«WlywU(0 9k8kklei«schlleßl. 8 Heller Porto) 7 genlralorgan der Deutsche« s»ztaHiiejrrökrattsch^« Arbettertza»tei in-er LschechoflowaNsche« Republik se»-: MMM.....- Redattion und Verwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Zahrtzang Sonntag, 28. Feber 1937 Aus dem Inhalt: Die Brünner SdP-Oppositlon Optimistische Wirtschaftsprognose des Nationalbank- Gouverneurs Episoden aus dem spanischen Bürgerkrieg Wirtschaft der Wslt MM Nur noch Reste von Oviedo im Besitz der Aufständischen Die grosse Chance der Sudetendeutschen Madrid. In Oviedo Lombardierte di« Artillerie der Regierungstruppen die Reste der Stellungen, die im Zentrum der Stadt noch von de« Aufständischen besetzt sind. Gleichzeitig wurde die MuitionSfabrik La Bega bombardiert, welche für die Munitionsversorgung der Ausständifchen von großer Bedeutung ist. Ein Teil der Fabrik wurde in der Rächt auf SamStag besetzt, um den andere» Teil, tpird erbittert gekämpft.■ Am Freitag verstärkte sich der Druck der Re» gierüngSinfanterie und Artillerie im Jarama- Abschnitt. Zweck der Aktion war eS, die sich bei Bqldemoco Maranosa und Morata del Tajun konzentrierenden Aufständischen zu zerstreuen. Die Regierungstruppen besetzten einige feindliche^Stellungen am linken Flügel'dieses Abschnittes. An der Somoffiera-Front gab es kleinere Feuergefechte. An der Guadalajara, und der Guadarama-Front wurden di« Zufahrtsstraßen, auf welchen die Aufständischen ihre Reserven versammelten,. beschossen. Dieselben Berichte langen vom Abschnitt Casä del Campo und Usera bin, wo die Aufständischen' 300 Tote ou verzeichnen T ät- ten. Bei Moncloa versuchten sie einen Angriff auf die Regierungsstellungen, wurden aber zurückgeschlagen. An der Aragon-Front beschoß, Aufstän- dischen-Artillerie ohne Erfolg, die RegierungSpo- sitkonen-'■ Auf eine Mine gelaufen ' London.' Da» Londoner Büro der Schiffahrtsgesellschaft Nnion Cnstle'hak die Nachricht erhalten, daß. ihr Dampfer'„Llandovent /Castle"' an der spanischen Küste auf eine Mine äufgelaufen und am Bug schwer beschädigt wor- d-.n ist. Eine spätere Nachricht besagt, daß der Unter diesem Titel veröffentlicht der Brüsieler„P e u P l e" eine aus London datiert« HavaS-Meldung, in der es heißt: '„Die Aufmerksamkeit der englischen diplomatischen Kreise richtet sich stark auf die„sudetendeutschen" Absichten in der Tschechoslowakei. DaS eben zwischen der Prager Regierung und den aktivistischen Parteien der deutschen Minderheit in. der Tschechoslowakei geschlossene Abkommen ist in London- mit wahrhaftiger Genugtuung ausgenommen worden, aber das Unbekannte bleibt- für die englische Meinung die Haltung der Sudetendeut» s ch e n P a r t e i. Wenn die englischen diplomatischen Kreise bisher immer der Meinung waren, daß'gewisse Forderungen dieser Partei teilweise gerechtfertigt-wären, so sind sie jetzt der Ansicht, daß das nunmehr mit den anderen Gruppen der sudetendeutschen Minderheit abgeschlossene Abkommen auf Grundlagen ver- .' faßt ist, die ebenso kür die Partei Henleins an- . nehmbar sind. Weigert sie sich, diese Grund- i lagen anzunehmen,?o wird sich der Eindruck . befestigen, daß zwischen den HenleinS und den ' reichsdeutschen Rattonalfozialisten ein Einverständnis besteht.,■ Wohlinformierte politische Persönlichkeiten geben zu'erkennen/ daß die Reserve, die. englischerseits, angesichts, der reichSdeutschen Kundgebungen und Propaganda-Methoden. in der Tschechoslowakei aN'dtn Tag gelegt wird,-keineswegs als ein Beweis de, Gleichgültigkeit gegen«in Problem aus- gelegt werden darf, das im Gegenteil die volle Aufmerksamkeit der kompetenten Stellen auf sich linkt.". Diese Havas-Meldung läßt an Deutlichkeit nichts zu-wünschen übrig.' Sie beweist klipp und klar', daß die Zeit der englischen Düpierung durch Henlein- und Rutha endgültig. vorbei ist. Ma» weiß jetzt in London,.-daß und wie weit die, SdP- Hetze,. die gerade.jetzt-wieder«u» Anlaß her nationalpolitischen Richtlinie« entfaltet'.tpird:-- nicht sachliche Gründe, hat,--sonder« ihrd Ursache bieli mehr in dem blinden Gehorsam, desi die' Führer deh.SdP. der Berliner Näzi-Dillätup zu schuldent vermeinen:" Es ist erfreulich,/ daß--die Weltöffentlichkeit nunmehr immer deutlicher sieht,.wall >... u.- Dampf« mit eigener Kraft'nqch Port Bcndres gefahren'und stark zur Sette' geneigt dort'eist» getroffen ist.- j keglemnütlerhe In Vslencls? Havas verbreitet die nachstehende Nachricht:- Ministerpräsident Largo C a b a l I e r:o veröffentlichte Freitag abend» ein umsangreichÄ. Dokument, in welchem er bekannt gibt, daß er sich gezwungen sehen würde, s e t n e D e m i s s t stn z u g e b e n, wenn auch weiterhin bestimmte, Hemmnisse zusammenwirken würden, die nach-seinen Worten die gegenwärtig^Aktion der Regierung hindern. Das Kommunique gelangte"aüf Grund einiger Besprechungen zur Ausgabe, welche Largo Caballero mit verschiedenen Mitgliedern der Regierung im Lause des Frejtag-BormitM hatte. Er empfing nacheinander vier Minister) pis die Borstände der nationalen ÄrbeitSkonföderatkost. st«d, de« Vertreter der llnllrepublikanischen Partei Minister Girala, hierauf den Vertreter der katalanischen Linken Ayguada und die Vertret«, der Sozialisten-. Alvarez und Galar. DcrVor» sitzende der Regierung verhandelte mit sämtliche« .seinen Mitarbeitern, und- obwohl, er von ihnen vollkommene Zusicherungen erhielt,, unterbreitete «-dennoch, die-erwähnte Erkmrung-der öffentlichen Meinung. 7-. Am Hinblicke auf da» Vertrauen der Parte« der Volksfront und der GtwerlschastSorganssatio», nen' ersteUt^slch^^der DotsttzkitoS^dtr- MgleMW eines yiel größere« Vertrauen» als der Präsident der Republik. Wenn- er Fine Demission geb«w sollte, würde eine' ernstere Krise zum AuNbruch kommen als ein« gewöhnlich« Regierungskrise. da gespielt wird, und die Aufmerksamkeit für die Vorgänge in, der Tschechoslowakei erhöht, aber durchaus nicht i« dem Sinne, für den di« Sudetendeutsche Partei lange genug, aber nun endgültig vergeblich vor allem in London Reklame zu machen versuchte. „Robotnlk" Ober die deutsch*, tschechische Verständigung Warschau. Das Hauptorgan der polnischen sozialistischen Partei„Robotnik" schreibt in einem „Verständigung mit den. Minderheiten" betittel« ten Artikel u.'.a. über die-.jetzt zuständegekommene Verständigung mit-den deutschen Aktivisten in der Tschechoslowakei folgendes: Angesichts der Verständigung mit den Deutschen werden auch andere Minderheiten in der Tschechoslowakei nicht ander» als die Deutschen behandelt werden. ES ist ein unbestreitbarer Anspruch der Pole« in-der. Tschechoslowakischen Republik, daß' sie die gleichen Rechte wie die Deutschen erhalten.' Jedenfalls schreitet die Minderheitenpolitik per Tschechoslowakei ganz ändere Wege all in den faschistischen Ländern, welch« die Tschechoslowakei umgeben. Dafür gebührt'der Tschechoslowakei Anerkennung. Erfolsder Arbeiter InFünfklrchen Budapest. SamStag vormittags fanden beim Jndustrieministrr Born«mirza Besprechungen mit den Brrtretrrnder Genrraldirek- tion der Donau-Dampfschisfahrtsgesrllschaf« über die Lohnforderungen der Fvnfkirchener Bergarbei- ter statt. Me üt« diese Besprechungen amtlich Mitgeteilt wird, wird die Donau-Dampfschiff- fahrtSg'efellschaft.-der die FUnfkirchener. Kohlengrude» gehörte», ihren- dortigen Bergarbeitern hie! 8- Prozent äuSmachenden Lohnabzüge, teginnend Mit dem 1. März.-d- I. w i e d« r a« ö•; z ä h l e ns so daß die Arbeit in den Fünf- ki rch ener Kohlengruben voraussichtlich am'Montag, der komemndrn Woche wieder ausgenommen werden vtird«- v. j.— Die Stimmung in den demokratischen Ländern Europas weist ei« gemeinsames Merkmal, auf: die tiefe und große Sehnsucht der Völker nach ei.nem dauerhaften Frieden. Damit ist eine Entwicklung ausgereift, die von den grauenvollen Erlebnissen des Weltkrieges ihren Ausgangspunkt nahm. Zuerst mußten Berge des Hasses abgetragen werden. Bei den englischen Khaki-Wahlen des Lahres ISIS, die unter der verrückten Losung des siegestrunkenen Bürgertums geführt wurden: „Deutschland muß alles bezahlen", wurde die Arbeiterpartei schwer. geschlagen. In Frankreich führten die Sozialisten einen ehrenvollen aber, dnrch viele Jahre erfolglosen Kampf gegen den Geist von Versailles, gegen die Ruhrbesetzung, gegen die sinnlose Schikanierung der. republikanischen Deutschland. In England,, sn Frankreich wie i« Belgien führten-di« Arbeiterparteien ltiden- schäftliche Feldzüge, für di« Abrüstung der Sle- gerstaaten durch.di« aber an dem Wall des Mißtrauen» scheiterten, der auch das besiegteDeutsch- land üiitgab.' Man soll heut« nicht über vergangene»«echtem'Der Durchbruch des echten Frie- denSgeisteS in den westlichen Demokratien kam zu: spät, um die schwer bedrängte Weimarer. Repu- blik noch.rette« zu können. Soviel äbe«, erscheint, gewiß: daß dieser Durchbruch auch gelungen wäre ohne die Machtergreifung HitlerS, oh n e die MM» Wi-deraüfriiftung und Kriegsdrohung^.-- '^Milühün St^rfcrTOrtHrtmutWttirt seit Jahr und Tag int Banne der.Nazistischen Revanchepolitik.- Die Abrüstungsbewegung ist tot. Auch der eingefleischte Pazifismus der britischen Arbeiterpartei, der vielfach tief in achtenswerten religiösen Motiven wurzelt, mutzt« widerwillig der neuen Lage Rechnung tragen. Nunmehr werden auch in den westlichen Demokratien, teils unter cssener Beteiligung, teils unter stillschweigender Zustimmung der breitesten BolkSmassen unerhörte Summen für neue Gegenrüstungen auSgeworfen. Niemand will einen Krieg mit Deutschland. Kein ernstzunehmender Politiker in den bedrohten oder interessierten Ländern will jedoch einem Angrisfsfeldzug des nationalsozialistischen Regimes unvorbereitet gegenüberstiem Immer noch hofft man an allen matzge- benden Stellen, die nazistische Kriegsdrohung durch ein erdrückendes militärische» Uebergewicht in Schach halten zu können. Immer noch bleibt die Möglichkeit eines von den auswegslosen Vtachthabern des Dritten Reiches inszenierten BerzweiflungSkriegeS offen. Seit dem Versagen der deutschen Kriegswerkzeuge auf den spanischen Schlachtfeldern gibt es keinen Zweifel mehr, daß ein solches Wahnwitzes Abenteuer mit einer furchtbaren Niederlage Deutsch» landS enden würde. Doch selbst unter solcher Perspektiv« wünscht kein sozialistischer oder demokratischer Politiker de» Westens den Krieg. Nach wie vor herrscht in diesen Kreisen ein starker Optimismus vor, dah eS durch Geduld und Festigkeit.möglich fein wird, an der.drohenden Katastrophe eines zweiten Weltkrieges vorbeizusteuern. Die Erklärung für diese Haltung ist leicht zu fin- dtn: E».besteht weder in Frankreich ober in Engländ oder, so nstwo auch nur der geringste Haß gegen das deutsche Volk. Ja man kann in jeder Pariser Arbeiterversammlung, genau so wie bei den Männer« der britischen Arbeiterpartei oder in de« Reihen, der Konservativen, geradezu einen inbrünstigen Glauben antreffen, daß ein guter Ge« nius däS deutsche Boll davor zurückhalten wird, sich, in ein' selbstmörderisches Abenteuer stürzen zu lassen. Man ist in Paris und London ebenso fest davon, überzeugt wie in Prag, dah auch die. Massen de» deutschen Volles keinen Krieg wollen und sich.nach einem friedlichen Ausweg sehnen. .Unter diesem Gesichtswinkel wird, im Westen auch.di« s u d e t e»deutsche F r a g e beurteilt..ES bedurfte' keiner' marktschreierischen Propaganda, um dort vqn dem Dasein und von der Läge-der Sudetendeutschen erste Kunde zu geben. Man-kennt schon längst diegüte Qualität unserer Arbeit. Die tüchtigin- Facharbeiter.von GpaSlitz und Weipert, von Haida-Steinschönau,' von Gablonz- und Trasstenau, der Bauernfleih des Saazer Landes, die Vorzüge unserer Weltkurorte habe« den Ruf. der Sudetendeutschen in. die. Welt hinausgetragen. Man schätzt un» al» etn arbeit»« freudiges, strebsames und' rechtschaffenes Boll. Die mustergültige Mitarbeit unserer Organisationen in allen Zweigen der internationalen Arbeiterbewegung hat uns viele Freunde gewonnen^. Namen wie AdolfPohl und Iarolim waren den Bergarbeitern Frankreichs, Belgien», Englands und Polens tvohl vertraut. Man weih, daß in Reichenberg einer der solidesten Texttiarbeiterverbände des Kontinents seinen Sitz hat. Fast jeder der bedeutendsten Gewerkschafter des Westens und Skandinaviens war schon zu Gast bei unseren Kongressen. Wie cs schon in der Natur der leider wenig propagandatüchtigen Sozial- demykraten'liegt, haben wir mit all-diesen Mio« freundschaftlichen Verbindung«« nie'g'«prah!st öder es als Weltereignis hinausposaupt,- wenn uns mal ein Engländer die Händ gedrückt hat.-- Dazu kommt noch': ein-^wichtiges Moment. Zahlreiche französische und' englische Gelehrte, Publizisten und Bollswirtschafter beschäftige«.sich' seit' Jahren und Jahrzehnten mit,.hem Studium der Probleme ZentraleüropaS. Man kennt in den LondoneoamtzPariser Gelehrienstuben die nano- nalpolitischen Werke..di»".südmährischen Klein? 'vauernsohncs Dr. Karl R'em'nvr entschieden besser als in den Halle« der'Präger deutsche« Universität.. Auch. eiste-junge' Generation eNgli- scher und französischer Sch'riftstell«rhat;sichÄa'ch dem Kriegt-eifrig Mit- dem Studium kmitlnestta- le» Frage«, besaht, Sie wisst«' MN die'-stmereii PtMiM'derAachsöUestkiäte'n^dd'etMfme'PHIlöd-' wphie Und die politischen Schriften M asarYk 8 jedenfalls mehr, all der übergroße Teil unserer sudetendeutschen Intelligenz. Solche Leute wissen auch um das ökonomische und soziale Problem der Sudetendeutschen ausgezeichnet Bescheid. Sie kennen uns all die schwersten Leidtragenden des Zerfalles des österreich-ungarischen WirtschafiSgebie- reS, als die Opfer der Politik des ökonomischen Nationalismus, die derzeit überall und»am schlimmsten im Reich der Bierjahrpläne traurige Triumphe feiert. Herr Sandner hat einmal erklärt, nur ein Idiot könne die Not unserer Randgebiete mit der Weltwirtschaftskrise in Zu- sanmmenhang bringen. Er würde bei näherer Betrachtung peinlich davon überrascht sein, wieviel derartiger»Idioten" in den europäischen Hauptstädten Herumlaufen. So lätzt sich bei einem Rundblick durch das demokratische Europa die erfreuliche Feststellung machen, datz das werktätige Sudetendoutschtum in der Tat grotze Sympathien genießt und dah sein schweres Nachkriegsschicksal mit ehrlicher Anteilnahme verfolgt wird. Diese Sympathien sind in sozialistisch en und wahrhaft demokratischenSchichten am stärksten ausgeprägt. Löon Blum hat anlählich der soeben abgeschlossenen BertragSverhandlungen durch sein persönliches Eingreifen bewiesen, datz er für die Exportnöte unserer industriellen Randgebiete mehr praktisches Verständnis besitzt all gewisse Herren, die für di« »Brüder in Not" nur die Tiraden des Leipziger Senders und die Dreimarksperre übrig haben. Allzulange haben wir geduldet, datz Ehrendoktoren des Dritten Reiche? und Todfeinde unserer treuen sozialistischen Arbeiter diese demokra- tisch-sozialistischen Sympathien für ihre Partci- rcklame auszumünzen versuchten. Damit, mutzt« esnmal Schluß gemacht werden, ganz ohne Rücklicht darauf, ob die» gewissen politischen Berufsreisenden in den Kram patzt oder nicht. Denn an diesem Puntt beginnt die wahre Gefahr für die Sudetendeutschen und ihre grotze europäische Chance. Wir können uns. di« echte» Sympathien, des demokratischen iund sozialisti' chen Westen nur erhalten-und. sür Miseren wirtschast- lich-sozialen Existenzkampf. sichern als e i n Element des Friedens in Zentraleuropa. Darum wurden auch die in Prag geführten nationalpolitlschen Verhandlunge« In den demokratischen Hauptstädten mit großer Aufmerksamkeit und mit dem offenen Wunsch nach eistem guten Gelingen verfolgt. Die national« B.efriedung in d er Tsche ch oslowa- k e i 1 st. d e r Herzenswunsch a l l e r e u r o p-ä tsche«'- Friedensfreunde! Wenn Ipir den einmal«ingeschlagenen niühevollen Weg der Verständigung,erfolgreich weiter beschreiten,-dann-ist un» auf einem böfriÄeten Konti« England und die nazistischen Umtriebe In der CSR Seite 2 Sonntag, 28..Fever 1037 Nr. bl President Dr. BeneS glaubt ah die Erhaltung des Friedens Paris.