ffta jelptel» 70 ffßt(einf djllcfiL 5 ftetltt Porto) 17. Jahrgang Nr. 52 Dienstag, 2. März 1937 SvMldemokrcch 8 ntralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Aus dem Inhalt: Eröffnung des Lupus-Helmes Steigende Gewinne im Bergbau Die Gendarmen- Verschleppung «rschoint mit««»«ahme de« Montag»glich früh Nd Verwaltung. Prag XU., Fochooa 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Der Weg nach Wien für Hitler frei? Versammlung statt, in der der Beschluß gefaßt werde, die Arbeit in den Kohlengruben nicht eher wieder aufzunehmen, als bis di« Bergwerksge- rückgänglg gemacht hat. Im Laufe des Montag. haben di« in der christlichen Arbeiterorganisation organisierten Arbeiter erklärt, daß st« sich dem Ausstand eben» falls anschließen. Faschistisches Attentat In Rumänien Bukar«st. Wie amtlich mttgetcilt wird, wurde am Montag auf dm Rektor der Universität Jassy, Professor Brat», ein Attentat verübt. Profeffor Bratu wurde von dreiStuden- ten überfallen«nd durch Messerstiche schwer verletzt. Einzelheiten über die Tat sind bisher noch nicht bekannt. Professor Bratu ist in Ru- mänirn als Ge»n e r de S R e ch t S r a di kalt S m« S allgemein bekannt. Der Streik In Fünfkirchen geht weiter Budapest. Äm Füufkirchener Kohlen- Revier halt« 5000 Bergarbeiter die Arbeit er- , neut niedergelegt. In einer! Borstadt von Fünf- Die Hitlerpresse jubelt. Der„Angriffs schreibt von Oesterreich, als handle eS sich nur noch um eine Provinz des Dritten Reiches. Für Hitler kann die Erklärung des italienischen Desinteressements an Oesterreich die ' Rettung in zwölfter Stunde bedeuten. Dir Gefahr, daßHitler noch! mMarz, wo feine FrühjahrS-lleberraschnng fällig wird, nach Wien marschiert, wird immer drängender. Wenn Hitler tatsächlich den Mnr zn einem grossen Zug hat, den man ihm zu- ' schreibt, so wird er die Gelegenheit kaum vor. übergehe» lasse«, sich durch einen Handstteich zum Herrn von Mitteleuropa zu machen. > Nur eine fraako-britische Entente über Oesterreich, die für dieses Laad ei« innen-«nd aussenpolitisches Definitivum setzt, das für die Bevölkerung«nd für Europa tragbar wäre, kann vielleicht verhindern, dass Hitler in wenigen Monaten das grosse Los zieht, seinen wachsenden inneren Schwierigkeiten durch • einen aussenpolitischen Monster-Erfolg rargehen jn können. In einem Interview, das er dem„Petit Journal" gab, hat auch Ministerpräsident Dr. H o d Z a sich mit der österreichischen Frage befasst. Er erklärte, dass die„Stabilisierung Mitteleuropas es erfordere", dass man„von Initiativen solcher Art" wie die Berufung der Habsburger eine sei, aüsehe. Dies ist der bekannte Standpunkt der Kleinen Entente, allerdings in jener AbsHvächung, die sich in den letzten Monaten ergeben hat, in denen sich erwiesen hat, dass eine kriegerische Intervention gegen Oesterreich für Hitlev der bequemste Anlass zur Aufrichtung Heiner Herrschaft.im Konauraum wäre.. hat eS auch in seiner Rede vom 14. Feber ausgesprochen. Di« italienisch« Regierung hat keineswegs die Absicht, sich in di« innere« Angelegenheiten Oesterreich» einzumcngrn, aber dies« Feststellung war notwendig, um zu beweisen, daß Oesterreich kein Streitobjekt zwischen Italien«nd Deutschland bilde» kann. Italien kann sich übrigen» nicht der, B-r ennergrenze beschränken, da e» allein auf die Verteidigung in seinem Imperium noch andere Interesse» zu per», teldlgen hat. Der Artikel Gaydas wird allgemein als eine Kapitulation»- Erkläru n g M u ssoll n i s vor Hitler interpretiert.. Das Entscheidende daran ist nicht die Ablehnung der Habsburger, gegen die ja auch von feiten der Kleinen Entente gewisse Bedenken bestehen, sondern die ziemlich unverblümte Erklärung, dass Italien den Schutz der. Brennergrenze zurückstelle, dass es mit.Deutschland wegen Oesterreichs keine Differenzen wünsche, und endlich die unausbleibliche moralischeErschüt- terung des Regimes Schuschnigg. Nachdem sich dieser, zweifellos im Vertrauen auf Italien so eindeutig auf die Monarchie festgelegt und" die Deutschen brüskiert hat, wird er desavouiert. und es bleibt ihm nur übrig, entweder den Cänossägang nach Berchtesgaden zu unternehme» oder aber abzutreten und einem Betont» Sosiioualen.Platz^zstyiächeo,.....' Madrid unter starkem Artilleriefeuer Madrid. Di« schwere Artillerie dar Auf ständischen Lombardierte am Sonntag neuerlich dir mittlere» Teil« der Hauptstadt. Die Schäden! kirchen fand am Sonntag eine von der sozial- .sind sehr groß. Die Beschießung forderte auch^demokratischen Partei einketufen^»er,arbeiterzahlreich« Opfer an Menschenlr- b e n unter der Aivilbevölkenmg. Dl, in der Nähe der FranzSsische«»rücke ftilschäst die Entia'ss'ung von 14« BergarbÄ«» eingegraben«« Aufständischen»ersuchte» Sonntag 411 vor Mitternacht einen Angriff, doch■ gelang«S ihnen Nicht, die repuLKkamische» Abteilungen aus ihr« Positionen zu vertreiben. Dir RegirrungStruppen, die«m«nd i« Ovieda kämpfen, besetzten Sonntag das ehe malige Schlachthaus im viertel San Lazaro«nd einige in der Nähe des Kloster- liegende Häuser. „In Jedem Staat . ein Franco bereit** Eine Bede des spanischen Außenministers ' Madrid. Der spanische Aussenminister'Del Baho ist in Madrid eingetroffen und besuchte Sonntag nachmittags General Miaja. , Auf. einer. Versammlung der Vertreter der Gewerkschaftsorganisationen erklärte er u. a.r Heute Madrid zu verteidigen heisst, Paris, Lon don,. Prag, die nordischen Länder und all« an deren demokratischen Staaten verteidigen. Er sprach auch von der»Schwäche der Aussenpolitik der europäischen Demokratien gegenüber der fa schistische» Taktik, die Kriegsschvecken verbreitet". Spätsten in die Hände Deutschlands und Italiens ngx deshalb auszuliefern, weil die drohende KriegSgefechr um jeden Preis gebannt werden Müsset fei' däsfelvei wie den.Weg für das inter« nationale Uebergttvicht der 2 faschistischen Mächte vorzubeveiteNt Vergessen wir Nicht, sagt« der Mi. nisttw dass-in- jedem Staate irgend«in Franco vorbereitet ist, der di« Tore fremder Herrschaft zu öffnen bereit ist.' ! Auf eine Mine aufgelaufen ; Paris. Der französisch«Dampfer»Hari« iTH dXess.e'L e V y r g»«" jstMontag zehn Mei- Umkehrung innerhalb der europäischen Fronten vollzogen. Wahrend bis zum 11, Juli 1S8S und nachher Italien die Restauration der Habsburger forderte und auf der anderen Sette Frankreich und'die Kleine.Entente, insbe sondere das mit Deutschland befreundete Jugosla- wien.die Restaukatw» als Kriegsfall erklärten, wobei Deutschland im Hintergrund blieb, ist seit dem 11.. Juli 1938 Deutschland der ®ttu»t 0 eßnet.der Restauration geworden, in der Hitler eine Art persönlicher Be- "ldtöung zu erblicken scheint, abgesehen von den politischen Ungelegenheiten, di«, ihm erwachsen ,ontein I t a l i e n galt bis in die jüngste Kett « Langer der Schuschnigg-These, dass die Unabhängigkeit Oesterreichs durch die Einführung der Monarchie garantiert werden müsse. Die ®„ n te» te hat zwar auch nach dem 11. Juli noch an ihrer Stellung gegen die Habs burger festgehalten und sich prinzipiell das Recht der Einmischung in Oesterreich gewahrt, faktisch aber erfolgten seit längerer Zeit keine offiziellen Aeusserungen mehr, die wie früher für den Fall der Habsburger-« Restauration mit dem Krieg drohten. Während der letzten aufgeregten Dcbat-' ten blieb selbst die jugoslawische Presse verhält nismässig ruhig,.In Frankreich hatte sich eine auffallende'Wandlung vollzogen. Nach den Wiener Krawalle» vom 15. Feher haben bk französische Rechtspresse und auch zahlreiche Or gane der Linken offen die Einsetzung Otto» von Habsburg gefordert, weil dies da» letzte Mittel fei,• Hitler von Oesterreich- fcrnzuhaltcn und ihm di« Vorherrschaft 1» Mitteleuropa streitig■ zu wachen. Italien hatte zunächst nut;' erklärt,.«8 sehe die Restauration auch weiterhin als eine in» merpolitischä Frage Oesterreichs an. Das konnte heissen, es werde sich desinteressieren, eS konnte aber auch im Sinne der. römischen Protokoll« hei ssen, dass Italien. die Einmischung einer drttten Macht gewaltsam hindern würde. Wir haben unmittelbar nach dem 22. Feber erklärt, dass Italien heute kaum in der Lage wäre, Idle' deutsche Politik' km Dönauraüjn ernstlich zu durchkreuzen. DaS völlig i solier t e Sta llen würde' im Kriegsfall allein gegen Deutschland stehen. Auch britische Blätter sprachen die Vermutung au», dass Italien zu schwach sein würde, Hitler an dem Marsch»ach Wien zu hindern und die französische Presse sprach schliesslich von der„B-o tmähiglcit" Italiens gegenüber Berlin. Nunmehr äussert sich der OffiziosuS Vi r-- ginio Gap da— derselbe, der kürzlich die Wüsten Hetzärtikel gegen die Tschechoslowakei loS- li'etz— i» dem„Giomale d'Jtalia" in sensatio neller Weise über die österreichische Frage:.. „Die italienisch« Pelitik»Mfichtlich Oesterreich» ist auf dem Prinzip der politischen vnaihängigMt und territorialen Integrität diese» Donauftaate» aus- gebaui. Sie erkennt den deutschen E h a r a k- t.j t' der österreichisch«» Bevölkerung a». Dies« Pv- litik ist sowohl- M den römische« Protokollen» al» auch im deutsch-österreichischen Abkommen vom 11. Juli.1938 ftstgelegt. Alle», wa» die italienische Politik für Oesterreich tut, ist vo» diese« Prinzipien inspiriert«nd auch-da» Restanration«»»,ölem maß von diese» S-sichtSPnnkie» au» betrachtet werden. Wir-tewnem. da^elue.R e st.a.ur ä t io» in Oesl-rr«!ch, abgesehev von dem Standputckt, dm umn zur Ttznastie«innimmt,«» n ü tz ist«nd nur & e fahre» mit sich bringen kann. So hat auch Bundeskanzler Dollfuß die Mestaurationssrage ,«.. sehen. In de« römischen Protokolle««nd bei de» Berhändlmtgeui die,um Abschluß dieses«»kommens fährten. warivoa einer Restauration nie die Red- Auch bei allen übrigen diplomatische»^ethmidl««- gen ist dies« Frag« üwner beiseite gelassen worden. Wenn die Franzosen zu verstehe«:«eben, daß einzig »ud allein«ine Restauraüe» die Unabhängigkeit c>-st-'rr-lB» rttten-könnt«,'s» antworte« wir. dgtz sie wt Gegenwil* die Iperwichisch,.»naMngigkei» W fW Kap- Creu« Mf.dem. Wege von kompromittiere» würde, ütU tzramtztt-, chw EOM üUf. rineMbMine aufgMren. sch-ü!ge für«an, Europa«nsstünd^ Äe»eröntt Der DMpfer' hak jedoch trpss einem^grpssen Leck wöMichM TtaatSmästner in Oesterreich wissen die», mit-Ig-ner Kraft deNspanischenHasen von Pa- fftrpipf»ftnd^kMjllrr Schuschvig, slainoS atigelaüfe». 3chuschnlss-lusllr ■ v. Graz. Bor deni Schwurgericht in Graz Hatten sich am Montag zwölf Angestellte der österreichische» Bundesbahnen wegen Hochverrates zu i verantworten, weil sie kommunistische Flugblätter und Zeiffchriften.aus dem Ausland« nach Oester- ! reich schmuggelte». Die drei Hauptangeklagten, j Franz Wiener, IPeter Ritter und Josef Berghold , wurden zu zwei bis zweieinhalb Jahren schweren .Kerkers; siöbenweitere Angeklagte zu drei bis vier Monaten Kerkers verurteilt, zwei Angeklagte wurden' freigesprochen. Ferner verurteilte das Schwurgericht in Leoben sechs Kommunistenau» Knittelfeld wegen Geheimbündelei und Hochverrates z» zwölf und fünfzehn Monaten schweren Kerkers.—^—7. BBckerstrelk In St. Naxalre Paris. Der Streik der Bäckervon St, Na- zaire. hat sich, jetzt auf die ganze. Umgpbung der MM, ausgedehnt." Im Umkreis v.