Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in.der Tschechoslowakischen Republik «rscheiut mit Ausnahme des Montag tdgitch früh D^EoaWdDemMmg: Prag XII., Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: SiegfriedTaub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag 17. Jahrgang Freitag, 26. Feber 1937 Mnzetpret» 78 Stlt!(«InschNetzl. 5 Heller Porto) Dr. Bene§: Wir sind nicht allein! Zufälliges Senatsvotum gegen Blum Fortschreitende Wirtschafts belebung Wann können Zweizimmerwohnungen gekündigt werden? Nr. 49 deutsche SA»Methoden a»S den VerfammlnngS- schlachten vor der Machtergreifung auf den Boden de» tschechoslowakischen Parlaments zu verpflanzen. Selbstredend wird sich daS ParlainentSpräsi- dium und die Koalition gleich am Freitag mit diesen Vorfällen befassen und entsprechende Maß- nahmen treffen. Allgemein herrscht jedoch die Mei. nung vor, daß hier eine Rüg« nach der Ge- schäftsordnung als Sühne völlig unzurrt ch e» d, ja nur ein Anreiz für die Störenfriede wär«, ähnliche Krawalle zur stündigen Ein- richtun» werd«» zu lassen. Hier werden die zuständigen Faktoren rücksichtslos durchgreifen und alle gesetzlichen Mittel zur Anwendung bringen müsse», um den Herrn von der SdP«In für allemal klur zu machen, dass für reichSdrntsche Terrormethoden auf dem Boden der Tschechoslowakei kein Platz ist. men, daß all«' Schulen gleichsprachigen Schulbehörden zu unterstellen sind. Ms weitere Konsequenz der Beschlüsse vom 20. Feber erwartet der Parteivorstand die Schaffung der materiellen Voraussetzungen für die gedeihliche Entwicklung der deutschen Kulturinstutitionen, insbesondere der BolkSbildungSeinrichtungen. Indem der Parteivorstand di« positiven Fortschritt«, welche sich auS den nationalpolitischen Beschlüssen der Regirrung ergeben, hervorhebt und ihre soziale und kulturelle Bedeutung unterstreicht, gibt er zugleich seiner Befriedigung darüber Ausdruck, das? die Regierung, indem st« sich zur w et ter e n Entfaltung einer g e r e ch t r n Rationalvolitikbe- kcnnt, an der Fortsetzung deS so verheissungsvoll begönnen«« Werkes zu arbeiten entschlossen ist. 'Der Parteivorstand erklärt, daß die deutsche Sozialdemokratie bereit ist, ihre besten Kräfte in den Dienste dieses Werkes zu stellen, in dem Bewußtsein, daß sie damit nicht nur den Interessen deS Hätte Beuer nicht„Faschistenbande" gerufen, so wären die Krawalle offensichtlich au» irgend einem anderen Vorwand heraus losgegangen. Die SdP ist offenbar durch den Abschluss der deutsch-tschechischen Verhandlungen schwer ent- täuscht, noch schwerer aber durch ihre Schüh- vatrone in gewissen tschechischen Rechtskrelsen, die ihnen solange Zusicherungen machten, dass aus den Verhandlungen bestimmt nichts herausschauen würde, bi» das Kommunique der Regierung vom 20. d. M. sie au» allen Himmeln stürzte. ES scheint, dass die Herren setzt eine um so r a d i k a- ler« Taktik einschlägen wollen, um ihre enttäuschten Anhänger doch noch weiter bei der Stange zu halten. ' Diese Taktik kam im Laufe der Sitzung wiederholt in S p r e ch ch ö r e n zum Ausdruck, in denen die Herren das Erscheinen der deutschen Minister, der„A u» gle ich s m i n i ft« r" cder gar der„Verwalter der Kon« I u r»mass t“ forderten, obschon auf der Tagesordnung zum drittenmal lediglich der Staatsrechnungsabschluss für 1985 stand. Jn.diesse Debatte schickte die SdP den Herrn S a n d n e r, der sich sofort auf das Kommunique der. Regierung stürzte und da» Ergebnis nach Roten herunterriss.,• . Es sei nicht um die Lösung der kudetendeutschen Frage,.sondern um ein.sehr raffiniert aufgezmene» Maüöyer mir Torpedierung der erfolgreichen^Politik der SdP" gegangen.‘ Während noch in der Budgetdebatte Herr Dr.' Rosche den Ministerpräsidenten persönlich apostrophiert, hatte, er brauchte den verwaltung»- pehörden ,n u r e i n e n Wink" zu geben und Der Parteworstand der deutschen sozial- Demokratischen Arbeiterpartei begrüßt die Beschlüsse: der Rrgirrun, über nationalpolitische Fragen, dir am LV. Feber verlautbart wurden, nlS erstes wertvolles Ergebnis der Bemühungen «in di, Herstellung eines vollen und freundschaft- liche« Einvernehmens zwischen allen Böllern unserer. Republik. Er erblickt in ihnen«ine» Er» "ff M.l A derdemokratisch en gusam- ßeuarhe i t,»ine ernste Bewährung der demo» ckischen Methoden und damit eine Rechtsecti-, -oungder von der Partei konsequent festgehaüenen Politik. Zugleich bedeuten die Beschlüsse des Mini« .Perrates ein« schlagende Widerlegung der nationalistischen Demagogie, welche auf das Misslingen' des EtnigungSwerkeS spekuliert hatte, f Der Parteivorstand stellt s«st, daß die S«- b e t enden t s ch e P artet die Zusicherung gegeben hat, die Verhandlungen nicht zu stören, daß sie solche StörungSversuche dennoch unter- ttbmmrn und sich zu diesem Zweck« auch der AuS- kandSpropaganda bedient hat und daß sie mit dir- semversuch kläglich gescheitert ist. Der Parteivorstand erachtet es jedoch al» seine Pflicht, mit allem Nachdruck darauf zu der« tveisen,. dich die begrüssenswerten Beschlüsse der Regierung ihre guten Wirkungen nur.dann zei« tigen j können, wenn der grundsätzlichen Verständigung die Durchführung rasch, in»ollem Umfange und . im Geiste der Beschlüsse nachfolgt. ' Die fortdauernde wirtschaftliche Rot in den Überwiegend von Deutschen bewohnten Krisengebieten erfordert vor allem die eheste Berwirk- lichung der Beschlüsse auf wirtschaft« k ich cm und sozialem Gebiet e. Der Partelvorstand erwartet, dass- die Beschlüsse zu einer baldigen Belebung der Investition^- tätigteit in den deutschen Gebieten des Staate» führen werden und dass bei der Aufnahme von Arbeitern den öffentlichen Arbeitsvermltt- kungSanftalten und den gewerkschaftlichen Orga« nlsatiynen die entsprechende Mitwirkung eingeräumt wird. Ebenso erwartet er, dass.bei öffentlichen Lieferungen jene Unternehmungen berück» ' sichtigt werden, welche die sozialpolitischen Schutz- beftjmmungen, einschliesslich der Verordnung über die Arbeitsvermittlung loval einhalten. Der.Parteivorstand gibt ferner der Ueber- zeugüng Ausdruck, dass die Grundsätze der Regierungsbeschlüsse über' die Leitung der I u« g e n d f ü r s o r g- durch Angehörige der eigenen Ration in. dem vorbereiteten Jugendfürsorge« gesetz ihre rechtliche Sicherung finden werden. Di« vermehrte Aufnahme von.deutschen Be« Werbeminden öffentlichen Dienst wird dazu^beitragen, nicht nur dem JntellkgenznachwuchS, son« dem'auch'breiiin Schichten der deutschen Bevölkerung neue Existenzmöglichkeiten zu eröffnen, WiUn sich die Durchfichrunq deS einschlägigen Re- gierungSbeschlusseS. auf a H e K a tegorien petz An gr st e l l t e ni also insbesondere auch auf die Bediensteten. und Arbeiter.di»' Staates, dex/ftqatUAm/UjÄmehWngen und Anstalten «pstteckk,... Der Pärteivorständ anerkennt' vorbehaltlos den Grundsatz, dass M« Lohalität zum S t a a t e die Voraussetzung für die. Aufnahme In-den-Dienft de» Staates ist. Dieser Grundsatz alle» werde in schönster Ordnung sein, setzte sich Sandner heut« aufs hohe Ross und erklärte, dass für sie Berhandlunqcn über da» sudetendeutsche Problem überhaupt nur dann einen Sinn hätten,.wenn ihnen die Anerkennung der Volksgruppen als Rechtspersönlichkeit"— also offenbar die Autonomie— vorangehe. Einmal werde die.Volk-Persönlichkeit de» Sudetendeutschtums" eine politische Realität sein. Den deutschen Reglemngsparteien. erkühnte sich Sandner unter dem Beifall der SdP direkt .VolksVerrat" vorzuwerfen, was ebenfalls noch sein Nachspiel habsn dürfte. Während der Rede SandnerS und noch mehr während der folgenden Rede K. H. F r a n k S kam es zwischen der SdP und tschechischen Nationalsozialisten Iviederholt, scharfen Zusammenstössen, namentlich als K. H. Frank sein unlängst von d«m Abg. Dr. Neumann(Nat.-S.z.) heftig kritisierte» Buch„Sudetendeutschtum.in Kampf und Not" verteidigte, und Elendsphotographien daraus herumzeigte. In dem Lärm ging die Stimme des Redners öfters unter. Der Kommunist Beuer hielt darauf den SdP-Lcuten vor, dass sie das Elend in den deutschen Gebieten nur demagogisch auszunützm trachten imb rief ihnen schliesslich:.Fascht st enbande" zu. Das war für die SdP das ersehnte Stichwort:, Der SdP-Abgeordnete Rösler stürzte sich.mit erhobene Faust Beuer, Axmann, Hollubt und ander»assistierten ihm dabei und schleppten Beuer' schliesslich mit G-e walt auS dem Sitzungssaal in die Couloirs.' Der Kom- munist A p p e l t suchte seinen Klubkollegen zu schützen,. wurde aber von.iner zweiten Terror- (Fortsetzung ans Seite 2.)' darf aber, von. den zuständigen bürokratischen stellen keineswegs zum Borwand genommen werden, um die Durchführung des Beschlusses zu hemmen. DaS gleiche gilt von der sprachlichen Oua» lifikation. Der Parteivorstand erwartet daher, dass die Regelung der Sprachprüfungen nach dem Ausmass des tatsächlichen Bedürfnisses.für den Dienstgebrauch ehestens, erfolgen wird.. Auf dem. Gebiete der Schulverwal tung gibt der Beschluss des Ministerrates den Weg für die Berabschiedun< der vom Schulmini«.,....MMMMW sterium bereits seit fahren vorbereiteten Ent-1 deutschen Volkes in der Republik, sondern auch würfe frei, welche dem Grundsätze entgegenkom-> den Interessen deS Staates dient. Rasche Durchführung der Regierungibetchlütte gefordert Stellungnahme der deutschen Sozialdemokratie' zu den nationalen Vereinbarungen .Der Vorstand der deutschen sozlaidemokrati- sch-n Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik hielt Donnerstag, den 25. Feber Im Par lament in Prag«ine Sitzung ab. in welcher der Parteivorsitzende Minister Dr. Czech einen au». '. führlichen Bericht über die Mischen den deutschen ReglerungSparteien und der Regierung gefichrten Verhandlungen und deren Ergebnis erstattete. Zu ..dem Refxrat des Ministers sprachen in der Debatte Dr. Heller,.Heger, Zischka, Taub, Dr. .Strauss, de Witte, G r ü n, u e r, .Hackenberg und Kr es Li, worauf Dr. Ezech «in Schlusswort hielt. Di« Auffassung'des Partei- Vorstaude» kopunt in einer einstimmig ange- «ommenen Entschliessung zum Ausdruck, die wir .'nachstehend wiedergebenr SA-Methoden der Henleins Kommunisten unter Huronengebrüll ivm Dovlomonf aus dem Sitzungssaal geschleppt Illi rGriQIIICIII Schürfst«« Einschreiten des Prüsldlums erwartet Prag. Die SdP-Aigeordneten haben Donnerstag gegen Abend das Abgeordnetenhaus zum Schauplatz bisher einzig dastehend« Tumulte gemacht, indem sie einige Kommunisten, die ^hurn. unangenehme Zwischenruf« machte», kurzerhand, mit Brachialgewalt auS dem Sitzungssaals i» dem Vas Haus tagt«, hinauSschleppten und draußen in den Couloirs— in dem wabdhaft von Heldenmut zeugenden Verhältnis von 40:8 ist der rabiatesten Form persönlich angingen und herumzerrten. Juristisch gesehen stehe« da einem verbal- delikt— dem Schimpfwort„Faschisten bande", daS der Kommunist B e u e r den He«. leinleuten»«rief— aufgelegte Brrbrechm nach dwersen Straf- und Schutzgesetzen, wie öffentliche Gewalttätigkeit, Behinderung von Mitgliedern einer gesetzgebenden Körperschaft an der AuS- Übung ihreS Mandate» und ähnliche schöne Dinge gegenüber. ES kann daher auch nicht die von der SdP sofort auSgestreute Entschuldigung ernst ge nommen werden, daß sie von den Kommunisten unausgesetzt„provoziert" würden und das HauSprästdium ihnen keine» Schutz habe uugedei- hen lassen, zumal dieser Ausrede die offene Drohung mehrerer dieser Leute folgte, sie würden, wenn da» Präsidium versage, sich eben selbsp auf die oben geschilderte Weis« auch«eiter- hin„O r d n u n g schaffe n". Hier liegt die offene Absicht vor, rrichö- Ohnmächtige Wut über die Niederlage vom 20. Feber Sudetendeutscher Wiederaufbau ■ Exporterleichterungen fllr Glas- und Porzellanindustrie beschlossen Wenige Tage, nachdem zwischen den deutschen Aktivisten und der Regierung Grundsätze vereinbart worden sind, nach welchen in den für die Sudetendeutschen bedeutsamen sozialen und kulturellen Fragen vorgegangen ioerden soll, ist der Ministerrat in einer Angelegenheit zur Beschlussfassung gelangt, welche die Lage der deutschen Arbeiter in einer Reihe von Elends- und Notgebieten in West- und Nordböhmen erleichtern soll. Es handelt sich um die E x p o r t e r l