Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag tSglich früh ^E^EonlmdVeMalKmg: Prag XII., Fochova 62— Telephon 53677— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Samstag,«. März 1S37 «in,°lpr°,-7llSeller leinschließl.ä Heller Porto) Aus dem Inhalt: Rüstungsanleihe in Frankreich Machtvolle Jaksch-Versammlung in Bodenbach Deutsche Sozialdemokraten Im Vormarsch Henleinleute in Mies verhaftet Nr. 56 Wahlsieg der Arbeiter-Partei In London Noch sechs Sitze gegen 1934 gewonnen Klägliche Niederlage der Mosley-Faschisten London.(Tsch. P.-B.) Das endgültige Ergebnis der Londoner Grafschaftswahlen weist eine Erhöhung der Sitze der Labour-Parth von 89 im Jahre 1934 auf 75 und einen Verlust der Konservativen(„Stadtreformer") von sechs Mandaten aus. Die Konservativen werden im neuen Grafschaftsparlament von London nur 49(gegen 55 im verwichenen) Sitze von 124 be- sttzen. Alle anderen Parteien sind ohne Mandat geblieben. Die faschistische Partei Sir Oswald MoSlehS hatte in drei Bezirken kandidiert. Ileberall wurden ihre Kandidaten, die in jedem der drei Bezirke etwa 2980 Stimmen auf sich vereinigen konnten, von den Arbeiterparteilern geschlagen. Mit der verstärkten sozialistischen Mehrheit ist die r o t e Stadtverwaltung von London auf weitere drei Jahre gesichert. Elnkommenerhöhung der Staatsangestellten Rückwirkend vom 1. Jänner/ Mehrausgaben 150 Millionen KC Im Nachstehenden bringen wir«ine ofsijielle Mitteilung der Regierung, die zweifellos allgemeine Politische Beachtung finde» wird und«in Beweis Ist für di« fruchtbare Arbeit, welch« di« gegenwärtige KoalitwnSregicrnng für Staat und Bevölkerung leistet. Bekanntlich wurden im Jahre 1983 den StaatSgngeftrllten ihre Bezüge vermindert und st« mufften stch seither Abzüge von ihrem EvikoMmeN zcstllrN lasfew'Ti« Regierung war damals zu diesem Schritt gezwüngen durch die Wirtschaftskrise, welche einen, außerordentlichen Rüikgang In den Einnahmen des Staate» zur Folge hatte. Wollt« man die staatlichen Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht halten, mußte man die Ausgaben herabfeßen und so mußten auch dir Angestellten des Staate» ein Opfer bringen. ES wird nun r i« T eil dieser Abzüge beseitigt und die Staatsangestellten erhalten wieder höhere Bezüge« und»war rückwirkend vom 1. Jänner 1937. Ter Entschluß der Regierung ist um so höher zu werten, al» di« Mehrausgaben, ,die dadurch entstehen, 150 Millionen K4 betragen. Am 1. Juni werden die staatlichen Angestellten dir höheren Bezüge erhalten. TI« Maßnahme der Regierung ist ein Zeichen, wie ernst die Koalition entschlossen ist, die Ihr gestellten Probleme nach und" nach zu lösen. Kaum haben sich dir wirtschaftlichen Berhältuisse gebessert, sucht di« Regierung di« ungünstigen Folgen, welche dir Krise für einzelne Teile der Bevölkerung hatte, zu beseitigen. Eine Reihe von Maßnrhmen auf dem Gebiete der WirtschastSpolitik soll dazu dienen, de» Export zu heben, dir Kauftrast zn stärken und die Arbeitslosen wieder in den Arbeitsprozeß zurückzusühren. Dort, wo die Regierung selbst Arbeitgeber ist, sucht ste die GehaltSherabsetzung, di« während der Krise vorgenommen worden ist, nach und nach zu beseitigen. TaS ist«In' Zeichen, welche» auch die privaten Arbeitgeber nicht mißverstehen, sollten. Sie haben di« Krise dazu benützt,«m di« Löhne der Arbeiter herabzudrücken,«nd«S wird nun notwendig sein, stch den gebesserten wirtschaftlichen Berhältuisse» anzupassen»nd da» Einkommen aller gegen Geha'r »nd Lohn arbeitenden Schichten z» erhöhen. Wi«d«ra»sban der durch di« Krise gesunkene» und zerrütteten Lebenshaltung der arbeitenden Vier Jahre lebendig begraben ... Die„Union,für Recht und Freiheit" über, llibt der Oeffentlichkeit ein« Liste von 85 deutschen Münnern und Frauen: di« feit 1933 stch«nun- »erbrochen, ohn« hierzu durch«in rechtmäßiges Berfahren v«rurt«ilt w»rd«n zu fein, in den Kon- zentrattonSlagrrn und Gesän,nissen de» Dritten "»«'ches besinden, In dles«r Zahl, dir keineswegs «ttS vollständig gelten kann, befinden stch 17 Reichstagsabgeordnete, neun LandtagSabgeord- netr, mehrere frühere Minister und führende Parteifunktionäre; acht Häftlinge sind Frauen. Zu den, der Oeffentlichkeit bekannten Gefangenen, gehören der frühere ReichStagSabgeord- net« Ernst T h ä l m a n n, der frühere brann- fchweigische, sozialdemokratische Ministerpräsident Dr. Heinrich I a s p e r, die früheren sozialdemokratischen Abgeordneten Ernst H e i l m a n n, Dr. Julius Leber, Dr. Karl M i e r e n d o r f f, Dr. Kurt S ch»'m a ch e r lSchwerkriegSbesch». oigtcr) imd die kommunistischen Parlamentarier Willy Kasper,. Dr. N e u b» u e r, Lene O v e r l a ch, Walter Stöcker und Ernst Schneller. Außerdem sind Opser der vieriäh- rigen Einschließung der Sekretär der deutsche»' Friedensgesellschaft F. Küster, der bekannte Anwalt Dr. HanS Litten und der immer noch unter Polizeiaufsicht stehende Nobelpreisträger Carl von O s s i e tz k y. Mussolini braucht Soldatenl R o m. In der Sitzung vom S. Mär, des Großen Faschistischen Rates wurde der Beschluß gefaßt, Vie Bevöllerungspotitik des Regimes«ach folgenden Leitsätzen zu vervollkommnen. 1. Bevorzugung der«Ster kinderreicher Familien hei der Arbeit und Anstellung. S. Politik einer Fa- nillienentloftnung.(Bei gleicher ArbeitSart«nd »Leistung ein Einkommen im Verhältnis zur Belastung durch die Familie.) 3. Revision der gegen- wärtig gültigen bevölkerungspolitischen Maßnahmen mit dem Zweck, daS Leben kinderreicher Fa- Milieu sicherzustellen. 4. Einrichtung von Hei- ratSdarlehen und Mitgistversicherungen für junge Arteiter. 5. Bildung einer nationalen Versicherung für kinderreich« Familien, ü. Reueinteilung der Provinzen und Gemeinden auf Grund der Ergebnisse der kommenden Volkszählung von 1941, wobei Gemeinden und Provinzen gestrichen werden, in denen dir Bevölkerung üderaltert«nd dünn geworden ist. 7. Einrichtung einer Zentralstelle, die die BevölkernngSpolittk deS Regimes überwacht«nd fördert. Diese Leitsätze sollen gesetzgeberisch verankert werden. Der Große Rat erinnert feierlich alle Faschisten daran, daß das Be- völkerungSproblem das wichtigste aller Probleme ist,' da eS ohne Leben keine Jugend gibt, keine militärische Macht, keine wirtschaftlich« Expansion, keine sichere Zukunft des Baterkmdrs. Bucharin und Rykow aus der Partei aussestoBen Moskau. Wie amtlich mitgeteilt wird, wurde in der letzten Vollsitzung deS Zentraler«» lutivkomiteeS der kommunistischen Partei beschlossen, wegen parteifeindlicher Tätigkeit den bisherigen Chefredakteur der„JSweftija" B«- charin und den einstmaligen Vorsitzenden deS Mate» der Volkskommissare und späteren Postkommissär Rykow, der sich seit geraumer Zeit bereits in Haft befindet, aus der Partei auSzu- stoßen. Unter dem Drück Berlins Wien. Die ReichSregierung hat die Ber- hreitung einiger, weiterer österreichischer Blätter in Deutschland verboten. So z. B. das„Salzburger Volksblatt", die.„Innsbrucker. Nachrich- len*, das„Linzer Tagblatt", die katholische Revue „Schönere Zukunft" usw. Man glaubt, daß Deutschland durch dieses Verbot die Zulassung de» „völkischen'Beobachter»"- in: Oesterreich erreichen will;.-; Berlin. In der letzten Nummer der„Funk- stundeHverden die österreichischen Sender in der, gleichen ikubrtk wie die reichsdeütschen Sender an* geführt. Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits.im! Jahre 1033 ereignet- und wurde hpmals ichev Einschreiten der' österreichischen Regierung beigelegt. Klassen muß die Parole sein! Die amtliche Verlautbarung hat folgenden Wortlaut: Die Negierung hat am 4. Mär, den Bericht des Finanzministers über die Grundsätze mit Zustimmung zur Kenntnis genommen, auf welchen die Maßnahmen zur Milderung der StaatSange- stelltengehaltSabzüge beruhen werden. Damit sind die zwischen den RegierungSsaktoren und der Arbeitsgemeinschaft der Staatangestcllten geführten Verhandlungen abgeschlossen. Den Anträgen der Arbeitsgemeinschaft wurde entsprochen. Im Geiste dieser Forderungen sollen in den einzelnen Relationen angemessen die Gehaltsabzüge allgemein gemildert werden, welche durch RegierungSverordttung 262 vom Jahre 1988 eingeführt worden sind, und zwar im 8 4(allgemeine Abzüge von den Ruhe- und Versorgungsgenüssen) und im 8 b(allgemeine Abzüge von den Kongrualergänzungen und den Kongrual- Pensionen). Femer soll die außerordentliche Erhöhung aufgehoben werden, die im 8 6 dieser Verordnung zu dem speziellen Abzug statuiert wurde, der nach dem Gesetz 294 vom Jahre 1982 gültig ist, soweit eS sich um Abzüge von Bersor- gungSgenüfsen handelt, die in» Ausland gezählt werden. Der Umfang dieser.Erleichterung,' die fast Dreiviertel der bisher, nach den Paragraphen 2, 4 und S der erwähnten Verordnung gültige» allgemeinen Abzüge beträgt, ist so bemessen, um daS Versprechen, der Regierung zu.erfüllen, di-. Gehaltsabzüge, um einen Gesamtaufwand von jährlich 169 Sfillionen KC zu reduzieren, vom 1. Jänner 1987 an werden daher die' Gehaltsabzüge laut Gesetz 294 vom Jahre 1982 und der Regierungsverordnung 2 82. betragen;. Bei' aktiven Bezügen und einer Pensionsgrundlage bis zu 7299 XL einschließlich 9.4 Proz. über 7299 stC bis zu incl. 9.999 ste 9.8% ,,' 9999 ste„„„ 19.899 KC 3.8% „ 19.999 stö 12.699 KC 5.8% „ 12.699 KC„„„' 14.499 KG 8.8% „ 14:009 K6 10.8% Bei PensionS-(versorgungs) genüssen und einer Abzugs«: 0.4 Prozent. über 6.000 stö „ 9.009 stö „ 12.600 stC „ 14.490 ste „ 88.609 ste ,, 49.890 stC Auf Grsind des eingangs erwähnten Regierungsbeschlusses werden nunmehr die zuständigen legislativen Maßnahmen vorbereitet werden. Nach ihrer Annahme wird die Durchführung derart in Angriff genommen, daß, beginnend mit' dem Juni-Auszahlüngstermin die Entscheidung der Regierung realisiert werden kann. Die Einrechnung der MIKWrdlenstzelt ■; Im sozialpolitischen Ausschuß-,der. Kammer werden am Donnerstag, den 11. dS, Fürsorgeminister Ang. N e C a S und Verteidigungsminister M a ch n i k Erklärungen Wer die-Einrechnung des Militärdienstes abgeben. . Der bedeutende Wahlsieg der Labonr Party bei den Londoner GrafschaftSwahlen kommt vielen überraschend, er wird vielen auch recht ungelegen kommen, er'ist»m so mehr für uns und für die Sozialisten und arbeitende» Mensche» allüberall ein A n l a ß z u F r c n d e, Genugtuung und neuen Hoffnung.«». Die sozialistische Stadtverwaltung von London hat in de» drei Jahre», in denen sie sich bewähre» konnte, sehr Bedeutsames geleistet. Wie in allen europäischen Großstädten, die in de» letzten Jahren von Sozialisten verivaltet nnirden. wie in Wie», Kopenhagen, Zürich, Marseille, Lille und nmnchcn andere», so habe» auch in London die Sozialisten, die so ost als„destruktive", als zerstörende Elemente bcschimpsten Arbeitervertreter, große konstruktive, ausbanende Arbeit vollbracht, linier der Leitung von H e r b e r t Morrison haben die Labouristen in London ähnlich großzügig wie einst unter Renmaim, Seitz und Breitner die Wiener Sozial demolraien^den ganzen verwaltungsapparat einer Millionen- stadt, in Londoir ja der größten Stadt der Weil, das ganze System der Kommunalpolitik nmge- formt und dem Bolle erst gezeigt, was eine Gemeinde, eine„Gemeinschast" sein kann, tvenn sie wirklich dem gemeinen Wohle und gemeinen Aur- zen, nicht den Jnleresseir einer herrschenden Kan? dient. Bon daher hatte die Londoner Arbeiterpartei nichts zu fürchten. Ihre Arbeit war jeder Kritik gewachsen. Aber wir wissen recht gut, daß heute iehr ost nicht sachliche Kritik unsere Positionen geiährdet, nicht die ruhige Ueberlegung denkender Menschen etwa ein Botuin gegen uns erzeugt, svudern-daß— politischen Wahngebildc, Massentausch und Schlagworte einen Wahlkainpf entscheiden lönnen und ihn dann eben gegen uns entscheiden. Es war zu befürchten, daß die Parolen, iin-, ter denen die Tories derzeit die Labonr Parin bekämpfen, der Borwurf also, sie sei niit ihrem PazifisinuS für die militärische Schtväckie Englands veranttvortlich, sie hindere Englands Ausstieg, sie höhle seine Kraft ans und ihr Wirten reiche objektiv nahe an hochverräterischen Desai- tismus heran, daß diese politischen Schlagworte in eine überhitzte Atmosphäre fallen utid das Ringen um London zu unseren llngnnsten entscheiden würden. Die englische Wählerschaft hat aber auch in dieser schtoeren Zeit ihre Nerven- und Seelen- ruhe bewahrt, sie hat nicht verlernt, ruhig und vernünftig zu entscheiden. Sie billigt osjeubar nicht nur die Komniunalpolitik der Labonr Party, sondern sie versteht auch deren politisches Konzept. Di« Labonr Party ist keineswegs in einem platten und illusionären Pazisismus befangen. > Sie weiß, was England braucht, und ist bereit, dem Lande eine«nächtige Rüstung zu geben. Aber sie kritisiert mit Recht die schwankende, oft ziellose, mit den Faschismen packelnde Politik Baldwins und EdenS, sie will eine lonstrultive Friedenspolitik, ein geschlossenes S y st e m allgemeiner Sicherheit, demvlra- tische Zielsetzung auch in der Außenpolitik. Sie konnte darum mit der Spanien-Politik des Kabinetts und der Tories nicht einverstanden sei». Gerade Spaniens wegen ist das Londoner Wahlergebnis so erfreulich. Es zeigt nämlich, daß die Masse des britischen Bolles die Haltung der Labour Party versteht und eine energischere Politik gegen die faschistische Intervention fordert. Das Votum der Londoner Wähler ist aber anrb deshalb recht bemerkenslvcrt, weil eS zweifellos eine Ausstrahlung kontinentaler Ideen, vor allem der französischen Volksfront, auf das Jnselreich beweist. Für den großen Jdeenkainpf in Europa, für das Ringen, das ja sehr schnell in einen blutigen Waffengang ausarten kann, ist dtp S r ü r k u n g der s o z i alisti s ch en Front in England ein nicht avzuschender Gewinn. Um das faschistische Hitlerreich zieht sich ein Gürtel von demokratischen Staate n, in denen von Finnland über die drei skandinavischen Königreiche bis Frankreich, Belgien und England der S o z i'a l i s m u s mehr und mehr eine gewaltige nationale und ge- schichts bildende Kraft wird, Gerade die Ausrüstung Englands, die große Rolle, die England-in allen kommenden AnSeinändersetzun- geu zufallen wird, lassen es für uns als eine bis zu 6099 inet. 0.8% 5.8% 8.8% 10.8% 12.8% 15.8% bis zu incl. 9.000 KC „ 12.600 KC „„„ 14.400 stö „„„ 83.000 stö „ 49.809 stö jeilc 2 Samstag, 6. März 1937 Nr. 56 LebcnSsrage erscheine», daß der englische Sozia- lisnniS ein Einfluh gewinnt. Ein Sieg wie der von London tau» auch an der Stellung der La» l>o»r Part» in der Innenpolitik nicht spurlos vor» übergehen. Und er wirkt auf diesem Umweg auf die europäische Politik, auf deu europäischen So» gialiSiniiS, er Ivirkt für den Frieden und für die Idee der Freiheit. weitere Verstaatlichungen Pari-. Durch Dekret de» Präsidenten der Republik wurden drei weitere Fluggeusfabrlke» requiriert und verstaatlicht. Eine derselben liegt in Nordsranlreich, btt den übrige» handelt eß sich nm die bekannten Farman-Werke in der Pariser Vorstadt Bonlogne und uni die Hanriet-Fabrik