ün^öy^Ki.lp.« meter sind/alle. Bäckerläden geschlossen".,Ist,'St. Näzäire sind mittlerweile 280 Militäcbäcker eingetroffen, die für die Brotversorgung der Stadt Sorge, tragen sollen. Klärung Prag, 1. März. Getreu dem feierlichen Versprechen an die sudetendeutsche Wählerschaft, dass nach dem 19. Mai 1935 mit dem Reden ausgehört und mit dem Handeln begonnen werden soll, hat Henlein am Sonntag wieder eine Rede gehalten. Die deutschen demokratischen Parteien haben allen Grund, ihm dafür dankbar zu sein. Schön seit geraumer Zeit besitzen die Ergüsse Henleins oder seiner Unterbeamten nicht mehr den Wert politischer Ereignisse, aber sie sind immer noch als Gradmesser der Ratlosigkeit einer Parteiführung interessant, deren innere und äussere Misserfolge geradezu einen olympischen Rekord darstellen. Diesmal fällt es wahrlich nicht schwer, die SdP vor jedem objektiv und rechtlich denkenden Menschen zu überführen, dass sie eine gauklerische Zick-Zack-Politik macht und mit den Lebensinler- essen des Sudetendeutschtums geradezu Schind- luder treibt. Es ist bezeichnend, dass Herr Henlein erst jetzt mit seinen pompösen Forderungen herausrückt, die in dem Ruf nach einer„völkischen Selbstverwaltung" gipfeln. Solange seine Partei noch hoffen durste, Teilhaberin eines reaktionären Vürgerblocks zu werden, legte sie grosses Ge- wicht darauf, mit ihren nationalen Forderungen vor allem in tschechischen ReKtskreisen keinen Anstoss zu erregen. Je geringer aber die Aussicht wurde, von Gnaden des Herrn Stoupal in die Negierung zu gelangen, desto mehr liess die SdP ihrem Wortradikalismus freien Lauf. Lm verflossenen Sommer tauchte in BersammlungSreden zuerst die Autonomieparole auf, ohne dass es die SdP-Fraktion gelvagt hätte, aus parlainentari- schcm Hoden.entsprechende Anträge zu stellen. Als anlätzllchdtr'lötztM^DüdssttdelAkkiNMskr'Rermrk'' die national-politischen Forderungen des deutschen Aktivismus in der Formel de» P r o Portio N a l i s m u S zusammenfasste, schlossen sich die Sprecher der SdP im Abgeordnetenhaus und im Senat dieser Losung freudig an. Jeder Zuhörer empfing den Eindruck, dass auch die Partei Henleins in erster Linie an der Beseitigung der nationalen Ungerechtigkeiten im öffentlichen Dienst,, bei Vergabe von StaatSausträgen, Investitionen usw. interessiert sei. Zwischen der massvollen Haltung Dr. RoscheS im November und der sonntägigen RedeHenleinSklafft ein unüberbrückbarer Widerspruch. Henlein hat daher mit seinen billigen Argumenten nicht die aktivistischen Parteien getroffen,' sondern d eng e- mässigtenFlügeldereigenenPar- t e i und der deutschen Provinzpresse attackiert. HenleinS Auftreten war ein nützlicher Beitrag zur Klärung im sudetendeutschsn Lager. In einem Augenblicke, da nach langen Anstrengungen eine etappenweise Befriedigung der sudetendeutschen Lebensinteressen auf dem Boden der demokratischen Verfassung praktisch eingeleitet wurde, kommt Henlein mit einem st a atSrechtlichen Maximalprogramm. Zumindestens feige Berater und Einflüsterer mussten sich darüber im Klaren sein, dass das nunmehr in die Diskussion geworfene Begehren nach„völkischer Selbstverwaltung", ob sie nun als personelle oder territoriale Autonomie gedacht ist, dieAufrollung der Verfassungsfrage bedeutet. Darüber sollen vor allem seine, tschechischen Freunde mit ihm rechten. Die SdP möge es ruhig auf die Probe ankommen lassen, ob sie hei den tschechischen RechtSkretsen mehr Entgegenkommen findet, als die deutschen demokratischen Parteien innerhalb der Koalition gefunden haben. Vom sudetendeutschen Standpunkte ist. die Frage so gestellt, ob unser Bosk derzeit einen.wilden Verfassungskampf mit allen seinen Konsequenzen brauchen kann, oder eine zielbewusste Arbeit auf dem Gebietende» wirtschaftlichen-und sozialen Wiederaufbaues. Henlein hat sich, selbst das denkbar schlimmste Armutszeugnis ausgestellt, indem er den wirtschaftlichen und sozialen Proulem- stellungen geflissentlich auSgewichenf ist..'Er hätte ja bfi dieser Gelegenheit unseren Arbeitslosen «ine Antwort, geben müssen, ob ihnen Cxportföre derung und Arbeitsbeschaffung minder wichtig seinsoll als die• Einführung eines nationalen Katasters. Auch die deutschen Unternehmer müssen sich' hapüber klar werden, waS sie brauchen: eine neue wirtschaftliche Orientierung'. der ganzen Stqgt-Pollttk,/ welche auch’ den Bedürfnissen un> serer Industriegebiete Rechnung trägt, oder«Ine LizitationWit verschwommenen politischen' Begriffen. Ueberslüssig, zu sagen, dass di« Lage, der Su« Seife S Dienstag, 2. März 1937 Nr. SS Die 150b1il!ionenfOr— nach Aussagen der anderen Mädchen— verweinte Augen. »Sie grämt sich, daß er nicht kommt.. Sie denkt, daß ich glaube, sie hätte Mir nicht tzi« Wahrheit gesagt, sie befürchtet, ich konstie daran zivei- feln, daß er ihr versprochen hatte zu kommen: Ach nehme ihr eisten anderen Lehrer——— Ich bin doch wirklich nicht auf Charitonow angewiesen. Er will nicht— dann eben nicht I Derhalb soll doch meine.Mmuksa nicht weinen." Ich gab ihm recht. Aber am. nächsten Tag kam de» Rätsel» Lösung, und War so unerivartei schrecklich, Wie. wir sie nie vermutet hätten. Gegen vier Uhr taumelte Nikiforow blaß und ziiterstd,in mein' ZIMmer und fiel schwer äufseineu Stühl. Ich.-Wie nicht» Gut«», reicht^ ihsti ein Gla» Wasser. Er lehnt« ab. „Sie hgt mich betrogest—— »Eie" konnte nur Marusja sein. »Wieso? Hat Charitonow ihr. sticht versprochen, wiederzukommen?" »Eie hat mich mit Charitonow betrogen!" Der Atem blieb mir weg. Mein Kinn begann zu Hüpfen, Er fuhr heiser fort:„Eie hat alle» gestanden." (Fortsetzung folgt.) Nr. 82 DienStng, 2. März 1SS7 Seit« S fudetendeutefficr Zeitspiele/ net, sondern sie rechne«mit demKrieg als dem Ende der Hitlerpolitik, die ja für Henlein der Richtpunkt ist und bleibt. sie schon vor ihrer Miliiärzelt geringe Strafe» zu verbüßen hatten, in eine Sonderabteilung der Reichs mehr cingereiht. Tie beiden sollen auch Uber unerträglichen Drill und unbeschreibliche Strapazen geklagt haben. Auch und Rese- cinen in der Jugendarbeit die B i l d u n g s b e st re- bun g e n ein. Die Neuwahlen ergaben die Wiederbestellung Hermann Müllers zum Hauptjugendleiter. Welters wurden gewählt: Reif und David für Westböhmen, Lieber und Meinl für Nordböhmen, G a m p e und Scholz« für Nordostböhme», Mann für Mähren und Nits ch.fiir Schlesien. In einem großangelegten Referat sprach der Sekretär des Allgemeinen Angestelltenverbandes. Ernst Grünzner, über„Gegenwartsfragen der Ängestelltenjugend". Die von ihm formulierten Forderungen wurden in einer einstimmig angenommenen Willenskundgebung festgehalten. Grünzner beschäftigte sich auch mit den deutsch-tschechischen Verhandlungen und appellierte an die Jugend, immer Träger des nationalen Verständigungsgedankens zu bleiben. Das Referat wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Die Aussprache brachte interessante Einzelheiten aus dem Leben der Ängestelltenjugend. Im Schlußwort behandelte Hermann M ü l» l e r den für Pfingsten geplanten Verbands, jugendtagin K'omotau, der eine bedeutsame Kundgebung der Angestelltenjugend werden wird und schon jetzt weit über die Angestelltcnju- gend hinaus Interesse erweckt. Die eindrucksvolle Tagung, an der 128 Delegiert« und Gäste teilnahmen, war ein Beweis für die wachsende Kraft der Angestelltenjugend- 3ugendtagung des Allgemeinen Angestellten-Verbandes Resignation Dr. Bachers Der Konflikt in der Dentschdemokratischen Partei— wir berichteten darüber am Sonntag— hat eine weitere Konseguenz»ach sich gezogen: Dr. Franz Bacher, von dem die Partei wegen seines„enttäuschten" Artikels in der„Bohcmia" offiziell«brückte, hat daraufhin seine s ä m t- lichen Partei?unltioncn nicderge- l e g t(allerdings das Mandat in der Landesver- tretung behalten). ES wird behauptet, daß Bacher deswegen resignierte, weil die Partei ihre Erklärung gegen ihn abgegeben habe, ohne vorher m.i ihm Fühlung genommen zu haben. Soferne diese Erklärung des Rücktritts Bachers stinnnen sollte, erhebt sich unter anderem doch auch die Frage, ob dennHerrDr. Bachermit seiner Partei Fühlung nahm, ehe er seine: „Enttäuschung" über daS nationalpolitischc Per- söhnungSwcrk Ausdruck gab. Vermutlich hat Here Dr. Bacher das nicht oder nicht hinreichend getan, so daß die Partei-Erklärung als a l t.i v i st i s ch e r Schritt in jeder Hinsicht wirkt. Zwei Reichswehrsoldaten geflüchtet - Donnerstag nachts kamen in Schluckenau zwei Rcichötoehrsoldaten,, deren Truppenteil. in Königsbrück in Sachsem liegt, in ihrer Reichswehr» uniform, aber ohne Mantel, an und meldeten sich bei der Polizei. Sie waren vom Umherirren fast völlig erschöpft. Man gewährte'ihnen eist'Nachtlager und überstellte sie am Freitag, morgens den staatlichen Sichcrheitsorganen. Die beiden Soldaten gaben an, daß sie aus Furcht vor Strafe geflohen feien. Sie waren, weil tk w o l l t I h r die gebührende sudetendeutsche Anteilnahme bei den Staatsunterstvtzungen für soziale Fürsorge und deutsche Kulturinstitute oderwolltJhrnich t?" schließlich doch«ine einstimmige Bejahung zu erwarten wäre, die Mitglieder der SdP eingeschlosscn. Daraus ergibt sich, daß die Haltung dec SdP, die anscheinend gegen die Ergebnisse der regierungS-deutsch-tsche- chischen Verhandlungen tvütend ankäinpft, doch nur von taktischen Gesichtspunkten bestimmt ist." Die übrige Provinzpresse findet nach den besinnlichen Betrachtungen, die sie nach dem Be- kannttverden des Memorandums zunächst ange» stellt hat, unter dem Druck der Henlein-Redner und der Henleinpresse größtenteils zu ihrer hen- lcinistischen Haltung bereits Ivieder zurück.(Das ist eine Bestätigung mehr für die Gesinnungslosigkeit unserer Bürgerpresse; sie bleibt bei ihrer Gewohnheit, den Mantel nach dem Winde zu hängen.) Scharfe Kritik an der SdP Die„Rumburgergeitun g" ist als das unentwegteste Hitlerorgan der Tschechoslowakei bekannt. Um so größeres Interesse muß die Kritik finden, die sie an der Stellungnahme der SdP zum deutsch-tschechischen Memorandum übt. In der Sonntagaurgabe der„Rumburger Zeitung" wird an leitender Stelle mit der SdP .. abgerechnet. Die ,,Rumhurgcr Zeitung" führt zu.den Versuchen der,SdP, die Verhandlung»»! r ergebnisse zu bagatellisieren, u. a. aus: „Die Mitteilungen, die der Abgesandte der SdP nach seiner Londoner Reise machte, klangen sanft und versöhnlich. Auch die„Zeit" hat gemeldet, daß Arch. Rutha in London erklärte, die SdP wolle«inen Ausgleich von Herzen. Abgeordneter Sandner hat in seiner letzten ParlamentSrcde— allerdings an unbeachteter Stelle— ausdrücklich gesagt:„Der scharfen Stellungnahme der SdP gegenüber den letzten Verhandlungen darf durchaus nicht entnommen werden, daß die SdP entschlossen sei, jeglichen Versuch zur Lösung des Problems zu torpedieren." Welchen Sinn hat eö, wenn Ehrendoktor Hodina namens der SdP die Berücksichtigung deutscher Kräfte in den technischlandwirtschaftlichen Versuchsanstalten, in der Ge- treidemonvpolgcscllschaft usw. ürgiert? Welchen Sinn hat es, wenn die„Sudctendcutschen Pressebriefe" in einem langen Artikel ausführcn, daß di« SdP,„die heute bis ins letzte Dorf organisiert ist", sich als Kontrollorganisation für die Durchführung der RegierungSversprechungcn„im Rahmen der Demokratie" ganz besonders empfiehlt?