eichte r u n g e n für die notleidenden Industrien, welche in dem Memorandum, das die Spiheukör- perschaften der deutschen Arbeiterbewegung, am 13. November 1080 dem Ministerpräsidenten übergeben haben, gefordert wurden. Schon vor einem Jahre hat man die Notwendigkeit, einigen von der Krise besonders betroffenen Industriezweigen durch besondere Massnahmen zu helfen, eingesehen. Zuerst hat man an Exportprämien' gedacht, d. h. einzelne Exportindustrien aus Staatsmitteln zu unterstützen. Dieser Plan wurde sedoch aufgegeben, weil die anderen Staaten dies als Dumping, als Schmutzkonlurrenz angesehen hätten und die Gefahr von handelspolitischen Retorsions-(Bergel- tungS-) Massnahmen bestand. Man hat daher einen anderen Weg gewählt, um den notleidenden Exportindustrien zu helfen, nämlich den der Refundierung(Rückvergütung) einzelner Handelssteuern, in erster Linie der Umsatzsteuer. Dadurch werden jene Industrien, welche, in den Genuss der Steuerrückvergütung kommen,'wettbewerbsfähig.gemacht gegenüber senert Staaten, die derartige Handelssteuern nicht kennen, unsere Industrien können auf dem Weltmarkt ihre Waren billiger anbieten, ihre Ausfuhr erhöhen, ihre Betriebe besser beschäftigen, mehr Arbeiter einstellen. Die Vorteile der neuen Praxis kommen zunächst derGlaS-undPorzellanindu- st r i e zugute. Die Verhandlungen waren hier recht schwierig und es mutz gesagt werden, dass an dem Gelingen des Planes der volkswirtschaftlichen Abteilung des Ministerratspräsidiums, die unter der Leitung des Herrn Architekten Bitter- mqnn steht, ein bedeutende» Verdienst zusällt. Auch daS Finanzministerium und sein Chef haben sich diesmal entgegenkommender gezeigt, für Doktor K a l f u S waren nicht nur siskalistische Rücksichten massgebend, sondern er hat der Notlage der beiden Industrien Verständnis entgegenge- bracht und in der letzten Phase der Verhandlungen einer Erhöhung der Refundierung für die Glasindustrie zugestimmt. Bei den Verhandlungen hat man auch,— das wird die Oeffentlichkeit besonders Interessieren— Vorsorge getroffen, dass die Erleichterung, die der Glasindustrie gewährt wird, nicht wettgemacht werde durch eine Preissteigerung der Rohstoffe für diese Industrie. Und diese Gefahr bestand von Seite ihrer Braunkohle- Und Pottaschelieferanten. Das volkswirtschaftliche Departement des Ministerratspräsidiums hat mit den Grubenbesitzern und dem PottaschekarteU vereinbart, dass es bei den bisherigen-Preisen bleibt. Wäre das nicht geschehen, hätte die Glasindustrie höhere Preise gezahlt, der Industrie wäre nicht geholfen worden und der Staat hätte daS Opfer vergebens gebracht. Nicht beendet sind die Besprechungen mit der T e x t i l i n d u st r i e, die sich in einer Lage befindet, welche eine gleiche Erleichterung zur Notwendigkeit macht. Die Schwierigkeiten in der Textilindustrie haben Ihren Grund darin, dass die Verhältnisse unter, den Unternehmern zerfahrener sind, während die Glasindustrie über eine straffe. Organisation verfügt. Die Verteilung der gewährten Vorteile auf die einzelne« Uniernehmungen ist nämlich Sache der Jndustrie-Organü ation selbst.(Allerdings unter Kontrolle des Finanzministeriums.) Es wird aber auch diöfe Schwierigkeit überwunden werden und man kann erwarten, dass die Verhandlungen auch mit der Textilindustrie zu einem positiven Ergebnis führen, also di« Unternehmer und Arbeiter dieses Fwei« ges gewerblicher Erzeugung der Vorteile der Exporterleichterung teilhaftig werden, was insbesondere für Nord« und Ostböhmen, für Nordmähren und Schlesien von Bedeutung fein und auch dort zp einer Besserung der Lage der arbeitenden Klasse'beitragen wird. Die getroffenen Massnahmen hätten, schon früher in Kraft treten können, wenn nicht vor Seite L Freitag, 26. Feier 1937 Nr. 49 einigen Wachen eine Gruppe von Industriellen gekommen wäre, ivelche auch für sich ähnliche Vorteile beanspruchte, ohne daß sie es nötig hätte: die Zuckerbaronc. Wenn den Herren nicht der entsprechende Widerstand entgegengesetzt worden wäre, hätten sie durch ihre freche Forderung die Expvrthilfe für die notleidende» Industrien torpediert. Dabei genießt die Zuckerindustrie eine Exporthilfe wie keine andere Industrie, denn während man den Zucker ins Ausland für etwa 79 Kä pro Meterzentner verkauft, must der inländische Konsument im Großhandel 688 K5 bezahlen. Da der Staat davon an Steuern KL 199.— bekommt (184 KL Zuckerstcuer und 28 KL Umsatzsteuer), bleiben der Zuckerindustrie noch Immer 886 Ki pro Meterzentner, also um eüva 286 KL mehr als sie für den Zucker im Ausland erhält. Die Unver- j schämtheit, noch mehr zu verlangen, anstatt ocn Zuckerpreis herabzusetzen, fand aber diesmal die entsprechende Würdigung und die Herren Man- delik, Hartmann und Stoupal muhten mit langer Nase abziehe». Nun gilt es die Möglichkeit- die sich fiis die bisher notleidenden Industrien ergibt, auSzunüt« zen. Das ist Sache des Staates und der Unternehmer. Die Regierung must versuchen, die Kontingente, welche für die Einfuhr in jene Staaten bestehen, wo noch die Freiheit des Handelsver« lehr» nicht hergesteNt Ist, zu erhöhen, die Unternehmer müssen trachten, den Expori in die Staaten freien Handels zu steigern und neue Absatzgebiete zu erobern. So Ist durch die Stcuerrefundierung für die Ibeiden Industrien wieder positive Arbeit geleistet worden, an der die d eutsch® o« zialdemokratie und d i e freien "Gewerkschaften einen bedeutenden Anteil haben. Die Sudetcndeutschen können wieder einmal ermessen, dah hier für den W i e d e r a u f- bau ihres LebenSraume» gearbeitet wird und daß die Sozialdemokratie bestrebt ist, die Vereinbarungcnvom 18. Feber I in dieTatumzusehen. Vie SdP-Tumulte Im Parlament (Fortsetzung von Seite 1.) gruppe der SdP(Knorre, May, Böhm etc.) ebenfalls hinausgedrängt. Draußen ging erst recht ein Krawall los, daß von weither alles zufanunengelaufen kam. Beuer wurde von den SdP-Leuten von hinten am Hals gepackt und gewürgt, dann stürzte sich A x» mann von vorn auf ihn und packte ihn an der Kehle, worauf Beuer in der Abwehr ihm den Rock z-rrist. IN der Tür zum Sitzungssaal sprang H al- lub e den Kommunisten DöHing von hinten an und vertvickclte ihn ebenfalls in eine Balgerei. Vermittlungsversuche einzelner Abgeordneter blieben lange Zeit, erfolglos. Den tschechischen Abgeordneten, die erregt diese unglaublichen Szenen verfolgten, suchten die SdP-Leute noch einzureden, daß das nur eine„natürliche Reaktion" auf die— Provokationen der Kommunisten sei, die sie immerwährend als Faschisten beschimpften. Kurz nach diesen eistzig dastehenden Vorfällen schlost der Vorsitzende die Sitzung. In den Couloirs bildeten sich neuerdings Gruppen in denen erregt debattiert wurde. Mit ihren Beschö» nigungSversuchen hatten die SdP-Leute bei den tschechischen Abgeordneten nicht viel Glück. Sie muhten im Gegenteil die s ch w e r st e n V o r» h)‘ü rfe einstecken. Nur der ungarische Graf Esterhazy warf sich zum ex-osso-Verteidiger der nazistischen Rowdys auf. SdP gegen Rekrutenkontingent Zu Beginn der Sitzung wurde in beiden Lesungen die Vorlage angenommen, durch welche die obere Grenze des alljährliche» Rekrutenkon- tingents, di, bisher 79.990 bis höchstens 78.999 Mann betrug, aufgehoben wird. Der Referent Hintermüller bezeichnete die Vorlage mit Rücksicht auf die außerordentlichen Aufgaben, welche, in letzter Zeit an unsere Wehrmacht gestellt werden, als unbedingtnotwendig. Gegen die Vorlage sprach der Ungar Dr. Szüllö, der behauptete, dah das Parlament der Negierung dmnit eine direkt diktatorische Macht in die Hand gebe, und ZippeliuS von der SdP. der die ablehnende Haltung der SdP mit rein luristischen Argumenten und vor allem mit der prinzipiellen Gegnerschaft der SdP „gegen alle Ermächtigungen" begründete. Die Kommunisten ließen sich zunächst noch einen Ausweg offen, indem sie sich f ü r die Erhöhung de» Kontingent», aber g e g e n die Ermächtigung an die Regierung wendeten. Bor der Abstimmung gab jedoch K o p e e k t) die Erklärung ab, dast em Klub trotz allen formalen Bedenken einmütig für di« Vorlage stimmen werd«; man solle diese Abstimmung al» Manifestatwn gegen den FaschiSmu» werten. Die SdP hatte eine Reihe formaler Rückver» weisungsanträge eingebracht, die abgelehnt wurde». Bei der Abstimmung stimmten nur die SdP- A b g e» r d n e t e n gegen bi, Vorlage,«ährend all« andere» Anwesenden einschließlich der Kommunisten für die Vorlage votierten, was auf den tschechischen Bänken mit starkem Beifall ausgenommen wurde. „Wir sind nicht allein I" Ansprache des Präsidenten an die Vertreter der Armee Prag. Der Präsident der Republik lud für Donnerstag die Vertreter der Armee aus vielen Garnisonen der Republik mit dem Minister für Nationalverteidigung an der Spitze zu einem Abendessen auf di« Burg. ES waren auch Offiziere in der Reserve, Rottmeister, Unteroffiziere und Soldaten aller Rationalitäten vertreten. Der Präsident hielt dabei sipe Ansprache, worin er u. a. erklärte: Wir kennen alle europäische» Gefahren"und wisse» ihnen fest ins Auge zu sehen, wir unterliegen ater weder der Angst, noch einer Panik und werden ihnen anch nicht unterliegen. Wir verlassen unS aus«nS, doch wissen wir auch, daß wir die Sache tzes Frieden» nicht allein verteidigen. Wir bewahren Ruhe, Würde und Festigkeit, gute» Wille» gegenüber allen, namentlich auch gegenüber de» Nachbarn, streben nach Gerechtigkeit und Einvernehmen auch mft ihnen und hegen auch Vertrauen in ihren gute» Wille«. Ich glaube nicht an einen baldigen Krieg und bin der Ansicht, daß di« Kundgebungen, die einzelne politisch« Faktoren in der letzten Jett in England, Frankreich und in Deutschland gegen de» Krieg gehalten haben, aufrichtig sind. Senator Bock wesen öffentlicher Gewalttätigkeit ausgellefert Donnerstag mittag» erledigte der Senat In einer kurzen Sitzung einige zweite Lesungen und', zwei Immunitäten. Im ersten Fall wurde Senator Labas wegen Verleumdung ausgcliesert, weil er im„Slovak" einen Stabskapiiän der Gendarmerie der„politischen Boreingenommen- I heit" bezichtigt hatte. Lm zweiten Fall« wurde ' der SdP-Senator Bock über Ansuchen de» KreiSgerlchte» in Brüx wegen Verbrechen» der öffentlichen Gewalttätigkeit und Uebertretung de» TerrorgefehcS ausgeliefert. Bei«inet öffentlichen Versammlung der kommunistischen Partei in Saaz war«» am 28. März 1966, zu Gewalttätigkeiten zwischen Kommunisten j und Angehörigen, der SdP gekommen, wobei Bock eine führende Rolle gespielt haben soll. Der Aus» ! schuhrescrent begründete die beantragte Auslteferung damit, dah der ZmmunitätSmiSschuh kein Gerichtstribunal sei und auch nicht die Möglichkeit habe, die Wahrheit oder Unwahrheit der in dem Strafaki enthaltenen Zeugenau'ssagen zu überprüfen. Man müsse dem Gericht die Entscheidung überlassen, ob Bock schuldig sei. Die Auslieferung wurde ohne Debatte angenommen. Dann wurde noch beschlossen, da» Abgeordnetenhaus für die Verabschiedung de» Eisenbahngesetzes um ein« dreimonatige Fristerstreckung zu ersuchen.— Nächste Sitzung Dienstag, den 2. März, um 16 Uhr. Ole verkrachten Restgüter sollen parzelliert werden Sm Landwirtschaftsausschuß des Abgeordnetenhauses wurde am Donnerstag die Debatte über das letzte Expost de» Minister» nach vier Rednern übermal» vertagt. Babel(Rat.