---,-.Petit-Jonrnak^" vom 27. Feber! veröffentlicht einen Beitrag deS Präsidenten Dc. BeneiS zn einer Enquete über die politischen Fra» gelt Europas, die ein Mitarbeiter des Blattes, Comte de la Rochefoucauld veranstaltete. Dis Kundgebung des Präsidenten lautet:„DNS Jahr 1980>var daS kritischeste Jahr seit dem Welt» kriege, u. zlv. wegen des abessinischen Konfliktes, ferner im Hinblick auf den spanischen Bürgerkrieg und schließlich deshalb, weil die Barträge von Versailles und Locarno gekündigt wurden. Trotzdem blieb der europäische Friede erhalten. DaS Jahr 1037 wird weniger kritisch, aber dennoch sehr schwierig sein. Ich Win aber über» zeugt, daß der Friede erhalten bleiben wird— unter der'Bedingung, daß die europäischen Demokratien trotz allem die energische Politik deS nent nicht nur ein gstter politischer Ruf, sondern auch ein fester wirtschaftlicher Existenzboden gesichert. Die Herzlichkeit,' mit der ein demokratischer Politiker gerade bei den besten Freustden der Sudetendeuischen begrüßt wird, ist wahrlich eine Ermunterung für den sudetendeuischen Aktivis- muS, feiner europäischen Friedensmission mit ganzer Hingabe zu dienen. AIS Agenten des neudeutsche» Imperialismus, die etwa die Auflösung dcö Friedeusbundes Paris—Prag—AkoSkau als Preis einer Verständigung mit Prag nennen, hätten Abgesandte. des Sudetendeutschtums bald gründlich ausgcspielt. An Friedensstörer» hat daS friedliebende Europa kein Interesse. Deshalb wird auch das Echo dcö erste»' innerpolitischen Ber- iiändigungSversucheS vom 20. Feber vom interessierten. AuSlagde sehr kritisch verfolgt.'"Äede sudetendtutsche Partei möge jetzt'rMg Farße be« kennen,, ob. sie.Ihre Senduüg därm erblickt» denii schwergeprüften Voll praktisch zu helfen oder den. nazistischen Unruhestiftern zu sekundieren. Jede sudetendeutsche Partei hat nun die Möglichkeit, vor dem eigenen Volke und vor der europäischen Lesfentlichkeit den Beweis anzutreten, ob.sie einen Beitrag zur friedlichen Entwirrung leisten, wip, oder auf eint Katastrophe spekuliert. Undsever Vol k S g e n o s s e m ö g e wis f en> daß'e t diese schicksalsvolle Entscheidung vor dem eigenen Gewissen zu treffen hat I Diskussion um Oesterreich und Habsburg Paris. Für Unterredung des französischen Außenministers DelboS mit dem österreichischen Gesandten in Paris Vollgruber erfährt„Petit Parisi«::", daß die Unterredung sich hauptsächlich auf die durch die jüngste Rede des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg und durch den Besuch des deutschen Außenministers Neurath in Wien geschaffen« Lage In Oesterreich bezogen hat. DclboS soll mit Vollgruber auch die Probleme in Mitteleuropa besprochen haben.„Petit Parlsien" fügt, hinzu:. In Wien ist bereits.seit langem, die Anschauung Frankreichs über daS österreichische Problem und die Frage der. Restaurierung der Habsburger bekannt. Frankreich blickt auf diese Probleme unter demselben Gesichtspunkte wie die Staaten der Kleinen Entente, welche an. erster Stelle ein Interesse an der Erhaltung der guten Beziehungen zwischen allen Staaten Mitteleuropas haben. Pcrtinax führt im.„Echo de Paris" aus, daß der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg ein Abkommen mit. den Staaten der. Kleinen Entente abgeschlostcn hätte,' wenn Mussolini nicht im Jahre 1936«ingeschritten toäre. Pcrtinax bedeuert, daß dieser Plan unter den gegenwärtigen Umstanden wenig Hoffnung aus Verwirk- lichung hat. Das Blatt teilt weiter mit, daß der österreichische Unterstaatssekretär im Außenministerium Dr. Schmidt einen halbamtlichen Bestich in Paris zu machen beabsichtigt, wo er offensichtlich an die westeuropäischen Mächte zugunsten Oesterreichs appellieren will. Pertinax sagt, daß dieser Appell leider zu spät komme. „Aktion Frangaise" schreibt: Wenn das„Gior- nale d'Jtalia" die Ansichten der italienischen Regie rung genau widergibt, scheint er, daß Mussolini vor Deutschland zurückgetvichen ist und eine Stellungnahme gegen die Rückkehr der Habsburger eingcnom-, inen hat. Dazu hat er sicherlich gewisse Gründe, aber keiner ist so stark, daß seinetwegen' ein Problem aus den Augen gelassen werde, das früher oder später auftauchcn wird, d. i. das Problem der gemeinsamen Grenzen mit Deutschland.„Figaro" glaubt; daß Mussolini, indem er die Rückkehr der Habsburger ablehnt, glaubt, damit weitere Fortschritte bei den Regierungen in Belgrad und Bukarest zu erzielen. Die Achse Rom-Berlin, sagt dar Blatt, dient Italien eher nur dazu, um Frankreich in Schach zu halten, England zu beunruhigen und aus diesem Spiel möglichst viel Nutze» zu ziehen. Der Duc« spielt jedoch ein gewagtes Spiel und wenn er In Ruhe das Dritte Reich in Oesterreich einsetzcn wolle, wird er nur di« Germanisierung Mitteleuropas erzielen und sein Spiel verlieren.„Echo de Paris" schreibt: Kanzler Schuschnigg kann sich nicht mehr auf Italien verlassen, das seine Versprechungen nicht hält, und er ist gezwungen, sich der Kleinen Entente zuzuwenden. In keinem Falle hat jedoch die.Restauration Aussichten, Auch Henieinteute unter den Wiener Demonstranten? Wien. Die„Reichspost" konstatiert, dass sich unter den Teilnehmern der montägig«» nationalsozialistischen Demonstrationen nicht nur Leute aus der Provinz befanden, die drei Schilling pro Person erhielten, sondern auch zahlreiche Henlein-. Anhänger aus der Tschechoslowakei. Völkerbundes und die Politik der kollektiven El cherhcit beibehalten werden." 361:209 für Blum P a; i S. In der Nachtsitzung, hie- sich bIS 2 Uhr nach Mitternacht hlüzog, lehnte die Kammer -mit 301. gegen 211 Stimmen die Tagesordnung der Rechten und der Linke» ab,«egen welche sich der Vorsitzende der. Regierung ausgesprochen hatte, und genehmigte sodann dir Tagesordnung der Volksfront, durch welche der Regierung Blum das Vertrauen ausgesprochen wurde, mit. 301 gegen 209 Stimmen. Wird Henlein zu Kreuze kriechen? Ein Hodfa-Intervtew Im„Daily Telegraph" London. Der„Dailh TeIegraph" vom Freitag veröffentlichte ein« Unterredung seine; Korrespondenten mit dem Ministerpräsidenten Dr. HodZa, deren Inhalt sich auf die mit.de» deutschen aktivistischen Parteien abgeschlossene Vereinbarung und die damit zusammenhängende«, Fragen bezieht. Der Korrespondent macht auf den Unterschied zwischen den aktivistischen Parteien und der SdP aufmerksam, von welcher er sagt, daß sie antidemokratischer Tendenzen und Sympathien für den Nazismus verdächtig sei. Aus der Unterredung mit Dr. HodZa hebt der Korrespondent hervor, daß Dr. Hodjja zugegeben habe, w e n n die Deutschen einiges Recht zur Bitterkeit darüber hätten, wie mit ihnen in d«p Vergangenheit umgcgangen wurde,, dann würde es sich wohl um die Fahl ihrer Angehörigen in staatlichen Diensten handeln. In dieser Richtung würden genaue Fisfernangaben über die. neue Regelung der Fahl der Staatsangestellten di« Situation am deutlichsten klarmachen. Auf die Bemerkung des Korrespondenten über die Beschwerden HenleinS, daß seine Partei von der Fusammenarbeii mit der Regierung ausgeschlossen sei, bezeichnete«S Dr. Hodja als einen Fehler, daß ein aktiver Führer einer politischen Gruppe wie Henlein eS abgelehnt hab-, Mitglied deS Parlaments zu werden, und die Agitation außerhalb der gesetzgebenden Körperschaft führe. Dr. HodZa will keine politische Partei von der Mitarbeit am Werke der Regierung ausschließen, sofern es eine aufrichtige Mitarbeit auf der Grundlage der parlamentarischen Demo» kratie und der geltenden Verfassung ist. ES lie.e an den Abgeordneten der" Sud-tendeutschen Partei. ihre Forderungen diesen unabänderlichen Prinzipien anzupassen.' Wenn sie daS tun, hätten sie > gemäß der.ParlamentSkundgebung Dr. HodZaS vom November des Vorjahres den Weg zu einem Uebereinkommen offen-. Die Streikbewegung In USA( 1 wächst immer mehr" New Bork. Die Streikwelle In den Bereinig-' ten Staaten steigt immer- höher. Streikzentrnm ist gegenwärtig die Stadt Detroit in Michigan. Dort sind seit Freitag in-zahlreichen Werken Neue Streiks ausgebrochen; so in den Maleable-Jron- Werken. in den Thomsonwerken und in einer Korsettfabrik. Ein Streik der Fahrer von Liefer», wagen der Großschlächtcreien hat die Versorgung! der Stadt mit Fleisch gefährdet. Dem Streik dec Fahrer hat sich auch ein großer Teil der Fleischhauer angeschloffen. Angesichts dieser neuen Verschärfung hat der Gouverneur des Staates Michigan Vertreter nach Detroit entsandt, die bei den Streitigkeiten vermitteln sollen. ..—_„ r? r,(junget. Französische Kommunisten verlangen Einheitspartei unter Moskauer Führung Paris. In der Pariser Vorstadt Montrouge tagt Samstag und Sonntag das Präsidium der kommunistischen. Partei, um'über die aktuelle Politik der Partei zu beraten. Außerdem wird über die Frage der Gründung einer einheitlichen proletarischen Partei in Frankreich debattiert werden. Die Kommunisten beharren darauf, daß dies- neue Partei im.Zeichen der Dritten Internationale verwirklicht werde, während die Sozialisten auf den politischen Grundsätzen der Zweiten Internationale verharren. Ras Desta erschossen Die italienische Trnppenexpedition, die nach dem Im Süden der abessinischen Hauptstadt auf dem Hochplateau gelegenen Secngebict entsandt wurde, hat RaS Desta Demtu, den Schwiegersohn des Negus, gefangengenommen und standrechtlich erschossen. Der Präsident der Republik empfing am 27. Feber d. I. eine Deputation deS tschechoslowakischen Olympia-Ausschusses. Sodann wurden dem Präsidenten die Sieger der vorjährigen Olympischen Spiele borgestellt. Der französische Hanbclsministcr Paul Bastw wird Montag zwecks Ui»terfertigung des französisch-tschechoslowakischen Handelsabkommens für das Jahr 1037 in Prag eintreffen. Er ist einer der Führer der Radikalsozialistischen Partei. Reu« Bestimmungen über die Notare. Der Rr- gierungsentwurf, durch welchen einige Bestimmungen der NotariatSordnung abgeänderbund ergänzt werden, regelt einige dringende Fragen, deren Lösung schon nicht mehr bis zur Verhandlung des umfangreichen Einwurfes einer, neuen Notariatsordnung aüfgeschoben werden kann. Insbesondere wird allgemein die Bezeichnung»öffentlicher Notar" eingeführt. Weitere Bestimmungen- betreffen- di» Garantie-. iKaution). der^öffentlichen Motore, die auf S0,0ü0 Xü ,erhöht-wird.. An'Stelle ,der> Garapt:e kann jedoch ein öffentlicher Notar eine Versicherung gegen alle Schadenersatzansprüche abschließen, dl« gegen ihn wegen seiner Tätigkeit als Notar erhob-n werden..Weiter wird die Verwaltung der.notariellen Depositen und ihre,. Revision geregelt, sowie ein gemeinsamer Garantiefonds für die subsidiäre. D«l- kung der Schadenersatzansprüche geschaffen, die mis unberechtigten Manipulationen mit Depositen erflie- ßcn. Auch die Frage der Vertretung der öffentlich-» Notare durch NoiariatSkandidaten bei gewissen Amtshandlungen wird geregelt. Endlich läßt-die V.or« lage die Einführung einer autonomen Sozialversicherung der öffentlichen Notare und Notariatskandidaten zu, ähnlich wie dies bereits in dem Gesetz 144/80 hinsichtlich der Advokat e n der Fall ist. Die Bo>- j läge lvird zunächst im Senat verhandelt lverden. 8 Der Freund ROMAN VON GREGOR JARCHO Zwischen dem Haar und den— offenbar ebenfalls gepflegten— Augenbrauen lag sie du, von Falten zerschnitten, wie eine zetsnrchte Landstraße im Herbst, und tvar von einer Farbe, die an nassen Sand erinnerte: graugelb Mit grünlichem Schimmer. Da, wo sie abschloß— in den dunklen Augenhöhlen—, lagen merkwürdig helle., beinah wasserblaue, stechende Augen; man will ihnen an«, sah nicht hinein, wenn man nicht etwa trotzen wollte oder ausschauen mußte,- Die Nase darunter Ivar breit und mit Finnen besät. ES schic», als hinge der pechschtvarze dünne Kosakenbart an ihr; über der aufgeworfenen Oberlippe liegend,'' fiel er hinab— immer dünner und dünner, sich gleichsam vergrabend in die Faltch-n der rosigen Hängebackcn, denen man anmerkte, daß sie täglich rasiert und gepudert wurden. DaS Kinn tuar weich und doch raübtierartig— wie bei einer Katze,(Dieses Kinn und der Schnurrbart brachte» ihm später den Spitznam-n „Kater" ein.). Ter ganze Kopf— stets ein flackerndes Lächeln im Ausdruck— wurde immer ein wenig »ach rechts getragen, was dem Direktor etwas Spöttisches, verlieh und einen Anflug voii lleber- citelkdit, di« zwar uns lächerlich vorkam, bei eine": ehemaligen Offizier aber durchaus verständlich Ivar. Zwischen dem Kopf?Ujid dem Uniformrock sah nian mitunter— von links sogar meistens.- den Kragen und die schwarze Halsbinde. Aber«i.: Hals schien nicht vorhanden zu sein. Der Kragen täuschte'Ihn gleichsam vor. Unter der Krawat.e lag eiste mächtige, breite und hohe Brust, di« Aieiigen,.weiten Schultern waren wie Galgen dir Arme, die Wohl in Erregung sich hoben, sonst aber immer hinabhingen, schlaff, nur zu den Hände,» Leben hindurchleitend, dahin, wo die Finger— keinen Augenblick ruhig, scharrend, sich krümmend, und stockend— weiß und gelenkig die Hosennaht zu suchen schienen. Aber der Rock war zu lang. Fast bis zmn Kni« der gedrungenen feste» Gestalt glitt er hinab und ließ dann zivei im Verhältnis zu kurze Beine erblicken in weiten schwarzen, mit Biesen versehenen Hosen. War man soweit mit den Augen, dann konnte ma>» sich in dem blitzblanken Schwarz elegantester Schuhe spiegeln. Der Gesamieindruck aber war: schwarzes, feindliches, lauerndes Tier. So habe ich ihn in Crinnernng. Ich weiß nicht, ob ich recht mit der Der» niutung habe, daß sein gewitterhaftes Erscheinen die Luft durchaus nicht zu reinigen vermocht hatte' und sie nur noch drückender,„dicker" gemacht hatte. Jedenfalls führe ich heute noch verschiedene Selhstniordversuche zu seiner Zeit nicht zu» lctzt auf.de» neuen Ton zurück, der in der Lehranstalt angeschlagen lvurde und uns in— wenn' Ich so sagen darf— humanistische Kadetten verwandelt hatte. Die an sich genügend strengei Vorschriften wurden strenger-als je befolgt, dsi Beziehungen zivischen Lehrern und Schülern.bekamen wirklich eine militärische Fäsbung., Die straffe.Unjforststerung. sollte auch daS Keimend» in den Seelen erfassen. Und in manchen Fälle» gelang das Experiment,In der Tat. Leider. Mein Freund Nikiforow aber hatte' längst -.wie ein reifer und wurmstichiger Apfel zwischen Erinnerung und TodeSlnst, geschwankt. Seine -Geschichte ist eip kleiner Roman für sich, der«S -verdient hätte, einmal richtig erzählt zu werden. \ Ich will ihn hier nur kurz andeuten. ! Nikiforow war der-älteste. Schüler In der ^Klasse. Einziger Sohn eines sehr reichen Kaufmanns, der wahrend des.'dussifch-Iapänisch-n Krieges durch- geschickte Spekulationen ustd Armecliefernngen»och reicher gewordeg. war, könnte' er' sich da§ Leben schon in einem Alter leisten, in dem die meisten sich erst für irgendein Leben vorberciten. Er interessierte sich für Musik und schöne Frauen mehr als für'die Schulfächer, „saß" in jeder'Klasse zwei,' mitunter auch drei Jahre und hatte zu jener Zeit gerade das neunzehnte Lebensjahr erreicht. Seine Eltern hingen an ihm mit einer fast krankhaften Liebe. Nur wirklich Unmögliches taten sie nicht, westn er es verlangte. AIS er sechzehn wurde, hatte' sein Vater ein Gut nickst weit von der Siadt erwo'rden, zog um und ließ de» Sohn allein mit einer ältlichen Tante in der riesigen Stadtwohnung. Damit er—„Gott behüte"— nicht irgendwie krank werden sollte, wurden drei junge, hübsche Zimmermädchen zur Bedienung des«lieben PetjaS" angestellt, wie man auch sonst alles unternahm, um dem Petja bald den Geschmack an dem Löben, in dem er um nichts zu kämpfen hatte, gründlich z-i verderben. Schon mit achtzehn war er reif für. den. Selbstmord und hatte sich— dem„einzigen noch Unerreichten", dem Tode, eytgcgengehend — eine hübsche Waffensammlung angelegt. Es war ein sonderbares Bild, dieser gutgenährte, gesunde und doch fahlhäutige, müde Junge, mit, den unruhig flackerndest Augen, der-seinen seitwärts gescheitelten schwarzen Kopf Über die Waffen beugte und gleichsam wählt«,- welchem von den nur scheinbar leblosen— für ihn sicher lebendigen-— Revolvern er das große Los— sein Leben— zuwerfen sollte. Während dieser Periode gab er, das Trinlen auf und lebte ganz keusch. Da geschah es, daß eins der drei Zimmermädchen, das.sich stark In.ihn,.den im Grunde so.gütigen Jungen verliebt., hatte, mit geröteten Augen um« herzugchen begann.' Sie fqnd keine Ruhe mehr— gejagt von sich sslbst, verfallen einer Leere,- die sie— wie Feuer von ihm lammend.