wurde zu unserer Befriedigung beantwortet.. Donnerstag abends sollte Roh in A s ch seinen ersten Vortrag halte». Sa als er von Deutschland her im engeren Reiche Henleins cintraf, muhte er erfahren, daß inzwischen das Landesamt die Bewilligung seines Vortrages zurückgezogen hattet Da ihm dasselbe Schicksal jedenfalls auch in den anderen deutsch-böhmischen Orten passieren wird, in denen man ihn als Bor« tragenden annonciert hatte, wird dem Roh erfreulicherweise nichts anderes übrig bleiben, als die demokratischen Weidegründe möglichst rasch wieder zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wohin er gehört. Die Bremsen versage». In Brüssel geriet ein Lastkraftwagen, der mehrere Tonnen Papier geladen hatte, auf einer abschüssigen Straße infolge Versagens der Bremsen ins Rollen und stieß in voller Fahrt gegen eine Reihe von Kraftdroschken, die auf ihrem Standplatz parkten. Vier Personen wurden getötet. Schwerer Manöver-Unfall. Nach einem Funkspruch des Oberkommandanten der amerikanischen Flotte ereignete sich an Bord des Schlachtschisfes «Wyoming", das jetzt als Schulschiff dient, in einem Geschützturm eine Explosion, bei der ein Kapitän und fünf Mann der Besatzung getötet wurden. Zehn Mann wurden zum Teil schwer verletzt. Die»Wyoming" nahm an den Manöver» teil, die gegenwärtig von dem gröhten Teil der amerikanischen Pacific-Flotte vor der Insel San Clemente stättfinden. Optische Linsen auS— Kohle. 4000 Jahre lang hat das Glas keinen Rivalen gehabt, aber jetzt, nach nur fünfjährigen Versuchen, geht man in England daran, sich nicht nur von der ausländischen Einfuhr optischer Linsen, sondern auch von ihrer Schleifung aus Glas unabhängig zu machen. Die Imperial Chemical Industries führten den Sachverständigen aus Heer, Marine und Luftwaffe soeben die aus„P e r s p e x" hcrgestellten Linsen vor. Das ist eine Art Kunstharz, erzeugt aus Nebenprodukten von Kohle mit— Luft und Wasser. Das Material ist glasklar und unzer- ü r e ch I i ch, so daß eine daraus hergcstellte Linse nicht einmal zerbricht, wenn sie auf Stein fällt. Diese Linsen kosten einen Bruchteil der gläfemen, zumal sie nicht mehr tagelang geschliffen, sondern in Minuten aus einer Perspexplatt« einfach herausgeschnitten werden. Gröbere Gegenstände werden sogar nur gegossen. Die Führersitze der neuen englischen schiiellfliegenden Bomber werden einen durchsichtigen Schubschild aus Perspex erhalten. Bisher wurden 90 Prozent der benötigten Linsen aus dem Ausland nach Groß- Ei« schöne» Bild Zahah Leanders au» ihrem ersten Film„Premiere", der demnöchft I» de» fudetendentschen Kinos zu sehen sein wird. britannien eingeführt. Nun macht man sich davon unabhängig und hat Deutschland auch den Vorsprung in der Ersetzung des Schliffs durch Schnitt oder Guß abgelaufen,(bn) Wie bei den Menschen. Der Polizeikommiffar des vornehmen Nonceau-Biertel» in Pari» erhielt vor einigen Tagen den Besuch eine» furchtbar erschrockenen kleinen Jungen, der dringend die Polizei in die Wohnung seiner Mutter holte. Diese, Madame Lecomte, hatte sich mit ihrem zweiten Sohn in einem Zimmer der Wohnung emgeschloffen, während die Wrigen Räume ein großer Mandrill demolierte. Da» Tier ist vor 16 Jahren von Monsieur Lecomte au» Afrika mttgebracht worden und bewohnte«inen großen Käsig— der Affe ist fast anderthalb Meter groß? In der Regel war er so zahm, daß er sich in der Wohnung bewegen durfte. Aber ab und zu bekam er Anfälle und Ivar dann nur schwer zu bändigen. An diesem Tage half kein gütliche- Zureden, der Affe wbte, schlug alle» kurz und klein und bedrohte seine Herrin. Der Kommissar wagt« sich nicht In die Wohnung, holte da» lkeberfallkommando, und es gelang einem halben Dutzend von Beamten endlich, den Affen in seinen Käfig zurückzujagen. Da» Kier wurde zur Strafe in den Zoologischen Garten gebracht, wo e» hinter Gitter« für feine Missetaten büßen soll. Familie- Lecomte wird jetzt weinend jeden Sonntag In den Zoo pilgern, denn Mutter und Kinder versuchten flehentlich, die Polizei von der angeordneten Haft für ihren Liebling abzubringen.— Wie schön wäre es, wenn tobsüchttge Völler auch so rasch und gründlich gebändigt würden! Ein Ketienbrics-Experiment. Der Professor Loortt» von der Universität Dorpat,- der sich al» Ethnologe insbesondere dem Studium de» Aberglaubens bet primitiven üttd zivilisierten Böllern widmet, bat jetzt ein sehr interessante» Experiment durchge- führt, dar die Verbreitung der Aberglauben» auch in gebildeten Kreisen beweist. Er ließ Kettenbriese anfertigen, die an alle Professoren und Dozenten der Universität Dorpat verschickt wurden, und in denen, wie bei diesem Unfug üblich, von den Empfängern gefordert lvurde, sie sollten den Brief nemunal abschreiben und verschicken, weil im Falle einer Unterbrechung der.Kette" ihnen Gefahr drohe. Die sorgfältig« Untersuchung ergab, daß 90 Prozent aller Briefempfänger sich genau an die Regeln der Kettenbriefe gehalten haben, weil offenbar auch Gelehrte diesen« Aberglauben verfallen sind. Dl« fenttvr«ntak« Räuberin. Die junge Fra», welch«, wie gemeldet, in New Noöt in dem Augenblick verhaftet worden war, al» sie den Kassier eine» Bolk»restaurantS mit dem Revolver bedrohte, und von ihm den Inhalt der Kasse forderte, wurde von ihren Eltern erkannt. Cs kam vor dem Untersuchungsrichter zu. einer ergreifenden Szene. Er handelt sich um die ehemalige Lyzealstudenttn Nellie Gutowska, welche seit dem Jahre 1982 vermißt wurde und deren Eltern der Meinung waren, daß sie tot sei. Nellie geriet im Jahre 1982 auf die Bahn de» Verbrechen». Da e» ihr nicht mehr möglich war, ihre Identität zu bestreiten, sank st« vor ihren Eltern auf die Knie und bat' sie und den Richter um Verzeihung. Sie wurde in da» Frauengefängni» gebracht und wird sich wegen einer groben Zahl von Straftaten zu verantworten haben. In Genf ereignet« sich äu» unbekannter Ursache in.per Käbine einer Baggermaschine auf dem Platze eine» Neubauer«in« Explosion, wobei«in technischer Beamter getötet, zwei Ingenieure und«in Techniker schwer verletzt und zahlreiche Passanten leichter verwundet wurden. In der ganzen Umgebung wurden einige hundert Fensterscheiben zertrümmert. Der CSR-Pavillen in' Pari».