-Soz.) ist der Auffassung, dah trotz allen Anstrengungen auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung noch etwa 286.696 Arbeiter dauernd ohne Arbeit bleiben werden. Man werde deshalb au» dem landwirtschaftlichen Boden der Staat»- güter weitere Zuteilungen an Kleinlandwirte vor- nchmen und die Bodrnreformgesetze überhaupt konsequent weiter zur Anwendung bringen müssen. Da» Landwirtschastsmlnssterium mühte vor allem jene Reftgü ter wieder übernehmen, deren Besitzer finanziell verkracht fstck und sie zu annehmbaren Preisen unter klein« Landwirte aufteilcn. Auf diese Weise müsse verhindert werden, dah der Boden den Gegenstand kapitalistischer Spekulationen bildet. Knotek(Tsch. volkrp.) griff die Getreidegesellschaft scharf an, forderte«Ine ordentliche Kontrolle der Gebarung dieser Gesellschaft und bestand darauf, tzah die berechtigten Beschwerden der lleinen Müller ordentlich untersucht und Abhilfe geschaffen werde. Mit der Besserung der wirtschaftlichen Äerhältnisse werden die Schwierigkeiten de» Monopol» nur noch svgchseNi. Darau»aehe.hechor, dah cinBieh- m ö n o"p's l ü n ost r ch fü h r b a r fei;- ätich-ist der Form, die Minister Zadina vorscklug, dah nämlich nur der Biehauftrieb auf den Märkten der grö-« Heren Städte reguliert werden soll. Daraus würden sich grob« Preisdifferenzen ergeben, denn wenn man dar Biehangeboi auf den städtischen Märkten herabfetzen wollte, dann würde das Angebot eben auf den freien ZMrkten steigen und hier die Presse drücken. Daher sind auch die Fleischhauer gegen jede i solche Regulierung.. Uebrigen» müsse schon einmal i klargestellt werden, wer die Planwirtschaft durchführen soll, ob der Bauer»der-derjenige, der mit feinen Produkten Handel treibt. i Nitsch(SdP) verlangt eine generelle Lö- i sung de» Problems der landwirtschaftlichen Schulden i durch Herabsetzung dieser Schulden auf«in erträgliches Mah. Eine individuelle Regelung wäre , immer mit der Gefahr von Ungerechtigkeiten der» ! btinden. 6 Var Freund ROMAN VON GREGOR JARCHO Darauf hat mein Vater nur— scheinbar recht heiter— gelacht, so daß ich aus dem Zimmer hinauslief. Heute weiß ich, daß ich ihm mit meinen Worten bitter weh getan habe. Denn er dachte gar nicht mehr an Rechte und Pflichten. Was ihn gelenkt hatte Ivar— Liebe, und nichts als Liebe hatte er in mir zu ertvecken versucht. Freilich war sein Borgehen nicht immer richtig gewesen. Er hätte die« und das vielleicht anders anfaffen sollen, er hätte berücksichtigen müssen, daß Kinder schärfer sehen als Erwachsene. Er hätte sich manchen falsche»— aus erzieherischen Gründen für richtig gehaltenen— Ton ersparen können, da die kleinen Unaufrichtigkeiten mich mißtrauisch machten. Er hätte nicht immer da» Geschütz des Spöttelns abfeuern müssen— eS sprengte manche Brücke, die mit Mühe aufgebaut worden war. Dafür konnte er mitunter so feinfühlend sein, so unglaublich zart vorgehen, daß heute noch — da ich diese Zeilen niederschreib«— auch bei der Erinnerung daran unwillkürlich etwas meinen Hals kitzelt, und bisweilen feuchter Nebel— Tränenbote— sich über meine Augen legt. Einmal im Sommer— ich war kaum dreizehn und begann gerade zu rauchen— machte ich mit einigen Freunden eine kleine Nuderparti« auf-dem See, der pnserem Landhause gegenüberlag. Als wir uns weit genug vom Ufer glaubten, steckten wir uns Zigaretten an. Mein Vater kam gerade mit dem Feldstecher auf den Aussichtsturm und sah das. Er sagte mir aber'nach meiner Rückkehr kein Wort davon. Nur fand ich am Abend des nächsten Tages unter meinem Kissen einige Bro schüren über di« Schädlichkeit des Rauchen». Sch wundert« mich, als ich sie beim Schlafengehen entdeckte, la» sie mit Snteresse durch, bekam einen kleinen Schreck, sagte mir aber zuletzt, daß die Sache wohl nicht sv schlimm sein dürfte, da doch mein Vater selbst rauchte. Zwei Tage später, nach dem Abendbrot, holle er sein Zigerattenetui au» der Tasche und hielt er mir— zum nicht geringen Entsetzen meiner Mutter— geöffnet hin. Ich wurde feuerrot, sah ihn prüfend an und—- nahm eine Zigarette. Um den Mund des Vater» ging ein leises Zittern, Mutter begehrte auf, er aber fragte nur:»Hast du Streichhölzer?" Die hatte ich. Sch reichte ihm Feuer und steckte auch meine Zigarette in Brand. »Das ist aber eine ErziehungI" rief meine Mutier und stand empört auf. Vater hielt sie durch eine leis« Handbewegung zurück. »Er wird ja doch rauchen!" sagte er.»Dann ist eS schon besser, er raucht etwa» Anständige»." Seitdem mußte die pünktlich am ersten jeden Monat» erscheinende Zigarettenstöpfzrin einige hundert Zigarette» mehr anfertigen— für mich und mein« Freunde. Mutter setzte nur durch, daß ich nicht mehr al» ein bestimmte» Quantum täglich bekam. Und e» geschah sehr, sehr selten, daß ich mehr, al« festgesetzt war, verbrauchte— di? Großzügigkeit meine» Vaters, und da», wa» ich al» Vertrauen von seiner Seite auffaßte, zwangen mich, hart gegen mich selbst zu sein:(Es ist ja meist nichts als gegenseitige» Vertrauen, wa» den Äenerattonen in ihren Beziehungen zueinand«'' fehlt.) Irgendwie ahnte ich schon-damal», daß die hohe Einschätzung des Vorgehen» meine» Vater», dir mir mein Herz diktierte, richtig war— und wäre er nicht mein Vater gewesen zu einer Zeit, da Väter im allgemeinen ander» waren al» er— er wäre sehr viel früher mein Freund geworden. Aber schon der Umgang mit den sich stets in Abwehr befindenden Söhnen anderer Väter brachte es mit sich, daß ich im Vater, in erster Linie den „Bedrücker" spürte.— Ich erzähle da» alles, nur um zu zeigen, wie Ich damals meinen Vater sah, damit auch der Leser zunächst dasselbe Bild vor den Augen hat. Sch fasse noch einmal kurz zusammen: Gewiß nicht leichtwiegendes Menschentum von hohem Idealismus, eingezwängt in Her- gebrachte», das indessen nicht starr war, sondern dehnbar, wie die Höflichkeit selbst. Ein Wer gewisse Grenzen hinausgehender Liberalismus,' der, gerade weil er dort Halt machte, wo wir Jungen erst eigentlich anfingen, uns nur Heuchelei schien. Ein Republikanerin»:, da» auch zu Kompromissen bereit war und jederzeit verpuffen konnte. Kurz— ein typischer, etwas selbstgefälliger, knochenloser Intelligenzler jener nachrevolutionären Zeit, di« wie schwere Schwüle vor einem Sturm über dem ganzen Lande lastet«. So sah ich ihn und so haßte ich ihn, weil ich ihn mit dem Herzen licken mußte und mit dem Hirn verachten wollte. .Diesem Vater sollte Ich nun sagen, daß ich in so dummer Meise den neuen Direktor belogen hatte.. 9. ES ging viel leichter, al» ich e»"mir gedacht hatte. Allerdings schüttelt« der Vater mißbilligend den Kopf. Ich glaube,«rsagte sogar: „Du hättest e» weniger dumm anstellen können!" Ich hatte nicht recht verstanden: nicht recht hin« gehört. In meinen Ohren war das Sausen de» vor Scham zu Kopfe steigenden Blute». Mein Vater bemühte sich, mich nicht anzusehen. Da» Ivar gut und doch kränkend. Unsere Anstalt" lag nicht weit. Unterwegs sagte er zu mir:„Deine Straf« mußt du natürlich Hecken. Ich werde den Direktor keineswegs um Verzeihung für dich Litten."—„Da» erwarte ich gär nicht." Jetzt war alle» wieder klar' und gut. Ich sollte also meine Dummheit büßen. Mir wurde keine Verpflichtung zu Dank auferlegt. So war cs besser. Leichter für mich. Neue Bestimmungen Uber Waffen und Munition Dl« Regierung hat dem Abgeordnetenhaus« den Entwurf eines Gesetze» über Was f e n und Munition vorgelcgt, durch den die bisherigen zu!» Teil« veralteten Vorschriften vereinheitlicht und geregelt werden. Der Gesetzentwurf unterscheidet zwischen„besonders gefährlichen" und den übrigen Waffen und der dazugehörigen Munition. Die Regelung betrifft in»b«sond«re die gefährlichen Waffen, unter' die der Gesetzentwurf die Milltärwasfen(einschließlich der chemischen Kampfstoff«) weiters hcimtük- kische Waffen und Erplosiv-Apparate zählt, und ist wesentlich strenger, als die Regelung der übrige» Waffen. Ebenso verhält«» sich bei der besonder» gefährlichen Munition, zu. der insbesondere die militärische Munition gerechnet wird. Pistolen und Re- vower unter 18 Zentimeter, die bisher nach dem Waffenpatent unter die„v e r b o t- n e n" Was«. fcn gehörten, fallen nicht unter den Begriff der besonderen gefährlichen Waffe. Der Entwurf schreibt.di« Bewilligung für den B« s i tz aller besonder» gefährlichen Waffen und Munition, al» auch aller" übrigen Schußwaffen und Kugelmunition vor, für di« Waffen nur insowell, als sie in einer den persönliche» Bedarf überschreitenden Meng« gehalten werde». Bon dieser Bewilligung zum Besitz unterscheidet stch die Bewilligung zum Waffen- iragen, die für a l l e Waffen vorgeschrieben ist. Diese Bewilligung an sich allein berechtigt auch zum Besitz einer Waffe. Für den Ankauf besonder» gefährlicher Waffen und Munition führt die Vorlage eine b e s o n.« dere amtliche Bewilligung«in. Wa» die Strawerfolgung der Bergehen anlaugt, erhöht der Gesetzentwurf die bisherigen Strafsanktionen. , Abgabe zum Schutz Segen Fliegerangriffe Im Abgeordnetenhaus wurde«ine Novelle zum Gesetz 82/88 über den Schutz und die Verteidigung gegen Fliegerangriffe vorgelegt, welche bezweckt, die den Gemeinden daraus entstandenen Kosten in Form einer Abgabe auf die Gemeindeinsassen zu verteilen. Al» Maßstab soll der Mietzins, tzzw. der Mietttert genommen werden. Die näheren Durchführungsbestimmungen bleiben einer Regierungsverordnung überlassen. Durch di« Novell« wird bestimmt:. Behufs Bedeckung der Kosten, die der Gemeinde durch di« Durchführung diese» Gesetzes erwachse», ist di« Gemeind« zur Einhebung einer Abgabe berechtigt, Über die durch Regierungsverordnung die näheren Vorschriften erlassen werden(Abgabe zum Schube gegen Fliegerangriffe). Wird diese Abgabe auf Grund des Mietzinses»der Mietwerte» oder nach der Zahl und dem Zwecke der benützten Räumlichkeiten eingehoben, so kann di« Regierung, für eine solch« ll-gqhe durch.Verordnung die Gültigkeit der Befreiungen nach den Bauförderungsgesetzen von der Miet- zinSabgab« oder der Abgabe von benützten Räumlichkeiten oder von anderen Abgaben ausschlie« sie» ad« reinschränken, die auf Grunde» Mietzinse»(MietwetteS) eingehoben werden; hiebei" dürfen di« auf Grund dieser Gesetze befteiten Objekte durch die Bedeckung der im ersten Satze angeführten Kosten nicht mehrbe lastet werden al» die übrigen Objekt«. Die Regierung kann durch Verordnung zweckmäßige Befreiungen von der Abgabe zum Schube gegen Fliegerangriffe au» besonder» bedeutungsvollen Gründen, namentlich im Interesse der Wob- nunqtsürsorge für arme Personen festsetzen. Zur Erbauung öffentlicher Deckungen können di« Gemeinden Hand, und Spanndienst«»der Dienste mit Motorfahrzeugen auf Grund der allgemeinen Vorschriften anfordern. Und ich wurde bestraft. Saß. einen ganzen Nachmittag allein in der leere» Klaffe und hatte noch die Freude, von dem Inspektor zu hören, daß ich ein„sauberer Held" wäre. Daß aber auch der Inspektor mir wehe getan, hatte, versöhnte mich völlig mit meiner Niederlage vor mir selbst und gab mir wieder Mut zu einem wirklich empfundenen Recht auf Opposition. Damtt war ich von neuem auf eine Höhe gehoben, die mir er«' strebensivert schien. -Auf meinen Vater hatte dieser Vorfall.ganz eigenartig gewirkt. „Du scheinst doch Züge zu besitzen, die mir völlig unbekannt und nicht gerade angenehm sind", fagte er zu mir, al» ich abends nach dem„äbge- seffenen" Nachmittag helmkam, Statt mich zu schämen, frohlockte ich.„Ich. habe ja immer schon behauptet, daß du mich nicht kennst, Papa", erwiderte ich fast swlz.«Deshalb' verstehst du mich auch nicht!" „Du beliebst Witz« zu machen. Ich hätte gern gelacht." „Vittel" Meine, Ohren glühten auf einmal, wie wenn Vater» Worte eisten Herzstrom eingeschaltet hätten. „Nu» geht e» ccker leider um meinen Sohn", fügte er hinzu.„Es wäre mir sehr lick, wenn, du es nicht vergessen wolltest.", „Siehst dul E» handelt sich für dich um deinen Sohn, nicht um mich.' Ich bin»her vor allen Dingen Ich und erst dank» sehr viel weiter dann, dein Sohn.'" „Schön. Ich habe auch einmal so überklug gckacht.". „Sag doch ehrlich, geradeaus: dummk Wozu.:..." Hier unteckrach, mich Mutter. „Was ist da» für ein Tön! Wa» erlaubst du ihm alle»! Ich verstehe dqs nicht!" ^Fortsetzung folgt) i Sette 3 «r. dff Zufälliges Senätsvotum gegen Blum Paris. Im französischen Senat geriet die Regierung unverhofft bei der Verlängerung einer Vollmacht an die Regierung zu Aenderungen des Zolltarifes in die Minderheit, obwohl der Senat vorher in der Debatte die verschiedenen Artikel des Entwurfes im ganzen ohne Opposition gebilligt hatte. Da die Regierung nicht die Vertrauensfrage gestellt hatte und auch die Abstimmung nur durch Hpnderheben erfolgte und das genaue Stimmverhältnis nicht festgtstellt wurde, wird diese Abstimmung voraussichtlich leine politischen Konsequenzen haben. England steht zu Prag Im englischen Oberhaus kritisierte an» Mittwoch der Konservative Lord Arnold die britische Außenpolitik. Man solle der Tschechoslowakei begreiflich machen, so führte er u. a. aus, daß sie im Falle einer Angriffs auf sie mit der Hilfe Englands nicht zu rechnen habe. Der Unterstaatssekretär Plymouth antwortete scharf und deutlich: Di« Auhenpolitik der englischen Regierung sei sicherlich Vesser geeignet, dem Frieden und der internationalen Sicherheit zu bienen al- die Vorschläge Lord Arnold». England könne sich, auch wen» eö die» wollt«, nicht vom ütrigm Europa loStreunen. Die Zumutung an England, sich vom Völkerbund zurückzuziehen, würde da» allgemeine Vertrauen. in Europa erschüttern und dem guten Namen Englands schaden. Wenn England Unglück» seligertveis« einen Krieg nicht verhindern würde können, müsste e»»wischen dem Angreifer und seinem Opfer unterscheiden und deut Opfer müsste durch eine gemeinsame Aktion jede mögliche Hilfe gewährt werden. Der Arbeiterparteiler S t r a l b o l g i erklärte:»Die Tschechoslowakei ist berechtigt, mit uns zu rechnen, wenn sie das Opfer eines nichtprovozierten Angriffs werden sollte." Noch Immer Italiener nach Spanien? Paris.