in Bourges. In die demokratische Schule gehören demokratische Lehrer Genossin Kirpal zur Inspektoren vorlage P rag. DaS Parlament nahm Freitag nach langer Debatte, in der sämtliche Redner ihre grundsätzliche Z u st i m m u n g erklärten, die Borlage über die materielle Besserstellung der Schulinsprktoren in beiden Lesungen an. Di« Debatte ging des öfteren auf politisches Gebiet über. AlS Genossin Kirpal nach einer Würdigung der Vorlage auch aus das leider sehr aktuelle Kapitel„D emokratie und Lehrerschaft" zu sprechen kam, legte die SdP unter Führung Kundts wieder die alte Walze von den angeblichen„Denunziationen" auf. Den Herren wird einmal klipp und klar gesagt werden müffen, daß die demokratischen Eltern rin unverbrüchliches Recht darauf haben, daß ihreKinder in unserem demokratische» Staat auch in demokratischen Geist erzogen wer- deu, und daß sie«S sich unter gar keinen Umständen gcfalleir lasten können, daß ihren Kindern unter irgend ein« neutral-völkischen MaSke von einzelnen gcwistenlosrn Erziehern Gedankengäng« ringeprägt werden, die die Demokratie verächtlich machen und die Kinder für Ädern präparier«» sollen, wie sie der Propaganda-Apparat des Herrn Goebbels am laufend,» Band täglich frisch inS HauS liefert. Genossin Kirpal gab der Freude Ausdruck, das, es gelungen Ist, den berechtigten Wünschen und Forderungen einer Kategorie von StaaiSbe» amlen Rechnung zu iragen. deren mate- .rielle und rechtliche Stellung auf eine Regelung aus dem Fahr 1870 zurückgeht. Es handelt sich noch darum. in der zweiten Etappe auch, die gesetzliche Regelung der recht.- I i ch e n Verhältnisse dieser Personell durchzuführen. Die Inspektoren sind bisher la nur provisorisch angestellt und können jederzeit abberufen werden. Heute muß der Inspektor auch der Initiator in allen Schulfragen, der Organisator eines modernen Schulwesens sein. Dazu steht ihm aber kaum die genügende Zeit zur Verfügung, da er vielfach zum überwiegenden Teil mit administrativen Arbeiten überhäuft ist und ihm keine oder nur sehr wenig Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Bor allein aber fehlt den Inspektoren die notig« Zeit zur pädagogischen Führung der Lehrerschaft, die nanicntlich bei der Innglehrerschast»oiwcndig tväre. Ist der Inspektor ein Uberzcngter und wirklicher Demokrat, so vermag er seine Lehrerschaft auch im demokratischen Sinn zu führen. Wir brauchen also in erster Linie wirklich überzeugte demokratische BezirkSschuIiiispektoreu. Nach Erledigung dieser Vorlage kommt die Gleichstellung der Inspektoren an den fachlichen Fortbildungsschulen an die Reihe. Außerordentlich brennend ist auch die Regelung der NechtSverhältniffr der Kindergärtnerinnen. Ergibt beute noch Kindergärtnerinnen, die ein Monatsgehalt von sage und schreibe 180 KC beziehen. Hier müßte d e r S t a a t Eingreifen. Auf tschechischer Seite werden 888 Kin- dcrgärtneriniien vom Staat vollkommen erhalten, während nur bei sieben deutschen Kindergärten vom Staat der Sach» und Personal» anftvand getragen wird. Das Ist rin sehr großes Unrecht. Wir hoffen, daß nnsere Initiativanträge aus Regelung der Rechtsverhältnisse der Kindergärtnerin- nc» gleichfalls bald eln:r Behandlung zugeführt werden. Genossin Kirpal zitiert die Ausführungen des Präsidenten Dr. BeneS anläßlich der Vorsprache der sozialdemokratischen Lehrer, daß die deutsche Schule in unserem Staate nicht eine Kopse der deutsche» Schulen im Ausland sein kann,* sondern ein demokratisches Gebilde sein muß, wobei es allerdings nicht genüge, daß die Schule demokratisch ist, wenn nicht auch der Lehrer echter und bewußter Träger der Demokrat!, ist. An Hand eines konkreten Falls zeigt Genossin Kirpal auf, daß leider nicht alle Lehrer diese Wort« beherzigen. Her: Kundt lTdP) ist natürlich gleich Iviedcr mit der Behauptung zur Hand, daß dies eine .Denunziation" sei. Kirpal fährt fort: Hier haben die Inspektoren auch den große» Ausgabenkreis, die Verbindung ztvischen deutschem und tschechischem Denken in den Schulen herznstellen. In der Schule sollen und müssen unsere Kinder von klein auf zu aufrichtigen und überzeugten Demokraten erzogen Iverden. Leider ist es heute vielfach so, daß der saschistische Geist insbrsondere in dec Jung- l e b r e r s ch a f i vorherrschend ist. kNeue Zwischenrufe KundtS führen zu längeren Auseinanderketzun- gen, in deren Verlauf Knndt die— wenn auch gesonderte— Teilnahme von Kindern an den Feiern des 1. Mai als.politische" Veranstaltung verwirft, tvährend er die Heranziehung von Schulkindern zu völkischen Sonnwendfeiern, die ihm Genosse Kr'ejit in einem Zwischenruf vorhält, natürlich als vollkommen gerechtfertigt hinstellt: Dar sej.ei», Jahrtausende alter, Volksbrauch" tznd habe nnt den Parteien gar nichts zu tun.)~ Kirpal hält der Lehrerschaft vor, sie möge sich dessen betvußt sein, was sie unter einem faschistischen Regime zu verlieren hat. Sie möge nur in die faschistischen Staaten blicken, wo die Lehrerschaft um aller gekommen ist, auch um ihre Freiheit.le i ne un»ü btg en A uS» Bon den Tausenden begeistert begrüßt, griff sodann daS Wort Genosse Jaksch: Die sudetendentschen- demokratischen Parteien, so führte er anS, wollten nicht in die Lage der Weimarer demokratische» Parteien gelangen und sich den Erfolg zehnfähriger Berständi- gnngSarbeit von den Nationalisten rauben lassen. Ihr Verdienst ist es- daß der Pakt vom 18. Feber zustandegekommen ist,' der ein geeignetes Instrument für die Wahrnehmung der sudetendeutschen Lebensiiitereffen darstellt. Jetzt kommt es daraus an, daß diese Vereinbarung im Geiste' gegenseitiger Lohalität durchgeführt wird. Dir Herren Sandner und Henlein haben den nationalpolitischen Erfolg dieser Verhandlungen daniit beantwortet, daß'sie die deutschen Aktivisten alS VolkSverräter und Pafsivisten beschimpften. Sie beweisen damit nur, daß sie von den wahren Bedürfnissen des sudetendentschen Volkes keine Ahnung haben. Die Führung der sudetendentschen Partei spekuliert ans eine kriegerische Aus» lösnng, die zur Katastrophe werden müßte, während wir in der Front der europäischen Friedensmächte für nationale Gerechtigkeit, Freiheit und Brot streiten. Ter demokratische Westen ist mit nnS und inan hat auch bereits in London durchschaut, daß die Agenten Henleins nicht dem snde- tendeutsche» Volk helfen, sondern dem Herrn Goebbels sekundieren wollen. Eine bessere Zukunft der Sudetendentschen ist nur in einem friedliche», demokratischen Europa zu sichern. Die Rede wurde»ft von zustimmendem, lautem Beifall begleitet. Die Kundgebung, die ein wahrer Durchbruch einer demokratisch-sozialistischen Offensivpolitik war, wurde nach einem anfeuernden Schlußwort deS Genossen Josef Lehnert mit dem Gesang der Internationale geschlossen. Die Prager Deutsche Arbeitersendung . bringt in dieser-Woche;',....... J So n n t a g, 7. März, 14.80—44.45: Mosa- rtzk, die Menschlichkeit«nd die Demokratie(Dr. Emil Straub), Mittwoch, 10. März, 18.20—18.40: Der Schulmann möchte auch Erzieher sein(Direktor Paul Fürstenau- Teplitz), Freitag, 12. März, 18.85—18.45: Aktuelle zehn Minuten, S o n n t a g, 14. März, 14.80—14.45: Sinn der Geschichte(Dr. Gregor Bienstock). Die Republikanische Wehr marschiert auf! Die festlich-demonstrativen Kundgebungen unserer Arbeiterbewegung werden in diesem Jahre durch den Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr, der in der Zeit vom 3. bis 5. Juli d. J. in Aussig stattfindet, eine würdige Krönung erfahren. Zum ersten Male