Anzelprelo 70 9Ekk leinschliessl.S Keller Portot Aus dem Inhalt Jaksdi spricht In Teplih 17. Jahrgang Nr. 57 Sonntag, 7. März 1937 Sabotage des Kontrollpaktes Zeit einen Handstreich vor hat, dessen Ziel wohl Oesterreich sein dürfte! Amnestie aus Anlaß des Geburtstages des Präsident-Befreiers Beilage: Wirtschaft der Welt Wie In den letzten Tagen bereits angedentet worden war, ist der Nichtinterventions-Ausschust tatsächlich zu keiner Einigung über die Kontrolle der spltuischen K ästen und Grenzen gekomweu. Am Ü. Mürz sollte die Kontrolle einsetzen. Nunmehr wird als„n ä ch st e 8 mögliches Datum" der 2 Ü. M S r z genannt.' i Inzwischen sind nach verlässlichen Berichten wiederum I t a l i e n e r in grosser Zahl in Cadiz gelandet worden. Die Waffenlieferungen auS Italien reissen nicht ab. AuS den technischen Vorschlägen sür die Kontrolle wird bekannt, dass die Kontrollbeamten zwar die Schiffspapiere prüfen, aber ke inRecht zur Durchsuchung der Schiffe Haien werden. Damit wird die ganze Kontrolle natürlich zur Komödie, denn eS ist jeglicher Durchstecherei der Weg geebnet. Teplitz-Schönau am Samstag gezeigt hat. Eine Welle, emporgetragen gleichermaßen von der Einsicht der werktätigen Massen unseres Landes in. die realpolitischen Notwendigkeiten, wie von dem Bewußtsein, auf solche Weise brüderliche Solidarität mit jenen zu üben, die an den Enden Europas' im Bormarsch stehen' für Humänitüt, auf Urlaub ist, nicht mehr nach Budapest zurück kehren wird. Der eigentliche Drahtzieher soll der Leiter des DRB in Pest, ein Baron Hahn, gewesen sein, der plötzlich auS Budapest abgr» reist ist. Für die Beurteilmeg der mitteleuropäischen Situation ist es besonders interessant, dass Ber lin j e tz t den Handstreich in Ungarn mit so überstürztem Eifer betrieben hat. Für eine kriege rische Aktion im Donauraum, für einen lieber- l fall, aber auch für den Marsch nach Wien ist eS wichtig, dass Ungarn»mitgeht" und dass in Ofen eine für Hitler verlässliche Regierung am Ruder ist. Das Regime Bethlen-Daranui ist halb italo-, halb frankophil, aber ans jeden Fall anti- pretttzisch. Es ist auch nicht frei von legitimisti- scheu Einflüssen(insbesondere gilt General Roe-! die soziale Frage aufgehört zurollen, immer wieder die Kraft zum Vorstoß zu entwickeln, sich sür die Demotratie, für den Fortschritt, sür die Völkervetsötmung und sür den Frieden umso leidenschaftlicher zu schlagen, je mehr drüben Hitler und hüben Henlein durch Giftgase die Menschen um die Herrschaft' ihrer Vernunft bringen wollen. Der Massenaufmarsch am Freitag machte die Bilder wiederum lebendig, die ivir jahrelang bei unseren Aufmärschen und Demonstrationen zu sehen gewöhnt waren; diese Versammlung wirkte wie ein Abbild etlva der großen Kundgebungen nuferer Partei an den 1-' Mai-Lagen der Lahre ISIS und 1920. Einem Aufbruch der Arbeiterschaft glich schon äußerlich das Bild dieser Brr, sammlung. Da kamen die Tausende direlt aus den Betrieben, deren Pforten gewaltlos sich schlossen, weil der starke Arm es wollte; da kamen sie, so wie wir es aus den besten Zeiten der Vergangenheit' kennen, geschlossen angerückt, die Vertrauensmänner an der Spitze, in eiserner Disziplin, strotzend von Kraft des Willens und Charal- ters; da marschierten sie an, jene Proleten, die nicht nur zlvei Wegstunden, sondern auch zivei Lohnstunde» geopfert hatten, um der eigenen Klasse und dem Gegner eine Einigkeit, eine tvabre Gemeinschaft des arbeitenden Volkes vorzudemonstrieren, von der jene andere, propagandageborene„Volksgemeinschaft" keinen Hauch verspürt hat. Da saßen die Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen, gebannt durch den Versuch, ihnett ihr Schicksal, die Notivendigkeiten des Handelns des arbeitenden Volkes in diesem Lande ohne Phrasen, ohne Demagogie, sachlich, und doch nicht nüchtern klarzulegen, sondern getragen von dem aktivistischen Willen, dieses Schicksal z» meistern. La, daS war es, was der Bodenbacher Kundgebung Quantität und Qualität verlieh: das Bewußtsein der Fabrikarbeiter, der Angestellten, ja vieler Anderer, die, ohne sich als Proteiarier zu fühlen, doch längst aufgehürt haben, sich zu den satten Bürgern zn zählen— das Bewußtsein, daß, wenn irgendetwas im sndetendeutschen Gebiet willens und imstande ist, von der sozialen Seite her das Geschick unseres Stammes und damit das Geschick der Demokratie an diesem Herz» fleck Europas zum Guten zu gestalten, es die deutsche Sozialdemokratie istl Abgeblendet waren die Irrlichter der Sudetendeutschen Partei, abgestoppt die volksgefährliche Agitation, die daraus aus ist, aus unserem Land,, aus unserem Stamm einen Unruheherd für ganz Europa zu machen. Begriffen hatten die Massen, daß wir in Europa eine große, demokratisierende, befriedende Funl- tion zu erfüllen haben, eine Funktion, für die in diesem Staate keiner besser prädestiniert ist als der Arbeitsmann und die Arbeitsfrau mit ihrem, tiefen, unerschütterlichen, aus dem Herzen wie aus dein Verstände fließenden Willen zum Frieden, zur Erhaltung dieses Friedens: als der unerläßlichsten Voraussetzung zunt Wiederaufstieg staatlicher Freiheit und Selbständigkeit verwirk- licht hat,.sondern, weil sein starker Geist und sein Gestallt,ngswille, der auch I» seinem Nachfolger lebt, uns dauernd von einem faschistischen Regime freihalten wird. Am Tage.der Verlautbarung der Verständigung, zwischen der. Regierung titt» den deutschen aktjvistischen Parteien haben, wir' hier geschrieben, däft das Verständigungswerk nicht jnöglich gewesen wäre ohne die geistige Vorarbeit Masaryks. Durch Jahrzehnte- hat er seinem Volke die Notwendigkeit der Verständigung. der beiden Nationen vor Aussen geführt.'^ch bin'mir dessen in kühnen Gegenangriffen beträchtliche Erfolge erzielen kötinen. In Asturien, in Madrid, am Ja- rama und im Süden bei Cordoba wie bei Almeria scheint die Volksarmee das Gesetz des Handelns zu diktieren. Die vielseitige Bemirnhigmig des Gegners soll einem strategischen Plan General M i a j a S entspringen, der-Franco so an einer Konzentration seiner Kräfte hindern will. Deii enkscheideiiden'Gegenstoss will Mia ja angeblich bei' Hueseo führen, nördlich von Saragossa. Baskische Schaluppen besiegen einen Kreuzer Bayonne.(Havas.) Wie von amtlichen Stellen der Regierung gemeldet wird, begegneten zwei bewaffnete Schaluppen der baskischen Regierung unweit der Küste dem Kreuzer der Aufständischen„CatiariaS", der einen Handelsdampfer auf der Fahrt nach dem Hafen Passates begleitete. Rach einem heftigen Kampfe, in den auch die Küstenbatteriett eingriffett, ist es den beiden cha- lnppen gelungen, stch des vom Kreuzer„Canarias" begleiteten Handelsdampfers zu bemächtigen. Die Schaluppe»BiSraya" hielt zwei Stunden im Kampfe auS, während die zweite Schaluppe den gefangengenommenen Dampser in den Hafen eskortierte. Man nimmt an, dass der Kreuzer»Ca- narias" getroffen wurde, denn eS wurde an Bord aufsteigender Rauch beobachtet, als der Kreuzer gezwungen war, stch guf hoher See in Sicherheit zu bringen. Die»Prager Presse" bringt in ihrer Sonntag-Ausgabe Einzelheiten über den knapp verhinderten Putschversuch deS ungarischen Politikers Marion, der einen»Marsch nach Budapest" geplant und mit seiner Agitation die militärischen Jugendverbände, Teile der Armee und wichtige Organisationeit dnrchdrmtgen hatte. Marton war der Vertrauensmann GömböS und soll diesen zur Diktatur gedrängt haben.- Rach GömböS' Tod führte er dessen Politik weiter. Seine Finanz- guellen und die Hintermänner seiner Bewegung sind in Hitlerdeutschlaud zu suchen. Bethlen, ein Feind des nazistischen Kurses in Ungarn, Tibor E ck a r b t und ander« Oppositionelle dräicgten Darauyi, durchzugrrifen. Dieser und der Honvedminister Roeder, der allgemein alS die stärkste Persönlichkeit neben Bethlen gilt, entschlossen-sich, dem Putsch Marlons, der für die nächsten Tage vorbereitet war, zuvorzukom- men. Durch Verhaftungen wurde das Retz der Berschwöruug zerrissen. ES verlautet, dass der deutsche G e- Gefandte von Mackensen, der derzeit Ole militärische Lage undurchsichtig Sn den letzten Tagen wurden wiederholt grosse Erfolge der RegierungStruPpen, so' zum Beispiel die Rückeroberung Toledos oder die Um- gehung deS SüdflügelS der Rebellen bei Talavera gemeldet. Bisher konnte aber keine dieser Meldmi- gett bestätigt werden. Die Rebellen dementieren sie natürlich. Faktisch wächst die militärische Leistungsfähigkeit der RegieruttgSarmee von Tag zu Tag. Sie Hal nicht nur die Angriffe FraucoS an den entscheidenden Stellen abgeschlagen, sondern auch Im Guten wie im Bösen auSsprechen, was ist, nie ruhmredig werden, niemals im arbeitenden Voll trügerische Illusionen weckeit— das war und bleibt ein Stück sozialdemokratischen Wesens und Wirkens. Aber gerade weil wir uns selber auch, in dieser Hinsicht treu geblieben sind, haben wir das Recht und die Pflicht, in den Augenblicken, da die Arbeitermassen das Vollgefühl sozialdemokratischer Kraft wieder durchströmt, stolz, kampfbereit und fiegessroh unser Banner so hoch und frei Ivehen zu lassen, daß das ganze Land es sieht. Ein solcher Augenblick Ivar am Freitag Bodenbach. Hier, an den Toren des Dritten Reiches, einen Hähnleinsprung entfernt von den Grenzen, hinter denen die abscheulichsten Tyrannis unserer Zeit die große deutsche Nation an Geist und Leib knechtet, hier, in diesen! Bodenbach, bei dem nach einem anriichigen altösterreichischen Miniikerwori '‘..-.. t habe, hier ward der alS Verbindungsmann der Legitimisten) neuerdings belvieseu, daß da einer der besten, Hitler hatte also ein dringendes Interesse an unbeugsamsten, fretheitSdurstigsten deutschen einem Putsch in Ungarn— dringend nämlich Stämme siedelt, entschlossen, die soziale uttd'mtt daun, wenn er, wie wir vermnteu, für di« nächst«[ ihr die nationale Frage immer von Nettem aus- «rfchetut mit Ausnahme des Montag tSglich frSH ^^^^^^^rwaltung. Prag XU., Fochova 02- Telephon 58077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag llar bewußt", so sagte er als Staatspräsident, „daß eS zur Sicherheit unseres Staates gehört, die Deutschen für den Staat zu gewinnen. Wir sißd dafür mitverantwortlich, wenn es nicht dazu koMyit. Absolute Gerechtigkeit ist deswegen unser nationales Programm". Für Masaryk ist also die V e r st ä n d i g u n g m i t den Deutschen S t,a a tsnotwendigkeit. Dieser Not wendigkeit der Erhaltung des Staates hat die tschechoslowakische Nation Opfer zu bringen. Sie bringt:diese Opfer dem Staat und der Nation, denn sie kann national nur frei fein, wenn sie staatlich unabhängig ist. Will aber das tschechische Volk diesen Staat so einrichten, daß auch die Sudetendeutschen ihn als ihre Heimat betrachten können, dann kann die Republik nur demokratisch und national gerecht sein. Nur dann können aber der Menschheit, ihrer Sittlichkeit, ihrer Kultur! v auch die Sudetendeutschen ihre demokratische,! Eine neue Welle der Kraft erhob.sich, in srqie', volkliche Kultur fördern und entwickeln, Bodenbach und wird sich von dort tveiter verbrei- dänn wird dem gesamten Deutschtum-dieses Lan-. ten, wie auch schon die^Rassenversammlmtg in des.per Staat teuer sein. Mit deit.Vereinbarun- MV gen vom 18. Feber wurde ein: guter Anfang ge macht.„Wirket weiter iM Geiste Ma ss r'yls", so wollen wir den. führenden Män nerst der tschechischen Nation zttrufen, ,,d a n n i st n u s u i ch t b a n g e u m d i e Z u k u n f t d e r Republik l"'■' Ausweg aus dem Chaos der Zeit, den Aufstieg zu einer besseren menschlichen Ordnung, suchen, mit großer Freude erfüllen, weil eS das Schicksal die. sein größten Tschechoslowaken und großen Euro- päerßeMnt'Wt. daS'tz?.' Jähr diese» großen ütid' reichen Lebens zu vollenden und in das 88. Lebensjahr einzutreten. Jede, Kulturmensch, jeder Demokrat, jcdxr Sozialist fühlt sich heute durch den Gedanken gestärkt! daß in einer Welt,' die ruhig zusieht, wie Mütter und Kinder von Granaten zerrissen, wie-gedungene Landsknechte aus zwei Erdteilen als Retter der europäischen-Kultur und Ordnung,ausgegeben werden, wie eine große Kulturnation, der' die Welt so' viel der- dankt, gemartert und gequält wird,-wie Bücher verbrannt und Menschen Höllenqualen auSgelie- fert werden, tote jede Achtung vor dem Leben des andern verloren gegangen ist, daß einer so elenden Welt zu Trotz eine Erscheinung wie Masaryk lebt, der uns als die Verkörperung alles Großen und Guten erscheint, aller Errungenschaften der menschlichen Kultur und des Menschengeistes. Ein großer Trost und eine große Hoffnung ist uns diese, geschichtliche Persönlichkeit, wir richten uns daran aus, daß wir nicht nur die Zeitgenossen der Göring üttd Goebbels, sondern diejenigen Thomas Masaryks sind. Die Zwiespältigkeit von grausamer, ungeistiger,-kulturloser, barbarischer Primitivität auf der einen, sittlichem Vekantwortungsbewußtsein, hoher Gßistigkeit und edler Menschlichkeit auf der anderen-Seite prägt dem alten Erdteil, in dem wir wohnen, das Gepräge auf. DaS hohe Ideal der Gesellschaft der Nationen, der Abrüstung, deS ewigen Friedens wird zu meucheln versucht von roher Gewalt, Witte.zu Krieg und Vernichtung, der Völker und Kulturen. Ein Wettrüsteä,-eine Vorbereitung zu' einem neuen Weltkriege hat be» Sozialdemokrat ~ alorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in-er Tschechoslowakischen Republik Vorbereitung zu'einem neuen Weltkriege hat be-tsie die sittlichste ist,»die.politische Organisation gönnen, die uns den Atem raubt und einen großen! der Gesellschaft: auf der ethischen Grundlage der 'Teil der Menschlichkeit- mit Untergang bedroht.!Humanität". Darum können wir.aüs dem Dasein Unvorstellbar daS Grauen, das über uns kommen und aus dem fruchtbaren, erfolgreichen Leben des wird, wenn das Schreckliche Wahrheit werden großen Präsidenten die tröstliche Gewißheit sollte I- Unverständlich jene Parteien, welche mit! schöpfen» dqß der Gei st und die Mensch- dem Gedanken spielen, ihre Ziele durch ein neues l i ch k e i t wenn auch nach langen Kämpfen Völkerschlachten zu erreichen. Diesem grauenvollen' t r imphieren werden über die rohe Ge- Beginnen muß man entgegentreten mit jenen walt, die Brutalität, die Barbarei dieses Jahrhehren und edlen Gedanken, die aus dem unver-- Hunderts.•- gänglichen Werk des Weisen von Lana zu uns| Möge die.edle Auffassung des Altprasiden- sprecheu. Sein ganzes Leben ist die Verwirklichung ten auch in der Innenpolitik dieses Landes Guten und Schönen, wie:s der harmonischen' des immer mehr zur Geltung kommen, möge er Lebensauffassung der Griechen entsprach. Sein der Präsident-Befreier heißen, nicht nur,.weil er rnnueS Wirken beruht auf einer unerschütterlich-'den Jahrhunderte alten Traum seines Volkes nach sittlichen Gesinnung..dle er nicht, aufgab in guten ea“ ,R* u"--w'-'» wie in bösen Tagen, seine Wahrheitsliebe hat die stärksten Protzen bestanden, und er ist bei der Wahrheit geblieben—> wenn alle« gegen ihn stand. All seine soziale Auffassung, seine Ge- schichtSphjlvsophie sind bestimmt, durch- den Ge- danken"dec M e n sch.I,i ch k ei t, der den Kern seiner Lehre bildet."In Anlehnustg an.Kant.hat ox und daS mittest iin Weltkriege.