„Petit Journal" bringt folgende Nachricht auS London: Gewisse amtliche englische Stellen erhielten am Mittwoch die Nachricht, dass im Lause deS Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche, d. i. am Vorabend des Inkrafttretens des NichteinmischungSabkommenS und deS Freiwilligenverbotes, an verschiedenen Orten Spaniens ungefähr 10.000 italienische Soldaten auSgeschifft worden sind., •„L'Oeubre"-Meibt: Wönn Teint Kontrolle der s p a n i s ch e n F r e m d e n l e g i on und der marokkanischen Abteilungen durchgeführt wird, wird der Zustrom von Freiwilligen nach Spanien nicht verhindert worden können. Die Italiener lassen ihre Abteilungen haufenweise in die Fremdenlegion anwerben. Erfolge an der Stldfront Valencia. An der Südfront im Abschnitt der Sierra Nevada-bemächtigten sich die Regierungstruppen nach einer glänzenden Operation einiger Dörfer, die insgesamt ungefähr 10.000 Einwohner zählen. Diese Orte sind wichtige Stützpunkte für die künftigen Operationen, besitzen außerdem sehr fruchtbaren landwirtschaftlichen Boden und stzld reich an Mineralien. Die Aufständischen haben auf dem Kampfplatz viele Tote, Deutsche und Italiener, zurückgelassen. Ein Augenzeuge erzählt über die rührende Aufnahme, di« die Bevölkerung den Negierungsabteilungen bereitete: Die Frauen weinten aus Freude und die Kinder umarmten die Milizionäre. In allen neuerobertrn Dörfern herrscht unermeßliche^ Freude. Italienische Sender für Franco Barcelona. Bor einigen Tagen hat die Rundfunkstation der Aufständischen unter der Bezeichnung„Radio BeritaS" die faschistisch« Propaganda in katalanischer Sprache ausgenommen. Die Aussendung erfolgt« auf Wellen verschiedener Länge. Das hiesige, Propaganda-Kommissariat teilt der Presse mit, daß eS sich um kein« neue Station, der Aufftändischen handelt, sondern uin vier amtliche italienische Sendestationen, und zwar Rom, Mailand Genua und Floren», die gleichzeitig arbeiten. Ole nationalen Vereinbarungen Noch eine französische Stimme Raymond Henry befaßt sich im Pariser„Figaro" mit den Beschlüsse» der tschechoslowakischen Regierung in Angelegenheit'der deutschen Minderheit und sagt: Da» mindeste, wa» darüber zu sage» wäre, ist, daß der Standpunkt der Regierung ein Beweis de» unzweifelhaft guten Willens gegenüber Deutschland ist. ES ist aber zu bedauern, daß trotz der Konzessionen an.die deutsche Minderheit Berlin in seinem feindseligen Tone gegenüber der Tschechoslowakei nicht nachgelassen hat.' Das Blatt fügt hinzu: Ein derartige» Verhalten Berlins ist charakteristisch..Wir haben den Eindruck, daß da» Dritte Reich di« Spannung in seinen Beziehungen zur TschechoslotMke! auch dann aufrechterhqlten will,^wenn die Tschechoslowakei Beweise ihre» guten Willen» erbriUgt und Ber- jtändnis für die Zukunft zeigt. Freitag, 28. Fever 1037 Sudeten deutscher Zeitspiegel Industrie-Abwanderung wegen der Umlagen-HBhe Wir entnehmen dem DÄiD folgende Bemerkung: In den letzten Jahren kam cs wiederholt vor daß in deutschen Gemeinden ansässige Unternehmungen ihren Sih und ihre Betriebsstätten manchmal auch mit der Begründung nach Prag'verlegten, daß sie dazu durch die außerordentliche Umlagenhöhe zur allgemeinen und besonderen Erwerbsteuer In der betreffenden G-» meinde gezwungen wären. Die Stadt Prag hat nämlich bisher nur 100 Prozent Gemeindezuschläge eingehoben und weil bei ihr die Bezirkszuschläge infolge ihres statutarischen Eharakter» entfallen, so kann sich ein Betrieb, der jetzt unter Umständen für Gemeinde und Bezirk bis 880 Prozent Zuschläge zu bezahlen hatte, bi»»00 Prozent an Zuschlägen von der Sih- oder Br- triebstagente der fraglichen Steuer bei eine- Uebersiedlung nach Prag ersparen. In letzte» Zeit sind neuerlich Nachrichten über beabsichtigte Uebersiedlungen von Industriebetrieben nach Prag aufgetaucht. Die» führt nun dazu, daß die'n Frage kommenden deutschen Gemeinden gegen die Umlagenkonkurrenz Prag» Schub suchen. Um die Erhaltung des Arbeitsplatzes Die Textilfirma D. Ziegler in Brünn hatte bereits vor einiger Zeit um die Bewilligung der Betriebreinstellung angesucht, da ihr von der Böhmischen ESkomptebank und Kreditanstalt, zu der sie in Kreditverhältnis stand, große Schwierigkeiten bereitet worden waren. Dem Betriebsstill' lcgungSgesuch wurde stattgegeben und die Firma hat daraufhin sämtliche Beamte entlassen. Auch Arbeiter wurden nach und nach entlassen. Die Interventionen bei der Bank fruchteten nichts und der Arbeitsplatz von 800 Menschen war verloren Am Donnerstag mittags beschlossen nun sowohl die Arbeiter als auch die Angestellten, die sich bisher noch im Betrieb befinden, die Arbeit niederzulegen und den Betrieb nicht zu verlassen. Die» geschah auch. Die Arbeiter und Angestellten übernachten in der Fabrik. „Bonzen Im Speck, Volk Im Dreck** Die Formel»Bonzen im Speck, Volk im Dreck", die von der SdP für den Wahlkampf 1085 geprägt worden war und die Verhältnisse in der Henleinpartci sehr.sinnfällig umschreibt, ist nui! zur Losung der Opposition innerhalb der SdP im Kampf« gegen die Parteileitung geworden. In Brünn kann man auf allen Straßen mächtige Plakate sehen, an de^en Spitze jene Losung steht und die zu einer Versammlung d-r SdP-Opposition aufrusen. In dieser Versammlung, die heute, Freitag, tagt, werden die au» der SdP ausgeschlossenen Arbeitervertreter sprechen, die ihre Widersacher zum Erscheinen aufgefordert haben. In einem Flugblatt der Opposition wird d»r Parteileitung vorgeworfen, daß diese mit Unwahrheiten arbeite. Außerdem wird gefragt, ob die Parteileitung den Mut haben werde in der Versammlung der Opposition all da» unter Beweis zu stellen, wa» über die Opposition zusam- mengelogen worden sei. Nicht nur. in Brünn, sondern auch in den übrigen Teilen des Lande» sieht man dem Ausgang der heutigen Versammlung mit Interesse entgegen.■ Arbeitsaufnahme In den Hammerwerken TUrmltj Di« Hammerwerke Türmitz, deren Betrieb bekanntlich durch ein große» Schadenfeuer im De zember v. I. stillgelegt wurde, haben die Arbeit wieder im vollen Ausmaß aufgcnommen. Die gesamte Belegschaft konnte wieder eingestellt werden, NorchalenFeuchtig?eit,diemit'einer.Durchfrjerung> der.'BpveyS iit.pid Tieft.berbüüden.'^st, sind. dfe' L-Verschichfen,.der'Fläche"des'Flughafengelände^ bet' dein' einsietröteßen Tauwetter mehr durchuähi ' Worden, als-untep. nflrmaleii. Perhältniffenl- Aus dsesest. Gründe wurde beschlossen,»och.für'kiirzp . Fest de» Betrieb aüs dem.'Meller.Flugplatz zu be- Oss nsuoato Flugboot osa englischen Luftverkehr* Nach erfolgreichen Probeflllgen wurde jetzt das neueste Flugboot der englischen Ziüilluftsahrt „Capefla" in Dienst gestellt. Hier Ist das Flugzeug an Land'gezogen, und man-erkennt-deut»' lich die riesige» AuSniaße. Vom Rundfunk Empfihl*n>vertes aut den Proirammeni Samstag.. . Prag; Sender 1:10.05; Deutsche Presse. 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau. 12.10: Schallplattenkonzert,- 16.45: Theater für die Fugend, 17.55:„Othello im englischen Klub". Hörspiel zu Puschkins 100.. Todestag, 18.45: Deutsche Presse. 18,55: Deutsche Aktualitäten, 22.20: Tanzmusik.— Prag, Tender II: 14.10: Deutsche Sendung: Romantische Musik, 14.50: Deutsche Prelle. 18.15: Blechmusik.— Brünn: 12.85: MlttagKonzert. 17.40: Deutsche Segduggn-„Für.Fauie,'bei--Tante Rest'',-lustiges Rundfunkspiel für Kinder.—Kaschau: 12.05: Schallplattenkonzert. 10.55: Unterhaltungsmusik.— Mähr.-Oftrau: 15: Unterhaltungsmusik sind Gesang- Das Grab war vorbereitet Ein fehlgeschlagener Mordversuch—! Prag,-rb-'Der Prozeh, mit dem'sich am' Donnerstag das Prager Schwurgericht.unter Vorsitz des GR. Dr. MareLel zu befassen hatte, hätte eigentlich vor Kuttenberger Geschworenen verhandelt werden sollen, doch tvurde zur Verhandlung dieses Falles das Prager Geschworenengericht delegiert. Angeklägt waren der 81jährige Jaroslav Maöin und seine 30« ■ jährige Frau Anna Watin- uuS dem Dorf M a l o t i e e bei Koukim, des nicht vollendeten meuchlerischen Raubmordes. Der Angeklagte Jaroslav Maiin genießt einen ziemlich üblen tttuf. Er ist wegen Betruges und Diebstahls vorbestraft und sein eigener Baier erklärt ihn für einen Menschen, der für Geld zu allem zu haben sei. Im Juni v. I. trat Maöln mit einem, in der Ortschaft S'a z a v a ansässigen russischen Emi granten Paul Sazonovin Verbindung wegen Anlaufs eines alten Lastautos, das dieser avzugeden hatte. Schließlich einigten sie sich auf einen Kauf preis von 8000 Ke, wobei zu bemerken ist, daß Maöln ganz unvermögend ist. Maöln erklärte, daß sein Lchlvager das Gelb Vorstrecken werde, doch stellte sich- im Lause der Untersuchung heraus, daß dieser Schwager, ein gelvifser H o ch m a n n, ein ganz mit telloser nvalide ist, der mit 65 Ke Monatsrente eine sünftöpsige Familie zu erhalten hat und nach eigener Aussage' auch nicht einen Heller herleihen könnte. Da nach erfolgtem Kaufabschluß Maöw nur eine Aik- zahlung von 800 Xi erlegen konnte, übergab ihm Sazonov vorsichtigerweise vorerst nur das Zertifikat und behielt das Auto in eigener Verwahrung bis zur Bezahlung-des Kaufpreises^ Das ganze Verhalten MasinS machte iibrigenS einen sehr sonderbaren Eindruck, so daß Sazonop Verdacht schöpfte, der sich verstärkte, als. Maöln ihn aufforderte, das Auto entweder in ganz frühen Morgen- oder ganz späten Abendstunden gegen Ent richtung des Kaufpreises zu übergeben, weil Maöln, sonst nicht anzutreffen sei. Der Verdacht lsa- zonovs verstärkte sich soweit, daß er einen Bekannten bat. ihn bei der Ablieferung des Wagens zu beglei ten, daMaölnoffensichtlich etwas Bö ses vorhabe. Schliehlich stellte er sich aber doch, in der zehnten Abendstunde des 18. Juli, mit- dem alten Wagen ohne Begleitung vor MasinS HauS ein. Er wurde von MaöinS Frau Anna empfangen, die ihm sagte, ihr Mann sei nicht zu' Hause und ihn eifrig zum Eintreten in die Wohnstube aufforderte. Aus der Stube dirigierte sie ihn in eine anstoßende kleine, durch ein winziges Fenster nur notdürftig erhellte ztammer, wo er einige Rese'rvebeständteile besichtigen solle. AIS er sich bückte, um diese Be standteile zu besichtigen, erhielt er von rückwärts einen schweren H ieb.mit einem eiser- u en Gegenstand g eg en d en H i n t e r- k o'p f. Als er sich umdrehte, stand der angeblich ab« wesende Maöln hinter. ihm und begann ihn mit tveiteren Hieben zu bearbeiien. Es entspann sich ein heftiger Kampf, an dem sich auch Anna Maöln beteiligte, die gleich nach Eintritt Sazonovs die AuSgangstür verriegelt hatte. Beide Ehegatten ver suchten Sazonov in Federbetten einzuwickeln, um seine Gegenwehr,zu erschweren-und seine-Hilferufe zu ersticken. Trotzdem gelang es ihm, sich loSzureiße'n, die Türe aufzusprengen und Hilfe herbeizurufen. Die Gendarmerie wurde alarmiert und die beiden An geklagten festgenomme». Es ergab-sich,- ,daß Sazo nov zwei schwere Hiebe mit einer Eisenstänge erhal ten hat, die ihm wohl das L e b e ngek o- stet hätten, wenn nicht. seine Mütze-und sein dichtes und langes Haar die Wucht der Schläge ab geschwächt hätten. Die B e r t e i d i g« n g der Angeklagten be wegt sich dahin, daß e» sich lediglich um eine Harmlose Rauferei handle, die sich an geblich infolge einer Meinungsverschiedenheit^ zwi schen Sazonov und ihnen entspannen habe. Dieser Darstellung stehen ober schwerwiegende Indizien gegenüber. Man fand eine gefälschteQuit« inng auf, durch welche Sazonov den Empfang des Kaufpreises bestätigt. lSpäter zeigte sich, daß Sazo- uov der Lateinschrift kaum mächtig ist wib nur die „Azbuka", das russische Alphabet,- gut beherrscht). Ferner wurde im Stall des Gehöftes eine'90 Zen timeter tiefe, 185 Zentinteter lange, frisch auSgeho- bene Grube entdeckt, die offenbar bestimmt«ar, die Leiche beS zu Ermordende« aufzunehmen.