-Freitag fand auf dem Baugelände der Pariser Ausstellung dir Feier der Grundsteinlegung für den tschechoslowaki- ' scheu staatlichen Au»st«llung»pavillon statt. Der Feier wohnten bei: von französischer Seite der Bene« ralkommiffär der Ausstellung Labbk mit den Aus» stellungskommiffären, Vertreter der. Ministerien fü>, Aeußere», Handel und Volkscrziehung sowie andere Persönlichkeiten, hon tschechoslowakischer Seit« Gesandter Dr. Osuskh mit dem"Personal der Gesandt schäft und de» Generalkonsulate», der Vertreter del Ministerium» für öffentliche Arbeiten Sektionsrat Volkskommissar Ordschonikidse gestorben Moskau.(Taß.) Nach einer Mitteilung der Regierung ist Donnerstag um 17.80 Uhr der Bolkskommissar für Schtverlndustrie und Mitglied des Polit-Büro» de» Zentralkomitee» der Kommunistischen Partei der ADSR, Grigorij Konstantinowitsch Ordschonikidze. in seiner Wohnung im Moskauer Kreml an Herzschlag gestorben. Grigorij Konstantinowitsch Ordschonikidze wurde im Jahr« 1886 in Georgien geboren. Seit 1908 war er in der kommunistt» schen Bewegung tätig, wurde mehrmals verhaftet und schließlich verbannt, konnte jedoch über Baku und Persien nach Paris entfliehen. Bor dem Krieg'« weilte er auch in Prag, von wo er heimlich nach Rußland zurückkehrte. Hier wurde er jedoch wegen umstürzlerischer Propaganda abermals verhaftet, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und zur Strafverbüßung nach Jakutsk verbannt. Mit Ausbruch der'russischen Revolution im Jahr« 1917 wurde er in das revolutionäre Jakutsker Exekutiv-Komitee gewählt, ging aber bald in das europäische Rußland zurück und wurde als Sv«» zialkommissär für die Ukraine, Südrußland und den Nordkaukasus nach Moskau berufen. Er bekleidete verschiedene wichtige Funktionen, wurde im Jahre 1926 al» Präsident in da» Zcntral- Kontrollkomitee in Moskau berufen, ebenso wurde er Mitglied de» Zentral-ExKutlvkomiteeS der USSR und außerdem erfolgte seine Ernennung zum Bollskommiffär für die Schwerindustrie. Ordschonikidze war einer der engsten Freunde Stalin». Ihm zu'Ehren wurde im Jahre 1981 die Stadt Wladikawska» in Ordschonikidze umbenannt. Jng. Ncdvkd sowie zahlreiche Au»st«llung»kommiffärr i fremder Staaten, Journalisten, Freunde der Tsche» chosioivakei und schließlich zahlreiche Angehörig« der tschechoslowakischen Kolonie in Pari». Der tschechoslowakische AuSstellungl-Generalkommissär Professor Krimät war nicht erschienen und hatte-in Begrüßungstelegramm gesandt; er war bei der Feier durch | Legationsrat Dr. Cerny vertreten. Der tschechoslo- , wakifche staatliche Pavillon wird in der Näh«' der I tschechoslowakischen Gesandtschaft und de» Eiffelturmes an der Seine am Ouai d'Orsay bei der Jena- ! Brücke stehen. Der Pavillon ist«in Werl der L«hi- tckten Krejcar und Kejk. Die Eisenkonstruktionsarbeiten besorgt da» Witkowitzer Eisenwerk. Der erst« tschechoslowakische Hifioriker-Konzrefi findet heuer in der ersten Maiwoche in Prag statt. | Der Umftaüd, daß vor 100 Jahren Pakackh»„Ge- I sichte von Böhmen" und Sasakll»„Slawische Alter« i tiimer" erschienen sind, verleiht dem Kongreß shmho» lischt Bedeutung. Der Kongreß fällt aber auch in da» . Jahr, in dem zum ersten Mal di« Persönlichkeit Josef I Pekaks fehlen wird. Da» Kongreß-Programm zerfällt in«inen ideologischen, organisatorischen und pädagogischen Test und gegen 80 Gelehrt« mit Prof, Dr. Susta an der Spitze werden Vorträge halten. Für den Kongreß gibt sich nicht nur in Fachkreisen, so insbesondere unter den Mittelschulprofessoren, son« I dern auch in der breiteren Oeffentlichkeit Interesse kund. Anmeldungen zur Teilnahme werden noch bi» 1 zum Ende diese» Monat» entgegengenommen und ‘ sind an die Kongreß-Kanzlei in Prag kl, Smetanovo nämisti 66, zu richten. Verschiedene Begünstigungen,, wie ermäßigte Bahnfahrt, billige Unterkunft, Exkursionen u. dgl. sind vorgesehen. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Freitag-Ziehung der dritten Klasse der 86. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen:. 140.000 K6 Los Nr. 48.849. 70.000 Kfi Los Nr. 7142. 20.000 Kfi die Lose*Nr, 2697, 22.138, 109.024. 104)00 KO die Lose Nr. 6096, 7881, 19490, 58.486, 63.407, 66.943, 108.256. I 6000 Kfi die Lose Nr. 4606, 10.699, 13.449, 18.162, 27.898, 81.866, 82.897, 88878, 841578, , 60.084, 55.078, 69.829, 66.630, 86.982, 91.1<0, 96.807, 98.847, 104.822. 2000 Kfi die Lose Nr. 1826, 4309, 4899, 6720, 7657, 18.808, 21.049, 26.643, 88.472, 38.527, 86.786, 86.016, 86.654, 87340, 87.766, 37.961, 40.048, 47.888, 48.480, 60.006, 61.419, 61.446, 62.298, 68489, 66.285, 66.461, 65.906, 68.001, 71.904, 78.897, 74.600, 76.728, 76.996, 79092,> 80.442, 82.801, 84.106, 89.144,. 89.386, 92.854, 101.031, 101.205, 102.456, 108.711, 104.186, 104.382, 107.140, 107.268, 112.488, 79.781 usw.> VomRundfunk CMpfeNofiswerte» um Um PrognMmow Sonntag Prag, Sender I: 8.00: Konzert au» Karlsbad. 9.20: Englisch-Kur,.10.06: MuZik-Salonquartett. 16.80: Schallplattenkonzert. 17.00: Uebektragyng au» Argenttnien: Symphonische» Konzert. 17.80: Deutsch« Sendung r Bericht von der Arteiter-Olpm» Piave au» Johannistad. 17.45: Junkwochsmkchwl- 17.55: Uebertragung des Orchesterkonzepßt» äu» Brünn. 18.55: Deutsch««reffe.-20.05: VII. Konzert de» tschechoslowakischen Rundfuiik», Dirigent Jirak. 