— umfaßte, b!7 sie schließlich zu uns, seinen'Freündenn-lief und um seine Rettung.flehte. Da nahmen wir uns seiner am Ließest,ihn nicht mehr, allein. Vergaßen, daß' er vor kurzem noch als„steinreicher Lümmel" gegolten hatte, kamen ihm näher, gewännen ihn lieb und ver suchten, ihm Wege zu zeigen in Gebiete, die ihm bisher fremd gewesen waren. Körperliche'Genüsse widerten ihn an. Er war übersatt. Es galt, seinen in Musik eingenetzten Geist zu erschließe». Der erste Versuch, ihn für die Freiheitsbewegung zu gewinnen— mißlang. „Das ist zu lange und zu langweilig. Wäre Ich selbständig— wäre ich Herr unseres Vermögens und nicht mein Vater— ich könnte es verschenken oder der Resolution geben. Das wäre kurz und klar. Agitieren aber, aufklären•— arbeiten, das kann ich nicht. Noch nicht", fügt«'er mit einem Lächeln hinzu, das wie eine Entschuldigung war. Dabei hüpfte in seinen Blicken ein Wille, gewischt mit kiner Traurigkeit, die wohl aus seinem Mißtrauen gegen sich selbst wuchs., Dafür sand er in der Literatur, die ec bis dahin nur in Form von Schulaufgaben sind Räubergeschichten kennen gelernt hatte, ein ungeahnt weites, scheinbar überhaupt endloses Feld neuer aufrüttelnder Genüsse. Da ich' es war, der mit mehr oder weniger Geschick ihn Gutes zu suchen und vom Minderwertigen zu unterscheiden gelehrt hatte,, wurde ich bald sein bester-Freund uyd Berater. Es gab wohl nichts, was er mir nicht erzählte: „Du bist ein Schutthaufen,, meine verkaterte Seele sucht dich, wenn sie sich entleeren, muß", pflegte er. mit einem breiten Lächeln zu sagen. „Wer wenn es-so weit ist— riechst du nicht Nach wir, sonderlich nach dir-—"• ,.- Es war etwas derb, aber gut gemeint,.. Er begann sogar an Unserer Zeitschrift mit- zuarheiten und sicherlich.dachteer ab und zu-im -stillen-daran, sich ganz.der Literatur-zu widmen. .„Die Litergtgr von dpr Bibel-bis zu Tolstoj und Block", er konnte alles das in einem A(em- zug nennen, die unverdorbene Seele,„die Literatur ist die größte, die einzig wirkliche Trcssterin auf dieser Welt. Ich bin ihr mich selbst schuldigt" Wie. wäre es ihm möglich gewesen, nicht.zu wünschen, dies« Schuld einmal, zu begleichen! I (Fortsetzung folgt). Re. Bf Sonntag, 28. Neber 1087 Seite 3 Judefcndcufedier Zeitspieget Die„Volksgemeinschaft“ der Brünner SdP geborsten Enttäuschte Arbeiter erheben flammenden Protest gegen„SdP-Bonien Im Speck“ Um ein Linsengericht verkauft... Diese Ueberschrift steht über den Komnienta- ren der„Rundschau" zu den deutsch-tschechischen Verhandlungen. In diesen„Kommentaren" wird das Ergebnis der Verhandlungen insbesondere vom SdP-Geueralsekretär I o n a k abgelehnt mit der Begründung, daß der Inhalt der Vereinbarungen nur„Selbstverständlichkeiten" betreffe. Immerhin sind es jene„Selbstverständlichkeiten", für welche die Henleinpartei schon seit ihrem Bestand— mit Verlaub zu sagen— „kämpft" und deren Asierlennung sie zlvischen- durch als ihren Erfolg ausgibt, wie überhaupt zu sagen ist, daß die Bescheidenheit der Henlein- leute zu gewisten Zeiten keine Grenzen kennt. Bei der Präsidentenwahl waren sie bereit, die Interessen des ganzen Sudetendeutschtums und vor allem ihre„grundsätzlichen" Forderungen, die sie heut« den Aktivisten gegenüber herausstreichen, um M.ini.sterses sei zu-verkaufen. Da-gab cS keinerlei Bedingungen als die, daß man sie als „Zünglein an der Waage" anerkenne und verwende. Die„Rundschau" scheut aber in ihrem Bemühen, die Vereinbarungen zu entwerten, auch vor niedrigen F äls ch e rstü ckch e n nicht zurück. Sie unterschlägt nämlich den vollen Wortlaut der Vereinbarungen und greift aus ihm Sähe heraus, die nach ihrer Ausdeutung den^.Verrat" der aktivistischen Parteien am Sudetendeutschtum beweisen. So zitiert sie den Satz, in dem es heißt, daß die Regierung„der wirtschaftlichen Situation jener Gebiete, die von der Weltkrise einiger Zweige der Industrieproduktion betroffen sind, ganz besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge widmet" und deduziert, die deutschen Regierungsparteien hätten durch die Mitautorschaft an diesem Satze anerkannt, daß bisher alles geschehen sei, was geschehen konnte, um den deutschen Gebieten zu helfen. DIi„Rundschau" unterschlägt die Mitteilung des Kommuni- quts, dass die Negierung auf di« Beschäftigung der ortsansässigen Arbeiter und Unternehmer achten werde! Uns dünkt aber, daß die Arbeiter an der Einhaltung dieses Versprechens viel stärker interessiert sind als an allen„grundsätzlichen" Tiraden der Henleinpresse. ES kommt aber noch schöner! Die„Rundschau" wirft den deutschen Regierungsparteien vor('!)> daß sie die bedingungslos« Loyalität zum"Staate als selbstverständliche Voraussetzung des Rechtes der nationa- " len Minderheiten anerkannt haben! WaSsolldieserVorwurf? Besonders dann, wenn ihn so eifrige LoyalitätSverkün- dcr wie die Henleinleute äußern? Nun,«r ist unseres Erachtens nichts anderes als die gründlichste Selbstentlarvung der Henleinpartei und ihrer „Rundschau". Die Loyalität zum Staat« wird von der„Rundschau" als etwas.Verächtliches hingestellt, dessen Anerkennung dir deutschen Regierungsparteien in den Augen deS Sudetendeutfch- tumS herabsetze» soll! Die Loyalität zum Staate ist aber ein« jener Selbstverständlichkeiten, über die eS keine Diskussion geben kann, und wenn die Henleinpartei die deutschen Regierungsparteien ob dieser Loyalität verspotten zu können glaubt, so beweist sie damit nichts anderes, als daß sie in der tschechoslowakischen Demokratie ein Fremdkörper ist und dass sie die Illoyalität zum Staate alS ihren Grundsatz verkündet. Mit diesem Bekenntnis müssen nicht wir uns des langen.und breiten auseinandersetzen. Das ist vielmehr, dünkt unS, eine Aufgabe des Staates und seiner Organe. Aus jeder Zeile der„Rundschau" spricht die Wüt darüber, daß die deutschen Regierungsparteien den Erfolg heimtragen und nicht die SdP, »und die Sorge darüber, daß die deutsch-tschechischen Vereinbarungen«in Nagel zum Sarge der SdP werden könnten. Diese Wut läßt die Schrei» - berlinge der„Rundschau" jede Besinnung vergessen. Selbst„RafflS" und„Koofmichs" müssen als ihre Bundesgenossen auSriicken und man kann sagest. daß sich, diese Bandesgenossenschaft nicht schlecht ausnimmt. Bit freuen uns des Wutanfalls der „Rundschau" I ES iväre schlimm gewesen, wenn dieses Blatt für uns«in. L o b bereit gehabt hätte. Gelobt werden von ihm bekanntlich nur die Lumpenhunde! Institut kür deutsche Volksbildung InderCSR Samstag, den 20. März, eröffnet baS Institut für deutsche Volksbildung in der Tschechoslowakischen Republik sein« Tätigkeit durch eine zeitgemäße Arbeitstagung, die sich mit aktuellen Themen der Volksbildung befassen wird. :' Am gleichen Tage veranstaltet das Institut eine besondere Kundgebung, die als ein schlich» terF e st a k t der Eröffnung des Institutes gedacht ist. Da's Programm" wird in den nächsten Tagen" mitgeteilt werden. Einladungen zu dieser Eröffnungsfeier können schon jetzt/persönlich oder schriftlich- bei der Zentrstlstelle des Institutes, Prag II, Närodnitt. 10(PalaisDonau)," rekla« miert werden. Telephonisch nur'in' der-Zeit von IS bis 17 Uhr auf di« Rümmer 441—41. Seit Monaten gärt«S in der Brünner Henleinpartei. Mit brutaler Gewalt versucht die herrschende Clique den elementaren Ausbruch der Unzufriedenheit in den eigenen Reihen zu unterdrücken. Wer sich ihr entgegenstcllt, wird rücksichtslos beseitigt. So. blieben die Damms, ZientekS, HevialaS, Ginzels nstv. auf der Strecke und all ihr Bestreben, sich vor einem Ehrengericht der Partei verteidige» zu können, bleibt vergeblich. So gehen diese in ihrem Gerecbtigkcitsemp- finden verletzten und enttäuschten Arbeiter und Arbeitervertrcter den Weg der offenen Rebellion. Freitag fand nun die erste öffentliche Kundgebung dieser Oppositionellen gegen die SdP- Lcitung statt. Bei der Vorbereitung dieser Versammlung lernten sie erst recht den Terror ihrer Patciführer kennen. Das„Deutsche HauS" und der„Schubertbund" verweigerten ihnen ihre Lokalitäten, deutsche Druckereien lehnten es ab, ihre Flugblätter hu drucken und so mußte die geplante öffentliche Versammlung immer wieder verschoben werden. Doch diese Schwierigkeiten konnten dse Abhaltung der Versammlung nicht verhindern und so- erfuhr am Freitag-die breite Oefsentlich» keit von den schlveren Vorwürsen der Opposition gegen die offizielle SdP-Leitung. Ungefähr 800 Oppositionell« hatten sich bei der Versammlung eingefunden. Damit ist. der Versuch der SdP- Leitung, die Opposition zu bagatelisieren, mißglückt. Als Redner tratenZientek, Damm, Ginzel und Hemala auf; alles gewesen« Funktionäre der Henleinpartei. Volle drei Stunden waren notwendig, um di« schlveren Anschuldigungen gegen die SdP vorzubringen. Orts-, Bezirks-, Kreis- u. Reichsleitung blieben nicht verschont. Vor allem war es der gewesene SdP-KreiSstandesvertreter der Arbeiter, der an Hand zahlreicher Dokumente nachwies, wie di« Arbeiter in der SdP mißbraucht werden. Aber auch die übrigen Redner wußten interessante Dinge aus der Häuslichkeit der Hen- lcinfaschisten zu erzählen:„Man verlangt vom Deutschdemokraten begrüßen| das Verst&ndlgungswerk und rücken von der„Bohemla” und von Dr. Bacher ab Am vergangenen(Sonntag war in der„Bo- hemia" ein Leitartikel erschienen, der sehr herbe Kritik an den nationalpolitischen Richtlinien übte, sie als„zaghaften Anfang überschrieb und eine „Enttäuschung" nannte. Unterzeichnet war dieser Artikel mit„F. B.", also von Herrn Doktor FranzBacher, dem Vertreter der D e u t s ch- d e m o k r a t e n in der LandeSvertretung. Im. offenen(und erfreulichen) Widerspruch zu dieser Stimme Dr. Bachers in der"„Bohemla" steht die Haltung der in Reichenberg erscheinenden„Demokratischen Stimmen", die als Organ der DAWG und ter Deutschdemokratischen Partei firmieren. Gleich zu Beginn des Leitartikels in diesem Blatte bekommt der„enttäuscht e" Doktor Bacher seine Lektion: „Die Erklärung der Regierung über den Abschluß der tschechisch-deutschen Verhandlungen hat nur diejenigen schwer enttäuscht, die irgendwelche sensationelle Ergebnisse erwarteten oder die nichteinsehenwollen, daß«S im Zusammenleben der Völker nicht anders zugehen kann al» im Zusammenleben ver- schiedener Bevölkerungsschichten in einer Siedlung oder in.einem bestimmten geschlossenen Siedlungsgebiet." Weiter heißt es dann, in den„Demokratie schen Stimmen", daß die Regierungserklärung einen„ersten Schritt.auf einem neuen Wege" bedeut«.„.Endlich bahnt sich auch eine bessere Atmosphäre des gegenseit'gen Vertrauens an, die eine Voraussetzung für die Erstimpfung aller Lebensrechte des Sudetendeutschtnms ist. An diesem Kampfe werden auch die Deutschdemokra- ten teilnehmen, getreu ihrer Tradition, für Deutschtum, Demokratie und Freisinn"stets unermüdlich" einzustehen." DI« Deutschdemokraten lassen eS aber bei diesem Artikel nicht, bewenden, sondern veröffentlichen gleichzeitig«in« von Prof. Dr. Schmidt und Senator K o st k a gezeichnete Erklärung, in der eS heißt," „daß die-„Bohemla" Keineswegs al» Parteiorgan der deutsch-demokratischen Freiheitspartei anzusehen ist und daß die entschieden aktivistisch eingestellte Part e i in der Wertung de» Ergebnisse» der deutsch-tschechischen Verhandlungen durch- au» nicht mit diesem Blatt« übec- ein,stimmt, daß'vielmehr F. B. darin nur sein« persönliche Ansicht und Stimmung zum Au»druck gebracht hat. Wir kommen in der"nächsten Folge" unsere» Blatte» auf dies« " Angelegenheit noch zurück."' < Die gesamte demokratische Oeffentlichkelt wird zweifellos mit Genugtuung zur Kenntnis nehmest. Staat, er möge sich um die deutschen Arbeiter kümmern, die SdP Lberpurzelt sich in radikalen Forderungen, es regnet Interpellation auf Interpellation; warum interpelliert die SdP nicht bei den SdP-Kameraden Unternehmern, die Funktionäre der SdP sind?" So lautet die Frage des ehemaligen Gemeinderates der SdP Karl Damm. Sonntags sind sie„Kameraden", wochentags „Ausbeuter", diese Herren SdP-Unternehmer. Wie sich die Herren SdP-Mandatarc Politik vorstellen, wurde an folgendem Beispiel klargelegt: Die erste Tat des Brünner SdP-Gcmeind«rateS Pelikan war, pochend auf seine Funktion, von einem Gemcindeunternehmen billigeres Heizmaterial zu verlangen. WaS da an nicht verrechneten Kränzchen und sonstigen strafbaren Handlungen anS Tageslicht kam und biSzinn heutigen Tage nicht bereinigt wurde, ist gerade erschreckend. Angesichts dieser furchtbaren Anklagen ist es auch begreiflich, warum die eingeladenen Hauptfunktionäre der SdP nicht erschienen waren. Das vorgebrachte Material war so erdrückend und für die SdP-Funktionäre so beschämend, daß Ihr feiges Ausbleiben, obwohl sie eingeladen waren, nur als schuldbewußtes Schweigen gewertet werden kann. Wir werden auf die Einzelheiten noch zurückkommen. Was rein politisch an Hand der SdP-FIugblätter vorgebracht wurde, zeigt, daß die Arbeiter in der SdP zu denken beginnen Worte und Taten gcgenüberstellen und die Reihen der SdP verlassen. Den Weg, den die Opposition einzuschlagen gedenkt, eine neue Arbeiterpartei auf völkischer Grundlage zu gründen, ist sicherlich falsch. Wenn die Kapitalisten international sind, und davon haben sich diese Arbeiter überzeugt, so gibt es nur eines, unter dem Bann der Sozialdemokratie für eine internationale Verständigung der Arbeiter zu wirken, für die klassenlose Gesellschaft, der wahren Volksgemeinschaft, zu kämpfen. daß die kleine Deutschdemokratisch« Partei also Im Interesse der Sache von der ost genug durchschauten„Bohcniia" und,von dem eigenen»Parteimann Dr. Bacher ab rückt,, da er wieder einmal in die Irre geht. vle sozialdemokratische Jugend beim FOrsorgemlnlster Samstag vormittags empfing der Minister für soziale Fürsorge, Jng. N e i a S, die Vertreter der sozialdemokratischen Jugendverbände und der Jugend der freien Geiverkschaften. In der langen und inhaltreichen Beratung legten Karl Kern, Frantiöek Dvokäk, Kraus, Dr. Piöman, Marek und Bilim dem Minister eine Reihe. Forderungen vor, die besonders betrafen: die gesetzliche Regelung deS Lehrlingsverhältnisses, die Pensionierung der Ucberalterten, die Einführung der Unfallversicherung für die Landarbeiter und die Herausgabe einer modernen neuen Gesindeordnung, die Aushebung des zehnprozentigen Jnterkalariums der öffentlichen Angestellten, die Durchführung des Schuhes der Soldaten nach dem Präsenzdienst. Weiters wurden behandelt: die Einreihung der Jugendlichen in die Ernährungsaktion,. die Unterstützung der durch die Krise am stärksten betroffenen Industriezweig«, insbesondere im deutschen Gebiet, die Errichtung von Anstalten für die Schulung und Fortbildung der Arbeitslosen, die Einhaltung des Gesetzes über den Achtstundentag, die Verkürzung der Arbeitswoche und die Erhöhung der Quote der Jugendlichen bei den öffentlichen Arbeiten. In der Aussprache wurde der Unterschied zwischen der sozialen Fürsorge und der Beschaffung wirklicher Arbeit hervorgehoben. Minister Reöas stimmte mit der Anschauung der Jugendvertreter darin überein, daß die Bemühungen vor allem auf die Beschaffung ordentlicher Arbeit gerichtet sein müssen. Weiters wurde besondere Aufmerksamkeit dem vorbereiteten Entwurf über die Wehrerziehung und den sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen der Verteidigung der demokratischen Republik gewidmet. Minister Neias sprach. den Vertretern der Jugendverbände seine Anerkennung aus für di« sachliche Vertretung der wirklichen Interessen der jungen Menschen. Die ganze Aussprache stand im Geiste positiver Arbeit, für die Jugend. Cs.wurde die Uebereinstimmung zwischen den Vertretern der tschechischen und der deutschen Jugend festgestellt. Minister NeöaS versprach der Aktion der jungen Sozialisten seine Unterstützung. Wir können" also sicher sein, baß sie nicht" ergebnislos sein wird. ? Pom deutschen Schnlrundfunk. Aus Anlaß des 87.'Geburtstages T. G. Ma s a r y k swird der Schulrundfunk am Samstag, den 6. März,, von 10.16 bis 10.45 Uhr aus Prag für die deut- Dank den Teilnehmern der Arbeiter-Wintersport- Olympiade Die schönen Tage der Arbeiter-Winter- sport-Olympiade in Johannisbad liegen hinter wie. Sie waren ein herrliches Bild der Reife und Stärke der Arbeiterturner und der in der Sozialistischen Arbeitersport-Internationale vereinigten Sportverbände. Sie haben auch gezeigt, daß in der Arbeiterschaft die edlen Bestrebungen nach Körper- und Geisteskultur ständig wachsen. Die Teilnahme der Vertreter von sieben Nationen an der Olympiade ist ein Beweis für die internationale Solidarität der Arbeitersportler und für unseren festen Glauben an den Sieg des sozialistischen Gedankens. Die Wintersport-Olympiade war aber auch eine machtvolle Manifestation der Friedensbestrebungen unter den demokratischen Nationen. Der unterfertigte Ausschuß dankt auf diesem Weg allen, die auf irgendeine Weise zu dem so durchschlagenden Erfolg unserer internationalen Festlichkeiten beigetragen haben. Er dankt insbesondere allen Wettkämpfern und Wettkämpferinnen aus dem Auslande und auch den einheimischen, welche ihre aufreibende Aufgabe so prächtig erfüllten. Die Wintersport-Olympiade in Johannisbad war ein glücklicher Beginn der großartigen Feiern, die uns im Juli d. J. in Antwerpen erwarten. Bereiten wir uns alle auf Antwerpen vor und bemühen wir uns, daß besonders die Tschechoslowakei dort möglicust zahlreich vertreten sei. Auf Wiedersehen in den Tagen vom LS. Juli bis 1. August 19S7 bei der Dritten Internationalen Arbeiter-Olympiade in AntwerpenI- Der Ausschuß der Arbeiter-Wintersport« Olympiade in Johannisbad. schen Schulen ein Festprogramm senden. Minister Dr. Spina wird an di« Jugend eine Kundgebung richten. Am SamStag, den 18. März, wird der deutsche Schulrund^ink von 14.30 bis 17.30 Uhr aus dem Deutschen Theater in Prag die Ucber- tragung der Oper„F r e i s ch ü tz" senden. Neuer Primarius des Gablonzer Krankenhauses. Zum Primarius für innere Kro-'^eiten am""-'-lon- zer Bezlrkskrankenhnus wur>- Dr. Ed»"-d T i e h e ernannt. Dr. Tietze war"''ent n" der Klinik Prof. NonncnbruchS in Prag. Er übernimm' das Vrima- riat am 15. März d. I. i» Deal'»«» Warschau. In den letzten Tagen wurden die Repressalien der Behörden gegen die Kommunisten besonders verschärft. Täglich werden nach dem Konzentrationslager in Bcreza Kartuszka Kommunisten abtransportiert. Außerdem wurden von den Behörden zahlreiche unter dem Verdachte der kommunistischen Propaganda stehende Arbeiterorganisationen, darunter der Verband der Bauarbeiter in Lodz, aufgelöst. Belgrad.