^ Dazu will allerdings wenig passen, daß Abg. Sandner, der uns als„ReinigungSkommiffär" unseligen Angedenkens im Falle Kasper und Kreihl noch genügend bekannt ist, gleichzeitig verkündete,„daß die SdP in den Verhandlungen und ihrem Ergebnis ein politisches Handeln erblicke, das wohl nahe an den Begriff des BolkS- berrates reicht". Man sollte mit den Vorwürfen des Bolks- verrates auch außerhalb der„Volksgemeinschaft" vorsichtig sein: Derselbe Vorwurf wurde von radikalen Politikern schon ost BollSgenossen gegenüber erhoben, deren Haltung sich nachträglich als konsequent und richtig herauSgestellt hat. Es ist uns klar, waS Abg. Sandner zwar nicht gesagt hat,' aber sagen wollte': Wenn jemand die Behauptung güfstellen würde, daß die Regierungserklärung über die deutsch-tschechischen Verhandlungen eine' grundsätzliche oder endgültig« Lösung des deutschtschechischen Problems wären,' das heißt also, wenn man auf solche Art der deutschfeindlichen Propaganda dienen wollte,. dann könnte man. allerdings' berechtigterweise mit harten Wortennicht sparen. Wer wir wisseg— die letzten Erklärungen Häcker? sagten eS sehr deutlich—, daß dqs auf deutscher,Seite nieniandem einfällt, und- die Tschechen selbst wehren sich am meisten gegen den Begriff eines„Ausgleiches". Aber die Lqge ist doch so, daß, wenn man heute den Suditendeujschen die Frage zur Ab- stimmung vorlegen würde:„Wollt Ihr die Vergehung der Arbeiten im deutschen Gebiet an Deutsche, wolltJbr den entsprechenden Anteil, bei der Aufnahme in den Staatsdienst, Die Verschleppung des Gendarmen Prause Wir haben in der Vorwoche darüber berichtet, daß in Johanngeorgenstadt der Gcndarmcric-Oberwachtmeister Prause aus Bergstadt Platten fcstgcnommen und verschleppt worden ist. Der Karlsbader„Volkswille" erfährt nun über die Angelegenheit folgender: Der Forst- domäne in Platten wurden durch deutsche Holz- handler angeblich 18 Meter Holz unbefugter Weise nach Deutschland abgcführt. Der Forst- Verwalter, der der deutschen Sprache nicht gut mächtig ist, ersuchte Prause um die Gefälligkeit, mit ihm nach Johanngeorgenstadt zu gehen. M:t dem Schlitten fuhren der Forstverwalter und dessen Frau, Obcrwachtmeister Prause und ein Forst- beamter nach Johanngeorgenstadt, wo mit den dortigen Finanzorganen eine Aussprache abge- führt wurde. Prause begab sich sodann zur Gendarmerie in Johanngeorgenstadt und ersuchte dir Beamten, bei der Aufllärung der Angelegenheit behilflich zu sei». Als Prause längere Zeit nicht zurückkam, begaben sich seine Bekannten in die obere Stadt und wurden dessen Zeuge, wie Prause in Begleitung eines reichsdeutschen Gendarmen und eines Zivilisten, wahrscheinlich eines GestapomanneS, in ein Auto einstirg. Der Zivilist, fragte.noch die Begleiter Prauses, ob -sie mit ihm nnch^Johanngeorgrnstadt gekommen seien, waS diese bejahten, worauf der Zivilist antwortete, daß sie den Oberwachtmeister wahrscheinlich heute nicht mehr sehen werden. Sodann fuhr das Auto in Richtung Eibenstock davon und nur. verliert sich jede Spur.. Trotz telephonischer Anfragen konnte bishn nicht in Erfahrung gebracht werden, wohin Prause transportiert worden ist und welches der Grund seiner Festnahme ist. Zu bemerken ist. daß Prause öfters ist Johanngebrgenstadt dienstlich zu tun hatte, dort gut bekannt» war, mit d-n reichsdeutschcn Organen keinerlei Differenzen hatte, im Gegenteil immer die Unterstützung seiner deutsche» Kollegen lobend hervorhob. Es bleibt nur der Schluß übrig, daß Prause von sudetendeutschen.„Staatstreuen" irgendeines Verbrechens d e n« n z i e r t wurde, obwohl gerade diese Kreise sich über den Beamten nicht zu beklagen hatten, der nur einschritt, wenn sich die absolute Notwendigkeit ergab. Noch am selben Tage wurde da? tschechoslowakische Außenministerium von dem Vorfall, der in Platten und weit darüber hinaus großes Aut- sehen erregt«, verständigt, eine Auskunft ist birhw jedoch noch nicht cingelangt. Die Partei-BezirkSkonferenz Möhr.-Ostrau fand am 28. Feber ini Arbeiterheim in Pkivoz statt. Sie tvar von 81 Delegierten besucht. Abgeordneter H e e g e r-Jägerndorf hielt ein Referat(Neber unsere nächsten Aufgaben), in welchem er sich auch ausführlich mit den Fragen des deutschen Arbeitsplatzes, den Erfolgen der aktivistischen Politik und mit der das VerständigungSwerr zwischen Tschechen und Deutschen sabotierenden Taktik der Henleinbewcgung beschäftigt«, der Aktionsgemeinschaft zwischen uns den tschechischen Genossen widmete der rent»beachtliche Ausführungen, die starken Beifall bei den Delegierten auslöstcn. Eine, die inncrpolitischen Fragen betreffende Resolution, die zugleich eine Würdigung der schweren Arbeit unserer Vertreter in Parlament und Regierung enthält, wurde einstini- miq und unter Beifall angenommen.— Die Berichte der Bezirksleitung besagen, daß sich der Bezirk Mährisch-Ostrau gut gehalien hat. In einzelnen Orten waren erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen.— Dem bisherigen BezirkSvcrtrancns- nmnn, P e l k a-Oderberg, der jetzt zum stellvertretenden BezirksvertrauenSniann gelvählt wurde, wurde unter Beifallskundgebungen der Konferenz der Dank der Partei für seine bisher gelcisteie Arbeit ausgesprochen. Zum neuen Bezirksvertrauensmann wurde Dr. BiktorHaas, Mäh- risch-Ostrau. gewählt. ..Eine Büberei der„Zeit". Die„Zeit" leistet« sich jn ihrer Sonntag-Ausgabe wieder eine widerliche Büberei. In den„Witz"-Dildcrn, die sie allsonntäglich veröffentlicht, tvird zu dem Verbot der Entsendung von Freiwilligen nach Spanien Stellung genommen. ES werden einige Ä c x» brechertypen gezeigt, die an der Mütze den Sowjetstern tragen und darunter sieht:„Wec Arbeit sucht von den Genossen beiRaubund Mord und Kirch enplündern, dem ist die Grenze nicht verschlossen, denn nur Solda- t e n sind zu hindern."— ÜB e r in Spanien raub' und mordet, hat sich in der zivilisierten Welt, deren Organ die„Zeit" nicht eben ist, schon herumgesprochen. Den Charakter der Mörder von P o t e m b a aber und ihrer journalistischen Freunde wird das deutsche Volk In seiner Gesamtheit noch gründlich kennen lernen. Und dann ivird es auch mit der„Zeit" gründliche Abrechnung halten. Ziunbergbau bei Rendel? Unter der fachmännischen Beratung zweier Bergräte Hai sich unter, dem Namen«DreikönigS-Zinnzechc in Frühbuß" dieser Tage eine Firma gebildet, die die zwischen Reudek und Fruhbuß anfgcfundenen ergiebigen Zinnerzläger erschließen soll. An dieser Firma haben sich sckpvcizerische Kapitalisten vorläufig mit 150.060 Schweizer Franken beteiligt und sich unter Umständen zu einer weiteren Investition von 200.000 Schweizer Franken bereit erklärt. Die proletarischen Freidenker bereiten ihre Tepliher Pfingsttagnng vor. Am Samstag tagte in Teplitz wiederum der„Vorbereitende Ausschuß" zur Organisation der geplanten großen Massenkundgebung am Pfingstsonntag in Tcplitz-Schö- nau. Aus den erstatteten Berichten ist zu entnehmen, daß die vorbereitenden Arbeiten allen Schivierigkeiten zum Trotz ihren raschen Fortgang nehmen. Zum Tagungslokal des gleichzeitig stattsindenden Bundestages wurden die„Neptun- Säle" bestimmt. Am Samstag Abend findet in den gleichen Sälen eine künstlerische Vorfeier statt, in welcher erste Kräfte mitwirken. Um die freiheitliche Bevölkerung mit den berechtigten Forderungen der Freidenkerbewegung bekannt zu machen, wurde ein« Vorsammlungskmnpaano beschlossen. 80 kleinere und größere Persammlungen werden im Kreisgebiet dafür sorgen, haß alle Freunde friedlichen Fortschrittes die Nottvendig- keit erkennen, am Pfingstsonntag Vormittag auf dem Marktplatz in Teplitz-Schönau ihre Stimme für die Gleichberechtigung einer MiNion konfessionsloser Staatsbürger zu erheben. Eine am 7. März d. I. in Teplitz-Schönau, im Hotel„Krone" stattfindende Ohinännerkonserenz der 21 Freidcn- kergruppen des fünften Kreises wird sich gleichfalls mit der planmäßigen Bearbeitung des KreirgebletcS für die Tepliher Pfingstkundgebung beschäftigen. . Jn Aussig tagt« am Samstag, und Sonntag unter Teilnahme des Bürgermeister« P ö l z l, de« PizebürgermeisterS I c n t f ch, des Herrn StadtrateS K r a t k e y, des Vertreters der Zen» tcalgewerkschaftskommission Wilhelm Weigel, der Vertreter der Gewerbcinspektorate Teplitz- Schönau und Tetschen, der Aussiger Handelsaka demie, einiger Verbände der freien Gewerkschaf ten, des AtuS. der' SJ und der Kinderfreunde die vierte ordentliche I. u g endkon- ferenz des Allgemeine nAnge- jtelltenverbandes. Der Vorsitzende des Allgemeinen Angestell- tenverbandes, Franz Kirchhof, umrißin einer Begrüßungsrede die Aufgaben der Ange stelltenjugend, Wilhelm Weigel überbrachte die Grüße der ZGK, Alois P a tz die der Kultur organisation der sozialistischen Bewegung und Jugl die der Ortsgruppe Aussig und des Krei ses Teplitz des Allgemeinen AngcstellteNverban- deS. Im Namen des Parteivorstandes der Deut schen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, des Stadtrates und der Aussiger Bevölkerung be grüßte- die Tagung mit. herzlichen Worten Bür germeister P ö l z\.y Der Jugendleiter Hermann Müller sprach über die Jugendarbeit deS Allgemeinen Angestelltenverbandes. Die Mitgliedszahl der Ju gendsektion deS Verbandes hat sich seit 1988 ver doppelt. Der. Allgemeine Angestellienverband zsihst heute 2200 Mitglieder unter 18 Jahren.. Allein im Jahre 1936 wurden 800 Mitglieder Bewegung und für die Werbekraft, die der Allneu gewonnen, in den ersten sechs Wochen des gemeine Angestelltenverband auf die Jugend ausneuen Jahres 180. Einen großen Raum nahmen l übt. Ur. Neuwlrth nicht mehr Im FUhrungsrat der SdP Auf der Aussiger Amtswaltertagung der SdP teilte Konrad Henlein mit, daß Abg. Doktor N e u Wirth auf eigenes Ansuchen aus dem SdP-Fiihrungsrat ausgeschieden ist. Die Motive für daS Ausscheiden Dr. Neuwirths sind nicht bekannt, doch darf man annehmen, daß er sich nach seinem Ueberlaufen zur SdP besonders im Führungsrat nicht sehr Wohl gefühlt bat. Er ist als ziemlich sachlich denkender und handelnder Mensch bekannt. ^Henlein teilte auf der Amtswaltertagung außerdem mit,'daß er einige neue Leute in den FührüngSrat berufen und den Architekten Heinz Rutha zum Bevollmächtigten in außenpolitischen und BölkerbundSfragen ernannt habe. Henlein fordert!t und droht Henlein hat Sonntag auf der Amtswaltertagung seiner Partei in Aussig seine nationalen Forderungen konkret formuliert. Es ist beachtlich, daß Henlein auch in diesem Punkte die Jnitiqtive von den deutschen„Splitterparteien"— wie er die Aktivisten zu nennen siebt— aufgezwungen wurde. Bisher hatte Henlein über die nationale wie Wer die soziale Frage stets nur unverbindlich herumgeredet und statt eines klaren Pro- .'grammS'WrasÄs.«beacht/,die ebenso nach der 1 tschechischAwie nach.der^deutschenHeite a!8.Täuschungsmanöver geßächt waren, Weil sie alles und' nichts bedeuten konnten. Nunmehr hat Henlein, genötigt durch die konkreten Ergebnisse der Verhandlungen innerhalb der Regierung, tndlich auch seine nationalen Forderungen einigermaßen konkretisiert. Er nennt folgende Hauptpunkte: 1. Schutz unserer Hetmät und«übediNste S e» ch e r u n g unserer B o l k s t« m S grenzen. 