-' Auf die kürzeste Forinel gebracht, wäre also der Sachverhalt, wie ihn die Anklage darstellt, mit dem Satz zu cha rakterisieren: Ein Menschenleben für ein a l t e S L a st a u t o. Dar Verteidigungssnstem der Angeklagten ist « einfach: Sie leugnen alles! Jaroslav Maökn behauptet, das Auto fei von ihm tatsächlich bezahlt worden und beruft sich auf die unmögliche Quittuug. Was die ominöse Grube betrifft, so er klärte er diese für einen anzulegenden Kühl raum für Eier iim Stall!). Seine Frau brachte noch eine andere Erklärung: Sie hätten in dem Stall R a t t e n a u s g e g r a b e n kl), die Photographie dieser Grube macht tatsächlich den Eindruck eines regelrechten Grabes. Das Beweisverfahren, das sich bis in die spä ten Abendstunden ausdehnle, bestätigte durchaus' die Ausführungen der Anklage. Die Schristsachverstän« Dlktatur und Brot Täglich kann man von den reich-deutschen Sendern die Mahnung-hören,. mit dem. Brot Haushälterisch umzugehen. Die Brotvexknap- pung, die sich nun dem fühlbaren.Mangel an aicheren'Lebensmitteln-gesellt, ist eines der vielen' schlimmen Ergebnisse der Hiilerdiktatu" 1— lieber die Situation aus dem Lebensmittel- niarkt unterrichtet die folgende au» Rheinlanb- Westfalen stammende Darstellung, die.,in'den ausgezeichneten So.p ad e-Berichten ent« ■ halten ist:;»'...-,‘'.-- Brotgetreide ist sehr kilapp. Die neue Ausmahlung allein- beweist das schon. Die Mühlen sind nicht in der Lage, den Anforderungen gerecht zu werden..Gewiß gibt es noch.immer Brot. Aber eü mehren sich die Sorgen der Ge- treidefachleute, daß im Frühjahr die-Knappheit so-groß werden würde, daß man-ohne Rationierung nicht auskommen werde. Diese Besorgnisse werden-durch die Anordnung verstärkt, daß alles verfügbare Getreide bis 28. Feber abgeliefert sein.muß, Die.Viehzüchter klagen über Mangel an. ölhaltige» Futtermitteln. ES. fehlen. Oel- kuch'en.sür die Milchwirtschast, ferner, fehlt es an Biertrebern und Malzkeimen. Futterzucker wollen.die Viehzüchter nicht.. Schließlich fehle» neuerdings auch FUtterkartoffeln. Man nimmt an, daß diese zurückgehalten werden, weil man vermutet) daß im Frühjahr die Speisekartoffeln sehr knapp und dadurch, stark gefragt werden. Die Bevölkerung' wird ständig.durch söge, nannte Aufkläningsartikel zur Kleintierzucht angeregt.'.Ziegen, Äaninchest sollen gezüchtet wer- den./Immer wieder wird dabei ans die Kriegs- zeit verwiesen.' Der Krieg.sei Nicht zuletzt ver- loren gegangeil,-weil man nicht rechtzeitig alle wirtschaftlichen Mittel ist Anwendung gebracht habe-? Tatsächlich sei es gar nicht der Mangel an-Nahrüngsmiftrln-gewesen, der den Krieg ver- lorengehen ließ, eS sei nur die mangelnde sstt- liche Haltung des deutschen' Volkes gewesen, däS nicht rechtzeitig aiif asle diese Dinge austnerk. fain gemacht storden sei) dqs zu wenig- zur Selbsthilfe geschult worden sei, da» seine,Klein-- ticrzucht vernachlässigt habe, daSvigle-Leben», mittel und. viele: Futtermittel,.habe usiikommen lassen... Es. sei jetzt noch Zeit, das Volk'in einem Sinne- zu erziehen-, deri esermögliche, in koni. mendengroßenPrüfungen durchzuhältest.-Kein Kflktensystestt^könne.ersehen) wag.Unverständnis schlecht/,mache)' So wird.das' Volk' ganz unver- hiW ans den Krieg VMeiieitet,.'. ■■■ Ün Menschenleben für ein altes Auto lügen Redak t'e ik r Fran z Fkanderka und Prof. Landa bekundeten, daß die'Ouittung über den Kaufpreis keinesfalls von der Hand Sezo« noos herftamme, daß aber der Autor dieser Handschrift nicht mit Sicherheit festzustellen sei.- Nach zwölfstündiger Verhandlung zogen sich die Geschworenen zur.Beratung über die Schuldfragen zurück. Durch den Wahrspruch wurde.Jaroslav Maöln einstimmig des nicht vollendeten Raubmordes schuldin erkannt, Amia Maöln-mit kaffen, wo zwar die Bodenverhältnisse ähnlich lie gen, wo jedoch die ausländischen Flieger- bereits jene Stellen genau kennen, die fest und zur ge fahrlosen Landung geeignet sind.' Darauf wuroe bereits früher durch Sicherung des Gbeller Flug platzes bis Ende April für die Landung von Ver- kchrsflugzeugen Bedacht' genommen. Die Ileber- tragung des gesamten Betriebes ist demnach eine Frage von ganz kurzer Zeil.. Dabei wird noch darauf, aufmerksam gemacht, daßi ähnliche'Schwie rigkeiten im Flugwesen auf der ganzen Welt vor kommen und daß man bei ungewöhnlichen Wit- terungSverhältniffen auch mit einer vorübergehen- den'Schließung der- Flughäfen im Auslände rechnet.-..’■•••-"-- Der Storch auf der Polizeiwachstube. In Prag»Nufle würde eine Frau'auf der Straße: von GeburtSwehen befallen. Es blieb nichts übrig, als sie.'auf. das. Polhstikqmmiffariat zu.bringen,' wo sie. noch, vor Eintreffen der RettüngSstation einen Jungen auf die Welt brachte. Es stellte sich her aus, daß es sich um.eine gewisse A g n e S T. Han, delte, die mit ihrem Lebensgefährten in einer s Notkolonie in Michle haust. Beide sind ganz arme>.---..•..._•., Leute, die sich durch Gelegenheitsverdienste schwer j Polizei dazu Mrgegangen,, e»«- dle- SmiMin durchs Leben schlagen und den-allerbesten Ruf,ge»[ meßen. Agnes T. hatte ihren, an Lungenentzün dung daruicderliegenden Gefährten'mit solcher Aufopftrsinggepfleat, daß'sie' sich- erst.-tm. letzten Mdment vor ihrer Niederkunft aüf den'Weg-zur Gebäraustalt machte.. Unterwegs kam ihre schwere Stunde über sie.' Die Polizisten,-deren.Dienst lokal solcher. Art zur Wochen.stübe wurde', verän- stalteten unter-sich eine Sammlung für-den neuen Weltbürger, die 280 AL einbrachte.-Der-Betrag wurde auf. ein Sparbuch emgelent,' das- auf 20 Jahre vinknliert ist,- nach, welcher' Zell.das Natengesch'enk der jNusler Polizeimannschaft-mit Zins.un.d Zinseszins dem jungen Mann zur Ver» fllgu.nq stehen'wird.' ',' Kurz nach der Haftentlassung aus der'Straf- aüstalt Bory würde', in,der Nacht auf.gestdWder 57jährige Berufsverbrecher K a r l Kl et ne rb'on der, Polizelpatroüille in der Nusler Täborskä Aida in Prag fcstgenommen, als er'Versuchtei die Aus- lageschelbe der- Schneiderin Dane.1 zu erbrechen Karl Klekner' ist viele Male vorbestraft:' Sein erstes, und schwerstwiegendeS kriminelles Debüt datiert gesiaii dreshig Jahre zurück, als'er'-bei einem- Einbruch.-..auf- die verfolgenden Polizisten ,schüß'. und den, Wachmann' Bärioö'tötete:—-In der' gleichen 1 Nacht- versuchte' ein' unbekannter Ein- brecher die AuSlaqejdeS Füsteliers J. Möjzis-a'uf- z'üsprestgen/-'in' welcher Mertsachen ich BerkaUfS- preiS von 70.000- AL lagen)"Den Einbrecher wurde'aber rechtzeitig verscheucht und konnte- ent-! komwen.------j'-- U'-rt.,,'--i".-I . Bei elnemUebungSflug ist e.iy-Kachiisflpg-I zeug' über dem römischen MtrltärfliUfttd'Lon:lmMi»-rSrenze zwischen Frankreich-und Deutschland Tiamvino abaestürzt-D Äi'F'n-s.äNste-ii verlief Donnerstag- nachmittag»'! eine ankweprSgie SSÄir--'-7■■”.M.. Temperatur-Grenze:'-.Dis' Stationen Mitteleurobp» «KKTi.'ii. hohen: um 14:UhrNoch.leichte».Frost verzejch»et,--da- Grofie Ueberfchwemmungen infolge der an- gegen wurden im Meften.gleichzeitig 12 hi» 15, Grad haltenden' Regengüsse, und.der.Schneeschmelze Celsius Wärch'e. gemessen. Da»,-weitere iBördrüigen. werden im» Obecästecreich gemeldet. Das. Ge- ider^tvarmon.LUft.'quf daS^esflünd ist voMüfig.'nicht Melndegebiet-cher OrtNaft-'LeondinaM'.'Kinz'.ist' wfthrsMnllchi'E» ,ist. daher zu'ert-a'rten,.dgß'M Iß,einen See,-veMändelt. Ebenso stehen-mehrere Ortzchaften hei Wels-MnMWgffer.-«M'Mtt.. woch. erfolgte bei. Müven.'qn der BüD>eSflraße nach. Paffaü etn.'schjüerer^ DammbruchEcholmtch Wühuale treffen Meldungen.über Hochwaffer.wigd. WettermuSs-tchte-n fü.r.Sami»- elp.-7-- Wie dem Berscht.der R h e-tn stromdüu« tag:' Vom Westen her BewölkungSzuMm«.-«ttvgs verwältungzu. entnehmen ist,-'wird das- Höch» t wärmer..' neun Stimmen der. Mitschglb an diesem Der-- brechen,. Jaroslov Masln wurde'außerdem des D e rb'r e'ch e'n's de» V'e't-r-ü-g-e'S.'d ü'-r-ch F L'l s ch-u ng''e:t-'n'e'r P r:i?vmtm-r?kmm'.d e schuldig erkannt-» Gegen halh. 10 Uhr abends vexkUi^dete>,der. Vorsitzeiide GR. Dr.' M a rje i e k'-däS' Urteile nehmen jn. sehr langsamem Tempo ihren Fort»', durch welches'■. gaNg,. u. zw. einerseits infülge d'es aichftnernd Jaroslav Maöln zu zwölf Jahren. Anna Maötn Mchten Wetters, andererseits infolge des.Ein. zu vier Jahrei. schwere» Kerker«- i dringens des SeinewafferS an vielen Stellen des ; AuSstellungSgelandeS, vor allem aber infolgewes verurteilt wurde. Beide brachem in Tränen. a»S. i Konfliktes, zwischen den Bauarbeitern Und. dem -Verband der Ausstellungs-Arbeitgeber, der damit'nicht einverstaüden ist,»daß da» ausschließliche Recht zur Aufnahme Uno Kontrolle der Arbeiterschaft ausschließlich dem Allgemeinen Ar> beitSverband zugesprochen wurde' und nicht auch den übrigen, Arbeiter-GewerkschaftSveichändeg. Die AijsstellungS-Arbeitgeber wevden, ihre diesbezüglichen Beschive'rden dem Staatsrat vorsegen. Bei dieser Sachlage ist die Frage der Nacht-und, Sonntagsarbeit bisher noch'nicht'erledigt worden. Die holländischen Aka tionalfarben. Aus- dem Haag wird berichtet: Durch einen, königlichen Beschluß sind die holläüdischew Nationalfarben.- festgelegt- worden: r o t- st e i h- b l a tu Damit ist ein langwieriger Flaggenstreit in-Holland'entschieden. Zahlreiche Holländer Wünschten näntllch als Nationqlsarben die historischen-Farben. orange-weiß-heilblau. Im Studio- der Filmgesellschaft»lsniversal^ in.Hollywood ist- aus bisher unbekannter Ursache eine Bombe in dem Raum explodiert,, in- stel-- chem eben eine Filmszene gedreht wurde.'-Durch die Explosion sand der Schauspieler George-D ft- l ei) den Tod. Die chinesischen Banditen. In der-Nähe von Eharbtn überfielen ungefähr 100 Banditen eine Aütomobil-Karcktvane, raubten sie aus ustd nahmen 28- Chinesen, mit sich, für die sie Lösegeld- verlangen'werden. Auch in der Nähe von Tientsin- Haben Banditen einen Dampfer überfallen/von dem.sie drei Reisende Mitnahmen und 4000 Dollar raubten. DaS größte Trockendock der Welt. Der ame- rikanische Marinemiüiste'r Swan'son hat den Hau», haltsausschuß des Repräsentantenhauses ersucht, den bereits für den Bau eines. Marine-Trockendocks in Pearl Harbor-auf Hawai bewilligten Betrag von-10 auf 15 Millionen Dollar zu erhöhen. Dieses Trockendock soll das größte- der Welt werden. Die unzähligen Smith». Es gibt auch anderswo sehr, verbreitete Nanieu, aber selbswerständlich muß Amerika mich in dieser Beziehung den Rekord. halten und so ist soeben eine Statistik publiziert Ivorden, au» der man w der Tat-einige'erstaunliche Zahlen entnimmt. Von insgesamt hundertzwimzig Millionen Einwohnern heißen mehr al» 1 Prozents Henau i Million 800.000 Menschen Smith. Aber auch die Johnson, stehen ihnen kaum nach, denn.e» gibt nicht weniger als 1-Million 24 Tausend. Bürger von USA, die so heißen. 780.ö00heiße>'i Bröstn; «84.700 William»;.658.900 Jone», und 422.800 Wilson. Dar heißt, daß rund 5 Prozent der.Bevdl» kerung im ganzen sech» Familiennamen Haden.' Wohin da» führt, kann man sich leicht vorstellen, da es natürlich aych keine genügende Auswahl verschiede- !»er.Vornamen gibt. Und so ist sowohl die Post wie- Ml. yr r.. u-,'., I einem Viertel der Stadt wie Herrscher mit römischen ! Ordnungszahlen zu versehend E» gibt- in New Volk z. B. einen Smith CCCXXVH. ßcbof sucht sich tu verteidigen. Die Direktion des„Cedok" teilt mit: In der letzten Zeit wurde de^ Aktiengesellschaft Cedok einige Male zum Vorwurse. gemacht, daß sie'sich Bloß«in die„Ausfuhr"-böi» Tschechoslowaken ins Ausland und- nIcht''Um--hie Unterstützung des Fremdenverkehr» aus dem Ausland in die Republik-bekämMere.. Als Beweis der Unrichtigkeit dieser Angriffe führen wir eine- Üeber« sicht der bisher'vereinbarten Gruppen-Fahrten des Eedok aus dem Ausland in' die-Tschechoslowakei aN' Im März fünf Exkursionen aus Norwegen,-Bulga-. rien, Italien, England und Polen, ungefähr'/tSO-, Personen. Im. Apris sechs Exkursionen au^-' Hol», läNd'-'Jtalien, Amerika, Australien, Norwegen', Afrika; mit ungefähr 400-Personen. Jm,Juni,drei-Exkur« sionen-au» England und Jndien-mit-ungefähr l50 Personen. Im Juli vier Exkursionen aus Eugland, Aegypten^ Skandinavien wit ungefähr 600 Personen;- im. AUgnft drei Exkursionen au» England und.Hol« land mit ungefähr 500 Personen;, im September zwei.Exkursionen au» Bulgarien und.England stft i ungefähr 100 Personen; im Oktober zwei Exwrsio- nen auS-England. Die Zähl. der Personen-istibsS» her nicht bekannt. Außerdem werden einige Exkiw- sionen aus Amerika vorbereitet,: vorläufig ungefähr mit 600 Personen.