22.80: Schrammelmusik. Pre», Sender II: 14.30: Deutsche Arbrttersendunai’ JotannSwrchr Wehrhafte Demokratie. 14.45, AM stillen Herd-zur Winterszeit, Programm für iedermann.— Brguu: 9.20: Klavier-Trio. 17.55: Deutsche Sendung: Jubiläumskonzert zum zehnjährigenBeftgnd de» Brünner deuffchey Rundfunk».— Prehharzr 11.05: Slowakische Musik. 15.80, Salonorchester.— Kascha« 10.25: Schallplattenkonzert. 12.45: Rundfunk- orchcsterkonzert» Nr. 44 SamStag, SO. Feier 1037 Seite 8 WKstvirtsekaft und Soaialpolitifc Gespräch von den nächsten und letzten Dingen Aus einem„Gordon"-Drama - In der Sitzung des landwirtschaftlichen Ausschusses des Abgeordnetenhauses am 17. Feber erklärte Herr Landwirtschaftsminister Dr. Zadina, datz die Verwaltung der Prager Schlachthöfe beschlossen hätte, an die Regierung das Ersuchen zu richten, sie möge den Auftrieb auf den. Prager Schlachthof so regulieren, daß die Preise möglichst stabil erhalten werden.. Der Stadtrat konstatiert hiezu, datz weder der Verwaltungsrat, noch die Preis» und Berfor- gungökommifston, noch der Stadtrat ein solche- Gesuch an die Regierung gerichtet haben und dass im Gegenteil dir Stadt Prag sich bei der Regie» rüng stets flir den freien Handel mit Vieh' und Fleisch eingesetzt hat,'»m eine Senkung der Vieh» und Fleischpreise hrr-eizuführeu und datz die Stadt Prag aus Besorgnis vor einer Erhöhung der Fleischpreise alle Anträge- auf Errichtung eine- LiehmonopolS aögelehnt hat und ablehnt. Trotzdem ist es gelungen, den Mesfepalast in seinen 18 stsnippen mit erstrangigen Firmen, diesmal voll zu besetzen. Für die Exportgruppen wurde eine breite Sonderwerbung durchgeführt, die am besten die starke Beteiligung widerspiegelt. Ein Sonderprospekt für die Glasindustrie ladet die ausländischen Einkäufer, die diesmal. in besonders hoher Zahl erwartet werden, zum Besuche der größ- ten EinkaufSplaheS für böhmische» Gla» ein. Der Prospekt für die Porzellanindustrie überzeugt, datz dieser Zweig sowie Steingut und Feinkeramik geschlossen auf der Messe vertreten ist. Ein wirksamer Spielzeug-Prospekt weist darauf hin, datz e» im Messepalaste tausende von verschiedenen Spielsachen. gibt; eine weitere Werbeschrift ist der Textilindustrie mit Betonung der Wäsche-, Strick- und Wirlwarenbranche gewidmet. Eine Eonderwerbung ist auch der Gruppe der Haus- und Küchengeräte, der Ledergalanterie und der S ch u h i n d u st r i e gewidmet. Branchen, die auf der kommenden Messe wieder in starkem Umfang« vertreten sein werden. Erstmals wurde auch für die T e ch n i.s ch e M e s s e, die diesmal bi» auf den letzten Stand voll besetzt ist, «ine Soiiderwerbung aufgezogen. An der Exportmesse nimmt die»mal auch Baka teil, der in drei Ständen seine Au»suhrartikel zeigen wird. Im Programm der Messe kommt den Expositionen der Königreiche Jugoslawien und Rumänien In der Sitzung des Prager StadtraiS am Frkltag wurde«in Protestmemorandum an die Regierung beschlossen, in welchem gegen den Plan eines Viehmonopols entschieden Verwahrung eingelegt wird. Der Stadtrat lehnt den Entwurf des Monopols mit der Begründung ab, datz dadurch die- Finanzen der Stadt und die Existenz von Arbeitern und-Gewerbetreibenden nachteilig betroffen werden würden. ES heißt in der Entschließung weiter: „ES ist sicher, daß ebenso wi« bei der Regulierung auf andern wirtschaftlichen Gebieten, auch die Reuordnung der Bewirtschaftung der klerischen Produktion ein«.Verteuerung deS Fleisches und der- Selchwaren mit allen ungünstigen Auswirkungen für di« vertraachermassen nach sich ziehen würde."- >In einem Nachtrag zu dem Memorandum erklärt der Stadtratr (Power und der erste Mrsit-Zögling kommen, dieser aufläppische Weis« europäisch gekleidet.) -Powerr Junger. Mann, btnattvorten Sie mir mal paar Fragen. Aber aufrichtig. And reden Die wieein Mensch von dieser Welt,, nicht wie ein« betagt« Schallplatte. Erster-ßgiingr Vern. Power, Sie.sind kn diesem Hause nicken dielen andern Student der islamischen Theologie. Wie wurden Sie dal? Erster Zögling: Ich fühlte mich UberWssig und, iyollt« mich nützlich erweisen. Powerr Darumziehen Sie sich an, datz'di«. Hühner schluchzen? Erster Zögling: Am einen dezenten, bescheidenen und gut.bürgerlichen Eindruck zu erwecken.- ' Power: Glauben Sie, datz Ihnen da» gelungen ist?- Erster Zögling: Nein. -Power: Warum tun.Sie t» dennoch? "Erster Zögling: Weile» üblich kstzi Und weil ich- sonstfhinäulflieg«. Prager Nessa lm Zeichen des Konlunkturaufstlegs Reiche« Programm der 34. Veranstaltung Prag. Bei dem üblichen Presseempfang anläßlich der bevorstehenden Prager Frühjahrsmesse gab Präsident K»m.«Rat Rudolf Barta eine Vorschau auf di« kommende Frühjahrsmesse. Er führt« tm wesentlichen au»: Die vom 7. bi» 14. März stättfindende 84, Prager Messe fällt diesmal in einen Zeitabschnitt aufstrebender W i r t s ch a f t» e nt< Wicklung.. Ausgabe dec Mess« ist er heuet ganz besonder»,«inen Beitrag zur Beschleunigung und Beriiefüng.de» Gesundungsprozesse» zu liefern..Die Frühjahrsmesse trägt bereit» deutlich« Zeichen de» Ktznjuntturaufstieg«». DI« Beschickung der bevorstehenden Mess« ist stärker al» di« der früheren Veranstaltungen und vor»sseut ist eine weiter- Erhöhung in dir Qualität der Aussteller«ingetreten. Fr-ilich hat die vpllbe- schäftigung in. einigen Industriezweigen di« Ausstellerwerbung«st nicht erleichtert: Es könnten entsprechend der gebesserten Lag« noch besser« Ergebnisse«r- zielt-werden, wenn nicht in einig«» vollbeschäftigten Betriebe» die falsche MeinjNjtg bestände, datz eS.hjti guter Augenblicksbischästigung nicht nötig sei, Borberestungen für hie- Zukunft zu tttfsist. Auch-die" u n'r t ch t i ge?küffa s s u ng d e» K'ar« tellg edankenS wirkte öft bremsend, ,--Ük'.'ji. Die Arbeitslosigkeit Im deutschen iiiid im tschechischen Gebiet '.