2. Anerkennung des Grundsatzes der»ölki- ' scheu Telt st Verwaltung und deren Verwirklichung für alle Völker und Volksgruppen, daher auch für da» Tudetendeutschtuni, 8. Wiedergutmachung des«ns fett 1918 zugesügten Unrechtes. AuS dem KoWnentqr, den er seW und dann auch noch Herr Kündt gegeben haben, läßt sich weiter entnehmen, daß die SdP nationale K a t a st e r, dik Konstituierung der N a t i o n e n als Rechtskörper mit eigenen Vertretung Skörpern und die StaatSfÜh» run g(Bildungdes„StaatSwMenS") durch das . föderative Zusammenwirken der Volksgruppen fordert Auf tschechischer Seite wird vor allem die Forderung nach„Wiedergutmachung" interessieren. ES wäre vor allem wert zu erfahren, ob Hexr B r a n h, der Förderer Henleins, entschlvssen ist, sein Re st güt bet B ü h m i s ch L e i p a, da» er etst nach 1918 erworben hat, an die Sudetendeutschen herauSzu- gebenl Henlein polemisiert« gegen die deutschen '.Aktivisten, nannte das Ergebnis der Verhandlungen„unverbindliche Formulierungen" und . drohte nach der tschechischen Seite/ daß er für die Durchsetzung seiger Förderungen wieder daS Ausland in Anspruch nehmen werde. Das internationale Recht sichere ihm dieser Mittel ausdrücklich zu. Sehnlich wie Hitler seinerzeit IM Wahlkamps gegen Hindenburg, sp erklärte der Schüler Henlein in Aussig- er k S n n«warten, falls er . wieder zurückgewiesen würde. Von seinen Forderungen erklärte er nämlich, er habe den Tschechen ^Wiederum die'Hand entgegengestreckt". Bezeichnend ist nebenbei In Henlein» Diktion, daß er, noch stärker als bisher von sich al» einer Macht spricht. Gr sagte fast nie„wir" oder -. nennt seine Partei, sondern: i ch bin mir bewußt, dqß i ch... die Hqnd ausgestreckt habe... dyß ' Recht Usid Wahrheit m eine Helfer sind, Ich kgnn warten"., Für jeden«alpolittsch denkenden Wenscheg ist zweierlei eindeutig klar:' di« Forderungen Heu» leinö sind hei der heutigen eüropäischeü Situation nicht durchz'u setzest. Sie stad auch nicht auf Frieden, Verständigung Üstd Ausgleich bercch- Seite 4 DtenStag, 2. Marz 1937 Nr."»2 ^AesnemMelten. das christ- schmidt Tajfun".— In Zlin traf aus Aegypten ein Telegramm mit der Mitteilung ein, dass eines der tschechoslowakischen Flugzeuge, die am Internationalen Oasenflug teilnahmen, uNd-Ivar „Zlin 12" mit Major A m b r u 6 und Jng. Die Sieger im Oasenflug. DaS Deutsche Nachrichtenbüro meldet, dass im Oasenflugwett- bewerb, Sieger Hauptmann Speck von Sternburg auf seiner Maschine.„AN 06" wurde. Zweiter war der Luftsporthaüptfiihrer'T h o m s o n auf einer„Mefferschmidt Tajfun", dritter der Franzose Hanse- auf„Eaudron-Simon" ümd vierter der Präsident des AerokliiLs von Dvutsch- land G r o n a u, ebenfalls äuj einer„Messer metern. Zahlreiche Schiffe gerieten in Seeilot. Der Schiffsuerlehr über den Aermeskanal wurde stätl behindert/Ein» Zug von^London nach Stdän« tear blieb, infolge der, starken Schneefälle stecken und konnte-erst nach sechs Stunden seine Fährt wieder aufuehmen. In Schottland kam. es nach den Meldungen des Observatoriums von Areen«' wich-u den.stärksten Schneefällen-seit dem"Jahre 1088. In Dover ereignete sich ein schwerer Bergrutsch. Herabstiir-ende Kalkmassen begruben'einen Eisenhämmer Und die angrenzenden Gebäude." Der ungerichtete Schaden wird auf 800.000 Kö beziffert..- Ein- 18jähriger Batermörder. In der Ge« meinde Kvasiny(Ostbähmen) wurde Samstag. früh die Leiche des 68jährigen Einwohners Z e« m ä n e l aufgefunden. Durch die.Obduktion wgrde festgestellt, dass er zwei Schüsse in den Kopf aus einem Browning erhalten hat. Die Gendarmerie-leitete sofort Nachforschungen ein und verhaftete unter dem Verdachte der Täterschaft den 18jährigen Sohn des ermordeten Zemänek., Der Verhaftete hat ein Geständnis abgelegt/ den Vater angeblich in Notwehr nach einem Streit erschössen zu haben. Der Mörder wurde dem Bezirksgericht in Nychnow n. Kn. eingeliefert. Die Untersuchung wird fortgesetzt, um die wirkliche Veranlassung des Mordes festzustellen. Lokomotive entgleist. Am Montag, den 1. März, entgleiste auf der Strecke Zvolen—Barwsova Lehotkä —Kreinnltz die Lokomotive des Schnellzugs Rr. 98. Der Unfall wurde durch einen herabgestürzten Fels«- block verursacht. Verletzt wurde niemand. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. -„KriinmigSprobe". In der nächsten Zeit wird eS zu einer Krönungs-Generalprobe direkt in der West- minsterabtei kommen. Der Lordmarschall der königlichen HauseS hat bereits die Personen bestimmt, di« bei dieser Generalprobe den König und die Königin vorstellen werden. Diese Schauspieler werden die königlichen KrönungSgewänder ebenso wie die Übrigen Statisten tragen. Eine Gruppe japanischer Studenten, die in Begleitung einer japanisch-mandschurischen Militärabteilung die Provinz Santiang in Mandschukuo be-- reifte, wurde in der Nähe von Hokitschei von einer 80köpfigen Räuberbande überfallen. Im Verlaufe des Kampfes wurden 18 japanische Soldaten ge« . tötet. Schliesslich gelang er, die Räuber zu der« treiben. Auto und Autobus. Sonntag fuhr auf der Strafte München—Herrsching unweit von Freiham ein Auto auf einen Postomnibus auf. Zwei In« sassinnen des Autor wurden auf der Stelle getötet,, ein anderer Mitfahrer schwer verwundet. Der gegenwärtige Witterungscharakter wird voraussichtlich auch in den nächsten Tagen anhalten.. — Wahrscheinliches Weiter heute: Veränderlich, Neigung zu Schauern, auf den Bergen Ganztagssrosst in den Niederungen Temperaturen, untkrtägö ilber dem-Gefrierpunkt,--zeitweise'• auf«- frischender Westwind.—<■ Wei t er au-sichten für morgen: Wechselnd bewölkt, vereinzelte. Schauer, Temperaturen wenig geändert, West« bi» Nordwestwind. Die Affäre des Dr. Paul Parkus vor dem F reger Strafgericht Der Anwalt des Prager Dominikanerordens unter Anklage schwerer Malversatlonen— Millionenschaden oder Mllllonenpalmare? Nichteinmischung“ Deutsche Ski-Ptürouille in der Sierra Nevada Bon den gelösten 68.000. Ki führte er aber:mr 15.000 Ki ab, der Rest blieb wiederum in seiner Hand, natürlich ebenfalls als.Deckung feiner Palmarforderung"., Endlich beschuldigt die Anklage den Dr. Parkus der Anstiftung der falschen Zeugenaussage. /. berechnete sich auch noch ein Honorar für die Vermittlung im Betrage von 28.000 Ki« Zuguterletzt bekam der Pächter das Gut überhaupt nicht in Pacht und als er die Rückgabe der bezahlten Summen verlangte, versuchte ihn Dr. Par. kus damit abzufertigen, dass der gesamte Betrag als Entlohnung seiner.Mühewaltung" verfallen seil Moravee hat. im ZivilrechtSweg die Rückzahlung der erlegte» Beträge zugesprochen erhalten, aber die gegen den sauberen Anwalt geführten Exekution».» blieben erfolglos, da er ungeachtet seiner in die Hunderttauseüde gehenden Einnahmen erklärte,„absolut mittellos" m sein. Nun wird das Strafgericht über die kriminelle Bedeutung dieser Machinationen sein Wort zu sprechen haben. Ein weiterer Fall, den die Anklage Ins Treffen führt, bezieht sich auf den Ausgleich der Prager Weberei und Spinnerei Ern st Mautner im Jahre 1927, wobei der Angeklagte mehrere Gläubiger vertrat. Er setzte im Zuge de» später eingesetzten ZwangSverwaltungSverfahren» beim Ausgleich-Verwalter den Verkauf einiger Maschinen der Geiersberger Filialbetriebe» durch und versprach, den Erlös an den Ausgleich-Verwalter abzuführen. lieber den Verlauf des Verfahrens werden wir zusammenfaffend berichten.. Vorläufig sei.nur kurbemerkt, daft Dr. ParkuS jede Schuld bestritt und sich auf seine bereits erwähnten Getzensordernngei- aus dem Titel des Palmares berief. ES helsst.übri- genS, daft Massgebende Exponenten des Ordens heute einen Standpunkt einnehmen, der die Verteidigung des Angeklagten stützt. Bemerkenswert ist, daft Doktor PartnS bemerkte, daft. die ideelle Seite feiner Verbindung mit dem Orden berückstchtigt werden müsse, dem er werwolle Dienste geleistet habe— angeblich auch nach der materiellen Sette. Der Orden habe ihm 18 Millionen Ki zu verdanken, auf welche Art— das blieb allerdings vorläufig int Dunkeln. S'^KIch nervös wurde der Angeklagte, als der Vorsitzende seine.Mittellosigkeit" mit seiner, kostspieligen Lebenshaltung iBilla, Auto, Steuer- satierung über eine Million usw-) konfrontierte. Als der Angeklagte, der sich überhaupt äusserst selbstbewusst benimmt, dem Richter auf seine Frage, womit er 400.000 Ki an Steuern bezahlt habe, wenn er mittellos sei, antwortete:.Das gebt Sie n I ch t» a n". legte sich der Staatsanwalt in» Mittel und erklärte, er werde den Angeklagten wegen Amtsehrenbeleidigung belangen, denn ein.solches Benehmen vor Gericht sei unerträglich. In den Nachmittagsstunden wurde die Verhandlung vertagt. haben, scheint als Sünde betrachtet zu werden nur dann, wenn der einfache Mensch so sehr in seinem Glauben irrt, so sehr wsder die GotteS- idee handelt. Wenn ein Verbrechen gegen ein ganzes Volk, wenn ein Verbrechen gegen einen Staat begangen wird, so hat, falls es sich ym ein freies Volk und um einen freien Staat handelt, die Kirche offenbar wenig dagegen ein- zuwenden, ja vielleicht gar nichts, ja sie sieht es sogar mit einem gewissen Wohlwollen, wenn ein, solcher Verbrecher sich auf.Äne göttliche Senduny- berust, Gott um Hilfe anfleht, wenn er, wie Franco, mit seiner Armee von Fremdenlegionären, braunhäutigen MoSlims und preussischen Neuheiden und Protestanten unter dem besonderen Schutz der Madonne steht. Wenn eine Regierung und eine Armee,-die sich ausdrücklich auf die Madonna berufen, wenigstens ein Kistchen menschlich zu sein vermach, ten— man könnte den Rebellen und Eidbrechern sogar'diese Berufung verzeihen. Aber man weist, und nicht nur aus sozialisüschen oder auch nur neutralen Berichten, sondern sogar aus Berichten der Francostellen- das; die Re- bellen mit besonderer Tücke und Grausamkeit, mit besonderer Blutgier und Brutalität gegen die Bevölkerung willen, nicht nur gegen die Republikaner, sondern gegen alles, was nicht faschistisch ist, gegen alles also, waS noch der, Namen Mensch verdient. Ein paar Zeilen, einer unter FrancoS Kontrolle erscheinenden Zeitung entnommen, dem Blatte„Faro de Vigo", ein paar trocken berichtende Sätze, bei deren Abfassung, gewist nicht an irgendeine Wirkung gedacht wurde mögen ahnen lassen, welcher Art der christliche Geist,'" liche Fühlen der spanischen Faschisten ist: „Gestent hat das Kriegsgericht in summarischem Verfahren zwei Brüder Iglesias und eine Frau Elvira Ledeiro Gonzales zum Tode verurteilt, wegen Beherbergung dreier von der Polizei gesuchter Personen. Die Brüder JglesiaS sind erschossen worden; die Frau, die schwanger i st, wurde inS Hospital verbracht und wird nach ihrer Entbindung erschossen werde n". Die Basler„Nationalzeitung", der wir diesen Bericht entnehmen, bemerkt dazu lüntzp-iese Kritik ist gerade in ihrer Knapphell erschöpfend):, Man mag sich nicht gerne vorstellen, daß die gnadenreiche Gottesmutter, unter deren Schutz sich die Francoarmee gestellt hat, zu solchem Verfahren ihpen Segen geben könnte. Vielleicht wäre sogar die Gottlosenbewegung: selber ihrer barmherzigen Müde weniger zuwider. Prag, lrb.s Als die Affäre de» Dr. Paul Par- I kuS aufsiog. brachten verschiedene Blätter diesen Fall I in Zusammenhang mit'der unbestreitbaren materie.» 