gfajtlpttltlO MM(«inschließl. 8 Heller Porto) Donnerstag, 4. März 1S37 Nr. 54 17. Jahrgang Ausdem Inhalt: Weitere Erfolge der amerikanischen Arbeiter Das Ringen um die Südflanke Madrids Nach Annahme der Vorlage in beiden Lesungen, der die Annahme Meier Wirtschaftsabkommen vorausgegangen war. vertagte sich der Senat auf Donnerstag 10 Uhr früh. Krofta: Einmischung von außen entschiedenst verbeten Neues Propaganda-Gefecht Wien-Berlin Die wahre Rolle der SdP: Wje kindisch diese ganze Politik ist» zeigt auch rin Passu» auS der Rede des Herr» Senators Frank Ilr„An jene tschechischen Parteien aber, denen wir Weitblick und Einsicht zutrauen, werden wir Niemals müde werden, unseren Appell zu richte», zu einem ehrlichen Ausgleich teizutragen" Warum etwas, was mtt demokratischen Grundsätzen in absolutem Widerspruch steht. DaS geht so weit, daß Herr Henlein sich getraut hat, zu sagen, dass die Zugehörigkeit zur SdP «ine Angelegenheit der Gesinnung und des Charakters(Zwischenruf:... oder der Charakterlosigkeit!) ist. Damit hat also Herr Henlein jedem, der nicht der SdP angehört, den Charakter abgesprochen. Ist dar mit Demokratie vereinbar, die doch vor allem auf der gegenseitigen Achtung der Ueberzeugnng beruht? Wie wäre ein politisches Leben in einem demokratischen Staat ohne gegenseitige Achtung der Gesinnung denkbar? nennt Frank H nicht diese Partei? Wer sind' diese „ehrlichen" Parteien? Er kann darunter nur einen gewissen Teil der tschechischen Agrarier gemeint haben. Denn sonst gibt«S im ganzen tschechischen Lager keine Partei, von der anzunehmen wäre, dass No dem Herrn Konrad Henlein irgendwie günstig gesinnt wäre. Di« Rolle, die die SdP seit ihrem Bestand« spielt, ist ja die denkbar traurigste. Sie spielen nur die Rolle eines Besens, der in der Ecke steht und mit dem man manchmal«in. bisschen herumfnchtelt, den man aber sonst ruhig in der Eck« stehen lässt. Mit dieser Rolle bescheidet sich die grösste deutsche Partei, ja sie ist daraus noch stolz! Demgegenüber ist es unsere Aufgabe, in ernster, ruhiger und sachlicher Weise gemeinsam mit den deinokratischen Parteien des tschechisäien Volkes an dieser Befriedung zu arbeiten, diese Befriedung herbeizuführen und die Atmosphäre zu schassen, die not- wendig ist. alles das zu tun. Und wenn man uns .Kuhhandel" und.Krämergeist" vorwirst. Sie aber demgegenüber das Resultat der nationalpolitt- schen Besprechungen in Betracht ziehen, dann wird man nicht von himmelstürmendcr Freude erfüllt sein, aber mmi wird, wenn man ehrlich ist, zugeben müssen, dass es ein bedeutender Schritt nach vorwärts ist.(Sehr richtig!) Das alles ist natürlich.nichts" in den Augen der SdP, die mit ihren: ganzen Herzen wo anders ist. die nur den Unfrieden braucht, um das deutsche Volk in jener Stimmung zu erhalten, in die leider«in erheblicher Teil— gewiss auch durch die ungeheure Not— getrieben wurde. Ich betrachte diese Vereinbarungen als«Inen glücklichen Anfang, der selbstverständlich seine Fortsetzung finden mutz und finden wird, der ater durch politische Konkurrenzmanöver bankrotter Parteien nicht verdunkelt werden kann. Bus diesem Wege werden wir weiterschreiten. Wir«erden auch weiterhin wie bisher die Interessen unseres deutschen Volkes vertreten, und wir glauben, dies am besten zu tun, indem wir zusammen mit den demokratische» Parteien de» tschechischen Volke» für.da» Gedeihen» für dir Sicherheitunbsär den Bestand unsere» Stau, tr» und unserer Demokratie arbeit«»!(Starker Beifall!) Am Mittwoch hielt Minister Dr. Krofta im Aussenausschuss des Senats das Schlusswort zur Exposh-Debatte. Mit Genugtuung.stellt« der Minister zunächst fest, dass die Hauptlinien der tschechoslowakischen Aussenpolitik allgemeine Zustimmung gefunden haben. Auf einzelne Anfrage» zurückkommend, erklärt« der Minister, daß di« Preisemeldung, als hätte der tschechoslowakisch« Gesandt« in Berlin mit dem Reichskanzler verhandelt, um über die Tschechoslowakei eine ähnliche Kundgebung wie über die Schweiz zu erwirken, n i ch t den Tatsachen entspricht. Mit Rvckstcht auf einzelne Bemerkungen, die in der Debatte über die Lösung der deutschen Minderheitenfrage gefallen sind, lehnte der Minister auf' da« entschieden st«ab, diese inner- politische Angelegenheit mit der Außenpolitik zu verknüpfen: „Wir werden niemals zulassrn, daß irgendein Staat, in welcher Art immer, sich in unser« inneren Angelegenheiten einmischt. Die Annahme, daß wir bereit wären,«in guteS ver- hältniS unseres Staates zu Deutschland dadurch »»' erkaufen, daß wir mit ihm über unsere Verpflichtungen verhandeln» die unsere deutsche Minderheit betreffen» ist vollkommen f a ls ch. Auf«twaS derartiges werden wir niemals«ingrhrn. Ich muß allerdings erklären, daß Deutschland niemals derartige- verlangt hat. Gewisse Berpflichtungen gegenüber unseren Minderheiten legen uns die Friedensverträge und unser Minderheitenvertrag mit Polen auf. Mit keinem anderen Staat besitzen wir Verträge über die Minderheiten" und kein frenider Staat ist daher berechtigt, sich ln'unsere Minderheitenfragen einzumengen. Sollte uns welcher Staat immer tma vorschrekben wollen, welche Sozialgesetzgebung' wir haben müssten, werden wir uns dagegen ebenso entschieden verwahren. Ebenso können wir es nicht dulden, dass sich irgend jemand sie unsere Rationalitäteitfragen einmischt. Es hat dies bisher auch kein Staat getan. Sofern die» manchmal die Presse unternimmt, oft auch die sogenannte halboffizielle Presse, ist dies ohne Bedeutung." Man hat hier davon gesprochen, ob es der Wahrheit entspricht, dass sich Vertreter der Sudetendeutschen Partei an das Ausland' wenden. Wenn sie sich an den Völkerbund wenden, dann ist das ihr Recht, gegen da» man nichts einwcnden kann/ Eine andere Frage ist allerdings, ob dies vernünftig ist. Dw Hilfe des Völkerbundes benötigen kleine Minderheiten, welche ihre Rechte in ihren Hcimar- staaten nicht selbst schützen können. Sofern jedoch eine Minderheit oder eine Minderheitennation, welche so und so viele Abgeordnete hat, welche Minister in der Regierung besitzt: welche die Verwaltung von zahlreichen Gemeinden in der Hand, hat, zum Völkerbund geht, um über«ine angev- liche Bedrückung zu klagen, ist dies töricht. Aber geradezu unmöglich ist«S, daß sie zu audereuSt nuten klagen gehe«. Alle diese Weg« in- Ausland werden auf unser Borgehen k e t n e n Einfluß haben. Di« Minderheiten- frage« werden wir ohne Rücksicht auf dir Aussenpolitik lösen." Der Minister reagierte' dann kurz auf die Bemerkungen, die über da» Interesse des Auslandes an der Tschechoslowakei Uber die staatsfeindliche Propaganda' und die tschechoslowakische Verteidigung geäußert wurden, Und bestätigt, dass In der letzten Zeit weit mehr Auslandsjournalisten in die Tschechoslowakei kamen als früher. Ironisch bemerkst der Minister, dass der Sudetendeutschen Partei da» Verdienst zukomme» durch ihr Wirken im Ausland die Aufmerksamkeit für die Tsche choslowakei gesteigert zij haben. Wen« jemand da» Ausland über die tatsächliche« Verhältnisse l« der Tschechoslowakei zu informieren versucht, könne man ihm die» nicht vermehre«. Es sei in der Debatte ganz richtig bemerkt, werden, daß man. prüfe« müsse, ob es sich hier immer um s a ch l i ch« und d e r W a h r« Wie grössenwahnsinnig diese Herren sind, ersehen Sie daraus, dass er sagt:„Und wir wollen unerschütterlich an unsere grosse Mission glauben, die nicht nur für Volk und Heimat, sondern fürganzEuropa Ruh« ,md Frieden bringen wird."(Heiterkeit.) Die Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland sind also gar nichts, ebenso nicht die Difsereuzen Mischen England und Italien, gar nicht zu reden von den Differenzen Mischen Russland, Japan und anderen Staaten. Da» alles ist gar nicht», sondern nur dann, wenn den Forderungen der SdP Rechnung getragen wird, ist di« Ruhe und der Friede in ganz Europa gesichert. (Heiterkeit.) Sie sehen nicht nur di« lleberheblich- kcit» sondern auch di« politische KindSIöpfigkeit, di« an, alledem hervorgeht!- Soziapetukrat «tralorga« der«-«tsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Kann Henlein verhandlungsfähig sein? Dr.Heller: Solange es eine Demokratie albt: niemals! Prag. Im Plenum des Senat» reagierte bei der Behandlung de» Rekrutenkontingents, daS in beiden Lesungen»egen die stimmen der Hen- letn-Leute angenommen wurde, Genosse Donor Höller in einer seiner beste« Reden auf di« jüngsten Erklärungen de» Herrn Henlein m Anssi»._ Nachdem ein naiver Versuch deS Herrn Bock, den Borsitzendm zum Linschreiten zu»er- an lassen, weil Dr. Heller nicht zur Sache spreche, ergebnislos verlaufen war, suchte» die SdP- Tenawren bald durch wütende, bald durch ironisch sei» sollend« Zwischenruf« de» Redner im Kon- gtpt-u stören. Manchmal, wenn fte fw wn Atemholen des Redners ,« Witzeleien benützten, la, der vergleich mit ein« Schar von«Bll- Schützen bedenklich nahe, manchmal wieder über- schritten einzelne Herren alle noch so nachsichtig gezogenen Grmzm de» parlamentarischen An- standes. Unser Redner fertigt« sie jedoch sehr trmpe- rammtvoll ab und hatte mehr al» einmal die Lacher auf seiner Seite, Wiederholt wurde er ater auch bei sehr ernsten Stellen, so bei seiner schonungslosen DeinaSkicrung de» Herrn Henlein und feiner Anhänger, von starker Zustiuimung be- glittet, di,»iS tief in die tschechischen Reihen ging, «ammtlich al» Dr. Heller mit beissendem Hohn die Selbstgefälligkeit dr» hohen Herrn geißelte, di« 1« allen seine» Reden und zrundgelnngen in de» ununterbrochenen Reihen« - felse von ,Hch»" sich widerspiegelt, hätte«kiel dem aufmerksam kanfchrndrn Senat eine« nach» haltige» Erfolg. Einleitend deklarierte Dr. Heller unsere vorbehaltlose Zustimmung zu der Vorlage über die Abschaffung der bisherigen Höchstgrenze für das Rekrut«nkonttngent, um. dann auf Henlein» jüngste SonntagSrede.überzugehen:' Nach• dreieinhalbjährigem Nachdenken und Ueberilegen de» Herrn Henlein, seine» Führerrates und seiner Hauptleitung und wa» da noch alle» drum und dran hängt, ist Herr Henlein am Sonntag.mit dem ganz„neuen" Gedanken der natto- nalen Autonomie gekommen. Müller: Lodgman Nr. 2!) Kein Mensch hat ja vorher etwas von einer nattomllen Autonomie gewusst! Ein Gedanke und eü« Forderung, die von allen sozialistischen Parteien d«S alten Oesterreich schon imJahre 1890 erhoben wurde und der sich erst nach dem Umsturz auch die deutschen bürgerlichen Parteim angeschlossen HÄen! Wa» bedeutet die nationale' Autonomie? Sie ist nicht» anderes al»«in Verzicht der Staates auf gewisse Hoheit-rechte zugunsten der organisierten Nationen. Ob e» sich dabei um territoriale oder um personale Auwnomie handeln soll, hat Henlein im Unklaren gelassen. Wq» ist aber die Voraus s e tz u n g einer solchen Auwnomie? Eine absolut ruhig« und friedliche auswärtige Situation und«ine Atmosphäre vollsten Vertrauens zwischen den Völkern, welche diese Massnahmen, betreffen. Dies« Voraussetzungen müssen vorhanden sein, damit der Staat vhne Gefahr für seinen Bestand den organisierten Nationen gewisse Rechte abtreten, könne. Ich frag« mm, ob dw Entstehn»,, da»«erhalten «G di« T-ttik der SdP»»« erste« Tag, bi»»ent, geeignet waren, ein solch«, Pertranen zwischen dm Deutsche«»ad Tscheche» herbei,«führen?«er sich diese Frage verlegt,, mutz sie» e r n«i n« n. Den» wa» überhaupt mbglich.war, um di««tmesphLre zwl- schm diese« beiden Völker« ,n verschlechtern, . da« Ist fetten» der SdP geschehen! • Unsere schwere und wahrhaftig nicht dankbare Aufgabe ist e» zu»«gen, dass«» in diesem Staat« Deutsche gibt,. die diese Atmosphäre des Fried-n» und der gegenseittgen Verständigung Ew,? kfam-wo l l en, wozudte erste Bedingung "je ist,.dass sie ohne»l-l e D,r o h un ge n ? 1 au» setzungen auf dem Boden dch Staate» stehe«. E» ist gan,.selbstder- stündlich, dass wir»u diesem Staate hatten, weil wir. in ihm leben,.leben wollen und blechen wollen! sLärm, Zwischenruf« bei der'SdP: Seliger» Meine Heroen,.wenn Seliger noch lebte; er würde Ahnen d!« Wahrhett hineinsagen, viel besser und viel mehrmals ich.«, imstande bin!(NeckerLärm,)- /‘ es. wird al, ein« ,X« r.l> e,tz u n g d e t D.e mut bezesthnet,düh' zu de»«atto- nalpolittschen Verhandlungen di« SdP nicht beige« Mwurde.obwöhl sie die Mehrheit de, deutschen Boll«»«präsmtiert. Aber kann man denn«in« Paptei zu Verhandlungen beiziehen, von der man im «vschelRt»it A«s«ah«e de« Mo«ta» tSgttch früh ■, a n_ g-.tenfion 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: stark Kern, Prag Redaktion Md Verwaltung: Prag Xll., Fochova«2 vorhinein weiss, dass sie nicht auf dem Boden der Demokratte steht und dass sie nur mit einem Auge Lier ist mit dem anderen aber über die Grenze schielt? Kann man eine Partei heranziehen, die durch ihre ganze Tätigkeit sich zu den demokrattschen Grundlagen unsere» Staate» in den krassesten Wi derspruch gestellt hat? Auf parlamentarischem Bo den hat sich die Tätigkeit dieser Partei ja bisher nur in Interpellationen ausgcwirkt, und da» reichlich. Aber ansonsten beruht diese Partei auf dem Prinzip der Totalität, d. h. auf der Gleich schaltung(Müller: Kadavergehorsam!) de» ganzen Bolle» in einer einzigen Bewegung, also „Ich",„Ich" und Immer nur Diese Partei Hat daS'Führerprinzip bis zum l Handlungen zugezoge» wird? Da» ist eine blanke äussersten durchgeführt, genau so wie in Deutschland. Unmöglichkeit. Bitte, hören Sie: „In Böhmisch Lewa 193», nach dem Wahl fieber am 19. Mai 1988, in Asch im Juni 1986 habe ich die Hand zur ehrlichen Mitarbett gebo ten, sie ist ausgeschlagen worden... Ich bin mir bewusst, dass ich heute wiederum die Hand«nt- gtgengestreckt habe, mW zwar unter jenen Vor aussetzungen, di« von der sudetendeutschen Oef» fentlichkett allein gebilligt werden, aber ich weiss, dass ich..." Ich, ich, ich immer Wieder ich. Ist do» nicht unerhört? Ein«« Masaryk, der so ungeheuer viel nicht nur für sein Volk, sondern für Wahrhett, Freiheit mW Gerechtigkeit überhaupt geleistet hat, (Lebhaftes Beifall), eine» solchen Menschen fällt«S ich tzettkä Mr an seine.Gespräch« mtt Sapek-h nicht ein, darin ttuate» Wieder„Ich- nut„Ich" in sagen. Und dieser Mensch in Aussig, ter tl» zum heutigen Tage«och nicht» geleistet hat al, unser Boll in, verderbe» z« führe», dieser Marne tränt sich,„ich",„ich",„ich" und wieder»«„ich" zu sage»!... Und weiter heisst e» in den Meldungen über di« Auffiger Kundgebung: Ich Konrad Heülein habe die Hauptleitung aufgelöst. Der Jührerrat über nimmt die Stelle in der Hauptleitung und Ich be ruf« den Führerrat."