-'- Ein-anderer Beweis de» durch, den Eedok bei uns vermittelten Fremdenverkehr» ist bie- Freijüenz seütw Prager. Aündfahtt-Aüt'pcar», an denen-im'JännerungefähröSüPersonent'eilnahmen -AnS-'ten der Wetterstiningen:' UiiHfähr ent. Nr. 49 Freitag, 26. Feier 1037 Seite k Der Mieterschutz Ihr Zweizimmerwohnungen Können mletersdiufcgeschütjte Zweizimmerwohnungen schon vor dem 30. Juni 1937 aufgekUndlgt werden? Das Gesetz vom 26. März 1936, Sig. Nr. I 66 hat im 8 8 bestimmt, bah mit dem 80. Juni 1037 die Bestimmungen des Mieterschutzes für Wohnungen, die außer der Küche und dem Dienst» botenzimmer aus zwei Räumen bestehen, ihre Wirksamkeit verlieren. Es entsteht nun die Frag«, ob die Aufkündi» gung dieser Zweizimmerwohnungen' schon zum 30. Juni 1987 zulässig ist oder ob die früheste freie Kündigung dieser Zweizimmerwohnungen erst nach Ablauf des 80. Juni 1987, also zum 1. Oktober 1967 möglich ist. BorauSgefchickt muß werden, daß bisher das Oberste Gericht in dieser Frage noch nicht entschieden hat und daß die Entscheidungen der Gerichte in dieser Hinsicht einander widersprechen. Unserem Dafürhalten nach ist jedoch eine Aufkündigung dieser Zweizimmerwohnungen schon zum 80. Juni 1987, nicht statthaft. Zunächst spricht einmal der Motivenbericht zum Gesetze für diesen Standpunkt, denn er sagt, daß die Wohnungen mit zwei Wohnräumen und Küche ab 1. Juli 1987 freigegeben werden sollen. Dadurch wird die Absicht ausgedrückt, daß erst ab 1. Juli 1937 diese Wohnungen aus dem Mieterschutz auSschci- den und daß.sohin erst von dieser Zeit an gerechnet eine freie Kündigung zulässig ist. Die Hausbesitzer und ihre Vertreter versuchen darzustellen, daß eine frühere Kündigung, nämlich, schon zum 80. Juni 1987 möglich sei, weil der 8 26, Ms.. 2 des Mieter-Schutzgesetzes bestimmt, daß MietSverträge»zu den im Abs. 1, Zahl 11 und 12 festgesetzten Tagen über die dort angeführten Wohnungen und Betriebsstätten bereits früher nach den allgemeinen Bestimmungen unter.Einhaltung der vereinbarten oder durch besondere Vorschriften festgesetzten oder ortsüblichen, bei. mittleren BetriebSstätten jedoch einer mindestens sechsmonatigen Kündigungsfrist ge- lüildigt werden können". ' Allein diese Argumentation ist nicht stichhältig, denn, wie schon aus dieser Zitierung hervorgeht, bezieht sich diese Bestimmung einerseits auf mittlere'Betriebsstätten, andererseits auf die im Absätze 11 und 12 angeführten Tagen, d. s. der 1. Jänner 1985 für Dreizimmerwohnungen, die ganz oder teilweise zur Ausübung eines Berufes benützt wurden.'..' .■£ i n.ö sqan /oqrtfi Hätte das letzte WohnungSfürsorge-Gesetz vom 26, März 1986, Smgl. Nr. 66 Im 8 8 anläßlich der freien Aufkündigung der Zweizimmer- wohnunge». eine frühere Kündigung, für zulässig erklären wollen, so hätte dies auch in bestimmter und klarer Weise ausgedrückt werden müssen. Da die Anwendung der Spezialnorm, welche für Dreizimmerwohnungen und mittlere Betriebsstätten seinerzeit angcordnet wurde, im letzten Mieterschutzgcsetz für Zweizimmerwohnungen nicht übernommen wurde, erscheint eS klar, daß eine frühere Aufkündigung der Zweizimmerwohnungen, nämlich zum 80. Juni 1987, dem Gesetze widerspricht. Davon jedoch abgesehen, hat der 8' 6 deS Gesetzes Nr. 66/1986 überdies imperativ festgesetzt, daß die Vorschriften der 88 8 bis 5 nicht in jenen Gebieten gelten, in denen die wirtschaftlichen,.'sozialen und Wohnungsverhältnisse außerordentliche Maßnahmen erheischen. Diese Gebiete sind von der Verordnungzu bestimmen. Bis heute ist diese Regierungsverordnung' allerdings nicht, erlassen, so daß eS sich hier um eine lex. Imperfecta(unvollständiges Gesetz) handelt. Sobald aber die Regierungsverordnung diese Gebiete bestimmt haben wird, was aller Voraussicht nach in der nächsten Zeit geschehen dürfte, werden jene bereits rechtskräftig ergangene-Kündigungen von Zweizimmerwohnungen delogiert und der Mieter hat dann das Recht, falls der Hausbesitzer trotzdem von der Kündigung Gebrauch macht, also die RäumungSexekution beantragt, Im Wege der Klage (8 35, bzw. 89, Zl. 5 E. O.) die Delogierung abzuwenden und damit die Unwirksamkeit der Kündigung herbeizusUhren.. Voraussetzung allerdings ist, daß diese Regierungsverordnung ausspricht, daß in jenem Gebiete, in dem sich die Zweizimmerwohnung befindet, di« Aufhebung des Mieterschutzes für Zweizimmerwohnungen sistiert wird. ES kann also zusammenfassend gesagt werden, daß die Aufkündigung einer Zweizimmerwohnung zum 80. Juni 1937 an und für sich nicht zulässig ist und daß selbst dann, wenn eine solche Aufkündigung rechtsgültig ausgesprochen ist, diese ihre Wirkung verliert, wenn die Regierung von dem 8 6 des Gesetzes Nr. 66/1936 Gebrauch macht und damit den Mieterschutz für dre sogenannten Notstandsgebiete verlängert/ fortschreitende Wirtschaftsbelebung, wachsender zwischenstaatlicher Handel Der Jännerbericht der Nationalbank NMsuürtsLkast mul ävLlatpoiM Pensionsgesetzes auf. Dio von der Allgemeinen Pensionsanstalt vorgelegten Anträge gehen von der Voraussetzung aus, daß der heutige Umfang der BersicherungSpflicht im Grunde bestehen bleiben soll, weil er im allgemeinen den Interessen beider an der Versicherung beteiligten Gruppen sowie auch der Versicherungspraxis entspricht. Er soll demnach weder eingeengt, noch/ erweitert werden. Ueber die Anträge, die sowohl der Vertreter der Arbeitgeber, als auch der Arbeitnehmer vorbrachten, wird in der nächsten Sitzung beraten werden. Fleischkonsum sinkt weiter ' Fettverbrauch gegenüber 1035 etwas gestiegen Der eben erschienene Ausweis über den Verbrauch von Fleisch und tierischen Fetten im vergangenen Jahr wird charakterisiert durch den Umstand, daß einem höheren Fettkonsum ein weiterer Rückgang des Fleischkonsums gegenüber- steht, welcher den niedrigsten Stand in den letzten zMren— mit Ausnahme der schwersten Krisenzeit 1933—• ausweist. ES wurden verbraucht: (BeFamhneW auf 1 Ein In a wohner ita. 1036 --1936 1036 1036 Rindfleisch 1,561.401 1,718.148 10.28 11.87 RindStalg 110.954 121.171 0.78 0.81 Schweinefleisch 1,845.849 1,911.888 12.18 12.65 Schweinefett- j u. Speck 778.815 666.887 5.11 4.42 Sonst. Fleisch 446.105 496.757 2.94 8.27 Sonstig« Fett« 4.151 8.941 0.02 0.02 Fleisch zus.-. 8,852.945 4,126.743 25.40 27.29 Fette zus. - 888.420 791.999 5.86 5.25 Welchen Einfluß die Krise auf die Lebenshaltung der einzelnen Schichten der Bevölkerung, insbesondere die der Arbeiter und Angestellten und der Arbeitslosen,-hatte, können nur Einzeluntersuchungen aufzeigen. Aber auch aus diesem Jahresbericht des Statistischen Staatsamtes, der den ganzen Staat und die gesamte Bevölkerung erfaßt, und bloß den einfachen Durchschnitt errechnen kann, geht der Verfall ter Kaufkraft der Bevölkerung und damit der Rückgang ihres Lebensstandards zur Genüge hervor. Man muß bedenken, daß der Fleisch- und Fettverbrauch in unseren Ländern auch vor der Kris« schon tief unter dem Konsum in anderen Staaten lag. Seit der Krise ist er noch um 10 Prozent zurückgegängen. Im Jahre 1980 betrug der Fleischkonsum(aus einen Einwohner gerechnet) 28.10 Kg., im Fähre 1986 nurmehr 25.40 Kg., der Fettkonsum betrug im Jahre 1980 6.51 Kg., im Jahre 1936 nurmehr 5.86 Kg. Es läßt sich leicht ermessen, um wieviel stärker der Rückgang bei den Unbemittelten war, gar nicht, zu sprechen von den Krisen» ppfern, für die, Fleisch eine Seltenheit.geworden 'ist. Auch ans- den ttochenen Ziffern dieses slatisti- schen Ausweises ruft das Elend der Menschen, welchen die letzten Jahre die Arbeit genommen oder das Einkommen in unerträglicher Weise beschnitten haben. Die Wiedergutmachung dieser Sünden ist eine Forderung, die mit allem Nachdruck betrieben werden mutz. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Natwnalbank hielt am 24.1. M. seine ordentliche MönatSsitzung unter dem Vorsitze deS Gouverneurs JUDr. Karel'E n g l i i ab. Dem vörge- brachten Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: Selbst im verflossenen Monat erfuhr die internationale politische-Spammng im. Auslande keine- Wschwächung, obwohl sich die' Großmächte besonders für die Lokalisierung des Bürgerkrieges in Spanien und die Herstellung des Gleichgewichtes der Mächteintereffen auf dem europäischen Kontingent intensiv einsetzten. Die Weltwirtschaftsbelrbmig greift ständig auf wettere Gebiete über,-hebt allmählich den Umfang jdeS zwischenstaatliche» Güteraustausches und stimuliert den Preisauftrieb. Die Wirt- schast-aüivität in der Tschechoslowakei befand sich Heuer zu Jahresbeginn auf einem höheren Niveau, al- im Vorjahre und steigt ständig. Auf' dem Geldmärkte ging der. JahccSultimo ohne Schwierigkeiten vorüber und der Markt verzeichnete nach Neujahr wieder eine beträchtliche Entspannung. Der Zufluß von kleinen Ersparnissen hei den Geldanstälttn nimmt nach Neujahr eh,ex zu. Längfristiger Kredit wird ständig gesucht, Namentlich feiten» der Selbswerwaltung. Auf., dem Aktienmärkte der Prager Börse wär die' Tendenz's ch o.n nicht mehr«in» fest i g ansteig en d. Die Grundtendenz bleibt Nochständig freundlich. Das Interesse an staatlichen Anlagewertcn niimnt zu..' DaS Niveau der Grosshandelspreis« hob sich neuordingS mässig, wobei da- Anschwellen auf dem Gebiet« der Jndustriestofs« und-Erzeugnisse ausgeprägt« ist als bei dem Index der Nahrung--, Genuss- und Futtermittel. DaS Klein» handelSnivea« deS NahrungSmtttekindexeS blieb zum Jännerniedium 1987 im Durchschnitt unverändert. Der Stand der Wintersaat läßt sich bisher nicht mit Sicherheit beurteilen, es kann jedoch erwartet werden, daß manche schwäche und gelichtete Kulturen im- Frühjahr umgeackert oder wenigstens nachgesät werden müssen. Nach entsprechender gesunder Frühsaat herrscht schon jetzt bedeutende Nachfrage. Auch bei der saisonüblichen Ruhe in einigen Erzeugungszweigen ist Hou« di« gesamte Jndu- strieteschäftigung kn den ersten Wochen deS Jahres beträchtlich lebhaft« als im Borjahrr, da sie sowohl von einem reg««» Jnlandabsatz alS auch von«in« höheren Ausfuhr unterstützt wird. DI« Verschlecht«»»» auf dem ArbeitSmartte ist im heurig«» Winter weniger umfangreich al» in de» vergangmen Jahren. Die Jännerergebnisse des Außenhandels reflektieren-sowohl wert- als auch mengenmäßig eine sichtbare Umsatzbesserung.' Besonders die Rohstoffeinfuhr erhöht« sich; deshalb war auch die Handelsbilanz bei wesentlicher AuSsuhrstelgerüng, vornehmlich- von Fertigprodukten,- im Jänner passiv. rhilgsim^Jahre 1986/äus welchen, ersichtlich ist,, schuß auf. Grund, der Berichte Dr. Galla»' und^werden würde.— 900 Arbeiter einer Bostoner daß die Versicherung günstig svrtschreitet, DertDr. Lipperts di« Beratungen über den Umfang^Schuhfabrik sind in den Streik getreten. Sie ver» Zuwachs der Pflichtversicherung, der 28.102 be-I der BersicherungSpflicht nach den 88 1 und 2 deS j längen Lohnerhöhung. trägt,'ist gegenüber hem Zuwachs im Jahre 1985 per 18.981 verhältfli-mähig am größten seit dem Bestand der Pensionsversicherung und hauptsächlich bedingt durch'den Eintritt von. 50.260 neuen Versicherten. Gleichfalls groß. ist. der Zuwachs an Vorschreibungen der gesetzlichen Versicherung mit hem Zuschlag fürdle nichtbersicherte Zeit von 742 Millionen Xö-im Jahre 1985 auf 492 Millionen, AL.im Jähre 1086. Dagegen sind die Dienstbe- -..... lüge der Versicherten verhältniSmäßig zurückge- deS RegicrungSkoinmissärS Dr. Hotoweh in der gang«»,, bet Männern von 16.252 auf 16.126 Allgemeinen Pensionsanstalt elfte.