— gesagt, daß kein Mensch einen andorn Menschenals Mittel seiner Ziele gebrauchen dürfe-und, die Demo- kratje'ist ihm die beste politische'Versqs,UN», weil „Marsch auf Budapest“ verhindert E,n Y®”*®® ■"nt(Mitten Inin im ylnwn Eine schwere Niederlage des preußischen Imperalismus In Ungarn Gibraltar,(rtcfnni.) Sonntag wird eine britische Marineeskadre ans dem Mittelmeer und von La Manche in Gibraltar einlaufen. In der Bucht von Gibraltar werden 80 Kriegsschiffe vor Anker liegen, welche 20.0ÜÜ Mann, darunter 12, Admirale, an Bord haben. Bannerträger der Menschlichkeit Zu Masaryks 87. Geburtstag Der heutige Geburtstag des Präsidenten Masaryk wird he Bewohner der Tschechoslowa- unl) darüber hinaus alle geistigett und poliitschen Menschen, alle diejenigen, die den Seite 2 Sonntag, 7. März 1987 Nr. 57 Bölke.rvcrsöhnung nnd Frieden; stolzes Bewußtsein der Verbundenheit mit den arbeitenden Massen Englands, die eben auf den Zinnen der größten Stadt der Welt die rote Fahne noch höher gepflanzt haben; Wissen um den beivundernswer» ten Elan, mit dem die Arbeiterllasse Frankreichs ihr eigenes Schicksal zugleich mit dem ihrer Nation und ihres Landes in die Hand genommen hat; Wissen um die zähe Arbeit der Proletarier in den demokratischen Staaten des europäischen Nordens, um die niemals erschlaffenden Fäuste der freiheitlichen Schweizer, Wissen auch um das gctoaltigc, welthistorische Ringen in Sowjctrutz- tand. Just an der Schwelle dcö Dritten Reiches, mit dessen Arbeitern wie,mit' jenen Oesterreichs unsere sudetendeutschcn Sozialdemokraten unlösliche Bande verknüpfen, haben.sic gezeigt, daß sie sich niemals von falschen Propheten betören lassen, mag deren Wiege im oberösterreichischen Braunau oder im westböhmischeu Asch gestanden haben. Das Volk, die Volksgemeinschaft, so sagen sich unsere Arbeiter, das ist nicht ettvas, was eine I imperialistische Herrenklasse zu schaffen und zu kommandieren vermag, sondern das Volk s t n d w i r i e 16 st. mitbestimmeird die Geschichte dieses Staates aus eigener Kraft. Bodenbach soll uns auch als Ausgangspunkt zu Noch größerer Krastentfaltung dienen. Schritt um Schritt muß jetzt der Boden weiter erobert werden, von Stadt zu Stadt, von Bezirken Bezirk, von Gau zu Gau muß die aktive Welle weitergetragen werden durch das ganze Land. Vorbei find die Tage des Kleinmuts, der Schwäche, des»Splitter"-Bewußtseins, von dem die einen sprachen, damit die anderen es glauben. Das Gefühl der Geschlossenheit hat wieder von den Massen Besitz ergriffen, die klar erkennen, daß wir es sind, mit denen allein'der Sieg der nationalen Gerechtigkeit in diesem Lande, würdiger Lohn der Arbeit, Sicherung des Friedens erfochten,werden kann. Auf der Suche nach einem Ausweg' wendet das Volk von den Scharlatanen sich ab, läßt sich wieder freudig mitreihen von der sozialdemokratischen Kraft, die das Gute will und da» Gute schafft. Bodenbach war in diesem Sinne ein Anfang, ein Vorstoß, ein erstes großes Gefecht. Nun auf, arbeitendes Volk in den Sudetenländern, zur I Durchbruchsschlacht, die enden muß mit dem Triumph des arbeitenden Volkes im Lichte der Gleichheit und Brüderlichkeit der Nationen, im Glanz der Fackel einer befreiten Wirtschaft, im Strahl der Sonne endlich ewigen Frieden» i sprünglichen Strafe als einheitliche Strafe angesehen. Die Amnestie bezieht sich auch auf die. Verna ch I äs f i g u n 8 der pflichtgemäßen Obsorge, sowie auf die W e i t e r v e r b r e i» tung des Inhalte» von Drückschriften. Dabei hängt e» vom Charakter der durch den Archalt der Druckschrift begangenen strafbaren Handlung ab, ob die generelle oder individuelle Amnestierung vlatzareift. Endlich erstreckt sich die Amnestie auch auf verbüßte Strafen, soweit es sich mn Delikte handelt, die der generalen Amnestie unterliegen. Hier tritt nämlich die Tilgung der Verurteilung ein, upd zwar bei einer bloß einmaligen Verurteilung ledensallr, bei mehrfacher Verurteilung wenn seit Vollzug der Stxafe für da» letzte Delikt mindesten» drei Jahre verflossen sind. Bei strafbaren Handlungen, die im Auslande begangen wurden, tritt die generelle Amnestie nicht ein, ei kann nur die individuelle Niederschlagung de» Verfahrens oder Strafnachstcht gewährt werden. Wer au» feindseliger Absicht gegen die Republik oder um sich der Strafe zu entziehen, ins Ausland gegangen ist, kann der Amnestie nicht teilhaftig werden. Präsident BeneS und Frau BeneSovA In Läny Prag. Der Präsident der Republik und Frau Hana Beneäovä verlegten mit Rücksicht auf den Geburtstag des Präsidenten-BefreierS ihre übliche Freitagsfahrt nach Läny diesmal auf Samstag, um beim Mittagessen dem Präsidenten T. G. Masaryk ihre Glückwünsche darzubringen. Tsthedilsdta Sozialdemokratie für nationale Verständigung Wie dgz„Prävo Lid»" berichtet, fand Freitag, den 8. März, eine Sitzung de» Klubs der tschechischen sozialdemokratischen Abgeordneten statt, in der der Parteiobmann Abgeordneter H a m p l einen politischen Bericht erstattete. Er sagte, daß die gefährlichen Erscheinungen in der internationalen Politik da» Vorgehen aller ÄoalitionSparteien bestimmen müssen. Hier handle es sich vor allem um die Konsolidierung der Verhältnisse des öffentlichen Lebens nach allen Seiten, wa» auch der Sinn der letzten Koalitionsberatungen war. Hampl begrüßte die Verständigung zwischen der Regierung und den Minderheiten, die ein günstige» Echo tm Ausland gefunden hat und er drückte seinen Wünsch aus, daß diese Berständigung praktisch weiter auSgebäut werde. Weiters referierten die Minister Jng. N e L a S und Dr. D< r e r sowie Abgeordneter Dr. Meißner, welch, letzterer über die Maßnahmen des Präsidiums des Abgeordnetenhauses berichtete, die den Zweck haben sollen, der Wiederholung der unangenehmen Vorfälle, die sich unlängst im Abgeordnetenhaus ereignet haben, vorzubeugen. NekaS und Roscher nach Washington. Vom 2. bi» 15. April findet in Washington die vorbereitende Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes wegen Verkürzung der Arbeitszeit in dec Textilindustrie statt, zu der die Delegierten jener Staaten geladen sind, die eine bemerkenswerte'Textilindustrie ausioeisen. Tie tschechoslowakische Delegation wird geführt von Minister Jng. NeäaS. Weitere RegierungSdeleglcrle sind; OberfektionSrat Dr. K o t e k des Fürsorgeministeriums, SektionSrat Dr. P i s k& i e I de» Handelsministeriums, für die Unternehmergruppe fährt der Fabrikant Richard M o r a v e c, für die Arbeitergruppe der Obmann der Union der Textilarbeiter in Reichenberg, Anton Roscher. Die I Abfahrt der Delegation erfolgt am 24. März. 677*368 Arbeitslose' Gegen Sinn ar nur tim 9882 gestiegen Prag. Fürsorgeminister Jng. N e L a s lud am Samstag vormittags die Befreier der Prager Zeitungen in da» Ministerium für soziale Fürsorge, um zu ihnen über wirtschaftliche und soziale Aktualitäten zu sprechen. Der Minister leitete seine Darlegungen mit ziffernmäßigen Angaben vom Arbeitsmarkte ein. Damach waren zu Ende Feber, diese» Jahre»(177,368 Personen arbeitslos, v. s. um 9882 Personen mehr al» Ende Jännrr, jedoch um 182.871. Personen weniger al» Ende Feier de» Vorjahre» und um 242.814 Personen weniger al» Ende Feber de» Jahre» 1933. Die Zahl der Bezirke, in denen mif je hundert Einwohner neun und mehr Arbeitslose entfielen, hat sich st a r k v e r m i n d e r t. Der Beschäftigungsgrad in der GlaS- und Textilindustrie, die gerade in diesen Bezirkm verbreitet sind, hat sich gebessert. Zur Abnahme der Arbeitslosigkeit hat die planmäßige Exportförderung beigetragen sowie die Her abfetz««»'de» Zinsfüße», die öffentlichen Investitionen und die lebhafte B a u b e w e g>i n g,' die sich nach ber Ueberzeugung des Minister» auch auf die heurige Bausais»« übertragen wird. Dm Ausführungen de» Minister» füge« wir noch hinzu einen Vergleich der Zahl der Arbeitslosen im Jänner der verschiedenen Jahre. Diese Zahl betmg' 1981... 318.811 1982... 888.188 1988... 872,778 1984... 888.982 1988... 818.998 1986... 889.919. 1937..., 677.868 Daraus ersieht man,■ daß seit dem Jänner 1982 die Zahl der Arbeitslosen nie so gering/ war wie im Jänner 1987, man muh«iber auch die Tatsache betonen, daß die Zahl der ArbeitS-v losen im heurigen Winter noch immer beachtliche groß ist und alle Aktionen zur Unterstühungder Arbeitslosen weitergeführt werden müssen. Die übrigen informativen Aeußerungen des Fürsorgeministers bringen wir an anderer Stelle/ Gemeind* wohnbauten für Arme Wie groß sind die staatlichen Unterstützungen?'■ '' Bei-einer Kiymäkistendesprechung gatzMrsoige-- Minister Jng. Net ä s ausführliche' Erläuterungen über den Bau von Wohnhäusern für Arme durch OTe Gemeinden. Die Subventionierung solcher Gemeindebauten ist durch da» Gesetz 65/86 und die Durchführungd- verordnung 80/36 geregelt. Die Staatrunterstützung nach diesem Gesetz besteht, au» der Stagts- g a r a n t i e und au» dem S t a a t» b e i t r a g. Die Staatsgarantie ermöglicht es der Gemeinde/, den ganzen Baufauftvand einschließlich der Neben-' ausgaben im Wege eine» Hypothekarkredite» zu beschossen. Der. Staat übernimmt die Garantie, für den ganzen Kredit, den nicht schon eine Geldanstalt der Gemeinde al» erste Hypothek ohne Stgat»- I garantie gegeben hat. Die vom Staat garantierte Amnestie aus Anlaß des Geburtstages des Präsidenten Masaryk Zum 87. Geburtstage des Präsidenten Masaryk hat der Präsident der Republik, auch darin den schönen Traditionen seines Amtsvorgänger» folgend, eine Amnestie erlassen, die sowohl in der Nachsicht verhängter Strafen als auch in der Einstellung eingeleitete« Strafverfolgungen besteht, i Auf Grund der Entschließung de» Präsidenten wird von der Einleitung de» Strafverfahren» abgesehen, da» bereits eingeleitele Verfahren eingestellt, dzw. die verhängte Strafe erlassen, wenn vor dem 6. ivtärz ein Vergehen oder eine Uebertretung gegen die SS- 11, 14 bi» 16 oder 20 des Gesetzes zum Schube der Republik. eine Uebertretung des Vereins- und.VersammlungSgesetzeS. eine Uebertretung nach ä 4 oder 5 de» TerrorgesetzeS, eine Uebertretung de» Kolportageverbote» oder de» Verbote» der Verbreitung, Einfuhr oder dcS Transportes von Druckschriften/ er sei denn, dqß da» Verbot erlassen wurde, weil die Druckschrift das Schamgefühl gröblich verletzt, und schließlich die Uebertretung der unbewilligten Assichierung von Druckschriften begangen wurde. Hier tritt also die Straflosigkeit schon durchdie Enis chlie- ß u n g s e l b st e i n. Insoweit geht die Amnestieentschließung vom 6. März nicht über den bisherigen Rahmen hinan». Etwa» weiter gehen aber die nachfolgenden Bestimmungen, die auch einige der schweren Schutzgesetz» t a t b e st ä n d e umfassen. Hier tritt aber kein.«- g en r t.til.t S) egn a d'ügun g ein, vielmehr muß der Beschuldigte oder Verurteilte bi» 15. April, oder wenn da» Strafverfahren nach dem 1. April eingeleitet wurde, binnen 15 Tagen nach Zustellung der ersten Vorladung ein Gnadengesuch einbringen. Der Sinn der Amnestie besteht hier darin, daß solche Gesuche von den Gerichten nicht abgewiesen werden dürfen, daß sich vielmehr der Präsident selbstdieEnt- scheidung vorbehält. Nur der Justizminister kann da» Gnadengesuch abweisen, wen» er erkennt, daß die strafbare Handlung eine ernste Gefährdung der StaatSinteressen bedeutet. Dieses individuelle Gnadenverfahren kann wegen folgender Handlungen eingeleitet werden: Verbrechen nach 8 2 al. 1 und 2, de» Schutzgesetzes, nach 12 diese» Gesetze», soweit e» sich auf 8 2 bezieht, 8 15 ZI. 8 de» SchutzgesetzeS, ausgenommen wenn e» sich um die Aufreizung zu militärischen Delikten handelt, Verbrechen nach{ 16 Zl, 2 und Vergehen nach 8.17 de» Schutzgesetze». Dar bedeutet, insbesondere daß die Begnadigung auch wegen Vorbereitung von Anschlägen auf die Republik und wegen Unterlassung der Anzeige dieses Verbrechen» möglich Ist, jedoch nicht, wenn die Vorbereitung der Anschläge in der Sammlung von militärischen oder Hilfskräften oder in dec Lieferung von Waffen und Munition für diese Zwecke bestand. Ferner ist die individuelle Begnadigung auch zulässig wegen strafbarer Handlungen, die in politischen oder sozialen Konsliktcn ihren Ursprung haben, wenn nämlich im Zusammenhang mit dem Exeku- tionSvollzuge, mit kollektiven Arbeiis- oder Lohnkonflikten oder mit öffentlichen Versammlungen das Verbrechen der Gewalttätigkeit gegen Amt»organe im Dienste, da» Vergeben der Äuslause», die lieber- i tretung der AmtSehrenbeleidigung oder der Einmengung in eine Amtshandlung, endlich Vergehen und Uebertretungen nach 1 und 2 de» TerrorgesetzeS begangen wurden. Einige weitere Bestimmungen sollen die lib«- rale Anwendung der Amnestie sichern. Dazu gehört die Bestimmung, daß die generelle Begnadigung auch elntritt, wenn mehrere unter die Amnestie fallende Straftaten zusammen- tresfen und daß die individuelle Begnadigung auch dann erfolgen kann, wenn neben einer Handlung, wegen der die individuelle. Begnadigung. zuWig-ist, auch, eine.unrer die generelle-Amnestie'^fallende , Straftat begangen wurde."'Wenn sowohl Begehen und Uebertretungen, die unter die generelle Amnestie fallen, als auch solche, die der individuellen Be- ! gnadigung unterliegen, begangen wurden und l schließlich, tvenu die der individuellen Amnestie unterliegenden Handlungen mit Vergehen und Ueber- . treiuugen zusammentreffen, die überhaupt nicht der Amnestie unterliegen, kann trotzdem die. Begnadigung gewährt werden, wenn die konküiwierenden Delikte nicht au» ehrlosen Motiven begangen wurden. Wenn der Beschuldigte zugleich wegen einer Tat verfolgt wurde, die auch nach den hier angeführten Bestimmungen der Amnestie im Wege steht, und wenn dieses Verfahren mit Einstellung oder Freispruch endet, wird angenommen, daß da» Hindernis bereits am 6. März nicht bestanden bade. Zusatzsirafen werden zusammen mit der ur14 Per freund RÖMÄN"^ör*GREGO^ JARCHO „Wir gingen zu Nikiforow, weil er eine reichhaltige Bibliothek besaß, Werke moderner Schriftsteller, die in der Schule nicht zu haben waren. Außerdem hatte er stets die meisten Zeitschriften" „Ist cs den Herren bekannt, daß nur von den Behörden zugelassene Bücher gelesen werden dürfen?" „Alle Bücher, die in Rußland erscheinen, gehen durch die Zensur, und sind behördlich zuge- lasscn." „Schwelgen— wenn ich spreche I Die Zensur ist für die Ertvachsenen. Der Lesestoff der Schüler untersteht der Zensur der Schulbehörde I Hier," er machte eine weite Handbewegnng,„in diesen Schränken gibt es Bücher, die Sie noch nicht gelesen haben" Hier beging Rappaport einen Fehler nnd bemerkte gelassen: „De gustibus non" Aber er kam nicht weiter. Der Direktor wurde blaurot vor Zorn und begann mit den Füßen zu trampeln. Vor Aufregung konnte er kein Wort hervorbringcn. Dann keuchte er:„Hinan»' Hinaus!", und,es klang wie das wütende Atemholen einer Lokomotive, die sich in Bewegung seht. Rappaport verneigte sich in aller Form und verließ das Zimmer. Ganz ruhig wieder. Er hatte sich von neuem in der Gewalt und vertraute uns außerdem. Raum Ivar er-hinter der Tür, als der Di- teklor— immer noch rot— zu„predigen" ansing, Er machte den Eindruck eines Wolfs, der die Schafe davon überzeugen wollte, daß es ihre Bestimmung und vornehmste Aufgabe sei, von ihm aufgesressen zu werden, eine Methode übrigens, die sehr viele Wölfe bei einer Unmenge von Schafen mit Erfolg anwenden. „Jetzt sehe Ich Aar, jetzt tveiß ich alles— das also ist euer Verführer, dem ihr" ahnungslosen Kindsköpfe auf de» Leim geht! Wißt ihr, wa» auch allen droht? Ich werde diesen Geist des Aufruhrs nicht dulden! Verswnden? Ausrotten tverd' ich ihn!" Schon wieder schrie er, diesmal mit dünner, gellender Stimme, wie wenn er noch Ossizier und auf der Reitbahn wär«. Dann nahm er unS einzeln vor. Zuerst die älteren unter uns. Alle gestanden—> scheinbar zerknirscht—, daß sie sich Bücher von Nikiforow geholt hatten, da die Schulbibliothek nichts Neues besaß; sie erklärten aber gleichzeitig, mit Nikiforow sonst gar leinen weiteren Verkehr gepflegt zn haben, und von den Gründen, die ihn zum. Selbstmord getrieben haben konnten, nichts zu wissen. Als der letzte der„Großen" dieselbe Antwort herunterleierte, brauste der Direktor von neuem auf:„Ihr habt euch alle verabredet, ihr untersteht euch hier, eueren Direktor zu belügen!! Na, wartet, Bürschchen, die Wahrheit kommt schon an den Tag! Sie!" er winkte mich heran, „kommen Sie mit!" Ich mußte folgen. Er führte mich in sein Arbeitszimmer, das heißt, er lief rasch voraus, und ich, mit verbissener Wut und einem Hämmern in der HalSgegend,. das schier unerträglich war, eilte hinter, ihm her. Mitten im Arbeitszimmer machte er plötzlich militärisch kehrt und stand mir nun Blick in Blick gegenüber. Sein rasche» Wenden erschreckte, mich ein wenig, ich tat einen Schritt zurück. Er schien es übersehen zu haben. «Also sagen Sie wenigsten» diesmal di« Wahrheit. Einmal haben Sie mich bereits belogen. Ich habe damals Milde walten lassen. Jetzt werde ich Sie sehr streng bestrafen, wenn Sie mich noch einmal hinkers Licht zu führen versuchen! Verstanden?" Ich nickte: ,Ha." „Schön. Ist Rappaport. am Tode Ihres Freundes Nikiforow schuld?" „O nein!" »So, so! Also sind Sie über den Grund des Selbstmordes unterrichtet!" „Ich sah, daß ich in eine Falle gegangen war. Jetzt mußte ich mich zusammennehmen oder ich war verloren: sowohl hier als auch in den Augen meiner Freunde. »So war das nicht gemeint—" stam melte ich mit verlegenem Lächeln. In mir aber hämmerte«S:„Ruhig! Auspuffen! Vorwärts! Ueberlegenheit spielen!" ' Der Direktor sah mir spöttisch ins Gesicht. „WaS Sie gemeint haben, kann ich nicht wisse«. Ach habe aber sehr wohl gehört, was Sie gesagt haben und namentlich auch wie Sie«S gesagt haben." Ich lächelte noch breiter. Aber nicht mehr verlegen. Es war ein« Mischung gespielter Ruhe und Freundlichkeit mit eiskalter Verzweiflung, die sicherlich in meinen Augen zu lesen war, und die nur der ehemalig« Oberst übersehen konnte. »Ich hab« so lebhaft ,O nein' gerufen, well Ich mit Sicherheit weiß, däß Rappaport nie zu den engeren Freunden Nikiforows gehört hat."’ '„Mer Siel" „Wie man es nimmt. Nikiforow selbst hätte cS bestritten..." „So, so! Er hätte eL bestritten. Mer Sie werden eS hoffentlich nicht' länger zu bestreiten wagen! Und jetzt wollen Sie Rappaport schützest!" .LeineSwegS!" „Lügen Sie sticht schon wieder! Warüm sind Sie nicht von selbst gekommen, wie ich e» beföhlen hatte?*' „De mortluS aut——" „Unsinn! Die Wahrheit schadet den Toten nicht und kann den Lebenden nur nützen!" »Hierüber bin ich anderer Auffassung, Herr Direktor!" »SBaS? Wie? Sie unterstehen sich" Er wurde wieder blaurot, keuchte, kreischte.„Sie. haben überhaupt keine Auffassung zu haben! Sie/ grüner Junge! Sie haben zu gehorchen! Unk' wie stehen Sie hier vor mir? Was ist das für ein breitbeiniges Hinlümmeln? Füße zusammen!.' Hände vom Rücken Ivegl An die Hosennaht!' Eine Schande ist das! Da sieht man wieder, wohin der Umgang mit diesen überheblichen Besserwissern führt. Sie— Sohn achtbarer Eltern— erniedrigen sich zu Lügen, zu Dingen, die Sie selbst und die Schule schädigen! Soll ich wieder Ihren Vater kommen lassen?"', .»Bitte schön." . Er sah mich verblüfft an. Die Worte versagten sich ihm. Dann trat er. ganz nahe an niich heran und sagte mit leise beböyder Stimme, daß. es mir kalt den Rücken überlief: »Gehen Me, ich werde. Sie, nicht au», den Augen verlieren. Sie sollen e». schon, büßen! Gehen Sie!".........',., f . Ich machte die vorgeschriebene Verbeugung und ging. An» Bibliothekzimmer konnte ich nicht mehr zukück— einige Lehrer standen vor der Tür, Am Gang war außer ihnest kein Mensch. Ach per-> ließ deshalb die Anstalt und atmete erst auf, als, ich draußen war. Dann ging ich nach links lang- sam die Straße hinunter, mit. der Absicht, Mi der 'Ecke stehen'zu bleiben ,und die anderen Freunds abzupasien, um zu erfahren, Pb und was der Direktor erreicht hat.. Aber an der Ecke erwartet« mich bereit» Rappaport.. »Biege ein", winkte er. Ich tat es...Er gesellte sich mir.»Geh ruhig weiter," Er ging nist.»Ach-habe alle Eckm besetzen lassen"^ sagt« er.»Hat' er von Pir etwa»-erfahren?" «Ach bitte dich! Kein Wort!" '"„Gut so. Heute abends ist keine Vebsamm- lung." (Fortsetzung folgt.)'. -Rr. 57 Sonntag, 7. März 1087 Seite 3 „Der Kampf“ Sozialistische Revue Heft.S, März 1937, hat folgenden Inhalt:- Emil Fronzel: Pax Britannien. Josef Hofbauer: Auf gutem Wege. Bernhard Menne: Die* cue Etappe der deutschen Außenpolitik. Salomon Schwarz: Die Vernichtung der BolschewI»- ' muS.' Georg Steinbock: Das Geheimnis von Moskau. Emil Straus,: Krieg oder Bankerott! Politische Bemerkungen: Zur Parteigeschichte— Die : Kriegsschuldfrage. AnS dem geistigen Leben: Bier Jahre Goebbels.— Die sudetendeutschen Theater. Worte und Begriffe. Bücherschau. Preis des Hefte» 5 KE, JahreSbezngpreio 50 KE. Redaktion und Verwaltung:.Prag II-, Lützowova 37. Anleihe wird dann als zweite Hypothek auf da» Haus sichergestellt. Beide Anleihen muh sich die Gemeinde selbst bei eine^Gcldnnstnlt besorgen. Eie sollen in eitva 85 bis 50 Jahren durch gleichmäßige jährliche Annuitäten getilgt werden- Die Gemeinde braucht also für den Bau überhaupt keine eigenen Mittel; er genügt, wenn sie den Bauplatz kostenlos beistellt. Der StnatSbeitrag wird von b e i d e n Anleihen (der garantierten wie der nichtgarantierten) bemessen,' also von dem gesamten Bauaufwand mit Ausnahme des Baugrundpreise». Der StaatSbeiirag ist so hoch, dah die restliche jährliche Annuität aus beiden Anleihen drei Prozent nicht überschreitet. Er wird für die ganze Amortisationsfrist bezahlt. Die Gemeinde ist verpflichtet, zur Verbilligung des Mietzinses in diesen Wohnungen jährlich mindestens e i n Prozent beider Anleihen beizusteuern, während zur Deckung der restlichen zwei Prozent und der lausenden Ausgaben der Mietzins zu dienen hat. Aus einem Beispiel geht hervor, dah bei einem solchen Wohnhaus mit 16 Wohnungen(Gesamtaufwand 240.000 KE) der Staat jährlich 6600 KE, die Gemeinde 2400 KE beisteuern muh, während auf den Mieter 6600 KE entfallen. Der MietzinS für eine Wohnung braucht also nicht Häher zu fein als monatlich etwa 84 KE. Selbst die geringe Belastung der Gemeinde durch den einprozentigen Jahresbeitrag kann noch durch die StaatSun,terstLtzung für produktive ArbeckitS,iho.s-e.nh.i.lss,e nach., dem- Gesetz.-74/80 und der Regierungsverordnung 70/80 ausgewogen werden. Die Gemeinde kann über Ansuchen vom Fürsorgeministerium für jeden Arbeitslosen, den sie bei dem Bau beschäftigt, einen täglichen Zuschuß von 7 bis 10 KE erhalten. Die Häuser sind von der HauSsteuer und von allen Zuschlägen auf 26 Jahre, von einer eventuellen Mietenabgabe äuf 20 Jahre befreit. Der Bau der Häuser muh spätestens am 81. Dezember 1087 begonnen und bis Ende 1988 fertiggestellt werden. Die Gesuche um. staatliche Subventionierung für den Bau solcher. Häuser sind beimLandeSamtzu überreichen, und zwar auf einem besonderen Formular, daS bei der Verwaltung der Hilfsämter des Fürsorgeministeriums in Prag II., PalackEho näm. 4, erhältlich ist.. Die Gesuche sowie alle Beilagen sind stempelfrei. . ES liegt im Interesse loder Gemeinde, alle Vorteile,. welche der Staat beim Ban solcher Wohnhäuser bietet, sorgfältig zu erwägen und sie im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten noch Heuer auSzunützen- Die Gemeinde erfüllt- damit nicht nur eine wichtige soziale Aufgabe, sondern trägt auch zur Belebung des DaumarkteS und zur Herabsetzung der Arbeitslosigkeit bei. ES sind hinreicheiw Mittel vorhanden, das, daS Ansuchen jeder Gemeinde, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind, günstig erledigt werdenkann. DaS Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und körperliche Erziehung macht auf den Umstand aufmerksam, dab er in den Grenzen seiner kinanziellen Möglichkeiten für den Bau(Adaptierung) von JnfektionSpavillonen bei Krankenhäusern Beiträge bewilligt. Gesuche um Erteilung dieser Unterstützung sind spätesten» bis zum 81. Juli 1087 beim Ministerium einzubringen. Damit jedoch sonst begründete Gesuche berücksichtigt werden können, ist er notwendig, daß die Durchbehandlung, der. Bau- zAdaptierungS») frage berests soweit gediehen ist, das, die' eigentlichen Vorbereitungrarbeiten noch in demselben Jahre, in welchem um die Subvention änge- sncht wird, tatsächlich in Angriff genommen werden können.— Gemäß der$ 16 der Gesetze» Nr. 286/22 werdest bedürftigen Gemeinden Zuschüsse für die Gewährung kostenloser Hilfe armen G-e baren- den aus Staatsmitteln erteilt. Diese Unterstützungen Rüden von den Länderämtern unter Berücksich- tigung der Gesuche bedürftiger Gemeinden bewilligt, sotveit die zyr Berfügung stehenden finanziellen Mittel ausreichen.— Schließlich wird an die Unterstützungen erinnert', die für gealterte arbeit»- und verdienstunfähige Geburtrasststentin- n e n bestimmt sind.— Diese Gesuche find aus dem Wege der Bezirksbehörden einzubringen, welche nach amtlicher Erhckungl der Bermögensverhälinisse der Gesuchsstellerinnen die Gesuche.spätesten» bis zum 81. Juli d. I. dem Gesundheitsministerium vorlegen. Epstier vorgelegte Gesuche werden, im heurigen Jahre riichtberücksichtigt. ,. fudetendcutsdier Zeit»picgcf Abg. Jaksch in Teplitz: Für den Wiederaufbau der Krisengebiete Zu einer imposanten Kundgebung für die Völkerverständigung und den Völkerfrieden gestaltete sich die von der Bezirksörganisation Teplitz unserer Partei unter der Parole„Die Sudetendeutschen im Ringen um das Schicksal Europa»" für Samstag, den 6. d. M., einberufene öffentliche Versammlung, in welcher Abgeordneter Genosse W. Jaksch über die Ergebnisse seiner Londoner Reise und über die Aufgaben, die sich für .unsere Partei nach dem Abschluß des Völkerpaktes ergeben, sprach. Der große Turnhallensaal war überfüllt, als Genosse Haase die Versammlung eröffnete. Genosse Hanse betonte, daß unsere Versammlung gerade am 6. März, dem Vorabend des Geburtstages des Präsidenten-Besreiers Th. G. Ma- s a r y k für diesen Menschen- und Friedensfreund, den große» Demokraten eine Huldigung darstelle, und brachte unter begeisterter Zustimmung der Anwesenden ein Glückwunschtelegramm an den Präsidenten-Befreier zur Verlesung, dessen Absendung beschlossen wurde. Hieraus ergriff, von stürmischem Beifall begrüßt, der-Referent der Versammlung, Genosse Jaksch, daS Wort und führte u. a. ans: Die tschechoslowakische Demokratie steht vor der gewaltigen Aufgabe des Wiederaufbaues der zu- smnmengebrochenen Export-Industrien und damit auch der sozialen Epistenzsicherung der sudetendeut- kchen Bevölkerung. Der Anfang ist mit der AuSfuhr- hilfe für die Glas», Porzellan- und Teptil-Jndustrie gemacht worden. Aber es ist eben nur ein Anfang. ES muß noch sehr viel geschehen, soll nicht eine Viertelmillion Menschen im Erportgebiet zu dauernder Arbeitslosigkeit' verdammt sein. An Stelle der verlorenen Epportgebiete müssen neue Märkte erschlossen werden. Dazu sind Steuerbegünstigungen und Krediterleichterungen für neu«, in dem Gebiet der Industrie-Friedhöfe, errichtete Industrien nötig. Man darf nicht vergessen, daß die EpPortgebiete in den Jahren der Konjunktur eine wahre'Goldgrube für den Staat darstellen. Daher ist es ein billiges Verlangen, daß auch de,. Staat, zu seinem eigenen Nutzen übrigens, in der .Krise Opfer bringe, um in den nordböhmischen, de» ! nordmährischen und schlesischen Industriegebieten die iWWtschaknmnd das soziale»Lvbsn w nruirTMvle zu erwecken.: Für die Arbeitslosen muß in der Zwischenzeit mehr getan werden als bisher.' Die Unterstützung in Form der Ernährungsaktion ist bisher mehr al» unzureichend. Ich. glaube nicht, daß es so leicht zu einem spontanen Hungeraufstand kommen könnte, aber er müssen sich alle Verantwortlichen darüber. klar sein, daß eine hungernde Grenzbevölkerung für jeden Staat in so unruhigen Zeiten eine Gefahr bedeutet. Angesichts der furchtbaren Lage der dauernd Arbeitslosen sind die Attacken der tschechiich-agrart-. scheu Presse gegen die Arbeitslosen ein Gipset böswilliger Arroganz und geradezu eine Provokation der tschechischen, und der deutschen Krisenopfer. Dtc Herren Branh und Kahänek scheinen aus dem Mond zu leben. Sie sollen uns doch sagen, woher die ausgebluteten Gemeinden und Bezirke im Krisengebiet die Pflichtbeiträge zur produktiven ArbeitSlolen-Für. sorge nehmen sollen. Sie sollen doch zahlenmäßig feststellen, wieviel der Straßensonds fiir die Bezirke gegeben hat! Man sollte lveniger von Investitionen reden, aber mehr tunl Im vollen Bewußtsein meiner Verantwortung erkläre'ich: Solange man den Ar. beitslosen keine Arbeit gibt, ist eS nicht mir mit Rück, sicht auf die internationale Situation, sondern' auch vom menschlichen Standpunkt ans ratsamer, lieber 100 Millionen mehr auSzugcbcn, als sich die Er- nährungSkarten-Bczieher als Opfer einer rücksichtslosen Sparpolitik anSznsuchenl Wer dies bestreiten -will, der soll den Mut habe», einmal unsere Notstandsgebiete zu besuchen und sich zu überzeugen, wie unsere Arbeitslosen leben. Dem Referat Jaksch' folgte reicher, stürmischer, nicht endenivollender Beifall. Genosse Haase forderte die Versammelten auf. im Sinne der Rede Jaksch' zu lämpfen und das Ideal de» Sozialismus allem voranznstellen. Mit dem Gesang der„Internationale" wurde die machtvolle Kundgebung geschlossen. * Massenversammlung In Dux Im Zuge unserer Versammlungsaltion fand Samstag abends in Diix im Saale des Hotel „Krone" eine Kundgebung statt, die massenhaft besucht war. Genosse Paul(Prag) referierte über den„Weg der tschechisch-deutschen Verständigung", deren Werdegang er skizzierte. Er würdigte die Bedeutung der Vereinbarungen für das Grenzgebiet, legte die Rolle der deutschen aktivistischen Parteien im Existenzkampf unsere» ,Volkes dar und setzte sich mit der demagogischen !KiäHk der^dP auseinander.. "'Mit einem Schlußwort des Mcüössen.Pichl und der Annahme einer Resolution fand die Vcr- sainnilung ihren Abschluß. Mit besonderer Begeisterung war die Absenduilg eines Glückwunsch-Telegramms an den Prass den ten-BefreierMasaryl beschlos- : sen worden, Deutsche Hochschüler wegen Militärverrats verurteilt Pr a g.(TRO) Der Senat für Sachen beS Militärverrates beim Straskreisgericht in Prag hat nach neuntägiger Verhandlung. unter dem Vorsitz bcs GerichtsrateS Jan PtüEnik das Urteil gefällt, womit O t t o Ka r l K n a h l, Hörer der Medizinischen Fakultät an der Deutschen Universität in Prag, früherer Redakteur der Zeitschrift „A ii f b r u ch" und ehemaliger Angehöriger der aufgelösten deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei, des Verbrechens de» Militärverrates schuldig erkannt und zu schwerem Kerker in der Dauer von 15 Jahren und zu einer Geldstrafe von 3000 KE verurteilt wurde?.. Ernst Bruch, lkhauffeur aus Graupen bei Teplitz» Schönau, ehemaliger Angehöriger der aufgelösten nationalsozialistischen Arbeiterpartei wegen des gleichen Verbrechens zu schweren Kerker in der Dauer von zehn Jahren und einer Geldstrafe von 1000 KE, Ernst Jankavskp, Armin Fischer und Karl Endl, sämtlich Hörer Prager Deutschen Hochschulen wegen de» gleichen Verbrechen», jeder zu schwerem Kerker in der Dauer' von fünf Jahren und zu einer Geldstrafe von 1000 KE. Bei allen wurde der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ausgesprochen. Wegen Richtanzeige de» Verbrechen», de» Militärverrate» wurden zu schwerem Kerker verurteilt: Josef Christoph zwölf Monate, Walter C z e ch zu zehn Monaten und Paula K n a h l zu vier Monaten, Die Verurteilten, die überführt worden sind, haben sämtlich, die Tat eingestanden und gegen da» ttrteil keine Rechtsmittel ergriffen. - Der Staatsanwalt meldete die Richtigkeitsbeschwerde bei Josef Christoph, Walter Szech und Paula Knahl an. ,. Die- Erforschung de» Joachimsthaler Lungenkrebse». Gesundheitsminister Dr. Czech Hai für die mit der Erforschung des.Lungenkrebses der. Joachimsthaler Bergarbeiter betraute Kom- mission des GefiindheitSministerlumS den Obmann der Union der Bergarbeiter, Josef Z i n» n e t(Falkenau) als Mitglied bestellt..