Sozialdemokrat Zeutralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anoüahme des Montag tSgiich früh Rebaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Et»»»lpr»i,7ü Akllkk ftinschliebU S Heller Porto» Aus dem Inhalt: Miniatur Maina nut dar Traufenauer Kreiakonteren* Jakscheni Vortrag in London Preaanit*, dln aterbnnda Stadt Sudetendeutscher 22 Monate Im Konaen- trntlonalnger 17. Jahrgang Sonntag, 21. Feber 1937 Nr. 45 Offizielles Kommunique über die nationalpolitischen Verhandlungen: Mc Grnndsatzc einer üerc» gangen und seiner Menschlichkeit einen Hauch ver«. Ein guter Anfang Von Minister Dr. Ludwin Csodi Wir hat« d« verfitzend« der Deutschen sozialdemokratisch« Partei, Minister llzech, . um.«ine Aevße«ng zam Atschlnß dernätionalpolitisch« Verhandlungen ersucht. Dr. Ezech erklärte«ntr 7-'... J.- . I« den«ationalpolitischen Berständignngkvrrhandlungen ist der erste Schritt getan. Mr könne« sage«, dass es ei«, guter.Slnfang ist. Es'fag gegenseitiges Verstehen vor«nd eine BertrauenSatmosphäre, die dem Erfolg die Wcgt ebuete. Diese BertrauenSatmosphäre danken wir dermutigen Jnitiative des Präsidenten d er- R e p U b l i k, die sich mit- der des M i« i st e r p r ä. s i d e u t e n verband. Es war« also vo« Haus auS gute KrSste am Wrrke. So kam da« erste Wort zustande, das in: bau Herz« der von derEntfcheitmug berührten. dentschen Brvolkrrn«gSschichtra n e u e Hoff nnagen wecke« wird.: Hoffentlich folgt 1>er Erwartung sehr bald die Erfüllung.. 7 Die. Regierung sprach aber auch' bereits dß»-weite Wort, indem- sie der gettoffeuen Entscheidung-de« Entfchlnh auf den Weg gab>. "'^an den Grundsätzen der gerechten MinderheitSpolitik strenge fest- zuhatten, sie weiter zu entfalten und den Jntereffen des Staates und der nationalen Minderhetten anzuhaffen." Das ist nach de« erste« gute« Wort eine gute Bertzeißnug! Seite L Sonntag, 21. Feier 1087 spürt haben, verschließe» sich, Ivie das Ergebnis der Verhandlungen zeigt, solcher Erkenntnis keineswegs. Sie lvissen, dah eine Verständigung zwischen demokratischen Tschechen, und demokratischen Deutschen dem Frieden dient. Die Tschechoslowakei kann ihren Bestand am besten sicher», wenn sie im Block jener Staaten verbleibt, ioel.be den Frieden erhaifen und Europa vor dem Versinken in einem Meer von Blut rind Gas n retten wollen. Den Frieden aber gilt es zu erringen zwischen den Staaten und innerhalb de: Staaten. Und insbesondere bei uns, weil wir manch einem in Europa durch die nationale Verständigung den Vorwand aus der Hand schlagen, den Frieden zu bedrohen. Auch bei nüchtern-realer Einschätzung iie? Verhandlungsergebnisses gelangt man zu der sicheren Erkenntnis, daß der betretene Weg in der Richtung zum Ziele eines friedlichen Nebenein- anderlebcnS der beiden großen Völker dieses Staates fuhrt, dag es ein guter Anfang ist und eine Verheißung, wie Minister Czech Inapp und klar sagt. Soziale Probleme, die sich aus dem Dasein inehrerer Völker dieses Staates ergeben,, wird es immer geben, aber man hat entschloßen den Schritt getan, zu einer Lösung zu gelangen. Desha'b müssen wir den eingeschlagenen Weg weiterver- folgen und in Unserer Arbeit auf diesem Gebiete nicht nachlassen. Unser« Hauptaufgabe erblicken wir darin, für die arbeitenden Massen des sttdetendeutschcn Volkes günstigere LebenSbedin gungen zu schaffen. Die Verlautbarung der Regierung zeigt eben— und darin kommt die Mitarbeit der Sozialdemokratie bei den Verhandlungen zum Ausdrück—, daß den sozialen LcbenS- problemen des Sudetendeutschtums die größte Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Unserem Vertreter in der Regierung stand die ganze große Tragödie deS sudetendeutschen arbeitenden Volke? vor Augen, Ivie sie sich seit sieben Jahren abspiclt und er hat seine ganze Kraft aufqewendet, um Verständnis zu schaffen und Abhilfe zu suchend Ein erträglicher materieller Leben, ein Kulturdasein, ei.! Leben äußeren und inneren Frieden?— diese Vorstellung und dieser Ideal hat unsere Schritte geleitet,' All dem können wir nähcrkommen, wenn d>e Prager Vereinbarungen vom Feber 1037 durchgeführt werden. Und da muß die. Regierung nnnachqiebig sein. Die zuständigen Organe müssen unter allen Umständen dazu verhalten werden, die Absichten der Regierung in die Wirklichkeit umzusehen. Parlament und Regierung stellen d-e Souveränität der Volkes dar und eine Mindcrhe'« darf nicht vereiteln, war die Mehrheit de? Parlaments und die Regierung wollen. Wir hoffe>i, daß die Regierung ihre demokratische Autoritä. geltend machen und ihre Beschlüße rasch durchführen Wird. Bis dat, gut cito dat. Zweimal gibt, wer rasch,.gibt. Geschieht die? nicht, dann .wird«S gerade, bei den. Besten der.beidenVölker enttäuschte Hoffnungen geben, dann ist, eine geschichtliche Gelegenheit versäumt worden und die Zukunft wird von den Verantwortlichen Rechenschaft fordern/ Unter nicht?, in der Geschichte. kann«in Schlußpunkt gesetzt werden, Da? nationale und soziale Leben geht weiter und der kulturelle Wettstreit der Völker wird, nicht aufhören. Und er soll eS nicht, denn der Kampf der Geister ist das Element deö Fortschritts. Was wir beseitige i wollen, ist der Haß der Nationen, deßen letzte? Wort Krieg und Vernichtung ist. Den Geist d-r Verständigung zu stärken und aus dem wirr-» ChaoS der Zeit zu einer neuen nationalen und sozialen Ordnung zu gelangen, ist unser Streben heute und morgen. Von' diesem historischen Gesichtspunkt aus gesehen, können wir ruhigen Äe« wissens aber auch stolz sagen, daß die deut»' scheu Sozialdemokraten gute Arbeit geleistet haben. stden wieder Im Amt London. Außenminister Eden wird Dienstag wieder die Leitung feines Amtes übernehmen. Er kehrt nm Sonntag nach seinem lltägigen.Erholungsurlaub ander Riviera nach London zurück. Bombenattentat auf den abessinischen Vizekönig Slam. Gegen den abessinischen Bizekönig, Marschall Graziani, und dessen Begleitung ist in einer Strasse von Addis Abeba«in Attentat verübt worden. Eingeboren« schlenderte»Handgranaten gegen ihn, wobei Graziani nur leicht verseht wurde, während sein Begleiter General L i»t t a schwere Verletzungen erlitt. DaS Oberhaupt der koptischen Kirche Cirillo erlitt gleichfalls leichtere Verletzungen. Diese Nachricht wurde in den römischen Mit- tagSblättern anunansfälligerStelle wiedergrgeben. Die Bevölkerung ist über diesen Vorfall sehr erstaunt, da sie in dem Glauben er- Graziani leicht, General Liotta schwer wertetet' halten wurde, dass sich daS italtrnische Regime.in Abessinien bereits überall dürchgesetzt hab«. Sie erörtert die Frage, wie e? möglich war, dass eingeboren« Angreifer und noch dazu mit Handgranaten, in dir unmittelbar« Nähe deS VizekönigS gelangen konnten. Die italienisch« Zensur gibt keinerlei Telegramm«, aus Addis Abeba frei, so dass keine verlässlichen Einzelheiten über daS Attentat vorliegen. Es sollen jedoch zahlreiche Personen verhaftet worden sein. Man nimmt an, dass gegen sie in aller Oeffentlichkeit rin ManifestationS- prozest durchgeführt wird, um di« Eingeborenen einzuschüchtern. Fortschritte der Reglerunsstruppen Madrid. Die Negierungsabteilungen eroberten die feindlichen Positionen.entlang der Eisenbahnstrecke, welche bei der Strasse nach L a C o r ii n a liegt. Eine andere Negierungstruppe erschien in der Nähe von Aravaea. Der Feind übte einen starken Druck bei der Strassenkreuzung nach La Corima und der Nordbahn auö. Rach bisher'noch unbestätigten Mcldimgen gelang«S den RegierungStruppeq, di« Aufständischen auS ihren Positionen bei B a e i a, von wo aus eS möglich ist, die Strasse nach Baleneia an der Stelle nächst der Brücke in Arganda zu beherrschen, allmählich zu vertreiben. Im Abschnitt Maranosa und Morota de Tajun sind neue Berstüekungen eingetrofsen. Man ist der Meinung, dass die Abteilungen General Francos bald einen neuen Angriff unternehmen werden. Nach Madrid werden 480 Tonnen Lebensmittel als Geschenk der internationalen Organisationen gesandt werden. Einige Sendungen mit Aufständisch« Flugzeuge bombardierten sechs Stunden lang die Stadt Albacete» wobei etwa 30 Personen getötet wurden, darunter einige auf Urlaub weilende Soldaten. Lebensmittel» sind in Madrid bereits eingetroffen. Franco-Offensive gegen Bilbao"? 7 Die Kriegsschiffe der Aufständsschen bombardierten Bilbao, wo es nach italienischen Meldungen zu einer neuen großen Offensive der Aufständischen auf die durch die asturischen Bergleute verteidigte Stadt kommen soll. erfolgloser Vorstoß gegen die aragonlsche Front _ Barcelona. Der Ausschuss für die Ber- teidigung Barcelonas teilt mit, dass der Angrifs der Aufständischen am Südzipfel der aragonischcn Front zurssckgeschlagen worden ist. DaS Blatt „Moticiero" fügt hinzu, dass der Angriff der Auf ständischen ungewöhnlich rasant durchgeführt wurde; vor alle- r war dies bei Montalban der Falt. Sie wurden jedoch durch Regierungsartillerie rum Rückzug gezwungen. Havas*Korrespondent von Franco verhaftet Pariß. Der HavaS-Korrespondent im Hauptguartier der Franco-Truppen, Mallet-Dauban, wurde vor drei Wochen verhaftet und ist seither in Avista unter dem Verdachte der Spionage inhaftiert. Auch bei anderen französischen Journalisten wurden Hausdurchsuchungen borgenommen. Die französischen Kollegen deS Verhafteten haben gegen die Beschuldigung der Spwnage protestiert. Mallet-Dauban-soll ein Tagebuch geführt haben, in welchem er jedoch, wie erklärt wird, nur Tatsachen verzeichnete. Dieses Tagebuch wurde beschlagnahmt. Frelwllllgenverbot restlos durchgefUhrt? Auch Portugal schlleBt sich an London. Dor HauptauSschuss deS-Nicht». einmischungsauSschüsseS hat beschlossen, dass das Frriwilligenverbot erst am S o n n t a g um Mitternacht allgemein in lkrast trete« soll. Sämtliche Regierungen, di« im Subkomitee vertreten sind, haben Massnahmen znr Wirkfammachimg d«S Verbote- der Freiwillig« für Spanien zugesagt. In den englisch-portugiesischen Verhandlungen wurde ein Uetereinkommen über daS Regime der Kontrolle, die zur Durchführung gelangen soll, Lissabon. Die Regierung veröffentlicht einen Erlaß, der die Amverbunq und Ausreise freiwilliger portugiesischer Staatsangehöriger für die ■' 2 Per freund ROMAN^VON^REGOF^JARCHO lind die Schule hatte das. Recht, regelrechte Haussuchungen bei den Schülern— nicht etwa in der Schulbank oder Schulmappe, sondern in der Wohnung deS Verdächtigen, im Hause seiner Eltern— zu veranstalten. Bei mir wurde auch einmal gesucht, und dabei hat der Schuldiener auf Befehl des mitgenommenen Lehrers sogar mein Bett umgestoßen und unter der Matratze nachgesehen. Gefunden wurde nichts, weil ich— gewarnt vom Sohn eines unserer „Gewaltigen"— seit acht Tagen schon auf all« unangenehmen Ueberraschungen gefaßt war und alles„Anstößige" in den Bücherschränken meines Vaters in seinem Arbeitszimmer versteckt hatte. Dort durften meine.^vorgesetzten" nicht nachsuchen. Wenn man schon eines sonst jedem zugänglichen Buches wegen. hart. bestraft werden konnte, so war natürlich alle an sich illegale Literatur noch verbotener, wenn man so sagen darf. Nicht jeder konnte gewarnt werden, nicht jeder auch verdmite von selbst das Gelesene—- so schlossen wir unS zusammen, hattm eine„illegale" Wohnung, wo wir unS trafen'und machten gemeinsame Ausflüge, schlugen geistige Mensuren, die manche Eigenschaft in unS. zum Klingen brachten, Mensuren, die kaum niedriger einzuschätzen sind al? dis,.von denen die Schmiss« In den Gesichtern der deutschen. Studenten, zeugen und die nach einer i— ausschließlich in deutschen Landen— verbreiteten Ansicht angeblich erzieherisch wirken^-. Außerdem gäben wir eine Zeitschrift heraus, . dle zwar nicht'lange gelebt hat, aber den Schulbehörden— nicht allein unserer Lehranstalt— recht unbequem war, da wir Wert darauf legten, die Wahrheit, so wie wir sie damals sahen und verstanden, ganz unverblümt auszusprechen. Wir sorgten dafür, daß die Herren Lehrer die hekto- graphierten Nummern unserer Zeitschrift— nachdem die Schüler sie gelesen hatten— ebenfalls zu Gesicht bekamen. Dabei war der Besitz dieses Hektographen zu jener Zeit an sich ein von Staats wegen geahndetes Verbrechen. Wir waren, jung und kühn.— • Die größte Aufmerksamkeit der Behörden richtete sich selbstverständlich in erster Linie aus uns und unseresgleichen. Um angeblich die„Jugend" vor allem Möglichen zu schützen, ztvang man sie— fast schon mit dem Beginn des Schulwesens in Rußland—- Uniformen zu tragen. 