(Avala.) Ministerpräsident Dr. Stojadtnoviö erklärte in der Skupschtina auf die Frage, ob die in der ausländischen Presse aufgetauchten Nachrichten, daß der jugoslawische Gesandte in Bukarest an dem Begräbnis der zwei in Spanien gefallenen Mitglieder der Eisernen Garde teilgenvm- men habe, der Wahrheit entsprechen, auf daS entschiedenste, daß eS sich bei diesen Nachrichten- um bloße Erfindungen handle. Pari-.. Der„Figaro" meldet, dqß die. britische Regierung durch Vermittlung.ihrer Botschafter in Rom und Berlin die italienische und die deutsche Regierung daran erinnerte, daß sic bisher auf die "englischen Memoranden vom 4. und 10. November de» Vorjahre» betreffend die Einleitung von Verhandlungen, die zum Abschluß eines neuen Locarnovertrages führen sollen, noch nicht geantwortet Haden. Ergebnisse Nichts Nett Bern Was Neurath mit nach Berlin brachte WeHinlen. Das Ergebnis faschistischer Kolontsteruna. . Ni.chtetnmischuna. Doraestern war ich italienischer Soldat, gestern tvar Ich pkreiwtlliaer und heute bin ich spanischer fremden- lcaionür. Voaelstrauß-Bslitik. Henlein will nicht sehen, wie die Weltmeinuna sich ändert.»» Sette 4 Sonntag, 28. Fever 1037 Nr. 81 3llAes»müMeltm Prof. Fanta al» Privatarbeit geliefert«. In dem Gutachten des Red. Flanderka wird betont, dass die Schrift,üge de» Angellagtm mit der Schrift am den gefälschten Erlagscheinen»war Aehnlich- lciten anfwelsen, die»war einen Verdacht rechtfertigen, daß ater keinesfalls mit adobiktifcher Sicher, beit di« Identität der teldrn Schriften behauptet werden könne. Staatsanwalt Dr. Svoboda stellte nun den Antrag, die Verhandlung zu vertagen und «in neuen Sachverständigen zu beauftragen, weil ein„Widerspruch zwischen den Gutachten zweier Sachverständiger" bestehe, wogegen Verteidiger Dr. K o st i ä k a energisch protestierte, da lediglich der von Verteidigung und Anklage einverständ- lich nominiert« und anerkannte Sachverständige Red. Flanderka als Prozessfachverftändiger anzusehe» sei. während beschwerde anmeldete, sich gegen die Hastend Prof. Fanta In diesem Prozeß nur die Rolle eine» I lassung aussprach. Der„Soldat der Republik", so heißt da» Abzeichen, welche» die staatliche Münze nunmehr ausgegcben hat. Dieses ist nach dem Entwurf des akademischen Bildhauers Hollmann angefertigt und ist für jene Wehrpflichtigen bestimmt, die bei den kommenden Assentierungen in den Verband der Armee ausgenommen werden. Am Tage der Assentierung wird das Abzeichen mit kleinen Schleifen in den Staatssarben geziert, später kann es am Rockkragen getragen werden. Obligatorischer Gasmaskeneinkauf bevor- Jengen spiele, der im Sinne der Strafprozess- »rdnung lediglich Über Tatsachen zu verhören sei und nicht über sein« persönlichen Meinungen, al» welche der Anhalt jenes Privatgutächtenr angesehen werden müsse. Der Schwucgerichtshof lehnte nach Beratung d«« Antrag der Anklägers ab, da tatsächlich von einem Widerspruch zwischen Sachverständigengutachten nicht dl« Rede sei. Erst in den Abendstunden erklärt« der vor« sttzendt da» Verfahren für geschloffen und e» begannen die Vlädover». in denen der Staatsanwalt dl« schwache Position der Anklage zu halten versuchte, lvährend der Verteidiger Dr. K o st e k k a sie Punkt für Punkt unbarmherzig zerpflückte. Rach dem Resümee de» Vorsitzenden GÄ. Dr. Trost zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Da» Verdikt lautet« auf einstimmigen Freispruch des Angeklagten, der auf Antrag de» Verteidiger» sofort au» der Last entlassen wurde, obwohl Staatsanwalt Dr. Svoboda, der die N i ch t i g k e i t s» Hochwasser der Donau. Das unablässige Ansteigen der Donau und ihrer Nebenflüsse hat das ganze Straubinger Dvnaubecken in einer Ausdehnung von 30 Kilometer Länge und rund 7 Kilometer Breite in einen einzigen See verwandelt. as Wasser steht stellenweise zwei Meter über den Aeckern. Die Wintersaat ist hier vernichtet. Neberschwemmungen in' Pari». Die Seine hat in Maron di« Keller und eine Reihe von Wohnungen in den niedriger gelegenen Teilen der Stadt überschwemmt. Durch die Ueberschwem« niung wurde auch die Fluhschlfsahrt in erheblichem Mähe verlangsamt. An Paris ist die Sein« zwar über den sogenannten Alarmpunkt sehr gestiegen, doch droht keine Gefahr. Auf dem Pariser Ausstellungsplatz sind nur vier Pavillone überschwemmt, welche knapp am Ufer der Sein« liegen. An den Pariser Bororten sind zahlreiche Keller überschwemmt. Bei Versailles ist der Ort Rueil von Hochwasser bedroht. Die Viertel um den Bahnhof stehen bereits unter Wasser. Der Präfekt hat Milltärpontons angefordert, damit die Passagiere der Eisenbahn zum Bahnhof gebracht oder dort abgeholt werden können. An Denis Bille« neuve St. Georges steht das Wasser in den Gärten bis zu SV Zentimeter hoch. Auch der Dncjpr führt Hochwasserl Ein Teil des Dnejpr-GebieteS ist von groben Ueberfchwem- mungen heimgesucht worden. A» den Strassen der Stadt Melitopol steht das Wasser zwei Meter hoch, eS sind mehr als 2VV Häuser überschwemmt, davon 46 Häuser vollständig zerstört. Auch in den »inliegenden Dörfern hat die Ueberschwemmung ^grosse Verheerungen angorichtet. Mehrere Dörfer stehen völlig unter Wasser. Die Bewohner muss-' ten unter Zurücklassung ihrer Habe flüchten. Nach den bisherigen Angaben sind LSV Bauernhäuser zerstört und weggeschwemmt worden. Zur Hilfeleistung wurde Militär eingesetzt. Deutscher Jnristentag. Bei dem zu Pfingst'.n in Brünn stattsindenden Achten Deutschen Juristentag wird UnWersttätSprof. Dr. Max Gutz- willer von der Universität in Freiburg in der Schweiz ein Korreferat zum Thema„Welche Massnahmen empfehlen sich gegen den Missbrauch von Sichcrungsabtretuirg und EigentumsvmLehalt?" (Gutachter: Gerichtsrat Dr. Hans Frind-Eger; Referent UnIversitätSprofeffor Hofrat Dr. Heinrich Klang-Wien) erstatten. ES ist zum ersten Male, dass ein Schweizer Jurist als Referent bei einem deutschen Juristentage in der Tschechoslowakei mit- ivirken wird. Jüdischer Arzt in Palästina rrm»rd«t. In Palästina ist«S zu neuen terroristischen Akten gekommen. Der in B e i s a m wohnende Jude Dr. Lehrs wurde durch arabische Extrmisten, die in seine Wohnung eingedrungen waren, durch Schüsse ermordet. An Haifa verursachte die Explosion einer Bombe im Hause eines hervorragenden Juden grossen Schaden. Schad«, daß«S nicht länger dauert! Der kritische Arbeitsminister Brown teilte im Unterhaus mit, dass beschlossen worden sei, in der Woche während der KrönungSefierlichkeiten den Arbeitslosen 2% Shilling und weiters für jedes minderjährige Rind einen Shilling auSzube- zahlen., Posträubcr erbeuten eine Million Franc». In Aix en Provence unweit von Marseille überfielen Räuber einen-Postwagen und raubten, indem sie den Posthediensteten mit Revolvern bedrohten, eine Million Francs in bar und entflohen in einem Automobil. Die Polizei ist de; Bande auf der Spur. Prinzen stehlen die Kron«. Die englischen Behörden im Staate Akim Abukwa an der britischen Golf-Küste behandelten kürzlich einen, sehr interessanten Fall: In die Staatskasse der Hauptstadt Kibi brachen unüekPint« Täter ein und entwendeten unter anderen Gegenständen auch die K r ö n« de» eingeborenen Herrscher» Ofori Atta, di« dieser" al» Geschenk von den englischen Behörden erhalten hatte. Der britische Resident ordnete sofort ein« strenge Untersuchung an und zur grossen Ueberraschung wurde festgestellt,.dass der Diebstahl von den Prinzen der herrschenden Familie, den Söhnen Ofori und Ttta», begangen worden ist. Sie wurden zu mehrmonatigen schweren Kerkerftrafen verurteilt, welche Strafe mit Zwangsarbeit verbunden ist. Ihr Baier, der Herrscher der Prpviuz Akim Abuakwa hat das Urteil in bollem Umfang bestätigt. Gasmasken vorgeschrieben werden. Bezüglich der Mittellosen wurde beschlossen, dass diese mit Gasmasken auf öffentliche Kosten, durch Beiträge der einschlägigen Hilfsaktionen und Bezirkskomitees, ausgestattet werden. Der Preis der Gasmasken soll durch die Ausschaltung von Konkurrenzkämpfen der Erzeuger und Vereinheitlichung der Absatzpropaganda in den niedrigsten Grenzen gehalten werden. Die für die Allgemeinheit bestimmten Gasmasken werden auch, keine anderen Firmenbezeichnungen als die für die Berteilung und amtlich« Orientation unerlässlichen auf- weisen.(DND) Er erbt, wenn er aufhört, Fußball zu spiele«. In Nimlau bei Olmütz starb dieser Tage ein Staatsangestellter, Vater von fünf Kindern. In seinem Testament bestimmt« er, dass das Erbteil an seinen jüngsten Sohn nur dann auSbezahü werden möge, wenn dieser sich völlig vom Fussballspiel lossagt... Dhe Lawinengefahr im Rtesmgrttrge an den mit gelben Tafeln bezeichneten Orten dauert an. DaS Passieren des Ziegenrückens bleibt verboten. Erhöhte Gefahr ist in den Kesselgruben, im Elbgrund, im Weihwassergrund, im Riesengrund, im Langengrund und im Blaugrund! Den Anweisungen der Gendarmerie unid den GebirgSdienst- mitgliedcrn ist unbedingt zu entsprechen! D«r erste International« Kongreß für Lnst- fahrhilfe wird Mitte. Juni in Budapest zusam- mentreten. An diesem werden die Vertreter der Luftfahrtorganisationen fast aller europäischen Staaten, ferner das gesamte Präsidium des Internationalen Roten Kreuze» ünd bas Präsidium deS Internationalen Lustfahrtverbandes teil« ... dl» er explodiert! Der Deutsche geigt, so gut er kann» dm Bildungsgrad durch» Fremdwort an: Er räso..., rul..., schikaniert; er provo...» denmr..., konfisziert; er renommiert und exerziert; und er marschiert, marschiert, marschiert. Bel Pfeifen- und bei Trommelklang marschiert er in dm Untergang. So»ft di« Reichswehr exerziert und stramm im Stechschrttt paradiert, ist stet» der Bürger animiert, da einzig da» ihm imponiert. Im„Dritten Reich" wird intrigudert und da» Vertrauen ruiniert. Die Jugend wird zum Krieg dressiert; der Welt wird Frieden garantiert. Die Volkswirtschaft wird strapaziert, well man Kanone» produziert. Di« Butter wird schon liquidiert; der Loh» wird bald noch konfisziert. Wer Recht und Freiheit propagiert und für den Friede» demonstriert, der wird in» Lager expediert und dort barbarisch konzentriert. Solang der„Führer" existiert? . solang der Goebbels renommiert;.. solang Rir Schacht noch' balanciert; und Göring mit dem Ball hantiert; solang wird weiter schikaniert, bi» auch der Spießer explodiert. Man hat bl» heute stet» erlebt: Der Deutsch«... irrt, solang er strebt. Paul Cord er. »ewew. oa» er ieuo ouca,«uwenouiigen ,e>ir»o ici- ha... ne» Vater», teil» durch Börsengewinne, teils durch stkhknd? Voraussichtlich zu beginn des Monats Ersvarnisse au» seinem an 200V fli betragenden Ge-. Marz wird durch amtliche Verlautbarungen allen halt.über«in nachweisbar reeller Vermöge» von Bewohnern des Staates der Pflichtbezug von 180.000 fli, verfüge. Eine Reibe höherer Beamten f t'~°*”*- de» Postscheckamtes erläuterte die Organisation der hier in Frage siebenden Manipulierung der ein lau senden Erlagscheine, woraus sich aber nur ergab, dass eine ganze Reihe von Beamten(60 bis 00 und mehr) zu dem Ein» schmuggel» der gcsälschten Erlagscheine ebenso Ge legenheit batten wie der Angeklagte, obne dass dieser direkt irgendwie besonder» belastet erscheint. Bemerkenswert ist, dass der Betrüger, der sich hinter dem Namen de»„Jng. Fischer" verbirgt, sich tatsächlich vor elf Jahren bei einer Frau K o I ä t i k in Prag 2. eingemietet und unter Borlgge eines Hciniatscheines bei der Polizei gemeldet hat. Wie Frau Roläkik als Zeugin unter Eid er klärte, bat der vermcintliche Ingenieur sich al» tech nischer Vertreter vorgestcllt, nur einmal in dem ge- nüeteien Zimmer übernachtet und viermal Post ab- gebolt. Er erklärte die» mit seinen ständigen Gc- schästSreisen und kündigte da» Zimmer schon nach einigen Tagen, da er nachBrünn versetzt worden s^ i. Bei der Konfrontation erklärte diese absolut ver läßliche alte Fra» wiederholt mit Bestimmtheit, in dem Angeklagte» nicht de»„Jng. Fischer" zn erkenne». Zu Beginn der NachmiiiagSverhandlung erhielt da» Wort der bekannt« Schriftsachverständige Red. Franz Flanderka. Prof. Fanta schied wegen seine» für«ine der P r o z e ss p ä r 1 e i e n(dar Postscheckamt al» Privatbetelligter) seinerzeit er statteten privaten Gutachteis» al» gerichtlicher Sach verständiger an», denn ein solcher darf in keinerlei Beziehung zu einem der Prözessbeieiligten stehen oder gestanden sein. Pros. Fanta wurde nur als Zeug« einvernommen und seine Aussage ha''e keine prozessuale Bedeutung. Redakteur Flanderka berief sich auf sein seinerzeit be reit» der Polizei erstattete» Gutachten, d«s..... wesentlich anders lautet, als das von nehmen. Indizienprozeß nach elf Jahren Zusammenbruch der Anklage Prag.—rb— Vor elf Jahren, im Jahre 1920, gelang einem Betrüger, der äusserst methodisch vor ging und genaue Kenntnis der komplizierten Mani pulation de» Postscheckamtes(der heutigen Postsvarlaffe) bewies, ein grossangelegtr» Betrugs manöver. da» dem Postscheckamt einen Schaden von 207.100 KC verursachte. Der Täter liess sich unter dem Namen Jng. Wenzel Schmidt em Eckecklonto eröffnen. Dann schmuggelte der rasst« liierte Schwindler, der unbedingt ent weder selbst der Beamtenschaft de» Postscheckamtes angehört hab«», oder dort einen Komplicen gehabt haben muss, in den Stoss der von den Postämtern täglich zu tausenden einlaufrnden Erlagscheine mehrere fingierte, mit der gefälschten Stampiglie de» Postamtes Schlan 1 abgestempelte Erlag scheine, so dass das Konto de»„Jng. Wenzel Schmidt", ans welche» die vorgespiegeiten Einzahlungen anstands- lo» verrechnet wurden, alsbald ein„Guthaben" von 207.100 Xi auSwie», welches einige Tage später von dem.Kontoinhaber Jng. Schmidt" abdisponiert und behoben wurde, bi» auf«inen Rest von öl>0 Kd, welchen er humoristischerweise, sich auf den nationa len Mann aufsviclend, dem tschechischen Schnlverein al» Spende überweisen liess. DaS alle» vollzog sich im März 1920 und da der Betrug durchaus fach männisch eingefädelt und durchgefllhrt wurde, kam die Affäre erst im Mai 1928 an» Tageslicht. Wer ist„Jng. Wenzel Schmidt"? Natürlich eine fingierte Persönlichkeit, aber wer verbirgt sich hinter diesem Phantom? Wer hat dir gefälschten Ueberweisungen unter dle zur Verrech nung gelangenden Erlagscheine gemischt und Viel leicht selbst die entsprechenden Buchungen vorgenom men, um ein Guthaben vorzutäuschen, das er dann beheben konnte? Die Gelvissheit, dass der Täter unter der Beamtenschaft des geschädigten Postscheckamtes zu suchen sei, bot wenig Anhaltspunkte, da in der VerrechnungSzcntrale über 1800 Leute beschäftigt sind. Erft nach Jahren glaubte man durch eine zu fällig zutage gekommene Aehnlichkeit der Handschrift eines Beamten mit jener des mysteriösen„Jng. Schmidt" auf eine bestimmte Spur gestossen zu sein. Nach einem privaten Gutachten, das der Schriftsachverständige Prof. Dr. Otto Fanta der Leitung der Scheckamtes er stattete und welches die Jdcndität der beiden Hand schriften mit B e st i m m tth e i t fest st eklen zu können meinte, wurde dieser Beamte zehn Jahre nach jener Affäre in Untersuchung gezogen und schliesslich wegen der Verbrechen« dr» mißbrauchte« Amtsgewalt vor da» Schwurgericht gestellt. Der Angeklagte, der gestern mif der Anklage bank sah, ist der 88jährige Buchhaltungssekretär des Postscheckamtes Johann Spainh, bisher wohlverhal ten und dienstlich vorzüglich qualifiziert, der in der Abteilung.Kontrolle B" bedienstet war. also al» ..Reklamant" einen Posten bekleidete, der ihm unbc- schränktcn Zutritt zu allen anderen Abteilungen er möglichte. Der Angeklagte erschien vor dem Schwuc- gcricht(Bors. GR. Dr. T r o st) ruhig, selbstbewusst und lächelnd und erklärte alle, von der durch Staats- auwalt Dr. Svoboda vertretenen Anklage für seine Schuld in» Treffen geführten Argumente al» absolut haltlos. Tatsächlich stand diese Anklage nicht auf den festesten Füssen. CS war ein typischer Indizienbeweis, dessen Beweiskette ketnrSweg»«in Muster überzeugender Geschlossen heit darstellt. Die Grundlage der Anklage bildet hauptsächlich jenes Privatgutachtei: desSchrififach- verständigen Prof. Fanta. Al» Wei« tcreiere» Indiz wird angeführt. dass der Angeklagie über»»verhältnismässige Geldmittel verfügte, dass er seiner Amtseigenschaft nach ganz besonder» Ge legenheit zu solchen Malversationen hatte, dass er Mitglied eine» Schlauer Radfahrvercines war >on Okarben cm der Nidda, einem Nebenfluss des Mains, rettet einen kleinen Teil seiner Habe, tveil er seine Wohnung räumen mutzie. Jahrestagungen der Deutschen Jugendfürsorge Böhmen». Heuer finden die Haupttagungen— Vertretertag und Frauentag— der in der Deutschen Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen organisierten deutschen Jugendfürsorge in den Tagen de» 12. und 18. Juni in Leii- meritz statt. Kampf gegan ein schädlich,» Insekt. Die Regierung hat dem Senat einen Gesetzeniwurf über di« obligatorische Vernichtung der Larven der Rinder« bremse vorgilegt. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch dieser Insekt den Viehzüchtern verursacht werden, sind ziemlich gross; sie werden hauptsächlich,durch die Entwertung der Haut derTiere verursacht, die durch Entzündungspro- zcffe und durch Löcher, die sich die Larven bohren, beschädigt wird. Ausserdem verursachen dl« Larven der Rinderbremse bei den von ihnen befallenen Tieren Gewichtsabnahmen und bei Melltieren Verluste am Milchertrag, dle sehr bedeutend sind. Den Biehhäl- tern wird zur Pflicht gemacht, bei ihren Tieren die Larven der Rinderbremse zu. vernichten: die Gemeinden haben die Erfüllung diese».Pflicht zq- beaufsichtigen. Der Minister fllr Landwirtschaft wird im Amtiblatt eine Belehrung über die Art der Vernichtung der Lawen der Rinderbremse veröffentlichen. Di« Erwärmung nur vorübergehend? In ganz Mitteleuropa, westlich von der Elbe, sind die Temperaturen Samstag nachmittags über 10 Grad Celsius angestiegen und auch auf den Bergen ist l e i ch- te» Tau Wetter eingetreten. In den Niederungen Böhmen» wurden um 11 Uhr 10 bis 14 Grad verzeichnet, in den'übrigen Ländern nur 2 bis S Grad. Gegen Nordenglmid und Irland dringt nunmehr erneut vom Norden her kalte Lust vor, die sich 'n den nächsten Tagen voraussichtlich auch auf das Festland auSbreiten wird. Am Sonntag wird bei uns jedoch das milde Wetter noch anhalten.— Wettervorhersage für heute: In den böhmischen Ländern vorwiegend bis wechselnd bewöttt, Neigung'zu Schauern, übernormale Temperaturen, gegenüber Samstag jedoch etwa kühler. Westwind. Im Osten veränderlich, vereinzelte Schauer.— Wetteraursich« ten für Montag: Veränderlich, Neigung zn Schauern, Abkühlung, West« bis Nordwestwind. Vom Rundfunk Emplehlaniwertei aus den Programmen: Montag Prag I: 10.08 Deutsche Presse. 11.85 Mozart» Quartett D-Dur. 12.10 Unterhaltungsmusik. 18,00 Sinfoniekonzert auf Schallplatten: Bach, Berliöz usw. 18.88 Klavierkonzert. 18.00 Deutsche Sendung: Böhmerwaldlieder.'18.20 Fred Marnau liest eigene Gedichte. 18.48 Deutsche Presse. 19.28 Militärkonzerc. 22.20 Tanzmusik.— Prag II: 14.20 Deutsche Sendung: Schallplatienrevne. 14.80 Deutsche Presse. 18.10 Blechmusik. 10.10 Volkslieder.— Brünn: 17.40 Deutsche Sendung: Dr. Obrist: Wie bewahrt die Natur ihre Energie-Vorräte? 10.10 Französisch- Kur».— Preßburg: 16.10 Rundfunkorchesterkonzert. — Raschau: 12.05 Schallplattenkonzert. 18.80 Slowakische Lieder.— Mähr..Ostrau: 18.10 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Franz Rohner:.Zwei Dichter nn» dem Altvatergebiet! Josef' Weigl und Josef Weit; Lieder und Chansons aus Tonfilmen. Dienstag Prag I: 10.08 Deutsche Presse. 10.80 Klavierkonzert. 11.08 Rundfunk für deutsche Schulen. 12.10 Schaljapin auf Schallplatte». 18.00 JIral: Sinfonie F-Dur. 1.7.80 Geigenkonzert. 18.10 Deutsch« Sendung: Dr. Bacher: WiischaftlicheS Relief. 18.20 Zettgeyösstsche Kammermusik. 18.48 Deutsche Presse. 18.88 Deutscher Kulturbericht. 22.20 Smetana: Gei« genguartett D-Moll.— Prag II: 14.18 Deutsch» Sendung: Klouiek: Versunkene» Gut; vom Zinnerzbau de» Erzgebirges. 14.80 Dr..Sandt: Anton Borodin zum 80. Todestag: Klaviersuite. 14.80 Deutsche Presse. 18.00 Schrammelkonzert.— Brünn: 17.40 Deutsche Senduyg: Arbeitersunk: Soziale Jn- s-rmationen:«Herkonzert de» Sängerbünde»„Typo- graphia". 18.35 Arbeitsmarkt.— Preßburg: 17.10 Tanzmusik.— Raschau: 11.08 Populäre» Konzert. 16.10 Rundfunkorchesterkonzert..— Mähr.-Ostrour 12.15 Konzert: Suppö, Dekibcs usw« X. Stehen die Vereinigten Staaten vor einem,Bboid‘? in Beginn einer Besserung in der Schweiz 102 122 116 61 02 Das Jahr 1036 zerfällt in Holland deutlich zwei Perioden. In der Reit vor dem 26. Sep» 1686 2047 2410 Wirtfchafisaufschwung ergab sich nicht nur au» der Gelddbwertung, sondern wurde auch durch Auch die schweizerische Wirtschaft gehört, wie jene der anderen Länder, die den Goldblock bil- Der niederländische Außenhandel steht mehr als der Außenhandel irgendeines anderen Landes unter Saisoueinflüfseu, da dieser Handel einen ausgesprochenen kolonialen Charakter hat. Ader über die Säisoueinflüffe hinaus, die sich in der Wandlung de» Außenhandels von Monat zu Monat zeigen, setzt sich deutlich die Konjunkturentwicklung durch. Von 1034 bis 1086 kann man ein deutliches Zurückgeheu des Außenhandels, und zwar sowohl der Einfuhr als der Ausfuhr, feststellen. Am Jahr« 1086 kann man bereits eine leichte Besserung de» Außenhandels beobachten, die jedoch erst im vierten Quartal 1086, nach der Guldenabwertung, sich durchsetzt. Bestimmte Anzeichen der Jndustriebelebung konnte man bereits vor der Guldenablvertung feststellen. Das bezieht sich besonders- auf den Schiffbau und die mit dem Schiffbau verbundenen Industriezweige, auf deren Belebung die Regierungsaufträge einen günstigen Einfluß ausübten. Dasselbe gilt auch für die Schifffahrt. Der große Antwerpener Hafenstreik hat Die Fortsetzung des amerikanischen Wirt» schafisaufschwuilgeS, dessen erste Keime sich bereits Ende 1082 bemerkbar machten, macht das Problem aktuell, ob die amerikanisch« Wirtschaft nicht bereits in einen»Boom"«ingetreten ist. Unter »Boom" versteht man bekanntlich jene Phase der Konjunktur, in der bereits die Einflüsse der Spekulation die Oberhand gewinnen und in das wirtschaftliche Leben eine unruhige Note hineinbringen. Bon diesem Standpunkte betrachtet, bietet die amerikanische Wirtschaft kein einheitliches Bild. Man kann bis zu einem gewissen Grade von einem Boom in jenen Produktionszweigen sprechey, die unmittelbar für den Verbrauch arbeiten. Auch die Automobilindustrie hat, vor den letzten Streiks,«ine Art Boom erlebt, wobei die Automobilproduktion im Jahre 1036 über 6 Millionen Wagen betragen hat. Das- +448 +286 + 84 1036 bloß um den Aufschwung der Weltkonjunktur und durch die Steigerung der Weltpreise gefördert. Die holländische Schiffahrt und die holländischen Pflanzungen in Niederländisch-Jndien machten gute Geschäfte, so daß man hier wieder begonnen hat, Dividenden auSzuschütten. DaS führte jedoch wiederum zum raschen Ansteigen der Aktienkurse auf der Amsterdamer Börse im vierten Quartal 1036. sucht, diese riesengroße Goldzunahme außerhalb der Kreditbasis des Landes zu halben. Diese »Neutralisierung" der amerikanischen Goldvorrät« kann jedoch nicht auf die Dauer das Problem des amerikanischen Äoldübcrslusses lösen. Eine wirkliche Lösung diese» Problems, die zugleich eine Verbreitung der Grundlagen der amerikanischen und der gesamten Weltkonjunktur bedeuten würde, wäre nur im Wege von großen amerikanischen Anleihen an die außermuerikanische und insbesondere an die eure» päische Wirtschaft denkbar(vergleiche unsere Beilage zu Nr. 284, Nr. 3 und Nr. 27). Tiefpunkt. Seit dieser Zeit kann man«ine mäßige Ausfuhrstcigerung feststellen, auch die Industrie wie» bereits im dritten Quartal ein« allgemeine Besserung nnf.- Am 80. September 1086 nahm das Parlament den Gesetzentwurf über die Er- mäßigung des Goldgehaltes des Schweizer Franken um 80 Prozent an. Dies« Maßnahme war durch die französische Abwertung erzwungen, und Wenige Wochen später trat die Schweiz, auch dem Währungsabkommen zwischen Frankreich, England und Amerika bei.. Die Abwertung führte zunächst zu einer geringen Erhöhung der Lebenshaltungskosten. leicht, erweckt jedoch auch keine besonderen Be-> verboten worden, ebenso wie die Hortung von sürchtungen.Da»Budgetdefizit für 1985,|Gold und fremder Währung,. Ausländische Waren, insbesondere Rohstoffe, wurden teurer, aber" die Regierung versuchte, die übermäßige Preiserhöhung durch Herabsetzung verschiedener Zölle und durch den Abbau der Kontingente für die Einfuhr bestimmter wichtiger Waren zu verhindern. Andererseits hat die Abwertung die Hortung von Gold und Banknoten beseitigt. Da, Geld ist heute so flüssig, daß die Nationalbank den Z i n s f u h von 2 auf 11/3 Prozent ermäßigt hat(26, November 1086), Der größte Teil de» gehorteten Geldes kam nun auf den Markt und wurde dazu benutzt, Wertpapiere verschiedenster Art aufzukaufen. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich neben schweizerischen, englische und amerikanische Wertpapiere. Die finanzielle Situation ist nicht übrigens den Seeverkehr in Rotterdam und Amsterdam sehr begünstigt, wobei auch di« Senkung der Hafengebühren in den beiden holländischen Häsen um 16 biö 28 Prozent eine wesentliche Rolle spielte. Di« Landwirtschaft bleibt in einem unterstützungsbedürftigen Zustande, da di« Weltpreise für die niederländischen Ausfuhrwaren im Vergleich zu den Produktionskosten noch nicht hoch genug sind. Sa darf man vorläufig keinen Abbau der Einschränkung-Maßnahmen für die landwirtschaftliche Produktion erwarten. Nach der Guldenabwertung hat die Nieder« ländische Bank den Diskontsatz auf 2 Prozent ermäßigen können. Im Juni 1086 hat der Diskontsatz noch 4.6 Prozent betragen. Nach der Abwertung begann sofort ein massives Zurück» fluten des holländischen Kapitals, da» früher sich nach England und Amerika geflüchtet hatte. Da» führte zu einer großen Geldflüsfigkei t, so daß auch der private Diskontsatz gefallen ist. Eine Reih« von neuen Kapitalinvestitionen zu günstigen Bedingungen wurden vorgenommen. Bon günstigem Einfluß auf die Entwicklung der Wirtschaftskonjunktur ist die Tatsache gewesen, daß trotz des Ansteigens der Großhandelspreise, die Lebenshaltungskosten tatsächlich nicht erhöht wurden. Das Steigen der Kleinhandelspreise ist durch die Ermäßigung der Zollsätze für viele Waren wesenllich gehemmt worden. Allerdings muß man in den letzten Monaten ein rascheres Ansteigen der Preise feststellen, diese Steigerung beruht jedoch nicht sosehr auf 3er in- nren Entlvicklung als auf einer allgemeinen Erhöhung der Weltpreise. Im allgemeinen kann man feststellen, daß die Guldenabwertung ihr« Ziele erreicht habe. Bor allem hat sich dam Vertrauen befestigt, was sich in der Rückkehr des geflüchteten Kapitals äußert«. Die Preissteigerung war nicht übermäßig, di« Preise in Gold gingen sogar zurück, so daß sich die AuSfuhrmöglichkeiten erhöhten. Die weiter« Entwicklung der niederlSiwischen Konjunktur wird aber im hohen Maße von dem allgemeinen Schicksal der Weltwirtschaft abhängen, denn Holland ist als Kolonialland und Exportland auf die Welt angewiesen. Niederländische Wirtschaft nach Verlassen der Goldwährung von einigen Zweigen der Produktion der indu» n einigen Industriezweigen eine stricllen Rohstoffe sagen. Dagegen befindet sich bestimmte Besserung festzustellen war. Eine voll» das Baugewerbe noch auf.einer ziemlich, Äü? da, auf 41 Millionen Franken geschäht wurde, hat tatsächlich nur 18 Millionen Franken betragen. Das Defizit für 1036 hat etwa 70 Millionen Franken betragen. Für 1087 wird daL Defizit auf eiiva 42 Millionen Franken geschäht. Ausländische Anleihen auf dem Schweizer Geldmarkt haben so gut Ivie anfgehöci, aber innere schweizerische Anleihen, allerdings meistens für Konversionszwecke, da» heißt zur Rückzahlung alter Anleihen, haben 1036 den Betrag von 676 Millionen Franken, gegen 601 Millionen Franken im Jahre 1036, erreicht. Die größte Anleihe war die national« Verteidig ung«- a 111 e i h e von 236 Millionen, ftir die 380 Millionen Franken gezeichnet wurden. Der Gold- brstand der Nationalbank, der im Jänner 1986 i.39 Milliarden betragen hat, stieg im September auf 1.66 Milliarden und, nach der Abwertung, auf 2.7 Milliarden Franken im Dezember 1086. Die Arbeitslosigkeit hielt sich daS ganze Jahr 1086 hindurch auf einem hohen Stand. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen bewegte sich zwischen 124.000 im Jänner und 76.000 im Juni, und erreichte im Dezember 1036 104.000, während allerdings im Dezember 1985 118.000 registrierte Arbeitslose gezählt wurden. Die Frankabwertung hat die übliche Saisonsteigerung der Arbeitslosigkeit gehemmt, die Erhöhung der ArbeitSlosenzahl zwischen September und Dezember 1936 hat 22.000 betragen im Vergleich zu der Zunahme der Arbeitslosenzahl um 49.000 in der entsprechenden Periode 1986.— Die Landwirtschaft befand sich noch immer in einer schwierigen Lage: da» Reineinkommen der landwirtschaftlichen Bevölkerung hat 1986 1160 Millionen Franken betragen, gegenüber 1208 Millwiien Franken im Jahre 1986. Weizen- und Weinbauern sowie die Milch- und Käseproduzenten mußten durch den Staat unterstützt werden. Die Ausfuhr wie» im Jahre 1086 ein« bedeutende Steigerung aus: 881 Millionen Franken im Jahre 1986, 821 Millionen im Jahre 1936. Die Einfuhr ging jedoch etwa» zurück. 1936: 1266 Millionen, 1936: 1288 Millionen Franken. Eine sichtlich« Belebung wies die Ausfuhr berühren auf, besonders nach dem alten- schweizerischen Exportgebiet, den.vereinigten Staaten. Aber auch di« Aurftchr nach Großbritannien hat bedeutend zugenommen.