- Nach den„Mitteilungen deS Deutschen HauptverbandeS der Industrie" waren Ende Jästner in der ganzen Republik von 1000 Einwohnern 4S.4, in den deutschen Gebieten(mit mehr al» VO Prozent deutscher Bevölkerung) 77.7 und in den tschechischen Gebieten 8S.V, von 1000 Berufstätigen in der ganzen Republik 102.2, in den deutschen Gebieten 183.8 und in den tschechischen Gebieten 86.8 arbeitslos. 100 Arbeitslosen in den tschechischen Gebieten entsprachen Ende Jänner 211 Arbeitslose In den deutschen Gebieten. Prag gegen ein Viehmonopol Polemik des Stadtrates gegen den Landwlrtschaftsmlnister Power: Wann werde» Sie endlich sterben? Erster Zögling: Wenn ich mich so vollkommen an die Anforderungen de» Tage» angepatzt haben werd«, datz kein Mensch mich mehr bemerkt. Power: Sie werden also gerade dadurch her» auSrutschen, daß Sie sich krampfhaft anhalten. Weshalb haben. Sie dann solche Angst, hinauszufliegen? Erster Zögling! Weil ich nie recht drin wär, und nie recht draußen. Power; Warum-sehen Sie. so beklemmend lllni« merlich au»?. Erster Zögling: Weil ich die Leut« erbauen soll, klber in Grenzen. . Powerr Ihr Fnstitutrleiter, Herr Scheich Solei- man, ist«in ehemaliger, ausgesteuerter, ägyptischer Dragonerunteroffizier."Warum erzog er Sie in dieser Weise? Erster Zögling: Aus?lbscheu vor seinem früheren Berus. Der darin bestand, seine Heimat türkisch zu machen. Ferner au» anerzogenen Gehorsam gegen die Methoden diese» Berufe». Endlich au» echter Sorge, mich so lenksam zu machen, datz ich, wie immer die Dinge hier enden, für den Mahdi wie für England-in gleicher Weise verwentdar bleib«.— Mein ikhef kann die Bücher nicht lesen,, die ich unter seiner Leitung durcharbeite, klber er ist kein gewöhnlicher Feldwebel. Sondern ein interessanter Mensch, melancholisch und rebellisch zugleich. Er möchte glle Menschen zerbrechen, um sich selbst wieder gut zu machen. Power: Solche Erziehung-grundsätze hat Ihr Ehef nicht durchaus. Erster Zögling: Er behandelt«ns individuell. Sehen Sie sich, zum Beispiel meinen Kollegen an, der dort durchtzie Baumwollkulturen kommt. Dir nenne» ihn immetnür:Bubi mit demPolizeiblick... . Powerr Und er fühlt sich geschmeichüt. -Erst« Zöglia,: Er ist auch wer. Power: Der ist überall al» männlicher Mannequin, Betriebrdetektw und- gegebenenfalls auch al» Rausschmeißer gleichzeitig verwendbar. , Erft«. Zögling: Man spart cklso. gleich zwei Kräfte ein. Pow«: Thpen dieser Art-muß man allerdings Wie"ein roh« Ei behandeln..Sobald da» an seiner Gottähnlichkeit zweifelt,, wird e» dienstuntauglich. Erst« Zögling: E» ist billiger,.einen. Burschen Überzuernähren, als drei notdürftig. (Der zweit«, Zögling geht unnahbar,- grußlos und - pulenschön übern Hof ins Haus.). Power: Damit die Drei nicht Krach machen, sind Sie da? Dir bringen die Diskussion«ine»- enttäuschten liberalen Journalisten mit einem opportun!-^ stisch getvordencn Theologen der nationalen Revolution über Propaganda und Lebens- stil. Da» Bruchstück entstammt einem Drama, über— heute wieder sehr aktuelle—«na-. . lischt Kolonial- und Lrlandpolitik der achtziger Jahre: über da» Schicksal bon etwa einem Dutzend- Personen, eingesperrt zlvischen chauvinistische Skrupellosigkeit und schemhumanitäre Herzensträgheit. Verschleppung, Gewissen-Verstopfung.. Der Autor— ein sudewndeutscher' Schriftsteller von starker Eigenprägung— stellt beide, in ihrer falschen Taktik und ihrem mangelnden Takt, mit gleichem Willen zur Objektivität dar. Er lernte beide so gründlich- kennen, daß er un» bittet, von der Nennung seine» Namen» abzusehen. Da» Stück stellt in engstem Anschluß an die wirkliche Geschichte dar, wie der europäische und koloniale Nationalismus seine treuesten Bekenner aü» schlechtem Gewissen umbringt; und wie der Formalpazifismus au» Bequemlichkeit, Spekula- tion, Geiz und Gedankenlosigkeit seine Geschäftsführer heilt schlecht autsucht, teil» im Stich und verkommen läßt. Wie au» dies« passiven Asozialität und jener aktiven gemeinsam Katastrophen entstehen, wird mit dem Willen daraestellt,- au» ihnen zu lernen, damit sie sich nicht immer vergeblich wiederholen, müssen. Di« Beziehung de» TbemaSzuunsererZei t wird man unschwer«kennen. besondere Bedeutung- zu; damit ist ersftnalig eine A u» st e l l u n g der Kleinen En t e n te verwirklicht worden, da sie al» geeignete Grundlage flir«ine weitere Auswertung und Vertiefung des gegenseitigen Warenaustausches betrachtet werden kann. Die beiden Expositionen werden auch für den Fremdenverkehr werben. Aus diesem Grunde wurde die Ausstellung in-die Fremdenverkehr»- S ch a u eingefügt, in der da» Handelsministerium, die westböhmischen Kurorte, da» Eisenbahnministerium, die französischen Bahnen u. dgl. sowie Südafrika ausstellen werden. Im Messepalaste wird als Sondergruppe dl« dritte Fachmesse„Photo— Kino—-Optik" wiederholt werden, die trotz der Schwierigkeiten (Photographierverbot, Devalvationsstritt« mit Auslandsfirmen etc.)