(Reyzl: Er bestellt sich sei nen eigenen Aussenminister!) Ist da» mtt Demo kratte vereinbar? Ist es«öglich, daß in eine« demokrati sche» Staat«In« Partei, di««rf d I«s t n Grund lagen anfgetaut Ist, Anspruch««hebe« kann, an wich tigen verhandln»,«, teil,«nehmen? Mn« Partei, di« derart alle Grundsätze der Demokratie mißachtet, eine Partei, di« I» alle« ihren Leben,äittzenmgeu auf de« Prinzip»er Totalität beruht, da» mtt ter Demokratie einfach unveretn» ar ist! Eine selche Partei kann und wird, solange in diese« Lande die Demokratie besteht, nie«al» eine Roll« spiele« könne«.(Lärm bei ter SdP.) Warum ist denn Herr Henlein nicht in, Parla ment gegangen? Well Hiller auch nicht in, Parla ment gegangen ist.(Zwischenruf«ine» Henleinsena- tor»;„Well er sich mtt solch«« Leuten nicht zusam menfetzen wollte!"— Grosse Empörung auf»er Linken.) De« Vaden, auf dem einzig«ch allein im demokrattschen Staate die Rechte eine» Volke», einer Klasse und wa» immer vertreten werde« könne», diesen Boden hat Herr Henlein gemieden und verachtet. Denn al» er damals in Teplitz vor den Wählen der Jahre» 1988 stand, sagte er: ,Hch werde kein Mandat für di« Nattonalver- sammlung annehmen, aber ich werde den Leuten, die ich—. wieder:„ich"— in die Nationalversammlung schicke, a uf die Finger sehen.(Lärm, Zwi schenruf«!) Er hat sein« Leute gekannt! GröBenwahnslnn... Ich werde Ihnen Mei Stellen au» der Rede Konrad Henleins vorlesen. In der«inen sagt er: „Wir haben nicht nur da». Recht, über, da un, zugefügte Unrecht beim Böllerbund Beschwerde zu führen, sondern wir haben auch dar Recht, di« ritterlich««' Rationen..." Senator Maixner: Sie sind damit nicht ge meint! Dr. Heller: Ich wäre beleidigt, wenn ich dar unter gemeint wäre— und die Engländer haben e» sich auch, schon verbeten...„unter den Vertrags mächten an.ihre Gewantie und morallsch« Verpflich tung zu mahnen." . An einer zweiten Stelle sagt Henlein':„Sollte dieser neu« innerstaatlich« versuch dies«. Erlangung unserer Rechte scheitern, müssten wir wett mehr al» bisher vondenun» durch da» internationale Recht zugebilligten ausse r st a a t l t ch e n Möglich keiten Gebrauch machen.". _,. An zwei Stellen seiner Red« drohtalso der Hitter der Tschechoslowakei mtt Beschwerden und mit Aufhetzung de» ilürlande» gegen die Tschechoslowakei! Kann eine solche Partei verlangen, dass sie Mi Ber« Sette S Donnerstag, 4. März 1937 Nr. 54 heil entsprechende Informationen handelt. Sicher sei so viel, daß beispielsweise Herr R u t hä in der Welt mit Informationen herumreiste, daß die Deutschen in der Tschechoslowakei Hungers sterben, und dies mit einer solchen Darstellung, als würde die» von der Regierung geduldet oder gar abstchtlich unterstützt werden. Derartige Jnformattonsmetdoden grenzen an ein Borgehen, da« er nicht mit vosszm Namen neunen wolle. ES sei dies' eine furchtbare Insinuation, wenn Herr Rutha behaupte, daß die Regierung Hunger und Not im deutschen Gebiet duldet»der fördert. Da» sei ans daS entschiedenste zu verurteilen! Aus der Außendebatte In der voraufgcgangenen AussckuhdHatie halte Genoise Dr. H e l l e r u. a. daraus hingewiesen, daß ja lein Zweifel beltebe, daß Frankreich gegebenenfalls seinen Bündnispflichten nachkommen wird; aber die Art, wie die Rigierung Blum diese Pflicht betont, unterscheide sich wesentlich von manchen französischen Negierungen.■ Die wesentliche Ainde- rung in der Mentalität des englischen Volkes überhaupt und im besondere» der StüslungSfrag: gegenüber ist das große Plus der lebten Epoche. Dazu kommen noch die Reden amerikanischer Staatsmänner, die zeigen, daß auch Amerika einzusehen beginnt, von wo der Fried« Europas bedroht ist, und anfängt, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ein Plus, das die Tschechoslowakei allein betrifft, ist der Zusamnienbruch der reichsdeutschen und ungarischen Propaganda in der Frage der„Bol- schewifierung der Tschechoslowakei". Gerade da» Uebermaß dieser Angriffe und auf der anderen Seite die erstaunliche Ruhe der Tschechoslowakei hat in den Ländern, auf die diese Propaganda«inwirke» sollte, gerade den entgegengesetzten Eindruck ge» mach«, al» beabsichtigt war. Wir sehen In letzter Zeit, daß diese» Märchen von der„bolschewistischen Gefahr" nirgend» mehr verfängt. ES ist nur bedauerlich, daß«S auch inländische Zeitungen gibt, die dieser Lüg« nicht einmal untgegengetreten sind. Dazu gehört die gesamte Presse der SdPl Mit der wiederholt geäußerten Ansicht de» Minister», daß e» unrichtig sei, von zwei ideologisch getrennten Lagern in Europa zu sprechen, kann sich Dr- Heller nicht identifizieren, zumal der Minister ja selbst bestätigt hat, daß der Gedanke der Zusammenarbeit der demokratischen Staaten entschieden gesiegt habe. Damit gibt der Minister doch indirekt zu, daß e» so etwa» wie zwei Lager gibt, «ine» der demokratischen und eine» der nichtdemokratische» Staaten. Für uns Ist entscheidend, dgß e» Staaten gibt, die den Frieden der Welt— siehe Abessinien— schon gestört haben oder ihn zu stören drohen, und daß gerade diese Staaten autoritär regiert sind, während auf der andrreil Seit« die Staaten, die den Frieden verteidigen, demokratisch sind. Wir können un» freuen, daß wir in dem letzteren Lager stehe». Daß auch die anderen den Frieden wollen, kann man glauben und auch nicht. Fn einer Kritik der Aussig» Henleinrede bezeichnete«» Dr. Hell« al» os fen e Ansage de» Landesverräte», wenn Henlein ankündigt, er werde dar. ganze Ausland aufrusen. sich in di« innere» Verhältnisse unsere» Staates zu mengen. Dr. Hcfler vermißt weiter» in dem Ersosc ausführlichere Worte über Oesterreich, das doch In der letzten Zeit in den Mittelpunkt der politischen Interessen gerückt ist. Die anscheinend vereinbarte Haltung Italiens der RestaurationSsroge gegenüber sei eiste Sache, die un» zu denken geben mülle. Wir wollen umkeine» Preis den Anschluß Oesterreich» an Deutschland. E» sei aber auch falsch, daß «» für Oesterreich nur zwei Fragen gebe: Anschluß oder Restauration, und daß der statu» auo al» Unmöglichkeit hingeftelli werde. Die Gefahr einer Restauration der Habsburger in Oesterreich ist zumindest nicht unmöglich. Tas wär«, erklärt« Dr. Heller, für un» hier eine ebenso große Gefahr wie der Anschluß an Deutschland. Jrder Habsburger in Oesterreich müßte danach trachten, sein« Herrschaft auozudihnen, und da» würde für die Tschechoslowakei«jne ständige Beunruhigung bedeuten. Wir kön», »en allerdings deswegen keinen Kricg anfang e n. Dr. Heller ersuchte deshalb den Minister um weitere Mitteilungen, wie er die Entwicklung in Oesterreich' ansche. An der Auhendebgtte nahm das SdP-Pco- blem überhaupt eitlen ziemlichen Raum. Sehr offensiv ging u. a. der Nationalsozialist Dr. K l o u d a vor, der der SdP vorhielt, daß sie sich als das vollendete Spiegelbild der reichsdeutschen Nazi-Bewegung präsentiere. Als Klon da feststellt, daß Deutschland derzeit isoliert sei, repliziert Maixner von der SdP mit dem Zürüf:ArJhr seid, is oller t l". Jng. Winter riiftihm zu, er hach» sehr aufrichtig gesprochen:„Er ist n.i ch t mit uns isoliert; nur wir sind isoliert! Dieses Geständnis ist sehr interessant." Pfrogncr, der kapiert, daß Maixner sich und die gastze Partei mit dieser Randbemerkung sehr bloßgestcllt hat, sucht einzulcnken:„Ich habe schon gestern gesagt, daß das auch unser Staat ist."— Woraus natürlich der große Wert solcher Bekenntnisse unweigerlich folgert... Die„Achse“, die Europa sprengt Echo des Westens auf die Italienischen Rüstungen Paris. Zn der Rede Ribbentrop» und zu den Beschlüssen de» Großen Faschistischen Rater schreibt „P o p u k a i r e", daß sie einen Teil der Poliitl bilden, die Europa in den Abgrund zu führen droh». Die Achse Rom-Ber-lin bringt ihr« Folgen. Jetzt kann man begreifen, daß in der faschistischen Sprache dies«„Achse" bloß bedeutet, daß Europa seiner. Achse beraubt und vernichtet werden soll. „Petit Journal" schreibt: Im Zentrum der Kontinent» seht sich der zweiköpfige Cö- sariSmu»(Berlin-Rom) fest. Er ist bestrebt, sämtliche Ergebnisse der Beziehungen der Mächte, auf denen bisher da» europäische Gleichgewicht beruht, und alle allgemeinen Wahrheiten der rechtlichen, moralischen und politischen Ordnung, mif der'die internationalen Beziehungen, auf den Kopf zu stellen. Jetzt haben wir Im Südosten Grenzen, die nicht nur belvacht, sondern auch ausgerüstet werden müssen. Bisher haben sich unsere Befürchtungen und unsere Wachsamkeit auf den Rhein beschränkr, jetzt werden wir sie auf die Alpenlinie erweitern müssen. Im„Echo de Paris" schreibt Perti- uar: Italien stützt sich immer mehr auf Hitler- Deutschland und ist bestrebt, politisch, ja sogar territoriale Gewinne auf Kosten Frankreich» und England» zu erlangen. Für die Befestigung der Achse Berlin-Rom zeugt auch da» Schweigen über Oe st erreich. E» scheint, al» ob d-e Rollen in der Frage Mitteleuropas und de» Mittelmeere» verteilt seien. „Ami du Peuple" meint,'daß die französische Regierung allen Grund habe, sofort die vormilitärische Erziehung durchzuführcn und daß sie in dieser Angelegenheit der Zustimmung der Nation gewiß sei. Die Vermehrung der italienischen Wehrmacht, welche die Nation auf Kriegsfuß bringt, aUs- erlegt Frankreich schwere aber unerläßliche Opfer. „Le Jour" erklärt, daß die Beschlüsse de» Großen Faschisttschen Rates von kardinaler Bedeutung seien, denn Italien werde dadurch bereit» im Frieden auf Kriegszustand gebracht. „F i g a r o" erklärt: Italien, das aus Mitteleuropa hinausgedrängt ist, wendet sich, wie e» scheint, immer mehr dem Wittelmeer zu. E» wird ein« neue römische Politik herauSgcarbcitet mit dec Tendenz, da» faschistische Italien au» dem Rahmen seiner bisherigen traditionellen Außenpolitik zu drängen. London. Die englische Presse sicht die vom Großen Faschisttschen Rat angenommenen militärischen Vorbereitungen einstimmig al» Antivort auf di« kürzlich angekündigten britischen Entwürfe an. „New» Chroniele" sagt; daß e» schwer sei, bei der Lektüre der Resolutton de» Großen Faschistischen Rate» gleichgültig zu bleiben. Man kann sich schwer einen europäischen Krieg vorstellen, au» welchem Italien siegreich hervorgehen könnte. E» ist sicher, daß Italien durch jeden Krieg mit Schaden leiden könnte. Wir sind beinahe versucht, sagt das Blatt, jede Hoffnung für eine Welt aufzugeben, in der eine zivilisierte Macht eine so aufgeblähte Erklärung abgibt. Neues Propaganda-Gefecht Wien-Berlin Die Pressekampagne, die unmittelbar nach dem Wiener Besuch Neuraths und den nazistischen Demonstrationen eingesetzt hat, ist keineswegs eingeschlafen, sondern nimmt immer heftige Formen an. Auf reichsdeutscher Seite führen die Essener„Nationalzeitung"(Spezielles Organ von Göring), die„Münchner Neuesten Nachrichten"(Eher-Ver- lag) und Goebbels„A n g r i f f". Im Zusammenhang mit diesrr Fehde hat man jetzt im Dritten Reich die Verbreitung sämtlicher österreichischer Provinz-Zeitungen verboten. Man will dadurch die österreichische Regierung auch nötigen, die in Wien noch nicht zügelassenen Naziblätter (wie di« beiden Ausgaben de»„Völk. Beobachter") freizugeben. Die Oesterreicher beklagen sich andererseits, daß die zugelassenen Organe, z. B. die Essener„Nationalzetiung", in die entfernte« I sten Dörfer gratis an alle möglichen Leute ver sandt werden. Dasselbe geschieht bekanntlich seit langem mit dem„Völk. Beobachter" in Jugoslawien!....,-■; !K-’ Däs Bepbot zwetei Nazifilme'ist Wieck'wirti von den Hitler-Blättern zum Anlaß eitter'heftigen Kampagne genommen, während die Schusch- nigg-Preffe den Deutsche» nach wie vor„Mißbrauch des Gastrechtes" vorivirst. In Berlin scheint man der von Oesterreich ins Reich hinüberwirkenden katholischen und monarchistischen Strömungen wegen immerhin besorgt zu sein. Darauf deutet die in Bayern wieder einsetzende rigorose Bekämpfung der katholischen und wiltelsbachischen Gruppen hin. Der Weiner„Christl. Ständestaat" zitiert ein« lange Polemik des SS-Organ»„Das Schwarze Korps" gegen die Bestrebungen der österreichischen Konservative», die Idee des„Dritten Reiches" der Nazi durch eine andere RcichSidee zu ersetzen. 11 Der Freund ROMANVONGREGORJARCHO „ES ist nicht gleichgültig, weil einer von uns daran starb, und es ist nicht gleichgültig, wejl niemand sicher ist, n i« m a n d, hört ihr cS, niemand, daß auch nicht er von seinem Leibe zur Cntleibimg getrieben wird* Da griff Rappaport«in, ein hagerer schwarzer Junge mit dem spöttischen Weltleid seine» gehetzten Volke» in den traurigen braunen Augen: «So geht da» nicht, Genossen!" sagte er. Und„Genossen" klang wie eine Liebkosung und wie ein Kommando zugleich. WaS hatte da» Wort für einen zauberhaften Klang für un», die wir die R«ste de» Licht» au» dem Jahre 1905 bewahrten upd Gorkijs kleine Skizze„Genosse" fast alle auswendig kannten. Wir fühlten un»— soeben noch ein jeder mit sich beschäftigt, mit seinem eigenen Schmerz, seiner eigenen Furcht, seinem eigenen entsetzlichen„Ich", da» so unfaßbar ivar, so zerrissen im Körper und Geist, drohend und lockend, uiübekannten Gesetzen gefügig— plötzlich als ein», als„Genossen", hatten gemeinsame» Leid, gemeinsames Hoffen, gemeinsames Streben. „Genossen", wiederholte Rappaport,„Genossen, Nikiforow ist tot. Ihm ist also bestimmt nicht mehr zu Helsen. Aber ihr ivißt alle ebensogut wie ich, daß Selbstmorde ansteckend sind. Wie Epidemie treten sie auf, zerreißen die dünnen Fäden, von denen der Wille so manch eine» Schwachen zur Flucht aü» dem Leben noch abprallte. Nikiforows Tod kann Anlaß zu vielen Toden geben. Da» müssen wir verhindern." Ich bewunderte Rappaport In diesem Augenblick. Wie er immer bemüht ivar, an all« zu denken, an alle, so weit der Begriff in dem.Augen blick reichte! Und wi« wußte er immer au» jedem Schlag eine Stufe zu machen, auf der man hinaufsteigen konnte, dahin, wo für un» das unklare Hohe, da» nie zu Erreichende und immer Erstrebenswerte lag. Wie verstand er es, jeden Schmerz zum Ansporn umzugießen, jeden Rückblick zur Ausschau, jeden persönlichen Zusammenswß mit dem Leben zum Signal für allgemeine» Vordringen. „Wir müssen NikischaS Tod, solange eS geht, überhaupt geheimhalten. Er ist verreist. Ist bei seinen Eltern. Wer hat sich um ihn zu kümmern? Wir, seine Freunde, sonst niemand. Später können wir erklären, er wäre erkrankt, und dann erst den Tod an der Krankheit bekanntgeben. DaS ist ein», tva» ich vorzuschlagen hätte. Weiter muß für die beiden Genossen gesorgt werden, die jetzt auS einem sehr satten Leben wieder in die Armut hinabfallen. So gut iverdet ihr es wohl kaum wieder haben, Genossen, denn ihr wißt, daß wir durch unsere Eltern daran gehindert sind, euch so aufzunehmen, wie eS Rikischa getan hat. Aber wir können dafür sorgen, daß ihr in reichen Häusern Stunden bekommt, wir können euch auch nach Kräften mit kleinen Anleihen unterstützen.