— Die Lebenshaltungskosten, die End« 1085 den Stand von 180 erreichten(1914— 100), Hieben auf diesem Stand bis Oktober 1936, wo sie den Stand von 132 erreichten. Der Index der Großhandelspreise stieg von 91 im Jänner auf 102 im Dezember 1036. Im allgemeinen muß man, im Vergleich zu den Niederlanden, dem anderen weltwirtschaftlichen»Nachzügler", die wirtschaftliche Situation der Schweiz als noch ziemlich unbestimmt bezeichnen. Der Anschluß an die Weltwirtschaft ist zweifellos bereits erfolgt, aber der wirtschaftliche Auflchwung befindet sich erst in den Ausängen- punkt ist besonder» die Entwicklung im Jahre 1934 auffallend. Ende 1988 haben die sichtbaren Goldvorräte in Amerika rund 4 Milliarden Dollar betragen, Ende 1084 erreichten sie bereits rund 8.2 Milliarden, Ende 1936 10.1 Milliarden und Ende 1936 fast 12 Mtl- liavden Dollar. Die Goldbestände haben sich also im Laufe von drei Jahren verdreifacht. Es wird nun durch ziemlich komplizierte Operationen ver- Wirtechaftslage In Spanien Die Angaben über die spanische Wirtschaft fließen im Laufe des letzten Halbjahre» verständlicherweise sehr spärlich. Aber die wirtschaftlichen Beziehungen Spaniens mit der übrigen Welt sind nicht vollkommen lahmgelegt, auch, abgesehen von dem blühenden Waffenschinuggel. Es ist inter- essant, daß im Jänner 1087 zwischen der britischen und der Madrider Regierung ein neuer Handelsvertrag abgeschlossen wurde. Einzelheiten darüber sind noch nicht bekannt, aber e» scheint, daß dieses Handelsabkommen mit einer Kreditgewährung seitens Londons verbunden ist. Am 8. Dezember 1986 ist in Madrid eilte Regierungsverordnung erlassen worden, wonach jede -Ausfuhr aus Spanien genehmiguugsbcdürfiig ist. Die Veröffentlichung der Ziffern des Außenhandels ist seit Beginn des Bürgerkrieges unterblieben. Die letzten Angaben beziehen sich auf das erste Halbjahr 1986. Während dieses Halbjahre« hat die Wareneinfuhr 832 Millionen Pesetas betragen, im Vergleich zu 424 Millionen Pesetas im ersten Halbjahr 1086. Die A»s- fuhr während de» ersten Halbjahre» 1086 hat 882 Millionen Pesetas betragen im Vergleich mit 206 Millionen Peseta» im ersten Halbjahr 1086. — Die finanzielle Lage ist unklar, sowohl die Madrider al» die Burgos-Regierung haben zahlreiche.Verordnungen. über Schnldenauffchiebung (Moratorium) erlgffen. Nach einer Verordnung de» Madrider VerteidiglingSrate» können bloß 760 Peseta» monatlich von einer Person au», der Bank abgehoben tverden. Die Madrider Regierung hat außerdem verordnet, daß die durch die Burgo»-Regierung abgestempelten spanischen Banknoten keine gesetzliche Gültigkeit haben und daß diese Banknoten durch die Goldbestände der Bank von Spanien nicht gedeckt sind. Die Gold- nusfuhr ist bereits zu Beginn de» Bürgerkrieges in...................... fallend ist, steht der Aufschwung etwa in per Leder- und Schuhindustrie, der sich in sehr mäßigen Grenzen hält. Im Dezember 1036 beträgt der Index für diese Industrie lediglich 112 (1928/26— 100). Der Dezemberindex 1986 der gesamten Industrieproduktion ist nur um fünf Punkte niedriger als der Rekordindex vom Mai 1929 und lediglich um zwei Punkte niedriger al» der Index vom September 1929, als die Krise in Amerika ausbrach und sich von dort über die ganze-Welt verbreitete. Uebrigen», der Jndustrieindex für da» ziveite Halbjahr 1986 ist genau derselbe al» für die entsprechend Periode von 1028. Aber da» Jahr 1928 ist tatsächlich das Jahr eines unerhörten Boom in allen Industriezweigen gewesen, während das Jahr 1986 keineSweg» als ein Boom-Jahr bezeichnet werden kann. Ein anderes Zeichen der amerikanischen Konjunktur ist die Tatsache, daß die Wareneinfuhr nach den Vereinigten Staaten viel rascher zunimmt al» die Warenausfuhr, so daß die Aktivität der amerikanischen Handelsbilanz im raschen Wnehmen begriffen ist. Entwicklung des amerikanischen AuOonhandels 1934—1936 in Millionen Dollar Ausfuhr Einftchr Handelsbilanz WWM'' 2188 W 2288 2458 die Ausfuhr von Tabelle stellt die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur im Jahre 1936 dar. Amerikanische Konjunktur im Jahre 1936 Verhältnis,ahlen, 1023/25—100 Dezember 1986 Dezember 1938 Gesamte JndUstrie- pvoduktion 101 Verarbeitende Industrien 101 Förderung v. Mineralien 102 Baugewerbe 68 Umsätze der Warenhäuser 88 Einen riesigen Aufschwung zeigen folgende Produktionszweige, die im Dezember 1986 folgenden Umfang erlangt haben(1923/25—100): Entwicklung der Aktienkurse auf der Amsterdamer BBrse 1932 bis 1936 BerhältnlSzahlen, 1921—25—100 Allgemeiner Aktienindex Aktienkurse niederläNd.- indischer Unternehmungen Nieder!. Jndustrieaktien Die Belebung der Industrie nach der Gul- dcnabwertung führt« im vierten Quartal 1086 zu einer getviffen Verringerung des Einfuhrüber- schuffes im niederländischen Außenhandel. Sowohl Einfuhr als Ausfuhr weisen nach der Abwertung ein rasches Ansteigen im Vergleich mit den entsprechenden Monaten des Vorjahre» auf. Außenhandel der Niederlande »»/ 1934 Us 4936 (In Millionen Gulden) . 1984 1985 1986 ' Während rund 16 Prozent größer ist al» jene von 1984, ist die Einfuhr von 1986 um rund 48 Prozent größer al» jene von 1984. Man kann viele Gründe für diese gewaltige Entwicklung der amerikanischen Einfuhr anführen, die die Ausfuhrentwicklung in so hohem Maße überflügelt hat. ES spielte hier nicht nur die große Zunahme de» Bedarfes der. amerikanischen Industrie an den ausländischen deten, zu den ,,N a ch z ü g l e r n" des weltwirt« Rohstoffen mit, sondern auch die bedeutende Er- 1 schastlichen Aufschwunges. Di« Depreffion«r- höhuiw der Rohstöffpreise in der ganzen Welt,' reicht« in her Schweiz Mitte März 1986 ihren sowie die amerikanische Dürrei die einen wesent-" ' lichen Ausfall der Ernteerträge von Getreide her« beigeführt und auf diese Weise den Bedarf nach der Getreideeinfuhr erhöht hat. DI«.amerikanische Wirtschaftspolitik versucht in den letzten Monaten Mittelwege zu fin den zwischen der gefährlichen'Hemmung, des wirt schaftlichen Aufschwunges und der Förderung einer ungesunden Spekulation. Ehre große.Ge fahr für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ■stellt der Goldzufluß nach den Bereinigten Staaten dar, der in den letzten Jahren Riesen ausmaße angenommen hat. Bon diesem. Stand- J.UOU UUUI« u«VvlUIUllCIl m/UUvII vUlUUCil yui, 4/Uv* f 1 4 nna t 1 nx v•■ rrt,»I___ 1 selbe kann man auch von der Eisenindustrie sowie? e von einigen Zwergen der Produktion der indu striellen Rohstoffe sagen, r niedrigen Stufe, Las natürllch die EniwMung^m letzten Quartal des Jahre», nach der Abwer. der Konjunktur, sehr wesentlich, hemmt. Folgende 1932 1933 1984 1935 1986 1. Quart. 2. Quart. 8. Quart. 4. Quart. 81.0 84.8 81.4 30.4 31.1 28.5 29.6 44.8 86.9 87.9 86.7 88.1 48.6 47.5 60.2 72.9 88.0 86.2 84.2 32.8 88.4 87.1 87.6 66.8 Eisen und Stahl 126 Textilindustrie 132 Auwmobilindustrie . 147. 'Tabaktnd'ilstritz .-158"-'"•■ 1 • Petroleumindustrie 156 Im scharfen Gegensatz zu der Entwicklung diesen Produktionszweigen, die tatsächlich auf- Einfuhr 1934 1935 1938 Ausfuhr 1934 1035 1036 Jänner 100 76 79 56 55 50 Feber 31 70 74 51 51 50 März 94 80 79 61 54 55 April 85 78 81 54 50 57 Mai 87 78 76 67 68 58 Juni 80 73 77 59 51 53 Juli 88 76 80 58 54 60 August 87 76 82 89 61 68 September 78 76 82 60 59 72 Oktober 87 95 92 82 70 75 November 88 86 101 60 60 77 Dezember 75 73 114 56 62 79 ®ritf 6 Sonntag, 28..Feier 1837 Nr. 81 Der Einzelne vor der Entscheidung Episoden aus dem spanischen Bürgerkrieg Nachdruck oder Uebeesetzung mir mit Erlaubnis der Redaktion. Die Schicksalsfrage Ganz anders als der AuSbrnch eines Krieges stellt der Ausbruch des Bürgerkrieges den Einzelnen vor die Schicksalsfrage. Es handelt sich beim Ausbruch des Bürgerkrieges nicht um zwei abgegrenzte Gebiete, innerhalb deren jede Nation im ganzen genommen durch gemeinsame Interessen, Anschauungen und Reaktionen verbunden ist; der Ritz geht mitten durch die Gemeinschaft: durch die Nation, die Gemeinde, die Berussgruppe, den Freundeskreis, die Familie. Der Einzelne ist plötzlich isoliert; steht seine Gesinnung im Gegensatz zu der jener, die da, tvo er lebt, die. Macht erobert haben, so geht es uin sein Leben. Das gilt für Alte und Junge, für Männer und Frauen. Ein zuviel gesagtes oder ein nicht rechtzeitig gesprochenes Wort, eine Denunziation, eine mitleidige Handlung gegenüber einem Verfolgten, die Tatsache, das; Vater oder Bruder politisch nicht Nlit den Machthaber» übereinstimmt, kann das Todesurteil bedeuten. Nirgends ist der Mensch so hilflos einsam, so auf sich gestellt, wie im Bürgerkrieg. Es konunt darauf an, sich rasch und sicher zu entschließen. Entschlußfähigkeit und Entschlußkraft können in mancher Situativ» geradezu einen llmschivung herbeisührcn. Wenn man das Leben im richtigen Moment wegwirst, kann man's unter Umständen gewinnen. Dieses entschlossene Spiel niit dem Leben spielte der Maschinist don Santiago Lopez auf dem Dampfer„Almirante Baldös", als die Offiziere das Schiff, das an den marokkanische».Küsten kreuzt«, den Rebellen zu- sühren wollten. Lopez übernahm das Kommando über die Besatzung, kämpfte die Offiziere mit ihrem Anhang nieder und führte den Dampfer der Regierung zu. Beim Ausbruch des Ausstands spielten in Valencia zwei Unteroffiziere eine Hauptrolle: als die Offiziere sich zum Putsch anschickten, rissen di« republiktreuen Sergeanten AI b e» t o l a und Fabra di« Soldaten mit sich— die Regierung hatte gesiegt. Di« Beiden spielten ebenso mn ihr Leben wie jener Schiffsmaschinist. Geradezu tragisch ist daS Schicksal des Generals Bate t. Don Domingo Batet, ein Katalane, kommandierte früher di« katalanische Division, der«; Sih in Barcelona war. In; Oktober 1884 unterwarf er den Aufstand der Linken. Später wurde er nach Burgos verseht, wo er die sechste Division befehligte. Als der Aufstand ausbrach, schloß er sich den Rebellen nicht an: war er 1884 der reaktionären Regierung treu geblieben, so dielt er jetzt zur revolutionären. Er machte gut, was er damals gesündigt hatte. Dafür verurteil- kcn ihn die' Rebellen wegen„Rebellion und Verrat" zum Tode. Zahllos sind die Fälle, in denen Regierungstreue, die im Moment des Ausbruchs der Revolte tm Gebiet der Rebellen waren, sich zu den Ihren durchschlugen. Gruppen von Soldaten, die sich den Befehlen der Offiziere widersetzten oder heimlich flüchteten, gab es in allen Garnisonen. Wer nicht fliehen konnte, wurde, wenn er staatstreu blieb, erschossen oder eingesperrt. Wo die Regierungstruppen und Milizen siegreich blieben, gab es bei ihrem Einzug immer tvieder erschütternde Be- freiungSszenen. Regierungstreue Soldaten wie Zivilisten tauchten aus den Kerkern, hervor. Biele befreiten sich selbst, indem sie einen günstigen Augenblick zur Flucht ausnützten. Nicht selten brachten diese Entkommenen den Legalen wertvolle Informationen über, die Rebellen, wichtige militärische oder politische Dokumente oder unentbehrliche Teile von Geschützen der Aufständischen mit. In diesen kleinen Episoden des Bürgerkrieges liegt viel mehr Heldentum verborgen, als nmn auf den ersten Blick hin glaubt. Oer General Camlnero Der General don Juan Garcia Ca mi- n e r o befand sich auf einer Jnspekfionsreise nach dem Norden, als der Aufstand ausbrach. Er war fünfundsechzig Jahre alt. Sein Stabschef, Generäl R a m i r c z, begleitete ihn. Auf die Nachsicht vom Aufstand hin teilte Caniinero von Astorga aus dem Gouverneur von Leon telepho- nisch mit, daß er in Astorga eine Kolonne von Bergarbeitern zur Verfügung habe. Dann fuhr er »ach Leb», besichtigte das Infanterieregiment und den Flugplatz, nahm von den Truppen begeisterte Hochrufe auf die Republik, voni Platzkonnnandan- ten General Bosch die Versicherung entgegen, daß die Situation absolut sicher zugunsten der Regierung sei. Dann kam die Nachricht, daß Burgos mid Valladolid, die er als nächste Garnisonen hätte inspizieren sollen, abgefallen seien. Er beschloß, zurückzukehren und bestellte für den folgenden Tag ein Militärflugzeug. Aber am anderen Morgen gab man auf die Frage, ob der Apparat bereit sei, ausweichende Antworten. Caminero wurde mit Recht mißtrauisch. und beschloß, mit dem Wagen abzurei- -sen. ES blieb nur der Weg über Portugal. Er fuhr über Ciudad Rodrigo, um bei Sanabria die Grenze zu erreichen. Aber sowohl der Hauptmann der Carabineros(Grenzgendarmen) in Sanabria wie die Grenzposten und das Zollpersonal standen auf der Seite der Verräter. Die Generale kehrten also um und fuhren rückwärts, in Richtung des Dorfes. UntertvegS wurden sie plötzlich von Bewaffneten beschossen, deren Schliffe den Wagen durchlöcherten, ohne die Offiziere zu verletzen« Di« Schützen waren regierungstreue Ar beiter und hielten die beiden Generäle für Anhänger der Rebellen, die zur Südarmee wollten. Sie nahmen Caminero und Ramtrez gefangeck und 'führten sie nach dem Dorf Reqpejo. Von.- dort wurden sie später nach einem anderen Ort, Lu- biän, gebracht. In Requejo wie in Lubiän wollte das Volk sie— als Rebellen— lynchen, aber die Leiter des Syndikats retteten sie. In Lubiän war die Guardia Civil regierungstreu und^übernahm die beiden Gefangenen. Caminero bat den Korporal, drei Briefe an den Innenminister,«an Largo Caballero und den spanischen Botschafter in Portugal ochzusenden.. • Diese Briefe überzeugten schließlich die Leute von ihrer Regierungstreue; man schasste die beiden Generäle in ein vier Kilometer vor dem Ort liegendes einsames Haus und g samkcit des Volker sowie den voraiigegangenen Maß- nahme», durch welche die Liquidität deS Geldmarktes selbst unter" den schwierigsten Verhältnissen gesichert wurde. Die Achse und das Rückgrat des gesamten Geldmarktes lag auf dem Markte der Staats- Papiere, die einen wesentlichen Teil der Besitzanlagen der Geldinstitute darstellen. Der Geldmarkt wird von. der ReeSkomptstelle gemeinsam mit dem Kon» loriium der groben Geldinstitute und der National- dank erfolgreich reguliert. Sollte der Finanzmim- ster seine Absicht verwirklichen und«Ine Ainortisa■ tionSkässä der Staatsschuld errichten, so wird dadurch zur Liquidität der Staatrpapiere weiter wesentlich beigetraaen. Die ueneingerichteten Kreditarten bei der Nationalbank. nämlich direkte Kredit» für di« Industrie und namentlich Exportkredite, zeigen eine allmähliche Entfaltung. Für den Geldmarkt sind weiters ztvei Ereignisse voit Bedeutung, d. i. di« Einführung einer Kreditevidenz bei der Nationalbank und die Mobilisierung des Geldmarktes durch Vermehrung der staatlichen Lieferscheine auf 1200 Millionen Ki. Die wirtschaftliche Besserung Alle Anzeichen zeugen dafür, dab der wirtschaftliche Fortschritt, den wir im abgelaufenen Jahr« gemacht haben, die Besserung der zwei letzten vorangegangenen Jahre übertroffen hat. Die Besserung geht auch aus dem Eisenbahnverkehr, auS dem Rückgang der Zahl der Konkurse, aus dem gesteigerten Verbrauch von Kohle und Eisen und auS den zunehmenden Umsätzen tm Scheck« und Baukeiivexlehc hervor. Besonders ausdrucksvoll zeigt sich die Besserung in den Staatseinnahmen, woraus hervorgeht, dab das Gleichgewicht in der StaatStvirtschast gesichert ist, falls di« Ausgabenseite stabilisiert wird. D>e Preisentwicklung erfuhr hauptsächlich infolge der erhöhten wirtschaftlichen Aktivität im abgelaufenen Jahre eine Befestigung. Zum Schlust erklärte der Gouverneur, dal. daS Jahr 1036«ine kurze, jedoch wichtige Periode unserer Wirtschaftspolitik abschliestt. Sie Vedeu- tet für uuö in der Geschichte der Weltkrise den Umbruch zu einer erfolgreichen Wendung zum Besseren. Im Interesse der weiteren Entwicklung muß man mit der Regierung darin einig sein, daß nicht zugelassen werden darf, daß bei uns die Preise und alleS, waS dahinter steht, steigeir. Hierauf wurden der Jahresbericht und die Bilanz der Tschechoslowakischen Nationalbauk sowie der Antrag auf Verteilung des für das Jahr 1086 mit 34,520.118.85 Ke ausgewieseuen Reingewinnes genehmigt. Es gelangt eine Dividende von 210 KL pro Aktie zur AuSschüttuni, was einer annähernd 6.222prozentigen Verzinsung des eingezahlten Aktienkapitals entspricht. Die Aufgaben der Gewerkschaften und die Vereinigung der Gewerkschaftsbewegung des AKRCS PERSONEN WAQEN Ober 2000 com: LASTWAGEN Kl. Uber 1500 kg TEAMS; ASAP- Werk Mladä Boleslav 21 5 KODAWAGEN am Start 21 Skodawagen am Ziel 21 goldene Plaketten. Verlanget liberal! rSeffeySfte, vtr fit andern raaeSreUunoen Inserieren, aber ven eomiMot nicht berücksichtigen, befunden damit, daft sie die wird stdatttttbe Dedeutnna der Kausfrost unserer Leier nocb nteyt ersannt baden oder nitbl er» kennen wollen. Aettnna leien defht. auch den vnzelaenleU beaaien und beim itinloul die Nnierenten bevor^uaen. Niemand wird sich Ge- schüftsteuten auldränaen. die ArbeiterfundichaN nicht iu maben Wlfltn ERSTER* SKODA soe PL erste-Skoda (Populär, Superb, 254 D) -Skoda (Populär, Rapid, 264 D) ERSATZTREIB» STOFFE: erste-Skoda (Zwei254 Diesel, ein 605 PL) Kl. bla 1000 oom: ERSTER" SKODA POPULÄR bla 1500 com: ERSTER-SKODA RAPID erster-Skoda SUPERB Ergebnisse Ri j des I. Winterwettbewerbes für Personen- u. Lastwagen VÖLKS ZUNDER solo ,a'S'6^ Die Vertretung der Gemeinsamen Landeszentral« OSE kam in ihrer Sitzung vom 20. Feber 1987, nach Behandlung des Berichtes des Sekretärs über, die Bestrebungen über die Bereinigung der'Gewerkschaftsbewegung, zu folgendem Schluß: Der Bericht des Zentralsekretariates bestätigt die erfreuliche Entwicklung der in der Gemeinsamen Landeszentrale OSE vertretenen Gewcrk- schastsorganisationen. Die Wirtschaftskrise, unter der in den letzten Jahren die Gewerkschaftsbewegung leidet, hat nicht nur ihre Kräfte nicht ge» brachen, sondern sie im Gegenteil zu höchster Anspannung entfaltet. Es waren und sind dies im- nier di« Hauptfragen: Schutz und Steigerung de8 Lebensniveaus, Beschaffung von Arbeit und di- Aichenslosenfürsorge, denen die GewerkschaftS organisationen an der Spitze mit ihrer Zentra'« nicht nur ihre größten moralischen Kräfte, sondern äüch'He größten'■ materiellen Mittel"gewidmet haben und widmen.’ Die Gewerkschaftsorganisu« Honen konnten sich natürlich nicht nur mit den Maßnahmen zufrieden geben, die die Folgen der Wirtschaftskrise mildern würden, sondern haben auch Wege.der Wirtschafts- und HandelSpolit k verlangt und vorgeschlageu, durch die die Mittel deS sozialpolitischen Schuhes ergänzt und. di: Probleme planmäßig gelöst würden, die die Arbeitsgelegenheiten sicherstellen und dauernd vermehren,. insbesondere auch die gerechte Verteilung der Einkommen garantieren würden. Die Erfahrungen, die in diesem Kampfe um ein höheres Lebensniveau und um die Sicherung einer gesunden Wirtschafts- und Sozialpolitik gewonnen. wurden,.haben täglich.gezeigt, wie schädlich die Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung wirkt und wie ihre Kräfte durch di« in verschiedener Weise vorgehenden Organisationen geschwächt werden. Daher hat auchdie GewerkschaftSzentra'e alle ihre Aufmerksamkeit den Aufgaben gewidmet, die auf diesem Gebiet die vorhergehenden Gewerkschaftskongresse, namentlich auch der Kongreß im Lahre 1984, aufgezeigt haben. ‘■ Di« Vertretung der Gewerkschaftszentrale bestätigt, daß der Zentralgewerkschaftsrat im Sinne dieses KongreßbeschluffeS auch vorgegangen ist und begrüßt mit Befriedigung die günstigen Ergebnisse seines Bestrebens. Namentlich in den Organifa- iwnen der graphischen Hilfsarbeiterschaft und der Gastgewerbeangestellten kam es zur Verschmelzung der bisher nebeneinander marschierenden Organ'» sationen, Sie trägt daher dem Zfntralgewerk- schaftSrat auf, in diesem Sinne fortzufahren und di«.--Bereinigung, der verwandten.Gewerkschaft--' verbände, zur Schaffung einheitlicher Gewerk» schastsorganisationen zu verfolgen. .Die Vertretung nimmt auch den Bericht üb.-r die zwecks. Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen und der Schaffung der. Einheit im Rahmen der. Gemeinsamen Landeszentrale zwischen den Zcntralverbänden und den durch Vermittlung des Deutschen Gewerkschaftsbnndes in Reichenberg n der, Gemeinsamen Landeszentrale vertreten.-n deutschen Verbänden geführten Verhandlungen zu» Kenntnis. Sie spricht- die feste Hoffnung au-, dqß diese Verhandlungen in- Bälde beendet sein und zu einer'weiteren Bereinigung der' Gewerkschaftsorganisationen im Rahmen der Gemein» samen Ländcszcntrale beitragen.werden.' Dix Bektretüng behandelte, ferster den Dischluß der Gewerkschaftskongresses der Röten Ge kverkfchasten vom ö. und 7. Feber 1987, wodurch bje"Mf dieseni. KöUgreft vertrjjenen Organisi- tiönen'Verhandlungen mit PSt zu dem Zweck» anhleten, üftt in die einheitlichen G'werkschaftS- vrganisätionen im Rahmen des OST überz-i- iiietem°...'■ .®ie Vertretung der.Gewerkschaftszentra:- Kinn in. Verfolgung des Gedankens der Bereini gung der Gewerkschaftsbewegung nicht über Anträge verhandeln, durch die nur weitere Verwirrung in die Gewerkschaftsbewegung getragen werden. Soll daher dieser Beschluß nicht nur als ein Agitationsmanöver betrachtet und als Entscheidung, durch die das bisherige, zersetzende Vorgehe, dieser Organisationen wieder gutgemacht werden würde, ernst aufgefaßt werden, dann muß unbedingt sichergestcllt werden, daß es sich hier nicht um eine parteipolitische, von der taktisch-n Enischeidung der kommunistischen Partei erfolgte Anregung, sondern um die eigene Entscheidunq der Gewerkschaftsorganisationen handelt. Daher muß als unvermeidliche Folge des Kongreßbeschlusses vom 7. Feber d. I. namentlich der Beschluß des Kongresses dieser Partei im Jahre 1928 abgclehnt werden, durch den die Ausgaben und Richtlinien ihrer Mitglieder in den GewerkschaftS-. organisationen bestimmt wurden..-Iu.diesem,.Bf?., schlug wurde damals ausdrücklich angeführt: „Alle Mitglieder der Partei sind verpflichtet, sich im Sinne der kommunistischen Grundsätze in ihren Gewerkschaftsorganisationen zu organisieren und zu arbeiten» Die. kommunistisch-N Minderheiten in den Gewerkschaftsverbänden müssen planmäßig nach den Weisungen und Direktiven der Parteiorgane Vorgehen und sind durch die Parteidisziplin gebunden. Oberstes entscheidendes Organ über das Vorgehen der Kommunisten in den Gewerkschaften ist d-r Parteivollzugsausschuß, der die Arbeiten in den Gewerkschaften durch die Vermittlung seiner Gewerkschüftssektior leitet." Wen» nun die Bereinigung der Gewerk- schaftSorganisationen, die in der Zentrale der Jn- dustrieverbände vertreten sind, nur zu dem Zweck Die Vertretung der Gemeinsamen Landeszentrale betonte in ihrer Sitzung am 28. d. M. neuerlich, daß die Gewerkschaften insbesondere die produttive Arbeitslosenfürsorge verlangen, das heißt die Erweiterung und Vermehrung von Arbeitsangelegenheiten und ihre zweckmäßige Verteilung. Deshalb verlangen sie u. a. auch die Verkürzung der Arbeitszeit besonders in jenen Zweigen, in welchen die Rationalisierung eine immer größere Zahl menschlicher Arbeitskräfte auSscheidot. Ebenso wichtig ist«S, die Ueberzeit- arbeit, insbesondere in den klelngewerblichen Betrieben, einzuschränken. Die Vertretung der G. L. hält es. für unerläßlich, daß bei der bevorstehenden weiteren Regelung der öffentlichen Arbeitslosenfürsorge die Pflicht der Arbeitgeber zu einem Beitrag zur Arbeitslosenunterstützungeingesührt werde. Vor allem dadurch, daß jede.Maßnahme,.sei sie technischer oder wirtschaftlicher Natur, durch welche die Arbeitsgelegenheit beschränkt wird, angemessen zugunsten der Arbeitslosenfürsorge besteuert wird. Die Vertretung nimmt den Bericht über die von der Gewerkschaftszentrale' vorgelegter Einträge zur Kenntnis und betont die Forderung, daß der RegierungSbestzluß, durch den di« Entscheidung der Gewerkschaften Wer die Unterstüt» zungsordnung eingeengt wurde, aufgehoben werde. Siestellte fest, daß dieser Beschluß vielfach die angemessene Regelung— nicht nur zum Schaden der Gewerkschaftsmitglieder,.sondern auch der staatlichen Finanzverwaltüng— unmöglich macht. Die Vertretung konstatiert, daß sie. den Anträgen der Zentrale zusiimmt, die zur Weiteren Vereinfachung-es AtaatSbeitrageS zur durchgeführt werden sollte, diese Richtlinien zu erfüllen, so würde das die Gewerkschaftsbewegung nicht stärken, im Gegenteil nur neuerdings zersetzen und ihre Täiigkeit untergraben. Aus die» sim Grunde trägt die Vertretung dem Zcntral- gewerlschaftsrat auf, in seiner Antwort aus daS Angebot der Roten Gewerkschaften auf dem Grundsatz zu beharren, daß für die Mitglieder der in OSE vertretenen GelverkschaftSorganisationen keine anderen Richtlinien, Grundsätze und Beschlüsse Geltung haben können als die des OSE, seiner Kongresse und der berechtigten leitende'. Organe. Die Gewerkschaftsorganisationen können zwar die wichtigen Ereignisse des öffentlichen Lebens nicht Übergehen, bei denen oft unter dem Begriff einer bestimmten politischen Frage sich auch wirtschaftliche und soziale Kämpfe abspielen. Dah-r Müssen die Gewerkschaftsorganisationen ihre Me> nung auch im politischen Kampf aussprechen, ohne Rücksicht.auf die politische, religiöse oder nationale Zugehörigkeit in ihren Reihen. Dieser Kern« gründsatz der Gelverlschaftsbewegung darf nich' verletzt werden, ihre Funktionäre und Mitglieder müssen sich bei ihrer Entscheidung nach dem g:- meinsmnen Interesse, den Beschlüssen und der Disziplin der Gewerkschaftsorganisation, nicht aber nach Weisungen richien, die durch die parteipolitische Disziplin diktiert werden. Die Vertretung der Gemeinsamen Landeszentrale OSE beharrt auf diesem Grundsatz und'verpflichtet den Zentra.» gewerkschastsrat, nur auf dieser Grundlage d.iS Bestreben um die Vereinigung der GewerkschaftS- bewegung zu verfolgen, und den angeschlossenen Verbänden in diesem Sinne auch die notwendige.'» Weisungen zu geben. Arbeitslosenunterstützung, zur Verbesserung der Kontrolle und Vereinfachung der Verwaltung führen sollen. Sie muß aber Anträge ablehnen, die nur eine weiter« Bürokratisierung und damit eine Verteuerung der Verwaltung bedeuten würden. Sie lehnt auch den Ausschluß der Saisonarbeiter aus der Unterstützung ab. Für ebenso unbegründet hält sie die Forderung, daß die Unterstützung abgearbeitet wird, denn sie bedeutet eine Herabsetzung des Lohnes. Die Vertretung beharrt auf der Forderung, daß auch die Not- 'standsbeschäftigung durch ein ordentliches Arbeitsverhältnis geregelt werde. Daher verlangt sie auch eine erhöhte und dauernde rechtliche Regelung der.Kollektivverträge. Die Vertretung verlangt Iveiterhiu di« Ergänzung der Regierungsverordnung über die Arbeitsvermittlung, damit die Arbeit den Arbeitslosen zweckmäßig nicht nur nach wirtschaftlichen Erfotdernissen sondern auch nach der sozialen Bedürftigkeit zugewiesen wird. Uin Tatsachenbericht aus den berfiditlgsten Konzentrationslagern „Staatliches Konzentrationslager VII von Kl. H i u r i ch s gebunden K£ 48.— „Dachau" von Walter Hornung gebunden M 54.— Zu beziehen durch die: Zentralstelle für daS Bit- duugSwesen Praha XII., Slezskt IS. Ter„Mississivvi-Plan".(AP.) Durch die schwere Katastrophe im Mississippital sind so große Werte vernichtet worden, daß die bereits^ vom Kongreß bewilligten Summen nur zur Bc-. Hebung der äußersten Not ausreichen, leincSfalls; aber dazu, um Vorkehrungen gegen Wiederholung solcher Verwüstungen zu treffen. Präsident Roosevelt hat darum dem Kongreß einen großzügigen Plan vorgelcgt, der neben der Stromregulierung des Mississippi, Ohio, Arcansas und Missouri.' durch Talsperren eine Wiederaufforstung der Einbruchgebiete Vorsicht. Die Arbeiten, für die 2% Milliarden Dollar veranschlagt sind, sollen' in den nächsten sechs Jahren ausgeführt werden. —- Dadurch, daß der-niue- Plan sowM,.in seinen. Zielen, wie auch in seinem Kostenaufwand den Umfang einer solchen Maßnahme in Amerika" wesentlich überschreitet, wird er zu einer politischen Entscheidung. Die Ausführung des Planes stellt den Kongreß vor die Notwendigkeit,. mit der. Bewilligung dieser 2 sH Milliarden Dollar- auch einen Vorentscheid in einer anderen Sache zu treffen, nämlich in der Schaffung eines Ministeriums für Oesscntlichr Arbeiten, denn der Mis» sisspPi-Plan macht Organisations- und Arbeit«-. cinsatz-Maßnahmen erforderlich, die weit über' den Rahmen der bestehenden Einrichtungen hinausgehen. Man ist sich in Washington zwar der Unterstützung der Anlicgerstaaien des Mississippi und des Ohio iu diesem Projekt sicher, da sie ja die eigentlichen Nutznießer sind, es bleiben aber, noch weitergreifcnde politische Fragen offen,.an deren Klärung auch andere Staaten interessiert, sind.— Der Plan bietet die Möglichkeit einer großzügigen Arbeitsbeschaffung mit. zentraler Leitung. Der Einsatz großer Arbeitslosenmassen dafür, die Wiederbelebung der Citizcns Conservation CorpS, des Arbeitsdienstes und die Ent-, lohnung aus öffentlichen Mitteln, dies alles surd' Fragen, die daS Wesen der amerikanischen Siaaisverfassung berühren und einen Teil der allgemeinen Pläne Roosevelts zur. Neugestaltung der USA darstellen. Daher ist Roosevelts Vorlage nicht nur ein Gesiihlsappell an den Kongreß, sondern zugleich eine Mahnung an die große Mission, die er mit Unterstützung der Abgeordneten zum Wohle der USA erfüllen will. Englische Lnstnbtvehr-KnderS. Die- britische Negierung richtete an alle Amtsstellen ein- Zirkular in Form eines Memorandums, in welchem sie anordnet, daß alle Vorbereitungen zur Schaffung einer gesamtstaatlichen Organisation'getroffen werden, de« die Ausgabe obliegen soll, mindestens 199.999 gründlich ausgebildeter Personen' für den Aviso- und Branddienst auszustellen und'die im Fall« des Krieges bet der Bewältigung der durch Fliegerbomben verursachten Brände tätig sein sollen. In Verwirklichung dieser Organisation soll schon in allernächster Zeit geschritten wetdeU. Die Regierung verspricht für die Durchführung der Organisation ausgiebige Unterstützung. Es wird eine besondere Feuer- wehrbrigade geschaffen«werden, für deren M Hebungen geeignet« Uebungsplätze errichtet werden. v Auch soll das notwendige Material für'die Ausrüstung dieser Fenerwehrbrigad« beigestellt werden. Sofia. In Plewen in Nordbulgarien wurden zwei'Soldaten wegen Verlassens der Wache zum Tode verurteilt. In dem gleichen Prozeß, sind, drei Bauern aus Mikopolsk wegen Spionage zugunsten eines Nachbarstaates verurteilt worden» und zwar einer zu. lebenslänglichem Kerker, die Wsigen zwei zu einem, Jahre sieben Monaten schweren Kerkers, Vie gemeinsame Landeszentrale ur ArbeitsIoseMürsorge und anderen dringenden Fragen der Sozialpolitik Seite 8 „Sozialdemokrat^. Sonntag, 8. Fever 1VS7. Nr. bl Deremsnacilneilteld Aümst und Mssen. Macbeth TOlUkUun^en der»'Urania«' deutsche 2er Mm Kirchen- Karten: die Ge° Karten': Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. D i e n S t a li, den 2. März, abend» 8 Uhr im Heim (Prag II, Svälenä 46, 2. Stock)' Referat der Genossin Trude Fanta Lier»Die gegenwärtige Lage In der Tschechoslowakischen Republik". Gäste, die der FBSÄ nabesteben, willkommen. Stellt das Feuer ein! Der französische Film, der nach der Erzählung „Der Todeskampf des Unterseebootes" von Jean de Baroncelli von dem Autor selbst geschaffen wurde, erinnert in. seiner Handlung an den, Film „Klar zum Gefecht". Auch diesmal wieder wird das Seegefecht zumHühepunkt einer Spannung zwi- schon dem Kapitän und seinem Leutnant, der mit der Frau des Kapitäns von früher her in Beziehung steht,'— aber die Sache ist diesmal ungeschickt konstruiert: einer langen Vorgeschichte mit Verschwörern^' Attentat, Todesurteil und Rettung der Frau DaS Ueberwiegen des weiblichen Elements in Prag kommt in- der neuesten Wählerstatistik der 'Hauptstadt zum Ausdruck. Danach gibt es in allen 10 Bezirke:: Prags 622.874 Wähler, davon 279.266 Männer und 848.109 Frauen. In Prag sind demnach um 68.844 weibliche Wähler mehr als männliche oder, da die Wählerzahl ungefähr 66'Prozent der Einlvohnerzahl ausmacht, um 166.000 Menschen weiblichen Geschlechtes mehr als männlichen Geschlechtes. In manchen Stadt- bezirien ist das Ileberwiegen der Frauen über die Männer besonders ausfallend, so gibt es in Prag I bis VII 73.970 weibliche und 65.862 männliche Wähler, in Prag XII 39.006 weibliche und nur 28.484 männliche Wähler. Bon der Stefanikvolkssternwarte in Prag. Die Sternwarte ist im März der Bevölleruna außer am Montag täglich um 19 Uhr zugänglich. Für Mastenbesuche von Volks» und Bürgerschulen um 18 Uhr. für Bereinsexkiirsiönen und Mittelschulen um 20 Uhr. Massenbesuche mögen telephonisch(Nr. 46806) angemeldet werden. Jeden Sonntag ist die Sternwarfe auch von 10 bis 11 Uhr und von 16 bis 16 Uhr zur Besichtigung der Einrichtung und für Sonnenbeobachtungen geöffnet sowie von 18 bis 20 Uhr für da» nornmle Beobachtungsprogramm. Be- obachtungSbrogrammfür März: Während de» ganzen Monats ist es möglich, den Planeten Venu» zu beobachten und vom 16. vis 26. Mlärz- auch den Mond. Nach Möglichkeit werden den Besuchern immer auch einige Doppelsterne, einige farbige Fixsterne, Sternhaufen und Sternnebel gezeigt werden. Einfall kommen könne, daß es auch in unserer Zeit Macbeths gibt! Direktor Liebl inszenierte diesen Shakespeare so streng„historisch" und dabei itn Allegorische«'. der Hexenszenen so breit(hier bemerkenswerterweise ohne nennenStverte Striche), daß alle Welt glaube« mutzte, die ganze Geschichte, gehe uns Heütige'ja nicht das Mindeste mehr an. Nur für stilvolle'Bühnenbilder(SchulieS) Ivar gesorgt, für starken.- bildhauften' Eindruck beim Erscheinen von BgnquoS Geist und. für möglichst, gute» Sprechen. Nichts, war von Dynamik.zu spüren, eine Art diskreten„Macbeth'', der denn auch dem Ensemble keine beachtliche Gelegenheit bot, sich recht zu entfalten; und darum auch dem Publikum keinen Anlatz, warni.zu werden oder zu erstarren. Langweilig ist diese Aufführung.' Und man schelte nicht das Publikum, wen« es auf solche Weise sich für Shakespeare nicht zurückgewinnen läßt.■ Herr,Ball gelangt zu keiner befriedigenden Lösung des schauspielerischen Problems, das die Titelrolle bietet; er ist kein Diktator, kaum ein glühender^Ehrgeizling, nicht Mehr als ein breitschultriger Streber, der sich mühselig durch sein Blutbad schleppt Vortrag Jaksch Im Klub»Prltomnost« ■ Mittwoch, den 8. März, uni 19.80 Uhr abends spricht. Abg. Wenzel Jaksch im Klub „Prltomnost"(Haus der Pesisionsanstalt) über das Thema:-„Die tschechisch-deutsche Fr ege im Lichte der europäischen St» t ü a t i d n". Mitteilungen aus dem Publikum. Großer Steg der Skodawagm lei dem I. Winter- Wettbewerb de» AKRSS. Am Sonntag, den 21. Feber 1987, veranstaltete der Autoklub die erste Winterwettfahrt, die zuni größten Teile über schlechte, enge und verkehrsreiche Bezirkrstratzen führte und durch eine Reihe von Aufgaben militärischer Natur erschwert und mit einer Geländefahrt In einem vier Kilometer langen Abschnitt kombiniert war. Unter den 106 startenden und in 7 Kategorien eingeteilten Wagen befanden sich 17 Personenwagen und 4 Lastwagen der Marke. Skoda. Alle 21 Wagen gewannen Golbplaketten und kamen größtenteils ohne Strafpunkte an. In der mit den zahlreichsten Wagen besetzten Kategorie bis 1000 vom (49 Startende) besetzte den I. Platz Herr Dr. Peters, dffen Erfolg um so höher zu werten ist, da er auf demselben Popularwagen erzielt wurde, mit den: der Fahrer vor drei Fahren seine ungewöhnlich schwierige Landfahrt von Prag nach Kalkutta absolviert hatte. Auch die, Kategorie bis 1,6 Liter Inhalt siegte' an 1., 2, und. 8. Stelle mit Skoda-Rapid- wagen, die von den Herren Horak, FUC.