1906, a's es Schülerräte in jeder Lehranstalt gab, verlangten unsere damaligen Vertreter— Unter Hinweis auf da» westliche Europa— die Abschaffung der Uniform,, der blanken„Lakaienknöpfe" und der Mütze stnif dem Abzeichen, das gleich erkennen ließ,, wo man unS nötigenfalls finden konnte(was ja gerades die Absicht der Behörde war). Wir wären dantalS sicher wenigstens mit einem Teil dieser Forderungen durchgedrungen, ich erinnere mich sogar, daß einige Schüler der höheren Klassen,, die ich,, zu jiner Zeit noch ein Knirps, sehr bewunderte».nach dem Oktobermanisest des Zaren, das verschiedene Freiheiten, gewährte und die Duma schuf, in'„Zivils zur Schple.kamen, ohne/ daß sie deshalb, bestraft wurden. Aber die' Uniform blieb bestehen,, und zwar, wie ich nachher ziemlich einwandfrei, feststälen konnte— in erster'Linie'deshalb, weil die Schüler nicht entrgisch genug Ihre Forderung vertraten, da.— und das war der springende Punkt.—, die Gymnasiastinnen,«diese dummen bezopften Ganse" erklärt hattaii daß sie mit un» nicht auf der Straß«'gehen wurden, falls wir die Uniform ablegten: Und was 1008 versäumkWörden war, ließ sich natürlich 1010 nicht einmal erträumen. DeS weiteren mußte jeder Schüler stets eine Ausweiskarte bei sich tragen. Feder Polizist hatte da? Recht, von jedem Schüler Einblick in di« Legitimationen zu verlangen. Schüler ohne Ausweiskarte durften ohne Umstände verhaftet werden. Wei von unS ein Theater besuchen wollt«, mußte eine schriftliche Erlaubnis dazu haben. Auch im Theater mußte«in Schüler ohne schriftliche Erlaubnis darauf gefaßt sein, daß man ihn fassen und vor die Tür setzen würde. Es gab noch ein« ganze Menge Vorschriften von dieser Art. Sie alle aufzuzählen hat keinen Sinn. Nur eine will ich noch erwähnen, weil sie den Boden für die Begebenheit abgab, die ich schildem will. In der Sommerzeit nach neun Uhr abends und in der Winterszeit nach acht Uhr durste sich kesn Schüler.in ganz Rußland auf der Straße zeigen, r» sei,denn, seine.Eltren oder ihre Stellvertreter hätten, ihn irgendwohin geschickt, was.sie dann, schriftlich beglaubigen mußten. H' Das war eine ernste Maßnahme der damals Regierenden- Die Nacht— das Dunkel, die Wiege .äller Lastör— begann für den Schüler Punkt ächt Uhr. Er mußte zu Hause bleiben und war erstens alle» Versuchungen und zweiten»'— was wohl schwerer wog-—"allen illegalen, Versammlungen fern. ' Natürlich.hielt, sich niemand an diese Bor- schrift. Einige besäßen für die abendlichen'Gänge ,-iZivil"; außerdem mied man die belebten Hauptstraßen und schlich sich durch Seitengassen"dorthin, wo gerade /gelesen, geraucht und geschrieben .wörtzen sollte. Oder,dorthin,, wo die.Medäktion" tagte oder wo gedruckt wurde.'• ''' Wa» sind älle'Borschrlften, wenn«in kleben« diger Glaube eine-gläubige.Lebensbejahung durchs Blut.jagt!.• .. 8." v Im Feber 1010, e» kann auchAnfäng März gewesen sein, einerlei, er lag Schnee, der Winter benahm sich noch durchaus als Herr im Land«,. Fr. 48 Teilnahme an den Kämpfen In Spanien verbietet. Portugiesen,, die sich. bereit» bei eine?'wer kämtzfenden Parteien haben anwerbsn lassen, müssen innerhalb eines Monates nach Jnkogfi- treten des Verbote» zurückkehren. Den in Portugal ansässigen Ausländern,' welch« an, den Kämpfen in Spanien teiknehmen, wird der Aufenthalt in Portugal fiir sechs Monate untersagll He Berlin, Der Reichsminister" des Acußern hat am 10. Feber." eiste' Verordnung erlassen,'daß das Gesetz zur Verhinderung der Teilnahme am spanischen.. Bürgerkrieg am 21. Feber in Kraft tritt."' Rom. Die Regierung, hat«in. Gesetz beschlossen, um die"Anwerbung, die"Ausreise ünd die Durchreise von Freiwillig« für Spanien zu verhindern. Zuwiderhandelnde werden Strafen ängedroht. Pari». In Bestättgüng der Abberufung d/s sowjetrussischen Botschafters Rosenberg tir Valencia wird amtlicherseits aus Moskau'.niit- geteilt, daß für Rosenberg eine andere wichtige Stelle, ausersehen worden ist. In Paris glaubt' man die Abberufung Rosenbergs darauf zurückführen zu können, daß Sowjetrußland sich nunmehr weniger für Spanien interessieren wird ünd vor allem entschlossen ist, bis auf den letzten Buchstaben die Londoner Nichteinmischungs-Beschlüsse zu erfüllen. Reuter: Geeignete Grundlage, London.(Bleutet.) Zu dem Beschluß der tschechoslowakischen Regierung über die Richtlinien der Minderheitenpolitik schreibt der diplomatische Reuterkorrespondent, daß dieser Beschluß an englischen diplomatischen Stillen als g e- eigneteGrundlagezur Lösung einer der wichtigsten mitteleuropäischen Probleme bewachtet wird. Abgeordneter"Falsch erklärte in",einer Unterredung mit dem Reuterkorrespondenten, daß der Beschluß der tschechoftowakischen Regierung einen wertvollen und großen Beitrag der Tschechoslowakei am Werke de» europäischen Friedens bedeute. Sudetendeutsche Frage und Mitteleuropa Wie«. Unter dem Titel:«Die Befriedung der Sudetendeutschen und Dr. HodjaS Mitteleuropa-Plan" schreibt da»„Weltblatt": Die Sudctendeutsche Partei, die führer» und kopflos operiert, hat kein Verdien st am Zustandekommen der Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und dem Sudeten- deutschtum.. Sie hat nicht einmal,das-'traurige Verdienst!' diese Verhandlungen erfolgreich- torpediert zu haben, was sie beharrlich zu" tun versucht hat. Die Befriedung des Sudetendeutschtums' ist eine Vorbedingung", wenn dieHodZa- Pläne, die Mitt«leuronq«Pläne, wieder zum Leben erweckt Und mit Aussicht auf Erfolg weitergeführt werden sollen. Deshalb find die Verhandlungen zwischen Dr. tzodjsa .und den Sudetendeutschen weit über den tschecho- flowaktschen Staat hinaus wichtig, Dio, erste Etappe, ist glücklich durchschritten. Jede neue Etappe bringt auch di« neuerliche Aufrollung der mitteleuropäischen Pläne des tschechoftowakischen Ministerpräsidenten um. einen Schritt näher.. da" mußte unser alter, schon seiner grauen" Haare wegen allgemein geachteter, beliebter Direktor si— man munkelte so manche» über die Gründe— stin Ami aufgeben. Wenn ich jetzt zurückdenke, will er mir scheinen, al» ob sein Alter— sein nach und nach erworbene» Vermögen, über di« Dinge sich emporzuheben— die eigentliche Ursache seiner etwa» duldsameren Ansichten und somtt wohl seiner Verichschiedung gewesen war. Schon zu meine» Vaters Schülcrzeit war. er Direktor gewesen," er hatte bi« achtziger Jahre de» vorigen Jahrhunderts, überstanden, er hätte nach bestem Wissen und Gewissen", seine. Pflichten erfüllt, war streng, gerecht und— seinem Kaiser treu gewesen, was für Menschen seiner Generation und seiner Anschauungen als Tugend gast: auch die Revolutionsjahre hatten ihn al» den rechten Mann an der rechten Stelle gefunden,, so sehr, daß er weder von dem Kretsschuldireltvr noch von d«m—r selbstverständlich sehr radikalem— Schülerrat, der die Entfernung der meisten^ Lehrer verlangt hatte, angegriffen worden war! Vielleicht wurde auch«In damalige» Vertrau«« der Schüler.später. Grund genug für da» Mißtrauen der yeuen, rückschrittlichen Regierung? Wer weiß. Wesentlich war damal», daß wir" einen neuen Direktor bekamen. Noch einen Tag vor seiner. Ankutzsthieher, er wär« erkrankt und würde erst zürn"netzen Schuljahr koiymen. Das war uns. unangenehni, denn inzwischen regiert« in der Anstalt der Inspektor Neustrojew, ein Mann, der die. Univer- sität zu Moskau mit einer goldenen Medaift«. absolviert und 1005, al» jeder, da» schivex« Hmt eine» Inspektor» von sich wie», etztschlossen-zuge« griffen hatte- somit, also.für einen Streber gast, (Fortsetzungfolgt.)' v,.,' Sir. 45 Sonntag, 81. Feber 1937 Seite 3 Mudeiendcutsmcr ZeUspicgel Die Trautenauer Kreiskonferenz: Fürsorgeminister Nefcs „In unserer Republik^8^811 eMpsSnSSN muß für alle Raum sein zur vollen sozialen und kulturellen Entfaltung“ Trautenau. Im Rahmen der Arbeiier- Wintersport-Olympiade in Johannisbad sand in Trautenau die.Kreiskonserenz der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt. Di« Konferenz wurde um 2 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz von E. O. R am bau s k e eröffnet. Die erstatteten Berichte wiesen ein erfreuliches Wachstum derBewegung in Ostböhmeu auf. Im Berichtsjahr wurden nach einer Feststellung deS Kreissckrctärs Franz Krejii nicht weniger als 1009 neue Parteimitglieder gewann en. Der von Fauler erstattete Bericht über die Parteipresse zeigte ebenfalls Erfolge auf. Die Parteibewegung wird nach den Mitteilungen der Funktionäre Im heurigen Jahre den Stand der Jahre 1920—1930 wieder erreichen. Die Debattcrvdner(Ficker- Marschendorf, Ko- b l is ch l e- Märzdorf und. Iuchitze r-Ar»au) stimmten den Darlegungen der führenden Kreisfunktionäre zu. Der Kreisleitung tvurde ein- m ü t i g das Vertrauen ausgesprochen. Nach Beginn der Konferenz erschien der Fürsorgeminister Ing. Netas im Saale und cs würde ihm ein triumpha- l e r Empfang bereitet. Die Delegierten erhaben sich spontan von ihren Plätzen und es ertönte. minutenlanger Beifall, als der Kreisvorsitzende den Minister in tschechischer und deutscher Sprache herzlich begrüßte. Minister NeLas ergriff sodann das Wort zu seinem"Referat über die politischen Problenw in der Tschechoslowakischen Republik. Er überbrachte zunächst die Grütze der tschecho- stowatischen Sozialdemokratie und wies darauf hin, daß seine Partei den heroischen Kampf der deutschen Sozialdemokratie vollauf würdige und ihn aus ganzer Kraft unter st ützen werde. Er sei wiederholt im Grenzgebiet gewesen und habe sich von der Notlage der Grenzbewohner überzeugt. Ange- sichiü des wirtschaftlichen Druckes, unter dem sie leben, sei die Festigkeit und der Mut der deutschen Sozialbemoktaten.zu-bewundera,.Sodann behandelte er die Bemühungen der Regierung, die Arbeitslosigkeit durch«ine Wirtschaftsplanung zu bekämpfen, und stellte fest, datz er sich den Arbeitslosen nicht darum handle, Almosen zu Lekonnnen, sondern datz man ihnen daSRechtaufArbeit sichern müsse. ES sei ein Unsinn zu sogen, datz die Arbeitslosen nicht arbeiten wollen. In der Frage der K r i s e n h i l f e sei die Regierung und besonders das Fürforgeministerium in » JohanniSbad.(E. B.) Bei schönem Wetter— es fällt fast den ganzen Tag unnnter- brochen dichter Schnee— wurden die Wettkämpfe d«S dritten TageS durchgeführt. Die Natur hatte für die Besucher der Wtntersvort-Olympiade eine besondere Ueberraschung vorbereitet.. Um 0 Uhr morgens stand über JohanniSbad e i n G e- w i t t e r. De» grellen Blitze», die die Schneelandschaft gespenstisch beleuchteten- folgte» vier' Donnerfchläge. Dieses Naturereignis war einzig in seiner Art.. Am Bormittag und während deS Nachmittags trafen viel« neue Besucher ei», so datz ganz JohanniSbad im Zeichen der Olyiypinde steht. Unter de» eingetroffenen Prominenten befinden sich der Vorsitzende deS Senats Dr. S o«k u p und der finnische Gesandte. Ruch«in« ganze Reihe offizieller Vertreter der, Arbeiterorganisationen trafen noch ciu, so für den Deutschen Ge- werlschaftSbund der Abgeordnete Franz. Maron n. Ebenso' sind die Naturfreunde, die DTJ und der Svaz dtlniekh tnristü offiziell vertreten. Fast alle Hotels sind anSverkauft. Die Arbeiter ."kommen von weit: und breit, uman der Kundgebung des sozialistischen Arbeitersports teilzunehmen.‘ Spannende Momente bei den AbfahrtsIMufen ■ Noch lange vor Beginn dos ÄbfahrtSlaufeS war das weit« Gelände von der. Zimteckerbaude bis zu dem.in JohanniSbad befindlichen Ziel dicht uinsaumt von sportbegeisterten Zuschauern. Nach d"en'bisher vorliegenden Ergebnissen des AbfahrtS« länfos fühÖen.auch hier, die N o r'd l ä nd e r Verlegen./ Doch konnte der Atus'den" 4. iiiid 5. Platz im 2-Kilometer-Abfahrtslauf der Sportlerinnen besetzen." An 1. Stelle kam M o n s e n- 'N'ortvegiln mit 4.42 Miitute»/" an 2. Stelle"die finnische Rekordlerin R n o k o st k i mit 6.16, an 8. Stelle die Finnländerin S l l v ast mit 0.81, an 4. Stelle die Ajus-Länferin Kirchesch läger mit 7(05, än'ö. Stelle Se l d l-AtuS mit 7.85. Besonders große Leistungen" svareii, beim- Abfahrtslaufen der Männer Pu- sehen, das| nationaler Hinsicht vollkommen gerecht vorgegangen. Wörtlich erklärte der Minister über daS nationale Problem u. a.: «Ich brauche Euch nicht zu sagen, datz ich in der Krisenfürsorge zwilchen tschechischen und deutschen Arbeitern keinen Unterschied mache, und ich will die Zahlen nicht wiederholen, die ich im Abegordneten- hauS und im Senat in Beantwortung der von der Sudelendeutschen Partei eingcbmchtcn Interpellationen vorgcbracht habe und mit denen ich bewies, datz die soziale Fürsorge der Republik sich allen ihren Bürgern ohne Unterschied der Nationalität zuwendet. In unserer demokratischen Republik mutz Raum sein sür die volle sozial««nd kulturelle Entfaltung aller»nd darum tu gleichem Mage auch ihrer deutschen Bürger, die in ihr nicht nur ihre Helmat, sondern auch ihren Staat sehen sollen. Ein« Ideologie der nationalen Totalität, die dem demokratischen Geiste, den demokratischen Gnmdsätzcn, dem demokratischen Lebensinhalt imsereS Staates fremd ist, bekämpfen wir und Weden wir immer bekämpfen. Ihr habt auf diesem Boden auch eine grotze kulturelle und im"edelsten Sinne des Wortes nationale Aufgabe als Deutsche zu erfüllen und