1 len und moralischen Krise, der der Anwaltstand in 1 der heutigen Zeit unterliegt und die in etlichen hun-- dert Disziplinarverfahren und verschiedenen Straf--I Prozessen gegen Advokaten, die sich in Ausübung i ihres Berufes Verfehlungen zuschulden kommen lie-! i-.cn. ihren Ausdruck findet. Der Fall Parku» ge-< hört aber wohl in ein anderes Kapitel, beim dieser i Anwalt des Prager Dominikanerkonventes zähl-e I keineswegs zn jenen kleinen, kümmerlich dahinvege- tierenden Anwälten, die durch den Mangel einer einträglichen Praxis auf Abwege gebracht wurden. Ec- vertrat eine jener kirchlichen Organisationen, die eine• ungeheuere Kapitalsmacht darstellen. wie sich au«- den Einzelheiten der Anklage drastisch ergibt. Dr. ParkuS ist angeklagt der Verbrechen derVeruntreuung, deSBetrugeSuno der Anstiftung zur falschen Zeugenaussage und die Anklage errechnet einen Scha>. den von 1,606.000 Ki. Montag begann vor dem Strafsenat des GR. Dr. Neuretter die Verhandlung dieses Falles, dessen Prozeftdauer auf fünf Tage geschätzt wird. Die Anklage, die 82 Seiten umsaut und 86 Zeugen aufbietet, vertritt Staatsanwalt Dr. S v o b o d a. Dr. Parkus wurde 1927 zum ständigen Rechts- vertreier des Prager DominikanerkonventeS zum „Heiligen Aegidius" bestellt, und erhielt eine Generalvollmacht zur Vertretung dieses Ordens. Er hatte sich erst kurz vorher taufen lassen und genoss offenbar al- Neuhekehrter beträchtliche Sympathien. Der Dominikanerorden hat einen riesenhaften Grundbesitz, in der Prager Umgebung, der in jener Zeit parzelliert und teils verpachtet, teils verkauft werden sollte, wobei der Abschluss der entsprechenden Verträge natürlich Sache des Ordensanwaltes, war- Die Anklage bemerkt, dass Dr. Parkus aber nur bis zum Jahre 1928 ordentliche Verrechnungen vorletzte, in welchen beiden Jahren er übrigens das ansehnliche Palmare von 280.000 Ki liquidieren konnte. Später blieben trotz wiederholter Mahnungen die Abrechnungen aus und schliesslich bestellte der Orden einen neuen Rechtsvertreter. Dr. Heinrich Beverka. Waren schon vorher allerlei Gerüchte über sonderbare Manipulationen deS Dr. Parkus im Umlauf gewesen, so wurde nun Dr. Veverka von getäuschten Vertragspartnern des Ordens,- die bei den Verhandlungen mit desse.» Rechtsfreund hatten daraufzahlen müssen, geradezu überlaufen. Solcher Fälle zählt die Anklage 87 auf. ES wird natürlich erst Sache des Verfahrens fein jeden' einzelnen Fall zu untersuchen und sestzustelleit, inwieweit die Beschuldigungen auf Wahrheit beruhe::. Fasst man die Ausführungen der Anklage zusammen, so hat Dr..ParkuS sich.auf dreifache Art vergangen.„Er führte die vom Orden mifgetra- genen Vertraghahschlülle durch, machte auch Mitteilung an den Konvent, behielt sich aber daS ihm vor den Käufern bzw. Pächtern bezahlte Geld. In anderen Fällen schloss er zwar ordnungsmässig die Verträge ab, ohne aber den Orden zu verständigen und liess das Geld ebenfalls in feine Tasche fliessen. Und endlich soll er in einer weiteren Gruppe von Fälle» ohne Auftrag und Erntächtigung allerlei Abschlüsse getätigt und daS Geld ebenfalls enyiesteckt haben. Dies sagt wenigstens die Anklage, die ferner ansührt, bass In mehreren Fällen der Angeklagte d-e ungeduldig werdenden Käufer und Pächter, die auf Aerbüchernng ihres neu erworbenen Pacht- oder Eigentumsrechtes drängten, die infolge der Äichivee- ständigung des Ordens auf sich warten liess, dazu veranlasste, die Klage gegen den Orden auf Ver- bücherung im Wege der Zwangsvollstreckung anzu» strengen, woraus er sich dann zu den Tagsatznngen als Vertreter des Ordens nicht einstellte und diesen durch V er säum n i Sn r t eil sachfälliz werden.lieft. - Ohne die strafrechtliche Bedeutung der einzelnen Fälle im voraus zu analysieren, waS ausschliesslich Sache deS Gerichtes fein darf, kann schon.Heu!-, mit Sicherheit ausgesprochen werden, dass sich Doktor ParknS gegen die Disziplinarvorschriften seines Stande» schwer vergangen hat. Nur zur Illustration— benn diele unsauberen Dinge bilden nicht Gegenstand des Strafverfahrens— lei bemerkt, daft er als Anwalt de» Ordens von der Gegenseite snmehrerenFällen„ß o n orare" an genommen hat, WaS natürlich ganz unzulässig ist. ES handelt sich um viele hunderttausend Ki, die auf solche irreguläre Art in seine Tasche flössen. Die Verteidigung deS Dr. Parkus bewegt sich in der Richtung, daft er zwar Gelder für sich behalten habe, dass bieS aber nur auf Konto seiner Palmarrechnung geschehen sei. Die Ankla;e beruft sich demgegenüber auf die Bestimmungen der ss 19 der Advokatenordnung, die einem Anwalt n'.cht baS Recht einräumen, sein Honorar von auf Rechnung seiner Klienten geleisteten Zahlungen abzuziehen- Im übrigen haben die OrdenSfunktionäre im Zuge her Voruntersuchung erklärt, dass Dr. ParknS in dieser Richtung keine Vollmacht befass. Der Palmarforderungen von rnnd 2,000.000 Ki I. Die Bestimmungen der Gewerbeord» n u n g, durch welche das Lehrlingswesen geregelt wird, find veraltet und halten nicht Schritt mit dem technischen und kulturellen Fortschritt. Da bei der Schaffung des am 19. August 1984 in Kraft getretenen PrivatangestelltengeseheS die Bemühungen der freien Angestellten-Gewerkschaften, die Lehrlinge in diese» Gesetz mit«inzubeziehen, an der ablehnenden Haltung sozial-reaktionärer Kreise gescheitert sind, verlangt die Konferenz die Schaffung und baldige Verabschiedung einer LehrlingSgesetze», welches dar Lehrlingswesen dem Stand« der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung anpatzt. Al» Mindest- f o r d e r u n g e n, die in diesem Gesche geregelt werden müßten, werden angesehen: 1. Gesetzlich festgelegte auskömmliche Entlohnung. 2. Gesetzlich ge» regelte Behaltepflicht nach der AnSlehre durch mindestens L Jahre. 8. Einbeziehung der UrlaubSbestim- mungen für die Lehrlinge und Lehrmädchen und Erhöhung deS UrlaubSansprucheS auf mindesten» zwei Wochen im ersten, drei Wochen im zweiten und vier Wochen im dritten Lehrjahre. Im Zusammenhang« mit der Forderung nach Schaffung eines zeitgemäßen LehritngSgesetze» verlangen. die Lehrlinge und jugendlichen Angestellten, daß besondere Körperschaften gebildet werden, in denen die Mitwirkung der freigewerkschaftlichen Organisationen gesichert und deren Aufgabe die Förderung der LehrltngSwrsenS sein müßte. H. Die BerbandSjugend-Konferenz lehnt die so« gnanntrn Lehrlingsprüfungen nach absolvierter Lehrzeit entschieden ab, weil sie keine Bürgschaft für eine wirklich fachlich« Auslese bieten. Dagegen fordert die Konferenz di« gesetzliche Einführung wissenschaftlich ausgcbauter örtlicher Berufsberatungsstellen, in denen di« Gelverkfchaften mitwirk«» und di« im Verein mit den Fachschulen arbeiten-— Die Fach- und Fortbildungsschulen wieder um müßten um einen sozialärztlichen Dienst erweitert werden. M. Die Konferenz der AAv-Jugend stellt fest, daß eine gesellschaftlich notwendige Beschränkung der Lehrlingshaltung dadurch erreicht werden kann, daß für den Lehrherrn die gesetzliche Verpflichtung besteht, dem Lehrling«in auskömmlicher Entgelt zu geben. Sie verspricht sich von dem Verlangen nach gesetzlich fcstgelegter Beschränkung der LehrlingSzahl in den einzelnen Gewerbebetrieben keine so durchgreifende Regelung deS Lehrlingswesens, daß dann nur soviel« Lehrlinge gehalten würden, als es die jeweils vorherrschenden wirtschaftlichen Notwendigkeiten erfordern, verlangt aber die Festsetzung der zulässigen LehrlingSanzahl nach sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. IV. Die Jugend-Konferenz fordert weiter den Ausbau der Fach- und Fortbildungs« schul welenS und die Errichtung moderner Lehrwerkstätten, di« der Ergänzung deS theoretischen Unterrichtes und der praktischen» Betätigung dienen müssen. V.' 1. Einreihung der arbeitslosen Jugend in den ErzeugungS- und VerteilungSprozeß und 2. die Einbeziehung der arbeitslosen Jugend in die staatlichen oder staatlichen subventionierten Investition»« uno Notstandsarbeiten zu mindesten» 29 Prozent. 8. Einreihung der arbeitslosen Jugend in die staatlichen ErnahrungSaktionen ohne Nachweis einer vorangegangenen Beschäftigung. 4. Organisierung von staatlichen BekleidungS- und Ausspeiseaktionen, vor allem für die arbeitslose Jugend in den Notstandsgebieten. 5. Berücksichtigung der deutschen Jugend !im staatlichen und öffentlichen DerlvaltungSdienst nach Maßgabe de» BcvölkerungrschlüffelS. Die auf die Verwirklichung dieses Zieles gerichteten Beschlüsse der Regierung begrüßt die Konferenz wärmsten» und erwartet zuversichtlich ihre rasche und durchgreifende Tuchfühlung. Steigende Gewinne im Bergbau Im vergangenen Jahre haben die meisten Ärubengesellschasten, die zur öffentlichen Rech-, nungSlegung gesetzlich verpflichtet sind, ihre Bi-' laitzen für das Geschäftsjahr 1985 sehr spät veröffentlicht Das dürfte hauptsächlich darauf zu» rückzuführen gewesen sein, weil die Grubenbesitzer ihre Bilanzen mit Rücksicht auf die neuen Steuergesetze.besonders..sorgfältig. zusanimcnge- stellt haben'dürsten und weil sie von den höheren» ReingewiiMenj die sie im Jahre 1985 erzielten, möglichst wenig ausweisen wollten. Dennoch tiefem die in den Bilanzen enthaltenen Reingewinne den Beweis dafür, daß sich der Bergbau betrieb und das Kohlengeschäft im Jahre 1985 für die Gmbenbesiher bedeutend besser rentiert haben, als im Jahre 1984. Eine ganze Reihe von Ämbengcsellschaften vermocht« Im Jahre 1985 Ure Reingewinne sogar ganz beträchtlich zu erhöhen, wie zum Beispiel die Berg- und Hütten» werksgesellschaft, die Ferdinands- Nordbahn A.»G., der Westböhmische Bergbau-Nktienverein, die' BrüxbrBergbaugesellschaft- und andere mehd? Die ziffernmäßige- Zusammenstellung der von acht großen Grubengesellschaften im Jahre 1985 erzielten Reingewinne ergibt die' folgende ilebersicht: Ferdinands-Nordbahn A.-G.... Berg- und HüttenwerlSgesellschaft. Böhmische Handelsgesellschaft... Handlowaer Kohlenbergbau A.-G.. Duxer Kohlengeseltschast... Nordböhmische Kohlenwerksgesellschaft Westböhmischer Bergbauaktienverein. Brüxer Kohlenbergbaugesellschaft.. Reingewinn Erhöhung gegenüber 1985 in AL 1934 in AL 22,057.604 2,288.785 12,215.848 8,998.848 6,892.626 42.887 3,586.381 286.881 8,549.900 468.706 2,826.345 749.942 2,433.052 1,048.893 1,887.892 1,887.892 55,449.098 10,761.784 Unser« großen BergwerkSgeseNschasten haben demnach im Geschäftsjahr 1985 insgesamt um 10,7 61.784KronenmehranProfi» ten erzielt, als im, Lahre 1984.