-Stüla und Jng. Rechziegel gesteuert wurden. In der Kategorie, über 2 Liter Inhalt besetzte ein Skoda-Superb mit Herrn Jng. Pakizek am Steuer und. mit 7 Personen' Besatzung die 1. Stelle. In der Kategorie der schweren Lastwagen steht an erster Stelle ein. Pritschenwagen Skoda 606. mit Holzgasgenerator Panhard- Lcvasser, der vom Landwirtschaftsministerium-angemeldet war..An 2. und 8.-Stelle waren ftxafpunkt-, freie Pritschenwagen Skoda 264 D, gelenkt.von Jng.' Zädnh und Herrn Koötäk. Der größte Triumph war' allerdings der Sieg der Skodateams, an 1. Stelle eine» Teanis Superb-Popülar 264 ,Diesel, an 2..Stelle Rapid.Popular— 264. Diesel. Wahrlich, ein. großer Erfolg, würdig.der ausgezeichneten Eigenschaften der Skodawagen. Greta Garbo— deutsch. Fm Urania-Kino wird al» deutsche Premiere„Königin Christine" mit Greta Garbo vorgeführt. Die Garbo spricht mit ihrer tiefen, dunklen Stimme ein schönes, klangvolle», nur manchmal etwa» harte» Deutsch. Der Film, vielleicht der beste mit der bewunderten und bewundernswerten Schauspielerin, bei der Wort, Bewegung und Spiel so ganz eine Einheit sind, wird in der deutschen Fassung, in der übrigen» mit der amerikanischen gleich ausgezeichneten und gleich mangelhaften Besetzung der Nebenpartien, den deutschen Bewunderern der Garbo viel Freude machen.— Außerdem läuft diese Woche noch ein recht mittelmäßige» deutsches Lustspiel„Wenn wir alle Engel wären" mit Heinz Rühmannan. jk Ernte. Man erlebt immer wieder da» gleiche betrübende Schauspiel: Die guten Filmschauspieler werden nach dem Anfangserfolg zur Serienproduktion herangezogen und es geht dann schnell mit ihnen abwärts. Verglichen mit der„Maskerade" und selbst der schon viel schlechteren„Episode" ist der neue Film mit Paula Wessely„Ernte" ein bedauerlicher Abstieg. Paula W e s s e l y ist von dem Regisseur diese» Filme» Geza von Äolvaryin da» Milieu der ungarischen Operette verpflanzt worden. Man sieht den üblichen, unwahrscheinlichen und banalen Kitsch vom Gutsbesitzer und Honved-Rittmeister, der mit einer Magd sein Gut bewirtschaftet, sich in eine Dame aus der Gesellschaft verliebt und erst nach einer Enttäuschung seine Liybe zu dem Dorfmädchen erkennt.'Paukt Wessely freilich spielt dieses einfache Mädel mit erfrischender Natürlichkeit, in ihrem Trotz, ihrer Treue und gesunder Heiterkeit von gleicher Naturnähe und Echtheit, ilber damit erschöpft sich, was man dem Film Gutes nachfagen kann. Attila Hörbiger mag der rechte Ehepartner für die Wessely sein, als ihr Partner in diesem Film wirkt er übertrieben und bei den bäuerlichen Arbeiten ist er von unfreiwilliger Komik.— Wie überhaupt die Darstellung de» Landlebens von feder Kenntnis ungetrübt ist.— Auch die übrigen Rollen sind schwach besetzt, vor allem'ist Gina Falken« berg eine ganz unzureichende Nebenbuhlerin der Wessely. In einer Keinen Rolle sieht man Frau Termin, MoiffiS Witwe. ES ist schade um die Wessely! Unvergeßliche Filmer„Cavalcade", Premiere. Montag U6 und 149 Uhr., „Bon Schleiermacher bis Schweitzer." rat Dr. Zikchert. Montag 8 Uhr. Urania, Wetzler, Andrk. Dr. F. Weltschi„Der Einzelne und meinschnft." Donnerstag 8 Uhr. Urania, Wetzler, Andri. Jng. Jellinek:„Geheimnisse des Radio»." Freitag 8 Uhr. Karten: Urania. Aranla-Kino Greta Garbo spricht deutsch in der. deutschen Premiere«Königin. Christine", ein herrliches Svlel von Leidenschaft und Liebesglut. John Gilbert. Heute 2, 4, 6, 149 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 146 und 149 Uhr. B e z u gSb e. d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins Han» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 16.—,. viertelsähriich KJ 48.—halbjährig Fi 96— ganzjährig Ai 192.—.— Inserate werden laut, Tarif billigst berechnet,' Bei öftere» Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.Die Leitungsfrankatur wurde von der Post«, und Tele- 1 . graphendirektion.mit. Erlaß Nr. 18.800/VII/1V80 betvilligt.— Druckerei:„OrblS". Drück«, Verlags» und 8eiümgS«A.-G. Prag.- l" durch eben jenen Leutnant, der dann unvermutet als Freund und Untergebener de» Kapitän» auftaucht, steht eine Schlußgeschichte gegenüber/ in der die lange vorbereiteten Konflikte kaum zum Aus-' bruch kommen, aber eine Gefchwind-Lösuna finden; als beide Männer, der Kapiiän und der Leutnant, im abgesunkenen U-Boot auf den Tod und beide Frauen, die Gattin des KapitäNr und die Braut de» Leutnants, an Bord des Suchschiffe» auf die RettuNg der Verunglückten warten. Dazwischen geistert die Gestalt eine» sonderbaren Wäffenschmugyler», der ebenfalls in der Vergangenheit der Kapitänsgattin eine(völlig unklare) Rolle spielte und sie verfolgt, dann aber von dem U-Boot de» Kapitän» mit seiner Schmuggler-Jacht„Nitchevo" torpediert wird. Die Regie hat die Spannung nicht erhöht und die Konflikte nicht vertieft. Die Vorgänge kaufen fast wie. ein Bilderbogen ab, die Szenen sind meist kurzatmig und akzentlo», und' nur die eigentlichen Marine-Szenen bilden Ausnahmen. Sie sind die Höhepunkte des Films: das Manövrieren des U- BooteS, die Torpedierung de» Schmugglerschifse» und die Rettung der Mannschaft aus dem versunkenen Boot,, da» sind Aufnahmen, wie man sie so anschaulich und ohne falsche Effekte im Film selten gesehen hat. Die Szenen auf dem Meeresgründe geben auch dem Hauptdarsteller Harry Baur Gelegenheit, seine Schauspielkunst zu zeigen, die er sonst in der Rolle des maßvoll eifersüchtigen Kapitäns nur andeuten kann. Maccelle Chantal leidet unter dem unklaren Charakter der weiblichen Hauptrolle. Charles R i g a u d als Leutnant macht wenig Eindruck, und Ivan M o s j uk! n al» Wasfenschmuggler hat nur eine unsympathische Type zu zeichnen..—eis— Sozialver$icherungj- Briefkasten In dieser regelmäßig am Sonntag: erscheinenden Rubrik werden. Anfragen unserer' Leser über Sozialversicherungs-, Kranken-, Alters-, Invaliditäts-, Unfall- und Pen- sionsversieherungsangelegenheiten beantwortet. Bauarbeiter. Sie hatten vor Ihrer Erkrankung einen Stundenlohn von Ai 4.60 und wurden vöm Baumeister M. mit einem Taglohn von Ai 86.— bei der Krankenversicherungsanstalt gemeldet. Die Beiträge wurden Ihnen nach der zehnten Klasse für alle Tage abgezogen, obwohl Sie wegen starken Frostes an einzelnen Tagen nicht gearbeitet haben. Diese BorgangSweise des Arbeitgebers ist richtig, weil er nicht berechtigt war, Sie abzumelden, wenn die Arbeitsunterbrechung nicht vier aufeinanderfolgende Tage dauerte. Unrichtig ist dagegen die Bor4 gangsweise der Anstalt, welche mittels Bescheides ausgesprochen hat, daß Sie in den einzelnen Wochen mit Rücksicht auf die Arbeitspausen nur Beträge verdienten, die im Durchschnitt der achten Klasse entsprechen. Gegen diesen Bescheid können Sie binnen 16 Tagen nach der Zustellung die Beschwerde an die Bezirksbehörde erheben, die bei der Äersicherungs- anjtalt einzubringen ist. Darüber, daß Ihnen da» Krankengeld auch nur nach der achten Klasse gewährt wird, verlangen Sie einen besonderen Bescheid, den Sie binnen 60 Tagen mittels Klage beim Schiedsgericht der Bersichcrungsanstalt anfechten können. Sowohl in der Beschwerde, als auch in der Klage führen Sie an. daß für ihre Einreihung der Verdienst für einen wirklich geleisteten Arbeitstag maßgebend ist. welcher in jedem Falle den Betrag von 84.60 Aö übersteigt und daher der zehnten Klasse entspricht. Der Verdienst, welcher in einer Woche erzielt wurde, ist in Ihrem Falle für die Einreihung nicht maßgebend. In der Klage stellen. Sie noch die Forderung, es möge Ihnen die Differenz des Krankengeldes zwischen der achten und der zehnten Klasse nachgezahlt werden. und müde und ohne UeberredungSkunst Mörder dingt, matt wie ein Kind an die Brust der Gattin sinkt, wenn e» wo nicht klappt. Nicht einen Augenblick erschütterte dieser Macbeth— kaum daß er an den Stellen, die seine Stimmkraft herausforderten, genügend fesselte. Und selbst die berühmte Gästin, Tula Durieux, obwohl neben diesem Gemahl wirk- i lich ein Mensch von Fleisch und Blut, konnte diesmal nicht voll von ihren: großen schauspielerischen Wuchs überzeugen; so wt war es ring» um sie, daß die grandios gestaltete Wahnsinnsszene, so sehr sie von innen erlebt gewesen sein mag, halb komödiantisch wirkte. Immerhin nahm das Publikum diese Szene zu starkem Beifall wahr. Im llebrigen hörte man als Heren gute Sprecherinnen(Fritta Brod, Warnholtz, Äringolf, Rodenberg), einen wohltuend natürlichen Pförtner(Dudek), Schlichtheit aus dem Duncan Boilers, dem Banquo Siedlers, dem Rosse Afritschs, Kraft aus dem Macduff Trabauer». Aber aus nicht einem Manne schlugen Funken, so daß man alles in allem von vertaner Mühe sprechen muh. L. G. verlanget überall WlluiiWM Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Der letzte Heide."«.— Alfa,„Bet den Strohwitwen." A.— Apollo:„Ernte." Paula Wessely. D.— Avion:„Frauen und Geliebte." Crawford. A.— Beranek:„Der Mann mit den 100 Gesichtern.">F..— Fenix:„Die Sittlichkeit über alles." Tsch.—Flora;„Ich wurde gelyncht." A.— Hollywood;„Frauen und Geliebte.". I. Crawford. A.-— Hvizda:„Die schwärze Spinne." Powel. A.— Julis:„Wenn wir alle Engel wäre«." D.— Kotva:„Frauen und Geliebte." A.— Lu» remar„Die Sittlichkeit über alles." Tsch.— Passage:„Ernte." Paula Wessely. D. Praha:„Bier Spione." Engl.— Radio:„Im Sonnenschein." Kiedura. D.— Skaut:„Ich wurde gelyncht. ll.— Sviwzor:„Ave Maria." Ä. Gigli. D. — Akademie:„Romeo und Julia." N. Shearer. A. ,— Alma:„Ich lebe mein Leben." Crawförd. A.-4- Bafkalr„Allahs Warten.“ M. Dietrich. A.— Belvedere,„Marie Krasnowa." Anna Sten. A.-4- Besedar„Der Bettelstudent." D.— Boukek:„Ter Hund von BaSkerville." D.— Europa VII:„Der Hund von Baskerville." D.— Illusion:„Ich lebe mein Leben." Crawford, A.— Kapitol:„Port Arthur." Wohlbrück. D.— Louvre:„Ich wurde gelyncht." A.— Maeeska;„Liebesmanöver." D.— Na Knijeci:„Port Arthur." D.— Na Sw» vnnech:„Port Arthur." D.— Olympier„Liebe." Fr.—• Slavie:„Maria Krasnowa." A. Sten. Al— Svornost:„Im Sonnenschein." Kievura. D..—- ll Bejvodu:„Gespenst auf Reisen." Regie: Clair. Engl.—Beletrhtz:.Lieb e." Fr. Ach l armes Land, Das fast vor sich erschrickt! Nicht unsre Mutter Kan» es mehr heißen, sondern unser Grab; . Wo nur, wer von nichts weiß, noch etwa lächelt; Wo' Seufzen, Stöhnen, Schrein die Luft zerreißt. Und keiner achtet drauf; Verzweifeln gilt Für töricht Uebertreiben; keiner fragt: Um wen? beim Grabgeläut; der Wqckern Leben Welkt schnellet: als der Strauß auf ihrem Hut; Sie sterben, eh sie krank sind. Mso malt in der Peripherie des„Macbeth" der edle Schotte Rosse sein unter der Tyrannis seufzende» Land. Ein anderes Wort.für Schottland— und die Tragödie dieser blutbesudelten Diktatur, das Sträfacdicht Shakespeares über Brutalität und Ehrgeiz, tiber' Mordlust und Machthunger, über die schreckliche Saat erzwungenen Schweigens, über Mißtrauen. Verleumdung und Spitzele! ist so zeit» und raumnahe, daß eS unser Innerstes berühren müßte, auch wenn nicht der größte aller Dramatiker es geschrieben'.hättet So aber sind da mit unsterblichen Strichen die Bluthunde gezeichnet, die sündenentsprossenen Werke,(die nur durch Sünden erlangen Kraft und Stärke), der tiefe menschliche Fall des Ehrgeizlings, die Besessenheit, die noch im Ekel vor sich selbst dennoch an sich selber glaubt, und jenes' aus innerster Gewissensfeigheit geborene „Heldentum", das. wenn alles verloren ist, wenn kein Einzelmörder sich mehr dingen läßt, zum Krieg als letztem, verzweifelten Mittel greift, auch wenn der Tyrann von seiner Niederlage auf dem Schlachtfeld überzeugt ist. Man könnte die Parallelen zwischen Macbeth und dem Diktator unserer Tage noch vielfach verlängern, so etwa um die Darlegung des Mystischen, de» Herenglaubens und des Glauben» an die eigene Prophetengabe. lind bis zu dem beflügelnden Schluß des vierten Aktes:„So lang ist keine Nacht, daß endlich nicht der Helle Morgen lacht". Für die Aufführung im Deutschen Theater scheint mit charakteristisch zu sein, daß man die eingangs diese» Berichtes zitierten Verse zusammengestrichen hatte; nur nicht aktuell werden,— Nicht für Assoziationen sorgen!! Photographieren verboten, ist das neue Kind der Mord osche» Muse, da» gestern in der Kleinen Bühne mit der Hoffnung in die Welt gesetzt, wurde, die Nachfolge von„Salzburg ausverkauft" anzutreten. Die neue Revue ist nach dem gleichen Rezept wie die vorjährige gemacht: auch sie wieder ein reichlich verfrühtes Sommerspielzeit.Ouodlibet, das mit Ankündigungen aktueller„Aufnahmen" eingeleitet, aber dann nur mit einer bunten Reihe älterer Einfälle und unverbindlicher Scherzchen aufgefüllt wird— in Reim und Prosa von gleicher.Beschaf» fenhent, so daß Fritz Riegers, selbst am Klavier produzierte Begleitmusik auf weite Strecken das einzig Flotte ist. So gut sich ein wirklich satirische» Kabarett auf der Kleinen Bühne ausnehmen könnte, so fragwürdig erscheint eine Nummernfolge, die e» I nur zu ulkenden Anspielungen bringt und der nicht einmal Unanständigkeiten, sondern nur Geschmacklosigkeiten gelingen. Aber„Salzburg auverkauft" hat gezeigt,'daß es dafür ein Publikum gibt, und es war auch gestern wieder durch die Hintere, Gartenpforte de» Deutschen Hauses gekommen, um die unterbrochene Bridge-Unterhaltung im Theater fortznsetzen. Bon den fünfzehn Nummern der„Sie» vue" hätten zwei, die Szenen„Fremdenverkehr" und „Olympische» Dorf", bei entsprechender Pointierung witzig werden können, ein Kurhotet-Dialog„Alles inbegriffen" wurde durch Walter Taubs unaufhaltsame Beredsamkeit wirklich lustig, die„Fünflinge aus Kanada" wirkten durch ihre groteske Aufmachung und die von Costa, LiSl Nacheiner und abermals Taub belebte Zoo-Szene„Die wilden Bestien" hatte wenigstens eine eigene, gegen da» Publikum gerichtete Schlnßpointe. Bon den Mitwirkenden machten sich außer den Genannten noch Götz und Emmy Carpentier um die Sache verdient, der Frank Schultes einen netten bühnenbildnerischen Rahmen gegeben hatte.—eis— Arbcitervorstellung„DaS Nest" mit Tilla Durieux als Gast. DaS Entgegenkommen der Theaterdirektion ermöglichte eS uns, dieses reizende Lustspiel in d-r' glänzenden Besetznng wie bei der ErstanfsÜhrung für Sonntag, den 7. März, um halb 8 Uhr nachmittag» , anzusetzeu. Karten täglich von halb 9 bis 2 und . 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. I Kurt Hallensers Griechenland.Ausstellung im > Kunstverein für Böhmen(Prag II. PStroffova 12). : Heute vorletzter Sonntag. Die Ausstellung schließt bereits am 7. März. Täglich von 9 bis 6 Uhr. Eintritt 4 XL Germaine Leroux, die bekannte Pariser Klavier- viriuosin, spielt am 6. März um 20 Uhr im großen Saal der städtischen Bibliothek Werke von Scarlatti, Mozart, Mendelssohn, Liszt, Chopin, Smetana, Suk, Noväk, Debussy nnd Ravel. Splefpkan de» Reuen Deutschen Theaters. Sonntag, halb 8 Uhr nachmittags: Jean(Gastspiel Kramer—Glöckner); 8 Uhr: A xel an der Himmelstür, Ab. aufgeh.— Montag, 8 Uhr: K o n z e r t des Deutschen MänndrgesangvereinS, Ab, aufgeh.— Dienstag: halb 8 Uhr:» Gioconda (Erstaufführung A 2.— Mittwoch, halb 8 Uhr: Macbeth(Gastspiel Durieux), Ä 1.— Donnerstag. halb 8 Uhr: Fidelio, C2.— Freitag, halb 8 Ühr: D a s N e st(Gastspiel Durieux), D.- SamSiag, 7 Uhr: DieWalküre(Festvorstellung anläßlich des Masaryk-GeburtstageS), AI.— Sonntag, halb 8 Uhr: DasNest(Arbeitervorstellung, Gastspiel Durieux); halb 8 Uhr: Gioconda, B2. Spielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr: Matura; halb 8 Uhr: Photographieren verboten!— Montag. 8 Uhr: Jean(Bankbeamte I und freier Berkaus).— Dienstag, ö Uhr: -,7■,—-——-»»en, nur Photographierenverboten!— Mittwoch, lucht für Assoziationen.sorgen! Nicht nur, 8 Uhr: Photographieren verboten! daß man Zeitdramen nicht spielt, bringt man(Bankbeamte II und freier Verkauf).— Donners» sogar das Kunststück fertig, zeitwse Kunst so zu tag, 8Uhr:Photographierenberb-tenk ürviercn, daß nur ja keiner im Publikum auf den— Freitag, 8 Uhr: Jean(Gastspiel Kramer— —■“'““■"""‘ffliMnet).— Samstag, 8 Uhr: Jean.(Gastspiel Kramer—Glöckner).— Sonntag, 8 Uhr: Der Illusionist; 8 Uhr: Photographieren verboten!