erfüllt sie. Ihr habt den Beweis geliefert, datz auch im deutschen Volke die Sehnsucht nachFrei- heitundDemokratie lebendig ist und dah auch die deutsche Kultur getragen und erfüllt ist von den hohen Idealen der Humanität. So Vertvak- iet Ihr nicht nur dar geistige Erbe von Marr und Engels, sondern auch das von Herder, Goethe und Kant. Diese hohen kulturellen Ideale leben auch in de» Herzen deS tschechischen Volkes. Wir glauben nicht daran, datz zwischen dem deutschen und dem tschechischen Volk ein Gegensatz bestehen nmtz, wir sind vielmehr tief davon überzeugt, datz die Völker dazu bestimmt sind, auf dem Boden deS gemeinsamen Staates in Frieden und Freundschaft miteinander zu leben. Dazu wollen wir ge- meins am arbeiten und wir wolle» miteinander dahin wirken, datz Mitzverständnisie und Rel- bungSslächcn beseitigt werden, wo sie noch bestehen. In diesem Sinne steht unsere Partei zu den Verhandlungen, die jetzt, im Schoße der Regierung geführt werden, durchaus positiv. Der Rede des Fürsovgeministers folgte minutenlanger Beifall. Wahrend der Rede des Für» sorgeministers war auch Abgeordneter Siegfried Taub eingetroffen, den die Konferenz ebenfalls begeistert begrüßte. Anschließend wählte die Kreiskonferenz die neue Kreisleitung, an deren Spitze wiederum" E. O. RambauSke, Abgeordneter Kr« jöi und Dr. Mühlberger stehen. »* über eine Strecke von 4 Kilometer erfolgte. Hier führten die S ch w e i z e r, aber auch die Leistungen der heimischen Arbeitersportler waren hervorragend. Nach dem Verlauf des Samstag, dem am Sonntag noch SlaloMläufe und Sprungläufe folgen, kann jetzt schon gesagt werden, daß die Skandinavier in den verschiedenen Laufarten unbestrittene Sieger sind. Nach den bisherigen"Läufen haben sie sich sotoohl beim 2-Kilometer-Abfahrtslauf der Frauen als auch beim 4-Kilometer-Abfabrtslauf der Männer an die Spitze gesetzt. Bei den Frauen belegten unsere Atus-Sportlerinnen den 4. und ü. Platz. Bei den Männern steht der Bruder des vorjährigen Olympiasiegers, der Novwegc Fcrmod 8t n u d, mit 3.01 an" der Spitze. Ihm folgte als zweiter bereits der DTJ-Mann Jaroslav Fryauf mit 8.20, während sich der Norweger Arne T a k S r a t mit dem dritten Platz begnügen mußte. Vierter war der Schweizer Schwa ar mit 3.41. Der erste Atus-Läufer war Petra- s e k an achter Stelle mit 4.20. Der AtnS besetzte weiterS den 11., 18. und 14. Platz. Er hat bei den starken Konkurrenzen überall ehrenvoll ab- geschnttten. Besonders reich an spannenden Momenten war der 30- K i l o m e t c r- L a n gl a n f, bei dem die Strecke, bei der bedeutende Höhenunterschiede bewältigt tvcrdcn mußten, zweimal zu durchfahren war. Schon in der ersten Hälfte Ivar der Sieg der Nordländer unzweifelhgft. Als erste gingen die norwegischen Nummern 55 und 00 in der gleichen Sekunde durchs Kiel. Bis zum elften Platz konkurrierten nur tzie Finnen und Norweger untereinander. Den ersten Platz besetzte der Nortveger S o I l i mit 2.04.04, den 2. bis 4. Platz Iviedcr Norweger, den 5. der Finne Kahr» mit 2.08.59. Der erste Mittclenropner war Walter Dreßler-AtuS an 12. Stelle mit 2.20.13. Ihm folgte der^J-Läufer Lang mit 2.26.82. Fackellauf und Festabend Am Abend fand ein Fackellauf durch Johannisbad statt, der ein einzigartiges Bild der Schönheit bot."Um 8 Uhr abnds wurde ein Festabend unter Mitwirkung der heimischen und ausländischen Sportler und der Arbeitersänger veranstaltet. Ansprachen hielten Abgeordneter K r e j L l, Fürsorgeminister N e ä a s und M- geordneter Taub. Slegerllste 10MaimfchastSka»f der Sportler 1. Norwegen I 89:14 Min., 2. Norwegen II 40:48, 8. Finnland I 41:44, 4. DTJ I 48.18, 5 Schweiz 45:10, 0. Atus I 40:40, 7. Finnland II 47:88, 8. Naturfreunde(ESN) 48:40, 9. DTJ II 50:90,10. Äorlvegen III 50.19,11. Militär hran. 2 ll 52:86, 12. Naturfreunde lLSR) 56:19, 18. Svaz d. turistu I 50:25, 14. Atus III 56.88, 15. Nepubl. Wehr 50:45,10. Militär hran. 2 II 57:54, 17. Svaz d. turistu II 59:42 Min. Kombinationslauf slö-Kilometer-Langlmis und Sprunglauf) 1. Jensen Arthnr(Norwegen) 87.488 Punkte, 2. Hilmar Soll!(Norwegen) 37.117, 8. Pedcr Bälden(Norwegen) 81.750, 4. Sven Halvorsen(Finnland) 80.500, 5. Loken Ottmar(Norwegen) 80.100, 6. Märki Hans(Schweiz) 24.868, 7. Rosendahl O. (Finnland» ,24.234, 8. Schwonr Werner(Schweiz) 28)784," 9. Neuster HanS(Schweiz) 23.427,10. Ruedi Ernst(Schweiz) 22.617, 11. Richter Josef (Atus) 18.167, 12. Sedläk Josef(DTJ) 15.701, 18. Kraus Arthur(Atus) 12.684, 14. Kober Rudolf (Atus) 11.251 Punkte. 4>KIlom«ter-Limglauf der Jngendsportlerlnnen 1. Richter Anna(Atus) 16:01 Min.. 2. Simm Else(Atus) 16:05, 8. Vrano Berta(Atus) 22:35 Minuten. 4-Kilomet«r-MimnschaftSlauf der Sportlerinnen 1. Finnland 18:00 Min., 2. Atus 28:54, 8. DTJ 29:20, 4. Svaz d. turistu 29:18 Minuten. 10' Unternehmer Näh- und Weberarbeiten verrichten, 1500 Personen, die unter, den dirclten KrisenauS- wirkungcn leiden..Unterstützung beziehen davon aber nur 800 Arbeitslos«. Indirekt ist die ganze Stadt von der Arbeitslosigkeit in Mitleidenschaft gezogen und eS gibt eine große Anzahl kleiner Gewerbetreibender, die überhaupt kein Einkommen haben. Wie sich die drückende Notlage bevölkerungspolitisch auswirkt, geht aus folgenden erschreckenden Ziffern hervor: Die Stadt Preßnitz zählte vor dem Kriege 8400 Einwohner, deren Zahl sank dann ans 4862 und hat h«ute den Tiefstand mit 2800 Einwohnern erreicht. Dieser Rückgang ist sowohl auf krisenhafte Abwanderungen als auch durch einen bedeutenden Geburtenrückgang, verbunden mit einer erschreckenden Säuglingssterblichkeit, entstanden. Etwa«in Drittel der Inwohner befindet sich außerdem siän‘ dig auf Hausierhandel. Auch In den umliegenden Ortschaften Reischdorf, Christophhnmme, WeigcnSdorf und Sonnenberg liegen die Verhält» nisse ebenso. Junge arbeitswillige Menschen gehen der denunzierte. au», gemeiner Privaträcho den Oberkellster bei den Behörden in Deutschland., Am April 1985 wurde Mann bei einem gelegentlichen Besuche Bärenstein» dort verhaftet, zur Gestapo nach Annaberg gebracht und unter der Köllig au» der Lüft gegriffenen Beschuldigung, daß er der tschechoslowakischen Gendarmerie.' gegen Entgelt Konfidentendienste geleistet hatte, nach wenigen Tagen ins Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenstein gebracht. diese geringe Dotierung als eine Vernachlässigung ihrer Existenzfragen. Nach dem Krieg- und vor allem seit dem Machtantritt Hitlers sind auch für die Preßnitzer Musiker schwire Sorgen entstanden. Durch die rigorosen Absperrungimaßnahmeu fjtr fr.-mde Ar- beitSkraste, wurden weite Arbeitsgebiete vcrschl«'- scn. Den solcherart arbeitslos gewordenen Menschen gelingt es nur langsam, au anderen Arbeitsstätten unterzukommen. Hermann Mann schildert nun die Torturen, denen die etwa 400 Häftlinge diese» Lager» durch die 500 Mann SG, die dort Dienst tun, ausgesetzt sind. Stundenlange» Stehen an einer Mauer bei jedem Wetter, bei jeder Bewegung mit den Kolben geschlagen, bi» die Leute zusammenbrechen. Bei der'Arbeit müssen 20 bis 25 Mann «inen etwa 60 Zentner schweren Lastwagen im Laufschritt ziehewund dabei singen. Ist ein Kommandant schlechter Lauste, müssen die Häftlinge einen ganzen Tag stehen. Hermann Mann wurde Infolge eine» Unsnlles, den er erlitten hatte, al» Bademeister de» Lager» beschäftigt- und wurde auf diese Weise. Augenzeuge einer Reihe bestialischer Verbrechen und der raffiniertesten Grausamkeiten. Er erzählt, wif der jüdische Arzt Dr. flurt Boa» au» Crimmitschau an Händen-und Füßen an einem Prügelbock angeschnallt, wurde und 25 Stockhiebe erhielt, Stockhiebe, sind, über- Haupt«in ganz alltägliche» Strafmittel Im Kon- zesttrationSlager. EIN anderer Jude, W.e Pt- heim aus Meerane.In»Sachsen, mutzt« stundenlang in einer Kiesgrube auf Unterarmen und Kim über den Schotter kriechen und war dann so mit Wnnde» bedeckt, daß er nist' Blutvergiftung weggeschafft, werde» mußte. Bald darauf kam die Meldung von seinem ' Tode. mit Pfeffer und Kümmel, Druckknöpfen und Schuhbänder», Spitzen- und Kiöppelartileln von Haus zu Haus. Das ist kein Handel mehr, sondern verschleierte Bettelei, denn die erzielten Verdienste sind so minimal, daß kaum der Einzelne seinen Lebensunterhalt damit verdienen kann. Handel und Gewerbe haben durch die von Deutschland eingcführtc Zehn-Mark-Spcrre den Todesstoß erhalten. Während ehedem ganze Gruppen über die Grenz« kam«n, um sich zu vergnügen oder mit billigen Waren einzudecken, hat das heute aufgehört. Die"Gaststätten stehen leer, denn sie einheimische Bevölkerung kann nichts kaufen. Die Kinder der Gastwirte beziehen Ernährungskarten In diesem sozialen ElendSgebiet ist die demagogische Henlein-Propaganda auf fruchtbar m Boden gefallen. Die von der Krise zermürbten Menschen haben die gleißnerischen Versprechungen von der»Volksgemeinschaft" geglaubt und am 10. Mai 1935 haben 85 Prozent der Bevölkerung die Henlein-Partei gewählt. Bisher hatten sie davon keinen Nutzen, eher Schaden I Mögen die verantwortlichen Funktionäre des Staate» und der Oefsentlichkeit diesen verzweifelten Notschrei fleißiger, arbeltSsamer Menlch-r. hären und Hilfe bringen, soweit solche möglich ist. Ihnen das Gefühl der Vcrlaffenheit und der Aussichtslosigkeit nehmen heißt, sie dem Gedanken du Demokratie zu gewinnen. Sie sind auf ihrer Einöde dem Staate fremd geworden. Zuriickge. Wonnen werden können sie nur, wenn man für ihrs Röte und Sorgen Verständnis und Hilfsbereitschaft aufbringt. Ihnen beizustehen ist menschliche, soziale und demokratische Pflichtl Franz Kern. erzielen einen Wochenderdienst von 25 bis 80 Ke. Im nahegelegenen WeigcnSdorf leben beispielsweise alle Inwohner nur aus diesen btscheideneu EriverbSquellcn. In Preßnitz gibt es zwei industrielle Betriebe. Die Strumpffabrik Gehr. Schlosier, welche etwa 60, und die Spitzenniederlage Schmidt, welche 1b bis 20 Arbeiter beschäftigt. Beide Unternehmer gehören der»Volksgemeinschaft" an und zahle.: ihren Arbeiterinnen Löhne von 60 bis 90 Hel. per Stunde^-.?„ In der Vorkriegszeit'Hi» 1914 gab eS in Preßnitz auch einen Eisenerz-Bergbau, bei den in der Blütezeit 860 Personen Beschäftigung gefunden hatten. Aus llnrentabilität wurde er ausgelassen, aus diese Art das vorhandene Elend noch vermehrend.>. Durch die Forsttvirtschaft wird ein geringer Teil von Arbeitern erfaßt. In den herrschaftlichen und städtischen Forsten sind die Arbeiter nur periodisch beschäftigt, weil deren Zahl unverhältnismäßig erhöht wurde, um einem größeren Teile Verdienstmüglichkeiten zu bieten. Die jährlichen Einkommen bewegen sich um die 8000 XC. In den staatlichen Forsten liegen die Verhältnisse einigermaßen günstiger. In früheren Zeile sind au» Preßnitz und den umliegenden Ortschaften an die 800 Personen in dar angrenzende Sachsen auf Arbeit gegangen, dir infolge der Balutenunterschiede schöne Einkomm:« erzielten. Jetzt sitzen sie daheim, Hitler hat Ihn«: die Grenzen versperrt. Höchstens einige Land« wirtschaftSgehilfen können gegen geringe Entlohnung Unterkommen. Preßnitz zählt 600 Arbeitslose einschließlich der Heimarbeiter, d. s. mit den Angehörigen etti» Bin Sudetendeutscher zweiundzwanzig Monate Im Konzentrationslager i Unser Karlsbader„Bolkswille" veröffentlichte in der abgelaufenen Woche eine Reihe von Berichten über daSKonzentrattonSla- ger Sachsenburg, die neuerdings und in geradezu grauenerregender Weise die vielleicht entsetzlichste Schmach unsere» Jahrhunderts vor MWW Augen führen. Di« Bericht« stammen von döm Auch heute noch sind verschiedene an der! früheren Obe r k e l l n e r des Hotel»„Stadt Preßniher Musikschule ausgebildete Fachleute be: i p z i g in W e i p« r t, Hermann M a n n, rwh-tHni Ai-Mnhint D, I der— ohne übrigen» jemals Sozialdemokrat oder Kommunist gewesen zu sein— völlig unschuldig in die Hände der Gestapo gefallen war und den Menschlichkeit und Wahrheitsliebe antrieben, seine furchtbaren Erlebnisse unsere» Karlsbader Freunden zu Protokoll zu geben.' Mann war, ohne es zu wissen, daß e» sich um einen Spitzel handelte, in Weipert mit einem großen und bekannten Orch:stern beschäftigt. Da! »s im oberen Erzgebirge Industrien, welche d-r"" Jugend eine Existenzgrundlage garantieren wür den, nicht gibt, kommt dieser Schulungsstätte ein hohe soziale Bedeutung zu. ES wäre aus diesem Grunde wohl angezeigt, wenn der Staat für uh Erhaltung dieser Einrichtung größere Zuwendun gen bewilligte, denn der Betrag von 2500 XL ist............«»..»»—........ völlig unzureichend. Die Bevölkerung empfindet gewissen Walter Anger bekanntgeworden und hilf»——*.... fb.JaaaiiH». aYs»Iw»())»vhaAYüiCIntiH.