- eine kräftige Ausstellerzunahme erfahren hat. Die SonderveranstaltUngcn de» Alten AuSstellunggelände», da» bisher mehr im Mittelpunkt de» Inlandsinteresses stand, sind diesmal auch auf den zu. erwartenden starken Auslandsbesuch abgc- stimmt. Neben der„FremdcnverkehrSschau" wird die 18. H o t e l u n dGa st wirtz messe für da» Ausland viel- Anziehungspunkte haben. Besondere Beachtung wird die„F a ch s ch a u de» D r u ck« r e i w e s e ii»" finden, tpclche die Leistungsfähigkeit de» heimischen graphsschen GciverbeS I unter Beweis stellen wird. In einer angeschlossenen Lehrschau deS Vereines„Tupograiia"'wird der Oeficntlichkeit der ErzeugungSprozcß der Druckschriften, die verwendeten Materialien u. dgl. anschaulich vorgeführt werden. Die Werbeausstellung „Da» tschechoslowakische Gewerbe" hat den Zweck, die Oeffentlichkeit von dem Wert der Handarbeit zu überzeugen. Da» Kraftfahrwesen wird auf der Messe durch die Motorradmesse und die fün ft« Messe für gebrauchte Kraftfahrzeuge vertreten sein. Am Alten Ausstellungsgelände ist ferner noch die B ü u m es s e, hie Fachgruppe fürS Portbedarf Und zum Teil die Schwerindustrie untergebracht. Am Neuen AuSstellungSgeland« und im 8. und 8. Stock de» Messepalaste» findet die M ö b e l- u n d Pianomess«unter starker Beteiligung der führenden Firmen statt. Der Pavillon der Hau»« wirtschaft» messe ist voll beseht Die- Radiomesse wurde um einen weitere» definitiven Pavillon ergänzt und bringt vor allem Saisonneuheiten. Fn der Halle de» Messepalaste» findet eine Schau des Gartenbauwesens statt'. Nachdem Präsident Barta noch auf die Frage de» DetailverkauseS, der laut AuSstellungSordnung verboten ist, sowie auf die Frage der Messedauer zu sprechen kam, gab er der Erwartung Ausdruck, daß die koinmende Frühjahrsmesse, infolge der starken Beteiligung der Industrie und de» zu erwartenden hohen Au»land»besiiche» ihre Sendung voll erfüllen werde. Die Voraussetzungen stempeln jedenfalls die Frühjahrsmesse zu einer Messe de» wirtschaftlichen Wiederaufstiege». Regelung der Ueberwelsungs» beiträge In die Sozialversicherung In der Sitzung der Regierung vom 18. Feb-r wurde di«' Regierungsverordnung über die Ueber- führungsbeträge und die RechnunzSgrundlagen der Zentralsozialversicherungsanstalt genehmigt. Diese Verordnung bestimmt: 1. Wie die UebertveisungSbeträge berechnet werden sollen, welche die Zentralsozialversicherungsanstalt bei Aeberiritten in einen änderen Zweig der Rentenversicherung oder m eine von der Versicherungspflicht ausgenommene Beschäftigung aussolgen soll. Dadurch sind im Sinne der geltenden Gesetze auch die UeberweisungSbeträge bestimmt, welche beim Uebertritt auS der Bergarbeiter-Provisionsversicherung, respeltive au» einem von der Ber« sicherungspflicht der Arbeiter-Invaliden- und Altersversicherung ausgenommenen Dienst auSzü- folgen sind. 2. Wie di« bei einem Uebertritt der Zentralsozialversicherungsanstalt übergebenen Beträge verwertet werden sollen,' ' Dadurch wird e» nunmehr der Zentralsozial- vcrsicherung-anstalt ermöglicht werden, jenen Versicherten,'bei denen irgendeine ander« Rentenversicherung oder äuögenommeiie Beschäftigung vor- aulging. die Renten in definitiver Höhe zu bemessen, da diese bisher nur provisorisch festgesetzt wurden. Dadurch wird dieser unerwünschte Zustand befestigt.' Durch die angeführte Regierungsverordnung wird demnach dem Ruf aus den Interessentenkreisen nach einer Regelung der IlebertriitSagenda Folge geleistet, in welcher Richtung die Regierungsverordnung einen sehr wertvollen Beitrag darstellt. a Zum Perofa werden nur große, ganze und volle Körner genommen. Kleine fallen durch die Siebmaschen. Jedes Korn besitzt also seine volle Kraft. Da aber zur Herstellung von% kg Perola 22.000 Körner notwendig sind, kaufen Sie In einem Perofa-Paket die Kraft von 22.000 Körnern. Erster Zögling« Als daS schmächtige Lei, da» die Wogen beruhigt. Power: Gesetzt, die Kerls sind nicht von Wasser, eS handelt sich um keinen Sturm im Wasserglas und — das Oel fängt Feuer—?! Erster Zögling: Das wolle Gott nicht, dafür fehlt jede Instruktion. Power: Wa» täten Sie spontan? Erft« Zögling: Mich noch dünner machen. Pressiert sein. In Impotenz ersterben. Demütig hinau»- lomplimenticren. So daß man, au» lauter Ekel und Mitleid vor mir, das Btaul hält. Power: Richtig. Aber ihr tragt solide Kammgarnstoffe. Nur etwas zu massiv. Ihr tragt solide englische GeschäftSgruicksätze. Leider gleichfalls sehr massiv. Ihr habt europäisch« Häuser, um di« euch jeder Einwohner bon Whitechapel beneiden würde. Trotzdem wohnt ihr nicht in diesen Häusern. Sondern nebenan in'euer» althergebrachten schwarzen Beduinenzelicn.' Erft« Zögling: Die Häuser sind nur für Geschäftsfreunde von auswärts da. Od'.r zu Kulturzwecken. Power: Wie kommt das? Ur nehmt sonst alle» an, Konfektion, Konserven, Patronen, Buchhaltungssysteme, BörseniiLsancen. Nur jn Hausbau und Ber- sassung bleibt Ihr, unbelehrbar? ' Erster Zögling: Klare Kalkulation: ein Zeltschein kommt bedeutend billiger als Hanozinssteucr. Unsere Häuser sind demnach als reine Werbungskosten abzuschreiben. Wa» auch geschieht. Power, Man kommt her, um romantische, ritterliche, wenn auch raubritterliche Beduinen zu sehen, und findet— gewiegte Parkindianer. Das ist da» Unglück bei allen Wirtfchastsneulingen: sie werden sofort radikal bi» zur Nepperhaftigkeit. Au» LebenS- hunger und Snobismus, aus falscher Scham und Bc- eiiiträchtigungswohn zugleich, Erster Zögling; Ferner: e» gibt nicht» Kostspieligeres und Zeitraubendere» al» Menschenrechte. Einen Sklaven zu prügeln, der an BegabungShem- nmng oder Störungen der Erwerbssinne» leidet, kommt weit schneller und billiger, al» einen ebensolchen Arbeiter per Krankenkasse heilpädagogisch zu behandeln. Power: Warum ist alle» unecht an Ihnen? Erster Zögling: Weil ich den Menschen aus der Seele sprechen soll. Aber in Grenzen. Power: Warum verschwenden Sie Ihre jungen Tage für diese Nichtigkeit? Erste« Zögling, Weil sie das einzig Sichere ist. Power: Haben Sie stets Applaus? Ich meine, Applaus in frommen Grenzen. Erster Zögling: Manchmal. Pow«: Da? Ist doch unerwartet. Worauf führen Sie das zurück? Erster Zögling: Auf die Befriedigung der Menschen, wieder um eine Enttäuschung reicher zu sein, und da» von vornherein geahnt zu haben. Aus die falsche Scham, einzugestehen, daß man geneppt wurde. Aus die Angst endlich, al» der böse Mann zu gelten, der keine Lieder hat, keine» Spaß versteht. Mod« und Haushalt. Wir sehen heut« in vielen Haushalten einen gewissen Zwiespalt— einerseits