(Bekanntlich hat Präsidenf-Befreier M a f a r u k einen Betrag von 8 0.0.0 0 0 K r o n e»für diesen Zweck gewidmet.), Schwaiger Urteil Ubar das deutsch-tschechische Versöhnungswerk Die von uns öfters zitierte Basler„N a- t i o n ä l» Z e 11 u n g" beschäftigte sich am 6. März im Leitartikel.mit diesem ,z>roßangelegten Versuch", bespricht dort unter anderem die England-Reisen der SdP und sagt dann in diesem Zusammenhang: „Unterdessen hat England aber jemanden • ganz anderen empfangen,.nämlich den Bertreter der deutschen Aktivisten in der Tschechoslowakei, den jungen und klugen Abgeordneten Jaks ch, der mit - einem Kollegen zusannne» eine Europa-Reise unternommen hat, um einmal den Standpunkt derjenigen Deutschen klarznlegcn, die bereit sind, loyal mit der tschechoslowakischen Negierung zu- sammenznarbeiten. Jaksch hat nun lvirklich die Aufnahme gesunden, die der Henlein-Gesandte gerne hätte finden wollen: er stieß auf ein inten- ' sives Interesse i» allen englischen Kreisen und zerstörte' vor allem die Legende, die, wie der„Manchester Guardian" schreibt, im allgemeinen in ; England geherrscht habe, daß„die gesamte deutschsprechende Minderheit der Tschechoslowakei etiva ' einmütig'hinter Henlein stände. Dem sei aber nicht “ so"... Am stärksten aber dürfte in England die. !' positive Anstrengung wirken, die die tjchechoslo- ' wakische Regierung im Rahmen ihre» Verstän- digu n gs Werks zwischen Deutschen und Tschechen im Ministerrat zum Abschluß gebe ach t'hat. Von tzen sieben Punkte», die die ' deutschen' Regierungsparteien ausgestellt hatten, sind.fünß positiv erledigt und' nur zwei zur Beschlußfassung an die Kammern wcitergeleitet worden. Damit dürfte ein wesentlicher Beitrag zur Befriedüng gelviffcr Gegensätze geliefert worden sein." ' Ein Arbeiter Syniphonickonzert wird Sonntag,' den 14. März, in S ch ö n l i n d e vom Bildungsausschuß der DSAP- veranstaltet: Das Programm enthält u. a. Kompositionen von Mozart, Liszt, Smetana und Dvokäk. Dirigent ist A..L.S ch w an, Ehrenchormeister des Arbeiter- gesnngvereincs Rumbnrg; von Schwan stammt auch eine Sujtc, die das letzte Programmstück dieses vom Rnmburger Konzertorchester durchgefiihr- ten Abends bildet. Steigende Arbeitslosen* Ziffern In Schlesien Die„Volkspresse" berichtet über, ein bedenkliches Ansteigen dec Erwerbslosenzifser in Westschlesien.' Auch in der Textilindustrie, die in den letzten Monaten einen gewissen Aufschwung genommen hatte, sei eine Verschlechterung eingetreten.— Die SdP hatte in ihrem schlesischen Organ versucht, die Rot der Arbeitslosen agitatorisch auszuwerten. Es wurden radikalsoziale Arbeiis- loscnsorderungcn aufgestellt, die darin gipfelten, daß für die Arbeitslosen eine wöchentliche lluier- siiitzung von 00 KE gefordert wurde. Die„Volkspresse" bemerkt in einer Polemik mit der SdP sehr richtig:• „Soweit die Löhne in Betrieben mit gewerkschaftlichen Arbeitern in Frage kommen, konnten auch diese Arbeiter durch ihre lange Arbeitslosigkeit als Käufer nicht in Erscheinung treten, weil sie ihre dringende» Schulden abstoßen mußten. Ans unserer schlecht entlohnten Arbeiterschaft kann man leider keine vollwertigen Konsumenten schaffen. Der Mann, der in der Holzindustrie des Goldoppatale» einen Stundenlohn von KE. 1.30 bi» KE 1.40 hat, kann sich eben keinen Anzug kaufe». Der landwirtschaftliche Arbeiter unseres Großgrundbesitze», der 00 Heller Stmidenlohn hat, kann nicht al» Käufer von Lebensmitteln auf den Markt treten, weil er mit 30 bis 33 KE Ber- dienst nicht einmal die Miete bezahlen und die Kartoffel kaufen kann. Die Herren der Fabriken und die Otroßgruudbesitzer unserer Heimat sind fast ausschließlich Mitglieder der Henleinpartei und machen unser deutsches Volk zu Bettler», weil sie solche Elendölöhne bezahle». Rur dort, wo eine starke freie Gewerkschaft und eine politisch gut geschulte Arbeiterschaft in den Betrieben niitznreden hat, sind die Arbeitsverhältnisse.bessere. Die ElsndSlühne der übrigen Industrie sind Schmutzkonkurrenz. E» wäre hoch an der Zeit, wen» die Heiileinfabrikanten ihre» Arbeitern nur so viel bezahlen möchten, al» sie in der„Front" an Arbeitslosenunterstützung fordern." Eia Ueberfall aus politischen Gründen wurde am Freitag, den 6. März, in Serst a d 11 auf unseren Genossen Josef B i c n e r t aus Brüx, der in Ausübung seiner Tätigkeit als Sekretär der.Union.der Bergarbeiter zu einem Amtstage dorthin gefahren war,-verübt. “ Beim AuSswigen'aus Iwni'AUtbbus überreichte ihm ein Mann einen Brief mit der Aufforderung, denselben sofort zu lesen. Während Bienert den Brief öffnete, versetzte ihm der Bandit mit irgend einem Gegenstand einige Schläge ins Gesicht, durch welche Bienert erheblich verlebt wurde. Der Täter, der geflohen lvar, konnte nachmittags verhaftet werden. Daß cs sich um einen politischen Racheakt handelt, kann daraus gefolgert worden, daß Bienert keinerlei Geld bei sich trug, ein Raubnberfall also ausgeschlossen erscheint. Ueue deutsche Partei? Nach Meldungen aus Briinn beabsichtigt die aus der SdP ausgetretene Brünner Oppositionsgruppe Zien keck die Verbreiterung ihrer Arbeit. Das energische Vorgehen der Zicntcck-Gruppe löst auch in anderen Orten eine stärkere- Aktivität der Opposition aus.- Darüber' hinaus aber laufen Verhandlungen zwischen der Zionteck-Opposiiipn und anderen, schon außerhalb der SdP stehende.» Oppositionssiruppen mit dem Ziele, eine neue völkische Partei zu gründen. Partner bei diesen Verhandlungen sind die D e u t s ch e Arbeiterpartei unter der Führung des ehemaligen nationalsozialistischen Abgeordneten Simm, die nmhrischen Gruppen der 2 e u t s ch s o z i a l c n Partei(Paper), die Anhänger des ehemaligen nationalsozialistischen Senators Dr. Jesser und die Gruppen der K o p a t s ch e k- O P P o- s i t t'o n. Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, würde die völkische Opposition gegen die SdP auch in Nordüöhmen verstärkt lverden. Tort hat vor allem die Deutschsoziule Partei einige wichtige Positionen. Allerdings besteht kein Grund, anzunehmen, daß die neue Partei die SdP zunächst ernstlich gefährden lviirde. Dazu sind die Verhältnisse innerhalb der SdP noch nicht reif. Aber die neue Par- te< könnte in der ferneren Entivicklung eine geivisse Rolle spielen. Siebzigster Geburtstag. Morgen, Montag, feiert Genosse Heinrich Nohel in Trau- tenau seinen siebzigsten Geburtstag. Genosse Nohcl war schon in den neunziger Jahren zu den Pionieren der sozialistischen Arbeiterbewegung Ost- böhinens gestoßen und machte sich uni die Schaffung der Eisenbahner-Gewerkschaft wie um die Gründung de» Trauieliauer Arbeitor-Konsnm- vereines„Vorwärts" verdient.. Seit mehr als bierzig Jahren ist Nohel einer der besten Vertrauensmänner der Partei im Trauienauer Gebiet, ununterbrochen bemüht, seine, beste Kraft in den Dienst der Bewegung zu stellen. Das„Trau- tenauex'Echo" ivürdigt die Arbeit Rohels in einem schönen Aufsatz. Seite 4 Sonntag, 7. März 10»? Re. S7 vis Chartisten 100 Jahre seit Besinn der Bewegung „Hier, Loweti, ist Eure Charte; agitiert für sie und lasst Euch nicht mit weniger abfindenI" Mit diesen Worten soll der irische FreiheitSkcimp- fer O'Coiinell vor 3000 Londoner Arbeitern am 28. Feber 1837 die„Magna Charta des Volkes" dem Möbeltischler Loweti William die eigentlich von diesem selbst aufgesetzte Urkunde überreicht haben, nach der die erste grosse britische Arbeiter- bewegung den Rainen der Chartisten erhielt. In Friedrich Engels' Jugendwerk„Die Lage der arbeitenden Klassen in Eiigland" ist viel und rühmend von ihr die Rede. Die sechs.Forderungen dieses„Freiheitsbriefes des Voltes" ivaren: Allgemeines Wahlrecht für alle Männer, Alljährliche Wahl, Diäten für die Abgeordneten, ge,eime Abstimmung, gleichgross Wahlkreise und Abschaffung der Vorschrift, das; nur Anhaber eines gewis» fen Einkommens Abgeordnete tverden können. 3000 Londoner Arbeiter nahmen an jenem Tage vor 100 Fahren im Gasthaus„Krone und Anker" diese Forderungen als Grundlage ihres Kampfes an. Grosse blutige Kämpfe, Massenver- haftungen, Kerkerstrafen folgten und brachten England zeitweise an den Rand der Revolution, Die Bewegung lvar anS der Erbitterung über die elende Lebenslage der Arbeiter und über die Engherzigkeit der Bourgeoisie entstanden. Die technischen Fortschritte am Ausgang des 18. Jahrhunderts, vor allem die Erfindung der Damvfmalchine hatte die Klassenscheidung geschärkt, die Adelsberr- schall würde, von Bürgern und Arbeiierst.exfolg- reich bwannii es kam die^Wahlreförm von 18ft2.' TaS Bürgertum war gesättigt, die Arbeiter biteben unbefriedigt. Bon sechs Millionen erwachsenen Männern halten nur 800.000 das Wahlrecht. DaS Armengeseir von 1834 stellte die Arbeiter unter solche Willkürberrscha't, dast ihre Empörung aufflammte. 1033 bildete sich die „Londoner Arbeiter-Vereinigung". Ihre Satzung bestimmte, dast nur Lohnarbeiter Mitglieder sein konnten, dem entsprach ihre Erkenntnis, dast sie um ihre politische und soziale Befreiung kämpfen müssten, denn die'Arbeit sei die Ouelle des Reichtums und durch die politische Befreiung sollten die Arbeiter auch materiell und kulturell besser gestellt werden. AnS allen Teilen des Landes kamen begeisterte Kundgebungen der Zustimmung und Kampf- gemeittschaft. lind wer waren die führenden Männer? William L o w e i f, Mitte der Dreihig, war Seemann gewesen. Schon 1823 hatte er sich dem Utopisten Robert Olven angeschlossen. 1832 wurde er wegen Beteiligung an einer Demonstration eingesperrt. 1834 weigerte er sich, in die Miliz einreihen zu lasten, denn—„kein Stimmrecht, kein Gewehr" erklärte er. Dafür tvurde sein Privateigentum beschlagnahmt. Von da an begatm er bett Kamvf für die rechtliche und soziale Gleichstellung der Arbeiter. 1830 erhielt er wegen Teilnahme am Chartismus ein Fahr Gefängnis. An der Bewegung trat er für nur legale Kampfmittel und Agitation lediglich durch Aufklärung ein. Rach der Niederringuug deS Chartismus schlost er sich der liberalen Arbeiter- bewegnng an. Der Arländer O'C o n n o r entfaltete mit seinem Blatt„Nordstern" eine gewaltige propa- gandistüche Tätigkeit. Seine scharfe und treffende Kritik der sozialen Berhältniste überzeugte die Leser. Er gehörte zu jenen, die gewaltsame Mittel empfahlen, aber schliestlich wich anch er zurück vor den überlegenen Machtmitteln der Negierung. Seinen und der Belvegung Höhepunkt erreichte er, als er 1840 die Wahlrechtsfordernng mit fast fechs Millionen Unterschriften dem Unterhaus vorlegte. Doch das Parlament wies die Petition ab, O'Con- nor griff nicht zur Gewalt und seine letzten Fahre dümm-rie er in einem ArrenhauS dahin. Preston Steffens war Methodisten» Priester. Seine Wirksamkeit war nur kurz, aber effektvoll. Er war einer der flüssigsten Verfamm- lungsredner und sprach oft abends im Freien im Licht von Fackeln, die Chartisten trugen. Die ausführlichen, noch erhaltenen Berichte über seine Roden zeigen eine geradezu alttestamentarische Rednorkrast, etwa wie die deutschen Wiedertäufer in d'n Bauernkriegen. Er sante z. B. pechgetränktes Stroh, selbst von Kinderhänden entzündet, sei bei„richtigem" Gebrauch Vies stärker als alle Re- , gierungstruppen mit ihren Waffen. Ein andermal forderte er die Versammelten auf, ihre Waffen zu zeigen. MS Antwort wurden viele Flinten erhoben und abgeseuert. Daneben enthalten seine Reden viel, was beweist, dast er den Charakter des Chartismus als einer sozialen Mastenbewegung wohl verstanden hat. Er sagte einmal, der Chartismus sei keine blosse Wahlrechtsbewegung, es gehe um ein Mester- und Gabelproblem. Die Charte bedeute gute Wohnung, gutes Esten und Trinken, gutes Auskoimnen und kurze Arbeitszeit. Dies ergänzte er dahin, dast die Gesellschaftsform unwesentlich sei, wenn ste nur soziale Gerechtigkeit übe. 1880 wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Schon seine Verteidigungsrede gab einem sozialen Konservatismus Ausdruck und nach der Strafverbüssung glitt er vom Chartismus völlig ab. Die Bewegung hielt noch neun Fahre In gro- ster Stärke an. Auster unzähligen Versammlungen wurden auch einige Kongresse abgehalten. Es Am 13. Februar, um 10 Uhr abends wurde auf Nareelona ein plötzliches Bombardement eröffnet, das siebzehn friedlichen Einwohnern dieser Stadt das Leben kostete. Die Granaten flogen in die Wohnhäuser eines Viertels, in dem kleine Leute lebe»; in bescheidenen Schlaf- und Speisezimmern und unter nichtsahnenden Strahenpas- santen suchten sie sich ihre Opfer. In Valeneia dienten 24 Stunden später Krankenhäuser und Kinderheime den feindlichen Schiffskanonen zur Zielscheibe. Rach der feierlichen Bestattung der Barcelonaer Toten zogen die Frauen der Stadt zum Präsident der Generalidad, er möge sie vor den Konsulaten Frankreichs und Englands gegen den barbarischen Ueberfall manifestieren lassen. Es fei inopportun, wurde ihnen bedeutet, und vor allem ztvecklos. Die Welt ist abgestumpft gegen den Einbruch der Barbaren;„ihrer Führung", so schrieb drei Lahre vor den Ereignissen schon ein spanischer Philosoph, Löss Ortega v Gastet,„hat sich ein Menschentypus beinächtigt, den die Prinzipien der Kultur kalt lasten..."— Seinen ilnietfuäjunnen der Gefahren dieser neuen Acra gab er den Titel:„Die Rebellion der Masten". Die Geschoffe, die auf Barcelona abgegeben wurden, trugen italienische Marke: L—8—GER —35—XIII; ohneweitereS lässt sich daran ablesen, dast sie in Genua, im Lahre XIII der faschistischen Aera erzeugt worden sind. Sie hatten das Kaliber 15.24 und wurden in drei Salven, jede zu acht Schüffen abgeseuert: Schustzahl, Kaliber und Marke beweisen eindeutig, dast nicht eines der anders bestückten Rebellenschiffe, sondern nür ein italienischer Kreuzer, und zlvar entweder die„Luigi C a d o r n a" oder die„A r m a d o D i a z" Barcelona bombardiert haben. Radio Rom.beeilte sich daraufhin, der Welt zu versichern, den spanischen Nationalisten stehe die Wahl der Mittel frei, ein„Volk in Rebellion" zu zähmen. So tvurde offiziell die allerjüngste Geschichtslüge aus der.Taufe gehoben: dast das aufrührerische spanische Heer sozusagen zur Ehrennotwehr gegriffen habe, dast nicht der Mörder, sondern der Ermordete also schuldig sei. Bis jetzt hat sich der Faschismus mit nationalen Geschichtsfälschungen begnügt— in Deutschland etwa ist er an de? berüchtigten „Dolchstostlegende" grost geworden. Run greift seine Lügenkampagne über die Landesgrenzen hinaus, um auf internationalen Gebiet dieselben Früchte zu ernten wie zuvor daheim. Wie war es eigentlich? Wie überall hat sich auch in Spanien der Faschismus seiner klassischen Methode, der Demokratie den Kragen zu brechen, bedient: Er provozierte Tumulte, die er ihr in die Schuhe schob, und wiegelte damit die öffentliche Meinung gegen ein iiiegime auf, das offensichtlich unfähig sei, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Am 18. Februar des Vorjahres hatte die Demokratie in friedlichen Wahlen ein faschistisches Regime zu Fall gebracht. Die von ihm Hingemetzelten waren aus den Gräbern gestiegen und hatten den Zug der Bettler hin zum Triumph gewiesen.„Uniso schlimmer für die Republil", erklärte die Rechten zu ihrer Niederlage:„Letzt bleibt kein anderer Weg mehr als an Franco zu appellieren". Wörtlich hörte mau das von Manuel H e r r e r a, einem der Führer der Acciön Catolica.„Ein neuer Staat must her", rief Gil Nobles, der Führer der Klerlkofaschlsten:„Was Macht es da aus, wenn das Blutvergiessen kostet?". — Vom Februar bis Juli agierten dementsprechend seine Milizen:„Le weniger Marxisten es in Spanien gibt, desto bester für unser geliebtes Vaterland". Vier niedergeschlagene Ausstandsversuche deS Militärs und der Guardia Civil, der spanischen Kosaken, werden in dieser Zeit registriert. Eine Kette blutiger Anschläge dazu: gleich der erste, wenige Tage nach den Februarwahlen schon, zielte gegen Flmenez de Asua, den Verteidiger Largo Caballeros. Bald danach kam ein Attentat aus den Führer des sozialistischen Proletariats. Dazwischen ging eS übet Arbeiter her, die aus Versammlungen kamen, und jeder Selbstverteidigungsalt von ihnen wurde groß aufgezogen als ein Zeichen mehr der„röten Schrel- kenSherrschaft", als eine neue Manifestation deS „inneren Feindes", den es niederzutreten gilt. Calvo S o t e l o, der Monarchistenchef, organi- 1 fierte die Pistolerobanden gegen die Republik; ihr letztes Opfer war der Polizeiofftzier Castillo, ein Genosse. Ln derselben Nacht zahlt Calvo Sotelo diese Bluttat mit seinem Leben.