« amS A»maln»t* Xct größten Teile» des SachauswandcS zu. Die Subvention wurde noch während der Kciegsjahre auS- bezahlt und die Stadt hatte um die Erhaltung Ihrer Musikschule keine Sorgen zu tragen. Ans dieser sechskiassigen Orchesterschule, in der alle einschlägigen Musikinstrumente einschließlich Orgel und Klavier gelehrt wurden, sind wertvolle Musiker Hervorgenangen. In früheren Zeiten zogen diese in alle Welt und die Preßnitzer Kapel-| len waren allerorts bekannt und geliebt. In> Java, Aeghpten, Chile und anderen fremden Staaten waren und sind Musiker mi» unserem Erzgebirge, die den Unterricht in der Preßnitz-r Musikschule genossen habe», seßhaft. Aus Aufzeichnungen der Stadt ist ersichtlich, daß in aller Herren Länder Preßnitzer Müsiier beschäftigt waren und eS ist selten eine Stadtmatrik so vielfältig und bunt, Ivie man sie hier antressen kann. Fast ein Drittel der älteren Inwohner ist ans«! wärts geboren, einige sind sogar bei großen lieber- s fahrten auf Schiffen zur Welt gekommen. D'e Frauen gehörten ja mit zu den Kapellen und sie! muhten den Männern folgen, wohin diese auch> gerade zogen. Elter» und Kinder ließ man in der Heimat zurück; diese lebten von den au» der Fremde«intceffenden reichen Zuschüssen. Da e» in der damaligen Zeit für die Musiker keine PensionSversichcrung gab, legten sich die allzeit sparsamen Erzgebirgler Geltz zurück, das ihnen im Alter, zur Bestreitung des Lebensunterhaltes dienen sollte. Heimgtlicbend wie diese Menschen nun einmal sind, legten sie ihre Spargroschen in die städtische Sparkasse zu Preßnitz ein. Während des Krieges wurde davon jedoch KriegSanleih- gezeichnet und nun sind diese armen Menschen auch um diese Ersparnisse gekommen. Heute ist die Situation in der einstens berühmten Musikschule wesentlich anders, geworden. Infolge der allgemeinen Notlage der Bevölkerung mußte der Preis des Schulgeldes wiederholt herabgesetzt werden, die Ausgaben sind jedoch aus eben den gleichen Gründen gestiegen. Da der Staat diesem wahrhaft sozialen Unternehmen jedoch a>> jährlicher Subvention nur 2500 XL gewährt, sind sür die Stadt daraus große finanzielle Sorgen entstanden. Die arme Gemeinde opsert jährlich zur Erhaltung der Musikschule, die zu einer Existenzfrage für die CrzgebirgSjugend wurde 80.000 Xi. Diese Last trägt die Gemeind« nur, um der in Hoffnungslosigkeit steuernden Jugend eine Bildungsstätte zu erhalten, die vielen ihrer Väter ein« Existenzgrundlage geschaffen" hatte. Das jährliche Schulgeld wurde mit 800 Xe festgesetzt. Für sozial schlechtgcstellte Jnwohne- wurde eine ouprozentige Ermäßigung beschlossen und Kinder von ArbetztSlosetk brauchen gar nur 60 XL pro Jahr bezahlen. Trotz dieses außerordentlichen Entgegenkommen weist die Zahl der Schüler eine stets sinkende Tendenz auf, weil tue armen Erzgebirgsbewohner nicht einmal diese klei- nen Beträge aufzubringen vermögen. EIntr:» tende Schüler müssen mindestens zehn Jahre alt sein und sich sür einen sechsjährigen Schulbesuch verpflichten. Die Lehrer, von denen einige sogar an Kon- scrvatorien ausgebildet wurden,- erhalten nach einer mehr als dreißigjährigen Dienstzeit ein Monatsgehalt von netto 800 Xi, während der Direkter 1000 Xi bezieht. Mit diesen bescheidenen Entlohnungen müssen die Lehrer, welche ausgezeichnete Schulungsarbeit leisten, ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten. Die Schulleitung ist berechtigt, Zeugnisse auszustellen, die gleichzeitig Befähigungsnachweise für die Aufnahme in Theater- und Kurkapellen darstellen und auch zu Musichkehrerprüfungen berechtigen: i Hermann Mann schildert auch daS beispiellose MarthriUmdeS Redakteurs der«Dresdner Volkszeitung" Sachs, der buchstäblich zu Tode gequält wurde. Noch jetzt befindet sich in Sachsenburg Erich Jakobi, der wiederholt im Punker fürchterlich geschlagen wurde und der da» K. Z. kaum lebend verlassen wird. Ein gewisser Baum-, garten au» Dresden kam nach seiner Einliiferung ins»BernehmungSzimmer". Am Tage darauf, fand Hermann Mann dieses Zinuner in einem- grauenhaften Zustand. Alle Wände, die Zimmerdecke und der Fussboden waren über und über mit Blut bespritzt. A«S einem Rohr an der Decke hin» eine Kette Hera», das Marterinstrument. Togo darauf wurde der Unglückliche den Mithäft- lingen vorgrführt: sein Kopf ähnelte einem Fussball und war ganz bla« und grün. Bon den Angen sah man nur zwei quexgeschlltzle Oefsnungcn. Beim Entkleiden im Bad bemerkte Mann, dass Baumgarten über und über , mit Menschenkot bedeckt war: Dl« Bestie» hatten ans ihn herumgetrampelt, bi» ihm der Kot auS dem Leibe trat. Paul Schcabs aus Leipzig schnitt sich In ' Sachsenburg die Kehl« durch. Paul Kifsner aus Plauen starb im Sterbezimmer, ohne, daß sich je« i mand um ihn gekümmert hätte. Paul Dorn aus | Löbau stürzte sich aus dem Fenster zu Tode. Gemütskranke werden sterilisiert.^ Einmal wurden die Häftlinge gezwungen, ihr« Gesichter mit roter Farbe beschmierest und so zur Arbeit anzutreten. Ein ander Mal mußten sie auf die Barackendächer klettern und von dort in Pfützen hlnabsprlngen. Eines Tages waren 1846 Häftlinge in einem einzigen Saale zusammengepfercht. Bei seiner Entlassung machte einer her , Gestapo-Leute aus Dresden, ein gewisser Jähn- chen, folgende Bemerkung zu Mann: „Wenn Sie es nach Ihrer Entlassung wagen sollten,«ns Schwierigkeiten zu mache«, so lassen wir Sie auch In Ihrem Lande weg» schießen". Am 22. Jänner 1987— so schließt daS Protokoll— wurde ich entlassen, erhielt gar kei- i»en Entlassungsschein und ebensowenig ein« Lan« i deSveriveisung, der beste BeiveiS dafür, daß gegen mich nicht daS Geringste vorgelegen hat. Diese vorstehenden Angaben entsprechen vollkommen den Tatsachen. Gemeiudcpolizist verspielt Gemeindegelder im Hasard. Der 50jährige Gemeindewachmann der Gemeinde Werbih bet Leitmevitz versah schlecht Und-recht'ssttnen Dienst^ Er'genoß!da»-Bertrüutn- der Gemeindevertretung, die ihm die Elnhebung verschiedener Gemeindeabgaben anvertrauie. Die. peinliche Langweile des Winters im kleinen Dorfe benutzte der Gemeindeivachmann in« und außerhalb de» Dienstes zum Gasthausbesuch, wobei er mit großer Leidenschaft sich den« Hasardspiel hingab. Bei einer Revision Im Jänner dieses Jahres kam die Finanzkonunission darauf, daß der brave Gemcindedlener eine größere Summe vereinnahmter Gelder nicht abgeliefert habe. Als dieser merkte, daß seine" Defraudation festgestellt war, ging er zur Gendarmerie und meldete, daß er das nicht abgelieferie Geld im Hasard verspielt habe. Als diese Selbstanzeigc zur KennwiS seiner Mitspieler kam. brachten sie der Gendarmerie einen Betrag von 500 Xi unter der Angabe, diesen Betrag vom Gemeindewachmann gewonnen zu haben. Obwohl dadurch der größte Teil deS Geldes gedeckt war, endete daS ländliche Idyll mit der Verurteilung des spieliüchtigen Gemeindewachmannes zu sechs Wochen schweren Kerkers unbedingt. DIt politische Verantwortlichkeit de» Lehrer» besteht in der Aufgabe, auf seinem Arbeitsfeld« für die Erneuerung der Gesellschaft zu kämpfen. Er muß ober dabei von jenen Parteien, die den Fortschritt' repräsentieren, unterstützt werden. Zu diesem Ergebnis kommt Alfred KI e I n b e r g in der eben erschienenen Feberfolge der„Neuen Erzieh ung". In einem ausgezeichneten Beitrag bespricht der belgische Schulreformer Ja tz o t die Bedeutung de» l r i t t- scheu Geister in der demokratischen Erziehung, In einem„B r i e f« a u» W i e n" wird die gegenwärtige Lage der österreichischen Lehrer geschildert und das groß« Interesse der Polizei an den ehemaligen sozialdemokratischen Lehrernausgezeigt. In' einem Aufruf der Bereinigten spanisch en' Lehrerschaft werden die Perbrechen de» Faschismus behandelt. Ein weiterer Aufsatz ist der B e- deutung deSKinoSsÜr die Er- z i« h u n g gewit-:et. Zahlreich« Notizen geben-Auf- schluß über Schule und Erziehung im Ausland.. Di« „Neue Erziehung" erscheint jährlich zehnmal und kostet 15 K£. Jeder demokratische Lehret und jede» Eltern-, Ort», und BezirkSschUlauSschußmitglled soll in ihrem Besitze fein. Bestellungen bei der verwal- l tUng der Neuen Erziehung, Aussig, Herrengqffe 8, 18. Stock:* ) Neue Mindertciten-Organlsation. Ist der dieser Tage in Wien statjgefundenest Präsidialkonferenz' I der deutschen Minderheiten-Organisatlonen de» Auslandes würde-beschlossen, einen«Deutsche» Ber- bgnd der Auslands-Minderheiten" mit depr Sitze in Wien zu schaffen. Diese neue Organisation, soll.ein I katholisches Gegenstück zu dem deutschen AuSlandr- ! Institut in Stuttgart sei», dar vonNational- I sozlaltsten beherrscht wird. Nr. 45 Sonntag, 21. Feier 1937 Genosse Jaksch In London Der Vortrag Im britischen Parlament Frage lösen— er würde weder eine wirtschaftliche Besserung, nach eine gerechtere Natlonalitäteu- Politik herbeiführen. Daher sind die Sudeten- deutschen in höchstem Mähe am Frieden interessiert. Die jungen Aktivisten Im deutschen Gebiet setzen darum ihr ganzes politisches Gewicht für die nationale Versöhnung ein, und sie werden darin bestärkt durch die Tatsache, dass die humanistischen Ideen Masarhk» in der Jugend des tschr- chischen Volkes Wurzel geschlagen haben.»Wir deutschen Aktivisten kämpfen für den Sieg der Vernunft. Es muh in dieser Zeit der Krieg»« angst und Kriegsgefahr eine Bewegung geben, t: den Mut zur Vernunft hat." Das auhcrovdentliche Interesse, das dieser Vortrag fand, kam in der Fülle der Fragen zum Ausdruck, die in der Diskussion an den Vortragenden gestellt wurden. Die Fragen beträfe' aussen- und wirtschaftspolitische Probleme, Details des aktivistischen Programmes und auch die Partei des Herrn Henlein, deren»ungeschrieben'S Programm" die englischen Abgeordneten viel mehr interessierte als ihre vagen öfsentlichen Erklärungen; di« DiSkuSssion bewies, dass die politish Interessierte englische Oesfentlichkeit sich über dir wahre Natur dieser Partei trotz der eifrigen Propagandatätigkeit deS Herrn Henlein und seiner Abgesandten keinen' Illusionen hingibt. An der Debatte nahmen unter anderen die Abgeordneten Ben Riley, Pritt, Grenfeil, ElliS Smith und Miss Marshall teil. ES unterliegt keinem Zweifel, dass der Vortrag dcsi Genoss:« Jaksch viel Verständnis und Hitler— der deutsche Ford Berlin.„Bei der Eröffnung der Automobilausstellung sprach auch der Reichskanzler über da» auf dem Gebiete der Motorisierung in den letzten Jahren Erreichte. Der Kanzler stellte eine Bilanz über das in den letzten vier Jahren Geleistete auf, wobei er erklärte, dass das deutsche Volk kraftwagenfreundlich geworden sei. Vom Jahre 1987 ab werde die Finanzierung der deutschen ReichSautobahnen aus den Erträgnissen des deutschen Autoverkehrs selbst erfolgen. Hitler zählte dann die noch für di« Zukunft zu lösenden Aufgaben auf, worunter er als erste die Notwendigkeit hervorhob, die letzten Voraussetzungen für die Produktion eines einbeit- liehe» Volkswagens sichcrzustellen. ES sei sein unabänderlicher Entschluss, die deutsche Kraftwagenwirtschaft von der Unsicherheit der internationalen Importe unabhängig zu ,machen und auf solide, sichere eigene Basis zu stellen." ,’v ES ist, wie man sieht, die Entwicklung des Nationalsozialismus von Moeller van den Bruck zu Ford: DaS Erwachen einer Nation zur. straft- Ivagenfreundlichkcit"; die geschichtliche Sendung eines Automobil-Agenten; nicht Goethe und Bismarck sondern Opel und Benzl Arighi, der Himmelschreiber bekannt durch den Lesslng-Mord Die Blätter berichten jetzt den Namen des rätselhaften Fliegers über Wien: es handele sich um den Oberleutnant Arighi, der früher in der Gestapo gearbeitet habe. Während des Weltkriegs einer der besten österreichischen Kampfflieger, Sympathie für die ernsten Sorgen und Problcn>e der Sudctendeutschen in England geweckt hat. Das Echo In der Presse Ueber den Vortrag haben auch die meiste-» grossen Londoner Blätter ausführlich bericht»! Der„Daily H« r a I d" versieht seinen Bericht mit der Ueberlchrift„Antwort auf die Behauptungen der tschechischen Nazis". Der»Daily Telegraph", der dem britischen Außenministerium nahestcht, schreibt unter dem Titel»Londoner Besuch eines Führers der Deutschen":„Rach dem kürzlichen Besuch des Herrn Rutha in London ist Herr Wenzel Jaksch, ein Führer der Deutschen sozialdemokratischen Partei, die eine der drei deutschen Parteien in der tschechoslowakischen Regierung ist, hierhergekommen, um einen Vortrag zu halten. Herr Jaksch sprach in einer Versammlung, die in einem Ausschusszimmer des Unterhauses unter dem Protektorat von Brigadcgcneral SpearS(konservativer Abgeordneter für Carlisle), Oberst Wedgwood (sozialistischer Abgeordneter für Newcastle) und Herrn Geoffrey Mander(liberaler Abgeordneter für Ost-Wolverhampton) abgehalten wurde. Er beschrieb die Lage der deutschen Minderheit vom Standpunkt der„aktivistischen" Grupp:, welche■ ic Zusammenarbeit zwischen Tschechen und Deutschen betreibt." Der„Daily Telegraph", der a" gleicher Stelle auch auf die Kritik zu sprechen kommt, die der tschechische Nationalsozialist Doktor Klavka Im Budget-Ausschuss an RnthaS Londoner Reise geübt hat. schliesst mit der lakonisch-n Bemerkung:„Dem kürzlichen D'such des Herr: Rutha wird keine übertriebene Bedeutung beigemessen." hätte er an die Italiener ausgeliefert werden sollen, weil er Spitäler und Rote Kreuz-Stationen rücksichtslos bombardierte. Arighi sei damals nach Südamerika geflohen, wo er ein Abenteuerleben führte. Dann sei er nach Europa zurückgekehrt und in den ungarischen Spionagedienst getreten. Nach dem Hitler-Ilmsturz trat er in die Dienste der G e st a p o und sein Namen wurde auch im Zusammenhang mit der Ermordung Professor Lessings genannt. Arighi tvar damals Pilot einer Flugzeuggesellschaft, deren Flugzeuge öfter in Marienbad landeten. Arighi floh dann, von den tschechoslowakischen Behörden als Spion verdächtigt, wieder nach Deutschland zurück. Nunmehr sei er Chefpilot einer österreichischen Flugzeugfabrik. In Karses London. Der Wortlaut des KrönungieideS, den König Georg VI. im Mai d. I. oblegen wird, wurde am Freitag abends veröffentlicht. Di« neue Eidesformel, die«ach vorherigen Besprechungen« mit de« Dominien gebilligt wurde, trägt der virfassuagS- rcchilichen Stellung der Dominien gemäss dem Statut von Westminster Rechnung. Der Unterschied gegenüber der alten Eidesformel besteht darin, daß diesmal die Dominien sämtlich aufgezählt werden. Rom.