mächt man sich Errungenschaften der Mode dienstbar und richtet sein Heim so wohnlich wie möglich ein, andererseits aber hält,man im gleichen Haushalt« am alten Zopf fest und verdichtet die Hausarbeiten so primitiv wie vor hundert Jahren und mehr. Jn einem solchen Haushalt« wird es immer Reibungen geben: Die Arbeitsmethoden, wie wir sie von unseren Mütter» übernommen haben und gedankenlos fortführen, sind heut« Meist veraltet und für unsere Gebrauchsgegenstände zu derb. Bor allem, ab« sind sie zu langwierig. Wer mit ihnen heute einen modernen. Haushalt bestreiten will, macht sich zum Skla- ben. sein«. Hauswirtschaft. Bei etwas Ueberlegung wird man einen Ausweg finden. Die moderne Tech- nik hat«ine ganz« Meng« Hilfsmittel geschaffen, die meist die Arbeiten schneller, gründlicher und, ost sogar hilljger bestreiten. Ducken wir z. B. an da» Wäschewaschen. Wer. heute noch seine Wäsche rümpeln läßt, wer heute vielleicht selbst noch von stütz bis abend» in der Waschküche, steht und" reibt, zerreckt seine Wäsche mutwillig und plagt sich ganz.unnütz. Heutzutage, wäscht tstan ganz ander». Man benützt zum Wäschewaschen Radio« I—„Radio» wascht allein" und ihm überläßt man daher di« P'age der Reinigung. Wer.so wäscht,, schont sein« Wäsch«, spart Zeit und Geld.''2 Seite tt „S»älnlbciiiulrnt"■ ffreiinn, 20. Feier 1037. Ar. 44 kein Mitglied mit selbstverschuldeter Verwahrlosung oufbringt. Power; Aber manchmal schtveigt man doch oder pfeift Tic au». In frommen Grenjstn-(Erster Zögling nickt.) Worauf führen Sie daS zurück? Erster Zögling! Ich mute den Menschen zu vier zu, indem, ich ihnen zu wenig zutraue. Power: Warum tun Sie dar? Erster Zögling; Weil mein Chef es will. Er kennt den Geschmack des Publikums. Power: Wie kommt er dazu? Erster Zögling: Er sitzt im Kaffeehaus und liest die Stimmen alles Chefs, die es genau so machen, wie er; Ileberdie» sind wir billig. Power: Warum geben Sie, sich dazu her? Erster Zögling: Weil ich bir nie Zelt nahm, es anders zu machen. Weil ich dadurch zu allem andern talentlos wurde.' Weil ich glaube, wenn ich aufhöre, Clown zu fein, luerdc ich sofort Kanalarbeiter. Power: Glauben Sie, der wird schlechter bezahlt und lebt gesundheitswidriger als Sie? Erster Zögling: Nein. Im Gegenteil. Power: Warum wollen Sie also nicht Kanalarbeiter werden? Erster Zögling: Dar tut man sticht. Man ist doch war Besseres. Dian sitzt tagsüber im Kaffe:- Haus, tuen» alle im Büro sind oder bei der Feldarbeit. Man istCatilina undVorzugrschüIerin zugleich. Power: Warum setzen Sie sich tausend Demütigungen aus, die kein Kanalarbeiter sich gefallen liesse? Erster Zögling: Weil sich ein Ober, der schon zwei Häuser hat und er nicht nötig hätte, tief voc mir verneigt, wenn ich ihm 20 Piaster Trinkgeld gebe und ihn zugleich um 20 Pounds anpumpe. Power: Warum noch? Erster Zögling: Weil das,■ was mir Kopfschmerzen bereitet, nicht simpler Lärm von Stahlbohrern ist, sondern geschmackvoll angeordneter sozialer Schleim in der Preffe. Power: Warum noch? Erster Zögling: Weil ich nicht einfach schnorren gehe wie jeder andere Schnorrer, sondern bester angezogen und unter dem Borwand der Weltanschauung. Ich kann blotz mit der Tuberkuloseklinik in Konflikt kommen, niemals mit der Polize: Ich kann bloss von innen her ersticken, niemals wegen Landstreicherei eingesperrt werden. Ich habe ausdrückliche behördliche Erlaubnis zur Landstreicherei. Die vollen Häuser, in denen ich hausiere, kommen mehr zu mir, als ich zu ihnen. Man ist doch was Besseres. Power: Warum versuchen Sie nie was Neues? Erster Zögling: Ich weist nicht, wo man es findet..’ Power: Wissen Sie, wie man am gründlichsten lästig.fällt? - Erster Zögling: Wenn man sich so klein macht, dass jeder über uns stolpert- Power: Wissen Sie, wie man langweilig wird" - Erster Zögling: Wenn man beständig von seiner Wenigkeit rllckstchtsvollmit Allerweltlneuigkeiten ablenkt, die ohnehin jeder kennt. Power: Wissen Sie, was jeder Trottel will? Erster Zögling: Schwere Kreuzworträtsel. Power: Was kauft kein Hund, wenn er nicht ganz grobstädtisch blasiert ist? Erster Zögling: Urväter Hausrat. Power: Was ersehnt jede Stallmagd? Erster Zögling: Allerneueste Konfektion. Power: WaS braucht der Bauer?. Erster Zögling: Schnaps und Paprika. Gemüse düngt er selbst, also fristt et’3 nicht. Power: Was will alle Welt? Erster Zögling: Was anderes. Power: Wie macht man den feigsten Gegner frech und zornig und fürchterlich? • Erster Zögling; Wenn man ihm bedeutet, unser Angriff sei gar nicht ernst gemeint. Power: War geivinnt allgemeine Sympathie? Erster Zögling: Eine Unüberlegtheit. Power: Wann bekommt man nicht einmal ein Trinkgeld? Erster Zögling: Wenn.man nicht aufs Ganze geht- Power: Wann ersäuft man? Erster Zögling: Wenn man fürchtet, daS Wasser allzu'stark zu belasten, und aufhört, ihm rechts und links Maulschellen und Fusttritte zu erteilen. Pocher: Wann bricht man daS Genick? Erster Zögling: Wenn man oben auf dem Seil steht und aufhärt zu tanzen. Power: Wie wird das beste Luftgeschäft zur Pleite?' o Erster Zögling: Wenn man es mit den bedächtigen Methoden eines Käseladens betreibt. . Power: Sie sehen mich an, als ob Sie mich ermorden wollten. Erster Zögling: Wundert Sie das? Sie machten mir klar, ich ivürde wie ein Hund gehalten. Doch dadurch, wurde ich erst zum Hund. Ppwer: Köstlich. Richt der Regen macht nast, sondern der Wetterprophet. Herr Kandidat: haben Sie mal drüber nachgedacht, wie ein Mord entsteht? Wie eine Lawine. Aus Wasser.?lus lauter mikco» skopischen Feigheiten,. Spiessigkeiten, Pikiertheiten Sie summiert: sich, kommen ins Rollen- Vielleicht steht man. längst mitten i- der Lawine drin, sie bewegt sich, längst; man merkt noch immer nichts. Oder hält eS bis zuletzt nicht für möglich. Man glaubt es nicht,-bis man dran glauben muss,— was ist Ihnen—?!..