- Sitzung ab. Kc und bei Frauen von 8699 äüf 8607. AL, was Einleitend gab Prof. Dr.^Schotpbaum Ekläute- mit dem stärken Zuwachs der Versicherung neuer, rüftgen iü den stittistischen Ausweisender Allge« jungetKräftemit kleinem AnfangSgehalt erklärt, meinen Venstonsanftalt über die PensionSverstche» wird.. Nach, diesen Erläuterungen nahm der AuS-, .*.•..es». e An» k,-.M U..YXM Kl f4»11Ti AitZ /llMiiHk. Kam CD» fit aTT»s«,hI Die Pensloftsveralcherunfl Im Jahre 1936 '. Beachtliche Zunahme der Versicherten-: zahl.— Rückgang des Durchschnittseinkommens' Die Pensionssektion der ministeriellen Kam«. Mission für. die Reform der Sozialversicherung der Privatangestellten hielt DietiStag unter Vorsitz Um Ule obligatorische Arbeits losenversicherung In Belgien Nach jahrelangen Kämpfen der belgischen Gewerkschaften.für die obligatorische Arbeitslosenversicherung sind di« Dinge unter der Regierung van Zeeland so weit gediehen, daß alle Aspekt« der Frage im Hinblick auf die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes genau geprüft werden. Die Gewerlschaften, die für«in System sind, bei dem di« Arbeiter und Unternehmer gleiche Beiträge zahlen, hielten'im Dezember eine Konferenz ab, die sich hauptsächlich mit der Frage der Berwattung befaßte. Entgegen' dem Antrag des Berichterstatters der Exekutive der Landcszcntrale sprach sich die Konferenz gegen die direkte Verwaltung seitens des Staates, d, h. für die Beibehaltung der gewerkschaftlichen Unterstutzungs- kassen aus. Inzwischen haben auch die Unternehmer eine Konferenz abgehalten. Sie sprachen sich kategorisch für eine paritätische Verwaltung durch Funktionär« aus, die von de» gewerkschaftlichen Organisationen durchaus unabhängig sind. Nur unter dieser Bedingung, heißt es, könne di« Reform durchgesührt werden, ohne daß sie für die Arbeiter die obligatorische gewerkschaftliche Mitgliedschaft mit sich bringt. Di« Erhebung der Beiträge soll durch Abzug vom Loh» erfolgen. Bei Arbeitslosigkeit soll der Beittag von der Arbeitslosenunterstützung abgezogen werden. Der Bei- traz soll für Unternehmer und Arbeiter einheitlich sein. Entgegen den Gewerlschaften, die für die Erfassung aller unter Arbeitskontrakt Beschäftigten sind, wollen di« Unternehmer di« Landarbei, ter, Heimarbeiter, Docker, Hausangestellten und Saisonarbeiter ausschliehen. Di« amerikanisch« Streikbewegung.. In Dettoit fordert« John Lewis die- Thrysler,Autowerke telegraphisch auf, Lohnverhandlungen mit seiner Gewerkschaft aufzunehmen. Lewis plant, den Streik auszurufen, wenn die Forderung nicht -erfüllt wird. Die Automobilfabrik hat zugestimmt, am Samstag Verhandlungen mit. den.Führern .der Gewerkschastsorganisation über den Kollektiv» verttag der Arbeiter zu heginnen.— Die kalifornische Polizei hat del? Streikenden der Aeroplan- Fabrik DoualaS Atreraft Factory schriftlich die Aufforderung übermittelt, unverzüglich die Werk- Wien zu räuftsen, da sonst Gewalt augewendet Paul» Wessely in dem Film„Ernte" Strett bei Peugeot bcigelegt. Der Streik der Typographen und des ZeitungSpersonals in Marseille und Montpellier wurde durch einen Schiedsspruch beigelegt, den Arbeitsminister Lebas verkündete. Der Minister entschied einerseits über die Regelung der Löhne, andererseits über die Arbeitszeit. Das Personal wird enttveder sechs Tage in der Woche zu je sechs Stunden oder sieben Stunden täglich und zwei Ruhetagen in der Woche arbeiten. Heute werden die Pariser Camelots ihre Forderungen dem Schiedsversahren unterbreiten. Auch der langwierige Konflikt der 15.000 Angestellten der Peugeot-Automobilwerke in Sochaux wurde beigelegt und die Arbeiterschaft wird morgen die Arbeit-wieder aufnehmen. Die Frage der Anwendung von Sanktionen gegen einige Arbeiter wird Gegenstand eines Schiedsverfahrens sein. Englische Arbeit« ford«n bezahlten Urlaub. „Morniug Post" teilt mit, daß Baldwin einige Besprechungen mit dem Generalrat der Gewerk» schaftsverbände hatte und sich zu den von Führern der Bewegung verdolmetschten Ansichten sympathisch ausgesprochen hat. Die Regierung hätte beschlossen, einen Sonderausschuß für das Stu- eium dieser Frage zu ernennen. 'ÜuÄiiD'- Vie Hintergründe der rumänischen Regierungsumbildung Seit Wochen spricht man in Rumänien vom Rücktritt der Regierung T a t a r e s t u. Nun erfolgte plötzlich anstatt des Rücktrittes die Umbildung. Was hat zu der Umbildung der Regierung geführt? Im Bukarester Heim der Medizinstudenten, dem Sitz der„Eisernen Garde", wurde in der Borwoche der liberale Studentensührer von Mitgliedern der„Eisernen Garde" schwer mißhandelt. Darüber gab eS im Parlament eine Diskussion, in welcher der Innenminister Juca die Ungeschicklichkeit beging, die Existenz eines zweiten Staates im Staate als a n nehmbarzu empfinden. Der sich hierauf ergebene Pressesturm hat dann die Umbildung der Regierung bur Folge gehabt. Besonders interessant ist die Ernennung des Bukarester Polizeipräsidenten General Mari- nescu zum Staatssekretär im Innenministerium. General MarineScu ist, neben dem derzeitigen Ministerpräsidenten, einer jener Männer, die daS unbeschränkte Vertrauen der Krone besitzen. Er war cs, der die erste Regierung der Nationalzaranisten durch eine gegen die Negierung gerichtete Rede gestürzt hatte. Wie stark die Stellung dieses Mannes Ivar und noch sein dürste, beweist folgender Vorfall: Nach der von General MarineScu, damals war er noch Oberst, gehaltenen Rede entließ ihn die Regierung M a n i u, in welcher der heutige Parteiführer der Nationalzaranisten, M i h a l a ch e, Innenminister toar. Oberst MarineScu aber warf dem Ueberbringer das Ent- laffungsschreiben vor die Füße. Einige Stunden nach diesem Ergebnis war die Regierung-Man!» entlassen. General MarineScu gilt als einer der größten Feinde der Arbeiterklasse und der Demokratie. Seine Ernennung zum StäatSsekretär dürfte de» Kreisen, die der liberalen Oligarchie noch eine länge Regierungsdauer voraussägen, recht geben. Noblesse unter Freunden. lAP.) Deutschland hat sich gegenüber Ungarn eine unfreundliche Geste geleistet, au» der der ganze UnmUt über die verändert« politische Haltung Ungarns seit dem Tode von GömböS, über die außenpolttisch« Distanzierung vom Reich und die innenpolitische Abkehr vom Rechts» radikallSmuS spricht. Es lieh nämlich durch den -deutschen Gesandten. in Budapest der ungarischen Regierung die Rechnung über di« in München«nt» kandenen Koste» der Aufbahrung des verstorbenen Ministerpräsidenten GömböS-sowie der Trauerfeierlichkeiten-überreichen. Die ungarisch« Regierung präsentierte' die Rechnung zunächst der Heimatgemeinde von GömböS, der Stadt Budapest, zog«S dann aber vor, di« Rechnung stillschweigend zu begleichen. Selle S Sozialdemokrat' Freitag, SS. Feber M. Nr. 49 s D'aqer Mtmrg ^rbeltersolldsrltöt gegen Streikbrecher -rl>- Am vergangenen Montag kam es in der Fliegerinotoren- und Autofabrik„A e r o" in Prag-Letüany zu einem spontanen DeMonstra» tionSstreil der gesamten 1800 köpsigen Belegschaft, der darauf zurückzuführen Ivar, daß in dem genannten Betrieb zwei Streikbrecher Anstellung gesunden hatten, die bei dem Streik der Janeiel-Arbeiter ihren Arbeitskameraden in den Rückengcfallen waren. Mit dem Demonstrationsstreik wurde eingesetzt, nachdem der BetriebSanS- schutz einigemale die Werkleitung darauf aufmerksam gemacht hatte, daß die„Aero"-Arbeiterschaft mit Streikbrechern nscht zusammenarbeiten wolle. Der Streik tat seine Wirkung. Die beiden Streikbrecher erkannten die Unhaltbarkeit ihrer Position und zogen es vor, selbst zu kündigen und daS Feld zu räumen. Die beiden Streikbrecher waren Schützlinge der von den Agrariern durch Herrn Chalnpa aufgezogenen„grünen Gewerkschaft", deren schmähliche Rolle im Kampf der Janeöekarbeiter noch unvergessen Ist. Es ist also lein Wunder, daß der agrarische„B ei« r" den Demonstrationsstreik der„Aero"-Arbeiterschaft zu einem wüsten Ausfall gegen die»sozialistische Inquisition" be- nntzt und sich sogar dazn versteigt, dem Betriebsausschuß mit Strafverfolgung nach dem„Terror» gesetzt zu drohen! Auf verschieden« grobe Entstellungen des wahren Sachverhaltes kommt es dem ehrenwerten Organ des Herrn Dr. Kahänek natürlich nicht an. Mit Recht betont der»Beöernik Prävo Lidu" die jämmerliche Unhaltbarkeit der Anwürfe des agrarischen Abendblattes. Die Arbeiterschaft hat sich mit. vollem Recht gegen die Zusammenarbeit mit Leuten vom Schlage der beiden Streikbrecher gewehrt und diese Haven Vernünstigertveise ihre Konsequenzen gezogen, ohne daß es irgendeines persönlichen Druckes bedurft hätte. Gerade in vorliegendem Fall hat der Betriebsausschuß durch mehrfache Warnung der Betriebsleitung seine Pflicht gewissenhaft erfüllt. „Niemand wird ehrliche Arbeiter" schließt der Bei. P. L.„dazu zwingen, auch nicht durch die Strafgerichtes mit Streikbrechern zusammeUzuar- beiten." Versuche, die. bewußte Arbeiterschaft durch agrarische Protektionskinder zu ersehen, müßten vom Standpunkte der Staatsverteidigung bedauert werden,„Denn Protektionskinder sind eben nur gut fite Protektion, aber nicht für ehrliche Arbeit". Interessant ist übrigen», bah die Streikbrecher trotz ihrer ,sgmeü Dienste", sich bei der Firma ÄaneLek, wo unter dem Druck der damaligen Verhältnisse die Arbeiterschaft zu der Annahme einer Kompromißlösung gezwungen war, nicht welterbeschäftigt wurden, obwohl ein fühlbarer Mangel an qualifizierten Kräften besteht. Mimosen " Mimosen— Inbegriff der Empfindsamkeit. An allen Blumenhandlungen leuchtet jetzt ihr sonniges Gelb, ein lockerer Geriesel zartester Federbällchen. An den Blumenständen vor den FriedhofStoren liegen sie aus der nackten Erde. Der Wind zaust sie, Schnee fällt darauf. Man meint, sie müßten vergehen; er sind doch Kinder der Südens. Aber sie ertragen es und erst der schroffe Wechsel macht sie hinfällig; aus der Kälte ins wanne Zimmer gebracht, wellen sie. rasch dahin und der schwärmerische Duft verlischt. Vielleicht haben die Blüten nicht teil an der sprichlvörtlichen Reizbarkeit der Blätter.„Empfindsam wie eine Mimose," Diese Redensart drückt ja aus, wie schreckhaft die„Sinnpflanze", wie sie deshalb auch genannt wird, auf die leiseste Berührung ihrer Blätter reagiert. Am Nu falten sich die Neinen Fiederblättchen zusammen und so verharren sie lange Zeit,.bis der Reiz überwunden ist. Ich sah es einmal in geradezu bestürzender Drastik. Am Glashaus eine- Botanischen Gartens stand eine Mimose m voller Blüte. Um mir den Effekt zu zeigen, zündete der Gärtner ein Streichholz an und hielt er eine Sekunde nur an dl« äußerste Spitze einer Blattes. Jäh, wie von heftigem Schreck durchzuckt, schlug das von der" Flamme berührte Blatt die Fiederblättchen zusammen, so Plötzlich, daß man sechst ein wenig erschrak. Da klappte auch schon da» benachbarte/ Blatt zusammen, dann«in dritter, ein vierter,, und schließlich klappte ruckartig der Stengel de» ganzen Zweiges nieder.„Warten Sie", sagte der Gärtner.,„es geht weiter!" Da durchzuckte«s auch schon' die Blätter de» nächsten Zweiges; ein Blatt nach dem.andern und dann auch, der Stengel klappt« «in. And so durchschauerte der Schreck die ganz« Pflanze, Blatt um Blatt, Zweig um Zweig, nutz«In wenig langsamer geschah er bei den entfernteren Blättern, und nun stand die Mimose da; will und Mitteilungen aus dem Publikum. Nie wieder— Grippe! Da» sagt jeder, der sie einmal überstanden hat, der ihre Leiden gefühlt, um Arbeitskraft und Gesundheit gebangt hat! Wer mit dem Sagen allein ist'» nicht getan: Sie müssen auch etwas tünl Spülen Sie täglich Ihren Mund mit ein paar Tropfen Alpa-Fränzbranntwein, in Wasser gelöst, und massieren Sie Ihren Körper mit„Alpa"t Dann kann die Grippe Ihnen nichts anhaben, dann sind. Sie ftisch, gestärkt, gesund! Darum empfiehlt auch der Arzt„Mpa"! 4 schlaff, in einem grau beschlagenen'Grün, al» habe der Schreck sie getötet. So verharrte sie lange Zeit; «S war. al» lausche sie, ob der Mensch mit der schrecklichen Flamme noch in der Nähe sei. Endlich regten sich die entferntesten Blätter wieder. Langsam und zögernd entfalteten sich die Fiederblättchen, und allmählich, abwartend und mit kleinen Pausen lief die Regung, Blatt um"Blatt zurück, bi» nach geraumer Zelt die Mimose ihre zierliche. Gestalt wieder zu zeigen wagte.