tritt die Republikanische Wehr mit einer Reichsveranstaltung an die Oeffentlichkeit. Dies ist allein Anlaß genug, um ihr die gebührende Beachtung zu sichern. Die Republikanische Wehr ist eine Organisation, die treu zur Demokratie und zur Republik steht. Ihre Mitglieder vereinigen sich in freiwilliger Disziplin zu selbstlosem Dienst an der Demokratie. Sie stellen sich auch— ihren Satzungen gemäß— den Arbeiterorganisationen als Ordner zur Verfügung, wo immer man ihrer bedarf. Die Republikanische Wehr bekommt aber in unserer Zeit noch eine besondere Bedeutung. Die Kriegsgefahren, die immer noch den euro- päischenFrieden auf das schwerste bedrohen, haben den Gedanken der Wehrhaftigkeit auch in den Kreisen der Arbeiterbewegung in den Vordergrund gerückt. Die Republikanische Wehr fördert die geistige und sische Wehrhaftigkeit der arbeitenden sehen und dient dadurch gleichzeitig der Wehrhaftigkeit unserer Republik. Der Reichsaufmarsch in Aussig selbst in dieser Stadt, die schon viele gewaltige Kundgebungen erlebt hat, durch seine Besonderheit einen mächtigen Eindruck machen. Auf dem Aussiger Marktplatz werden bei der Kundgebung am 4. Juli 5000 Mitglieder der Republikanischen Wehr in ihrer Verbandskleidung und in disziplinierter Gliederung aufmarschieren, neben ihnen in gleicher Form einige tausend Mitglieder befreundeter Organisationen(Atus, Aruk S.J. etc.). Um diesen Aufmarsch werden sich die großen Massen unserer Arbeiterschaft gruppieren. Die Arbeiterschaft wird gerne die Gelegenheit wahrnehmen, um ihre Sympathien für die Republikanische Wehr zum Ausdruck zu bringen. Wir sind deshalb überzeugt davon, daß sie aller Orten die Vorbereitungen für den Aufmarsch in Aussig unterstützen und auch selbst zur Massenbeteiligung rüsten wird. Zeichen der„Zeit". Wir lesen in der„Zeit": „Prag. Für gestern abends Ivar der Vortrag Walter Heidrich, des bekannten Leiters der Sudetenbühne. vorgesehen. Der Vortrag befasst sich niit der ZukunstSaufgabe des Theaters als Angelegen-- hcit des ganzen Volkes und- mit der-Ausgabe des einzelnen einem solchen VolkStheäter gegenüber- Er setzte sich zur Aufgabe, den Schillersatz„Wenn Ivir eine Nationalbiihnc hätten, dann würden tvir ein Volk", für die heutige Zeit auSznwcrtc» und in die These„Wenn wir eine Ration lverden wollen. dann müssen wir nach einer Nationalbübiie suchen" gipfeln zu lassen. Leider wurde der Vortrag in der letzten Minute wegen mangeln- denPublikumSintercsscSab- gesagt." Mangelndes Publikumsintercssc fiir das, was die- „Zeit" fiir deutsche Kultur hält: auch ein Zeichen der Zeit und noch daz» ein erfreu- li che Sl Ueberwältigende Kundgebung Zehntausend Arbeiter 10 und Arbeiterinnen folgen dem Ruf der Partei und der Gewerkschaften Für nationale Verständigung, für den europäischen Frieden, für die sudetendeutschen Lebensinteressen Schlesische Parteikonferenzen. Am Sonntag tagte in Z o s s e n die Bczirkskonscrenz der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei für den Bezirk Troppa n. Neben den Vertretern der deutschen sozialistischen Organisationen nahin an den Beratungen für die tschechische Sozialdemokratie Schee teil. Aus dem Bericht des Bc- zirlskassiers Z a h c l ging hervor, daß der Mar- kenumsah im Berichtsjahr gestiegen ist, ebenso die Zahl der Parteimitglieder. Im Bezirk lvar eine lebhafte Versammlungstäiigkcit. Es wurden auch einige Hundert neue Leser der„Volksprcsse" gewonnen. Den politischen Bericht erstatteie Hube r t L e i n s in e r, seine Ausführungen lvurden mit Zustimmung zur Kenntnis genommen. Zum BezirksvertrauenSmann wurde lviedcr Stefan T i tz gewählt.— Die Konferenz der Bezirksorganisation Mährisch O st rau tagte ebcn- fallSaM Sonntag, Die Berichte-erstatteten Be- zirkSvertranenSmann Pelka und Bezirlösekrc- tärKlaschka. Auch in dieser Bezirksorganisation wurde im Berichtsjahr gute Arbeit geleistet. Im Mittelpunkt der Tagung stand der politische Bericht des Abg. Rudolf H c e g e r. An seine Ausführungen schloß sich eine rege Diskussion. Der bisherige BezirksvertrauenSmann Pelka trat zurück. Er wurde zum Stellvertreter gewählt. Be- zirksvertraucnsmann wurde Dr. Viktor Haas. — Beide Konferenzen nahmen Entschließungen an, in. denen die Politik der Partei gebilligt wird. Vom spanischen Kriegsschauplatz Bilbao. Havas.) Die Radiostation in Bilbao meldete Freitag um 1 Uhr Ortszeit nachfolgendes amtliches Konununiguö:„An der Front) bei Euscadnl Artillerickämpse fast an allen Abschnitten. Wie üblich, haben unsere Batterien die-Initiative behalten und wirkungsvolle Ergebnisse beim Beschießen der Objekte und Gräben des Feindes erlangt. An der Front in.Asturien konnten am Donnerstag infolge der andauernden Regengüsse die Operationen nicht fortgesetzt werden. llnsere Armee hat die eroberten Positionen befestigt." Seite 4 SamStag, 6. März 1987 Nr. 66 Sonja* Nachfolgerin Vor 13.000 Zuschauern wurde in London die Weltmeisterschaft im Kunstlaufen für Frauen abgeschlossen. Sonjas Nachfolgerin wurde die Engländerin Ceeilta Eolledge. Unser Bild zeigt die glückstrahlende Siegerin mit ihrem Siegespreis. Neue Kampagne gegen die Arbeitslosen Ein neuer Feldzug gegen die Arbeitslosen ist — selbstverständlich im„Venkov" und im„Veker" im Gange. Ein neuer Feldzug, aber selbstverständlich mit den alten Argumenten. Neben der bekannten Ausschlachtung von unvermeidlichen Einzclsällen des Mistbrauchs— die natürlich in der agrarischen'Subventionswirtschaft beileibe nicht Vorkommen— wird die produktive Fürsorge gegen die Unterstützungen ausgespielt. Dieser Methode gegenüber must doch daran erinnert werden, datz die produktive Arbeitslosenfürsorge beim Einbruch der Krise von dem Sozialdemokraten Dr. C z e ch geschaffen, von den Sozialdemokraten Dr. M e i st n e r und Jng. N e t a 8 weiter auS- gcbaut wurde. Wenn aber der„Venkov" meint, daß mit de» 750 Millionen, die für Unterstützungen aus- gewendct wurden, Arbeit für fünf Milliarden geschaffen worden lväre, wenn sie für produktive Fürsorge verwendet worden wäre, so vergißt er nur zu sagen, woher die fünf Milliarden genommen werden sollten. Im selben Atemzuge klagt er darüber, dast im Jahre 1935 für produktive Arbeitslosenfürsorge statt der vorgesehenen 173 Millionen nur 45 Millionen verbraucht wurden. DaS beweist aber doch nur, dast die Selbswerlval» tiingSvcrbäiide, die allein als Träger der produk- tiven Fürsorge in Betracht kommen, nicht einmal imstande lvaren, die bereitgestellten Lohnzuschüssc auszunützen, weil sie dazu nicht genügend Mittel batten. Wie hätten sie also fünf Milliarden investieren können, um 750 Millionen StaatSbci- trag zu erhalten? Wir werden jeden Vorschlag dankbar aufgreisen, der Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung eröffnet, mit blosten Rechenbeispielen ohne reale Grundlage ist aber den Arbeitslosen nicht geholfen und die Gesellschaft, die ihnen leinen Verdienst schaffen kann, bleibt verpflichtet, ihnen wenigstens mit Unterstützungen zu helfen. Der„Beker" ergänzt diese Betrachtungen durch die„Feststellung", dast nicht die„germanisierten" Gebiete, sondern Mähren die gcöstte Ar- beitrlosiglcit auflvcisc. Im Jänner seien von 1000 Einwohnern in Böhmen 45, in Mähren aber 54 Arbeitslose gewesen, aber trotzdem würden ungercchterwcise die verdeutschten Bezirke Böhmens besser bedacht. ES ist natürlich reine Spiegelfechterei, die Landesdurchschnitte zu vergleichen, wobei die grosten Differenzen ztvischen den nvrdböhmischcn Jndnstricbezirken und den agrarischen Bezirken JnncrböhmcnS einfach ver- fchwinden, abgesehen davon, dast auch im mährischen Arbeitslosenheer die deutschen Bezirke, wie Sternberg, Schönberg, Freudental, Jägerndors, Mähr.