■ Erster Zögling: Weil Sie alles verstehen und nichts'ändern.. Sie können eS nicht. Doch Sir. halten e» auch nicht der Mühe für wert. Wie kann ich Ihnen verzeihen, dass Sie mich verstanden haben wie kein Mensch und— lachen?! Die UeberbrUdcung des Masaryk-Bahnhofes Zwischen den technischen Faktoren der Staatsbahnen und. der Stadtgemeinde Prag fanden dieser Tage die' Schlussberatungen über die Ueberbrückung des Mflsaryk-Bahnhofes statt. Die Anträge des Brückenamtes wurden voll genehmigt. Die Brücke wird 28 Meter breit sein. 4 Meter entfallen auf die Gehsteige, 17 Meter auf die Fahrbahn, darunter eine 6 Meter breite Mittelzone für die elektrische Strassenbahn und eine 6 Meter breite Zone.für die übrigen Fahrzeuge. In der Richtung gegen die Hoo- verova wird der Brückenkopf auf 58 Meter verbreitert sein. Die Brücke wird insgesamt eine Länge von 801 Meter haben. Davon entfallen auf die Rampe etwa 86 Meter, auf die Konstruktion mit geringerer Spannung(Eisenbeton) etwa 120 Meter, und auf die Stahlkonstruktion mit grösserer Spannung 156,6 Meter. Für den Bau werden etwa 160 Waggon? Stabl notwendig sein. Die Gesamtfläche der. Brücke einschliesslich der Brückenköpfe und der Rampe wird eine Fläche von 10.000 Quadratmeter umfassen, daher bei weitem mehr als die Iiräsekbriicke und jede andere Prager Brücke. Die ursprünglich auf 16 Millionen K6 geschätzten Kosten werden sich durch den notwendigen Ausbau der Ersatzlagevhäufer wesentlich erhöhen. Der Wetterdienst auf dem Staatsflugplatz in Ruzhä. Wie die Staatsanstalt fiir Meteorologie mitteilt, werden auf dem neuen Staatsflugplatz„Praha" in Ruzhä am 1. März 1087 alle Zweige des ausübenden Wetterdienstes konzentriert. ES sind dies der Allgemeine Wetterdienst, welcher Informationen und Prognosen fiir die Tagespresse, den öffentlichen Rundfunk und an private Interessenten ausgibt, ferner die Leitung des tschechoslolvakischen Fluawetter« diensteS und die Flugprognofenzentrale für Böhmen, welche Vorhersagen und Informationen fiir jeden einzelnen Flug und die verschiedenen Flngbezirke in Böhmen auSarbeitet. Den ausübenden Wetterdiensten, welche unter der Leitung der Zweigstelle der Slaatsanstalt fiir Meteorologie stehen, ist das 1. Stockwerk des Administrationstraktes des Flug- bahnhofeS zugewiesen. Sie werden mit einem modernen meteorologischen Observatorium und mit den Notigen Radiostationen zum Empfang aller Kategorien von Wetterberichten ausgestattet fein. Telephon« Kummern RR 2681-88(Serie). AuSslngSzügo der Staatsbahndirektion. Vom 27. Feber bis 7. März eine Woche auf den Riesen- aebirgskämmen 460 Xi, vom 6. bis-16. März eine Woche Wintersport in der Hohen Tatra, oder in Tel» gart 666 Xi, vom 18. bis 21. März Frühling auf der Soiolbaude im Riesengebirge 460 Xi, Frühling auf der Schneekoppi 410 Xi. Informafionen und Anmeldungen im AuSflugSzugreferat Prag Ik„. Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 888.85. Ein« verlorene Existenz Prag.—rb—„WaS soll man mit Ihnen ansangen? Sie sind ja schon auf der untersten Stufe angelangt", sagte gestern der Vorsitzende zu dem Angeklagten Alois Michaliiek, ehemaligen Doktor der Rechte und Advokaten, seit langen Jahren aber nurmehr Berufsbeirüger. Der Angeklagte wurde in' Sträflingskleidung vorgeführt, denn eben läuft seine neunmonafige Kerkerstrafe«bi die er seinerzeit in Kafchau wegen schwerer Betrügereien ausgefasst hat. Und schon belangt ihn die Prager Staatsanwaltschaft wegen eines neuerlichen Betrugsdeliktes, begangen durch die skrupelloseste Ausplünderung einer alternden Frau. Sein letztes Opfer war eine 42jäh- rige'Krankenpflegerin, der er unter Zusage der Ehe ihre letzte» Ersparnisse herausgelockt hat. Die Geschädigte war. schon, vorher einem' Schwindler gleichen Kalibers auf dem Leim gegangen und hatte ihre Vertrauensseligkeit mit der Einbusse von 18.000 Xi bezahlen müssen. Das hinderte sie nicht, dem zweiten Gauner INS Netz zu gehen und den letzten Nest ihre» sauer ersparten Geldes einzu- biissen. Alois Michaliiek, der trotz.'seiner 46 Jahre noch eine ganz gute Figur macht und mit vertrauensseligen Weibchen umzugehen.weiss, brachte es ohne Schwierigkeiten fertig, auch-da» Vertrauen leister letzten„Braut" zu gewinnest,.'Vor allem wohl dadurch. dass er nicht mit entrüsteten Worten über feinen. Vorgänger sparte und' ihr.-' sogar- verschiedene Schriftsätze verfertigte, um zu dem verlorenen Gelde zu kommen. Die„Braut" war begeistert ustd trug kein Bedenken, ihrem Freund ihre letzten Groschen zur Verfiigutm zu stellen. ES dauerte geraume Zeit, ehe sie sich entschlosst den Gauner zu belangen und auch noch beim Beginn der gestrigen Verhandlung hatte-man den; Eindruck, dass sie gern bereit gewesen wärei alle» zu vergeben und zu vergessen? Im Laufe der Verhandlung kühlte sich indessen diese Sympathie sichtlich ab, denn da kamen allerlei hässliche Sachen zur Sprache, die den Angeklagten als ganz gemeinen Dieb und Betrüger zeigten. Die Hauptzeugin folgte mit steigendem Entsetzen dem Verlauf de» Beweisverfahrens, in welchem eine schäbige Lumperei ihre» Freunder um die andere aufgerollt wurde, ill» der Angeklagte schliesslich beteuerte, e» handle sich um ein Missverständnis und er sei gern bereit, die geprellte„Braut" auf der Stelle zu heiraten, winkte diese energisch ab:„WaS würde ich mit winem solchen Mannsbild anfangen". Da» Ende» vom.. Liede war, dass der Angeklagte zu weiteren n e u n M o- naten schweren Kerker» ver« ur teil t wurde. Das Geld der doppelt Betrogenen ist natürlich unwiderbringlich verloren. Der ver. urteilte Exdoktor nahm die Strafe mit zynischer Ruhe mif. JCucvst und Msse-r, Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theater». Samstag%8: Tosco, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag 2Z4: Arbeitervorstellung: Der Kutz, 7%: Das Sie st, Gastspiel Tilla Durieux, B 1.'