(Stefan!.) Für das Budgetjahr 1987/88 hat dar Marineministerium der Kammer sei« Budget mit präliminierte« Ausgaben von 1.887.891.000 Lire vorgelegt. Dieser Voranschlag weist gegenüber dem früheren Stand eine Erhöhung um 248 Millionen Lire auf, die durch die Erhöhung der Personalaufwände und Erweiterung der Dienste bewirkt wird. Aus London wird, uns geschrieben: (I. H.) In einer Komiteesitzung des englischen Unterhauses hat Genosse Wenzel Jaksch, der zur Zeit in London weilt, einen Vortrag über die Lage in der Tschechoslowakei und di« besonder- Situation der Sudetendeutschen gehalten, der in parlamentarischen Kreisen grosse Beachtung sand. Dem Vortrag wohnten nebst zahlreichen Abgeordneten aller Parteien der Unterhauses auch hervor» mgende Persönlichkeiten der publizistischen und wissenschaftlichen Welt bei. Der lwerale Abgeordnete Geoffrey le M a n d e r führte den Vorsitz; Wickham S t e e d, wohl der angesehenste politische Schriftsteller des Landes, hatte die Aufgabe übernommen, die Ausführungen des Redners zu übersetzen. Abgeordneter Jaksch ging in seinem Vortrag.von den ethnologischen Gegebrnheiten. ,im zentraleuropäischen Raum aus, von der in der VölkerwanderungSzcit geschaffenen Tatsaih« der engen Bölkervermlschung, die ein Zusammen- failenvonBolkS-undStaatSgren- zen au»schliesst. Er streift« die LösungS» versuche der Vorkriegszeit seit dem Aufkommen der„nationalen Frage" und ertvähnte Insbesondere, dass das deutsche Volk zur Zeit Herders und Goethes grosses Verständnis für die Lebens- ui.i EntwicklungSnotwendlgkelten der jungen Völker deS Ostens gehabt habe, ein Verständnis, das aber leider— und verhängnisvoller Weise— seit Bismarck sowohl im Reiche wie unter den Deutsche»» Oesterreich» verloren gegangen sei. Das Iah» 1918 hat diesen Völkern, und insbesondere de,» Tschechen, die nationale Eigenstaatlichkeit gebracht. Dieser geschichtliche Fortschritt bleibt zu bejahe», wen n er auch z. T. auf Kosten der Besiegten des Weltkrieg» gegangen ist und wenn der Einschluss so grosser deutscher und magyarischer Minderheiten in die tschechoslotoakische Staatlichkeit für den Staat selbst gewiss keinen Jdealzustand geschaffen habe.. Aber als Vertreter des demokratischen Teiles der deutschen Minderheit müsse er gerechter Weise erklären, daß— wenngleich auch unzweifelhaft die Tschechen Fehler gegenüber den nationalen Minderheiten begangen hätten— cs doch nirgends sonst, wo Deutsche als Minderheit leben, weder in Südtirol, noch In Polen, noch auch in U n g a r n, eine so liberal« Minderheitspolitik gebe, wie in der Tschechoslowakei. Da» gerade die MinderheiiSfrage in der Tschechoslowakischen Republik so sehr in den Vordergrund geschoben werde, habe nicht sachliche, sondern machtpolitische Gründe. Jaksch kam dann auf die wirtschaftlichen Verhältnisse Im sudetendeutschen Gebiet zu sprechen.Die. Sudeiendeutschen waren, so führte et.au»; wirtschaftlich die Hauptleidtragen-' den deS Zerfalls der österreichischen Monarchie. 47 Prozent der Sudetendeutschen sind in der Industrie beschäftigt, nur etwa 20 Prozent in dec Landwirtschaft. Sie sind in besonderem Masse auf Jndustrieexport angewiesen und der Industrieexport aus der Tschechosiowakei ist in der Nachkriegszeit— erst durch die Industrialisierung der agrarischen Nachfolgestaaten, dann durch die Zölle in den Bereinigten Staaten und England, durch die Weltwirtschaftskrise und die Auiarkisierung Deutschlands— katastrophal eingeschrumpft. So kommt e», dass von einer Bevölkerung von 8% Millionen immer noch 289.099 arbeitslos sind. Weltwirtschaftliche Ursachen also waren«S vornehmlich, die diesen Zustand hervorgerufen haben. Aber eine geflissentliche Propaganda unter de.» Sudetendeutschen macht für alle» Prag verantwortlich— ganz ähnlich wie im weimarischen Deutschland für aller Versailles verantwortlich gemacht wurde. Gegen diese künstlich erzeugte Psychose wenden sich die deutschen Demokraten. „Ich bin kein professioneller Propagandist", erklärte Jaksch,„es sind Fehler in der Tschechoslowakei gemacht worden, auf dem Gebiet der öffentlichen Arbeiten z. B. ist«ine gewisse Diskriminierung der deutschen Industrie festzustellen; aber wir haben Pressfreiheit, Redefreit, ein freie» Schulwesen, wir haben da» Glück, in einem Rechts st aat zu leben. E» ist richtig, dass infolge der ökonomischen Depression Unzufriedenheit unter den Sudetendeutschen besteht.— aber dass diese zu, einer spontanen Erhebung führt, ist nickst zu«rwaöten. Ob zu erwarten ist, dass eine solche Erhebung künstlich von aussen herbeigeführt wird, darauf will Ich in diesem Vortrag, der sich nicht mit der aussenpolitischen Situation beschäftigt, nicht.«Ingehen. Wir deutschen Demokraten und Aktivisten sehen e» al« unsere Aufgabe an zu verhindern, dass die Prücken zwischen Deutschen Un> Tschechen abgebrochen werden. Wir wollen vor der europäischen Oesfentlichkeit den Beweis erbringen, dass Deutsche und Tschechen friedlich mir- einander leben können." Mit drei grundsätzlichen bedeutsamen Fest- stellungen schloß Jaksch sein«»: Vorträg: 1. Eine Erschütterung der Existenz de» tschechostowakisch-n Staates hätte folgenschWkre' Rstckwlrkungen im ganzen Donauraum und' darüber hinaus«Ir e katastrophale. Erschütterung de».'europäischen Gleichgewichts zur Folge. 2. Der Export aus der Tschechoslowakei ist in der Nachkriegszeit um 18 Milliarden Xi auf firben Milliarden Xi gefallen. von Deutschlands O.sterrcich.Ungarn ist nicht die^ Abhilfe eu erwarten. E» ist eine Frage der' ökonomischen Solidarität d:r westlichen Demokratien, ob' sich in Zentraleuropa ein demokratisches Staatswesen wirtschaftlich wieder konsolidieren kann. 8. Ein Krieg wvrdist keine Vom Himmel hoch... Eine österreichische Amtszene Von Walter Grohmann Personen: Pomeisel,«in hoher Polizeifunktionär. Faltitschek, ein noch höherer Polizeifunktionär. Faltitschek: Aber was wollens denn, Herr Kolleg«, Die amtlich« Meldung war doch klar genug. Eilt schwarzer Doppeldecker,«et wahr, der mit Rauchschrift die Buchstaben USER erzeugt hat und hierauf in der Richtung Preßburg verschwand. Uebrigen» gehen wir diesbezüglich mit dem Deutschen Nachrichtenbüro konform. Pomeisel: Ich sag nix. Nur daß e» halt in einer andern Meldung ein weiss«» Jagdflugzeug war. Und hat keine Buchstaben in die Luft gemalt, sondern unsichere politische Embleme. Und dann iS er mehr in der Richtung Lundenburg verschwun den.' Faltitschek: No und? Pomeisel: Und da könnten seht nämlich gewisse unbelehrbare- Eletnente«inen Widerspruch entdecke«. Faltitschek: Wieso denn? ES war eben beide Male wer andrer. Pomeisel: Entschuldigen schon— wir Ham aber auS- gesendet, dass ei beide Mal« derselbe war. Falütscheki DaS lässt sich in einer solchen Höhe ohnehin nicht'unterscheiden. Pomeisel: Warum Ham wir» dann aukgesendet? Faltitschek: No wegen der Information. Pönieisel: Wegen was für einer Information, bittschön? Faltitschek: No vom Deutschen Nachrichtenbüro. Wir) sind ja mich hier völlig konform gegangen. Und äuf die Deutschen könnens Ihnen verlassen. Wenn di« was sagen, dann stimtr. Oder hat vielelicht. der Reichstag nicht gebrannt? No sehn». Pomeisel: Ja, ja... Die machen halt alle» mit der Organisation. Wern wir nie lernen. Nie. Faltitschek: Sagen» da» nicht, Herr Kolleg«. Schauen» zum Beispiel die Vaterländische Front: da» iS nix wie Organisation! Ganz ohne Leut! Und schliesslich war auch die G'schicht mit dem Flugzeug nicht schlecht organisiert. Gleich beim zweiten Male hat» geklappt. Da Ham» uns sofort vom Bisamberg ang'rufen, daß überm Schottenring ein Flugzeug gesichtet wird, und wir— eins— zwei— noch am selben Vormittag—: schon nach Aspern g'schickt, damit daß dorten jemand iehstss Verfolgung aussteigen tut. Da» ir Ihnen gegangen— tat« am Schnür! l Pomeisel: Aber derwischt r ims Ihm nicht. Faltitschek: Dafür hat der Major Weghofer eine Flughöhe von dreitausend Meter erreicht. Eißerst anerkennenewert. Pomeisel(nachdenklich): Der Weghofer? Den kenn ich doch.... der war ja früher... und jetzt«» is er«in betont— Faltitschek(unterbricht vorsichtshalber): Dreitausend Meter, bitte I Pomeisel: Und da reden» allerweil von bodenständig. Sowa»>.., Interessieren tat mich, Herr Kolleg«, ob der noch' ein dritte» Mal kommen wird? Wissen», weil nämlich unlängst schon offiziell bekanntgegeben worden i», dass e» in Oesterreich gar keine Flugzeuge mit Rauchschrlftvorrichtung gibt. Und am nächsten Tag hat» wieder geheissen, dass«» ein Oesterreicher war, der wa» sich nur im Himmel»- schreiben hat üben wollen. Faltitschek: No da lassen wir ihn hast übenl Vielleicht derstösst er sich, und wir ham die Scherer« hinter nn». Pomeisel: Vielleicht derstösst er sich aber nicht? Faltttschek(energisch): Dann werden die amtlichen Erhebungen um so rascher an» Ziel gelangen. Soll . nur ruhig seine unsicheren Embleme hinmalen; wir stören ihn nicht. Und wann» vielleicht ein Hakenkreuz wird, so ham wir endlich«inen zuverläßlichen Anhaltspunkt. Dann wat» nämlich''klarerweise Präsident Dr. BcucS nach Brünn. Präsident Dr. Bene» wird, wie DND erfährt, ain 18. März der»nährischen Landeshauptstadt einen Besuch abstatten, um das Ehrendoktorat dec tschechischen Technik sowie der philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität in Brünn cnigegenzunehnicn. Air beiden Hochschulen wird der Präsident der Republik je einen wissenschaftlichen Vortrag halten. Der Präsident der Republik empfing anr 29. F.'ber den neuen bulgarischen ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Peter N c j k o w in Antriiisandienz. Sodann empfing der Präsident den Landespräsidenirn von Mähren-Schlesien Jan Cern»;. Tschechische Sozinldemokratem für Einschränkung des Ermächtigungsgesetzes. Der Klub der tschechischen sozialdemokratischen Abgeordneten hat Freitag eine Sitzung abgehalten, in der auch die Frage des Ermächtigungsgesetzes zur Sprache kam. Nach abgeführter Debatte wurde beschlossen, die Vertreter der Partei in der Regierung mögen eine Einschränkung der Zahl der Verordnungen, welche nach dem Ermächtigungsgesetz ausgcgeben werden, verlangen und auf der Verhandlung der Vorlage durch das Parlament bestehen. Weiters wurde beschlossen, eine Regelung der Beiträge zur Arbeitslosenunterstützung in der Weise zu fordern, dass auch die Unternehmer etivas dazu beitragen üiid' schliesslich c» mögest»Schritte gegen den politischen Terror bei Aufnahme von Arbeitern in die Betriebe getan werden. Efo Tatsachenbericht aus den berüchtigsten Konzentrationslagern „Staatliche» Konzentrationslager VII von Kl. Hinrichs gebunden KC 48.— „Dachau" von Walter Hornung gebunden Xä 84.— Zu beziehen durch die: Zentralstelle für das Bil- dungSwefen Praha XII., Slezfkä 13. eine kommunistische Provokation. Wann sich aber Herausstellen sollte, daß er eine Sowjetsichel hiu- gcmalt hat, so is er ja eo ipso ein Kommunist g'wcsen. Muß einem jeden einleuchtcn. Pomeisel: Selbstredend. Faltitschek: Wa» Illegale» warS auf jeden Fall. Pomeisel: Klar. Entweder ein Kommunist oder ein Nazi. Was andre» gibt» ja gar»et bei uns. Faltitschek: Pardon— wie meinens denn da»? Pomeisel: Nix. Nur so. Die Leut sein eben unbelehrbar. Faltitschek: Dann iS gut. Ich hab schon eine Angst kriegt, dass Sie vielleicht—(Telephonläuten. Faltitschek hebt ab) Poldion eins intern. Djehre.— Wie bitte?— Aha.— Jawohl, zu dienen.— Natürlich. Muss einem jeden«inleuchtcn.