—i—" In diesem Augenblick klopfte«S, und«ins der Dienstmädchen brachte einen Brief herein, der an Nikifcha adressiert war. Ich erkannte sofort die Handschrift. „Charitonow!" Es war wie in einem Schauerroman:— zwei Tode und nun ein Brief von einem, der doch nicht von aller Schuld freigesprochen werden konnte und der— vielleicht— wir vermuteten alle Aehnliches und empfanden schneidende Furcht bei diesen Gedanken— der vielleicht auch seinen freiwilligen Tod ankündigte. Offen gesagt, tvaren wir— so sehr wir den Selbstmord an sich verurteilten— irgendwie alle der Meinung gewesen, daß Charitonow, um seine„Ehre zu retten", jetzt nicht niehr ani Leben bleiben durfte. U;w doch überlief e» uns kalt, al» wir den Brief annah men, den Nikiforows Tante, die nicht eiiunal wußte, daß ihr Neffe die Stadt verlassen hatte, und ihn unter uns vermutete, durch das Mädchen zu uns sandte. Niemand wagte es, den Brief aufzumachen. Ich hielt ihn in den Händen und weiß noch, daß «r mir furchtbar schwer vorgekommen war. Die Rechte sank von selbst hinab, und der Blick folgte ihr, wie gebannt auf den Umschlag geheftet. Und wieder war es Rappaport, der den meisten Mut und die meiste Tatkraft bewies. Uebri- gens war er auch einer der ältesten unter ün»— wohl siebzehn Jahre alt.(Ein Jahrzehnt später fiel er, von einer sinnlosen Kugel eine» Wethen getroffen, vor Petersburg und soll einen kurzen, plötzlichen Tod gehabt haben. Wenn eS wahr ist — hat er ihn verdient.) Kurz— er nahm den Brief und brach ihn mit bebenden Fingern auf. „Nikiforow ist tot— und niemand außer uns darf erfahren, wa» geschehen ist, Genossen! Wir beschlagnahmen diesen Bries!"—„Beschlagnahmen" war wieder so ein Wort, das zu jener Zeit revoluttonären, romantischen Klang besaß— „Wir müssen dafür sorgen, daß Charitonow ebenfalls da» Geheimnis wahrt■——* erläuterte Rappaport. Aber den letzten Satz sprach er so eigenartig, daß wir nicht wußten, ob er nicht nur Redensarten vorbrachte, ob er nicht genau so wie wir an den Tod Charitonows glaubte, den dieser Brief belanntgeben sollt«. Dann las er uns das Schreiben vor. Aber von Selbstmord stand darin nicht mehr, als daß nur Feiglinge Hand an sich legten und so etwas eine» marxistisch denkenden Menschen unwürdig sei. Dagegen schilderte Charitonow zeicknirscht, daß Marusja zu ihm gekommen wäre und ihn gebeten hätte,.ihr wieder Unterricht zu geben, er habe ihr mit einem glatten„Nein" geantwortet, weil sie von Anfang an schrecklich auf seine Sinnlichkeit gewirkt hätte, so stärk, daß er es in ihrer Nähe nicht»«ehr habe aushalten können, tveil dieser Zustand für ihn erittedrigend gewesen wäre. Me den„L i d o v i N o v i n y" aus Wien berichtet wird, hat dort-auch der ArÄil GaYdaS im„G i o r n a l e d' Italia" wegen der schroffen Stellungnahme gegen den Le> gittmismus arg verstimmt. Man legt ihn allerdings al» eine private Aeußerung aus und beruft sich darauf, daß Italien grundsätzlich qn der Auffassung festhalte, daß die"Wahl der Staatsform für Oesterreich wie für jede» andere souveräne Land eine innere Angelegenheit sei. Darüber Yin< au» zeigt sich in der österreichischen Presse neuerdings eine stärkere Anlehnung an Frankreich und die Tschechoftowakei, da man in diesen beiden Echten und in England die einzigen möglichen Garanten der von Berlin bedrohten, von Rom preisgegebenen Unabhängigkeit Oesterreich» erblickt. DI« Tendenz zu einer freundschaftlichen Haltung gegenüber Prag ist auch au» den Kommentaren zu dem Krosta-Exposö zu ersehen. „Völkischer Beobachter” gegen Krofta Die Kommentare zu dem Et- poss deS Außenministers Dr. Krofta sind übrigens in allen Ländern freundlich, wovon nur— Deutschland ebne Ausnahme macht. Der„Bölk. Beobachter" ist keck genug, auch in diesem Falle den Spieß umzudrehen und auf die Klage Krofta» über die Pressekampagne gegen die Tschechoftowakei zn antworten, diese Kampagne habe ihr, Ursache in dm Angriffe» der tschechischen Press« auf Dmtschland. Ja der„gesamten tschechischen Presse"(also wohl au h in den Organen der Herren Stkibrnh, Brarch und Dr. Preiß?) werde„Kriegshetze und antideutsche Propaganda" betrieben. Die„Prager Presse" bemerkt dazu, daß gerade diese Antwort aus München nur die volle Berechtigung der Beschwerden Krofta» beweise. Der französische Handelsminister Paul Basttd ist Mittwoch in Begleitung de» KabinettSchef» dr» Handelsministerium», Benedetti, nach Pari» abge- reist. Landwirtschaftliche Genossenschaften und Planwirtschaft. In der Agrardebatte, die sich am vorigen Mittwoch im Anschluß an da» Exposö deS Landwirtschaftsminister- Dr, Z a d i n a im landwirtschaftlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses entspann, kam auch der tschechische Sozialdemokrat K u L e r a zu Wort, der darlegte, daß die agrarische PlaiUvirtschast von überparteilichen Institutionen durchgesührt werden müsse und nicht Mittel zum Zweck werden dürfe, um die Machtpositionen einer einzelnen Partei zu stärke». Dies« Planwirtschaft dürfe auch nicht vollkommen abhängig werden von den landwirtschaftlichen Genossenschaften und diltest' Bürokratie.— Wir stellen dies fest, weil die Ausführungen de» Redners, wie sie wiedergegeben waren, mißverstanden wurden. Zu den Nachrichten einiger Blätter, daß Dr. Chmund Czernin an'Stelle des verswr- bcnen Ministerial-OberkommiffärS Dr. Sedinko soeben Privatsekretär de» Vorsitzenden der Regierung geworden ist oder wird, ist da» Tschechoslowakische Pressebüro zu der Feststellung ermächtigt, daß diese Nachrichten nicht den Tatsachen entsprechen. Die Agenda des Privatsekretärs st gegenwärtig den zwei Beamten de» Ministerrats« Präsidiums Ministerialkommissär JUDr. St. Rod und Sekretär JUC. Vlado Ondrejäek übertragen. An den genauen Wortlaut kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern, obwohl der Brief auf mich — auf uns alle— einen sehr tiefen Eindruck gemacht hatte— aber er schrieb ungefähr so: „Einige Tage bevor ich dir, Rikischa, erklärt hatte, daß ich Marusja keinen Unterricht mehr geben würde, war mein sinnliches Ueberreiztsein so stark gewesen, daß ich mich selbst verlor, keine Ruhe, keinen Platz mehr in der ganzen Stadt zu finden vermochte und abends, wie von Teufeln getrieben, ein Straßenmädchen zu mir nahm und mich selbst und sie durch den Berlust meiner Unberührtheit erniedrigte. Ich weiß: für dich, da du die körperliche Liebe seit langem kennst und sie mit den Augen unserer an der Wurzel faulen Gesellschaft ansiehst, liegt in diesem Geschehnis nichts übermäßig Entwürdigendes, nichts unwiderruflich Herabsetzendes, nichts, wovon einem der Ekel nachträglich beinah das Avne» unmöglich macht. Ich aber war am nächsten Tage nicht mehr Herr meiner Selbst und an der ganzen Welt verzweifelt, wie wenn die Welt und nicht ich ein Unrecht begangen hätte. Was ich durchgemacht habe, kann ich dir nicht schildern, überdies würdest du mich vielleicht auch gar nicht verstehen. Jedenfälls brachte sch noch so viel Mut zusammen, daß. ich nicht einfach floh, sondern zu dir kam und dir meine Dienste al» Marufjas Lehrer kündigte. Dann schloß ich mich ein, Einige Tage später mußte ich aber au» der Wohnung heraus;—«» hatte sich herausgestellt, daß ich geschlechtskrank geworden war. Und gerade wie ich vom Arzt nach Hause kam, erschien der Teufel, Marusja» mit der Bitte wiederzulommen, wieder ihr Lehrer zu sein. Ich schlug es ihr ab» war grob. Hätte sie erwürgen können. War nicht sie schuld an meinem Fall, an meinem Unglücks Dann sagte ich mir zwar, daß ich im Unrecht wär«,' daß man sie schließlich nicht für die Wirkung verantwortlich machen dürst«, die sie auf mich auSgeifbt hatte und auch nicht für meine Schwäche, für meinen tierischen Ausbruch.(Fortsetzung folgt.), Nr. 64 Donnerstag, 4. März 1937 Seit« 9 fadctendeufsdier Xcitepie^ef Deutsch-tschechisches Problem m». saksch und Weltpolitik Über seine In Westeuropa gewonnenen politischen Eindrücke melnsmne» Staatsziel anstreben. Redner erblickt diese- Staat-ziel darin, innerhalb der Grenzen der Republik ein Höchstmaß von Freiheit, Wohlstand und Kultur für alle Bürger zu verwirklichen. Dir Pakt vom 18. Feber ist zustande gekommen, weil die demokratischen Parteien beider Völker am Verhandlung-» tisch saßen. Di« Unzufriedenheit Henlein» ist begreisiich, denn ihm geht(8 vor allem um die Freiheit, seine politischen Gegner ebenfalls ins Konzentrationslager sperrest zu können. Er fürchtet die Verständigung. Das soll aber nur ein Ansporn sein, am begonnenen Werk im Geiste der Demokratie weiter zu arbeiten und e- glücklich zu vollenden. Vor allem obliegt e» uns, auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet eine gewaltige Aufbauarbeit zu leisten. Falsch stimmt dec Meinung interessierter Engländer zu, daß in dieser Richtung bisher nicht genug systematisch an- Werk gegangen wurde. Dar notwendige Aufbauwerk bedarf einer größeren Resonanz in der öffentlichen Meinung. Die Ideologie des Natioimlstaates hat dazu beigetragen, daß wichtige Faktoren unsere- öffentlichen Lebens die gewaltige Tragweite der ökonomischen Rekonstruktion unserer industriellen Randgebiete unterschätzten. Auch war da- soziale Problein der Notstandsgebiete anbelangt, dürfen wir un» auf die Dauer nicht den Luxus rein polemischer Auseinandersetzungen leisten. Es ist richtig, daß auch der llolvakische und tschechische Arbeitslose gleichen Anspruch auf Fürsorge besitzt und daß es auch in anderen Ländern Hungergcbiete gibt. Dessen ungeachtet muß aber unsere Demokratie ihre soziale MenHackert Antwort an Henlein Der Parteiobmann des Bundes dec Landwirte, Gustav Hacker, beschäftigte sich am Dienstag in einer BezirkS-Bauerntagung in Braunau init der Aujfiger Kundgebung Henleins. Hacker erklärte, „daß diese letzte Kundgebung der größten sudetendeutschen Partei in Ausiig für das gesamte Sud etend eutscht um einegroßeEnt- täufchung wurde, ja eine viel größere Enttäuschung, als daS so bezeichnete Ergebnis aus den Verhandlungen der verlästerten Splitterparteien mit der Regierung." Henlein habe in Aussig durchaus nichts Neues gebracht, aber Unmögliche» verlangt. Cs sei jedoch „GreUelpropaganda schlimmster Art und eine unabwaschbare Schande für die, die cS aussprechen, wenn man das BerhandlungSergebnis dazu benützt, um den Vorwurf dcS VolkSverratek in die Massen zu wtrfen." Henlein erklärte, er könne warten; die Aktivisten Äer können und wollen nicht ivarten, da das Interesse und die Not de» arbeitenden Volke» Hilfe fordern. Die Berstreicherung der Sudetendeutschen macht Fortschritte, wie ein Erlaß des hcnleinisti- schen Deutschen Turnverbandes beweist, in dem die Einführung von„G a u- E r b- A« r z t e n" angeordnet wird. Die„Gau-Erb-Aerzie" werden zunächst die»Erbgesundheit" der AintSwalter zu prüfen haben, später aber soll die gesamte Mitgliedschaft der Erbmusterung unterworfen werden. Gezeichnet ist der Ukas von dein Dietwart und dem„Verba nds-Diet-Beauftrag- ten für bevölkerungspolitische Fragen". Man sieht daraus, daß es um die Sudeiendeutschrn nicht schlecht bestellt ist und daß schenpflicht den Krisenopftrn gegenüber in stärkerem Maße erfüllen als bisher, ivkan darf insbesondere nicht die eine oder die andere Partei allein an vieler Front känrpfen lassen. Was in letzter Feit auf dem Gebiete der Ernährungsaktion an ErsparungSmatz- nahmen praktiziert>vird. wächst sich vielfach zu einer Staatsgefahr aus. Redner richtet an die tschechische Publizistik und an alle vevamwoctlichen politischen Kreise den dringenden Avpell, sich da» Notstandsproblem in den Grenzgebieten selbst anzusehen und mit den deutschen demokratischen Parteien einen positiven Ausweg zu suchen. Die Sudeteudeutschen wollen nicht auf di« Styfe «ine» Bettlervolke» heretfinken. Jin Jnteresie de» Staate- must«ine gemeinsame ökonomische Konzeption der demokratischen Tschechen und Sudetcndeutschen erarbeitet werden. Unsere Landwirtschaft braucht die Mobilisierung der brach- liegcuden Kaufkraft in den Exportgebieten- Wir brauchen«ine Orientierung der Wirtschaftspolitik, die e» de» fleissigen Bauern Böhmens, Mähren» und der Slowakei ermöglicht, mit der fachlichen, Tüchtigkeit unserer intelligenten Arbeiter auf einer Lime zu marschieren. Wird dieser Weg beschritte», dann hegt Redner keine Befürchtung, daß die Tschecho- slotvakei ettva ein Sorgenkind Europa» werden könnte. Heute über morgen muß ein neue» Europa kommen, weil e» die Menschen und Völker einfach nicht ertragen, dauernd in Haft und Unfrieden zu leben. So wollen wir im eigenen Lande unseren Teil dazu beitragen, um den Frieden zu retten. Alle Tschechen und Sudetendeutschen, die guten Willens sind, mögen darin wetteifern, gute Europäer zu werden. * Reicher Beifall des zahlreich erschiestenen tschechischen und deutschen Publikums folgte den Ausführungen dcS Vortragenden. An den Vortrag schloß sich eine kurze Debatte an, auf die daun Abgeordneter Falsch in einem Schlußwort nnt- wortete. Der Abend war sehr anregend. man der SdP zu Unrecht vorwirft, sie habe nichts Positives geleistet. Sie bringt zwar den Menschen keine wirtschaftliche und soziale Besserstellung, sie vermag die Volksgenossen Unternehmer nicht zur Aufgabe des Klassenkampfes gegen die Arbeiter zu bewegen, sie tut herzlich wenig dazu, um die Lungen und Knochen der Leute gesund zu halten, aber sie läßt durch den Turnverband die Erbgesundheit prüfen! Und einen BecbandS- Diet-Beauftragtcn haben die Sudetcndeutschen auch schon... Mehr benötigen sie im Augenblick Wohl nicht. In