— Montag 6: Aida, Thegtergemeindeder Juaeyd.ckl. Serie, rote Karlen) und'freiir Verkauf, Äbostnement aufgehtzM,— Dienstag 8: Der Kuh, A. 1..— Mittwoch 7%: Hopsa, B 2.—Donnerstag 8: Das Nest, Gastspiel Tilla Durieux, LI. Freitag 7%: Die Fledermaus, Abonnement aufgehoben.— Samstag 7%: Macbeth, Gastfpiel Du- rieux, neuinszeniert, C 2.— Sonntag 2%: Jean, Gastspiel Leopold Kramer und Pepi Kramer- Glöckner. 8: A xe l ä n d e r H i mmelstür. Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleine« Bühne. SamStaa 8; Das Nest, Gastspiel Tilla Durieux.— Sonntag 8: D e r I ll u s i o n i st, 8: W i e e s euch gefällt.— Montag 8: Das Nest, Gastspiel Durieur, Bankbeamte l und freier. Verkauf. Dienstag 8: W i e es euch g efällt.— Mittwoch 8: Jean, Gastspiel Leopold Kramer und.Kramer-Glöckner.— Donnerstag 8: Wie es euch gefällt, t- Freitag 8: Matura.— SamStaa 8: P h o t ,g r ap h i er e n v e rb ote n, Ur. auffiihrung.— Sonntag 8: Matura, 7%; Photographie; reu verboten.• Aus dem Schweiß der Kuli und Paria' Ein reicher indischer Maharadscha hat in,England" einen Salonwagen bestellt, der 18^000 Pfund kostet. Hier wird erinMverpool verladen. Frauenbezirkskomitee Montag, den 22. Feber, im Pärteihrim, Smeökh Nr. 22, 3. Stock:.. . Halb 7 Uhr Sitz» n g der neugewähltm Mitglieder, 8 Uhr: Frauenabend Zweiter Vortrag über da» neue Ehe» Md Familienrecht in Russland. Vortragende: Genossin Atg. M. Jurnekikovä. Der Mm Die schwarz« Spinne. Die bedenkliche Wirkung der Kriminalfilme, dass sie nämlich Morde zum Anlass witzig sein sollen der Verwicklungen benützen und Verbrechen wie Kreuzworträtsel behandeln, wird in diesem Film noch bedenkenlos gesteigert!, er ist eine.Kriminal-Komödie'', die sich vermullich über die Kriminalfilme lustig machen will, aber in der Verbindung von Ulk und Mord auf die Dauer nicht sehr bekömmlich Ist. Dass ein Arzt in eiste Mord- Affäre verwickelt wird, die ihm zum Detektivspicl auf eigene Faust veranlatzt, und iah er dabei mit seiner geschiedenen Frau ldie Detektivromane ver« fasst) so oft zusammengerät, bis er sie schliesslich wieder heiratet, das ergibt zwar ein paar spassige Situationen, Dialoge und Grotesk-Szenen, steht aber ii> seltsamen Kontrast zu der Tatsache, dass zwei Menschen l einer Rennwette wegen) ermordet werden. Bei der„Aufklärung" des Falle» haben sich die Film- autoren wieder der alten„originellen" Einfälle „bedient. Ein exotisches- Gift,- wie e» ähnlich schon bei Coyan Doyle vorkommt, Und eine Filmvorführung, wie wir sie schon öfter».im Film gesehen haben, führt schliesslich auf die Spur der Täter». William Po well und Jean Arthur spielen die Hauptrollen mit teil» eleganter, teils aufdringlicher Schwank-Routine.—eis— Qua der Jarid 3200 8200 neue Parteimitglieder sind im Jahre 1086 im Kreise A u s. s i g» B o d e n b ach- Warnsdorf der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei beigetreten. Für daS Jahr 1087 hat doch bereit» die neue Werbung eingesetzt. Eine Frauenkonferenz um die andere.beschließt die Fortsetzung der Frauenwerbeaktion und auch die Kreisvertxetung der Partei hat die Wetterführung der Werbearbeiten eingeleitet. RW-Prag Abfahrt nach JohanniSba d SamStag, «m 14 Uhr 80 Mi», vom N ä m. R e p. Turngenossinnen. Turngenosse»! Wir beginnen mit der Arbeit für unsere am Sonntag, den. 11. April, stattfindende feierliche Akademie mit Fahnen- iaufe. ES ist Pflicht jeder Genossin FRAG und jedes Genossen, die Turnstunde» -- regelmässig zu besuchen und in ihrem Freundeskreis neue Mitglieder zu werben. Wir müssen alle» daran fetzen, diese Akademie besonders glanzvoll zu gestalten. MaSken- und Kostümball deS Allgemeinen Angestellte».- Verbände» am Samstag, den 27. Feber 1987, im Heine-Saal, Prag II., Fochova tk. Eintritt XL. 10.—, Kapelle Papert, Mitternachtsprogramm de» Atu». Reklamationen: Strnad E..Prag II-, Fügnerovo näm. 4. filme In Rrager Lichtspielhäusern Adria:„Der letzte Heide."(Ain.)—- Alfa: „Rembrandt.".(Ch..Langhton.— Engl.)— Apollo: „Int Wirbel der Liebe."(F.)-Avion:„Das Zigeunermädchen" Laurel u. Äardy.(A.)— Beränek: „Der Hund von BaSkerville."(D.) Fenik:„Der grosse Bill."(A)— Flora:„Marie Stuart."(K.Hepurin: Am:)— Hollywood:„Menschen auf der-Eisscholle.", (Tsch.).— Hvizda:„Die schwarze Spinne."--(Am,)! — Julis:„Die Liebe de» Fiaker» Ferdinand."(Di)i — Kotva:„Das Zigeunermädchen."-(Laurel und! Hardy. Am.)— Lucerna:„Der grobe Bill."(Am.) — Met»:„Drei fesche Mädels."(D: Durbin. Am.)! — Passage:„Das Schloss in Flandern."'-(Deutsch.) — Praha:„Pier Spione."(Engl.):— Radio:> „Blinde Passagiere."(Pat und Patachon: Deutsch.)-. — Skaut:„Ein entzückende» Ereignis."(Tsch.)— Svitozer:„Dar Schloss in Flandern.",(Deutsch.)— Alma:„Maria Stuart."(K. Herbun. Am.)— Baikal:„Ein Kamel geht durch ein Nadelöhr."(Tsch.) — Belvedere:„Moskau—Schanghai."(Pola Neg'ri. D.)— Beseda:„Der Hund von BaSkerville."(D.) — Illusion:„Ein entzückendes Ereignis.".(Tschech:) — Louvre:„Ein Kamel geht durch: ein Nadelöhr." (Tschech.)— Maeetka:„Ein entzückende» Ereignis."(Tsch.)— Olymple:„Moskau—Schanghai." Ä erste Dampfmolkerei und Käserei ii GrilHn, Bikierwild empfiehlt Ihre eratlcluss. Erzeugnisse Beachten 8le die Bohutsmarlce! V Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Haus ober bei Bezug durch die Post monatlich!« 16.—. vierteljährlich Xi.48.—.halbjährig Xi 06.— aänziäbria k» las— Tarif, billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung-von Manuskripten erfolgpHur bei Einsendung det Mewurmärken.— Die ZeitunaSsrankatur wurd« un?d«?Mn»" uud"»?,? '.>. graphenUtMim'mit Erlaß Nr. 18.80WVII/1980 bewM«.-.»Merelr iOtMT,