„Nun aber wird rasch und gründlich Justiz gemacht", ruft Gil kam wiederholt zu Stratzenkäinpfen, so in Birmingham und Wales. Zweimal wurden Wahlrechtspetitionen mit Millionen Unterschriften eingereicht, Die zweite Abweisung im Jahre 1848 war der Wendepunkt. Zivar existierten einige Organisationen noch jahrelang weiter, aber sie hatten keine Bedeutung mehr. Doch hatte der ChartjsmuS'in der Folge das Zchnstunden- g e s e tz, die Milderung der Straf» und Pressegesetzgebung, eine wirksame Browerbilligung und schliestlich die spätere demokratische Wahlreform mittelbar durchgesetzt.' Die Gewerkschaftsbewegung verdankt dem Chartismus, der das Klassen- bewusttfein der Arbeiter weckte, tvesentliche Stärkung, aber nicht so die politische Bewegung, denn der Fehlschlag deS Chartismus"ief Misstrauen gegen den Erfolg einer politischen Arbeiterpartei hervor, daS erst nach mehr als einem halben Jahrhundert zu tveichcn begann.(bn.) Nobles und die Generale schlugen los: 17. Juli. Und well daS Volk sich ihrer erwehrte, ist es„verbrecherisch, rebellisch". Wie war eS eigentlich? Ms der echte inner« Feind, das spanische Militär, sich gegen die Republik erhob, schien im ersten Augenblick ihren Führern jeder Widerstand aussichtslos. Die einzige Rettung sahen sie in einem Kabinett der Kapitulation. Nur dast in jener Nacht die Massen schon auf der Straste waren und gegen diese Liquidierung der faschistischen Rebellion rebellierten: das Kompromiss-Kabinett Martinez B a r r i o, gebildet im Morgengrauen des 18. Lull, verschwand zwei Stunden, nachdem es formiert war. Das Kriegführen begann. Sein Schauplatz ist heute eine unendliche Fenerlinie, die von den Pyrenäen herabgeht bis T e r u e l, etwa 150 Kilometer oberhalb Valencias, um aufs neue hinaufzusteigen in das Gebirge nördlich von Madrid und von hier aus wieder hinab in vielfachen Schlangenlinien bis zum mittelländischen Meer an der Grenze der Provinz Malaga. Ein« zweite läuft vom Baskenland bi» zur Westgrenze der vielumstrittenen asturischen Region, eine dritte versuchen die Schlachtschiffe der Rebellen entlang der republikanischen Küste aufzuziehen. Viele tausend Kilometer sind Kampfgebiet. An seinen neuralgischen Punkten haben im Lull und August die Elitekolonnen des antifaschistischen Volles standgehalten, im September mib im Oktober ist aus ihnen eine haMriegerische Mass« geworden, die sich dann allmählich in ein richtiges Heer zu wandeln anschickt. . Ein langer Zeitraum, ein schwerer Weg das. Es springt in die Augen, daß nur eine totale Militarisierung mit allem was dazu gehört die Vernichtung des Faschismus herbeiführen kann. Ten Krieg in Spanien machen ausländische Mächte. Die See-Angriffe gegen Küstenstädte zeigen das, der unglückliche Kampf um Malaga und zuletzt die wiederentflammte Schlacht um Madrid. Die Truppen in der Hauptstadt, deken 'Organisation am weitesten, vorgeschritten ist, haben jetzt in der Person des Generals M i a j a, des energischen Verteidigers der Stadt, einen allein verantwortlichen obersten Chef erhalten. Seine erste Tat war die Offensive an jenem Sektor der Madrider Front, wo von den Faschisten ihr« neue Einkreisungstaktik ins Werk gesetzt wurde: an der Strass« nach Valencia. Die Belagerer Madrids erwiderten diesen Stost mit einer Offensive an der Aragonfront, gegen Katalonien also. Für sie ist die vieltausend Kilometer lange Feuerlinie eine organische Einheit und auf Angriff und Verteidigung reagieren sie nicht regional, sondern universal. Erfolg in der Abwehr wie in der endlich einzusetzenden Attacke setzt das gleiche voraus: Die Verschmelzung der verschiedenen Frontabschnitte zu einer einzigen, einheitlichen Front, und die der drei Fronten des Vom Rundfunk MMuiMrln aus den Programmen: Montag: Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Presse, 11.85: Schallplattenkonzert, 12.10: Operettengesäiige,. 15: Chorgesänge auf Schallplatte», 16.10: Orchesterkonzert FOK, 17.35: Klavier-Trio,- 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Stegmann: Politik, Volkstum und Priester, 18.25: Gemeinsame Heimat: Hüterinnen des Feuer», mit Rezitationen, 18.45: Deutsche Presse, 10.80: Oper aus dem Rationaltheater: Eva von Foerster.— Prag, Sender II: 14,20: Deutsche Sendung:.Architekt Kolbe: Photographie mit Jnfra- ritstrahlen, 14.83: Schallplatte», 14.40: Red. Goldschmidt: Lob der Sprachenlernens, 14.50: Deutsche Presse, 18.10: Blechmusik.— Brünn: 15.80: Äimdfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Müller: Au» der Märchenwelt, 19.10: Französisch-Kur».— Prestburg: 21.15: Harfen« und Flötentonzert.— Kascha»: 12.05: Schallplatten.— Möl,risch-Ostrau: 18.10: Deutsche Arbeitersendung! Niischmann: Fragen der PensionSversscherung. DIenStagr Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 10.80: Schallplatten, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.05: Rundfunk für deutsche Schulen, 12.10: Schallplattenkonzert, 15: Sinfoniekon- zert, Schallpl., 17.80: Chorkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Provaznik: Die chinesische Flöte, für Gesang und Streichquartett, 18.25: Alte Musik auf alten JnstrumeMen; Gesang: Fine Neich-Dorich; 18.55: Deutscher Kulwrbericht vom Tage, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert. 22.20: Joh. Seb. Bach: Partitur F-Dur.— Prag, Sender Ur 14,15: Deutsche Sendung: Dr. Reich: Wer ist musikalisch? 14.80: Ernste und heitere Chanson», 14.50: Deutsche Presse, 18: Schranunellonzert, 19.10: Tanzmusik.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbei- terfunk: Sozialinsormationen,— Adolf Schmidt: Au» alten Brünner Akten.— Kascheur 11.05: Schallplattenkonzert, 16.10: Rundfunkorchesterkan- zert.— Mährisch.Ostrau: 12.85: Rundfunkorchesterkonzert. 11.80: Lieder von Smetana. Kampfes: Schlachtfeld, Hinterland und auswärtige Politik, in einer einzigen, unifizierten. Das bedeutet Einberufung und Einheitsbefehl, wofür wieder Vorbedingung ist: di« Herstellung einer unantastbaren RegierungSautorität. Geschaffen wird sie durch die Einigung des Proletariats innerhalb feiner eigenen Reihen und mit den übrigen antifaschistischen Schichten, und wirksam wird sie in der Militarisation von Mensch und Material. Spaniens Kritiker sind orientiert wie Kinobesucher: an rasenden Mlaüf der Geschehnisse mü rasch eintretendem happy-end gewöhnt, verlangen sie, dast sich die Lösung vor ihren Augen abspielt, und da dem die alte und neue Tradition, des Abwehrkampfes hindernd entgegensteht, stimmen selbst die. Freunde des neuen.Spgnien mit. ein in deü Ruf: Ein Volk W Rebelliöü. Sie wissen nicht, daß die Rebellion die einzige Waffe des Volke» am 18. Juli war und verstehen nicht, dast sie mit der unlenkbaren Gewalt eines Naturereignisses weit über die Dämm« schlagen musste, die eine rationelle Polittk ihr entgegenzustellen unermüdlich bemüht war. Im Leben des Bolles aber ist die Rebellion nur eine Episode, echt rebellisch sind allein— zitieren wir abschliessend noch einnial Ortega y Gaffet— jene Nihilisten,„die sich ohne Verantwortungsgefühl alles leisten zu können glauben": den Ueberfall auf«in friedliches Volk, die Vernichtung seiner Kultur, den Mord an Frauen und Kindern. Rebellen find sie geblieben: nicht hervorragende Einzelne, Intellektuelle und glänzende Vertreter des Bürgertums. noch die Masse des Volkes haben sich ihnen angeschlossen: als militärische Diktatoren führten und führen sie den Krieg gegen das Boll, und Siege tragen sie nur davon, wenn, wie in Ma-> laga, ihre ausländischen Drahtzieher sich darum, bemühen. Indessen aber geht auf der anderen Seite eine Entwicklung vor sich: hin zum neuen demokratischen, und fomlt abwehr- und siegeSsähigen VollSstaat, die ein flüchtiger Blick nach Madrid, Valencia oder Barcelona staunend feststellen must. Barrikaden um das Denkmal Don Qukhottos und Sancho Pansas DaS Standbild deS„Ritters von der trgürigen' Gestalt", das auf. einem grossen Platz Iw Madrid steht, wurde mit Sandsäcken gepanzert, weil sich hier'eine wichtige Riegelstellung besticket. Die Rebellion der Massen Von unserem spanischen Berichterstatter Nr. 67 Sonnt««,, 7. Mürz 1937 Seite 6 Jugoslawien! Wirttchafttaufichwung I England in der Rüstungskonjunktur Kursentwicklung der festverzinslichen britischen Staatspapiere 1982 1088 1984 1085 1086 »%% 4A 8^% + 4,075.681 + 2,115.005 + 202.686 + 4,251.626 + 6,078.807 1935 9.727 6.305 Angriff genommen worden.'Diese Bauten sollen Zue Einstellung Oon etwa 20.000 Arbeitern führen. Kapitalmarkt' und stellt nichts anderes dar als eine Ueberleityng des grössten Teiles der vrivaten Kapitalanhäufung und der Ersparnisse deö Mittelstandes, der Bauernschaft, der Angestellten und der Arbeiter in die Kanäle der staatlichen Kriegswirtschaft. Allerdings mutz man auch di« riesigen AuS- matzc des englischen Nationale Ink o m- m e n S berücksichtigen und insbesondere sene Summen, die gegenwärtig, wo sich die Konjunktur allmählich ihrem Gipfel nähert, auf den Kapitalmarkt ununterbrochen zuriickflictzen. Eilt so kompetenter VolkSwirtschastler, wie I. M. K e y n e s schabt die Summen, die jährlich dem Kapitalmarkt aus den Sparkassen, Dividenden, den Ratenzahlungen der Mitglieder der Baugenossenschaften und dergleichen zufliessen, auf 400 Millionen Pfund. Es unterliegt also gar keinem Zweifel, dah die englische Volkswirtschaft den vorgesehenen RüstungrauSgabcii ohne weiteres gewachsen ist. Daß aber auch der englische Kapitalmarkt gegenüber den angekündigten gewaltigen Ansprüchen seitens des Staates nicht unempfindlich ist, beweist die allgemeines Aufsehen erregende Tatsache, datz die mündclsicheren britischen Staats- und Kommunal- obligationen nach der Ankündigung deö neuen RiistungsprogrammcS beträchtlich im Kurse gefallen sind. Den höchsten Punkt haben diese Kurse im Jahre 1035 erreicht, im Jahr« 1986 beginnt bereits«in Abbröckeln, das mit der Aufwärtsentwicklung der Konjunktur fortschreitet. ES ist eine bekannte Tatsache, datz in der Zeit der Konjunktur Pie Kapitalien von den festverzinslichen Wertpapieren sich in die Dividendenwert« flüchten, die grötzere Aussicht auf Gewinn versprechen. Die Ermäßigung der Kurse der festverzinslichen Wertpapiere bedeutet jedoch die Erhöhung ihrer tatsächlichen Verzinsung. Dadurch wird aber der Kredit im allgemeinen verteuert, wodurch sich gleichfalls die fortgeschrittene Phase der Konjunktur kennzeichnet. Im Laufe von 1936 entwickelte sich die jugoslawische Wirtschaft langsam aber beständig aufwärts, bis im Frühherbst der wirtschaftliche Auf» schwang einen neuen Ansporn durch eine sehr gute Ernte und durch eine wesentliche Besierung des Außenhandels erhielt. Im Laufe deS Jahres 1936 sind nicht weniger a.'S elf Handelsverträge abgeschlossen word:n, und zwar mit Deutschland(Handelsabkommen und Handelsvertrag), Spanien, Griechenland, Holland, Italien, Türkei, Grotzbritan» iiicn, Frankreich, Ungarn und der T s ch e ch o s l o- w a k■ i. Eine Einfuhrkontrolle ist im Frühjahr 1936 eingeführt worden, um die grossen Auhen- ständ' In Deutschland einzubringcn. Aber das Clear ig-Abkommen mit Deutschland hat nicht die erwa" eteN Vorteile gebracht, während die jugo» slawi'che Landwirtschaft in einer Reihe von an- Jm heutigen England fallen dem Beobachter zwei, im Grunde genommen, entgegengesetzte Tendenzen auf. Einerseits ist die öffentliche Meinung zweifellos durch die nun ganz deutlich in Erscheinung tretende Hochkonjunktur beeindruckt, die nun durch, das gewaltige Aufrüstungsprogramm der Negierung neue Nahrung und neuen Aufschwung erhält. Andererseits werden immer häufiger warnende Stimmen laut, die eine Umkehr der gesamten Wirtschaftspolitik im Sinne des Freihandels und des Friedens predigen. Es scheint, dah gegenwärtig in England die Geschicke der Welt sich entscheiden. Entweder bedeutet die riesige englische Ausrüstung, erzwungen durch die deutschen Rüstungen, einen Auftakt zum neuen Weltkrieg oder aber wird die Welt unter angelsächsischer Führung die Pfad« des wirtschaftlichen und politischen Friedens der der Abrüstung beschreiten. DaS britisch^ AufrüskungSprogramm sicht für di« nächsten fünf Finanzjahre«Ine Ausgabe von nicht weniger als anderthalb Milliarden engl. Pfund vor. Dabei wird ausdrücklich betont, datz diese Summe wahrscheinlich die u n t e r st e Grenze der britischen Rüstungsausgaben darstellt. Die ernste englische Presse weist darauf hin, datz diese Suinme um viermal die Gesamtkosten des Burenkrieges übersteigt. Ein anderer Vergleich: die britischen Rüstungsausgaben in den nächsten fünf Jahren sind den durchschnittlichen jährlichen Ausgaben Englands während des letzten Weltkrieges gleich. ES ist also kein Wunder, datz nicht nur- die englischen Wirtschaftskreise, sondern auch die gesamte Oefsentlichkeit mit ausserordentlichem Interesse die Einzelheiten des Rüstungsprogrammes bespricht. . Von den vorgesehenen anderthalb Milliarden sollen schätzungsweise 400 Millionen Pfund durch Änlejhen. oer Rest durch Steuern aufgebracht werdens- Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt bedeutet dies einen gewaltigen Druck auf den privaten 9,285.004 9,500.000 10,557.848 8,670.506 9,824.821 1936 10.629 5.847 Seit dem Machtantritt Hitlers, also im Laufe der letzten vier Jahre, haben die deutschen Rü- stungSansgaben insgesamt 81.100 Millionen Reichsmark' betragen. Im Haushaltsjahre 1986/87 betragen diese Ausgaben mehr als viermal soviel als im Jahre 1988/84," Außenhandel Griechenlands Jänner—November 1935/36 (in Millionen Drachmen) Rumänien 1936 Dank der Steigerung der Weltpreise für Getreide und einer besriedigcuden Ernte hat. sich die Lage der rumänischen Landwirtschaft im Laufe des Jahres 1986 wesentlich gebessert. Die Wcizencrnte betrug im Jahre 1986 850.814 Waggons, während sie im Jahre 1935 262.470 und im Jahre 1934 281.540 Waggons betragen halte. Die Gesamternte von Mais wurde auf etwa 500.000 Waggons geschäht, was einen leichten Rückgang gegenüber der Maisernte von 1935 bedeutet. Die Aiaisernte von 1936 ist jedoch grösser als die DurchschnittSernte Eonsols........ Kriegsanleihe.. Eonsols..., Konversionsanleihe Wirtschaftslage in Griechenland Die wirtschaftliche Entwicklung geht in Griechenland im Jahre 1936 weiter aufwärts, ob- tvohl sich eine gelvisse Verlangsamung bemerkbar macht. Der A u h e n h a n d e l in 1936'weist eine i..'wisse Verschlechterung^er Handelsbilanz auf, da die k.' Sfiwr dem Werte nach gegenüber 1935 gefallen ist, was vor allem auf das Zurückgehen der Tabakausfuhr zurückzuführen ist. Die Eü.fnhr ist aber, dem Werte nach gestiegen, was wiederum aus der Steigerung der Weltpreis sich erklärt. Etwa ein Sechstel der gesamten Ausfuhr I Die faktische Verzinsung der langfristigen wurde im KmupensationSverfahren gegen Ein- I Staatsanleihen hat sich also in: Laufe der letzten fu'.lva.en ausgetauscht. Die Absatz mär!': fiir die rumänische Ausfuhr stellten folgende Läut dar(geordnet nach der Größe der r München Ausfuhr in dar betreffende Land): Deutschland, Grossbritannicn, Oesterreich, Frank reich und die Tschechoslowakei. paar Monate von 8 auf etwa 3%% erhöht. Die Ursache dafür liegt zweifellos in den Verkäufen, die in grotzein Umfange von den kleinen Besitzern vorgenominen wurden. ES unterliegt keinem Zweifel, dass diese Verlaufsbcwegung sich sehr bald auch auf die privaten festverzinslichen Wertpapiere auSdehnen wird. Insbesondere gilt daS für die Eisenbahn- und Jndustricobligationcn. Aber auch abgesehen von den mittelbaren und unmittelbaren Folgen deS britischen Aus- rüstungSprogrammeS für den Kapitalmarkt, scheint dieses Programm gewaltige U in w ä l-- zu n gen in dem gangen Wirtes ch a f t l i ch e n Aufbau deS Landes zu Ve- ! dingen. ES handelt sich tatsächlich um die Ilcber- I sührung eines wesentlichen Teiles des britischen ! volkswirtschaftlichen Organismus auf daS Geleise der Kriegswirtschaft. DaS von der Regierung zur Begründung der Rüstungsausgaben soeben hcr- auSgcgebene„Weissbuch" stellt die Erweiterung und Neuerrichtung von Flugzeugwerken und Mu- nitionösabriken in großem Umfange in Aussicht. Wichtig dabei ist, dass diese Rüstungswcrle, die zum grossen Teile bereits errichtet sind, sich zwar nominell in privaten Händen befinden, tatsächlich jedoch die finanzielle Verantwortung für den Betrieb dieser Werke auf dem Staate lastet. Alle diese neugebauten und erweiterten Rüstungswerke sind mit Regierungsaufträgen beschäftigt, und es ist vorgesehen, dass, wenn die Regierungsaufträge durchgestihrt fein werden, diesen Betrieben ihre Profite für eine unbestimmte Zeit, auch bei Nichtbeschäftigung, durch den.Staat gewährleistet wer- den, damit sie im Ernstfälle sosort der Regierung zur Verfügung stehen können. Ausserdem ist eine vom wchrwirtschastlichen Standpunkte notwendige geographische Neuverteilung der Industrie vorgenommen worden. Es handelt sich hier vor allem um Schutz gegen Flug- zcugangriffe. In einigen Fällen ist aus Sicherheitsgründen eine Dublierung der lebenswichtigen Betriebe bereits vorgenommen oder in nächste Aussicht gestellt. Für die heutige Situation der englischen Wirtschaft ist eine Artikelserie bezeichnend, die einer der angesehensten englischen VolkSwirtschastler, Sir William Beveridge, in den„Times", dem Organ der City, soeben veröffentlicht hat. In dieser Artikelserie, die übrigens von der englischen Oefsentlichkeit mit grosser Zustimmung ausgenommen wurde, wird nichts anderes gepredigt, als die Errichtung bereits In der Friedenszelt eines„wehr wirtschaftlich en G e n e r a l st a b e s", der sich damit beschäftigen soll, das ganze Leben der Nation ein einer solche«: Weise umzubaucn, dass sie ohne grosse Schwierigkeiten und Reibungen in den Kriegszustand übergeleitet werden könne. Ilm die Tragweite der Vorschläge von Beveridge zu verstehen, genügt«8, darauf hinzuweisen, dass er bereits jetzt eine voll-. kommene Umstellung in der Ernährung der Bevölkerung Vorsicht. Man müsse, zum Beispiel, gegenwärtig mehr Milch trinken und weniger Fleisch verbrauchen, damit in der Kricgszeit mehr Vieh für den Massenverbrauch zur Verfügung stehe. Man müsse bereits heute daS weitere Wachstum von Gross-London, das 9.5 Millionen Einwohner hat, einstellcn, denn eine solche Anhäufung von Menschen stelle im Kriegsfall eine grosse Gefahr dar. Auch andere Vorschläge derselben Art, die an die„Ivehrwirtichastlichen" Pläne deS deutschen Generalstabes erinnern, Iverdcn von dem angesehenen englischen BolkSwirtschastler gemacht. Znm Schluss empfiehlt Beveridge in dringender Weise die Einführung einer grosszügigen Planwirtschaft und einer vollkommenen Kontrolle der Industrie. Bemerkenswert ist, daß die „Times", das Organ der englischen Banken, sich im allgemeinen den Vorschlägen von Beveridge anschlieht. Deutsche RUstunmautgaben 1933-1937 Nach englischen Informationen entfallen heute von den Gesamtausgaben des Deutschen Reiche? rund zwei Drittel auf RüstnngSauSgaben. Die Entwicklung der deutschen Rüstungsausgaben im Verhältnis zu den Gesamtausgaben in den letzten vier Jahren stellt sich folgendermassen dar: Einfuhr Ausfuhr Einfuhrüberschuss 8.422 4.782 Die landwirtschaftliche Produk- war in 1936 im allgemc'. geringer als I—I- III* uwu i|i JtUUll) Uiv VIC A'lUU||UilllUVV4lliC deren Ländern gute Abnehmer gefunden hat. So! der letzten zehn Jahre. Di« Ernten von Gerste, ist eire vollkommene wirtschaftliche Bindung an, Roggen und Hafer habet: sich auch vergrößert. Deutschland, jedenfalls für absehbare Zeit, ver- Der auSfuhrsähige Ueberschuss wurde siir Weizen auf 120.000 Waggons, für Gerste auf 190.000 Waggons, für Roggen auf 15.000 Waggons und für Hafer auf 28.000 Wagons geschäht. Sotvohl die Textilindustrie als die Eisenindustrie befanden sich während des ganzen Jahres 1986 in Blüte. Die gesamte Förderung von Roherdöl hat im Jahre 1986 8,760.000 Tonnen betrage» gegenüber 8,500.000 Tonnen im Jahre 1985. Der Erdölpreis bewegte sich von 6500 bis 9000 Lei für de- Waggon, entfpreche:ü> der Qualität, ivährend der Erdölpreis im Jahre 1935 zwischen 5800 und 8200 Lei pro Waggon schwankte(1 Lei— nominell K£ 0.20). Der Außenhandel wies eine beträchtliche Steigerung auf, die jedoch im wesentlichen auf die Erhöhung der Weltpreise zurückzusührcn ist. Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Außenhandels tvährend der ersten zehn Menate der letzten fünf Jahre. Außenhandel Rumäniens Jänner—Oktober 1932/36 Einfuhr Ausfuhr Handelsbilanz ! r+J? jyt.-.-in t au,fr«nd«n.hattS- NeichSausaaben anSqabkn in vH. der tatzre in Millionen SmchSmart BesamtanSgatm 1988/84 9.700 8.000 80/)% 1984/85 12.200 5.500 45.0% 1985/86 16.700 10.000 50.8% 1986/87 18.800 12,600 67.0% SöibMurS 1036 947- Kur» iknlang ÄUnner 1037 847b' Kurs 24.3. 1937 76 Benenivärtiae tirtfüLitche Verzinsung L id. d. 3 6 3 1107- 1057« 102 8 9 3 118”/» 112”/» 1087« 8 8 6 1127- 106 7» 1007- 3 0 8 Seite« Ne.»7 Sonntag, 7. März 1037 sich die Explosion sechs Meilen lkeineSwegS blich eine Meile) von. dLr'Küste entfernt ereignet«. Die Schiffsladung fing sofort Feuer, hiedurch wurde die. Mannschaft, bis auf vier oder fünf Mann, gehindert, ins Meer zu springen. Der griechische Konsul hat sich an die-Unfallftelle des Unglückes begeben. Einige Leichen konnten aus dem Meere geborgen werden. Das Wrack des Dampfers liegt 200 Meter tief aüf dem Meeres, gründe, was für Taucher viel zu tief ist, um an das Schiff heranzukommen. In den Fnßstapfen von Multatuli. Bor kurzem feierte ganz Holland und vor allen Dingen ganz Niederländisch-Jndien den fünfzigjährigen Todestag des berühmten Dichters und Schriftstellers Multatuli. Unter diesem Pseudonym verbarg sich Douwes Detter, dessen Romane und Studien, vor aUen Dingen das Buch.„Max Have» laar" eine ungeheure Sensation erregten, da sie eine leidenschaftliche Anklage gegen die Kolonialverwaltung in den niederländischen Kolonien in Ostasien darstellte. DouweS Deller war selbst Kolonialbeamtec und als nach dem Erscheinen, seines ersten Buches das Pseudonym sehr bald gelüftet wurde, muhte er sofort seinen Dienst quittieren. Jetzt hat ein Mitglied seiner Familie) das als Lehrer in Lava wirkt, unter seinem vollen Namen E. F. E. Douwes Detter ein Buch erscheinen lassen, das ganz in der Richtung der Ideen vonMultatul liegt und sich ebenfalls gegen die Politik der holländischen Regierung in Niederländisch-Jndien wendet. Auch ihn hat das Schicksal seines grohen Verwandten erreicht; er ist unmittelbar nach dem Erscheinen dcS Buches gezwungen worden, seine Lehrtätigkeit■ nieder» zulegen. Ein Kind Nagt seine Mutter des Gattenmordes an. Ein Drama, dar sich vor sechs Jahren abspielte, hat jetzt auf ungewöhnlich tragische Weise seine Aufklärung gefunden. Man sand damals den Körper eines Farmers aus Romans in der Rhäne. Dieser, ein gewisser Gabriel Manin, kaum 88 Jahre alt, war am 2. Mai 1081 verschwunden. Die angeschwemmte Leiche, war mit Draht verschnürt und wieS eine Schuhverlehung auf/ Aber da die rechte Hand frei war, schloh man unverständlicherweise auf einen Selbstmord. Jetzt hat der Sohn des Ermordeten, der elfjährige Renk, eine Aussage gemacht, wonach sich das Kind erinnerte, dah sein Vater blut- übcrströnit von dem damals siebzehnjährigen Knecht Kuzin und der Mutter ins Zimmer geschleppt wurde. Die Mutter wurde mit dem Kind konfrontiert, dar zunächst aus Angst nichts sagen wollte, dann aber seine Aussage wiederholte. Die Frau gab daraufhin zu, mit dem Knecht, mit dem sie ein Liebesverhältnis unterhielt, ihren Mann getötet und in die Rhsne geworfen zu haben. Tie Frau wurde, in Gegenwart ihres bitterlich weinenden KindeS, des Mordes angeklagt,und verhaftet. Kuzinist/flüchtig.. ..'Der Perfonenzng. Nr. ll01 stich ichKostolany nab. Hernädem unweit von Kaschau mit dem Güterzug Nr. 880 zusammen. Beide Lokomotiven, wurden bei dem Znsammenstoh leicht beschädigt. Bei sieben Personenwagen wurden die Trittbretter beschädigt. Verwundet wurde niemand. Ter Verkehr ist nicht unterbrochen worden. Die Einzelheiten werden untersucht. Die Zigeunerschule von Iljhorod. Dieser Tage wird der zehnte Jahrestag der Gründung der Zigeunerschule in U.sborod gefeiert werden. Sie war die erste Zigeunerschule in der Tschechoslowakei und erzielte ball» sehr güte Ergebnisse. Sie wurde, aber bald auch in der ganzen Welt bekannt, weil saft kein ausländischer Besuch und kein Journalist, der in Ujhorod weilte, es versäumte,- diese. eigenartige Schule zu besichtigen. Zur Feier ihre! zehnjährigen Bestandes veranstaltet die Zigeunerschule am 5. März in dem Theaterraum der Ujhoroder staatlichen Volksschule eine Theatervorstellung/ Zigeunerkinder werden unter der Regie der Lehrer ihrer Schule Mächas „Zigeuner", in der dramatischen Bearbeitung von V. Nejedlh, aufführen. Das Programm sieht mich Gesänge in der Zigeunersprache, Tänze und- Zigeu- ncrmusik vor.- Bonzen im Speck „Die deutsche Revolution", das Organ Otto Strassers, vcrösfentlicht einen Bericht über die Korruption in Bayern und hn Reich, der ihr aus Deutschland zügekommen ist. Als ein Hauptkorruptionär--wird in diesem-Bericht C H r ist i a n W c b c r angeführt. Es heißt von ihm: - /Die Erprcstergeschäfte des Stadtrales und Präsidenten des Kreistages von Oberbayern, des „Präsidenten" Christian Weber, wie er sich-kurz nennt,-der tatsächlich in der Miinchner Rest d c n z residiert, bilden ein ständiges und immer durch neue„Taten" dieses Mannes beliebtes Stadtgespräch. Er bat in der Tat In München den AutobuSverkehr eingerichtet, aber er hat auch sämtliche Tanktstcllen aufgekanft, aus denen der Betriebsstoff bezogen werben must. Dieser Mann, den—>vie es in München heißt— selbst Hitler fürchtet, soll demnächst Minchcus Oberbürgermeister werden.(Ein ehemaliger Pferdeknecht und H i n a u s w e r s e r in der„Bayrischen Krone", einem berüchtigten Zuhälter» und H c b l c r» G a st h a u S beim Bahnhof) Sein-Vermögen geht heute, wie man sagt, in die Millionen. Zuin Beweis dasür, daß er in der Residenz wohnt, war dein Bericht ein Ausschnitt aus dem Münchner Telcphonbuch bcigcgeben: oaeapapp.-»»—.. —Carl) Reitevertreter d. Fa. II e n• I kni k Ci e., A.-fi.. Düsseldorf. M 19, Kratserslr. 12, 6 46 09 t -Christian, Stadlrat, Präsident£ Kreistages von Oberbayern und Reichsverkehrsrat.| Inh. d. Fa. Blan«Dock«Tank,Trelb, stofle u. Zubehör I. Automobile, Inhaber d. Christian Weber’a Fern« lehrten mit Omnibussen, Gestüts* hole Isarland(Körperschaft des SHenll. Rechts), Amtsriume u. Ge sc.hlllss teile. 2 M. Resident(Kai« >B. C., Versicherung*• Sachter« stündiger, M 8. WeiDenbm-« Str. 32. 4' scrhol). 27728 2 8621.... 'Claras Prau, 2 Köbellstr. 5. J 7 3914-■ Paul Parkus, vier Jahre schweren Kerkers Die lebten Momente des sechstägigen Sensationsprozesses Prag.—rb—■ Die Plädoyers, die erst in den späten Abendstunden des Freitag begannen, wurden eingeleitet durch die Anklagerede dcr StaatSan» w a l t c S Dr. Svoboda, der alle Belastungsmomente summierend erklärte, es könne nicht der mindeste Zweifel bestehen, daß der Angeklagte sich der Strafbarkeit seiner Machinationen bewusst war. Der Vertreter des Dominikanerordens als Privatbeteiligter, Dr. V e v e r k a,. betonte, dast abaesehen von dem materiellen Schaden der m o r a 1 i s ch e Schaden in Betracht zu ziehen sei, den der Orden erlitten habe. Ehe der Verteidiger sein Plädoyer begann. meldete sich Dr. Parkus selbst zum Wort. Er wiederholte seine Behauptung, daß er von dem Orden noch ein Palmare von 400.000 KL zu erhalten habe und warf die Frage auf, was es für einen Eindruck machen würde, wenn dar Oberste Gericht schliestlich entscheiden würde(wörtlich):„Du, Doktor ParkuS, haft nicht nur Anspruch auf die zurückgehal- tenen 1,600.000 K&, sondern noch ans weiter» 820-000 KL!" t Unterdrückte Heiterkeit im Andito» rium.) Znm Schluß seiner Rede deutete Dr. Parkus an, dast ihm höchsten? eine geiviste verwaltunaS- gerichtliche Entscheidung über die Besugniste der Anwälte.formal" zum Nachteil gereichen könnte, eine zarte Andeutung, dast ein eventueller verurteilender Ausspruch dcS Strafgerichtes sich auf blost formale Gründe stützen könistc, in der Sache selbst aber der Herr Dr. Parkus rein sei, wie frischgcsal- lener Schnee. «Sein Verteidiger Dr. S ourek betonte, dast kein Mvokat von Ruf und Ansehen des Dr. Parkus blost.wegen einer Million KL" das Risiko eines Strafverfahrens auf sich genommen haben würde, Wenigstens nach der subjektiven Seite sei ein« Schuld seines Klienten nicht nachzuweisen, lieber die sehr vertraulichen Beziehungen des Dr. Parkus zu dem Orden bzw. gewiisen Funktionären offen zn reden, habe ihm sein Mandant untersagt, obwohl diesen solche Enthüllungen sehr zugute gekommen wäre«. SamStag, halb 0 lihr, eröffnete Bors. GR Tr. R c u r e i t c r neuerlich die Verbandlung. Ta keiner der Prozestbctciligten nochmals das Wort verlangte. erklärte der Vorsitzende das Verfahren für gvschlosien und der Gerichtshof zog sich zur llrtcils- beratung zurück. Das Urteil wurde nm 11 Uhr verkündet. Der Zuhörcrraum war überfüllt. Durch das Urteil wurde Dr. Parkus im vollen Umfang der Anklage schnldig erkannt und zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt. Ter. Mitangeklagte Kaufmann Ka r-l, N a Ur äst il, der der Mitschuld an der N n st i f t u n g z u m B e r- brechen der falschen Zeugenaussage angeklagt stvar(es handelt sich um einen nebensächlichen Fall, der mit dem H»ruptthema der Anklage nichts zu tun hat), wurde zu zehn Monaten bedingt verurteilt/ Beiden Angeklagten wurde» die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt und Herr ParkuS verliert natürlich seinen Doktorgrad. In der Urteilsbegründung heisst es, dast die Unterschlagung von-1,600.000 KL zum Schaden des Dominikanerorden- nach der objektiven Seite auch durch die eigene Aussage des Angeklagten feststehe. Die Verteidigung, dast er eine Gegenforderung von zwei Millionen KL an Palmare habe und dast cc diesen Betrag gegen den Orden cinklagte, könne an dieser Sachlage nichts ändern. Weder In dein vorliegenden Strafverfahren, noch in dem um die Palmarklage geführten Prozcst habe der Angeklagte die von ihm behaupteten.rechts- freundlichen Bemühunyen" nachgewiesen.(Er berief sich immer nur auf seine.Gedanken"— A. d. Red.) Wenn.sich Dr. Parkus auf den Brief berufe, in welchem er seine Palmare dem Orden bekanntgegeben habe und der auch von dem Orden(bzw. dein Pater Saip) zur Kenntnis genommen worden sei, so habe das Beweisverfahren nicht nachgewiesen, dast dieser Brief wirklich zugestcllt wurde, was von den Zeugen bestritten wird. In jedem Fall stehe fest, dast der Angeklagte als Rechtsvertreter des Ordens die für diesen erhaltenen Gelder auch abzuführen hatte. Die Bestimmungen über die Verwaltung von kirchlichen Vermögen mustten dem Angeklagten bekannt sein und sein Einwand, dpst für Klosterbesttz das Anf- sichtSrecht der zuständigen Behörden nicht gegeben sei, sei durch Erklärunn dcS zuletzt gehörten sachverständigen Zeugen hinfällig. TaS Gericht sei zu der lleberzeugung gelangt, dast ParkuS die llnerfahren- bcit oder das überglaste Vertrauen des Hanptzeugen Pater Saip mistbraucht habe. Bei Be- meffung der Strafe habe das Gericht a»f dar llcberwiegcn der bela st enden Umstände Bedacht nehmen müssen. Ter Angeklagte, obtvohl offenkundig auf alle» gefasst, verriet doch bei Verkündung des llrteilssvrn» chcS durch unbewusttcs Mienenspiel, dast er einen glinwilicheren Ausgang erhofft hatte. Er faßte sich aber schnell und trug fortan eine forcierte Heiterkeit zur Schau, die etivaS gar zn stark aufgetraaen war, in» echt zu wirken. Natiirlich meldete erAichtig- keistsbeschwerde und Berufung a», wogegen Staatsanwalt Dr. Svoboda seinerseits Berufung wegen zu niedrigen Strafausmaßes anmeldete. Weiter heitzt cs in dein Bericht: Die vier anderen Höchstvcrdiencr in München sind neben Ihm der„Verlagsdirektor" Amann, dem— zum Teil als Strohmann Hitlers— der Eber-Verlag gehört, der Rcichsorganisationsleiter und„Cheifliker" Dr. Ley, der Reichsschatzmeistcr Schwarz und der Photograph, Stadtrat Heinrich Hoffmann, der das Monopol für die gesamte Bildphotographie der Partei besitzt nnd über mehrere Niederlassungen und Ateliers verfügt. Zur Illustration seien hier einige mit ibren älteren oder neu erworbenen Villen" und Grnndstückcn anfgesührt. A mann liest sich in St. Ouirin bei Tegernsee eine hlicsenvilla in Form eines langgestreckten BancrnboscS niit Turm erbauen. Mit einer Rolltreppe darin, 45 Zimmer. Kosten: Zweieinhalb Millionen. Ein unter dem Bahndamm geplanter Stollen, der direkte» Zugang zum See schaffen sollte, soll ihm von Hitler untersagt worden sein.