-Trübau, die größten Kontingente stellen. Aber dar ist eben der Beitrag der Vränst und Kahcknek zur nationalen Besriedungl Henlein reiwvaschcn, auch noch nach seiner Aussige» Rede, aber den deutschen Arbeitslosen die kargen Unterstützungen streitig machen— dar ist die Tätigkeit der Herren, die alltäglich den Ruf nach Koali- tionslohalilätderanderen erhebenI „Frank zwo". Jin Senat regte sich Donnerstag Herr Frank von der SdP gewaltig darüber auf, dast ihn tagövorher Genosse Dr. Heller nach Analogie des Dritten Reiches als Frank II bezeichnet habe. Er heihe Ludwig Frank und ioenn cs Dr. Heller noch einmal„wagen" sollte, ihn Frank ll zu nennen, so werde er auch Dr. Heller einfach umbenenncn.— Dazu sei nur bemerkt dast Herr Senator Frank in der Henlein- Presse seinerzeit allgemein als Frank II bezeichnet tvnrde, seine Aufregung also vollkommen grundlos ist. Wenn er jetzt davon abrückt, weil die Analogie mit dem Dritten Reich, wo eS auch einen Frank I und einen Frank II im ReichS- rag gab, doch zu auffällig ist, so hat er keines-, ivcgS das Recht, diesen Rückzug durch derartige Ausfälle geen Dr. Heller zu niaslieren. Persönliche Veränderungen in der tschechischen Sozialdemokratie. TaS„Prävo Lidu" berichtet von einem Wechsel der Personen in einigen Unternehmungen der tschechischen Sozialdemokratie. An die Spitze aller Unternehmungen der Kommandit- gesellschasi A. Iikmec und Co.(des Bolkshauscs, der Druckerei, der Presse-Unternebmungc», des Kinos usw.s tritt Jan A l e ä, früher Organisa- tionssckrctär der tschechischen Sozialdemokratie, jetzt Bertcaucnsmami des Prager Gaues. Direktor der Druckerei lvird nach dem Abgang des ehemaligen Abgeordneten Hummelhans Rudolf Erbe». Ter bisherige Stellvertreter des Chefredakteurs des„Prävo Lidu" Jaroslav Koudelka tritt in den Staatsdienst, der Stellvertreter des Chefredakteurs wird Josef M a r t i n e k. Der leitende Redakteur der Morgenausgabe des„Prävo Lidu" lvird Milos B a rt e k. Vom Rundfunk Empfehl entwert es aus den Programmen! Sonntag! Prag, Sender I: 8: Konzert aus Karlsbad. 9: MuUks Salonquartett, 12.80: Mittagskonzert. 17.35: Deutsche Sendung: Klassische Zeugen, 17.40: Funkwochenschau. 17.60: Volk aus Böhme» singt und spielt: Sendung zum Geburtstag T. G. Masa- rvks, 19.40: Zur Feier des 87. Geburtstages dts Präsidenten Masarhk, 81.06: Rundfunkorchesterkonzert: Dvoläk, Suk etc. 88.30: Populäres Konzert. — Prag, Sender II: 14.80: Deutsche Sendung: Arlteiterfunkr Dr. Emil Strauß: Masarhk, die Menschlichkeit und Demokratie, 14.45: Am stillen Herd zur Winterszeit,— Brünn 18.10: Deutsche Sendung: Feier aus dem Deutschen Haus zum. Geburtstag der Präsidenten Masarhk.— Kaschan: 16.55: Rundfunkorchesterkonzert.— Mühr-Oftran: L0.26: Konzert. Allgemeine Nichteinmischung Wie die Faschisten eS in Spanien mit der Nichteinmischung halten, ist nachgerade bekannt und scheint sich selbst im Londoner Foreign officc schon herumgesprochen zu haben. Das gleiche Prinzip der„Nichteinmischung" wie in Spanien verfolgen die Faschisten aber auf allen Gebieten. Wenn Blum sn einer Rede zu sagen wagt, die sranzösischen Arbeiter möchten durch ihre Leistungen für die Weltausstellung die Uebet- legenheit der Demokratie über den Faschismus erweisen, so kann die italienische Presse sich wochenlang nicht beruhigen und beklagt sich über „Einseitigkeit, Parteilichkeit, Gehässigkeit". Wie sie selbst und wie Mussolini cs mit der Be- urteilung fremder Verhältnisse, etwa der„ver- faulenden Demokratien" halten, weist man. Die Nazi wachen eifersüchtig darüber, dast im Ausland kein rauhes Wort gegen Hitler und den Nazismus gesprochen oder geschrieben wird. Die Auslandsfilialen des Nazismus, die SdP etwa, fordern dauernd„Nichteinmischung" und jagen jeder Silbe nach, durch die sich Berlin beleidigt Wien könnte. Aber Berlin darf sich natürlich einmischen. Berlin darf über die tschechoslowakische Demokratie sagen, sie sei nackter Bolschewismus, Berlin b a r f sich in die inneren Verhältnisse Oesterreichs einmischen und den Oesterrcichern vorschreiben, welche Aüsten- und Innenpolitik sie treiben sollen. Der Bürgermeister von New Jork, La G u a r d i a, hat sich erlaubt, in einer Rede von „braunen Horden" zu sprechen. Ein offizieller Protest Berlins in Washington ist die Antworr und die deutsche Presse beschimpft unisono die amerikanische Demokratie. Der„Völk. Beobachter" schreibt: „La GuarbiaS Rede ist eine Stimme, dievonunteukom in t. Der Schaden, welcher durch Leute" aus den unteren Schichten, wie cs eben La Guardia Ist, ange- richtet wird, ist viel gröster, als jener, den Per» brcchcr anrichten, die offen handeln. In Staaten ml: einer modernen Negierung sollten Verbrecher von derSorteLaGuardia» dadurch unschädlich gemacht werden, dast sie entweder in ein Ir r enhau s oder in ein 8u ch t» Haus eingeliefert werden." Man wird sich solche Stimmen„von oben" besser merken müssen. Sie sind interessant für den Fall, als auch wir ein besonderes Nichtein- niischungSgesctz bekommen, das jeden fremden Staatsmann unter Sonderschutz stellt.' Minister für soziale Fürsorge In«. Jur. Reka» wird am IV. Masarhktag des tschechoslowakischen Auslandes am 7. März um 10 tlhr vormittags im Abgeordnetenhaus im Namen des Präsidenten der Republik sprechen und für die Regierung eine Ansprache halten. DI« Kundgebung des Ministers wird durch den Rundfunk gesendet werden. Betrug an der Krankenkassa. Der Wiener Polizei gelangte zur Kenntnis, dast in einem Barackenviertel ein umfangreicher Betrug an Krankenkassen verübt wurde, indem sich Leut« Injektionen mit Petroleum machen ließen, um auf diese Weise langwierige Hauterkrankungen hervorzurufen. Als einer der Hauptbeteiligten wurde der 43jähr. wiederholt vorbestrafte Engelbert Dörner ermittelt und verhaftet. Er wurde iiberwie- sen, schon viermal mit einer künstlich hervorge- rufenen Krankheit in Behandlung gestanden zu sein Und durch den Bezug von UnterstÜhungSgel» dcrn die Krankenkassa um viele Hunderte Schilling betrogen zu haben. Auster Dörner wurden noch zehn andere Personen verhaftet. ES wurde festgestellt, dast die Betrügereien schon in das Jahr 1931 zurückreichen. Hochwnger in Ungarn. Aus ganz Ungarin treffen Meldungen über ein beängstigendes An» schwellen des Hochwassers ein. Die. Tbeistaegend ist bereit« zu einem beträchtlichen Teil überflutet. Auch die Donau führt Hochwasser. Aus verschie- i denen Gegenden werden HauSoinstürze gemeldet. An einigen Stellen mustte der Zugsverkehr eingestellt werden. In Keeskemet sind im Laufe der letzten Tage 34 Häuser eingestürzt, wodurch einige hundert Personen obdachlos wurden. Die Hochwassergefahr in Jugoslawien ist noch nicht beseitigt. Wenn die Save noch 20 bis 30 Zentimeier ansteigt, werden katastrophale Folgen eintreten. Die Flüsse Jbar und Kulobär sind ebenfalls aus ihren Ufern getreten und haben weste Gebiete überschwemmt und dadurch bedeu- teäde Schäden angerichtet. Ein Teil von Obreno« liegt unter Wasser. Auch die Morava richtet weiter Schäden an. Entlang ihres Flußlaufes sind sämtliche Gemeinden Lberschwernmt. In der Umgebung von StalaL ist das Wasser bereits bis zur Eisenbahnstation DschuniS vorgedrungen, in deren Umgebung 15 Kilometer Landes unter Wasser stehen. An einigen Stellen ist der Straßenverkehr lahmgelegt. In der Gemeinde Obresch