der Henlein-Opposition tauchte, wie uns berichtet wird, sogleich die Frage auf, ob die„Gau-Erb-Aerzte" vielleicht auch die Homosexualität verfolgen und gewiß« Zirkel der völkischen ErneüerungSbewegung aus den erbg-« suudheiilichen Bestand der Geschlechtsdrüse» untersuchen tverdcn, iveil er bekanntlich in diesem -Punkte an der Erbgesundheit manches KB-Man- neS ebenso wie an der so vieler Ml- und Männer hapern soll. Ein tschechisch«» SloatSrealgymnollum I« Komatau- Die Stadtgen^einde Komotau hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dem Ministerium für öffentliche Arbeiten zur Errichtung eines neuen Schulhauscs für da» tschechische Realgymnasium eine groß« Baustelle neben der Staat»l«hr«rb!ldungsanstalt um den Betrag von 200.000 Kd zu verkaufen. Auch mit diesem Dau soll ehestens begonnen werden. Stellenausschreibung. BeimVerbandeder deutschen Selbstverwaltung-körpgr gelangen in der nächsten Zeit die Stellen von z w e i rechts wissenschaftlich vorgebildet«» Konzeptskräften zur Besetzung. Voraussetzungen: Doktorat der Rechte, vollständige Beherrschung der Staatssprache, Au-Wei- über die bisherige Praxis. Bewerber mögen ihre Anschrift«in- fenden an den Verband der deutschen Selbstvertoa'.» tungskörper, Tcplitz-Schönau, Richard Wagnerstrabe Nr. 12. Die größte Stadt der Welt wühlt Am heutigen Tage finden in London di« Wahlen zum„Grafschaftsrat"(County-Toun- cil) statt, der Körperschaft, deren Aufgabe die eigentliche Kommunalpolitik der Hauptstadt des britischen Weltreiches ist. Bei den letzten Wahlen vor drei Jahren hat die Labour-Party zum ersten Male die Mehrheit errungen und sie hofft, ihre Mehrheit diesmal noch zu vergrößern, obgleich die Konservativen, die in London unter dem Titel „Municipal ReformekS" kandidieren, nach Kräften bemüht sind, di« Kontrolle per Londoner Kommunalpolitik, die sie 87 Jahre lang inne-> hatten, wieder zurückzugewinnen. Die Labour-Metzrheit im Londoner Graf« schast-rat. di« von Herbert Morrison geführt wird/ kann auf bemerkenswerte Leistungen während ihrer jetzt abgelaufenen dreijährigen Tätigkeit Hinweisen. Sie hat ein großzügiges Programm der Berkehrsverbeiserung in London durch di« Erneuerung der völlig veralteten Waterloo- Brücke eingeleitet, mit deren Neubau gerade in diesen Tagen begonnen kotrd. Sie hat in den dichtbevölkertsten Wohngegenden Londons Schwimmbäder und Grünanlagen errichtet, große Aufwendungen zur Berbefferung der Hospitäler gemacht und sich nach Kräften bemüht, die Schandflecken Londons, die berüchtigten„SlumS", zu beseitigen und an ihrer Stelle moderne und gesunde Neubauten zu errichten. Noch in seiner letzten Sitzung vor der Wahl hat der Grafschaftsrat den Beschluß gefaßt, im Norden der Borstadt Bethnal Green eine große Fläche zu erwerben und auf ihr Wohnungen für 1800 Angehörige der werktätigen Bevölkerung zu bauen. Die Londoner Labour-Mehrheit läßt sich von dem Vorbild der Wiener Sozialisten letten und sie hat bereit» einen Bauplan für die nächsten sieben Jahre ausgestellt, dessen Ausführung 85 Millionen Pfund erfordern würde, dessen Ergebnis aber die völlige Befestigung der Londoner Slums sein würde und dessen Bedeutung selbst di« konservative Wochenschrift„Observer" mit den Worten anerkennt:„Ein neues London entsteht". Wie sehr sich die Londoner Sozialisten der volkswirtschaftlichen Bedeutung ihrer Maßnahmen bewußt sind, beweist die von ihnen gestellte Bedingung, daß alle für die Londoner Gemeindebauten benötigten ausländischen Materialien quf britischen Schiffen transportiert werden müssen, um so die Arbeitslosigkeit in der britischen Schiffahrt zu mildern. Die Londoner Konservativen sind im Wahlkampf sichtlich um Argumente gegen die Labour« Mehrheit des Grafschaftsrates verlegen. Sie wollen'zwar die Diskussionen, die jüngst in der Laboux-Parttz um die„Einheitsfront" mit den Kommunisten geführt wurden, dazu benützen, von einem drohenden Einfluß des„Radikalismus" auf die Labour-Party zu sprechen, aber Herbert Morrison ist weit uNd breit als ein Politiker bekannt, der radikal»» Experünenten jeder Art ab« hold ist und auch bei seinem Londoner Reformwerk sehr jiberlegt und vorsichtig porgegangen ist. Di« weiteren Argument« der Konservativen, daß die Einkommensteuer in London während der Labour-Herrschaft im ÄrasschastSvat um 20 Prozent gestiegen ist und daß der Wert der Pci- vatgrundstücke in den Gegenden, in denen jetzt Arbeiterwohnungsn gebaut werden sollen, sinke» werde, könne» nur auf die besitzenden Schichten Eindruck. machen, während Arbeiterschaft und Mittelstand die Leistungen d«S von der Labour- Party beherrschten GrafschaftSrateS zu würdigen wisst». Die heutige Londoner Wahl hat, wie gerade die Konservativen wissen,«in« mehr al» kommunale Bedeutung, da e» sich um die Verteidigung der sozialistischen Mehrbeit in der Hauptstadt eine» konservativ regierten Lande» handelt, um die Durchführung sozialistischer Reformen in der größten Stadt der Welt. Der Wahlsieg der Üa- bour-PartY bei den Londoner GrafschaftSrats- wahlen vor drei Jahren war der Beginn eine» großen Aufschwunges der Labour-Party in ganz England, der die damalige Regierung Mae« donald-Baldwin ernstlich i» Gefahr brachte und de» Konservativen die Parlamentsmehrheit gekostet hätte» wenn nicht im letzten Augenblick der abessinische Konflikt ihnen eine günstige Wahlchance gegeben hätte. Da» Ergebnis der heutigen Londoner Wahlen wird wiederum einen Schluß darauf zulassen, ob die Leckour-Party, die durch die inneren Diskussion«» über die Einheitsfront und die'Rüstungspolitik in letzter Zeit kritisch«' Situationen durchlebt hat, vor einem neuen Auf»' stieg steht. Die rumänischen Studenten nach Hause geschickt B u I a r e ft. Die Sicherhettöhehörden räum ten und verstegelt«» am Mittwoch die Studenten. Heime, deren Insassen spätesten» im Lays» de» Donnerstag in ihre Heimatgrmeinden atreiseu. Unbemittelte« Studenten wird»in der Regierung ein« freie Fahrkarte zur Verfügung gestellt. Ebenso wurden die Freimaurerloge« versiegelt. Di« Archive her geschlossenen Student«»-«her . Verband-lokale werden von de« Behörde» übernommen. Andererseits wird dir Regierung energisch« Massnahmen ergreifen, um arbeitslos« Jptellettuelle in den wirtschast-pepzess einzugliedern. Ans diese Weise soft einer her wesentlichste» sozialen Ursachen der Stndentenunnchen «ntgegettgewirkt werden. Im Klub»Pkitomnost" in Prag hielt Abg. Falsch vor einem zahlreich erschienenen Publikum einen Vortrag über seine Reise nach Frankreich und England. Rainer ging von seinen Eindrücken in Pari» au» und erklärte, er sei freudig überrascht gewesen, in alle» maßgebenden Kreisen große Sympathien für das deutsch« Volk vorjufinden. Zwischen den beiden großen Nationen am Rhein bestehen seit Jahrzehnten tragische Miß- verständnisie. So wenig Vorkriegsdeutschland völlig vom wilhelminischen Geist« beherrscht war, so wenig sei das französische Volk im Herzen poincaröistisch gewesen. Das Unglück von 1914 entstand durch da» Zusammenspiel der Extreme auf beiden Seiten. Auf den Schlachtfeldern haben sich Deutsche und Franzosen al» tapfere Männer achten gelernt und die Wirrnisse der Nachkriegszeit gingen entscheidend darauf zurück, daß die Gefühle de» kleinen Mannes in der hohen Politik nicht zum Durchbruch gelangen konnten. Die Verständigung Deutschland—Frankreich wird erschwert durch den ungleichen Rhythmus der politischen Entwicklung beider Länder. Mau kann »gen, daß da» Kabinett Blum di« im besten Sinne • lettischfreundlichste Regierung darstellt, welche Frankreich seit Jahrzehnten besaß. Lkon Blum war eö, dir von der Tribüne der Kammer gegen die Ruhrbesetzung protestierte und dafür von den Nationalisten al»»Anwalt der Deutschen" beschimplt wurde. Seine Politik ist der Ausdruck der großen Friedenssehnsucht und der ehrlichen Bereitschaft der französischen Nation, mit dem deutschen Volke zu einer dauernden Verständigung zu gelangen. Sie ist auf dem Glauben aufgebaut, daß auch die Massen de» deutschen Bolles den Frieden wollen. Ein Krieg könnte also nur kommen al» Fortsetzung des großen Mißverständnisse» zwischen Deutschland und Frankreich. Nur dann ist eine kriegerische Katastrophe denkbar, wenn sich ein größerer Teil des deutschen Volkes einreden läßt, von uwrschen Staaten, feindselig gesinnten und dabei schwachmütigen Völkern umgeben zu sein- Ohne der Erörterung dieses Themas vor der sudetendeutschen Oeffentlichkeit vorgreifen zu wollen, erklärte der Redner, daß sich jeder verantwortungsbewußte sudetendeutsche Politiker lieber in Stücke hacken lassen müßte, ehe er sich dazu hergibt, den verbrecherischen Wahn zu nähren, daß ein isolierter Krieg, etwa zwsschen Deutschland und der Tschechoslowakei möglich sei. Man sei sich in Frankreich, aber mich in England dessen bewußt, daß der erste in Mitteleuropa auSgeriffene Arenzpfahl die Entfesselung eine» Weltorkans von Stahl und Blei und Giftgq» bedeutet. Der Friede sei nur auf der Basis zu erhalten, wenn die Grenzen geaenseitig respektiert, dl« Ärenztvälle aber systematisch abgetragen werten. Upter dieser Voraussetzung findet da» deutsche Boll «In« säkulare Gelegenheit vor, di« weitgehendste Respektierung seiner wirtschaftlichen Interessen zu erzielen und damit einen dauernden Frieden• am Rhein, an der Moldau und an der Donau zu begründen. Falsch ist der Auffassung, ter Sinn der englischen Politll liege darin."dem deutschen Bolle Möglichst viel Zeit zur Erwägung der Alternative de- totalen Krieges und einer ehrenvollen Befriedung zu gewähren. Dabei will England Nicht tatenlos zuwarten, sondern steigert seine militärische Kraft, um den Frieden schützen zu können, und'ist auch politisch bestrebt, alle denkbaren Konfliktsstoffe au» dem Wege zu räumen- Daraus ergeben sich aktuell« Zusammenhänge zwischen der europäischen Situation und der tschechisch-deutschen Frage. Im Widerspruch zu gewissen heimischen Isolationisten vertritt Jaksch den Standpunkt, er sei ein schlechter Dienst am tschechischen Volle, ihm einreden zu wollen, daß da» nationale Problem nur zwischen Bodenbach und E.-Äelenic« gestellt sei. Ans«««, inneren Problem« find Trilprobleme des neuen Europa, verbunden mit dem allgemeinen Friedensproblem und den europäischen Entscheidungen. Darum können wir das Thema nicht akadeuiisch erörtern, sondern müsse» praktische Lösungen finden. Das größt« ideologisch« Hindernis der tschechisch-deutschen Annäherung liegt darin, dqß jeder Partner sein Ziel« bild nach dem maximalen nationalen Besitzstand formt, den er jemal» in der Geschichte befaß. Au» einem übertriebenen HsstoriSmu» ergibt sich«ine ideologische Versklavung an die Vergangenheit. Besinnung auf die Gegenwart tut not. Tschechen und Sudeteicheuisckw find heute vor die Wahl gestellt: Nattonql« Machtpolitik, verbunden mit Unfrieden und Gefahr, oder nationale Solbstbeschränkung al» Basis de» Wohlstände» und der Sicherheit, Jaksch begründet seinen Optimismus darauf, daß der kleine Man» letzten Ende» doch die relative Sicherheit seiner, Dasein»' anstrvbt und nicht Obiekt einer gefährlichen Machtpolitik fein will. Der Pqkt. vom 18. Febex habe diesen OptimirmuS gerechtfertigt. Bom aktivistischen Sfafldpuntte au» sieht Jqksch darin »Icht«Inen Abschluif, sondern einen guten Anfang »«» nenoNelpolttischen Befriedunztwerke«. Beide Vertragspartner könnt» darauf stolz sein, in so unsriedltcher Zett im Herzen de» Kontinent» ein. Beispiel der Vernunft, gesetzt zu haben. Vor ums, liegt aber noch der Prüfstein der Einlösung. An det» besfen Willen der führenden Männer sei nicht zu zweifeln. Söll da» Werk gelingen, daun ist aber 'auch rin« positive Einstellung ein«»,-jede» Beamten, jede» verantwortlichen Politiker» und öffentlichen Funktionär» erforderlich., ,'Redner ist weit davon tW lernt, nur einseitig« Forderungen zu stell«». Der veMihe Aktiyivmus ist sich der Größe der Aufgabe voll bewußt, die noch im sUdef«nd«utschen Volk« zu leisten ist. Ein historjschtr Erfolg de» Bersöhnnngs- tverke» seht Vorau», daß Tschechen und Deutsche Pom Boden einer gemeinsamen Ideologie au» ein ge» Das Bingen um die Südflanke Wie eö für den Stellungskrieg, zu dem dir Kämpfe um Madrid sich entweckelt haben, charakteristisch ist, gehen die Offensiven und Gegenoffensiven mehr und mehr in höchst blutig« und ungehkures Material verschlingende Dauerlämpfe über. Obwohl von beiden Seiten immer wieder regelrechte Schlachten gemeldet werden, handelt eS sich doch um ein wechselvolles, bald an dieser, bald an.; jener Stelle heftiger anschwellrndes -Ringen a» der ganzen Front,«»bet rin Angriff der«inen Partei jeweils Gegenangriffe außlöst und solche Kämtzfe sich tagelang hinziehien.' Der entscheidende Teil der Front bleibt noch immer di« Südflanke am Ia- rama, wo Fra»« gegen die Strasse Madrid— valeneia drückt, ohne freilich von der Stelle zu kommen. Gr trfpstigt jetzt di« errungenen Positionen, um wenigsten» artilleristisch„gen die wichtigste Perthtdung der Stadt winen zu können. Aper im Laufe des Mittwoch wurden auch einig« befestigte Linien am Aapatna von den Re- »IrrnngStruppen im Sturm genommen. In M a d r i d selbst handelt«tz sich am de» Versuch Franko», seine vorgeschoben«» Ahteilun- grn zu rettrn. Jn den erbitterten Kämpfen, in penen üin sibt» Hast» tagelang gerungen wird, .sind kein«, nennenswerten positiven Resultate zu verzeichnen. Auch in Asturien wird ununterbrochen gekämpft.— Bei Almeria soll sich«in neuer Vorstoss der italienischen Südgrnppe vorbereiten. 500 spanische Walsen nach Mexiko Mexiko. Der Minister für Schulwesen hat vorgeschlagen, daß hsi Volksschulen je eine bestimmte"Zahl von.000 spanischen Waisenkindern aufnehme», die in kurzer Zeit in Mexiko eintrefsen sollen, Die Schulen werden für ihr« Erziehung und für den Unterhalt sorgen. Labour-Party zum RUstungspropramm London.