(Die Brüxer Kohlenbergbaugefellschaft hat im Lahre 1934, keinen Reingewinn ausgewiesen, sie hat aber in den beiden Jahren 1984 und 1985 rund 14 Millionen Kronen für di« Wiedergewäliigung ihrer Nelson grübe aufgewendet. Dabei darf man nicht vergessen, daß der in den Bilanzen auSge« wiesen« Reingewinn nur jener ist, der sich, wie ein Grubestdlrektor einmal eingestand, nicht mehr verstecken läßt. Der wirkliche Reinge» w.i n n ist also bedeutend höher al» der auSgewie» sene. Ebenso wie die genannten Grubengesell» schaften dürften auch alle übrigen Grubenbesitzer un Lahre 1985 erhöhte Gewinne erzielt haben. Die größte Steigerung ihres Reingewinnes er» ziclte.die Westböhmische Bergbaugesellschaft mit 75 Prozent. Die Berg- und HütteniverkSgesell« schäft,, die acht große Gruben im Ostrauer Reviere besitzt, konnte ihren Reingewinn von 1984 auf 19.85 um 48 Prozent steigern. Die Nordböhmische KohlenwetkSgesellschast wie» für da» Lahr 1985 einen Reingewinn aus, der um 86 Prozent höher war als jener des Jahres 1984. Die dürchschnltmche Erhöhung des Reingewinne» bei len acht angeführten Grubengesellschaften beträgt 2 4 Prozent. Die höchsten Gewinn« vermochten jene Grubengesellschaften zu erzielen, die. auch Eisen- undMetallbetriebe besitzen. Keinen Reingewinn wies die D u x«B o» d-e«stacher E.isenbahng«seklschaft aus. Sie» zahlt«-aber an ihre Aktionäre dennoch «Ine Dividende von 25-Krönest pro Wie im Ge« samtbetrage von einer Viertelmillion Kronen au», ein'BeweiS dafür, daß sie auf ihren acht Ärpben v« r d i« n t hat. Einen Berluft Wie» al» einzige Unternehmung nur die Prager/ Eisen» iiidustrieg es« llschaf t qu», wa» ans be« sondere Umstände zurückzuführen ist/ die.wir hier übergehen wollen. Der auSgewiesene Verlust bei dieser Gruben»,und Eisengesellschaft-betrug aber im Jahre 1985 nur mehr 8.9 Millionen Kronen, Ir ährend er im Jahre 1984 noch 29 Millionen Kronen betragen hat. Infolge der größeren Gewinn« zahlten di« meisten Grubengesellschaften im vergangenen Jahre ihren Aktionären erhöhte Dividenden auS. Die höchste Dividende gewährte die Duxer Kohlengesellschaft mit 225 stm Vorjahre 220) siö. Ihr folgt die Ferdinands-Nordbahn mit 180(170) sie, dann die Berg- und Hütte mit 45(80) sie und die anderen. Für die Aktionäre der Gruben war somit das Lahr 1985 cm sehr gutes Lahr. Noch besser dürfte für sie das Jahr 1988- werden, das eine Erhöhung der S.einköhlenförderung um12.6 Prozent, eine Erhöhung der B.raunlohlenförderung um 5.5 Prozent'und. eine solche der Koksproduktion um 26 Prozent, sowie eine Erhöhung des Kohlender« brauche», und damit de» KohlenavsatzeS im In« lande um 12.6 Prozent, gegenüber 1985 aufweist.. Trotz der bedeutend größeren Reingewinne Huben die Grubenbesitzer.- lange gezögert, den Bergarbeitem etwa» davon in Form einer einmaligen T e u« r u n g S a u S h i l f e zukommen zu lassem>'. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Besitzer der großen Grubengesellschaften, die zugleich auch die Besitzer der großen KohlenhandelSgesell- schaften sind,'auch äu» dem Kohlenhandel Jahr für Jahr große Gewinne erzielen. Die meisten Grubengefellschaften haben ferner eine.große Anzahl Gr a t i s a k t i e n an ihre Aktionäre abgegeben, die-Äenso-honoriert werden, wie die gekauften Bitien. UeberdieS haben die Kohlenpapiere in d^U letzten beiden Jahren, ganz besonders im Lahre 1986,«ine große Wertsteigerung erfahren, die ebenfalls zu berücksichtigen ist.- Dw Grubenbesitzer können daher mit ihren letzten Geschäftsabschlüssen und. den eicziellen höheren-Gewinnen sehr- zufrieden sein. Für die Bergarbeiter aber hat, sich die Lage noch nicht gebessert. Ihre Löhne, waren Im, Lahre 1985 sogar-noch- niedriger als im-Lahre 1984, da die Gesamtlohnsumnie im Bergbau um 8.5 Millio-' neu Kronen gesunken ist. Die L e i st u n g e n der Bergarbeiter hingegen sind durchtvegS gestiegen. Für mehr Arbeit erhielten somit die Bergarbeiter weniger an Lohn.»Und doch sind sie es, die den ganzen Reingewinn schaffen. ES sei hier nur kurz angeführt, daß im Jahre 1985 nicht weniger al» 65 Bergarbeiter während der Arbeit in den Schächten tödlich und 947 Bergarbeiter schwer verunglückt-stnd. Im Jahre 1986 dürften etwa 90 Bergarbeiter tödlich verunglückt sein. Schwere, lebensgefährliche Arbeit und gerin- gen Lohn für die einen, reicher Dividendenfegen für die anderen, das ist also das Kennzeichen der- heutigen kapitalistischen Gesellschaft und der Pro« dnktionSweis» Im Bergbau. Karl Schmidt. Der Reichsverband deutscher Krankenversicherungsanstalten hielt sein« Delegiertenversammlung am Sonntag im großen Saal des Prager Gewerkschaftshauses ab. Der Obmann des Verbandes Anton Schäfer» Reichenberg eröffnete die Tagung mit einer kurzen Ansprache, in welcher er insbesondere der in der Berichtsperiode verstorbenen Mitglieder der leitenden Institutionen des Verbandes gedachte.,- Hierauf erstattete der Sekretär des Reichs- verbandeS, Senator Th. H a ck e n b e r g, den Tätigkeitsbericht. Er teilte mit, daß die Statuten des Verbandes nunmehr von der Zenralsozial- versicherungSanstalt genehmigt wurden und gab dann einen Ueberblick über die Auswirkungen der Krise auf die Gebarung des Verbandes. Der Rückgang der Versicherten bei den angeschlossenen Krankenversicherungsanstalten von 501.000 im Jahre 1928 auf 851.000 im Lahre 1935 hatte eine Reduzierung der Einnahmen um ein Drittel zur Folge. Trotzdem ließ sich der Verband von dem Grundsatz leiten, daß im Interesse der Versicherten und der Krankenversicherungsanstalten keine Drosselung der Leistungen eintreten'soll, daß hingegen alles für die wichtigste Aufgabe des Verbandes, den Ausbau der Heilsiirsorge, aufgeboten werden soll. Der Verband besitzt jetzt drei Kurheime. DaS erste, in Karlsbad, war sein Eigentum bereits vor dec letzten Krise; im Lahre 1980 wurde das HauS„Rautenkranz" in Teplitz« Schönau erworben und auögebaut unh im Lahre 1985 das Moorbad KunnerSdorf angekaust, welches zum Mittelpunkt der Erholungssürsorge im nordböhmifchen Gebiet werden wird. Da seine sämtlichen Heime dank der umsichtigen Gebarung schuldenfrei sind, entschloß sich der Verband, um den Anstalten hie Unterbringung einer größeren Zahl vonKurbedürstigen finanziell zu ermöglichen, bei der Festsetzung der Vcrpslegskosten so weit entgegenzukommen, daß in gewissen Fällen der eigene Aufwand größer ist als der eingehobene Betrag. Nur so.war er.angesichts der heutigen schWiKWil LW'ödr EankenversichedüdansiÄt-- icn mößlich; daß— alldrdingS bk! zurückgegan« gener Zahl der VerpflegStage— im vergangenen Jahr 800 Personen in den Heimen behandelt wurden. Die Kurersolge sind ausgezeichnet. So hat das Tcplitzer Heim bewiesen, daß die Heilmöglichkeiten in unseren deutschböhmischen Kurorten anderen durchaus ebenhürtig sind. Auch KunnerSdorf mit Moor- und Kohlensäurebädern hat alle Voraussetzungen für ausgezeichnete Heilerfolge. lieber den Eriverb des Bades KunnerSdorf durch den Verband verbreitete eine Reihe von Henleinblättern unwahre Nachrichten, in welchen behauptet wurde, daß der Kaufpreis durch Zahlung von Vermittlerprovisionen erhöht und derart Gelder ausgegcbcn wurden, die zugunsten der Versicherten hätten verivendet werden müssen. Der Berichterstatter Ivies demgegenüber nach,-aß die Interessen der Versicherten und der Anstalten beim Ankauf von KunnerSdorf in jeder Richtung mit Erfolg gewahrt wurden und stellte fest, daß die Verhandlungen ausschließlich mit der Moorbadgesellschaft geführt wurden, daß der ReichSvcr« band überdies die Gesellschaft ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht hatte, daß er nicht wünsche, daß sie sich eines Vermittlers bediene und daß auch der Rcichsverband keine-Vermittlung benützte. Der Rcichsverband hat also alles getan, um eine verteuernde Vermittlung auszuschalten. Zu den früheren Leistungen traten in den letzten Jahren, als die Wirtschaftsnot größer wurde, neue. Den Krankenkassen, welche ihren Versicherten Säuglingsausstattungen beistellen, erseht der Rcichsverband die Hälfte der Kosten. Die Ausgaben für diesen Zweck machten im vergangenen Jahr« 135.000 siö aus und betragen bisher insgesamt 954.000 Kronen. Seit 1932 trägt der Verband in Zusammenarbeit mit den Krankenversicherungsanstalten,' der Zentralsozialversiche- cungSanstalt und Organisationen der freiwilligen Fürsorge, wie„Arbeiterfürsorge", LandeS- kommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge, zur Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder und arbeitsloser Jugendlicher in Erholungsheimen bei. Er hat mitzewirlt, daß In der Zeit der größten Not tausende Kinder und Jugendliche in Helmen untergebracht und verpflegt werden konnten. Im Vorjahr wurden 65.000 llö für diesen Zweck aufgebracht. Ferner ist der ReichSver- band Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit, welcher im Lahre 1936 von ihm 25.000 siö zugewiesen wurden. Die verfügbaren Mittel deS Verbandes flössen unmittelbar oder mittelbar den Versicherten zu. Schließlich berichtete Senator Hackenberg über die Arbeit der Rctaxations- und der Revi- sionSabteilung und des Vcrbandssckretariats. Der Bericht ivurde mit allgemeinem Beifall ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Die darauffolgende» Wahlen hatten in der Gruope der Arbeitnehmer folgendes Ergebnis: Mitglieder deSVorstandeS: Wilhelm Häusler, M.-Schönberg; Franz Katz, Falkenau; Heinrich Kremser, Teplitz-Schönau; Franz Macoun, Reichcnberg; Alois Mah. Koniota»; Rudolf Müller, Aussig; Ernst Richter, Jägerndorf; Anton Schäfer, Reichenberg; Siegfried Taub, Prag. Ersatz: Josef Friedl, Mährisch-Trübau; Christof Görl, Falkenau; Anton Lippert. Teplitz-Schönau; Franz Marschner, Rnmburg; Edmund Leukert, Reichen« herg;.Karl Göschla,. Bodenbach; Adolf Unger, Rö- mcrsladt; Heinrich Friese, Gablockz; Max Koutnik, Reicheubcrg.— Neber wachung sausschuß: Mitglieder Franz Dufsek, Tetschen; Heinrich Erben. Trauten«»; Franz Pokornh, Böhm.» Krumau; Ersatz Wenzel BöSmüller, Neudek; Wilhelm Novh, Eger; Alfred Mildner, Teplitz.— Schiedsgericht: Mitglieder Andreas Denk, Böhin.-Krumau; Max Hammer, Teplitz; Karl Hulla, Reicheiiberg; Emil Langer, Freiwäldau; Franz Sonnek, Reichenberg. Ersah: Alois Müller, Tachau; Otto Pichl, Dur; Emil Bader, Rumburg; Th. Haberkorn, Eger; Franz Köhler, Friedland. Vie mährischen Kleinwinzer und das geplante Weinmonopol Am vergangenen Sonntag versammelten sich die Vertreter der mährischen Kleinbauernorgani« satlonen zu ihrer Landeskonferenz. Aus den Berichten der anwesenden Funktionäre war zu entnehmen, daß sich die wirtschaftliche Lag« der mährischen Kleinwinzer arg verschlechtert hat. Die qualitativ und quantitativ günstige Weinernte des vergangenen Jahres hat Zustände geschaffen, die, so lchsurd da» klingt, zu einer Notlage der kleinen Weinbauern führte. Stellenweise zahlt man für den Wein-nurmehr AL 1.50 bis 3.—, während in den Städten derselbe Wein um AL 14.— bis 16.— verkauft wird. Die Konferenzteilnehmer hcsaßten sich in einer längeren Diskussion mit diesen unerträglichen Verhältnissen und verlangten -in einer Entschließung nachstehende Maßnahmen zum Schutze der kleinen Weinproduzcnten: ,1. Ermäßigung der Weinsteuer. 2. Unbedingt« Steuerfreiheit für mindestens 200 Liter Wein für den Eigenkonsum jeder erwuchsen«» Persun, eine» Haushalte» ohne Rücksicht ans die erzeugte Menge. Diese Steurrfteiheit soll Landwirten bi» zu einem Besitz ve» fünf Hektar »«währt werd«». . 8. Aenderung« der Bestimmungen über dl« Stenerfteiheit von neuangelegta» Weingärten mit veredelten Reben,«nd zwar tu dem Sinn«, dass die zehnjährige Steuersreiheit von fünf Ar lepslanz- ten Weingarten auswärts siir-Kleinlandwtrte bi» - zu eine« Besitze den siins Hektar gewährt wird. Die bisherige Veststnmung, wonach die Steuer- freiheft erst bei einem Viertel Hektar neubepfianz- 1« Weingarten gewährt wird, stellt«in« bewußte Rücksichtslosigkeit gegen die Kleinwinzer dir. 4. Der Einsührun» eines WeiamonopolS kann nur zugestimmt werden, wem» di« notwendigen Garantien gegeben find, daß nicht dieselben schwe- ren Fehler begangen werden, wie bei de« Gr»> treidemonopol.' 