stehen 350 Häuser unter Wasser. Auf dem Am- pelseld, wo das Hochwasser große Schäden ange- richtct hat, setzte Schneefall ein. Explosion an Bord der„Ramilliet". An Bord des britischen Schlachtschiffes„Ramillies" ereignete sich beim Geschühexerzieren eine Ezplo« sion, durch die drei Schiffsjungen und ein Heizer verletzt wurden. DaS Schlachtschiff kehrte nach Gibraltar zurück. Reue Flugverbindung Prag—London. Die FlugverkehrSgesellschaft Air France hat mit 1. März eine direkte Flugverbindung auf der Streck« Prag— London eingeführt. Abflug von Prag täglich außer Sonntag um 10.40 Uhr über Nürnberg, Straßburg und Pari». Ankunst in London um 17.00 Uhr. Der dritte Komet im Jahre 1037. Der Beginn des Jahres 1937 ist reich an Entdeckungen von Kometen. Der erste wurde am 31. Jänner in Japan entdeckt. Er handelt sich um den D a» niel-Kometen, dessen Rückkehr ini Jahr« 1937 von den Astronomen erwartet wird. Ein zweiter Komet wurde am 7. Feber von dem amerikanischen Astronomen Whipple entdeckt. Die beiden genannten Kometen erscheinen im Fernrohr als schwache Nebelflecken 12. und 18. Grades, so dast sie nur mit den größten Fernrohren sichtbar sind. Der dritte Komet des Jahres 1937 (1937 c) wurde am 27. Feber von dem Astronomen Wilke als Leuchtkörper 7. Grades entdeckt, so daß er auch mit kleineren Teleskopen sichtbar ist. Er befindet sich dieser Tage im Sternbild der Fische und rückt ins Sternbild Andromeda vor. Bomben auf Hollywood. Ein schwerer Unfall erelgneie sich bei Filmaufnahmen zu einem, neuen Film von Erich Maria Remarque„Die drei Kameraden". Auch dieser Film ist«in ausgesprochener Kriegsfilm. Bei einer Szene, in der die Beschießung eine» Dorfes durch Artillerie ausgenommen wurde, platzte plötzlich eine wirkliche Granate. Di« Mauer des Studio»' wurde in Trümmer gelegt, mehrer« Statist«» schwer verletzt und einer getötet. DaS tragische Schicksal wollt« ei, daß dieser, George» Daley, selbst Kriegsteilnehmer war. DI« Untersuchung hat ergeben, daß da» wirtliche Geschoß von einem Geisteskranken unser die Munition geschmuggelt wurde. Wie mag«S da gerochen heben?. Zehn jung- Burschen au» dem Dorf« Kazan in Bulgarien haben bei einer Festlichkeit einen neuen Tanzrekord aufgestellt. Sie tanzten ununterbrochen drei Stunden und 40 Minuten einen schnellen Tanz, der ,Fkolo" genannt wird. Bei diesem Tanz müssen die Tänzer unaufhörlich in lebhaftester Bewegung fein. Sie hörten erst auf, al» die Ztgeuuernmsikcr vor Schwächt ihr Spiel unterbrechen müßten. Bei keinem der Tän« »er hat die enorm« körperlich« Anstrengung schädliche Nachwirkungen gehabt. Otzern-RakketeorS. Durch die Anzeige eine» bekannten Star» der New Norker Metropolitan- Opera ist die Polizei auf die Organisation einer besonderen Erpnfferband« aufmerksam gemacht worden, di« sich ausschließlich mit Bühnenkünstlern beschäftigte. DI« Künstler wurden in aller Form«tn- geschätzt und mit einer Steuer für die Gangster belegt. Zahlten sie dies« Steuer nicht, so wurde ihniti da» Auftreten unmöglich gemacht, indem di« Bande ein« Elaqu« in» Theater sandte, di« den Künstler allerdistg» nicht mit Klatschen, sondern mit einem wüsten Pfeifkonzert empfing. ES scheint, daß der größte Teil der New Norker Künstler von' dies« Bande aurgebeutet worden ist. DI«„Steuer" betrug bis zu 80 Prozent der Tantiemen- Ehebruch Staot»»ertr«ch«n. Die Fassung de» neuen Abschnitte» Ehe und Familie im kommenden nazistischen Strafrecht wird,.wie ossiziöiantzekün« digt wird,«ine"besondere Verschärfung gegenüber den bisherigen Bestimmungen erhalten. Während nach dem bisherigen Recht Ehebruch nur auf Antrag Abschluß des Beweis- verfahren! im Parkin-Prozeß Haute Urteil Prag.—rb—- Die Verhandlung vollzog sich bei fortschreitendem Zeugenverhör in so raschen: Tempo/ daß die Urtetlrverkündlgung schon in'den Abendstunden de» Freitag erwartet wurde. Diese Erwartung erfüllte sich aber nicht. Freitag wurde nur da» Beweisverfahren abgeschlossen und. der Samstag bleibt dem urteiwmäßigen Abschluß de» Prozesse» Vorbehalten. Nachdem noch dl« restlichen Zeugen in der Dominikaner-Sache verhört worden waren, ging der Gerichtshof zur Einvernahme der Leugen in der Angelegenheit der Ausgleichsmasse der Firma Mautner über, wobei Dr. Parku» bekanntlich den Verkauf von Maschinen im Werte von 63.000 K£ durchsetzte, aber nur 16.000 K£ ab führte und den Rest als„Honorar"«tnfteckte. Libilrechtllch ist bereit» Doktor Parku» zur Herausgabe diese» fetten„Honorar»" verurteilt. Die strafrechtliche Beurteilung der Sache wird der Gerichtshof vorzunehmen haben. Herr Parku» ist nunmehr in ausgezeichneter Lamie, benimmt sich vor Gericht höflich und konziliant und, ist offenbar Voss'Luverlicht erfüllt. Vielleicht hat er zu dieser Zuversicht seine Gründe: über die ter Prozeß keine Klarheit schuf. Di« Beziehungen zwischen ihm und dem Orden sind wirklich merkwüvdig. Sahen wir von dem Pater Saip ab, der seine privaten Gründe haben dürfte, den Angeklagten zu schonen, so muß die von dem Prokürator B icenik zugegebene Tatsache Staunen erregen, dast noch Im' Jahre 1930, zu einer Zest also, da die Malversatio- nen schon längst zutage lagen, Dr. Parku» noch in der Orden»kanzlei wie zu Hause war, den neuen Prokurawr beriet, Akten bearbeitete und selbst In- terventionm tm Namen de» Orden» Hi Ministerien durchführt«! Breiten Raum Im Zeugenverhör nahm die Einvernahme de» Rate» der politischen Verwaltung und Referenten für kirchliche Angelegenheiten bei der Landesbehörde Dr. F.raNz Sarek ein, die zu einem ausgedehnten Diskurs über Fragen der kirchlichen und klösterlichen Vermögensverwaltung Anlaß gab. Bor allem stand die Frage der Bestimmungen über die Veräußerung und Belastung von Kirchenaütern zur Aufllärnng. Der Zeuge gab einen fleberbltck über die einschlägigen Bestimmungen, noch welchen bei Veräußerungen oder Belastungen von Äirchenvermögen die Genehmigung der kirchlichen und staatlichen Aufsichtsbehörden erforderlich ist Trotzki hat beim Bgseler Strafgericht gegen dl« Kommunisten' Marino,.Bodenmann, Dimitrow, Humbert und Droz\ sowie gegen die kommunistischen Blätter.Freiheit" Und^.BaslecRundschau", die ihn konterrevolutionärer Propaganda beschuldigten, Klagen anhängig gemachst'' Der nächste Prozeß. Polnische Zeitungen bringen die aus Moskau datierte Meldung, daß«in neuer Prozeß:, gegen die sogenannte Anti-Stalin-Front- Opposition vorbereitet wird.> Der ehemalige Leiter der GW Jagoda, der in dem unterirbischen Gefängnis,.in Lubianka eingekerkert war,, hat sich erholt und bekundet seine Reu« durch phantastisch« Ge- Miidniiss. Man nimmt an, daß infolge der Aussagen Jagodas in' dem Prozeß einig« sowjetrussische Diplomaten werden angeklagt werden.'' ' B es uns b e d i,n g uli gr.«:Btt Zustellung ü Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltung .-r"'. graphendir Seite 5 Kunst und VMnenaMMui In Prag XIX(Dejvice-HanSpaulka) fand Donnerstag, den 4. März, eine von der tschechischen Sozialdemokratie einberufene Versanimlung statt, in der Genosse Dr. Emil S t r a u ß in tschechischer Sprache einen Vortrag über das sudetendeutsche Problem hielt. Der Referent erörterte die wirtschaftliche und politische Lage in den deutschen Gebieten der Republik, besprach die zwischen dem Ministerpräsidenten und den deutschen aktivistischen Parteien zustande gekommenen Vereinbarungen: und setzte zum Schluß auseinander, toie der Kampf um die Demokratie im deutschen.Lager zu führen sei. An dem Vortrag schloß sich eine längere Debatte, in der eine Reihe von Vertrauensmännern der tschechischen Sozialdemokratie zur nationalen Frage in der Tschechoslowakei Stellung nahm und das gemeinsame Vorgehen beider sozialdemokratischer Parteien im Kampf gegen Krieg und Faschismus und für Friede und Demokratie als notwendig erklärte. Die erste Dampfmolkerei und Käserei In Griliei, Bihmerwald empfiehlt Ihre eratklaas. Erzeugnisse Beachten Sie die SohulBmarka! ihm In das Bajonett gelaufen, das er in der Hand hielt. Die Geschworenen hatten also darüber zu entscheide», ob der Angeklagte(nach dem Wortlaut des Paragraphen) gegen den Bohumi'. PoläLek„zwar nicht in der Absicht, ibn zu töten, aber in anderer feindseliger Absicht in einer Arc gehandelt habe, daß daraus dessen Tod erfolgte" oder ob er sich lediglich des fah rI ä s s i g e n Vergehens gegen die Sicherheit de» Lebens schuldig gemacht habe. Die Geschworenen entschieden sich für die erste Eventualität, da im Zuge des Betveisverfahren» die Verteidigung des Angeklagten durch mehrere Zeugen widerlegt wurde Der Angeklagte wurde dcs BerbrechenS de» Totschlages schuldig erkannt und der Schwurgericht-Hof verurteilte chn zu sieben Jahren schweren Kerkers. ist schwerer als trockenes und kann daher billiger«ein. Also nicht auf das Gewicht’ allein, auf den Heizwert kommt es an.- Auch b< i n Getreidekaffee Ist's ähnlich. Nicht, daß es% kg ist, sondern wie viele fehlerfreie ' Körner für dieses% kg verarbeitet wurden, darauf kommt es an. Beim Perola- Kornkaffee Ist es so, dal) erst 22.000 sorgfältig verarbeitete Körner% kg ergeben. Deutschland als Rechtsbrecher Am Donnerstag veranstaltete die„Union für Recht und Freiheit" eine gutbesuchi« Mitgliederversammlung, in der über das Thema: „Deutschland als Rechtsbrecher" Dr. Frantitick KrauS und Dr. Lev Sychrava, Vorsitzender der Legionärgemeinde, sprachen. Während Dr. Kraus in seinen stark rechtsphilosophisch gefärbten AuS« fiihrungen den besonderen Charakter des faschistischen StaatSrechtS und Strafrechts behandelte, seinen'Widerspruch zu allen in den Kulturstaaten geltenden Rechtsgrundsätzen und seinen reinen Machtcharakter aufwies, stellte Dr. Sychrava Sie völkerrechiSlvidrige Gesinnung des Faschismus, seinen Hang zum internationalen Rechtsbrecher- tum in den Vordergrund und forderte die' selbstbewußte und aktive Abwehr der faschistischen Friedensstörung durch den Block der freiheitlichen und demokratischen Staaten. In der DiSknsilon sprach auch ein erst kürzlich aus Deutschland entkommener Konzentrationslagerhäftling, der selbst zu dem Kommando bon 4 Juden gehörte, die Mühsam» Leiche aus der Zelle abtranSportiercn mußten. Bei dieser Gelegenheit stellte der Zeuge fest, daß die Leiche in einer solchen Lage aufgehangt war, daß ein Selbstmord, der auch nach MühsamS vorhergehenden Aeußerunqen als unwahrscheinlich gelten mußte, ausgeschlossen war. Die Nationalsozialisten hattet» also den Befehl, der Mühsam nachweislich erteilt worden war, er soll« seinem Leben binnen drei Tagen ein Ende machen, selbst vollstreckt.' Die Ausführungen deS Zeugen machten auf die Versammlung«Inen tiefen Eindruck. FUr Ihr Auto und Radio 8906 ElKIl-flkkiinni'atoren Wochcnspielplan deS Neuen Deutschen Theaters. Samstag 7 Uhr: Die Walküre lAestvorstelliing anläßlich des' Masaryk-GeburtStages) A 1.— Sonntag halb 8 Uhr: Da» Rest, Gastspiel Tilla Turieug, Arbeltervorftellung, halb 8: Gioconda, B 2.— Montag halb. 7: Macbeth, Thcatcrgemeinde der Jugend(I. Serie, rote Karten) und freier Verkauf, Abonnement. aufgehoben.— Dienstag halb 8: illlacbeth, Gastspiel Tilla Durieux, A 1,— Mittwoch halb 8: Hopsa, B 2.— Donnerstag halb 8: Treff AS, Erstaufführung, CI.— Freitag halb 8: Gioconda, D.— SamStag halb 8: Der Freischütz, halb 8: Jean, Gastspiel Leopold Kramer und Pepi Glöckner, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Matura, halb 8: Aida, Gastspiel Jussy Björling, C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne, Samstag 8: Jean kGastspiel Kramer-Glöckner).— Sonntag 8: Der Illusionist, 8: Photographieren verboten!— Montag 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Dienstag 8: Photographieren verbotenI— Mittwoch 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Axel an der Hini- mclStiir, volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8: Photographieren verboten I— Tbcatergemeindc des Kulturverbandes und freier Verkauf,— Samstag halb 8: Alarm im Radio, Erstaufführung. 1 l: Wie es Euch gefällt, Vorstellung des Bübnenktubs.— Sonntag 2: Salzburg ausverkauft, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner. Hau»' oder.b«, ÄeRig'durch die Poft monatlich Xö 1«.^, vierteljährlich Xi 48.-7, halb|Shrisi Xi 98.- aanMrkg XL 192.—.— Inserate werden iaui. Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei, Einsendung der RetöürMarken.— Die ZeitunäSfrankatur wurde von der Post» und Tele-' tion.mit Erlaß Nr. 1S:800/VlIk19S0 bewilligt.— Druckerei: ,ivrbü". Druck-, VerlugS. Und L°itun«s-A.-G.,Prag. Mitteilungen aus dem Publikum Das teuerste Schachspiel der Welt. Als der Erfinder deS Schachspiels gefragt wurde, lvaö er für seine Erfindung verlange, sagte er:„Ein paar Ge- treidekörner, und zwar so, daß auf das erst« Feld des Schachbrettes,1 Körnchen kommt, auf das zweite 2, auf das dritte 4, dann auf die weiteren 8, 16, 82, 64 usw. bis zum.64, Feld, denn 64 Felder bat ja bekanntlich das Schachspiel. AIS man mit dem Auszäblcn begann, da tvar man beim 16.'Feld schon bei 82.768 Körnern, also schon mm fast 11.006 Körner mehr als für sh.Kg. Perola-Kornkaffee verarbeitet werden. Dafür sind nämlich„nur" 22.000 Körner erforderlich. Beim 22. Feld-waren eS schon 1,209,952 Körner und als der, der eS bezahlen sollte, weiter rechnete, wurde er blaß. Bald. Ivar ec nämlich so weit, daß sein ganzes riesiges Vermögen nicht hingereicht hätte, eS zu bezahlen, und als sie beini 64. Feld angelaugt waren, sah er, daß er so viel Getreide liefern müßte, daß damit di« ganze Erdoberfläche über l Meter hoch bedeckt werden könnte.'•— TaS glaubt niemand, der es nicht selber ausgerechnet hat und dennoch ist's so, ebenso wie es von vornherein niemand glaubt, daß in V» Kg. Perola-Kornkaffee wirklich 22.000 Körner enthalten sind. 8 Er kann nicht mitspielen! Er ist genau so lustig wie alle anderen Kinder, er möchte genau so gerne Schritt tun-ihm d>e ichuhe, seine ,.’ ,'tcc sellfchaft im„goldenen Westen" zu jener heute schon sich fühlt, weil er jetzt mit den anderen spielen kann, historischen Zeit— und das Ganze verquickt er mit Von Kind an in Aaka-Schuhen, bedeutet-.gesunde religiösen Gefühlen. Matt kamt der Ansicht sein, daß Füße bis ins Alicrl B—a diese Mischung nicht geschmackvoll ist. Wer wirksam! Kaufen Sie Schuhe-nur laut Kartothek. Wenn W sic.... I Sie laut Ihrem Kartothekblatt hei Daka Schube Jeanette Mardon a l d, deren schmeichlerisch kaufen, kann Sie jeder Verkäufer ohne langes Prc- schone Sopranstimme aus dec„Lustigen Witwe und„Rose-Marie" bekannt ist, tritt als Sängerin auf: In einem Nachtlokal an der„Barbarenküste" von San Francisco, im Kirchenchor, auf der Opern- bühne als GouüodS Margarete und Verdis Violetta, dann'schlagersingend, gerade bevor das Erdbeben beginnt, und nach der Katastrophe wieder als fromm« Chorführerin, die den Choral„Näher, mein Gott, zu dir" anstimmt. Clark Gable, der bewährte Darsteller uneleganter Draufgänger, mimt den Chef jener Nachtlokals, der di« Sängerin engagiert, an die Oper verliert, mit dem Pastor und dem Nebenbuhler in Konflikt gerät, politische