(Reuter.) In der geheimen Sitzung der Latour Party wurde t«schl»ff«n, dass sich die Partei grundfStzlich nicht gegen die Beträge für di« Ausrüstung stellen werde. Di« Latour Party wir» kleinere Herabsetzungen der prS- liminierlcn Betröge für da» Lanbheer, für Pie Marin« und für da» Flugwesen ab,«stuft, wie Pies« Pröliistinar« dem Parlament, zur Erledigung vorgelegt werden, fordern. Zum Schluss wird die Partei eine Resolution vorlegen, in de« sie pi« Beschwerde auSsprrchr» wipp, Paß eine Anpassung der Ausgaben fehlt, dass da» Programm der Regierung feine Sichern»»tzmassnah- men ressen die Gewinnsucht der Produzenten enthält und dass di« Regierung keine konstruktive Friedenspolitik verfolg«. Seite 4 Donnerstag, 4. März 1037 Nr. 54 3^eauuigfcüteft Die Hüter des„christlichen Spanien" sind natürlich mohammedanische Mauren X»Moros"j, Niger deutlichen Symptomen äußern, aber die deutsche Ideologie ist vorhanden. In Nazi- Deutschland kann man mit dm gelehrigen Schü- lern durchaus zufrieden fein! wurden. Zu diesem Unglück-meldet die polnische Telegraphen-Agentur.daß vondenl6Schwer- verletzien Mittwoch 14 im Krankenhause ihren Verletzungen erlegen siiid. Bolts Hilfe und GcneralSrache. Bei einer Aufführung des Films„Die Verteidigung von Madrid" im Londoner Proletenviertel Whitechapel forderte der Labour-Abgeordnete G. N. Strauß zur Hilfeleistung" für die spanische Äemo- lratie auf. Das Londoner HilsSlomitee für Spanien will jetzt 2000 Pfunh(L80.000 Kö) für Madrid aufbringen und, sammelt. Lebensmittel. Am kommenden Samstag wird zugunsten der Aktion ein großes Konzert im Londoner Scala- Theater; veranstaltet. General Franco hat für Nazi-Spanien die Aufführung aller Filme verboten, bei deren Herstellung eine Reihe, namentlich bezeichneter britischer und. amerikanischer Künstler Mitgewirkt haben, weil sie in einer Versammlung zu Hollywood eine Sympathiekundgebung für die. spanischen BerfassungSkämpfer beschlossen haben, sbn.) Verunglückte Skifahrer, In der Nähe der Ramolalpe in Tirol überraschte eine Lawine 20 Skifahrer aus München. Die Sportler konnten noch rechtzeitig der Lawine ausweichen, bis auf einen, den 24jährigen R. Steinmetz, der mit in die Tiefe gerissen wurde und im der Kluft ums Leben,kam.— Im Distrift Similian im Oetztal wurden zwei englische Skifahrer, Cokomän und Freye, beide aus London, von einer Lawine verschüttet. Eoloman gelang es, sich zu retten, während fein Kollege in den Schneemassen ersttckte. — In der Seiseralpe bei Bozen verschüttete eine riesige Lawine zwei reichsdeutsche Touristen. Der eine konnte sich aus ihr herausarbeiten, während der zweite nurmehr als Leiche gefunden wurde. Lawine sperrt die Brennerstrecke. An der Nähe des Brenners verschüttete eine Lawine die Eisenbahnlinie und beschädigte die Lokomotive des gerade vorbeisahrenden Schnellzuges Berlin— Rom. Die Strecke konnte erst nach stundenlanger Arbeit wieder freigelegt werden. Hechwassrr in Serbien. Während der letzten Regengüsse sind die Flüsse und Bäche in ganz Jugo- slawicn angeschwollen. Die Save hat einen Hochstand von 7.6 Meter über dem Normale erreicht und ist auch in der Umgebung von Belgrad aus den Ufern getreten. Die grüßten Befürchtungen rufen jedoch ihre Zuflüsse hervor. So sind in der nächsten Umgebung Belgrads und in Belgrad selbst sonst kleine Zuflüsse der Save über die Ufer getreten und haben die anliegenden Häuser überschwemmt. In Belgrad ist dar Wasser in einigen niedrigergelegenen Vorstädten in die Wohnungen gedrungen. Die Eisenbahnverbindung Belgrad—Kragujevae ist unterbrochen. Die angeschwollene Morava und deren Zuflüsse haben dar ganze Gebiet überschwemmt. In Brus ist das, Kind der' Bezirksgericht-Vorstandes ertrunken. Auch der Simice-Flutz bei-Priötina ist über die Ufer getreten.-Zwanzig Gemeinden stehen unter Wasser. In dem überschwemmten Teil von Priötina ist ein einstöckiger Haus eingestürzt. Aus den Trümmern wurden eine Frau und ein Kind mit tödlichen Verletzungen hervorgezogen. 10.000 Hektar Boden stehen unter"Wasser. Die,Eisenbahnverbindung nach Kosovo Polje ist ebenfalls unterbrochen. vtff«tlichr Hinrichtung. In Limoges wurde ein üüjähriger Mann wegen zweifachen Mordes hingerichtet. Der Hinrichtung wohnten etwa 10.000 Neugierige bei. Der Mose« de» neunzehnten Jahrhundert«. In Leedi verstarb im Aller, von 70 Jahren ein in ganz England bekannter Mannj der den-Namen Albert Jgnotu» trug. Albert der Unbekannte/aber allgemein „der MoseS de» neunzehnten Jahrhunderts" genannt wurde. Auf. diesen Namen hatte"er volles Anrecht. Denn er wurde während der großen Ueberschwem- mungSkatastrophe von 1806 in einer Wiege auf den Fluten treibend,, ganz wie der biblische MoseS, aufgefunden. Allerdings nicht von der Tochter der Pharao, sondern von den Behörden. Und so verbrachte er-seine Jugend nicht im-Königrpalast, sondern- im Erziehungsheim, wurde, dann von einem, Schuster adoptiert und., endlich Fabrikarbeiter. Bor, vielen Jahren veröffentlichte. er in, verschiedenen großen nicht unterhalten. Setzen Sie sich! Wir verhören die Zeugen!" Dar Zeugenverhör-ging eine Welle weiter. Dann erhob sich-plötzlich der Angeklagte Und" erklärte,- er lehne-den gesamte» Strafsenat wegen Boreingenommenheit abl Eine Welle der" Erregung und Entrüstung ging bei diesem frechen Manöver der Angeklagten durch dar Auditorium. Vorsitzender GR. Dr. N eurer ter unterbrach sofort die Verhandlung und" unterbreitete im Sinne-der Bestimmungen der Strafprozessordnung den AblehnungSantvag dem KreiSgerichtS- p r ä s idi um zur Entscheidung. Der in keiner Weise begründ ete Antrag, der- nur alS Provokation- aufgefaßt werden kann, charakterisiert diesen sauberen Herrn auf der Anklagebank zur Genüge. Nach" halbstündiger WethandlungSpause kehrt der Senat zurück und der Vorsitzende verliest da» Erkenntnis" des KreiSgerichtSpräsidiumS, durch welche» der Ablehnungsantrag- der Angeftagten mangels jeder Namhaftmachung wesentlicher gesetzlicher AblehnungS- g rü n d e ab g e wi e sen w i r d. Wir erachten eS für unsere Referentenpflicht festzuftellen, daß der Gerichtshof von Anfang des Verfahrens an, die in einem Rechtsstaat selbstverständlich« Objektivität deS Richters peinlich gewahrt und den Angeftagten in keiner Weise in seinem Recht, sich zu verteidigen, verkürzt Hai. Die Verhandlungspause benützte Herr ParkuS zn Gesvrächen mit seinen im GerichtSstüll anwesenden Bekannten. Da er in der Erregung mit erhobener Stimme sprach, enthüllte bei dieser Gelegenheit dieser treffliche Täufling der Patres Dominikaner, dessen spezieller Freund Baier Saip(nach Beschluß des Gerichtes zur ständigen Anwesenheit beim Zeugenverhör verhaften) mehrfach heftige» Unbehagen an den Tag legte, seine schöne Seele mit" den lapidaren Worten: „Mir kann nicht» gekchebenk Und wenn— km schlimmste» Fall übe ich die vaar Jahre ab. Aber verloren gehe ich nicht! Rur schade um die Zeit.. Herr Dr. Parku» bat recht! L:ute seiner Schlagegehen in dieser kapitalistischen Gesellschaftsordnung wirklich nicht verloren. Wenn ein wegen schwerster Korruption verurteilter Finanzrat seiner Verurteilung zu eineiichalb Jahren saueren Kerkers, wie verlautet, einen prächtigen Bosten verdankt,— warum sollte ein noch viel„tüchtigerer" Anwalt schlechter abschneiden? Flugplatz Ruzynk erst ab Aprll in Benützung. Bekanntlich sollte mit 1. März, der gesamte Prager Zivilflugverkehr von Kbely auf den neuen Flugplatz in Ruzyni verlegt werden. Die Eröffnung des neuen Flugplatzes hat eine Verzögerung erfahren, da das ungünstige Wetter der letzten Zeit die letzte Herrichtung des durch Probestaris und-landungen sehr beanspruchten FlugterrainS vereitelte. Der neue Flugplatz wird seiner Bestimmung-erst im April übergeben werden. Schon wieder«I» Auto vom Zug geschleift. Dienstag, den-2. März, stieß um 18.69 Uhr der Lastzug Nr. 3800, der alS Vellh Kapuöany nach UZhoriw fuhr» im Kilometer 16.087 auf ein mit acht Personen besetztes Automobil. DaS-Auto» mlchfli stürzte um und wurde von der Lokomotive- IS Meter weit geschleift. Bei dem Unfall-wurde ein Insasse- deS Automobils schwer und ein. zweiter leicht verletzt;"die übrigen kämen zum Glück mit leichten Abschürfungen davon. Die Ursache deS Unfalles wird untersucht. Schwere Pulver-Explosion. Dienstag ereignete, sich in dec polnischen staatlichen Schießpulverfabrik in Pionki bei Radom eine Explosion, wobei- vier Arbeiter getötet und 16 schwer verletzt Glelchsdialtiinss-Symptoine Bereits vor Jahresfrist hat die in Prag, Men und Berlin erscheinende„Medizinisch e K l i n i k", ein Organ für prakttsche Aerzte, plötzlich ihre Redaktton gewechselt. Ein bekannter jüdischer Professor und ein Mediziner mit verdächtig klingendem Namen,wurden aus dem Redaktionskollegium entlassen. Die Referats über die tschechoslowakische Literatur wurden ein- gestellt, weil angeblich dafiir kein Platz mehr vorhanden ist. Jetzt zeigt die mit Erscheinungsort Prag bezeichnete Zeitschrift erneut, daß sie sich offenbar nach dm Weisungen des Berliner Propagandaministeriums richtet. Am 22. Feber d. I. wurde Prof. Alfred Kohn, Ordinarius der Histologie an der Pra- der deutschen Universität, 70 Jahre all. Die großen Tageszeitungen würdigten seine Bedeutung in ausstihrlichen Artikeln. Seine Hauptleistungen liegen auf dem Gebiete der inneren Sekretion, für die er eine Reihe wich, tigster morphologischer Grundlagen geschaffen hat. Kohn ist ein hervorragender, selbst bet der„nationalen" Studentenschaft beliebter Lehrer, der immer ausgeprägt,„deutsch" empfand. Nun war es sell Jahren üblich, daß die„Medi- zinische Klinik" jeden Prager Ordinarius, der 70 Jahre all wurde, in einer Reihe von Festartikeln (ihm gewidmeten Arbeiten) feierte. Das geschah 1932 bei R. Fisch!(Jude), 1933 bei E l s ch n i g, 1938 bei G h o n, 1936 bei L a n> g e r. Hingegen wurde der 70. Geburtstag von Kohn in der ,;M e d i z i n i s ch e n K l i n i k" vom 19. Feber d. I. mit einigen wenigen Zet- len abgetan des Inhalts, daß Kollegen, Schüler und zahllose Freunde sich freuen, daß er gesund und rüstig noch voll im tätigen Leben steht. Aber sonst ist'plötzlich kein Anlaß,„rückschauend Leistungen aufzuzählen". Demgegenüber wurde Prof. Alfred Kohn.in der„Wiener Klinischen Wochenschrift" ein Festartikel gewidmet, in dein seine Wissenschaft- lichen Leistungen von einem Nichtpräger in wärmster Form ausführlich dargestellt wirv. Wie wir von besonderer Selle erfahren», ist be- reits vor etlichen Monaten in Prag ein Rundschreiben an die in Frage kommenden Kollegen ergangen, l>aß man für Prof. Kohn keine Festschrift im bisherigen Sinne plane mll der seltsamen Begründung, es sei nicht leicht,„jederzeit auf Bestellung Arbeiten zu- liefern",; Die Nachahmung der Methoden des Dritten Reiches kann sich bisher in der Republik nur inmehroderwe- Herr Parkus macht sich nichts aus„ein paar Jahri Dramatischer Verlauf de* dritten V Präs.—rb— Der dritte Verhandlungstag des ParkuS-ProzesseS verlief noch bewegter al» die vor hergehenden- Zunächst beantragte der Verteidiger die Vorlage verschiedener Urkunden, au» denen her- vorgehe, daß der Angellagte noch Anspruch auf wei tere 460-000 AL habe, al» Entlohnung für seine, beim Verkauf de» Großgrundbesitze» Hamry ge leistete Arbeit. Der Senat behieft sich die Entschei dung über diesen Antrag für einen späteren Zeitpunkt vor. Dann folgte die Einvernahme einer Reihe von Geschädigten, die ans dem Riesenbesitz de» Ordens Parzellen erstehen oder pachten wollten und dem An geklagten vor sechs bis sieben Jahren den Kaufpreis bzw. Pachtschilling erlegten, ohne daß bi» heute die Verbücherunä durchge führt i st- Im Einzelfall beläuft sich der Schaden auf 6000 bis 16.000 XL Au» dem Verhör der Leiter» der„Moravfkä banka" geht hervor, daß die Grundverkäufe im wesentlichen von dieser Bank vermittelt wurden-(Gesamtwert neun Mil lionen Ai!) Dr. ParkuS, der bekannüich, nach der Aussage des Pater» Saip, 17 0.0 0 0 Ai b l o h d a- für bekam, daß er die Verbindung mit dieser Bank herstellte, sich aber im übrigen um die Durchführung der Kaufverträge kaum küm- mierie, hat also bloß den Kaufpreis oder Gachtschillingindie eigene Tasche gesteckt, wo für er noch mit Hunderitausenden honoriert wurde! Obwohl also Dr. Park«» in dies« Sach« nicht» unternommen hat, beanspruchte er doch eine wei tere Entlohnung von 45.000 Ilil Der Angeftagte, dessen Benehmen vor Gericht feder Beschreibung spottet, produzierte sich mit einem lärmenden Protest und berief sich auf seine „Verdienste" beim Abverkauf verschiedener OrdenS- grimdftücke, welche Bestandteile des„grünen Gür tels" um Prag bilden sollen, dessen Schaffung er zum großen Teil seinen Bemühungen zuschrieb(I). Schließlich war die Geduld der energischen Vorsitzen den GR. Dr. Neureiter, die ohnedies durch die bodenlose Dreistigkeit de» Angeklag ten auf eine harte Probe gestellt war, erschöpft und er verfügte, nach dreimaligervergeblicher Ermahnung de» randalierenden Herrn Doktors die Abführung de» Angcllagtcn aus dem GerichtS- faal für die Dauer einer halb« Stunde. Die Verhandlung ging inzwischen Welter. Nach sei ner Rückkehr skandalisierte Dr. RarkuS von neuem. Gleich nach seinem Eintritt protestierte er gegen seine Abführung. Vors.:„Mit Ihnen werden wir uns Vera Korrne in dem ftanzöstschen Film„Auf Befehl des Zaren" Zeitungen einen Aufruf, um vielleicht doch seine Abstanunung festzustellen. E» meldeten sich viele Leute, aber ein stichhaltiger Beweis verwandtschaftlicher Beziehungen zu ihm konnte niemals erbracht werden. ES steht aber fest, daß Albert Jgnotn» Kind reicher Eltern gewesen sein muß, da die Wiege sehr kostbar und die Kleidung de» Baby» sehr gepflegt war. Diese einzigen Erinnerungsstücke besaß JgnotuS bis an sein Lebensende. Auw zertrümmert. Dienstag abends fuhr in der Nähe von Ncuhau» ein Personenautomobil in den Straßengraben und stieß an einen Baum. Der Insasse des Auws K. Pavelec aus Bkilice wurde in schwer verletztem Zustand von einem vorüberfahrenden Automobil in daS Krankenhaus nach NeuhaüS gebracht. Sein Auw wurde zertrümmert. Neue Marke für:„Eigenhändig abzugcbcn!" Mit 1. März wurde eine neue Matte, die sogenannte Einhändigungsmarke, in den Verkehr gebracht. Die Marke besitzt den Wert von 60 Hellern. Ihr Zweck ist, dem Absender oder dem Empfänger einer Postsendung zu garantieren, daß die Sendung ausschließlich dem Adressaten und niemand anderem übergeben wird. Die Sendung darf keiner anderen Person eingehändigt oder in den Hausbriefkasten geworfen werden. Die Matte hat Dreiecksform und trägt in großem Druck die weiße Ziffer 60. Direkt«» Telephonkabel Frankreich-7-Jugoflawien. Sonntag vormittags wurde in Jgalo bei Herzeg Navi (in der Bucht von Kotor) in feierlicher Weise dar neue Telephonkabel seinem Zwecke übergeben, dar die telephonische Verbindung zwischen Jugoslawien und" Frankreich ermöglicht. An dem feierlichen Eröff« nungSakt nahm der französische Postminister I a r« dillier und der jugoslawische Minister für Poft und Telegraphenwesen Dr. Kalodscherkik teil. In ihren Ansprachen betonten die beiden Minister" die Unzertrennlichkeit der alten Freundschaft zwischen den beiden Staaten, die durch die schwersten Prüfungen gefestigt sei. Abkühlung. Von Rußland her, wo Fröste, unter 20 Grad verzeichnet wurden, strömt über Polen nach Mitteleuropa kalte Lust zu. In der ungarischen Tiefebene ist er dagegen relativ warm, so daß sich übe« dar GÄiet der Republik eine bedeutende Temperaturgrenze ausgebildet hat. Infolgedessen ist de« Hmnnel in den mittleren Teilen des Staates und in Böhmen bedeckt und es fällt andauernd Regen oder Schnee. Solange sich die Temperatur-Unterschiede zwischen dem Westen und dem Osten der Republik nicht ausgleichen werden, ist keine wesentliche Besserung des Wetters zu erwarten.