5. Bei«iiser-Beschränkung der Weinbauslä- chon hinsichtlich Sleuanlagm müsse» unter allen , Umstände« dir Besitzer tU süiis Hektar«»ge nommen werden. Eine allgemeine Einschränkung der Anbaufläche soll in erster Linie in jene» Gebieten«nd für solche Grundstücke Platz greifen, wo insolge der klimatischen Verhältnisse der Weinbau nur unt«r den ungünstigston Bedingungen betrieben werden kann«nd wo ander« Kulturen (Weizen, Mai» ufw.) besser gedeihen. Schließlich appelliert di« Konferenz an alle Kleinbauern-, Partei-, GewerkschaftS- und Ge- nossenschastSorganisationen, daß sie, den Bezug von Wein bei de» organisierte» Kleinbauern in Südmähren für Gaststätten, Volkshäuser, Arbei- tcrheime«sw. tatkräftig unterstützen. Dies gilt auch für de« Bezug von Weintrauben bei künftigen Ernten. Die Vermittlung brsorgt der Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler, Prag VH, Dtroßmaherova 1390, der auch Informationen über Preise und Qualität erteilt. Hinsichtlich einer neuerlichen Schuldenrege« lung durch den in Aussicht genommenen Hilfs- und Kolonisationsfonds sordert die Konferenz, daß die parlamentarischen Vertreter der sozialdemokratischen Partei diesem Fonds nur dann die Zustimmung geben, wenn Garantien geschaffen sind,,daß jeder-einseitig« politische Mißbrauch verhindert wird, und wenn weiters mindestens 80 Prozent diese» Hilfsfonds zur Schuldenerleich- tcrung bei Kleinlandwirten bis sechs Hektar gekichert. werden. Bei größeren Besitzern, insbesondere bei Restgutbesitzern, ist eine Schuldenregelung durch Abgabe von Grund und Boden herbei» zuführen. Die Mittel des Hilfsfonds dürfen für sie nicht verwendet werden. Im Übrigen besteht die Konferenz nachdrücklichst auf der Erfüllung jener Forderungen, die mn Berbandstag in Wallern zum Schutz zur Existenzsicherung der Kleinbauern und Häusler ausgestellt wurden. Die. deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei und der Klub der Abgeordneten und Senatoren wurden ersucht, mit allem Nachdruck für diese Forderungen cinzntretcn. DitnSta'g, 2. März 1Ö37. Nr. 62 Stift S „So.iInTbcmofrnt' Hencktssaat Clua dec lartel Kunst und UÄsaen VeceinsnocfccUfcten 8^-8pLet-)Wc^ecpstege BezirkSorgantsation Prag. S e u t e, 20 Uhr, im Parteiheim, Smeiky 22,' konstituierende Sitzung deck Bezirksvertretung.., Komplicen an di« 80.000 Kf in die Hände sielen. An die„geknackte" Kasse gelangte er auf abenteuerlichem. Wege, indem er sich mit seinen Spiessgesellen in das Nachbarhaus einschliessen lieh und nachts über die Dächer durch dar Bodenfenster, einstieg. Die Polizei wurde darauf aufmerksam gemacht, dah Badura, der trotz allen Bemühungen nicht aufzuspüren'war, Sonntag abends mit der Geliebten einer Komplicen ein Stelldichein bei der MIchler' Gasanstalt verabredet habe. Die Polizei umstellte den Rendezvousplatz, um Badura festzunehmen, der sich mich wirklich einstellie, um der Komplicin seine Aufträge, zu erteilen. Ehe die Polizei sich seiner bemächtigen konnte, erkannte er indessen, dah er in einem Hinterhalt geraten war und- machte sich auf die Flucht. Ms er verfolgt wurde, feuerte er auf. die Polizisten mehrer« Schüsse ab, die aber niemanden verlehien. Die Polizei erwiderte dar Feuer, doch gelang es dem Verfolgten schlietzlich zu entkommen. Die ganze Nacht über fanden Streifungen In der Umgebung de» Wäldchen», in welchem Badura verschwunden war. statt, da die Möglichkeit bestand, dah er vielleicht doch getroffen wurde und irgendwo verwundet liege. Die Suche, di« auch den folgenden Tag fortgesetzt wurde, führt« indessen vorläufig zu keinem Erfolg. Fünfjähriges Kind unter dem Motorrad. Der Arbeiterdsrau Antonie Laötoviöka au» Suchdol rih sich gestern nachmittag» in der Podbabastrahe in Dubentlch ihr füufiäbrige» Söhnchen, da» st« an dec Hand führte, lo» und lief über die Fahrbahn, wo e» vom Motorrad. 0888 P des Selchers Josef Kopta aus Prag VH niedergestohen wurde. Mit einem Bruch der linken Arms und linken Schenkels wurde da» Kind von der Rettungsstation ins tschechische Kindersvital gebracht. DaS traditionelle Prager BorfrühlingSfest „Svath Malis", das heute noch einen Anziehungspunkt für die Prager Bevöllerung bildet, wenn auch die Wallfahrt zum MatthiaSkirchlein oberhalb der Scharla— früher ein HalbtagSauS- flug—heute zu einer kurzen Spazierfahrt mit. der Straßenbahn geworden ist, hatte' vorgestern Die DFV-Dlvlson begann am Sonntag mit ihren Meisterschaftsspielen, von denen aber nur einig« zur Austragung gelangten. In P r a a siegte der DFC über die Sporte brüder Schreckenste'in 8:0, aber es dauerte immerhin bis nach der Pause, dah die Prager ihre Tore erzielen konnten. Die Gäste zeigten bis auf ein gutes BerteidigungSspiel nichts besonderes, so dah man sich daraus schon ein Bild von der.glanzvollen Arbeit des DFC-Sturme» machen kann. Schwach war auch der Schiedsrichter, der mehr Aufmerksamkeit seiner Person als dem Spiele widmete.— I» Teplitz spielte der T F K mit SvBg Bodenbach bis eine Minute vor Schluh 0:0, erst dann kam der TFK durch Elfmeter zu Sieg und Punkte, die nun aber noch nicht mal so stcher sind, da Bodenbach einen Protest einzubringen beabsichtigt.— Ein gleichwertiges Spiel lieferten sich in Karlsbad der KFK und Sportbrüder Prag, das KFK glücklich mit 2:1(1:1) gewinnen konnte. ■UeÄNi# etÜberall Volkszünder Sieben Jahre für einen Gewalttäter Prag.—rb— Dar gestrige Schwurgericht tagte wieder unter Ausschluss der Oefseutlichleit.^Angeklagt war der 19jährige Landstreicher Georg SuIista. Am 1. November vorigen Jahres überfiel er auf. der Landstrasse die vom Besuch ihre» im Prager Kinderspital liegenden schwerkranken Kinde» nach Dolni I i r i a n v zurückkehrende Arbeitersgattin Marie A. und vergewaltigte sie auf ausserordentlich brutale Art. Sulosta, der, gleichfalls wegen Notzuchtsverbrechens, 1984 in Pisek zu 21 Monaten schweren Kerker» verurteilt worden war, sagte zu seinem Opfer:„Wegen einer Frau habe ich sitzen müssen, jetzt werden mir alle Weibsbilder dafür büssen." Schliesslich entriss er der armen Frau noch ihr Geldtäschchen mit dem armseligen Inhalt von 7 K<5. Nach dem die Gesckvvorenen die Schüldsrhgin bejaht häsleni verurteilte bei! L'chwurgcrichtsbof den Angeklagten zv lishrn Jahren schwerenKerker». Den Vorsitz führte OGN Dr. Svoboda, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Trjjickh. Gruppe Prag I, Dienstag, den' S. März.. 8 Uhr, DSAP-Heim, Be Smeikäch 22,>„Francois Billon"..— Gruppe Prag II: Freitag, den 8. 'März, 7 Uhr, FVSA-Heim, Spälenä 48,„Jack London-Abend".— Gnippe Prag VII: Mittwoch, den 8. März. 8 Uhr, FVSA-Heim,„Moskauer Prozess".— Gruppe Prag XU: Mittwoch, den 8. März, 8 Uhr, DSPA-Heim, Diskussion mit Genossen Kern; Aufgaben der SJ.■ Vortrag Jaksdi im Klub»Pfitomnost« Mittwoch, den 8. März,. um 19.80 Uhr abends spricht Abg. Wenzel Jaksch im Klub „Pkitomnvst"(Haus der Pensionsanstalt) über das. Thema:„Die tschechisch-deutsche Frage im Licht« der europäischen Situation". Die mittelböhmisch« DivlstonSmelfterschaft brachte am Sonntag wiederuni Ueberraschungen, von dentn wohl die grössten die Niederlage KolinS auf eigenem Plätze und jene BohemlanS durch SK Nusle sind. Die Ergebnisse: Cechie Karlin gegen AFK Kolin'4:l, SK Nnslc gegen BohemianS 8:1, Rapid gegen Sparta Kladno 1:1(1:0), Union ZiZkov gegen Slavoj VI tl 1:1(1:0), Libeü gegen Altbunzlau 8:2. Spgrta Koöik gegen Viktoria Nusle 4:2, Nuselsky SK gegen Meteor VIII 2:1. Keine 14 Llgaklni». Der Antrag des DIB auf Erhöhung der Ligaklubs von 12 auf 14 wurde von der Studienkommission der CfAF nicht befürwortend an die Generalversammlung abgetreten und gilt daher schon jetzt als abgelehnt. Der Antrag der CsSF bezüglich der nationalgemischten Division»- meiswrschaften wurde den einzelnen Gauen und Verbänden zur Aeuherung überwiesen. Sonstige Fuhballergtbnisse. B.-Budweis: CSK gegen DFE 8:0.— Pardubitz: SK gegen Cechoslovan KoSik 18:0.— Semtin: Explosia gegen AFK Pardubitz 2:2(1:0).—Iungbunz- lau: SK gegen SAIT Prag 8:5 12:2).— Aussig: Lohositzer FK gegen DFK 8:1.— Reichenberg: RFK gegen SK Grottau 9:1.— Warnsdorf: WFK gegen SK Kopisty 4:8.— Budapest: Hungaria gegen Ujpest 8:1, FerencvaroS gegen Budäi 8:1.— Debreczin: BocSkai gegen Phö- buS 2:0.— Wien: Austria gegen Vienna 2:1, Admira gegen FloridSdorfer AT 6:0, Wacker gegen Rapid 8:0, Sportklub gegen Fav. AC 1:0, FC Wien gegen Postsport Lil, Liberias gegen Hakoah 4:2. Aus der DFB-Häuslichkeit werden ganz nette Dinge bekannt. Der DFV-RechnungSführer erhietr von der Geschäftsstelle die Erlaubnis zur Eiirbrin- gung einer gerichtlichen Klage gegen einen Funktionär des DFV-NordwestgauS, weil dieser den Kläger beschuldigte, dass er Manipulationen m'tj Verbands st euermarken durchgeführt haben soll.— Bemerkenswert Ist auch, dass die K a ssa- bstcher de» DFB nicht in die Hände de» neuen VerbandSkassterS gelangt sein.sollen, obwohl sie der ehemalige Kassier schon längst abgesandt habe. Die Holmenkoll-Sttwettkämpfe wurden Sonntag bei Oslo mit dem KomblnationS- und'Spezialsprunglauf beendet. Die Kombination gewann der Norweger Svere Brodahl,, während den Spezialsprung der Norweger Reidar Andersen mit Sprstn-' gen von 48.8 und 47 Meter und Note 288,70 vor den Schweden Erik Svensson und Birger Ruud an sich brachte. Die Weltmeisterschaften im EiShocketz in London wurden SamStag spät nachts beendet. Kanada(Kimberley Dynamster») ist Weltmeister, England Europameister, während die Schweiz den dritten Platz besetzte. Das Team der Tschechoslowakei gewann das Trostturnitr und konnte dadurch den. fünften Platz belegen. Da» Ueberraschung»- team bildet« jene» der Schweiz, welches gegen England mit Ersatz nach dreimaliger Verlängerung 2;0 und gegen Kanada ebenfalls nach Verlängerung mit nur 2:1 vt'rlor, jedoch das Team de» Dritten Reiches — in welchem wieder der Judi' Rudi Ball„ehrenhalber" für da» Hakenkreuz mitwirkteI— mit 6:0 in Grund und-Boden spielte. Da» tschechoslowakische Team.trug insgesamt acht Spiel« au», und zwar gegtn: Norwegen'7:0, die Schweiz 2>2, Frankreich 8:1, Kanada 8:0,Deutschland T:2; im Trostturnier gegen: Bolen. 