Händel mit der„Aristokratie" der Stadt hat und am Ende durch die rauchenden Trümmer, irrt, um die Verlorene zu suchen und zu finden. Die Konflikte dieses„Gottlosen" mit der unschuldigen Sängerin find nicht derart, daß ein Erdbeben zu ihrer Lösung hätte aufgcbotcn werden müssen. Aber das Erdbeben von San Francisco ist ein historisches Faktum. Waruni also(können die Manuskript-Autoren fragen) soll es nicht auch so nebenbei dem Liebesroman eines Tingeltangel-Unternehmers die Pointe geliefert haben und ihn überdies zum Beten bekehrt haben? Clark Gable muß am Ende— als ihn das Erdbeben zum frommen San Franziskaner gemacht hat — niederknien und Gott danken. Eine horrende Szene,—aber sicher eilt« wirksame. Und was das Erdbeben selbst betrifft: Es schwanken, bersten und donnern riesige Kulissen, es ertönt Wimmern unter Trümmern, mau sieht das Panorama einer bren nenden Stadt, und die Häuserreihen, die noch stehengeblieben sind, werden in die Luft pesprengt, um dem Feuer keine' Nahrung zu geben. Eine gründliche und effektvolle Katastrophe, die der Regisseur W. S. van D Y k e wahrhaftig großzügig ins Werk gesetzt hat. Und in solcher Häufung der akustischen und optischen Eindrücke beruht der Erfolg dieses weder besonders sinnvollen noch besonders geschmackvollen FilmS.—eis— vieren gleich mit.Schuhen bedienen, die wie vom Arzt. , vorgeschricben passen. Auf Ihrem Kartothekblatt sind die Maße und Besonderheiten Ihrer Füße genaues: eingetragen. Es genügt also, wenn Sie,die Nummer Ihres Kartothekblattes angebcn und Sie erhalten sofort di« richtigen Schuhe. Verlangen Sie schon beim nächsten Einkauf bei Baka, daß für Sie ein eigenes Kartothekblatt angelegt werd«. B—a | Mit de» Zehen Klavierstücken! Immer wieder taucht einer auf, der das kann und darum vo« allen bewundert wird. Früher konnten aber alle Menschen dses« Künste. Sie sind ihnen nur durch schlechtes Schuhwerk verloren gegangen. Geben Sie Ihrem Kind« Baka-Schuhe, und«S wird seine Zehen elastisch erbalten; Laufe», Gehen.und Springen wird ihm Freud« machen, Bon Kindheit an in Baka-Schuhen, bedeutet gesunde Füße bis ins Alter! B—a Noch besseren Dienst am Kunden, das ist unser Ziel. Verlangen Sie bitte beim Besuch unserer Verkaufsstelle eine genaue Registrierung Ihrer Füße. Wir tragen Größe und Besonderheiten Ihrer Füße genau ein, so daß wir Sie beim nächsten Einkauf, auch ohne Probe und ohne Maß zu nehmen, ja selbst bei schriftlicher oder telephonischer Bestellung so bedienen können, daß die Schuhe wie nach Maß gearbeitet passen. B—a Kennen Sie schon Ihre Füße? Wenn Sie Ihr« Schuhe bei Baka kaufen, verlangen Sie einfach vom Verkäufer die Registrierung Ihrer Füße in der spezi-llen Kartothek. Dabei stellt er fachmännisch Größe, Breite und Besonderheiten Ihrer. Füße fest. Beim nächsten Einkauf kann Ihnen jeder Verkäufe: sofort die richtigen Schuht für Ihre Füße vorlegeu. So dient Baka seinen Kundschaften.' B—a. Nasi« Füße sind gefährlich! Besonders bei Kindern, die oft'stundenlang so Herumlaufen und doch recht empfindlich sind. Wie man'S verhindert? Baka- Kinderschuhe, liebe Mutter, führen Ihr Kind auch an naffen Tagen trocken bis ins Haus! Von Kindheit an in Baka-Schuhen, bedeutet gesunde Füße bis ins Alter.. B—a Blutige Tanzunterhaltung Prag.—rb—. Der gestern vor dem Schwurgericht(Bors. Gvt Dr. Cervinka) verhaudeltc Prozeß betraf dar erste schwere Delikt. im Jahre 1987, zu desien Aburteilung die Geschworenen berufen sind. Der 26jährige Arbeiter Josef Kaiml aus Buötihrad bei Kladno war des Totschlag e s angeklagt. Der Angtklagte machte keinen' schlechten Eindruck, aber seine mehrfachen Vorstrafen wegen Raufereien zeigen, dqß erzuden Menschen gehört, mit denen ihr Temperament allzu leicht durchgeht und auch seine LeumundSnote, die ihm sonst nichts Böser nachsagt, spricht davon, daß er in allo« holifiertem Zustand leicht zu reizen war und dann, gefährlich werde» konnte. Am 8. Jänner— es war ein Sonntag— bestätigte sich bei einer Tanzunterhaltung im Dorf« Kniizowes der unglückliche Jähzorn KaimlS auf tragiiche Art. Einer seiner besten Kameraden,«in gewisser Karl Fujara, war in vorgerückter Stunde mit einem Soldaten namens Wenzel Kabät in Streit geraten, der in eine Rauferei ausartete,, in deren Verlauf der Soldat,, angeblich in Notwehr, seinen Gegner durch einen Hieb mitdem in der Scheide steckenden Bajonett ein blutig« Stirnverletzung beibrachte. Der Angeklagte, der in- diesem Moment dazu kam. sind seinen besten.Freund(„er liebte Ihn wie«i»en Bruder", äußerte sich«in Zeuge) mit-Blutigem Gesicht vorfand, geriet sofort In Raserei,'/.Mer hat dir dar gemacht?", rief er aus und gleich darauf stürzt« er sich auf den Soldaten, der eien dar Lokal verlast«» wollte. Er packte den Griff des Bajonetts und versetzte gleichzeitig dem Soldaten Kabät einen Stob, daß dieser die zur WirtShauStüre führenden Stufen he'runterflog. Dar Bajonett blieb in der Hand des Angeklagten. Im gleichen Augenblick kam wieder dem Soldaten einer seiner Freund« zur Hilf«,«in gewißer Bohumil Pokä äak. der sich mit dem Angeklagten überhaupt nicht persönlich kannte. Nach Annahme der Anklage stieß Kmml in blinder Wut dem seinem Gegner zu Hilfe kommenden Poläiek di« Waffe in di« Brust, Der Verwündete-.v trblutet« im Verlauf einer-alben Stund«.■ Kaiml verteidigt« sich^damit. er habe den Po« läöek gar nicht treffen tvollen,: sondern dieser sei San Francisco Dieser Film aus Hollywood kommt nicht mit dem Ruf eines Meisterwerks, aber mit dem eines Welterfolgs zu uns, und Iver den Film gesehen hat, wird ihm den Erfolg glauben. San Francisco wurde ü^Amil 1906 durch ein-Ekdbch-n zerstört. Dec h^umiollcn', aber bei s'edem Film spielt im Jahre 1966. Er verbindet dar Erd- O1. beben Mit Liebe, die Lieb« mit Musik, die Musik mit- einer Milieuzeichnung dcr amerikanischen Ge- strahlenden Augen werden Ihnen sagen, wie tvohl Aussdiußsifeung des Atus, Heute, Samstag, den Oi März, um halb 7 Uhr abends A u s s ch u ß s i tz u n g im Lokal« des Bildungsvereines PRAG deutscher Arbeiter, „Bo.MnfbfnioTrnt* Samttag. 6. Mtr, 1037 Wir bringen Ihnen die neneslen Frühjahrs-Modelle in Schuhen und FOR DEN SOHN FÖRDEN VATER FOR DIE MUTTER Aparter, billiger Halbsehuh mit neuer. Facon. Tragen Sie Frühlingnchuhe Damenstrümpfe Herren-Socken(5 «'X- SdsAlÖfW UÄJUm Weisse oder braune Lederschuhe für die ersten Schritte in den Frühling. Elastische Sohle Feste Halbschuhe' aus Boxleder mit starker Leder-Sohle. Nr. 31-34 KE 29.-, 35-38 KE St.- Sportlicher Herren-Halbschuh aus braunem Box mit Doppelsohle. Billig und doch so schön. Schwarzes Sämischleder mit Zier-Perforation. Lackschuh für kleine Modeleute. Eine hübsche Kombination mit grauem Leder. 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Nr. 31-34 KE 19.-, 35-38 KE 25.- Auch für die Herren Söhne erzeugen wir einen Halbschuh, der sich In nichts von dem Schuhwerk unterscheidet, welches Vater trägt. 31-34 KE 29.-, 35-388 KE 39.- Trotteur-Schuh mit eckiger Facon. Braunes oder blaues Sämischleder mit gleichfarbigem Lack kombiniert. Eleganter' Herren-Halbschuh aus. glattem Boxcalf- Knaben-Strapazschuh für; Schulweg, und Spiele im Freien. Kernleder-Sohle 31-34 KE 35.-, 35-38% KE 45.- Grauer Kinderschuh mit Lack kombiniert. Das praktische Schuhwerk für die Kleinen. 27-30 Strümpfen für die ganze Familie. FOR DAS TÖCHTERCHEN Ein brauner. Schuh für die ersten Frühichrs- Spaziergänge. Geschmackvolle■ Verzierung am Vorniss. Nr. 31-34 KE 35.- Winterschuhwerk hat ausgedient