-— Wahrsch au« den Programmen: Freitag; Prag, Sender I: 10.06: Deutsche Sendung, 10.16: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.25: Französische Chansons, 12.10: Operettengesäng«, 15: Schallplattenkonzert, 16.10: Oschesterkoyzert FOK, 17.16: Mozart: Gcigenouartett, 18.10: Deutsche Sendung: Sekretär Renner:--'Ein Besuch bei den ostböhmischen Flachsbrcchern, 18.20:-Prof. Färber:'""Fernschau- auf Ultrakurzwellen, 18.86: Arbtitettunk: Aktuelle zebn Minuten, 18.46: Deutsche Presse, 18.66: AuS dem deutschen Kulturleben, -19.10:. Tschechische Kinder singen.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsch« Sendung: Franz Springer: Wehe, wenn sie losgelassen. Hörspiel, 14.60: Deutsch« Presse, 18,20; Salonquartett, 21.20: Konzert auf zwei Klavieren.— Brünn: 17.40:"'Diiütscha Sendung: Aus dem Sportleben; Mährisch-ichlesi« scher künstlerisches Schaffen. 19:80: Au» Olmübr Oper"Miriam.von Mandiö."— Preßburg: 10.16: Opernarien; 21.80: Mozart: Klarinettenquintett auf Schallplatte».— Kascham 19.40: Rundfunk- orchestettonzert.— Mährisch.Ostrau: 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Just: Bürgermeister von Tropbau: Troppau, Kulturmittelpunkt Schlesien», 20: Rundfunkorchesterkonzert. Nr. M Donnrrötag, 4. März 493' Seite 5 I^Esmirtsekaft und äoLiahroüM Polen» Schwerindustrie flüchtet vor Hitler eigenen Koiisunicnicn. Ohne reichliche Aufnahmefähigkeit des Marktes, ohne reichliche und ssnif- lräftige Konsumcnteiimasscn ist aber eine Hoch- konjunktur nicht vorstellbar und deshalb gibt es auch leine privatkapitalistische Hochkonjunktur mehr. Zur Auslösung einer Hochkonjunktur ist als weitere Voraussetzung in der privatkapitalistischen Wirtschaft reichlich« Unternehmer-Initiative erforderlich und diese ist vollständig erlahmt. Die Ausrede der heutigen Kapitalisten, daß staatliche Eingriffe ihre Initiative hemmen, ist vollkommen abwegig. Sie verdanken sogar Viole Marktvcrbindungen, und besonder- viel finanzielle Hilfe dem Staate(z. B. Kartellmonopole, Exportprämien, Zollschutz, Kredithilfe, Sanierungen, Steuernachläss« etc.). Dagegen sind die Kartelle uird Trust« ein Beweis dafür, daß die wirkliche Unternehmer-Initiative von den Kapitalisten selbst beseitigt wird. Je höher«ine Konjunktur in der gegenwärtigen Ordnung steigt, umso gefährlicher-wird die auf sie folgende Krise. Nicht eine Hochkonjunktur anzustreben kann also die Aufgabe fein, sondern anzustreben ist eine planmähig« Organisation der Wirtschaft mit Initiative und Kontrolle der Verbraucher und der Arbeit-meiischen aller Stände Und Berufe. klangel an Stahl und Elsen auch In England London. Amtlich wird die Beschränkung und einigen'Fällen die vollständige Aushebung der Prag. Der französisch« Handelsminister-Paul Bastid, der nach Unterzeichnung des französischtschechoslowakischen Handelsvertrages soeben Prag verlassen hat, gewährte vor seiner Abreise dem Vertreter des tschechoslowakischen Pressebüro» eine Unterredung, in welcher er seine Eindrücke, die er während feines kurzen Besuche- in der Hauptstadt der Tschechoslowakischen Republik gewann, schilderte. Dieser Besuch eines französischen Kabinettsmitgliedes hat die Aufrichtigkeit und Tiefe der gegenseitigen Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Frankreich neuerdings unter Beweis gestellt. Der neue tschechoslowakisch-französische Handelsvertrag, der Dienstag unterzeichnet wurde, stellt— so erklärt« Minister Bastid— das Ergebnis langer Bemühungen dar, denen sich während der Verhandlungen weder die tschechoslowakischen noch die französischen Unterhändler zu entziehen versuchten. Selbst so eng befreundete Staaten, wie die Tschechoslowakei und Frankreich, konnten nicht so leicht zu einer befriedigenden Lösung der wirtschaftlichen Fragen bei so schweren Zeiten, wie wir sie soeben durchleben, gelangen. Ich glaube, daß es un- durch den neuen Vertrag gelungen ist, ein Instrument zu schaffen, da» für die Lösung der mit dem gegenseitigen Warenaustausch verbundenen Fragen am besten geeignet ist. DI« wirtschaftlichen Beziehungen bleiben, wie ein jeder anerkennt, immer die Basis der politischen Zusammenarbeit. Deshalb haben wir auch niemals die Hoffnung auf einen glücklichen Abschluß unserer Verhandlungen aufgegeben. Nach einer so langen und vertraulichen Zu- 1n« Einfuhrbewilligungen für Stahl und'Eisen bekanntgegeben. Die Einführgebühren für Außware wurden aufgehoben und die Gebühren für Hüt- tenprodukte von 20 auf 10 v. H. herabgesetzt. Diese Maßnahmen werden mit dem Mangel an Stahl und Eisen begründet, der sich auf dein Londoner Markte infolge des englichen Ausrüstungsprogramms fühlbar macht«. Handelsminister Paul Bastid Uber Wirtschaftsbelebuns und Aufrüstung (H. E.) Ein sichtlich großzügiges Projekt der zur Zeit verantwortlichen politischen und militärischen Kreise Polens, das gewiß schon allein wegen seiner technischen Problematik an sich und keineswegs nur wegen seiner militärischen aktuellen Bedeutung für Mittel- und Osteuropa geeignet ist, die Aufmerksamkeit auch außerhalb Polens auf sich zu lenken, ist die geplante Verlegung des Schwerpunktes der polnischen Schwer- und Rüstungsindustrie aus der oherschlesischen Ecke ins tiefe Innere Polens, in den Distrikt Sandomierz zwischen Weichsel und San einerseits und den Karpathen andererseits.- Hier soll im Verlause einer Art von„Zehnjahresplan" ein neues riesiges Industriezentrum entstehen, gestützt nicht nur auf den Wald- und Erzreichtum dieser bisher fast'völlig- unerschlossenen Gegend,-sondern vor allem auch auf die wärme-energetische Basis von- Naphtha und Erdgas,- das bei Krasno bzw, Krosno die Natur des Landes hergibt. Die hier gewonnene Wärme und- elektrische Energie-soll einmal ganz Mittelpolen, vor allem aber- auch Warschau selbst versorgen. Allein die Ebnung de» Bodens für die geplanten technischen Anlägen-und die-Heranführung an Polens' Schienensträßen—- wa» in der ersten Etappe des„Plane»" verwirklicht-werden soll— wepden- freilich, rund' drei Milliarden Zloty beanspruchen- ' Das gewaltige Projekt ist im' Sejm bereitdiskutiert worden, nachdem cs Finanzministcr Kwiatowski wenigsten?, in den großen Linien dort entwickelt.hat. Seit einigen Tagen bildet es einen bevorzugten Gegenstand technischer, aber auch politischer und militärischer AuSejngijdersehnngen in der polnischen-Presse. Nicht.nur, daß auf diese Weise der' wesentliche Teil jene» neuen. großen Rüstungskredit« des großen demokratischen Verbündeten im Westen den Rydz-Smilsky bei seinem letzten Pariser Besuch.durchgesetzt und der vor«twn vier Wochen Frankreichs Kammer und' vle Arbeitszeitverkürzung auf dem Vormarsch Weitere Erfolge der amerikanischen Arbeiter R« w N o r k.(Reuter) Der Stahltrust Carnegies in Illinois, gemeinsam mit der United Staates Steel Corporation, meldete gestern, den« Beispiele fünf der grössten unabhängigen Stahlioerle nachfolgend, daß sie sämtliche Lohne Ihrer Arbeiterschaft erhöben und ein tägliches Lohnminimum von b Dollar sowie auch die ckOstündige Arbeitswoche einführen. Diese Regelung betrifft 120.000 Arbeiter. Die Führer der Arbeiterschaft erklären, daß damit der größte Sieg der Arbeiterschaft irr deir letzten 40 Jahren errungen wurde. Dir riesigen Anternehmun- gei« Carnegies werden nun die Staatölieferungen durchführen, die' zin» Bar« der' neuen Kriegsschiffe erforderlich sind. Streik In der englischen Autoindustrie London. In den Rolls-Royce Werken, der bekannten englischen Automobilfirnia, ist es zu einem Streik gekommen. Bis jetzt haben 3,800 Mann die Arbeit niedergelegt. Die Verhandlungen zur Beilegung des Streiks haben bisher zu keinem Erfolg geführt. Sie sollen heute fortgesetzt 'werden. sammenarbeit auf politischem Gebiete haben wir wohl das Recht zu glauben, daß däs eben zu« standegelommene BertragSwerk zur Festigung der für sich schon engen Bande beitragen wird, die unsere beiden' Länder vereinen. Die Tschechoslowakei und Frankreich haben gleichermaßen und neuerdings beloiesen, daß sich immer Mittel zur Ueberwindung von Schwierigkeiten finden lasten. Frankreich ist unermüdlich auf der Suche nach Mitteln für die Verbesserung seiner wirtschaftlichen Beziehungen. In den meisten Staaten zeigt sich nunmehr eine beträchtliche Wirtschafts-Aktivität. Zweifellos lieg die Ursache dieser günstigen Wendung in den Rüstungen. Nach Anffaffung einiger Theoretiker ist es nicht ausgeschlossen, daß diese wirtschaftliche Belebung, die fast allgemein ist, zur Lösung international-wirtschaftlicher Probleme beitragen könnte. Ich bin, so sagte Minister Bastid weiter, grundsätzlich gegen dei« Wahnsinn de- Wettrüstens, aber.wir stehen hier vor einem dringenden Gebot der gegenwärtigen Zeit, dem au-zmvclchen unmöglich ist. Sicherlich ist diese Situation ab«, normal. Di« wirtschaftliche Belebung, die wir soeben erwähnt haben, gleich vicUeicht der Erleichterung, die sich bei einem Kranken nach dem Gebrauch von Morphium. einstcllt. Der Folge ist«ine augenblickliche, aber die Gesundheit bleibt weiterhin bedroht, Sicherlich wäre es am besten, den Gebrauch de- Morphiums zu umgehen. Erst dann könnte man von einer Besserung unter normalen Voraussetzungen sprechen. Senat glücklich passiert hat, zur nationalen Verteidigung Polens verwendet werden soll! Wichtiger ist die ganze politische Konzeption, in derem Bann Polen diese gewaltige Anstrengung machen will. Ganz offen wird nämlich jetzt in Polen erklärt, daß«8 darum gehe, das Kriegspotential des Landes von der- Kohle in Oberschlesien und im Dombrowaer Gebiet unabhängig zu-machen, „M an glaubt"— so heißt es iir dem Ge- werkschaftsblatt, das jetzt in Katowice-Bielfko von ter- deutschen„Christlichen Gewerkschaft"-(als entschiedener Gegnerin der' ArbeitSfront-Gleich- schaltungSbestrebvngen,. die von der reichsdeutschen Grenze, her innerhalb der deutschen Arbeitnehmerschaft in Polen« gemacht werden)- herauS- gegeben wird—„in den militärischen und politischen Kreise», daß im Kriegsfall dir knapp air der deutschen Grenze gelegenen Kohlengruben und Metallhütten der Vernichtung durch den Feind preiSgegebrn sind. Strategische Gründe erfordem daher dir Errichtung eine» Jndustriemittclpunk- teS, welcher weit von der deutschen Grenze ent- fernt und nicht auf di« oherschlesischen Metallhütten und Kohlengruben als einzige Energir- guelle angewiesen wäre".,... Auf die ganze Problematik der delstsch-pol- nischen„Freundschaft",-die vor Hitler Noch in seiner letzten ReichstagSrede als«in« Art Tafel- aüfsäh der„Leistungen" de» dritten Reiches her« vorgezogen wurde- und'für die-der„Reich-jäger- Meistor" Göring'so unermüdlich'Wölf« lind Böcke schießt, wirft diese seh« einleuchtend« und gar Nicht etwa verschwiegene polnische Zielsetzung freilich ein bezeichnende- Licht. Der präsumptive „Feind" Polens ist«bei« schlechthin Hitler- deutschland; Jagdessen und„Verträge" vermögen wenig, historische und naturgegebene Realitäten aufzuheben... Aber die Tatsache, daß sich die polnische Kriegsindustrie vor dem--Freund'' Hitler< jetzt Konjunktur, Hochkonjunktur Jng. E. Fn. Nach Jahren schwerster Depression ist endlich dem Hoffnungsschimmer des Jahre- 1985 ht letzter Zeit eine wirkliche Besserung der Weltwirtschaft gefolgt. Ist auch der Effekt noch nicht bedeutend, so ist«S doch erfreulich, daß auch unser Staat an dem Wirtschaftsausstieg Anteil hat. Diese Freude läßt viele Wirtschafts- opiimisten die Wirtschaft schon in nächster Zeit in Sonnenglanz und Blütenpracht sehen und man liest hierzulande schon recht oft von Konjunktur bei'-«n»«ndlvowHschkoNjuicktUr-iN-viel«»»anderen Staaten.'