1:0, Frankreich 8:1 und Ungarn 0:0. Der btkäimt« ungarisch« Freistilschwimmer llstk startete am SamStag in Prag bei einem Hagibor« Meeting, wo er über'100-Meter in 1:01.2 Mia siegt«'. Im Wasserball gewann- 8, Bezirk Budapest gegen Hagchor'7:8(8:8)., einen Besuch aufzuweisen,, wie schon viele Jahre nicht.mehr. Nach den Schätzungen der Polizei' besuchten über 200.000 Personen die Attraktionen der Festwiese, zumal der Heilige Matthias, dem das Sprichwort die Alternative stellt:„Matteis bricht's Eis— find' er keins, macht' er eins" mit dem schönsten'Vorfrühlingswetter aufwartete. Der Polizeibericht lautet auch sonst erfreulich. Zwar gingen im Gedränge sechzehn lleine Kinder ihren Eltern verloren— zehn Jungen und sechs Mädeln, doch gab e» in allen Fällen auf der Dej- witzer Polizeiwachstube ein rührendes Wiedersehen zwischen den besorgten Eltern und. Ihren heulenden Sprösslingen. Nur sechs Taschendiebstähle gelangten zur Anzeige, dagegen wurden von redlichen Findern acht verlorene Damentäschchen dem Fundbüro abgeliefert. Auch sonst verlief das Fest ungestört und in heiterer Stimmung des Publikums, das grossenteils bereits im Freien feinen Kaffee und fein Bier konsumierte, denn das Thermometer zeigte 18 Grad Warme. Feuergefecht mit gefährlichem Einbrecher. Der 81iäbrige poltteibekannte Einbrecher Andreas Badura wird seit einigen Tagen von der Prager Polizei fieberhaft gesucht. E» gelang ihm ein verwegener Einbruch In die Kanzlelräume der„Pacum Oil Co." in der Spälenä, wobei ihm und seinen Krelskonferenz der SJ, Kreis Prag Am 27. und 28. Feber hiest die Sozialistische Jugend, Kreis Prag, ihre Kreiskonferenz ab. Am Samstag referierte, der Vertrauensmann der Prager Partei, Ernst Paul, vor etwa 40 Delegierten der SJ und der befreundeten Organisationen, wie RW, der tschechischen Bruderorgantsa» tion, der Frauenorganisation, usw., über das Thema„Partei und Jugend. Die politischen Aufgaben in der ESN." Paul stellte eingangs fest, dah der heutigen Jugend das grosse Erlebnis fehlt, das sie zum Kampfe um den Sozialismus anspornt. Eine der gefährlichsten Krisensolgen ist die Demoralisierung der Jugend, die, zu grossen Teilen arbeitslos und ein scheinbar nutzloses Glied der Gesellschaft, ihr Klassenbeivusstsein verliert und dadurch zum Werkzeug des Faschismus wird. Die wichtigste Ausgabe fei es daher, durch die Sicherung ihrer Lebensbedingungen die Jugend für den Sozialismus zu gewinnen. Die Lage der Prager Jugend ist einerseits ungünstig, da sie ein TKl einer kleinen, versprengten deutschen Minderheit ist,; andererseits dringt das Leben am Schauplatz der politischen Entscheidungen und im Zentrum der tschechoslowakischen Kultur grosse Vorteile mit sich. In der Partei sei Raum für alle ehrlich überzeugten Sozialdemokraten. Die Partei brauche fachlich geschulte Oekonomen, Sozialpolitiker, ja sogar Steuersachverständige, und gerade die Prager sozialistische Jugend habe durch ihre soziale Zusammensetzung die Möglichkeit, ihre Mitglieder in dieser Richtung zu erziehen. In der anschliessenden Diskussion wurde die Notwendigkeit einer innigen Verbindung mit der Partei betont, und zu diesem Zwecke die Veranstaltung von Ausspracheabenden mit den Funttionären der Partei und der Gewerkschaften vorgeschlagen. Es wurde weiters Hervorgehoben, dass«S nicht ausreiche, die Mitglieder zu schulen, sondern notwendig sei, gleichzeitig für die besonderen sozialen und politischen Forderungen der Jugend einzutreten. Am Sonntag wurde ein politischer und organisatorischer Bericht über die Arbeit des letzten Jahres erstattet und gleichzeitig die Richtlinien für die zukünftige Arbeit ausgestellt. Den grössten Raum der künftigen Tätigkeit soll, die Zusammenarbeit mit den tschechischen Ju- gcndgenoffen einnehmen, die einerseits durch einen regen Betrieb zwischen den einander entsprechenden Ortsgruppen, andererseits durch gemeinsame Veranstaltungen herssesttllt werden soll. ES ist ein 'jsemelnsamjjs Filssigbeptz über Spgnieg, ein Dis- kussionSabend über die„Staatsverteidigung und Jugend" unter Mitwirkung eines Fachmannes, eine Maifeier, ein Sommerlager und Funktionärkonferenzen unter Mitwirkung beider Organisationen geplant. Vor allem soll eine Intensivierung der Organisationstätigkeit und des Auftretens nach aussen erreicht werden. Als KreisverlrauenSinann. wurde wieder Dr. Ernst Kie C e I gewählt. An die Stelle deS bisherigen Sekretärs Steiner tritt Fritz Turnovskh. In der angenommenen Entschliessung heisst c» nach einer Stellungnahme zu den grossen politischen Ereignissen, die sich mit den verschiedenen Kundgebungen der Partei deckt, u. a.: „Al» deutsch« sozialistische Jugend haben wir die Aufgabe, an der Seit« unserer Partei Henlein, den gefährlichsten Feind, zu bekämpfen. Durch da» Einsetzen für di« Dnrchsührung und den wetteren Ausbau der in den AuSglrichSverhandlungen festge- legtr» Grundsätze können wir eine wichtige Arbeit leisten, denn di« national« Befriedung unsere» Staate» ist«ine wichtige Boranösetzung für einen aussichtslosen Kampf gegen den FaschtSniu». Wir müssen dabei besonder» die Fordermigen der deutschen Werktätige« Jugend in den Vordergrund stellen. Wir verweisen besonder» auf die Heimstätten- und EmähningSattiim, auf dl« Umschulung der arbeltS- losvn Jugend, di« Erweiterung der Arbeitslosenunterstützung auf diejenigen, die noch nie in Arbeit sumden. Im Kampfe um alle diese Forderungen ist di« MSD unser natürlich«« Bundesganosse, da sie vor die' gleichen Problem« gestellt ist. I» enger Zusammenarbeit mit ihr wollen wir diese Fragen nicht nur diskutieren, sondern in schärfster AuSelnander- scliung mit dem Gegner durchznsrtzen versuchen." Internationaler Frauentag I in Prag a'n 10. März 1937 Deutsche BolkSsiuggemeinde Prag. Dienstag entfällt die Probe und findet Freitag präzis um 7 Uhr für Frauen und halb 8 Uhr für Männer statt. Erscheinen aller nötig, da letzte Probe vor März-Aufführung. Am 7 Uhr dringende Au»- schusssitzung. - Kindernachmlttag bei B.& W. Seit, ungefähr drei Wochen sind die Mittwochnachmittage im Theater Voskovec& Werich den Kindern gewidmet, für die eine frei nach dem Buche Mark Twain» dramatt- sierte Bilderreihe über den unsterblichen Lausbuben Tom Sawyer gespielt wird. H. Burger und St. Heym haben hier die Aufgabe gelöst, wie man gr- ivaltlo», aber eindringlich den'Kindern da» wahre Bild der Rassenhetze und de» Rassenhasses verständlich nmchen kann. Die Geschichte de» Negers Muff Potter, den die gewissenlosen Mörder beschuldigen, seinen Wohltäter getöiet zu haben, und den dje Kinder, die Furcht bezwingend, am Ende doch retten, findet stürmischen Beifall bei den Zuschauern und Zuhörern, die Spannung und Abscheu ganz laut manifestieren. Äusser den Kinderrollen begeistert das Auditorium Tante Polly(I. Svabikovä), Frau Hutchinson, die Championin im Klatsch(L. Mol- närovä). und die übrigen Mitglieder de» B. LW.» EnsembleS. ES muss festgestellt werden, dass dat kleine Publikum da» Theater begeistett und nachdenklich verlässt.. m. i- Boris Godunov. Anschliessend an di« Puschkin- feiern hat da» tschechische Nattonaltheater das histo- rische Schauspiel„Boris Godunov" einstudiert. Da» grosse historische Drama, da» sich zu Anfang de» 17. Jabrhundert» nach dem Tode Iwan de» Schrecklichen und nach dem Absterben seiner Erben, de» schwachen Fedor» und de»— der Sage nach auf Veranlassung von Boris Godunov— ermordeten Knaben Dimitri: abspielt, verrät in der langen Reihe von Bildern, die fest und knapp gezeichnet sind, da» Vorbild Shakespeare». Da» Nationaltheater hat die sech» Jahre Zarentum Boris Godunov», welche den früher'beliebten Stellvertreter de» Zarewitsch zu einem unbeliebten Zaren machten, in.16 Bildern zpstsnnnen- gefasst, die da» Stück verkürzen, ohne e» dramatischer zu gestalten. Was an der Aufführung besonder» fesselt«,-war die Ausstattung Tröster», der für die Regie Frejka» einige wirkungsvolle Bilder schuf, doch konnte ein enthusiastischer Beifall nicht aufkommen. e-.'m- i. Berichtigung. Der Druckfehlerteufel, der kein böser Geselle ist, aber doch einer, der alle» gerne besser wissen möchte, hat im sonntägigen Bericht über „Macbeth" sinnlos dessen„Peripherie" hingesetzt, wo von der P e r i p e t i e(dem Handlungs-Umschwung) die Red« sein sollte.. 7 • Arbeitervorstellung„DaSNest" mif Till» Durieux als Gast. Da» Entgegenkommen der Theaterdireküon ermöglichte e» ün», diese» reizestde Lustspiel in'd-r Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» öder bei Bezug'durch dir Poft monatlich fiö 18.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Xi 98.— ganzjährig Ai 192.—.— Inserate werden laut. Tarif billigst berechnet. Bei'öfteren Einschaltungen Preisnachlass,-- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung^ der Retourmarken.— Di« Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tel«- araphendirektion mit Erlass Rr. 18.800/V1U1980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck-, Verlag»- und- Zeitungü-ib-B. Prag. ' Favoriten geben Punkte ab Die sonntägigen LIgafviele'ergaben in der Mehrzahl unentschiedene Ergebnisse, während nur ein:» für den Platzverein siegreich verlief. Da» Brünner Derby wurde eigentümlicherweise erst kurz vor Schluss wegen schlechten Platze» abgebrochen und in Pross- nitz(Kladno—SK) könnte man gar nicht erst an- fang'en. Die Spiele Verliefen zum. Grossteil.sehr interessant und spannend wie auch hart. Auf dem Prager Spartaplatz ging eine Dop« pelveranstaltung vor sich, deren Spiele für die beiden „S" noch-glimpflich endeten.: Im'ersten Spiel standen sich'Sparta und CSK Pressburg gegen», über, welche sich mit 2:2 di« Punkte teilten-,, D'e Spartaner errangen zwar bi» hur Paus«seine 2:0« Führung, mussten aber dann di« bessere. Spielweise der Pressburger. anerkennen, welche zwar schwäch i« Schiessen waren, aber doch bi» zum Schlusspfiff gleichziehen konnten. Bet. Sparta spielt« erstmqlt der bdn Kladno für 80.000 Xi gekaufte Mittelläufer Kolsky. der sich aber diesmal nicht bewährte. Die folgende Begegnung. Slavia—Bi»> toriaZijkov endet« ebenfalls mit einem Renn», und zwar 1:1,(0:0). Da» Slaviateam wie».gross« Schtvachen in ihren Angriff auf und spielte ungenau söwi« ohne.Verve. Dagegen zeigten die Viktorianer, dass nicht die Technik allein da» Um und Auf ist und zwei Punkt« einbringen kann,' sondeim dass''.auch Kampf und Elan> gepaart.mit etwa» Technik, Voll«, wertige» zu erzielen-vermag. So kam e», dass Viktoria» Spiel ebenso wie jene» der Pressburger mehr Anklackft bei den Zuschauern fanden al» da»„Gespiele" der beiden„S"-Tcam». Ich Pilsen« r Derby zwischen dem S K und Viktoria kam e» auch wider Erwarten nur zu einem 1:1(1:0). Beide Mannschaften hatten hauptsächlich in den Stürmerreihen die schwächsten Punkte. Der erste Abstiegskandidat wird Wohl Ruff vfjhorod sein, nachdem da» in Nachod gegen den dortigen SK auSgettagene Spiel mit 1:8(1:2) verloren ging. Da» Brünner Derby zwischen Z i d e n i c e und Mor. Slavia wurde beim Stand« von 0:1 für die Slavia nach der Pause wegen de» morastigen Boden»— e» waren keine Bezeichnungen mehr zu ersehen— abgebrochen und wird wiederholt werden. glänzenden Besetzung wie bei der Erstaufführung für Sonntag, den 7. März, um halb 8 Uhr nachmittag» anzusetzen. Karten täglich von halb 9 bi» 2 und 4 bi» 6 Uhr bei Optiker'Deutsch, Koruna. Spielplan de» Renen Deutschen Theater». Dienstag, halb 8 Uhr abend»: Gioconda (Erstauffi",run--^ A 2.— Mittwoch, halb 8 Uhr: Macbeth(Gastspiel Durieux), Bl«— Donnerstag. halb 8 Uhr: Fidelio, C2.— Freitag, halb 8 Uhr: DaSNest(Gastspiel Durieux), D.- Samstag. 7 Uhr: DieWalkür«(Festvorstellung anlässlich de» Masaryk-GeburtSIage»), Al.— Sonntag, halb 8 Uhr: DaSNest(Arbeitervorstellung, Gastspiel Durieux); halb 8 Uhr: Gioconda, B2. Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, 8 Uhr: PhotographierenverbotenI— Mittwoch, 8 Uhr: Photographieren verbotenl (Bankbeamte II und freier Verkauf).— Donnerstag, 8 Uhr: Photographieren verbotenl — Freitag, 8 Uhr: Jean(Gastspiel Kramer— Glöckner).— SamStag, 8 Uhr: Iean.(Gastspiel Krämer—Glöckner).-— Sonntag, 8-Uhr: Der Jllu.fionistt 8 Uhr:'Photogräp'hieken verbotenl