(Siehe Bild!"... Himmler kaufte in der Nähe der Amann- Villa in St. Ouirin die Villa des ehemaligen Kamniersängcrs Burgstaller um 70.000 Mark. Vor der Villa steht ein Hauptwachcngebäude für die Leibgarde. Heß: Große mit Mauer umgebene Billa in Harlaching, mit einem Aachgebäude davor. Frick: Schlost zwischen Berg und Percha ani Starnberger See, ailstcrdcni eine Pracht- wolmung in München. Dieses Schloß hatte Schulze-Naumburg vor einigen Jahren umgebaut, im Jahre 1026 wurde eS mit 8 bis i Millionen Mark bewertet. Streicher erlvarb vor einigen Monaten das Palais Cramer-Klett in Nürnberg. Eine beabsichtigte Ansiedlung in München wurde ihm von Hitler verlvchrt. Ley baut gcgenlvärtlg eine Billa in Harlaching, deren Kosten bereits eine Million betrage» sollen. Besitzt austcrdeui eine große Wohnung in Bogenhausen(Mendelssohnstraste 5). Ec ist wegen seiner hohen„gemeinnützigen Leistungen" von der Bürgerstcuer befreit. Diese Tatsache kam durch einen Znsall, amtlich bescheinigt, auf und verbreitete sich lvie etu Lauffeuer in München. Es tverden insgesamt 16 derartige Fälle einzeln ausgezählt nnd dann noch einiges iiber Göring berichtet, der sich zum Schrecken der Museen und Kunsthändler entlvickclt hat, da er Bilder und Kunstlverko„leihweise" in seine Pa- Oas vielbesprochene buch von AndrtGide: Zurück aus Sow|et«RuBland ist soeben in deutscher Ilebersetzung erschienen. Es kann zum Preis von KL 26.— von der Zentralstelle für das BildnngStvesen, Prag XU., Slezska Nr. 18, bezogen werden. käste überführen läßt. Der Direktor des Kaiser-Friedrich-Museums soll es gewagt haben, an die auf solche Weife leergcwordenen Stellen tatsächlich einen Zettel„Leihgabe für.Minister- präsidlüücn, Göring" zu hängen. Hitler kenne' diese Korruption und tnc nichts gegen sic. Zum Beweis für die Echtheit des Berichtes ist eine Photographie der Villa Ainanus angefügt: Hitler mißtraut sich selbst.(JTF) Die Leitung der NSDAP hat fcstgestellt, daß in Deutschland die meisten jungen Ehepaare keinesfalls mehr als zwei Kinder haben wollen. Bei den elenden Löhnen im.Dritten Reich, bei der Lebensmittelnot und bei der hemmungslosen Kriegshetze ist das schließlich lein Wunder. Die Nazis glauben jedoch, durch Propaganda und Drohungen den Wille» zum dritten Kind stärken zu können. Die vierjährige Propaganda hatte bisher wenig Erfolge. Auf eine Rundfrage„Angst vor dem dritten Kind?" erhielt der„Angriff", die Tageszeitung der Arbeitsfront, nur 681 Antworten, ein mageres Ergebnis bei einer offiziellen Auflage von 85.000. Ein großer Teil dieser Briefe stannnte überdies noch von Hebammen, Lehrern und bevölkerungspolitischen Schriftstellern. Den Preis erhielt eine Bcamtenfrau, die berichtete, sie und ihr Mann hätten sich zuin dritten Kind entschlossen, als sie„etwas über den gewaltigen Menschenübeuschüß des bolschewistischen Ostens gehört hatten". Kn einem zusammenfassenden Artikel gibt der Chefredakteur des„Angriff" zu erkennen, daß er den Mißerfolg der nationalsozialistischen bevölkerungspolitischen Propaganda einsieht, er verlegt sich aufs Drohen!„Wer aus dreimalkluger und zehnmalschlauer Berechnung einem Kinde das Leben verweigert: der spricht sein Mißtraue» gegen den Glauben des Führers aus". (Angriff, 25. Februar 1087.) Das bedeutet eine Drohung an alle in öffentlichen. Betrieben und Verwaltungen Beschäftigten, denen ein positives Bekenntnis zu Hitler vorgeschrieben ist: drei Kinder oder dienstrechtliche Verfolgung! Drei Kinder oder Entlassung bei nächster Gelegenheit. Diese Drohung hat aber noch eine besondere Seite. Hitler selbst hat kein einziges Kin d. Und da es doch sicher Majestätsbeleidi- gung wäre, zu behaupten, daß Hitler zu„schlechtrassig" ist, als daß er heiraten und schlechtrassige Kinder in die Welt setzen könnte, bleibt'nur die Erklärung, daß er„aus dreimalkluger und zehn- Nialschlaucr Berechnung einem Kinhe das. Leben verweigert"'a ü s' M> ß t r a u e n-g'eg e n seine eigenen Versprechungen. 2m Gasthaus verbrannt. Freitag. Nacht brach in einer Gaststätte ans der Hauptstraße Tokios Feuer aus. Sieben Kellnerinnen und ein Koch wurden von den Flammen eingeschlossen und' verbrannten. Explosion beim Verladen von Granaten. Sanistag vorniittagS luden Soldaten auf dem Bahnhof der Gemeinde Fantanele(Rumänien) aus einem Zug Munition ab. Dabei explodierte eine Kiste niit Artilleriegeschossen. Vier Soldaten wurden getötet, zwei verletzt. Bei dem Untergange des griechischen Dampfers„Lukia", der wie gemeldet, etwa zwei Meilen von Kap San Sebastian auf eine treibende Mine gestoßen Ivar, sind 28 Mann unis Leben gekommen. Das Schiff wurde durch die Explosion der Mine in zwei Teile zerrißen und an Bord entstand ein Brand, der sich so rasch ausbreitete, daß die Hilfe, die in der Nähe der Küste liegenden Schiffe zu bringen versuchten, zu spät kam. Der Matrose Canalitza, wtlcher sich als einziges Bcsatzungsmitglied retten konnte, bestätigte, daß Landsturm Uber Kansas Kürzlich lvurdeiidle Staaten Colorado, Texas, Oklahoma und Kansas in NSA von einem schweren Sandsturm, heimgcsucht, der beträchtlichen S chadcu verursachte.— Die Sandsturmwelle üb. I einer kleinen Stadt im Weston von Kansas. 91«. 57 Sonntag, 7. März 1087 Seite 7 IMsMktsckaft mul§oÄaLp belgischen Nichtangriffspaktes. Ein angesehener in diesem geislesgeschichtlich bedeutsamen Augenblick veranstalten Kirchenfürsten am helligsten Orte faschistische Demonstrationen, mit denen sie überdies selbst die Traditionswerte der eigenen Kultur entsetzlich in Frage stellen? Denn zwar mag der politische Druck in Rom«S erzwingen, daß der Dmn von St. Peter privaten Familienassären des Manne», der einst den Roman„Die Maitreffe des Kardinals" berfaßt hat, die Patina seines strahlenden Prunk» leihen muß. Was aber zwingt den Herrn Prälaten Kaa», Michelangelo— diese gewaltigste künstlerische Schöpferkraft, die je sich am Katholizismus entzündet hat, ihn für alle Zeiten bekennend — dem Väter jenes jungen Bräutigams gleichzusche», einem Mann, dessen künstlerische Beziehung zmn Christentum nicht» al» den genannten„Äusklä- rung»"-Roman ergeben hat? Was ist.das, wenn nicht eitle Bereitschaft, einem zufällig Mächtigen nach dem Mund« zu rsden? Und heißt das nicht, höchste Kulturwert« einer großen geistesgeschichtlichen Tra- dstton aus kleinlichster Nutzsireblgkett selbst weg- zuwedsen? Der frcnw.e Pater äu»„Brot und Wein", der bl» an sein Lebensende kein Sozialist war, steht unserem Herzen und'unserer menschlichen Gesinnung so nah, wie jeder Katholik, der unter Christentum da» unbeugsame Bekenntnis zum toleranten Huma- nismüs versteht. Daran wird auch Msgre. Kaas nicht» ändern können.. Wer er könnte immerhin eireichen, daß der stille, wahrhaftige Christ sich einmal ernstlich zu fragen entschließt, was man .nun» eigentlich Rcligionsstörung zu nennen hätte. Tiin McCoh und Eveltzn Knapp in den» Film„Die feurige Brigade" belgischer Militärsachmann glaubt an die„Ehrlichkeit" der deutschen Vorschläge aus dem einfachen Grunde, weil diese Vorschläge für Deutsch- land sehr vorteilhaft seien. Falls Deutschland sich gegenüber Frankreich aus Verteidigung beschränken' sollte, wofür einige Anzeichen sprechen, so würde eine Nichtbeteiligung Belgiens am Kriege, die sich aus dem Abschluß des Nichtangriffspaktes mit Berlin ergeben würde, für Frankreich die Notwendigkeit bedeuten, seine Kräfte auf einer engen Front zwischen Basel und Dicdcnhvfen zu entfalten. Dabei müsse man noch die starke deutsche Befestigungslinie im Westen, die sogenannte Hitlerlinie berücksichtigen. Für die französischen Armeen würde sich daraus eine sehr schwierige strategische Situation ergeben, denn jede Möglichkeit eines Manövers Iviirde entfallen. Ter deutsche Gencralstab brauchte aber nn- ter solchen Umstünden minimale Kräfte, um die deutsche Westgrenze zu verteidigen. Dian glaubt daher in Brüssel, daß der Berliner Vorschlag ernst gemeint ist, nian weiß jedoch auch in den entscheidenden belgischen Kreisen, daß der Abschluß e'neS solchen Separatpakies mit Deutschland das tatsächliche Ausscheiden Belgiens aus der Reihe der Vüllcrbundstaaten bedeuten würde. Denn Belgien könnte dann auch an den eventuellen Maßnahmen des Völkerbundes gegen eineii deutschen Angriff nicht teilnehmen. Tie politische Bedeutung deS Labour-SiegeS In London wird deutlich durch eine Aeuherung der „Frankfurter Zeitung" eriviesen, die— augenscheinlich in der Hoffiiung auf einen sicheren Sieg der Bürgerlichen— vor der Wahl schrieb: Für die konservative Gefolgschaft der Re« > g i e r u n g B a l d w i n ist es eine Prestige- s ä'ch'e"geworden,' der bürgerlichen'Parteigruppe zur Rückgewinnung der Macht in der Hauptstadt zu verhelfen. Deshalb haben sich so viele Parlamentarier der Rechten bereit gezeigt, im Wahlkampf Reden zu halten. Zweifellos würde ein Sieg Herbert Morrisons im Lande— und vielleicht, wie dessen Gegner behaupten, auch im Ausland— eine Deutung finden, die für den P r e m i e r m i n i st e r und sein Kabinett ungünstig wäre. Der Kampfruf der Kommunisten, da» britische Volk müsse für„die Erhaltung der Demokratie in Spmiien", also für die spanischen Roten känipfcn, hat im bürgerliche.» ■ Lager starke Gegenkräfte wachgerufen. Daß die Kräfte des Volkes aber doch stärker waren als die bürgerlichen„Gegenkräfte", wird 'in Hitler-Dentschland wenig Freude gemacht haben. Maöck nach Wien. Einer Meldung aus Zagreb zufolge reist der Führer der Opposition Dr. Maäcl in den nächsten Tagen nach Wien. Obwohl in Zagreb als Zweck dieser Wiener Reise eine wichtige Konsultation durch ärztliche Spezialisten angibt, bemerkt die heutige„Vreme", daß Mabels Reise nach Wien politischen Charakter trage und daß Dr. Maäek dort mit Dr. Krns- j c v i c Zusammentreffen werde, der ans Genf nach Wien kommen soll. Dr. Krnjeviä lebt als Emigrant in der Schtveiz. Minderheitenkonferenz in Wien. Aus Wie» wird uns geschrieben: Kürzlich fand in Wien eine erweiterte Präsidialkonferenz der deutschen nicht gleichgeschalteten Minderheiten statt. Es wurde die Gründung des Deutsch en Verbandes zurnatio- nalenBesriedung Europa Sin Landesverbänden mit einer Zentrale in Wie» beschlossen. Die Ziele des Verbandes werden statutenmäßig wie folgt festgelegt: Pflege des deutsche» Volkstums und der deutschen Kultur in den europäischen Staaten in Einllang mit den territorialen Bedürfnissen der Staaten und den geistig»» Forderungen der religiösen Bekenntnisse und Weltan- kchauungcn. Der Verband'geht davon aus, daß jede deutsche Volksgruppe im europäischen Raum ihre national-kulturellen Jntereffcn eigenständig! zu ter- walten hat.. Zum Generalsekretär des DVB wurde Waldemar O u a i s e r(Reichenberß-Wien) berufen. Mandatsverzicht Dr. Brill». Die' Pdlnische Telegraphen-Agentur'meldet, daß der Vorsitzende der Danziger sozialdemokratischen Partei, Brill, auf sein Mandat äls Mitglied des Danziger Senats verzichtet hat. Er hat so seine Verpflichtung erfüllt, die er ans sich genommen hat, bevor er au» der | Schutzhaft entlassen wurde. Brills Nachfolger wird l Abg. Großmann, von dem angenommen wird,, daß I er mit den Nationalsozialisten bhnipathisiere. Seite 8 „Sozialdemokrat Sonntag, 7. März 1087. Nr. 57 VeremLnackmeMeN' »H Kunst und Mssen MtEmgrn«Urania* Filme in Prager Lichtspielhäusern halb 8: Alarm im Radio, Erstaufführung, 11: Wie es Euch gefällt, Vorstellung des Biihnenkliibr.— Sonntag' 2: Salzburg ausverkauft,.8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner. Tundra In der Wildnis von Alaska, in der ungeheuren Steppe am Rande des ewigen Eifer spielt dieser amerikanische Film. Er spielt tatsächlich, denn er ist nicht etwa ein Naturfilm, der sich damit begnügt, unS Landschaft und Tierwelt zu zeigen, sondern ein Abenteuerfilm, der die Irrfahrt einer jungen ArzteS erzählt, der mit seinem Flugzeug an einem Eisberg strandete und sich, von zwei kleinen Bären begleitet, durch die Wildnis kämpft, bis er nach vielen Mühseligkeiten und überstandenen Gefahren schliesslich mit knapper Not gerettet wird. Wie meist bei Filmen dieser Art werden die Abenteuer auch hier in ihrer Häufung recht unwahrscheinlich, und die mit« Karel »8.— beginn? wird geschickt benäht, und die Szenen, in denen es sich um Liebe uiü> Eifersucht handelt, werden vor den Verschwörerszenen(in denen einmal sogar Lenin erscheint) so deutlich bevorzugt, dass der Film nicht in die Gefahr gerät, als politisch-historisches Werk missverstanden zu werden. Die Hauptrollen werden von Vera Korene und Pierre Richard W i l l m mit anständigem Eifer, aber ohne Aufdringlichkeit gespielt, während Roger Karl und Suzi Prim den Grobfürsten und seine Geliebte im bekannten französischen Chargen-Stil darstellen, —eis—. wirkenden Tiere lassen Dressur vermuten,— aber immerhin: die Landschaft des hohen Nordens erscheint hier in herrlichen Bildern, eine Jg'ck Lon- donsche Welt, in der die Lawinen donnern, die Eisberge bersten, die wilden Wasser schäumen, wo Wölfe heulen. Renntiere ziehen, Polarhunde kläffen, Bären und Füchse, wilde Kaninchen und Bisons, 'Otter und Biber dem einsmnen Wanderer begegnen, .der die Sterne als Wegtveiser, die Höhlen al» Nacht« guartier, die Gehsire als Badeplähe hat— und an nichts weiter denken darf als an die Jagdbeute, die feinen Hunger stillen soll, und an das Feuer, daS ihm der lebte Rest menschlicher Zivilisation ist. Dec Regisseur Norman D a w n hat den Film mit 'sehr viel Geschick, mit Sinn für dar Märchenbedürfnis der Zuschauer und dabei doch für die echten Wirkungen der Natur inszeniert, der Hauptdarsteller DeCambre spielt den Wildnis-Wanderer mit körperlicher Gelvandtheit, und seine beiden Bärenkinder sind heiterer als viele Filmkomiker.—eis— Walküre. Drei Sängergäste waren notwendig, diesen Wagner-Abend zu ermöglichen. Bei der Kost« spieligkeit dieses Gastspielapparates fragt es sich, ob eine nur auf diese Weise zustandcgckonnnene Overn- aufführung überhaupt zu rechtfertigen ist. ES erweist sich eben immer und immer Ivieder, dass ohne ein— wenigstens in den Hauptpartien vollzähliges und ständig zur Verfügung stehendes Opernensemble-— die Pflege der Oper mit künstlerischem und materiellem Erfolg untunlich ist.— Das Hauptinteresse bei dieser „Walküre"»Aufführung beanspruchte übrigens ihr Gastdirigent, der Grazer Opernchef Karl Ran kl. dessen Probedirigieren dazu diente,, seine eventuelle Verpflichtung für unser Theater in Er» lvägung zu ziehen. So wie Breisach, den man kürz» lich kennenzulernen Gelegenheit hatte, ist auch Rankl ein ausgezeichneter und routinierter Praktiker als Operndirigent, ein Kapellmeister, der die Technik seiner Kunst vollkommen beherrscht, zuverlässig in der Zeichengebung ist und der seinen künstlerischen Willen dem Orchester und den Sänger» gegenüber durchzuleben versteht. Was ihn noch wesentlich besser macht in seiner Kunst, ist die Schönheit seiner Phrasierung, die Plastik seiner Partiturauslegung, sein Permögen, das Orchester zu blühendem Singen zu bringen, er im geeigneten Moment zum Nutzen der Sänger abzudämpfen, vor allem aber sein starkes EinfühlungS- Tuhrovstn. Den himderksten Todestag des Dichters Alexander Puschkin hat man.in der Sowjetunion gefeiert— unter anderem auch durch die Verfilmung seiner Erzählung vom Räuber Dubrovskft, eines Aristokratensohnes, dessen Vater von einem reichen Standesgenossen ausgeplündert wurde und der deshalb mit seinen Leibeigenen in die Wälder zieht, um an Adel und Besitz räuberische Rache. zu nehmen. Romantisch genug ist dabei die Liebesgeschichte des RänberhanptmanneS, der sich als Hauslehrer in dar Schloss seines verhassten Feindes einschleicht und dabei dar Herz der Tochter des Feinde» gewinnt, die er dann vergeblich vor der Che mit einem ungeliebten Manne bewahren will. Der Film, den man in Leningrad nach diesem Prosawerk des berühmten LhrikerS gemacht hat. sieht mehr nach Pflichterfüllung als nach Begeisterung aus. Die Räuberszenen sind nur selten aufregend, die Liebesszenen verlaufen in einem merkwürdigen, steif-klassischen Theaterstil, der Aufbau des Films ist stockend und umständlich, die Bewegung nirgends hinreissend, so" dass ein Vergleich mit dem slowakischen Räubtrfilm„Janosil" zu ungunsten des russischen ausfiele.