(Legt den Hörer auf.) Alsdann paffens auf, Herr Kolleg«. Man hat sich an kompetenter Siellc bereits entschieden. Der Flieger hat eigentlich ein Krukenkreuz hinmalen wollen, und cs war ein Broba- gandaslugzeug von der Vaterländischen Front. Pomeisel: Sie Han ja gleich g'sagt: was Illegales. Faltitschek: Machens da keine G'fpaß und stilisierens lieber die amtliche Meldung. Aber einwandfrei, daß' nicht wieder ein Pallawatsch hcrauskonnnt. Also der Himmelsschreiber, dec in den letzten Tagen mehrfach über dem Bundesgebiet gesichtet wurde, ist also naturgemäß in vollein Einvernehmen mit, dem Bundeskanzleramt borgegangen. Es handelt sich um die Absicht einer Hervorhebung des innigen Zusammenhanges, der-wischen unsere»; Bundesverfassung und den himmlisch«« Mächten besteh«, wa» jedem vaterlandStreuen Bundesbewohner mich von allem Anfang an klar war. Für gewiffe Methoden, die sich nicht scheuen würden, sogar das Firmament zu politischen Zwecken zu mißbrauchen, ist im christlich-deutschen Oesterreich kein Platz. Die Unentwegten haben sich wieder einmal getäuscht, und verweisen wir alle diesbezüglichen Gerücht«, wonach es möglich wäre, unsern Bundeshimmel mit vollsfremden Emblemen zu verunzieren, lächelnd in da» Reich der Fabel. Sonntag, 21. Acker 1037 Nr.45 Seite 6 Sechsjähriges Prozeßmartyrium eines geblendeten Bergarbeiters Das Opfer eines ärztlichen Mißgriffes kämpft um sein Recht Und die Bürokratie... Prag.—rb— Wir haben Uber den tragischen Fall des Bergarbeiter» E m i l V e s e l ij, der am 10. Feber 1081. durch einen furchtbaren ärztlichen Mißgriff im Plibramer Krankenhaus uin sein Augenlicht kam, bereits mehrfach eingehend berichtet. Der Unglückliche tarn in das Spital, um .sich eine geringfügige Handverlctzung behandeln zu lassen. Der damals im Pbibramer Krankenhaus volontierenden, aus Rumänien stammendcu Äerzrin Tr. Sarah P e i s a ch. fiel auf, da» der Patient ein krankes Auge hatte, und ohne ihn lange zu fragen, nahm sie eine Einträufelung aus einem Fläschchen vor, das B o r iv a s s e r enthalten sollte. Der Behandelte stieg einen furchtbaren Schmerzensschrei aus, woraus ihn die Aerztiu barsch wegen seiuer„Wehleidigkeit" tadelte und auch noch das andere Auge in gleicher Art behandelte, während sich der Arnie vor Schmerzen wand. Was das Fläschchen eigentlich enthalte» hat, ist nie bekanulgeworden. denn als eo die Sicherheitsbchärden beschlagnahmen wollte»,. Ivar cs— bezeichnenderweise— spurlos .verschwunden! ES muh eine hochgradig ätzend« Flüssigkeit gelvesen sein, denn der llnglückliche erblindete in der Folge gänzlich. Tie entsetzlichen Qualen, die er durchzumachen hatte, führten zu einem vollkommenen Ncrveuzusauuuenbruch und Emil Beselh muhte längere Feit in der Irrenanstalt verbringen. Er blcibi bis zu seinem Lebensende ein Wrack.... Die schuldtrageudc Aerztiu tourdc Ivegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens angeklagt und— freigesprochcn! Als dann der Geblendete seine Schadenersatzansprüche anmel- dcte, zog cS die Doktorin vor, in ihre rumänische Heimat zu Vcrschivindcn, und da sie lei» Vermöge» besitzt, Ivarcn alle Ansprüche gegen sie praktisch bedeutungslos. Veselh brachte also gleichzeitig eine Klage gegen de» Pbibramer Spitals- f o n d s ei», ans dem das Krankenhaus dotiert tvird. Der Fonds ersuchte die Prager Finanzprokuratur, die das Aerar in Prozessen zu vertreten hat und autononie Korporationen vertreten kann, um Vertretung, und diesem Ansuchen wurde bereitwilligst nachgekom- »>en. Wir haben bereits seinerzeit geschildert, in welcher schikanösen Art diese bürokratische Institution den Prozch geführt und verschleppt hat. -Sollie einmal eine Studie Uber das Thema„B ü- rokratic und Menschlichkeit" geschrieben werden, lvürde dieser Prozeh als übles Exempel nicht fehlen dürfen. Mit immer neuen Einwendungen-und Anträgen, tvurde der Prozeh in die Länge gezogen und durchlief alle Instanzen, bis schließlich das Lberstc Gericht die die Klage aus formale» Gründen abtociscuden Urteile der unteren Instanzen aufhob und neuerliche Verhandlung anordnete. Gestern— also mehr als sechs Jahre nach dem tragischen Vorfall— erging durch de» Zivilsenat des G N. Dr. V o t r u b a in dem neuaufgenommenen svon der Finanzprokuratur abermals systematisch verschleppten) Verfahren das Urteil, in ivelchcm die E r s a tz- pflicht des Krankenhauses ausgesprochen und gleichzeitig Uber die Höhe der Entschädigung entschieden wurde. Die Ersatzpslicht Vom Rundfunk CnwIiMinmrtu hi den Programmen: Montag Prag, Sender I: 7.00: Morgcmnusik. 11.88: Berühmte Tenöre auf Schallplatten. 12.10: Lieder aus Tonfilmen. 12.85: Orchestcrkonzcrt FOK. 17.35: Klavierkonzert. 18.10: Deutsche Sendung: Tr. Simon: Der Jugendliche in den Ncisejahrem 18.20: Lieder von Rudolf Kende. 18.30: Dr. Libora: Sport» vhotographi» im Winter. 18.15: Deutsche Presse. 21.00: Tschechische Lieder. 21.25: Zika: Geigen» nuartett. 22.20: Tanzmusik. 22.40: Deutsche Nachrichten.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Ein Buch, wies die Jungen heute lesen'wollen, Dialog. 14.85: Fürnberg-SÜHIind: Lautenlieder »on Frank Wedekind. 14.50: Deutsche Presse. 18.10: Blechmusik.— Brünn, 17.40: Deutsche Sendung: Jng. Kürschner: Von neuzeitlichen Rauschgifte». 10.10: Französisch-Kurs. 21.00: Volkslieder auS Mähren.— Mreßburg: 18.85: Militärmärsche. .21.00 Nundfunkorchesterkonzert. 22.85: Tanzmusik. — Kascha», 12.05; Schallplattenkonzert.— Möhr, Lfteanr 15.00: Llundsunkorchesterkonzert: 18.10: Tentsche Sendung: Arbeiterfunk; Morawetz, Urlaub der Arbeiter und Angestellten. Dienstag Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau. 10.80: Prager Blechguintctt. 11.05: Rundfunk für deutsche Schulen. 12.10: Schallplatten. 12.85: Populäres Konzert. 16.10: Orchester FOK. 17.80: Dvotäk: Gei- geiikonzert. 18.10: Deutsche Sendung: Wegbereiter der Wcllmuiik. 18.45: Deutsche Prcstc. 18.55: Deut- lcher Kuliurbericht. 21.00: illundsunkorchesterlonzert. — Prag, Sender II: 14.15; Deutsche Sendung: Braun: Michelangelo als Dichter. 14.80: Kompositionen von Schubert. 14,50: Deutsche Presse. 18.00: Gesangdkonzert.— Brünn: 17.40: Tentsche Sendung: Arbeiters««!: Sozlalinsormationen, Jnrda: Sanierung der Bruderladcn.— Preßburg: 19.10: Slowakische Lieder. 22.85: Tanzmusik.— Kascha«: 11.05: Opernvvrsplele auf Schallplatte«. 12.05: Operettengesänge. 15.00: Rundsuukorchesterlonzert. — Mähr. Ostrau: 17.80: Klavierkonzert: Job. Seb. Bach. des Krankenhauses wird damit begründet, dah den Kranken durch seine Vermittlung und unter seiner Obhut die ärztliche Kunst der dort ange- stelltcn Aerztc zugutekommen solle, daher müsse ein Spital auch für die Fehler der Aerzte ein« stehen. Was die Höhe der Entschädigung betrifft, so hatte Veselh in seiner Klage eine Million XL beansprucht. Das Gericht sprach ihm,diesen Betrag nicht zu, sondern berechnete die Entschä- digungssunnne folgendermaßen. Die geklagte Partei ist verpflichtet, dem Kläger eine MoTlAesneuigLeiten- Verständigung such mit der deutschen Spreche I Die erfreuliche Kunde von dem günstigen Ausgang der Verhandlungen im NcgicrungS- lager wurde den deutschen Zeitungen in einem Text mitgeteilt, dessen sprachliche Form leider nicht dem national versöhnlichen Inhalt entsprach. Die lobenswerte Absicht, die verfassungsmäßige Gleichberechtigung aller Nationen in der Administrative wann und wo immer zu praktizieren, tvurde uns in einem Deutsch mitgeteilt, das im Presscdepartement deS Ministerratspräsidiums anscheinend doch nicht gleichberechtigt mit der Staatssprache ist. Hier täte Verständigung dringend not! Aber Späh beiseite— die Enunziationen der Negierung und des Ministerpräsidenten werden durch das erwähnte Amt wirklich in Ueber- setzungcn an die Oesscntlichkeit gebracht, welche dem Zweck der Sache und damit d e m I n t e r- esse des Staates nicht dienen können. Das war schon so bei der deutschen lleber- setzung der Rundfunkrede des Ministerpräsidenten, die mit sinnstörendcn llebcrschungsfehlern in die Presse kam, das verhielt sich ähnlich bei der Wiedergabe des Interviews Dr. Hodjas mit dec„Morning Post", das ist nun wiederum der Fall bei dem so wichtigen Kommuniqus über die nationalen Verhandlungen. Es stellt schon eine große Nachlässigkeit dar, wenn selbst Paragraphen der Verfassung nichf auS dem bcurfchen Text der Gesetzes-Sammlung zitiert, sondern neu, aber dafür elend übersetzt werden. Das könnte zum,mindesten vermieden werden. Es wäre aber gewiß vor allem ini Interesse des Staates und seines zweithöchsten Amtes gelegen, wenn in dessem Pressedepartcmcnt ein Beamter säße, der die Staatssprache unb das Deutsche so gut beherrscht, daß er imstande ist, einen tschechischen Text in gutes und richtiges Deutsch zu übertragen.. Lawine im Salzbnrgischen. Auf der Groß- bllchlalm bei der Gemeinde Großarl ging im AuS- maßc von 40 Meter Breite und 80 Meter Höhe eine ungeheure Schneelawine nieder, die fünf Skiläufer, darunter«ine Frau, mit sich riß. Während sich die Männer aus den Schneemassen befreien konnten, wurde die Sportlerin, die übjährige Angela Koppcnsteiner aus Wien, getötet. Vom eigene» Hanse begraben. In der Nähe der ungarischen Gemeinde Aprohovo errichtete sich der Landwirt Stephan Egyö seist ein Wohnhaus und bezog es mit seiner sechsgliedrigen Familie. Infolge der letzten Regengüsse stürzte das Haus ein und begrub die ganze Familie unter seinen Trümmern. Zwei Töchter im Alter von 12 uivb 18 Jahren wurden getötet, tvährend die Frau und zwei kleine Rinder schwer verletzt wurden. Europäisch« Kultur in China. Reuter meldet, daß in ein Schanghaier Kino, Ivo ein sowjetrussischer Film über den Krieg in Abessinien lief, i italienische Matrosen und Marinebeamte eindrangen, um die Vorführung zu verhindern. Zwei Russen, die den Filni vorführten, wurden verprügelt. Die Demonstranten vernichteten, den Projektionsapparat und nahmen den Filmstreifen mit. Der angerichiete Schaden wird auf 20.000| chinesische Dollar beziffert. Hiezu tvird weiters■ berichtet: Während zehn Matrosen vom Kriegsschiff„Lepanto" in die Projektionslabine eindrangen, manifestierten etwa 50 Matrosen und Offiziere im Zuschauerraum, wobei sie in Hochrufe auf den Duce ausbrachen. Sie demolierten die Sessel, Fenster und Beleuchtung, worauf sie den Saal räuniten. Die erwähnten Rusten wurden ins Krankenhaus gebracht^ Die Angreifer feu- i erteil vor dem Kino mehrere Revowerschüffe ab und fuhren sodann in Autos weg. Türkische Musterdörfer. In den. nächsten Monaten tverden in der Gegend von Izmir 100 neue Dörfer geschaffen werden, die alle nach em und demselben/' vollkommen gleichen Schema erbaut werden. Die Baukosten werden durch die Serienkonstruktionen ungefähr gitf die Hälfte gesenkt. Die Bewohner der 100 neuen' Dörfer werden die türkischen Emigranten aus Bulgarien und Rn- niänien sein, von denen fast jeden Tag mehrere natsrente von 1200 XL zu bezahlen, wovon jedoch die Leistungen der Bruderladcftn Abzug zu bringen sind. An Schmerzensgeld für die körperlichen Leiden bestimmte das Gericht«inen Betrag von nur 10.000-XL, als Genug» tuung für die ausgcstandenen seelischen Qualen 150.000 XL, aber nur 500 X für die Ver- unstaltung. Der Vertreter der Finanzprokuratur zeigte sich der bisherigen Taktik dieser humanen Amts« stelle treu und meldete Berufung an. Man kann sicher damit rechnen, daß der Prozeß neuerlich bis zum Obersten Gericht getrieben werden wird. Emil Veselh wird sich trotz ssineS teilweisen Erfolges mit Geduld wappnen müssen. Vielleicht wird er den endgültigen Sieg seiner Sache nicht mehr erleben, was wohl so einigermaßen in der edlen Berechnung der Herren von der FInanzpro» lurahur liegt. hundert in der Türkei ankommen. Die 100 Musterdörfer worden alle in der Mitte«inen »Platz der Republik" mit einem Standbild Kemal Atatürks haben, ferner eine Gemeindewäscherei, eine Lichtzentralc und eine Traktoren- und Autogarage bei jedem einzelnen Bauernhöfe. Der Arzt der ägyptischen Mumien. Gleichzeitig mit der Meldung aus Kairo, daß die ägyptische Regierung den Beschluß gefaßt hat, die Mumien der Pharaonen auf ewige Zeiten wieder in einem nationalen Mausoleum beizusetzen, erfuhr man in London, daß der bekannte englische Anatom Sir Erafton Elligt Smith, der in der wissenschaftlichen Welt als der„Arzt der ägyptischen Mumien" bekannt war, gestorben ist. Elliot Smith war der erste, dem es gelang, das Alter der Mumien aus ihrem Skelett zu bestimmen. Im Jahre 1908 hatte er eine Idee, die seinerzeit ungeheure Sensation hervorrief und alle Abergläubigen gegen ihn alarmierte. Der Gelehrte wollte nämlich die damals anfgefundene Mumie des Pharaos TutmofiS IV. mit Röntgenstrahlen durchleuchten. Die Röntgentechnik war zu Beginn d«S Jahrhundert- noch sehr primitiv, und man befürchtete, daß die kostbare Mumie bei einer Durchleuchtung Schaden nehmen könnt«, so daß die Direktion deS„British Museum" Elliot