-Damit nicht ganz irrige Vorstellungen Verbreitei werden, muß zuerst einmal der Begriff Hochkonjunktur" klargestcllt werden. Hochkonjunktur ist dann, wenn alle Fabriken und Werkstätten, alle Gruben, Eisenwerke, Ze« mentfabrilen, Ziegeleien, Kaliösen, alle Landwirtschaft mit ihren Industrien, alle Eisenbahn, Schifsahrt und ander« Verkehrsmittel, mit allen ihren Maschinen und Einrichtungen mit voller Kapazität beschäftigt find, ihre Produkte verkaufen und anständig bezahlt erhalten. Ferner, wenn alle arbeitSfähig-n Arbeitsmenschen, also Angestellte, Arbeiter, Handwerker, Landwirte, Ge» fchäftsleut« etc. anständig entlohnte Arbeit haben und wenn die Produkte dieser vollen Erzeugung für Zwecke der Menschheit Sbersor« gung geschaffen werden und nicht etwa zur Menschheits-Vernichtung, also nicht für Kriegs-- zwecke. Dieser Zustand— und nur dieser— kann al» Hochkonjunktur bezeichnet werden. Wenn in Industriestaaten hauptsächlich Waffen, Munition, Uniformen, Gasmasken, Kriegsschiffe, Bombenflugzeuge und ähnliche Waren erzeugt werden, wobei niemand weiß, wer sie einmal bezahlen wird, dann ist dies nicht Hochkonjunktur, sondern Schein konjunktur. Wenn in den Industriestaaten, welche sich als recht gut beschäftigt bezeichnen,«in Drittel der Fabrikbctriebe stillgelegt ist, sei eS nun aus Mangel an Aufträgen oder an Kapital, sei es auf Befehl ihre» Branchenkartell«», dann ist nicht Hochkonjunktur. Wenn In den Industriestaaten, nach viel zu niedriger Schätzung, 18 Millionen Industriearbeiter. arbeitslos sind, dann ist nicht Hochkonjunktur. Wenn die in den Industriestaaten vollbeschäftigten Arbeiter unzureichend« Löhne erhaltend die unter einem vernünftigen Existenzminimum stehen, dann ist nicht Hochkonjunktur. Hochkonjunktur ist gegenwärtig in keinem Staat- der Erde. B e i u n 8 kann— von unserer zwmrleistungsfähigen, aber nicht übermäßig gewaltigen Kriegsindustrie abgesehen— und etwa von der Seiden- und Kunstseiden-Wirkerei, höchstens von einem kleinen Ansatz zur Konjunktur gesprochen werden. - Man zähle einmal bei un» die stillgelegten Industriebetrieb«, selbst Metallwerke(stehe Ro- thau-Neudek), di« vielen Kohlengruben, in denen 3 bis 4 Schichten pro Woche verfahren werden, und stelle daneben die Zahl unserer mehr als 800.000 Arbeitslosen und der vielen Kurzarbeiter verschiedenster Branchen, dann wird man zugestehen müssen, daß- wir zur Kodjpnktur noch einim weiten Weg haben, geschweige denn zur Hochkonjunktur, Hochkonjunktur ist eine Wirtschaftsepoche, welche in der privatkapitalistischen Wirtschaft nur auf ihrer Aufftiegseit« denkbar war. Diese» Wirtschaftssystem ist aber unaufhaltsam auf der Abstiegseite und auf dieser ist eine wirkliche Hochkonjunktur überhaupt nicht mehr möglich. Zu einer Hochkonjunktur in der privatkapitalistischen Wirtschaft genügt nicht da» Bedürfnis und der Wunsch der Konsumenten,Waren zu kaufen. Trotz reichlichen WarenüberschuffeS ist ja ein geradezu unbegrenzter Warenhunger in der schwersten Krisenzeit vorhanden, der Warenbedarf von jetzt würde für die K est.e. au sre ich,en- Zur HEMjpnktjlt müßke abek auch di« Voraussetzung erfüllt sem/tzaß vie ÄÄ» ren auch gekauft Und bezahlt werden können., Dio Tendenz der privatkapitalistischen Wirtschaft, den Lohnanteil an den Waren möglichst zu verringern, möglichst viele Arbeitsmenschen au» dem Produktionsprozeß auszuschalten und die LöhN« der Beschäftigten herunterzudrücken, ist im schärfsten Gegensatz zur Voraussetzung der Hochkonjunktur, denn sie macht e» ja den Konsumen- tenmassen unmöglich, Waren zu kaufen und'zu bezahlen. Der PrivatkapitaliSmu» auf seiner Ver« fallseite, vernichtet also seinen Warenabsatz, statt ihn zu stärken' und zu steigern, er erschlägt feine gewissermaßen in ihre iiefste» Wälder flüchtet, hat auch sicherlich pom- arveitSwirtschajilichen Standpunkt aus einige» Interesse zu beanspru- chen. Im Bezirk Sandomicrz gab es bisher— als einzige Repräsentanten der„Industrie"—- drei' nicht sehr große Ziegeleien, eine Spritzbren« ucrei und einige bescheidene Sägewerke. An der Landwirtschaft herrscht der gräfliche Besitz neben erbärmlichen Zwergwirtschasten vor. Der Bezirk halte die schlimmste und die drückendste Arbeit»- losigkoit ganz Polens. Wie mm die Diölnssion in der polnischen Presse über, den„gchnjahrcsplan" als kapitalistische und speknlative Stimulans bereits gewirkt-hat, zeigt die Tatsache, das jetzt im Bezirk bereits B o d e n- u n d Grnndst ii ck s- w e r t st e i g e r n n g e n auf da- Hundertfache der biSherigenTaxc registriert Iverdenl lind im Hinblick auf jene durch den„Zehnjahre-plan" sicherlich bewirkte Entlastung der polnischen WirtschaftSfatalitat schreibt denn auch daS schon zitierte dentsch-pol- nische Gewerkschaftsblatt:„Die Arbeiterschaft wird die Pläne der Regierung weiter mit Interesse verfolgen; hat sie doch von ihnen, durch die Schaffung von Arbeit-Möglichkeiten, sehr vieles zu erwarten". Hat Ribbentrop ausgespielt? Der Londoner „Daily Herold" meldet, daß Herr von Ribbentrop, dessen Londoner Verhandlungen über die deutschen Kolonialfordcrungen ergebnislos geblieben sind(was Eden Herrn von Ribbentrop noch vor seiner Rückreise nach Deutschland persönlich mitgeteilt hat), im Dritten Reiche nun einen schweren Stand habe. Besonders soll Goebbels ihm vovwerfen, daß er ei»„Versager" sei und daß die von Ribbentrop cingeleitctc Kolo- nial-Kampagne ein Fehler war. Es sei unter diesen Umständen möglich, daß Ribbentrop nicht mehr als Botschafter nach London(wo er ja auch noch unliebsame Zwischenfälle hervorgcrnsen hat) zurücklehren werde. Ribbentrop selbst soll aber, allen Vorwürfen zum Trotz, daran festhalten, daß di« Kolonial-Kampagne tveitergeführt werden müsse, in dem Sinne, in dem auch seine Rede bei der Leipziger Messe gehalten war, und er soll alles ausbieten, um Hitler von der Richtigkeit seines Standpunktes zu überzeugen. Aber es werde ihm schwer fallen, den bisherigen Mißerfolg seiner Londoner Tätigkeit, der auch mit dem in England besonder» unbeliebten deutschjapanischen Antisowjet-Pakt in Verbindung steht, zu verschleiern. Trotz-„Kulturabkommen".(Wien, Tsch, P. B.) Bekanntlich ist die reich-deutsche Filmindustrie schon längere Zeit bestrebt, alle übrigen ausländischen Filme ans Oesterreich zu verdrängen und den österreichischen Filmmarkt zil beherrsche». Dabei, liefert Deutschland nach Oesterreich ausgesprochene Propaganda- und a n t i- ö st e tCfc 1"ckf VT'df c 7 T?'l 1’m? Itffcncueftc ns die Filme.„F rideric u 8" und„D rutsch- l a u d", die bei der österreichisch gesinnten Bevölkerung Aergernia und Widerstand Hervorrufen. Deshalb ist d.-r Film„F r i d e r i c n s" in Wien polizeilich verboten worden, als es in zwei Kinos zuDemonstrationen kam, während die Oberösterreich der zweite Film„Deutschland" von der Landesbehörde verboten Ivurdc. Die Ausgaben de» britischen Marinebudget« süc 1987 erreichen die Höhe von 105,065.000 Pfund Sterling(14.7 Milliarden KS), was gegen das Vorjahr eine Erhöhung um 23,770.000 Pfund Sterling, eingerechnet. auch die außerordentlichen Auigaben, beträgt. Auf dem Programm befindet sich der. Bau von drei Panzerkreuzern, zwei Flugzeugmutterschiffen, drei Kreuzern zu 80l>0 Tonnen, zwei Kreuzern zu 6300 Tonnen,'16 Torpedobootzerstörern, 7 Unterseebooten und 45 anderen Einheiten. Da» Präsidium de« belgischen sozialistischen Partei nahm einmütig eine Resolution an, in welcher den. spanischen Republikanern die Sympathien ausgesprochen werden. Weiter» heißt e» in der Resolution, daß die belgischen Sozialisten sich dem Beschluß der Sozialistischen Arbeiter-Internationale und der Allgelverkschaftlichcn Internationale über die Errich- wng eine» großen Krankenhauses in Valencia anschließen.— Die Resolution über die innerpolttische Taktik der Partei beinhaltet ein Kompromiß zwischen den verschiedenen Tendenzen, die in der letzten Zeit aufeinander gestoßen sind. Die Entschließung lehnt den sogenannten„Nationalsozialismus" ab, desgleichen aber auch ein gemeinsames Borgehen mit der extremen Linken und insbesondere mit den Kommunisten. Sie verharrt auf der engen Zusammenarbeit mit der Internationale und ihren Prinzipien. Dir nationale Teilung der belgischen Armee. DI« flämischen Mitglieder de» belgischen Kammerausschusses, der den Gesetzentwurf über die Neuregelung der Sprachenfrage in.der belgischen Armee vorzubereiten hat, haben sich' über drei wichtige Grundsätze geeinigt. Danach soll von den Unteroffizieren bi» zum Hauptmann«ine.gründliche Kenntnis der zweiten Landessprache nicht verlangt werden. Di« au» der flämischen oder der französischen Abteilung der Militärschule hexvorgehinden Offiziere müssen in.den entsprechenden flämischen oder wallonischen Truppenteilen Verwendung, finden. Di« flämischen Abgeordneten haben weiterhin' beschlossen, darairf zu bestehen, daß die Kammer unmittelbar nach Ostern mit ter Beratung diese» Gcsetzentwiirfeü beginnt. Nanking. An Stelle Taschantschun») der am 22. Feber au» Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlegte, wurde«um Außenminister da» frühere Mit- glied de» Internationalen Gerichtshöfe».im Haag, Mantschunhei, ernannt, Seite 6 „Sozialdemokrat' Donnerstag, 4. März 1937. Nr. 81 TmgerAMmg Genosse Dr. Th. Grnfchka spricht heute, Donnerstag. im Nahmen des Vortragszyklil» .-Aktuelle Probleme der Sozialversicherung" über „Die Entwicklung, der Sozialversicherung und die Heilanstalten". Der erste Referent dieses Abends ist Prof. Dr. H. Pele, welcher über das Thema „Die Entwicklung der Sozialversicherung und die Aerzte" spricht. Ort: Winter-Saal des Fürsorgeministeriums.— Zeit: Vs2ü Uhr. Bakule. Wir lesen in der„Wahrheit": Etwas Schmachvolles hat sich dieser Tage ereignet. Bakule, »em weltberühmten Erzieher, der eS sich zur Lebensaufgabe gefetzt hat, in den Aermsten der Menschen, fn geistigen und körperlichen Krüppeln, den fogenannten Minderwertigen, schöpferisches Leben zu i wecken und die Fähigkeit, ihm Ausdruck zu geben, — diesem Bakule wurde fein aus mühsam erworbenen Geldern und Spenden erbautes Heim in Prag v e r st e i g e r t. Er selbst liegt krank darnieder. Angeblich habe er alles getan, um die Katastrophe abzuwenden, doch die Gläubiger, brave LeMe, wie er sagte, die auch ihr Geld brauchten, drängten. Und so kam es zum Aergsten. Wem ist dieses Heim der Aermsten weit unterm Preis zugespröchen worden? Gibt eS wirklich jemanden, der es übers Herz brächte, dieses HauS, dar tätige Menschenliebe errichtet hat. für andere als für Heimzwecke der Baiuleschüler zu verwenden? Nein, jammern wir nicht über diese Zeit und ihre Menschen, die so ettvas zuliebe» I Kein Pressesturm hat sich erhoben, der sonst bei nichtigeren 'Anlässen geblasen wird. Bedenkt doch, die Summe, die etwa so ein dummer, nichtiger Lustspielfilm kostet, wie sie bei uns zu. Dutzenden jährlich hergestellt wer- »e», diese Summe hätte Bakule» Werk retten können. Und niemand hat sich gefunden, keine Stelle hat sich gerührt, um zu helfen. Straßenbahn entgleist. Gestern vormittag» entgleiste gegen 2 Uhr ein Strabenbahnwagen der Ltzer Linie vor dem Museum. Verletzt wurde niemand, doch blieb der Verkehr etwa eine halbe Stunde lang unterbrochen, bevor der.Wagen wieder ins Geleise gebracht-werden konnte. .Todesopfer in der Sandgrube. Gestern vormittags gingen die beiden arbeitslosen Brüder Friedrich und I a n H o l u b in die Sandgrube„Na cisakee" bei Koschirsch. um Sand zu holen. Hiebei stürzte eine Schicht des durch Regen feucht gewordenen Sandes ein und begrub Friedrich Holub unter sich, der bewubtloz liegen blieb. Seinem Bruder gelang es mit Hilfe einiger Vorübergehenden, ihn hcrauSznzichen und durch die RettungS- gefellfchaft inS allgemeine Krankenhaus schaffen zu lassen, wo ein Bruch der Rückgrates und mehrerer Halswirbel festgestellt wurde. Holub verschied, ohne da» Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Errichtung eines Propagandabüros für den Waren-Fracht.Transport.(8) Die Verwaltung der StäatSbahnen bemüht sich in der lebten Zeit in jeder Wessi, ihr Verhältnis zur Oeffenüichieii dgrch verschiedene MMiahmen reiu kommerziellen Chgrqk- terS zu regeln! So hat, wie wir erfahren, die Direktion der Staatsbahn in Prag, Masarhkbahnhof(Eingang von der Havliiekgasse) einen„Akquisition«-, Propaganda« und Informationsdienst der CSD" eingerichtet. Der Zweck dieses ueueingerichteten Dienstes ist es, den Essenbahn-Frachten-TranSport zu propagieren, neue Transport-Interessenten zu gewinnen und sie über alles zu informieren, war mit dem Essenbahn-WareniranSport zusammenhängt. Er gefchieht zum erstenmal, dah die Eisenbahn auch auf diesem Gebiete der breiten Oeffeni» lichkeit mit ihrem Rate behilflich ist. Jümst Mil Msseo Präser Konzertsaal Anter den Feber-Konzerten, die an Zahl nicht hinter den Jänner-Konzerten zurückstanden, war ein „A b e n d a l t e r M u s i l" grundsätzlicher Beachtung wert. Nicht so sehr feine» Programmes und seiner künstlerischen Darbietungen wegen, als um de» Aweckes willen, den die veranstaltenden Körperschaften, der Prager deutsche literarisch-kÜnst- lerischeVerein und die Prager deutsche Sektion der Gesellschaft für Musikerziehung, im Sinne hatten und der in dem einführenden Vortrag Dr. Grabs gekennzeichnet wurde: Den Kollektivgedanken im modernen Musikleben durchzusetzen und siir die kol- lektive Musikpflege im aktiven und passiven Sinne der Musikübung und de» MusilkonfumS zu werben. Aian hörte hei diesem Konzerte selten oder nie gespielte und gesungene Stücke für Klavier und für Gesang von den musikalischen Vorklassikern de» Hä»- del-Bach-ZeitalterS bis zum Zeitgenossen Beethovens, dem Berliner Liedertaselgriinder Zelter, Werke, in denen die charakteristischen Eigenheiten ihrer Zeit und ihres Stiles eindringlich zur Geltung kommen. Ihre künstlerischen Mittler waren der technisch bedeutende und stilsichere Pianist Heinrich Berg von der Prager Deutschen Musikakademie und' die Sopranistin Dr. Rost V i l i m e k, eine begabie Sängerin, die namentlich für den Vortrag heiterer Lieder prädestiniert erscheint, der aber im getragenen Gesangsstil der erforderliche ruhige Gesangston fehlt.— Die Kammermusik als Ensemblekunst kam auch in den Feber-Konzerten besonder» znr Geltung. Der Deutsche Kammermusikverein hatte in seinem letzten Konzert dar Römische Streichquartett (Quarietto di Roma) zu Gast, eine Kammermufik- tzereinlguNg, die namentlich durch die Klangkultur ihre» Spieles fesselt und. durch die Feinheit des Vortrages im rhythmischen und dynamischen Sinn. Mr Programm war vornehm und kultiviert wie ihr Spiel; es enchielt ein schön klingendes StreichqUar- teit von Cambini, da» Streichquartett Giuseppe Verdis und Beethoven» Harfenquartett.— Kammermusikalische Genüsse von schönster Vollkommenheit bereitete daSPragerQuartettanden beiden letzten Abenden seine» Beethoven- Qu a r t e 11 z v k l u S. Die Herren Professor Schwevda, Berger, Cerny und I8ei< tomov dieser Quartettes haben mit dieser grosszügigen künstlerischen Veranstaltung, die erfreulicher Weise auch die grösste Aufmerksamkeit beim Publikum fand, ihre künstlerische Stellung im Prager deutschtschechischen Musikleben so befestigt, dass ihnen ihre führende Rolle unter den tschechoslowakischen Streichquartetten nicht mehr genommen werden kann.— Interessante Kammermusik wurde in einem Konzertabend geboten, den die Musikgruppe de» Kunstvereins .Maner" zum Gedenken an Alban Berg und Pierre Octave Ferroud veranstaltet hatte. Neben einer stimmungsvollen einleitenden.Meinen Trauermusik" von dem Prager tschechischen Tonsetzer Iba .streikt siir Gesang und Streichinstrumente kamen hiebei ein Streichquartett und Lieder de» früh ver-1 storbenen Franzosen Ferroud und eine Klaviersonate und Lieder de» frühzeitig dahinaeschiedenen Wiener Meister» Berg zur Ausführung. Ausführende waren die Sängerin And. Pekirlova, der Pianist Dr. Holzknecht und das Pcöka- Quartett.