—eiS— Am Dienste des Zaren. Dass eine schöne Spionin ins Land dr» Feinde» reist, sich dort in den Offizier, den sie für ihre Zwecke benützen wollte, verliebt und deshalb die gestellte Aufgabe nicht erfüllt, mit ihren Auftraggebern und mit-sich selbst in Konflikt gerät und tragisch endet,— dar sind Vorgänge, die uns im Film durchaus nicht neti sind. Der französische Film, von dem hier die Rede ist, hat zwar an die Stelle der schönen Spionin eine schöne russische Terroristin der Vorkriegszeit gesetzt, aber der Betriebsunfall mit. dem geliebten Offizier.(der die Terroristin abnungSloserweise heiraten' will) ist da« . durch nicht origineller geworden, und der Grossfürst entgeht dem geplanten Attentat genau so, wie in den Spionage-Filmen das Geheimdokument meisten» seinen Räubern entgeht,.Der Regisseur Pierre Bil- l o n hat die auf. Neu drapierte, alte Geschichte mit einiger Eleganz inszeniert: der Film wird, unter seiner Leitung nie ganz so plump, wie er werden könnte, der GesellschaftS- und Theaterstil de» Jahrhundert- Heute 11 Nhrr Anlässlich de» Geburtstages des Präsidenten-Befreiers T. G. Mafarpk Kulturfilm» Vorstellung mit einem Masarhk-Film. Ludwig Hardt: Heine-Abend. Dienstag 8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andrs. Universitäts-Professor Dr. Hildebrand:„Wahre und falsche Autorität". M i t t w o ch 8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andrö. Univ.-Prof. Dr. Starkenstein:«Kräuter, die gegen den Tod gewachsen". Donnerstag, 8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andrt. „Weltkonjunktur trotz Aufrüstung". Dr. Karl Uhlig. Freitag8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andrö, kern vor Augen führen, dass in unserer— al» Folge der technischen Entwicklung so kleinen— Welt fast alle grossen Fragen nur international gelöst werden können. Die Anregung de» Abg. Klein sand einmütige Zustimmung. Die Hauptversammlung der Liga richtete ein Begrüssungstelegramm an den Prä« sidenten-Befreier Masarhk. Ebenso begrüsste sie telegraphisch den Staatspräsidenten Dr. Bene», den Ministerpräsidenten Hodjsa sowie de» Aussenminister Dr. Krofta und richtete an sie die Bitte, an ihrer Friedenspolitik festznhalten.— Die Liga umfasst heute etwa 80.000 Menschen de» In- und Auslände». Auskünfte im Sekretariat der Internationalen Kulturliga Prag II., Na Zbokenci 18. Das Ohr erinnert sich '* Alltäglich an: Morgen und am Mittag heult eine Fabriksirene. Früher hat man sie bewusst kaum vernommen. Aber seit der Lustschutzübung, seit ihr Schrei, au» rauhem Dröhnen zu schriller Höhe aufheulend, in gellendem Ruf vertveilend und wieder absinkend, den Alarm der Glocken und Fabrikpfeifen und den Motorendonner der Flugzeuge durchdrang — seit diesem Tage vernimmt man sie täglich. Und jedesmal horcht man auf. Da» Ohr erinnert sich— nicht nur an jenen Alarm, bei dem die plötzlich erstarrende Stille der Strgssen io befremdend mit dem Gellen der Signale kontrastierte. Aus halber Vergessenheit weckt die Sirene ei» schlummernde» Bewusstsein, und jene immer gewärtige Wachheit stellt sich wieder ein, die auwmatisch funktionierte, wenn im Felde dec Gasalarm alle» aufscheuchte. Das metallische Dröhnen eiserner Klöppel auf hängenden Pflugscharen, deren Granathülsen und Stücken von Eisenbahnschienen war ja erregender als da» Geschehen selbst. Es war schon eine Gewohnheit geworden, die Gasmaske mit einaeübten Griffen aus dem Behälter zu reissen und auszustülpen, aber lväh- rend man schon durch die trüben Augenfenster der Marke um sich sab und den süsslichen Geruch des Gummis und des Filters atmete, dröhnte noch Imme: der grelle Alarm in den Ohren und trieb jeden an. eilig zu tu», was ihm sür den Alarni befohlen war.. lind diese Bereitschaft, jetzt das Erforderliche zu tun, stellte sich wieder ein, als der Probealarni die Stadt durchlärmte. Es war eine ins llnterbe- wusstsein gesunkene Erinnerung des Ohres, die sofort de» Kontakt mit dem Gefühl mW dem Denken herstellte. Und als zniällig zu gleicher°’.t ein Krankenauto, für das der Zwang zum Stillstehen nicht galt, mit seinem besonderen Hupensignal Einlass ins Tor de» gegenüberliegenden Krankenhauses begehrte, schloss sich quch sein Erscheinen, der Anblick der Milchglasscheiben und die Vorstellung eines schmerzgepeinigten Menschen im Innern und das Zeichen des Roten KrenzeS auf der Lackierung ohne Weiwres in die Gedankenverbindung ein. Erinnerungen des Ohres. Noch lange Zeit nach dem Kriege.genügte das Summen eines Flugzeuges hoch in der Luft, um sie wach-nrufen. Und ein blinder Kanonenschuss auf dem MilitärübungSplah, duinpf und fern, liess unwillkürlich aufhorchen, ob dem Abschuss daS dämonische Winseln und Pfeifen der heransausenden Granate und der sprengende Krach des Einschlages folgen werde. Bruchteile einer Sekunde nur währte die Sinnestäuschung, aber alle» lvaZ sich an Empfindungen damit verband, stellte sich blitzschnell ein, und alles war wieder ganz nahe. So weckt jetzt die Fabriksirene versunkene Erinnerungen des Ohres wieder auf. Und wenn man sie hört und soeben erst die Berichte vom spanischen Bürgerkrieg gelesen hat, so ist ihr Geheul, das sich au» dumpfen Dröhnen zu schiller Höhe hinaufzieht, erregend und peinigend. Erlöst nimmt man das heulende Wiederabsinken und endliche Verstummen wahr, lind da» Bewusstsein korrigiert die Empfindung: es ist ja nur eine Fabriksirene, die zur Arbeit ruft. Aber— so denkt man klopfenden Herzens— alle guten Geister mögen die Menschheit bewahren, dass der Sirenenruf nie ein anderes Signal sein möge als ein Ruf zu friedlicher Tätigkeit. Arania-Atno „Der Gefangene der Haifischinsel", deutsche Premiere mit Warner Baxter und Gloria Swart. Heute 2, 4, 0, ViO Uhr, morgen%0, Uhr. Dienstag bis Donnerstag„DaS hässliche Mädchen", ungarische Lustspielpremiere mit Budapests beste» Komikern. NoMllslerimg aller rrtedcnshräfte! Gegen den Kriegt für das Wohl der Menschheit! Frauentagskundgebung Mittwoch,.den 10. März, um 19 Uhr im Steinersaal Referentinnen: Gen. Guytl Schaffer und Abg. M. Jurnefkovä vermögen in das Kunstwerk und dessen innerliche» l Miterleben sowie endlich sein suggestiver Einsluss i auf alle Mitwirkenden. Diesem dankte man eine im' allgemeinen, auch gesanglich hervorragende Wieder« I gäbe der„Walküre" WagnerS, deren spontaner Er- 1 folg beim Publikum zum grossen Teil Rankls, des! Dirigenten, Verdienst war. Unter den SängergästeN- ist als erster und vollkommenster Fräulein Hilde st Konetzni als Sieglinde zu nennen: die Stimme„ dieser Sängerin.ist gleich schön und gross geblieben,' hat aber an Reise und Kultur noch gelvonnen. Den Wotan sang Fred D o st a l von der Wiener Staatsoper. In ihm lernte man einen echten Heldenbariton, von gleichmässiger Schönheit uiid Ergiebigkeit der Stimmittel in der Tiefe und Höhe kennen und einen'' in der Deutlichkeit des Wortes und im deklamatorischen Stil WagnerS vorbildlichen Sänger, dessen Darstellung allerdings noch zu unpersönlich ist, um seine künstlerische Gesamtleistung al» vollkommen zu bezeichnen. Fräulein Lotte Schraders Brünhilde tvar etwas besser als ihre Leonore von unlängst, weil die Stimme der Sängerin im deklamatorischen Gesangsstil WagnerS freier.klingt; aber das ausgesprochen Lyrische ihres Soprans, seine klanglose Mittellage und"Tiefe sowie musikalische Unsicherheit beeinträchtigten auch diesmal ihre Leistung. Unter den heimischen Mitwirkenden zeichnete' sich F i s ch e r als Siegmund und Frau Kindermann als Fricka aus. E. I. Heute, halb 3 Uhr nachmittag», Arbeitervor- ftellung„Das Rest" mit Tilla D u r i e u x als Gast. Karten an der Theaterkassa.—.Nächste Arb eite r v o r st c l l u n g„Sie Fledermaus" am Sonntag, den 21. Mkärz, um halb 8 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten ab Mittwoch bei Optiker Deutsch. Koruna. Der Klub der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen veranstaltet im Rahmen seiner Klnbsaison der Nachtvorstellungen für Prager Schauspieler die erfolgreiche Ausführung Shakespeares„Wie es Euch gefällt" in der„Kleinen Bühne". Die Vorstellung findet am Samstag, den 18. d. M., um 23 Uhr statt. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theater»,' Sonntag V->8: DaS Nest, Gastspiel Till» Turieux, Arbeitervorstellung, halb 8: Gioconda, B 2.— Montag halb 7: Macbeth, Theatergemeinde der Jugend ll. Serie, rote Karten) und freier Perkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Macbeth, Gastspiel Tilla Duricux, A 1.— Mittwoch halb 8: Hopsa, B 2.— Donnerstag halb 8: Treff As, Erstaufführung, CI.— Freitag halb 8: Gioconda, D.— SamStag halb 8: Der Freischütz, halb 8: Jean, Mckstspiel Leopold Kramer und Peps Glöckner, Abonnement aufgehoben,—- Sonntag halb 8: Matura, halb 8: Aida, Gastspiel Juffy Bjürling, E 1.. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Ter'Illusionist, 8: Photographieren verboten!— Montag 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— I Dienstag 8: Photographieren verbotenI— Mittwoch 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Porstellung.— Donnerstag 8: Axel an der Him» melStür, volkstümliche Borstellunq._■— Freitag 8: Photographieren verboten!— Theatergemeinde des Kulturverbande» und freier Verkauf.— SamStag Staatsmann und Denker. Mit Beiträgen von Eduard Benes, Kamill K r o s t a, F. L. Saida, Otökar Fischer, etc. broschiert Ui NIasarhk erzählt sein Leben. Gespräch mit C a p e k, gebunden Ui Zu beziehen durch die Zentralstelle für das ■ Bildungswesen, Prag XII., Slezskä 13.- I. G. Masaryk zum 87. Geburtstag Masarhk im Bild, Momentaufnahmen an» de» letzten . Jahren, 06 Tafeln, Cape! Mensch unter Menschen Soiialverflcherungf- Briefkasten In dieser regelmäßig am Sonntag er• scheinenden Rubrik werden Anfragen unserer Leser über Sozialversicherungs-, Kranken-, Alters-, Invaliditäts-, Unfall- und Pensionsversicherungsangelegenheiten beantwortet. Wartezeit. Sie teilen mit, dass Ihnen von der ZentralsoziaWersichernngSanstalt die Invaliditätsrente deshalb verweigert wurde, weil Sie die Wartezeit von 700 Tagen noch nicht erreicht haben. Diese Feststellung bezeichnen Sie als unzutreffend, da nach Ihrer Meinung auch die Zeit eines ArbeitSver» bältnisser einzurechnen ist, während dessen Ihr damaliger Arbeitgeber Sie nicht zur Versicherung gemeldet hat. Diese Ansicht ist irrig, da in der Sozialversicherung anrechenbare BeitragSzeit nur durch ordnungsgemässe Anmeldung erworben werden kann. Wenn Sie aber durch Verschulden Ihres damaligen Arbeitgebers um die Rente gekommen sind, so Haven, Sie gegen ibn eine privatrechtliche Schadenersatzfor- dernng, welche Sie binnen drei Jahren vom Eintritt der Invalidität durch Klage bei dem nach dem Wohnort de» Arbeitgebers zuständigen Arbeitsgericht geltend machen können. Die Klage müssen Sie nicht selbst verfassen, sondern können sie auch in der Ge« richtskanzlet zu Protokoll geben. Eine Vertretung durch einen Advokaten kommt dabei nicht in Frage. Ein Mitarbeiter Kardinal Faulhabers spricht in Prag. Prof. Dr. DietrichvonHilde.» b r a n d t spricht am 10. d. M„ in Prag über „Wahre und falsche Autorität". Hildebrand gibt zur Zeit in Wien die Zeitschrift„Der christliche Ständestaat" heraus und ist al» Philosoph und Theologe durch seine Abhandlungen über die christliche Ehe bekannt geworden. Er gehörte zum Freundeskreis des Kardinals Faulhaber in München und liest, seit er Deutschland verlassen hat, in Wien. Kürzlich wurde Hildebrandt, ein Sohn des berühmten Bildhauers Adolf von Hildebrandt, zugleich mit Thomas Mann u. a. von Hitler„ausgebürgert". Unter den deutschen Studenten, von denen ein Teil mittellos Ist und im Studentenheim wohnt, wurde eine Sammlung zugunsten des Bezirksvereines„Arbeiterfürsorge" veranstaltet, die eiii Ergebnis von 140 Ki hatte. Für diesen Betveis der Sotidarität sei herzlichst gedankt. .Internationale Knttnrwochen". In der diesjährigen in Prag abgehaltenen Haupwersammlung der Internationalen Kulturliga regte ihr Generalsekretär, Abg. Robert Klein, an, periodisch wiederkehrende„Internationale Kultnrwochen" einzufüh- ren und die erste sobald wie möglich in der Tschccho- ilowakei stattfinden zu lassen. Diese Wochen sollen die Verbreitung des Gedankens nationaler, religiöser nnd politischer Duldsamkeit fördern, für die . Forderung allgemeiner geistigen und materiellen Niedlichkeit werben und jedermann den unschätzbaren Wert der Menschenrechte sowie die Kostbarkeit des Besitzes deutlich machen, den wir heute unter dem Begriff„Kultur" znsammcnsassen. Die„Internationalen Kultnrwochen" solle» schliesslich allen Völ- B e z u g S b e d< n g n n a>. n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Xi IS.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig XS VS— ganzjährig.Xi'IVS.'—.— Inserate werden läut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass. T. Rückstellung von Mnlnistripien erfolgt nur bei Einsendung' der Retourmarken.— Die Zeituttgsfrankatür wurde von detPost- und Telt- graphendirektlon mit Erlass Nr. 1S.80S/VII/1SÜÜ bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags» und ZeitungS-A.-G. Prag. Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spennlntter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. Urania-Kino:„Der Gefangene der Haifischinsel." D. Premiere.— Adria:„Lufttorpedo 48." Heimischer Film.— Alfa:„Tundra."—Apollo: „Ernte!" Paula Wesse lv. D.— Avion:„DaS Mädchen m,S der Kleinstadt. A.— Beränek:„Men-' schcn auf der Eisscholle." Tsch.—■ Fdnix:„San Francisco." A.— Flora:„König der Äerdannnten." Konrad Veit. E.— Hollvwood:„DaS Mädchen aus der Kleinstadt. A.— Hvkzda:„Lufttorpedo 48." Heimischer Film.— Julis:„Im Namen de» Zaren."! Kinema d. B. B.: Journale,' Groteske, Reportage, Koruna Akt.-Th.: Journale, Grotesken. Reportagen. Kowar„Dubrovskh." Muss.— Lncrrnn:„San Fran-' cisco." A.— Metro:„Jener einstellen." Harry Baur. Fr.— Passage:„Ernte." Paula Wesseln. D.— Praha:„Die Feuerbrigade."— Radio: „Menschen auf der EiSschole." Tsch.■—Staut:„Der grosse Bill." Ä.— Svitozor:.„Ave Maria." B. Gigli. D.— Alma:„Das Kipeunermädchen." Laurel und Hardy. A.— Bajkal:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch.— Belvedere:„Ihr Kammerdiener," A.— Beseda:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch. — Carlton:„Maria Krasnova." A.— Illusion: „Herren im Zylinder." A.—Lido II:„Dal Zigeu- nermndchen." Laurel und Hardy. A,— Louvre: „Menschen auf- der Eisscholle." Tsch.— Maceika: „Der grosse Bill." A.— Olympier,„Menschen auf der Eisscholle.'/ Tsch.— Pers1ün:„Dcr grosse' Bill." W.— Rory:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch.— Tatra-Weinberge:„Maria Krasnova." Anna Steen. A.— 1t Bejvodü?„DI e H o chze i t sista ch st" Garry! Cooper, Sten.,—' Baldekt„Dia Spionin des Kaisers."'Dl— Beletrhyr„Menschen aüf der EiS- scholle.Tsch. Deutsche BolkSsinggemeinde Prag. Einladung zu der am Dienstag, den 10. März, im Hause der„Typo- grafickä beseda" Prag-II., Smeäky Nr. 27, 8. Stock, um 7 Uhr abend» I stattfindenden ordentlichen Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Berichte der Funk tionäre; 2. Bericht der ThSrmeister»; 8. Wahlen; 4. Allgemeines. Für den Ausschuss: Egon Goldmann, Liesl Winter.—■ Die Mitglieder der Dolk»- singgemeinde werden ersucht, sich vollzählig und pünktlich zu dem am Mittwoch, den 10. März, um 7 Uhr abends im Lidovy düm(Hybernska) stattfindenden Internationalen Frauentag elnzusinden.— Am Dienstag wie üblich Probe. ■ SF- Prag veranstaltet heute, Sonntag, den 7. März, einen bunten Nachmittag mit Vorlesen, Singen, Spielen. Kommt um 8 Uhr, bzw. nach der Arbeitervorstellung in» Parteiheim. Smeiky Nr. 22. Gäste sehr willkommen. Geleitwort von Karel gebunden Ki 75.— gebunden Kä 25.— broschiert XL 15.—