Smith ausdrücklich die Durchführung seiner Absicht untersagte. Er tat er dennoch, und zwar in höchst abenteuerlicher Weis«: er bestach einen Wärter und ließ sich mit einem Astistcnten nachts im Museum einschließen. Die Platten, die er dann der königlich-medizinischen Akademie vorlegte, waren wissenschaftlich von sehr großem Wert. Elliot Smith hat sich insbesondere auch mit dem„Fluch der Pharaonen" beschäftigt. Er hat systematisch die Mumien untersucht und ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß jedesmal, wenn eine Mumie ans Tageslicht geholt wird, Bakterien wieder virulent werden, so daß tatsächlich eine Ansteckungsgefahr mit heute nicht mehr bekannten altägypllschcn. Krankheiten vorliegt: Verbotene Präparate. Das' Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen verbietet aUS gesundheitspolizeilichen Gründen die Erzeugung und den allgemeinen Verkauf des Präparates Dr. DrozedS Chemonax gegen Krampfadern, toeiters den allge- nieinen Verkauf der Erzeugniste Dr. Lcixers Neopa 0.7 gegen geschlechtliche Schwäche und Eukonax gegen Rheuma und Ischias. Diese Präparate werden auf unzulässige Weise in der TageSpreste vom Havelka-chenüschen Laboratorium in Prag XI., Tomkova 17/B, inseriert; ihr Verkauf wird vom er- tvähnte» Ministerium nicht gestattet, zumal da ihre Zusammensetzung nicht bekannt ist. UebrigenS sind die Verkaufspreise von 85/42, 50, 69, 80, 08, 105 und 260 XL offensichtlich übertrieben. Hievon werden alliMpotheker verständigt. DaS große Los Numero 000.000. Bei der diesmaligen Ziehung der Staatslotterie in Jowg ereignete sich der ungewöhnlich seltene Zufall, daß der Hauptgewinn auf ein LoS ohne Nummer siel. Sämtliche Räder zeigten für alle 6 Stellen der gewinnenden Losnummer die Null. Dieser Fall war nicht vorgesehen, obwohl die Presse sofort nach dem Bekanntwerden des Zwischenfalles darauf hinwies, daß diese Wahrscheinlichkeit ebensogut bestehe, wie etwa für Der neue Kommissar für Danzig Nach einer Bekanntgabe des Bälkerbund-Sekre- tariats wurde der Schweizer. Professor Carl Burckhardt, Mitglied des-Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, für die. Dauer von drei Jahren zum Kommissar des Völkerbundes in Danzig ernannt das Los 90.900. Dagegen ist tatsächlich nichts zu sagen, und es handelt sich also um«in sträfliches Versäumnis der Lotteriedirektion. Die ganze Ziehung mußte darum, trotz der wütenden Proteste der anderen Gewinner, die«S lieber gesehen. hätten, wenn di« Lotterie dieses Mal den Hauptgewinn überhaupt nicht äuSgezahlt hätte, für ungültig erklärt werden. Vermutlich wird dieser Vorfall in Iowa die Auf« merksamkejt aller Lotterien der Welt auf sich lenken, denn unseres Wissens gab es bisher noch nirgendwo ein gültiges Los, dessen sämtliche Nummerziffern aus Nullen bestanden. DI« Suche nach dem anstralischen Verkehrsflugzeug, daS seit Freitag auf der Strecke zwischen Brisbane und Sidney mit sieben Personen an Bord vermißt wird, ist völlig ergebnislos verlaufen. In Sidney wird vermutet, daß das Verkehrsflugzeug etwa 20 Kilometer von Sidney entfernt in einen Ctstlon geraten und ins Meer gestürzt ist. Warum heißt es: RoteS Meer? Ein« Anzahl ägyptischer Wissenschaft hat in den letzten Jahren alles Material gesammelt, um zu erfahren, weshalb man das Rote Meer eben Rotes Meer nennt. Dian ist aus eine alte Sprachwurzel yam suph gestoßen, diese bedeutet eigentlich„Meer der Ochsenbinsen". Diese Pflanze wächst nämlich, reichlich an d:n Ufern des Roten Meeres und gibt mitunter.dem Wasser eine rote. Farbe.Ander« Wissenschaftler vrrsicherm daß der'SIame von der Hautfarbe der Menschen genommen wurde, die an den Gestaden deS Roten Meeres lchten und mehr rot als schwarz waren. Der Bart im Schutznmschlag. Kürzlich hat der berühmte Bartklub in Japan seine Sitzung abgehal- tcn. Der Bart soll wieder in Mode kommen in. Japan, man gibt ihm große Chancen: die Mitgliederzahl des Klubs Ist in den letzten drei Jahren ungewöhnlich angcstiegen. Präsident.jener Klubs ist immer noch der alte Kato, der mit seinen 72 Jahren ei»«» Bart von einem Meter Länge hat. Als er zur Sitzung des Bartklubs nach Tokio reiste, fanden sich auf feder Station, zahlreiche Menschen ein, die Kato zu sehen wünschten— weniger wegen seines. ehrwürdigen Aussehens, weniger wegen seiner längen Bartes, als vielmehr wegen jener. Beutels, den er sich seit einem Jahr, um de» Hals hängt, und in den er" sorgfältig seinen Bart hineinlegt, Hamit diesem nichts Böses gescheh«. Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Veränderlich, stellenweise Schauer, mäßig. kW; in den Niederungen jedoch tagsüber leichte» Tauweiter, frischer Nordwestwind.— W e t t e.r au» si ch t e n für Mont a g: Weitere Abkühlung, namentlich auf den Bergen noch verschiedentlich Schauer.- Aus der»befreiten" Stadt Malaga' Ihrer Häbseligkeiten beraubt, harren'„befreite" Spätster in einer Kibch« des unge> wissen-Schicksals...' B Nr. LS Sonntag, 81. Fever 1037 Teile WEsivirtscW uml äoÄachoüM SdP gegen die Konsumenten I s. bitztcklschon stit,Jährest außerorde n tli ch bahnministerium auf 8098. erhöht. Mich dieser n»s'e d r i g e' Löhn e bezähltwerden. Die Vorschlag wurde von den Vertretern oe» Perso nals noch, als unzureichend bezeichnet. Bon den OrganifationSvertretem würde nun eine direkte Verhandlung mi tdem Eisenbahnminister durchge» führt. Bel diesen Verhandlungen ist«S gelungen, die Anträge der Eisenbahmnintstertümr weiter zu Vor ein vertrauliches Rundschreiben verrat: Die SdP Im Kampf gegen die Selbsthllfeorganlsatlon von hunderttausenden deutschen Verbrauchern ntn „eigentlich nicht gegen die Konsumvereine gestellt seien, sondern daß sie lediglich eine „Gleichstellung der Wettbewerbsboraussetzungen" wünschen. Die Praxis erweist, daß eS vornehmlich Händlerkreisc sind, welche alles mifbieten, um gnmdsählich die Entwicklung der Konsumgenossenschaften zu hindern. Um diese ihre Absicht zu erreichen, suchen sie jede ihnen nur Halbwegs erreichbare Einrichtung dafür zu gewinnen. So konnten cd die Konsumgenossenschaften erleben, daß beispielsweise dem Wettbewerbskampf zwischen Konsumgenossenschaften und Einzelhändlern sachlich vollkommen fernstehende Berufsgruppen und Organisationen dafür gewonnen wurden, sich von engen Händlerinteressen mißbrauchen zu lassen. Im Kampfe gegen die Selbsthilfegenossenschasten der Verbraucher ist den Einzelhändlern jeder Bundesgenosse recht. Sie haben z. B. nicht die geringsten Sknipel, die Aenßerungen tschechisch-chauvinistischer Blatter, die"von jedem anständigen Tschechen wegen der Niedrigkeit ihrer Gesinnung gemieden werden, In deutsche Zeitungen zu lancieren, wenn sie nur eine Bedingung erfüllens Gegen di« Konsumgenossenschaften zu Hetzen. Jetzt ist eS den Händlern offenbar gelungen, die Führung der Sudetendeutschen Partei für ihre eigennützigen Interessen einzuspannen. Wir drucken im folgenden ein vertrauliches Rundschreiben des Arbeitsamtes der Sudeten- bitzerLextilindusiti«,dIev!elleIcht in ihrer Stink« tur etwas anders geartet sein mag/als das Gros im eggecen WarnSdorfer Gebiet, hat während der vergangenen Jahre. Zeit und Gelegenheit gehabt,. Mit den Gewerkschaftsorganisationen einen ordent- verbeffern. Insgesamt sollen zum Termin am 1. Jänner 8308 Bedienstete ernannt und befördert werden. Die Herausgabe, des Ernennungserlasses steht unmittelbar bevor. ßen. Dazu haben allerdings die Kreibiher Industriellen nicht den geringsten Versuch unternommen und sie haben deshalb jetzt kein Recht, sich darauf zu berufen, daß sie mit Ihrer Arbeiterschaft, bzw. den Gewerkschaften die Löhne schon immer im Einvernehmen festgesetzt haben. .Die Union der Textilarbeiter wird sicher ■' gern bereit fein, für die Kreititzer Industrie und auch für di« Firmen in WarnSdorf, welche nicht Vertragskontrahenten sind, neue Verträge nkzuschliessen, wenn«S sein muss, auch auf der Grundlage der ostböl,mischen Vereinbarungen. Die Arbeiter würden auch in diesem Falle nur Lohnerhöhungen erreichen. DI« Firmen, welche Protest erhoben haben, tun dieS aber nicht, nm ihrer Arbeiterschaft vertraglich gesicherte Lohn- und Arbeitsbedingungen zu geben, sondern auS» schliesslich, um selbst weiter vertragSloS bleiben Arbeitskämpfe im Jänner. Laut Mitteilung des Statistischen Staatsamtes gab eS im Jänner 1037. in 21(im DezeMber 48) Betrieben 16 (18) Streiks, davon 11(18) Einzelstreiks und 4(6) Gruppenstreiks. In den betroffenen Betrieben waren 1126'(9905) Arbeitnehmer. Insgesamt betrug der Verlust an Arbeitszeit bei den Streiks 18.268(11.660) Arbeitstage und der Lohnverlust 202.786(282.470) Ke. Nach Ge- wrrbeNassen entfallen neun Streiks auf die Holzindustrie(8110 versäumte Arbeitstage), je zwei Streiks auf. die Metallindustrie(4866) und die Baugewerbe(604), je«in Streik auf das Bergwesen(69) und auf die Textilindustrie(0). Hinsichtlich der Forderungen wurde bei einem Streik die Nichtkürzung der Löhn« verlangt(69 i Ernennungen: und Beförderungen zu können und dadurch unberechtigte Sondervorteile weiter beizubehalten. In diesem Zusammenhang Ist eS interessant, sestzustellen, daß die Sudetendeutsche Partei in der letzten Zeit versucht, au8 der Tatsache, daß die Verbindlichkeitserklärungen so schleppend vor sich gehen, politisches Kapital zu schlagen, indem sie eine Interpellation im Parlament durch den Herm Abg. Wolluer einbringen ließ. Die Demagogie, die darin liegt, muß doch aufgezeigt werden, weil sie geeignet ist, den Arbeitern und der Oeffentlichkeit ein falsches Bild zu geben. Die lin- ternehmer in Warnsdorf und im Kreibitztal, welche gegen die Verbindlichkeit protestieren und Einspruch erheben, sind zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch stramme Mitglieder der Sudetendeutschen Partei. Wenn also die TdP wirklich einmal etwas für die Textilarbeiter tun will, dann soll sie nicht nur im Parlament interpellieren, sondern ihre Kameraden Unternehmer und Standes, genossen zur Raison bringen. Dia Union der Textilarbeiter und die Berträgs- gewerkschaften werden selbstverständlich ohne Rücksicht den Standpunkt der Arbeiterschaft in der Textilindustrie so wie bisher vertreten und alles daransetzen, damit diese bedeutungsvolle Frage im Interesse der Warnsdorfer Textilarbeiter so rasch als möglich geklärt wird. versäumte Arbeitstage), bei sechs Streiks eine Lohnerhöhung(11.461), bei einem Streik waren sonstige Lohnforderungen(1), bei drei Streik» Nichteutlassung von Arbeitnehmern(320) und bei vier Streiks der Kollektivvertraz(1878) der Anlaß. Das Ergebnis war für die Arbeitnehmer in zwei Fällen ein voller Erfolg(75 versäumte Arbeitstage), in fünf Fällen ein Teilerfolg (10.759), in zwei Fällen ein Mißerfolg(82) und in sechs Fällen ist das Ergebnis bisher nicht bekannt,(2313). Nach Ländern entfallen auf Böhinen sieben Streiks(6969 versäumte Arbeitstage), auf Mähren und Schlesien ein Streik (0), auf die Slowakei fünf Streiks(194) und auf Karpathorußland zwei Streiks(7006). Aussperrungen gab es im Jänner nicht. Prag H., Hhbernskä 4. Abteilung Wirtschaftspolitik. Prag, am 8. Feber 1987. Abwehr gegen Konsumvereine Werter Kamcradl Vertraulich! Die Erkenntnis, daß Handel und Gewerbe unter dem Drucke der vom Finanzkapital gehaltenen Einheitspreisgeschäfte auf der einen und der aus politischen Gründen bevorzugten Konsumvereine auf der anderen Seite zugrunde gerichtet werden, legt der SdP die Verpflichtung auf, sich hinter Handel und Gewerbe zu stellen und ihnen politische Hilfe in ihrem Existenzkämpfe zu leisten. Die Konsumvereine haben einen'DreilahreS« » plan verkündet und die Kaufmannschaft mnß die Abwehr organisieren. W/r sind uns dessen bewußt,.daß ein Erfolg, ohne feste Organisation und ihn« Einsatz der Volksgemeinschaft sticht zu erzielen ist. Als erstes wollen wir'die Organisation'schaffen. ' Im Einvernehmen mit der Zentralstelle für Handel und Gewerbe ersuchen wir Sie, uns bis zum Hitlers G:licim-Justiz. Das Echo, das d»e zahllosen Terrorakte, Morde und Rache-lirteilr, die Herr Hitler in seiner VierjahreSbilauz zu er- ivähuen sorglich vermieden hat, in der gesamten kulturellen Welt gesunden haben, hat die Machthaber deS Dritten Reiches veranlaßt, andere Methoden einzuschlagcn. Mau» sieht von öffentlichen Prozessen ab. So'würde in den'Morgenstunden des 15. Feber der Metallarbeiter Johannes Eggert in Beclin-Plötzensce hingerichtet. Wer war Johannes Eggert und worin bestand seine Schuld's Eggert Ivurde in geheimer Verhandlung am 25. August vorigen Jahres Ivegen angeblicher Vorbereitung eines hochverräterischen Nnterneh- mcns zum Tode verurteilt. Dabei hatte Johannes Eggert, ein Mann von 80 Jahren als Kriegsfreiwilliger sein Leben für die Heimat eingesetzt und Ivar für seine Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Seinen Arbeitskollegen ein guter Freuno, seinen politischen