— Unter den Solistenkonzerten hatte ei» Arien- und Liederabend des bekannten deutschen Dassbarironlften Willi Domgraf-Fatzbän- d e r den grössten Erfolg. Liebenswürdigkeit im Bortrag und warme Stimme kennzeichnen diesen Sänger, der auch gesangstechnisch hervorragend gebildet und ein wirklicher Äelcantist ist. Dass er sich programmässig leider an die Schablone der Starkonzerte hielt und Opernarien mit Liedern vermengte, störte da» Publikum nicht nur nicht, sondern fand eher seinen ganz besonderen Beifall. H. W. S ü ss- lind waltete bei diesem Konzerte seiner in letzter Stunde übernommenen Ämter als Klavierbegleiter mit liebevoller Hingabe und geistesgegenwärtiger Sicherheit.— Zwei Pianistenkonzerte fielen diesmal auch angenehm auf: Ein Beethoven-Abend des technisch und geistig bedeutenden Richard Glass und ein vorwiegend dem Werke Johann Sebastian Bachs gewidmeter Klavierabend de» russischen Pianisten Alexander Borowsk y, einer Künstlers, der durch den siesen Ernst seiner Kunst ebenso überzeugt wie durch die abgeklärte Vollkommenheit seines Spiele». — An musikpädagogischen Konzerten gab e» einen programmlich sehr wertvollen Oeffentliche» Musikabend der Prager Deuts ch e n M« i i kalade m i e mit Kompositionen für Oboe, Violine, Gesang. Klavier und Klarlüttttz von Jckseph Haydn, W. A. Mozart und Ludwig van Beethoven, ein öffentliches Schülerkonzert de» Prager Tschechischen Staatskonservatoriums und ein Mozart-Symphoniekonzert derselben rührigen MusikbildungSanftalt. E. I.- Prag.—rb— Die gestern fortgesetzte Verhandlung gegen Bela Szäbo brachte die Aussage de» Polizeirates Dr. Bottover, der mit der Erhebung der Mordaffäre betraut war. Seiner Meinung nach liegt Meuchelmord vor. Die persönlichen Beziehungen zwischen Ujszaszy und seiner'Geliebten, wie auch die allenfalls ins Gewicht fallende polittsche Betätigung der Toten wurden nicht aufgeklärt. Ueber diesen Dingen liegt ein undurchdringlicher Vorhang. Dr. Borkovee bemerkte, er könne über die Motive der Tötung nichts aussagen. Aus seiner Aussage geht hervor, dass sich Oberstleutnant Ujszaszy freiwillig bei der Polizei einstellte und sich über die Sachlage informierte. Wie bereits erwähnt, konnte eralSexterritorialePerson keinem Verhör unterzogen werden. Nur fo nebenbei und„inoffiziell" bezeichnele der Attache die Aussage seiner Chauffeurs als unglaubwürdig. Oberstleutnant Ujszaszy hat nach Aussage der Dr. Borkovee damals zwei Briefe vorgelegt. Einer war an ibn adressiert und der Adressat stellte ihn zur Verfügung der Polizei. Der Brief, der den Geschworenen in Ueber- setzung verlesen wurde, beinhaltet- einen typischen GesühlsauSbruch einer eifersüchtigen Frau. Wir zitieren auszugsweise:„Du willst mich mit Gewalt loSwerde». Du haft mich satt bekommen und Dich-in eine andere verliebt. Mich hast Du nur auSgenützt, denn bei euch Männern haben nur solche Frauen einen Weist, die Geld und einen Dämon in den Augen haben." Sie kenne ihre Nebenbuhlerin und wolle sich ihr nicht in den Weg stellen. Dann heisst eS weiter: „Ich gehe fort, nach- Hause und— habe keine ' Sorge— auch au» dem Leben. Dann warnt sie ihn„vor der Jungen", mit der er in Verbindung stehe. «Gib meiner armen Mutter wenigsten» eine Keine Entschädigung, damit ste nicht verhungern muß" heisst e» weiter. Sonst enthält der Brief Versicherungen der eingehaltenen Treue und unentwegten Liebe und Dank»für die paar gemeinsam verlebten Jahre". Der zweite Brief, der an die Mutter der Getöteten adressiert war, wurde von der Polizei seinerzeit uneröffnet, versiegelt.'Auf.gemeinsamen Antrag de» Staatsanwaltes und de» Verteidiger» beschloss da» Guido Manes In der Künstler-Dynastie Mäner, die von den Brüdern Wenzel und Antonin WäneS begründet worden ist gehört Guido zusammen mit seinem berühmteren Bruder Josef und der Schwester Amalie der zweiien Generation' an; Antonüi MäneS, der Begründer der neuzeitlichen tschech. Landschaftsmalerei, war der Vater der drei und wohl auch ihr erster Lehrer. Guido(1828—1880), acht Jahre jünger al» sein Bruder' Josef(1820—1871), war der Jüngste in der Reihe, und er mag er.nicht leicht gehabt haben, sich vor so reichem Familienruhm künstlerisch zu behaupten. In welchem Matze er diesen Ruhm durch eigene Leisiungen bereichert hat, lässt die mit über hundert Gemälden und Zeichnungen von seiner Hand beschickte AuSstelliina in der Umkleekä B eseda beurteilen- Sie verbreitert und vertieft den Eindruck, den man in der Prager Modernen Galerie von Guido MäneS' Schaffen gewinnt; alle von ihm dort hängenden Gemälde sind in diese Ausstellung entliehen worden und dazu sind viele au» anderen Sammlungen, auch aus sonst unzugänglichem Privatbesitz gekommen, so dass die Ausstellung einen umfassenden Ueberdlick über Guido MäneS' Gosamtschasfen von seinen Anfängen an bi» zur Reife gewährt. Sein Gebiet war vor allem die damals sehr beliebte uird gepflegte Genremalerei, und da ist e» besonders die Darstellung von Kinderszenen, der er sich mit grosser Liebe zugetvandt hat. Neben der in jedem seiner Bilder spürbaren Zuneigung zu der gemüwollen Welt, in der er seine Modelle suchte, zeichnet seine Bilder der liebenswürdige, gütige Humor aus, mit dem er diese kleine Welt betrachtete. In manchen dieser Szenen, wie etwa im„Dorf- wirtrhauS" mit den humorvoll charakterisierten Bauerntypen oder im„Hagestolz", der zur Spieldose pfeifend seinem Kanarienvogel sinyen lehrt, im „Maurer", der sich behäbig seine Pfeife anzündet, oder im„Schlafenden Nachtwächter" nähert er sich dem deutschen Zeitgenoffen Karl Spitzweg(1808 bis 1888), während die Famllienszenen„Der erste Schulgang" oder der„Besuch der Grosseltern" an die Gemütswelt Ludwig Richter»(1808—1884) erinnern. E» ist die Biedemeierzett, in die ein zweite», bürgerlich geartete» Rokoko hineinspielt, die sich in Guido Mäncs Bildern spiegelt. Auch al» Tiermaler hat er schöne Leistungen vollbracht..Zusammenfassend lässt sich die Geltung Guido MäneS in der Geschichte der tschechischen Malerei kaum knapper und treffender kennzeichnen, als es in der deutschen Ausgabe des Katalogs der Modernen Galerie geschehen ist:„Im ganzen repräsentiert Guido MäneS bei unS den guten Durchschnitt der zeitgenössischen europäischen Malerei, die dem Realismus auf dem damals gangbarsten Wege, dem der Genres, zustrebte. Fa- milieneigeNtümlichkcit ist'Vie delikate Zeichnung und der feine Farbensinn- Das(ebenfalls in der Ausstellung hängende) Bild„Der chinesische Kaiser Kienlong komponiert einen Lobgesang auf'den Tee" ist eines der bedeutendsten. Beispiele dieser, der Familie MäneS eigentümlichen Kultur. Bei dem malerischen Vortrag beachte man die fortschrittliche Verwendung der Farbe, die sich in Sonne und Schatten verwan- Schwurgericht die Oeffnung und Verlesung de» Briefes. In diesem Schreiben heisst es u. a.: „Quäle Dich nicht, halb werde ich desinttiv zu Hause fein. Pifta(Kosenamen de» Geliebten) hat mir lauter Märchen erzählt. Die Behörden Haden mir weite- ren Aufenthalt nicht bewilligt. So hat sich mir da» als» gelohnt, daß ich mich f» viele Jahre wie ein Tier geschunden habe. Ich habe mich fast llindge- weint. Ich weiß nicht, ob er mich hinreichend entschädigen wird, aber ich mache einer anderen Platz." - Aus dem weiteren Inhalt des Briese» geht aber hervor, dass die WandersteiN die Hilfe ihrer Mutter zur Erzielung einer größeren Abfindungssumme in Anspruch nehmen wollte und verschiedene in h ö ch ft praktischem Geist gehaltene Sätze stehen in absolutem Gegensatz zu den Stellen der Briese» an OberstleuNmnt Ujszaszy, au» denen sich auf eine Selbstmordabsicht schliessen.liesse. Zu erwähnen wäre noch, dah Oberstleutnant Ujszaszy eine Zuschrift an das Gericht«ingebracht hat, in welcher er die von dem Angeklagten behauptete Anstiftung zu der Bluttat nachdrücklichst beftreiter. Die Verhandlung dauerte bis in die Nachtstunden und die Verkündung de» Wahrspruches wurde noch verzögert durch ein Mo nitur verfahr en, da das Geschworenenkollegium versehentlich sowohl die S ch u l d f r a g e des Verbrechens der Mordes, als auch die Eventualfrage auf fahrlässige Tötung bejahte. Rach Korrektur dieses Versehen» wurde das endgültige Verdikt verkündet, durch welche» Bela Szäbo mit neun Stimmen de» Verbrechen» de» Morde» schuldig erkannt wurde. Mit neun Stimmen wurde auch-die Zusatzfrage auf Tötung in Notwehr verneint. Staatsanwalt Dr. TrZieky beantragte hierauf die Verhängung einer 80jährigen Kerkerstrafe, während der Verteidiger auf die Mindeststrafe von fünfzehn Jahren plädierte. E» folgte die gemeinsame Beratung de» Gerichtshöfe» und der Geschworenen, worauf der Vorsitzende da» Urteil verkündete, durch welche» BKa Szäbo zu • zwanzig Jahre« schweren Kerker» verurteilt wurde. Der Angeklagte brach in Tränen au» und sein-Verteidiger meldete Rstchtigkeit»- beschwerde und B erufung an. Auch der Staatsanwalt erklärte, Berufung wegen zu geringen Strafausmasses einzubringen.. delt." Eine hübsche Beigabe zur Ausstellung ist-tzer mit 88 Reproduktionen auSgestattete Katalog.- ld. Spielplatz de» Reue«' Deutsch« Theater». Donnerstag, halb 8 Uhr: Fidelio, TS.'— Freitag,>48 Uhr: DaS N e st(Bastsv. Durieux), D. — Samstag, 7 Uhr: Die Walküre(Festborst, anlässlich de» Masaryk-ÄeburtStaaeS), Al.— Sonntag, halb 8 Uhr: Das Nest(Arbeitervorstet, lung, Gastspiel Durieux); halb 8 Uhr: G iocon d a, B2. Spielplan der Kleinen Bühne-- Donnerstag, 8 Uhr: P h o t o g r.a h p i e r e n Verb y't?e nl — Freitag, 8 Uhr: Jean■(Gastspiel Kramer— Glöckner).— Samstag, 8 Uhr; Jean(Gastspiel Kramer—Glöckner).— Sonntag, 8 Uhr: Der Illusionist; 8 Uhr: Photographieren verboten!.. Der Mm Di« Feuerbrigad«. ist«in abenteuerlicher.Film au» Amerika, dem man yorwerfen— oder nachrüh- men— kann, dass er unglaublich kindlich ist.. Er steht die Tätigkeit der Feuerwehr ungefähr von dem Blickpunkt jener Knaben au», deren Wunsch e» ist, einmal Feuerwehrmann zu werden, weil man da fo schnell durch die Strassen fahren und so hoch auf der Letter klettern kann. Die zwei„Helden" de» Filme» treten tatsächlich in die Feuerwehr ein, weil sie-al» private Autofahrer immerfort wegen Schnellfahren» bestraft wurden, und gleich bei ihrer ersten Feuerwehr-Dienstleistung, retten sie ein hübsche» Mädchen, da» sich dann später de» öfteren au» Gefahren befreit, indem e» einfach eine Brandstiftung vornimmt, woraufhin sofort die Feuerwehr(natürlich mit den beiden Helden) anrückt und sie befteit. Dazwischen gibt e» selbstverständlich noch ein paar Eifersuchtsszenen, Raufereien und eine Kriminalgeschichte, und am Ende kommt die Verlobung der mehrfach Geretteten mit dem einen der beiden Feuerwehrleute, der übrigen» der Sohn eine» reichen Fabrikanten ist. Die Hauptdarsteller Tim McToy, Warn Bond und Evelyn Knapp spielen.so unbekümmert naiv und kindlich, scherzend, wie e» der Film ersordert. -—eiS-— Deutsche Bolkssinggemelnd« Prag. Mors gen, Freitag, findet die Probe für Frauen-um 7 Uhr und halb 8 Uhr für Mämier statt. Erscheinen aller nötig, da letzte Probe vor unser März- Ausführung.— Um 7 Uhr Ausschuß« sitzung.....->ii■> 8pvrt-5piet-Xorp«pstege WestbBhmens Arbeitersport.., s in voller Tätigkeit Auf den Bergen feiert derzeit noch der Ainter- sport seine Triumphe; meterhoher Schnee, auf de« Nordhängen lässt erwarten, dass auch zu Ostern die Arbetterwintersportler bei einer Fahrt in» Gebirge auf ihre Rechnung kommen werden. Der vergangen» Sonntag hat allerdings etwa» enttäuscht, Wärme Frühlingsluft in den Mittagsstunden machte jeden kleinen Sturz zu einem nassen Erlebnis". Dennoch fand in G r a S l i tz ein S k i s p r in g en des dritten TurNbezlrke» statt, bei welchem trotz Wetterungunst mit 88 Metern der weiteste Sprung erreicht wurde. Unterdessen rüsten die FussballsPortier für die kommende Frühjahrsserie,-welche am Sonntag vor Ostern mit der erste« Klaffe beginnen soll. In Neudek tagte Samstag, den 27. Fiber, die Bezirks« fussballerkonferenz, von 10 Fussbällveretnen waren ,17 vertreten. Der sonntägige- Bezirksver- bandStag de» 1. Turnbezirkes(Karlsbad),'.der unter der Krise in der Porzellanindustrie stark zu leiden hat, konnte einen schönen Mitgliedergewinn austveisen. Mr die im März festgelegten viertägigen Lehrgänge haben sich im 1. Bezirk 128 Vorturner und Vorturnerinnen angemeldet. Im 6. Turnbezirk laufen, diese Kurse schon den zweit«, Sonntag; die Gruppen Königsberg und Ellbogen melden restlose Teilnahme und sehr gute Lehrirfolge; auch der 8. Bezirk wird'nach Abschluss der.Kurlaktton über 100 neue Leiter verfügen.. Der. Monat.März bringt weiter Lehrgänge im 2.(Eger—Asch),'8. (GraSlitz) und 4,.Bezirk(Staab—-Maricnbad), 10.000'Ki aus der bekannten AtuS-Kassen- aktion kann' der Kreis für diese erste SchulunaS- aktton zur Verfügung stellen. Die Finanzierung, der gross«, AtuS-Jugendaktion de» 6. Kreis'«! Verbandes nimmt einen sehr guten Verlauf. Bisher haben 80V eie ine, zumeist kleine Dorfvereine, einen Betrag von 16.00 0 Ki abgerechnet. Die noch ausstehenden 70 AtuS-Bereine, darunter alle grossen Vereine der Städte und Jiwustrieorte', melden ebenfalls sehr gute Eraebniffe; so Atu» Maierhöfen 1800.Ki und Atu» Bärringen 1060 Ki. Ein herrlicher Beweis echter Solidarität!'. fifccfltuc Da» 6. Heft de».„Deutsch.tschechischen Hand- Wörterbuche» ist in der Staatlichen Verlagsanstalt soeben erschienen. Da» Heft enthält: Me Wörter An« fässigkeit— Kreta, umfasst 82 Seiten und kostet Ki 8.40, mit Postgebühr Ki 8.80. Al» Redakteure zeichnen Anw.-Pröf. Dr, Josef Jank», Prof. Dw Hugo Siebenschein, Univ.-Prof.- Dr. Oskar. Fischer^ Dr. Patzl EiSner, Prost Dr.Jitt Haller, al» weitere Mitarbeiter sind Dr. Richard Branoei»,. Dr. O»kar Donath, Jan Münzer, BstJom, Rehberger genannt. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» HauS oder bet Bezug durch die Post monatlich Ki 16.—,' vierteljährlich Ki 48.—. halbjährig Ki 06.— ganzjährig Ki 102.—v— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeltungSfrankatur wurde von der Post- und Lele» graphendirektion mit Erlass Nr. 1S.8VV/VII/1980 bewilligst— Druckerei:.OrbiS". Druck-, Berläg»-und Zeitung»-L.-G. Prag. Mobilisierung aller FrledcnsKräfite! Genen den Krieg! Für das Wohl der nensdihelt! Frauentagskundgebung Mittwoch, den 10. März, um 19 Uhr im Steinersaal Referentinnen: Gen. Gustl Schaffer und Abg. M. JurneCkOVA Bela Szabo zu zwanzig Jahren schweren Kerken verurteilt