- „Wollen Sie e» noch einmal sehen?" ftagte der Gärtner. Rein— e» war so bestürzend anzusehen, al» ob der Mimose ein fühlbarer Schmerz zugefügt worden sei. - Und vielleicht sichlt die Pssanze den Schmerz wirklich. Mit anderen Organen als den unseren und auf andere Art, die ihr Geheimnis ist. Alfred Kerr erzählt in seinen Schriften von einem Tischgespräch, in dem die Rede davon war, daß die Menschen auf einer höheren Kulturstufe e» vielleicht unterlassen würden. Tier« zu töten, nur um ihr Fleisch zu essen. Sie würden sich dann lieber nur von Pflanzen nähren. „Gut", wandte ein Gesprächspartner ein.„Das wäre dann eine höhere Sittlichkeit. Sittlichkeit auch gegenüber den Tieren. Mer war ist es dann mit der Sittlichkeit gegenüber den Bssanzen? Wer sagt uns, daß Pflanzen empfindungslos sind...?" Bei« Auffpringen auf einen fahrenden Stra> ßenbabnwagen der Linse 19 glitt Mittwoch abends die 16iähr!ge Valerie Schneller au» Lieben au» und geriet unter die Räder. Dem bedauernswerten jungen Mädchen wurd« ein' Knöchel völllg zermalmt, so daß eine Amputation des verletzten Beine» unumgänglich ist. Da» Unglück geschah auf dem Wenzelrplatz gegenüber dem. Baka-Han», Für die Tekenhon.Teilnehmer in Prag XIX. Da» Telegraphen-Bauamt Nr. 2 in Prag teilt mit, daß wegen Umschaltung de» Televhonkabel» in Dei- vic«. die Teilnehmer der Telephonstationen in den Teilen von Prag XIX., außer der Han»»aulka. vom 27. Feber, 12 Uhr mittag», bi» zum 1. März. 8 Uhr früh, unterbrochen sein werden. Ein praktischer Kur» der tschechischen Sprache findet an der Karls,Universität statt, für Anfänger jeden DienSta». für Fortaeschritten« jeden Freitag von 17—19 Ubr im Aörsaal 291 und 209 am Kmetanovo nämistt(3. Stock). Beginn am 2. März. Lektor Jok. Skrbinhek. AuSflugSzüg« der StaatSbabnen. Bom 27. bi» 7. März„Eine Woche auf den Kämmen de» Riesengebirge»" für 469 Xi, vom 6, bi» 18. März eine Woche Wintersport in der Hoben Tatra oder Telgart 868 Xi, vom 18..bi» 21. Mär, Frühjahr auf der Sokolbaude Im Riesengebirqe 469 KJ und Frühjahr am Fuße der Schneekoppe in Netzer 410 Ki. Informationen und Anmeldungen im Basar nöben dem Wilsonbahnhof, Tel. 888—88. Vorträge Irene Harand über Völkerverständigung und Weltfrieden Im großen Saale der Städtischen Bücherei .sprach gestern die Wiener Schriftstellerin Irene Ha- rand, die Herausgeberin der Zeitschrift„Gerechtigkeit" und Berfafferin der gegen Hitlers Theorien gerichteten Buches„Sein Kampf",, eine Streiterin gegen Rassenwahn, Kriegshetze und Kulturreaktion, die sich, wie der ungewöhnlich starke Besuch ihre» Vortrags zeigte, auch in Prag großer Svinpathien erfreuen kann. Sie spricht ohne Patho» und ohne wit geistreichen Wendungen imponieren zu wollen, und nichts charakterisiert sie besser als ihr Au»spruch, daß man sich nicht scheuen solle, die'Wahrheit tausendmal zu wiederholen, so wie sich die anderen nichr scheuen, dje Lüge tausendmal zu wiederholen. Ihr Vortrag(der Stück für Stück auch ins Tschechische überseht wurde) begann mit dem Hinweis auf die fortschritthemmenden Fesseln, von denen die Menschheit heute eingeengt ist. Vor allem müsse dem Rassenwahn, der die Befreiung von diesen Fesseln verhindern wolle, der Kampf gelten. Es gebe keine minderwertigen Rassen in der Menschheit, und die. Behauptung von der Minderwertigkeit der Juden werde schon durch die Tatsache widerlegt, daß unter den Trägern des Nohelpreises zwölf Prozent jüdische» Herkunft sind. ES sei eine Fälschung, wenn man,, um eine Menschengruppe zu diskriminieren, imm:« .nur ihre unwürdigen Vertreter al» Beispiele heranziehe, und er sei ein Unsinn, geistige Schöpsungen durch körperliche Merline/' der Urheber erklären zu wollen, denn was der Geist der Menschheit gibt, ist nicht körperlich, sondern ewig. Der Antisemitismus diene überall Machtlüsternen dazu, eine Diktatur anzustreben, denn er wirke al» Hhpnose, die zur Aufgabe der Freiheit führt..Was die Menschheit brauche,' fei Bölkerverständigung, gegenseitige» Kennenlernen, gegenseitige Ächtung und Einigung über da», wonach alle gemeinsam streben,'Die Rednerin, di« kürzlich, die Vereinigten Staaten besucht hat, wie» auf da» amerikanische Beispiel hin. Auch dort hat er im Laufe der Geschichte Immer wieder Mißtrauen zwischen den verschiedenen Einwanderergruppen gegeben, auch dort gab«r km 17. und 18. Jahrhundert Katho- kikenverfolgungen, die mit denselben Schlagworten geführt wurden wie die«uropäische Judcnverfolgun; von heute. Wer der Einjgungigedanke Washingtons setzt« sich durch, so wie sich heute wieder Roos:- velt gegen die Schrittmacher einer Diktatur in den Bereinigten Staaten durchgesebt hat. Die Zusammenarbeit der' Nationen und Religionen hätte auch .in Europa da» Erstarken der Diktaturen verhindern können, und e» sei höchst« Zeit,' da» Versäumte nachzuholen. Die Tschechoslowakei, die in der Welt nich.' nur mächtige Feinde, sondern auch mächtige Freunde habe,/könne, hier eine große,Aufgabe erfüllen, wenn Dee freiliegende trfa^adiein Ist zur Le«MmA der llfrvnnementsgefrükr zu bewenden! Iller im Xucfcatande ttelöt, schädigt die Kartei und deren Dresse Die Verwaltung alle ihre Nationen sich auf da» einigen, wa» ihnen allen nützlich ist. ES gibt, wie die Rednerin sagte keinen deutschen und tschechischen Hnnger, cs gibt nur einen Hunger, der alle quält und von allen beseitig; werden muß. Die Not ist dar Instrument der Diktaturen, die zwar nicht imstande sind, das Elend zu lindern, aber davon profitieren, daß e» die Menschen haßerfüllt, neidisch utid unvernünftig macht. Auch auf wirtschaftlichem Gebiete müsse die Ver- sländigung-sieae», und die Rednerin bekannte sich zu der Ansicht, daß auch Im Rahmen der bestehenden Wirtschaftsordnung eine Lösung der Wirtschaftsprobleme möglich fei, wenn man nur den Mut aufbringe. neue Wege zu gehen, und di« Wirtschaft fo umzuformen, daß sie den Bedürfnissen aller genüg;. „Der Techniker in der Gesellschaft" ist da» Thema eine» von der Masaryk-Gesellschaft für Soziologie veranstalteten DirkussionSabende», welcher am Freitag, den 26. d. M., um halb 20 Uhr im Sitzungssaal de» Fürsorgeministerium» stattfiiidet. Referent Dozent Dr. B. Verunäi, Korreferent Dozent Dr. K. Galla. Eintritt frei. Der 3Uw Moral über alles Wenn man an älter« Schwänke zurückdenkt, stößt man auf viele Vorbilder diese» neuen tschechischen Films, in dem uns ein Sittlichkeits-Professor(mit Villa und allem Zubehör) gezeigt wird, der durch seine uneheliche Tochter, die sich in sein Hau» als Gouvernante' einschleicht, nach vielem Hin und Her zum Eingeständnis seiner feigen Heuchelei und zur Aufklärung der angesammelten Mißverständnisse gebracht wird, woraufhin der Professor dann bei der Enthüllung der eigenen Büste im Sittlichkeitsverein den Moraltanren ordentlich die Meinung sagt. So siegt die„echte" Moral über die„falsche", die„Na- iürlichkeit" über die„Unnatur", und dies umso leichter,- als die„Unmoralischen" selbstverständlich sebr tugendhafte Leutchen sind, während die Sittlichkeit»- apostel geheime Laster haben.— ja, sie sind so unnatürlich daß sie über ihre eigenen Füße stolpern, während die anderen so natürlich sind, daß sie sich schminken und über Tische und Stühle springen. Für ein« Satire ist das etwa» zu oberssächlich, für«rne Komödie etwa» zu uuvriginell und primitiv, r» bleibt also, em Schwank für grundsätzlich Lachlustige, in dem die Lacheffektc aber gar zu oft wiederholt werden und allzu deutlich vorangekündigt werden. Man hat von dem Regisseur Mae F r i i(der in letzter Zeit allzu .produktiv" geworden ist), weit Bessere» gesehen als diesen Film, der.freilich immer noch den Vorzug har, daß er auf Schlagersingen und Sentimknialitäten verzichtet, sich stellenweise selbst parodiert und im ganzen«in flottes Tempo einhäli. Auch di« Hauptdarsteller Hugo."aas und Bira Ferbasovä haben e» sich diesmal leichter al» sonst gemacht, wa» aber angesichts der zu bewältigenden„Aufgaben" kaum ein Vorwurf ist. Adina M a n d l o v ä. die hier zum ersten Male nicht«ine Lurusdame, sondem einen komischen Backfisch spielt, zeigt sogar eine, wenn- auch bescheiden«, schauspielerisch« Entwicklung, —eis— Bel den Strohwitwern. Eigentlich heißt dieser Hollpwood-Jilm„Zum Tanzen geboren",— aber zugegeben: er könnte auch„Bei den Strohwitwen" oder„Beim Bart« de» Propheten" oder„De» Meeres und der Liebe Wellen" heißen Es geht nämlich drunter und drüber in diesem(äußerlich) bewegten Kinostück, da» aber eigentlich gar kein Stück, sondern einfach eine reißerische Revue mit einer irgendwie in sie hineingeratenen und dementsprechend bemitleidenswerten Handlung ist. Sie spielt auf einem Kriegsschiff, da» heißt: die Musik spielt und«» wird gesungen und getanzt, wobei drohende Geschützrohre zur Erhöhung der Stimmung und zur Verstärkung de» Lärm», aufgepflanzte Bajonette al» Blasinstrumente und Girls al» Borführdamen für Marine- Uniformen dienen. Ein großer Rummel für Leute, die einmal wieder etwa»„richtig Amerikanisches" sehen wollen,— und im Mittelpunkt der schwindelerregenden und betäubenden„Schau" di«„große" Revue-Tänzerin Eleanor P o w e l l(die man schon von der„Broadwah-Melodle" her kennt),«in« Dam«, die sich so andauernd um sich selbst, Wer sich selbst, -ineinander und aureinander bewegt, da» zu bezwit- keln ist, ob sie. noch ein längere» Stück gerädeau» geben kann. Aber auf Kriegsschiffen, wo Raumman» gel herrscht, ist der Revue-Tanz möglicherweise di« vraktischfte Art, sich Bewegung zu machen. Und man behaupte dann noch, daß Filme wie dieser-nicht zum Verständnis der Gegenwart beitragen!—eis— Ein Tatsadienberlcht aus den berüchtlgsten Konzentrationslagern „Staatliches Konzentrationslager VII von Kl. Hinrichs gebugden Ki 48.— „Dachau"■ von. Walter Hornun g gebunden XL V4.— Zu beziehen durch die: Zentralsten» für das Bit- dungSwesen Praha XII,, Slezftä IS. Greta Garbo in der Titelrolle des Film».Königin Christine". Kunst Mll Msseft. Arbeitervorstellung„Da» Rest" mit Tilla Durieur al» Gast. DaS Entgegenkommen der Theaterdirektiön ermöglichte e» uns, diese» reizende Lustspiel, in.der glänzenden Besetzung wie bei der Erstaufführung für Sonntag, den 7. März, um halb 8 Uhr nachmittags anzusetzen. Karten täglich von halb 9 bi» 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna.' Spielplan de» Neu« Deutschen Theater». Freitag %8: Die Fledermaus, Abonn, aufgeh.—» Samstag 7lb: Macbeth, G a st s pIelD u- rieur, neuinszeniert. C 2.— Sonntag 2%: Jean, Gastspiel Leopold Kramer und Pepi Krämer- Glöckner. 8: Äxel an der Himmel» t'-ü'r, Abonnement aufgehoben. Spielplan der Kleine«-Bühne. Heute, Freitag 8 Uhr:„Matura".—Samstag 8 Uhr: Photographieren verbot«n.^Ur- ausführugg.— Sonntag 8: Matura, 7lb: Photographieren verboten. Dbreinaaöcfcricfttea ■ I MaSken. und Kostümball de» Allgemeinen'Angestellten- Verbände» am SamStag, den 27;' Feber 1987, im Heine-Saal, Prag II.,- Fochova tr. Eintritt iiö 10.—, Kapelle Papert, MitternachtSpro- gramm de» Atu». Reklamationen: StrnaüE. Prag II., Fügnerovo näm. 4. Sozialistischer Jugendverband;. I Kreis Prag... Wir berufen für S a m S t a g, den 27. Feber, und Sonnt a g, den 28. Feber 1V87, unsere. 6. ordentliche Kreiskonferenz ein. Tanesord n u n g: Berichte der.Fünk« tionärc, Referat, Neuwahlen der KreiSftinktiä« näre, die weitere Arbeit, freie Anträge. Genaüir Ort und Zeit wird noch bekaunigegeben.'' g',l ' Die Kreisleitung.^ Urania*Klno, XIIüimIsU X ■•'’' Femnnrecher 61638, Königin Christine M'M MkWklAM! Enthüllungen eines führenden Bo'.schewiki über di» politischen und psychologischen Hintergründe der Moskauer Prozesse mid die Ausrottung her. alten Bolschewik!. Lesen Sle.dj« Artikelserie In ikIrlSßOd die alle Rätsel iitist B e z ug» bedt ngn-ng«n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich W 16.—. vierteljährlich K2 48.—, halbjährig AS VS.— ganzjährig Ai 192.—,— ggsersw werppnKwt Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt Nur bei Einsendung der Retourmarlen.— Die ZeitungSsrankatur wurde von der Post- und Tele-, graphendireltwn.mst Erlaß Nr. 18.8Ü0/VII/1980 bewilligt,— Druckerei:„Orbir", Druck-, DerlagS- und ZeUunftS-A.-G. Prag.>.-.