Kameraden ein vorbildliches Beispiel, so arbeitete Eggert im Sinne seiner lieber- zcugung. Er hielt zu dieser Ueverzeugmig auch nach dem Machtantritt Hitlers. Das genügte, um ihn unter das Beil des Henkers zu bringen. Nicku anders erging es den Opfern des svgcnaimleu Richardstraßen-Prozeß. Obwohl in einer Zeligcu- vcrnehmung, die die„Union für Recht und Freiheit" in Prag veranstaltete, die Haltlosigkeit'der Beschuldigungen, die in diesem Prozeß erhoben wurden, festgestellt werden konnte und obwohl das Gericht selbst die Aussagen der Belastuugszcug-n als nichp hinreichend glaubwürdig entwerten mußte, wurden die Arbeiter Bruno Schröder, Helmut Schweers, Bruno Blank, Walter Schulz und Paul Zimmermann zum Tode verurteilt. Die eingelegte Revision wurde verworfen und es ist zu befürchten, daß diese schuldlosen und aufrechten Mänüer, ebenso wie zivei andere Antifaschisten, Richard Holzer und Hermann Scheffel, die gleichfalls in den TodcSzellen sitzen, nicht mehr lange unter de» Lebenden sein werden. Mit Johannes Eggert zusammen wurde ein 23jährige»: Arbeiter Friedrich Richter aus Neugersdorf wegen angeblichem Landesverrat hingerichlet. Auch iiber feine wirkliche Schuld konnte die Oeffsntlich» leit nichts erfahren. Beschuldigung, Beweiserhebung und BerhandluiigSergebnIs werden geheim gehalten. Die Franco.Truppen Haien Zuwachs erhalten: Den kriminellen Häftlingen wird di« Strafe erlassen, wenn sie sich bei Franco freiwillig melden. Neben den Marokkanern und den Negern aus Fernqndo Poo sind also jetzt auch Sträflinge die Bundesgenossen der deutschen„Freiwilligen". DI, Maginot-Linie soll nunmehr endgültig bis zur schweizerischen Grenze verlängert werden. Dir Forts vom Cflaß bis zum Jura werden 290 Millionen Francs kosten und sich auf ein, Gebiet von 86 Kilometern erstreckest. Dabei galt es, Has Gebiet um Hüningen zu umgehen, das nach einem alten Vertrag mit der Schweiz in einem Umkreis von zwölf Kilonietern unbefestigt bleiben muß. Die Forts werden sich auf sieben elsässische Dörfer verteilen.. Tie Maginot-Lini« soll ein« Tief« von etwa zehn Kilo- metern erhalten. Maßgebende Funktionäre der Organisation der Händler versichern gelegentlich, daß sie ein» sein, einzelne Punkte der Begründung dieser Protestschreiben kennen zu lernen: „fttt Warnsdorfer Gerichtsbezirke sind in der Nachkriegszeit zirka 60 Prozent der IIS»um Um* stürz voll arbeitenden, verschiedenartige Textil» betriebe, vollkommen oder teilweise eingestellt worden. Die Haaptnrsache dieser Einstellungen ist darin zu erblicken, dass di« Löhne deS Warnsdorfer Gericht». tezlrkeS infolge deS Zwanges seitens der Arbeiter- schgft durch Generalstreiks, TeikstreikS etc. so hoch binaufgetrieben wurden, dast die Warnsdorfer Indu strie, die höchsten Löhne im ganze« Staatsgebiet« zahlen muhte. Die Folge dieser hohen Löhne war, dass die Warnsdorfer Tex. Ölindustrie ihr« Kalkulation nicht«ehr bezahlt er» hiekh nnd»teilweise, freiwillig vor einem endgültigen Ansammenbrache. feilweife' bereits«ach erfolgtem wirtschaftlichen Zusammenbruche, ihre Betriebe reduzieren,. resp..ganz einstcllcn muhte." lind dann geht es weiter:• „Daß die jetzigen Löhne, die zur Zest auch den! den kleineren Betslebeg des Gerichtsbezirkes Warn». dors Mhlt werden, für den normalen, Lebenöerhakt| ter Arbeiterschaft anSreichcu, ist leicht nachznweisen." Wir glauben, Hätz diese Probe reichst NliwandI.aufdenStaatsbahhen wird glauben, daß es den Beschwerdeführern nicht,- möasich^isti ihre Arbeiter anständig zu entlohnen: wenn man weiß, daß der Antrag auf Verbindlich keit nicht Mr»von den Arbeiterorganisationen, sondern auch v on dem größtenTeik d er,»T e.x tilindust r i e im Warnsdorfer Gebiet gestellt mordest ist, der mehl! als 70 Pro zent Heb Arbeitexschäft»beschäftigt.\ Am' ärgsten wetterst gegxn hie Verbindliche leit des Warnsdorfer Vertrages die Jydustrielleii au» K r e i b i tz, die kein Recht haben, sich auf anhsre Gebiete zu berufen, weil gerade im Krci« Exportwerbung in England. In der Londoner Handelskammer hielt unter großer Teilnahme auS Wirtschafts» und politischen Kreisen der Direktor des Exportinstituts in Prag Dr. Kose Uber die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Großbritannien einen Vortrag. Er besprach die Entwicklung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen und betonte, daß die Tschcchoslolvake! für England ein besonderes Interesse nicht nur durch ihre politische und wirtschaftliche Stabilität, sondern auch als bedeutsamer Faktor der Kleinen Entente und Mitteleuropas I habe. Nach dem Vortrage ivurde der neue Paramount-Film iiber die Tschechoslowakei und ein | Film der Prager Mustermesse vorgeführt. Die Beilage„Wirtschaft der Welt" mutz Wir entnehmen dem„Eisenbahner": Die Verhandlungen de» Zentral-Vertrauens- männer-AüsschusseS mit den Vertretern' des Eisinbahnmmisteriunis in der Frage der Ernen» nung und Beförderung zum l. Jänner-Termin haben einen Erfvlg.gezeigt. Ursprünglich war zum Jäuuer-Tcrmin die Ernennung Und Beförderung von 1800 Bediensteten vorgesehen. Gegen dicsen Vorschlag nähmen'die Vertreter deS VerträuoiiS- männerauSfchusseS entschieden Stellung. Während der'» weiteren Verhandlungen wurde die Zahl der Ernennungen und Beförderungen vom Eisen» 20. Feber l. I. für Ihren Bezirk zwei Kameraden zu neunen, die 1. Kaufleute in der Lebensmittelbranche sind; 2. im zuständigen Handelsgremium einen entspre chenden Einfluß besitzen und von denen minde stens einer Mitglied des Gremialvorstandes Ist;* eine Vertrauensstellung in der Kaufmannschaft, aus technischen ÄrUnden in der heutigen Ausgabe einnehmen, so daß sie in der Lage sind, mit Er«! auzsallca folg auf Grund von späteren Weisungen eine I 1 aktion-fähige Verbindung mit ihren Kollegen herzustellen und örtlich den Kampf zu führen. Eine Voraussetzung, daß diese Absichten zum Ziele führen ist, dass all« VoriereitungSarbeiten zunächst vertraulich bleiben und Kameraden von Ihnen Im Einvernehmen mit dem Bezirksstandervertreter für Handel und Ge werbe borgeschlagen werden,' die befähigt und ge willt sind, bei einem gesamtstaatlichen Abwehrkampf gegen die Vernichtung des Handels mitzuwirkcn. Für.di« Hauptstelle Mit deutschem Gruße: der Sudetendeutschen Partei:(Unterschrift R. Dietl. Jag. Peschka. unleserlich.) ES geht den Händlern also darum, mit Hilfe der Elidetendeutschen Partei die Aufwärtsentwick lung der Konsumgenossenschaften zu unterbinden. ES soll ihnen nicht gelingen! Die Aktion, die da» offenbar sehr gründlich vorbereitet wird, ist von vornherein zum Schei tern verurteilt. Man braucht nur daran zu den ken, daß sich die Mitgliedschaft der deutschen Kon sumvereine ,aus den verschiedensten politischen Lagern zusammensetzt. Wie werden sich vor allen Dingen jene Funktionäre und Leiter von deutschen Konsumgenossenschaften zu dem Rundschreiben der SdP stellen, die gleichzeitig in dieser Partei Mit glied sind? DaS Rundschreiben der Sudetendeutschen Partei spricht von dem Dreijahreöplan der Kon sumgenossenschaften, und gegen ihn soll die Ab wehr(spricht der Kampf) organisiert werden. Wie bekannt, bildet ein Hauvtstück dieses DreijahreS- VlaneS die Weiterentwicklung der genossenschaft lichen Schuhfabrik der deutschen Konsumgenossen schaften in Böhm.-Kamnlb. Jeder Kampf gegen den Dreiiahrplan der deutschen Konsumgenossen schaften ist in dieser Hinsicht gleichbedeutend mit einer Förderung der Schuherzeugung im tschechi schen Gebiet, in Zlin. Und dafür gedenkt man zu wirken? Wir fordern alle Verbraucher auf, die Dinge wachen Auge? zu verfolgen und der verbraucher feindlichen Aktion in allen Orten mit geeigneten Mitteln entgegenzuwirken.. tzllit roced bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Kopfschmerzen und bei ErkSitun- ?en. Haben Sie Vertrauen zu ogol. E n Versuch Oberzeugt. Viele Krzn Kino„Fönix" in einer Sondervorstellung gezeigt wurden. Es sind die unmittelbarsten, echtesten und grausigsten Film-Aufnahmen der spanische»', Kämpfe, die man bisher gesehen hat. Nicht die Bilder von der Front sind da» Erregendste, sondern die Aufnahmen von den Strassen Madrid», den verödeten, zerstörten Vorstädten, deren Bewohner sich ins Siadtinnere geflüchtet haben, wo man vor Flie- gerüontben in den Tunnels der Untergrundbahn Deckung sucht, wo Leichen auf den Gassen liegen, grässlich verstllnimelte Frauen und Kinder,— während die lieberlebenden die brennenden und zusam- menbrechenden Häuser mit den letzten zusammengerafften Habseligkeiten verlassen. Schreckensszenen, die inan nur aus Berichten kennt, erscheinen voe unseren Augen, Namen, die in den Kriegsmeldungen immer wiederkehren, werden hier zu anschaulichen Vorstellungen: die Casa del Campo, hinter deren Bäumen die Verteidiger Madrid» schussbereit stehen, oder der General Miaja, der die Verteidigung leitet. Man sieht Schützengräben und Steinbärrika» den. anscuernde Agitatoren und weinende Frauen, man sieht Mütter und Kinder,. die bei den Verteilst» gungSarheiten helfen,— jenes Madrid also, wie’Jf vor der Evakuierung der Zivilbevölkerung ausgesehen hat. lind jedes Vild diese» dokumentarischen Film» wirkt al» Anklage gegen die Urheber de» furchtbaren Mordens.—ei»— Der letzte Heide Da es— wie man in jedem besseren Konversationslexikon nachlesen kann— noch immer eine erhebliche Anzahl von„Heiden" auf der Erde gibt und da sich zu ihnen inzwischen auch die„Neuheiden" gesellt haben, ist der Titel diese» amerikanischen Film erwiesenermassen irrig. Und da der„Heida", den wir hier auf einer'Südsee-Jnsel eine„Heidin" rauben sehen(die er nachher beinahe an den Häuptling verliert, ganz am Ende aber wieder in Herz und Arme schliesst).— da dieser Südsee-Jnlulaner von dem Filmschauspieler Mala dargestellt wird, den wir vor einiger Zeit al» Eskimo bewundern konnten, darf man vermuten, dass auch sonst in diesem Film nicht alle» stimmt. Die SUdsee-Aufnahmen, die angeblich au» Französisch-Polynesien stammen, könnten ebensogut von dem(näher bei Hollywood gelegenen) Hawai sein, und die„echten" Insulaner gehören wohl teilweise schon zpr alten Garde de» exotischem Hollywood-Film». Aber man sieht sie gern wieder: ihre natürliche Schönheit, die Anmut ihrer Bewegungen und die Einfachheit ihres Spiel» halten allen Regie- Anweisungen stand, da» Kindliche ihre» Wesen» mildert den Kitsch der Liebeskzenen wie die Geschmeidigkeit ihrer Bewegungen die Plumpheit der Kampsszenen,— und wer sich entschliessen kann, von der Handlung de»"Film» weitgehend ahzusehen, wird al» Zuschauer manchen Genuss haben. Die Handlung ist eine doppelte Imitation: streckenweise werden die wichtigsten anklagenden Ein- geborenen-Filme(wie„Meitze Schatten" und Eskimo»") nachgeamt, und wir sehen die Hinterlist und Grausamkeit der Kolonial-Europäer, die mit Alkohol,- billigen Geschenken und Gewalt die ahnungslosen Eingeborenen in die Sklaverei locken, in diesem Film in ein fürchterliche- Schwefel-Berg- werk,— und streckenweise werden wieder die gewöhnlichen„romantischen" Südsee-Filme nachgeamt, in denen Frauenraub, LielleSlust und-leid, Hochzeitsbräuche, HäuvtlingSmacht und unbesiegliche Treue zu theatralischen Konflikten führen. Der Regisseur Robert Thorpe war bemüht, mit Massenszenen, Schwefeldämpfen, Meeressturm und anderen aufregenden Bildern die Sache effektvoll zu machen..—eis— Frauenbezirkskomitee Montag, den 22. Feber, im Parteiheim, Smeöky Nr. 22, 3. Stock: Halt 7 llhr Sitzung der neugewählten Mit- gliedcr, 8 Uhr: Frauenabend Zweiter Vortrag über da» neue Ehe- und Familienrecht in Russland. Vortragende: Genossin Abg. M. Jurneökovä. 8pHrd-8piet-1lvMrpfkgL Atu», 5. Krel».(Fuhball.) Den Bezirksund Vereinsspielleitern diene nochmals zur Kenntnis, dah Sonntag, den 28. Feber l. I-, in Aussig, Bolk»« haus, der Kreisfutzballertag stattfindet. Beginn: Halb 0 Uhr vormittags. Die Tagesordnung wurde bereits am 7. Feber 1037 in der gesamten Presse bekannigegeben. Die Bezirke haben wie folgt zu delegieren: 1. Bezirk sieben Genossen, 2. Bezirk drei, 8. Bezirk drei, 6. Bezirk vier, 7. Bezirk drei, 10. Bezirk drei. Außerdem haben von allen Bezirken der BezirkSspielleiter sowie der Schiedsrichterobmann anwesend zu sein. Da» Delegierungsrecht wird den Bezirken zur Pflicht gemacht.— Die Kreisleitung. MitteiiMgeirnde feierliche Akademie mit Fahnen« MsMWOMtz.aufc. Er ist Pflicht jeder Genossin PRAG und jedes Genossen, die Turnstunden regelmässig zu besuchen und In ihrem Freundeskreis neue Mitglieder zu werben. Wir müssen alles daran setzen, diese Akademie besonders glanzvoll zu gestalten. Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Der letzte Heide."(Am.)— Alfa: „Rembrandt."(Lh. Langhton.— Engl.)^—.Apollo: „Im Wirbel der Liebe."(F.)— Avion:..Da» Zigeunermädchen" Laurcl u. Hardy.(A.)— Beränpk: „Der Hund von BaSkervllle."(D.)Feniz:„Der grosse Bill."